Siowell ist der Name eines pseudomedizinischen "Siowell-Generator" - Konzepts (SIOWELL® - Lebenskraft-, Vital- & Wellness – Generator zur aktiven Verbesserung der Lebenskraft und des Wohlbefindens, zur Steigerung der Leistungsfähigkeit und der Erhöhung des Niveaus der elementaren Vitalfunktion) auf Basis einer so genannten Scalarwellentechnik.

Laut Werbung würden bei diesem Konzept so genannte "Skalarwellen" (bei Siowell als "Scalarwellen" bezeichnet) in "gebündelter Form" als "natürliche Strahlung" in den Körper einwirken, was zu heilenden Effekten führe. Organe mit "fehlendem oder krankhaft verändertem Energiehaushalt" würden demnach die zugeführte "Energie" aufnehmen und eine "Reaktivierung des atomaren Zustandes der beschädigten Zellen in kürzester Zeit" erlebenbe, sodass diese in ihre "natürliche molekulare Form" zurückkehrten. Auch komme es dabei zu einer "energetischen Veränderung der DNA". Das Immunsystem werde energetisch voll "aufgerüstet", heisst es weiter. Auch werde das Knochenmark "gezwungen", mehr Leukozyten zu bilden.

Anwendungsgebiete seien laut Werbung die "heilpraktische Praxisarbeit" zur symptomatischen Reduktion von Stress, Schlafstörungen, schleichenden Wesensveränderungen, Energieverzehr, Konzentrationsstörungen, Zuständen vor einem "finalen Zusammenbruch". Ausserdem eigne sich Siowell zum allgemeinen Wellness und in Sport- und Schönheitsstudios. Zusätzlich seien jedoch auch bestimmte Nahrungsergänzungsmitteln notwendig.

Sioplast

Siowell soll ein Produkt der umstrittenen Firma SIOPLAST Produktionsgesellschaft[1] aus Ichtershausen in Thüringen sein, die in die Insolvenz geriet. Als Ansprechpartner soll dort ein Herr Dietmar Horn zuständig sein. Genannt wird auch eine SIOPLAST International Corporation in Reno (US-Staat Nevada)[2] mit Repräsentanz in Mainz[3] und engen Beziehungen zu einer Mainzer VMP GmbH. Eine Schweizer SIOPLAST INTERNATIONAL AG in Cham (ZG) wurde 2010 wegen Konkurs gelöscht.

Die Siroplast engagierte sich in der Entwicklung von Werkstoffen aus recycletem Kunststoff und Sand (Sioplast), Solarziegeln und anderen Produkten. Nach ihrer Insolvenz soll die Firma von einer Gruppe um den umstrittenen Investor und Anlageberater Heinz Heinrich Knöpfel Hensley Piroth übernommen worden sein.

Heinz Heinrich Hensley-Piroth, alias Heinz Piroth alias Heinz Knoepfel

 
Heinz Heinrich Hensley-Piroth[4]

Heinz H. Hensley-Piroth wird von der Presse eine betrügerische Vergangenheit nachgesagt. Der Pokerspieler und Generalbevollmächtigte einer "Media Management AG" aus Mainz soll in den 70er und 80er Jahren unter dem Namen Heinz H. Hensley "der erfolgreichste Jäger nach dem Geld naiver Spekulanten" gewesen sein, wie er selbst bekundete. Denn das schreibt Piroth über Hensley in der Zeitschrift "GQ" über sich selbst. Danach soll Hensley an seinen ahnungslosen Kunden jährlich 50 Millionen D-Mark verdient haben, in 20 Jahren rund eine Milliarde.[5] Prominente wie Fußballer Paul Breitner sollen auf seine Anlageversprechungen hereingefallen sein, wie der Präsident des Fußballvereins FC Homburg, Manfred Omme oder Herzchirurg Professor Christian Benard. Die "Bildzeitung" kürte ihn zum (Zitat) drittbesten Gauner der Welt. Seine Machenschaften führten im Jahre 1991 zur Verhaftung von Heinz Hensley-Piroth.

Weblinks

Quellennachweise

  1. SIOPLAST Produktionsgesellschaft, Herr Dietmar Horn, Thöreyer Straße 7, 99334 Ichtershausen /Thüringen). Siegfried Kreft (Geschäftsführer)
  2. SiOPLAST International Corporation, 241 Ridge Street, Suite 420, Reno Nevada 89501 USA. Vertreten durch H.H. Sheikh Hasher Maktoum Bin Juma Al Maktoum.[1]
  3. Sioplast Repräsentanz Deutschland, Industrie Str. 42, D-55120 Mainz. www.sioplast.com
  4. Bild: www.pokerturniere.de/turnierspieler/159/Heinz_Piroth.html
  5. http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1998/1105/sport/0046/index.html