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'''Lykopin''' (Lycopen, Leukopin, E 160d) ist als ein Tetraterpen eine Substanz aus der Klasse der [[Carotinoide]]. Lykopin verleiht beispielsweise der Tomate ihre rote Farbe, zählt zu den sekundären Pflanzenstoffen und hat antioxidative Eigenschaften. Lykopin hat eine intensiv rote Farbe und wird daher auch als Lebensmittelfarbstoff verwendet.
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'''Lykopin''' (Lycopen, Leukopin, E 160d) ist als Tetraterpen eine Substanz aus der Klasse der [[Carotinoide]]. Lykopin verleiht beispielsweise der Tomate ihre rote Farbe, zählt zu den sekundären Pflanzenstoffen und hat antioxidative Eigenschaften. Aufgrund der intensiv roten Farbe wird Lykopin daher auch als Lebensmittelfarbstoff verwendet.
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==Vorkommen==
 
==Vorkommen==
Lykopin kommt insbesondere in Tomaten und Wassermelonen vor. Höhere Konzentrationen finden sich bei Dosentomaten und in konzentriertem Tomatenmark (ca. 62 mg Lycopin pro 100 Gramm). Die höchsten Konzentrationen finden sich in der [http://de.wikipedia.org/wiki/Momordica_cochinchinensis Gacfrucht] (''Momordica cochinchinensis'') mit ca. 2 mg Lykopin pro Gramm.  
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Lykopin kommt insbesondere in Tomaten und Wassermelonen vor. Höhere Konzentrationen finden sich bei Dosentomaten und in konzentriertem Tomatenmark (ca. 62 mg Lycopin pro 100 Gramm). Die höchsten Konzentrationen sind mit ca. 2 mg Lykopin pro Gramm in der [http://de.wikipedia.org/wiki/Momordica_cochinchinensis Gacfrucht] (''Momordica cochinchinensis'') enthalten.  
    
==Nahrungsergänzungsmittel==
 
==Nahrungsergänzungsmittel==
 
Lykopin wird in Tabletten- oder Kapselform als [[Nahrungsergänzungsmittel]] angeboten, teilweise auch als synthetisches Lykopin. Laut Werbung soll es beispielsweise als so genanntes "Tomaten-Vitamin" vor schädlichen Effekten der UV-Strahlung und des Tabakrauchens bewahren, aber auch gegen Stress helfen.
 
Lykopin wird in Tabletten- oder Kapselform als [[Nahrungsergänzungsmittel]] angeboten, teilweise auch als synthetisches Lykopin. Laut Werbung soll es beispielsweise als so genanntes "Tomaten-Vitamin" vor schädlichen Effekten der UV-Strahlung und des Tabakrauchens bewahren, aber auch gegen Stress helfen.
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Die Einnahme der völlig überteuerten Lycopin-Produkte, ist ernährungs-physiologsich völliger Unsinn und nicht notwendig. Ab einer Aufnahme von 10mg/Tag tritt ein Sättigunsgeffekt im Serum ein. So dass die Mengen der angebotenen Präparate ''"liefert 15mg Lycopin pro Kapsel"''<ref>https://www.vitaminexpress.org/de/tomato-lycopin-kapseln</ref> nicht mehr resorbiert werden und keine Erhöhung des Serumspiegels bewirken. Der täglich Bedarf ist über den Konsum von 200-300g Tomaten oder von Produkten die mit Tomaten angereichert sind zu decken.  
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Die Einnahme der völlig überteuerten Lycopin-Produkte ist ernährungs-physiologisch unsinnig und nicht notwendig. Ab einer Aufnahme von 10mg/Tag tritt ein Sättigunsgeffekt im Serum ein, so dass die Mengen der angebotenen Präparate ''"liefert 15mg Lycopin pro Kapsel"''<ref>vitaminexpress.org/de/tomato-lycopin-kapseln</ref> nicht mehr resorbiert werden und keine Erhöhung des Serumspiegels bewirken. Der täglich Bedarf ist über den Konsum von 200-300g Tomaten oder von Produkten, die mit Tomaten angereichert sind, zu decken.  
    
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority EFSA) hat Studien zur Wirksamkeit von Lykopin beurteilt. Die Ergebnisse: Es gibt keine ausreichenden wissenschaftlichen Nachweise, dass das "Tomaten-Vitamin" die Haut vor UV-Schäden schützt. Auch eine positive Wirkung von Lykopin auf die Sehkraft oder die Herzfunktion konnte nicht belegt werden.  
 
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority EFSA) hat Studien zur Wirksamkeit von Lykopin beurteilt. Die Ergebnisse: Es gibt keine ausreichenden wissenschaftlichen Nachweise, dass das "Tomaten-Vitamin" die Haut vor UV-Schäden schützt. Auch eine positive Wirkung von Lykopin auf die Sehkraft oder die Herzfunktion konnte nicht belegt werden.  
    
Der hohe Lykopingehalt im Tomatensaft führt bei länger andauerndem hohen Tomatensaft- oder Tomatenkonsum zu einer gelblich-orangen Verfärbung der Haut (bekannt als "Lycopenodermia"). Nach mehrwöchigem Verzicht auf Tomaten normalisiert sich die Hautfarbe wieder.
 
Der hohe Lykopingehalt im Tomatensaft führt bei länger andauerndem hohen Tomatensaft- oder Tomatenkonsum zu einer gelblich-orangen Verfärbung der Haut (bekannt als "Lycopenodermia"). Nach mehrwöchigem Verzicht auf Tomaten normalisiert sich die Hautfarbe wieder.
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==Studienlage==
 
==Studienlage==
Lycopin war immer die große Hoffnung zur Vorbeugung von Prostatakrebs. Die Meinungen und Bewertungen der Fachwelt gehen dabei aber weit auseinander. Es existiert einen  Vielzahl von Studien zu diesem Thema, die sich aber im Umfang, Dauer und Qualität stark unterscheiden. Von reinen Verzehrstudien von Produkten mit Tomaten bis hin zu Serum-Untersuchungen ist alles vertreten.
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Lycopin war zeitweise die große Hoffnung zur Vorbeugung von Prostatakrebs. Die Meinungen und Bewertungen der Fachwelt gehen dabei aber weit auseinander. Es existiert eine Vielzahl von Studien zu diesem Thema, die sich aber im Umfang, Dauer und Qualität stark unterscheiden. Von reinen Verzehrstudien von Produkten mit Tomaten bis hin zu Serum-Untersuchungen ist alles vertreten.
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Bei einer Studie mit über 50.000 Teilnehmern wurden aufgezeigt, dass bei einer Aufnahme von 6,5 mg Lycopin eine Reudzierung des Risikos der Erkrankung um 21% erreicht wurde. Andere Studien legten die Menge bei 10mg pro Tag fest.<ref>Giovanucci E, Ascherin A, Rimm EB et al. Intake of caotionids and retinol in relation risk of Prostata cancer. J. Ntl Cancer Inst 1995; 84:1767 -1179</ref>   
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Bei einer Studie mit über 50.000 Teilnehmern wurden aufgezeigt, dass bei einer Aufnahme von 6,5 mg Lycopin eine Reduzierung des Risikos der Erkrankung um 21% erreicht wurde. Andere Studien legten die Menge bei 10mg pro Tag fest.<ref>Giovanucci E, Ascherin A, Rimm EB et al. Intake of caotionids and retinol in relation risk of Prostata cancer. J. Ntl Cancer Inst 1995; 84:1767 -1179</ref>   
 
    
 
    
 
Es gab in der Vergangenheit Hinweise darauf, dass der Konsum von Lycopin das Erkrankungsrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs (vor allem Prostatakrebs<ref>Giovannuci, E.'' et al.'' (2002): ''A Prospective Study of Tomato Products, Lycopene and Prostate Cancer Risk.'' In: ''J. Natl. Cancer. Inst.'' Bd. 94, S. 391-398, PMID 11880478,</ref>), Diabetes mellitus, Osteoporose und Unfruchtbarkeit reduziert.<ref>Bowen P, Chen L, Stacewicz-Sapuntzakis M, Duncan C, Sharifi R, Ghosh L, Kim HS, Christov-Tzelkov K, van Breemen R, Tomato sauce supplementation and prostate cancer: lycopene accumulation and modulation of biomarkers of carcinogenesis, Experimental Biology and Medicine, 2002, 227, 10, S. 886–893. http://www.ebmonline.org/cgi/content/abstract/227/10/886, PMID 12424330</ref> Eine neuere, große Studie mit ca. 28.000 Probanden kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass kein Zusammenhang zwischen Lycopin-Konsum und herabgesetztem Krebsrisiko besteht. Vielmehr zeigte sich, dass das chemisch verwandte Antioxidans β-Carotin das Prostatakrebsrisiko erhöht.<ref>American Association for Cancer Research: No Magic Tomato? Study Breaks Link between Lycopene and Prostate Cancer Prevention, Science Daily. 17. Mai 2007 [http://www.sciencedaily.com/releases/2007/05/070517063011.htm]</ref> Eine schützende Wirkung bei belastunginduziertem Asthma konnte nicht gezeigt werden.<ref>B Falk et. al. Annals of Allergy, Asthma, & Immunology. 2005;94(4):480-5</ref>
 
Es gab in der Vergangenheit Hinweise darauf, dass der Konsum von Lycopin das Erkrankungsrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs (vor allem Prostatakrebs<ref>Giovannuci, E.'' et al.'' (2002): ''A Prospective Study of Tomato Products, Lycopene and Prostate Cancer Risk.'' In: ''J. Natl. Cancer. Inst.'' Bd. 94, S. 391-398, PMID 11880478,</ref>), Diabetes mellitus, Osteoporose und Unfruchtbarkeit reduziert.<ref>Bowen P, Chen L, Stacewicz-Sapuntzakis M, Duncan C, Sharifi R, Ghosh L, Kim HS, Christov-Tzelkov K, van Breemen R, Tomato sauce supplementation and prostate cancer: lycopene accumulation and modulation of biomarkers of carcinogenesis, Experimental Biology and Medicine, 2002, 227, 10, S. 886–893. http://www.ebmonline.org/cgi/content/abstract/227/10/886, PMID 12424330</ref> Eine neuere, große Studie mit ca. 28.000 Probanden kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass kein Zusammenhang zwischen Lycopin-Konsum und herabgesetztem Krebsrisiko besteht. Vielmehr zeigte sich, dass das chemisch verwandte Antioxidans β-Carotin das Prostatakrebsrisiko erhöht.<ref>American Association for Cancer Research: No Magic Tomato? Study Breaks Link between Lycopene and Prostate Cancer Prevention, Science Daily. 17. Mai 2007 [http://www.sciencedaily.com/releases/2007/05/070517063011.htm]</ref> Eine schützende Wirkung bei belastunginduziertem Asthma konnte nicht gezeigt werden.<ref>B Falk et. al. Annals of Allergy, Asthma, & Immunology. 2005;94(4):480-5</ref>
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