Kyäni-Werbelogo

Kyäni (Kyani) ist der Name einer Produkreihe mit Fischölen und Fruchtsaft, die als Nahrungsergänzungsmittel im Multilevel Marketing in verschiedenen Ländern vertrieben werden und im Internet agressiv beworben werden. In der Werbung zum Wellnessgetränk Kyäni wird eine gesundheitsrelevante Wirkung durch die Verwendung der Noni-Frucht, von Blaubeeren und von Fischölen des Rotlachs behauptet. Auch sollen Kyäni-Produkte die menschliche Transmittersubstanz Stickstoffmonoxid (NO) enthalten, deren Konsum ausschliesslich positive Effekte haben soll. NO ist eine chemische Verbindung aus den Elementen Stickstoff und Sauerstoff und gehört zur Gruppe der Stickoxide. Stickstoffmonoxid ist schleimhautreizend, karzinogen (krebserregend) und durch die Bildung von Methämoglobin toxisch.

Der Name Kyäni soll sich aus dem Begriff für "Starke Medizin" in der Sprache der Tlingit ableiten.

Hinter dem Kyäni-business steckt die Firma VisionGroupSupport und eine Kyani Inc. aus der Stadt Idaho Falls im US-Bundesstaat Idaho. In Europa ist Kyäni seit 2007 aktiv, vor allem in Skandinavien.

Zur Vermarktung von Kyäni wird die Anekdote verbreitet, dass die beiden Kyäni-Erfinder Dick und Gayle Powell sich in Alaska aufgehalten hätten um die Ernährungsgewohnheiten des Stammes der "Alaskan Tlingit" (Klink-it) zu erforschen. Bei dieser Gelegenheit hätten sie festgestellt, dass die besagten Tlingit in ihrer Sprache angeblich keine Wörter für Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und die Zuckerkrankheit kennen würden, und somit diese Erkrankungen bei ihnen unbekannt seien. Die Powells wollen auch erfahren haben, dass die besagten Ureinwohner von Alaska Blaubeeren und Lachs verzehren würden, was sie zu der Spekulation veranlasste anzunehmen, dass die Ernährung mit Blaubeeren und Lachs die genannten Krankheiten verhindern könne.[1] Die Realität sieht jedoch anders aus. In Alaska leben etwa 107.000 Iñupiat, Aleut, Athabascan and Tlingit-Haida. Bei diesen Völkern ist Krebs die Haupttodesursache bei den Frauen und die dritthäufigste Todesursache bei Männern.[2] Erhobene Daten des "Indian Health Service" zeigen, dass die Tlingit mehr oder weniger unter den gleichen Krankheiten leiden wie andere Bewohner von Alaska auch: (Zitat) Health problems among the Tlingit are not much different than they are with other Alaska Native peoples. Extensive and continuous Indian Health Service data demonstrate their susceptibility to such illnesses as influenza, arthritis, hepatitis, cancer, and diabetes.[3] Mehrere wissenschaftliche Studien gehen auf das Problem des Alkoholabusus und bestimmter Erkrankungen bei den Ureinwohnern von Alaska ein. (Auswahl)[4][5][6][7]

Kyäni-Produkte

Kyäni-Produkte sind:

  • Kyani Sunrise mit Blaubeerensaft und Saft weiterer ungenannter Früchte
  • Kyani Sunset mit Rotlachs-Fischölen. Das Produkt soll die roten Farbstoffe Astaxanthin und Zeaxanthin im Öl aufweisen, die als Antioxidantien wirken sollen. Des weiteren sollen Omega-3-Fettsäuren enthalten sein.
  • Kyani Nitro FX mit Stickstoffmonoxid NO. Das Produkt soll Noni als Saft aus der gesamten Pflanze, Blättern und Wurzeln enthalten.

Zusammensetzung

  • Blaubeeren (Cyanococcus, Alaskan wild blueberries)
  • Rotlachs-Fischöle (Oncorhynchus nerka, oder Blaurückenlachs (englisch Sockeye Salmon)
  • Samen des Annatto Buschs Bixa orellana
  • Stickstoffmonoxid (NO)

Ausserdem sollen die Produkte auch Aloe Vera, Goji Beeren und OPC aus Weintraubenkernen enthalten.

Kyäni-MLM

Kyäni wird im Empfehlungsmarketing per MLM vertrieben. Für 20 downline-Kunden erhält der Kyäni-Strucki angeblich 500 Euro im Monat. Für 200 downliner sollen es für den Saphir-Strucki 1000 Euro sein. Als Emerald-Strucki mit mehreren Saphiren unter sich sollen monatlich 5000 Euro erzielbar sein.

Siehe auch

Quellennachweise

  1. https://kyani.net/public/eu/en/about/story
  2. http://ijch.fi/issues/674/67(4)%20Cassady.pdf
  3. http://www.everyculture.com/multi/Sr-Z/Tlingit.html
  4. Mohatt GV, Rasmus SM, Thomas L, Allen J, Hazel K, Marlatt GA. Risk, resilience, and natural recovery: a model of recovery from alcohol abuse for Alaska Natives. Addiction. 2008 Feb;103(2):205-15. Epub 2007 Nov 27
  5. Grinëv AV. The distribution of alcohol among the natives of Russian America. Arctic Anthropol. 2010;47(2):69-79
  6. Lanier AP, Holck P, Ehrsam Day G, Key C. Childhood cancer among Alaska Natives. Pediatrics. 2003 Nov;112(5):e396.
  7. Templin D. One year in an Alaskan arthritis clinic. Int J Circumpolar Health. 1999 Oct;58(4):242-7