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[[image:HBO.jpg|Hyperbare Sauerstofftherapie in einer Mehrpersonenkammer (Quelle:<ref>Kerstin Petersen: ''Die Entwicklungsgeschichte der Überdruckkammer und Indikationen für die Hyperbare Sauerstoff-Therapie'', Dissertation 2002, Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. [http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?idn=965603938&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=965603938.pdf]</ref>)|thumb]]
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[[Datei:Hyperbare Sauerstofftherapie.jpg|Hyperbare Sauerstofftherapie in einer alternativmedizinischen Einrichtung im mexikanischen Tijuana, unweit von San Diego (USA). Amerikanische Patienten brauchen nur über die mexikanische Grenze, um sich in Mexiko nach örtlichem Recht behandeln zu lassen.|320px|thumb]]
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[[image:HBO.jpg|Hyperbare Sauerstofftherapie in einer Mehrpersonenkammer (Quelle:<ref>Kerstin Petersen: ''Die Entwicklungsgeschichte der Überdruckkammer und Indikationen für die Hyperbare Sauerstoff-Therapie'', Dissertation 2002, Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. [http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?idn=965603938&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=965603938.pdf]</ref>)|320px|thumb]]
 
Die '''Hyperbare Sauerstofftherapie''' (''Sauerstoffüberdruckbehandlung, hyperbare Oxygenation, HBO, hyperbaric oxygen therapy; HBO2, HBOT'') ist eine in speziellen Druckkammern durchgeführte umstrittene Form einer [[Sauerstoff-Therapie]], bei der Patienten unter Überdruckbedingungen (hyperbar) Sauerstoffgas einatmen (so genannte Oxygenation).
 
Die '''Hyperbare Sauerstofftherapie''' (''Sauerstoffüberdruckbehandlung, hyperbare Oxygenation, HBO, hyperbaric oxygen therapy; HBO2, HBOT'') ist eine in speziellen Druckkammern durchgeführte umstrittene Form einer [[Sauerstoff-Therapie]], bei der Patienten unter Überdruckbedingungen (hyperbar) Sauerstoffgas einatmen (so genannte Oxygenation).
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==Gefahren und Toxizität von Sauerstoff==
 
==Gefahren und Toxizität von Sauerstoff==
Wegen hoher Sauerstoffkonzentrationen besteht prinzipiell eine Brandgefahr durch so genannte "Kammerbrände"<ref>Jain KK: ''Textbook of hyperbaric medicine'', 3. Auflage, Toronto: Hogrefe & Huber Publishers Inc. 1999</ref>. Daher sind spezielle Brandschutzvorkehrungen und Löschanlagen (Sprinkleranlage) notwendig. Brände entstanden in der Vergangenheit durch Funkenbildungen (elektrostatische Aufladungen) und elektrische Anlagen sowie durch mitgenommene Taschenwärmer. Die mit Sauerstoff angereicherte Atmosphäre führt zu einer schnellen Ausbreitung des Feuers und hat für die Personen in der Kammer tödliche Folgen. Die zum Öffnen der Kammer erforderliche Dekompression verhindert ein sofortiges Verlassen der Kammer und verzögert die Rettungsmaßnahmen. Nur aus Kammern, die zur Zeit der Brandentstehung mit Luft gespült wurden, konnten die Personen lebend gerettet werden.<ref>Sheffield PJ, Desautels DA. ''Hyperbaric and hypobaric chamber fires: a 73-year analysis.'', Undersea Hyperb Med 1997; 24 (3): S. 153-154</ref><ref>Gödecken J, Pauly H. ''Brandrisiken und Brandschutz in hyperbaren Therapiekammern.'' In: Bartmann H. ''Taucher-Handbuch'', Landsberg: ecomed Verlags GmbH 1999</ref>
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Wegen hoher Sauerstoffkonzentrationen besteht prinzipiell eine Brandgefahr durch so genannte "Kammerbrände"<ref>Jain KK: ''Textbook of hyperbaric medicine'', 3. Auflage, Toronto: Hogrefe & Huber Publishers Inc. 1999</ref>. Daher sind spezielle Brandschutzvorkehrungen und Löschanlagen (Sprinkleranlage) notwendig. Brände entstanden in der Vergangenheit durch Funkenbildungen (elektrostatische Aufladungen) und elektrische Anlagen sowie durch mitgenommene Taschenwärmer. Die mit Sauerstoff angereicherte Atmosphäre führt zu einer schnellen Ausbreitung des Feuers und hat für die Personen in der Kammer tödliche Folgen. Die zum Öffnen der Kammer erforderliche Dekompression verhindert ein sofortiges Verlassen der Kammer und verzögert die Rettungsmaßnahmen. Nur aus Kammern, die zur Zeit der Brandentstehung mit Luft gespült wurden, konnten die Personen lebend gerettet werden.<ref>Sheffield PJ, Desautels DA. ''Hyperbaric and hypobaric chamber fires: a 73-year analysis.'', Undersea Hyperb Med 1997; 24 (3): S. 153-154</ref><ref>Gödecken J, Pauly H. ''Brandrisiken und Brandschutz in hyperbaren Therapiekammern.'' In: Bartmann H. ''Taucher-Handbuch'', Landsberg: ecomed Verlags GmbH 1999</ref> Im Januar 2025 verstarb in Detroit (USA) ein fünfjähriger Junge beim explosionsartigen Brand einer mit Sauerstoff unter Druck gesetzten Druckkabine. Er sollte damit gegen ADHS und Schlafapnoe therapiert werden, obwohl es keine Belege einer Wirksamkeit bei ADHS oder Schlafapnoe gibt.<ref>https://drpeterwilmshurst.wordpress.com/2025/02/21/recent-death-confirms-regulators-are-failing-to-protect-patients/</ref><ref>https://archive.is/TzvV4#selection-3351.0-3591.145</ref><ref>https://edzardernst.com/2025/04/a-5-year-old-boy-has-been-incinerated-in-an-oxygen-chamber-undergoing-alternative-treatment-for-adhd/</ref>
    
Aufgrund der direkten Wirkung des Sauerstoffs auf die menschliche Linse kann es zu reversiblen Sehstörungen bei der Hyperbaren Sauerstofftherapie kommen.  
 
Aufgrund der direkten Wirkung des Sauerstoffs auf die menschliche Linse kann es zu reversiblen Sehstörungen bei der Hyperbaren Sauerstofftherapie kommen.  
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==Siehe auch==
 
==Siehe auch==
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*[[Regenerative Überdrucktherapie]] (hyperbare Therapie)
 
*[[Höhenflugtherapie]]
 
*[[Höhenflugtherapie]]
  
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