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'''Mahuang''', bekannt auch als Ephedra oder Meerträubel ist die einzige Pflanzengattung der Familie der Meerträubelgewächse (''Ephedraceae''). In dieser Gattung gibt es etwa 35 bis 60 Arten. Aus Ephedra werden pflanzliche Präparate vor allem in der [[Traditionelle Chinesische Medizin|Traditionellen Chinesischen Medizin]] (TCM) hergestellt.  
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'''Mahuang''', auch als Ephedra oder Meerträubel bekannt, ist die einzige Pflanzengattung der Familie der Meerträubelgewächse (''Ephedraceae''). Diese Gattung umfasst etwa 35 bis 60 Arten. Aus Ephedra werden vor allem in der [[Traditionelle Chinesische Medizin|Traditionellen Chinesischen Medizin]] (TCM) pflanzliche Präparate hergestellt.  
    
==Herstellung==
 
==Herstellung==
Mahuang wird aus den getrockneten, unverholzten Stengeln der Arten ''Ephedra sinica'', ''Ephedra intermedia'' oder ''Ephedra equisetina'' gewonnen. Im Herbst werden die grünen Stengel geerntet und an der Sonne getrocknet. Zur Erzeugung von Mahuang wird die Zubereitung von verholzten Stengeln, Wurzeln und fremden Beimengungen befreit und in Stücke geschnitten. Für die Zubereitung Mimahuang werden Mahuang-Stücke geröstet, bis die Arznei bei Berührung nicht mehr klebrig ist.
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Mahuang wird aus den getrockneten, unverholzten Stängeln der Arten ''Ephedra sinica'', ''Ephedra intermedia'' oder ''Ephedra equisetina'' gewonnen. Im Herbst werden die grünen Stängel geerntet und an der Sonne getrocknet. Zur Erzeugung von Mahuang werden verholzte Stängel, Wurzel und fremde Beimengungen entfernt und die Stängel in Stücke geschnitten. Für die Zubereitung Mimahuang werden Mahuang-Stücke geröstet, bis die Arznei bei Berührung nicht mehr klebrig ist.
    
==Anwendungsgebiete==
 
==Anwendungsgebiete==
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==Wirkung==
 
==Wirkung==
Ephedrin wirkt amphetaminähnlich und ist ein sog. Symphatomimetikum – eine Substanz, die das sympathische Nervensystem ebenso wie Adrenalin anregen kann. Dabei weiten sich die Pupillen, der Puls schlägt schneller, der Blutdruck erhöht sich, die Reflexe werden gesteigert, man atmet schneller, wird unruhig und hat einen trockenen Mund. Gelegentlich kann auch die Wahrnehmungsfähigkeit eingeschränkt sein, so dass Autofahren zum Risiko wird.  
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Ephedrin wirkt amphetaminähnlich und ist ein so genanntes Sympatomimetikum – eine Substanz, die das sympathische Nervensystem ebenso wie Adrenalin anregen kann. Dabei weiten sich die Pupillen, der Puls schlägt schneller, der Blutdruck erhöht sich, die Reflexe werden gesteigert, man atmet schneller, wird unruhig und hat einen trockenen Mund. Gelegentlich kann auch die Wahrnehmungsfähigkeit eingeschränkt sein, so dass Autofahren zum Risiko wird.  
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Ephredrin sorgt des Weiteren dafür, dass man an Appetitlosigkeit leidet und es erhöht den Kalorienumsatz. Es ist demnach auf den ersten Blick ein wirksames Mittel gegen Übergewicht.  
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Ephredrin löst des Weiteren Appetitlosigkeit aus und erhöht den Kalorienumsatz. Es ist demnach auf den ersten Blick ein wirksames Mittel gegen Übergewicht.  
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Ephedrakraut wird in Pillen- oder Teeform angeboten und nicht selten als recht harmlos dargestellt, sofern es nicht überdosiert wird. Allerdings ist fraglich, welche Dosierung im theraputischen bereich liegt. Das American Botanical Council (1991) teilt unter Berufung auf die Deutsche Kommission&nbsp;E, die Monographien von Arzneimitteln veröffentlichte, mit, dass eine Einzeldosis bei einem Erwachsenen 15-30&nbsp;mg Alkaloide (berechnet als Ephedrin) enthält und die Tageshöchstmenge von 300&nbsp;mg nicht überschritten werden sollte. Bei Kindern wurden 0,5&nbsp;mg für eine Einzeldosis bzw. 2&nbsp;mg für die Tageshöchstmenge angegeben<ref>American Botanical Council: Ephedra. Published Jan. 17th 1991. http://www.herbalgram.org/ commission_e/ephedra.html</ref>.  
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Ephedrakraut wird in Pillen- oder Teeform angeboten und nicht selten als recht harmlos dargestellt, sofern es nicht überdosiert wird. Allerdings ist fraglich, welche Dosierung im theraputischen Bereich liegt. Der American Botanical Council (1991) teilt unter Berufung auf die Deutsche Kommission&nbsp;E, die Monographien von Arzneimitteln veröffentlichte, mit, dass eine Einzeldosis bei einem Erwachsenen 15-30&nbsp;mg Alkaloide (berechnet als Ephedrin) enthält und die Tageshöchstmenge von 300&nbsp;mg nicht überschritten werden sollte. Bei Kindern wurden 0,5&nbsp;mg für eine Einzeldosis bzw. 2&nbsp;mg für die Tageshöchstmenge angegeben<ref>American Botanical Council: Ephedra. Published Jan. 17th 1991. http://www.herbalgram.org/ commission_e/ephedra.html</ref>.  
    
Da der Wirkstoffgehalt von Pflanze zu Pflanze, aber auch schon von einer Jahreszeit zur anderen unterschiedlich ausfällt, ist eine genaue Dosierung über die Einnahme von Pflanzenteilen (Tees) schwierig. In vielen Produkten sind sogar höhere als die angegebene Ephedra-Alkaloidmengen enthalten. Dies ergab eine niederländische Studie zur Qualität und gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Ephedra-Kraut-Produkten für den Verbraucher. In einigen Produkten wurde zusätzlich Koffein gefunden, das die Ephedra-Effekte und damit die Risiken gesundheitsschädigender Wirkungen für den Verbraucher erhöht<ref>http://www.rivm.nl/bibliotheek/rapporten/670220001.pdf</ref>.
 
Da der Wirkstoffgehalt von Pflanze zu Pflanze, aber auch schon von einer Jahreszeit zur anderen unterschiedlich ausfällt, ist eine genaue Dosierung über die Einnahme von Pflanzenteilen (Tees) schwierig. In vielen Produkten sind sogar höhere als die angegebene Ephedra-Alkaloidmengen enthalten. Dies ergab eine niederländische Studie zur Qualität und gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Ephedra-Kraut-Produkten für den Verbraucher. In einigen Produkten wurde zusätzlich Koffein gefunden, das die Ephedra-Effekte und damit die Risiken gesundheitsschädigender Wirkungen für den Verbraucher erhöht<ref>http://www.rivm.nl/bibliotheek/rapporten/670220001.pdf</ref>.
    
==Neben- und Wechselwirkungen==
 
==Neben- und Wechselwirkungen==
Schon Mengen in einer Tageseinzeldosis können bereits ernsthafte Nebenwirkungen verursachen. Hauptsächlich sind das z, B. Pupillenerweiterung, Nervosität, Zittern, Schweißausbrüchen, Herzrhythmusstörungen, erhöhtem Blutdruck und bei hoher Dosierung Krampfanfälle und psychische Veränderungen<ref>http://www.bfr.bund.de/cd/1007</ref>. In den USA sind bereits mehrere hundert Menschen durch die unkontrollierte Einnahme solcher Produkte erkrankt, mehr als zehn starben an den Folgen<ref>http://www.fda.gov/ohrms/dockets/dailys/01/Sep01/091001/cp00001.pdf</ref>.
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Schon Mengen in einer Tageseinzeldosis können bereits ernsthafte Nebenwirkungen verursachen. Hauptsächlich sind das z.B. Pupillenerweiterung, Nervosität, Zittern, Schweißausbrüche, Herzrhythmusstörungen, erhöhter Blutdruck und bei hoher Dosierung Krampfanfälle und psychische Veränderungen<ref>http://www.bfr.bund.de/cd/1007</ref>. In den USA sind bereits mehrere hundert Menschen durch die unkontrollierte Einnahme solcher Produkte erkrankt, mehr als zehn starben an den Folgen<ref>http://www.fda.gov/ohrms/dockets/dailys/01/Sep01/091001/cp00001.pdf</ref>.
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Im New England Journal of Medicine erschien im Jahr 2000 ein umfangreicher Artikel, in dem über eine ganze Reihe von ernsthaft erkrankten Patienten, die ephedrahaltige Pillen eingenommen hatten, berichtet wurde<ref>http://www.nejm.com/content/haller/1.asp Haller CA, Benowitz NL: Adverse cardiovascular and central nervous sytem events associated with dietary supplements containing ephedra alkaloids. 6.12.2000.</ref>. Die meisten Nutzer waren älter als 30&nbsp;Jahre gewesen (69%) und in 2/3 der Fälle hatte es sich um Frauen gehandelt. Der Hauptgrund für die Einnahme der Pillen war der Wunsch nach Gewichtsreduktion (59%) und Erzielung einer athletischen Erscheinung (16%) gewesen. Bei den 87&nbsp;Patienten stellten sich 98&nbsp;Nebenwirkungen ein, die kardiovaskulärer (46%), zentralnervöser (18%) oder sonstiger Natur (36%) waren. Neben Bluthochdruck und Herzrasen/-stolpern kam es bei zwei Patienten zu einem Herzinfarkt und bei acht Patienten zum Herzstillstand bzw. zum plötzlichen Herztod. Auch kam es bei 10 Patienten zu Schlaganfällen. Von den 87&nbsp;Patienten verstarben insgesamt 11%, während 15% dauerhafte Schäden zurück behielten. Nur 48% der Betroffenen erholte sich wieder vollständig von ihrer Erkrankung.
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Im New England Journal of Medicine erschien im Jahr 2000 ein umfangreicher Artikel, in dem über eine ganze Reihe von ernsthaft erkrankten Patienten, die ephedrahaltige Pillen eingenommen hatten, berichtet wurde<ref>http://www.nejm.com/content/haller/1.asp Haller CA, Benowitz NL: Adverse cardiovascular and central nervous sytem events associated with dietary supplements containing ephedra alkaloids. 6.12.2000.</ref>. Die meisten Konsumenten waren älter als 30&nbsp;Jahre (69%) und in 2/3 der Fälle handelte es sich um Frauen. Der Hauptgrund für die Einnahme der Pillen war der Wunsch nach Gewichtsreduktion (59%) und Erzielung einer athletischen Erscheinung (16%). Bei den 87&nbsp;Patienten stellten sich 98&nbsp;Nebenwirkungen ein, die kardiovaskulärer (46%), zentralnervöser (18%) oder sonstiger Natur (36%) waren. Neben Bluthochdruck und Herzrasen/-stolpern kam es bei zwei Patienten zu einem Herzinfarkt und bei acht Patienten zum Herzstillstand bzw. zum plötzlichen Herztod. Auch kam es bei 10 Patienten zu Schlaganfällen. Von den 87&nbsp;Patienten verstarben insgesamt 11%, während 15% dauerhafte Schäden zurück behielten. Nur 48% der Betroffenen erholten sich wieder vollständig von ihrer Erkrankung.
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Dabei treten z.T. lebensgefährliche Nebenwirkungen bereits in geringen Dosierungen und nach schon nach kurzer Einnahmedauer auf. Haller und Benowitz (2000) geben in ihren Tabellen unter genauer Namensnennung der verwendeten Produkte und Tagesdosierungen an, welche Patienten nach welcher Anwendungszeit an welchen Folgen litten. So hatte beispielsweise ein Patient, der einen Herzstillstand erlitten hatte, gerade mal einen Tag lang 21&nbsp;mg Ephedra eingenommen. Andere Patienten mit Herzstillstand hatten 20&nbsp;mg/d über 1&nbsp;Jahr bzw. 60&nbsp;mg/d für 7&nbsp;Monate eingenommen. Ein Schlaganfallpatient hatte zuvor zwei Wochen lang 30&nbsp;mg/d Ephedra konsumiert<ref>[http://www.nejm.com/content/haller/1.asp Haller CA, Benowitz NL: Adverse cardiovascular and central nervous sytem events associated with dietary supplements containing ephedra alkaloids. 6.12.2000]</ref>.
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Dabei treten z.T. lebensgefährliche Nebenwirkungen bereits in geringen Dosierungen und schon nach kurzer Einnahmedauer auf. Haller und Benowitz (2000) geben in ihren Tabellen unter genauer Namensnennung der verwendeten Produkte und Tagesdosierungen an, welche Patienten nach welcher Anwendungszeit an welchen Folgen litten. So hatte beispielsweise ein Patient, der einen Herzstillstand erlitt, gerade mal einen Tag lang 21&nbsp;mg Ephedra eingenommen. Andere Patienten mit Herzstillstand hatten 20&nbsp;mg/d über 1&nbsp;Jahr bzw. 60&nbsp;mg/d für 7&nbsp;Monate eingenommen. Ein Schlaganfallpatient hatte zuvor zwei Wochen lang 30&nbsp;mg/d Ephedra konsumiert<ref>[http://www.nejm.com/content/haller/1.asp Haller CA, Benowitz NL: Adverse cardiovascular and central nervous sytem events associated with dietary supplements containing ephedra alkaloids. 6.12.2000]</ref>.
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Das Hemorrhagic Stroke Project, eine von der FDA iniziierte Untersuchung zur Abschätzung des Schlaganfallrisikos bei Phenylpropanolamin-Konsumenten, ergab für die USA folgendes Ergebnis: Nehmen 107.000&nbsp;Frauen einen derartigen Appetitzügler für drei Tage ein, erleidet eine von ihnen einen Schlaganfall. Da Männer kaum Appetitzügler einnehmen, kann man ihr entsprechendes Risiko nicht berechnen.  
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Das Hemorrhagic Stroke Project, eine von der FDA iniziierte Untersuchung zur Abschätzung des Schlaganfallrisikos bei Phenylpropanolamin-Konsumenten, ergab für die USA folgendes Ergebnis: Nehmen 107.000&nbsp;Frauen einen derartigen Appetitzügler für drei Tage ein, erleidet eine von ihnen einen Schlaganfall. Da Männer kaum Appetitzügler einnehmen, kann man das entsprechende Risiko nicht berechnen.  
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Fleming (2000) schätzt die Zahl der Fälle, die durch Phenylpropanolaminkonsum Schlaganfälle erleiden, auf 200-400&nbsp;Fälle in den USA pro Jahr<ref>[http://www.nejm.org/content/2000/0343/0025/1886.asp Fleming GA: The FDA, regulation and the risk of stroke. N Engl J Med, 343, 1886-1887, 2000]</ref>.  
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Fleming (2000) schätzt die Zahl der Personen, die durch Phenylpropanolaminkonsum Schlaganfälle erleiden, auf 200-400&nbsp;Fälle in den USA pro Jahr<ref>[http://www.nejm.org/content/2000/0343/0025/1886.asp Fleming GA: The FDA, regulation and the risk of stroke. N Engl J Med, 343, 1886-1887, 2000]</ref>.  
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Geht man auf der Basis von Haller und Benowitz (2000), die von einem 60%igen Frauenanteil in ihrer Untersuchung berichteten, davon aus, dass von den 12&nbsp;Mio. US-Bürgern, die Ephedraeinzeldosen benutzen, ebenfalls 2/3&nbsp;Frauen sind, so ist zu erwarten, dass etwa 60-70&nbsp;Schlaganfälle durch den Ephedrakonsum verursacht werden. In diese Schätzung ist noch nicht berücksichtigt, dass die Ephedra-Einzeldosen normalerweise nicht drei Tage, sondern mehrere Wochen eingenommen werden und somit das Risiko um ein Mehrfaches höher sein könnte.
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Geht man auf der Basis von Haller und Benowitz (2000), die von einem 60%igen Frauenanteil in ihrer Untersuchung berichteten, davon aus, dass von den 12&nbsp;Mio. US-Bürgern, die Ephedraeinzeldosen benutzen, ebenfalls 2/3&nbsp;Frauen sind, so ist zu erwarten, dass etwa 60-70&nbsp;Schlaganfälle durch den Ephedrakonsum verursacht werden. In dieser Schätzung ist noch nicht berücksichtigt, dass die Ephedra-Einzeldosen üblicherweise nicht drei Tage, sondern mehrere Wochen eingenommen werden und somit das Risiko um ein Mehrfaches höher sein könnte.
    
Die Inhaltsstoffe des Ephedrakrauts können auch mit anderen Arzneimitteln wechselwirken. Nimmt man beispielsweise sog. MAO-Hemmer (bestimmte Antidepressiva) ein, so erhöht dies drastisch die Ephedrinwirkung. Gleichzeitig eingenommene Mutterkorn-Alkaloide (Secale-Alkaloide) oder Oxytocin verstärken den Blutdruck erheblich. Ob ein Suchtpotential besteht, ist derzeit unklar. Ephedrinhaltige Mittel stehen auf der Dopingliste des Internationalen Olympischen Komitees.
 
Die Inhaltsstoffe des Ephedrakrauts können auch mit anderen Arzneimitteln wechselwirken. Nimmt man beispielsweise sog. MAO-Hemmer (bestimmte Antidepressiva) ein, so erhöht dies drastisch die Ephedrinwirkung. Gleichzeitig eingenommene Mutterkorn-Alkaloide (Secale-Alkaloide) oder Oxytocin verstärken den Blutdruck erheblich. Ob ein Suchtpotential besteht, ist derzeit unklar. Ephedrinhaltige Mittel stehen auf der Dopingliste des Internationalen Olympischen Komitees.
    
==Vertrieb ==
 
==Vertrieb ==
Das Ephedra-Kraut selbst kann man nicht mehr in deutschen Apotheken ohne Rezept erwerben, denn seit der Änderung des Arzneimittelgesetzes (AmG) vom 1. April 2006 sind nun sämtliche ephedrinhaltigen Substanzen (inkl. Pflanzenteile) rezeptpflichtig. Ephedra (Meerträubel) unterliegt der Kategorie 1 des Grundstoffüberwachungsgesetzes (GÜG), da Ephedrin als Ausgangsstoff für die illegale chemische Synthese von Methamphetamin ("Meth"), einer Droge mit hohem Potential für Sucht und körperliche Schäden, dienen kann.
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Das Ephedra-Kraut selbst ist in deutschen Apotheken nicht mehr ohne Rezept zu erwerben, da seit der Änderung des Arzneimittelgesetzes (AmG) vom 1. April 2006 sämtliche ephedrinhaltigen Substanzen (inkl. Pflanzenteile) rezeptpflichtig sind. Ephedra (Meerträubel) unterliegt der Kategorie 1 des Grundstoffüberwachungsgesetzes (GÜG), da Ephedrin als Ausgangsstoff für die illegale chemische Synthese von Methamphetamin ("Meth"), einer Droge mit hohem Potential für Sucht und körperliche Schäden, dienen kann.
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Derzeit spielt sich der Hauptumsatz in den Vereinigten Staaten von Amerika ab. Dort wird es u.a. im [[MLM|Multi-Level-Marketing]]-Systemvertrieb (MLM) z.T. über das Internet verkauft. Mittlerweile ist Ephedra ein sehr erfolgreicher Teil des Produktangebots eines 15&nbsp;Milliarden Dollar schweren Phytopharmamarktes geworden. Ein einziges, auch in Deutschland bekanntes, MLM-Unternehmen machte mit diesem Mittel nach Angaben der Washington Post im Jahr 2000 allein einen Gesamtumsatz von etwa 2&nbsp;Milliarden Mark <ref>Gugliotta G: Dietary supplement makers flex muscle. $ 15 Billion industry fends off attempts to regulate ephedra over health risks. The Washington Post, Monday, 25th. Dec, 2000 http://washingtonpost. com/wp_dyn/articles/A47922-2000Dec24.html</ref>.
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Derzeit spielt sich der Hauptumsatz in den USA ab. Dort wird es u.a. im [[MLM|Multi-Level-Marketing]]-Systemvertrieb (MLM) z.T. über das Internet verkauft. Mittlerweile ist Ephedra ein sehr erfolgreicher Teil des Produktangebots eines 15&nbsp;Milliarden Dollar schweren Phytopharmamarktes. Ein einziges, auch in Deutschland bekanntes, MLM-Unternehmen machte mit diesem Mittel nach Angaben der Washington Post im Jahr 2000 allein einen Gesamtumsatz von etwa 2&nbsp;Milliarden Mark <ref>Gugliotta G: Dietary supplement makers flex muscle. $ 15 Billion industry fends off attempts to regulate ephedra over health risks. The Washington Post, Monday, 25th. Dec, 2000 http://washingtonpost. com/wp_dyn/articles/A47922-2000Dec24.html</ref>.
    
*Wirksamkeit: Die diversen Inhaltsstoffe (verschiedene Ephredine) sind z.T. massiv kreislaufanregend und steigern die Urinausscheidung.
 
*Wirksamkeit: Die diversen Inhaltsstoffe (verschiedene Ephredine) sind z.T. massiv kreislaufanregend und steigern die Urinausscheidung.
*Schadensfälle: es kam in den USA zu teilweise dramatischen Nebenwirkungsfällen bis hin zu Todesfällen.
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*Schadenfälle: es kam in den USA zu teilweise dramatischen Nebenwirkungsfällen bis hin zu Todesfällen.
 
*Fazit: stark blutdrucksteigerndes Mittel, gefährlich für Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen. Akute Gesundheitsschäden bei Dauerkonsum möglich.
 
*Fazit: stark blutdrucksteigerndes Mittel, gefährlich für Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen. Akute Gesundheitsschäden bei Dauerkonsum möglich.
  
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