Hellfried Sartori: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Psiram
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Weblinks eingefügt)
(Quellen)
 
Zeile 35: Zeile 35:
 
[[Kategorie:Pseudomediziner]]
 
[[Kategorie:Pseudomediziner]]
 
[[Kategorie:Wunderheiler_gegen_Krebs]]
 
[[Kategorie:Wunderheiler_gegen_Krebs]]
 +
[[category:Rechtskräftig und nicht-rechtskräftig verurteilt]]

Aktuelle Version vom 23. Mai 2019, 12:31 Uhr

Hellfried Sartori nach seiner Verhaftung in Chiang Mai (2006)[1]

Hellfried Erwin Sartori, der sich auch Professor Abdul-Haqq Sartori nannte, ist ein österreichischer Arzt ohne Zulassung, der die Ozontherapie und Cäsiumchlorid-Therapie propagiert und verwendet. Die teure und sinnlose Behandlung führte zu mehreren Todesfällen.

Biographie

Hellfried Sartori migrierte 1976 in die USA, wo er als Arzt tätig war, bis ihm 1984 in Maryland die Zulassung entzogen wurde. Er wechselte rechtzeitig in einen anderen Staat, was zur Folge hatte, daß ihm 1985 auch in Pennsylvania, Virginia und Washington sowie 1987 in Texas die Zulassung entzogen wurde. Als Gründe wurden unter anderem[2] die inadäquaten Diagnose- und Behandlungstechniken sowie auch ungenügende Befähigung angeführt. 1986 wurde er von US Medicare für 10 Jahre gesperrt.

Er wurde dreimal in den USA zu Gefängnisstrafen verurteilt: in New York State im Mai 1992, in Washington im Juli 1998[3] und in Virginia 1999, weil er illegale sogenannte "Ozonbehandlungen" anwendete[4]. Die letzte Verurteilung lautete auf zweimal 2,5 Jahre, das höchstmögliche Strafmaß.

Nach seiner Entlassung 2003 tat er sich mit dem Melbourner Quacksalber Paul Rana zusammen, der ihm später auch Patienten schickte. Wie Sartori verlangte auch Rana exorbitante Summen für wertlose und gefährliche Behandlungen. Rana wurde 2008 auf Betreiben des Australischen Konsumentenschutzes angeklagt und zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt[5][6][7]

Sartori suchte in Australien um Zulassung als Arzt an, verschwieg jedoch dabei seine kriminelle Vergangenheit.[8] Er ließ sich danach in Thailand nieder, wo er in Chiang Mai am 9 Juli 2006 wegen Betrug und Quacksalberei verhaftet wurde. Die Behörden schritten ein, als die 33-jährige Melissa Taylor in ein Koma fiel, nachdem ihr Ozon injiziert wurde. Eine weitere Patientin aus Schweden verstarb, nachdem ihr Ozon und Cäsiumchlorid injiziert worden waren.

Im August 2007 wurde er in Thailand wegen Kurpfuscherei und Betrug zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.[9] Letzten Berichten zufolge wurde er aus Thailand deportiert und lebt jetzt (November 2010) in Wien.[10]

In Australien wurde am 1. November 2010 das Verfahren gegen Dr. Alexandra Boyd eröffnet, die ihm 2005 ihr Haus für seine fragwürdigen Behandlungen zur Verfügung stellte. Es wird wegen des Todes von fünf Personen ermittelt. Den Opfern wurde Dimethylsulfoxid, Cäsiumchlorid und Ozon injiziert. Boyd behauptet, nur ihr Haus zur Verfügung gestellt sowie Blutuntersuchungen durchgeführt zu haben und streitet jedwede sonstige Beteiligung und Mitschuld ab.[11]

Opfer

In Australien, Neuseeland und Thailand wird Hellfried Sartori Kurpfuscherei an 25 Patienten vorgeworfen, wovon 24, darunter auch die sechsjährige Jasmine Nikhoul aus Sidney, verstarben.

Im Prozess gegen Alexandra Boyd werden folgende Opfer genannt:

  • Sandra McCarty (53) aus Ballarat, Victoria. Sie verstarb in der Notaufnahme des Fremantle Hospital.
  • Pia Bosso (68) aus Glenmore, NSW. Sie verstarb in der Notaufnahme des Fremantle Hospital.
  • Sandra Kokalis (52) aus Marmion, WA. Sie verstarb im Sir Charles Gardiner Hospital.
  • Deborah Gruber (42) aus New York, USA. Sie verstarb im Fremantle Hospital.
  • Carmelo Vinciullo (29) aus Perth, WA. Er verstarb im Royal Perth Hospital.

Weblinks

Quellen

  1. Bericht in der Zeitung TheAge
  2. License Revocations of Hellfried Sartori auf Casewatch
  3. Bericht über Sartori bei skepdic.com
  4. Bericht bei Save-A-Life
  5. TVNZ über eines der Opfer
  6. TheAge über Paul Rana
  7. Australian Competition & Consumer Commission zu Paul Rana
  8. Bericht in The Herald Sun
  9. Bericht bei WA Today
  10. Bericht in der Zeitung TheAge
  11. Bericht im Sidney Morning Herald