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Quantenmystik

896 Byte hinzugefügt, 17:09, 8. Jun. 2011
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==Merkmale der Quantenmystik==
Quantenmystische Ansichten werden oft vorgebracht, um ansonsten nicht überzeugende, unwirksame oder spekulative Konstrukte zu "belegen" bzw. ihnen einen Anschein von Wissenschaftlichkeit zu verleihen. Ein typisches Merkmal ist dabei die unzulässige oder unsinnige Übertragung von Kernaussagen der Quantenphysik auf makroskopische Vorgänge, d.h. solche, die im Rahmen der klassischen Physik beschrieben werden können. Den "Quantenmystikern" kommt entgegen, dass die Quantenphysik – als Teildisziplin der Physik üblicherweise Quanten''mechanik'' genannt – für Außenstehende schwer verständlich ist. Die subatomaren Objekte, mit denen sich die Quantenmechanik beschäftigt, also die "Teilchen" oder "Quanten", lassen sich nicht herkömmlich abbilden, und ihr Verhalten lässt sich oft nicht mit der Alltagserfahrung in Einklang bringen. Die typische Behauptung von Quantenmystikern "aus der Quantenphysik wissen wir, dass..." kann von Laien daher kaum auf ihre Stichhaltigkeit überprüft werden. Ohne solide Kenntnisse in Mathematik und Physik ist ein tieferes Eindringen kaum nicht möglich, erst recht ist ohne solches Rüstzeug keine "Weiterentwicklung der Quantenphysik" zu bewerkstelligen, was einige Quantenmystiker gleichwohl für sich reklamieren. Auch wird die in der Wissenschaft praktizierte Trennung zwischen Hypothese und wissenschaftlicher Beobachtung (mit gleichzeitiger Abschätzung oder Nennung der Fehlerbehaftung) zumeist ignoriert. Quantenmystischen Konzepten ist daher trotz vorgeblicher Wissenschaftlichkeit oft eine Wissenschaftsferne oder auch Wissenschaftsfeindlichkeit eigen.
Die Anleihen, die von Quantenmystikern bei der Quantenmechanik gemacht werden, sind unterschiedlich. Oft handelt es sich um nicht mehr als das Wort "Quantenphysik" oder eigene Wortkreationen mit der Silbe "Quant". Konkrete physikalische und mathematische Gegebenheiten und Modelle der Quantenmechanik werden nicht thematisiert. Am häufigsten sind diffuse Aussagen wie
* ''"Die Quantenphysik hat gezeigt, dass wir Menschen nicht aus fester Materie, sondern aus Energie bzw. Schwingungen und Energie bestehen."''* ''"Die Quantenphysik hat gezeigt, dass das Universum wie ein Hologramm aufgebaut und alles miteinander verbunden unsere Welt völlig anders beschaffen istals wir sie wahrnehmen. Alles ist Energie."''* ''"Die Quantenphysik hat gezeigt, dass unsere Welt völlig anders beschaffen das Universum wie ein Hologramm aufgebaut und alles miteinander verbunden ist als wir sie wahrnehmen. Alles ist Energie."''* ''"Die Quantenphysik hat gezeigt, dass der Beobachter am Ergebnis beteiligt ist."''
Der letzte Satz spielt auf das Problem Auf welche konkreten Befunde der [http://deQuantenmechanik sich solche Sätze beziehen, wird selten thematisiert und ist oft auch gar nicht erkennbar.wikipediaDas kann mehrere Gründe haben.org/wiki/Quantenmechanische_Messung quantenmechanischen Messung] an. Dieses besagt grob vereinfachtZum einen kann es daran liegen, dass bei tatsächlich kein Zusammenhang besteht. Zweitens werden als Quellen überwiegend keine Lehrbücher der Messung quantenmechanischer Größen wie OrtPhysik benutzt, Impuls oder Spin eines Elementarteilchens der Messprozess das Ergebnis beeinflusst. Zum Beispiel wird sondern es völlig unterschiedlich ausfallen, je nachdem, welche der Größen zuerst gemessen wird (scheinbar besonders spektakuläre Aussagen ergeben sich bei sogvon anderen Quantenmystikern abgeschrieben. quantenmechanisch verschränkten Systemen aus zwei Elementarteilchen). Zu beachten istDrittens werden Begriffe wie "Energie", dass man es hier mit Phänomenen zu tun hat"Wellen", die sich der Alltagserfahrung völlig entziehen (und dort auch keine Rolle spielen)"Schwingungen", "Wechselwirkung" usw. Vor allem haben sie nichts mit dem trivialen Einfluss des Messvorgangs auf das Messobjekt oft nicht in ihrer naturwissenschaftlichen Bedeutung verwendet, sondern im Rahmen Sinne des Sprachgebrauchs der klassischen angewandten Physik zu tunEsoterik, etwa wenn ein Gerät zur Messung der elektrischen Spannung selbst "Strom verbraucht" und damit einen elektrischen Schaltkreis gegenüber dem Zustand vor oder nach der Messung beeinflusst bzwsich durch eine Vermeidung klarer Begriffsdefinitionen auszeichnet. störtFolgerichtig liefern Quantenmystiker auch keine schlüssigen Erklärungen, wie das jeweils beworbene Konzept durch die Quantenphysik erklärt wird.
Dennoch werden solche Aussagen ohne jede Rechtfertigung auf makroskopische Objekte oder auch auf das Verhalten von Menschen bezogen. Dass bei einer Gruppe handelnder Personen auch nicht unmittelbar beteiligte Beobachter einen Einfluss auf das Geschehen haben können, ist aber keine tiefschürfende Erkenntnis '''''"Alles besteht aus der Quantenphysik, sondern banalSchwingungen. "'''''
Die Diese beliebte Phrase, alles bestehe aus "Schwingungen", nimmt Bezug auf den kann man mit dem Welle-Teilchen-Dualismus in Verbindung bringen, in der Quantenmechanik, eigentlich auf mit den [http://de.wikipedia.org/wiki/Materiewelle Materiewellen], ein mathematisches einem mathematischen Modell der Quantenmechanik, mit dem sich das Verhalten von Elementarteilchen beschreiben lässt, das sowohl Teilchen- als auch Wellencharakter annehmen kann (ein bekanntes Schlüsselexperiment dazu ist die Beugung von Elektronen am [http://de.wikipedia.org/wiki/Doppelspaltexperiment Doppelspalt]). Wenngleich sich der Wellencharakter auch für größere Teilchen, d.h. Atome und Moleküle, experimentell nachweisen lässt, ist das Konzept der Materiewellen für das Verhalten makroskopischer Objekte ohne Belang und Sätze der zitierten Art haben daher wenig Aussagekraft. Oft werden in dem Zusammenhang auch Materiewellen und elektromagnetische Wellen durcheinandergebracht und Aussagen dazu unzulässig gemischt. Bei der elektromagnetischen Strahlung gibt es auch einen Welle-Teilchen-Dualismus (beim Licht nennt man die Teilchen ''Photonen''). Materiewellen sind jedoch keine messbare Strahlung, sondern ein Erklärungsmodell. '''''"Alles besteht aus Energie."''''' Ein Bezug dieser besonders schwammigen Behauptung lässt sich eventuell zur sog. [http://de.wikipedia.org/wiki/Paarbildung_%28Physik%29 Paarbildung] herstellen, das ist die Entstehung eines Teilchen-Antiteilchen-Paares, sowie dem umgekehrten Prozess, der Annihilation eines solchen Teilchenpaares, und im Weiteren zu den Quantenfeldtheorien. Es kann aber auch die Äquivalenz von Masse und Energie gemeint sein ("E = mc²"), die im Rahmen der Relativitätstheorie ausgearbeitet wurde. '''''"Der Beobachter ist am Ergebnis beteiligt."''''' Der Satz spielt auf das Problem der [http://de.wikipedia.org/wiki/Quantenmechanische_Messung quantenmechanischen Messung] an. Dieses besagt grob vereinfacht, dass bei der Messung quantenmechanischer Größen wie Ort, Impuls oder Spin eines Elementarteilchens der Messprozess das Ergebnis beeinflusst. Zum Beispiel kann es völlig unterschiedlich ausfallen, je nachdem, welche der Größen zuerst gemessen wird. Zu beachten ist, dass man es hier mit Phänomenen zu tun hat, die sich der Alltagserfahrung völlig entziehen (und dort auch keine Rolle spielen). Vor allem haben sie nichts mit dem trivialen Einfluss des Messvorgangs auf das Messobjekt im Rahmen der klassischen angewandten Physik zu tun, etwa wenn ein Gerät zur Messung der elektrischen Spannung selbst "Strom verbraucht" und damit einen elektrischen Schaltkreis gegenüber dem Zustand vor oder nach der Messung beeinflusst bzw. stört. Dennoch werden solche Aussagen ohne jede Rechtfertigung auf makroskopische Objekte oder auch auf das Verhalten von Menschen bezogen. Dass bei einer Gruppe handelnder Personen auch nicht unmittelbar beteiligte Beobachter einen Einfluss auf das Geschehen haben können, ist aber keine tiefschürfende Erkenntnis aus der Quantenphysik, sondern banal.
==Beispiele für quantenmystische Konzepte, Begriffe und Produkte==
[[image:Quantenheilung.jpg|[[Quantenheilung]] nach Kinslow|thumb]]
[[image:RQM.jpg|Unkritischer Jubelartitel bei [[esotera]]<ref>esotera, Heft 4/1996, Seiten 98-99</ref> und [[Ulrich Arndt|"Horus-Media"]] zum quantenmstischen quantenmystischen [[Perpetuum Mobile]] "RQM" am schweizer [[Institut für Raum-Quanten-Forschung]] von [[Hans Lehner]]<ref>http://www.horusmedia.de/1996-strom/strom.php</ref>|450px|thumb]]
* "Feinstoffliche Materie" nach [[Klaus Volkamer]]
* [[Hydrino]], eine Erfindung aus dem Bereich [[Freie Energie]]
* Quanten-Resonanz
* Quantum Marketing von [[Karma Singh]]
* "Radon-Uran-Quanten" von [[Josef Oberbach]]
* Raum-Quanten-Motor der RQM-AG von [[Hans Lehner]], ein nicht funktionierendes [[Perpetuum Mobile]]
* [[Schwache Quantentheorie]] von [[Harald Walach]]
* [[Quantenheilung]] (auch "Quantenentrainment" und "Quantum Tao")
* [[Quantum K]]-Methode zur "Energieheilung"
* [[Quantenlogische Medizin]] als , eine quantenmystische Variante der [[Homöopathie]]
* [[Quantenmedizin]]
* [[Quantenmusik nach Sternheimer]]
* Quantenphysiologie
* Quantenpositronische Energiemedizin
* Ausbildung zum Quantenpraktiker durch [[Michael König]]
* Quantum Balance Methode
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