Nürnberger Kochsalzversuch: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Test wurde von einer „Gesellschaft wahrheitsliebender Männer“ organisiert, die von George Löhner, einem Lokalzeitungsredakteur, unterstützt wurde, der auch den Abschlussbericht verfasste.<ref>Cukaci, C., Freissmuth, M., Mann, C., Marti, J. & Sperl, V. (2020). Allen Widrigkeiten zum Trotz – die anhaltende Popularität der Homöopathie. Wiener klinische Wochenschrift, 132(9-10), 232–242. https://doi.org/10.1007/s00508-020-01624-x </ref> Um Unparteilichkeit zu gewährleisten, wandten sie ein für die damalige Zeit revolutionäres Studiendesign an.
 
Der Test wurde von einer „Gesellschaft wahrheitsliebender Männer“ organisiert, die von George Löhner, einem Lokalzeitungsredakteur, unterstützt wurde, der auch den Abschlussbericht verfasste.<ref>Cukaci, C., Freissmuth, M., Mann, C., Marti, J. & Sperl, V. (2020). Allen Widrigkeiten zum Trotz – die anhaltende Popularität der Homöopathie. Wiener klinische Wochenschrift, 132(9-10), 232–242. https://doi.org/10.1007/s00508-020-01624-x </ref> Um Unparteilichkeit zu gewährleisten, wandten sie ein für die damalige Zeit revolutionäres Studiendesign an.
 
==Der Test von 1835==
 
==Der Test von 1835==
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Das für damaligen Zeiten revolutionäre Design des Test sahvor, dass 100 identische Glasfläschchen vorbereitet wurden. 50 wurden mit reinem destilliertem Schneewasser (dem [[Placebo]]) gefüllt, und 50 wurden mit einer Salzlösung gefüllt, die genau nach Reuters Anweisung hergestellt wurde (ein Salzkorn wurde 29-mal im Verhältnis 1:100 verdünnt). Die Ampullen wurden nummeriert, gemischt und vor Publikum nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt.
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Eine versiegelte Liste hielt fest, welche Ampulle/Nummer welchen Stoff enthielt.
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Weder die Händler/Tester noch die Teilnehmer kannten den Inhalt der Ampullen.
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Die Ampullen wurden an Freiwillige verteilt und die Probanden wurden gebeten, in den folgenden drei Wochen alle ungewöhnlichen Symptome zu dokumentieren.
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==Siehe auch==
 
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*[[Donner-Bericht zur Homöopathie]]
 
*[[Donner-Bericht zur Homöopathie]]

Version vom 16. März 2026, 13:28 Uhr

Der Nürnberger Kochsalzversuch war im 19. Jahrhundert einer der ersten dokumentierten Versuche eine randomisierte, doppelt verblindete und placebokontrollierte Studie zur Homöopathie durchzuführen. Johann Jacob Reuter, ein bekannter Homöopath aus Nürnberg, forderte den damaligen Homöopathiekritiker Friedrich Wilhelm von Hoven zu einem Test heraus, der als Nürnberger Kochsalzversuch berühmt wurde. Reuter behauptete, dass selbst ein gesunder Mensch „außergewöhnliche Empfindungen“ erleben würde, wenn er eine Verdünnung von gewöhnlichem Kochsalz (Natriumchlorid oder Natrum Muriaticum, wie Homöopathen es nennen) einnähme.

Der Test wurde von einer „Gesellschaft wahrheitsliebender Männer“ organisiert, die von George Löhner, einem Lokalzeitungsredakteur, unterstützt wurde, der auch den Abschlussbericht verfasste.[1] Um Unparteilichkeit zu gewährleisten, wandten sie ein für die damalige Zeit revolutionäres Studiendesign an.

Der Test von 1835

Das für damaligen Zeiten revolutionäre Design des Test sahvor, dass 100 identische Glasfläschchen vorbereitet wurden. 50 wurden mit reinem destilliertem Schneewasser (dem Placebo) gefüllt, und 50 wurden mit einer Salzlösung gefüllt, die genau nach Reuters Anweisung hergestellt wurde (ein Salzkorn wurde 29-mal im Verhältnis 1:100 verdünnt). Die Ampullen wurden nummeriert, gemischt und vor Publikum nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine versiegelte Liste hielt fest, welche Ampulle/Nummer welchen Stoff enthielt. Weder die Händler/Tester noch die Teilnehmer kannten den Inhalt der Ampullen. Die Ampullen wurden an Freiwillige verteilt und die Probanden wurden gebeten, in den folgenden drei Wochen alle ungewöhnlichen Symptome zu dokumentieren.

Siehe auch

Weblinks

Quellennachweise

  1. Cukaci, C., Freissmuth, M., Mann, C., Marti, J. & Sperl, V. (2020). Allen Widrigkeiten zum Trotz – die anhaltende Popularität der Homöopathie. Wiener klinische Wochenschrift, 132(9-10), 232–242. https://doi.org/10.1007/s00508-020-01624-x

Hinweis: dieser Artikel ist im wesentlichen eine Übersetzung des online erschienenen Artikels "The 1835 Nuremberg Salt Trial of Homeopathy: Background, Execution and Consequences" von Edzard Ernst, veröffentlicht am 16. März 2026. Der Originalartikel ist hier einzusehen: The 1835 Nuremberg Salt Trial of Homeopathy: Background, Execution and Consequences