Afrikanische Teufelskralle

Afrikanische Teufelskralle (Harpagophytum procumbens), Quelle. Wikipedia

Die Afrikanische Teufelskralle (Harpagophytum procumbens), auch kurz Teufelskralle oder Trampelklette genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Sesamgewächse (Pedaliaceae). Die Art ist in den Steppen Namibias und Südafrikas beheimatet und wird als Heilpflanze genutzt. Präparate aus den Wurzeln der Teufelskralle sind in Deutschland als Arzneimittel zugelassen.

Inhaltsstoffe

Die Hauptinhaltsstoffe sind Iridoidglykoside, darunter Harpagosid, Harpagid und Procumbid, ein Phytosteringemisch, Phenylpropanoide wie Acteosid, Triterpene, Flavonoide, ungesättigte Fettsäuren, Zimtsäure und Chlorogensäure.

 
Getrocknete Früchte der Teufelskralle, Quelle: Wikipedia

Verwendung und Wirksamkeit

Die Teufelskralle wird als Phytotherapeutikum, in der Homöopathie und Ayurveda bei verschiedene Erkrankungen eingesetzt. Die beworbenen Indikationen sind dabei relativ breit gefächert und reichen von Arthrose und Hexenschuss über verschiedene entzündliche Erkrankungen, Schmerzen, "Leber- und Nierenschwäche" bis hin zu Beschwerden bei der Menopause.[1] Auch in der Tiermedizin wird Teufelskralle eingesetzt.

Ein wissenschaftlich begründeter Wirksamkeitsnachweis liegt bisher nicht vor. Die zwei randomisierten Studien, bei denen Teufelskralle gegen unspezifische Rückenschmerzen getestet wurde, erbrachten widersprüchliche Ergebnisse und belegten einen etwaigen Nutzen nicht ausreichend.[2]

Teufelskralle wird als Tee, Tinktur oder Fertigpräparat eingesetzt. Verwendet werden die weit verzweigten unterirdischen Speicherwurzeln (Sekundärwurzeln). Die Pflanze mit Hauptwurzel (Primärwurzel) bleibt erhalten und kann somit neue Seitentriebe ausbilden. Die Wirkstoffe werden aus den bis zu 600 Gramm schweren Speicherwurzeln gewonnen. Diese werden getrocknet und zerkleinert. Über die Inhaltsstoffe der oberirdischen Teile ist wenig bekannt.

Als Nebenwirkungen wurden Magen-Darm-Beschwerden (z. B. Durchfall, Übelkeit, Blähungen, Erbrechen) sowie Schwindel und Kopfschmerzen beschrieben. Auch sind Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautausschläge, Nesselsucht, Gesichtsödeme bis hin zum Kreislaufzusammenbruch (anaphylaktischer Schock) möglich. Bei insulinpflichtigem Diabetes mellitus wurde ein Blutzuckeranstieg beobachtet, der nach Absetzen wieder zurückging.

Vorkommen und Artenschutz

Das natürliche geografische Verbreitungsgebiet der Teufelskralle ist das südliche Afrika: Namibia, Botswana, Südafrika, Angola, auch Sambia, Simbabwe und Mosambik. Dort wächst sie in trockenen Gebieten, in Savannen- und Grasvegetation auf roten sandigen Böden der südafrikanischen Kalahari, Schwemmlandgebieten oder überweideten Flächen und fossilen Dünen.[3]

Die steigende Nachfrage an Teufelskralle wird überwiegend durch Wildsammlungen gedeckt. Die Sammlung dieser Pflanze für medizinische Zwecke stellt eine ernsthafte Bedrohung vieler Populationen der Art dar, daher ist die wildwachsende Teufelskralle stark bedroht. Um den Bestand zu erhalten, ist ein schonender Umgang mit den Wildbeständen sowie die Kultur der Pflanze dringend nötig. Dafür wird dazu übergegangen, die Hauptwurzel in der Erde zu belassen und nur die weit verzweigten Nebenwurzeln zu ernten. Die Teufelskralle steht zwar in Namibia und Botswana unter Naturschutz, jedoch scheint die Durchsetzung des Verbots zum Sammeln dieser Pflanze nicht ausreichend zu sein.

Präparate aus dem Anbau sind derzeit nur selten verfügbar. Einige Firmen versuchen, Teufelskralle zu kultivieren, jedoch scheint der Anbau wegen der hohen ökologischen Ansprüche der Art schwierig zu sein.[4] Ebenfalls nicht einfach ist offenbar die Kultivierung außerhalb Afrikas.

Angesichts der nicht nachgewiesenen Wirksamkeit und der Gefährdung dieser Art ist die breite Verwendung als Medikament nicht angebracht.

Quellenverzeichnis