Kneipp-Therapie

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Die Kneipp-Therapie ist ein nach dem Pfarrer Sebastian Kneipp (17. Mai 1821, Stephansried - 17. Juni 1897, Wörishofen) benanntes Behandlungsverfahren, das Wasseranwendungen, Pflanzenwirkstoffe, Bewegungs- und Ernährungsempfehlungen beinhaltet. Diese können sowohl vorbeugend (präventiv) als auch zur Behandlung bestehender Erkrankungen (kurativ) eingesetzt werden.

Grundprinzipien

Kneipps Ansatz basiert auf fünf Grundprinzipien:

  • Die Hydrotherapie wendet Wasser an. Die bekanntesten Anwendungen sind Kneippgüsse und Wassertreten.
  • Die Ernährungstherapie stellt vielseitige Vollwertkost in den Vordergrund.
  • Bei der Bewegungstherapie soll auf einengende Kleidung verzichtet werden. Als intensive Form der Bewegung und einfache Abhärtungsmethode hat Kneipp das Barfußlaufen empfohlen.
  • Die Phytotherapie nutzt die Möglichkeiten der Heilpflanzen.
  • Mit der Ordnungstherapie schlug Kneipp einen Weg zu einer bewussten, die Gesundheit erhaltenden Lebensführung vor.

Wirkungsweise

Die Kneipp-Therapie soll auf dem Wirkprinzip einer „Reizreaktion“ beruhen, das heißt, dass diejenigen natürlichen Reaktionen des Körpers therapeutisch genutzt werden, die mit den oben erwähnten Methoden gereizt werden können. Die Kneipp-Therapie kann oder soll mit anderen medizinischen Verfahren kombiniert werden. Somit versteht sich die Kneipp-Medizin nicht als Gegensatz zur wissenschaftlichen Medizin, sondern als Ergänzung derselben.

Kneippkur

Die Kneippkur ist eine medizinische Maßnahme, die in der Regel über eine Zeitdauer von drei bis vier Wochen an einem anerkannten Kneippkurort durchgeführt wird. Sie beinhaltet die Elemente der nach Sebastian Kneipp benannten Therapie und wird zur Vorbeugung oder Behandlung bestehender Erkrankungen eingesetzt. Indikationen sind Herz-Kreislauferkrankungen, orthopädische Erkrankungen, Abwehrschwäche und vegetative Störungen. Einige elementare Bestandteile einer Kneippkur können auch außerhalb eines Kuraufenthalts selbstständig durchgeführt werden, wie zum Beispiel das Barfußlaufen im seichten Wasser (Wassertreten), auf taufrischen Wiesen (Tautreten) oder im Schnee (Schneegehen).

Wirksamkeit

Eine Wirksamkeit der Kneipp-Therapie ist wissenschaftlich nicht belegt, als Kur gegen einige wenige Symptome, wie zum Beispiel bei Krampfadern, gibt es jedoch Hinweise auf eine Linderung der Beschwerden. Außerdem wurde nachgewiesen, dass durch regelmäßige Kneipp-Anwendungen eine Verbesserung der Prognose, Lebenserwartung und Lebensqualität für Bronchitispatienten erreicht werden kann. Ferner gibt es Hinweise, dass die Kneipp-Therapie Symptome der Wechseljahre wie Hitzewallungen und Schlafstörungen lindern kann.[1]

Anwendung in der Pseudomedizin

Wasseranwendungen nach Kneipp werden auch als Bestandteil pseudomedizinischer Therapien angeboten, wie z.B. Schröpfen, Hautreiztherapie nach Baunscheidt, Akupunktur, Ayurveda, Magnetfeldtherapie oder Neuraltherapie[2], ferner auch beim Heilfasten. Es wird behauptet, Kneipp-Anwendungen seien ganzheitlich und brächten Körper, Geist und Seele in Einklang.[3]

Siehe auch

Weblinks

Quellenverzeichnis

  1. http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000005350/Dissertation_Menopause_Kneipp.pdf;jsessionid=F9AE84741C7CC5DF96715F212315E552?hosts=
  2. http://www.alternativmedizin-naturheilkunde.de/
  3. http://www.kneippbund.de/gesundheitsidee/


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