Jean-François Alliette

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Jean-François Alliette (1738-12. Dezember 1791 in Paris) war ein französischer Okkultist und Tarotforscher. Besser bekannt ist er unter seinem Pseudonym Etteilla.

Jean-François Alliette entwickelte als erster ein Deutungskonzept für die Tarotkarten und trug maßgeblich zur esoterischen Entwicklung der Tarotkarten bei. Er beeinflusste auch Marie Anne Lenormand. In den Jahren 1783-1784 veröffentlichte Alliette sein Werk Manière de se recréer avec un jeu de cartes nommées Tarot, welches auch heute noch als Standardwerk der Kartomantie gilt. 1788 gründete er die Vereinigung der Deuter des Buches von Thot, einen Verein, der sich mit der divinatorischen Deutung des Tarots beschäftigte. Im Jahre 1789 veröffentlichte er einen eigenen Tarot, der jedoch in der Struktur und in den Kartenbezeichnungen erheblich von den klassischen Tarots abweicht. Das unter dem Namen Grand Etteilla bekannte Spiel ist von 1 bis 78 durchnummeriert, verzichtet auf die Unterscheidung von großer und kleiner Arkana und die Kartenbezeichnungen weichen stellenweise erheblich von den klassischen Tarots ab. Der Grand-Etteilla-Tarot ist der erste, der Korrespondenzen zur Astrologie aufweist.

Aufgrund der für nachfolgende Tarotforscher unverständlichen Veränderungen im Tarot wie auch aufgrund seines extravaganten Auftretens und seiner Theorien über die Entstehung des Tarots wurde er oft belächelt und nicht ernst genommen. So betitelt ihn zum Beispiel Eliphas Lévi als einen illuminierten Narren.

Nach der Theorie von Alliette wurde der Tarot angeblich im Jahre 2170 v.Chr. - nach seinen Berechnungen soll dies das Jahr 171 nach der Sintflut gewesen sein - in einem Kreis von Magiern unter dem Vorsitz von Hermes Trismegistos erfunden, jedoch führt Alliette nicht auf, wie er zu dieser Theorie gekommen ist.

Literatur

  • Eckhard Graf: Die Magier des Tarot, Königsförde, Königsfurt Verlag, 2000, ISBN 3933939151
  • G. Bouchet: Le Tarot Egyptien. Ses symboles, ses nombres, son alphabet. Comment on lit le tarot. L'œuvre d'Etteilla restituée. Bois et Dessins de Paul Devaux, Vichy, Bouchet-Dreyfus 1922.
  • Eliphas Levi: Geschichte der Magie, Ludwig Verlag, München (1997), ISBN 3778770772

Weblinks


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