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Eine Übersichtsarbeit zu Umweltanwendungen von EM (Safwat & Matta 2021) kommt zum Ergebnis, dass EM zwar vielerorts erprobt werde (Abwasser, Schlamm, Kompostierung, Gewässergüte), die persistierende Schwäche der Studienlage jedoch bleibt: Die Zusammensetzung der Kulturen wird geheim gehalten, viele Untersuchungen verzichten auf Kontrollen mit sterilisierter EM-Lösung, und die beobachteten Effekte lassen sich häufig nicht von der Düngerwirkung des nährstoffreichen Substrats trennen.<ref>Safwat, S. M., Matta, M. E.: Environmental applications of Effective Microorganisms: a review of current knowledge and recommendations for future directions. Journal of Engineering and Applied Science 68, 48 (2021). https://doi.org/10.1186/s44147-021-00049-1</ref> Der Review bestätigt damit im Kern die Kritik von Cóndor Golec et al. (2007): ''„Effective Microorganisms: Myth or reality?"''.<ref name=golec></ref>
 
Eine Übersichtsarbeit zu Umweltanwendungen von EM (Safwat & Matta 2021) kommt zum Ergebnis, dass EM zwar vielerorts erprobt werde (Abwasser, Schlamm, Kompostierung, Gewässergüte), die persistierende Schwäche der Studienlage jedoch bleibt: Die Zusammensetzung der Kulturen wird geheim gehalten, viele Untersuchungen verzichten auf Kontrollen mit sterilisierter EM-Lösung, und die beobachteten Effekte lassen sich häufig nicht von der Düngerwirkung des nährstoffreichen Substrats trennen.<ref>Safwat, S. M., Matta, M. E.: Environmental applications of Effective Microorganisms: a review of current knowledge and recommendations for future directions. Journal of Engineering and Applied Science 68, 48 (2021). https://doi.org/10.1186/s44147-021-00049-1</ref> Der Review bestätigt damit im Kern die Kritik von Cóndor Golec et al. (2007): ''„Effective Microorganisms: Myth or reality?"''.<ref name=golec></ref>
 
Auch neuere Feld- und Gewässerstudien ändern dieses Bild nicht grundlegend. So untersuchte etwa eine japanische Arbeit (Mori et al. 2024) die Wirkung von EM auf einen Teich und konnte die von den Herstellern behauptete wasserreinigende Wirkung mikrobieller Konkurrenzverdrängung nicht nachweisen.<ref>Mori, K. et al.: Effect of effective microorganisms on water purification and microbial community in a pond. CLEAN – Soil, Air, Water (2024). https://doi.org/10.1002/clen.202300353</ref>
 
Auch neuere Feld- und Gewässerstudien ändern dieses Bild nicht grundlegend. So untersuchte etwa eine japanische Arbeit (Mori et al. 2024) die Wirkung von EM auf einen Teich und konnte die von den Herstellern behauptete wasserreinigende Wirkung mikrobieller Konkurrenzverdrängung nicht nachweisen.<ref>Mori, K. et al.: Effect of effective microorganisms on water purification and microbial community in a pond. CLEAN – Soil, Air, Water (2024). https://doi.org/10.1002/clen.202300353</ref>
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=== Die "Studienlage" der Befürworter ===
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Die EM-Szene verweist zur Untermauerung ihrer Behauptungen regelmäßig auf eigene "Studiensammlungen", etwa die Seite ''Studien und Versuche'' des EM e.V.<ref>EMeVStudien: EM e.V.: Studien und Versuche, https://emev.de/studien-und-versuche/ (abgerufen am 17. Oktober 2026)</ref> Auch dort zeigt sich das bekannte Muster: Es dominieren Feld- und Praxisversuche ohne Peer-Review, Herstellerskripten, Tagungsbeiträge und Auftragsarbeiten (u. a. der Universität für Bodenkultur Wien für den Hersteller Multikraft, siehe oben). Auffällig ist, dass positiv formulierte Zusammenfassungen regelmäßig den Tenor der zugrundeliegenden Primärliteratur übertreiben.
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Ein besonders charakteristisches Beispiel: Der EM e.V. bewirbt eine Arbeit, wonach EM und EM-Bokashi die Zerfallsrate von radioaktivem Cäsium-137 in Tschernobyl-kontaminierten Böden ''„um das bis zu Vierfache beschleunigen"'' könne. Die "Studie" erschien jedoch im ''Journal of Condensed Matter Nuclear Science'' – einem Journal der kalten-Kernfusion-/LENR-Szene, das kein relevantes Publikationsorgan für Bodenchemie oder Radioökologie darstellt.<ref>A. N. Nikitin et al.: Influence of Effective Microorganisms on the Activity of 137Cs in the Soil Contaminated due to the Accident on the Chernobyl NPP, Journal of Condensed Matter Nuclear Science 29, 230–237 (2019) – zitiert nach emev.de</ref> Eine Beschleunigung des radioaktiven Zerfalls von Cs-137 durch Mikroorganismen widerspricht zudem den Grundlagen der Kernphysik: Die Halbwertszeit langlebiger Radionuklide ist durch chemische oder biologische Umgebungseinflüsse nicht veränderbar.
    
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