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Van Rij et al. untersuchten ebenfalls in einem placebokontrollierten Versuch die Wegstrecke von Patienten mit Claudicatio intermittens und fanden heraus, dass es keinen Unterschied zwischen einer EDTA- und Placebo-behandelten Gruppe gab. <ref>Rij AM van, Solomon C, Packer SGK, Hopkins WG: Chelation therapy for intermittent claudication. Circulation, 90, 1194-1199, 1994</ref> Die Wegstrecke verlängerte sich in beiden Studienarmen sogar um 60%, was auf einen erheblichen [[Placeboeffekt]] solcher Therapieformen schließen lässt. Die Erwartungshaltung der Patienten wird demnach durch eine scheinbar wirksame Behandlung unterstützt und motivationsbedingt erreichen die Patienten längere Wegstrecken.
 
Van Rij et al. untersuchten ebenfalls in einem placebokontrollierten Versuch die Wegstrecke von Patienten mit Claudicatio intermittens und fanden heraus, dass es keinen Unterschied zwischen einer EDTA- und Placebo-behandelten Gruppe gab. <ref>Rij AM van, Solomon C, Packer SGK, Hopkins WG: Chelation therapy for intermittent claudication. Circulation, 90, 1194-1199, 1994</ref> Die Wegstrecke verlängerte sich in beiden Studienarmen sogar um 60%, was auf einen erheblichen [[Placeboeffekt]] solcher Therapieformen schließen lässt. Die Erwartungshaltung der Patienten wird demnach durch eine scheinbar wirksame Behandlung unterstützt und motivationsbedingt erreichen die Patienten längere Wegstrecken.
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Am Departement of Complementary Medicine in Exeter befasste sich Professor Edzard Ernst eingehend mit der Thematik und hat alle bislang veröffentlichten Studien mit dieser Behandlungsform analysiert  und er kam zu einem vernichtenden Urteil. Er hält die Therapie für mehr als überflüssig. Bestätigt wird er durch eine Studie, in der bei den untersuchten Herzpatienten keine positiven Auswirkungen analysiert der Chelat-Therapie gefunden werden konnten. Bei einer einjährigen Nachuntersuchung waren in der Chelat-Gruppe ebenso viele Testpersonen an koronaren Herzleiden erkrankt wie in der Kontrollgruppe. Kritisch zu bewerten ist auch die Tatsache, dass bei der Chelat-Therapie lebenswichtige Mineralstoffe und Spurenelemente mit ausgeschwemmt werden. Dadurch kann es zu einer Störung des Kalziumstoffwechsels kommen sowie in dessen Folge zu Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen und Nierenversagen. <ref>:http://www.fid-gesundheitswissen.de/innere-medizin/durchblutungsstoerungen/haende-weg-von-der-chelat-therapie/</ref>
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Auch bei der Carstens-Stiftung, die der Pseudo-Medizin und ihren Methoden nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber steht, wird in einem Bericht geschrieben ''"Nutzen der Chelattherapie bleibt ungeklärt"''. Auf  entsprechende Studien wird hingewiesen <ref>https://www.carstens-stiftung.de/artikel/nutzen-der-chelattherapie-bleibt-ungeklaert.html</ref>
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==Nebenwirkungen==
 
==Nebenwirkungen==
 
Obwohl Anbieter der Chelattherapie immer wieder behaupten, die Chelattherapie sei harmlos, wurden bereits seit Jahrzehnten immer wieder Berichte über schwere Nebenwirkungen vorgelegt, die in der Fachliteratur beschrieben werden. Chelatbildner entfernen nicht nur Schwermetall-Ionen aus dem Körper, sondern auch Ionen von metallischen Spurenelementen und Mineralien, was zu deren Mangel führen kann. Das Ausschwemmen von Calcium kann zu einer Störung des Calciumstoffwechsels und in der Folge zu Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen und sogar Atemstillstand führen. Auch Todesfälle wurden bekannt<ref>http://www.casewatch.org/board/med/kerry/order.shtml</ref>. Der Calciummangel kann außerdem zur Störung der Blutgerinnung, Nierenversagen und einer Störung des Knochenmarks führen.<ref>Federspiel K, Herbst V: Die Andere Medizin. Nutzen und Risiken sanfter Heilmethoden. Stiftung Warentest Verlag, 2. Aufl., S. 219f, 1992</ref>
 
Obwohl Anbieter der Chelattherapie immer wieder behaupten, die Chelattherapie sei harmlos, wurden bereits seit Jahrzehnten immer wieder Berichte über schwere Nebenwirkungen vorgelegt, die in der Fachliteratur beschrieben werden. Chelatbildner entfernen nicht nur Schwermetall-Ionen aus dem Körper, sondern auch Ionen von metallischen Spurenelementen und Mineralien, was zu deren Mangel führen kann. Das Ausschwemmen von Calcium kann zu einer Störung des Calciumstoffwechsels und in der Folge zu Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen und sogar Atemstillstand führen. Auch Todesfälle wurden bekannt<ref>http://www.casewatch.org/board/med/kerry/order.shtml</ref>. Der Calciummangel kann außerdem zur Störung der Blutgerinnung, Nierenversagen und einer Störung des Knochenmarks führen.<ref>Federspiel K, Herbst V: Die Andere Medizin. Nutzen und Risiken sanfter Heilmethoden. Stiftung Warentest Verlag, 2. Aufl., S. 219f, 1992</ref>
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