Adnan Oktar

Aus Psiram
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Adnan Oktar (geb. 1956 in Ankara) ist die Person hinter dem Pseudonym Harun Yahya. Der türkische Muslim wurde in den 1980er-Jahren als Kreationist und Holocaustleugner bekannt. Oktar ist Autor zahlreicher kreationistischer Bücher, Filme und Webseiten.

So schreibt er zum Beispiel: "Es gibt heutzutage eine große Gefahr, die die soziale Struktur der Welt bedroht. So wie ein Virus den Menschen tötet, führt diese Gefahr auf subtile Weise den sozialen Zusammenbruch herbei. Die Gefahr besteht in dem Niedergang jener moralischen Werte, die helfen, eine gesunde Gesellschaft am Leben zu erhalten. Homosexualität, Prostitution, vorehelicher und außerehelicher Sex, Sexualverbrechen, Pornographie, sexuelle Belästigung und der Anstieg von Sexualkrankheiten sind eine Reihe wichtiger Indikatoren für den Zusammenbruch moralischer Werte." [1]

Pikant dabei ist, dass er wegen Gründung einer kriminellen Organisation, Zuhälterei, Erpressung, Vergewaltigung, Verführung Minderjähriger und Kokainmissbrauchs in der Türkei rechtskräftig verurteilt ist. Eine Strafe brauchte er aber bisher nicht anzutreten, da bei ihm paranoide Schizophrenie diagnostiziert wurde.

Oktar schreibt Kolumnen in der Milli Gazette, dem Blatt von Milli Görüş. Milli Görüş ist die zweitgrößte islamische Organisation in Deutschland und gilt als der größte nicht vom türkischen Staat direkt beeinflusste türkisch-islamische Verband in Europa. Von Oktar publiziertes Material wird auch gerne von christlichen Kreationisten zitiert.

Oktar/Yahya ist Autor eines mehrbändigen Werkes mit dem Titel Atlas der Schöpfung. Auf zahlreichen Bildern sind darin jeweils ein in der Gegenwart existierendes Tier oder eine Pflanze einem ähnlich aussehenen Fossil gegenübergestellt. Daraus folgert Oktar, dass es keine Evolution gegeben haben könne. Als weiteres "Argument" führt er an, dass man niemals z.B. 2- bis 5-köpfige menschliche Fossilien gefunden hat. Der erste Band der Reihe wurde kostenlos an zahlreiche Schulen in Deutschland verteilt. Auf die Frage, wie er solche Aktionen finanziert (das Buch ist ein über 6 kg schwerer, üppig ausgestatter Wälzer), gab Oktar in einem Interview an, dass der Verlag mit seinen anderen Büchern so große Gewinne mache, dass er die Abgabe von Gratis-Exemplaren daraus als Öffentlichkeitsarbeit bezahlen könne.[2] Ähnliche Aktionen gab es auch in anderen Ländern. Als der Schöpfungsatlas 2007 an vielen französischen Schulen auftauchte, ordnete der Erziehungsminister die Entfernung aus den Schulbibliotheken an.[3]

2008 wurde auf Verlangen von Oktar in der gesamten Türkei der Zugriff auf die Webseite von Richard Dawkins [1] gesperrt [4]. Bereits vorher hatte Oktar vergeblich versucht, die türkische Übersetzung von Dawkins Buch The God Delusion zu verbieten.

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Quellennachweise