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==3E-Zentrum, 2015==
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QUARK GEGEN KREBS
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Im 3E-Zentrum in Remshalden schließlich, malerisch im Nordosten von Stuttgart gelegen, wieder der ganze Hokuspokus von Schuld und Sühne. Die „medizinische Leitung“ Elke Tegel, eine blonde Heilpraktikerin, führt mich durch das lichte Haus, zeigt mir den „Innenweltreiseraum“, in dem traumatische Situationen bearbeitet werden, den Raum, in dem „Heilmusik“ abgespielt werde, und auch die beeindruckende Maschine für die „Hochfrequenztherapie“, bei der den Zellen elektrische Energie zugeführt werde. Gesamtkosten: 13.670 Euro für fünf Wochen
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Krebs, sagt die Heilpraktikerin, sei „unterdrückte Wut und unterdrückter Ärger“, gerade bei einem Hodgkin-Lymphom gehe es um Schuld. Sie fragt: „Wo fühlen Sie sich schuldig? Schuldig, ein Mann zu sein?“
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„Bei uns geht es nicht nach Diagnose“
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Später, im Bibliotheksraum, rät Tegel zu einer „biologischen Chemotherapie“, also hoch konzentriertem Vitamin C. Das sei einer herkömmlichen Chemo weit überlegen, von der Tegel überzeugt ist, dass ich sie nicht brauche. Die Krönung: Die Heilerin verwechselt mein gut behandelbares Hodgkin-Lymphom mit dem grundsätzlich unterschiedlichen Non-Hodgkin-Lymphom. Und sagt zur Rechtfertigung: „Bei uns geht es nicht nach Diagnose, das interessiert nicht.”
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Klaus Pertl, Geschäftsführer des 3E-Zentrums, verteidigt sich später schriftlich damit, dass wir nur eine „Hausführung“ gemacht und kein Beratungsgespräch bekommen hätten. Der Preis beinhalte „das gesamte 5-Wochen-Programm plus Abholung von Stuttgart, plus Infusionen und Nahrungsergänzungsmittel.“ Therapieempfehlungen könnten nur die zwei Ärzte des Hauses aussprechen und mit denen hätte ich ja nicht gesprochen. „Wir sind keine medizinische Praxis und kein Krankenhaus. Das bedeutet ganz automatisch, dass Sie bei uns auch keine medizinische Beratung erhalten können!“, schreibt Petrl. Das Haus sei lediglich ein „Seminarzentrum“.
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Die Hoffnung ist gewaltig
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Die Patienten sehen das ganz offensichtlich anders. Wir essen mit ihnen zu Mittag, bekommen wie sie die „Öl-Eiweiß-Kost“ aus Quark und Nüssen, die den Tumor bekämpfen soll. Es ist ein herrlicher Tag, die Sonne scheint durch die Fenster, wir schauen auf den idyllischen Garten voll blühender Obstbäume. Doch es wird der bedrückendste Moment auf meiner Reise. Tischgespräch ist die Hoffnung auf die Therapie, die Heilmusik, die Innenweltreisen, die Darmspülungen. „Ich habe vieles versucht“, sagt eine Patientin, „aber ich habe endlich das Gefühl, am richtigen Platz zu sein“. Eine andere hat lange gespart, um sich die Therapie hier leisten zu können.
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Ich fühle mich schäbig, will etwas sagen. Aber wer bin ich denn, diesen Menschen die Hoffnung zu nehmen? Kann es denn nicht sein, dass ein Ort wie dieser der richtige ist? Kann ein Tumor denn nicht durch Willenskraft verschwinden? Kann man das denn sicher wissen?
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Quelle: https://correctiv.org/blog/2015/12/18/alternativmedizin-krebs-leben-der-patienten-gefaehrdet/
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==Kapitel aus Hirneise-Werk "Ein medizinischer Insider packt aus"==
 
==Kapitel aus Hirneise-Werk "Ein medizinischer Insider packt aus"==
 
Timothys Story
 
Timothys Story
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