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NLP

49 Byte entfernt, 14:00, 31. Mai 2008
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'''NLP''' ist die Abkürzung für '''Neurolinguistisches Programmieren'''. Ursprünglich erfunden wurde diese angeblich hochwirksame Technik in den 1970iger Jahren durch den Linguisten und Psychologen John Grinder und dem den Psychologen und Mathematiker Richard Bandler. Sie behaupteten (dafür gibt es bis heute keinen glaubhaften Beweis), dass sie führende Psychologen bestimmter Therapierichtungen (z.B. Hypnotherapie, Familientherapie, Gestalttherapie) beobachtet hätten und die diesen Systemen zugrunde liegenden Prinzipien und Techniken herausgearbeitet hätten. Sie veröffentlichten ihre Ansichten in "Die Struktur der Magie " Mitte der 1970iger Jahre.
Bei dieser Art von psychologischer Technik handelt es sich aber eher um Pseudolinguistik als um Psycholinguistik. Der Kerngedanke der NLP ist, dass der Mensch beim Denken verschiedene (visuelle, auditive, olfaktorische) Repräsentationssysteme benutze und man demzufolge vorrangig unter Zuhilfenahme nur einer Art von Sinneswahrnehmung denke. Welches dieser Systeme benutzt würde, könne man an der Art verwendeter Wörter erkennen. Auch an den Augenbewegungen würde man erkennen können, wie jemand denken würde.
Als Beispiel mag das Ankern dienen. NLP-Therapeut und Klient konzentrieren sich auf ein Problem und verbinden es dann beispielsweise mit der Bewegung einer Hand, die auf die linke Schulter des Klienten drückt. Der Klient soll sich nun vorstellen, dass er alle zur Problemlösung notwendigen Fähigkeiten besitzt und der Therapeut drückt nun die rechte Schulter. Zuletzt drückt der Therapeut beide Schultern, wodurch das Problem integriert wird. Durch diese simple Ablenkungstechnik, die an Pawlow'sche Konditioniserungsversuche mit Hunden erinnert, soll man Probleme lösen können - ein Umstand, der schon dem psychologischen Laien als abstrus auffällt.
Die wissenschaftliche Grundlage der NLP ist ausgesprochen dürftig. Es gibt keine verbindende Theorie der NLP-Anbieter. Es gibt lediglich pseudowissenschaftlich klingende Allgemeinsätze wie "Geist und Körper sind Teile des gleichen kybernetischen Systems und beeinflussen sich wechselseitig". Für die Wirksamkeit der NLP-Methoden gibt es bis heute keine glaubwürdigen Hinweise.
Am häufigsten Häufigsten wird in der NLP-Szene eine Studie von Allen (1982) als Erfolgsnachweis zitiert, in der Personen mit einer Schlangenphobie nach einer NLP-Behandlung häufiger behaupteten, über ihre Ängste hinweggekommen zu sein, als Kontrollpersonen. In allen anderen untersuchten Parametern jedoch fand sich kein Unterschied zwischen den Gruppen. Es gibt auch noch andere Studien (z.B. Schütz 1996), die Erfolge propagieren. Prüft man diese Studien jedoch kritisch nach (Börderlein 2002), so zeigen sich massive methodische Fehler, die die Studie alles andere als glaubhaft machen.
DIe NLP wirkt deshalb scheinbar im Einzelfall, weil sie in einen Gruppenkontext eingebunden ist. NLP bietet den Anhängern eine einfache, technische Lösung und propagiert unbeirrbaren Optimismus, der gelegentlich als positives Denken bezeichnet wird. Die Überbetonung des Individuellen in Verbindung mit der Ansicht, dass alle Probleme nur Missverständnisse zwischen Menschen seien, die jedoch alle das gleiche wollen würden, scheint gerade erfolgsorientierte, selbständige Menschen anzusprechen.
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