Oberon-Metatron-Diagnostik

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Version vom 17. August 2018, 19:32 Uhr von Halbmond (Diskussion | Beiträge) (Funktionsprinzip)

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Als Oberon-Diagnostik (auch Metatron-NLS Analyse) wird ein pseudowissenschaftliches Biofeedback-Verfahren bezeichnet, dem Anbieter wahre Wundereigenschaften als diagnostisches Instrument nachsagen. Später ist das Verfahren auch als Metatron-Diagnostik bekanntgeworden.

In Deutschland wurden Oberon-Geräte von 2004-2006 von der Hamburger Firma Metavital Service GmbH (Ljudmila Michajlova)[1] vertrieben. Später wurde der Vertrag gekündigt und die Erfinder und Hersteller werfen seitdem der Metavital GmbH vor, Oberon-Metatron Geräte unabhängig herzustellen und zu vertreiben. Ein anderer Anbieter in Deutschland war die Firma "Recht in Russland" aus Hamburg[2]

Seriöse Literatur zur Methode existiert nicht. Die Oberon-Metatron-Diagnostik wird in der Medizin nicht eingesetzt.

Allgemein

Die Oberon-Diagnostik wird auch als NLS-Verfahren bezeichnet (NLS = Nichtlineare System-Diagnose). Es handelt sich dabei um eine Kombination eines Biofeedback-Verfahrens und der Elektroakupunktur nach Voll. Weitere Bezeichnungen bzw. Gerätenamen analoger Geräte sind Metascan, Medicomat, Vitascanning, Etascan, Scenar, Vector, Lekomat oder Imago AuRum.

Die Geräte sollen auf dem Prinzip einer nichtlinearen Diagnostik beruhen und anhand postulierter Veränderungen von Strahlenwerten im Körper Rückschlüsse auf einzelne Zellen und sogar Chromosomen erlauben. Sie sollen sich zur Diagnostik von Krankheiten aller Art eignen. Bezüge zur traditionellen chinesischen Medizin und Akupunktur werden hergestellt.

Die Geräte werden inklusive PC-Software und Training im Franchise-Verfahren vermietet oder verkauft. Die Preise reichen von etwa 5.000 bis 30.000 Euro.

Funktionsprinzip

In einem Schreiben des deutschen TÜV Rheinland wird das Gerät zu den Bioresonanzgeräten gezählt. In Beschreibungen einer Vertriebsfirma ist von einem Wellness- oder Wohlbefinden-Produkt die Rede und wörtlich: "Wir verwenden Begrifflichkeiten wie Krankheit, Diagnose, Therapie usw. lediglich zum besseren Verständnis für die Menschen, die in Anlehnung an die heutige schulmedizinische Nomenklatur daran gewöhnt worden sind und noch keinen Zugang zu dem neuen Verständnis quantenphysikalischer Möglichkeiten zur Wiederherstellung des natürlichen Wohlbefindens (analog zu den herkömmlichen Begriffen Diagnose und Therapie bzw. Krankheit und Gesundheit) gefunden haben" und "Traditionelle wissenschaftliche Methoden sind daher nicht geeignet, den Nachweis für die Wirksamkeit zu erbringen" [3].

Vor der eigentlichen Untersuchung muss der Kunde/Patient seine Beschwerden angeben. Diese werden zusammen mit Labordaten (wenn vorhanden) in ein Formular des steuernden Programms eingegeben.
Der Patient empfängt über einen speziellen Kopfhörer "organspezifische" Signale. Ein ebenfalls im Kopfhörer befindlicher Sensor misst die Reaktion des Körpers und ermittelt anhand einer Datenbank Abweichungen von den "Normalwerten". In der Patentschrift zum Oberon-Gerät ist davon die Rede, dass das Gerät in der Lage sei, die "Intuition" des Patienten zu steigern.

Den Oberon-Anwendern wird streng untersagt, das Programm ohne Patienten laufen zu lassen. Angeblich fange dann das Gerät an zu brennen, wurde einem russischen Bediener gesagt. Dieser setzte sich über diese Warnung hinweg, hängte den Kopfhörer über eine Stuhllehne und gab typische Beschwerden eines Magenkranken in der Software ein. Prompt erhielt er auf dem Computerausdruck die Diagnose einer Magenkrankheit - bezogen auf die Stuhllehne als vermeintlichen Patienten.[4]

Pseudowissenschaftliche Annahmen

Um die angeblichen Eigenschaften des Systems zu beschreiben, wird auf quantenmystische Weise die Quantenphysik bemüht. Es soll das weltweit einzige Gerät sein, das eine "spektrale Analyse turbulenter Magnetfelder" in lebenden Organismen ermögliche und außerdem die "bioelektrische Aktivität der Gehirnneuronen" und "Körperelektronen" sowie deren "Spinabweichung" messen könne, heißt es in Werbeprospekten. Die Arbeitsweise beruhe auf der Anwendung eines Rauschgenerators, um kurzfristig eine Störwelle eines "körpereigenen Biofeldes" und von Neuronen zu erzeugen, die dann Messergebnisse liefern soll. Eine andere Vertriebsfirma ergänzt dieses pseudowissenschaftliche Geschwätz durch den Hinweis, das Oberon-Gerät messe "bioelektrische Phänomene der Entropiezunahme im Organismus".

Therapeutische Wundereigenschaften

Neben der Diagnostik soll das System es auch ermöglichen, auf einer "genetischen Ebene" einen nicht näher erklärten "natürlichen Spin" wiederherzustellen, um angenommene "Störfelder" zu behandeln. Das Gerät könne dazu schon während einer Untersuchung "Frequenzen" auf Wasser oder Milchzucker übertragen. Zudem "balanciere" es den Organismus über elektromagnetische Schwingungen, deren Frequenzen im körpereigenen Wasser über längere Zeit gespeichert werden könnten und somit beständig Heilreize setzten.

Das Patent von Vladimir Igorevich Nesterov

Erfinder Vladimir Nesterov

Das Oberon-System wird aktuell von einem privaten Moskauer Institut für angewandte Psychophysik mit Sitz in Omsk, Moskau und Prag promotet, das 1990 gegründet worden sei. Adressen in Russland werden nicht genannt.[5] Im Zusammenhang mit den Oberon-Diagnostikgeräten wird auch ein amerikanisches Patent mit der Nummer US 6549805 B1 vom April 2003 genannt[6], in dem ein Torsion diagnostic system utilizing non-invasive biofeedback signals between the operator, the patient and the central processing and telemetry unit beschrieben ist. In den USA werden Patente unabhängig von ihrer praktischen Eignung erteilt.

Im Zusammenhang mit den Oberon/Metatron werden mehrere Mitglieder einer russischen Familie Nesterov genannt. Ein Svyatoslav Pavlovich Nesterov soll ursprünglich Ende der 80er Jahre einen so genannten "trigger sensor" erfunden haben, was zu den späteren NLS-Geräten geführt habe. Das Institute of Practical Psychophysics (Omsk) soll 1990 von Vladimir Igorevich Nesterov gegründet worden sein, einem Neffen von Svyatoslav Pavlovich Nesterov. Vladimir I. Nesterov bezeichnet sich auch als "Professor". Vladimir Nesterov präsentiert in aufdringlicher Weise scheinakademische Titel und bedeutungslose Auszeichnungen. Unter anderem nennt er eine wissenschaftlich wertlose "I. Pavlov Medaille" der privaten Organisation Russische Akademie der Naturwissenschaften. Sein Sohn Igor Nesterov soll die europäischen Aktivitäten der Firmengruppe leiten. Im russischen Omsk existiert auch die Firma Institute of Practical Psychophysics LLC".[7]

Zur Entwicklung der Methode habe bereits in den 1940er Jahren ein Prof. White von der Princeton University beigetragen, der "Weißes Hintergrundrauschen" als Grundlage allen Lebens entdeckt haben will. Ein Prof. Shnoll (Int. Forschungsinstitut für kosmische Antropoökologie Novosobirsk), der deutsche vermeintliche Mathematiker Hartmut Müller und ein Dr. Nesterow (Institut für angewandte Biophysik in Moskau) hätten seine Forschungen fortgesetzt.

Literatur

  • Nesterov V. Psychophysics as new priority in modern science. In : Nesterov V (Ed.) Physical basics of informational interaction. Moskau: The collection of proceedings of Institute of Psychophysics, Vol II; 2006.

Anderssprachige Psiram-Artikel

Weblinks

Quellennachweise

  1. Metavital Service GmbH, Ljudmila Michajlova, Tangstedter Landstr. 83, D-22415 Hamburg
  2. Recht in Russland, Natalia Sultanova, Beckstr. 18, 20357 Hamburg
  3. http://www.commedi.de/METATRON-Systeme.169.0.html
  4. https://uncle-doc.livejournal.com/163341.html
  5. Head Office of the IPP (Omsk, Russia): +7 (3812) 36-45-26 +7 9043211591 (engl.)
    Office of the Moscow branch of the IPP: + 7 985 211-13-84 vera.i.nesterova@mail.ru
    Institute of Practical Psychophysics-Europe s.r.o
    Karla Englise 320/6 Smichov
    150 00 Praha, Czech Republic - www.nls-metatron.eu
    Sales Representative: Torsion Meditronix Ltd
  6. http://www.freepatentsonline.com/6549805.html
  7. Institute of Practical Psychophysics LLC 1st Proizvodstvennaya Str 2 Omsk 644031 Russia