Kiran Schmidt

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Seine Exzellenz the Chevalier Doctor Kiran Schmidt und Großmeister des "Medical Order of the Knights Hospitaller
Kiran Schmidt (links) mit João de Deus
Darstellung von Goethes fehlerhafter und überholter Farbenlehre auf Webseite von Schmidt[1]

Kiran Schmidt (eigentlich Ulrich Schmidt, geb. 1962 in Stuttgart) ist ein deutscher Erfinder und Vermarkter von Geräten, die auf pseudomedizinische Weise in der Lage sein sollen, Krankheiten zu erkennen und zu heilen. Die Geräte werden unter dem Markennamen Inergetix CoRe System angeboten.

Schmidt ist Anhänger des umstrittenen brasilianischen Geistheilers, Medizinlaien und geistheilenden Pseudochirurgen João de Deus (João Teixeira da Faria, alias Joao von Gott oder John of God, der Mann mit dem Küchenmesser, geb. 1942). Entsprechend den Regeln von João de Deus kleidet sich Schmidt üblicherweise in weiß.

Beziehungen existieren auch zu Bill Nelson (geb. 1951 in Ohio, alias "Prof. Dr. William Nelson", Desiré Dubounet oder Desiré Dubonet), einem Gesinnungsgenossen der von Ungarn aus pseudomedizinische Scharlatanerieprodukte vertreibt.[2] Mit Scheinprofessor Nelson trat Schmidt 2007 zusammen mit Konstantin Meyl, Fritz-Albert Popp, Hartmut Müller, Karl Maret und anderen) als Referent auf einem Symposium des DGEIM auf.[3]

Kurzbiographie

Schmidt wurde 1962 in Stuttgart als Ulrich Schmidt geboren. Laut eigenen Angaben habe er 1984 zwei internationale Patente im Zusammenhang mit Vorrichtungen zu einer Spektralanalyse von Licht erhalten.[4]. Daraus aufbauende Geräte seien von zahlreichen Unternehmen produziert worden. 1986 soll Schmidt in München zusammen mit einem Richard Distl eine Firma namens "Instrument Systems Corp." gegründet haben. 1988 soll er in Berlin sein Diplom als Physiker erhalten haben. Er habe 5 Jahre in Indien zugebracht und widme sich seit 1990 der Homöopathie und Alternativmedizin. Seit 1995 soll Schmidt in Kalifornien leben, wo er die Firma Inergetix leitet.

Schmidt ist auch Befürworter der obsoleten Farbenlehre des deutschen Dichters Johann Wolfgang von Goethe, die bereits zu dessen Lebzeiten widerlegt. Goethes Farbenlehre, die 1810 erschien, sah er selbst als sein naturwissenschaftliches Hauptwerk und gegen Lebensende äußerte er, dass er den Wert dieses Werks höher einschätze als den seiner Dichtung. Goethe musste zeitlebens seine Farbenlehre-Hypothesen gegen zahlreiche Kritiker verteidigen. Bereits zuvor hatte Isaac Newton nachgewiesen, dass das weiße Licht sich aus Anteilen unterschiedlichen Farben zusammensetzt. Goethe glaubte dagegen, "daß das Licht eine unteilbare Einheit sei und die Farben aus dem Zusammenwirken von Hellem und Dunklem, Licht und Finsternis entstünden, und zwar durch die Vermittlung eines „trüben“ Mediums". Schon zu Goethes Zeiten erkannte man, dass diese von Goethe beschriebenen Phänomene sich auch widerspruchslos mit der Theorie Newtons erklären lassen. Mittels der Goetheschen Farbenlehre lässt sich die spektrale Aufteilung von Licht mit einem herkömmlichen Prisma nicht erklären, genausowenig wie die Farben eines Regenbogens.

Kiran Schmidt und Ehrentitel

Verleihung des Gregoriusorden "magna cruce ordinis sancti gregorii magni"
Ernennung in den "Medical order of the knights hospitaller"
Ernennung zum "Ritter des Silvesterordens" eques ordinis sancti silvestri papae

Der aktuell in Kalifornien lebende Kiran Schmidt gibt an, 1962 geboren zu sein, und Physik studiert zu haben. Nach seinen Angaben wurde er mit dem katholischen Sylvesterorden (Ordo Sanctus Silvestri Papae) vom Papst ausgezeichnet.[5]

Auch sei er Mitglied des Gregoriusordens "magna cruce ordinis sancti gregorii magni".

Des Weiteren ist "Seine Exzellenz the Chevalier Doctor Kiran Schmidt" auch Großmeister eines (international Sovereign) "Medical Order of the Knights Hospitaller" (MedOKH)[6], wie er zu einem Schreiben von Kardinal Angelo Sodano von November 2010 angibt. Der Name bezieht sich auf den katholischen Malteserorden (eine römisch-katholische Ordensgemeinschaft, die gemeinsam mit dem Johanniterorden die Fortsetzung eines früher auf Malta befindlichen Ritterordens namens "Hospitalorden" ist, der von einigen wenigen Staaten als ein souveränes, nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt betrachtet wird und dessen "Staatsgebiet" sich auf zwei Häuser in Rom beschränkt. Im Internet finden sich zahllose Organistionen und Unternehmen, die die Worte "Order of the Knights Hospitaller" verwenden und als Pseudo-Ritterorden zu verstehen sind. Neue Mitglieder können sich in der Regel nicht bewerben, sondern werden von Rittern vorgeschlagen. Häufig sind Alternativmediziner Mitglied oder "Ritter" derartiger Organisationen.

Das Großpriorat von Österreich des "Souveränen Ritter- und Hospitalordens des Hl. Johannes zu Jerusalem" (kurz Souveräner Malteser-Ritter-Orden) warnt im Namen des Gesamtorden vor Vereinen und Personen, die seinen Namen oder seine Zeichen missbräuchlich verwenden: "Pseudo Orden und ihr Auftreten in Österreich".

Weblinks

Quellennachweise