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Geldrollenbildung

45 Byte entfernt, 14:04, 2. Feb. 2012
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Die '''Geldrollenbildung''' (''Rouleau-Bildung'' oder ''Pseudoagglutination'', engl. ''rouleau formation'') ist die reversible Bildung von kettenartigen Stapeln roter Blutkörperchen (Erythrozyten), und spielt in der [[Pseudomedizin]] eine Rolle als diagnostisches Verfahren für ein weites Spektrum an Erkrankungen. Die Eine Eignung konnte in einem wissenschaftlichen Sinne konnte nicht gezeigt werden. Die Ergebnisse von lichtmikroskopischen Untersuchungsverfahren , die die mögliche Geldrollenbildung erfassen sollen, sind stark von der Interpretation des Untersuchers, aber auch von beeinflussenden Faktoren abhängig. Daher kann auf Wunsch recht einfach eine gewünschte ''Diagnose'' gestellt werden , um sodann als geeignet empfundene Therapien empfehlen zu können.
==Pathophysiologie==
[[image:Kohäsion.jpg|Kohäsion zweier Blutkörperchen|thumb]]
[[image:Geldrollenbildung2.jpg|Geldrollenbildung|thumb]]
Rote Blutkörperchen sind deformierbare Körper mit bikonkaver Form von etwa 7 µm Durchmesser, die in diesem Falle aufeinander haften können. Unter physiologischen Bedingungen stossen sich zwar die roten Blutkörperchen durch ihre elektrische Ladung etwas ab, unter bestimmten Umgebungsbedingungen reichen die Coulomb'schen Abstossungskräfte nicht mehr aus, und es kommt zur Aneinanderhaftung.
Derartige Ketten von roten Blutkörperchen können sich auch verzweigt sein verzweigen und in selteneren seltenen Fällen Ringe und oder Schleifen bilden. Zu Beginn der Geldrollenbildung kommt es zur Paarbildung zweier Erythrozyten. Hier wird auch von Kohäsion gesprochen. Eine Geldrollenbildung und der Zerfall wieder zurück in einzelne Erythrozyten kann in wenigen Sekunden erfolgen.
Bei einigen Tierarten (z. B. bei Pferden) findet sich häufig eine Geldrollenbildung im Blut, ohne dass dies ein Hinweis auf eine Krankheit wäre.
Die Kettenbildungen lassen Kettenbildung lässt sich im Lichtmikroskop, Phasenkontrastmikroskop oder mit der mittels [[Dunkelfeldmikroskopie]] erkennen.<br>
==Entstehung und Bedeutung==
Eine geringe Geldrollenbildung ist im menschlichen Körper ein völlig normaler Vorgang, daher werden im geringen Umfang auch derartige Geldrollen roter Blutkörperchen im Blutausstrich des Menschen gefunden. Eine vermehrte Geldrollenbildung findet insbesondere dann statt, wenn die Fließgeschwindigkeit des Blutes abnimmt. Dies ist der Fall in kleinsten Endarterien (den Kapillaren) bzw. in den feinen Verästelungen im venösen Schenkel des Blutkreislaufs. Auch nach Einsetzen der Blutgerinnung kommt es zur Geldrollenbildung, also im frischen Blut nach Blutentnahme. Die Entnahme einer Blutprobe (auch sehr geringer Mengen Blut) ist bereits selbst Auslöser einer lokalen Schädigung mit Beeinflussung der lokalen Fliesseigenschaften des Blutes. Dieses Phänomen ist in der Medizin (z. B. der Transfusionsmedizin) schon lange bekannt und hat daher keinen Krankheitswert. Die Fähigkeit zur Geldrollenbildung ist sogar als ein Anzeichen für „gesundes Blut“, im Sinne eines physiologischen Gerinnungsstatus anzusehen.
Das Aufeinanderhaften der einzelnen roten Blutkörperchen wird bekanntermaßen durch folgende Substanzen oder Zustände gefördert:
*Hochmolekulare Plasmaproteine (Eiweiße) wie das Fibrinogen
*Alpha2 Globuline
*Immunglobuline in hoher Konzentration
*Dextrane
*Hohe Thrombozytenkonzentration
*lokale Gewebsschädigung , z. B. durch Probenentnahme durch Stichkanüle oder ähnliche Instrumente (einsetzende Gerinnung)
Nach Blutentnahme führt der Eintrocknungsprozess ebenfalls zur Geldrollenbildung und kann bei entsprechenden Tests auch bei gesunden Menschen zu einem positiven Testergebnis führen. Eine Erwärmung von Blutproben erhöht ebenfalls die Wahrscheinlichkeit für dieses Phänomen. Daher kann ein Untersucher recht sehr leicht das Ergebnis in seinem Sinne manipulieren , indem er den Blutausstrich antrocknen lässt, erwärmt oder einfach etwas abwartet. Die einsetzende Blutgerinnung führt zu einer zeitabhängigen Zunahme der Geldrollenbildung, die was bei Experimenten zwingend berücksichtigt werden muss.
Die Kettenbildung beeinflusst die Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG) und ist als einer der Mechanismen zur Regelung der Viskosität und thixotropen Eigenschaften (Fliesseigenschaften) des Blutes anzusehen. Nach Ansicht von Fabry (siehe unten) ist die Aggregation Voraussetzung für die Sedimentbildung roter Blutkörperchen. Durch die Kettenbildung wird erhöht sich die Viskosität des Blutes erhöht, und es kann zu einer regelrechten Verstopfung der Kapillaren kommen, eines der Schutzmechanismen vor dem Verbluten. Hier wird dann auch von "Blutschlamm" gesprochen (engl. sludge). Die Erhöhung der Viskosität ist Ausgangspunkt für einige Verfahren zur quantitativen Bestimmung der Geldrollenbildung. Am verbreitetsten ist die Laser-Reflektometrie. Die Rheoskopie beschreibt unter standardisierten Bedingungen die Geldrollenbildung unter dem Mikroskop in vivo.
Andererseits verringert sich durch das Verkleben der Blutkörperchen die für den Sauerstofftransport verfügbare Blutkörperchen-GesamtoberflächeBlutkörperchengesamtoberfläche. Dies kann zu einer lokalen Verringerung der Sauerstoffversorgung im betroffenen Versorgungsgebiet führen.
Pathologisch vermehrte Geldrollenbildung im Blutbild findet sich bei den Krankheiten der Thalassämie und der Polyglobulie. Auch in der Schwangerschaft kann es zu einer vorübergehenden vermehrten Geldrollenbildung der roten Blutkörperchen kommen.
==Pseudomedizin==
Anders als in der wissenschaftlichen Medizin wird in der [[Pseudomedizin]] mancherorts die Ansicht vertreten, dass die Geldrollenbildung als ein obligat pathologisches Geschehen anzusehen sei und die Beobachtung dieses Phänomens sich generell zur Diagnostik einer Reihe von Krankheiten eigne, wobei dabei die Thalassämien und Polyglobulien nicht gemeint sind.
Dabei wird häufig auf eine nicht standardisierte und zumeist unzureichend genau beschriebene, rein qualitative Anwendung der Dunkelfeldmikroskopie zur Beobachtung einer Geldrollenbildung zurückgegriffen. Entsprechende Bluttests sind als ''Dunkelfeld-Vitalblutdiagnostik'' bekannt geworden. Ein Nachweis der diagnostischen Spezifität ist unbekannt gebliebennicht geführt worden. Die entsprechenden Kosten werden von den Krankenkassen daher nicht erstattet.
Bei einer netzartig verzweigten Geldrollenbildung wird im alternativmedizinischen Bereich auch von einer "Filitbildung" gesprochen. Der Begriff Filit geht allerdings auf Ansichten des Zoologen [[Günther Enderlein]] zurück, der zu Beginn des 20.Jahrhunderts eine inzwischen widerlegte Theorie zum [[Pleomorphismus]] von Mikroben entwickelt hatte.
==Geldrollenbildung bei "Jugend forscht"==
[[image:GRB.jpg|Blutentnahme beim Spaichinger Versuch<ref>Bild: Maria Ritter, Wasgan Wolski, "Geldrollenbildung durch Handystrahlung", 2005, scribd.com</ref>|thumb]]
2005 gewannen zwei 19 jährige 19jährige Abiturienten des Gymnasium Gymnasiums Spaichingen (Maria Ritter und Wasgan Wolski, Lehrer Dr. Markus Ziegler) den ersten Preis in Biologie beim baden-württembergischen Jugend-forscht Wettbewerbes -Wettbewerb (Freiburg) und landesweit den Umweltpreis in Stuttgart für eine Untersuchung über Auswirkungen des Mobilfunks. Insgsamt fünf Schüler untersuchten dabei die Geldrollenbildung bei 51 Versuchspersonen, die dem Feld eines Mobiltelefons ausgesetzt waren. Die eigentlichen Messungen und Versuchsauswertungen wurden im ersten Schulhalbjahr 2004/2005 durchgeführt. Die Probanden durften 24 Stunden kein Mobiltelefon benutzen, und ihnen wurden dann Blutproben entnommen. Danach mussten sie Nach einem 20 Sekunden lang dauernden Telefonat mit einem Mobiltelefon telefonieren und ihnen wurde wieder ihnen erneut Blut am an Ohrläppchen und Fingerbeere entnommen. Im Ergebniss Ergebnis berichten die Autoren über eine statistisch signifikant erhöhte "Blutclusterbildung" sowohl 20 Sekunden wie als auch noch 10 Minuten nach dem Telefonat. Die Schüleruntersuchung wird wurde in der Lokalpresse erwähnt, sowie und in Publikationen der Mobilfunkgegnererwähnt. Den Schülern wurde dabei unterstellt , weder dem Lager der Mobilfunkbefürworter noch dem Lager der Mobilfunkgegner oder der Industrie (Zigaretten- oder Mobilfunkindustrie) zuordenbar zu sein.Die methodisch ansprechende Arbeit hatte jedoch den Kardinalfehler, dass die spontane und langsam einsetzende Geldrollenbildung durch den ersten Einstich (vor Telefonat) nicht mit berücksichtigt wurde, die alleine mit dem Vorgang der Blutentnahme erklärbar ist, da die Blutprobe jeweils am an der gleichen Ort Stelle abgenommen wurde. Hierdurch steigt die das Ausmaß der Geldrollenbildung während der folgenden Telefonatphase an, unabhängig von anwesenden EM-Feldern. Eine Leerprobe an drei Probanden war nicht verblindet. Die Ergebnisse an den Fingern waren nicht statistisch nicht signifikant.<ref>http://www.hese-project.org/de/emf/JugendForscht/Germany/GymSpaichingen/20050325_Geldrollenbildung_durch_Handystrahlung.pdf</ref>
== Literatur ==
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