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Dunkeltherapie

5 Byte hinzugefügt, 23:40, 6. Mär. 2015
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Die '''Dunkeltherapie''' (auch Tibetanisches Nachtyoga, engl. dark retreat, dark therapy) ist eine in der [[Alternativmedizin]] anzutreffende Therapieoption und [[Wellness]]methode, bei der Kunden längere Zeit Licht völlig vorenthalten wird, um einen "Samadhi-Zustand der Versenkung", oder "Selbstheilung" von Erkrankungen zu finden. Einige Anbieter setzen die Dunkeltherapie für Zeiträume von einigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen ein. Anbieter behaupten , mit Hilfe des Lichtentzugs bei Kunden eine Bewußtseinserweiterung Bewusstseinserweiterung erzielen zu können. Durchgeführt wird die Dunkeltherapie in völlig abgedunkelten Wohnungen oder einzeln gelegenen Häusern. Teilweise sind so genannte Lichtschleusen vorgesehen. Zusätzlich wird zumeist auch auf eine geräuscharme Umgebung geachtet, sodass sich Umstände ähnlich denen einer sensorischen Deprivation einstellen. Teilweise wird ein gleichzeitiges [[Wasserfasten]] (Fasten mit Erlaubnis , Wasser zu trinken) mit angeboten.
Propagandisten der Dunkeltherapie sind im deutschrachigen deutschsprachigen Raum der Völkerkundler und Psychotherapeut Holger Kalweit und [[Karl Probst]].
In der wissenschaftlichen Medizin wurden in der Vergangenheit einige wenige Studien zum Thema einer "Nachtverlängerung" bei psychiatrischen Patienten durchgeführt. Die auswertbare seriöse Literatur zum Thema gibt keine Hinweise auf etwaige Anwendungsmöglichkeiten zu Heilzwecken bei ansonsten nicht-psychiatrischen Patienten. (Stand 2012)
==Samadhi-Tank (Isolationstank oder auch floatation-tank)==
Ab Mitte der 1970er Jahre wurde der Floating-Tank in den USA zunächst von Anhängern der [[New Age]]-Bewegung genutzt und nach dem Sanskrit-Begriff Samadhi als „Samadhi-Tank“ bezeichnet. Von den USA aus kamen Floating-Tanks ungefähr Mitte der 1980er Jahre zunächst nach Großbritannien, Australien und in die Niederlande. Seit Ende der 1990er Jahre entstanden im Rahmen des aufkommenden Wellness-Trends neue kommerzielle Studios in allen Ländern Europas und auch Asiens.<ref>Quelle: [http://de.wikipedia.org/wiki/Floating Artikel über Floating in der Wikipedia]</ref>
==Tibetisches Nachtyoga bzw . Tibetanisches Nachtyoga==Die Dunkeltherapie wird teilweise auch tibetanisches Nachtyoga genannt. Kalweit will in den sechziger Jahren anlässlich einer Reise durch Nepal eine tibetische Praxis einer 49tägigen Dunkelheit kennengelernt haben. Im tibetischen Buddhismus soll sie gelegentlich bei der Mönchsausbildung eingesetzt werden. Tatsächlich ist im tibetischen Buddhismus eine [http://en.wikipedia.org/wiki/Dark_retreat "mun mtshams" - Methode] bekannt, die auch als "dark retreat" bezeichnet wird.
==Therapeutischer Lichtentzug und Nachtverlängerung in wissenschaftlicher der wissenschaftlichen Medizin==Im Rahmen von chronobiologischen Behandlungsansätzen (Chronotherapien) wurden in der Vergangenheit einige wenige Studienarbeiten zum Thema publiziert. Im Frühjahr 2012 lassen sich etwa vier Arbeiten in wissenschaftlichen Datenbanken finden, zwei davon leider in einem im nicht dem peer-review unterworfenen Journal, "Medical Hypotheses".
Im Gegensatz zur anerkannten und weit angewandten Lichttherapie oder Wachtherapie (therapeutischer Schlafentzug) wirkt eine therapeutische Nachtverlängerung bei der Manie<ref>Barbini B, Benedetti F, Colombo C, et al. Dark therapy for mania: a pilot study. Bipolar Disord. 2005;7:98–101</ref> und kann das «rapidcycling» zwischen Depression und Manie unterbrechen.<ref>Wehr TA, Turner EH, Shimada JM, Lowe CH, Barker C, Leibenluft E. Treatment of rapidly cycling bipolar patient byusing extended bed rest and darkness to stabilize the timing and duration of sleep. Biol Psychiatry. 1998;43:822–828.39</ref><ref>Wirz-Justice A, Quinto C, Cajochen C, Werth E, Hock C. A rapid-cycling bipolar patient treated with long nights,bedrest, and light. Biol Psychiatry. 1999;45:1075–1077</ref>. Obwohl theoretisch interessant, ist die Dunkeltherapie für Daueranwendungen , aber auch Kurzzeitanwendungen wenig praktikabel. Eine realistischere Alternative wäre die Benutzung von eingefärbten Brillen, die das chronobiologisch wirksamste Licht im blauen Wellenlängenbereich herausfiltern. Auf diese Weise lässt sich eine Art «chronobiologische Dunkelheit» für das nichtvisuelle zirkadiane System realisieren.<ref>Anna Wirz-Justice, Christian Cajochen (Zentrum für Chronobiologie, Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel): Zirkadiane Rhythmen und Depression: chronobiologische Behandlungsmöglichkeiten, medicalforum.ch</ref>
Eine bislang nicht replizierte Pilot-Studie bei 16 Probanden aus dem Jahre 2005 zeigte, dass verlängerte Aufenthalte im Bett bei gleichzeitiger Dunkelheit schnelle hinsichtlich schneller Stimmungsschwankungen bei bestimmten "bipolaren" Patienten hilfreich sein kann. Die Patienten waren dabei über drei folgende Tage einer Dunkelheit zwischen 18 Uhr abends und 8 Uhr morgens ausgesetzt.<ref>Barbini B, Benedetti F, Colombo C, et al. Dark therapy for mania: a pilot study. Bipolar Disord. 2005;7:98–101</ref>
==Literatur==
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