Kolloidales Lithium

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Kolloidales Lithium ist eine Bezeichnung für flüssige Lithiumhaltige Suspensionen in Wasser, die auf dem Markt für alternativmedizinische Produkte als Nahrungsergänzungsmittel zum Eigenverzehr im Handel sind. In der EU sind Lithiumpräparate zur Einnahme jedoch nur als verschreibungspflichtige Arzneimittel (z.B. Lithiumcarbonat) zugelassen und erfordern eine engmaschige ärztliche Überwachung wegen ihrer geringen therapeutischen Breite. Als Nahrungsergänzungsmittel würden sie als Lebensmittel gelten. Um das Verbot zu umgehen wird häufig angegeben dass das Nahrungsergänzungsmittelprodukt "kolloidales Lithium" ausschließlich für technische Zwecke oder zur äußerlichen Anwendung bestimmt sind, um legal vertrieben werden zu können. Obwohl in Werbebotschaften und im Guerillamarketing kolloidales Lithium in der Regel zur Einnahme beschrieben und beworben wird, werden die Produkte im Handel nie zur Einnahme deklariert, eine Praxis, die auch auf kolloidales Silber zutrifft. Das chemische Element Lithium (Li) ist für den Menschen nicht essentiell. Dies bedeutet dass es keinen Zustand eines "Lithiummangel" gibt und auch keine tägliche Mindestaufnahme von Lithium empfohlen wird. Es gibt auch keine bekannte biologische Funktion von Lithium im menschlichen Körper.

Wie alle Alkalimetalle reagiert elementares Lithium schon bei Berührung mit der Hautfeuchtigkeit und führt so zu schweren Verätzungen und Verbrennungen.

Viele Lithiumverbindungen, die in wässriger Lösung Lithiumionen bilden, sind im Gegensatz zu den entsprechenden Natrium- und Kaliumverbindungen als gesundheitsschädlich eingestuft.

Element Lithium in der wissenschaftlichen Medizin

Die medizinische Anwendung von Lithium erfolgt ausschließlich in Form von Lithiumsalzen (z.B. Lithiumcarbonat oder Lithiumorotat) unter strenger ärztlicher Aufsicht. Es wird in der Psychiatrie zur Behandlung von bipolaren Störungen, Manie, schweren Depressionen und Cluster-Kopfschmerzen eingesetzt. Bei langjähriger Therapie sind Schädigungen der Nieren sowie Schild- und Nebenschilddrüsen möglich.

Die therapeutische Bandbreite ist gering.<ref>https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Lithium_41883#:~:text=Der%20Wirkstoff%20Lithium%20wird%20angewendet,eine%20sehr%20geringe%20therapeutische%20Breite/ref> Bei einer Lithium-Therapie muss eine bestimmte Konzentration im Blut erreicht werden um eine gewünschte Wirkung zu erzielen. (ähnlich wie bei Neuroleptika). Der Lithium-Plasmaspiegel (Blut) sollte etwa 0,6 mmol/l bis 0,8 mmol/l betragen. Bereits wenn sich der Lithiumblutspiegel an der oberen Grenze des therapeutischen Serumspiegels bewegt, kann es bei empfindlichen Menschen zu beherrschbaren, reversiblen Nebenwirkungen kommen. Liegt der Lithiumblutspiegel über 2,0 mmol/l, steigt die Gefahr deutlicher bis schwerer Nebenwirkungen wie Tremor, Rigor, Übelkeit, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen und Leukozytose rasant an. Über 3,5 mmol/l besteht Lebensgefahr. Über die Pharmakokinetik gibt der Artikel in der Wikipedia oder die Fachliteratur Auskunft.

Siehe auch

Weblinks

Quellennachweise