Nobel-Krankheit

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Als Nobel-Krankheit (auch Nobelpreis-Syndrom, engl. Nobel disease, nobelitis) ist ein scherzhafter Begriff für ein zumeist altersbedingtes Phänomen, das bei einigen Nobelpreisträgern beobachtet werden kann. Einige renommierte Nobelpreisträger tendieren in ihren "Spätwerken" dazu, im höheren Alter sich in einer pseudowissenschaftlichen Weise außerwissenschaftlich diskutierten Themen zuzuwenden oder Positionen zu übernehmen, die wissenschaftlich nicht begründet werden können oder als widerlegt gelten. Andererseits gibt es auch mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Personen, die bereits vor oder zum Zeitpunkt der Auszeichnung Vorlieben für Pseudowissenschaften oder für unwissenschaftliche Vorurteile oder Konzepte wie Rassismus zeigten. Als Beispiele für Pseudowissenschaften in diesem Zusammenhang gelten der Glaube an Parapsychologie, rein persönliche Überzeugungen der Existenz von Wasseradern, Astrologie, Anhängerschaft zur Deutschen Physik nach Stark, Quantenmystik, Kreationismus, Kalte Fusion, Klimalüge, Wassergedächtnis oder der Existenz von Ausserirdischen auf der Erde. Die in diesem Zusammenhang genannten Nobelpreisträger waren zumeist in den naturwissenschaftlichen Fächern Physik oder Medizin ausgezeichnet worden.

Einer der am häufigsten in diesem Zusammenhang genannten Nobelpreisträger ist Luc Montagnier.

Liste von Nobelpreisträgern, denen das Nobelpreis-Syndrom zugeordnet wird

Im Internet finden sich mehrere, zumeist identische Listen von Nobelpreisträgern, die von Kritikern als "Erkrankte" in Sinne dieses Artikels bezeichnet werden. Übereinstimmend werden folgende Nobelpreisträger genannt:

  • Luc Montagnier (Medizin, 2008) Glaube an Homöopathie, Wassergedächtnis und pseudomedizinische Therapieformen
  • Brian Josephson
  • das Ehepaar Marie und Pierre Curie
  • John William Strutt, Lord Rayleigh (Physik, 1904) Glaube an Geister
  • Philipp Lenard (Physik, 1905) Anhänger der Deutschen Physik nach Stark
  • Joseph Thomson (Physik, 1906) Anhänger von Wünschelruten
  • Alexis Carrel (Medizin, 1912) Rassismus
  • Charles Richet (Medizin, 1913) Wünschelrute, Geisterglaube
  • Albert Einstein (Physik, 1921)
  • Erwin Schrödinger (Physik, 1933) Quantenmystik
  • Otto Stern (Physik, 1943) — Psychokinese
  • Ernst Boris Chain (Medizin, 1945) Kreationismus
  • Wolfgang Pauli (Physik, 1945) Psychokinese
  • Hideki Yukawa (Physik, 1949)
  • Linus Pauling (Chemie, 1954, Friedensnobelpreis, 1962) Ansichten zu Vitamin C, orthomolekulare Medizin
  • William Shockley (Physik, 1956)
  • James Watson (Medizin, 1962) Anhänger rassistischer Überzeugungen
  • Eugene Wigner (Physik, 1963) Quentenmystk
  • John Eccles (Medizin, 1963) Quantenbewusstsein
  • Julian Schwinger (Physik, 1965) kalte Fusion
  • Alfred Kastler (Physik, 1966) Parapsychologie
  • Hannes Alfvén (Physik, 1970) — Plasma-Kosmologie
  • Ivar Giaever (Physik, 1973) Klimalüge
  • Nikolaas Tinbergen (Medizin, 1973) nicht wissenschaftlich anerkannte Ansichten zum Autismus
  • Kary Mullis (Chemie, 1993) Aidsleugner, Entführungen durch Außerirdische, Astrologie, Verschwörungstheorien, Klimalüge
  • Walter Gilbert (Chemie, 1980) zeitweise AIDS-Leugner
  • Richard Smalley (Chemie, 1996) Kreationismus, Intelligent Design
  • Louis J. Ignarro (Medizin, 1998)
  • Martin Evans (Medizin, 2007)

Literatur

  • Monika Niehaus: Der Nobelpreisträger, der im Wald einen höflichen Waschbär traf, Hirzel Verlag, 2019
  • Eleftherios P Diamandis, Nobelitis: a common disease among Nobel laureates? Clin Chem Lab Med, August 2013, 51(8):1573-4. doi: 10.1515/cclm-2013-0273

Weblinks (deutschsprachig)

Weblinks (englisch)

Quellennachweise