Immuno-Augmentative Therapie

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Lawrence Burton 1974
IAT-Klinik Bahamas

Die Immuno-Augmentative Therapie (IAT, immuno augmentative therapy) ist eine patentierte alternativmedizinisch-komplementärmedizinische Methode der Krebsbehandlung. Sie strebt eine Steigerung der Stärke des Immunsystems an. Ihr Nutzen in der Therapie von Krebs wurde jedoch nicht nachgeweisen. Vielmehr wird ihre Zweckmäßigkeit als negativ bewertet.[1][2].

Die IAT wird in einer eigenen IAT-Klink in Freeport (Grand Bahama) durchgeführt, der eine ITL-Klinik angeschlossen ist, die Heilung durch programmierte Eigenzellen, photodynamische Therapie und Krebsimpfstoffe verspricht.

Erfinder der Methode ist der amerikanische Zoologe Lawrence Burton, der 1977 die IAT-Klink in Freeport gründete, nachdem er die IAT in den USA nicht mehr anwenden wollte. Eine weitere IAT-Klink existiert in Mexiko (Immune Therapy Clinic in Plsayas).

Nach dem Tode Burtons im Jahre 1993 führte der englische Arzt John Clement die Klinik weiter. Burton entwickelte zuvor ein Verfahren zur extrakorporalen Behandlung von Blutzellen, die nach Behandlung zurücktransfundiert werden. Dieses lies er sich patentieren. In den 80er Jahren kam es bei mehreren seiner Patienten zu schweren Infektionen nach einer IAT.

Wissenschaftliche anerkannte Veröffentlichungen oder Studien, die den Nutzen des IAT-Verfahren positiv bewerten, existieren nicht.

IAT in Deutschland

In Deutschland wurde im Herbst 1987 vom Frankfurter Kaufmann Rolf Bareuter in Gelsenkirchen eine Tagesklinik für Immuno-augmentative Therapie (IAT) unter Mitwirkung einer Gesellschaft für Immuntherapie (GIT) gegründet. Die Klinik soll einen jährlichen Umsatz von 9-10 Millionen DM gehabt haben. Ärztlicher Leiter war ein Klaus Morkramer. In dieser IAT-Klink wurden Kranke aller Krebsarten behandelt. Eine sechswöchige Erstbehandlung kostete 18.250 Mark ohne Unterbringungskosten. Eine zweijährige Behandlung soll 60.000 DM gekostet haben [3].

Literatur

  • Green S. Immunoaugmentative therapy. An unproven cancer treatment. JAMA 270:1719-1723, 1993 [1]
  • Questionable methods of cancer management. Immuno-augmentative therapy (IAT). CA Cancer J Clin. 1991 Nov-Dec;41(6):357-64
  • Curt GA, Katterhagen G, Mahaney F. Immunoaugmentative therapy. A primer on the perils of unproved treatments. JAMA 255:505-507, 1986.
  • Urteil BSG 1 Rk 28/95, Sozr 3-2500 §135 No. 4.; BSG Az 1 Rk 17/95; 1 Rk 14/96; 1 Rk 30/95; 1 Rk 32/95 vom 16. September 1997
  • Barrett S, Cassileth BR, editors. Dubious cancer treatment. Tampa, Florida: American Cancer Society, Florida Division, 1991:63-71.
  • Unproven methods of cancer management: immuno-augmentative therapy. CA: a Cancer Journal for Clinicians 1984;34(4):232-237.
  • Curt GA. Warning on immunoaugmentative therapy (letter). N Engl J Med 1984;311(13):859.
  • MMWR (Anonymous). Cutaneous nocardiosis in cancer patients receiving immunotherapy injections - Bahamas. MMWR 1984;33:471-472,477.

Weblinks

Quellenangaben

  1. http://www.cancer.org/docroot/ETO/content/ETO_5_3X_Immuno-Augmentive_Therapy.asp
  2. http://www.bccancer.bc.ca/PPI/UnconventionalTherapies/ImmunoaugmentativeTherapy.htm
  3. G. von Stockinger: Cocktails aus der Tiefkühltruhe. In: Der Spiegel Ausgabe 14, vom 1. April 1991, S. 146-161.