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'''Athermische Wirkungen''' werden schwachen elektromagnetischen Feldern nachgesagt, die keine thermischen Effekte hervorrufen und auf eine unbekannte Weise und - im Unterschied zu den thermischen Wirkungen - zeitlich verzögert Schäden oder Veränderungen bewirken sollen. Es gibt derzeit kein allgemein akzeptiertes Wirkmodell, aus dem sich ein wissenschaftlicher Nachweis für eine gesundheitliche Schädigung durch schwache elektromagnetische nicht-ionisierende Strahlung führen ließe. Gegen Untersuchungen über eine erbgutschädigende Wirkung des Mobilfunks wurden Fälschungsvorwürfe erhoben. Eine Studie der Medizinischen Universität Wien (MUW) musste aufgrund ''"wissenschaftlichen Fehlverhaltens"'' und ''"gravierender Sorgfaltspflichtverletzungen"'' zurückgezogen werden (die Zitate stammen aus dem Endbericht des Rates für Wissenschaftsethik der MUW <ref>https://izgmf.de/endbericht_wien.pdf</ref>). Diskutiert wird eine athermische Wirkung auf die [[Melatonin]]synthese und -Freisetzung (Melatonin ist ein Hormon). Berichte über Auswirkungen von intensiven elektromagnetischen Feldern auf das menschliche EEG sind widersprüchlich. Darüber hinaus wird eine mögliche Wirkung von natürlichen Sferics auf Wetterfühlige diskutiert.
 
'''Athermische Wirkungen''' werden schwachen elektromagnetischen Feldern nachgesagt, die keine thermischen Effekte hervorrufen und auf eine unbekannte Weise und - im Unterschied zu den thermischen Wirkungen - zeitlich verzögert Schäden oder Veränderungen bewirken sollen. Es gibt derzeit kein allgemein akzeptiertes Wirkmodell, aus dem sich ein wissenschaftlicher Nachweis für eine gesundheitliche Schädigung durch schwache elektromagnetische nicht-ionisierende Strahlung führen ließe. Gegen Untersuchungen über eine erbgutschädigende Wirkung des Mobilfunks wurden Fälschungsvorwürfe erhoben. Eine Studie der Medizinischen Universität Wien (MUW) musste aufgrund ''"wissenschaftlichen Fehlverhaltens"'' und ''"gravierender Sorgfaltspflichtverletzungen"'' zurückgezogen werden (die Zitate stammen aus dem Endbericht des Rates für Wissenschaftsethik der MUW <ref>https://izgmf.de/endbericht_wien.pdf</ref>). Diskutiert wird eine athermische Wirkung auf die [[Melatonin]]synthese und -Freisetzung (Melatonin ist ein Hormon). Berichte über Auswirkungen von intensiven elektromagnetischen Feldern auf das menschliche EEG sind widersprüchlich. Darüber hinaus wird eine mögliche Wirkung von natürlichen Sferics auf Wetterfühlige diskutiert.
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Ein Sonderfall ist der '''Frey-Effekt''' (Microwave Auditory Effect, Microwave Hearing Effect). Er bezeichnet die direkte akustische Wahrnehmung von gepulster Hochfrequenzstrahlung wie z.B. Radarwellen, die bei sehr hohen Feldstärken auftreten kann. Der Effekt konnte inzwischen als Schalldruckwelle im Gewebe des Kopfes erklärt werden, die thermisch durch die pulsierende Bestrahlung ausgelöst wird und über die sogenannte Knochenleitung ins Innenohr gelangt. Der Mechanismus der Wahrnehmung ist also der gleiche wie beim "normalen" Hören; eine direkte Beeinflussung des Hörnervs oder von Sinneszellen durch die Hochfrequenzstrahlung ist nicht gegeben.<ref>Lin JC, Wang Z (2007): Hearing of microwave pulses by humans and animals: effects, mechanism, and thresholds. Health Physics 92(6): 621–628</ref>
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Ein Sonderfall ist der [[Elektrosmog#Wirkungen von elektromagnetischen Feldern|Frey-Effekt]] (Microwave Auditory Effect, Microwave Hearing Effect) nach dem Neurowissenschaftler Allan H. Frey (1961-1962).<ref>Frey, A. H. (1962). Human auditory system response to modulated electromagnetic energy. Journal of Applied Physiology, 17(4), 689–692.</ref><ref>Lin, J. C. (2021). Auditory Effects of Microwave Radiation. Springer International Publishing</ref>
 
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<ref>Lin JC, Wang Z (2007): Hearing of microwave pulses by humans and animals: effects, mechanism, and thresholds. Health Physics 92(6): 621–628</ref> Der wissenschaftlich untersuchte Effekt bezieht sich auf die Wahrnehmung von gepulster Hochfrequenzstrahlung sehr hoher Intensität, z.B. in der Nähe von Radaranlagen. Er bezeichnet die direkte akustische Wahrnehmung von gepulster Hochfrequenzstrahlung wie z.B. Radarwellen, die bei sehr hohen Feldstärken auftreten kann. Der Effekt konnte inzwischen als Schalldruckwelle im Gewebe des Kopfes erklärt werden, die thermisch durch die pulsierende Bestrahlung ausgelöst wird und über die sogenannte Knochenleitung ins Innenohr gelangt. Der Mechanismus der Wahrnehmung ist also der gleiche wie beim "normalen" Hören; eine direkte Beeinflussung des Hörnervs oder von Sinneszellen durch die Hochfrequenzstrahlung ist nicht gegeben.
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Dieser Effekt soll laut Angaben des US-Präsidenten Ende 2025 von der US-amerikanischen Armee in einer "Geheimwaffe Discombobulator" bei einem Einsatz in Venezuela eingesetzt worden sein. Die entsprechende Technik (pulsmodulierte Hochleistungs-Mikrowellenwaffe, Pulse-Modulated High-Power Microwave - HPM - System) sei von seinem Vorgänger Biden angeschafft worden sein. Die Technik sei gleichzeitig in der Lage durch die hohe Feldstärke Elektronik zu stören.<ref>https://medium.com/@jcanchola1264/the-discombobulator-unpacking-the-physics-and-the-risks-of-the-weapon-that-captured-maduro-899be6f43aa9</ref> Spekulativ wird diese Technik auch mit dem so genannten "Havanna Syndrom" in Verbindung gebracht.<ref>Timmer, J. (2020, Dec 5). Covert microwave weapon “most plausible” cause of Cuba health attacks. Ars Technica</ref>
 
==Mögliche genotoxische Effekte nicht-ionisierender Strahlung?==
 
==Mögliche genotoxische Effekte nicht-ionisierender Strahlung?==
 
Diskutiert wird eine mögliche direkte Schädigung der im Zellkern befindlichen DNA, insbesondere als Einzel- oder Doppelstrangbruch. Die biologische Bedeutung der DNA-Strangbrüche an sich ist jedoch unklar, da diese zum Beispiel auch bei sportlichen Aktivitäten wie Laufen auftreten und vom Körper meist durch Enzyme effektiv repariert werden können. Untersuchungen mit ionisierenden Strahlen zeigen eine rasche und vollständige Reparatur der Schäden durch die entsprechenden Reparaturenzyme an.
 
Diskutiert wird eine mögliche direkte Schädigung der im Zellkern befindlichen DNA, insbesondere als Einzel- oder Doppelstrangbruch. Die biologische Bedeutung der DNA-Strangbrüche an sich ist jedoch unklar, da diese zum Beispiel auch bei sportlichen Aktivitäten wie Laufen auftreten und vom Körper meist durch Enzyme effektiv repariert werden können. Untersuchungen mit ionisierenden Strahlen zeigen eine rasche und vollständige Reparatur der Schäden durch die entsprechenden Reparaturenzyme an.
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Diesen Unterschungen steht eine große Zahl publizierter Versuche gegenüber (darunter auch direkte Replikationsversuche oben genannter Arbeiten), die bei hochfrequenter Befeldung (sogar mit bis zu 100&nbsp;Watt/kg) keine DNA-Strangbrüche ergaben.<ref>Malyapa R. S., E. W. Ahern, et al. (1997). "Measurement of DNA damage after exposure to 2450 MHz electromagnetic radiation." Radiat. Res. 148(6): 608-617.</ref><ref>Malyapa R. S., E. W. Ahern, et al. (1997). "Measurement of DNA damage after exposure to electromagnetic radiation in the cellular phone communication frequency band (835.62 and 847.74 MHz)." Radiat Res 148(6): 618-627.</ref><ref>Malyapa R. S., E. W. Ahern, et al. (1998). "DNA damage in rat brain cells after in vivo exposure to 2450 MHz electromagnetic radiation and various methods of euthanasia." Radiat Res 149(6): 637-645.</ref><ref>Li L., K. S. Bisht, et al. (2001). "Measurement of DNA damage in mammalian cells exposed in vitro to radiofrequency fields at SARs of 3-5 W/kg." Radiat Res. 56(3): 328-332.</ref><ref>Malyapa R. S., L. Li, et al. (2001). "Measurement of DNA damage after exposure to electromagnetic radiation in the cellular phone communication frequency band (835.62 and 847.74 MHz)." Radiat Res 156(3): 328-332.</ref><ref>Vijayalaxmi, B. Z. Leal, et al. (2000). "Primary DNA damage in human blood lymphocytes exposed in vitro to 2450 MHz radiofrequency radiation." Radiat Res 153(4): 479-486.</ref><ref>McNamee J. P., P. V. Bellier, et al. (2002). "DNA damage and micronucleus induction in human leukocytes after acute in vitro exposure to a 1.9 GHz continuous-wave radiofrequency field." Radiat Res 158(4): 523-533.</ref><ref>McNamee J. P., P. V. Bellier, et al. (2002). "DNA damage in human leukocytes after acute in vitro exposure to a 1.9 GHz pulse-modulated radiofrequency field." Radiat Res 158(4): 534-537.</ref><ref>Tice R. R., G. G. Hook, et al. (2002). "Genotoxicity of radiofrequency signals. I. Investigation of DNA damage and micronuclei induction in cultured human blood cells." Bioelectromagnetics 23(2): 113-126.</ref><ref>Roti Roti J.L. (2004). "2450 MHz (CW) exposure and effects on DNA crosslinking." Radiation Research 161: 201-214.</ref><ref>Lagroye I., G. J. Hook, et al. (2004). "Measurements of alkali-labile DNA damage and protein-DNA crosslinks after 2450 MHz microwave and low-dose gamma irradiation in vitro." Radiat Res 161(2): S. 201-214.</ref><ref>McNamee J. P., P. V. Bellier, et al. (2003). "No evidence for genotoxic effects from 24 h exposure of human leukocytes to 1.9 GHz radiofrequency fields." Radiat Res 159(5): 693-697.</ref><ref>Hook, G. J., P. Zhang, et al. (2004). "Measurement of DNA damage and apoptosis in Molt-4 cells after in vitro exposure to radiofrequency radiation." Radiat Res 161(2): 193-200.</ref><ref>Hook, G. J., P. Zhang, et al. (2004). "Measurement of DNA damage and apoptosis in mammalian cells exposed to radiofrequency fields at high SAR in vitro." Radiat Res. 161: S. 193-200.</ref><ref>Miyakoshi, R. S., et al. (2002/2004). "2.4 GHz (CW) and 1.5 GHz (PDC) exposure on micronucleus formation, sister chromatid exchange, chromosome aberrations, DNA damage, and genetic mutation as well cell cycle, signal transduction, transformation and cell division." Electrical Engineering in Japan (2002) 141: 9-15, Mutation Research (2004) 541: 81-89.</ref><ref>[http://seawind-fp7.eu/uploads/SEAWIND_FINAL.pdf Sound Exposure & Risk Assessment of Wireless Network Devices - FP7-ENV-2009-1, 2013]</ref>
 
Diesen Unterschungen steht eine große Zahl publizierter Versuche gegenüber (darunter auch direkte Replikationsversuche oben genannter Arbeiten), die bei hochfrequenter Befeldung (sogar mit bis zu 100&nbsp;Watt/kg) keine DNA-Strangbrüche ergaben.<ref>Malyapa R. S., E. W. Ahern, et al. (1997). "Measurement of DNA damage after exposure to 2450 MHz electromagnetic radiation." Radiat. Res. 148(6): 608-617.</ref><ref>Malyapa R. S., E. W. Ahern, et al. (1997). "Measurement of DNA damage after exposure to electromagnetic radiation in the cellular phone communication frequency band (835.62 and 847.74 MHz)." Radiat Res 148(6): 618-627.</ref><ref>Malyapa R. S., E. W. Ahern, et al. (1998). "DNA damage in rat brain cells after in vivo exposure to 2450 MHz electromagnetic radiation and various methods of euthanasia." Radiat Res 149(6): 637-645.</ref><ref>Li L., K. S. Bisht, et al. (2001). "Measurement of DNA damage in mammalian cells exposed in vitro to radiofrequency fields at SARs of 3-5 W/kg." Radiat Res. 56(3): 328-332.</ref><ref>Malyapa R. S., L. Li, et al. (2001). "Measurement of DNA damage after exposure to electromagnetic radiation in the cellular phone communication frequency band (835.62 and 847.74 MHz)." Radiat Res 156(3): 328-332.</ref><ref>Vijayalaxmi, B. Z. Leal, et al. (2000). "Primary DNA damage in human blood lymphocytes exposed in vitro to 2450 MHz radiofrequency radiation." Radiat Res 153(4): 479-486.</ref><ref>McNamee J. P., P. V. Bellier, et al. (2002). "DNA damage and micronucleus induction in human leukocytes after acute in vitro exposure to a 1.9 GHz continuous-wave radiofrequency field." Radiat Res 158(4): 523-533.</ref><ref>McNamee J. P., P. V. Bellier, et al. (2002). "DNA damage in human leukocytes after acute in vitro exposure to a 1.9 GHz pulse-modulated radiofrequency field." Radiat Res 158(4): 534-537.</ref><ref>Tice R. R., G. G. Hook, et al. (2002). "Genotoxicity of radiofrequency signals. I. Investigation of DNA damage and micronuclei induction in cultured human blood cells." Bioelectromagnetics 23(2): 113-126.</ref><ref>Roti Roti J.L. (2004). "2450 MHz (CW) exposure and effects on DNA crosslinking." Radiation Research 161: 201-214.</ref><ref>Lagroye I., G. J. Hook, et al. (2004). "Measurements of alkali-labile DNA damage and protein-DNA crosslinks after 2450 MHz microwave and low-dose gamma irradiation in vitro." Radiat Res 161(2): S. 201-214.</ref><ref>McNamee J. P., P. V. Bellier, et al. (2003). "No evidence for genotoxic effects from 24 h exposure of human leukocytes to 1.9 GHz radiofrequency fields." Radiat Res 159(5): 693-697.</ref><ref>Hook, G. J., P. Zhang, et al. (2004). "Measurement of DNA damage and apoptosis in Molt-4 cells after in vitro exposure to radiofrequency radiation." Radiat Res 161(2): 193-200.</ref><ref>Hook, G. J., P. Zhang, et al. (2004). "Measurement of DNA damage and apoptosis in mammalian cells exposed to radiofrequency fields at high SAR in vitro." Radiat Res. 161: S. 193-200.</ref><ref>Miyakoshi, R. S., et al. (2002/2004). "2.4 GHz (CW) and 1.5 GHz (PDC) exposure on micronucleus formation, sister chromatid exchange, chromosome aberrations, DNA damage, and genetic mutation as well cell cycle, signal transduction, transformation and cell division." Electrical Engineering in Japan (2002) 141: 9-15, Mutation Research (2004) 541: 81-89.</ref><ref>[http://seawind-fp7.eu/uploads/SEAWIND_FINAL.pdf Sound Exposure & Risk Assessment of Wireless Network Devices - FP7-ENV-2009-1, 2013]</ref>
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Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist die Anwendung des Mobilfunks ''„möglicherweise krebserregend“''. Dabei wird der Mobilfunk in die gleiche Kategorie (Liste 2b) eingeordnet wie beispielsweise der Konsum von Kaffee.
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Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist die Anwendung des Mobilfunks ''„möglicherweise krebserregend“''. Dabei wird der Mobilfunk in die gleiche Kategorie (Liste 2b) eingeordnet wie beispielsweise der Konsum von Kaffee.<ref>https://publications.iarc.fr/69</ref>
    
==Angst und Angstmache vor Elektrosmog==
 
==Angst und Angstmache vor Elektrosmog==
 
===Elektrosensibilität: Angst essen Seele auf===
 
===Elektrosensibilität: Angst essen Seele auf===
[[image:emf2.jpg|[[BfeD]]: Absurder Nachbarstreit um EMF|300px|thumb]]
   
[[image:elektrosensibel.jpg|Elektrosensible Frau mit Schutzanzug|left|thumb]]
 
[[image:elektrosensibel.jpg|Elektrosensible Frau mit Schutzanzug|left|thumb]]
 
[[image:tzapper.jpg|Hoax bei Heise.de um einen Thumpmobile-Zapper mit einem ausgebauten Mikrowellen-Magnetron [http://www.heise.de/ct/Redaktion/cm/Thumpmobile_Zapper.html]|300px|thumb]]
 
[[image:tzapper.jpg|Hoax bei Heise.de um einen Thumpmobile-Zapper mit einem ausgebauten Mikrowellen-Magnetron [http://www.heise.de/ct/Redaktion/cm/Thumpmobile_Zapper.html]|300px|thumb]]
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Merkwürdiger Weise wurde die englischsprachige Anti-5G Kampagne von RT nicht vom deutschsprachigen Ableger [[RT Deutsch]] übernommen, obwohl in denutschsprachigen Ländern der 5G-Standard eingeführt wird. Allerdings interviewte im Januar 2019 [[Maria Janssen]] von RT Deutsch den ehemaligen Zigarettenlobbyisten und Mobilfunkkritiker Franz Adlkofer zu 5G.  
 
Merkwürdiger Weise wurde die englischsprachige Anti-5G Kampagne von RT nicht vom deutschsprachigen Ableger [[RT Deutsch]] übernommen, obwohl in denutschsprachigen Ländern der 5G-Standard eingeführt wird. Allerdings interviewte im Januar 2019 [[Maria Janssen]] von RT Deutsch den ehemaligen Zigarettenlobbyisten und Mobilfunkkritiker Franz Adlkofer zu 5G.  
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Ausserhalb der russischen Staatssender wird Anti-5G Panik vor allem durch [[Kla.TV]] von [[Ivo Sasek]] betrieben und weitete sich auf soziale Netzwerke und [[Truther]]plattformen aus.<ref>https://correctiv.org/faktencheck/hintergrund/2019/05/14/droht-die-5g-apokalypse-wie-derzeit-stimmung-gegen-den-neuen-mobilfunkstandard-gemacht-wird/</ref>
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Ausserhalb der russischen Staatssender wird Anti-5G Panik vor allem durch [[Kla tv]] von [[Ivo Sasek]] betrieben und weitete sich auf soziale Netzwerke und [[Truther]]plattformen aus.<ref>https://correctiv.org/faktencheck/hintergrund/2019/05/14/droht-die-5g-apokalypse-wie-derzeit-stimmung-gegen-den-neuen-mobilfunkstandard-gemacht-wird/</ref>
    
==Umstrittene Studien==
 
==Umstrittene Studien==
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Um einer gerichtlichen Verurteilung zu entgehen, schoss Dr.&nbsp;Oberfeld einen Vergleich ab, in dem er zur Kenntnis nimmt, "dass sich im Bereich des Wählamtes "Schemmerlstraße" in Hausmannstätten, Steiermark, zu keinem Zeitpunkt eine "C-Netz"-Mobilfunkanlage befunden hat."<ref>http://www.heise.de/newsticker/Krebs-Studie-Mobilfunkkritiker-raeumt-Fehler-ein--/meldung/118335</ref> Die Arbeit wurde von Oberfeld am 3.&nbsp;November 2008 zurückgezogen.
 
Um einer gerichtlichen Verurteilung zu entgehen, schoss Dr.&nbsp;Oberfeld einen Vergleich ab, in dem er zur Kenntnis nimmt, "dass sich im Bereich des Wählamtes "Schemmerlstraße" in Hausmannstätten, Steiermark, zu keinem Zeitpunkt eine "C-Netz"-Mobilfunkanlage befunden hat."<ref>http://www.heise.de/newsticker/Krebs-Studie-Mobilfunkkritiker-raeumt-Fehler-ein--/meldung/118335</ref> Die Arbeit wurde von Oberfeld am 3.&nbsp;November 2008 zurückgezogen.
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Siehe dazu: [[Zielscheibenfehler]] (Texas sharpshooter fallacy)
    
===Datenfälschungen an der Charité Berlin 1999 - 2011===
 
===Datenfälschungen an der Charité Berlin 1999 - 2011===
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[[image:mw2.jpg|Kopfstrahler-Anwendung 230&nbsp;Watt|thumb]]
 
[[image:mw2.jpg|Kopfstrahler-Anwendung 230&nbsp;Watt|thumb]]
 
[[image:mw4.jpg|Hautdosen|thumb|320px]]
 
[[image:mw4.jpg|Hautdosen|thumb|320px]]
[[image:Darsoval-Spule.jpg|Historische Hochfrequenz-[[Jacques-Arsène d'Arsonval|d'Arsonvalisation]] 1893|left|thumb]]
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[[image:zeileis2.jpg|[[Alternativmedizin]]: Hochfrequenz-Fulguration bei der [[Zeileis-Methode]]|200px|thumb]]
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[[image:lak2.jpg|[[Georges Lakhovsky|Lakhovsky-Anwendung]]|left|thumb]]
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[[image:Papimibehandlung.jpg|Behandlung eines Krebskranken mit [[Pap-Imi Therapie|PaPImi]]|200px|thumb]]
   
Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts und mit Beginn des "Radiozeitalters", spätestens aber seit etwa 1908 (Zeyneck) werden elektromagnetische Felder hoher Intensität zur therapeutischen Gewebserwärmung angewandt. Bei der Diathermie werden entweder Elektroden auf die Haut aufgesetzt, die mit der Hochfrequenzquelle verbunden sind, oder das betreffende Hautareal wird über eine an den Generator angeschlossene Antenne bestrahlt. In diesem Falle gelangt ein Anteil auch in die Tiefe und kann im Gewebe Wirbelströme induzieren, die zur Wärmeentwicklung führen. Die Wahl der Frequenz  bestimmt, inwieweit die Wärmeentwicklung in der Tiefe erfolgt (Dielektrische Erwärmung). Eingesetzt wird die Diathermie zur lokalen Durchblutungssteigerung, lokalen Stoffwechselbeeinflussung, bei Muskelverspannungen und bei anderen Indikationen.
 
Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts und mit Beginn des "Radiozeitalters", spätestens aber seit etwa 1908 (Zeyneck) werden elektromagnetische Felder hoher Intensität zur therapeutischen Gewebserwärmung angewandt. Bei der Diathermie werden entweder Elektroden auf die Haut aufgesetzt, die mit der Hochfrequenzquelle verbunden sind, oder das betreffende Hautareal wird über eine an den Generator angeschlossene Antenne bestrahlt. In diesem Falle gelangt ein Anteil auch in die Tiefe und kann im Gewebe Wirbelströme induzieren, die zur Wärmeentwicklung führen. Die Wahl der Frequenz  bestimmt, inwieweit die Wärmeentwicklung in der Tiefe erfolgt (Dielektrische Erwärmung). Eingesetzt wird die Diathermie zur lokalen Durchblutungssteigerung, lokalen Stoffwechselbeeinflussung, bei Muskelverspannungen und bei anderen Indikationen.
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Seit über 100&nbsp;Jahren werden Patienten mit Kurzwellen- oder Mikrowellentherapiegeräten behandelt.
 
Seit über 100&nbsp;Jahren werden Patienten mit Kurzwellen- oder Mikrowellentherapiegeräten behandelt.
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Ein typisches Beispiel aus der [[Pseudomedizin]] sind Anwendungen hochfrequenter und hoher Ströme zur vermeintlichen Krebstherapie im Rahmen der [[Pap-Imi Therapie]] des Griechen Panos Pappas, sowie Nachbauten unter anderen Bezeichnungen. Nach Angaben von Pappas sollen dabei hochfrequente Ströme von 1000 A auftreten, die durch eine Spule geleitet werden. Der Patient wird sodann dem entstehenden kräftigen hochfrequenten Wechselfeld ausgesetzt. Ein Konkurrenzprodukt ist unter dem Handelsnamen [[TheraCell]]/Rehatron auf dem Markt.
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Typische Beispiele aus der [[Pseudomedizin]] von Hochfrequenzanwendungen sind der [[Celltuner]], der auf der Frequenz 144 MHz 20 Watt Leistung an eine Handantenne abgibt. Zu nennen ist auch die Anwendung hochfrequenter und hoher Ströme zur vermeintlichen Krebstherapie im Rahmen der [[Pap-Imi Therapie]] des Griechen Panos Pappas, sowie Nachbauten unter anderen Bezeichnungen. Nach Angaben von Pappas sollen dabei hochfrequente Ströme von 1000 A auftreten, die durch eine Spule geleitet werden. Der Patient wird sodann dem entstehenden kräftigen hochfrequenten Wechselfeld ausgesetzt. Ein Konkurrenzprodukt ist unter dem Handelsnamen [[TheraCell]]/Rehatron auf dem Markt.
    
Historische Konzepte und einzelne historische Hochfrequenzanwendungen mit zum Teil erheblichen Feldstärken haben sich bis heute in der Alternativmedizin erhalten. Zu nennen seien hier beispielhaft:
 
Historische Konzepte und einzelne historische Hochfrequenzanwendungen mit zum Teil erheblichen Feldstärken haben sich bis heute in der Alternativmedizin erhalten. Zu nennen seien hier beispielhaft:
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[[image:radar.jpg|Radar auf Segelbooten|thumb]]
 
[[image:radar.jpg|Radar auf Segelbooten|thumb]]
 
Radaranlagen im Leistungsbereich bis etwa 5&nbsp;Kilowatt Impulsleistung finden sich auf vielen Sportbooten, um die Sicherheit bei unsichtigem Wetter und in der Nacht zu erhöhen. Aus Platzgründen werden die Radarantennen dabei oft am Heck des Bootes auf einem Geräteträger montiert, so dass ein stehender Segler nahe an die Antenne herankommt. Das dazugehörige Sichtgerät ist unter Deck eingebaut. Über etwaige Beschwerden der Freizeitskipper ist bislang nichts bekannt geworden.
 
Radaranlagen im Leistungsbereich bis etwa 5&nbsp;Kilowatt Impulsleistung finden sich auf vielen Sportbooten, um die Sicherheit bei unsichtigem Wetter und in der Nacht zu erhöhen. Aus Platzgründen werden die Radarantennen dabei oft am Heck des Bootes auf einem Geräteträger montiert, so dass ein stehender Segler nahe an die Antenne herankommt. Das dazugehörige Sichtgerät ist unter Deck eingebaut. Über etwaige Beschwerden der Freizeitskipper ist bislang nichts bekannt geworden.
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===Galerie===
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image:Querdenken 711 Mobiltelefon Muenchen 12 9 2020.jpg|in Aluminiumfolie eingewickeltes Mobiltelefon auf einer [[Querdenken Initiativen]]-Demonstration in München am 12.9.2020. Derart abgeschirmte Mobiltelefone erhöhen automatisch ihre Sendeleistung gestörtem Empfang. Daher erhöht die Folie das elektromagentische Feld.
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Datei:Muenzfernsprecher Rudolf Steiner Schule Hamburg.jpg|"Münzfernsprecher" an der [[Waldorf-Pädagogik|Rudolf Steiner Schule]] in Hamburg für DM-Münzen. Dort ist die Nutzung von Mobiltelefonen untersagt
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===Einsatz intensiver Hochfrequenz in der Alternativmedizin===
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image:Darsoval-Spule.jpg|Historische Hochfrequenz-[[Jacques-Arsène d'Arsonval|d'Arsonvalisation]] 1893
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image:zeileis2.jpg|[[Alternativmedizin]]: Hochfrequenz-Fulguration bei der [[Zeileis-Methode]]
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image:lak2.jpg|[[Georges Lakhovsky|Lakhovsky-Anwendung]]|left|thumb]]
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image:Papimibehandlung.jpg|Behandlung eines Krebskranken mit [[Pap-Imi Therapie|PaPImi]]
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==Siehe auch==
 
==Siehe auch==
 
*[[Verschwörungstheorien zum Mobilfunkstandard 5G]]
 
*[[Verschwörungstheorien zum Mobilfunkstandard 5G]]
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*[http://www.uni-mainz.de/presse/56071.php Uni Mainz (30.4.2013): Nocebo-Effekt: Medienberichte können Krankheitssymptome auslösen]
 
*[http://www.uni-mainz.de/presse/56071.php Uni Mainz (30.4.2013): Nocebo-Effekt: Medienberichte können Krankheitssymptome auslösen]
 
*https://www.vice.com/de/article/7x4dnd/menschen-die-gegen-wlan-allergisch-sind
 
*https://www.vice.com/de/article/7x4dnd/menschen-die-gegen-wlan-allergisch-sind
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{{OtherLang|fr=Électrosmog}}
    
==Quellennachweise==
 
==Quellennachweise==
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