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== Gründung der Thule-Gesellschaft ==
 
== Gründung der Thule-Gesellschaft ==
 
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Im darauf folgenden Jahr zog Sebottendorf wieder nach Deutschland. Er heiratete die wohlhabende Kaufmanntochter Bertha Anna Iffland und konnte sich daher ein Leben als Privatier leisten. Während des ersten Weltkriegs entging er aufgrund seiner türkischen Staatsbürgerschaft der Einberufung zum Militär.  
 
Im darauf folgenden Jahr zog Sebottendorf wieder nach Deutschland. Er heiratete die wohlhabende Kaufmanntochter Bertha Anna Iffland und konnte sich daher ein Leben als Privatier leisten. Während des ersten Weltkriegs entging er aufgrund seiner türkischen Staatsbürgerschaft der Einberufung zum Militär.  
 
In Bayern kam Sebottendorf 1916 in Kontakt mit dem „Germanenorden“, einem ariosophischen Verein, für den er die Zeitschrift „Runen“ herausgab. Die „Ordensbrüder“ organisierten sich in einer Loge und trafen sich regelmäßig im Münchner Hotel „Vier Jahreszeiten“. Auf diesen Treffen pflegte man rassistisches und antisemitisches Gedankengut. Unter Sebottendorf gewann der Germanenorden viele neue Mitglieder, vor allem aus den besseren Kreisen der Münchner Gesellschaft. Die Treffen der Loge wurde durch offizielle Veranstaltungen ergänzt, die unter dem Namen „Thule-Gesellschaft“ durchgeführt wurden. Offiziell gab man das „Studium des germanischen Altertums“ als Ziel aus. Die Thule-Gesellschaft entwickelte sich zu einem Treffpunkt der national und antisemitisch gesinnten Szene Münchens, in der auch Adolf Hitler der Aufstieg zum erfolgreichen Politiker gelang. Die NSDAP übernahm später das Hakenkreuz, mit leichten Änderungen, aus dem Emblem der Thule-Gesellschaft. Die Gründung des „Deutschen Arbeitervereins“, des Vorläufers der Deutsche Arbeiterpartei (DAP), aus der wiederum die NSDAP hervorging, war zudem von Sebottendorf initiiert worden.  
 
In Bayern kam Sebottendorf 1916 in Kontakt mit dem „Germanenorden“, einem ariosophischen Verein, für den er die Zeitschrift „Runen“ herausgab. Die „Ordensbrüder“ organisierten sich in einer Loge und trafen sich regelmäßig im Münchner Hotel „Vier Jahreszeiten“. Auf diesen Treffen pflegte man rassistisches und antisemitisches Gedankengut. Unter Sebottendorf gewann der Germanenorden viele neue Mitglieder, vor allem aus den besseren Kreisen der Münchner Gesellschaft. Die Treffen der Loge wurde durch offizielle Veranstaltungen ergänzt, die unter dem Namen „Thule-Gesellschaft“ durchgeführt wurden. Offiziell gab man das „Studium des germanischen Altertums“ als Ziel aus. Die Thule-Gesellschaft entwickelte sich zu einem Treffpunkt der national und antisemitisch gesinnten Szene Münchens, in der auch Adolf Hitler der Aufstieg zum erfolgreichen Politiker gelang. Die NSDAP übernahm später das Hakenkreuz, mit leichten Änderungen, aus dem Emblem der Thule-Gesellschaft. Die Gründung des „Deutschen Arbeitervereins“, des Vorläufers der Deutsche Arbeiterpartei (DAP), aus der wiederum die NSDAP hervorging, war zudem von Sebottendorf initiiert worden.  
    
Sebottendorf erwarb den "Münchner Beobachter", ein antiklerikales und antisemitisches Hetzblatt, aus dem später der Völkische Beobachter hervorging, dessen Auflage er entscheidend steigern konnte.  
 
Sebottendorf erwarb den "Münchner Beobachter", ein antiklerikales und antisemitisches Hetzblatt, aus dem später der Völkische Beobachter hervorging, dessen Auflage er entscheidend steigern konnte.  
Als im November 1918 die Münchner Räterepublik ausgerufen wurde, organisierte Sebottendorf den „Kampfbund Thule“, der sich dem Freikorps Oberland anschloss, das maßgeblich an der blutigen Niederschlagung der Revolution in München beteiligt war. Der Versuch von Thule-Mitgliedern, den jüdisch stämmigen Anführer der Revolution Kurt Eisner, zu entführen schlug Fehl. Am 21.Feburar 1919 wurde Eisner von Graf Arco auf Valley ermordet, einem ehemaligen Thule-Mitglied, der wegen seiner jüdischen Herkunft ausgeschlossen worden war.  
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Als im November 1918 die Münchner Räterepublik ausgerufen wurde, organisierte Sebottendorf den „Kampfbund Thule“, der sich dem Freikorps Oberland anschloss, das maßgeblich an der blutigen Niederschlagung der Revolution in München beteiligt war. Der Versuch von Thule-Mitgliedern, den jüdisch stämmigen Anführer der Revolution Kurt Eisner, zu entführen schlug Fehl. Am 21.Feburar 1919 wurde Eisner von Graf Arco auf Valley ermordet, einem ehemaligen Thule-Mitglied, der wegen seiner jüdischen Herkunft ausgeschlossen worden war.
    
== Rückkehr in die Türkei und Selbstmord ==
 
== Rückkehr in die Türkei und Selbstmord ==
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