Orthorexia nervosa: Unterschied zwischen den Versionen

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*S. Bratman, D. Knight, Health food junkies, Broadway Books, New York, 2000
 
*Ryan M. Moroze, Thomas M. Dunn, J. Craig Holland, Joel Yager, Philippe Weintraub, Microthinking About Micronutrients: A Case of Transition From Obsessions About Healthy Eating to Near-Fatal “Orthorexia Nervosa” and Proposed Diagnostic Criteria, in Psychosomatics, vol. 56, nº 4.
 
*Ryan M. Moroze, Thomas M. Dunn, J. Craig Holland, Joel Yager, Philippe Weintraub, Microthinking About Micronutrients: A Case of Transition From Obsessions About Healthy Eating to Near-Fatal “Orthorexia Nervosa” and Proposed Diagnostic Criteria, in Psychosomatics, vol. 56, nº 4.
  

Version vom 14. Dezember 2017, 13:49 Uhr

Orthorexia Nervosa (von griechisch: ὀρθός orthós „richtig“ und ὄρεξις órexis „Begierde“, „Appetit“, nicht zu verwechseln mit der Anorexia nervosa /"Magersucht") bezeichnet die Tendenz zur übermäßigen Beschäftigung mit der Qualität von Lebensmittels aufgrund selbst auferlegter Regeln oder Befolgung ausserwissenschaftlich diskutierter Konzepte, Trends und Moden zu einer vermeintlich gesunden Ernährung, und bestimmter kommerzieller Vermarktungskonzepte zur Ernährung des Menschen. Das medizinische Lexikon Pschyrembel beschreibt die Orthorexia Nervosa wie folgt:

„Orthorexie; gestörtes Essverhalten, bei dem die angenommene Qualität des Essens (Furcht vor Fett, Chemikalien od. anderen Stoffen, die in Lebensmitteln enthalten sind) im Vordergrund steht; werden die Essregeln gebrochen, treten Schuldgefühle auf u. die Betroffenen bestrafen sich mit Abstinenz od. strikteren Essregeln. Vgl. Essstörungen, Anorexia, Bulimia nervosa.“[1]

Die Orthorexia Nervosa führt zu psychischen oder physischen Beeinträchtigungen und findet sich vornehmlich in Ländern mit guter Versorgungslage mit Lebensmitteln und guter medizinischer Versorgung. Die Störung ist unter Diätassistenten/Diätassistentinnen[2] und Studenten der Ernährungswissenschaften verbreitet.

Der Begriff wurde 1997 erstmals vom amerikanischen Arzt Steven Bratman eingeführt, der darunter eine Essstörung versteht, die gesundheitlich negative Folgen einer vermeintlich gesunden Ernährungsweise beschreibt. Folgen der Orthorexia nach Bratman wären die soziale Isolation, Ängste, Unterernährung und sogar im Extremfall der Tod durch Unter-/Fehlernährung.

Der Begriff Orthorexia Nervosa ist aktuell (2017) nicht im internationalen Klassifikationssystem ICD 10 oder im Klassifikationssystem der Vereinigten Staaten DSM-5 gelistet. Ihr Status als potentielles Krankheitsbild wird in Fachliteratur und populärwissenschaftlicher Literatur kontrovers diskutiert. Der Begriff wird in der Rohkost- und Veganismusszene häufig abgelehnt und dann auch als ein "Psychiatriesierungsversuch" bezeichnet.

Prävalenz

Die Prävalenz, also das prozentuale Auftreten in der allgemeinen Bevölkerung, wird auf etwa ein bis zwei Prozent der Gesamtbevölkerung geschätzt. Personen mit einem höheren Risiko für die Orthorexia Nervosa sollen Studenten der Ernährungswissenschaften sein.[3] Eine portugiesische Studie kam zu dem Ergebnis, dass Studenten der Ernährungswissenschaften im Laufe des Studiums die Tendenz zur "O.N." zunehmend verlieren.[4]

Siehe auch

Literatur

  • S. Bratman, D. Knight, Health food junkies, Broadway Books, New York, 2000
  • Ryan M. Moroze, Thomas M. Dunn, J. Craig Holland, Joel Yager, Philippe Weintraub, Microthinking About Micronutrients: A Case of Transition From Obsessions About Healthy Eating to Near-Fatal “Orthorexia Nervosa” and Proposed Diagnostic Criteria, in Psychosomatics, vol. 56, nº 4.

Weblinks

Quellennachweise