AnthroMed

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Unter dem Namen AnthroMed sind zwei miteinander verbundene Firmen im Bereich der anthroposophischen Medizin tätig. Beide sind in Berlin an der Anschrift des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe ansässig.

AnthroMed Berlin-Brandenburg GmbH

Dies ist ein Tochterunternehmen der Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe gGmbH, die ihrerseits eine 100%ige Tochter des Gemeinnützigen Vereins zur Förderung und Entwicklung anthroposophisch erweiterter Heilkunst e.V. ist. Als Ziel gibt die AnthroMed BB die Schaffung eines "Partnernetzwerks für anthroposophische Medizin in Berlin und Brandenburg" an. In der Gesellschaft seien etwa 50 Ärzte in einer "Berufsausübungsgemeinschaft“ verbunden, mit denen "Verträge mit Gewinnbeteiligung" bestehen. 2012 wurde die Anzahl der Mitarbeiter mit 121 angegeben.[1]

Geschäftsführer sind der Arzt Burkhard Matthes und Julian Schily (geb. 1960), ein Neffe des Politikers Otto Schily und des Mediziners Konrad Schily, dem Gründungspräsidenten der anthroposophisch ausgerichteten Universität Witten-Herdecke. Schily ist außerdem Vorstand der Gemeinnützigen Aktiengesellschaft Havelhöhe sowie Geschäftsführer der Unternehmensberatung IMBUS Initiative für Managementberatung Sozialgestaltung GmbH und der Gemeinschaftshospiz Christophorus gGmbH; diese drei Firmen teilen sich ebenfalls die Adresse mit dem Gemeinschaftskrankenhaus.

AnthroMed gemeinnützige GmbH

AnthroMed.png

Die AnthroMed gGmbH versteht sich als eine international tätige Einrichtung mit dem Ziel, die Qualität der anthroposophischen Medizin zu sichern. Unternehmen, Verbände oder Einzelpersonen in diesem Bereich können von AnthroMed Zertifikate erwerben. Diese Vertragspartner erhalten damit das Recht, die eingetragene Wortmarke AnthroMed zu verwenden. Die Bedingungen für eine Zertifizierung sind meist vage gehalten und können beispielsweise in der Mitgliedschaft in einem entsprechenden Berufsverband bestehen.

Gesellschafter der AnthroMed gGmbH sind neun anthroposophisch ausgerichtete Kliniken, darunter die Filderklinik in Stuttgart-Filderstadt, das Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe und das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke. Geschäftsführer ist der Arzt und Kaufmann Roland Bersdorf (geb. 1949), der auch Geschäftsführer der Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe gGmbH ist. Die AnthroMed gGmbH ist Gesellschafterin der Universität Witten-Herdecke gGmbH, allerdings mit einem Gesellschafteranteil von nur 1,76%.[2] Daneben ist sie an der Universität Witten-Herdecke mit einer Investition von 500.000 Euro beteiligt.

Zertifiziert wird von der AnthroMed gGmbH in drei Bereichen: Kliniken, Heileurythmie sowie Pharmazie bzw. Apotheken.

Kliniknetzwerk

Derzeit werden 13 Kliniken als AnthroMed-zertifiziert genannt.[3] Als Kriterien für eine Zertifizierung werden beispielsweise "Sozialgestalt", der "Kulturaspekt Anthroposophie", Ernährung sowie Spiritualität genannt. Eine konkretere Bedingung ist, dass in jeder Abteilung mindestens ein anthroposophischer Facharzt zur Verfügung stehen muss. Ferner sollen mindestens vier Therapien aus der folgenden Liste zum Angebot der Klinik gehören:

  • Heileurythmie
  • Malen oder Plastizieren
  • Musiktherapie
  • Sprachgestaltung
  • Rhythmische Massage
  • Öldispersionsbäder nach Junge (Jungebad)
  • Biographiearbeit in Form von biographisch orientierten therapeutischen Gesprächen

Heileurythmie

Es besteht eine Vereinbarung mit dem "Internationalen Forum Heileurythmie in der Medizinischen Sektion am Goetheanum",[4] wonach Berufsverbände der Heileurhythmie ihren Mitgliedern die Nutzung der Marke AnthroMed mit dem Zusatz "HEILEURYTHMIE" bzw. in Österreich "EURYRHMIETHERAPIE" zu ermöglichen.[5] Die Mitglieder haben dafür eine Jahresgebühr von 5 Euro zu entrichten, der jeweilige Berufsverband 50 Euro. Von der Vereinbarung Gebrauch macht bislang der deutsche Berufsverband Heileurythmie BVHE e.V.[6] Derzeit soll es etwa 60 Therapeuten geben, die "AnthroMed HEILEURYTHMIE-zertifiziert" sind.

Pharmazie

Im November 2011 wurde eine Vereinbarung mit der Gesellschaft Anthroposophischer Apotheker in Deutschland GAPiD e.V. zur Nutzung der Marke AnthroMed geschlossen. Bislang (September 2012) werden zwölf Apotheken genannt, die sich hieran beteiligen.[7] Ob es dafür weitere Bedingungen gibt als die Mitgliedschaft in der GAPiD, ist unklar. Die GAPiD ihrerseits erwartet von ihren Mitgliedern lediglich, dass diese in einem pharmazeutischen Beruf tätig sind und "für sich die Anthroposophie als Arbeits- und Lebensgrundlage" betrachten.

Quellen