Sprengungshypothesen zum 11. September 2001

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Artikel beim russischen Staatsmedium RT Deutsch, der Verschwörungstheorien zum Anschlag auf das World Trade Center 2001 verbreitet

Zu den Verschwörungstheorien um die Terroranschläge am 11. September 2001 gehören auch Behauptungen, Hochhäuser des World Trade Centers (WTC) seien mit Sprengstoff zum Einsturz gebracht worden.

Dabei geht es um drei Gebäude:

  • WTC 1 (Nordturm) und WTC 2 (Südturm) waren von Flugzeugen getroffen worden und kollabierten infolge der Brandschäden nach 1 h 42 min bzw. 56 min.
  • Herabfallende Trümmer des WTC 1 hatten auch das Gebäude 7 schwer beschädigt und Brände ausgelöst. Aufgrund zerstörter Hauptwasserleitungen, einer ausgefallenen Sprinkleranlage und unzugänglicher Brandherde wurde auf eine Feuerbekämpfung verzichtet; daher stürzte am späten Nachmittag auch das WTC 7 ein.

2002 erhielt das National Institute of Standards and Technology (NIST) einen Untersuchungsauftrag, den es in Einzelaufgaben unterteilte und an Experten verschiedener Fachrichtungen delegierte. In der Folge erschienen mehrere Berichte. Der Abschlussbericht für das WTC 7 wurde am 21. August 2008 veröffentlicht.

Diverse Verschwörungsideologen stellen den Wahrheitsgehalt dieser Analysen in Frage und vertreten die These, die Hochhäuser seien nicht aufgrund von Brandschäden kollabiert, sondern gesprengt worden. Zur Begründung verweisen sie u.a. auf angeblich wissenschaftliche Kritik an den offiziellen Darstellungen. Die Liste der behaupteten Unregelmäßigkeiten ist sehr lang; dieser Artikel beschränkt sich auf die Darstellung einiger in der Truther-Szene besonders populärer Theorien und ihrer Schwachstellen. Die folgenden Zitate wurden Beiträgen auf der Webseite NachDenkSeiten von Paul Schreyer [1] und Peter Becker [2] entnommen:

[Hervorhebungen in Zitaten wurden nachträglich hinzugefügt]

Behauptungen zu "Nanothermit im Trümmerstaub

Der dänische Chemiker Niels Holger Harrit behauptet, dass :„... thermitisches, hochenergetisches Material im Staub der zerstörten Türme gefunden wurde – eine Substanz, die den beobachteten Zusammenbruch tatsächlich hätte auslösen können.“ [3] Harrit wurde später von Paul Schreyer zitiert.

Die auf den ersten Blick seriös anmutende Quelle, das "Bentham Open Chemical Physics Journal", soll den Leser glauben machen, Schreyers Behauptungen seien wissenschaftlich belegt. Eine kritische Quellenprüfung ergibt jedoch das Gegenteil:

  • Das Medium der Veröffentlichung hat keinerlei wissenschaftliche Reputation
  • Dem Autor Harrit wurden methodische Fehler nachgewiesen
  • Seine Behauptungen wurden durch eine fachgerechte forensische Analyse widerlegt

Publikationen der Bentham Publishing Gruppe gelten als nicht zitierbar:

"Anhänger verschiedener Verschwörungstheorien verweisen dabei gerne darauf, dass die Zeitschriften der Bentham publishing Gruppe doch einem Peer Review Prozess folgen und also voll zitierfähig seien. Bei einer näheren Betrachtung scheint es mit dem Review aber nicht allzu weit her zu sein, denn in einer Schwesterzeitschrift, dem The Open Information Science Journal, gelang es einem Autor ohne Probleme, einen vollkommen computergenerierten Text unterzubringen." [4]

Die französische Chemikerin Marie-Paule Pileni trat als Chefredakteurin des Open Chemical Physics Journal zurück, da der Artikel von Harrit ohne ihre Kenntnis erschienen sei und nichts mit Physik oder Chemie zu tun habe.[5] Niels Holger Harrit waren methodische Fehler unterlaufen. Ein fachkundiger Kritiker schrieb dazu:

"Die Frage, ob der Sauerstoff nun an Aluminium oder an Silizium gebunden ist, zeigt meiner Meinung nach eigentlich nur eines: Dass die Autoren sich absolut keine Gedanken über die möglichen Formen gemacht haben, in denen die Elemente auftreten. Als Alumosilikate treten sie nämlich gemeinsam in einem Mineral auf. Erstaunlich, dass diese Erkenntnis bei der im Autorenteam versammelten wissenschaftlichen Kompetenz nicht aufgekommen ist. … Mit Hilfe einer Röntgenanalytik, die sich auf die charakteristischen Röntgenstrahlen der Elemente stützt, auf die Art der Bindung oder eventuelle elementare Form zu schließen, halte ich für schlicht und ergreifend unmöglich. Ich vermisse in diesem Zusammenhang auch ein einfaches Elementverteilungsbild derselben Position vor und nach der MEK Behandlung. Nur dann kann man auch wirklich über eine eventuell erfolgte Elementverlagerung urteilen. Leider wurden vor der MEK-Behandlung keine Elementverteilungsbilder und nach der MEK-Behandlung keine Elementspektren (von derselben Stelle) aufgezeichnet. Das erschwert den Vergleich in meinen Augen absolut unnötig (oder sollte das beabsichtigt sein?)."[4]

Die American Academy of Forensic Science wollte die Ergebnisse überprüfen und bat um Proben des untersuchten Trümmerstaubs – vergebens! Daraufhin beschaffte die AAFS sich Staubproben vom WTC-Gelände aus der Zeit unmittelbar nach dem Terroranschlag aus einer anderen Quelle. Das Ergebnis der Kontrolluntersuchung ist eindeutig:  

"There is no evidence of individual elemental aluminum particles of any size in the red/gray chips, therefore the red layer of the red/gray chips is not thermite or nano-thermite."[6]

Paul Schreyer und die NachDenkSeiten verschweigen, dass Harrits Behauptungen widerlegt sind.

Behauptungen zu "Geschmolzenem Stahl"

Angeblich wurde „...geschmolzener Stahl im Schutt der zerstörten Türme entdeckt... – unerklärlich, wenn die Ursache des Kollapses allein die beobachteten Feuer gewesen wären, denen die nötige Temperatur fehlte, um Stahl zu schmelzen.“ [2]

Für diese Behauptungen werden im allgemeinen zwei Quellen genannt: 1. Angebliche Zeugenaussagen 2. Der Appendix C eines Berichts der FEMA (Federal Emergency Management Agency) von Prof. Jonathan Barnett aus dem Jahr 2002

Zu Punkt 1: Die angeblichen Zeugenaussagen erwiesen sich durchweg als anekdotenhafte Erzählungen, die keiner Überprüfung standhalten:

"To finish, none of these stories prove there was molten (as in liquid) steel at the WTC. There's no evidence temperatures were hot enough to produce that (whatever the energy source), and some of the stories claiming "molten steel" have built-in implausibilities. There was certainly glowing metal, but this only indicates temperatures within the range of a fire."[7]

Nur Fachleute können sicher erkennen, ob es sich bei einem aus der Schmelze heraus erstarrenden Material um Stahl handelt. Bestätigungen von Experten liegen nicht vor.

Zu Punkt 2: Der oben erwähnte Appendix C erlangte seine Brisanz durch Fehlinterpretationen des folgenden Absatzes:

"The severe corrosion and subsequent erosion of Samples 1 and 2 are a very unusual event. No clear explanation for the source of the sulfur has been identified. The rate of corrosion is also unknown. It is possible that this is the result of long-term heating in the ground following the collapse of the buildings. It is also possible that the phenomenon started prior to collapse and accelerated the weakening of the steel structure. A detailed study into the mechanisms of this phenomenon is needed to determine what risk, if any, is presented to existing steel structures exposed to severe and long-burning fires." [8]

Die Fehldeutung, es sei darin von geschmolzenem Stahl die Rede, beruht auf Unverständnis:

"Evidence of a severe high temperature corrosion attack on the steel, including oxidation and sulfidation with subsequent intergranular melting, was readily visible in the near-surface microstructure. A liquid eutectic mixture containing primarily iron, oxygen, and sulfur formed during this hot corrosion attack on the steel. This sulfur-rich liquid penetrated preferentially down grain boundaries of the steel, severely weakening the beam and making it susceptible to erosion. The eutectic temperature for this mixture strongly suggests that the temperatures in this region of the steel beam approached 1,000° C (1,800°F), which is substantially lower than would be expected for melting this steel."[8]

Aus dem Zitat geht hervor, dass nur ein Eutektikum seinen Schmelzpunkt überschritten hatte. Typisch für Eutektika sind – niedrige Schmelztemperaturen. Die Schmelztemperatur von Stahl wurde nicht erreicht.

Der Autor des Anhangs zum FEMA-Bericht, Prof. Barnett, hat sich zudem 2007 explizit von der Sprengungshypothese distanziert:

"Those were early observations. Since then, a metallurgical study was completed (see the ASCE/FEMA BPAT report) … having looked at the debris myself, I saw no sign of an explosion or explosions. The collapse of towers 1 and 2 occurred exactly as one would expect from a fire... I don't know what else to say."[9]

Verschwörungsideologen können zudem einen Widerspruch nicht aufklären: Wären tatsächlich Tonnen von Stahl geschmolzen, so hätte man diesen im Verlaufe der Bergungsarbeiten in einer aus dem Fließvorgang heraus erstarrten Form vorfinden müssen. Gefunden wurde nichts dergleichen!

Fazit: Es gibt keine Hinweise auf geschmolzenen Stahl.

Vorwurf der Geheimhaltung von Ermittlungsdaten

Peter Becker durfte auf den NachDenkSeiten schreiben: „Bürger, die auf der Basis des Freedom of Information Act (FoIA) die Ergebnisse der behördlichen Untersuchung herausgeklagt hatten, richteten daraufhin zahlreiche Anfragen an das NIST. Doch mit Beschluss vom 9. Juli 2009 verweigerte dessen neuer Direktor die Herausgabe aller Daten, die Herausgabe könne die öffentliche Sicherheit gefährden („might jeopardize public safety“).“[2]

Die Formulierung, der NIST-Direktor verweigere die Herausgabe „aller Daten“, soll den Leser glauben lassen, es würden tatsächlich alle oder zumindest so viele und wichtige Daten unter Verschluss gehalten, dass eine unabhängige Überprüfung nicht möglich sei.

Das trifft nicht zu:

  • Nur ein Teil der Daten wird zurückgehalten.
  • Das NIST musste diese Entscheidung vor Gericht verteidigen. Die ausführliche Begründung, von der Becker nur vier Worte zitiert, ist angesichts der zeitlichen Umstände überzeugend.
  • Die öffentlich zugänglichen Daten lassen sehr wohl Überprüfungen von unabhängiger Seite zu. Solche Simulationsrechnungen sind durchgeführt und die Ergebnisse veröffentlicht worden.

Der Anteil der zurückgehaltenen Daten geht aus einem Gerichtsurteil hervor:

"Overall, NIST produced a total of 25,644 data files responsive to Quick's request and withheld a total of 68,500 data files".Referenzfehler: Ungültige Verwendung von <ref>: Der Parameter „name“ ist ungültig oder zu lang.

(Quick ist der Name des Klägers, der die Herausgabe aller Daten erreichen wollte.)

Der Öffentlichkeit wurden also durchaus Daten zur Verfügung gestellt.

Die Zurückhaltung eines Teils der Daten wurde angefochten und musste sich einer gerichtlichen Überprüfung stellen. Die Urteilsbegründung des United States District Court, District of Columbia, ist lesenswert:

"Reduced to layman's terms, the difference between the information that was released and the information that was withheld is that the released data files contain structural models based on information generally available to building designers and engineers, whereas the withheld data files contain information that could be used to predict the collapse of a building and, if made available to a person with the appropriate level of expertise, would provide instruction to individuals wanting to learn how to simulate building collapses and how to most effectively destroy large buildings." [10]

Die Modellierung der Einsturzvorgänge erwies sich als eine anspruchsvolle Aufgabe. Die schlechte Datenlage (kaum mehr als ein Haufen Schutt, teilweise veraltete Bauunterlagen und unscharfe Videos) stellte die Ermittler vor große Herausforderungen. Neue Methoden mussten entwickelt werden, neue Erkenntnisse wurden gewonnen. Dieses Wissen vollständig offenzulegen hätte gegebenenfalls bedeutet, potentiellen Terroristen die Planung weiterer Anschläge zu erleichtern.

Becker erweckt des Weiteren den Eindruck, die Geheimhaltung eines Teils der Ergebnisse mache eine Überprüfung unmöglich. In Wahrheit ist der Umfang offengelegter Daten zusammen mit anderen, öffentlich zugänglichen Informationen für Simulationsrechnungen von unabhängiger Seite ausreichend:

"WTC-7's blue prints are on file with the city. Anyone can hire an engineering firm to model the building in a computer, and then from there someone can run every scenario they can think of to bring it down … You don't need the NIST."[11]

Verschwörungsideologen verschweigen aus gutem Grund, dass diese Möglichkeiten längst genutzt wurden:

"I point this out because engineering students in Japan and other countries have done this already." [11]

So führte z.B. Prof. Daigoro vom Department of Engineering Mechanics and Energy der University of Tsukuba eine “Aircraft Impact Simulation of the WTC tower for Investigation on True Cause of the Total Collapse” durch. Das Ergebnis waren neue Vorschläge zu Details der Analyse; zu wesentlich anderen Schlussfolgerungen als das NIST kam er jedoch nicht:

"The assumptions of member joint strength given in this work may not be sufficient for making any clear statements. However, there is a possibility that the spring-back phenomenon due to rapid unloading caused by aircraft impact acted as a fatal cause of the total collapse of the WTC towers. Further numerical investigations performed by explicitly modeling the behaviors of member joints, and also for the case of WTC 1 are in progress." [12]

Diese Arbeiten basieren u.a. auf Daten aus den offiziellen Berichten:

"The numerical model is constructed based on the information from the FEMA report."[13]

Die Behauptung, das NIST verhindere durch Geheimhaltung von Daten eine Überprüfung seiner Ergebnisse, ist gegenstandslos.

"Simulationsrechnungen brechen vorzeitig ab"

Wie viele andere Verschwörungsideologen behauptet auch Paul Schreyer:

„Das für die offizielle Untersuchung der Einstürze eingesetzte National Institute of Standards and Technology räumte jedoch in einer Fußnote seines 300 Seiten starken Abschlussberichts überraschenderweise ein, dass seine Untersuchung sich auf den „Zeitablauf vom Einschlag der Flugzeuge bis zum Beginn des Zusammenbruchs jedes Turms“ konzentrierte und sie daher „kaum Analysen des strukturellen Verhaltens der Türme nach dem Beginn des Zusammenbruchs“ enthielt.“ [1]

Damit vermittelt er die folgenden Botschaften:

  • Das NIST habe ein Versäumnis „einräumen“ müssen, nämlich dass der Umfang der Analysen zu klein und der Untersuchungsauftrag somit unvollständig erfüllt sei.
  • Dies werde „überraschenderweise“ in einer Fußnote eines Berichts erwähnt (wodurch der Leser den Eindruck gewinnt, im Bericht selbst werde diese Frage ausgespart).

Beides ist unwahr:

  • Es wurde genau der Umfang an Simulationen erstellt, der zur Erfüllung des Untersuchungsauftrags erforderlich war.
  • Der Umfang der Analysen wird schon in den einführenden Kapiteln mehrfach und an jeweils prominenter Stelle begründet.

Schreyer bezieht sich auf die folgende Fußnote:

"The focus of the investigation was on the sequence of events from the instant of aircraft impact to the initiation of collapse for each tower. For brevity in this report, this sequence is referred to as the "probable collapse sequence," although it includes little analysis of the structural behavior of the tower after the conditions for collapse initiation were reached and collapse became inevitable."[14], S. xxxvii

Welche Ziele hatten die Untersuchungen des NIST? Das NIST hatte den Auftrag, die Ursachen der Einstürze zu ermitteln, um für die Zukunft vorbeugende Maßnahmen vorzuschlagen.

Schon die Vorgängerorganisation der Untersuchungskommission, das „Building Performance Study Team“, hatte sich ganz auf die Frage konzentriert, welches die Ursachen der Einstürze waren und wie Gebäude sicherer gemacht werden können:

"The Building Performance Study Team issued its report in May 2002, fulfilling its goal "to determine probable failure mechanisms and to identify areas of future investigation that could lead to practical measures for improving the damage resistance of buildings against such unforeseen events." [14], S. xxix

Auch das NIST sollte Vorschläge zur Verbesserung von Sicherheitsstandards erarbeiten:

"The desired outcomes are to make buildings, occupants, and first responders safer in future disaster events." [14], S. xxxiii

Für diesen Untersuchungsauftrag ist vorrangig relevant, welche Faktoren den Einsturz begünstigten bzw. ihn hätten verhindern können. Das ist der Grund, warum alle Beschreibungen der Untersuchungsziele die Phase zwischen dem Einschlag der Flugzeuge und dem beginnenden, nicht mehr abwendbaren Einsturz in den Mittelpunkt stellen:

"To meet these goals … NIST and its contractors … analyzed 236 pieces of steel that were obtained from the wreckage; performed laboratory tests, measured material properties, and performed computer simulations of the sequence of events that happened from the instant of aircraft impact to the initiation of collapse for each tower." [14], S. xxxvi

Eine genauere Untersuchung der späten Einsturzphasen verspricht keine Erkenntnisse, die zur Verhinderung zukünftiger Katastrophen beitragen können. In anderen Worten: Ziel war es herauszufinden, wie es überhaupt zum Einsturz kommen konnte. Details des Zusammenbruchs (z.B. die Frage, ob bestimmte Gebäudetrümmer in die eine oder andere Himmelsrichtung fielen) sind im Kontext dieser Zielstellung von untergeordnetem Interesse. Das ist der wichtigste Grund, warum die Simulationsrechnungen mit dem Beginn des Einsturzvorgangs enden:

"Simulations of the behavior of each tower on September 11, 2001, in four steps:
1. The aircraft impact into the tower, the resulting distribution of aviation fuel, and the damage to the structure, partitions, thermal insulation materials, and building contents.
2. The evolution of multi-floor fires.
3. The heating and consequent weakening of the structural elements by the fires.
4. The response of the damaged and heated building structure, and the progression of structural component failures leading to the initiation of the collapse of the towers." [14], S. xxxvii

Hinzu kam, dass schon der Versuch, die Vorgänge bis zum Einsturzbeginn rechnerisch zu simulieren, an die Grenzen des technisch Machbaren führte:

"Early in the effort, it became clear to both NIST and to ARA, Inc., the NIST contractor that performed the aircraft impact simulations, that the model had to "fit" on a state-of-the-art computer cluster and to run within weeks rather than months." [14], S. 94

Um die Rechenzeiten auf ein vertretbares Maß zu beschränken, mussten Schwerpunkte gesetzt werden. So wurden z.B. die Bereiche um die Einschlagstellen der Flugzeuge mit hoher Genauigkeit berechnet; für andere Bereiche wurde eine verminderte Genauigkeit für ausreichend gehalten:

"To minimize the model size while keeping sufficient fidelity in the impact zone to capture the building deformations and damage distributions, various tower components were depicted with different meshes (different levels of refinement). For example, tower components in the path of the impact and debris field were represented with a fine mesh (higher resolution) to capture the local impact damage and failure, while components outside the impact zone were depicted more coarsely, simply to capture their structural stiffness and inertial properties." [14], S.94

Die damals verfügbaren Rechnerkapazitäten zwangen zur Konzentration auf das Wesentliche:

"The results were a simulation of the structural deterioration of each tower from the time of aircraft impact to the time at which the building became unstable, i.e., was poised for collapse." [14], S. 143

Späte, für die Auftragserfüllung nicht relevante Einsturzphasen hätten vollkommen eigenständig modelliert werden müssen, was den Gesamtaufwand vervielfacht hätte. Dazu bestand kein Grund, weil der Auftrag, technische Grundlagen für Vorschläge zur Erhöhung der Einsturzsicherheit zu schaffen, mit Abschluss der durchgeführten Simulationen erfüllt war.

Es wäre darüber hinaus auch technisch sinnlos gewesen. Denn je später die Phase des Einsturzes, umso größer der Einfluss von Zufällen. In welche Richtung z.B. eine Tragsäule bei Überlastung wegknickt, hat großen Einfluss auf die weitere Deformation des Gebäudes, lässt sich durch Berechnungen aber prinzipiell nicht vorhersagen:

"Once simulation of the global collapse of WTC 7 was underway, there was a great increase in the uncertainty in the progression of the collapse sequence, due to the random nature of the interaction, break up, disintegration, and falling debris. The uncertainties deriving from these random processes increasingly influenced the deterministic physics-based collapse process, and the details of the progression of the horizontal failure and final global collapse were increasingly less precise."[15], Seite 44

Alle Versuche, späte Phasen der Einsturzverläufe zu simulieren, sind notwendigerweise ungenau und nahezu ohne Aussagekraft über das tatsächliche Geschehen.

Die Forderung, das strukturelle Verhalten bis zum vollständigen Ende des Einsturzes mit höchster Genauigkeit zu simulieren, wird in Fachkreisen nicht erhoben und zeugt entweder von Unwissenheit oder von Täuschungsabsicht. Sie dient Verschwörungsideologen als Scheinargument, um offizielle Untersuchungsergebnisse durch prinzipiell unerfüllbare Ansprüche zu entwerten.

"Hochhäuser fielen symmetrisch in den eigenen Grundriss"

Aufnahme vom 23.9.2001 (Quelle: Wikipedia)

Verschwörungsideologen wie Paul Schreyer behaupten: „Die Argumente dann schließlich doch in Augenschein nehmend, stellt sich heraus, dass die Türme tatsächlich symmetrisch in ihren eigenen Grundriss stürzten…“

Luftbilder beweisen das Gegenteil: Das Trümmerfeld ist so groß, dass man auf der Abbildung nach den Zwillingstürmen (hier beschriftet mit 1WTC und 2WTC) suchen muss.

Auch vom WTC7 war ein großer Teil außerhalb des eigenen Grundrisses gefallen, so dass benachbarte Gebäude schwer beschädigt wurden:

"On the east (Washington Street) side of the building, most of the damage appeared to be due to the lateral pressure of the spreading debris at the base of WTC 7."[16]

Verschwörungsideologen raunen gerne geheimnisvoll vom "Fall der Türme in den eigenen Grundriss". Warum dies ein relevanter Einwand gegen die offiziellen Berichte oder gar ein Argument für Sprengungshypothesen sein soll, sagen sie allerdings nicht.

Daran ist bemerkenswert, dass genau dieses Einsturzverhalten zu erwarten war, und zwar unabhängig von der Einsturzursache. Schon aus Gründen der Gewichtsersparnis sind bei Bauten dieser Höhe die Teile, die laterale (d.h. seitliche) Kräfte aufnehmen können, viel zu schwach dimensioniert, um bei einem Einsturz die Form des Gebäudes erhalten zu können. Die Struktur der Türme macht ein Umkippen grundsätzlich unmöglich; der größte Teil der Gebäudemasse kann gar nicht anders als auf oder in unmittelbarer Nähe des Grundrisses aufschlagen, ganz gleich wie der Einsturz begonnen hat.

Für die Suche nach der Wahrheit wäre es hilfreicher, den tatsächlichen Einsturzverlauf zur Kenntnis zu nehmen und nach einer Erklärung zu suchen, warum die Türme nicht nur in den eigenen Grundriss gefallen waren.

Der Grund dafür ist schnell gefunden: Seitliche Kräfte können einzelne Teile über größere Strecken hinausschleudern. Solche Kräfte wirkten im Fall der Zwillingstürme z.B. immer dann, wenn das Luftvolumen einer einstürzenden Etage schlagartig in Richtung der Außenwände ausgeblasen wurde. Weil Vorgänge dieser Art über Gebäudehöhe und Einsturzdauer kumulierten, haben sich die Trümmer schließlich doch über eine größere Fläche verteilt.

Die Behauptung vom Fall in den eigenen Grundriss ist daher zwar de facto falsch, sie ist für das Verständnis des Einsturzvorgangs aber zugleich nahezu bedeutungslos.

"Die Zwillingstürme kollabierten in freiem Fall"

Paul Schreyer behauptet: Es „stellt sich heraus, dass: die Türme tatsächlich … teilweise … mit Freifallbeschleunigung“ einstürzten.

Er sagt auch, was er damit belegen will: „…was nur geschehen kann, wenn alle oder doch die meisten der tragenden Säulen annähernd gleichzeitig zerstört wurden“. - Das Publikum soll an eine Sprengung glauben.

Doch auch diese Behauptung ist falsch: Unzählige Videoaufnahmen zeigen, wie Trümmerteile zunächst seitlich weggeschleudert werden und dann schneller als die Türme in die Tiefe stürzen.

Die Trümmer fallen in freiem Fall, die Türme selbst nicht.

Bei etwas über 400 m Gebäudehöhe hätte freier Fall nur neun bis zehn Sekunden gedauert. Tatsächlich dauerten die Einstürze beider Zwillingstürme wesentlich länger:

"From video evidence, significant portions of the cores of both buildings (roughly 60 stories of WTC 1 and 40 stories of WTC 2) are known to have stood 15 to 25 seconds after collapse initiation before they, too, began to collapse."[17]

(Das NIST bezieht sich mit dieser Aussage auf Videos wie dieses: [18])

"Bürobrände können Gebäude 7 nicht zum Einsturz gebracht haben"

Schreyer behauptet: „Der amtlichen Darstellung zufolge waren einfache Bürobrände die Ursache dieser perfekten Zerstörung.“

Typischer Querschnitt durch das WTC7 ab dem 7. Stockwerk (Quelle: Final Report on the Collapse of World Trade Center Building 7, Federal Building and Fire Safety Investigation of the World Trade Center Disaster (NIST NCSTAR 1A), November 2008, Seite 6)

Es ist unter Verschwörungsideologen üblich, die Brandschadenhypothese ins Lächerliche zu ziehen, gerade so, als ob eine unachtsam fallengelassene, brennende Zigarette das WTC 7 habe einstürzen lassen. Dabei wird in den amtlichen Berichten detailliert beschrieben, warum es sich keineswegs um einen "einfachen Bürobrand", sondern um einen sehr ungewöhnlichen und in dieser Art nie zuvor beobachteten Brandschaden handelte.

Schreyer beschränkt sich auf Gemeinsamkeiten mit anderen Gebäudebränden:

"These uncontrolled fires had characteristics similar to those that have occurred previously in tall buildings."[15], Seite xxxvi

Die Besonderheiten des WTC7 unterschlägt er:

"The probable collapse sequence that caused the global collapse of WTC 7 involved the initiation of the buckling of a critical interior column in that vicinity. … The buckling of this column led to a vertical progression of floor failures up to the roof, and led to the buckling of adjacent interior columns to the south of the critical column … This was a fire-induced progressive collapse, also known as disproportionate collapse, which is defined as the spread of local damage, from an initiating event, from element to element, eventually resulting in the collapse of an entire structure, or a disproportionately large part of it." (Quelle: dito)

Das WTC7 war zur Aufrechterhaltung seiner Stabilität auf die Tragfähigkeit aller 24 Stahlsäulen im Inneren des Gebäudes angewiesen. Als wahrscheinlichste Einsturzursache wurde ermittelt, dass zunächst eine und dann die benachbarten Tragsäulen einknickten, als ihre seitlichen Führungen aufgrund von Brandschäden versagten.

Vergleiche mit Hochhäusern ohne diese baulichen Besonderheiten sind ohne Relevanz.

"Gebäude 7 stürzte in freiem Fall ein"

Schreyer behauptet: "Gebäude 7 stürzte, offiziellen Angaben zufolge, während der ersten zwei Sekunden seines Zusammenbruchs mit Freifallbeschleunigung. Der Wolkenkratzer fiel damit die ersten 30 Meter ohne jeden Widerstand – eben im freien Fall."

Damit gibt er die Untersuchungsergebnisse in allen Details falsch wieder:

  • Aus Beobachtungen an einem Teil des Gebäudes leitet er unzulässige Schlüsse auf das Gesamtgebäude ab

Schreyer beruft sich auf offizielle Angaben, unterschlägt jedoch ein wichtiges Detail: Dem Untersuchungsbericht zufolge handelt es sich beim Einsturz der Nordfassade nur um einen Teileinsturz. Sieben Sekunden zuvor begannen bereits Dachaufbauten („penthouses“) in das Gebäude zu fallen:

"The initial downward movement of the north face from the northeast corner to the east side of the screenwall was observed at 6.9 s after the initial downward motion of the east penthouse." Quelle: dito, Seite 44
Blick aus südlicher Richtung auf das Dach des intakten WTC7

Welche Katastrophe sich innerhalb des Gebäudes ereignete, während die Außenfassade noch aufrecht stehenblieb, macht ein Blick auf das Dach in intaktem Zustand deutlich. Der obere Teil der Nordfassade war zu Beginn ihres Einsturzes kaum mehr als eine leere Hülle:

"All the floor connections ... to the ... columns, failed, and the floors fell on the east side of the building."
The exterior facade on the east quarter of the building was just a hollow shell. Quelle: dito, Seite 22

Die Fassade verfügte über eine eigene Stützstruktur mit äußeren Tragsäulen und hatte beim intakten Gebäude eine tragende Funktion gehabt. Aufgrund ihrer Stabilität blieb sie noch einige Sekunden aufrecht stehen, als der Einsturz des Gebäudes bereits in vollem Gange war, und wurde dann erst mit in die Tiefe gerissen. Die von Videokameras für kurze Zeit beobachtete Freifallbeschleunigung nur der Außenfassade lässt keine Rückschlüsse über die Fallbeschleunigung des Gesamtgebäudes zu.

  • Für die Beobachtung freien Falls gibt Schreyer ein falsches Zeitfenster an

Das Phänomen der Freifallbeschleunigung wurde keineswegs sofort beobachtet, sondern mehr als acht Sekunden nach Beginn des von außen sichtbaren Gebäudeeinsturzes und knapp zwei Sekunden, nachdem die Nordfassade zu kollabieren begann. Das NIST teilte den Vorgang des Fassadeneinsturzes daher in mehrere Phasen auf:

"• In Stage 1, the descent was slow and the acceleration was less than that of gravity. … By 1.75 s, the north face had descended approximately 2.2 m (7 ft)."
"• In Stage 2, the north face descended at gravitational acceleration … This free fall drop continued for approximately 8 stories or 32.0 m (105 ft), the distance traveled between times t = 1.75 s and t = 4.0 s."[15], Seite 45

"Videoaufnahmen von Gebäude 7 zeigen Folgen einer Sprengung"

Screenshots eines WTC7-Einsturzvideos[19]

Schreyer behauptet:

„Gebäude 7 stürzte, offiziellen Angaben zufolge, während der ersten zwei Sekunden seines Zusammenbruchs mit Freifallbeschleunigung. … Fast jeder, der sich einmal eine der verschiedenen Filmaufnahmen des Zusammenbruchs von World Trade Center Nr. 7 mit eigenen Augen angeschaut hat … hält die Behauptung, dieses Gebäude sei nicht gesprengt worden, für schwer glaubhaft.“

Auswertungen von Videoaufnahmen belegen tatsächlich, dass die nördliche Außenfassade für etwas mehr als zwei Sekunden mit einer Beschleunigung wie in freiem Fall einstürzte. Verschwörungsideologen leiten daraus ab, das gesamte Gebäude sei zeitweise mit Freifallbeschleunigung eingestürzt.

Bei genauerem Hinsehen jedoch widerlegt sogar die von Schreyer selbst verlinkte Aufnahme[19] diese Behauptung. Ab Minute 02:35 ist zu erkennen, wie lange vor dem spektakulären Einsturz der Nordfassade zuerst das Dach langsam von Ost nach West fortschreitend kollabiert:

Bis zum dritten Standbild vergehen fast sieben Sekunden. Danach erst beginnt der Einsturz der Außenfassade; dann dauert es noch weitere 1,75 Sekunden, bis für kurze Zeit freier Fall beobachtet werden kann.

Der tatsächliche Beginn des Einsturzvorgangs liegt noch früher, als diese Videoaufnahme vermuten lässt; er konnte anhand seismischer Aufzeichnungen und Analysen horizontaler Bewegungen des Gebäudes auf ca. sechs Sekunden vor dem Einsturz des ersten Penthouses (entsprechend 13 Sekunden vor dem Einsturz der Nordfassade) datiert werden:

„Analysis of a video shot prior to and during the collapse showed an east-west vibration of the building prior to its collapse (NIST NCSTAR 1-9, Chapter 5 and Appendix C). The horizontal motion (± 2 in.) began 6 s before the east penthouse began to move downward.“[15], Seite 42
Abfolge der Ereignisse. Selbst erstellte Tabelle. Ablesegenauigkeit 0,5 sec. Ausgewertete Quellen: [20], Seite 593 ff.; [15], S. 42 und 45 ff.; Videoauswertungen zur zeitlichen Einordnung angeblicher Sprengungsgeräusche[21]


Anmerkungen zum Ablauf der Ereignisse:

  • Die Einsturzvorgänge von Gebäudeinnerem und Nordfassade waren miteinander gekoppelt, liefen aber nicht simultan ab und müssen daher gesondert betrachtet werden.
  • Der progressive Einsturz des Gebäudekerns (grau eingefärbte Zellen mit schwarzen Rahmen) hatte vor der Phase freien Falls der Außenfassade (rot gerahmte Zelle) begonnen und hielt darüber hinaus an.
  • Die Schäden in tieferen Etagen hatten dort schließlich auch die Außenstruktur erfasst und die äußeren Stützsäulen infolge Knickung versagen lassen; das hatte den schlagartigen Verlust der gesamten Tragfähigkeit zur Folge. Die Fassade sank nahezu ungebremst in die Tiefe.
  • Nur noch die zur Zerstörung der eigenen Tragstruktur erforderliche Energie bremste die Außenfassade bei ihrem Einsturz ab. Doch der kollabierende und der Fassade vorauslaufende Gebäudekern leitete nach unten gerichtete Stoß- und Reibungskräfte in die Fassade ein, welche zur Schwerkraft hinzukamen und beschleunigend wirkten.
  • Beide Faktoren zusammen – die Schwerkraft und der Gebäudekern, der die Fassade zusätzlich mit sich in die Tiefe riss - bewirkten zufällig für etwas mehr als zwei Sekunden eine Beschleunigung der Außenfassade wie im freien Fall.

Der vorübergehende Fall der Nordfassade mit Erdbeschleunigung ist somit als Begleiterscheinung des Brandschadens widerspruchsfrei erklärbar.

Explosionsgeräusche?

Angeblich existieren Videoaufnahmen, die Detonationsgeräusche enthalten sollen (z.B. [22]).

Doch zum einen haben diese Geräusche keinerlei Ähnlichkeit mit Sprengstoffexplosionen. Zum anderen zeigen Videoauswertungen zur Einordnung in den zeitlichen Gesamtablauf, dass kein Zusammenhang zur Einsturzursache bestehen kann. Das Zeitfenster dieser Geräusche (in der Tabelle rechts mit dem Lautsprechersymbol markiert) liegt in einem Bereich von neun bis etwa sechseinhalb Sekunden vor dem spektakulären Einsturz der Nordfassade, der angeblich unmittelbar von einer Sprengung ausgelöst worden sein soll.

Auf den Videos sind keine Explosions-, sondern Einsturzgeräusche zu hören.

Artikel in den Europhysics News

Im Sommer 2016 gelang es den Truthern Steven Jones, Robert Korol, Anthony Szamboti und Ted Walter, ihre Thesen im Mitgliedermagazin Europhysics News zu platzieren: "15 years later: on the physics of high-rise building collapses, Europhysics News, Volume 47, Number 4, July-August 2016"[23]. Darin finden sich die oben detailliert widerlegten Behauptungen wieder (deutsche Übersetzung: Quelle[24]):

"Der obere Teil des Gebäudes stürzte in absolut freiem Fall in den ersten 2,25 Sekunden völlig intakt 32 Meter oder acht Stockwerke in die Tiefe [3] und zerfiel dann in nur einer halben Sekunde in pulverisierte Trümmerteile, die sich völlig symmetrisch über seinem Grundriss auftürmten. Der komplette Einsturz dauerte weniger als 7 Sekunden."

Alle weiteren Aussagen der Autoren über das WTC7 bauen auf dieser in allen Details falschen Darstellung auf und sind daher gegenstandslos.

Der Beitrag enthält eine Folge von Fotos, die den Einsturz des WTC7 veranschaulichen soll, darunter jedoch kein einziges aus der etwa sieben Sekunden lang dauernden Phase des Absturzes der Dachaufbauten. Ohne diese Auslassung würde den Lesern auf den ersten Blick auffallen, dass die Behauptung von freiem Fall "in den ersten 2,25 Sekunden" mit dem tatsächlichen Einsturzverlauf unvereinbar ist.

Hauptautor Steven Jones ist Mormone und versuchte in der Vergangenheit zu beweisen, dass Jesus Christus nach seiner angeblichen Wiederauferstehung Amerika besucht hatte, wie es das Mormonentum lehrt.

Die Zeitschrift Europhysics News wendet vor der Veröffentlichung von Beiträgen kein Peer-Review-Verfahren an. Die Herausgeber von Europhysics News machten mit einem Hinweis zu Beginn des Textes deutlich, dass es sich bei diesem Beitrag nicht um eine wissenschaftliche Veröffentlichung handelt, sondern um ein "Feature". Der Artikel unterscheide sich von den üblichen Aufsätzen auf der Seite dadurch, dass er „einige Spekulationen“ enthalte, erklären sie in einem Kasten:

"This feature is somewhat different from our usual purely scientific articles, in that it contains some speculation. However, given the timing and the importance of the issue, we consider that this feature is sufficiently technical and interesting to merit publication for our readers. Obviously, the content of this article is the responsibility of the authors."

Als das "Feature" aus Trutherkreisen vermehrt als angeblicher Beweis für Verschwörungstheorien zum 11. Septermber 2001 zitiert wurde, reagierten die Herausgeber mit einer gemeinsamen Erklärung:

"Regarding the recent developments on social media, we would like to inform the public that neither the European Scientific Journal, ESJ, nor the European Scientific Institute, ESI have published content on 9/11 attacks."

Etwas später folgte ein Nachtrag:

"EPN is a magazine that publishes a range of news and views to stimulate discussion – unlike peer reviewed research which would be published in a scholarly journal. EDP Sciences [their parent company] follows the most rigorous peer review standards for its journals of which EPN is not one.
As a magazine, the editorial policy of EPN is to publish news and views, which are sometimes controversial. EDP Sciences recognizes that the article discusses some speculative and controversial issues. However EPN and EDP Sciences believe that the best (and the most scientific) way to settle such issues is to publish them and have an open discussion with all due arguments in which the truth will finally emerge. A counter article is to be published by EPN in the next issue"
(siehe: [1]).

Der Artikel von Steven Jones wurde in den Europhysics News einen Monat später kritisch kommentiert[25] und die offizielle Darstellung der Einsturzusachen bestätigt:

"From the viewpoint of physics, and structural mechanics in particular, it is perfectly clear that no WTC demolition took place. The collapse was triggered by an atypical fire ignited simultaneously in a large volume. It was driven by gravity, and was spontaneous. In hindsight, it was, under the given circumstances, inevitable.“

Auch die Online-Fact-Checking-Website Snopes befasste sich mit dem Artikel.[26]

WTC 7 Evaluation-Study von Leroy Hulsey

Seit 2015 ist die Rede von einer Studie des Professors für Bauingenieurwesen an der University of Alaska (Fairbanks / UAF), Leroy Hulsey, die angeblich den offiziellen NIST-Bericht wissenschaftlich widerlegt habe und 2017 veröffentlicht werden sollte. Bis heute (Stand: August 2018) ist diese Studie allerdings nicht veröffentlicht worden; das Veröffentlichungsdatum wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.[27] Präsentiert wurden bislang nur Videos bei Youtube[28] sowie Präsentationsbilder als pdf. Das Präsentationsmaterial ist teilweise bereits seit 2016 bekannt.

Finanziert wurde die Studie mit 300.000 US-Dollar von der privaten Organisation Architects and Engineers for 9/11 Truth, einer Gruppierung, die davon überzeugt ist, dass der offizielle Bericht zum Anschlag auf das World Trade Center in New York fehlerhaft ist und in Wirklichkeit eine Sprengung stattgefunden habe.

Bisherige Teilveröffentlichungen von Hulsey wurden kritisch bewertet.[29][30][31]

Weblinks

Quellennachweise

  1. 1,0 1,1 http://anonym.to/?http://www.nachdenkseiten.de/?p=34894
  2. 2,0 2,1 2,2 http://anonym.to/?http://www.nachdenkseiten.de/?p=34971
  3. Bentham Open Chemical Physics Journal, „Active Thermitic Material Discovered in Dust from the 9/11 World Trade Center Catastrophe“, April 2009, Niels H. Harrit, Jeffrey Farrer, Steven E. Jones, Kevin R. Ryan, Frank M. Legge, Daniel Farnsworth, Gregg Roberts, James R. Gourley, Bradley R. Larsen
  4. 4,0 4,1 http://www.scilogs.de/mente-et-malleo/befand-sich-nanothermit-zwischen-den-tr-mmern-des-world-trade-centers/
  5. http://screwloosechange.blogspot.lu/search?q=bentham
  6. http://anonym.to/?http://aneta.org/911experiments_com/millette/paper/index.htm
  7. http://www.911myths.com/html/wtc_molten_steel.html
  8. 8,0 8,1 https://www.fema.gov/media-library-data/20130726-1512-20490-8452/403_apc.pdf
  9. http://911-engineers.blogspot.com.es/2007/04/professor-jonathan-r-barnett.html
  10. Referenzfehler: Es ist ein ungültiger <ref>-Tag vorhanden: Für die Referenz namens Gerichtsurteil ueber Geheimhaltung von Daten wurde kein Text angegeben.
  11. 11,0 11,1 http://www.internationalskeptics.com/forums/showthread.php?t=279564
  12. http://www.kz.tsukuba.ac.jp/~isobe/WTC_genko_e.htm
  13. http://www.kz.tsukuba.ac.jp/~isobe/wtc-e.html
  14. 14,0 14,1 14,2 14,3 14,4 14,5 14,6 14,7 Final Report on the Collapse of the World Trade Center Towers, Federal Building and Fire Safety Investigation of the World Trade Center Disaster (NIST NCSTAR 1, September 2005)
  15. 15,0 15,1 15,2 15,3 15,4 Final Report on the Collapse of World Trade Center Building 7, Federal Building and Fire Safety Investigation of the World Trade Center Disaster (NIST NCSTAR 1A, November 2008)
  16. World Trade Center Building Performance Study: Data Collection, Preliminary Observations, and Recommendations; Agency Publisher: Federal Emergency Management Agency, Federal Insurance and Mitigation Administration, FEMA Region 2, ISBN: 9780160673894, Seite 7-10
  17. https://www.nist.gov/el/faqs-nist-wtc-towers-investigation
  18. https://youtu.be/qLShZOvxVe4
  19. 19,0 19,1 https://www.youtube.com/watch?v=_nyogTsrsgI
  20. Structural Fire Response and Probable Collapse Sequence of World Trade Center Building 7, Federal Building and Fire Safety Investigation of the World Trade Center Disaster (NIST NCSTAR 1-9) VOLUMES 1 and 2
  21. https://www.metabunk.org/debunked-wtc7-sound-evidence-of-explosions-by-chandler-ae911t.t6071/#post-160171
  22. https://youtu.be/aHZ2J0qbIwg, hostet auf www.ae911truth.org
  23. https://www.europhysicsnews.org/articles/epn/pdf/2016/04/epn2016-47-4.pdf
  24. www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_16/LP12716_210916.pdf
  25. Jia-Liang Le, Zdeněk P. Bažant: Mechanics-based mathematical studies proving spontaneity of post-impact WTC towers collapse, Europhysics News, Volume 48, Number 1, Januar-February 2017, Seiten 18 - 23, DOI https://doi.org/10.1051/epn/2017102
  26. https://www.snopes.com/fact-check/journal-endorses-911-conspiracy-theory/
  27. "To all who have been following the University of Alaska Fairbanks study on thecollapse of World Trade Center Building 7:First, I would like to thank you for your interest in and support of the study. We had planned to release our findings for public review early this year. However, research often takes unexpected turns, and the more complicated theproblem, the more difficult it is to predict the completion date. We are still in theprocess of studying hypothetical collapse mechanisms and attempting tosimulate the building’s failure. Our goal is to determine, with a high degree ofconfidence, the sequence of failures that may have caused the observedcollapse and to rule out those mechanisms that could not have caused theobserved collapse. We will release our findings for public review when we are sure we fullyunderstand the mechanisms that are likely to have caused the observed collapseand those that clearly did not occur and could not have caused the observedcollapse. We expect to publish our findings later this year, but we will refrain fromnaming a completion date, given the unpredictability of the research process.Again, we thank you for your interest in our study and we appreciate yourpatience as we strive to bring a truly scientific answer to the important question ofhow WTC 7 collapsed on September 11, 2001." Dr. J. Leroy HulseyChair, Department of Civil and Environmental EngineeringUniversity of Alaska Fairbanks
  28. https://www.youtube.com/watch?v=EKN4qilUOfs&feature=youtu.be&t=39m11s
  29. https://www.youtube.com/watch?v=QJv0wdtNeSM
  30. https://www.metabunk.org/debunked-uaf-study-shows-wtc7-could-not-have-collapsed-from-fire.t9056/
  31. https://www.metabunk.org/what-is-hulseys-forensic-structural-engineering-experience.t9063/