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Gottfried Glöckner

307 Byte hinzugefügt, 09:26, 5. Nov. 2016
zeitlicher Ablauf der Geschehenisse
Im gleichen Jahr 2000 kam es im April - laut öffentlich einsehbarem Urteil - zu "tätlichen Auseinandersetzungen" zwischen Glöckner und seiner Ehefrau, die sich dann von ihm trennte, auszog, sich scheiden liess und ihn wegen Vergewaltigung in der Ehe anzeigte. Es erfolgte dann am 1.11.2005 eine Verurteilung durch das OLG Frankfurt/a.M. zu 30 Monaten Haft ohne Bewährung. Beide Ehegatten hatten zuvor zusammen den Betrieb bewirtschaftet, der von den Eltern der Ehefrau von Glöckner stammte.
Im Frühling 2001, vier Jahre nach Erstverfütterung, und ein Drivierteljahr nach Trennung der Eheleute, begannen Milchkühe krank zu werden. Zwischen Mai und August 2001 sterben fünf Kühe. (''..Die Kühe liefen von der Weide in den Stall und schliefen in der Box tot ein..'') Demnach hätten die Kühe 2001 etwa 12 Stunden nach dem Weidegang Durchfall, die Jahre zuvor jedoch nicht. (mögliche Ursachen: Parasitenbefall, Pansenübersäuerung) Im Februar 2002 stoppt Herr Glöckner die Bt176 Silomais- Verfütterung komplett, nachdem er den Körnermais schon vorher abgesetzt hat (Juni 2001). Im Sommer 2002 sterben weitere sieben Kühe, wieder während der Weidesaison, während der die Kühe nicht zugefüttert werden müssen (daher auch nicht mit Bt176-Mais). Zwischen Sommer 2002 und Ende 2004 verliert Herr Glöckner weitere 123 Kühe (keine Verfütterung von Bt Mais). Dazu werden von Glöckner keine genauen Angaben gemacht.
Einige Kühe produzierten einen grauen, zähen und kleisterartigen Durchfall. Nach Zufütterung von Heu normalisierte sich der Kot, aber die Milchleistung nahm ab. Bei einigen Kühen traten Ödeme und Blutgefäßerweiterungen am Euter auf, die Euterhaut war spröde. Bei einem Tier bildete sich ein zweiter Strichkanal am Euter, durch den Milch vertropfte. Die Konsistenz der Milch war verändert. Es kam zu Flockenbildung und Blutmilch, der Milchzellgehalt stieg auf 300 000/ml an. 2001 sank die jährliche Milchleistung gegenüber dem Stand von 1999 von 8.045 kg pro Kuh und dem Stand des Jahres 2000 von 8.165 kg pro Kuh auf einen Wert von 7.125 kg pro Kuh.
Am 13.12.2004 stellte Gottfried Glöckner die Milchproduktion des Hofs vollständig ein, nachdem er von Anfang 2001 bis Dezember 2004 55 Kühe mehr als üblich mangels Rentabilität ersetzt hatte. Er gab die verbliebenen Kühe mit Ausnahme von fünf zur weiteren Beobachtung zurückbleibenden Tieren, zum Schlachthof. Die Einstellung des Milchbetriebs ist auch im Zusammenhang mit Schulden zu sehen, die Glöckner bei einem Futtermittellieferanten hatte. Der Betrieb war offenbar defizitär, und das so genannte Milchgeld wurde durch den Futterlieferanten gepfändet. Die Einstellungen der Futterlieferungen 2004 erklären den Rückgang der Milchproduktion.
Auf die Frage auf welche Weise Gifte des Bt-Mais von den Kühen aufgenommen werden konnten, wenn diese nicht zugefüttert wurden, vermutete Glöckner eine Aufnahme aus Bt-Mais-Resten die auf die Weide ausgebracht worden seien. Auch habe es eine Art "Bt-Eiweiss Kreislauf" gegeben: ausgeschiedenes Bt-Gift sei von den Kühen wiederholt erneut aufgenommen worden. Glöckner spricht hier von einer Kreislaufkontamination. Glöckner meint damit dass die Kühe das Bt176 Protein aus dem Bt176 Mais aufnehmen und das komplette Bt-Protein unverändert und unverstoffwechselt wieder ausscheiden. Über die Gülle soll dann das unveränderte Bt-Protein auf die Felder gelangen, auf denen die Kühe im Sommer äsen. So soll das komplette Bt176 Protein von den Kühen wieder aufgenommen werden und so entstünde ein Kreislauf. Auf eine nicht nachvollziehbare Weise soll aber das nicht verstoffwechselte Protein die Kühe schwächen und letztendlich töten. Zitat Glöckner: ''Das Toxin ist da und wird irgendwann aktiv. Wann es aktiv wird, bestimmt das Toxin. Es ist wie eine tickende Zeitbombe.'' Proteine werden jedoch nach Aufnahme verstoffwechselt. Bereits bei der Silage finden Abbauprozesse statt. Im Organismus der Kühe wird das Bt Protein weiter abgebaut. Nur ein geringer Teil des Bt Proteins gelangt als Abbauprodukt in den Kot der Kuh und somit in die Gülle, wo Bakterien (Destruenten) ebenfalls Eiweisse abbauen (Güllereifung). Von Glöckner werden keine Bt-Proteinkonzentrationen in der Gülle angegeben. Üblicher Weise wird nach dem Ausbringen von Gülle auf Weiden eine Karenzzeit eingehalten, in der die Gülle in den Boden gespült und das Gras so wieder sauber wird.
Zu den Abläufen kursieren zahlreiche miteinander nicht kompatible und daher widersprüchliche Darstellungen. So ist die Rede davon dass 66 Tiere gestorben seien. Allerdings gibt es auch Berichte darüber dass es 12 gewesen seien, oder 10% der Herde oder alle. Offenbar wurden die Zahl der verendeten Tieren mit der Zahl weiterer geschlachteter Tiere addiert.
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