Regulationsdiagnostik nach Popp und Yan: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Psiram
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Zeile 8: Zeile 8:
 
==Postuliertes Funktionsprinzip==
 
==Postuliertes Funktionsprinzip==
 
[[image:regulationsdiagnostik.jpg|400px|thumb]]
 
[[image:regulationsdiagnostik.jpg|400px|thumb]]
Nach Ansicht ihrer Befürworter solle ein nicht näher erläutertes ''ideal organisiertes elektromagnetisches Feld'' als ''übergeordnetes kohärentes Regulationsfeld'' Selbstheilungskräfte des Menschen erzeugen und optimieren können. Allerdings sei das Wissen um dieses kohärente Regulationsfeld seit 1950 noch in einer Anfangsphase, was aber niemanden daran hindern solle praktische Anwendungen daraus abzuleiten, beispielsweise zur Krebsdiagnostik.
+
Nach Ansicht ihrer Befürworter solle ein nicht näher erläutertes ''ideal organisiertes elektromagnetisches Feld'' als ''übergeordnetes kohärentes Regulationsfeld'' Selbstheilungskräfte des Menschen erzeugen und optimieren können. Allerdings sei das Wissen um dieses kohärente Regulationsfeld seit 1950 (Publikationsdatum einer Arbeit über eine asymmetrische Häufigkeitsverteilung von physiologischen Messwerten <ref>H.Gebelein und H.J.Heite: Klin.Wschr.28 (1950), 41</ref>) nach 59 Jahren noch immer in einer Anfangsphase, was aber niemanden daran hindern solle praktische Anwendungen daraus abzuleiten, beispielsweise zur Krebsdiagnostik.
  
 
Bei der Methode erfolgen Hautwiderstandmessungen an den Innen- und Außenseiten beider Hände und werden in einem Computer gespeichert. Aus Hinweisen des Herstellers ist zu entnehmen, daß offenbar angestrebt werden soll mehr als 500 Messungen an einem Ort zu machen und daß 1000 Messungen innerhalb von 10 Minuten durchgeführt werden könnten. Eine entsprechende Software wertet die Messungen aus und zeigt die gemessenen Werte nach ihrer Häufigkeitsverteilung graphisch an. Laut Popp dürfe die Häufigkeit der gemessenen Hautwiderstandswerte nicht der rein üblichen Normalverteilung Gaußkurve folgen. Sie müsse sich hingegen bei gesunden Menschen einer Log-Normalverteilung anpassen. Abweichungen von der Log-Normalverteilung bedeuten demnach Abweichungen von einem ''ideal gesunden Zustand''.
 
Bei der Methode erfolgen Hautwiderstandmessungen an den Innen- und Außenseiten beider Hände und werden in einem Computer gespeichert. Aus Hinweisen des Herstellers ist zu entnehmen, daß offenbar angestrebt werden soll mehr als 500 Messungen an einem Ort zu machen und daß 1000 Messungen innerhalb von 10 Minuten durchgeführt werden könnten. Eine entsprechende Software wertet die Messungen aus und zeigt die gemessenen Werte nach ihrer Häufigkeitsverteilung graphisch an. Laut Popp dürfe die Häufigkeit der gemessenen Hautwiderstandswerte nicht der rein üblichen Normalverteilung Gaußkurve folgen. Sie müsse sich hingegen bei gesunden Menschen einer Log-Normalverteilung anpassen. Abweichungen von der Log-Normalverteilung bedeuten demnach Abweichungen von einem ''ideal gesunden Zustand''.

Version vom 13. Juni 2009, 00:38 Uhr

Regulationsdiagnostik2.jpg

Die Regulationsdiagnostik nach Popp und Yan ist ein als gebrauchsmustergeschütztes[1][2] pseudomedizinisches Diagnoseverfahren, das dem Anwender ermöglichen soll, mit Hilfe von Hautwiderstandsmessungen und ihrer Interpretation Einblicke in eine sogenannte individuelle Regulationsfähigkeit des Menschen zu erlangen.

Die wissenschaftlich nicht anerkannte oder validierte Methode beruft sich auf Ansichten von Fritz Albert Popp und hat nichts mit der Regulationsdiagnostik nach Klinghardt zu tun, die im Wesentlichen auf Annahmen der Kinesiologie beruht. 2007 beschrieb Popp sein Verfahren als eine Erweiterung der Elektroakupunktur nach Voll[3] und als Anwendung eines Weber-Fechner Gesetzes.

Verwandte Verfahren sind die Regulationsthermographie, bestimmte Interpretationen der Herzfrequenzvariabilität, Decoderdermographie und die Bioelektrische Funktionsdiagnostik.

Postuliertes Funktionsprinzip

Regulationsdiagnostik.jpg

Nach Ansicht ihrer Befürworter solle ein nicht näher erläutertes ideal organisiertes elektromagnetisches Feld als übergeordnetes kohärentes Regulationsfeld Selbstheilungskräfte des Menschen erzeugen und optimieren können. Allerdings sei das Wissen um dieses kohärente Regulationsfeld seit 1950 (Publikationsdatum einer Arbeit über eine asymmetrische Häufigkeitsverteilung von physiologischen Messwerten [4]) nach 59 Jahren noch immer in einer Anfangsphase, was aber niemanden daran hindern solle praktische Anwendungen daraus abzuleiten, beispielsweise zur Krebsdiagnostik.

Bei der Methode erfolgen Hautwiderstandmessungen an den Innen- und Außenseiten beider Hände und werden in einem Computer gespeichert. Aus Hinweisen des Herstellers ist zu entnehmen, daß offenbar angestrebt werden soll mehr als 500 Messungen an einem Ort zu machen und daß 1000 Messungen innerhalb von 10 Minuten durchgeführt werden könnten. Eine entsprechende Software wertet die Messungen aus und zeigt die gemessenen Werte nach ihrer Häufigkeitsverteilung graphisch an. Laut Popp dürfe die Häufigkeit der gemessenen Hautwiderstandswerte nicht der rein üblichen Normalverteilung Gaußkurve folgen. Sie müsse sich hingegen bei gesunden Menschen einer Log-Normalverteilung anpassen. Abweichungen von der Log-Normalverteilung bedeuten demnach Abweichungen von einem ideal gesunden Zustand.

Literatur

  • F.A.Popp, J.J.Chang, A.Herzog, Z.Yan and Y.Yan: Phys.Lett.A. 293 (2002), 98-102.
  • C.L.Zhang and F.A.Popp: Log-Normal Distribution of Physiological Parameters and the Coherence of Biological Systems. In: Current Development of Biophysics (C.L.Zhang, F.A.Popp and M.Bischof, eds.), Hangzhou-University Press 1996, pp.102-111.
  • H.Gebelein und H.J.Heite: Klin.Wschr.28 (1950), 41.

Weblinks

Quellennachweise

  1. Verfahren zur Ermittlung der Regulationsfähigkeit biologischer Systeme. 07.12.2005, AZ.: 10 2005 058 332.6
  2. Anordnung zur Messung der Verteilerfunktion der Leitfähigkeitswerte der Haut. Gebrauchsmusterinhaber: Popp, Fritz-Albert. Eingetragen am: 25.10.2007; Nr 20 2007 009 541.4
  3. Popp FA: Regulation: Diagnose und Therapie als Einheit. EHK 2007, 56, S.330 ff [1]
  4. H.Gebelein und H.J.Heite: Klin.Wschr.28 (1950), 41