Kolloidales Gold: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Kolloidales Gold''' (auch Goldwasser oder aurum potabile) ist eine Sole mit fein verteilten, winzigen Partikeln des Schwermetalls Gold in seiner elementaren Form mit einer Partikelgrößen von 2 bis 100 nm in destilliertem Wasser. Je nach Partikelgröße variieren die jeweilige Farbe und die chemischen Eigenschaften der Dispersion. Bei Partikelgrößen unter 100 nm ergibt sich eine kräftige rote Farbe, während sich bei größerer Partikelgröße eine gelbliche Farbe einstellt.
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'''Kolloidales Gold''' (auch Goldwasser oder aurum potabile) ist eine Sole mit fein verteilten, winzigen Partikeln des Schwermetalls Gold in seiner elementaren Form mit Partikelgrößen von 2 bis 100 nm in destilliertem Wasser. Je nach Partikelgröße variieren die jeweilige Farbe und die chemischen Eigenschaften der Dispersion. Bei Partikelgrößen unter 100 nm ergibt sich eine kräftige rote Farbe, während sich bei größeren Partikeln eine gelbliche Farbe einstellt.
  
 
Erste Anwendungen von kolloidalem Gold zur Färbung von Gläsern fanden bereits im römischen Reich statt.
 
Erste Anwendungen von kolloidalem Gold zur Färbung von Gläsern fanden bereits im römischen Reich statt.
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==Kolloidales Gold für pseudotherapeutische Zwecke==
 
==Kolloidales Gold für pseudotherapeutische Zwecke==
In der Medizin des Mittelalters fand Gold als "aurum potabile" eine Verwendung. In diesem Zusammenhang wird auch von Aurotherapie oder Chrysotherapie gesprochen. Auch heute noch wird in der Pseudomedizin kolloidales Gold mit der Behauptung, es aktiviere das "Drüsensystem", vertrieben. Kolloidales Gold soll den Energiefluss im Körper, vor allem in der [[Melatonin|Zirbeldrüse (Epiphyse)]] und der DNA verbessern. Dies, so wird behauptet, könne zu zahlreichen therapeutischen Zwecken genutzt werden.   
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In der Medizin des Mittelalters fand Gold als "aurum potabile" Verwendung. In diesem Zusammenhang wird auch von Aurotherapie oder Chrysotherapie gesprochen. Auch heute noch wird in der Pseudomedizin kolloidales Gold mit der Behauptung vertreiben, es aktiviere das "Drüsensystem". Kolloidales Gold soll den Energiefluss im Körper, vor allem in der [[Melatonin|Zirbeldrüse (Epiphyse)]] und der DNA verbessern. Dies, so wird behauptet, könne zu zahlreichen therapeutischen Zwecken genutzt werden.   
  
Als Einsatzgebiete werden genannt: Schmerzlinderung bei Gelenksentzündungen, Verbesserung der Gehirnfunktionen, Verminderung der schädlichen Auswirkungen von Stress, Lösung von Depressionen, Angst, Trauer und Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit, bei ADHS, Erhöhung der Libido, die Regulation von Herzrhythmus und die Milderung von Asthma. Außerdem wird behauptet, kolloidales Gold hemmt das Tumorwachstum bei Krebs. Kolloidales Gold soll dabei oral eingenommen werden.  
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Als Einsatzgebiete werden genannt: Schmerzlinderung bei Gelenksentzündungen, Verbesserung der Gehirnfunktionen, Verminderung der schädlichen Auswirkungen von Stress, Lösung von Depressionen, Angst, Trauer und Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit, bei ADHS, Erhöhung der Libido, die Regulation des Herzrhythmus und die Milderung von Asthma. Außerdem wird behauptet, kolloidales Gold hemme das Tumorwachstum bei Krebs. Kolloidales Gold soll dabei oral eingenommen werden.  
  
 
Für alle diese Behauptungen fehlen wissenschaftliche Nachweise. Risiken bei der Anwendung von kolloidalem Gold sind vor allem Gefahren, die sich aus der Anwendung von Nanoteilchen ergeben.
 
Für alle diese Behauptungen fehlen wissenschaftliche Nachweise. Risiken bei der Anwendung von kolloidalem Gold sind vor allem Gefahren, die sich aus der Anwendung von Nanoteilchen ergeben.
  
 
==Mögliche Nebenwirkungen, Chrysiasis==
 
==Mögliche Nebenwirkungen, Chrysiasis==
Die Einnahme von kolloidalem Gold ist - anders als oft behauptet - nicht nebenwirkungsfrei. So kann es zu einer dauerhaften und nicht therapierbaren Verfärbung der Haut, der (Augen-)skleren und Zähne durch abgelagerte Goldkomplexe kommen, analog zur Argyrie nach der Einnahme von kolloidalem Silber<ref>Altmeyer P et al. (1975) Chrysiasis: Nebenwirkung einer intramuskulären Goldtherapie. Hautarzt 26: 330-333</ref><ref>Loddenkemper K et al. (2002) Chrysiasis. Z Rheumatol 61: 173-174</ref><ref>Smith RW, Cawley MI (1997) Chrysiasis. Br J Rheumatol 36: 3-5</ref>. Die nach Goldeinnahme beobchtbare Hautverfärbung wird durch Sonnenstrahlung verstärkt, der Fachbegriff dieser dauerhaften Verfärbung ist die Chrysiasis (oder auch "Gold-Ausschlag", Auriasis, Chrysoderma oder Hautaurosis). Die Haut verfärbt sich schiefergrau, metallisch glänzend, vor allem im Bereich der lichtexponierten Hautareale und der Skleren.<ref>http://dermnetnz.org/reactions/chrysiasis.html</ref> Eine schwere Chrysiasis kann letztendlich zum Nierenversagen, Schädigungen des Herzens und Blutarmut führen.
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Die Einnahme von kolloidalem Gold ist - anders als oft behauptet - nicht nebenwirkungsfrei. So kann es zu einer dauerhaften und nicht therapierbaren Verfärbung der Haut, der (Augen-)skleren und Zähne durch abgelagerte Goldkomplexe kommen, analog zur Argyrie nach der Einnahme von [[Kolloidales Silber|kolloidalem Silber]].<ref>Altmeyer P et al. (1975) Chrysiasis: Nebenwirkung einer intramuskulären Goldtherapie. Hautarzt 26: 330-333</ref><ref>Loddenkemper K et al. (2002) Chrysiasis. Z Rheumatol 61: 173-174</ref><ref>Smith RW, Cawley MI (1997) Chrysiasis. Br J Rheumatol 36: 3-5</ref> Die nach Goldeinnahme beobachtbare Hautverfärbung wird durch Sonnenstrahlung verstärkt; der Fachbegriff dieser dauerhaften Verfärbung ist Chrysiasis (oder auch "Gold-Ausschlag", Auriasis, Chrysoderma oder Hautaurosis). Die Haut verfärbt sich schiefergrau, metallisch glänzend, vor allem im Bereich der lichtexponierten Hautareale und der Skleren.<ref>http://dermnetnz.org/reactions/chrysiasis.html</ref> Eine schwere Chrysiasis kann letztendlich zu Nierenversagen, Schädigungen des Herzens und Blutarmut führen.
  
Unter der Behandlung durch Goldsalze können Allergien, Schädigung von Leber, Blut und Nieren auftreten. Etwa 50 % der Therapien mit Goldsalzen werden aufgrund der unerwünschten Wirkungen abgebrochen. Goldverbindungen können aufgrund der Giftigkeit des Verbindungspartners zum Teil sehr giftig sein. Die farblosen Goldcyanide und die zitronengelbe Tetrachloridogoldsäure zählen dazu.  
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Unter der Behandlung durch Goldsalze können Allergien, Schädigung von Leber, Blut und Nieren auftreten. Etwa 50% der Therapien mit Goldsalzen werden aufgrund der unerwünschten Wirkungen abgebrochen. Goldverbindungen können abhängig von der Giftigkeit des Verbindungspartners zum Teil sehr giftig sein. Die farblosen Goldcyanide und die zitronengelbe Tetrachloridogoldsäure zählen dazu.
  
 
==Siehe auch==
 
==Siehe auch==

Aktuelle Version vom 6. März 2015, 15:11 Uhr

Kolloidales Gold.jpg

Kolloidales Gold (auch Goldwasser oder aurum potabile) ist eine Sole mit fein verteilten, winzigen Partikeln des Schwermetalls Gold in seiner elementaren Form mit Partikelgrößen von 2 bis 100 nm in destilliertem Wasser. Je nach Partikelgröße variieren die jeweilige Farbe und die chemischen Eigenschaften der Dispersion. Bei Partikelgrößen unter 100 nm ergibt sich eine kräftige rote Farbe, während sich bei größeren Partikeln eine gelbliche Farbe einstellt.

Erste Anwendungen von kolloidalem Gold zur Färbung von Gläsern fanden bereits im römischen Reich statt.

In der wissenschaftlichen Medizin ist Gold (meist in Form von Goldsalzen) einzig bei der rheumatoiden Arthritis (so genanntes "Gelenk-Rheuma") indiziert. Verwendung finden dann vor allem die Goldsalze Natriumaurothiomalat und Auranofin. Da diese Behandlungen oft Nebenwirkungen zeigen, werden sie zunehmend durch andere, nicht goldhaltige "Basistherapeutika" ersetzt.

Kolloidales Gold für pseudotherapeutische Zwecke

In der Medizin des Mittelalters fand Gold als "aurum potabile" Verwendung. In diesem Zusammenhang wird auch von Aurotherapie oder Chrysotherapie gesprochen. Auch heute noch wird in der Pseudomedizin kolloidales Gold mit der Behauptung vertreiben, es aktiviere das "Drüsensystem". Kolloidales Gold soll den Energiefluss im Körper, vor allem in der Zirbeldrüse (Epiphyse) und der DNA verbessern. Dies, so wird behauptet, könne zu zahlreichen therapeutischen Zwecken genutzt werden.

Als Einsatzgebiete werden genannt: Schmerzlinderung bei Gelenksentzündungen, Verbesserung der Gehirnfunktionen, Verminderung der schädlichen Auswirkungen von Stress, Lösung von Depressionen, Angst, Trauer und Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit, bei ADHS, Erhöhung der Libido, die Regulation des Herzrhythmus und die Milderung von Asthma. Außerdem wird behauptet, kolloidales Gold hemme das Tumorwachstum bei Krebs. Kolloidales Gold soll dabei oral eingenommen werden.

Für alle diese Behauptungen fehlen wissenschaftliche Nachweise. Risiken bei der Anwendung von kolloidalem Gold sind vor allem Gefahren, die sich aus der Anwendung von Nanoteilchen ergeben.

Mögliche Nebenwirkungen, Chrysiasis

Die Einnahme von kolloidalem Gold ist - anders als oft behauptet - nicht nebenwirkungsfrei. So kann es zu einer dauerhaften und nicht therapierbaren Verfärbung der Haut, der (Augen-)skleren und Zähne durch abgelagerte Goldkomplexe kommen, analog zur Argyrie nach der Einnahme von kolloidalem Silber.[1][2][3] Die nach Goldeinnahme beobachtbare Hautverfärbung wird durch Sonnenstrahlung verstärkt; der Fachbegriff dieser dauerhaften Verfärbung ist Chrysiasis (oder auch "Gold-Ausschlag", Auriasis, Chrysoderma oder Hautaurosis). Die Haut verfärbt sich schiefergrau, metallisch glänzend, vor allem im Bereich der lichtexponierten Hautareale und der Skleren.[4] Eine schwere Chrysiasis kann letztendlich zu Nierenversagen, Schädigungen des Herzens und Blutarmut führen.

Unter der Behandlung durch Goldsalze können Allergien, Schädigung von Leber, Blut und Nieren auftreten. Etwa 50% der Therapien mit Goldsalzen werden aufgrund der unerwünschten Wirkungen abgebrochen. Goldverbindungen können abhängig von der Giftigkeit des Verbindungspartners zum Teil sehr giftig sein. Die farblosen Goldcyanide und die zitronengelbe Tetrachloridogoldsäure zählen dazu.

Siehe auch

Weblinks

Quellennachweise

  1. Altmeyer P et al. (1975) Chrysiasis: Nebenwirkung einer intramuskulären Goldtherapie. Hautarzt 26: 330-333
  2. Loddenkemper K et al. (2002) Chrysiasis. Z Rheumatol 61: 173-174
  3. Smith RW, Cawley MI (1997) Chrysiasis. Br J Rheumatol 36: 3-5
  4. http://dermnetnz.org/reactions/chrysiasis.html