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Deutscher Erfinderkreis
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Die Herrensteinrunde treibt die nächste Sau durchs Dorf
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Verfasst von Prof. Dr. Schröder
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12. September 2019
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Veröffentlicht in Betrug Schlagwörter:Erfindungen, Herrensteinrunde, Investoren, Projekte, Rudolf Wunderlich
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Rudolf Wunderlich zieht neue Erfindungen aus dem Hut
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„Der deutsche Erfinderkreis ist stets bemüht sich für Transparenz und Vertrauen einzusetzen. Doch wie in allen Bereichen, gibt es immer schwarze Schafe. In diesem neuen Segment möchten wir auf diese Aufmerksam machen um den Ruf der deutschen Erfinder zu bewahren.„
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Als so genannte „Herrensteinrunde“ ist seit dem Jahr 1991 ein Werbeprojekt bekannt, das sich für pyhsikalisch unmögliche Produkte stark macht. Ungefähr seit dem Jahr 2002 existiert dazu auch ein aktives Intenetportal. Hier werden äußerst fragwürdige Vorhaben beworben und gutgläubige solvente Investoren und Kunden akquiriert. Dabei werden die jeweiligen Projekte, Produkte und Vorhaben nur äußerst vage beschrieben und die hinter ihnen stehenden Personen und Unternehmen konsequent verschwiegen. Wer als potenzieller Kunde Einzelheiten erfahren möchte, muss den Kontakt von sich aus aufnehmen oder sich direkt für 240 Euro Jahresgebühr als Mitglied registrieren lassen.
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Die Herrensteinrunde verspricht ihren Interessenten, gegen eine jährliche Kostenbeteiligung in Höhe von 240 Euro an vielen Punkten partizipieren zu dürfen.
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So sei die Teilnahme an Arbeitskreisen oder Entwicklungen, der Verkauf der jeweiligen Produkte oder auch die Vermittlung von Investoren sowie mannigfaltige Gewinnbeteiligungen im Preis inbegriffen. Zutritt zu einem nicht näher bezeichneten „Inneren Kreis“ wird gewährleistet, eine aktive Partnerschaft angeboten und eine Urkunde über die Mitgliedschaft in Aussicht gestellt. Zudem erhielte der Interessent einen USB-Stick, der sehr viele vertrauliche Informationen und geheime Videos enthielte.
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Erfinder und Erfinderinnen von Produkten oder Projekten, die ihre Erfindungen in die Herrensteinrunde einbringen, behalten ihre Rechte.
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Ihnen wird in Aussicht gestellt, dass sie sowohl technisch als auch finanziell bis zur Erstellung ihres Prototypen beraten und unterstützt werden.
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Die der Herrensteinrunde angeschlossene Firma ECO.Future-Valley Ltd. Co. KG kann auf Wunsch auch die Vermarktung der neuen Produkte übernehmen. Ausreichend Erfahrung und Kompetenz sei in diesem Bereich verfügbar.
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Mitglieder der edlen Runde kommen zu den so genannten Herrensteinertreffen zusammen. Diese finden auf Schloss Wildenberg im Landkreis Kelheim in Niederbayern statt. Es wird spekuliert, dass neue Mitglieder bei ihrer Aufnahme auch eine nicht öffentlich zugängliche Geheimhaltungserklärung unterschreiben müssen, mit der sie ihre Verschwiegenheit im Kontakt mit Nichtmitgliedern festlegen.
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Als Betreiber der Herrensteinrunde gilt der „Private Forscherkreis Herrensteinrunde. Dessen Impressum verweist auf das im Jahr 2011 etablierte Unternehmen ECO.Future-Valley Ltd. Co. KG in Thalmassing. Als Unternehmensgründer wird Herr Wolfgang Wunderlihc aus Bahrenborstel angegeben, der auch als „Leiter der Herrensteinrunde“ firmiert. Die Domain ist auf Andre Loch aus Eggenstein-Leopoldshafen angemeldet. Ferner wird ein „Freundeskreis Herrensteinrunde“ angegeben, als dessen Kontaktperson Herr Rudolf Georg Wunderlich aus Thalmassing bei Regensburg angegeben wird. Zudem existiert die Treuhandstiftung Herrensteinrunde mit nicht näher bezeichnetem Ziel. Nach eigenen Angaben verfügt die Herrensteinrunde, die sich selbst „die Herrensteiner“ nennt, über 700 bis 1.000 Mitglieder. Als Ehrenmitglied wird Herr Claus Wilhelm Turtur genannt.
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Folgende Projekte und Produkte wurden bisher von der Herrensteinrunde beworben:
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– Das Auftriebskraftwerk
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– Der Wassermotor
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– Pyrolyse-Anlagen für Altreifen
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– Das Elektro-Auto mit unbegrenzter Reichweite (ähnlich dem Versprechen von Rudolf Zölde)
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– Magnetheizungen
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– Leistungsverstärker für Solaranlagen (ähnlich dem angeblichen Angebot von Rudolf Zölde)
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– Diverse Antigravitationsprojekte
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– Das Wasserstoffauto
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– Die schaufellose Turbine
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– Terra Energecit
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– Das LEGA-Hybridbausystem
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– Das RET Dauerstromgerät (RET = Raumenergie-Technik)
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– sowie die Produkte TNP, D-Power, Neutrino, 4-B2 Reaktor, H2 on board, E-Pulsator, Supertherm usw.
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Eines der absurdesten und mit Sicherheit physikalisch unmöglichen Vorhaben stellt die geplante Windturbine für Elektro-Kraftfahrzeuge dar, die zur Range-Extention für Elektroautos eingesetzt werden soll.
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Der Antrieb könne über den Fahrtwind erfolgen, wodurch Energie eingespart würde. Ein zusätzlicher Wirkungsgrad von über 100 Prozent könne über die Anbringung von Windrädern erreicht werden, die aus anströmender Luft gespeist werden.
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Geplante Produkte und Projekt, die beworben werden, verschwinden regelmäßig nach einiger Zeit ohne weiteren Kommentar von der Webseite und werden durch neue ersetzt. Damit sollen vermutlich immer neue Investoren für weitere Ideen begeistert und angelockt werden. Ist das Interesse erlahmt, wird ein neues Projekt oder Produkt ins Spiel gebracht, in das investiert werden soll. Dazu gehört auch der Jupiter Verlag von Herrn Adolf Schneider.
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Auch wissenschaftliche Thesen und Vermutungen zu Fragen rund um die menschliche Gesundheit und rund um das Thema Elektrosmog wurden bereits auf der Website der Herrensteinrunde diskutiert und veröffentlicht. So stellte Herr Walter Mauch sehr individuelle Behauptungen zur Entstehung von Krebs auf. Seiner Meinung nach würde der Elektrosmog so genannte „fehlgesteuerte Impulse“ hervorrufen. Der ahnungslose Anwender – also wir alle – würde durch Emittenten wie Mobiltelefon, Mikrowelle, Fernsehen, Metalluhren und Computer „irre“ gemacht. Urheber sind seiner Ansicht nach nicht näher bezeichnete dämonische Mächte.
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Verfasst von Prof. Dr. Schröder 12. September 2019 Veröffentlicht in Betrug
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Schlagwörter:Erfindungen, Herrensteinrunde, Investoren, Projekte, Rudolf Wunderlich
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Veröffentlicht von Prof. Dr. Schröder
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Quelle: Deutscher Erfinderkreis

Aktuelle Version vom 8. November 2019, 22:30 Uhr

Zitat:


Deutscher Erfinderkreis


Herrensteinrunde: Scharlatanerie in der Wissenschaft

Verfasst von Prof. Dr. Schröder 11. Oktober 2019 Veröffentlicht in Allgemein, Betrug Schlagwörter: Herrensteinrunde, Rudolf Wunderlich

Immer wieder fallen gutgläubige Menschen auf Scharlatanerie herein. Mit der zunehmenden Digitalisierung wird es Betrügern und Scharlatanen immer leichter gemacht, sich mit potentiellen Opfern in Verbindung zu setzen oder ihrem Auftritt einen pseudowissenschaftlichen Anstrich zu verleihen. Ein Beispiel dafür ist die sogenannte Herrensteinrunde (Rudolf Wunderlich) , die es wieder und wieder schafft, potentielle Investoren anzulocken – mit äußerst fragwürdigen und wissenschaftlich unmöglichen Projekten. Doch wie genau funktioniert das?

Die Herrensteinrunde

Die Herrensteinrunde sieht sich als eine Art moderner Ritterorden. Sie wurde im Mai 1991 von Rudolf Georg Wunderlich gegründet. Ihr Internetauftritt existiert seit 2002. Mittlerweile zählt sie weltweit mindestens 1000 Mitglieder, wobei deren Anzahl sehr variiert. Auf der Webseite der Herrensteinrunde ist sowohl von über 1000 als auch von 3000 Mitgliedern und Unterstützern weltweit die Rede. Heutzutage ist die Herrensteinrunde also auf allen Kontinenten vertreten. Regelmäßig finden auf Schloss Wildenberg in Kelheim Versammlungen statt, die sogenannten Herrensteinertreffen. Die Beziehung der Mitglieder untereinander wird laut Internetauftritt als freundschaftlich und respektvoll bezeichnet. Man spreche sich stets mit „Du“ an und führe viele fruchtbare Diskurse. Dabei versuchen die Mitglieder, die sich als Erfinder, Bastler und Tüftler bezeichnen, verschiedene Projekte zu den Themen Umweltschutz, Gesundheitswesen sowie Energiegewinnung voranzutreiben. Ob diese Projekte wirklich existieren, bleibt allerdings fraglich. Zwar werden die aktuellsten davon auf der Internetseite aufgelistet, allerdings verschwinden immer wieder kommentarlos manche Projekte, um von neueren ersetzt zu werden. Ob die gelöschten Unternehmungen Erfolg hatten, bleibt ein Geheimnis. Für die genannten Unternehmungen werden immer wieder neue Investoren und Sponsoren gesucht, wobei die Herrensteinrunde deren Beschreibungen stets einen pseudowissenschaftlichen Anstrich verleiht. So werden Fachbegriffe inflationär genutzt; eine genaue Erklärung, wie und warum manche Verfahren oder Maschinen funktionieren sollen, bleibt jedoch aus. Formulierungen werden bewusst schwammig gehalten, so dass diese auf verschiedene Arten interpretiert werden können. Um zu verdeutlichen, dass sich die Herrensteinrunde keineswegs an ihren Mitgliedern bereichern möchte, wird ein ums andere Mal versichert, dass man seine Errungenschaften nicht verkaufen, sondern nur entwickeln möchte. Folgende Fragen sollte man sich allerdings dabei stellen:


– Wenn nicht verkauft werden soll, für wen entwickelt man dann? Kunden gibt es nur dann, wenn man etwas verkaufen will. – Warum wird auf der Webseite von „Gewinn“ gesprochen? Ohne Verkauf kein Gewinn. – Wenn nicht verkauft werden soll, wozu dann investieren? Was haben die Investoren davon? Solche und ähnliche Fragen führen unweigerlich zu der Erkenntnis, dass die Machenschaften der Herrensteinrunde äußerst dubios sind. Allerdings sind sie für einen gutgläubigen Menschen durch die verwendeten Fachtermini sehr schwer zu durchschauen, vor allem wenn die Herrensteinrunde zeitgleich behauptet, nur zum Wohl der Menschheit zu agieren und die Welt zum Guten verändern zu wollen. Hierbei geht es nicht nur um die umweltschonende Erzeugung von Energie, sondern auch um angebliche Heilpflanzen und zwielichtige Selbstheilungsmethoden des Körpers.

Scharlatanerie auf Kosten der Gesundheit


Dass die Ansichten der Herrensteinrunde nicht als harmloser Blödsinn abgetan werden kann, sondern dass diese auch höchst gefährlich werden können, beweist das Beispiel mit den angeblichen Heilkräften verschiedener Substanzen. So wird CBD-Öl als Heilmittel gegen verschiedenste Arten von Krebs angesehen. CBD-Öl wird aus Industriehanf hergestellt und sowohl als Beruhigungs- als auch als entkrampfendes Mittel eingesetzt. In den letzten Jahren wurden Studien zu dessen Wirksamkeit gegen eine Vielzahl von Leiden angestrebt, darunter Tourette, Fibromyalgie sowie verschiedene Formen von Epilepsie. Eines kann CBD-Öl aber ganz sicher nicht: Krebs heilen. Und genau das wird von der Herrensteinrunde versichert. Des Weiteren soll ein bestimmter Baumpilz, der Chaga-Pilz, ebenfalls ein wirksames Mittel gegen Krebs sein. Homöopathie wird als Allheilmittel gegen jedwede Krankheit angesehen und sollte diese nicht wirken, sind negative Schwingungen oder Smog verantwortlich. All dies klingt bereits ziemlich abstrus, aber es geht natürlich noch kurioser. Im Folgenden werden die drei denkwürdigsten Errungenschaften der Herrensteinrunde aufgeführt.

„Beton für die Ewigkeit“ Schwierigkeiten mit dem Straßenbelag sollten laut der Herrensteinrunde bald der Vergangenheit angehören. Tüftler der Vereinigung haben nämlich einen Beton entwickelt, der dem römischer Bauwerke erstaunlich ähnlich sein und daher bis in alle Ewigkeit halten soll. Als Positivbeispiel dieser hohen Kunst werden dann verschiedene römische Gebäude wie beispielsweise das Pantheon und das Kolosseum angeführt, die bekanntermaßen Jahrtausende überdauert haben. Der ewige Beton der Herrensteinrunde verfügt angeblich über Selbstheilungskräfte und verhindert außerdem den Rückstau von Wasser im Material, so dass dieses selbst den härtesten Frost ohne Schäden überstehen soll. Des Weiteren ist es möglich, „Legosteine“ aus diesem Beton herzustellen, die beim Abriss eines Gebäudes einfach versetzt und praktisch in ein anderes Gebäude umgewandelt werden können. Die Schilderung all dieser Eigenschaften wird selbstredend untermauert von allerlei Fachtermini, um dem Ganzen einen wissenschaftlichen Anschein zu geben. Doch damit nicht genug.

Neutralisation atomaren Mülls Ein bekannter Kernphysiker aus den USA, der natürlich zu den Herrensteinern gehört, allerdings nicht namentlich genannt werden will, soll ein Verfahren zur Neutralisation atomaren Mülls entwickelt haben. Weshalb der Herr anonym bleiben möchte, ist nicht klar – schließlich hat er wahrscheinlich gerade eine der größten Errungenschaften der Menschheit erfunden. Angeblich wurden bereits mehrere Länderchefs von ihm zum genannten Thema kontaktiert. Diese sollen leider nicht geantwortet haben, obwohl es sich bei dem beschriebenen Verfahren nicht nur um eine platz-, sondern auch um eine ressourcen- sowie kostensparende Alternative zur bisherigen Entsorgung atomaren Mülls handelt. Auf der Webseite der Herrensteinrunde existiert dazu eine Pressemitteilung, welche jedoch eine Fülle an grammatikalischer sowie orthographischer Fehler beinhaltet. Allein dies lässt bereits aufhorchen. Der Hauptgrund, weshalb man diese Pressemitteilung mit Skepsis betrachten sollte, liegt jedoch auf der Hand: Die Herrensteinrunde braucht 10 Millionen Euro, um das Projekt zu realisieren und ruft potentielle Investoren dazu auf, kräftig in die Tasche zu greifen. Angeblich wurde dieses von der französischen Atombehörde geprüft und für gut befunden – warum investiert also die französische Regierung nicht in das Verfahren?

Weitere Strecken fahren mit Energiewasser Laut dem Internetauftritt der Herrensteinrunde lässt sich der Kraftstoffverbrauch eines Wagens drosseln, indem man in der Nähe des Tanks mehrere Flaschen mit energetisiertem Wasser lagert. Dies ließe sich zweifelsfrei beweisen – man müsse nur den Tank ohne gelagerte Wasserflaschen einmal komplett leerfahren, danach auftanken und wieder die exakt gleiche Strecke mit gelagerten Wasserflaschen abfahren. Selbstverständlich müsse man sich zuvor die Kilometeranzahl notieren. Bezeichnend dabei ist, dass auf der Webseite davon die Rede ist, man müsse beim ersten Mal den Tank ungefähr komplett leerfahren. Es ist logisch, dass man bei einer zweiten Runde eine größere Strecke zurücklegt als beim ersten Mal, wenn man danach noch zwei bis drei Liter Treibstoff im Tank zurückgelassen hat. Mit energetisiertem Wasser hat diese Logik allerdings sicher weniger zu tun.

Man sollte sich also gut überlegen, ob man sich auf die Versprechen der Herrensteinrunde einlässt. Viele ihrer Entwicklungen entlocken höchstens ein Schmunzeln, andere hingegen können gefährliche Formen annehmen. Dreist wird es vor allem dann, wenn gutgläubige Menschen auf die Herrensteinrunde hereinfallen. Gerade ältere Mitbürger sind vielleicht von einem angeblich streng wissenschaftlichen Projekt überzeugt, an dem die einzigen glaubhaften Dinge wild durcheinandergewürfelte Fachtermini sowie ein überzeugender Internetauftritt sind.


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Verfasst vonProf. Dr. Schröder 11. Oktober 2019 Veröffentlicht inAllgemein, BetrugSchlagwörter:Herrensteinrunde, Rudolf Wunderlich Veröffentlicht von Prof. Dr. Schröder

Neugier ist die treibende Kraft der Wissenschaft, Freiheit ist ihre unverzichtbare Basis. Auf diesen beiden Grundpfeilern gedeiht Erkenntnis – und damit gesellschaftlicher Fortschritt. Nur so können wir große Herausforderungen wie den Klimawandel, die Energiewende oder Volkskrankheiten bewältigen.


Quelle: Deutscher Erfinderkreis https://deutscher-erfinderkreis.org/2019/10/11/herrensteinrunde-scharlatanerie-in-der-wissenschaft/


Zitat:


Deutscher Erfinderkreis



Die Herrensteinrunde treibt die nächste Sau durchs Dorf Verfasst von Prof. Dr. Schröder 12. September 2019 Veröffentlicht in Betrug Schlagwörter:Erfindungen, Herrensteinrunde, Investoren, Projekte, Rudolf Wunderlich

Rudolf Wunderlich zieht neue Erfindungen aus dem Hut

„Der deutsche Erfinderkreis ist stets bemüht sich für Transparenz und Vertrauen einzusetzen. Doch wie in allen Bereichen, gibt es immer schwarze Schafe. In diesem neuen Segment möchten wir auf diese Aufmerksam machen um den Ruf der deutschen Erfinder zu bewahren.„

Als so genannte „Herrensteinrunde“ ist seit dem Jahr 1991 ein Werbeprojekt bekannt, das sich für pyhsikalisch unmögliche Produkte stark macht. Ungefähr seit dem Jahr 2002 existiert dazu auch ein aktives Intenetportal. Hier werden äußerst fragwürdige Vorhaben beworben und gutgläubige solvente Investoren und Kunden akquiriert. Dabei werden die jeweiligen Projekte, Produkte und Vorhaben nur äußerst vage beschrieben und die hinter ihnen stehenden Personen und Unternehmen konsequent verschwiegen. Wer als potenzieller Kunde Einzelheiten erfahren möchte, muss den Kontakt von sich aus aufnehmen oder sich direkt für 240 Euro Jahresgebühr als Mitglied registrieren lassen.

Die Herrensteinrunde verspricht ihren Interessenten, gegen eine jährliche Kostenbeteiligung in Höhe von 240 Euro an vielen Punkten partizipieren zu dürfen. So sei die Teilnahme an Arbeitskreisen oder Entwicklungen, der Verkauf der jeweiligen Produkte oder auch die Vermittlung von Investoren sowie mannigfaltige Gewinnbeteiligungen im Preis inbegriffen. Zutritt zu einem nicht näher bezeichneten „Inneren Kreis“ wird gewährleistet, eine aktive Partnerschaft angeboten und eine Urkunde über die Mitgliedschaft in Aussicht gestellt. Zudem erhielte der Interessent einen USB-Stick, der sehr viele vertrauliche Informationen und geheime Videos enthielte.

Erfinder und Erfinderinnen von Produkten oder Projekten, die ihre Erfindungen in die Herrensteinrunde einbringen, behalten ihre Rechte.

Ihnen wird in Aussicht gestellt, dass sie sowohl technisch als auch finanziell bis zur Erstellung ihres Prototypen beraten und unterstützt werden.

Die der Herrensteinrunde angeschlossene Firma ECO.Future-Valley Ltd. Co. KG kann auf Wunsch auch die Vermarktung der neuen Produkte übernehmen. Ausreichend Erfahrung und Kompetenz sei in diesem Bereich verfügbar.

Mitglieder der edlen Runde kommen zu den so genannten Herrensteinertreffen zusammen. Diese finden auf Schloss Wildenberg im Landkreis Kelheim in Niederbayern statt. Es wird spekuliert, dass neue Mitglieder bei ihrer Aufnahme auch eine nicht öffentlich zugängliche Geheimhaltungserklärung unterschreiben müssen, mit der sie ihre Verschwiegenheit im Kontakt mit Nichtmitgliedern festlegen.

Als Betreiber der Herrensteinrunde gilt der „Private Forscherkreis Herrensteinrunde. Dessen Impressum verweist auf das im Jahr 2011 etablierte Unternehmen ECO.Future-Valley Ltd. Co. KG in Thalmassing. Als Unternehmensgründer wird Herr Wolfgang Wunderlihc aus Bahrenborstel angegeben, der auch als „Leiter der Herrensteinrunde“ firmiert. Die Domain ist auf Andre Loch aus Eggenstein-Leopoldshafen angemeldet. Ferner wird ein „Freundeskreis Herrensteinrunde“ angegeben, als dessen Kontaktperson Herr Rudolf Georg Wunderlich aus Thalmassing bei Regensburg angegeben wird. Zudem existiert die Treuhandstiftung Herrensteinrunde mit nicht näher bezeichnetem Ziel. Nach eigenen Angaben verfügt die Herrensteinrunde, die sich selbst „die Herrensteiner“ nennt, über 700 bis 1.000 Mitglieder. Als Ehrenmitglied wird Herr Claus Wilhelm Turtur genannt.


Folgende Projekte und Produkte wurden bisher von der Herrensteinrunde beworben: – Das Auftriebskraftwerk – Der Wassermotor – Pyrolyse-Anlagen für Altreifen – Das Elektro-Auto mit unbegrenzter Reichweite (ähnlich dem Versprechen von Rudolf Zölde) – Magnetheizungen – Leistungsverstärker für Solaranlagen (ähnlich dem angeblichen Angebot von Rudolf Zölde) – Diverse Antigravitationsprojekte – Das Wasserstoffauto – Die schaufellose Turbine – Terra Energecit – Das LEGA-Hybridbausystem – Das RET Dauerstromgerät (RET = Raumenergie-Technik) – sowie die Produkte TNP, D-Power, Neutrino, 4-B2 Reaktor, H2 on board, E-Pulsator, Supertherm usw.

Eines der absurdesten und mit Sicherheit physikalisch unmöglichen Vorhaben stellt die geplante Windturbine für Elektro-Kraftfahrzeuge dar, die zur Range-Extention für Elektroautos eingesetzt werden soll. Der Antrieb könne über den Fahrtwind erfolgen, wodurch Energie eingespart würde. Ein zusätzlicher Wirkungsgrad von über 100 Prozent könne über die Anbringung von Windrädern erreicht werden, die aus anströmender Luft gespeist werden.

Geplante Produkte und Projekt, die beworben werden, verschwinden regelmäßig nach einiger Zeit ohne weiteren Kommentar von der Webseite und werden durch neue ersetzt. Damit sollen vermutlich immer neue Investoren für weitere Ideen begeistert und angelockt werden. Ist das Interesse erlahmt, wird ein neues Projekt oder Produkt ins Spiel gebracht, in das investiert werden soll. Dazu gehört auch der Jupiter Verlag von Herrn Adolf Schneider.

Auch wissenschaftliche Thesen und Vermutungen zu Fragen rund um die menschliche Gesundheit und rund um das Thema Elektrosmog wurden bereits auf der Website der Herrensteinrunde diskutiert und veröffentlicht. So stellte Herr Walter Mauch sehr individuelle Behauptungen zur Entstehung von Krebs auf. Seiner Meinung nach würde der Elektrosmog so genannte „fehlgesteuerte Impulse“ hervorrufen. Der ahnungslose Anwender – also wir alle – würde durch Emittenten wie Mobiltelefon, Mikrowelle, Fernsehen, Metalluhren und Computer „irre“ gemacht. Urheber sind seiner Ansicht nach nicht näher bezeichnete dämonische Mächte.


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Verfasst von Prof. Dr. Schröder 12. September 2019 Veröffentlicht in Betrug Schlagwörter:Erfindungen, Herrensteinrunde, Investoren, Projekte, Rudolf Wunderlich Veröffentlicht von Prof. Dr. Schröder

Quelle: Deutscher Erfinderkreis