Steorn: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Steorn Ltd.''' ist der Name einer irischen Firma aus Dublin, die behauptet, ein "Orbo" genanntes [[Perpetuum Mobile]] realisiert zu haben, das in der Lage sei, entgegen den Gesetzen der Physik Energie in prinzipiell unbegrenzter Menge zur Verfügung zu stellen.
 
  
Steorn machte im August 2006 in einer viel beachteten Großanzeige in der englischen Zeitung "The Economist"<ref>The Economist, Anzeige vom 19.&nbsp;August 2006</ref> auf sich aufmerksam. Darin wurde behauptet, dass Steorn eine Technologie entwickelt habe, die in der Lage sei, "free, clean and constant energy"<ref>[http://web.archive.org/web/20070502192300rn_1/www.steorn.com/orbo/claim/ Archive page of the Orbo claim]</ref> zur Verfügung zu stellen und dass man nun Wissenschaftler dazu auffordere, die Technologie zu prüfen und die Ergebnisse zu verkünden. Die Annonce muss laut Anzeigenpreisliste der Zeitung etwa 125.000&nbsp;Euro gekostet haben (£&nbsp;85.200).
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'''Steorn Ltd.''' ist der Name einer gescheiterten irischen Firma aus Dublin, die behauptet, ein "Orbo" genanntes [[Perpetuum Mobile]] realisiert zu haben, das in der Lage sei, entgegen den Gesetzen der Physik Energie in prinzipiell unbegrenzter Menge zur Verfügung zu stellen. Im November 2016 geriet die Firma in die Insolvenz und wurde geschlossen.<ref name="businesspost">https://www.businesspost.ie/business/power-off-steorn-finally-energy-e23-million-funding-370313</ref><ref>http://dispatchesfromthefuture.com/2016/11/steorn-liquidates/</ref>
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Steorn machte im August 2006 in einer viel beachteten Großanzeige in der englischen Zeitung "The Economist"<ref>The Economist, Anzeige vom 19.&nbsp;August 2006</ref> auf sich aufmerksam. Darin wurde behauptet, dass Steorn eine Technologie entwickelt habe, die in der Lage sei, freie, saubere und beständige ("free, clean and constant energy"<ref>[http://web.archive.org/web/20070502192300rn_1/www.steorn.com/orbo/claim/ Archive page of the Orbo claim]</ref>) zur Verfügung zu stellen und dass man Wissenschaftler dazu auffordere, die Technologie zu prüfen und die Ergebnisse zu verkünden. Die Annonce muss laut Anzeigenpreisliste der Zeitung etwa 125.000&nbsp;Euro gekostet haben (£&nbsp;85.200).
  
 
Mehrere Versuche, ein funktionierendes Orbo-PM der Öffentlichkeit zu demonstrieren, scheiterten. Eine Gruppe von Wissenschaftlern, denen es gestattet war, die Vorrichtung in Augenschein zu nehmen, konnte keine Anzeichen einer Energieerzeugung "aus dem Nichts" erkennen.<ref name="gizmo">[http://www.irishtimes.com/newspaper/ireland/2009/0624/1224249416758.html Irish 'energy for nothing' gizmo fails jury vetting], Irish Times Wed 06 Jun 2009</ref>
 
Mehrere Versuche, ein funktionierendes Orbo-PM der Öffentlichkeit zu demonstrieren, scheiterten. Eine Gruppe von Wissenschaftlern, denen es gestattet war, die Vorrichtung in Augenschein zu nehmen, konnte keine Anzeichen einer Energieerzeugung "aus dem Nichts" erkennen.<ref name="gizmo">[http://www.irishtimes.com/newspaper/ireland/2009/0624/1224249416758.html Irish 'energy for nothing' gizmo fails jury vetting], Irish Times Wed 06 Jun 2009</ref>
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Am 15.&nbsp;Dezember 2009 wurde in Dublin (Waterways Centre Building) ein angeblich funktionierendes Orbo-Modell aus Plexiglas vorgestellt. Auf der Internetseite von Steorn wurden Videostreams veröffentlicht, die zeigen sollten, dass sich das Modell unablässig dreht.<ref>[http://www.zdnet.co.uk/news/emerging-tech/2009/12/15/steorn-shows-revolving-orbo-to-the-public-39938307/ Steorn shows revolving Orbo to the public ], ZDNet, 15 December, 2009</ref>
 
Am 15.&nbsp;Dezember 2009 wurde in Dublin (Waterways Centre Building) ein angeblich funktionierendes Orbo-Modell aus Plexiglas vorgestellt. Auf der Internetseite von Steorn wurden Videostreams veröffentlicht, die zeigen sollten, dass sich das Modell unablässig dreht.<ref>[http://www.zdnet.co.uk/news/emerging-tech/2009/12/15/steorn-shows-revolving-orbo-to-the-public-39938307/ Steorn shows revolving Orbo to the public ], ZDNet, 15 December, 2009</ref>
  
Die Behauptungen der Firma Steorn zu ihren "Orbo-Technologien" widersprechen dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik, der besagt, dass in einem geschlossenen System Energie weder erzeugt noch vernichtet, sondern nur in eine andere Energieform umgewandelt werden kann.<ref>[http://www.theage.com.au/articles/2006/08/19/1155408071307.html Irish energy miracle 'a joke']TheAge, August 20, 2006</ref>
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Die Behauptungen der Firma Steorn zu ihren "Orbo-Technologien" widersprechen dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik. Dieser besagt, dass in einem geschlossenen System Energie weder erzeugt noch vernichtet, sondern nur in eine andere Energieform umgewandelt werden kann.<ref>[http://www.theage.com.au/articles/2006/08/19/1155408071307.html Irish energy miracle 'a joke']TheAge, August 20, 2006</ref>
  
 
==Orbo==
 
==Orbo==
[[image:Orbo.jpg|Orbo-Prinzip (Bild:sTeorn-Video)|300px|thumb]]
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[[image:Orbo.jpg|Orbo-Prinzip (Bild:Steorn-Video)|300px|thumb]]
Die von Steorn erwähnte Wundertechnik wird als "Steorn Orbo Technology" bezeichnet, die auf einer erfundenen "time variant magneto-mechanical interaction"<ref>[http://techcrunch.com/2007/07/04/laws-of-physics-apparently-being-rewritten/ Laws of Physics Apparently Being Rewritten Today], Tech Crunch Jul 4, 2007 </ref>  basiere und dazu geeignet sei, "saubere Energie" für Anwendungen in tragbaren Musikanlagen und Automobilen zu liefern. Es sei eine "over-unity technology", was bedeute, dass mehr Energie erzeugt werde, als zum Betrieb notwenig sei. ''Orbo'' ist eine markenrechtlich geschützte Bildmarke.
 
  
In älteren Veröffentlichungen hatte Steorn behauptet, Energie durch Anwendung einer zeitabhängigen magnetischen Viskosität gewinnen zu können, einem Effekt, den Steorn quasi als Einziger verstanden hätte. Laut Steorn würde das schnelle Zusammenführen von zwei Magneten weniger verbrauchen als das spätere langsame Auseinanderziehen, weil die Magnete nicht ausreichend Zeit zur Neuausrichtung der magnetischen Domänen hätten.
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Die von Steorn erwähnte Wundertechnik wird als "Steorn Orbo Technology" bezeichnet, die auf einer erfundenen "time variant magneto-mechanical interaction"<ref>[http://techcrunch.com/2007/07/04/laws-of-physics-apparently-being-rewritten/ Laws of Physics Apparently Being Rewritten Today], Tech Crunch Jul 4, 2007 </ref>  basiere und dazu geeignet sei, "saubere Energie" für Anwendungen in tragbaren Musikanlagen und Automobilen zu liefern. Es sei eine "over-unity technology", was bedeute, dass mehr Energie erzeugt werde, als zum Betrieb notwendig sei. ''Orbo'' ist eine markenrechtlich geschützte Bildmarke.
  
Bei dem in Dublin vorgeführten eOrbo-Prinzip soll impulsförmig fließender Strom aus einer kleinen Batterie in mehreren kleinen Spulen zu einem Magnetfeld führen, der die anziehenden Kräfte von rotierenden Permanentmagneten in unterschiedlicher Weise beeinflusse: bei Annäherung des rotierenden Permanentmagneten soll die anziehende Kraft maximal sein, während sie in der Phase der Entfernung abnehmen soll. Dazu war in der Vergangenheit bereits eine ''Broken Symmetry''-Hypothese von einem [[Thomas E. Bearden|Tom Bearden]] formuliert worden.<ref>http://www.cheniere.org/references/brokensymmetry.htm</ref> Der jeweilige richtige Moment zum Stromfluss soll dabei durch einen Magnetkontakt (Reedkontakt) bestimmt werden. Durch die Rotation der Permanentmagneten soll gleichzeitig in anderen Spulen ein Stromfluss induziert werden (nach dem bekannten Induktionsgesetz), der nach Gleichrichtung ausreiche, die Batterie wieder zu laden. Gleichzeitig sei die abgegebene elektrische Leistung größer (''overunity'') als die zum Betrieb notwendige Leistung, sodass sich ein Batteriewechsel erübrige.
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In älteren Veröffentlichungen hatte Steorn behauptet, Energie durch Anwendung einer zeitabhängigen magnetischen Viskosität gewinnen zu können, einem Effekt, den Steorn quasi als Einziger verstanden hätte. Demnach wäre es die Anwendung eines physikalisch unmöglichen [[Magnetmotor]]s. Laut Steorn würde das schnelle Zusammenführen von zwei Magneten weniger verbrauchen als das spätere langsame Auseinanderziehen, weil die Magnete nicht ausreichend Zeit zur Neuausrichtung der magnetischen Domänen hätten.
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Bei dem in Dublin vorgeführten eOrbo-Prinzip soll impulsförmig fließender Strom aus einer kleinen Batterie in mehreren kleinen Spulen zu einem Magnetfeld führen, der die anziehenden Kräfte von rotierenden Permanentmagneten in unterschiedlicher Weise beeinflusse: bei Annäherung des rotierenden Permanentmagneten soll die anziehende Kraft maximal sein, während sie in der Phase der Entfernung abnehmen soll. Dazu war in der Vergangenheit bereits eine ''Broken Symmetry''-Hypothese von einem [[Thomas E. Bearden|Tom Bearden]] formuliert worden.<ref>http://www.cheniere.org/references/brokensymmetry.htm</ref> Der jeweils richtige Moment zum Stromfluss soll dabei durch einen Magnetkontakt (Reedkontakt) bestimmt werden. Durch die Rotation der Permanentmagneten soll gleichzeitig in anderen Spulen ein Stromfluss induziert werden (nach dem bekannten Induktionsgesetz), der nach Gleichrichtung ausreiche, die Batterie wieder zu laden. Gleichzeitig sei die abgegebene elektrische Leistung größer (''Overunity'') als die zum Betrieb notwendige Leistung, sodass sich ein Batteriewechsel erübrige.
  
 
==Demonstrationen==
 
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Am 4.&nbsp;Juli 2007 sollte ein Demonstrationsmodell im Londoner ''Kinetica Museum'' (Spitalfields Market) vorgestellt werden. Aufgrund technischer Probleme wurde die Vorstellung verzögert und dann abgesagt. Steorn erklärte anfangs, dass das Modell durch Hitze durch zu helles Scheinwerferlicht gestört worden sei.<ref>[http://www.belfasttelegraph.co.uk/business/irish-firms-display-of-freeenergy-machine-delayed-13456059.html Irish firm's display of 'free-energy' machine delayed], Belfast Telegraph, 5 July 2007</ref> Später hieß es, es wäre zu einem "Treibhauseffekt" im Modell gekommen..<ref>[http://www.nasw.org/users/schirber/bibliography/pdfs/PWAug07_steorn.pdf Harsh light shines on free energy], Physics World August 2007</ref><ref>[http://mashable.com/2009/07/15/internet-hoaxes/ Top 15 Web Hoaxes of All Time], July 15, 2009 by Josh Catone</ref>
 
  
Am 15.&nbsp;Dezember 2009 begann eine vorab in Mitteilungen und einem Video angekündigte Demonstration eines Modells im Dubliner ''Waterways Visitor Centre'', mit gleichzeitigem Angebot von drei Videostreams im Internet (Links: [http://www.steorn.com/iframe-vid11.html] [http://www.steorn.com/iframe-vid12.html] [http://www.steorn.com/iframe-vid13.html]). Die Vorführung des Live-Streams wurde mehrfach unterbrochen. Auch konnten Reinigungskräfte beobachtet werden, die die Demo-Motoren außer Sichtweite brachten, um sie später, nach Reinigung des Aufstellungsorts, wieder zurückzubringen.
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Am 4.&nbsp;Juli 2007 sollte ein Demonstrationsmodell im Londoner ''Kinetica Museum'' (Spitalfields Market) vorgestellt werden. Aufgrund technischer Probleme wurde die Vorstellung verzögert und dann abgesagt. Steorn erklärte anfangs, dass das Modell durch Hitze durch zu helles Scheinwerferlicht gestört worden sei.<ref>[http://www.belfasttelegraph.co.uk/business/irish-firms-display-of-freeenergy-machine-delayed-13456059.html Irish firm's display of 'free-energy' machine delayed], Belfast Telegraph, 5 July 2007</ref> Später hieß es, es wäre zu einem "Treibhauseffekt" im Modell gekommen.<ref>[http://www.nasw.org/users/schirber/bibliography/pdfs/PWAug07_steorn.pdf Harsh light shines on free energy], Physics World August 2007</ref><ref>[http://mashable.com/2009/07/15/internet-hoaxes/ Top 15 Web Hoaxes of All Time], July 15, 2009 by Josh Catone</ref>
  
Das Modell mit Permanentmagneten wird von einer kleinen wiederaufladbaren Batterie angetrieben, die durch den Betrieb kontinuierlich wieder aufgeladen werde und sich so nicht entlade. Steorn gab sogar an, dass das "Orbo 2009"-Modell dreimal soviel Strom liefere, wie es verbrauche und die überschüssige Leistung würde als Wärme freigesetzt. Die Antriebsenergie stamme von den eingesetzten Permanentmagneten (''Orbo is a technology that creates energy from magnetic interactions.'').<ref>[http://www.steorn.com/orbo/what/ What is Orbo?], Steorn Website, retrieved 9 March 2011</ref>  Die Vorführung sollte laut Steorn 6&nbsp;Wochen dauern, mit einer Unterbrechung vom 24.&nbsp;Dezember bis 4.&nbsp;Januar 2010. In den gezeigten Aufnahmen sind keine Messgeräte zu sehen, die die Stromabgabe oder Stromaufnahme der Batterie anzeigen. Eine exakte Energiebilanz wäre laut Steorn wegen der "complexity" des einfachen Motors nicht möglich gewesen. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass das Modell ausschließlich durch die gezeigte wiederaufladbare Batterie (1,2&nbsp;V/10&nbsp;Ah) betrieben wird, ist die Demonstration nicht geeignet, Steorns Behauptungen zu belegen. Mehr Aufschluss könnte nur eine unabhängige Untersuchung ergeben, bei der beispielsweise Ladespannung und Ladestrom der Batterie (oder eines Kondensators hoher Kapazität) über einen längeren Zeitraum kontinuierlich protokolliert werden, um daraus die Energiebilanz des Systems zu ermitteln. Einen Kondensator als Zwischenspeicher für Energie an Stelle der wiederaufladbaren 1Batterie wolle Steorn nach eigenen Angaben nicht erwägen, da Kondensatoren angeblich elektrischen Strom "verzögert" abgeben würden ("Capacitors have a delay in delivering current").<ref>Aussage von Steorn-Chef Sean McCarthy</ref> Tatsächlich sind Kondensatoren jedoch in der Lage, Strom verzögerungsfrei abzugeben.
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Am 15.&nbsp;Dezember 2009 begann eine vorab in Mitteilungen und einem Video angekündigte Demonstration eines Modells im Dubliner ''Waterways Visitor Centre'', mit gleichzeitigem Dargebot von drei Videostreams im Internet (Links: [http://web.archive.org/web/20100110005536/http://www.steorn.com/iframe-vid11.html] [http://web.archive.org/web/20100109193110/http://www.steorn.com/iframe-vid12.html] [http://web.archive.org/web/20100109193209/http://www.steorn.com/iframe-vid13.html]). Die Vorführung des Live-Streams wurde mehrfach unterbrochen. Auch konnten Reinigungskräfte beobachtet werden, die die Demo-Motoren außer Sichtweite brachten, um sie später, nach Reinigung des Aufstellungsorts, wieder zurückzubringen.
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Das Modell mit Permanentmagneten wird von einer kleinen wiederaufladbaren Batterie angetrieben, die durch den Betrieb kontinuierlich wieder aufgeladen werde und sich so nicht entlade. Steorn gab sogar an, dass das "Orbo 2009"-Modell dreimal soviel Strom liefere wie es verbrauche und die überschüssige Leistung würde als Wärme freigesetzt. Die Antriebsenergie stamme von den eingesetzten Permanentmagneten (''Orbo is a technology that creates energy from magnetic interactions.'').<ref>[http://web.archive.org/web/20100623105218/http://www.steorn.com/orbo/what/ What is Orbo? ('''Archiv-Version''')], Steorn Website, retrieved 23 October 2010</ref>  Die Vorführung sollte laut Steorn 6&nbsp;Wochen dauern, mit einer Unterbrechung vom 24.&nbsp;Dezember bis 4.&nbsp;Januar 2010. In den gezeigten Aufnahmen sind keine Messgeräte zu sehen, die die Stromabgabe oder Stromaufnahme der Batterie anzeigen. Eine exakte Energiebilanz wäre laut Steorn wegen der Komplexität ("complexity") der einfachen Motors nicht möglich gewesen. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass das Modell ausschließlich durch die gezeigte wiederaufladbare Batterie (1,2&nbsp;V/10&nbsp;Ah) betrieben wird, ist die Demonstration nicht geeignet, Steorns Behauptungen zu belegen. Mehr Aufschluss könnte nur eine unabhängige Untersuchung ergeben, bei der beispielsweise Ladespannung und Ladestrom der Batterie (oder eines Kondensators hoher Kapazität) über einen längeren Zeitraum kontinuierlich protokolliert werden, um daraus die Energiebilanz des Systems zu ermitteln. Einen Kondensator als Zwischenspeicher für Energie an Stelle der wiederaufladbaren 10&nbsp;Ah-Batterie wolle Steorn nach eigenen Angaben nicht erwägen, da Kondensatoren angeblich elektrischen Strom "verzögert" abgeben würden ("Capacitors have a delay in delivering current").<ref>Aussage von Steorn-Chef Sean McCarthy</ref> Tatsächlich sind Kondensatoren jedoch in der Lage, Strom verzögerungsfrei abzugeben.
  
 
==Überprüfungen==
 
==Überprüfungen==
Eine Gruppe von ausgesuchten Wissenschaftlern, die sich zu einer von Steorn gebildeten Jury zusammenfanden, konnte die Orbo-Technik in Augenschein zu nehmen. Vorsitzender der Jury war Ian MacDonald, eine emeritierter Elektrotechnik-Professor der University of Alberta. Im Juni 2009 kam sie einstimmig zum Ergebnis, dass Steorn keinen Nachweis liefern konnte, Energie in der behaupteten Weise "produzieren" zu können.<ref>''In August 2006 the Irish company Steorn published an advertisement in the Economist announcing the development of "a technology that produces free, clean and constant energy". Qualified experts were sought to form a "jury" to validate these claims. Twenty-two independent scientists and engineers were selected by Steorn to form this jury. It has for the past two years examined evidence presented by the company. The unanimous verdict of the Jury is that Steorn's attempts to demonstrate the claim have not shown the production of energy. The jury is therefore ceasing work. The jury consists of scientists and engineers in relevant fields from Europe and North America, from industry, universities and government laboratories. Information about individual members can be found at http://stjury.ning.com/</ref><ref name="gizmo" /> Die Jury-Mitglieder mussten sich einer Geheimhaltungsklausel unterwerfen.
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Eine Gruppe von ausgesuchten Wissenschaftlern, die sich zu einer von Steorn gebildeten Jury zusammenfanden, konnte die Orbo-Technik in Augenschein nehmen. Vorsitzender der Jury war Ian MacDonald, ein emeritierter Elektrotechnik-Professor der University of Alberta. Im Juni 2009 kam sie einstimmig zum Ergebnis, dass Steorn keinen Nachweis liefern konnte, Energie in der behaupteten Weise "produzieren" zu können.<ref>''In August 2006 the Irish company Steorn published an advertisement in the Economist announcing the development of "a technology that produces free, clean and constant energy". Qualified experts were sought to form a "jury" to validate these claims. Twenty-two independent scientists and engineers were selected by Steorn to form this jury. It has for the past two years examined evidence presented by the company. The unanimous verdict of the Jury is that Steorn's attempts to demonstrate the claim have not shown the production of energy. The jury is therefore ceasing work. The jury consists of scientists and engineers in relevant fields from Europe and North America, from industry, universities and government laboratories. Information about individual members can be found at http://web.archive.org/web/20090625022414/http://stjury.ning.com/ ('''Web-Archiv'''); siehe auch http://dispatchesfromthefuture.com/2009/06/the_jury_is_in_no_free_energy_from_steor.html</ref><ref name="gizmo" /> Die Jury-Mitglieder mussten sich einer Geheimhaltungsklausel unterwerfen.
  
 
==Rezeption==
 
==Rezeption==
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==Steorn Ltd.==
 
==Steorn Ltd.==
 
[[image:SeanMcCarthy.jpg|Sean McCarthy|thumb]]
 
[[image:SeanMcCarthy.jpg|Sean McCarthy|thumb]]
Steorn Ltd. ist eine im Jahr 2000 gegründete Dubliner Kleinfirma. Firmenchef ist der Ire Sean McCarthy (manchmal auch "Shaun David McCarthy" genannt). Als Geschäftsfeld wird angegeben, dass man eine "leading Intellectual Property development company" sei. In der Vergangenheit widmete sich Steorn tatsächlich als "dot com-Firma" dem Internet-Business sowie Techniken, um Fälschungen und Betrug bei Plastikkarten und optischen Datenträgern zu verhindern. Im Oktober 2001 gab Steorn auf seiner Webseite an, eine "specialist service company providing programme management and technical assessment advice for European companies engaging in e-commerce projects" zu sein. Steorn schien an der Entwicklung von Mikrogeneratoren zu arbeiten, die kleine Mengen elektrischer Energie aus Bewegungsenergie gewinnen, etwa für batterielose Armbanduhren. Später wurde ein USB-Hallsensor zur Magnetfeldmessung sowie ein "Magnetic Torque Measurement System" (zur Messung einer "pure torque" von Permanentmagneten) entwickelt und vermarktet.
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Steorn Ltd. war eine im Jahr 2000 gegründete Dubliner Kleinfirma. Firmenchef war der Ire Sean McCarthy (manchmal auch "Shaun David McCarthy" genannt). Als Geschäftsfeld wurde angegeben, dass man eine "leading Intellectual Property development company" sei. In der Vergangenheit widmete sich Steorn tatsächlich als "Dotcom-Firma" dem Internet-Business sowie Techniken, um Fälschungen und Betrug bei Plastikkarten und optischen Datenträgern zu verhindern. Im Oktober 2001 gab Steorn auf seiner Webseite an, eine "specialist service company providing programme management and technical assessment advice for European companies engaging in e-commerce projects" zu sein. Steorn schien an der Entwicklung von Mikrogeneratoren zu arbeiten, die kleine Mengen elektrischer Energie aus Bewegungsenergie gewinnen, etwa für batterielose Armbanduhren. Später wurde ein USB-Hallsensor zur Magnetfeldmessung sowie ein "Magnetic Torque Measurement System" (zur Messung einer "pure torque" von Permanentmagneten) entwickelt und vermarktet.
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Im Jahr 2006 soll Steorn durch Investoren 2,5&nbsp;Millionen Euro eingenommen haben. Insgesamt hatte Steorn mehr als 8&nbsp;Millionen Euro von Investoren erhalten und gab dafür Firmenanteilsscheine aus. Kritiker warfen Steorn vor, lediglich ein geschicktes Marketingunternehmen zu sein, dass durch die Behauptungen das Interesse auf sich selbst lenke, um zukünftige Kunden zu gewinnen.
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Sean McCarthy danke im 14. Februar 2011 als Sekretär(Direktor) von Steorn ab, der neue Vorstand bestand aus den Hauptinvestoren, die zusammen mehr als 10 Millionen in Steorn Anteilen hielten. Am 2. März 2011 wurde eine neue Firma "The Steorn Orbo Trust" gegründet und am 28. März offiziell registriert. <ref>[http://www.scribd.com/doc/52869096/Steorn-B10-20110411 Resignation of McCarthy and new board of directors], Scan of papers</ref>
  
Im Jahr 2006 soll Steorn durch Investoren 2,5&nbsp;Millionen Euro eingenommen haben. Insgesamt hat Steorn mehr als 8&nbsp;Millionen Euro von Investoren erhalten und gab dafür Firmenanteilsscheine aus. Kritiker werfen Steorn vor, lediglich ein geschicktes Marketingunternehmen zu sein, dass durch die Behauptungen das Interesse auf sich selbst lenke, um zukünftige Kunden zu gewinnen.
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Im Juni 2016 teilte das Unternehmen den Aktionären mit, dass es die Erwartungen nicht erfüllen konnte, der Firmengründer Shaun (Seán) McCarthy als CEO abgelöst wurde und dass die Betriebskosten fast 1 Mio. EUR pro Jahr betrugen. Nach Investitionen in Höhe von insgesamt fast 23 Mio. EUR über einen Zeitraum von zehn Jahren beendete das Unternehmen im November 2016 den Betrieb und entließ seine Mitarbeiter, da es keine zusätzlichen Mittel für die Fortführung des Betriebs gab.<ref name="businesspost" />
  
Ein Patent zur Orbo-Technik wurde bislang (Stand: März 2011) Steorn nicht erteilt, ein Patent soll jedoch eingereicht worden sein. Steorn besitzt jedoch mehrere Patente zu Messverfahren von Drehmomenten und "magnetischen Kräften":<ref>[http://v3.espacenet.com/searchResults?bookmarkedResults=true&submitted=true&DB=EPODOC&sf=q&&IA=steorn Steorn search in patent database]</ref>
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Ein Patent zur Orbo-Technik wurde Steorn nicht erteilt, ein Patent sollte jedoch eingereicht worden sein. Steorn besitzt jedoch mehrere Patente zu Messverfahren von Drehmomenten und "magnetischen Kräften":<ref>[http://v3.espacenet.com/searchResults?bookmarkedResults=true&submitted=true&DB=EPODOC&sf=q&&IA=steorn Steorn search in patent database]</ref>
  
 
*PASSIVE MAGNETIC BEARING. Erfinder:  MCCARTHY SEAN [IE] ; FLANAGAN SEAMUS [IE]. Anmelder:  STEORN LTD [IE]. EC: F16C19/10; F16C32/04; IPC:  H02K7/09. US2011001379 (A1) - 2011-01-06
 
*PASSIVE MAGNETIC BEARING. Erfinder:  MCCARTHY SEAN [IE] ; FLANAGAN SEAMUS [IE]. Anmelder:  STEORN LTD [IE]. EC: F16C19/10; F16C32/04; IPC:  H02K7/09. US2011001379 (A1) - 2011-01-06
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Aktuelle Version vom 14. April 2022, 20:37 Uhr

Orbo-Modell
Anzeige von Steorn in The economist

Steorn Ltd. ist der Name einer gescheiterten irischen Firma aus Dublin, die behauptet, ein "Orbo" genanntes Perpetuum Mobile realisiert zu haben, das in der Lage sei, entgegen den Gesetzen der Physik Energie in prinzipiell unbegrenzter Menge zur Verfügung zu stellen. Im November 2016 geriet die Firma in die Insolvenz und wurde geschlossen.[1][2]

Steorn machte im August 2006 in einer viel beachteten Großanzeige in der englischen Zeitung "The Economist"[3] auf sich aufmerksam. Darin wurde behauptet, dass Steorn eine Technologie entwickelt habe, die in der Lage sei, freie, saubere und beständige ("free, clean and constant energy"[4]) zur Verfügung zu stellen und dass man Wissenschaftler dazu auffordere, die Technologie zu prüfen und die Ergebnisse zu verkünden. Die Annonce muss laut Anzeigenpreisliste der Zeitung etwa 125.000 Euro gekostet haben (£ 85.200).

Mehrere Versuche, ein funktionierendes Orbo-PM der Öffentlichkeit zu demonstrieren, scheiterten. Eine Gruppe von Wissenschaftlern, denen es gestattet war, die Vorrichtung in Augenschein zu nehmen, konnte keine Anzeichen einer Energieerzeugung "aus dem Nichts" erkennen.[5]

Am 15. Dezember 2009 wurde in Dublin (Waterways Centre Building) ein angeblich funktionierendes Orbo-Modell aus Plexiglas vorgestellt. Auf der Internetseite von Steorn wurden Videostreams veröffentlicht, die zeigen sollten, dass sich das Modell unablässig dreht.[6]

Die Behauptungen der Firma Steorn zu ihren "Orbo-Technologien" widersprechen dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik. Dieser besagt, dass in einem geschlossenen System Energie weder erzeugt noch vernichtet, sondern nur in eine andere Energieform umgewandelt werden kann.[7]

Orbo

Orbo-Prinzip (Bild:Steorn-Video)

Die von Steorn erwähnte Wundertechnik wird als "Steorn Orbo Technology" bezeichnet, die auf einer erfundenen "time variant magneto-mechanical interaction"[8] basiere und dazu geeignet sei, "saubere Energie" für Anwendungen in tragbaren Musikanlagen und Automobilen zu liefern. Es sei eine "over-unity technology", was bedeute, dass mehr Energie erzeugt werde, als zum Betrieb notwendig sei. Orbo ist eine markenrechtlich geschützte Bildmarke.

In älteren Veröffentlichungen hatte Steorn behauptet, Energie durch Anwendung einer zeitabhängigen magnetischen Viskosität gewinnen zu können, einem Effekt, den Steorn quasi als Einziger verstanden hätte. Demnach wäre es die Anwendung eines physikalisch unmöglichen Magnetmotors. Laut Steorn würde das schnelle Zusammenführen von zwei Magneten weniger verbrauchen als das spätere langsame Auseinanderziehen, weil die Magnete nicht ausreichend Zeit zur Neuausrichtung der magnetischen Domänen hätten.

Bei dem in Dublin vorgeführten eOrbo-Prinzip soll impulsförmig fließender Strom aus einer kleinen Batterie in mehreren kleinen Spulen zu einem Magnetfeld führen, der die anziehenden Kräfte von rotierenden Permanentmagneten in unterschiedlicher Weise beeinflusse: bei Annäherung des rotierenden Permanentmagneten soll die anziehende Kraft maximal sein, während sie in der Phase der Entfernung abnehmen soll. Dazu war in der Vergangenheit bereits eine Broken Symmetry-Hypothese von einem Tom Bearden formuliert worden.[9] Der jeweils richtige Moment zum Stromfluss soll dabei durch einen Magnetkontakt (Reedkontakt) bestimmt werden. Durch die Rotation der Permanentmagneten soll gleichzeitig in anderen Spulen ein Stromfluss induziert werden (nach dem bekannten Induktionsgesetz), der nach Gleichrichtung ausreiche, die Batterie wieder zu laden. Gleichzeitig sei die abgegebene elektrische Leistung größer (Overunity) als die zum Betrieb notwendige Leistung, sodass sich ein Batteriewechsel erübrige.

Demonstrationen

Steorn Demo.jpg
Steorn9.jpg
Unterbrechung

Am 4. Juli 2007 sollte ein Demonstrationsmodell im Londoner Kinetica Museum (Spitalfields Market) vorgestellt werden. Aufgrund technischer Probleme wurde die Vorstellung verzögert und dann abgesagt. Steorn erklärte anfangs, dass das Modell durch Hitze durch zu helles Scheinwerferlicht gestört worden sei.[10] Später hieß es, es wäre zu einem "Treibhauseffekt" im Modell gekommen.[11][12]

Am 15. Dezember 2009 begann eine vorab in Mitteilungen und einem Video angekündigte Demonstration eines Modells im Dubliner Waterways Visitor Centre, mit gleichzeitigem Dargebot von drei Videostreams im Internet (Links: [1] [2] [3]). Die Vorführung des Live-Streams wurde mehrfach unterbrochen. Auch konnten Reinigungskräfte beobachtet werden, die die Demo-Motoren außer Sichtweite brachten, um sie später, nach Reinigung des Aufstellungsorts, wieder zurückzubringen.

Das Modell mit Permanentmagneten wird von einer kleinen wiederaufladbaren Batterie angetrieben, die durch den Betrieb kontinuierlich wieder aufgeladen werde und sich so nicht entlade. Steorn gab sogar an, dass das "Orbo 2009"-Modell dreimal soviel Strom liefere wie es verbrauche und die überschüssige Leistung würde als Wärme freigesetzt. Die Antriebsenergie stamme von den eingesetzten Permanentmagneten (Orbo is a technology that creates energy from magnetic interactions.).[13] Die Vorführung sollte laut Steorn 6 Wochen dauern, mit einer Unterbrechung vom 24. Dezember bis 4. Januar 2010. In den gezeigten Aufnahmen sind keine Messgeräte zu sehen, die die Stromabgabe oder Stromaufnahme der Batterie anzeigen. Eine exakte Energiebilanz wäre laut Steorn wegen der Komplexität ("complexity") der einfachen Motors nicht möglich gewesen. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass das Modell ausschließlich durch die gezeigte wiederaufladbare Batterie (1,2 V/10 Ah) betrieben wird, ist die Demonstration nicht geeignet, Steorns Behauptungen zu belegen. Mehr Aufschluss könnte nur eine unabhängige Untersuchung ergeben, bei der beispielsweise Ladespannung und Ladestrom der Batterie (oder eines Kondensators hoher Kapazität) über einen längeren Zeitraum kontinuierlich protokolliert werden, um daraus die Energiebilanz des Systems zu ermitteln. Einen Kondensator als Zwischenspeicher für Energie an Stelle der wiederaufladbaren 10 Ah-Batterie wolle Steorn nach eigenen Angaben nicht erwägen, da Kondensatoren angeblich elektrischen Strom "verzögert" abgeben würden ("Capacitors have a delay in delivering current").[14] Tatsächlich sind Kondensatoren jedoch in der Lage, Strom verzögerungsfrei abzugeben.

Überprüfungen

Eine Gruppe von ausgesuchten Wissenschaftlern, die sich zu einer von Steorn gebildeten Jury zusammenfanden, konnte die Orbo-Technik in Augenschein nehmen. Vorsitzender der Jury war Ian MacDonald, ein emeritierter Elektrotechnik-Professor der University of Alberta. Im Juni 2009 kam sie einstimmig zum Ergebnis, dass Steorn keinen Nachweis liefern konnte, Energie in der behaupteten Weise "produzieren" zu können.[15][5] Die Jury-Mitglieder mussten sich einer Geheimhaltungsklausel unterwerfen.

Rezeption

Die Anzeige im Economist und die Behauptungen von Steorn fanden in mehreren Ländern einen Widerhall in Zeitungsartikeln und bei Bloggern. Artikel in wissenschaftlichen Fachzeitschriften liegen nicht vor (Stand März 2011).

Steorn Ltd.

Sean McCarthy

Steorn Ltd. war eine im Jahr 2000 gegründete Dubliner Kleinfirma. Firmenchef war der Ire Sean McCarthy (manchmal auch "Shaun David McCarthy" genannt). Als Geschäftsfeld wurde angegeben, dass man eine "leading Intellectual Property development company" sei. In der Vergangenheit widmete sich Steorn tatsächlich als "Dotcom-Firma" dem Internet-Business sowie Techniken, um Fälschungen und Betrug bei Plastikkarten und optischen Datenträgern zu verhindern. Im Oktober 2001 gab Steorn auf seiner Webseite an, eine "specialist service company providing programme management and technical assessment advice for European companies engaging in e-commerce projects" zu sein. Steorn schien an der Entwicklung von Mikrogeneratoren zu arbeiten, die kleine Mengen elektrischer Energie aus Bewegungsenergie gewinnen, etwa für batterielose Armbanduhren. Später wurde ein USB-Hallsensor zur Magnetfeldmessung sowie ein "Magnetic Torque Measurement System" (zur Messung einer "pure torque" von Permanentmagneten) entwickelt und vermarktet.

Im Jahr 2006 soll Steorn durch Investoren 2,5 Millionen Euro eingenommen haben. Insgesamt hatte Steorn mehr als 8 Millionen Euro von Investoren erhalten und gab dafür Firmenanteilsscheine aus. Kritiker warfen Steorn vor, lediglich ein geschicktes Marketingunternehmen zu sein, dass durch die Behauptungen das Interesse auf sich selbst lenke, um zukünftige Kunden zu gewinnen.

Sean McCarthy danke im 14. Februar 2011 als Sekretär(Direktor) von Steorn ab, der neue Vorstand bestand aus den Hauptinvestoren, die zusammen mehr als 10 Millionen in Steorn Anteilen hielten. Am 2. März 2011 wurde eine neue Firma "The Steorn Orbo Trust" gegründet und am 28. März offiziell registriert. [16]

Im Juni 2016 teilte das Unternehmen den Aktionären mit, dass es die Erwartungen nicht erfüllen konnte, der Firmengründer Shaun (Seán) McCarthy als CEO abgelöst wurde und dass die Betriebskosten fast 1 Mio. EUR pro Jahr betrugen. Nach Investitionen in Höhe von insgesamt fast 23 Mio. EUR über einen Zeitraum von zehn Jahren beendete das Unternehmen im November 2016 den Betrieb und entließ seine Mitarbeiter, da es keine zusätzlichen Mittel für die Fortführung des Betriebs gab.[1]

Ein Patent zur Orbo-Technik wurde Steorn nicht erteilt, ein Patent sollte jedoch eingereicht worden sein. Steorn besitzt jedoch mehrere Patente zu Messverfahren von Drehmomenten und "magnetischen Kräften":[17]

  • PASSIVE MAGNETIC BEARING. Erfinder: MCCARTHY SEAN [IE] ; FLANAGAN SEAMUS [IE]. Anmelder: STEORN LTD [IE]. EC: F16C19/10; F16C32/04; IPC: H02K7/09. US2011001379 (A1) - 2011-01-06
  • TORQUE MEASUREMENT SYSTEM. Erfinder: MCCARTHY SEAN [IE]. Anmelder: STEORN LTD [IE]. ECLA: G01P3/486; G01D5/347C. WO2009087476 (A2) - 2009-07-16
  • SYSTEM AND METHOD FOR MEASURING ENERGY IN MAGNETIC INTERACTIONS. Erfinder: MCCARTHY SEAN DAVID [IE]; SIMPSON ALAN [IE]. Anmelder: STEORN LTD [IE]. ECLA: G01R33/038B; G01R33/038. IPC: G01R33/12; G01L3/00; G01R19/00. US2009009157 (A1) 2009-01-08
  • SYSTEM AND METHOD FOR MEASURING INTERACTION OF LOADS. Erfinder: MCCARTHY SHAUN DAVID [IE]; DALY MICHAEL ANDREW [IE]. Anmelder: STEORN LTD [IE]; MCCARTHY SHAUN DAVID [IE]. ECLA: G01L3/10; G01M13/02H IPC: G01L3/04; G01L3/10; G01L25/00. WO2008020424 (A1) — 2008-02-21
  • LOW ENERGY MAGNETIC ACTUATOR. Erfinder: MCCARTHY SHAUN DAVID [IE]; SIMPSON ALAN [IE]. Anmelder: STEORN LTD [IE]; MCCARTHY SHAUN DAVID [IE]. ECLA: H01F7/02A; H01F7/02B4. IPC: (IPC1-7): H01F7/02. WO2006035419 (A1) - 2006-04-06

Anderssprachige Psiram-Artikel

Zeitungsartikel

Weblinks

Quellennachweise

  1. 1,0 1,1 https://www.businesspost.ie/business/power-off-steorn-finally-energy-e23-million-funding-370313
  2. http://dispatchesfromthefuture.com/2016/11/steorn-liquidates/
  3. The Economist, Anzeige vom 19. August 2006
  4. Archive page of the Orbo claim
  5. 5,0 5,1 Irish 'energy for nothing' gizmo fails jury vetting, Irish Times Wed 06 Jun 2009
  6. Steorn shows revolving Orbo to the public , ZDNet, 15 December, 2009
  7. Irish energy miracle 'a joke'TheAge, August 20, 2006
  8. Laws of Physics Apparently Being Rewritten Today, Tech Crunch Jul 4, 2007
  9. http://www.cheniere.org/references/brokensymmetry.htm
  10. Irish firm's display of 'free-energy' machine delayed, Belfast Telegraph, 5 July 2007
  11. Harsh light shines on free energy, Physics World August 2007
  12. Top 15 Web Hoaxes of All Time, July 15, 2009 by Josh Catone
  13. What is Orbo? (Archiv-Version), Steorn Website, retrieved 23 October 2010
  14. Aussage von Steorn-Chef Sean McCarthy
  15. In August 2006 the Irish company Steorn published an advertisement in the Economist announcing the development of "a technology that produces free, clean and constant energy". Qualified experts were sought to form a "jury" to validate these claims. Twenty-two independent scientists and engineers were selected by Steorn to form this jury. It has for the past two years examined evidence presented by the company. The unanimous verdict of the Jury is that Steorn's attempts to demonstrate the claim have not shown the production of energy. The jury is therefore ceasing work. The jury consists of scientists and engineers in relevant fields from Europe and North America, from industry, universities and government laboratories. Information about individual members can be found at http://web.archive.org/web/20090625022414/http://stjury.ning.com/ (Web-Archiv); siehe auch http://dispatchesfromthefuture.com/2009/06/the_jury_is_in_no_free_energy_from_steor.html
  16. Resignation of McCarthy and new board of directors, Scan of papers
  17. Steorn search in patent database