Stigmata
Stigmatisierte

Stigmata sind im christlichen Glauben vermeintliche Wundmale, üblicherweise an Händen und Füßen, die an die Wundmale des gekreuzigten Christus erinnern. Ein berühmter Stigmatisierter ist Pater Pio, weniger bekannt sind Judith von Halle, Therese Neumann und Anna Katharina von Emmerich. Über Pater Pio wird berichtet, dass er heimlich große Mengen Karbolsäure und betäubendes Nervengift gekauft habe, so dass seine Stigmata wohl auf schlichten Betrug zurückzuführen sind. Karbolsäure ätzt langsam verheilende Wunden.

Erstaunlich viele Stigmatisierte gaben an, nahrungslos zu sein.

Erklärungsmodelle

  • Betrug
  • Ideoplastie
  • Hysterie
  • selbstverletzendes Verhalten (SVV)
  • autoaggressives Verhalten

Selbstverletzendes Verhalten ist typisch bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen, schweren Depressionen, Essstörungen wie Anorexia nervosa und Bulimie. Ausgangspunkt können Missbrauchserfahrungen, Deprivationen, Traumatisierungen, Zwangsstörungen, schwere Demütigungen, psychotische oder schizophrenen Schübe sein. Auch sehr adipöse (dicke) Menschen können zur Selbstverletzung neigen.

bekannte Stigmatisierte

  • Franz von Assisi ab dem 17. September 1224
  • Christina von Stommeln
  • Anna Katharina Emmerick (Anna Katharina von Emmerich, 18. Jahrhundert)
  • Therese Neumann aus Konnersreuth
  • Pater Pio
  • Marthe Robin (19. Jahrhundert), französische Bäuerin. Angebliche Nahrungslose
  • Bruder Elia (19. Jahrhundert), italienischer Ordensmann
  • Myrna Nazzour (19. Jahrhundert), griechisch-katholische Syrierin
  • Judith von Halle Berliner anthroposophische Architektin
  • Manduria Debora aus dem italienischen Taranto
  • Elisabeth Galgòczy, ungarische Mystikerin im 19. Jahrhundert
  • Marie-Julie Jahenny
  • Adrienne von Speyr (19. Jahrhundert)
  • Barbara Pfister, fiel nach Empfang der heiligen Kommunion in Ohnmacht, in ihrem 23. Lebensjahr traten die fünf Wundmale Christi und die Abzeichen der Dornenkrone auf.
  • Alfonsina Cottoni, lebte bis 1984 in Italien und war angeblich 15 Jahre nahrungslos. Eine Wallfahrt nach Lourdes brachte keine Linderung. Ab Herbst 1969 schlief sie fast nur noch und nahm keine Speisen und Getränke mehr zu sich.
  • Alexandrina Maria da Costa, seit dem 19. Lj. gelähmt ans Bett gefesselt. War angeblich 13 Jahre lang nahrungslos.
  • Martha Cambon, angeblich 4 Jahre nahrungslos.
  • Viktoria Hecht, lebte von 1840 bis 1890 in Deutschland, die Wundmale wurden auf ihre Bitte hin unsichtbar, ihre Nahrungslosigkeit wurde ärztlich festgestellt
  • Maria Furtner, angeblich 52 Jahre nahrungslos, ernährte sich nur vom Wasser der heiligen Kommunion.
  • Dominika Lazza, angeblich 14 Jahre nahrungs- und schlaflos ohne Körperausscheidungen.
  • Margareta von Beaune, angeblich 6 Monate nahrungslos
  • Lidwina von Schiedam (1433 – 1553).
  • Niklaus von Flüe (1417 bis 1487), soll sich zwei Jahrzehnte lang nur von dem Wasser aus einem Bach ernährt haben.
  • Elisabeth von Reute („die gute Beth“), lebte 1380 bis 1420 in Deutschland

Literatur

  • Josef Hanauer: Die stigmatisierte Seherin Anna Katharina Emmerick. Bock und Herrchen, Bad Honnef 1979