Anne Blumenthal

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Anne Blumenthal (Bild: Sein-Magazin)

Anne Blumenthal (Pseudonym Anna Sono oder Anne Sono, geb. 1966 in Siegen) ist eine deutsche Filmemacherin aus Berlin und bekannte Leugnerin der Tatsache, dass das HI-Virus die Krankheit AIDS verursacht. Blumenthal, die sich auch als Journalistin bezeichnet, wuchs in der Nähe von Stuttgart auf und studierte Betriebswirtschaft. Danach arbeitete sie in der Verwaltung von Filmproduktionen. Sie ist Inhaberin der Firma Blue Bell Media in Berlin. Ebenfalls in Berlin eröffnete sie eine "freie Schule".

Engagement für die so genannte AIDS-Lüge

Anna Sono (Anne Blumenthal] in der auf Pseudowissenschaften und Esoterikthemen spezialisierten Sendung TimeToDo von Norbert Brakenwagen bei Schweiz 5. (ganz links Michael Vogt)

Ihre Laienansichten zu AIDS verbreitet Blumenthal insbesondere in Interviews diverser Esoterikzeitschriften und Blättern der Alternativmedizin und Truther-Szene, ferner in einem eigenen Propagandafilm mit dem Titel I won't go quietly, der beim Zuschauer den Eindruck vermitteln soll, dass das HI-Virus nicht für die AIDS-Erkrankung ursächlich sei. Auf Beachtung stießen ihre Ansichten bei Raum & Zeit[1], in der Esoterikzeitschrift Sein (Ausgabe 12/2011)[2], bei Bewusst.TV im Interview mit Jo Conrad[3], bei Alpenparlament.tv (Beitrag "HIV als Vorwand für profitable Menschenversuche", Interviewer Michael Vogt) von Martin Frischknecht, im SPIRIT live & Schirner Magazin[4], Interview mit Biodeals (Magazin für Nachhaltigkeit) und in der Zeitschrift "Wurzel" (Ausgabe 02/2011). Für die Esoterikzeitschrift Sein interviewte sie 2012 John Virapen.[5]

Von ihr wiederholt verbreitete Ansichten sind in einem Artikel der Zeitschrift "Wurzel" zu lesen.[6] Darin behauptet sie, dass die Krankheit AIDS in Wirklichkeit "mehrere Symptome" seien, allein das Vorhandensein von Antikörpern die Krankheit AIDS beweise, dass "ein in den USA positiv Getesteter [...] sich u.U. durch einen Umzug nach Australien seiner Diagnose entledigen" könne, sie 20 HIV-positive Menschen kenne und nur 18 von ihnen Medikamente einnähmen, die Diagnose Aids für die Meisten das Todesurteil bedeute, homosexuelle HIV-Positive exzessiv Drogen nähmen, usw.

Ihrer Meinung nach finde ein Genozid statt: "Wir stehen hier alle in der Verantwortung, etwas zu tun, es läuft ein Genozid an unseren schwarzen und homosexuellen Mitmenschen ab, für den jede/r, der/die nichts dagegen unternimmt, mitverantwortlich ist." Als eine Art Therapie empfiehlt sie, "ein bewusstes und entspanntes Leben führen, d.h. gesund ernähren, keine Tiere essen, hoher Anteil roher, möglichst wild wachsender Pflanzen und Früchte, Bewegung, kreativer Selbstausdruck, Stressvermeidung."

Blumenthal ist auch Initiatorin einer Unterschriftenaktion, in der sie sich für die Österreicherin Barbara Seebald einsetzte, die auch in ihrem Film auftritt. Barbara Seebald hatte als HIV-Positive entgegen ärztlichem Rat im Jahre 2009 ihr zu Hause geborenes, HIV-negatives Kleinkind Muriel gestillt und dabei das HI-Virus übertragen. Das Kind erkrankte danach an AIDS, der Partner von Barbara Seebald starb an AIDS. Im Entzug des Sorgerechts 2010 und einer Verurteilung zu 10 Monaten Haft (auf Bewährung) sah sie eine "Verletzung der Menschenrechte" und eine "Entführung". Auch Barbara Seebald verstarb inzwischen im Juni 2015.

Der Film I won't go quietly

Anne Blumenthal ist Autorin des Films I won't go quietly, der bei "Blue Bell Media" an ihrer Wohnanschrift in Berlin erschien. Im Film treten die HIV-positiven Frauen Cheryl Nagel, Karri Stockley und Barbara Seebald auf, die sich weigerten eine effektive antivirale Therapie anzuwenden. Nagel, Stockley und Seebald sind inzwischen an AIDS verstorben.[7] Der Film lässt auch die Wiener AIDS-Leugnerin Christl Meyer zu Wort kommen, die im Film offen empfiehlt, dass HIV-positive Patienten "nichts tun" sollten, sich also keinen vorbeugenden oder retroviralen Therapien unterziehen sollen.

Stiftung ARS SANA

Im Jahr 2012 hat Blumenthal die ARS SANA Stiftung für lebenslange Gesundheit und kreative Entfaltung gegründet, die das Ziel habe, "die Selbstheilungskräfte des Menschen zu stärken". Auf der Internetseite arssana.org, die von Blumenthal registriert wurde, sind bislang (Februar 2013) nur eine Berliner Postfachadresse und keine Ansprechpartner angegeben. An Projekten der Stiftung werden ein "Kultur- und Begegnungshaus Wilhelmshaven" und ein "Filmprojekt Krebs und Psyche" genannt.

Siehe auch

Weblinks

Quellennachweise

  1. http://www.raum-und-zeit.com/cms/upload/Newsletter/rz_newsletter_176.pdf
  2. www.sein.de/archiv/2011/dezember-2011/i-wont-go-quietly-wir-widersetzen-uns-der-todesdiagnose-hiv.html
  3. http://bewusst.tv/2011/07/i-won%C2%B4t-go-quietly/
  4. SPIRIT live & Schirner Magazin, Ausgabe 16, März 2013
  5. SEIN, Ausgabe 3/2012, Artikel "Nebenwirkung Tod"
  6. http://www.iwontgoquietly.com/wp-content/uploads/Anne_Blumenthal_Interview_wurzel.pdf
  7. Cheryl Nagel starb im April 2011, Barbara Seebald im Juni 2015 und Karri Stockley im Dezember 2015.