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==Fehlende Plausibilität und Validierung==
 
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[[image:Zell-Check-Apo.jpg|thumb|300px|Angebot im Schaufenster einer Apotheke (März 2018)]]
 
Als Verfahren zur Messung der Spurenstoffe im Körper bzw. in der Haut wird die [http://www.spektrum.de/lexikon/physik/spektralphotometrie/13545 Spektralphotometrie] angegeben. Dabei wird mit Hilfe von gefiltertem (farbigem) Licht üblicherweise eine Probe durchstrahlt, um die Konzentration eines einzelnen Stoffes zu messen. Es ist dabei nur möglich, einen farbigen Stoff zu messen, da nur dieser einen Teil des eingestrahlten Lichts absorbiert und so eine Gehaltsbestimmung  möglich macht. In der Praxis werden die meist an sich farblosen Substanzen, die gemessen werden sollen, mit speziellen Chemikalien angefärbt. Das Oligoscan soll angeblich verschiedene Elemente im Zellinneren ohne eine Zugabe von färbenden Reagenzien gleichzeitig messen können. Da die Elemente in den meisten Fällen nicht in ungebundener (elementarer) Form vorliegen, sondern in größere Moleküle eingebaut sind, ist es quasi unmöglich, diese mit Hilfe der Spektralphotometrie zu bestimmen. Jede Verbindung, in die das fragliche Element eingebunden ist, hätte - wenn überhaupt - eine andere Färbung.
 
Als Verfahren zur Messung der Spurenstoffe im Körper bzw. in der Haut wird die [http://www.spektrum.de/lexikon/physik/spektralphotometrie/13545 Spektralphotometrie] angegeben. Dabei wird mit Hilfe von gefiltertem (farbigem) Licht üblicherweise eine Probe durchstrahlt, um die Konzentration eines einzelnen Stoffes zu messen. Es ist dabei nur möglich, einen farbigen Stoff zu messen, da nur dieser einen Teil des eingestrahlten Lichts absorbiert und so eine Gehaltsbestimmung  möglich macht. In der Praxis werden die meist an sich farblosen Substanzen, die gemessen werden sollen, mit speziellen Chemikalien angefärbt. Das Oligoscan soll angeblich verschiedene Elemente im Zellinneren ohne eine Zugabe von färbenden Reagenzien gleichzeitig messen können. Da die Elemente in den meisten Fällen nicht in ungebundener (elementarer) Form vorliegen, sondern in größere Moleküle eingebaut sind, ist es quasi unmöglich, diese mit Hilfe der Spektralphotometrie zu bestimmen. Jede Verbindung, in die das fragliche Element eingebunden ist, hätte - wenn überhaupt - eine andere Färbung.
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Zu Oligoscan liegen 2018 keine Validierungen vor, die seriös veröffentlicht sind. In Diskussionsrunden von Anwendern ist von gescheiterten Vergleichsmessungen die Rede. Vergleiche mit Laborergebnissen sollen demnach gescheitert sein. Auch liegen Berichte von Patienten mit handfesten chronischen Krankheiten vor, bei denen ein Oligoscan Werte "im Normbereich" ergab. Ob Wiederholungen mehrerer Messungen bei einem Patienten zu vergleichbaren Ergebnissen führen, ist nicht belegt. Der Hersteller scheint derartige Wiederholungsmessungen nicht zu mögen: zum einen muss zwingend mindestens eine Gebühr von 30 Euro pro Messung bezahlt werden, was kostspielig ist, und zum anderen behauptet der Hersteller, dass jede einzelne Messung zu angeblichen so genannten "quantenphysikalischen Veränderungen" führe, die einen Vergleich unmöglich mache. Auf diese Weise ist die Methode prinzipiell nicht falsifizierbar und daher außerwissenschaftlich. Ergebnisse müssen zwingend geglaubt werden. Eine Prüfung der Wiederholbarkeit/Replizierbarkeit ist somit von vorn herein unmöglich.
 
Zu Oligoscan liegen 2018 keine Validierungen vor, die seriös veröffentlicht sind. In Diskussionsrunden von Anwendern ist von gescheiterten Vergleichsmessungen die Rede. Vergleiche mit Laborergebnissen sollen demnach gescheitert sein. Auch liegen Berichte von Patienten mit handfesten chronischen Krankheiten vor, bei denen ein Oligoscan Werte "im Normbereich" ergab. Ob Wiederholungen mehrerer Messungen bei einem Patienten zu vergleichbaren Ergebnissen führen, ist nicht belegt. Der Hersteller scheint derartige Wiederholungsmessungen nicht zu mögen: zum einen muss zwingend mindestens eine Gebühr von 30 Euro pro Messung bezahlt werden, was kostspielig ist, und zum anderen behauptet der Hersteller, dass jede einzelne Messung zu angeblichen so genannten "quantenphysikalischen Veränderungen" führe, die einen Vergleich unmöglich mache. Auf diese Weise ist die Methode prinzipiell nicht falsifizierbar und daher außerwissenschaftlich. Ergebnisse müssen zwingend geglaubt werden. Eine Prüfung der Wiederholbarkeit/Replizierbarkeit ist somit von vorn herein unmöglich.
[[image:Zell-Check-Apo.jpg|thumb|300px|Angebot im Schaufenster einer Apotheke (März 2018)]]
      
Im Internet finden sich (für Psiram nicht nachprüfbare) zahlreiche Kommentare und Berichte von Oligoscan-Anwendern in Diskussionsforen, zum Beispiel in französischer Sprache. Der französischsprachige Parallelartikel ([https://www.psiram.com/fr/index.php/OLIGOSCAN Artikel in französischer Sprache]) zitiert aus derartigen Berichten. Demnach ergeben sich andere Messwerte, wenn die gleiche Versuchsperson vor den Messungen andere Angaben zum Alter macht. (vor jeder Messung müssen Angaben zu Person gemacht werden). Je höher das angegeben Alter ist, umso höher erscheint ein vermeintliches Mineralstoffdefizit das durch einzunehmene [[Nahrungsergänzungsmittel]] auszugleichen sei, bei Kosten von mehreren hundert Euro (über mehrere Monate). Ein französischer Toxikologe (Dr. Comet) liess sich mehrfach an einem Tag mit verschiedenen Altersangaben mit Oligoscan messen und stellte fest dass er mit höherer Altersangabe höhere Defizite erzielte. Als er mit einer Anzeige wegen Betruges drohte, wurden ihm die Kosten für die Messungen sofort erstattet. Auch andere Kunden bestätigten, dass andere Altersangaben die Ergebnisse verändern.
 
Im Internet finden sich (für Psiram nicht nachprüfbare) zahlreiche Kommentare und Berichte von Oligoscan-Anwendern in Diskussionsforen, zum Beispiel in französischer Sprache. Der französischsprachige Parallelartikel ([https://www.psiram.com/fr/index.php/OLIGOSCAN Artikel in französischer Sprache]) zitiert aus derartigen Berichten. Demnach ergeben sich andere Messwerte, wenn die gleiche Versuchsperson vor den Messungen andere Angaben zum Alter macht. (vor jeder Messung müssen Angaben zu Person gemacht werden). Je höher das angegeben Alter ist, umso höher erscheint ein vermeintliches Mineralstoffdefizit das durch einzunehmene [[Nahrungsergänzungsmittel]] auszugleichen sei, bei Kosten von mehreren hundert Euro (über mehrere Monate). Ein französischer Toxikologe (Dr. Comet) liess sich mehrfach an einem Tag mit verschiedenen Altersangaben mit Oligoscan messen und stellte fest dass er mit höherer Altersangabe höhere Defizite erzielte. Als er mit einer Anzeige wegen Betruges drohte, wurden ihm die Kosten für die Messungen sofort erstattet. Auch andere Kunden bestätigten, dass andere Altersangaben die Ergebnisse verändern.
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