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Stoffwechselfunktionstest

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[[image:SFT.jpg|SFT-Ergebnis ("Kurzbefund") aus einem Musterbefund der Indago GmbH. Die angegebenen Zahlenwerte erscheinen dimensionslos und sind nicht definiert|380px|thumb]]
Der '''Stoffwechselfunktionstest''' (SFT) ist ein [[pseudomedizin]]isch-diagnostischer Bluttest ohne erkennbaren Nutzen, der von einigen wenigen [[Heilpraktiker]]n, Kosmetikern und Ärzten im deutschsprachigen Raum herangezogen wird. Der Test ist wissenschaftlich nicht validiert, in wissenschaftlichen medizinischen Datenbanken und auch bei "Google Scholar" findet sich keinerlei Literatur zu diesem Test. Zum Stoffwechselfunktionstest liegen nur vage Angaben des ausführenden Labors vor.
 
Testhersteller ist die Firma Indago GmbH aus Leipzig (vormals BMIB Biomedizinisches Institut, vormals "Wiesbach Institut für angewandte Biomedizin GmbH")<ref>INDAGO GmbH, Deutscher Platz 5a, D-04103 Leipzig</ref>, die auch ein Testverfahren zur Früherkennung von Darmkrebs anbietet ("Polypenspezifische Polymere" - Test PSP).
Der Test ist ganz entstand offensichtlich aus der umstrittenen [[Nanopartikelanalyse]] entstandender Firma Indago. Nach einer erfolgreichen Klage des Verbandes für sozialen Wettbewerb hat die Indago den Vertrieb der Nanopartikelanalyse eingestellt (siehe auch: [http://www.xy44.de/tv/nano]). Laut Credo der Befürworter handelt es sich beim SFT um ein ''die schulmedizinischen Untersuchungen ergänzendes Diagnostikverfahren'', das ''derzeit schulmedizinisch nicht anerkannt wird''. Nach Angaben der Testbefürworter soll dieser "Stoffwechselstörungen" erkennbar machen, die unbehandelt die wahren Ursachen unterschiedlichster Krankheiten seien. In diesem Zusammenhang soll auch vom Endkunden verstanden werden, dass der Test auch zu einer ''"Überprüfung der wichtigsten Organfunktionen"'' geeignet sei. Als Vorteil wird in der Werbung zum Test darauf hingewiesen, dass dieser ''viele Organsysteme auf einmal analysiere''.
Laut credo Einzige erkennbare Durchführende des Test ist die Düsseldorfer Laboratoriumsmedizinerin Barbara Bräuer, deren Unterschrift und Name auf den Testergebnissen erscheint. Bräuer war bereits als Durchführerin der Nanopartikelanalyse in Erscheinung getreten. Beworben wird der Befürworter handelt es sich beim SFT um auf den Webseiten der Firma Evomed Diagnostics Aktiengesellschaft<ref>Evomed Diagnostics AG, Landwehrstraße 54, 64293 Darmstadt</ref> in Darmstadt<ref>http://evomed.com/pages/unsere-schwerpunkte/stoffwechsel/diagnostik.php</ref>, mit der die Indago kooperiert. Indago-Kunden wird beispielsweise von ihren Behandlern empfohlen, Testverfahren der Evomed in Anspruch zu nehmen. Dazu gehört beispielsweise ein Evomed "ImuPro300"-Test, mit dem Nahrungsmittel-Allergien nachgewiesen werden sollen, auf die der Stoffwechselfunktionstest vorher einen Verdacht lieferte. Ein "CTL-Labor - Ortholab"<ref>CTL & Ortholabor GmbH, Wilhelm-Geiler-Str. 4, D-26643 Westerstede</ref> bietet diesen umstrittenen [[IgG-Lebensmittel-Allergietest]] Test für 450 Euro an. Derartige IgG-Tests können jedoch im Gegensatz zu IgE-Tests nach Expertenmeinung weder Allergien noch Lebensmittelunverträglichkeiten feststellen und die Ergebnisse sollten daher nicht zu Ernährungsempfehlungen herangezogen werden.<ref>http://web.archive.org/web/20070430115814/http://www.aeda.de/pressinf/04-2004/03.htm (''die schulmedizinischen Untersuchungen ergänzendes Diagnostikverfahren'Wayback-Archiv', das ''derzeit schulmedizinisch nicht anerkannt wird)</ref><ref>http://web.archive.org/web/20091126102956/http://www.medizin-2000.de/allergologie/texte/laien/pm/aeda_11_04/dgai4.html ('''Wayback-Archiv''')</ref> Auch zeigte sich im Experiment, dass erhobene Befunde nur wenig reproduzierbar waren. Nach Angaben der Testbefürworter soll dieser "Stoffwechselstörungen" erkennbar machen<ref>Jenkins M, Vickers A. Unreliability of IgE/IgG4 antibody testing as a diagnostic tool in food intolerance. Clin Exp Allergy. 1998 Dec;28(12):1526-9.</ref> Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die unbehandelt Kosten nicht. Das Verwaltungsgericht Lüneburg urteilte 2004, dass die wahren Ursachen unterschiedlichster Krankheiten seienIgG-Bestimmung im Gegensatz zur IgE-Bestimmung keine wissenschaftlich allgemein anerkannte Methode zur Austestung einer Lebensmittelallergie ist. In diesem Zusammenhang soll auch <ref>VG Lüneburg, AZ: 1 A 219/02, Urteil vom Endkunden verstanden 26.&nbsp;Mai 2004</ref> Kunden des SFT werdensomit zu immer weiteren unnötigen und kostspieligen Tests aufgefordert. Die Evomed AG ist auch Lieferant von TAVARLIN-Produkten, dass die Krebspatienten erwerben sollen, die sich nach der Test auch zu einer ''"Überprüfung der wichtigsten Organfunktionen"'' geeignet seiMethode [[Krebsdiät nach Coy]] (nach Johannes Coy) behandeln lassen.
Einzige erkennbare Durchführende des Test ist Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Düsseldorfer Laboratoriumsmedizinerin Barbara BräuerKosten dieser Methode in Höhe von etwa 70-100 Euro nicht. Testhersteller ist Der Patient erhält die Firma Indago GmbH aus Leipzig ((vormals BMIB Biomedizinisches Institut, vormals "Wiesbach Institut für angewandte Biomedizin GmbH")Rechnung über seinen behandelnden Therapeuten.<ref>INDAGO GmbH, Deutscher Platz 5a,04103 Leipzig</ref>
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten dieser '''Hinweis:''' Mit wortgleichen Werbeaussagen wird auch eine "Stofwechselfunktionsanalyse" (SFA) beworben. Diese ist jedoch mit einem anderen [[alternativmedizin]]ischen Test gleichen Namens des Anbieters Paragnost ([[Eutropa AG]]<ref>EUTROPA AG, Sämannstr. 14, D-82166 Lochham</ref>) verwechselbar, der als Stoffwechselfunktionsanalyse eine Anwendung der außerwissenschaftlichen Methode in Höhe von etwa 70 Euro nicht[[Bio-Elektronische Terrain-Analyse nach Vincent]] versteht.<ref>http://www.paragnost. Der Patient erhält die Rechnung über seinen behandelnden Therapeutende/public/sfa.html</ref>
==Verfahren Stoffwechselfunktionstest==
[[image:SFT2.jpg|Musterbefund|350px|thumb]]Der SFT wird mit (Voll-)Blut von Patienten durchgeführt. Nach den spärlichen Informationen , die zum Test vorliegen, soll angenommen werden, dass das entnommene Blut durch ein "spezielles Verfahren" das entnommene Blut auf Vorhandensein von Stoffwechselprodukten untersucht wird:
:''..Es werden viele Stoffe aus dem Blut identifiziert, die beim Stoffwechsel der Organe anfallen - die sogenannten Stoffwechselprodukte oder auch Metaboliten genannt..''<ref>http://indago-group.de/cms/index.php?view=,4,2</ref>
Wie bei der [[Nanopartikelanalyse]] auch, wird behauptet, dass in einem "ersten Schritt" das Blut ''"in chemische Elemente umwandeltum[ge]wandelt"'' werde, wobei ein aus Mineralölraffinerien und industriellen industrieller Petrochemie her bekanntes "thermisches Cracking" zum Einsatz kämekomme. In einem zweiten Schritt soll eine "Re-Suspension mit hochreinem Wasser" erfolgen, der eine "Filtration" folge, aus der eine Lösung entsteht, die den Stoffwechsel des Organismus "abbilden" soll. In der Lösung sollen sich "kolloidale Nanokristalle" befinden, die mittels Lichtstreuung analysiert werden sollen. Auch werde die Lösung getrocknet und mit Hilfe der Rasterelektronenmikroskopie und dem EDX-Verfahren ([http://de.wikipedia.org/wiki/Energiedispersive_R%C3%B6ntgenspektroskopie Energiedispersive Röntgenspektroskopie]) untersucht , um "charakterisiert" zu werden.
Die gemeinten Stoffwechselprodukte, die teilweise in den Testergebnissen benannt werden, sollen eine Beurteilung der "Funktionsfähigkeit" von Systemen wie dem Immunsystem, Verdauungssystem, Hormonsystem oder eines "Leber-Nieren-Systems" ermöglichen. Die einzelnen Ergebnisseiten des SFT-Befunds zeigen das jeweilige Testergebnis in Zahlenform an. Zu den jeweiligen Zahlenwerte werden jedoch keine Einheiten genannt. Stattdessen werden die Zahlenwerte in Bezug zu einem horizontalen Balken gesetzt, der die angeblichen Normalwerte anzeigen soll.
Das dem Kunden ausgehändigte Laborergebnis enthält dabei keinerlei Angaben zum ausführenden Labor.
==Weblinks==
*[http://www.venture-plus-fonds.com/news/PDF/indago-musterbefund-sft.pdf ein Musterbefund]*[http://www.indago-group.com Webseite Firma Indago GmbH]*[http://www.xy44.de/indago/krit4.html Kritik von Chemiker Klaus Keck (Nanopartikelanalyse/SFT)]
==Quellennachweise==
8.396
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