Atox Bio Computer

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Atox.jpg

Der Atox Bio Computer ist ein Scharlatanerieerzeugnis aus der Kategorie der Elektrosmog-Schutzprodukte.

Allgemeines

A.V. Tarasov
Atoxe auf Halde

Hersteller ist die steirische Firma ATOX Systemtechnik GmbH, eine Tochter der m2 Master Management GmbH. Vertrieben werden die 279 Euro teuren Atox Computer von der österreichischen 'ATOX Vertriebs GmbH aus Seiersberg.[1]

Entwickelt wurde Atox von einem russischen Physiker namens Alexander Tarasov. Werbung für Atox wird – außer auf der Website der Firma Atox – vor allem durch bezahlte Pressemitteilungen gemacht. Für den Vertrieb des Produktes wird die bei manchen Menschen vorhandene Angst vor Elektrosmog oder Erdstrahlen ausgenutzt. Um den Hals getragen schützt der stromlos arbeitende Bio Computer angeblich vor diversen "Strahlungen", indem er "negative Informationen in positive umwandelt". Bedenklich ist, dass der Atox auch als Schutz vor ionisierender Strahlung angeboten wird, deren Existenz und schädigende Wirkung wissenschaftlich belegt ist. Zur Wirkungsweise werden pseudowissenschaftliche Erklärungen angegeben, in denen von einer ominösen "Energie-Informations-Komponente" der Strahlung die Rede ist:[2]

"Die revolutionäre Erkenntnis von Dr. Tarasov ist, dass jede elektromagnetische Strahlung beliebiger Herkunft aus zwei Komponenten besteht, der physikalischen und der Energie-Informations-Komponente. Wobei die Energie-Informations-Komponente der physikalischen Schwingung vorauseilt und primär auf den menschlichen Organismus bzw. sein bioenergetisches Feld einwirkt."

Unterstellte Funktionsweise

Der Atox Bio Computer soll nach Angaben des Herstellers in drei Schritten wirken:

  • Über zwei vergoldete Spiralantennen kommuniziert Atox mit einem "biodynamischen Feld" des Trägers.
  • Alle Strahlungen werden umgehend in eine für den Organismus verträgliche Form "transformiert".
  • Die korrigierten Strahlungs-Informationen werden wieder an den Organismus und sein biodynamisches Feld zurückgegeben.

Auf dem integrierten Mikrochip sollen 30 Informationsprogramme gespeichert sein, die das gesamte Spektrum der schädlichen, auf das Biofeld des Menschen einwirkenden Strahlen in positive Strahlungs-Informationen umwandeln und so dem Körper als zusätzliche Energie zur Verfügung stellen sollen. Die Grundlage von Atox bildet laut Tarasov eine "Master Wave Technology", eine spezielle Methodik zur Beeinflussung von Energie- und Schwingungs-Informationen sowie sein zuvor erfundenes NABAT-Gerät. Diese esoterische Methode wurde von Tarasov entwickelt. Es sollen dabei Hochfrequenzbereiche genutzt werden, die von Wissenschaftlern, Theosophen, Philosophen etc. angeblich seit Jahrhunderten als "feinstofflicher Bereich" beschrieben werden.

Angebliche Wirksamkeitsbelege

Der Internist und Homöopath Michael Frass will ebenfalls eine positive Wirkung des Atox Bio Computer festgestellt haben[3]
Typische Anwendung in der Werbung für ein Konkurrenzprodukt

Um der Skepsis bezüglich dieses merkwürdigen Gerätes zu begegnen, wurden von Tarasov und dem Hersteller Zertifikate erwähnt, die auf der so genannten Geldrollenbildung im Dunkelfeld beruhen. Diese haben aber keine wissenschaftliche Beweiskraft. Hintergründe zu angeblichen wissenschaftlichen Gutachten über den Atox finden sich in einem Artikel im Skeptiker.[4] Keine der vorgestellten Studien ist doppelt verblindet. Einige stammen von einschlägig bekannten, pseudowissenschaftlichen Instituten.

Das Institut für Biosensorik und Bioenergetische Umweltforschung (IBBU) in Lieboch/Graz gab im April 2005 über eine Pressemeldung (Redaktion: Wolfgang Weitlaner) an, unter Leitung von Noemi Kempe von Dezember 2003 bis März 2005 einen Langzeitversuch zum Produkt Atox Bio Computer mit insgesamt 75 Probanden durchgeführt zu haben. Laut Untersuchungsergebnis soll das Produkt dabei bei allen Probanden durch das reine Anlegen einen Schutz gegen "geopathogene", radioaktive und elektromagnetische Belastungen gezeigt haben, und zwar nachgewiesen durch "bioenergetische Untersuchungen". Versuchsleiterin Kempe gab an, dass dieses Produkt "kein "esoterischer Zauber" sei.[5]

Anderssprachige Psiram-Artikel

Weblinks

Quellennachweise

  1. ATOX Vertriebs GmbH, Erzherzog Johann-Straße 53, A-8054 Seiersberg
  2. http://www.atox.info/index.php/article/view/57/
  3. http://scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/08/02/aether-atox-aquapol/
  4. U. Berger: Alternativwissenschaft in Österreich. Teil 1. Skeptiker 1/2007, 22-24
  5. http://pressetext.de/news/050409006/mini-bio-computer-soll-vor-strahlen-schuetzen/