Jens Bernert

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Jens Bernert

Jens Bernert (geb. 1974, Pseudonym "Blauer") ist ein deutscher Blogger und Discjockey ("DJ Underpop" und "DJ Berni B"[1]) aus Mannheim. Er betreibt den Blog Blauer Bote Magazin. Bernert ist ausserdem Autor der Blogs Rubikon News und Free21 und schreibt für "Freitag".

Bernert gibt an Politologie und Geographie studiert zu haben. Nach dem Studium arbeitete Bernert als Software-Entwickler und DJ.

Blog Blauer Bote Magazin

Blauer Bote Magazin.jpg
Artikel von Jens Bernert mit der Behauptung der Ermordung eines Kindes zu Propagandazwecken (Hinweis: rote Unterstreichungen: Psiram)

Trotz der Eigenbezeichnung Blauer Bote Magazin handelt es sich um einen Internet-Blog, dessen Namensgebung sich offenbar auf die mannheimer Diskothek Blau bezieht. Aktuell wird auf der Webseite des Blogs der Betreiber Jens Bernert vermerkt. Zeitweise war an Stelle einer Kontaktadresse vermerkt: Aufgrund von Gewaltdrohungen wegen medien- und regierungskritischer Artikel steht hier nur eine E-Mail-Adresse. Das genügt.

Der Blog verbreitet Verschwörungstheorien und Fake-News und orientiert sich in eigenen Urteilen an Positionen der aktuellen russischen Regierung unter Wladimir Putin. Sein Blauer Blote - Blog (Alexa-Rang 622000[2]rund 6 mal niedriger als psiram.com[3]) wurde 2015 von der englischsprachigen Ausgabe des russischen Staatsmedium Sputnik als Quelle zitiert.[4] In seinem Blog vertritt Bernert klassische Verschwörungstheorien um den 11. September 2001. So ist er davon überzeugt dass der American-Airlines-Flug 77 vom 11. September 2001[5] nicht um 9:37 Uhr in das Pentagon gesteuert wurde. Er ignoriert den Umstand dass bis auf fünf Passagiere und Pentagon-Bedienstete sämtliche sterblichen Überreste der 189 Opfer (125 im Pentagon und 64 an Bord von Flug 77) mit Hilfe der DNA-Analyse identifiziert werden konnten. Auch die zwei "black box" des Flugzeugs wurden mit Turbinenteilen und anderen Wrackteilen gefunden. Trotz Transponderrabschaltungen liegen die Daten der Radarechos (Primärdaten) vor, die den Flug dokumentieren. Der am Pentagon aufgefundene flight data recorder enthielt noch auswertbare Daten. Zahlreiche Zeugen sahen den Absturz des Flugzeugs und konnten an Hand der Beschriftung die Maschine als eine American Airlines Maschine erkennen. Auch zerstörte das Passagierflugzeug fünf Lichtmasten vor dem Einsturz. Unbeantwortet bleibt von Bernert die Frage wo das Flugzeug und wo die Passagiere geblieben sein sollen.

Bernert ist auch Anhänger von Verschwörungstheorien zum Abschuss von Flug MH17. Das in den Niederlanden ermittelnde Gemeinsame Ermittlungsteam JIT macht russische Staatsbürger und ostukrainische Separatisten für den Abschuss mit einer aus Russland stammenden BUK-Rakete dafür verantwortlich und nannte im Juni 2019 die Namen von vier Beschuldigten die mit internationalem Haftbefehl gesucht werden.

Auch übernimmt der Autor Positionen der syrischen Regierung und der russischen Regierung im Zusammenhang mit dem Giftgasangriff der syrischen Luftwaffe im syrischen Chan Schaichun (Khan Shaykhun)[6] mit mindestens 86 Todesopfern (darunter 28 Kinder) im November 2017 bei Free 21 (Die Lügen der „Weißhelme“) und danach. Eine unabhängige Untersuchungskommission der UNO wies im September 2017 die Verantwortung für den Giftgasangriff der syrischen Armee zu, die das Giftgas Sarin einsetzte.

2018 beschuldigte Bernert die syrische Hilfsorganisation "Weisshelme" ein Kind vor laufender Kamera getötet zu haben:

(Zitat) ..Die Bundesregierung schuldet uns eine Erklärung für die Ermordung eines Kindes vor laufender Kamera durch die Weißhelme..

Er berief sich dabei offenbar auf einen Artikel im russischen Staatsmedium Sputnik vom April 2017 mit dem Titel "Schwedische Ärzte: Weißhelme töten Kinder für Fake-VIDEO der Giftgas-Attacke (18+)". In ihrem Artikel behauptet Sputnik, dass die Opfer des weiter oben genannten Sarin-Giftgasangriffs der syrischen Luftwaffe im syrischen Chan Schaichun (Khan Shaykhun) in Wirklichkeit von so genannten "Weisshelmen" umgebracht worden seien. Sputnik will mit diesem Artikel offenbar vom Bombenangriff ablenken. Sputnik berief sich einzig und alleine auf den Verschwörungstheorie-Blog Veterans Today des amerikanischen Antisemiten und Holocaustleugner Gordon Duff, der die Behauptung zuvor verbreitet hatte. Zitat Sputnik:

"Die Experten stellten dem Magazin zufolge fest, dass das in dem Video zu sehende Kind unter Opiat-Einfluss stand und später an einer Überdosis starb. Keines der Kinder schien demnach ein echtes Opfer einer Giftgas-Attacke zu sein. Es sei eine gezielte Tötung unter dem Vorwand einer ärztlichen Behandlung gewesen, schreibt „Veterans Today“."

Eine Anfrage von Sputnik an die "schwedische Ärzteorganisation SWEDHR" unterblieb. Den Autoren bei Sputnik fiel die fehlende Seriosität des Veterans Today Blogs angeblich nicht auf. Veterans Today löschte inzwischen kommentarlos den Artikel, Sputnik verlinkte auf eine Archivversion. Über facebook und twitter dementierte die in Schweden weitgehend unbekannte Organisation "Swedish Doctors for Human Rights" SWEDHR umgehend die Behauptung von Duff. Die Organisation SWEDHR wurde 2015 gegründet und wird häufig von russischen Medien, von RT und Sputnik interviewt. Hinter der Gruppe stehen hauptsächlich zwei Personen: Marcello Ferrada de Noli und Anders Romelsjö. Während Sputnik International sich später für die fake news entschuldigte, unterblieb dies für den deutschsprachigen Sputnik-Webauftritt. Veterans Today löschte inzwischen kommentarlos den Artikel. Der Artikel wurde jedoch im deutschsprachigen Raum von rechtsgerichteten Blogs weiterverbreitet. Auch KENFM von Ken Jebsen übernahm diese Fake-News ("Der Kindermord-Skandal"[7]). Die mit der Aufklärung und Abwehr von internationalen Desinformationskampagnen beauftragte East StratCom Task Force des Europäischen Auswärtigen Dienstes der Europäischen Union hat zahlreiche Fälle dokumentiert, in denen die "Weißhelme" genannte Organisation Gegenstand von Falschmeldungen waren, die zu ihrer Diskreditierung dienten. Die Rede ist von „Schmieren“- und Desinformationskampagnen" mit vielen lancierten oder verbreiteten Falschmeldungen durch russische Staatsmedien wie RT oder Sputnik, aber auch vom russischen Verteidigungsministerium und diplomatischen Vertretungen im Ausland. Aus russischen Quellen stammen demnach „ein Großteil der Videos, die in einer Kampagne in den sozialen Medien verbreitet werden und die Weißhelme als islamistische Terroristen diskreditieren.“ Der Guardian schrieb 2017, die Kontroverse werde von einer durch Russland gestützten Kampagne gegen die "Weißhelme" aktiv geschürt und sei eine Fallstudie für einen Informationskrieg. Zuvor unbekannte Blogger seien von RT als „Experten“ interviewt worden und eine Studie, welche die Tweets untersuchte, welche gegen die Weißhelme gerichtet waren, fand 6000 Accounts, die in anderen russischen Kampagnen aufgefallen waren, und einige, welche direkt einer russischen Trollfabrik zuzuordnen waren. Erfundene Meldungen sollen in ihrer schieren Masse bei Google, YouTube und Twitter überwogen haben, wobei Accounts hunderte Tweets innerhalb weniger Stunden abgesetzt hätten.

Der Autor des Blogs Blauer Bote neigt zu einer beleidigenden Wortwahl. So ist beispielsweise von einer "Frankfurter Arschloch Zeitung" oder einer "Nord Atlantischen Terror Organisation" die Rede. Journalisten werden auch als "Fake-News-Produzent"(en) oder "Nachrichtenfälscher" bezeichnet, was 2017 zu einer erfolgreichen Klage des Stern-Redakteurs Marc Drewello gegen Bernert führte. Das Oberlandesgericht Hamburg sah Bezeichnungen wie „Fake-News-Produzent“ als unwahre Tatsachenbehauptungen an.[8]

Quellennachweise