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| | Die [[pseudomedizin]]ische Außenseiterlehre der [[GNM|Germanischen Neuen Medizin]]® (GNM) wurde seit 1981 vom deutschen ehemaligen Arzt [[Ryke Geerd Hamer]] eingeführt. Sie postuliert bis dahin nie erreichte Erfolgsraten von über 90% bei der Behandlung schwerer lebensbedrohlicher Erkrankungen wie Krebs. Die von Befürwortern versprochenen Heilungsaussichten haben in der Vergangenheit viele Schwerkranke und deren Angehörige trotz fehlender Wirksamkeitsnachweise dazu bewogen, sich nach dieser Methode behandeln zu lassen. Die bekannt gewordenen tatsächlichen Krankheitsverläufe von GNM-Patienten zeigen jedoch, dass die propagierten Prognosen nichts mit der Realität zu tun haben. | | Die [[pseudomedizin]]ische Außenseiterlehre der [[GNM|Germanischen Neuen Medizin]]® (GNM) wurde seit 1981 vom deutschen ehemaligen Arzt [[Ryke Geerd Hamer]] eingeführt. Sie postuliert bis dahin nie erreichte Erfolgsraten von über 90% bei der Behandlung schwerer lebensbedrohlicher Erkrankungen wie Krebs. Die von Befürwortern versprochenen Heilungsaussichten haben in der Vergangenheit viele Schwerkranke und deren Angehörige trotz fehlender Wirksamkeitsnachweise dazu bewogen, sich nach dieser Methode behandeln zu lassen. Die bekannt gewordenen tatsächlichen Krankheitsverläufe von GNM-Patienten zeigen jedoch, dass die propagierten Prognosen nichts mit der Realität zu tun haben. |
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| − | Krebspatienten, die sich nach heutigen Leitlinien der wissenschaftlichen Medizin behandeln lassen, überleben ihre schwere Krankheit aktuell (2016) mit einer durchschnittlichen Wahrscheinlichkeit von über 50%. Dies belegen die ständig aktualisierten Daten des deutschen Krebsregisters ([http://www.gekid.de/ GEKID/Robert Koch-Institut]), des statistischen Bundesamtes sowie die Krebsregister weiterer Industriestaaten. | + | Krebspatienten, die sich nach heutigen Leitlinien der wissenschaftlichen Medizin behandeln lassen, überleben ihre schwere Krankheit aktuell (2016) mit einer durchschnittlichen Wahrscheinlichkeit von über 50%, mit steigender Tendenz. Dies belegen die ständig aktualisierten Daten des deutschen Krebsregisters ([http://www.gekid.de/ GEKID/Robert Koch-Institut]), des statistischen Bundesamtes sowie die Krebsregister weiterer Industriestaaten. |
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| − | Insgesamt sind mehr als 140 Tote nach GNM-Behandlungen bekannt,<ref>http://www.ariplex.com/ama/ama_ham2.htm</ref> wobei von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen ist (Hamer gibt in einer Korrespondenz an das oberste Französische Gericht an, dass alleine von 1991-1995 etwa 500 Menschen trotz seiner "Behandlung" an Krebs verstarben).<ref>http://web.archive.org/web/20090715100751/http://www.pilhar.com/Hamer/Korrespo/2004/20041202_Hamer_an_CourDeCassation.htm</ref> Andererseits konnten Hamer und seine Anhänger keine einzige dauerhafte Heilung einer schweren Erkrankung nachweisen. Einige Opfer (z.B. [[#2002:_S.C3.B6ren_Wechselbaum_.28Deutschland.29|Sören Wechselbaum]]) könnten heute mit hoher Wahrscheinlichkeit noch leben, hätten sie nicht auf Hamer gehört. Einige Schicksale werden im Folgenden beispielhaft dargestellt. Weitere Krankengeschichten von GNM-Therapierten, die Psiram bekannt wurden, sind hier wegen unzureichender Dokumentation nicht aufgeführt. Nach der GNM-Methode behandelte Patienten mussten oftmals unter unvorstellbaren, vermeidbaren Schmerzen sterben. Ein Beispiel dafür ist das Martyrium von [[#2005:_Michaela_Jakubczyk-Eckert_.28Deutschland.29|Michaela Jakubczyk-Eckert]]. | + | Insgesamt sind mehr als 140 Tote nach GNM-Behandlungen bekannt,<ref>http://www.ariplex.com/ama/ama_ham2.htm</ref> wobei von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen ist (Hamer gibt in einer Korrespondenz an das oberste Französische Gericht an, dass alleine von 1991-1995 etwa 500 Menschen trotz seiner "Behandlung" an Krebs verstarben).<ref>http://web.archive.org/web/20090715100751/http://www.pilhar.com/Hamer/Korrespo/2004/20041202_Hamer_an_CourDeCassation.htm</ref> Die Medizinjournalistin Krista Federspiel geht davon aus, dass etwa 500 Menschen infolge der "Behandlung" von Hamer gestorben seien. |
| | + | Andererseits konnten Hamer und seine Anhänger keine einzige dauerhafte Heilung einer schweren Erkrankung nachweisen. Einige Opfer (z.B. [[#2002:_S.C3.B6ren_Wechselbaum_.28Deutschland.29|Sören Wechselbaum]]) könnten heute mit hoher Wahrscheinlichkeit noch leben, hätten sie nicht auf Hamer gehört. Einige Schicksale werden im Folgenden beispielhaft dargestellt. Weitere Krankengeschichten von GNM-Therapierten, die Psiram bekannt wurden, sind hier wegen unzureichender Dokumentation nicht aufgeführt. Nach der GNM-Methode behandelte Patienten mussten oftmals unter unvorstellbaren, vermeidbaren Schmerzen sterben. Ein Beispiel dafür ist das Martyrium von [[#2005:_Michaela_Jakubczyk-Eckert_.28Deutschland.29|Michaela Jakubczyk-Eckert]]. |
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| | Die Berichte über Schicksale verstorbener Patienten stammen jeweils aus dem sich mit der Zeit verändernden Verbreitungsgebiet der Germanischen Neuen Medizin (GNM). Die ersten Meldungen kamen aus dem deutschsprachigen Raum und Frankreich. Später verlagerte sich das Interesse in Richtung Spanien und Italien. Die Germanische Neue Medizin hat sich dagegen so gut wie nicht in amerikanischen Ländern, Asien, Australien oder Afrika ausdehnen können. | | Die Berichte über Schicksale verstorbener Patienten stammen jeweils aus dem sich mit der Zeit verändernden Verbreitungsgebiet der Germanischen Neuen Medizin (GNM). Die ersten Meldungen kamen aus dem deutschsprachigen Raum und Frankreich. Später verlagerte sich das Interesse in Richtung Spanien und Italien. Die Germanische Neue Medizin hat sich dagegen so gut wie nicht in amerikanischen Ländern, Asien, Australien oder Afrika ausdehnen können. |
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| | ==2014: Marina Lallo (Italien)== | | ==2014: Marina Lallo (Italien)== |
| − | [[image:Germana Durando.jpg|Verurteilte Hamer-Ärztin Germana Durando (Bild: La Reppublica/Turin)|320px|left|thumb]] | + | [[image:Germana Durando.jpg|Verurteilte Hamer-Ärztin Germana Durando (Bild: La Repubblica/Turin)|320px|left|thumb]] |
| − | Die italienische Tageszeitung La Reppubblica (und andere Medien und Blogger<ref>http://www.butac.it/un-tumore-curata-la-psicologia/</ref>) berichtete über den Tod der 53jährigen Italienerin Marina Lallo aus Turin, die an einem malignen Melanom erkrankte und mehrere Jahre lang vergeblich nach den Regeln der GNM behandelt wurde.<ref>http://torino.repubblica.it/cronaca/2016/03/19/news/torino_muore_per_un_melanoma_curato_con_la_piscoterapia_il_medico_a_processo-135830114/</ref> Die Erkrankung zeigte sich zunächst als kleine Hautveränderung an der linken Schulter, die hätte operiert werden können. Die Hautveränderung vergrößerte sich, um am Ende einen Durchmesser von 11 cm zu erreichen (Stadium T4) und starke Schmerzen zu verursachen. Lokale Lymphknoten vergrößerten sich. Marina L. verdeckte den Tumor mit einem Verband, da ständig Blut und Sekrete austraten. Erst kurz vor ihrem Tod entschloss sich die Patientin zu einem Eingriff in einer Klinik. Aber es war zu spät: sie starb an den Metastasen ihrer Krebserkrankung. Im Hirn fanden sich 13 Metastasen. Ihre behandelnde Ärztin, Germana Durando, ist zugleich [[Homöopathie|Homöopathin]]. Durando wurde wegen Totschlags (''omicidio aggravato dalla colpa con previsione'') angeklagt<ref>http://torino.repubblica.it/cronaca/2016/07/14/news/aveva_convinto_una_donna_a_curarsi_il_cancro_con_l_omeopatia_medico_rinviata_a_giudizio_per_omicidio_colposo-144047963/?ref=HREC1-7</ref> und 2017 von einem Turiner Gericht zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten sowie 20.000 € Schmerzensgeld verurteilt. In der letzten Instanz wurde Durando schliesslich zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt sowie zu einer Schadenersatzleistung an die Familie des Opfers in Höhe von nunmehr 400.000 €.<ref>https://torino.repubblica.it/cronaca/2018/10/26/news/torino_condanna_inasprita_in_appello_per_la_dottoressa_che_curo_un_melanoma_con_l_omeopatia-210064916/</ref> | + | Die italienische Tageszeitung La Repubblica (und andere Medien und Blogger<ref>http://www.butac.it/un-tumore-curata-la-psicologia/</ref>) berichtete über den Tod der 53jährigen Italienerin Marina Lallo aus Turin, die an einem malignen Melanom erkrankte und mehrere Jahre lang vergeblich nach den Regeln der GNM behandelt wurde.<ref>http://torino.repubblica.it/cronaca/2016/03/19/news/torino_muore_per_un_melanoma_curato_con_la_piscoterapia_il_medico_a_processo-135830114/</ref> Die Erkrankung zeigte sich zunächst als kleine Hautveränderung an der linken Schulter, die hätte operiert werden können. Die Hautveränderung vergrößerte sich, um am Ende einen Durchmesser von 11 cm zu erreichen (Stadium T4) und starke Schmerzen zu verursachen. Lokale Lymphknoten vergrößerten sich. Marina L. verdeckte den Tumor mit einem Verband, da ständig Blut und Sekrete austraten. Erst kurz vor ihrem Tod entschloss sich die Patientin zu einem Eingriff in einer Klinik. Aber es war zu spät: sie starb an den Metastasen ihrer Krebserkrankung. Im Hirn fanden sich 13 Metastasen. Ihre behandelnde Ärztin, Germana Durando, ist zugleich [[Homöopathie|Homöopathin]]. Durando wurde wegen Totschlags (''omicidio aggravato dalla colpa con previsione'') angeklagt<ref>http://torino.repubblica.it/cronaca/2016/07/14/news/aveva_convinto_una_donna_a_curarsi_il_cancro_con_l_omeopatia_medico_rinviata_a_giudizio_per_omicidio_colposo-144047963/?ref=HREC1-7</ref> und 2017 von einem Turiner Gericht zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten sowie 20.000 € Schmerzensgeld verurteilt. In der letzten Instanz wurde Durando schliesslich zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt sowie zu einer Schadenersatzleistung an die Familie des Opfers in Höhe von nunmehr 400.000 €.<ref>https://torino.repubblica.it/cronaca/2018/10/26/news/torino_condanna_inasprita_in_appello_per_la_dottoressa_che_curo_un_melanoma_con_l_omeopatia-210064916/</ref> |
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| | Es stellte sich auch heraus, dass die Krankenakte verschwunden war. Allerdings konnte die Staatsanwaltschaft den umfangreichen Emailaustausch sichern. Jedesmal, wenn die Patientin Zweifel an der GNM zeigte, wurde sie aufgefordert, keine wissenschaftsmedizinische Behandlung durchzuführen. Stattdessen solle sie ihre "Konflikte lösen" und das homöopathische Mittel 35K und "Sulphur" nehmen, riet ihre Ärztin. ''"Befreie Dich von Deinen Schuldgefühlen und Du wirst Deinen Krebs besiegen,"'' soll sie ihrer Patientin gesagt haben. Der vom Gericht beauftragte Rechtsmediziner Roberto Testi, der den Fall begutachtete, zeigte auf, dass die Patientin bei rechtzeitiger effektiver Behandlung nicht hätte sterben müssen. Nach Angaben des Präsidenten der Turiner Ärztekammer, Guido Giustetto, ist der Todesfall von Marina Lallo bereits der dritte in drei Jahren in der Stadt Turin, für den Hamer-Anhänger verantwortlich seien. So sei auch eine andere Patientin mit Brustkrebs (Name unbekannt) verstorben, die sich weigerte, eine andere Therapie als die der GNM anzuwenden.<ref>http://www.sardegnareporter.it/metodo-hamer-altri-due-morti-cancro-torino/</ref> | | Es stellte sich auch heraus, dass die Krankenakte verschwunden war. Allerdings konnte die Staatsanwaltschaft den umfangreichen Emailaustausch sichern. Jedesmal, wenn die Patientin Zweifel an der GNM zeigte, wurde sie aufgefordert, keine wissenschaftsmedizinische Behandlung durchzuführen. Stattdessen solle sie ihre "Konflikte lösen" und das homöopathische Mittel 35K und "Sulphur" nehmen, riet ihre Ärztin. ''"Befreie Dich von Deinen Schuldgefühlen und Du wirst Deinen Krebs besiegen,"'' soll sie ihrer Patientin gesagt haben. Der vom Gericht beauftragte Rechtsmediziner Roberto Testi, der den Fall begutachtete, zeigte auf, dass die Patientin bei rechtzeitiger effektiver Behandlung nicht hätte sterben müssen. Nach Angaben des Präsidenten der Turiner Ärztekammer, Guido Giustetto, ist der Todesfall von Marina Lallo bereits der dritte in drei Jahren in der Stadt Turin, für den Hamer-Anhänger verantwortlich seien. So sei auch eine andere Patientin mit Brustkrebs (Name unbekannt) verstorben, die sich weigerte, eine andere Therapie als die der GNM anzuwenden.<ref>http://www.sardegnareporter.it/metodo-hamer-altri-due-morti-cancro-torino/</ref> |
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| | ==2019: Marta Roncaglia== | | ==2019: Marta Roncaglia== |
| | 2019 starb in Italien die Psychotherapeutin Marta Roncaglia aus Cinto Caomaggiore im Alter von 43 an Brustkrebs. Sie vertraute der GNM nach Hamer und lehnte eine herkömmliche medizinische Behandlung ab.<ref>https://corrieredelveneto.corriere.it/venezia-mestre/cronaca/19_maggio_02/udine-muore-un-tumore-psicoterapeuta-marta-roncaglia-311ba1aa-6cba-11e9-a548-57b194e64474.shtml?refresh_ce-cp</ref> Sie war zuvor Gründerin des Vereins «L’Abbraccio», welcher Menschen vor ihrem Tode begleitete. | | 2019 starb in Italien die Psychotherapeutin Marta Roncaglia aus Cinto Caomaggiore im Alter von 43 an Brustkrebs. Sie vertraute der GNM nach Hamer und lehnte eine herkömmliche medizinische Behandlung ab.<ref>https://corrieredelveneto.corriere.it/venezia-mestre/cronaca/19_maggio_02/udine-muore-un-tumore-psicoterapeuta-marta-roncaglia-311ba1aa-6cba-11e9-a548-57b194e64474.shtml?refresh_ce-cp</ref> Sie war zuvor Gründerin des Vereins «L’Abbraccio», welcher Menschen vor ihrem Tode begleitete. |
| − | ==2023 Katja Ortner, Österreich== | + | ==2023 Tanja Ortner, Österreich== |
| − | Ende Juli 2023 berichteten mehrere österreichische Medien über den Tod eine Frau, die an einer unbehandelten Krebserkrankung verstarb.<ref>https://www.derstandard.de/story/3000000180480/frauenleiche-im-kofferraum-der-weg-eines-bio-koches-an-den-rechten-rand</ref><ref>https://www.tt.com/artikel/30860617/corona-leugner-mit-leiche-seiner-frau-im-kofferraum-angehalten-der-fall-florian-o</ref> Die Verstorbene 38 jährige Katja Ortner war die Ehefrau des Linzer Bio-Kochs Florian Ortner ("Genussgarten Linz"), in Österreich bekannt als der "Pestokönig". Ortner war ebenso als "Querdenker" und Ablehner von Schutzmassnahmen gegen das neue Coronavirus SARS CoV-2 bekannt geworden. "Der Standart" schreibt über ihn: | + | Ende Juli 2023 berichteten mehrere österreichische Medien über den Tod einer Frau, die an einer unbehandelten Krebserkrankung verstarb.<ref>https://www.derstandard.de/story/3000000180480/frauenleiche-im-kofferraum-der-weg-eines-bio-koches-an-den-rechten-rand</ref><ref>https://www.kleinezeitung.at/oesterreich/6309689/Leiche-der-Frau-im-Kofferraum_Der-Fall-Florian-O_Die-Geschichte</ref><ref>https://www.tt.com/artikel/30860617/corona-leugner-mit-leiche-seiner-frau-im-kofferraum-angehalten-der-fall-florian-o</ref> Die Verstorbene 38 jährige Tanja Ortner war die Ehefrau des Linzer Bio-Kochs Florian Ortner ("Genussgarten Linz"), in Österreich bekannt als der "Pestokönig". Ortner war ebenso als "Querdenker" und Ablehner von Schutzmassnahmen gegen das neue Coronavirus SARS CoV-2 bekannt geworden. "Der Standard" schreibt über ihn: |
| | :''..Naturverbunden, durchaus esoterisch angehaucht. "Sortenreine" Pflanzen, die Saat nach den Mondphasen ausgebracht, das Einkochen muss im "Kreislauf der Jahreszeiten" geschehen. Gemeinsam mit seiner Frau Tanja bietet Florian O. spezielle Heilkräutergartenwanderungen an. Von einer Radikalisierung ist zu diesem Zeitpunkt nichts zu bemerken..<br>..Mehr und mehr driftet Florian O. zunächst in die Staatsverweigererszene ab – und wird zum Hauptorganisator und -redner bei den Demos gegen die Corona-Maßnahmen in Linz. "Naturferne und verirrte Forschung hat die Herrschaft über die edle Wissenschaft der Heilkunde gewonnen. Wir werden die Deutungshoheit zurückerobern." Oder: "Impfungen und Chips sind nur ein Teil der Matrix der dunklen Mächte. Wir müssen auch die anderen aufdecken", tönt es nun aus dem Mund des jungen Mannes. Manchmal ist der Grat zwischen Einkocher und Einpeitscher eben ein schmaler..<br>..Doch der heile Ökoboden beginnt mit März 2020 massiv zu bröckeln. Die Corona-Welle hat das Land fest im Griff. Und die Ansichten von Florian O. werden zunehmend radikaler. Die Weigerung, Masken zu tragen, hat die Folge, dass O. seine Standplätze auf den Märkten verliert. Doch der Fokus des jungen Mannes liegt ohnehin längst woanders..<br>..Immer öfter gerät Florian O. mit dem Gesetz in Konflikt. Es hagelt Anzeigen nach dem Covid-Maßnahmengesetz. Etwa als der gestrauchelte Koch im Lockdown zur großen Gartenparty lädt. Und mit unangenehmer Regelmäßigkeit positioniert sich der 39-Jährige am rechten Rand, vergleicht die Corona-Maßnahmen öffentlich mit dem Holocaust..<br>..Am 16. März 2022 wird Florian O. wegen Verleumdung, falscher Beweisaussage, übler Nachrede, Beleidigung und Fälschung eines Beweismittels zu zwölf Monaten Haft, davon vier unbedingt, verurteilt. Nach drei Monaten folgt die Entlassung. Florian O. taucht unter – und erscheint am 31. August 2022 auch nicht zu einem Verfahren gegen ihn nach dem Verbotsgesetz..''<ref>https://www.derstandard.de/story/3000000180480/frauenleiche-im-kofferraum-der-weg-eines-bio-koches-an-den-rechten-rand</ref> | | :''..Naturverbunden, durchaus esoterisch angehaucht. "Sortenreine" Pflanzen, die Saat nach den Mondphasen ausgebracht, das Einkochen muss im "Kreislauf der Jahreszeiten" geschehen. Gemeinsam mit seiner Frau Tanja bietet Florian O. spezielle Heilkräutergartenwanderungen an. Von einer Radikalisierung ist zu diesem Zeitpunkt nichts zu bemerken..<br>..Mehr und mehr driftet Florian O. zunächst in die Staatsverweigererszene ab – und wird zum Hauptorganisator und -redner bei den Demos gegen die Corona-Maßnahmen in Linz. "Naturferne und verirrte Forschung hat die Herrschaft über die edle Wissenschaft der Heilkunde gewonnen. Wir werden die Deutungshoheit zurückerobern." Oder: "Impfungen und Chips sind nur ein Teil der Matrix der dunklen Mächte. Wir müssen auch die anderen aufdecken", tönt es nun aus dem Mund des jungen Mannes. Manchmal ist der Grat zwischen Einkocher und Einpeitscher eben ein schmaler..<br>..Doch der heile Ökoboden beginnt mit März 2020 massiv zu bröckeln. Die Corona-Welle hat das Land fest im Griff. Und die Ansichten von Florian O. werden zunehmend radikaler. Die Weigerung, Masken zu tragen, hat die Folge, dass O. seine Standplätze auf den Märkten verliert. Doch der Fokus des jungen Mannes liegt ohnehin längst woanders..<br>..Immer öfter gerät Florian O. mit dem Gesetz in Konflikt. Es hagelt Anzeigen nach dem Covid-Maßnahmengesetz. Etwa als der gestrauchelte Koch im Lockdown zur großen Gartenparty lädt. Und mit unangenehmer Regelmäßigkeit positioniert sich der 39-Jährige am rechten Rand, vergleicht die Corona-Maßnahmen öffentlich mit dem Holocaust..<br>..Am 16. März 2022 wird Florian O. wegen Verleumdung, falscher Beweisaussage, übler Nachrede, Beleidigung und Fälschung eines Beweismittels zu zwölf Monaten Haft, davon vier unbedingt, verurteilt. Nach drei Monaten folgt die Entlassung. Florian O. taucht unter – und erscheint am 31. August 2022 auch nicht zu einem Verfahren gegen ihn nach dem Verbotsgesetz..''<ref>https://www.derstandard.de/story/3000000180480/frauenleiche-im-kofferraum-der-weg-eines-bio-koches-an-den-rechten-rand</ref> |
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| − | In der Familie entschied man sich gegen eine medizinische Behandlung und setzte auf die "Germanische Neue Medizin" nach Hamer. Der Krebskranken geht es jedoch zunehmend schlechter und sie verstarb in Garten der Familie, auf Wunsch unter freiem Himmel. Ihr Mann legt sie in den Kofferraum des Autos und beginnt zusammen mit den Kindern eine Autofahrt, ohne im Besitz eines Führerscheins zu sein. | + | In der Familie (''"Florian Familie Ortner"'') entschied man sich gegen eine medizinische Behandlung und setzte auf die "Germanische Neue Medizin" nach Hamer. Der Krebskranken geht es jedoch zunehmend schlechter und sie verstarb im Garten der Familie, auf Wunsch unter freiem Himmel. Ihr Mann legte sie in den Kofferraum des Autos und beginnt zusammen mit den Kindern eine Autofahrt, auf der Flucht vor der Polizei und ohne im Besitz eines Führerscheins zu sein. Der Polizei gegenüber wollte oder konnte er sich nicht ausweisen. Nach typischer Reichsbürger-Redewendung bezeichnete er sich lediglich als "Mensch". |
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| | Anlässlich einer Routine-Strassenkontrolle im Gemeindegebiet Ansfelden im Bezirk Linz-Land entdeckte die Polizei im Kofferraum des Autos der Familie die Leiche der verstorbenen Frau. Bei ihr wurde im April 2023 eine Brustkrebserkrankung festgestellt (Stadium unbekannt). Die Oduktion ergab dass die Frau an einer unbehandelten Krebserkrankung verstarb. Florian Ortner wird verhaftet und gelangt in die Untersuchungshaft. Dem mehrfach vorbestraften Mann werden Störung der Totenruhe und unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Gegen ihn war bereits ein Verfahren wegen Holocaustleugnung (§3h, Verbotsgesetz) anhängig. | | Anlässlich einer Routine-Strassenkontrolle im Gemeindegebiet Ansfelden im Bezirk Linz-Land entdeckte die Polizei im Kofferraum des Autos der Familie die Leiche der verstorbenen Frau. Bei ihr wurde im April 2023 eine Brustkrebserkrankung festgestellt (Stadium unbekannt). Die Oduktion ergab dass die Frau an einer unbehandelten Krebserkrankung verstarb. Florian Ortner wird verhaftet und gelangt in die Untersuchungshaft. Dem mehrfach vorbestraften Mann werden Störung der Totenruhe und unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Gegen ihn war bereits ein Verfahren wegen Holocaustleugnung (§3h, Verbotsgesetz) anhängig. |
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| | Bei frühzeitig erkranntem Brustkrebs und medizinischer Behandlung liegt die 10 Jahresprognose bei rund 80%. | | Bei frühzeitig erkranntem Brustkrebs und medizinischer Behandlung liegt die 10 Jahresprognose bei rund 80%. |
| | + | ==2024: 14 jähriger Francesco Gianello aus Vicenza / Italien== |
| | + | [[Datei:Francesco Gianello Matteo Penzo Hamer 2024 2026.jpg|Francesco Gianello (14 Jahre) und Hamer-Arzt Matteo Penzo (Artikel in Corriere delle sera<ref>https://www.corriere.it/cronache/25_ottobre_26/metodo-hamer-matteo-penzo-francesco-gianello-intervista-2d95f400-7cdf-4631-8f2e-4b0e3dea1xlk.shtml?refresh_ce</ref>)|300px|thumb]] |
| | + | [[Datei:Valdibrucia Pierre Pellizzari Imma Quaranta.jpg|Valdibrucia - Zentrum von Pierre Pellizzari und Imma Quaranta (Toskana)|300px|thumb]] |
| | + | T-Online<ref>https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/menschen-schicksale/id_101177090/italien-14-jaehriger-stirbt-an-krebs-vorwuerfe-gegen-eltern.html</ref> und mehreren Zeitungen aus Italien (Corriere del Veneto<ref>https://corrieredelveneto.corriere.it/notizie/vicenza/cronaca/26_gennaio_21/francesco-gianello-morto-a-14-anni-per-un-tumore-non-curato-fuori-dal-processo-gli-specialisti-ec32dd1f-28f6-414d-b4b8-c1739496axlk.shtml</ref>, La Repubblica, Corriere della sera) berichten im März 2026 über den Tod des 14 jährigen Jugendlichen Francesco Gianello aus Costabissara (Provinz Vicenza) im Jahre 2024, der an Knochenkrebs starb. Seine Krebserkrankung begann im Dezember 2022 mit Schmerzen am Bein. Im Krankenhaus wurde Knochenkrebs als Tumor im Oberschenkel festgestellt. Seine Eltern wandten sich zur Behandlung ihres Sohnes an einen Arzt, der Behandlungen nach Hamer durchführt. Die Eltern entschieden sich für eine Behandlung nach der Germanischen Neuen Medizin nach Hamer und wandeten sich dazu an den Hamer-Arzt Matteo Penzo sowie zwei weitere Behandler. Sie behandelten ihren krebskranken Sohn unter anderem mit [[Heilerde]] und Entzündungshemmern (Ibuprophen) so wie Hamer-Arzt Penzo es vorschlug. Penzo wollte als Behandlung einen "Konflikt lösen", da ein Osteosarkom des Oberschenkels ein Beweis dafür sei dass der Junge sich in einer Situation befinde, die er nicht ertragen könne. Zugleich glaubte er auch dass ein Rauswurf aus einer Fußballmannschaft die Ursache der Krebserkrankung sei. Matteo Penzo machte auch den Vater mitschuldig einen so genannten Konflikt ausgelöst zu haben, der nach der Hamer-Lehre die Ursache des Krebses sei. Die Eltern verwehrtem ihrem Sohn laut Zeitung "La Repubblica" lange Zeit eine wirksame Therapie, wie sie von einer orthopädischen Klinik in Bologna vorgesehen war. Hamer-Arzt Penzo schlug auch vor „zur psychologischen Stärkung“ Kontakt zu den Medizinlaien Pierre Pellizzari und seiner Frau Imma Quaranta aufzunehmen, die auf der Website ihres Zentrums "centro salutistico Valdibrucia" in Badia Tedalda (Arezzo, Toscana) Hamer - Selbstheilungskurse und eine "Selbstheilung nach Hamer" sponsern und Einnahmen aus dem Verkauf von Hamerbüchern und Kursen erwirtschaften. Tatsächlich wurde Francesco dorthin zu einer derartigen Behandlung durch Laien gebracht, der Zustand von Francesco verschlechterte sich dort sodass er in ein Krankenhaus nach Perugia gebracht wurde. Pierre Pellizzari ist ausgebildeter Bergbau-Ingenieur und propagiert nach einer Aussage seit 20 Jahren die GNM nach Hamer. Er war Mitbegründer von [[ALBA]]. Er führt aktuell Massagen, [[Familienaufstellung nach Hellinger|Familienaustellungen]], [[Leberreinigung]]en und [[Osho]] - Meditationen durch. Pellizzari beruft sich nicht nur auf Hamer und Osho, sondern auch auf den russischen Wunderheiler [[Mirzakarim Norbekov]]. Auf den frazösischsprachigen Seiten von Psiram findet sich ein ausführlicher Artikel zu Pierre Pellizzari. [https://www.psiram.com/fr/index.php/Pierre_Pellizzari Pierre Pellizzari bei Psiram (franz.)] |
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| | + | Die Eltern müssen sich seit Anfang 2026 vor Gericht in Vicenza wegen "omicidio con dolo eventuale" (Totschlag mit bedingtem Vorsatz) verantworten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll ihr Sohn starke Schmerzen erlitten haben. Die Mutter bereute inzwischen ihre Entscheidung ''"Ich würde ihn nie wieder so behandeln lassen"''. Im Rückblick auf das Geschehene haben die Eltern des 14-Jährigen keine Zweifel mehr und würden Eltern, die sich in einer ähnlichen Situation befinden könnten, raten in ein Krankenhaus zu gehen. |
| | + | ==2026: GNM-Eltern lassen zwei Kinder fast verhungern== |
| | + | Das Landgericht Zwickau verurteilte im März 2026 die Eltern zweier Kinder aus dem Raum Zwickau (in Steinpleis bei Werdau) wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Die Eltern liessen ihre Zwillinge (geboren 2022) fast verhungern. Die Mutter der Zwillinge stillte ihre Kinder fast zu Tode. Ihre Zwillinge bekamen 13 Monate lang nur Muttermilch, bis sie nur noch Haut und Knochen waren. Die Zwillinge durchliefen nach Einschätzung eines Gutachters alle Stufen des Verhungerns. Der Sterbeprozess hatte bereits eingesetzt, als die Eltern im Jugendamt angezeigt worden waren. Ihre Kinder sind heute schwerbehindert. Die Eltern sind Anhänger der Germanischen Neuen Medizin nach Hamer und Gegner der Medizin. Das Gericht stellte fast, dass der Grund für das Verhalten der Eltern „massive idiologische Verblendung“ war. Der Richter: ''Es geht hier um eine ideologische Fehlorientierung, um pseudomedizinischen Fehlglauben“''. Die Eltern gab die Tat zu. Der Vater sagte: „Ich werde bis an mein Lebensende meine Kinder anschauen und wissen, dass ich als Vater und Ehemann versagt habe.“ Die Mutter sagte: „Es tut mir leid. Ich kann das nicht wieder gut machen.“<ref>https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/chemnitz/zwickau/audio-urteil-landgericht-kindesmisshandlung-bewaehrung100.html</ref><ref>https://www.freiepresse.de/zwickau/zwickau/mutter-stillte-kinder-fast-zu-tode-zwickauer-gericht-verurteilt-eltern-artikel14187095</ref> |
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| | ==Kritische Forumseinträge bei ALBA== | | ==Kritische Forumseinträge bei ALBA== |