Das Einhorn ist ein meist pferdeähnliches Fabeltier mit einem Horn auf der Stirn. Es gilt als das edelste aller Fabeltiere und steht als Symbol für das Gute. Es ist unsterblich, wenn es nicht getötet wird. Einhörner sollen zusammen mit Elfen in Wäldern leben, in denen immer Frühling herrscht.

Einhörner und einhornähnliche Wesen sind in den Darstellungen vieler Kulturen und Epochen sowie in der Heraldik zu finden. Im Christentum wird das Einhorn als Symbol für die Jungfräulichkeit oft zusammen mit der Jungfrau Maria dargestellt.

Aussehen

Das Einhorn ist in der europäischen Tradition ein Fabeltier, das einem Pferd, manchmal auch einer Ziege ähnelt, jedoch ein gerades, spiralförmig gedrehtes Horn auf der Stirn trägt. Häufig wird es auch mit weiteren vom Pferd abweichenden Merkmalen beschrieben, wie zum Beispiel gespaltenen Hufen (ähnlich einem Paarhufer), einem Schwanz ähnlich eines Löwen oder einem Ziegenbart.

Die Farbe des Fells wird unterschiedlich beschrieben: Mal heißt es, das Einhorn sei reinweiß, mal besitze es alle Schattierungen von weiß, ein andermal soll es alle Farben haben. Es wird auch über Einhörner mit Flügeln, ähnlich einem Pegasos berichet. Für die männliche bzw. weibliche Einhörner werden die Bezeichnungen Hengst und Stute verwendet.

Hypothetischer Ursprung

Einige zeitgenössische Wissenschaftler vertreten die Hypothese, dass der Ursprung des Einhorns in Rindern oder Ziegen liegt, denen man im Orient des 3. vorchristlichen Jahrhunderts zu Schmuck- oder kultischen Zwecken in jungen Jahren die Hörner zusammenband, so dass diese im Laufe der Jahre scheinbar zu einem einzigen Horn zusammenwuchsen. Das könnte auch die gespaltenen Hufe und den „Löwenschwanz“ erklären, die besser zu einem Paarhufer als zu einem Pferd passen.

Josef H. Reichholf beschreibt Oryxantilopen als Tiere, die alle den Einhörnern zugeschriebenen Eigenschaften besitzen, und in der ägyptischen Darstellung auch mit einem Horn dargestellt werden.[1]

Möglich dienten auch Tiere, deren Hörner bzw. Geweihe entsprechende Missbildungen aufweisen, als Ursprung von Legenden über Einhörner, wie zum Beispiel ein Reh mit einem Horn, das in einem italienischen Naturpark beobachtet wurde. [2]

Eine andere Theorie geht davon aus, dass in der Antike eine römische Expedition in Asien auf Nashörner getroffen ist. Weil diese ja nur ein Horn auf der Nase hatten, wurden sie 'unicornus' (lat. Einhorn) genannt. Da man in Europa keine Nashörner kannte, wurden sie beschrieben mit „sie sind so schnell wie Pferde und haben ein Horn auf der Nase“. Im Laufe der Zeit ist das wahre Aussehen des unicornus verloren gegangen und man stellte sich den unicornus immer pferdeähnlicher vor.

Als Horn dieses Fabelwesens wurden möglicherweise auch die Zähne des Narwals gedeutet.

Zugeschriebene Fähigkeiten

Dem Horn des Einhorns wurden magische Fähigkeiten zugeschrieben, so zum Beispiel, dass es Gift neutralisieren könne, weswegen auch Trinkgefäße aus Narwalelfenbein gefertigt wurden. Da das Horn als sehr vielseitiges Heilmittel galt, wurden in vielen Städten Apotheken Einhorn-Apotheke benannt.Eine Berührung mit dem soll Horn genügen, um Leute von ihren Krankheiten zu befreien.

Angeblich können die Tränen des Einhorns Versteinerungen lösen. Es soll Tote zurück ins Leben holen können, und wer das Blut eines Einhorns trinkt, wird angeblich unsterblich, führt aber von diesem Punkt an ein unglückliches und verfluchtes Leben. In einigen Erzählungen heißt es auch, dass ein Einhorn ein karges und/oder verwüstetes Land wieder zum Blühen bringt, sobald es dessen Grenzen überschreitet.

Einhörner und Alchemie

Bei den mittelalterlichen Alchemisten symbolisierte das Einhorn das chemische Element Quecksilber.

Einhörner in der Esoterik

Einhörner stehen in der Esoterik für Reinheit, Unschuld, Licht und Liebe. Es wird auch als ein sogenanntes Krafttier angesehen.[3]

Für ein angebliche energetisierende, erleuchende Wirkungen und dem spirituellen "Kontakt" (Channeln) werden sogenannte Einhornessenzen vertrieben. Des weiteren gibt es spezielle Einhorntarots, Einhornassesoires und Einhornseminare.

Weblinks

Quellenverzeichnis