Perkutane Hydrotomie
Die Perkutane Hydotomie (fr hydrotomie percutanée, engl percutaneous hydrotomy) ist eine alternativmedizinische Behandlungsmethode, bei der lokale intradermale oder subkutane Injektionen von physiologischer Kochsalzlösung (n (NaCl 0.9%)R) oder Meerwasser in die Haut eingesetzt werden. Mit dem Wasser werden gegebenenfalls auch Vitamine oder Mineralstoffe zugesetzt. Anwender geben an damit Schmerzzustände, Arthroses, Gelenkprobleme und Wirbelsäulenerkrankungen günstig beeinflussen zu können. Die Mehode wird dabei von den Befürwortern der Mesotherapie zugeordnet.
Die Methode der perkutanen Hdrotomie stammt ursprünglich aus Frankreich, und ist dort verbreiterter als im deutschsprachigen Raum. Erfinder war offenbar der französische Arzt Bernard Guez aus Nizza, dem inzwischen die medizinische Approbation entzugen wurde. In Frankreich wurden bislang mehreren Ärzten zeitlich begrenzt die Ausübung der Heilkunde verboten, da sie Anwender der perkutanen Hydrotomie waren. Darüber berichtet die französische Tageszeitung Le Figaro im Juni 2023.[1]
Gesetzliche Krankenkassen in Deutschland übernehmen die Kosten der Behandlung nicht, da kein Nachweis einer Wirksamkeit vorliegt. In Frankreich gilt die Methode als nicht ausreichend erforscht und ihre Wirksamkeit als nicht erwiesen. Der Conseil de l’Ordre des médecins stellt fest dass die Methode in Frankreich von keiner Behörde anerkannt sei.
Den bisher fehlenden Nachweisen einer Eignung und Wirksamkeit stehen bekannt gewordene Risiken gegenüber, über die beispielse eine Vereinigung von Krankenpflegern in Frankreich berichtet.
Risiken und mögliche unerwünschte Wirkungen der perkutanen Hydrotomie
Jegliches Durchstechen der Haut stellt einen medizinische Eingriff dar, der dem Patienten gegenüber begründet werden muss, bei gleichzeitiger Aufklärung über mögliche unerwünschte Folgen und Gefahren.
Siehe auch
- Mesotherapie
- Meerwassertherapie nach Quinton
- Varizenverödung mit konzentrierter Kochsalzlösung Die ab 1911 praktizierte Krampfaderentfernung mit Quecksilber (Sublimat) wurde in Deutschland von Paul Linser (1871 - 1963, Hautklinik Universität Tübingen) ab etwa 1911 eingeführt. Die Therapie erwies sich jedoch als nierenschädigend. Die Varizenverödung mit konzentrierter Kochsalzlösung geht auf Karl Linser (1895-1976, nicht verwandt mit Paul Linser) zurück.[2] Die Methode wurde auch als "biologische Krampfadern-Verödung" bekannt. Die Varikosen werden dabei durch Injektion von konzentrierter Kochsalzlösung (22% oder 27%) in Flußrichtung der Venen verödet. Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernehmen die Kosten nicht. Anwender war unter anderem Max Otto Bruker. Zuletzt machte der Arzt Sundaro Köster mit einer abgewandelten Methode auf sich aufmerksam. In Deutschland wird diese Methode von mehreren Heilpraktikern angeboten. Eine deutsche Heilpraktikerin muss sich laut der NDR-Sendung Panorama (Sendung vom 31. Oktober 2019) wegen schwerer Nebenwirkungen, die acht Operationen zur Folge hatten, vor Gericht verantworten.
Die S2 - Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie erwähnt die Methode nicht in ihren Therapievorschlägen.[3] In der Medizin wurde diese Methode inzwischen verlassen. Befürworter der Varizenverödung mit konzentrierter Kochsalzlösung benennen zumeist fälschlich Paul Linser als Erfinder der Methode. - Powerlight oder Power Light - Methode: Anwendung von Kochsalzlösung zur Behandlung von Krebs.
Weblinks
Quellennachweise
- ↑ https://www.lefigaro.fr/sciences/le-createur-de-l-hydrotomie-percutanee-radie-de-l-ordre-des-medecins-20230629
- ↑ Wolfgang Hach, Jörg D Gruss, Viola Hach-Wunderle, Michael Jünger: VenenChirurgie: Leitfaden für Gefäßchirurgen, Angiologen, Dermatologen und Phlebologen, Schattauer Verlag, 2007
- ↑ http://www.phlebology.de/leitlinien-der-dgp-mainmenu/280-leitlinie-zur-diagnostik-und-therapie-der-krampfadererkrankung#kap08