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Der Historiker Tobias Hof meint, Ganser spekuliere trotz seiner fehlenden Einsicht in relevante Aktenbestände über die Beteiligung der NATO-Einheiten an Terroranschlägen. Dabei stütze er sich unkritisch auf unzuverlässige Quellen (Presse, Zeugenaussagen, umstrittene Untersuchungsberichte). Ihm unterliefen immer wieder historische Falschangaben. Im Fall des entführten und ermordeten italienischen Politikers Aldo Moro verfolge er durch aktuelle Forschung widerlegte Verschwörungsthesen. Er unterstelle eine Beteiligung von ''Gladio'' an rechtsterroristischen Bombenattentaten zwischen 1969 und 1980 in Italien. Dabei berücksichtige er nicht, dass sich die italienische Geheimdienstpolitik nach 1972 von der bis dahin verfolgten Strategie der Spannung abgewandt habe. Seiner Arbeit fehle ein umfassendes Quellen- und Literaturverzeichnis. Er halte die Gliederung nach Ländern nicht ein, so dass sich Wiederholungen einschlichen. Für seine These, die Nato-Geheimarmeen seien „Quelle des Terrors“ gewesen, bedürfe es weitergehender Forschung.<ref>[http://www.sehepunkte.de/2009/04/14558.html Tobias Hof: ''Daniele Ganser: Nato-Geheimarmeen in Europa''. In: ''Sehepunkte. Rezensionsjournal für die Geschichtswissenschaft'' 9 (2009), Nr. 4]</ref>
 
Der Historiker Tobias Hof meint, Ganser spekuliere trotz seiner fehlenden Einsicht in relevante Aktenbestände über die Beteiligung der NATO-Einheiten an Terroranschlägen. Dabei stütze er sich unkritisch auf unzuverlässige Quellen (Presse, Zeugenaussagen, umstrittene Untersuchungsberichte). Ihm unterliefen immer wieder historische Falschangaben. Im Fall des entführten und ermordeten italienischen Politikers Aldo Moro verfolge er durch aktuelle Forschung widerlegte Verschwörungsthesen. Er unterstelle eine Beteiligung von ''Gladio'' an rechtsterroristischen Bombenattentaten zwischen 1969 und 1980 in Italien. Dabei berücksichtige er nicht, dass sich die italienische Geheimdienstpolitik nach 1972 von der bis dahin verfolgten Strategie der Spannung abgewandt habe. Seiner Arbeit fehle ein umfassendes Quellen- und Literaturverzeichnis. Er halte die Gliederung nach Ländern nicht ein, so dass sich Wiederholungen einschlichen. Für seine These, die Nato-Geheimarmeen seien „Quelle des Terrors“ gewesen, bedürfe es weitergehender Forschung.<ref>[http://www.sehepunkte.de/2009/04/14558.html Tobias Hof: ''Daniele Ganser: Nato-Geheimarmeen in Europa''. In: ''Sehepunkte. Rezensionsjournal für die Geschichtswissenschaft'' 9 (2009), Nr. 4]</ref>
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Olaf Riste, renommierter Forscher <ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Olav_Riste</ref> auf dem Gebiet der internationalen und der nationalen Sicherheit und der Militärgeschichte, erklärte Ganser 2014 im Journal of Cold War Studies der MIT Press Journals für widerlegt (Übersetzung des Riste betreffenden Absatzes aus den Anmerkungen der Redaktion):
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Olaf Riste, renommierter Forscher <ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Olav_Riste</ref> auf dem Gebiet der nationalen und internationalen Sicherheit sowie der Militärgeschichte, erklärte Ganser 2014 im Journal of Cold War Studies der MIT Press Journals für widerlegt (Übersetzung des Absatzes über Ristes Artikel aus den Anmerkungen der Redaktion):
''Die Veröffentlichung ehemals geheimer Informationen über diese Einheiten in zahlreichen Ländern während der letzten zwei Jahrzehnten hat die sensationsheischenden Behauptungen des Schweizer Historikers Daniele Ganser entkräftet, der in einem 2005 veröffentlichten Buch behauptete, dass Stay Behind eine Kreation der U.S. Central Intelligence Agency (CIA) und des British Special Intelligence Service (SIS) sei und den westeuropäischen Ländern aufgezwungen wurde. Ganser behauptete weiter, dass die "Stay Behind"-Netzwerke wiederholt in die inneren Angelegenheiten der westeuropäischen Länder eingriffen und in rechtsextreme Terroranschläge verwickelt seien. Riste zeigt auf, dass Gansers Darstellung in hohem Maße von Phantasien geprägt ist. Weit davon entfernt, Kreationen der CIA und SIS zu sein, wurden die Stay Behind-Einheiten von einheimischen Akteuren gebildet, die aus Angst vor einer expansionistischen Bedrohung durch die Sowjetarmee in den späten 1940er und frühen 1950er Jahren handelten. Freiwillige schlossen sich diesen Einheiten aus patriotischen Motiven an, nicht weil sie von finsteren äußeren Mächten angeworben worden waren. Gansers konspirative Darstellung des Stay Behind als "NATO-Geheimarmee" wird darüber hinaus von Erkenntnissen aus der Sichtung von Archiven von mehr als einem Dutzend europäischer Länder widerlegt. <ref>https://www.mitpressjournals.org/doi/pdf/10.1162/JCWS_e_00513</ref>
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:''Die Veröffentlichung ehemals geheimer Informationen über diese Einheiten in zahlreichen Ländern während der letzten zwei Jahrzehnten hat die sensationsheischenden Behauptungen des Schweizer Historikers Daniele Ganser entkräftet, der in einem 2005 veröffentlichten Buch behauptete, dass Stay Behind eine Kreation der U.S. Central Intelligence Agency (CIA) und des British Special Intelligence Service (SIS) sei und den westeuropäischen Ländern aufgezwungen wurde. Ganser behauptete weiter, dass die "Stay Behind"-Netzwerke wiederholt in die inneren Angelegenheiten der westeuropäischen Länder eingriffen und in rechtsextreme Terroranschläge verwickelt seien. Riste zeigt auf, dass Gansers Darstellung in hohem Maße von Phantasien geprägt ist. Weit davon entfernt, Kreationen der CIA und SIS zu sein, wurden die Stay Behind-Einheiten von einheimischen Akteuren gebildet, die aus Angst vor einer expansionistischen Bedrohung durch die Sowjetarmee in den späten 1940er und frühen 1950er Jahren handelten. Freiwillige schlossen sich diesen Einheiten aus patriotischen Motiven an, nicht weil sie von finsteren äußeren Mächten angeworben worden waren. Gansers konspirative Darstellung des Stay Behind als "NATO-Geheimarmee" wird darüber hinaus von Erkenntnissen aus der Sichtung von Archiven von mehr als einem Dutzend europäischer Länder widerlegt. <ref>https://www.mitpressjournals.org/doi/pdf/10.1162/JCWS_e_00513</ref>
    
==Ganser und Verschwörungstheorien zum 11. September 2001==
 
==Ganser und Verschwörungstheorien zum 11. September 2001==
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