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Kleinkram
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Laut einer seit Jahren kursierenden "urban legend" (bzw Mär) würde der Mensch durchschnittlich nur etwa '''10 Prozent seines zur Verfügung stehenden Hirnleistung''' nutzen, und demnach würden die restlichen 90 Prozent quasi "brachliegen". Im englischsprachigen Sprachraum, wo diese "legend" populärer als im deutschsprachigen Raum ist, wird in diesem Zusammenhang vom '''Ten percent of brain myth''' gesprochen.
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Laut einer seit Jahren kursierenden "urban legend" (bzw. Mär) würde der Mensch durchschnittlich nur etwa '''10 Prozent seines zur Verfügung stehenden Hirnleistung''' nutzen, und demnach würden die restlichen 90 Prozent quasi "brachliegen". Im englischen Sprachraum, wo diese Mär populärer als im deutschsprachigen Raum ist, wird in diesem Zusammenhang vom '''Ten percent of brain myth''' gesprochen.
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Diese ausserwissenschaftliche Mär ist vor allem im Bereich von [[Psychomarkt]]-Angeboten geläufig und entspricht nicht dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Kenntnisse zur Neurophysiologie oder Neurobiologie. Unterschwellig suggeriert diese Behauptung die Möglichkeit einer enormen Steigerung kognitiver Leistungen durch mögliche Methoden einen grösseren Prozentsatz als die genannten 10% zu nutzen. Die Mär soll offenbar leichtgläubige und beeindruckbare Kunden für kostenpflichtige Motivationskurse motivieren. Insbesondere werden die Behauptungen von [[Scientology]] am Leben erhalten.  
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Diese außerwissenschaftliche Mär ist vor allem im Bereich von [[Psychomarkt]]-Angeboten geläufig und entspricht nicht dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Kenntnisse zur Neurophysiologie oder Neurobiologie. Die Behauptung suggeriert die Möglichkeit einer enormen Steigerung kognitiver Leistungen, indem durch geeignete Methoden ein größerer Teil Gehirns als die angeblichen 10% aktiviert wird. Die Mär soll offenbar leichtgläubige und beeindruckbare Kunden für kostenpflichtige Motivationskurse motivieren. Insbesondere werden die Behauptungen seit mehreren Jahrzehnten von [[Scientology]] am Leben erhalten.  
    
Von Seiten der Behaupter werden keine belastbaren Quellen zu diesen Behauptungen genannt.
 
Von Seiten der Behaupter werden keine belastbaren Quellen zu diesen Behauptungen genannt.
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==Ursprünge==
 
==Ursprünge==
Die Ursprünge werden verschiedenen Personen in den Mund gelegt, so beispielsweise dem Physiker Albert Einstein, der jedoch weder Arzt noch Biologe war.
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Die Ursprünge werden verschiedenen Personen in den Mund gelegt, häufig beispielsweise dem Physiker Albert Einstein, der jedoch weder Arzt noch Biologe war. Ein Einstein zugeschriebens Zitat nährt auch eher die Vermutung, dass er sich bereits über den Mythos vom unterbeschäftigten Gehirn lustig gemacht hat: ''"Die meisten Menschen nutzen nur fünf bis sechs Prozent ihrer Gehirnkapazität. Ich nutze sieben Prozent!"''
    
1890, vor 120 Jahren, formulierten die US-amerikanischen Psychologen William James (1908: ''We are making use of only a small part of our possible mental and physical resources'') und Boris Sidis eine Hypothese der "reserve energy". Nach dieser Hypothese wäre es durch die Einflussnahme auf die kindliche Entwicklung möglich, den IQ-Wert bei den späteren Erwachsenen auf 250 bis 300 zu steigern. Dies wurde vierzig Jahre später, 1936, vom Autor Lowell Thomas wieder aufgenommen, und dieser formulierte eine persönliche Ansicht, nach der der Durchschnittsmensch nur zehn Prozent seiner Hirnleistung nutze.
 
1890, vor 120 Jahren, formulierten die US-amerikanischen Psychologen William James (1908: ''We are making use of only a small part of our possible mental and physical resources'') und Boris Sidis eine Hypothese der "reserve energy". Nach dieser Hypothese wäre es durch die Einflussnahme auf die kindliche Entwicklung möglich, den IQ-Wert bei den späteren Erwachsenen auf 250 bis 300 zu steigern. Dies wurde vierzig Jahre später, 1936, vom Autor Lowell Thomas wieder aufgenommen, und dieser formulierte eine persönliche Ansicht, nach der der Durchschnittsmensch nur zehn Prozent seiner Hirnleistung nutze.
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