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| | ==Der Brummton== | | ==Der Brummton== |
| − | Der Brummton wird von den BT-Hörern oft nachts wahrgenommen, wenn weniger andere Geräusche vorherrschen. Der Laut wird dann beispielsweise als Laufgeräusch eines Dieselmotors beschrieben. Manche Betroffene beschreiben den Ton als tieffrequentes Dauerbrummen, andere dagegen als an- und abschwellendes Phänomen. Auch nimmt die Intensität allgemein im Freien ab. | + | Der Brummton wird von den BT-Hörern oft nachts wahrgenommen, wenn weniger andere Geräusche vorherrschen. Der Laut wird dann beispielsweise als Laufgeräusch eines Dieselmotors beschrieben. Manche Betroffene beschreiben den Ton als tieffrequentes Dauerbrummen, andere dagegen als an- und abschwellendes Phänomen. Auch nimmt die Intensität allgemein im Freien ab. Tatsächliche nierderfrequente Schallwellen lassen sich bei ausreichender Stärke auch selbst mit Smartphones messen. Unter dem Betriebssystem Android bietet sich dafür beispielsweise die App Spectroid an. |
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| | Manche BT-Hörer erleben den Ton nur während einer Phase ihres Lebens, dann kann dieser jedoch zu einer starken Belastung werden. | | Manche BT-Hörer erleben den Ton nur während einer Phase ihres Lebens, dann kann dieser jedoch zu einer starken Belastung werden. |
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| | ==Geschichtliches== | | ==Geschichtliches== |
| | [[image:taoshum.jpg|thumb]] | | [[image:taoshum.jpg|thumb]] |
| − | Erste Meldung über nicht identifizierbare Brummlaute gibt es seit 1830.<ref>http://www.scientificexploration.org/jse/articles/pdf/18.4_deming.pdf</ref> In neuerer Zeit wurde das Phänomen durch Meldungen über Wahrnehmungen eines Brummtons aus der Stadt Taos (US-Bundesstaat New Mexico) im Jahr 1989 wiederbelebt. Eine Untersuchung im Jahr 1993 konnte jedoch keine Ursache finden.
| + | Historische Erwähnungen von „Summen“ oder „Brummen“ im Ohr gibt es etwa seit dem Jahre 400 vor Christus. Im 19. Jahrhundert gibt es konkretere Meldungen über nicht identifizierbare Brummlaute etwa seit 1830.<ref>http://www.scientificexploration.org/jse/articles/pdf/18.4_deming.pdf</ref> In neuerer Zeit wurde das Phänomen durch Meldungen über Wahrnehmungen eines Brummtons aus der Stadt Taos (US-Bundesstaat New Mexico) im Jahr 1989 wiederbelebt. Eine Untersuchung im Jahr 1993 konnte jedoch keine Ursache finden. |
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| | In Deutschland wird das Thema etwa ab dem Jahr 2000 gelegentlich von den Medien aufgegriffen. | | In Deutschland wird das Thema etwa ab dem Jahr 2000 gelegentlich von den Medien aufgegriffen. |
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| | Sehr wahrscheinlich liegt bei einem Teil der BT-Hörer ein objektiver Tieftontinnitus als körpereigenes Ohrgeräusch vor. Viele Betroffene lehnen jedoch die Tinnitus-Diagnose ab, da sie oftmals fälschlich mit akustischem Wahn bei psychiatrischen Erkrankungen verwechselt wird. | | Sehr wahrscheinlich liegt bei einem Teil der BT-Hörer ein objektiver Tieftontinnitus als körpereigenes Ohrgeräusch vor. Viele Betroffene lehnen jedoch die Tinnitus-Diagnose ab, da sie oftmals fälschlich mit akustischem Wahn bei psychiatrischen Erkrankungen verwechselt wird. |
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| − | Manche Betroffene glauben, dass die Brummtöne auf [[Elektrosmog]] zurückzuführen seien. Dafür gibt es jedoch weder Belege noch eine brauchbare theoretische Basis. Die Verschwörungstheoretiker [[Fosar und Bludorf]] verbreiteten dazu eine gesonderte Theorie um einen angeblichen [[ELF]]-Sender in Berlin mit dem Codenamen [[Teddybär]]. Ein Sonderfall ist der [[Elektrosmog#Wirkungen von elektromagnetischen Feldern|Frey-Effekt]] (Microwave Auditory Effect, Microwave Hearing Effect). Der wissenschaftlich untersuchte Effekt bezieht sich auf die Wahrnehmung von gepulster Hochfrequenzstrahlung sehr hoher Intensität, z.B. in der Nähe von Radaranlagen. Er kann nur ausnahmsweise als Erklärung in Betracht gezogen werden. | + | Manche Betroffene glauben, dass die Brummtöne auf [[Elektrosmog]] zurückzuführen seien. Dafür gibt es jedoch weder Belege noch eine brauchbare theoretische Basis. Die Verschwörungstheoretiker [[Fosar und Bludorf]] verbreiteten dazu eine gesonderte Theorie um einen angeblichen [[ELF]]-Sender in Berlin mit dem Codenamen [[Teddybär]]. |
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| | + | Ein Sonderfall ist der [[Elektrosmog#Wirkungen von elektromagnetischen Feldern|Frey-Effekt]] (Microwave Auditory Effect, Microwave Hearing Effect) nach dem Neurowissenschaftler Allan H. Frey (1961-1962).<ref>Frey, A. H. (1962). Human auditory system response to modulated electromagnetic energy. Journal of Applied Physiology, 17(4), 689–692.</ref><ref>Lin, J. C. (2021). Auditory Effects of Microwave Radiation. Springer International Publishing</ref> Der wissenschaftlich untersuchte Effekt bezieht sich auf die Wahrnehmung von gepulster Hochfrequenzstrahlung sehr hoher Intensität, z.B. in der Nähe von Radaranlagen. Er kann nur ausnahmsweise als Erklärung in Betracht gezogen werden, etwa dann wenn eine Gruppe von Personen gleichzeitig über die gleichen, entsprechenden Hörerlebnisse berichten. |
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| | + | Dieser Effekt soll laut Angaben des US-Präsidenten Ende 2025 von der US-amerikanischen Armee in einer "Geheimwaffe Discombobulator" bei einem Einsatz in Venezuela eingesetzt worden sein. Die entsprechende Technik (pulsmodulierte Hochleistungs-Mikrowellenwaffe, Pulse-Modulated High-Power Microwave - HPM - System) sei von seinem Vorgänger Biden angeschafft worden sein. Die Technik sei gleichzeitig in der Lage durch die hohe Feldstärke Elektronik zu stören.<ref>https://medium.com/@jcanchola1264/the-discombobulator-unpacking-the-physics-and-the-risks-of-the-weapon-that-captured-maduro-899be6f43aa9</ref> Spekulativ wird diese Technik auch mit dem so genannten "Havanna Syndrom" in Verbindung gebracht.<ref>Timmer, J. (2020, Dec 5). Covert microwave weapon “most plausible” cause of Cuba health attacks. Ars Technica</ref> Discombobulator ist auch der Name eines Geräts aus der Tontechnik zur Verfremdung von Musik. (funky Auto-Wah-Klänge, kehlige Wah-Sounds) |
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| | ==siehe auch== | | ==siehe auch== |
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| | *H. G. Leventhall: Low Frequency Noise and Annoyance. Noise and Health, Volume 6, Number 23, Apr - Jun 2004, pp. 59-72(14) | | *H. G. Leventhall: Low Frequency Noise and Annoyance. Noise and Health, Volume 6, Number 23, Apr - Jun 2004, pp. 59-72(14) |
| | *Corliss, W. R. (1983). Earthquakes, Tides, Unidentified Sounds and Related Phenomena, A Catalog of Geophysical Anomalies. Glen Arm, MD: The Sourcebook Project. | | *Corliss, W. R. (1983). Earthquakes, Tides, Unidentified Sounds and Related Phenomena, A Catalog of Geophysical Anomalies. Glen Arm, MD: The Sourcebook Project. |
| | + | ==Weblinks== |
| | + | *https://de.wikipedia.org/wiki/Brummton-Ph%C3%A4nomen |
| | + | *https://de.wikipedia.org/wiki/Otoakustische_Emissionen |
| | + | *https://www.bundestag.de/resource/blob/407246/a7c46e8ab241894bf29c3c85c0ee96f5/wf-viii-g-053-02-pdf-data.pdf |
| | + | *https://www.brummton.info/wp-content/uploads/2020/02/1388.pdf |
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| | ==Quellennachweise== | | ==Quellennachweise== |