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	<title>Psiram - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=HAARP&amp;diff=74395</id>
		<title>HAARP</title>
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		<updated>2011-06-14T20:50:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Die Anlage */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Haarp2.jpg|HAARP-Anlage in aktueller Ausbaustufe mit 180&amp;amp;nbsp;Kreuzdipolantennen|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;HAARP&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (High Frequency Active Auroral Research Program) ist die Bezeichnung für ein US-amerikanisches sowohl ziviles als auch militärisches Forschungsprogramm auf dem Gebiet der Anwendung elektromagnetischer Wellen zur Untersuchung der Ionosphäre und der Funkwellenausbreitung.&lt;br /&gt;
Die HAARP-Anlage befindet sich in der Nähe der Stadt Gakona in einem abgelegenen Gebiet von Alaska (USA). Betrieben und finanziert wird HAARP von der University of Alaska, der US Air Force und der US Navy. Insgesamt waren 14&amp;amp;nbsp;Universitäten an der Planung der Anlage beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliche Forschungsanlagen befinden sich auch in anderen Ländern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Norwegen: EISCAT Anlage bei Tromsø&lt;br /&gt;
* USA: HIPAS Anlage nahe Fairbanks (Alaska) und Arecibo/Puerto Rico&lt;br /&gt;
* Russland: Sura-Anlage nahe Nischni Nowgorod&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Anlage==&lt;br /&gt;
Die HAARP-Anlage verfügt zur Zeit über eine Kurzwellensendeanlage mit einer Sendeleistung von 3,6&amp;amp;nbsp;MW, die über 180&amp;amp;nbsp;Dipolantennen in Richtung Zenit (imaginärer Punkt über dem Antennenfeld, astronomisch der senkrecht über dem Beobachter liegende Scheitelpunkt des Himmelsgewölbes) abgestrahlt wird. Die effektive Strahlungsleistung (ERP, effective radiated power) in der Hauptabstrahlrichtung zum Himmel ergibt sich aus diesem Wert multipliziert mit dem sog. Antennengewinn und beträgt frequenzabhängig 86 bis 95&amp;amp;nbsp;dBW (rund 400&amp;amp;nbsp;MW bis 3,5&amp;amp;nbsp;GW) effektive Strahlungsleistung (ERP, 0&amp;amp;nbsp;dBW=1&amp;amp;nbsp;Watt, 60&amp;amp;nbsp;dBW=1&amp;amp;nbsp;MW). In alle anderen Richtungen als zum Zenit wird gleichzeitig eine geringere Leistung abgestrahlt. Dadurch ist auch die Abstrahlung auf den Horizont - und somit die Empfangbarkeit im großer Entfernung - stark herabgesetzt, vergleichbar mit einem Scheinwerfer der senkrecht Richtung Himmel leuchtet. Die unterschiedliche ERP von aktuell 86-95 dBW ergibt sich aus der frequenzabhängigen Bündelbarkeit der eingesetzten Kurzwellen. Bei der am höchsten nutzbaren Frequenz von 10&amp;amp;nbsp;MHz ist sie am höchsten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Vergleich der 3,6 MW Sendeleistung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Der ungarische Mittelwellensender Solt sendet mit 2 MW auf 540 kHz.&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Solt&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*Der Langellensender Radio Montecarlo sendet von der französischen Ortschaft Roumoules aus mit 1,4 MW. Vormals hatte die Anlage sogar 2 MW Leistung.&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Sender_Roumoules&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*Der im Saarland befindliche Langwellenrundfunksender [http://de.wikipedia.org/wiki/Sender_Felsberg-Berus Sender Felsberg-Berus] (183 kHz) sendet ebenfalls mit mit 2000 KW.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rundfunksender der BBC oder von Radio Moskau verwendeten ebenfalls grosse Sendeleistungen. Radio Moskau erreichte in den 1980er Jahren durch Zusammenschalten mehrerer starker Sender effektive omnidirektionale Strahlungsleistungen von über 400&amp;amp;nbsp;MW. Die Sendungen wurden hier also mit vergleichbarer Leistung in alle Richtungen dauerhaft abgestrahlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vom Forschungssender nutzbare Frequenzbereich liegt zwischen 2,5&amp;amp;nbsp;und 10&amp;amp;nbsp;MHz im Kurzwellenbereich. Bekannte Sendefrequenzen sind 2,75&amp;amp;nbsp;MHz, 3,39&amp;amp;nbsp;MHz, 6,99&amp;amp;nbsp;MHz und 8,075&amp;amp;nbsp;MHz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lange Zeit wurde die Anlage nur mit 960&amp;amp;nbsp;kW und 48&amp;amp;nbsp;Antennen betrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die HAARP-Kurzwellenanlage ist nicht dauernd in Betrieb, sondern wird nur sporadisch zu Forschungszwecken eingeschaltet. In dem direkt über dem Antennenfeld gelegenen Bereich der Ionosphäre wird ein Teil der Strahlung absorbiert, ein weiterer Anteil wird in den Weltraum abgestrahlt und ein restlicher Anteil wird an bestimmten ionisierten Schichten (D-, E- oder F-Schicht) reflektiert. Die in der Ionosphäre, in einer Höhe von etwa 100-300&amp;amp;nbsp;km absorbierte Leistung beträgt weniger als drei Mikrowatt pro cm&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.haarp.alaska.edu/haarp/tech.html&amp;lt;/ref&amp;gt;, dies entspricht 30&amp;amp;nbsp;mW/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;. Dies ist mehrere zehntausend Mal weniger, als die tagtäglich durch die Sonne tagsüber zugeführte Energie der so genannten [http://de.wikipedia.org/wiki/Solarkonstante Solarkonstanten]. Die Solarkonstante beträgt etwa 1.360&amp;amp;nbsp;W/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; und ist somit etwa 43.000-mal intensiver. Natürliche Schwankungen (Fluktuationen) der Solarkonstanten, wie sie durch Veränderungen der Sonnenaktivität entehen, liegen dabei mehrere hundert Mal über dem Wert, der durch die HAARP-Anlage künstlich zugeführten Energie.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.haarp.alaska.edu/haarp/tech.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verschwörungstheorien um HAARP==&lt;br /&gt;
Einige Verschwörungstheoretiker wie [[Nick Begich jr]] oder [[Jeane Manning]] glauben, dass der sporadische Betrieb der HAARP-Anlage zu weltweit stattfindenden Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Stromausfällen und Vulkanausbrüchen führe. Andere Verschwörungstheorien unterstellen der abgelegenen HAARP-Anlage in Alaska sogar die Fähigkeit zum manipulativen Einfluss auf menschliche Gedanken. Für keine der bisherigen Verschwörungstheorien gibt es bislang Beweise; die Vermutungen stützen sich allesamt auf Patentanmeldungen aus den USA. In den USA können (anders als in anderen Ländern) Patente auch dann erteilt werden, wenn sie praktisch nicht umsetzbar oder völlig absurd sind.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.totallyabsurd.com/archive.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Die von dem Kurzwellensender von HAARP abgegebene Sendeleistung ist mit derjenigen der EISCAT-Anlage in Norwegen vergleichbar. Mehrere rund um die Uhr sendende Rundfunksender hatten höhere Sendeleistung als die HAARP-Anlage in ihrer lange Jahre installierten 960&amp;amp;nbsp;kW-Ausbaustufe. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sendeleistung der amerikanischen HAARP-Anlage mit 3,6&amp;amp;nbsp;MW (vormals 960&amp;amp;nbsp;kW), sowie vergleichbarer Anlagen wie der russischen Sura-Anlage oder der europäischen EISCAT-Anlage, ist nicht in der Lage, einen Sturm künstlich zu erschaffen oder gar Erdbeben auszulösen. Die ursprünglichen 960&amp;amp;nbsp;kW entsprachen etwa der Leistung von 700&amp;amp;nbsp;Haushaltsstaubsaugern. In der heutigen (Stand 2010) Ausbaustufe wären es etwa 2.400&amp;amp;nbsp;Haushaltsstaubsauger. Zum Vergleich: Eine einzige Elektrolokomotive der deutschen Bahn hat mit 7&amp;amp;nbsp;MW (ICE3: 8 MW) etwa die doppelte elektrische Leistung der HAARP-Anlage. In Europa ist es außerdem wegen der großen Entfernung bis Alaska nicht leicht, die sporadischen Aussendung der HAARP-Anlage zu empfangen; ein guter Kurzwellenempfänger und eine gute Antenne sind Voraussetzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verschwörungstheorien wurden teilweise unkritisch von Massenmedien, aber auch von einem Unterausschuss der EU übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1998 führte der Unterausschuss für Sicherheit und Abrüstung des Europäischen Parlaments eine Anhörung durch, die auch HAARP berücksichtigte. Einziger Befragter bei dieser Anhörung war der amerikanische Buchautor und Geschäftsmann Nick Begich&amp;amp;nbsp;jr. Begich ist gleichzeitig Betreiber eines unseriösen Onlineangebots für Scheiben (Wert 20&amp;amp;nbsp;US$), die, an Mobiltelefone angebracht, die Aussendungen der Telefone angeblich unschädlich machen sollen. Er vertritt die Meinung, dass die HAARP-Anlage für &amp;quot;geophysikalische Kriegsführung&amp;quot; genutzt werden könne. Er beruft sich dabei einzig auf ältere erteilte amerikanische Patente, die jedoch aufgrund von Einschränkungen nicht realisierbar sind. So soll bei einem der von Begich genannten Patente etwa ein Drittel des Strombedarfs der gesamten USA für eine derartige Anlage zur Verfügung stehen müssen. Das Ergebnis dieser Anhörung ging in den &amp;quot;Bericht über Umwelt, Sicherheit und Außenpolitik&amp;quot; vom 14.&amp;amp;nbsp;Januar 1999 ein, in dem HAARP als &amp;quot;ein klimabeeinträchtigendes Waffensystem&amp;quot; kritisiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine typische Verbreiterin von absurden und unbelegten Verschwörungstheorien zur HAARP-Anlage ist die kanadisch/amerikanische Mathematikerin und Nonne [[Rosalie Bertell]] (geb. 1929). Bertell ist überzeugt, dass die in Alaska befindliche Ionosphärenforschungsanlage weltweit Auslöser von Erdbeben wäre. Laut Bertell gehöre die HAARP-Anlage zum &amp;quot;Star Wars defence network&amp;quot;, sei Teil eines Systems ähnlicher Anlagen und sei dazu gebaut worden, um natürliche Prozesse auf der Erde zu beeinflussen. Die Anwesenheit in der Nähe der Anlage sei gefährlich (trotz der ständigen Anwesenheit von Forschern) und dort herrsche ein Magnetfeld, das 60.000-mal größer sei als das Erdmagnetfeld. Zum Vergleich: Das Erdmagnetfeld schwankt zwischen 30&amp;amp;nbsp;und 60&amp;amp;nbsp;µT, in Deutschland liegt der Wert bei 48&amp;amp;nbsp;µT. Der 60.000-fache Wert liegt zwischen 1,8&amp;amp;nbsp;und 3,2&amp;amp;nbsp;Tesla). Ein von der Anlage ausgesendeter Strahl könne &amp;#039;&amp;#039;wie ein Messer&amp;#039;&amp;#039; die Ionosphäre minutenlang &amp;#039;&amp;#039;durchschneiden&amp;#039;&amp;#039; fantasiert Bertell. Die ausgesendeten Kurzwellen könnten auch in der Ionosphäre der Wissenschaft unbekannte große Linsen erzeugen, die die Strahlung zurück auf die Erde bündeln würden, um bestimmte militärische Ziele damit zu zerstören, ohne jegliche Spuren dabei zu hinterlassen. Dabei könne sich die Strahlung auch mit einer „natural wave frequency“ (gemeint ist wohl die [[Schumannstrahlung]]) „kombinieren“ und sich dabei vervielfältigen. Die Ringe des Saturn seien auch durch derartige „Interaktionen“ mit „Energiewellen“ entstanden, sodass nicht auszuschließen sei, dass etwas Derartiges auch auf der Erde geschehen könne. Die HAARP-Anlage könne auch niederfrequente gepulste ELF-Wellen erzeugen, die in ihrer Fantasie tektonische Platten zerreißen könnten. Nach einem Test 1977 (die HAARP-Anlage wurde erst 1993 in Betrieb genommen) sei ein „freak storm“ ausgelöst worden, der eine kleine Stadt im Staat Wisconsin zerstört hätte, sowie zu starken Regenfällen geführt hätte.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die österreichische Politologin [[Claudia von Werlhof]], die im Januar 2010 behauptete, dass das [[Verschwörungstheorien zum Erdbeben auf Haiti 2010|Erdbeben von Haiti im Januar 2010]] durch Menschen ausgelöst sei, beruft sich auch auf Rosalie Bertell, indem sie öffentlich aus ihrer Korrespondenz mit Bertell zitiert (&amp;#039;&amp;#039;[...] Es stimmt, dass mehrere Länder heute die Technologie haben, um Erdbeben zu verursachen. Es gab auch das, was wie ein Plasma–Streifen im Himmel über Haiti vor dem Erdbeben aussah [...]&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;Von Von Werlhof zitierte Mitteilung vom 22.&amp;amp;nbsp;März 2010: &amp;#039;&amp;#039;Dear Claudia, I am sorry for your trouble. It is true that several countries now have the technology to cause earthquakes. There was also what looked like a plasma streak in the sky over Haiti before the earthquake. However, these may have been unrelated, and if they were related we cannot be sure which country caused the quake. I have written about this and other new technologies in my book: &amp;quot;Planet Earth: The Latest Weapon of War&amp;quot;. It is available in all Universities in Canada and is used as a text book in some U.S. Universities. You might be able to get a copy in Europe. Otherwise I could send it to you. Dr. Rosalie Bertell&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.arbeiterfotografie.com/medien/2010-02-13-claudia-von-werlhof.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 2010 behauptete die Innsbrucker Politologie-Professorin [[Claudia von Werlhof]] spekulativ in einem Interview mit der österreichischen Zeitung &amp;#039;&amp;#039;Der Standard&amp;#039;&amp;#039;, dass im Rahmen der HAARP-Forschungstätigkeit und auf Grundlage einer geheimen &amp;quot;&amp;#039;Tesla-Technologie&amp;quot; (bezugnehmend auf den verstorbenen Erfinder [[Nikola Tesla]]) [[Erdbebenwaffe|&amp;quot;Earthquake Machines&amp;quot;]] hergestellt worden seien, die künstliche Erdbeben hervorrufen würden. Zweck sei es, Erdölreserven aufzuspüren. Durch eine derartige Aktivität sei es am 12.&amp;amp;nbsp;Januar 2010 zum Erdbeben von Haiti gekommen (bei dem über 200.000&amp;amp;nbsp;Menschen den Tod fanden), eine der [[Verschwörungstheorien zum Erdbeben auf Haiti 2010]]. Als Nebeneffekt würden dabei &amp;quot;unbotmäßige Regierungen&amp;quot; wie etwa jene von Hugo Chavez in Venezuela unter Druck gesetzt werden. Venezuela war von dem Erdbeben jedoch in keiner Weise betroffen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://diestandard.at/1265852135844/Interview-Claudia-v-Werlhof-Kapitalismus-ein-Zerstoerungsprojekt&amp;lt;/ref&amp;gt; Von Werlhof ignoriert völlig die Tatsache, dass Haiti (und die Insel Hispaniola) geologisch gesehen über der Grenze zwischen der karibischen und der nordamerikanischen Platte liegt. Infolge von Plattentektonik kommt es genau hier zu Verwerfungen und zu häufiger seismischer Aktivität, mit der Folge häufiger Erdbeben. In den Jahren 1751, 1842, 1860 und zuletzt 2010 wurde Haiti von schweren Erdbeben getroffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Namen der [[LaRouche-Politsekte]] verbereitet ein Jeff Steinberg des La Rouche Political Act Comitee, dass die HAARP-Anlage ein Erdbeben in China verursacht habe.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.youtube.com/watch?v=ecLwVgvvTvU&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Haarp ein Geheimprojekt?==&lt;br /&gt;
In gängigen Verschwörungstheorien um die HAARP-Anlage wird diese als &amp;quot;Geheimprojekt&amp;quot; bezeichnet. Auf der HAARP-Webseite ist jedoch zu lesen, dass der Betrieb und die Forschung nicht geheim sind und Forschungsergebnisse nicht geheim gehalten werden: (&amp;#039;&amp;#039;The HAARP program is completely unclassified. There are no classified documents pertaining to HAARP.&amp;#039;&amp;#039;). Mitarbeiter der Anlage stammen von mehreren Universitäten oder privaten Firmen, so von UCLA, MIT, University of Alaska, Stanford University, University of Massachusetts, Clemson University, Penn State University, Dartmouth University, University of Tulsa, University of Maryland und der Cornell University. Bilder der Anlage unterliegen ebenfalls keiner Geheimhaltung, und es gibt sogar zwei Webcams der HAARP-Anlage und eine Möglichkeit online die gegenwärtigen Messergebnisse einzusehen und zu speichern. Auch gibt es regelmäßige Tage der &amp;quot;offenen Tür&amp;quot; und Studenten können zu Praktika an der HAARP-Station arbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Sharon Weinberger. Atmospheric physics: Heating up the heavens. Nature News, 452, 930-932 (2008), 23.&amp;amp;nbsp;April 2008 doi:10.1038/452930a&lt;br /&gt;
*David Naiditch: &amp;#039;&amp;#039;Is Baked Alaska Half-Baked?&amp;#039;&amp;#039;. Esceptic, 3.&amp;amp;nbsp;März 2010 [http://www.skeptic.com/eskeptic/10-03-03/]&lt;br /&gt;
*[http://adsabs.harvard.edu/cgi-bin/nph-abs_connect?db_key=AST&amp;amp;db_key=PHY&amp;amp;db_key=PRE&amp;amp;qform=AST&amp;amp;arxiv_sel=astro-ph&amp;amp;arxiv_sel=cond-mat&amp;amp;arxiv_sel=cs&amp;amp;arxiv_sel=gr-qc&amp;amp;arxiv_sel=hep-ex&amp;amp;arxiv_sel=hep-lat&amp;amp;arxiv_sel=hep-ph&amp;amp;arxiv_sel=hep-th&amp;amp;arxiv_sel=math&amp;amp;arxiv_sel=math-ph&amp;amp;arxiv_sel=nlin&amp;amp;arxiv_sel=nucl-ex&amp;amp;arxiv_sel=nucl-th&amp;amp;arxiv_sel=physics&amp;amp;arxiv_sel=quant-ph&amp;amp;arxiv_sel=q-bio&amp;amp;sim_query=YES&amp;amp;ned_query=YES&amp;amp;adsobj_query=YES&amp;amp;aut_logic=OR&amp;amp;obj_logic=OR&amp;amp;author=&amp;amp;object=&amp;amp;start_mon=&amp;amp;start_year=&amp;amp;end_mon=&amp;amp;end_year=&amp;amp;ttl_logic=OR&amp;amp;title=HAARP&amp;amp;txt_logic=OR&amp;amp;text=&amp;amp;nr_to_return=200&amp;amp;start_nr=1&amp;amp;jou_pick=ALL&amp;amp;ref_stems=&amp;amp;data_and=ALL&amp;amp;group_and=ALL&amp;amp;start_entry_day=&amp;amp;start_entry_mon=&amp;amp;start_entry_year=&amp;amp;end_entry_day=&amp;amp;end_entry_mon=&amp;amp;end_entry_year=&amp;amp;min_score=&amp;amp;sort=SCORE&amp;amp;data_type=SHORT&amp;amp;aut_syn=YES&amp;amp;ttl_syn=YES&amp;amp;txt_syn=YES&amp;amp;aut_wt=1.0&amp;amp;obj_wt=1.0&amp;amp;ttl_wt=0.3&amp;amp;txt_wt=3.0&amp;amp;aut_wgt=YES&amp;amp;obj_wgt=YES&amp;amp;ttl_wgt=YES&amp;amp;txt_wgt=YES&amp;amp;ttl_sco=YES&amp;amp;txt_sco=YES&amp;amp;version=1]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.haarp.alaska.edu&lt;br /&gt;
*http://www.skeptic.com/eskeptic/10-03-03/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Verschwörungstheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Norbert_Brakenwagen&amp;diff=71059</id>
		<title>Norbert Brakenwagen</title>
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		<updated>2011-03-09T12:24:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Schweiz5_Jo_Conrad.jpg|[[Braune Esoterik|Braunesoteriker]] und [[MLM]]-Anbieter [[Jo Conrad]] (links) und [[Schweiz 5]] - Moderator [[Norbert Brakenwagen]]|360px|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Norbert Brakenwagen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geb. 1956) ist ein deutscher TV-Moderator und Geschäftsmann mit aktuellem (Stand 2011) Wohnort in Gunzwil in der Schweiz. Brakenwagen ist derzeit als Moderator bei dem ins Schweizer Kabelnetz (Cablecom) eingespeisten Klein-TV-Sender [[Schweiz 5]], wo er eine Sendung namens &amp;quot;TimeToDo&amp;quot; moderiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschäftliche Aktivitäten==&lt;br /&gt;
Brakenwagen ist Inhaber der &amp;quot;BraCon Brakenwagen Consulting&amp;quot; aus Luzern&amp;lt;ref&amp;gt;BraCon Brakenwagen Consulting, Pilatusstrasse 1, CH-6003 Luzern&amp;lt;/ref&amp;gt; und gründete zusammen mit einem Frank Kraushaar (H2O Swiss AG) eine &amp;quot;Samadhi Ayurveda AG&amp;quot;. Brakenwagen war Verkäufer für Unternehmen und Aktien von diversen Firmen und dabei auch zusammen mit dem umstrittenen deutschen Aktienanbieter [[Heinz Heinrich Hensley-Piroth]] alias &amp;quot;Heinz Piroth&amp;quot;, alias &amp;quot;Heinz Knoepfel&amp;quot; tätig (siehe auch Artikel [[Siowell]]), von dem er die Firma &amp;quot;Aposmile AG&amp;quot; übernahm. Hensley-Piroth wird von der Presse eine betrügerische Vergangenheit nachgesagt&amp;lt;ref&amp;gt; [http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-8917274.html Die Gier frisst das Gehirn. Spiegel Special 5/1996]&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war laut Eigenauskunft &amp;quot;der erfolgreichste Jäger nach dem Geld naiver Spekulanten&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Piroth über Hensley in der Zeitschrift &amp;quot;GQ&amp;quot; über sich selbst&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bildzeitung kürte ihn zum (Zitat) &amp;quot;drittbesten Gauner der Welt&amp;quot;. Betrugsvorwürfe führten 1991 zur Verhaftung von Heinz Hensley-Piroth.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brakenwagen verkaufte unter anderem Aktien folgender Aktiengesellschaften:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*NicStic AG, Hünenberg. Diese wurde als &amp;quot;Abzock-&amp;quot; und &amp;quot;Betrugsfirma&amp;quot; bezeichnet, die von der Schweiz aus operierte und bei der insbesondere deutsche Staatsbürger als ein- und ausreisende Touristen aktiv gewesen sein sollen, die 150 Millionen SFr von Anlegern einnahmen. Die Firma bot als &amp;quot;technisches Wunder&amp;quot; eine angeblich rauchfreie Zigarette für Raucher an. Eine Verurteilung von beschuldigten Hintermännern scheiterte an einer Verjährungsfrist, offenbar weil die Schweizer Justiz durch &amp;quot;zuviele Aktenordner&amp;quot; überlastet war. Die Eidgenössische Bankenkommission EBK stellte lediglich &amp;quot;unerlaubten Aktienhandel&amp;quot; ohne Straffolgen fest. Mit in Verdacht geratene Firmen waren eine Elvestus Marketing &amp;amp; Vertrieb AG und eine TopCap Marketing AG in Rotkreuz. Die Bankenkommission griff 2007 ein und schloß die Firmen NicStic AG, Quiver United AG, Elvestus Marketing + Vertrieb AG, Vencon AG, Herma AG, Tacitus Media AG, Hematec Holding AG, Bel Air Management AG und die &amp;quot;alpha swiss capital ag&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://switzerland.indymedia.org/de/2008/03/58316.shtml&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;Ein ähnliches &amp;quot;Zigarettenprodukt&amp;quot; ist das der Firma &amp;quot;James Denverson Corp.&amp;quot; (JD, &amp;#039;&amp;#039;die kalte Zigarette mit dem heissen Kick&amp;#039;&amp;#039;, siehe auch [http://de.wikipedia.org/wiki/Rauchlose_Zigarette elektrische Zigarette bei Wikipedia]).&lt;br /&gt;
*H2O Swiss AG aus Hochdorf&amp;lt;ref&amp;gt;H2O Swiss AG, Baldeggstrasse 20, CH-6280 Hochdorf&amp;lt;/ref&amp;gt; (eine Nachfolgefirma von NicStic, Aposmile AG und &amp;quot;Sunway Water is Life GmbH&amp;quot;) Brakenwagen soll die Firma inzwischen wieder verkauft haben. Die H2O Swiss AG vertreibt so genanntes &amp;quot;vielfach verstärktes basisches Wasser H2O hoch 3&amp;quot; als Lebensmittel. Dabei soll es sich um ein &amp;quot;Basenkonzentrat&amp;quot; handeln, zur [[Übersäuerung|&amp;quot;Entsäuerung&amp;quot;]], zur [[Entschlacken|&amp;quot;Entschlackung&amp;quot;]] und zur &amp;quot;Entgiftung&amp;quot;. Das Wunderwasser wird dabei von der H2O Swiss mit [[Pseudomedizin|pseudomedizinischen]] Behauptungen beworben. Das Wasser für ihr Produkt soll von einer Bioquel GmbH geliefert worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;www.pfui.ch/500337936e0193001/index.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Internet ruft Brakenwagen zu Geldspenden und auch zu Sachspenden für sein Büro auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Unternehmer]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Schweiz_5&amp;diff=71008</id>
		<title>Schweiz 5</title>
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		<updated>2011-03-08T08:59:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Schweiz 5, SVP, Verschwörungstheorien und Alternativmedizin */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Schweiz5.jpg|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Schweiz5_2.jpg|Kartenleger bei Schweiz 5|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:MikeShiva.jpg|Hellseher [[Mike Shiva]]|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schweiz 5&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Schweizer Privatfernsehkanal der &amp;quot;Schweiz 5 Fernseh-, Produktions- und Betriebs AG&amp;quot; aus Schlieren in der Agglomeration Zürich&amp;lt;ref&amp;gt; Schweiz 5 Fernseh-, Produktions- und Betriebs AG, Wagistrasse 6, CH-8952 Schlieren&amp;lt;/ref&amp;gt;, der im Schweizer digitalen Kabelfernsehen Cablecom und im Internet zu sehen ist. Die Leitung des 2004 gegründeten Senders hat ein Peter Heeb. Ursprünglich war der Sendername U1 TV. Der Marktanteil im Schweizer Kabelnetz wird auf 0,1 bis 0.2 Prozent geschätzt. Im Januar 2008 verschob der Schweizer Kabelnetzbetreiber Cablecom das Programm des Kleinsenders in den digitalen Bereich des Netzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Sender werden zudem eine Nähe zur nationalkonservativen Schweizer SVP nachgesagt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.20min.ch/news/schweiz/story/15906412&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/organisation/svp/s.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Themenspektrum==&lt;br /&gt;
Thematisch liegen die Schwerpunkte des durch Werbung und Dauerwerbesendungen finanzierten Senders in den Bereichen [[Esoterik]], [[Wahrsagerei]], [[Kartenlegen]], Botschaften von Freikirchen, Erotik sowie Angeboten des Wahrsagers [[Mike Shiva]]. Dieser sendet während der Hauptsendezeit zwischen 18 und 22 Uhr aus seiner eingebetteten Esoteriksendung &amp;quot;Mike Shiva – Die Zukunft&amp;quot;. Hinzu kommen die Call-in-Sendung &amp;quot;Casino Games&amp;quot; sowie Sportsendungen über Traktor-Rennen und Kickboxen. Zwischen 13 Uhr und 17 Uhr und Samstag bzw. Sonntag zwischen 14 Uhr und 17 Uhr wird das Call-in-Programm von 9Live übernommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Vormittag zwischen 6 und 13 Uhr sendet Schweiz5 volkstümliche Musikvideos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schweiz 5, SVP, Verschwörungstheorien und Alternativmedizin==&lt;br /&gt;
[[image:Schweiz5_Jo_Conrad.jpg|[[Jo Conrad]] (links) und Moderator Norbert Brakenwagen|300px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
Der auch als &amp;#039;&amp;#039;rechtsbürgerlich&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete Sender steht politisch der nationalkonservativen Schweizer Partei SVP nahe und wird von Anhängern aus ihrer Sicht als eine Art Gegenpol zu einem &amp;#039;&amp;#039;Links-Grünen Staatsfernsehen&amp;#039;&amp;#039; gesehen, womit die öffentlich-rechtliche SRG gemeint sein soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2011 übertrug der Sender die Albisgüetli-Tagung, den Parteitag der Schweizerische Volkspartei (SVP)&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.schweiz5.ch/v2/?p=1558&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein &amp;quot;Schweizerzeit-Magazin&amp;quot; des SVP-Nationalrats Ulrich Schlüer erscheint bei Schweiz5. Dieses Magazin führte zu einer Untersuchung des Bundesamts für Kommunikation BAKOM. Das Bundesamt wollte erfahren, ob die Sendung gegen das Verbot politischer Werbung in Radio und Fernsehen verstösst. Die Regel (in der Verordnung zum Radio- und Fernsehgesetz der Schweiz) will verhindern, dass sich finanzstarke Personen oder Organisationen durch den Kauf von Sendezeit einen politischen Vorteil verschaffen. Die Untersuchung blieb allerdings folgenlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die rechtslastige Ausrichtung spiegelt auch der Auftritt des deutschen [[Braune Esoterik|Braunesoterikers]] und [[Verschwörungstheorie|Verschwörungstheoretikers]] [[Jo Conrad]] wieder, der Ende 2010 bei Schweiz 5 auftrat&amp;lt;ref&amp;gt;Schweiz5: 27.12.2010 Gast: Jo Conrad Journalist und Autor&amp;lt;/ref&amp;gt;. Videos, die ansonsten auf seinem [[Bewusst.TV]]-Portal zu sehen sind, sollen auch bei Schweiz5 erscheinen.&amp;lt;ref&amp;gt;28.12.2010 TimeToDo – Start, Jo Conrad – Reihe: [[Reiner Feistle]] erzählt von seinen nächtlichen Begegnungen mit [[Außerirdische]]n und einer besonderen Verbindung zum Sternensystem Aldebaran.&amp;lt;br&amp;gt;30.12.2010 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Teil 1 In einer Szene ähnlich der in dem Film &amp;quot;Avatar&amp;quot; richtet Jo Conrad eine Botschaft an die Hintergrundmächte der Welt.&amp;lt;br&amp;gt;Teil 2 Buchautor Sven Peters berichtet über die Vril- und [[Thule-Gesellschaft]], geheime Technologien im Dritten Reich und eventuell Weiterentwicklungen.&amp;lt;br&amp;gt;31.12.2010 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Sabine Wolf spricht mit Jo Conrad über die Zeitenwende und spirituelle Themen.&amp;lt;br&amp;gt;01.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe „[[Jessie Marsson]] erlebte eine Kindheit und Jugend voller Missbrauch und berichtet, daß grausame Rituale selbst in höchsten Kreisen praktiziert und von der Strafverfolgung ausgenommen werden.“&amp;lt;br&amp;gt;02.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe „Auf einer Fahrt durch Augsburg zeigt uns Jessie Marsson, der schon ein Interview über rituellen Missbrauch in bewusst.tv gegeben hat, den Kinderstrich, Zeichen und Symbole. Ebenso zeigt er Seiten im Internet, auf denen Kinder angeboten werden.“&amp;lt;br&amp;gt;03.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Wer sind die [[Illuminati]]? Jo Conrad erzählt über die Illuminati.&amp;lt;br&amp;gt;04.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Zerrissene Familie. Die Barbara Seebold-Story. Ein Beispiel der Unmenschlichkeit und Anmassung.&amp;lt;br&amp;gt;05.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Bedeutet HIV positiv etwas? Dr. Claus Köhnlein erklärt, warum er nicht an die verbreitete Ansicht, daß HIV AIDS erzeugt, glaubt.&amp;lt;br&amp;gt;06.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe  Teil 1 Das Thailandprojekt.Carola Sarrasin erklärt die Hintergründe der russischen Heilmethoden, mit denen Organe und Zähne nachwachsen können, über die sie Seminare in Thailand anbietet.&amp;lt;br&amp;gt;06.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Teil 2 Wundermittel [[MMS]] Im Interview mit Jo Conrad erzählt Jim Humble, wie er mit MMS Tausende Malariakranke heilte und behauptet, dass auch alle anderen Krankheiten damit geheilt werden können.&amp;lt;br&amp;gt;07.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe [[Strophanthin]], Rettung bei Herzinfarkt? Autor Rolf-Jürgen Petry erklärt, dass Herzinfarkte und Schlaganfälle andere Ursachen haben, als normal behauptet, und es ein natürliches Mittel gibt, das sowohl vorbeugend als auch akut retten kann.&amp;lt;br&amp;gt;08.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Schuld! Jo Conrad unterhält sich mit [[Alexander Wagandt]] über Gefühle der Schuld, durch die wir uns unterdrücken lassen.&amp;lt;br&amp;gt;09.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Kernenergie – Friedlich in die Katastrophe Der Autor vieler Bücher, Holger Strohm, stellt in diesem Gespräch die Gefahren der Atomkraft dar, spricht aber auch andere, besorgniserregende Entwicklungen in unserer westlichen &amp;quot;Zivilisation&amp;quot; an.&amp;lt;/ref&amp;gt; Conrad wurde dabei völlig unkritisch von Moderator Norbert Brakenwagen interviewt und konnte 2010 von Werbung umrahmt (für eine &amp;quot;Samadhi-Kur für 149 CHF&amp;quot;, einen Energielieferanten und Volksmusik) ansonsten ungestört bekannte Verschwörungstheorien und unbewiesene Hypothesen zu [[Illuminaten]] oder [[Jessie Marsson|angeblichem Kindesmissbrauch in Augsburg]] verbreiten. Nicht fehlen durfte auch Werbung des Laien für das Scharlatanerieprodukt und Bleichmittel [[MMS]], das angeblich Malaria heile. Nicht zur Sprache kam im Interview die Tatsache, dass mehrere Gesundheitsbehörden vor MMS warnen, darunter auch die Schweizer &amp;quot;Swissmedic&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;Warnung der Swissmedic vom 13.&amp;amp;nbsp;Oktober 2010 in einer Mitteilung &amp;quot;Warnung vor dem sog. Wundermittel &amp;quot;Miracle Mineral Supplements (MMS)&amp;quot;. Laut Swissmedic sei es in diversen Ländern vermehrt zu Nebenwirkungsmeldungen im Zusammenhang mit dem Konsum von &amp;quot;Miracle Mineral Supplements (MMS)&amp;quot; gekommen. Nach oraler Einnahme kam es laut Swissmedic zu &amp;#039;&amp;#039;gastrointestinalen Störungen unterschiedlichen Schweregrades bis hin zu Hospitalisationen wegen lebensbedrohlichen Zuständen&amp;#039;&amp;#039;.[http://www.swissmedic.ch/aktuell/00003/01409/index.html?lang=de Wortlaut].&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Swissmedic beruft sich dabei auch auf eine Warnung vor MMS durch das Schweizer &amp;quot;Bundesamt für Gesundheit&amp;quot; (BAG) vom 08.&amp;amp;nbsp;Oktober 2010. Demnach hätte das &amp;quot;Schweizerische Toxikologische Informationszentrum&amp;quot; (STIZ) diverse Meldungen über gesundheitliche Störungen nach der Einnahme von MMS erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bag.admin.ch/themen/lebensmittel/04861/11249/index.html?lang=de&amp;lt;/ref&amp;gt; Conrad stellte auch Vermutungen auf, nach denen man Krebs durch &amp;quot;Erkennen der Hintergründe&amp;quot; heilen könne, offenbar eine Anspielung auf die [[Pseudomedizin|pseudomedizinische]] [[Germanische Neue Medizin]] von [[Ryke Geerd Hamer]] sowie zu &amp;quot;nachwachsenden Organen&amp;quot;, einer Betrugsmasche des verurteilten russischen Betrügers [[Grigorij Grabowoj]]. Moderator Brakenwagen sprach von Conrad als von einem der &amp;#039;&amp;#039;nicht gemocht wird, weil er sich der unbequemen Fragen annimmt&amp;#039;&amp;#039;. Conrad-Bücher wurden dabei auch werbewirksam vorgestellt sowie eine Spenden-Telefonnummer eingeblendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ein Interview mit Esoteriker [[Dieter Broers]] soll im März 2011 gesendet worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Schweiz5, 2.3.2011 20 Uhr. Live: Norbert Brakenwagen interviewt Dieter Broers und Jo Conrad.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Besitzverhältnisse==&lt;br /&gt;
Die U1 TV Station AG, welche Schweiz 5 betreibt, gehört zur &amp;#039;&amp;#039;Kanal 1 TV AG&amp;#039;&amp;#039;. Die im Besitz von Schweizer Aktionären befindliche Kanal 1 TV AG hielt früher auch Beteiligungen an den finanziell gescheiterten Fernsehsendern TV.München und TV.Berlin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den 1. Dezember 2008 wurde U1 TV in Schweiz 5 umbenannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.schweiz5.ch/ Website von Schweiz 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Internetprojekt]]&lt;br /&gt;
[[category:TV Sender]]&lt;br /&gt;
[[category:Esoterikmarkt]]&lt;br /&gt;
[[category:Firma]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Schweiz_5&amp;diff=71007</id>
		<title>Schweiz 5</title>
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		<updated>2011-03-08T08:55:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Schweiz 5, SVP, Verschwörungstheorien und Alternativmedizin */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Schweiz5.jpg|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Schweiz5_2.jpg|Kartenleger bei Schweiz 5|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:MikeShiva.jpg|Hellseher [[Mike Shiva]]|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schweiz 5&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Schweizer Privatfernsehkanal der &amp;quot;Schweiz 5 Fernseh-, Produktions- und Betriebs AG&amp;quot; aus Schlieren in der Agglomeration Zürich&amp;lt;ref&amp;gt; Schweiz 5 Fernseh-, Produktions- und Betriebs AG, Wagistrasse 6, CH-8952 Schlieren&amp;lt;/ref&amp;gt;, der im Schweizer digitalen Kabelfernsehen Cablecom und im Internet zu sehen ist. Die Leitung des 2004 gegründeten Senders hat ein Peter Heeb. Ursprünglich war der Sendername U1 TV. Der Marktanteil im Schweizer Kabelnetz wird auf 0,1 bis 0.2 Prozent geschätzt. Im Januar 2008 verschob der Schweizer Kabelnetzbetreiber Cablecom das Programm des Kleinsenders in den digitalen Bereich des Netzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Sender werden zudem eine Nähe zur nationalkonservativen Schweizer SVP nachgesagt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.20min.ch/news/schweiz/story/15906412&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/organisation/svp/s.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Themenspektrum==&lt;br /&gt;
Thematisch liegen die Schwerpunkte des durch Werbung und Dauerwerbesendungen finanzierten Senders in den Bereichen [[Esoterik]], [[Wahrsagerei]], [[Kartenlegen]], Botschaften von Freikirchen, Erotik sowie Angeboten des Wahrsagers [[Mike Shiva]]. Dieser sendet während der Hauptsendezeit zwischen 18 und 22 Uhr aus seiner eingebetteten Esoteriksendung &amp;quot;Mike Shiva – Die Zukunft&amp;quot;. Hinzu kommen die Call-in-Sendung &amp;quot;Casino Games&amp;quot; sowie Sportsendungen über Traktor-Rennen und Kickboxen. Zwischen 13 Uhr und 17 Uhr und Samstag bzw. Sonntag zwischen 14 Uhr und 17 Uhr wird das Call-in-Programm von 9Live übernommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Vormittag zwischen 6 und 13 Uhr sendet Schweiz5 volkstümliche Musikvideos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schweiz 5, SVP, Verschwörungstheorien und Alternativmedizin==&lt;br /&gt;
[[image:Schweiz5_Jo_Conrad.jpg|[[Jo Conrad]] (links) und Moderator Norbert Brakenwagen|300px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
Der auch als &amp;#039;&amp;#039;rechtsbürgerlich&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete Sender steht politisch der nationalkonservativen Schweizer Partei SVP nahe und wird von Anhängern aus ihrer Sicht als eine Art Gegenpol zu einem &amp;#039;&amp;#039;Links-Grünen Staatsfernsehen&amp;#039;&amp;#039; gesehen, womit die öffentlich-rechtliche SRG gemeint sein soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2011 übertrug der Sender die Albisgüetli-Tagung, den Parteitag der Schweizerische Volkspartei (SVP)&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.schweiz5.ch/v2/?p=1558&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein &amp;quot;Schweizerzeit-Magazin&amp;quot; des SVP-Nationalrats Ulrich Schlüer erscheint bei Schweiz5. Dieses Magazin führte zu einer Untersuchung des Bundesamts für Kommunikation BAKOM. Das Bundesamt wollte erfahren, ob die Sendung gegen das Verbot politischer Werbung in Radio und Fernsehen verstösst. Die Regel (in der Verordnung zum Radio- und Fernsehgesetz der Schweiz) will verhindern, dass sich finanzstarke Personen oder Organisationen durch den Kauf von Sendezeit einen politischen Vorteil verschaffen. Die Untersuchung blieb allerdings folgenlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die rechtslastige Ausrichtung spiegelt auch der Auftritt des deutschen [[Braune Esoterik|Braunesoterikers]] und [[Verschwörungstheorie|Verschwörungstheoretikers]] [[Jo Conrad]] wieder, der Ende 2010 bei Schweiz 5 auftrat&amp;lt;ref&amp;gt;Schweiz5: 27.12.2010 Gast: Jo Conrad Journalist und Autor&amp;lt;/ref&amp;gt;. Videos, die ansonsten auf seinem [[Bewusst.TV]]-Portal zu sehen sind, sollen auch bei Schweiz5 erscheinen.&amp;lt;ref&amp;gt;28.12.2010 TimeToDo – Start, Jo Conrad – Reihe: [[Reiner Feistle]] erzählt von seinen nächtlichen Begegnungen mit [[Außerirdische]]n und einer besonderen Verbindung zum Sternensystem Aldebaran.&amp;lt;br&amp;gt;30.12.2010 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Teil 1 In einer Szene ähnlich der in dem Film &amp;quot;Avatar&amp;quot; richtet Jo Conrad eine Botschaft an die Hintergrundmächte der Welt.&amp;lt;br&amp;gt;Teil 2 Buchautor Sven Peters berichtet über die Vril- und [[Thule-Gesellschaft]], geheime Technologien im Dritten Reich und eventuell Weiterentwicklungen.&amp;lt;br&amp;gt;31.12.2010 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Sabine Wolf spricht mit Jo Conrad über die Zeitenwende und spirituelle Themen.&amp;lt;br&amp;gt;01.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe „[[Jessie Marsson]] erlebte eine Kindheit und Jugend voller Missbrauch und berichtet, daß grausame Rituale selbst in höchsten Kreisen praktiziert und von der Strafverfolgung ausgenommen werden.“&amp;lt;br&amp;gt;02.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe „Auf einer Fahrt durch Augsburg zeigt uns Jessie Marsson, der schon ein Interview über rituellen Missbrauch in bewusst.tv gegeben hat, den Kinderstrich, Zeichen und Symbole. Ebenso zeigt er Seiten im Internet, auf denen Kinder angeboten werden.“&amp;lt;br&amp;gt;03.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Wer sind die [[Illuminati]]? Jo Conrad erzählt über die Illuminati.&amp;lt;br&amp;gt;04.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Zerrissene Familie. Die Barbara Seebold-Story. Ein Beispiel der Unmenschlichkeit und Anmassung.&amp;lt;br&amp;gt;05.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Bedeutet HIV positiv etwas? Dr. Claus Köhnlein erklärt, warum er nicht an die verbreitete Ansicht, daß HIV AIDS erzeugt, glaubt.&amp;lt;br&amp;gt;06.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe  Teil 1 Das Thailandprojekt.Carola Sarrasin erklärt die Hintergründe der russischen Heilmethoden, mit denen Organe und Zähne nachwachsen können, über die sie Seminare in Thailand anbietet.&amp;lt;br&amp;gt;06.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Teil 2 Wundermittel [[MMS]] Im Interview mit Jo Conrad erzählt Jim Humble, wie er mit MMS Tausende Malariakranke heilte und behauptet, dass auch alle anderen Krankheiten damit geheilt werden können.&amp;lt;br&amp;gt;07.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe [[Strophanthin]], Rettung bei Herzinfarkt? Autor Rolf-Jürgen Petry erklärt, dass Herzinfarkte und Schlaganfälle andere Ursachen haben, als normal behauptet, und es ein natürliches Mittel gibt, das sowohl vorbeugend als auch akut retten kann.&amp;lt;br&amp;gt;08.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Schuld! Jo Conrad unterhält sich mit [[Alexander Wagandt]] über Gefühle der Schuld, durch die wir uns unterdrücken lassen.&amp;lt;br&amp;gt;09.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Kernenergie – Friedlich in die Katastrophe Der Autor vieler Bücher, Holger Strohm, stellt in diesem Gespräch die Gefahren der Atomkraft dar, spricht aber auch andere, besorgniserregende Entwicklungen in unserer westlichen &amp;quot;Zivilisation&amp;quot; an.&amp;lt;/ref&amp;gt; Conrad wurde dabei völlig unkritisch von Moderator Norbert Brakenwagen interviewt und konnte 2010 von Werbung umrahmt (für eine &amp;quot;Samadhi-Kur für 149 CHF&amp;quot;, einen Energielieferanten und Volksmusik) ansonsten ungestört bekannte Verschwörungstheorien und unbewiesene Hypothesen zu [[Illuminaten]] oder [[Jessie Marsson|angeblichem Kindesmissbrauch in Augsburg]] verbreiten. Nicht fehlen durfte auch Werbung des Laien für das Scharlatanerieprodukt und Bleichmittel [[MMS]], das angeblich Malaria heile. Nicht zur Sprache kam im Interview die Tatsache, dass mehrere Gesundheitsbehörden vor MMS warnen, darunter auch die Schweizer &amp;quot;Swissmedic&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;Warnung der Swissmedic vom 13.&amp;amp;nbsp;Oktober 2010 in einer Mitteilung &amp;quot;Warnung vor dem sog. Wundermittel &amp;quot;Miracle Mineral Supplements (MMS)&amp;quot;. Laut Swissmedic sei es in diversen Ländern vermehrt zu Nebenwirkungsmeldungen im Zusammenhang mit dem Konsum von &amp;quot;Miracle Mineral Supplements (MMS)&amp;quot; gekommen. Nach oraler Einnahme kam es laut Swissmedic zu &amp;#039;&amp;#039;gastrointestinalen Störungen unterschiedlichen Schweregrades bis hin zu Hospitalisationen wegen lebensbedrohlichen Zuständen&amp;#039;&amp;#039;.[http://www.swissmedic.ch/aktuell/00003/01409/index.html?lang=de Wortlaut].&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Swissmedic beruft sich dabei auch auf eine Warnung vor MMS durch das Schweizer &amp;quot;Bundesamt für Gesundheit&amp;quot; (BAG) vom 08.&amp;amp;nbsp;Oktober 2010. Demnach hätte das &amp;quot;Schweizerische Toxikologische Informationszentrum&amp;quot; (STIZ) diverse Meldungen über gesundheitliche Störungen nach der Einnahme von MMS erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bag.admin.ch/themen/lebensmittel/04861/11249/index.html?lang=de&amp;lt;/ref&amp;gt; Conrad stellte auch Vermutungen auf, nach denen man Krebs durch &amp;quot;Erkennen der Hintergründe&amp;quot; heilen könne, offenbar eine Anspielung auf die [[Pseudomedizin|pseudomedizinische]] [[Germanische Neue Medizin]] von [[Ryke Geerd Hamer]] sowie zu &amp;quot;nachwachsenden Organe&amp;quot;, eine Betrugsmasche des verurteilten russischen Betrügers [[Grigorij Grabowoj]]. Moderator Brakenwagen sprach von Conrad als von einem der &amp;#039;&amp;#039;nicht gemocht wird, weil er sich der unbequemen Fragen annimmt&amp;#039;&amp;#039;. Conrad-Bücher werden dabei auch werbewirksam vorgestellt sowie eine Spenden-Telefonnummer eingeblendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ein Interview mit Esoteriker [[Dieter Broers]] soll im März 2011 gesendet worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Schweiz5, 2.3.2011 20 Uhr. Live: Norbert Brakenwagen interviewt Dieter Broers und Jo Conrad.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Besitzverhältnisse==&lt;br /&gt;
Die U1 TV Station AG, welche Schweiz 5 betreibt, gehört zur &amp;#039;&amp;#039;Kanal 1 TV AG&amp;#039;&amp;#039;. Die im Besitz von Schweizer Aktionären befindliche Kanal 1 TV AG hielt früher auch Beteiligungen an den finanziell gescheiterten Fernsehsendern TV.München und TV.Berlin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den 1. Dezember 2008 wurde U1 TV in Schweiz 5 umbenannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.schweiz5.ch/ Website von Schweiz 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Internetprojekt]]&lt;br /&gt;
[[category:TV Sender]]&lt;br /&gt;
[[category:Esoterikmarkt]]&lt;br /&gt;
[[category:Firma]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
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		<title>Schweiz 5</title>
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		<updated>2011-03-08T08:55:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Themenspektrum */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Schweiz5.jpg|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Schweiz5_2.jpg|Kartenleger bei Schweiz 5|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:MikeShiva.jpg|Hellseher [[Mike Shiva]]|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schweiz 5&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Schweizer Privatfernsehkanal der &amp;quot;Schweiz 5 Fernseh-, Produktions- und Betriebs AG&amp;quot; aus Schlieren in der Agglomeration Zürich&amp;lt;ref&amp;gt; Schweiz 5 Fernseh-, Produktions- und Betriebs AG, Wagistrasse 6, CH-8952 Schlieren&amp;lt;/ref&amp;gt;, der im Schweizer digitalen Kabelfernsehen Cablecom und im Internet zu sehen ist. Die Leitung des 2004 gegründeten Senders hat ein Peter Heeb. Ursprünglich war der Sendername U1 TV. Der Marktanteil im Schweizer Kabelnetz wird auf 0,1 bis 0.2 Prozent geschätzt. Im Januar 2008 verschob der Schweizer Kabelnetzbetreiber Cablecom das Programm des Kleinsenders in den digitalen Bereich des Netzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Sender werden zudem eine Nähe zur nationalkonservativen Schweizer SVP nachgesagt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.20min.ch/news/schweiz/story/15906412&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/organisation/svp/s.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Themenspektrum==&lt;br /&gt;
Thematisch liegen die Schwerpunkte des durch Werbung und Dauerwerbesendungen finanzierten Senders in den Bereichen [[Esoterik]], [[Wahrsagerei]], [[Kartenlegen]], Botschaften von Freikirchen, Erotik sowie Angeboten des Wahrsagers [[Mike Shiva]]. Dieser sendet während der Hauptsendezeit zwischen 18 und 22 Uhr aus seiner eingebetteten Esoteriksendung &amp;quot;Mike Shiva – Die Zukunft&amp;quot;. Hinzu kommen die Call-in-Sendung &amp;quot;Casino Games&amp;quot; sowie Sportsendungen über Traktor-Rennen und Kickboxen. Zwischen 13 Uhr und 17 Uhr und Samstag bzw. Sonntag zwischen 14 Uhr und 17 Uhr wird das Call-in-Programm von 9Live übernommen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Vormittag zwischen 6 und 13 Uhr sendet Schweiz5 volkstümliche Musikvideos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schweiz 5, SVP, Verschwörungstheorien und Alternativmedizin==&lt;br /&gt;
[[image:Schweiz5_Jo_Conrad.jpg|[[Jo Conrad]] (links) und Moderator Norbert Brakenwagen|300px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
Der auch als &amp;#039;&amp;#039;rechtsbürgerlich&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete Sender steht politisch der nationalkonservativen Schweizer Partei SVP nahe und wird von Anhängern aus ihrer Sicht als eine Art Gegenpol zu einem &amp;#039;&amp;#039;Links-Grünen Staatsfernsehen&amp;#039;&amp;#039; gesehen, wobei die öffentlich-rechtliche SRG gemeint sein soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2011 übertrug der Sender die Albisgüetli-Tagung, den Parteitag der Schweizerische Volkspartei (SVP)&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.schweiz5.ch/v2/?p=1558&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein &amp;quot;Schweizerzeit-Magazin&amp;quot; des SVP-Nationalrats Ulrich Schlüer erscheint bei Schweiz5. Dieses Magazin führte zu einer Untersuchung des Bundesamts für Kommunikation BAKOM. Das Bundesamt wollte erfahren, ob die Sendung gegen das Verbot politischer Werbung in Radio und Fernsehen verstösst. Die Regel (in der Verordnung zum Radio- und Fernsehgesetz der Schweiz) will verhindern, dass sich finanzstarke Personen oder Organisationen durch den Kauf von Sendezeit einen politischen Vorteil verschaffen. Die Untersuchung blieb allerdings folgenlos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die rechtslastige Ausrichtung spiegelt auch der Auftritt des deutschen [[Braune Esoterik|Braunesoterikers]] und [[Verschwörungstheorie|Verschwörungstheoretikers]] [[Jo Conrad]] wieder, der Ende 2010 bei Schweiz 5 auftrat&amp;lt;ref&amp;gt;Schweiz5: 27.12.2010 Gast: Jo Conrad Journalist und Autor&amp;lt;/ref&amp;gt;. Videos, die ansonsten auf seinem [[Bewusst.TV]]-Portal zu sehen sind, sollen auch bei Schweiz5 erscheinen.&amp;lt;ref&amp;gt;28.12.2010 TimeToDo – Start, Jo Conrad – Reihe: [[Reiner Feistle]] erzählt von seinen nächtlichen Begegnungen mit [[Außerirdische]]n und einer besonderen Verbindung zum Sternensystem Aldebaran.&amp;lt;br&amp;gt;30.12.2010 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Teil 1 In einer Szene ähnlich der in dem Film &amp;quot;Avatar&amp;quot; richtet Jo Conrad eine Botschaft an die Hintergrundmächte der Welt.&amp;lt;br&amp;gt;Teil 2 Buchautor Sven Peters berichtet über die Vril- und [[Thule-Gesellschaft]], geheime Technologien im Dritten Reich und eventuell Weiterentwicklungen.&amp;lt;br&amp;gt;31.12.2010 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Sabine Wolf spricht mit Jo Conrad über die Zeitenwende und spirituelle Themen.&amp;lt;br&amp;gt;01.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe „[[Jessie Marsson]] erlebte eine Kindheit und Jugend voller Missbrauch und berichtet, daß grausame Rituale selbst in höchsten Kreisen praktiziert und von der Strafverfolgung ausgenommen werden.“&amp;lt;br&amp;gt;02.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe „Auf einer Fahrt durch Augsburg zeigt uns Jessie Marsson, der schon ein Interview über rituellen Missbrauch in bewusst.tv gegeben hat, den Kinderstrich, Zeichen und Symbole. Ebenso zeigt er Seiten im Internet, auf denen Kinder angeboten werden.“&amp;lt;br&amp;gt;03.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Wer sind die [[Illuminati]]? Jo Conrad erzählt über die Illuminati.&amp;lt;br&amp;gt;04.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Zerrissene Familie. Die Barbara Seebold-Story. Ein Beispiel der Unmenschlichkeit und Anmassung.&amp;lt;br&amp;gt;05.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Bedeutet HIV positiv etwas? Dr. Claus Köhnlein erklärt, warum er nicht an die verbreitete Ansicht, daß HIV AIDS erzeugt, glaubt.&amp;lt;br&amp;gt;06.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe  Teil 1 Das Thailandprojekt.Carola Sarrasin erklärt die Hintergründe der russischen Heilmethoden, mit denen Organe und Zähne nachwachsen können, über die sie Seminare in Thailand anbietet.&amp;lt;br&amp;gt;06.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Teil 2 Wundermittel [[MMS]] Im Interview mit Jo Conrad erzählt Jim Humble, wie er mit MMS Tausende Malariakranke heilte und behauptet, dass auch alle anderen Krankheiten damit geheilt werden können.&amp;lt;br&amp;gt;07.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe [[Strophanthin]], Rettung bei Herzinfarkt? Autor Rolf-Jürgen Petry erklärt, dass Herzinfarkte und Schlaganfälle andere Ursachen haben, als normal behauptet, und es ein natürliches Mittel gibt, das sowohl vorbeugend als auch akut retten kann.&amp;lt;br&amp;gt;08.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Schuld! Jo Conrad unterhält sich mit [[Alexander Wagandt]] über Gefühle der Schuld, durch die wir uns unterdrücken lassen.&amp;lt;br&amp;gt;09.01.2011 TimeToDo – Jo Conrad – Reihe Kernenergie – Friedlich in die Katastrophe Der Autor vieler Bücher, Holger Strohm, stellt in diesem Gespräch die Gefahren der Atomkraft dar, spricht aber auch andere, besorgniserregende Entwicklungen in unserer westlichen &amp;quot;Zivilisation&amp;quot; an.&amp;lt;/ref&amp;gt; Conrad wurde dabei völlig unkritisch von Moderator Norbert Brakenwagen interviewt und konnte 2010 von Werbung umrahmt (für eine &amp;quot;Samadhi-Kur für 149 CHF&amp;quot;, einen Energielieferanten und Volksmusik) ansonsten ungestört bekannte Verschwörungstheorien und unbewiesene Hypothesen zu [[Illuminaten]] oder [[Jessie Marsson|angeblichem Kindesmissbrauch in Augsburg]] verbreiten. Nicht fehlen durfte auch Werbung des Laien für das Scharlatanerieprodukt und Bleichmittel [[MMS]], das angeblich Malaria heile. Nicht zur Sprache kam im Interview die Tatsache, dass mehrere Gesundheitsbehörden vor MMS warnen, darunter auch die Schweizer &amp;quot;Swissmedic&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;Warnung der Swissmedic vom 13.&amp;amp;nbsp;Oktober 2010 in einer Mitteilung &amp;quot;Warnung vor dem sog. Wundermittel &amp;quot;Miracle Mineral Supplements (MMS)&amp;quot;. Laut Swissmedic sei es in diversen Ländern vermehrt zu Nebenwirkungsmeldungen im Zusammenhang mit dem Konsum von &amp;quot;Miracle Mineral Supplements (MMS)&amp;quot; gekommen. Nach oraler Einnahme kam es laut Swissmedic zu &amp;#039;&amp;#039;gastrointestinalen Störungen unterschiedlichen Schweregrades bis hin zu Hospitalisationen wegen lebensbedrohlichen Zuständen&amp;#039;&amp;#039;.[http://www.swissmedic.ch/aktuell/00003/01409/index.html?lang=de Wortlaut].&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Swissmedic beruft sich dabei auch auf eine Warnung vor MMS durch das Schweizer &amp;quot;Bundesamt für Gesundheit&amp;quot; (BAG) vom 08.&amp;amp;nbsp;Oktober 2010. Demnach hätte das &amp;quot;Schweizerische Toxikologische Informationszentrum&amp;quot; (STIZ) diverse Meldungen über gesundheitliche Störungen nach der Einnahme von MMS erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bag.admin.ch/themen/lebensmittel/04861/11249/index.html?lang=de&amp;lt;/ref&amp;gt; Conrad stellte auch Vermutungen auf, nach denen man Krebs durch &amp;quot;Erkennen der Hintergründe&amp;quot; heilen könne, offenbar eine Anspielung auf die [[Pseudomedizin|pseudomedizinische]] [[Germanische Neue Medizin]] von [[Ryke Geerd Hamer]] sowie zu &amp;quot;nachwachsenden Organe&amp;quot;, eine Betrugsmasche des verurteilten russischen Betrügers [[Grigorij Grabowoj]]. Moderator Brakenwagen sprach von Conrad als von einem der &amp;#039;&amp;#039;nicht gemocht wird, weil er sich der unbequemen Fragen annimmt&amp;#039;&amp;#039;. Conrad-Bücher werden dabei auch werbewirksam vorgestellt sowie eine Spenden-Telefonnummer eingeblendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch ein Interview mit Esoteriker [[Dieter Broers]] soll im März 2011 gesendet worden sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Schweiz5, 2.3.2011 20 Uhr. Live: Norbert Brakenwagen interviewt Dieter Broers und Jo Conrad.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Besitzverhältnisse==&lt;br /&gt;
Die U1 TV Station AG, welche Schweiz 5 betreibt, gehört zur &amp;#039;&amp;#039;Kanal 1 TV AG&amp;#039;&amp;#039;. Die im Besitz von Schweizer Aktionären befindliche Kanal 1 TV AG hielt früher auch Beteiligungen an den finanziell gescheiterten Fernsehsendern TV.München und TV.Berlin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den 1. Dezember 2008 wurde U1 TV in Schweiz 5 umbenannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.schweiz5.ch/ Website von Schweiz 5]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Internetprojekt]]&lt;br /&gt;
[[category:TV Sender]]&lt;br /&gt;
[[category:Esoterikmarkt]]&lt;br /&gt;
[[category:Firma]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
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		<title>Grüntee-Extrakt</title>
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		<updated>2011-03-06T20:00:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Grüntee-Extrakt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein aus den Blättern des Teestrauches (&amp;#039;&amp;#039;Camellia sinensis&amp;#039;&amp;#039;) gewonnenes Nahrungsergänzungsmittel, dem man verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen nachsagt. So soll Grüner Tee vorbeugend und therapeutisch gegen Krebs, Multiple Sklerose, Alzheimer und andere neurodegenerative Krankheiten wirken. Grüner Tee wird auch als Präparat zur Gewichtsreduktion und als [[Anti Aging]]-Mittel angeboten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grüner Tee stammt von derselben Pflanze wie Schwarzer oder [[Pu-Erh-Tee|Roter Tee]]. Im Gegensatz zu diesen werden die Blätter Grünen Tees nicht fermentiert. Grüntee-Extrakt wird hergestellt, indem die Blätter des Teestrauches erhitzt werden und darauf folgend ein wässrig-alkoholischer Auszug daraus erzeugt wird. Dieser wird konzentriert und getrocknet. Grüntee-Extrakt wird entweder als Pulver in Kapseln oder in flüssiger Form vermarktet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltsstoffe==&lt;br /&gt;
Grüner Tee enthält Polyphenole, insbesondere Epigallocatechingallat (EGCG), Quercetin und Chlorogensäure sowie Koffein. Die meisten gesundheitsfördernden Wirkungen des Grünen Tees werden den Catechinen zugeschrieben, die (neben dem Alkaloid Koffein) dem Tee seinen bitteren Geschmack verleihen. Grüner Tee enthält mehr Gerbstoffe (Tannine) als schwarzer Tee. Deshalb schmeckt er herber als dieser.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
In der in Japan durchgeführten und über 11 Jahre laufenden sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Ohsaki-Studie&amp;#039;&amp;#039; mit 40.530 Erwachsenen im Alter von 40 bis 79 Jahren wurde festgestellt, dass Grüner Tee positive Eigenschaften auf das Herz-Kreislauf-System hat. Demnach sank die Sterberate bei männlichen Testteilnehmern, die mindestens fünf Tassen täglich tranken, um 12 Prozent, bei Frauen um 23 Prozent. Besonders Todesfälle wegen Herz-Kreislauferkrankungen waren seltener, auch hier bei Frauen deutlicher (31 / 22 Prozent). Eine Reduzierung der Sterblichkeit durch Krebserkrankungen wurde in dieser Studie nicht festgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://jama.ama-assn.org/cgi/content/abstract/296/10/1255 Shinichi K et-al., &amp;#039;&amp;#039;Green tea consumption and mortality due to cardiovascular disease, cancer and all causes in Japan&amp;#039;&amp;#039;, in &amp;#039;&amp;#039;JAMA&amp;#039;&amp;#039;, 296/2006, S.&amp;amp;nbsp;1255–65.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Studien zeigten in Tierversuchen eine krebshemmende Wirkung auf experimentell ausgelöste Tumoren der Haut, der Lunge, der Brust, des Dünndarms, der Speiseröhre, der Bauchspeicheldrüse, des Darms und der Leber. Allerdings sind die Befunde im Menschen nicht so eindeutig und werden kontrovers diskutiert. &amp;lt;ref&amp;gt;Tachibana et al. &amp;#039;&amp;#039;Nat. Struct. Mol. Biol.&amp;#039;&amp;#039; 2004&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.teeverband.de/texte/download/wit1-98_2.pdf Krebsvorbeugende und krebshemmende Wirkung von Tee Dr. Barbara Bertram, Abteilung Molekulare Toxikologie, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hirofumi Tachibana et. al. von der Kyushu-Universität in Fukuoka zeigten an Lungenkrebszellen in Vitro, dass ein wachstumshemmender Effekt von EGCG bei bestimmten Krebszellen schon in Konzentrationen auftrat, die beim Teetrinken leicht erreicht werden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/238969.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Ob sich diese Befunde auch am Menschen zeigen, ist unklar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob Grüner Tee auch Chorea Huntington, Multiple Sklerose und Alzheimer vorbeugen oder günstig beeinflussen kann, ist am Menschen noch nicht erwiesen. Es gibt dazu lediglich in-Vitro- oder Tierversuche.&amp;lt;ref&amp;gt;http://hmg.oxfordjournals.org/content/15/18/2743.full&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/1053.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine gewichtsreduzierende Wirkung von Grünem Tee gibt es keine wissenschaftlichen Belege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefahren==&lt;br /&gt;
Manche Menschen entwickeln durch die Langzeiteinnahme von Grünteeextrakt schwerwiegende Leberprobleme, die bis hin zum Leberversagen führen können. Allerdings sind die Risiken von Grüntee-Extrakt bislang noch nicht genau untersucht&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/muenster/nachrichten/1503502_Gefaehrliche_Kapseln_63_Jaehrige_starb_fast_an_Leberversagen.html&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Sichtung verschiedener Studien durch Chung Yang et. al. „Chemical Research in Toxicology“ zeigte, dass beim Genuss von mehr als zehn Tassen grünen Tees am Tag Leber- und Nierenschäden auftreten können, da zu hohe Dosen an Polyphenolen toxisch wirken. &amp;lt;ref&amp;gt;[http://pubs.acs.org/cgi-bin/sample.cgi/crtoec/2007/20/i04/html/tx7000515.html Lambert JD et.al., &amp;#039;&amp;#039;Possible Controversy over Dietary Polyphenols: Benefits vs Risks&amp;#039;&amp;#039;, in &amp;#039;&amp;#039;Chemical Research in Toxicology&amp;#039;&amp;#039;, 20/2007, S.&amp;amp;nbsp;583–5.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine toxische Dosis könnte bereits mit der Einnahme der Kapseln erreicht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung Warentest veröffentlichte 2006 Untersuchungesergebnisse, wonach besonders aus Japan stammende Tees teils erhebliche Pestizidbelastungen aufwiesen&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.test.de/themen/essen-trinken/test/Gruener-Tee-Pestizide-in-japanischem-Tee-1390145-1387323/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=5543&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellenverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category: Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;br /&gt;
[[category: Phytotherapie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Globuli&amp;diff=70957</id>
		<title>Globuli</title>
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		<updated>2011-03-06T19:52:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Lichtglobuli.jpg|&amp;quot;Lichtglobuli&amp;quot; bzw. &amp;quot;Sonnenglobuli&amp;quot; nach [[Jakob Lorber]]|300px|thumb]] &lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Globuli&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Mehrzahl von &amp;quot;Globulus&amp;quot;, lat. &amp;quot;Kügelchen&amp;quot;) sind Präparate in Kugelform, die in der [[Homöopathie]], [[Anthroposophische Medizin|anthroposophischen Medizin]], [[Bachblüten]]therapie und anderen [[alternativmedizin]]ischen Richtungen zur Darreichung von entsprechenden Heilmitteln verwendet werden. Die üblicherweise aus Milch- oder Rohrzucker bestehenden, weißlich aussehenden Kügelchen haben einen Durchmesser von ca. 0,5 bis 1,5 mm und sollen zunächst selbst wirkungslos sein. Erst in Verbindung mit einer &amp;quot;eigentlich wirkenden&amp;quot; Substanz (bzw. je nach [[Potenzierung|Verdünnung]] Lösungsmittel) entstehe das spätere Heilmittel. Dazu werden die Globuli mit der flüssigen, homöopathisch aufbereiteten Substanz besprüht oder beträufelt. Die eigentliche Wirkung soll dann die jeweilige Substanz entfalten, die dazu ihren &amp;quot;Informationsgehalt&amp;quot; auf den Milch- oder Rohrzucker übertragen soll. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Jakob Lorber]] erfand eine Besonnungstechnik für Globuli (&amp;quot;Lichtglobuli&amp;quot;), die alleine durch &amp;quot;Besonnung&amp;quot; durch die Sonne wirksam werden sollen.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Homöopathie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Strophanthin&amp;diff=70931</id>
		<title>Strophanthin</title>
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		<updated>2011-03-05T21:42:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:g-strophanthin.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:k-strophanthin.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Strophanthin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch Strophantin, en: Ouabain, verschiedene Derivate) ist ein herzwirksamer Wirkstoff pflanzlicher Herkunft, der in der Vergangenheit analog zu ähnlichen pflanzlichen Wirkstoffen wie Digitalis in der Behandlung von Herzerkrankungen eingesetzt, inzwischen obsolet wurde, aber weiterhin von einzelnen Befürwortern (meist Heilpraktikern) im [[alternativmedizin]]ischen Bereich vehement und aggressiv beworben wird. Auch gibt es einige ältere Ärzte, die an ihrer Verschreibungspraxis festhalten und sich weniger an neueren Behandlungsleitlinien orientieren wollen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.akdae.de/25/Archiv/200204.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Substanz kann auch in kleiner Menge tödliche Wirkungen haben. Sie wird in Afrika seit langem als Pfeilgift verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.neuwinger-online.de/ethnobot.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Die aktuelle Nichtverwendung dieses Wirkstoffs in der wissenschaftlichen Medizin wird von den Strophanthinaktivisten häufig mit [[Verschwörungstheorie]]n in Zusammenhang gebracht. Entsprechende Argumentationsversuche sind häufig durch [[pseudowissenschaft]]liche Äußerungen und Anekdotenberichte gekennzeichnet. Valide Gegenargumente und Veröffentlichungen werden dabei nicht zur Kenntnis genommen. Strophanthin wird heute von den wenigen Befürwortern als ein Wundermittel bei Herzerkrankungen und als &amp;#039;&amp;#039;Milch des alternden Herzens&amp;#039;&amp;#039; dargestellt, das natürlich keinerlei Nebenwirkungen aufweise, obwohl es eine nur geringe therapeutische Breite und schlechte Dosierbarkeit aufweist. Die Nebenwirkungen können Verwirrtheit mit gestörter Farbempfindung, Schwindel, Arrhythmie und schließlich Herzversagen umfassen. &lt;br /&gt;
Dass das Mittel von einem schwedischen Pharmamulti mit Milliardenumsatz hergestellt wird, verschweigt man meist, um die abwegige Pseudoargumentation nicht in Frage stellen zu müssen, nach der dieses Mittel &amp;#039;&amp;#039;von der Schulmedizin unterdrückt&amp;#039;&amp;#039; werde. Entsprechende Horrormärchen werden von [[Secret-TV]] von [[Jo Conrad]] sowie bei [[Lnc-2010]] verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chemie des Strophanthin==&lt;br /&gt;
[[image:strophantusgratus.jpg|Strophantus gratus|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Strophanthin oder Ouabain ist ein Cardenolid-Glykosid mit herzwirksamen Wirkungen (Herzglykosid). Das Aglykon ist g-Strophanthidin (Ouabagenin). Strophanthin hemmt die körpereigene Na+/K+-ATPase, also die aktive (energieabhängige) Natrium-Kaliumpumpe der Zellen. In Folge kann die ATPase keinen Natrium-Konzentrationsgradienten aufbauen, der zur Funktion eines passiven Natrium-Calcium-Austauschers notwendig ist. Die Calciumionen reichern sich intrazellulär an und sorgen für eine leichtere Erregbarkeit und höhere Kontraktionskraft des Herzmuskels. Wegen der allgemeinen Hemmung der Na+/K-ATPase haben herzwirksame Glykoside auch eine leicht diuretische Wirkung, die bei therapeutischer Dosierung jedoch meist unerheblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt verschiedene Derivate des Strophanthins, die nach Herkunft entsprechend gekennzeichnet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* e-Strophanthin aus Strophanthus eminii&lt;br /&gt;
* g-Strophanthin aus S.&amp;amp;nbsp;gratus und Acokanthera oblongifolia&lt;br /&gt;
* h-Strophanthin aus S.&amp;amp;nbsp;hispidus&lt;br /&gt;
* k-Strophanthin aus S.&amp;amp;nbsp;kombé&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am häufigsten wurde das g-Strophanthin eingesetzt, gefolgt vom k-Strophanthin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strophanthine sind weltweit in den Samen verschiedener Pflanzen zu finden. Dazu gehören vor allem afrikanische Pflanzen der Gattung Strophanthus aus der Familie der Hundsgiftgewächse. Aber auch in der Pflanze Acokanthera (Acokanthera oblongifolia, A.&amp;amp;nbsp;ouabaio und A.&amp;amp;nbsp;schimperi), die man bisweilen auch bei uns als Topfpflanze antrifft, ist das Strophanthin zu finden. Ouabain, die angelsächsische Bezeichnung für g-Strophanthin, hat seinen Namen vom afrikanischen Ouabaio-Baum (Acokanthera ouabaio), dessen Samen das g-Strophanthin enthält. Ouabaio ist die englische Schreibung des ostafrikanischen Wortes Wabayo. Das auch bei uns heimische Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) enthält Strophanthidin, das Aglykon des k-Strophanthins, welches ebenfalls sehr giftig ist und bei Pferden tödlich sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichtliches==&lt;br /&gt;
[[image:kirk.jpg|John Kirk|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:fraser.jpg|Thomas Richard Fraser|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Kombetinwerbung.jpg|Werbung für Kombetin|thumb]]&lt;br /&gt;
Es ist seit langem bekannt, dass einige afrikanische Völker aus den Samen der Strophanthus-Arten Pfeilgift herstellen. Strophanthin ist auch als Substanz bei Mordanschlägen bekannt. 1859 wurde die Herzwirkung des Strophanthus-Samens entdeckt, als während der Livingstone-Expedition in Afrika die Zahnbürste des Biologen John Kirk von diesem unbemerkt in Kontakt mit dem Strophanthus-Pfeilgift kam, und dieser unmittelbar darauf eine Wirkung auf das Herz bemerkte. 1862 gelang es dem schottischen Pharmakologen und Kliniker Thomas&amp;amp;nbsp;R. Fraser, aus dem Samen des Strophanthus kombé k-Strophanthin zu isolieren. 1885 wurde der Gesamtextrakt von S.&amp;amp;nbsp;kombé als Tinctura strophanthia in die Herztherapie eingeführt und 1893 ins deutsche Arzneibuch aufgenommen. 1888 isolierte der französische Chemiker Arnaud das g-Strophanthin aus Strophanthus gratus und Acokanthera ouabaio, welches ab 1904 als Reinsubstanz zur oralen Einnahme zur Verfügung stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Pharmaunternehmen Boehringer Mannheim entwickelte eine intravenöse Darreichungsform als Kombetin&amp;amp;reg;. Strophanthin kam 1904 als herzwirksames Mittel auf den Markt. Intravenös zugeführtes Strophanthin wurde bis 1992 bei akuter Herzinsuffizienz als schnell wirksames Glykosid im klinischen Bereich in einigen Krankenhäusern eingesetzt, bis aufgrund neuerer Erkenntnisse das Strophanthin zugunsten geeigneterer Mittel obsolet wurde. Das i.v. Strophanthin war wegen der geringen Halbwertzeit besser steuerbar als vergleichbare Herzglykoside. Ab 1950 wurde intravenöses Strophanthin in der Therapie der chronischen Herzinsuffizienz aufgrund des Aufkommen der oral verfügbaren Digitalis-Präparate immer weniger verwendet. Neuere große Studien zum Herzinfarkt und zur Herzinsuffizienz zeigten jedoch, dass kein Effekt auf die Mortalität oder Lebenserwartung durch Herzglykoside nachweisbar war. Es blieb bei einer symptomatischen Wirkung.&lt;br /&gt;
Daneben war Strophanthin bei niedergelassenen Ärzten auch als oral gegebenes Mittel in Gebrauch, und zwar insbesondere in Frankreich, Deutschland sowie einigen osteuropäischen Staaten, während es außerhalb dieser Länder kaum Beachtung fand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1990er Jahren wurden Stereoisomere des g-Strophanthins (Endogenes Ouabain) als körpereigene Hormone bekannt,&amp;lt;ref&amp;gt;Hamlyn JM et al.: Identification and characterization of an ouabain-like compound from human plasma. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 88 (14): 6259-63, 1991. PMID 1648735&amp;lt;/ref&amp;gt; die offenbar eine Rolle bei der Entstehung des Bluthochdrucks spielen&amp;lt;ref&amp;gt;http://medschool.umaryland.edu/blaustein_ppg/default.asp&amp;lt;/ref&amp;gt; und Ausgangspunkt zur Entwicklung zukünftiger Mittel gegen Bluthochdruck (z.B. Rostafuroxin) sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aktuelle Situation==&lt;br /&gt;
Heute plädieren die internationalen Leitlinien generell erst an zweiter Stelle für Herzglykoside (zu denen das Strophanthin gehört), dann aber für Digitoxin, Digoxin oder deren Abkömmlinge.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll-na/019-010.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strodival/Stodival&amp;amp;nbsp;MR und homöopathische Strophanthin-Mittel==&lt;br /&gt;
[[image:strodivalmr.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Aktuell ist Strodival (als orales Kardiakum) des schwedischen Pharmamultis Meda erhältlich. Des Weiteren gibt es diverse homöopathische Zubereitungen mit Strophanthin. Der i.v. Darreichungsform wurde die Zulassung inzwischen versagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Meda&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Otto-von-Guericke-Ring 9&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
65205 Wiesbaden&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
14.02.2006&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Strodival&amp;amp;nbsp;i.v., 10&amp;amp;nbsp;Ampullen, Charge: 4241: Rückruf&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Firma Meda GmbH, 65205&amp;amp;nbsp;Wiesbaden, bittet um folgende Veröffentlichung:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Da für Strodival&amp;amp;nbsp;i.v., 10&amp;amp;nbsp;Ampullen (PZN&amp;amp;nbsp;1223908), die Zulassung erloschen ist, bitten wir um Rücksendung eventuell noch vorhandener Packungen über den pharmazeutischen Großhandel. Der Rückruf betrifft nur die i.v.-Formulierung, Strodival Kapseln sind nicht betroffen, sondern weiterhin verkehrsfähig.&amp;quot; Das APG-Formular wird am Ende der Pharmazeutischen Zeitung Ausgabe 07/2006 veröffentlicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Problematisch ist die geringe und vorab schlecht kalkulierbare orale Resorption im Bereich von nur etwa 10% auf welche die internationale Fachliteratur hinweist. Wenn man sich die für Ärzte erhältliche Fachinformation für Strodival des Herstellers ansieht, dann müsste der Wert sogar noch schlechter sein. Dort steht nämlich, dass zum Erreichen der gleichen Serumkonzentration verglichen mit Gabe von 0,25&amp;amp;nbsp;mg&amp;amp;nbsp;i.v. eine Dosis zwischen 8-10&amp;amp;nbsp;mg oral notwendig wäre. Die geringe Bioverfügbarkeit ist einer der Gründe, warum die oralen Strophanthine heute keine Bedeutung mehr haben. In der Fachinformation zu Strodival sind auch Angaben zur Kinetik zu finden die zeigen, dass die Resorption bei ausreichender Dosierung ausreicht, um eine Wirkung zu erzielen, die Verfügbarkeit jedoch stark individuell schwankt und laufend angepasst werden muss. Dies ist bei allen Herzglykosiden der Fall, wirkt sich aber z.B. bei Digitalispräparaten durch deren längere Halbwertszeit und bessere Bioverfügbarkeit weniger stark aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die magensaftresistente Variante, das Strodival&amp;amp;nbsp;MR, enthält Dibutylphtalat (DBP). Dieser pharmazeutische Hilfsstoff wurde im März 2006 in der Zeitung &amp;quot;Ökotest&amp;quot; thematisiert. Die Substanz&amp;amp;nbsp;DBP wurde von der Europäischen Union und der Weltgesundheitsorganisation als fruchtbarkeitsschädigend und entwicklungsschädigend eingestuft. Der Stoff stellt also ein Risiko für ungeborenes Leben dar. Es wird vermutet, dass DBP im Zusammenhang mit Fehlbildungen der Geschlechtsorgane von männlichen Neugeborenen stehen. Dies stieß in den entsprechenden medizinkritischen Heilpraktikerkreisen, die Strophanthin anpreisen erstaunlicher Weise auf keinerlei Interesse. &lt;br /&gt;
Allerdings: Die Zielgruppe der herzwirksamen Glykoside befindet sich weitgehend jenseits des reproduktionsfähgen Altersbereiches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verschwörungstheorien um Strophanthin==&lt;br /&gt;
Die aktuelle geringe Bedeutung von Strophanthin-haltigen Mitteln wird von den Befürwortern mit typischen Verschwörungstheorien um eine angebliche &amp;#039;&amp;#039;Unterdrückung&amp;#039;&amp;#039; durch die &amp;#039;&amp;#039;Schulmedizin&amp;#039;&amp;#039; erklärt, ohne dabei die geringen therapeutischen Vorteile zur Kenntnis zu nehmen. Angeblich soll der schwedische Konzern Meda Pharma auch finanziell nicht in der Lage sein, kontrollierte Studien in Auftrag zu geben, die eine Überlegenheit zu anderen Therapien aufzeigen könnten. Auch den vorherigen Patent-Besitzern Brahms und Herbert wurde dies bereits attestiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Strophanthin-Szene==&lt;br /&gt;
In Deutschland engagieren sich rund ein Dutzend Personen für dieses Mittel. Dazu gehören [[Heinz Gerhard Vogelsang]], die Heilpraktiker Rolf-Jürgen Petry (der bei [[Secret-TV]] auftrat) und [[Wolf-Alexander Melhorn]], sowie einige [[Nahrungsergänzungsmittel]]anbieter und Laien-Pharmakritiker wie [[Helmut Gobsch]]. HP&amp;amp;nbsp;Melhorn, der auch Autor eines Strophanthin-Lobeswerkes ist, bemühte sich vergebens bei Veronica Carstens um eine Wiedererteilung der Zulassung des i.v.-Strophanthins und setzte eine Bundestags-Petition in Gang,&amp;lt;ref&amp;gt;Pet 2 - 16-15-2120-035710&amp;lt;/ref&amp;gt; die sich gegen eine &amp;#039;&amp;#039;wettbewerbswidrige Begünstigung der Pharmakonzerne&amp;#039;&amp;#039; richtet, obwohl das zur Zeit einzige relevante Strophanthin-Mittel selbst ein Produkt eines schwedischen Pharmakonzerns ist. Strophanthin-Aktivist Melhorn (überzeugter [[Impfgegner]] und Empfehler von [[Homöopathie|homöopathischen]] [[Nosode]]n bei Borrelieninfektionen&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/showtopic.php?threadid=2135&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat Melhorn: Nach einem Insektenstich, der borrelienverdächtig ist und immer nach einem Zeckenbiss, nehmen Sie 5&amp;amp;nbsp;Tage lang täglich 3x1&amp;amp;nbsp;Streukügelchen. Das wird in der Regel ausreichen. Auch wer unter Spätfolgen leidet, sollte es zunächst so versuchen!&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.melhorn.de/BorrelioseII/index.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;) beschwor sogar eine auf ihn gerichtete Verschwörung herauf: Unbekannte Hacker würden verhindern, dass er seine zahlreichen Werke zu Strophanthin im Internet verbreiten könne, und bei Wikipedia würden &amp;#039;&amp;#039;anonyme Schreiber&amp;#039;&amp;#039; solange den Artikel zu Strophanthin bearbeitet haben, dass dort schließlich das afrikanische Pfeilgift als giftig dargestellt werde. (Offenbar hatte er sich im Gegensatz zur Fachliteratur gewünscht, dass das Strophanthin fälschlich als Hormon dargestellt wird, anstatt auf das tatsächliche Hormon endogenes Ouabain zu verweisen). Weitere Befürworter sind ein Friedrich Lautemann sowie [[Hans Kaegelmann]]. In der Vergangenheit war es jedoch der inzwischen verstorbene Internist Berthold Kern, der sich mit schwer verständlichen Werken im Eigenverlag und einem eigentümlichen Jargon am intensivsten für Strophanthin einsetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.akdae.de/25/Archiv/200204.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Heilmittel in der Pseudomedizin]]&lt;br /&gt;
[[category:Phytotherapie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Strophanthin&amp;diff=70930</id>
		<title>Strophanthin</title>
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		<updated>2011-03-05T21:30:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Chemie des Strophanthin */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:g-strophanthin.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:k-strophanthin.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Strophanthin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch Strophantin, en: Ouabain, verschiedene Derivate) ist ein herzwirksamer Wirkstoff pflanzlicher Herkunft, der in der Vergangenheit analog zu ähnlichen pflanzlichen Wirkstoffen wie Digitalis in der Behandlung von Herzerkrankungen eingesetzt, inzwischen obsolet wurde, aber weiterhin von einzelnen Befürwortern (meist Heilpraktiker) im [[alternativmedizin]]ischen Bereich vehement und aggressiv beworben wird. Auch gibt es einige ältere Ärzte, die an ihrer Verschreibungspraxis festhalten und sich weniger an neueren Behandlungsleitlinien orientieren wollen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.akdae.de/25/Archiv/200204.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Substanz kann auch in kleiner Menge tödliche Wirkungen haben. Sie wird in Afrika seit langem als Pfeilgift verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.neuwinger-online.de/ethnobot.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Die aktuelle Nichtverwendung dieses Wirkstoffs in der wissenschaftlichen Medizin wird von den Strophanthinaktivisten häufig mit [[Verschwörungstheorie]]n in Zusammenhang gebracht. Entsprechende Argumentationsversuche sind häufig durch [[pseudowissenschaft]]liche Äußerungen und Anekdotenberichte gekennzeichnet. Valide Gegenargumente und Veröffentlichungen werden dabei nicht zur Kenntnis genommen. Strophanthin wird heute von den wenigen Befürwortern als ein Wundermittel bei Herzerkrankungen und als &amp;#039;&amp;#039;Milch des alternden Herzens&amp;#039;&amp;#039; dargestellt, das natürlich keinerlei Nebenwirkungen aufweise, obwohl es in Afrika seit langem als tödliches Pfeilgift verwendet wird. Dass das Mittel von einem schwedischen Pharmamulti mit Milliardenumsatz hergestellt wird, verschweigt man meist, um die abwegige Pseudoargumentation nicht in Frage stellen zu müssen, nach der dieses Mittel &amp;#039;&amp;#039;von der Schulmedizin unterdrückt&amp;#039;&amp;#039; werde. Entsprechende Horrormärchen werden von [[Secret-TV]] von [[Jo Conrad]] sowie bei [[Lnc-2010]] verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chemie des Strophanthin==&lt;br /&gt;
[[image:strophantusgratus.jpg|Strophantus gratus|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Strophanthin oder Ouabain ist ein Cardenolid-Glykosid mit herzwirksamen Wirkungen (Herzglykosid). Das Aglykon ist g-Strophanthidin (Ouabagenin). Strophanthin hemmt die körpereigene Na+/K+-ATPase, also die aktive (energieabhängige) Natrium-Kaliumpumpe der Zellen. In Folge kann die ATPase keinen Natrium-Konzentrationsgradienten aufbauen, der zur Funktion eines passiven Natrium-Calcium-Austauschers notwendig ist. Die Calciumionen reichern sich intrazellulär an und sorgen für eine leichtere Erregbarkeit und höhere Kontraktionskraft des Herzmuskels. Wegen der allgemeinen Hemmung der Na+/K-ATPase haben herzwirksame Glykoside auch eine leicht diuretische Wirkung, die bei therapeutischer Dosierung jedoch meist unerheblich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt verschiedene Derivate des Strophanthins, die nach Herkunft entsprechend gekennzeichnet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* e-Strophanthin aus Strophanthus eminii&lt;br /&gt;
* g-Strophanthin aus S.&amp;amp;nbsp;gratus und Acokanthera oblongifolia&lt;br /&gt;
* h-Strophanthin aus S.&amp;amp;nbsp;hispidus&lt;br /&gt;
* k-Strophanthin aus S.&amp;amp;nbsp;kombé&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am häufigsten wurde das g-Strophanthin eingesetzt, gefolgt vom k-Strophanthin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strophanthine sind weltweit in den Samen verschiedener Pflanzen zu finden. Dazu gehören vor allem afrikanische Pflanzen der Gattung Strophanthus aus der Familie der Hundsgiftgewächse. Aber auch in der Pflanze Acokanthera (Acokanthera oblongifolia, A.&amp;amp;nbsp;ouabaio und A.&amp;amp;nbsp;schimperi), die man bisweilen auch bei uns als Topfpflanze antrifft, ist das Strophanthin zu finden. Ouabain, die angelsächsische Bezeichnung für g-Strophanthin, hat seinen Namen vom afrikanischen Ouabaio-Baum (Acokanthera ouabaio), dessen Samen das g-Strophanthin enthält. Ouabaio ist die englische Schreibung des ostafrikanischen Wortes Wabayo. Das auch bei uns heimische Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) enthält Strophanthidin, das Aglykon des k-Strophanthins, welches ebenfalls sehr giftig ist und bei Pferden tödlich sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichtliches==&lt;br /&gt;
[[image:kirk.jpg|John Kirk|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:fraser.jpg|Thomas Richard Fraser|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Kombetinwerbung.jpg|Werbung für Kombetin|thumb]]&lt;br /&gt;
Es ist seit langem bekannt, dass einige afrikanische Völker aus den Samen der Strophanthus-Arten Pfeilgift herstellen. Strophanthin ist auch als Substanz bei Mordanschlägen bekannt. 1859 wurde die Herzwirkung des Strophanthus-Samens entdeckt, als während der Livingstone-Expedition in Afrika die Zahnbürste des Biologen John Kirk von diesem unbemerkt in Kontakt mit dem Strophanthus-Pfeilgift kam, und dieser unmittelbar darauf eine Wirkung auf das Herz bemerkte. 1862 gelang es dem schottischen Pharmakologen und Kliniker Thomas&amp;amp;nbsp;R. Fraser, aus dem Samen des Strophanthus kombé k-Strophanthin zu isolieren. 1885 wurde der Gesamtextrakt von S.&amp;amp;nbsp;kombé als Tinctura strophanthia in die Herztherapie eingeführt und 1893 ins deutsche Arzneibuch aufgenommen. 1888 isolierte der französische Chemiker Arnaud das g-Strophanthin aus Strophanthus gratus und Acokanthera ouabaio, welches ab 1904 als Reinsubstanz zur oralen Einnahme zur Verfügung stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Pharmaunternehmen Boehringer Mannheim entwickelte eine intravenöse Darreichungsform als Kombetin&amp;amp;reg;. Strophanthin kam 1904 als herzwirksames Mittel auf den Markt. Intravenös zugeführtes Strophanthin wurde bis 1992 bei akuter Herzinsuffizienz als schnell wirksames Glykosid im klinischen Bereich in einigen Krankenhäusern eingesetzt, bis aufgrund neuerer Erkenntnisse das Strophanthin zugunsten geeigneterer Mittel obsolet wurde. Das i.v. Strophanthin war wegen der geringen Halbwertzeit besser steuerbar als vergleichbare Herzglykoside. Ab 1950 wurde intravenöses Strophanthin in der Therapie der chronischen Herzinsuffizienz aufgrund des Aufkommen der oral verfügbaren Digitalis-Präparate immer weniger verwendet. Neuere große Studien zum Herzinfarkt und zur Herzinsuffizienz zeigten jedoch, dass kein Effekt auf die Mortalität oder Lebenserwartung durch Herzglykoside nachweisbar war. Es blieb bei einer symptomatischen Wirkung.&lt;br /&gt;
Daneben war Strophanthin bei niedergelassenen Ärzten auch als oral gegebenes Mittel in Gebrauch, und zwar insbesondere in Frankreich, Deutschland sowie einigen osteuropäischen Staaten, während es außerhalb dieser Länder kaum Beachtung fand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1990er Jahren wurden Stereoisomere des g-Strophanthins (Endogenes Ouabain) als körpereigene Hormone bekannt,&amp;lt;ref&amp;gt;Hamlyn JM et al.: Identification and characterization of an ouabain-like compound from human plasma. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 88 (14): 6259-63, 1991. PMID 1648735&amp;lt;/ref&amp;gt; die offenbar eine Rolle bei der Entstehung des Bluthochdrucks spielen&amp;lt;ref&amp;gt;http://medschool.umaryland.edu/blaustein_ppg/default.asp&amp;lt;/ref&amp;gt; und Ausgangspunkt zur Entwicklung zukünftiger Mittel gegen Bluthochdruck (z.B. Rostafuroxin) sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aktuelle Situation==&lt;br /&gt;
Heute plädieren die internationalen Leitlinien generell erst an zweiter Stelle für Herzglykoside (zu denen das Strophanthin gehört), dann aber für Digitoxin, Digoxin oder deren Abkömmlinge.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll-na/019-010.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strodival/Stodival&amp;amp;nbsp;MR und homöopathische Strophanthin-Mittel==&lt;br /&gt;
[[image:strodivalmr.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Aktuell ist Strodival (als orales Kardiakum) des schwedischen Pharmamultis Meda erhältlich. Des Weiteren gibt es diverse homöopathische Zubereitungen mit Strophanthin. Der i.v. Darreichungsform wurde die Zulassung inzwischen versagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Meda&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Otto-von-Guericke-Ring 9&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
65205 Wiesbaden&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
14.02.2006&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Strodival&amp;amp;nbsp;i.v., 10&amp;amp;nbsp;Ampullen, Charge: 4241: Rückruf&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Firma Meda GmbH, 65205&amp;amp;nbsp;Wiesbaden, bittet um folgende Veröffentlichung:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Da für Strodival&amp;amp;nbsp;i.v., 10&amp;amp;nbsp;Ampullen (PZN&amp;amp;nbsp;1223908), die Zulassung erloschen ist, bitten wir um Rücksendung eventuell noch vorhandener Packungen über den pharmazeutischen Großhandel. Der Rückruf betrifft nur die i.v.-Formulierung, Strodival Kapseln sind nicht betroffen, sondern weiterhin verkehrsfähig.&amp;quot; Das APG-Formular wird am Ende der Pharmazeutischen Zeitung Ausgabe 07/2006 veröffentlicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Problematisch ist die geringe und vorab schlecht kalkulierbare orale Resorption im Bereich von nur etwa 10% auf welche die internationale Fachliteratur hinweist. Wenn man sich die für Ärzte erhältliche Fachinformation für Strodival des Herstellers ansieht, dann müsste der Wert sogar noch schlechter sein. Dort steht nämlich, dass zum Erreichen der gleichen Serumkonzentration verglichen mit Gabe von 0,25&amp;amp;nbsp;mg&amp;amp;nbsp;i.v. eine Dosis zwischen 8-10&amp;amp;nbsp;mg oral notwendig wäre. Die geringe Bioverfügbarkeit ist einer der Gründe, warum die oralen Strophanthine heute keine Bedeutung mehr haben. In der Fachinformation zu Strodival sind auch Angaben zur Kinetik zu finden die zeigen, dass die Resorption bei ausreichender Dosierung ausreicht, um eine Wirkung zu erzielen, die Verfügbarkeit jedoch stark individuell schwankt und laufend angepasst werden muss. Dies ist bei allen Herzglykosiden der Fall, wirkt sich aber z.B. bei Digitalispräparaten durch deren längere Halbwertszeit und bessere Bioverfügbarkeit weniger stark aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die magensaftresistente Variante, das Strodival&amp;amp;nbsp;MR, enthält Dibutylphtalat (DBP). Dieser pharmazeutische Hilfsstoff wurde im März 2006 in der Zeitung &amp;quot;Ökotest&amp;quot; thematisiert. Die Substanz&amp;amp;nbsp;DBP wurde von der Europäischen Union und der Weltgesundheitsorganisation als fruchtbarkeitsschädigend und entwicklungsschädigend eingestuft. Der Stoff stellt also ein Risiko für ungeborenes Leben dar. Es wird vermutet, dass DBP im Zusammenhang mit Fehlbildungen der Geschlechtsorgane von männlichen Neugeborenen stehen. Dies stieß in den entsprechenden medizinkritischen Heilpraktikerkreisen, die Strophanthin anpreisen erstaunlicher Weise auf keinerlei Interesse. &lt;br /&gt;
Allerdings: Die Zielgruppe der herzwirksamen Glykoside befindet sich weitgehend jenseits des reproduktionsfähgen Altersbereiches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verschwörungstheorien um Strophanthin==&lt;br /&gt;
Die aktuelle geringe Bedeutung von Strophanthin-haltigen Mitteln wird von den Befürwortern mit typischen Verschwörungstheorien um eine angebliche &amp;#039;&amp;#039;Unterdrückung&amp;#039;&amp;#039; durch die &amp;#039;&amp;#039;Schulmedizin&amp;#039;&amp;#039; erklärt, ohne dabei die geringen therapeutischen Vorteile zur Kenntnis zu nehmen. Angeblich soll der schwedische Konzern Meda Pharma auch finanziell nicht in der Lage sein, kontrollierte Studien in Auftrag zu geben, die eine Überlegenheit zu anderen Therapien aufzeigen könnten. Auch den vorherigen Patent-Besitzern Brahms und Herbert wurde dies bereits attestiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Strophanthin-Szene==&lt;br /&gt;
In Deutschland engagieren sich rund ein Dutzend Personen für dieses Mittel. Dazu gehören [[Heinz Gerhard Vogelsang]], die Heilpraktiker Rolf-Jürgen Petry (der bei [[Secret-TV]] auftrat) und [[Wolf-Alexander Melhorn]], sowie einige [[Nahrungsergänzungsmittel]]anbieter und Laien-Pharmakritiker wie [[Helmut Gobsch]]. HP&amp;amp;nbsp;Melhorn, der auch Autor eines Strophanthin-Lobeswerkes ist, bemühte sich vergebens bei Veronica Carstens um eine Wiedererteilung der Zulassung des i.v.-Strophanthins und setzte eine Bundestags-Petition in Gang,&amp;lt;ref&amp;gt;Pet 2 - 16-15-2120-035710&amp;lt;/ref&amp;gt; die sich gegen eine &amp;#039;&amp;#039;wettbewerbswidrige Begünstigung der Pharmakonzerne&amp;#039;&amp;#039; richtet, obwohl das zur Zeit einzige relevante Strophanthin-Mittel selbst ein Produkt eines schwedischen Pharmakonzerns ist. Strophanthin-Aktivist Melhorn (überzeugter [[Impfgegner]] und Empfehler von [[Homöopathie|homöopathischen]] [[Nosode]]n bei Borrelieninfektionen&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/showtopic.php?threadid=2135&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat Melhorn: Nach einem Insektenstich, der borrelienverdächtig ist und immer nach einem Zeckenbiss, nehmen Sie 5&amp;amp;nbsp;Tage lang täglich 3x1&amp;amp;nbsp;Streukügelchen. Das wird in der Regel ausreichen. Auch wer unter Spätfolgen leidet, sollte es zunächst so versuchen!&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.melhorn.de/BorrelioseII/index.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;) beschwor sogar eine auf ihn gerichtete Verschwörung herauf: Unbekannte Hacker würden verhindern, dass er seine zahlreichen Werke zu Strophanthin im Internet verbreiten könne, und bei Wikipedia würden &amp;#039;&amp;#039;anonyme Schreiber&amp;#039;&amp;#039; solange den Artikel zu Strophanthin bearbeitet haben, dass dort schließlich das afrikanische Pfeilgift als giftig dargestellt werde. (Offenbar hatte er sich im Gegensatz zur Fachliteratur gewünscht, dass das Strophanthin fälschlich als Hormon dargestellt wird, anstatt auf das tatsächliche Hormon endogenes Ouabain zu verweisen). Weitere Befürworter sind ein Friedrich Lautemann sowie [[Hans Kaegelmann]]. In der Vergangenheit war es jedoch der inzwischen verstorbene Internist Berthold Kern, der sich mit schwer verständlichen Werken im Eigenverlag und einem eigentümlichen Jargon am intensivsten für Strophanthin einsetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.akdae.de/25/Archiv/200204.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Heilmittel in der Pseudomedizin]]&lt;br /&gt;
[[category:Phytotherapie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Strophanthin</title>
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		<updated>2011-03-05T21:21:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Die Strophanthin-Szene */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:g-strophanthin.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:k-strophanthin.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Strophanthin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch Strophantin, en: Ouabain, verschiedene Derivate) ist ein herzwirksamer Wirkstoff pflanzlicher Herkunft, der in der Vergangenheit analog zu ähnlichen pflanzlichen Wirkstoffen wie Digitalis in der Behandlung von Herzerkrankungen eingesetzt, inzwischen obsolet wurde, aber weiterhin von einzelnen Befürwortern (meist Heilpraktiker) im [[alternativmedizin]]ischen Bereich vehement und aggressiv beworben wird. Auch gibt es einige ältere Ärzte, die an ihrer Verschreibungspraxis festhalten und sich weniger an neueren Behandlungsleitlinien orientieren wollen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.akdae.de/25/Archiv/200204.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Substanz kann auch in kleiner Menge tödliche Wirkungen haben. Sie wird in Afrika seit langem als Pfeilgift verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.neuwinger-online.de/ethnobot.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Die aktuelle Nichtverwendung dieses Wirkstoffs in der wissenschaftlichen Medizin wird von den Strophanthinaktivisten häufig mit [[Verschwörungstheorie]]n in Zusammenhang gebracht. Entsprechende Argumentationsversuche sind häufig durch [[pseudowissenschaft]]liche Äußerungen und Anekdotenberichte gekennzeichnet. Valide Gegenargumente und Veröffentlichungen werden dabei nicht zur Kenntnis genommen. Strophanthin wird heute von den wenigen Befürwortern als ein Wundermittel bei Herzerkrankungen und als &amp;#039;&amp;#039;Milch des alternden Herzens&amp;#039;&amp;#039; dargestellt, das natürlich keinerlei Nebenwirkungen aufweise, obwohl es in Afrika seit langem als tödliches Pfeilgift verwendet wird. Dass das Mittel von einem schwedischen Pharmamulti mit Milliardenumsatz hergestellt wird, verschweigt man meist, um die abwegige Pseudoargumentation nicht in Frage stellen zu müssen, nach der dieses Mittel &amp;#039;&amp;#039;von der Schulmedizin unterdrückt&amp;#039;&amp;#039; werde. Entsprechende Horrormärchen werden von [[Secret-TV]] von [[Jo Conrad]] sowie bei [[Lnc-2010]] verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chemie des Strophanthin==&lt;br /&gt;
[[image:strophantusgratus.jpg|Strophantus gratus|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Strophanthin oder Ouabain ist ein Cardenolid-Glykosid mit herzwirksamen Wirkungen (Herzglykosid). Das Aglykon ist g-Strophanthidin (Ouabagenin). Der Rezeptor für Strophanthin ist die Na+/K+-ATPase, also die Natrium-Kaliumpumpe der Herzzellen. Es gibt verschiedene Derivate des Strophanthins, die nach Herkunft entsprechend gekennzeichnet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* e-Strophanthin aus Strophanthus eminii&lt;br /&gt;
* g-Strophanthin aus S.&amp;amp;nbsp;gratus und Acokanthera oblongifolia&lt;br /&gt;
* h-Strophanthin aus S.&amp;amp;nbsp;hispidus&lt;br /&gt;
* k-Strophanthin aus S.&amp;amp;nbsp;kombé&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am häufigsten wurde das g-Strophanthin eingesetzt, gefolgt vom k-Strophanthin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strophanthine sind weltweit in den Samen verschiedener Pflanzen zu finden. Dazu gehören vor allem afrikanische Pflanzen der Gattung Strophanthus aus der Familie der Hundsgiftgewächse. Aber auch in der Pflanze Acokanthera (Acokanthera oblongifolia, A.&amp;amp;nbsp;ouabaio und A.&amp;amp;nbsp;schimperi), die man bisweilen auch bei uns als Topfpflanze antrifft, ist das Strophanthin zu finden. Ouabain, die angelsächsische Bezeichnung für g-Strophanthin, hat seinen Namen vom afrikanischen Ouabaio-Baum (Acokanthera ouabaio), dessen Samen das g-Strophanthin enthält. Ouabaio ist die englische Schreibung des ostafrikanischen Wortes Wabayo. Das auch bei uns heimische Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) enthält Strophanthidin, das Aglykon des k-Strophanthins, welches ebenfalls sehr giftig ist und bei Pferden tödlich sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichtliches==&lt;br /&gt;
[[image:kirk.jpg|John Kirk|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:fraser.jpg|Thomas Richard Fraser|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Kombetinwerbung.jpg|Werbung für Kombetin|thumb]]&lt;br /&gt;
Es ist seit langem bekannt, dass einige afrikanische Völker aus den Samen der Strophanthus-Arten Pfeilgift herstellen. Strophanthin ist auch als Substanz bei Mordanschlägen bekannt. 1859 wurde die Herzwirkung des Strophanthus-Samens entdeckt, als während der Livingstone-Expedition in Afrika die Zahnbürste des Biologen John Kirk von diesem unbemerkt in Kontakt mit dem Strophanthus-Pfeilgift kam, und dieser unmittelbar darauf eine Wirkung auf das Herz bemerkte. 1862 gelang es dem schottischen Pharmakologen und Kliniker Thomas&amp;amp;nbsp;R. Fraser, aus dem Samen des Strophanthus kombé k-Strophanthin zu isolieren. 1885 wurde der Gesamtextrakt von S.&amp;amp;nbsp;kombé als Tinctura strophanthia in die Herztherapie eingeführt und 1893 ins deutsche Arzneibuch aufgenommen. 1888 isolierte der französische Chemiker Arnaud das g-Strophanthin aus Strophanthus gratus und Acokanthera ouabaio, welches ab 1904 als Reinsubstanz zur oralen Einnahme zur Verfügung stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Pharmaunternehmen Boehringer Mannheim entwickelte eine intravenöse Darreichungsform als Kombetin&amp;amp;reg;. Strophanthin kam 1904 als herzwirksames Mittel auf den Markt. Intravenös zugeführtes Strophanthin wurde bis 1992 bei akuter Herzinsuffizienz als schnell wirksames Glykosid im klinischen Bereich in einigen Krankenhäusern eingesetzt, bis aufgrund neuerer Erkenntnisse das Strophanthin zugunsten geeigneterer Mittel obsolet wurde. Das i.v. Strophanthin war wegen der geringen Halbwertzeit besser steuerbar als vergleichbare Herzglykoside. Ab 1950 wurde intravenöses Strophanthin in der Therapie der chronischen Herzinsuffizienz aufgrund des Aufkommen der oral verfügbaren Digitalis-Präparate immer weniger verwendet. Neuere große Studien zum Herzinfarkt und zur Herzinsuffizienz zeigten jedoch, dass kein Effekt auf die Mortalität oder Lebenserwartung durch Herzglykoside nachweisbar war. Es blieb bei einer symptomatischen Wirkung.&lt;br /&gt;
Daneben war Strophanthin bei niedergelassenen Ärzten auch als oral gegebenes Mittel in Gebrauch, und zwar insbesondere in Frankreich, Deutschland sowie einigen osteuropäischen Staaten, während es außerhalb dieser Länder kaum Beachtung fand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1990er Jahren wurden Stereoisomere des g-Strophanthins (Endogenes Ouabain) als körpereigene Hormone bekannt,&amp;lt;ref&amp;gt;Hamlyn JM et al.: Identification and characterization of an ouabain-like compound from human plasma. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 88 (14): 6259-63, 1991. PMID 1648735&amp;lt;/ref&amp;gt; die offenbar eine Rolle bei der Entstehung des Bluthochdrucks spielen&amp;lt;ref&amp;gt;http://medschool.umaryland.edu/blaustein_ppg/default.asp&amp;lt;/ref&amp;gt; und Ausgangspunkt zur Entwicklung zukünftiger Mittel gegen Bluthochdruck (z.B. Rostafuroxin) sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aktuelle Situation==&lt;br /&gt;
Heute plädieren die internationalen Leitlinien generell erst an zweiter Stelle für Herzglykoside (zu denen das Strophanthin gehört), dann aber für Digitoxin, Digoxin oder deren Abkömmlinge.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll-na/019-010.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strodival/Stodival&amp;amp;nbsp;MR und homöopathische Strophanthin-Mittel==&lt;br /&gt;
[[image:strodivalmr.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Aktuell ist Strodival (als orales Kardiakum) des schwedischen Pharmamultis Meda erhältlich. Des Weiteren gibt es diverse homöopathische Zubereitungen mit Strophanthin. Der i.v. Darreichungsform wurde die Zulassung inzwischen versagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Meda&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Otto-von-Guericke-Ring 9&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
65205 Wiesbaden&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
14.02.2006&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Strodival&amp;amp;nbsp;i.v., 10&amp;amp;nbsp;Ampullen, Charge: 4241: Rückruf&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Firma Meda GmbH, 65205&amp;amp;nbsp;Wiesbaden, bittet um folgende Veröffentlichung:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Da für Strodival&amp;amp;nbsp;i.v., 10&amp;amp;nbsp;Ampullen (PZN&amp;amp;nbsp;1223908), die Zulassung erloschen ist, bitten wir um Rücksendung eventuell noch vorhandener Packungen über den pharmazeutischen Großhandel. Der Rückruf betrifft nur die i.v.-Formulierung, Strodival Kapseln sind nicht betroffen, sondern weiterhin verkehrsfähig.&amp;quot; Das APG-Formular wird am Ende der Pharmazeutischen Zeitung Ausgabe 07/2006 veröffentlicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Problematisch ist die geringe und vorab schlecht kalkulierbare orale Resorption im Bereich von nur etwa 10% auf welche die internationale Fachliteratur hinweist. Wenn man sich die für Ärzte erhältliche Fachinformation für Strodival des Herstellers ansieht, dann müsste der Wert sogar noch schlechter sein. Dort steht nämlich, dass zum Erreichen der gleichen Serumkonzentration verglichen mit Gabe von 0,25&amp;amp;nbsp;mg&amp;amp;nbsp;i.v. eine Dosis zwischen 8-10&amp;amp;nbsp;mg oral notwendig wäre. Die geringe Bioverfügbarkeit ist einer der Gründe, warum die oralen Strophanthine heute keine Bedeutung mehr haben. In der Fachinformation zu Strodival sind auch Angaben zur Kinetik zu finden die zeigen, dass die Resorption bei ausreichender Dosierung ausreicht, um eine Wirkung zu erzielen, die Verfügbarkeit jedoch stark individuell schwankt und laufend angepasst werden muss. Dies ist bei allen Herzglykosiden der Fall, wirkt sich aber z.B. bei Digitalispräparaten durch deren längere Halbwertszeit und bessere Bioverfügbarkeit weniger stark aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die magensaftresistente Variante, das Strodival&amp;amp;nbsp;MR, enthält Dibutylphtalat (DBP). Dieser pharmazeutische Hilfsstoff wurde im März 2006 in der Zeitung &amp;quot;Ökotest&amp;quot; thematisiert. Die Substanz&amp;amp;nbsp;DBP wurde von der Europäischen Union und der Weltgesundheitsorganisation als fruchtbarkeitsschädigend und entwicklungsschädigend eingestuft. Der Stoff stellt also ein Risiko für ungeborenes Leben dar. Es wird vermutet, dass DBP im Zusammenhang mit Fehlbildungen der Geschlechtsorgane von männlichen Neugeborenen stehen. Dies stieß in den entsprechenden medizinkritischen Heilpraktikerkreisen, die Strophanthin anpreisen erstaunlicher Weise auf keinerlei Interesse. &lt;br /&gt;
Allerdings: Die Zielgruppe der herzwirksamen Glykoside befindet sich weitgehend jenseits des reproduktionsfähgen Altersbereiches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verschwörungstheorien um Strophanthin==&lt;br /&gt;
Die aktuelle geringe Bedeutung von Strophanthin-haltigen Mitteln wird von den Befürwortern mit typischen Verschwörungstheorien um eine angebliche &amp;#039;&amp;#039;Unterdrückung&amp;#039;&amp;#039; durch die &amp;#039;&amp;#039;Schulmedizin&amp;#039;&amp;#039; erklärt, ohne dabei die geringen therapeutischen Vorteile zur Kenntnis zu nehmen. Angeblich soll der schwedische Konzern Meda Pharma auch finanziell nicht in der Lage sein, kontrollierte Studien in Auftrag zu geben, die eine Überlegenheit zu anderen Therapien aufzeigen könnten. Auch den vorherigen Patent-Besitzern Brahms und Herbert wurde dies bereits attestiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Strophanthin-Szene==&lt;br /&gt;
In Deutschland engagieren sich rund ein Dutzend Personen für dieses Mittel. Dazu gehören [[Heinz Gerhard Vogelsang]], die Heilpraktiker Rolf-Jürgen Petry (der bei [[Secret-TV]] auftrat) und [[Wolf-Alexander Melhorn]], sowie einige [[Nahrungsergänzungsmittel]]anbieter und Laien-Pharmakritiker wie [[Helmut Gobsch]]. HP&amp;amp;nbsp;Melhorn, der auch Autor eines Strophanthin-Lobeswerkes ist, bemühte sich vergebens bei Veronica Carstens um eine Wiedererteilung der Zulassung des i.v.-Strophanthins und setzte eine Bundestags-Petition in Gang,&amp;lt;ref&amp;gt;Pet 2 - 16-15-2120-035710&amp;lt;/ref&amp;gt; die sich gegen eine &amp;#039;&amp;#039;wettbewerbswidrige Begünstigung der Pharmakonzerne&amp;#039;&amp;#039; richtet, obwohl das zur Zeit einzige relevante Strophanthin-Mittel selbst ein Produkt eines schwedischen Pharmakonzerns ist. Strophanthin-Aktivist Melhorn (überzeugter [[Impfgegner]] und Empfehler von [[Homöopathie|homöopathischen]] [[Nosode]]n bei Borrelieninfektionen&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/showtopic.php?threadid=2135&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat Melhorn: Nach einem Insektenstich, der borrelienverdächtig ist und immer nach einem Zeckenbiss, nehmen Sie 5&amp;amp;nbsp;Tage lang täglich 3x1&amp;amp;nbsp;Streukügelchen. Das wird in der Regel ausreichen. Auch wer unter Spätfolgen leidet, sollte es zunächst so versuchen!&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.melhorn.de/BorrelioseII/index.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;) beschwor sogar eine auf ihn gerichtete Verschwörung herauf: Unbekannte Hacker würden verhindern, dass er seine zahlreichen Werke zu Strophanthin im Internet verbreiten könne, und bei Wikipedia würden &amp;#039;&amp;#039;anonyme Schreiber&amp;#039;&amp;#039; solange den Artikel zu Strophanthin bearbeitet haben, dass dort schließlich das afrikanische Pfeilgift als giftig dargestellt werde. (Offenbar hatte er sich im Gegensatz zur Fachliteratur gewünscht, dass das Strophanthin fälschlich als Hormon dargestellt wird, anstatt auf das tatsächliche Hormon endogenes Ouabain zu verweisen). Weitere Befürworter sind ein Friedrich Lautemann sowie [[Hans Kaegelmann]]. In der Vergangenheit war es jedoch der inzwischen verstorbene Internist Berthold Kern, der sich mit schwer verständlichen Werken im Eigenverlag und einem eigentümlichen Jargon am intensivsten für Strophanthin einsetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.akdae.de/25/Archiv/200204.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Heilmittel in der Pseudomedizin]]&lt;br /&gt;
[[category:Phytotherapie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Strophanthin&amp;diff=70928</id>
		<title>Strophanthin</title>
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		<updated>2011-03-05T21:18:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Strodival/Stodival&amp;amp;nbsp;MR und homöopathische Strophanthin-Mittel */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:g-strophanthin.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:k-strophanthin.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Strophanthin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch Strophantin, en: Ouabain, verschiedene Derivate) ist ein herzwirksamer Wirkstoff pflanzlicher Herkunft, der in der Vergangenheit analog zu ähnlichen pflanzlichen Wirkstoffen wie Digitalis in der Behandlung von Herzerkrankungen eingesetzt, inzwischen obsolet wurde, aber weiterhin von einzelnen Befürwortern (meist Heilpraktiker) im [[alternativmedizin]]ischen Bereich vehement und aggressiv beworben wird. Auch gibt es einige ältere Ärzte, die an ihrer Verschreibungspraxis festhalten und sich weniger an neueren Behandlungsleitlinien orientieren wollen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.akdae.de/25/Archiv/200204.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Substanz kann auch in kleiner Menge tödliche Wirkungen haben. Sie wird in Afrika seit langem als Pfeilgift verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.neuwinger-online.de/ethnobot.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Die aktuelle Nichtverwendung dieses Wirkstoffs in der wissenschaftlichen Medizin wird von den Strophanthinaktivisten häufig mit [[Verschwörungstheorie]]n in Zusammenhang gebracht. Entsprechende Argumentationsversuche sind häufig durch [[pseudowissenschaft]]liche Äußerungen und Anekdotenberichte gekennzeichnet. Valide Gegenargumente und Veröffentlichungen werden dabei nicht zur Kenntnis genommen. Strophanthin wird heute von den wenigen Befürwortern als ein Wundermittel bei Herzerkrankungen und als &amp;#039;&amp;#039;Milch des alternden Herzens&amp;#039;&amp;#039; dargestellt, das natürlich keinerlei Nebenwirkungen aufweise, obwohl es in Afrika seit langem als tödliches Pfeilgift verwendet wird. Dass das Mittel von einem schwedischen Pharmamulti mit Milliardenumsatz hergestellt wird, verschweigt man meist, um die abwegige Pseudoargumentation nicht in Frage stellen zu müssen, nach der dieses Mittel &amp;#039;&amp;#039;von der Schulmedizin unterdrückt&amp;#039;&amp;#039; werde. Entsprechende Horrormärchen werden von [[Secret-TV]] von [[Jo Conrad]] sowie bei [[Lnc-2010]] verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chemie des Strophanthin==&lt;br /&gt;
[[image:strophantusgratus.jpg|Strophantus gratus|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Strophanthin oder Ouabain ist ein Cardenolid-Glykosid mit herzwirksamen Wirkungen (Herzglykosid). Das Aglykon ist g-Strophanthidin (Ouabagenin). Der Rezeptor für Strophanthin ist die Na+/K+-ATPase, also die Natrium-Kaliumpumpe der Herzzellen. Es gibt verschiedene Derivate des Strophanthins, die nach Herkunft entsprechend gekennzeichnet sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* e-Strophanthin aus Strophanthus eminii&lt;br /&gt;
* g-Strophanthin aus S.&amp;amp;nbsp;gratus und Acokanthera oblongifolia&lt;br /&gt;
* h-Strophanthin aus S.&amp;amp;nbsp;hispidus&lt;br /&gt;
* k-Strophanthin aus S.&amp;amp;nbsp;kombé&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am häufigsten wurde das g-Strophanthin eingesetzt, gefolgt vom k-Strophanthin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strophanthine sind weltweit in den Samen verschiedener Pflanzen zu finden. Dazu gehören vor allem afrikanische Pflanzen der Gattung Strophanthus aus der Familie der Hundsgiftgewächse. Aber auch in der Pflanze Acokanthera (Acokanthera oblongifolia, A.&amp;amp;nbsp;ouabaio und A.&amp;amp;nbsp;schimperi), die man bisweilen auch bei uns als Topfpflanze antrifft, ist das Strophanthin zu finden. Ouabain, die angelsächsische Bezeichnung für g-Strophanthin, hat seinen Namen vom afrikanischen Ouabaio-Baum (Acokanthera ouabaio), dessen Samen das g-Strophanthin enthält. Ouabaio ist die englische Schreibung des ostafrikanischen Wortes Wabayo. Das auch bei uns heimische Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) enthält Strophanthidin, das Aglykon des k-Strophanthins, welches ebenfalls sehr giftig ist und bei Pferden tödlich sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichtliches==&lt;br /&gt;
[[image:kirk.jpg|John Kirk|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:fraser.jpg|Thomas Richard Fraser|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Kombetinwerbung.jpg|Werbung für Kombetin|thumb]]&lt;br /&gt;
Es ist seit langem bekannt, dass einige afrikanische Völker aus den Samen der Strophanthus-Arten Pfeilgift herstellen. Strophanthin ist auch als Substanz bei Mordanschlägen bekannt. 1859 wurde die Herzwirkung des Strophanthus-Samens entdeckt, als während der Livingstone-Expedition in Afrika die Zahnbürste des Biologen John Kirk von diesem unbemerkt in Kontakt mit dem Strophanthus-Pfeilgift kam, und dieser unmittelbar darauf eine Wirkung auf das Herz bemerkte. 1862 gelang es dem schottischen Pharmakologen und Kliniker Thomas&amp;amp;nbsp;R. Fraser, aus dem Samen des Strophanthus kombé k-Strophanthin zu isolieren. 1885 wurde der Gesamtextrakt von S.&amp;amp;nbsp;kombé als Tinctura strophanthia in die Herztherapie eingeführt und 1893 ins deutsche Arzneibuch aufgenommen. 1888 isolierte der französische Chemiker Arnaud das g-Strophanthin aus Strophanthus gratus und Acokanthera ouabaio, welches ab 1904 als Reinsubstanz zur oralen Einnahme zur Verfügung stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das deutsche Pharmaunternehmen Boehringer Mannheim entwickelte eine intravenöse Darreichungsform als Kombetin&amp;amp;reg;. Strophanthin kam 1904 als herzwirksames Mittel auf den Markt. Intravenös zugeführtes Strophanthin wurde bis 1992 bei akuter Herzinsuffizienz als schnell wirksames Glykosid im klinischen Bereich in einigen Krankenhäusern eingesetzt, bis aufgrund neuerer Erkenntnisse das Strophanthin zugunsten geeigneterer Mittel obsolet wurde. Das i.v. Strophanthin war wegen der geringen Halbwertzeit besser steuerbar als vergleichbare Herzglykoside. Ab 1950 wurde intravenöses Strophanthin in der Therapie der chronischen Herzinsuffizienz aufgrund des Aufkommen der oral verfügbaren Digitalis-Präparate immer weniger verwendet. Neuere große Studien zum Herzinfarkt und zur Herzinsuffizienz zeigten jedoch, dass kein Effekt auf die Mortalität oder Lebenserwartung durch Herzglykoside nachweisbar war. Es blieb bei einer symptomatischen Wirkung.&lt;br /&gt;
Daneben war Strophanthin bei niedergelassenen Ärzten auch als oral gegebenes Mittel in Gebrauch, und zwar insbesondere in Frankreich, Deutschland sowie einigen osteuropäischen Staaten, während es außerhalb dieser Länder kaum Beachtung fand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1990er Jahren wurden Stereoisomere des g-Strophanthins (Endogenes Ouabain) als körpereigene Hormone bekannt,&amp;lt;ref&amp;gt;Hamlyn JM et al.: Identification and characterization of an ouabain-like compound from human plasma. Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America 88 (14): 6259-63, 1991. PMID 1648735&amp;lt;/ref&amp;gt; die offenbar eine Rolle bei der Entstehung des Bluthochdrucks spielen&amp;lt;ref&amp;gt;http://medschool.umaryland.edu/blaustein_ppg/default.asp&amp;lt;/ref&amp;gt; und Ausgangspunkt zur Entwicklung zukünftiger Mittel gegen Bluthochdruck (z.B. Rostafuroxin) sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aktuelle Situation==&lt;br /&gt;
Heute plädieren die internationalen Leitlinien generell erst an zweiter Stelle für Herzglykoside (zu denen das Strophanthin gehört), dann aber für Digitoxin, Digoxin oder deren Abkömmlinge.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll-na/019-010.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Strodival/Stodival&amp;amp;nbsp;MR und homöopathische Strophanthin-Mittel==&lt;br /&gt;
[[image:strodivalmr.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Aktuell ist Strodival (als orales Kardiakum) des schwedischen Pharmamultis Meda erhältlich. Des Weiteren gibt es diverse homöopathische Zubereitungen mit Strophanthin. Der i.v. Darreichungsform wurde die Zulassung inzwischen versagt.&amp;lt;ref&amp;gt;Meda&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Otto-von-Guericke-Ring 9&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
65205 Wiesbaden&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
14.02.2006&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Strodival&amp;amp;nbsp;i.v., 10&amp;amp;nbsp;Ampullen, Charge: 4241: Rückruf&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Firma Meda GmbH, 65205&amp;amp;nbsp;Wiesbaden, bittet um folgende Veröffentlichung:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;quot;Da für Strodival&amp;amp;nbsp;i.v., 10&amp;amp;nbsp;Ampullen (PZN&amp;amp;nbsp;1223908), die Zulassung erloschen ist, bitten wir um Rücksendung eventuell noch vorhandener Packungen über den pharmazeutischen Großhandel. Der Rückruf betrifft nur die i.v.-Formulierung, Strodival Kapseln sind nicht betroffen, sondern weiterhin verkehrsfähig.&amp;quot; Das APG-Formular wird am Ende der Pharmazeutischen Zeitung Ausgabe 07/2006 veröffentlicht.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Problematisch ist die geringe und vorab schlecht kalkulierbare orale Resorption im Bereich von nur etwa 10% auf welche die internationale Fachliteratur hinweist. Wenn man sich die für Ärzte erhältliche Fachinformation für Strodival des Herstellers ansieht, dann müsste der Wert sogar noch schlechter sein. Dort steht nämlich, dass zum Erreichen der gleichen Serumkonzentration verglichen mit Gabe von 0,25&amp;amp;nbsp;mg&amp;amp;nbsp;i.v. eine Dosis zwischen 8-10&amp;amp;nbsp;mg oral notwendig wäre. Die geringe Bioverfügbarkeit ist einer der Gründe, warum die oralen Strophanthine heute keine Bedeutung mehr haben. In der Fachinformation zu Strodival sind auch Angaben zur Kinetik zu finden die zeigen, dass die Resorption bei ausreichender Dosierung ausreicht, um eine Wirkung zu erzielen, die Verfügbarkeit jedoch stark individuell schwankt und laufend angepasst werden muss. Dies ist bei allen Herzglykosiden der Fall, wirkt sich aber z.B. bei Digitalispräparaten durch deren längere Halbwertszeit und bessere Bioverfügbarkeit weniger stark aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die magensaftresistente Variante, das Strodival&amp;amp;nbsp;MR, enthält Dibutylphtalat (DBP). Dieser pharmazeutische Hilfsstoff wurde im März 2006 in der Zeitung &amp;quot;Ökotest&amp;quot; thematisiert. Die Substanz&amp;amp;nbsp;DBP wurde von der Europäischen Union und der Weltgesundheitsorganisation als fruchtbarkeitsschädigend und entwicklungsschädigend eingestuft. Der Stoff stellt also ein Risiko für ungeborenes Leben dar. Es wird vermutet, dass DBP im Zusammenhang mit Fehlbildungen der Geschlechtsorgane von männlichen Neugeborenen stehen. Dies stieß in den entsprechenden medizinkritischen Heilpraktikerkreisen, die Strophanthin anpreisen erstaunlicher Weise auf keinerlei Interesse. &lt;br /&gt;
Allerdings: Die Zielgruppe der herzwirksamen Glykoside befindet sich weitgehend jenseits des reproduktionsfähgen Altersbereiches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verschwörungstheorien um Strophanthin==&lt;br /&gt;
Die aktuelle geringe Bedeutung von Strophanthin-haltigen Mitteln wird von den Befürwortern mit typischen Verschwörungstheorien um eine angebliche &amp;#039;&amp;#039;Unterdrückung&amp;#039;&amp;#039; durch die &amp;#039;&amp;#039;Schulmedizin&amp;#039;&amp;#039; erklärt, ohne dabei die geringen therapeutischen Vorteile zur Kenntnis zu nehmen. Angeblich soll der schwedische Konzern Meda Pharma auch finanziell nicht in der Lage sein, kontrollierte Studien in Auftrag zu geben, die eine Überlegenheit zu anderen Therapien aufzeigen könnten. Auch den vorherigen Patent-Besitzern Brahms und Herbert wurde dies bereits attestiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Strophanthin-Szene==&lt;br /&gt;
In Deutschland engagieren sind rund ein Dutzend Personen für dieses Mittel. Dazu gehören [[Heinz Gerhard Vogelsang]], die Heilpraktiker Rolf-Jürgen Petry (der bei [[Secret-TV]] auftrat) und [[Wolf-Alexander Melhorn]], sowie einige [[Nahrungsergänzungsmittel]]anbieter und Laien-Pharmakritiker wie [[Helmut Gobsch]]. HP&amp;amp;nbsp;Melhorn, der auch Autor eines Strophanthin-Lobeswerkes ist, bemühte sich vergebens bei Veronica Carstens um eine Wiedererteilung der Zulassung des i.v.-Strophanthin und setzte eine Bundestag-Petition in Gang,&amp;lt;ref&amp;gt;Pet 2 - 16-15-2120-035710&amp;lt;/ref&amp;gt; die sich gegen eine &amp;#039;&amp;#039;wettbewerbswidrige Begünstigung der Pharmakonzerne&amp;#039;&amp;#039; richtet, obwohl das zur Zeit einzige relevante Strophanthin-Mittel selbst ein Produkt eines schwedischen Pharmakonzerns ist. Strophanthin-Aktivist Melhorn (überzeugter [[Impfgegner]] und Empfehler von [[Homöopathie|homöopathischen]] [[Nosode]]n bei Borrelieninfektionen&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/showtopic.php?threadid=2135&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat Melhorn: Nach einem Insektenstich, der borrelienverdächtig ist und immer nach einem Zeckenbiss, nehmen Sie 5&amp;amp;nbsp;Tage lang täglich 3x1&amp;amp;nbsp;Streukügelchen. Das wird in der Regel ausreichen. Auch wer unter Spätfolgen leidet, sollte es zunächst so versuchen!&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.melhorn.de/BorrelioseII/index.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;) beschwor sogar eine auf ihn gerichtete Verschwörung herauf: Unbekannte Hacker würden verhindern, dass er seine zahlreichen Werke zu Strophanthin im Internet verbreiten könne, und bei Wikipedia würden &amp;#039;&amp;#039;anonyme Schreiber&amp;#039;&amp;#039; solange den Artikel zu Strophanthin bearbeitet haben, dass dort schließlich das afrikanische Pfeilgift als giftig dargestellt werde. (Offenbar hatte er sich im Gegensatz zur Fachliteratur gewünscht, dass das Strophanthin fälschlich als Hormon dargestellt wird, anstatt auf das tatsächliche Hormon endogenes Ouabain zu verweisen). Weitere Befürworter sind ein Friedrich Lautemann sowie [[Hans Kaegelmann]]. In der Vergangenheit war es jedoch der inzwischen verstorbene Internist Berthold Kern, der sich mit schwer verständlichen Werken im Eigenverlag und einem eigentümlichen Jargon am intensivsten für Strophanthin einsetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.akdae.de/25/Archiv/200204.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Heilmittel in der Pseudomedizin]]&lt;br /&gt;
[[category:Phytotherapie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Diskussion:Taxil-Schwindel&amp;diff=70926</id>
		<title>Diskussion:Taxil-Schwindel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Diskussion:Taxil-Schwindel&amp;diff=70926"/>
		<updated>2011-03-05T20:56:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Toller Artikel, schöne Geschichte! Ich konnte - trotz Baustelle - nicht widerstehen, schon mal ein paar Typos zu himmeln. Aus dem Gebahren mach ich dann erst morgen das Gebaren ;-) --[[Benutzer:Hicfuit|Hicfuit]] 22:39, 10. Mai 2009 (CEST)&lt;br /&gt;
:Die Anregung kam vom von mir nicht verstandenen Wörtchen &amp;#039;&amp;#039;Taxil&amp;#039;&amp;#039; in einem Blogartikel von Dummenfang: [http://dummenfang.wordpress.com/2009/05/09/von-bullen-und-bocken/]. Gruss, [[Benutzer:Deceptor|Deceptor]] 23:39, 10. Mai 2009 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:Guter Hinweis. Gebaren habe ich gleich mit weggemacht. --[[Benutzer:EsoTypo|EsoTypo]] 00:58, 11. Mai 2009 (CEST)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:: Hab mich an den oft wechselnden Zeitformen versucht, leider klingt der Text nun stellenweise etwas holprig. Bin nicht ganz zufrieden, vielleicht sollte man konsequent Präsens nehmen. Im letzten Absatz wechseln die Zeitformen zu Anfang auch, liest sich aber trotzdem gut. :-) --[[Benutzer:Liquor Aluminii|Liquor Aluminii]] 21:56, 5. Mär. 2011 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Taxil-Schwindel&amp;diff=70925</id>
		<title>Taxil-Schwindel</title>
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		<updated>2011-03-05T20:49:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: Puh, da waren aber viele Zeitformen abwechselnd.. der Zeitenumbruch im Absatz ist ein Kompromiss&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:taxil2.jpg|Aufmacher zum TaxilSchwindel|250px|thumb]][[image:Taxilfaelschung.jpg|Fälschung (Taxil 1885)|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Taxil-Schwindel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wurden ab 1885 gefälschte Enthüllungsgeschichten zur [[Freimaurer]]ei durch den französischen Atheisten, linken Journalisten und Buchautor Léo Taxil (1854–1907) bekannt, der damit die katholische Kirche diskreditieren wollte. Taxil war selbst für kurze Zeit Mitglied der Freimaurer. Seine erfundenen Geschichten zur Freimaurerei fanden insbesondere in katholischen Kirchenkreisen Beachtung und Glauben, werden aber auch heute noch zur Desinformation über Freimaurer und zur Aufrechterhaltung des Glaubens an einen angeblichen [[Baphomet-Verschwörung|Baphomet]]-Kult genutzt. Der Satiriker Taxil wollte sich mit seinen Aktionen für seinen Ausschluss an den Freimaurern rächen, aber auch gleichzeitig die katholische Kirche diskreditieren und bloßstellen, die zur Zeit der jahrelangen Verbreitung von Fälschungen durch Taxil sich selbst um ein Zurückdrängen des Freimaurertums bemühte. Er war zuvor im Jahr 1885 nach dreimaligem Besuch eines Freimaurerzirkels wegen eines angeblichen Plagiates (als &amp;#039;&amp;#039;fraude littéraire&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet) sowie Intrigen aus der Freimaurerbewegung ausgeschlossen worden. Am 19.&amp;amp;nbsp;April 1897 deckte Taxil seine Fälschung selbst auf, und blamierte damit auch die katholische Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um seinen Fälschungen mehr Popularität und Glaubwürdigkeit zu verschaffen, gab Taxil zuvor bekannt, vom Atheismus zum Katholizismus konvertiert zu sein und in ein Trappistenkloster gehen zu wollen. Eine inszenierte &amp;#039;&amp;#039;Pilgerreise&amp;#039;&amp;#039; führte ihn nach Rom und bescherte ihm 1887 sogar eine Audienz bei Papst Leo&amp;amp;nbsp;XIII. Papst Leo&amp;amp;nbsp;XIII hatte zuvor den Bischof von Charleston (South Carolina) kritisiert, der die Taxil-Veröffentlichungen zur Freimaurerei als Fälschungen bezeichnet hatte. Am 20.&amp;amp;nbsp;April 1884 hatte Papst Leo&amp;amp;nbsp;XIII eine Enzyklika &amp;#039;&amp;#039;Humanum genus&amp;#039;&amp;#039; erlassen, die besagte, dass die Menschheit in zwei unterschiedliche oppositionelle Teile geteilt sei, bei der der eine standhaft für die Wahrheit und Tugend kämpfe und der andere für die Dinge, die in Kontrast zu Tugend und Wahrheit stünden. Der eine Teil sei das Königreich Gottes auf Erden, nämlich die Kirche von Jesus Christus, der andere Teil sei das Königreich Satans, das durch die Freimaurerei angeführt oder unterstützt würde. Entrüstet wurde der Verräter Taxil nach seiner angeblichen und überraschenden Hinwendung zum katholischen Glauben 1885 einstimmig aus der französischen &amp;#039;&amp;#039;Antiklerikalen Liga&amp;#039;&amp;#039; ausgeschlossen, die er einst mit gegründet hatte. Begründet wurde dies mit &amp;#039;&amp;#039;infamen Verhalten&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Verrat&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den von Taxil verbreiteten Werken ist von angeblichen geheimen Riten der Freimaurerei die Rede. Seine Veröffentlichungen führten auch zum Glauben an einen angeblichen Baphomet-Kult innerhalb der Freimaurerbewegung. Taxils Aktivitäten waren zunächst erfolgreich: Die gesamte Freimaurerbewegung musste sich Anschuldigungen gefallen lassen, eine satanische Sekte zu sein, die einen Baphomet-Kult betreibe und dass einer der damaligen obersten amerikanischen Freimaurer, Albert Pike, Befehle von Seiten Luzifers in Person erhalte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Léo Taxil==&lt;br /&gt;
[[image:leotaxil.jpg|Léo Taxil|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:leotaxil2.jpg|Léo Taxil|thumb]][[image:Lebenjesu.jpg|Das Leben Jesu|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
Marie Joseph Gabriel Antoine Jogand-Pagès (Pseudonym Léo Taxil) wird in Marseille am 21.&amp;amp;nbsp;März 1854 als Sohn eines Angestellten in eine streng katholische und monarchistische Familie geboren und zum Schulbesuch auf eine Jesuitenschule in Marseille geschickt. Als Jugendlicher interessiert er sich 1868 für die revolutionären Gedanken des Schriftstellers und späteren Kommunarden Henri Rochefort (eigentlich Henri de Rochefort-Luçay) und will ihn mit einem Schulfreund und seinem älteren Bruder in Belgien besuchen, wo Rochefort beim ebenfalls exilierten Victor Hugo wohnt und bricht dazu von zu Hause aus. Nach vier Tagen wird er nach einer Suche durch seinen Vater an der italienischen Grenze aufgegriffen. Sein Vater schickt ihn sodann zu einer Strafanstalt namens &amp;#039;&amp;#039;colonie pénitentiaire agricole&amp;#039;&amp;#039; bei Tours, wo er 65&amp;amp;nbsp;Tage in einer Zelle verbringen muss. In Marseille wird er Mitglied mehrerer politischer Bewegungen (u.a. &amp;#039;&amp;#039;jeune légion urbaine&amp;#039;&amp;#039;), die ihn auch in Kontakt mit Giuseppe Garibaldi bringen, der ihn als einen jungen Schriftsteller bewundert haben soll. Beim Marseiller Republikanerblatt &amp;#039;&amp;#039;Midi républicain de Marseille&amp;#039;&amp;#039; wird er unter dem Pseudonym Léo Taxil tätig, um, wie er sagt, seiner Familie nicht zu schaden. Dabei beruft er sich bei seiner Pseudonymwahl auf den antiken Spartaner Leonidas und einen indischen König namens Taxil. Später beteiligt sich Taxil an der revolutionären Pariser Kommune und betätigt sich als Autor einer satirischen Zeitschrift. Ausgehend hiervon wurde er polemisch-satirischer Autor von antiklerikalen und antikatholischen Werken. Titel dieser Werke sind beispielsweise: &amp;#039;&amp;#039;Die schwarze Bande, Nieder mit den Kutten, Kappen und Kappenträger, Die ulkigen Priesterröcke, Geheiligte Dummheiten, Päpstin Johanna, Die Borgia eine (Papst-)Familie von Ungeheuern, Über Papst Pius&amp;amp;nbsp;IX sein Wirken seine Ausschweifungen seine Tollheiten und Verbrechen, Giftmischer (Papst) Leo&amp;amp;nbsp;XIII, Geheimschriften der Beichtiger&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Ausschweifungen eines Beichtvaters&amp;#039;&amp;#039;. Einige der beliebtesten Bücher aus dieser Reihe sind &amp;#039;&amp;#039;Amüsante Bibel&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Das Leben Jesu&amp;#039;&amp;#039;. Auch berichtete Taxil die merkwürdige Geschichte des Atheisten und gleichzeitigen Pfarrers Jean Meslier&amp;amp;nbsp;[http://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Meslier], der eine Art Doppelleben führte und neben seiner Pfarrerstätigkeit Material gegen die Kirche sammelte, das erst nach seinem Tode als eine Art Bombe zünden sollte. Voltaire ließ 1761 Auszüge aus Mesliers Werk anonym veröffentlichen. Das Taxil-Buch zu Meslier verkaufte sich gleich 30.000&amp;amp;nbsp;mal und lieferte schon einen kleinen Vorgeschmack auf den späteren Taxil-Schwindel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er machte auch einen eigenen Buchladen auf, in dem er antikirchliche Schriften und eigene Werke anbot. 1879 führte seine Veröffentlichung &amp;#039;&amp;#039;À bas la Calotte&amp;#039;&amp;#039; (1879, &amp;#039;&amp;#039;Runter mit dem Käppchen&amp;#039;&amp;#039;) zu einem Strafverfahren gegen ihn wegen &amp;#039;&amp;#039;Beleidigung einer Religion&amp;#039;&amp;#039;, das jedoch in einem Freispruch endete. 1879 gab Taxil auch ein &amp;#039;&amp;#039;Antiklerikales Jahrbuch für 1879&amp;#039;&amp;#039; heraus, das sich 130.000&amp;amp;nbsp;mal verkaufte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 21.&amp;amp;nbsp;Februar 1881 wurde Taxil Mitglied in der Pariser Freimaurerloge &amp;#039;&amp;#039;Le Temple des amis de l’honneur français&amp;#039;&amp;#039; (rue Cadet&amp;amp;nbsp;16). Dort war der Linke Taxil jedoch von Beginn an umstritten. Der inzwischen versierte Journalist Taxil entdeckte auf einer Schrifttafel im Tempel einen Rechtschreibfehler. Ohne zu zögern und zu fragen schrieb er während seiner Einführungszeremonie mit einem Stift seinen Kommentar dazu auf einen Schädel, der ihm gezeigt wurde: &amp;#039;&amp;#039;Der große Architekt des Universums wird gebeten, den orthographischen Fehler auf dem 31.&amp;amp;nbsp;Schild von links zu korrigieren&amp;#039;&amp;#039;. In Folge sollte er auch nur dreimal bei den Freimaurern auftauchen und somit vereinbarten Versammlungen fernbleiben. Ein weiterer Ärger ergab sich, als Taxil in Narbonne für ein politisches Amt kandidierte, und ein Logenbruder Gegenkandidat war, der vom &amp;#039;&amp;#039;Grand Orient&amp;#039;&amp;#039; gestützt wurde. Ihm wurde daraufhin von der Loge verboten, Vorträge bei Versammlungen zu halten und schließlich erhoben andere Logenbrüder Plagiatsvorwürfe gegen ihn. Am 17.&amp;amp;nbsp;Oktober 1881 schlossen ihn die Freimaurer endgültig aus.&lt;br /&gt;
Taxil starb am 31.&amp;amp;nbsp;März 1907 mit 53&amp;amp;nbsp;Jahren in Sceaux, etwa 10&amp;amp;nbsp;km von Paris entfernt. Er lebte dort zurückgezogen, denn ihn interessierten die öffentlichen Diskussionen um seine Werke in den letzten Lebensjahren nicht mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die gefaketen Taxil-Werke zum Freimaurertum==&lt;br /&gt;
[[image:baphomet3.jpg|Baphomet-Darstellung|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Taxil3.jpg|Titelseite Le diable au XIXème siècle|left|200px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:AlbertPike.jpg|Albert Pike|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:LeviBaphomet.jpg|Baphomet in Levis &amp;#039;&amp;#039;Dogme et Rituel de la Haute Magie&amp;#039;&amp;#039; (1854)|left|thumb]]&lt;br /&gt;
Nach seiner angeblichen Konvertierung zum katholischen Glauben veröffentliche Taxil zunächst ein vierbändiges Werk mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Les frères Trois-Points (1885)&amp;#039;&amp;#039;, das vorgab, die Geschichte des Freimaurertums darzustellen. Zu lesen waren erfundene Zeugenaussagen zu einer fiktiven Praxis satanischer Riten bei den Freimaurern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem erfundenen Koautor &amp;#039;&amp;#039;docteur Charles Hacks&amp;#039;&amp;#039; veröffentlichte Taxil unter dem Pseudonym &amp;#039;&amp;#039;Docteur Bataille&amp;#039;&amp;#039; ein Werk mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Le diable au XIXème siècle&amp;#039;&amp;#039;. Wieder werden Freimaurer beschuldigt, einem Dämon zu huldigen. Taxil führt dabei eine fiktive Person namens Diana Vaughan in sein Werk ein. Diana Vaughan sollte amerikanische Nachfahrin des [[Rosenkreuzer]]tum-[[Alchemie|Alchemisten]] Thomas Vaughan sein, und mit &amp;#039;&amp;#039;inkarnierten Dämonen&amp;#039;&amp;#039; in einer Erscheinungsform als Krokodil kultmäßig (&amp;#039;&amp;#039;palladisme&amp;#039;&amp;#039;) auf satanischen Orgien verkehre. Sie solle 1874 geboren und Tochter des &amp;#039;&amp;#039;Teufels Bitru&amp;#039;&amp;#039; gewesen sein. Mit zehn Jahren sei sie Satan geweiht und in eine amerikanische Palladistenloge aufgenommen worden. In seinem Erfindungsgeist lässt Taxil in Vaughan eine Verehrung für die katholische Jeanne D&amp;#039;Arc entstehen, die dem dämonischen Spuk dann ein jähes Ende setzt. Die Konvertierung der Vaughan wird dabei zu einem zentralen Element des Taxil-Schwindels und geradezu begierig von katholischen Autoren der Zeit zumeist kritiklos weiter kolportiert.&lt;br /&gt;
Um seinem Antifreimaurer- und Antikatholizismus-Hoax glaubwürdiger erscheinen zu lassen, vermischte Taxil Angaben zu tatsächlichen Freimaurerriten mit eigenen Einfällen und Erfindungen. Dazu setzte er insbesondere Kupferstiche in seinen Werken ein, die selbst heute noch im Umlauf sind. Die Bilder beschaffte sich Taxil aus Veröffentlichungen des 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts zu einem &amp;#039;&amp;#039;schottischen Ritus&amp;#039;&amp;#039; der Freimaurer, und ersetzte das christliche Lamm durch einen Baphomet-Ziegenbock.&amp;amp;nbsp;&amp;lt;ref&amp;gt;Irène Manguy: &amp;#039;&amp;#039;De la symbolique des chapitres en franc-maçonnerie. Dervy, 2005. Seite 471 ISBN 2-84454-363-4&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Baphomet-Figur war dabei von dem französischen [[Okkultismus|Okkultisten]] Eliphas Levi (Alphonse Louis Constant, 1810 - 1875) entliehen.&lt;br /&gt;
Taxil machte aber auch zu Albert Pike, einem hochrangigen amerikanischen Rechtsanwalt und Freimaurer und &amp;#039;&amp;#039;Souveräner Großkommandeur des Obersten Rates der Südlichen Jurisdiktion des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Nordamerika&amp;#039;&amp;#039; detaillierte und frei erfundene Angaben. Nach Taxil würde sich Pike als &amp;#039;&amp;#039;luziferanischer Papst&amp;#039;&amp;#039; jeden Freitag um drei Uhr mit dem Satan treffen. Der Bischof von Charleston (South Carolina/USA) begab sich eigens nach Rom, um den Papst zu überzeugen, dass in seiner Stadt keine Satansstatue in einem Freimaurertempel anzutreffen sei. Papst Leo&amp;amp;nbsp;XIII ließ sich jedoch mehr von Taxils [[Hoax]] beeindrucken.&lt;br /&gt;
Taxil hielt auch einen Schriftverkehr seiner erfundenen Diana Vaughan aufrecht. Dieses Buch wurde in katholischen Kreisen zu einem damaligen Renner, obwohl die Person Diana Vaughan nie selbst in der Öffentlichkeit auftrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1892 gründete Taxil eine Zeitschrift mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;La France chrétienne anti-maçonnique&amp;#039;&amp;#039; (Das christliche antifreimaurerische Frankreich).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Aufdeckung des Schwindels 1897==&lt;br /&gt;
Zu Beginn des Jahres 1897 lässt Taxil seine Diana Vaughan verkünden, sie wolle demnächst mit Beweisen an die Öffentlichkeit treten. Am 19.&amp;amp;nbsp;April 1897 deckte Taxil seinen Schwindel selbst als eine &amp;#039;&amp;#039;aimable plaisanterie&amp;#039;&amp;#039; auf. Er berief dazu im Namen von Diana Vaughan eigens eine Pressekonferenz im großen Saal der Pariser Geographischen Gesellschaft am boulevard Saint-Germain ein, auf der er seine fiktive Zeugin Diana Vaughan der Öffentlichkeit präsentieren wollte. Zu den Besuchern der Konferenz sollen zahlreiche katholische Geistliche erschienen sein. Stattdessen verkündete er auf der Pressekonferenz, dass die meisten seiner Angaben zum Freimaurertum frei erfunden waren. Auf ähnliche Weise hätte er auch bereits zwölf Jahre früher mit einem Jux den Hafenkommandanten von Marseille in die Irre geführt, als er behauptete, dass sich im Hafen von Marseille Haie befänden und ein Schiff zu deren Bekämpfung herbeikommandiert worden sei. Auch habe er erfolgreich eine unterseeische Stadt im Genfer See erfunden und damit Touristen interessiert. Er bedankte sich auf der Pressekonferenz ausdrücklich bei der katholischen Kirche und katholischen Zeitschriften, die leichtgläubig seinem Schwindel aufgesessen waren.&lt;br /&gt;
Als Taxil die Konferenz verlassen wollte, kam es zu Handgreiflichkeiten mit Besuchern, die dazu führten, dass Taxil von herbeigerufenen Polizisten geschützt werden musste. Aus Sicherheitsgründen musste Taxil Paris verlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Taxils Presserklärung wurde von der Pariser Wochzeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Le Frondeur&amp;#039;&amp;#039; am 25.&amp;amp;nbsp;April 1897 abgedruckt. Sie ist in englischer Übersetzung im Internet nachzulesen:&amp;amp;nbsp;[http://freemasonry.bcy.ca/texts/taxil_confessed.html].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Eugen Lennhoff, Oskar Posner, Dieter A. Binder: Internationales Freimaurer Lexikon. 5. Auflage 2006. Herbig Verlag, ISBN 978-3-7766-2478-6&lt;br /&gt;
*Manfred Eder. Eintrag &amp;#039;&amp;#039;Taxil, Leo&amp;#039;&amp;#039; in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL) , Band 11, Herzberg 1996 (ISBN 3-88309-064-6)&lt;br /&gt;
*Méry Gaston: Un complot maçonnique. La Vérité sur Diana Vaughan, 1897.&lt;br /&gt;
*Lea Henry Charles, Léo Taxil: &amp;#039;&amp;#039;Diana Vaughan et l’Eglise romaine, histoire d’une mystification&amp;#039;&amp;#039;, 1901.&lt;br /&gt;
*Weber Eugen, Satan Franc-Maçon: La mystification de Léo Taxil, Julliard, 1964.&lt;br /&gt;
*Berchmans Michel: Le Diable au XIXe siècle – la mystification du Dr Bataille, Marabout, 1973.&lt;br /&gt;
*Introvigne Massimo: Enquête sur le satanisme, Dervy, Paris, 1997.&lt;br /&gt;
*Muracciole Bernard, Léo Taxil: Vrai fumiste et faux Frère, Editions Maçonniques de France, 1998.&lt;br /&gt;
*Jarrige Michel: L’Eglise et les Francs-Maçons dans la tourmente, croisade de la revue la Franc-Maçonnerie démasquée, éditions arguments, Paris, 1999.&lt;br /&gt;
*Léo Taxil et la Franc-Maçonnerie. Lettres inédites publiées par les amis de Mgr Jouin, British-American Press, Chatou, 1934.&lt;br /&gt;
*Melior, Alec (1961). &amp;quot;A Hoaxer of Genius-Leo Taxil (1890-7)&amp;quot;. Our Separated Brethren, the Freemasons. trans. B. R. Feinson. London: G. G. Harrap &amp;amp; Co.. pp. 149–55&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://fr.wikipedia.org/wiki/L%C3%A9o_Taxil (französisch)&lt;br /&gt;
*[http://sourcesretrouvees.free.fr/taxil.htm Französche Webseite von Katholiken, die heute noch an den Taxil-Schwindel um Diana Vaughan glauben]&lt;br /&gt;
*http://www.manfred-gebhard.de/Taxil.htm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Freimaurer]]&lt;br /&gt;
[[category:Hoax/Aktion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Baphomet-Verschw%C3%B6rung&amp;diff=70924</id>
		<title>Baphomet-Verschwörung</title>
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		<updated>2011-03-05T20:29:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Urheber und Verbreiter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:baphomet.jpg|Baphomet|thumb]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Baphomet-Verschwörung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Verschwörungstheorie]] um eine vermeintliche Abbildung einer Baphomet-Figur (auch manchen bekannt aus dem Computerspiel &amp;quot;Baphomets Fluch&amp;quot;) auf der Rückseite von deutschen Personalausweisen. Diese Theorie ist insbesondere in rechtsgerichteten Kreisen oder im Umfeld von so genannten [[KRR|kommissarischen Reichsregierungen]] (KRR) zu finden, und soll ein allgemeines Misstrauen des Bürgers gegenüber staatlichen Institutionen schüren oder verstärken. Die &amp;quot;KRR&amp;quot; scheinen darin den Beweis zu sehen, dass &amp;quot;geheime Mächte&amp;quot;, wie die &amp;quot;[[Illuminati]]&amp;quot; oder andere die Bundesrepublik unterwandert hätten. Auch fundamental-christliche Anhänger von [[Jack Chick]] in Deutschland vertreten diese Verschwörungstheorie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünge von Verschwörungstheorien um einen angeblichen Baphomet-Kult innerhalb der [[Freimaurer]]bewegung gehen auf Fälschungen des Atheisten und kurzzeitigen Freimaurers Leo Taxil Ende des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts zurück, die auch als [[Taxil-Schwindel]] bekannt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bundesdruckerei teilte auf Anfrage mit, dass die Hintergrundgestaltung des Personalausweises aus Gründen der Fälschungssicherheit mit Farben und Formen ausgestattet wurde, die keinerlei tiefergehende Bedeutung haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Urheber und Verbreiter==&lt;br /&gt;
[[image:jocobaphomet.jpg|Jo Conrad erläutert die Verschwörung bei [[Jeet]]-TV|left|thumb]][[image:marsson70.jpg|J.&amp;amp;nbsp;Marsson im RBB-Interview|thumb]]&lt;br /&gt;
Erwähnt wird die Baphomet-Verschwörung auch in dem Buch &amp;#039;&amp;#039;Wer regiert die Welt?&amp;#039;&amp;#039; von [[Des Griffin]]. Griffin gibt in diesem Buch auch fast wörtlich die [[Protokolle der Weisen von Zion]] wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typischer Verbreiter ist der KRR-Aktivist Uwe Bradler, der die Theorie auf seiner Internetseite&amp;amp;nbsp;&amp;lt;ref&amp;gt;personenausweis.de&amp;lt;/ref&amp;gt; propagierte. Bradler geht noch einen Schritt weiter und behauptet, dass unter UV-Licht auch ein umgedrehtes Kreuz beim Schwanz des Bundesadlers zu sehen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Anhänger der Baphomet-Verschwörung sind [[Jo Conrad]] und [[Jessie Marsson]]. Beide engagierten sich im [[Fürstentum Germania]]. Jessie Marsson wurde in diesem Zusammenhang im März 2009 vom RBB-Fernsehen interviewt und auf die Baphomet-Spekulationen angesprochen. Mit leuchtenden Augen erklärte er dem Fernsehpublikum, dass er viele Politiker kennen würde, die einen Baphometen anbeten: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Ich kenne viele aus diesen Kreisen, die diesen komischen Baphometen in San Francisco anbeten und danach eine Rabbineruniform anziehen, um so gezielt Hass zu schüren&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Sendung von RBB-TV vom 25.&amp;amp;nbsp;März 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; Marsson bezieht sich dabei auf eine jährlich stattfindende Happening-Show eines elitären kalifornischen Clubs, dem hauptsächlich männliche Mitglieder der republikanischen Partei angehören. Im Juli wird dazu auf einem clubeigenen Gelände nördlich von San Francisco namens &amp;#039;&amp;#039;[[Bohemian Grove]]&amp;#039;&amp;#039; ein Feuerwerk veranstaltet und vor dem Maskottchen des Clubs, einer 14&amp;amp;nbsp;Meter hohen Steineule, eine hölzerne Puppe &amp;#039;&amp;#039;Mr. Dull Care&amp;#039;&amp;#039; verbrannt. Die ulkartige Veranstaltung ist unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Cremation of Care&amp;#039;&amp;#039; bekannt. Als weiterer Brauch soll es auch dort Männerusus sein, nach feuchtfröhlichem Umtrunk wie in Kinderzeiten Bäume anzupinkeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.krr-faq.net/baphomet.php&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Verschwörungstheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Baphomet-Verschw%C3%B6rung&amp;diff=70923</id>
		<title>Baphomet-Verschwörung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Baphomet-Verschw%C3%B6rung&amp;diff=70923"/>
		<updated>2011-03-05T20:26:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:baphomet.jpg|Baphomet|thumb]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Baphomet-Verschwörung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Verschwörungstheorie]] um eine vermeintliche Abbildung einer Baphomet-Figur (auch manchen bekannt aus dem Computerspiel &amp;quot;Baphomets Fluch&amp;quot;) auf der Rückseite von deutschen Personalausweisen. Diese Theorie ist insbesondere in rechtsgerichteten Kreisen oder im Umfeld von so genannten [[KRR|kommissarischen Reichsregierungen]] (KRR) zu finden, und soll ein allgemeines Misstrauen des Bürgers gegenüber staatlichen Institutionen schüren oder verstärken. Die &amp;quot;KRR&amp;quot; scheinen darin den Beweis zu sehen, dass &amp;quot;geheime Mächte&amp;quot;, wie die &amp;quot;[[Illuminati]]&amp;quot; oder andere die Bundesrepublik unterwandert hätten. Auch fundamental-christliche Anhänger von [[Jack Chick]] in Deutschland vertreten diese Verschwörungstheorie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprünge von Verschwörungstheorien um einen angeblichen Baphomet-Kult innerhalb der [[Freimaurer]]bewegung gehen auf Fälschungen des Atheisten und kurzzeitigen Freimaurers Leo Taxil Ende des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts zurück, die auch als [[Taxil-Schwindel]] bekannt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bundesdruckerei teilte auf Anfrage mit, dass die Hintergrundgestaltung des Personalausweises aus Gründen der Fälschungssicherheit mit Farben und Formen ausgestattet wurde, die keinerlei tiefergehende Bedeutung haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Urheber und Verbreiter==&lt;br /&gt;
[[image:jocobaphomet.jpg|Jo Conrad erläutert die Verschwörung bei [[Jeet]]-TV|left|thumb]][[image:marsson70.jpg|J.&amp;amp;nbsp;Marsson im RBB-Interview|thumb]]&lt;br /&gt;
erwähnt wird die Baphomet-Verschwörung auch in dem Buch &amp;#039;&amp;#039;Wer regiert die Welt?&amp;#039;&amp;#039; von [[Des Griffin]]. Griffin gibt in diesem Buch auch fast wörtlich die [[Protokolle der Weisen von Zion]] wieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typischer Verbreiter ist der KRR-Aktivist Uwe Bradler, der die Theorie auf seiner Internetseite&amp;amp;nbsp;&amp;lt;ref&amp;gt;personenausweis.de&amp;lt;/ref&amp;gt; propagierte. Bradler geht noch einen Schritt weiter und behauptet, dass unter UV-Licht auch ein umgedrehtes Kreuz beim Schwanz des Bundesadlers zu sehen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Anhänger der Baphomet-Verschwörung sind [[Jo Conrad]] und [[Jessie Marsson]]. Beide engagierten sich im [[Fürstentum Germania]]. Jessie Marsson wurde in diesem Zusammenhang im März 2009 vom RBB-Fernsehen interviewt und auf die Baphomet-Spekulationen angesprochen. Mit leuchtenden Augen erklärte er dem Fernsehpublikum, dass er viele Poliker kennen würde, die einen Baphometen anbeten: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Ich kenne viele aus diesen Kreisen, die diesen komischen Baphometen in San Francisco anbeten und danach eine Rabbineruniform anziehen, um so gezielt Hass zu schüren&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Sendung von RBB-TV vom 25.&amp;amp;nbsp;März 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; Marsson bezieht sich dabei auf einen jährlich stattfindende Happening-Show eines elitären kalifornischen Clubs, dem hauptsächlich männliche Mitglieder der republikanischen Partei angehören. Im Juli wird dazu auf einem clubeigenen Gelände nördlich von San Francisco namens &amp;#039;&amp;#039;[[Bohemian Grove]]&amp;#039;&amp;#039; ein Feuerwerk veranstaltet und vor dem Maskottchen des Clubs, einer 14&amp;amp;nbsp;Meter hohen Steineule, eine hölzerne Puppe &amp;#039;&amp;#039;Mr. Dull Care&amp;#039;&amp;#039; verbrannt. Die ulkartige Veranstaltung ist unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Cremation of Care&amp;#039;&amp;#039; bekannt. Als weiterer Brauch soll es auch dort Männerusus sein, nach feuchtfröhlichem Umtrunk wie in Kinderzeiten Bäume anzupinkeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.krr-faq.net/baphomet.php&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Verschwörungstheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Hifi-Voodoo&amp;diff=63714</id>
		<title>Hifi-Voodoo</title>
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		<updated>2010-12-03T10:41:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Kabel-Voodoo */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hifi-Voodoo&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von hifi, high fidelity und der Religion [[Voodoo]], auch &amp;#039;&amp;#039;Hifi-Esoterik&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Hifi-Glaube&amp;#039;&amp;#039;) wird umgangssprachlich der Markt für Scharlatanerieprodukte, [[pseudowissenschaft]]lich begründete oder wissenschaftlich nicht falsifizierbare Aussagen zu Technik und Zubehör im Bereich der audiovisuellen Heimelektronik bezeichnet, die unter verblindeten Kontrollbedingungen versagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Bereich Hifi Voodoo können auch Produkte gezählt werden, bei denen physikalisch zwar prinzipiell eine Wirkung denkbar ist, deren Preis aber in keinem sinnvollen Verhältnis zur Wirkung steht, sofern diese überhaupt nachweisbar ist. Zum handfesten Betrug und zur [[Esoterik]] sind fließende Übergänge zu beobachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Hifi-Voodoo-Produkte sind typische Produkte für Endverbraucher und finden kaum Beachtung bei professionellen Anwendern (Rundfunk oder Tonstudios). Das Marketing profitiert davon, dass die Produkte für Endverbraucher nicht vor dem Kauf in Eignungstests auf die Einhaltung der versprochenen Eigenschaften gepüft werden. Der Absatz kann auch davon profitieren, dass enttäuschte Kunden sich aus Scham, auf Wundereigenschaften hereingefallen zu sein, nicht öffentlich melden. Bestimmte Produkte erlangen auch Bedeutung als Statussymbol und werden Besuchern zu Hause stolz vorgeführt (etwa Lautsprecherkabel mit unsinnig großem Kabeldurchmesser). In diesen Fällen sind stark überhöhte Preise durchzusetzen oder technisch überdimensionierte oder unsinnig verkomplizierte Produkte vermarktbar. Aus Verkäufersicht sind bei Käufern hochwertiger Elektroakustik auch Geldausgaben für einen akustisch perfekten Raumumbau plausibel zu machen. Dem Käufer kann scheinbar einleuchtend erläutert werden, dass der Signalzug von der Signalquelle bis zum Lautsprecher qualitativ nicht unterbrochen werden darf. Die Zusatzkosten für überteuerte Verbindungskabel oder bestimmte Wundergeräte erscheinen dann relativ gesehen geringer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei vielen der Produkte muss von einer Art &amp;quot;audiophilem [[Placebo|Placebo-Effekt&amp;quot;]] ausgegangen werden. Das Gedächtnis für Schallempfindungen ist sehr schlecht. Kleine Änderungen der Lautstärke, des Klanges usw. sind nur im direkten Vergleich zu erkennen, bei dem z.B. ein ursprüngliches und ein klanglich modifiziertes Geräusch wechselweise für jeweils ein paar Sekunden dargeboten werden. Auch dann ist ein bestimmter Mindestunterschied erforderlich, um wahrnehmbar zu sein. Bei der Empfindungsgröße Lautstärke z.B. liegt diese Unterscheidungsschwelle bei 0.5&amp;amp;nbsp;dB bis 1&amp;amp;nbsp;dB.&amp;lt;ref&amp;gt;E. Zwicker: Psychoakustik. Springer-Verlag, 1982. Kap. 5.1&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beispiele für Wunder-Hifi-Produkte==&lt;br /&gt;
===CD/DVD-Conditioner und ähnliches===&lt;br /&gt;
Dabei handelt es sich um Geräte und Produkte, die nachträglich die Qualität aufgezeichneter Daten auf CDs oder DVDs erhöhen sollen.&amp;lt;ref&amp;gt;www.teeundmusik.de/images/lads_stereo_12_2008.jpg&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Vorstellung, durch Manipulationen an CDs den Klang zu verbessern, ist jedoch technisch absurd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Entmagnetisierer&amp;quot; für CDs. Da eine CD keinerlei ferromagnetische Bestandteile enthält, gibt es an ihr nichts zu (ent)magnetisieren. Doch selbst wenn das möglich wäre ist nicht plausibel, wie dadurch die optisch und digital gespeicherte Information beeinflusst werden sollte. Die Geräte kosten 400 bis 500 Euro. Ein 2200&amp;amp;nbsp;Euro teures Gerät namens Furutech Demag soll auch herkömmliche Schallplatten entmagnetisieren können.&lt;br /&gt;
* Gelegentlich wird behauptet, die Wiedergabe würde sich verbessern, wenn man die Außenkante einer CD abschrägt. Eine Vorrichtung dafür kostet knapp 500 Euro, durch das Anschleifen würde &amp;quot;vagabundierendes Laserlicht&amp;quot; des Abstastlasers unschädlich gemacht und der Klang dadurch &amp;quot;luftiger, räumlicher, freier&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* Auch ist ein &amp;quot;Original Transformer&amp;quot; erhältlich, der als ein Zauberstab aus einer Bronzelegierung mit &amp;quot;besonders feiner kristalliner Metallstruktur&amp;quot; beschrieben wird. Er wird sogar einzeln in Handarbeit getestet. Auf damit abgeriebene CDs, Kabel, Stecker oder Lautsprecherchassis würde &amp;quot;Energie&amp;quot; übertragen. Das führt laut Hersteller zu einer deutlichen Klangverbesserung. Insbesondere Frauenstimmen auf der CD sollen davon profitieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kabel-Voodoo===&lt;br /&gt;
*Lautsprecherkabel. Es sind Lautsprecherkabel im Handel, die einen unnötig großen Leiterquerschnitt aufweisen oder aus unnötig teuren Materialien (&amp;quot;Reinsilber-Kabel&amp;quot;) hergestellt werden. Bestrebungen, den Widerstand der Lautsprecherkabel wesentlich unter 1&amp;amp;nbsp;&amp;amp;Omega; (Ohm) zu senken, sind aber schon deshalb technisch unsinnig, weil in Reihe mit den Anschlüssen immer der ohmsche Widerstand des Lautsprechers liegt (also der Kupferwiderstand der Schwingspule). Bei einem 8-Ohm-Lautsprecher beträgt dieser typisch 3 bis 4&amp;amp;nbsp;&amp;amp;Omega;. Für die üblichen Kabellängen im Wohnzimmer reicht deshalb ein Leiterquerschnitt von 1,5&amp;amp;nbsp;mm&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; völlig aus. Die Kapazität zwischen den Leitern eines Lautsprecherkabels kann entgegen den Behauptungen einiger Hifi-Enthusiasten ebenfalls vernachlässigt werden. Ein 10&amp;amp;nbsp;m langes Kabel hat eine Kapazität von vielleicht 1&amp;amp;nbsp;nF. Damit beträgt der kapazitive Widerstand zwischen den Adern selbst bei 20&amp;amp;nbsp;kHz noch etwa 8&amp;amp;nbsp;k&amp;amp;Omega; und ist damit gegenüber der parallel liegenden Quellimpedanz des Verstärkers von weit unter 1&amp;amp;nbsp;&amp;amp;Omega; irrelevant. Auch die Induktivität des Kabels spielt keine Rolle, und zwar schon allein deshalb, weil sie im Ersatzschaltbild in Serie mit der sehr viel größeren Induktivität der Schwingspule des Lautsprechers liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;M. Zollner, E. Zwicker: Elektroakustik. 3. Auflage, Kap. 6 &amp;quot;Betriebsverhalten von realen Wandlern&amp;quot;. Springer-Verlag 1993&amp;lt;/ref&amp;gt; Manche Hersteller verkaufen auch so genannte &amp;quot;aktive Lautsprecherkabel&amp;quot; oder es wird ein absurdes Konzept von klanglich &amp;quot;eingebrannten&amp;quot; Kabeln vertreten, die sich von baugleichen Kabeln durch einen besseren Höreindruck unterscheiden würden. Für den Niederfrequenzbereich ist auch der aus der Hochfrequenztechnik bekannte Skineffekt unerheblich.&lt;br /&gt;
*Kabelklang. Es werden Kabel zur Verbindung von Heimelektronikkomponenten beworben, denen vom Hersteller bestimmte Wundereigenschaften zugesagt werden. So gäbe es Kabel, bei deren Einsatz es zu einer Erhöhung der Dynamik käme, oder einer &amp;quot;verbesserten Tiefenstaffelung&amp;quot; oder &amp;quot;besonders guten Räumlichkeit&amp;quot;. Bei Kabeln mit niedriger Leitungskapazität und einem sehr dünnen Innenleiter könne es bei &amp;quot;hochohmigen&amp;quot; Anwendungen (z.B. Röhrentechnik) zu einem &amp;quot;Mikrofonieeffekt&amp;quot; durch das Kabel selbst kommen.&lt;br /&gt;
*Netzkabel. Auch für die wenigen Meter von Verstärker zur Steckdose werden spezielle Kabel angeboten. Selbst unter Annahme einer &amp;quot;Hochleistungsparty&amp;quot; oder Veranstaltung, bei der zweimal 400 Watt eingesetzt werden, ergeben sich bei 1400 Watt Gesamtleistungsaufnahme Spitzenströme von weniger als 7&amp;amp;nbsp;A aus dem Netz und bei einem üblichen zwei Meter langen Netzkabel von 0,75&amp;amp;nbsp;mm&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; ergibt sich ein nur sehr geringer und &amp;quot;unhörbarer&amp;quot; Spannungsabfall von 0,6 Volt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Voodoo-Sicherungen===&lt;br /&gt;
*Im Handel sind beispielsweise 19,90 Euro teure Feinsicherungen einer Firma PADIS. Sie sollen die normalen Feinsicherungen ersetzen, wie sie auch in Hifi-Geräten eingebaut sind. Der etwa hundertfach höhere Preis wird damit begründet, dass sie induktionsarm, antimagnetisch und resonanzarm seien, alles Eigenschaften, die auf übliche Schmelzsicherungen aber genauso zutreffen. Der Hersteller bewirbt die Sicherungen damit, dass sich bei Anwendung eine &amp;quot;enorme Steigerung der Feindynamik und Auflösung&amp;quot; einstelle und &amp;quot;Luft um Instrumente und Stimmen greifbarer&amp;quot; erschienen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.dienadel.de/PADIS+Progressive+Audio+Distribution+High-End+Performance+Feinsicherung+5x20mm.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bericht über Sicherungen in &amp;#039;&amp;#039;Stereo&amp;#039;&amp;#039; 2/2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vorrichtungen zur Raumklangverbesserung===&lt;br /&gt;
Dazu gehören&lt;br /&gt;
*Besondere Sockel zur Aufstellung von Lautsprechern&lt;br /&gt;
*Hölzerne Halbkugeln, die entweder auf die elektrischen Geräte und die Kabel direkt gelegt, oder einfach im Raum platziert werden sollen. Die Holzhalbkugeln &amp;quot;harmonisieren&amp;quot; dann die elektromagnetischen Felder. Sie sind mit speziellen Materialien gefüllt und in verschiedenen Größen erhältlich.&lt;br /&gt;
*Ähnliche Gebilde sind auch aus Metall erhältlich, beispielsweise &amp;quot;Eichmann Topper&amp;quot;, das sind aus Aluminiumprofil gesägte Klötze, die auf Lautsprecherboxen, Verstärker oder CD-Player gelegt werden, womit ein nicht näher erklärtes &amp;quot;Resonanzproblem&amp;quot; gelöst werden soll. Das Ergebnis sei ein &amp;quot;trockener Bass&amp;quot; und eine &amp;quot;plastischere Abbildung&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wunderlautsprecher===&lt;br /&gt;
*[[Naturschallwandler]] mit angeblichen Heilwirkungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Farbe und Lack===&lt;br /&gt;
* Bestimmte Lacke, z.B. [[C37|C37-Lack]], auf Lautsprecher, Hifi-Geräte oder darin befindliche elektronische Bauteile aufgetragen, sollen den Klang verbessern. Berichtet wird sogar von Versuchen, die Soundqualität einer Sony Playstation durch Lackieren der Hauptplatine mit einem solchen Produkt anzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle der Fachzeitschriften==&lt;br /&gt;
Bestimmte Fachzeitschriften spielen eine wichtige Rolle bei der Vermarktung von Hifi-Voodoo. Das Veröffentlichen von einschlägigen Anzeigen förderte und fördert weiter den Absatz derartiger Produkte. Hinzu kommen Artikel, in denen diese Produkte lobend erwähnt werden. Der Streit um Hifi-Voodoo-Produkte und entsprechenden Tests führte zu regelrechten Glaubenskriegen, bei denen sich einzelne Publikationen positionierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zitate==&lt;br /&gt;
*Schon 1967 war in einem Buch über Hifi-Technik zu lesen: &amp;#039;&amp;#039;Leider gibt es auf kaum einen vergleichbaren Gebiet eine solche Mischung von Glauben und Aberglauben wie in der HiFi-Stererophonie. Hoffentlich fallen nicht auch Sie in die Hände jenes Fachhändlers der seine Kunden in langen Monologen zu überzeugen sucht, daßss überhaupt nur Lautsprechermembranen aus afrikanischem Steppengras entfernte Aussichten haben, jemals HiFi-Qualität zu vermitteln. Oder jenes Fachhändlers, der in vertraulicher direkter Korrespondenz mit einem maßgeblichen Hersteller von Transistoren erfahren haben will, daß man zukünftig wieder auf Röhren übergehen wird, weil bei Transistoren ein völlig neuartiger und ungeklärter Klirrfaktor entstehe. Diese &amp;quot;vertrauliche&amp;quot; Information gibt er aber fleißig an jeden Kunden weiter.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Curt Menke: &amp;#039;&amp;#039;Sterero und HiFi. Das Erlebnis des dredimensonalen Klanges&amp;#039;&amp;#039;, Seite 74. München: Südwest-Verlag, 1967&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks und Literatur==&lt;br /&gt;
*[http://www.scienceblogs.de/weitergen/2010/03/staunen-im-hifi-voodoo-land.php Blog Weitergen: &amp;#039;&amp;#039;Staunen im Hifi Voodoo-Land&amp;#039;&amp;#039;, März 2010]&lt;br /&gt;
*[http://www.hifi-forum.de/viewforum-18.html Ein Diskussionsforum zum Thema]&lt;br /&gt;
*http://www.hifiaktiv.at/diverses/realistische_betrachtungen.htm&lt;br /&gt;
*P. Leick: Hi-Fi-Tuning: Physik oder Esoterik? Skeptiker 3/2010, 120-123&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Schallanwendung]]&lt;br /&gt;
[[category:Scharlatanerie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Hifi-Voodoo&amp;diff=63713</id>
		<title>Hifi-Voodoo</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Hifi-Voodoo&amp;diff=63713"/>
		<updated>2010-12-03T10:36:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Allgemeines */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hifi-Voodoo&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von hifi, high fidelity und der Religion [[Voodoo]], auch &amp;#039;&amp;#039;Hifi-Esoterik&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Hifi-Glaube&amp;#039;&amp;#039;) wird umgangssprachlich der Markt für Scharlatanerieprodukte, [[pseudowissenschaft]]lich begründete oder wissenschaftlich nicht falsifizierbare Aussagen zu Technik und Zubehör im Bereich der audiovisuellen Heimelektronik bezeichnet, die unter verblindeten Kontrollbedingungen versagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Bereich Hifi Voodoo können auch Produkte gezählt werden, bei denen physikalisch zwar prinzipiell eine Wirkung denkbar ist, deren Preis aber in keinem sinnvollen Verhältnis zur Wirkung steht, sofern diese überhaupt nachweisbar ist. Zum handfesten Betrug und zur [[Esoterik]] sind fließende Übergänge zu beobachten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Hifi-Voodoo-Produkte sind typische Produkte für Endverbraucher und finden kaum Beachtung bei professionellen Anwendern (Rundfunk oder Tonstudios). Das Marketing profitiert davon, dass die Produkte für Endverbraucher nicht vor dem Kauf in Eignungstests auf die Einhaltung der versprochenen Eigenschaften gepüft werden. Der Absatz kann auch davon profitieren, dass enttäuschte Kunden sich aus Scham, auf Wundereigenschaften hereingefallen zu sein, nicht öffentlich melden. Bestimmte Produkte erlangen auch Bedeutung als Statussymbol und werden Besuchern zu Hause stolz vorgeführt (etwa Lautsprecherkabel mit unsinnig großem Kabeldurchmesser). In diesen Fällen sind stark überhöhte Preise durchzusetzen oder technisch überdimensionierte oder unsinnig verkomplizierte Produkte vermarktbar. Aus Verkäufersicht sind bei Käufern hochwertiger Elektroakustik auch Geldausgaben für einen akustisch perfekten Raumumbau plausibel zu machen. Dem Käufer kann scheinbar einleuchtend erläutert werden, dass der Signalzug von der Signalquelle bis zum Lautsprecher qualitativ nicht unterbrochen werden darf. Die Zusatzkosten für überteuerte Verbindungskabel oder bestimmte Wundergeräte erscheinen dann relativ gesehen geringer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei vielen der Produkte muss von einer Art &amp;quot;audiophilem [[Placebo|Placebo-Effekt&amp;quot;]] ausgegangen werden. Das Gedächtnis für Schallempfindungen ist sehr schlecht. Kleine Änderungen der Lautstärke, des Klanges usw. sind nur im direkten Vergleich zu erkennen, bei dem z.B. ein ursprüngliches und ein klanglich modifiziertes Geräusch wechselweise für jeweils ein paar Sekunden dargeboten werden. Auch dann ist ein bestimmter Mindestunterschied erforderlich, um wahrnehmbar zu sein. Bei der Empfindungsgröße Lautstärke z.B. liegt diese Unterscheidungsschwelle bei 0.5&amp;amp;nbsp;dB bis 1&amp;amp;nbsp;dB.&amp;lt;ref&amp;gt;E. Zwicker: Psychoakustik. Springer-Verlag, 1982. Kap. 5.1&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beispiele für Wunder-Hifi-Produkte==&lt;br /&gt;
===CD/DVD-Conditioner und ähnliches===&lt;br /&gt;
Dabei handelt es sich um Geräte und Produkte, die nachträglich die Qualität aufgezeichneter Daten auf CDs oder DVDs erhöhen sollen.&amp;lt;ref&amp;gt;www.teeundmusik.de/images/lads_stereo_12_2008.jpg&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Vorstellung, durch Manipulationen an CDs den Klang zu verbessern, ist jedoch technisch absurd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;quot;Entmagnetisierer&amp;quot; für CDs. Da eine CD keinerlei ferromagnetische Bestandteile enthält, gibt es an ihr nichts zu (ent)magnetisieren. Doch selbst wenn das möglich wäre ist nicht plausibel, wie dadurch die optisch und digital gespeicherte Information beeinflusst werden sollte. Die Geräte kosten 400 bis 500 Euro. Ein 2200&amp;amp;nbsp;Euro teures Gerät namens Furutech Demag soll auch herkömmliche Schallplatten entmagnetisieren können.&lt;br /&gt;
* Gelegentlich wird behauptet, die Wiedergabe würde sich verbessern, wenn man die Außenkante einer CD abschrägt. Eine Vorrichtung dafür kostet knapp 500 Euro, durch das Anschleifen würde &amp;quot;vagabundierendes Laserlicht&amp;quot; des Abstastlasers unschädlich gemacht und der Klang dadurch &amp;quot;luftiger, räumlicher, freier&amp;quot;.&lt;br /&gt;
* Auch ist ein &amp;quot;Original Transformer&amp;quot; erhältlich, der als ein Zauberstab aus einer Bronzelegierung mit &amp;quot;besonders feiner kristalliner Metallstruktur&amp;quot; beschrieben wird. Er wird sogar einzeln in Handarbeit getestet. Auf damit abgeriebene CDs, Kabel, Stecker oder Lautsprecherchassis würde &amp;quot;Energie&amp;quot; übertragen. Das führt laut Hersteller zu einer deutlichen Klangverbesserung. Insbesondere Frauenstimmen auf der CD sollen davon profitieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kabel-Voodoo===&lt;br /&gt;
*Lautsprecherkabel. Es sind Lautsprecherkabel im Handel, die einen unnötig großen Leiterquerschnitt aufweisen oder aus unnötig teuren Materialien (&amp;quot;Reinsilber-Kabel&amp;quot;) hergestellt werden. Bestrebungen, den Widerstand der Lautsprecherkabel wesentlich unter 1&amp;amp;nbsp;&amp;amp;Omega; (Ohm) zu senken, sind aber schon deshalb technisch unsinnig, weil in Reihe mit den Anschlüssen immer der ohmsche Widerstand des Lautsprechers liegt (also der Kupferwiderstand der Schwingspule). bei einem 8-Ohm-Lautsprecher beträgt dieser typisch 3 bis 4&amp;amp;nbsp;&amp;amp;Omega;. Für die üblichen Kabellängen im Wohnzimmer reicht deshalb ein Leiterquerschnitt von 1,5&amp;amp;nbsp;mm&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; völlig aus. Die Kapazität zwischen den Leitern eines Lautsprecherkabels kann entgegen den Behauptungen einiger Hifi-Enthusiasten ebenfalls vernachlässigt werden. Ein 10&amp;amp;nbsp;m langes Kabel hat eine Kapazität von vielleicht 1&amp;amp;nbsp;nF. Damit ist beträgt der kapazitive Widerstand zwischen den Adern selbst bei 20&amp;amp;nbsp;kHz noch etwa 8&amp;amp;nbsp;k&amp;amp;Omega; und ist damit gegenüber der parallel liegenden Quellimpedanz des Verstärkers von weit unter 1&amp;amp;nbsp;&amp;amp;Omega; irrelevant. Auch die Induktivität des Kabels spielt keine Rolle, und zwar schon allein deshalb, weil sie im Ersatzschaltbild in Serie mit der sehr viel größeren Induktivität der Schwingspule des Lautsprechers liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;M. Zollner, E. Zwicker: Elektroakustik. 3. Auflage, Kap. 6 &amp;quot;Betriebsverhalten von realen Wandlern&amp;quot;. Springer-Verlag 1993&amp;lt;/ref&amp;gt; Manche Hersteller verkaufen auch so genannte &amp;quot;aktive Lautsprecherkabel&amp;quot; oder es wird ein absurdes Konzept von klanglich &amp;quot;eingebrannten&amp;quot; Kabeln vertreten, die sich von baugleichen Kabeln durch einen besseren Höreindruck unterscheiden würden. Für den Niederfrequenzbereich ist auch der aus der Hochfrequenztechnik bekannte Skineffekt unerheblich.&lt;br /&gt;
*Kabelklang. Es werden Kabel zur Verbindung von Heimelektronikkomponenten beworben, denen vom Hersteller bestimmte Wundereigenschaften zugesagt werden. So gibt es Kabel, bei deren Einsatz es zu einer Erhöhung der Dynamik käme, oder einer &amp;quot;verbesserten Tiefenstaffelung&amp;quot; oder &amp;quot;besonders guten Räumlichkeit&amp;quot;. Bei Kabeln mit niedriger Leitungskapazität und einem sehr dünnen Innenleiter kann es bei &amp;quot;hochohmigen&amp;quot; Anwendungen (z.B. Röhrentechnik) zu einem &amp;quot;Mikrofonieeffekt&amp;quot; durch das Kabel selbst kommen.&lt;br /&gt;
*Netzkabel. Auch für die wenigen Meter von Verstärker zur Steckdose werden spezielle Kabel angeboten. Selbst unter Annahme einer &amp;quot;Hochleistungsparty&amp;quot; oder Veranstaltung, bei der zweimal 400 Watt eingesetzt werden, ergeben sich bei 1400 Watt Gesamtleistungsaufnahme Spitzenströme von weniger als 7&amp;amp;nbsp;A aus dem Netz und bei einem üblichen zwei Meter langen Netzkabel von 0,75&amp;amp;nbsp;mm&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; ergibt sich ein nur sehr geringer und &amp;quot;unhörbarer&amp;quot; Spannungsabfall von 0,6 Volt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Voodoo-Sicherungen===&lt;br /&gt;
*Im Handel sind beispielsweise 19,90 Euro teure Feinsicherungen einer Firma PADIS. Sie sollen die normalen Feinsicherungen ersetzen, wie sie auch in Hifi-Geräten eingebaut sind. Der etwa hundertfach höhere Preis wird damit begründet, dass sie induktionsarm, antimagnetisch und resonanzarm seien, alles Eigenschaften, die auf übliche Schmelzsicherungen aber genauso zutreffen. Der Hersteller bewirbt die Sicherungen damit, dass sich bei Anwendung eine &amp;quot;enorme Steigerung der Feindynamik und Auflösung&amp;quot; einstelle und &amp;quot;Luft um Instrumente und Stimmen greifbarer&amp;quot; erschienen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.dienadel.de/PADIS+Progressive+Audio+Distribution+High-End+Performance+Feinsicherung+5x20mm.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bericht über Sicherungen in &amp;#039;&amp;#039;Stereo&amp;#039;&amp;#039; 2/2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Vorrichtungen zur Raumklangverbesserung===&lt;br /&gt;
Dazu gehören&lt;br /&gt;
*Besondere Sockel zur Aufstellung von Lautsprechern&lt;br /&gt;
*Hölzerne Halbkugeln, die entweder auf die elektrischen Geräte und die Kabel direkt gelegt, oder einfach im Raum platziert werden sollen. Die Holzhalbkugeln &amp;quot;harmonisieren&amp;quot; dann die elektromagnetischen Felder. Sie sind mit speziellen Materialien gefüllt und in verschiedenen Größen erhältlich.&lt;br /&gt;
*Ähnliche Gebilde sind auch aus Metall erhältlich, beispielsweise &amp;quot;Eichmann Topper&amp;quot;, das sind aus Aluminiumprofil gesägte Klötze, die auf Lautsprecherboxen, Verstärker oder CD-Player gelegt werden, womit ein nicht näher erklärtes &amp;quot;Resonanzproblem&amp;quot; gelöst werden soll. Das Ergebnis sei ein &amp;quot;trockener Bass&amp;quot; und eine &amp;quot;plastischere Abbildung&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wunderlautsprecher===&lt;br /&gt;
*[[Naturschallwandler]] mit angeblichen Heilwirkungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Farbe und Lack===&lt;br /&gt;
* Bestimmte Lacke, z.B. [[C37|C37-Lack]], auf Lautsprecher, Hifi-Geräte oder darin befindliche elektronische Bauteile aufgetragen, sollen den Klang verbessern. Berichtet wird sogar von Versuchen, die Soundqualität einer Sony Playstation durch Lackieren der Hauptplatine mit einem solchen Produkt anzuheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Rolle der Fachzeitschriften==&lt;br /&gt;
Bestimmte Fachzeitschriften spielen eine wichtige Rolle bei der Vermarktung von Hifi-Voodoo. Das Veröffentlichen von einschlägigen Anzeigen förderte und fördert weiter den Absatz derartiger Produkte. Hinzu kommen Artikel, in denen diese Produkte lobend erwähnt werden. Der Streit um Hifi-Voodoo-Produkte und entsprechenden Tests führte zu regelrechten Glaubenskriegen, bei denen sich einzelne Publikationen positionierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zitate==&lt;br /&gt;
*Schon 1967 war in einem Buch über Hifi-Technik zu lesen: &amp;#039;&amp;#039;Leider gibt es auf kaum einen vergleichbaren Gebiet eine solche Mischung von Glauben und Aberglauben wie in der HiFi-Stererophonie. Hoffentlich fallen nicht auch Sie in die Hände jenes Fachhändlers der seine Kunden in langen Monologen zu überzeugen sucht, daßss überhaupt nur Lautsprechermembranen aus afrikanischem Steppengras entfernte Aussichten haben, jemals HiFi-Qualität zu vermitteln. Oder jenes Fachhändlers, der in vertraulicher direkter Korrespondenz mit einem maßgeblichen Hersteller von Transistoren erfahren haben will, daß man zukünftig wieder auf Röhren übergehen wird, weil bei Transistoren ein völlig neuartiger und ungeklärter Klirrfaktor entstehe. Diese &amp;quot;vertrauliche&amp;quot; Information gibt er aber fleißig an jeden Kunden weiter.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Curt Menke: &amp;#039;&amp;#039;Sterero und HiFi. Das Erlebnis des dredimensonalen Klanges&amp;#039;&amp;#039;, Seite 74. München: Südwest-Verlag, 1967&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks und Literatur==&lt;br /&gt;
*[http://www.scienceblogs.de/weitergen/2010/03/staunen-im-hifi-voodoo-land.php Blog Weitergen: &amp;#039;&amp;#039;Staunen im Hifi Voodoo-Land&amp;#039;&amp;#039;, März 2010]&lt;br /&gt;
*[http://www.hifi-forum.de/viewforum-18.html Ein Diskussionsforum zum Thema]&lt;br /&gt;
*http://www.hifiaktiv.at/diverses/realistische_betrachtungen.htm&lt;br /&gt;
*P. Leick: Hi-Fi-Tuning: Physik oder Esoterik? Skeptiker 3/2010, 120-123&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Schallanwendung]]&lt;br /&gt;
[[category:Scharlatanerie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Traditionelle_Chinesische_Medizin&amp;diff=59940</id>
		<title>Traditionelle Chinesische Medizin</title>
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		<updated>2010-10-31T12:07:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zusammenfassung|&lt;br /&gt;
subj= Unter TCM („Traditionelle Chinesische Medizin“) versteht man eine Sammlung von Diagnose- und Therapiemethoden, die auf chinesische Praxis und Geschichte zurückgeführt werden.&lt;br /&gt;
|fact= Hauptbestandteil ist eine Kräuter- und Heilmedizin, die mit einem althergebrachten Diagnosesystem kombiniert ist. Daneben gehören eine Diätlehre, eine Massagelehre, Akupunktur und Gymnastik (z.B. [[Qigong]]) zur TCM.&lt;br /&gt;
Das Diagnosesystem beruht auf Erkenntnissen aus einer Zeit, als man in China Leichen nicht öffnen durfte, um sie zu sezieren.&lt;br /&gt;
Als Arzneimittel werden in der TCM zu&amp;amp;nbsp;90% pflanzliche Mittel verwendet, daneben aber auch Mittel tierischer oder mineralischer Herkunft.&lt;br /&gt;
|cmnt= Stiftung Warentest schreibt: &lt;br /&gt;
&amp;lt;i&amp;gt;Die Wirksamkeit der TCM ist außer für Kopfschmerzen für keine andere Erkrankung belegt. Die Risiken sind erheblich. Den diagnostischen Techniken der TCM konnte keine Zuverlässigkeit bestätigt werden. [...] TCM ist zur Behandlung von Kopfschmerzen wenig geeignet, zur Diagnose oder Therapie bei allen anderen Erkrankungen nicht geeignet.&amp;lt;/i&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;b&amp;gt;Vorsicht!&amp;lt;/b&amp;gt; TCM-Arzneimittel, die aus China unkontrolliert eingeführt werden, können Schadstoffgrenzwerte überschreiten und internationale Naturschutzabkommen verletzen.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[image:tcm.jpg|400px|thumb]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Traditionelle Chinesische Medizin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (TCM) bezeichnet verschiedene volksmedizinische Behandlungsmethoden und gymnastische Übungen, die in China vor über 2.000&amp;amp;nbsp;Jahren begründet und über die Jahrhunderte hinweg weiterentwickelt wurden. Zu den therapeutischen Verfahren, die in dieser Medizin zur Anwendung kommen, gehören eine eigene TCM-Arzneitherapie, die [[Akupunktur]] und [[Moxibustion]] (Erwärmung von Akupunkturpunkten), eine eigene Massage (Tuina Anmo), eine am Wirkmechanismus der Arzneien orientierte Diätetik und gymnastische Bewegungsübungen wie [[Qigong]] und Taijiquan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In China existieren zwei Medizinsysteme nebeneinander, die traditionell-chinesische und die westlich-hochschulmedizinische Richtung. Beide Arztgruppen orientieren sich an der medizinischen Erfahrung und die Patienten wählen sich jeweils jenen Arzt, dessen Fertigkeiten sie gerade benutzen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stark vereinfacht wird nach dem Krankheitsverständnis in der TCM die Fülle abgeleitet, Mangel ausgeglichen, Heißes gekühlt und Kaltes erwärmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zusammenfassende Endbewertung der Stiftung Warentest für die &amp;quot;Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)&amp;quot; kommt zu folgendem Ergebnis: &amp;#039;&amp;#039;[...] Die Wirksamkeit der TCM ist außer für Kopfschmerzen für keine andere Erkrankung belegt. Die Risiken sind erheblich. Den diagnostischen Techniken der TCM konnte keine Zuverlässigkeit bestätigt werden. Eine Nutzen-Risiko-Abwägung fällt bei Kopfschmerzen aufgrund des schwachen Wirksamkeitsnachweises und der bestehenden Risiken eher negativ, für alle anderen Erkrankungen negativ aus. TCM ist zur Behandlung von Kopfschmerzen wenig geeignet, zur Diagnose oder Therapie bei allen anderen Erkrankungen nicht geeignet [...]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Stiftung Warentest &amp;quot;Die andere Medizin&amp;quot; Alternative Heilmethoden für Sie bewertet&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine geraffte Geschichte der TCM==&lt;br /&gt;
In der Frühzeit war die chinesische Medizin von einer Ahnenheilkunde geprägt, die in die Zeit der Shang-Dynastie (2.&amp;amp;nbsp;vorchristliches Jahrtausend) einzuordnen ist. Überlebt hat aus dieser Zeit noch ein Krankheitsverständnis, das einerseits durch Beziehungen zwischen den Lebenden und den Toten geprägt ist, andererseits aber auch durch Wissen über die natürliche Beeinflussung von Leben und Krankheit bestimmt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch folgte der Ahnenheilkunde in der sog. Chou-Zeit (1.&amp;amp;nbsp;vorchristliches Jahrtausend) die Dämonenheilkunde. Die Heilkunde war ein Netzwerk, welches von feindseligen, dämonischen Angriffen geprägt war. Dämonen waren böswillige Geister, die den Körper der Erkrankten heimsuchten. Folgerichtig musste man sich [[Magie|magischer]] Elemente bedienen und diese Dämonen aus- bzw. vertreiben. Es wurden Amulette/Talismane (Fu) oder Siegel (Yin) als Vertreiber eingesetzt. Daneben gab es Bannsprüche, Besprechungsformeln und auch Arzneimittel. Alles in allem war es eine Analogie zu dem auch bei uns heute noch in kirchlichen Kreisen leider gelegentlich betriebenen [[Exorzismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast parallel zur Dämonenheilkunde entwickelte sich das durch die Lehren des Konfuzius (551-479 v.Chr.) beeinflusste Heilkonzept der systematischen Entsprechungen. Es handelte sich letztlich ebenso um eine magisch geprägte Medizin, die sich jedoch nicht mehr auf Personen (also Dämonen) konzentrierte, sondern auf natürliche Entsprechungselemente und aussagekräftigere Symbole abzielte. Ein typisches Beispiel für dieses Konzept ist die sog. Yin-Yang-Lehre. Dabei bedeutet Yin die Schattenseite des Hügels, Yang hingegen dessen Sonnenseite. Das System wurde erweitert und symbolisiert. So entsprach Yin der Dunkelheit, dem weiblichen Prinzip, Kälte, Regen und Feuchtigkeit. Yang wiederum stand für Sonnenschein, das männliche Prinzip, den Sommer oder die Hitze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa 300&amp;amp;nbsp;Jahre vor Chr. entstand eine weitere Lehre, die von Tsou Yen geschaffen wurde – die Fünfhandlungsphasen-Lehre. Dabei wurden konkrete Orientierungselemente in Form von Naturphänomenen (Wasser, Erde, Feuer, Holz, Metall) festgelegt, die in einem Geflecht von 16&amp;amp;nbsp;Wandlungs- bzw. Überwindungsbeziehungen standen. So überwand Erde angeblich Wasser, Wasser hingegen Feuer und Metall überwand Holz. Aus Feuer konnte Asche/Erde und aus Holz wiederum Feuer entstehen. Wie man erkennt, handelt es sich bei dieser Systematik um eine der [[Ayurveda]] ähnliche Denkweise. Dies ist kein Wunder, denn historisch bestanden jahrtausendelang Handels- und kulturelle Beziehungen zwischen Indien und China, die auch weiter in den Norden bis nach Griechenland und Rom reichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht unerwähnt bleiben darf der Taoismus, der in der Anfangsphase des Konfuzianismus quasi ein alternatives philosophisches Modell darstellte. Der religiöse Zweig des Taoismus stand mit dem philosophischen Bereich (Mystik, Quietismus, Körperübungen) und dem naturphilosophisch orientierten Bereich (Yin/ Yang, 5&amp;amp;nbsp;Elemente-Lehre, Wandlung Yi-Jing) in Beziehung. Der Taoismus war auf Langlebigkeit des Menschen ausgerichtet, was nicht nur zufällig an die ayurvedische Lehre vom langen Leben erinnert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf die vermutlich ebenfalls in vorchristliche Zeit (nämlich das 5.&amp;amp;nbsp;vorchristliche Jahrhundert) zu datierende Lehre der Akupunktur soll hier nicht eingegangen werden. Es handelt sich um eine invasive Methode, die mit der Einnahme von ([[Phytotherapie|pflanzlichen]]) Arzneien nichts zu tun hat. Bemerkenswert ist jedoch noch die sog. Moxibustion, bei der Heilkräuter auf bestimmten Akupunkturpunkten verbrannt wurden. Die Einstichpunkte orientierten sich primär am Sitz vermuteter böser Geister – z.B. dem Dämonenherz, der Dämonenhalle, der Dämonenlage oder dem Dämonenweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwechslungen aus Unkenntnis==&lt;br /&gt;
Im Westen wird die TCM gerne mit der Akupunktur oder Qigong in einen Topf geworfen, aber dies ist Trugschluss. Die TCM gliedert sich in verschiedene Bereiche, wobei die Akupunktur oder gymnastische Übungen eher untergeordnete Gebiete darstellen. Es dominiert vielmehr eine Kräuter- und Heilmittelmedizin in der TCM, die mit einem althergebrachten Diagnosesystem kombiniert ist. Viele Missverständnisse, Fehleinschätzungen und Vorurteile, die im Westen gegenüber der TCM bestehen, basieren darauf, dass man in China nach der politischen Öffnung begonnen hat, Ausländern für harte Devisen die chinesische Medizin quasi wie einen Exportartikel anzudienen. Angebliches oder tatsächliches authentisches Wissen der TCM wird schlicht und ergreifend vermarktet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausbildung der ärztlichen Therapeuten in China beträgt je nach Universität 5-8&amp;amp;nbsp;Jahre und beinhaltet entweder die TCM- oder die hochschulmedizinische Ausrichtung. In jedem Fall wird jeweils ein Ausbildungsjahr im anderen Sektor verbracht. So kommt es zu einer gesunden Vermischung beider Sektoren und dies ist auch die Ursache, dass aus der chinesischen Volksmedizin stammende Heilmittel innerhalb Chinas nach entsprechender klinischer Prüfung ihren Weg in die Hochschulmedizin gefunden haben (vgl. Rotes Reismehl).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ein unterschiedlicher Denkansatz?==&lt;br /&gt;
Immer wieder entsteht im Westen der Eindruck, die TCM sei ein gänzlich anderes System der Diagnose und Therapie des Menschen. Sie wird gern mit dem Modebegriff &amp;#039;[[Ganzheitlichkeit|ganzheitlich]]&amp;#039; geschmückt, was aber nicht der Realität entspricht. Die TCM ist eine praktische Medizin, deren Ursprung von einem großen Manko geprägt war: die chinesischen Vorstellungen über das Innere des menschlichen Organismus wurden anfänglich nicht durch Sektionen von Leichen, also dem Erwerb anatomischer Kenntnisse, gebildet. Grund dafür war ein viele Jahrhunderte geltendes Verbot zur Leichenöffnung. Es war vielen Ärzten also gar nicht möglich, Anatomie zu betreiben. Man war auf Übermittlungen dieses Wissens aus Indien und dem arabischen Raum angewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die äußere Beobachtung des Menschen versuchte man, diese Lücken auszugleichen. Wie aber bereits bei der Ayurveda beschrieben, kann selbst die genaueste Beobachtung des Verhaltens oder der Äußerlichkeiten des Menschen wie auch die Analyse von Körpersäften wie Blut, Speichel, Schweiß, Sekreten, Auswurf, Urin und Stuhl beim besten Willen keine umfängliche Bewertung des Inneren ermöglichen. Man mag zwar eine ganze Reihe von halbwegs korrekten Analogieschlüssen ziehen, aber wirkliche Sicherheit gewinnt man nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Westen wurde durch die anatomischen Lehren, die vor allem im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert durch die in Europa stattfindende mikroskopische Entwicklung stark befördert wurden, hingegen im Rahmen der Hochschulmedizin die Basis für die Diagnostik. Diese Stütze fehlte der TCM vollständig und dies machte sie auf den ersten Blick scheinbar minderwertig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt es in der TCM keinen Diagnose, die eine Hypercholesterinämie definiert. Man beschreibt jedoch klinisch korrekt körperliche Symptome, die auch ein Hypercholesterinämie-Patient zeigt. Dies kann von Kurzatmigkeit über schnelle Ermüdbarkeit bis zu Herzschmerzen reichen. Man interpretiert dann diese Symptome, ordnet sie in das TCM-Raster ein und behandelt sie. Interessanterweise werden dann durchaus immer wieder korrekte Arzneimittel verwendet, die entweder die Symptome oder sogar das zugrunde liegende Leiden gezielt behandeln können. Es bleibt aber immer die Gefahr, dass ein TCM-Therapeut und ein Hochschulmediziner bei der Diagnose aneinander vorbei reden. Der erste betreibt eine an groben, äußerlichen Befunden orientierte Diagnostik und Therapie, der zweite eine möglichst zielgenaue, apparativ gestützte Therapie. Aus diesem Grund ist es zwangsläufig, dass beide Herangehensweisen auch unterschiedliche Krankheitsklassifikationen verwenden müssen. Wer hier nicht die möglichen Überschneidungen zu erkennen vermag, verliert leicht den Überblick und begeht den Fehler, potentiell wirksame TCM-Produkte abzuwerten. Das Gegenteil ist ebenso möglich - es wird nicht selten ein in Wirklichkeit unwirksames oder sogar gefährliches TCM-Produkt zu einem Wundermittel hochgejubelt. Man erkennt dies z.B. bei [[Mahuang]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fünf Wandlungsphasen-Lehre und ihr Einfluss in der TCM==&lt;br /&gt;
Neben der Polarität zwischen Yin und Yang haben fünf Wandlungsphasen eine grundlegende Bedeutung in der TCM. Holz wird als das kleine Yang bezeichnet und der Leber zugeordnet. Feuer ist das große Yang und wird dem Herzen zugeschrieben. Metall ist das kleine Yin und steht für die Lunge, Wasser ist das große Yin und steht natürlich für die Niere. Die Erde wird mit Milz und Magen in Verbindung gebracht, was auch ein naheliegender (wenn auch falscher) Analogieschluss ist. Ist man aufnahmefreudig, voll guten Willens und Ideen, aber trotzdem wenig durchsetzungsfreudig, so schätzt man dies in der TCM als eine Diskrepanz zwischen starker Leber und schwachem Herzen ein, wobei dabei nicht die tatsächlichen Organe gemeint sind!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gehört zu den typischen Missverständnissen in Europa, dass diesen Begriffen bzw. ihren Organzuordnungen die tatsächlichen anatomischen Strukturen zugeordnet werden. Dem ist in der TCM nicht der Fall. Wenn man vom kleinen Yang spricht, bedeutet das nicht automatisch die tatsächliche Leber, sondern lediglich den Bereich des Organismus, der in der TCM dem Funktionskreis Leber zugeordnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich werden noch verschiedene Funktionsabläufe in der TCM beschrieben, die man als Energieflüsse beschreibt. Im Westen versteht man dies als Ch&amp;#039;i und kommt dann schnell zum falschen Schluss, dies mit Karma oder irgendwelchen mutmaßlichen, angeblich realen Energiefeldern (z.B. [[Bioenergetik]]) in einen Topf zu werfen. Dabei ist dies grob falsch, denn die Energieflüsse sind nur Umschreibungen von äußerlich erkennbaren Verhaltensweisen. Die Bedeutung mag an folgenden Ausführungen deutlich werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mitte (orbis lienalis) erfüllt die Aufgabengebiete der Aufnahme und Interaktion mit der Außenwelt.&lt;br /&gt;
* Die Leber (orbis hepaticus) schafft die Voraussetzungen für die Mobilisierung der Aktivität und regelt die Dynamik des Menschen.&lt;br /&gt;
* Das Herz (orbis cardialis) drückt sich durch eine intakte Koordination des Menschen aus.&lt;br /&gt;
* Die Lunge (orbis pulmonalis) reguliert die rhythmischen Fähigkeiten des gesamten Organismus wie Atmung, Herzschlag und das Zusammenspiel der Organe untereinander.&lt;br /&gt;
* Die Niere (orbis renalis) ist Sitz der angeborenen Konstitution und verliert im Laufe des Lebens ihre Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies zeigt, dass die Organbezeichnungen in der TCM mit der anatomischen Entsprechung im Westen nichts zu tun haben. Wer sich jedoch in die dianostische Welt eines der Sektion nicht mächtigen TCM-Therapeuten einzufühlen versucht, wird langsam verstehen, wie man auf solche Denkansätze kommt. Es bleibt einem nämlich gar nichts anderes übrig, wenn man therapeutisch handeln will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Befindlichkeit ist wichtig in der TCM==&lt;br /&gt;
Gerade weil die äußere Beobachtung sowie die Befragung des Patienten die einzige Möglichkeit für den TCM-Therapeuten war, Informationen zu erhalten, liegt es auf der Hand, dass auch der subjektiven Befindlichkeit des Patienten ein hoher Stellenwert eingeräumt wird. Im Westen wird dies positiv empfunden, da hier die Gesprächsseite in der Arzt-Patienten-Beziehung geringer ausgeprägt ist. Letztendlich sollte man sich aber darüber klar sein, dass das Gespräch in der TCM nur einen diagnostischen Charakter besitzt, auch wenn es angenehm erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befragung ist oft sehr ausführlich. Es werden Temperaturempfindungen, Schwitzverhalten, Schmerzen, Beschaffenheit und Besonderheiten von Auswurf, Ausfluss, Urin und Stuhl, Appetenzverhalten wie Hunger und Durst, Schlafverhalten, Funktionszustand von Augen, Ohren, Nase und Geschmack, Menstruationsauffälligkeiten und die Selbsteinschätzung des Allgemeinbefindens abgefragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich untersucht der Arzt den (auch bekleideten!) Patienten, in dem er dessen Haut- und Gesichtsfarbe, die &amp;#039;Kraft der Augen&amp;#039; und die &amp;#039;Form des Fleisches&amp;#039; untersucht. Er beurteilt die Zunge, deren Belag und Form von Bedeutung ist. Er tastet den Puls an der A.&amp;amp;nbsp;radialis und versucht daraus Schlüsse auf den Organismus zu ziehen. Dabei spielt die Pulsstärke, die Pulslänge, seine &amp;#039;Konsistenz&amp;#039; und die &amp;#039;Beweglichkeit des Pulses&amp;#039; eine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Konzept der &amp;#039;Winde&amp;#039;==&lt;br /&gt;
Die TCM betont, dass der Organismus nur durch die Assimilation äußerer Einflüsse lebensfähig ist. Dies bezieht sich auf einen naheliegenden Analogieschluss, denn ohne die Zufuhr von Wasser, Luft und Nahrung ist ein Mensch nicht lange lebensfähig. Die TCM ist aber ebenso der Ansicht, dass der Mensch diesen Einflüssen nicht schutzlos ausgeliefert ist, denn sein Organisationsprinzip würde ihm helfen, Einflüsse zuzulassen oder auszugrenzen. Im Analogiemodell stehen bestimmte Faktoren für die Einflüsse von außen. Sie werden als Winde, Kälte, Feuchtigkeit oder als Verbindung verschiedener dieser Einflüsse bezeichnet. Je nach Reaktion des Organismus (z.B. durch hohes Fieber, Frösteln, geöffnete Hautporen beim Schwitzen) interpretiert dies die TCM als Aktivierung des wei qi, mit dem das Eindringen der Störung verhindert wird. Die Heilmaßnahmen der TCM zielen folgerichtig verstärkt darauf, das wei qi zu stärken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeinflusst ein äußerer Wind den Patienten, kann dieser aber auch verinnerlicht werden, wenn er nicht ausreichend abgewehrt werden kann. Diesen Zustand nennt die TCM dann inneren Wind und mit symptomorientierten Mitteln wird dieser Wind dann bekämpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein gesprochen zielt die TCM auf die Unterstützung der postulierten Regulationsmöglichkeiten des Menschen: auf die Ausscheidung von Schweiß, Urin, Stuhl, Blut, auf die Erweichung, Umwandlung und Ableitung von Schleim, aif die Kräftigung oder Verfügbarmachung von Synthese- und Wachstumsleistungen oder die Zerstreuung und Ableitung scheinbarer pathologischer Produkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==TCM Heilmittel==&lt;br /&gt;
[[image:TCM3.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Die therapeutischen Ziele werden mit ganz unterschiedlichen Arzneimitteln verfolgt. Dabei kennt die TCM eine mehrere tausend Jahre alte Tradition, diese Mittel in Arzneimittelbüchern aufzuschreiben und der Nachwelt weiterzureichen. Der Begriff &amp;#039;Bücher&amp;#039; ist dabei untertrieben, denn es handelt sich häufig um vielbändige Enzyklopädien, die viele tausend Substanzen beschreiben. Eines der bekanntesten, aber auch jüngsten ist das &amp;#039;Buch der Heilenden Kräuter&amp;#039; aus dem 16. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arzneimittel sind pflanzlicher, tierischer und mineralischer Herkunft; es werden aber auch Fermentationsprodukte (vgl. Rotes Reismehl) benutzt. Die pflanzlichen Produkte dominieren mit etwa 90%. Es werden Wurzeln, Wurzelstöcke, Rinden, Hölzer, Blätter, Zweige, Blüten, Früchte oder Samen benutzt - je nach Pflanze und Anwendungsziel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ursprünglichste Anwendungsform war der Sud (Dekokt). Die gesamte Rezeptur wird in einer entsprechenden Flüssigkeit eingeweicht, erhitzt und etwa 20&amp;amp;nbsp;Minuten gekocht, danach abgekühlt und gefiltert. Daneben finden auch Pulver, Salben, Wachse und wachsartige Zubereitungen, Pasten und Flüssigkeiten ihre Verwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtliche Hindernisse für die TCM in Europa==&lt;br /&gt;
Wer in Deutschland TCM anwenden will, stößt schnell auf massive Probleme. Hauptgrund ist der Umstand, dass es sich bei TCM-Arzneimitteln häufig um Pflanzengemische oder sonstige, nicht standardisierte Zubereitungen handelt. Diese können als Fertigarznei aus formalen Gründen nicht angemeldet werden. Es bleibt hier überwiegend nur der Weg gemäß §&amp;amp;nbsp;21&amp;amp;nbsp;AMG. Der Arzt verordnet eine Zubereitung, der Patient geht damit zum Apotheker, dieser beschafft die Rohware(n) und produziert die Arznei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Weg bedarf keiner Arzneimittelregistrierung, wenn der Apotheker nicht mehr als 99&amp;amp;nbsp;Packungen der gleichen Arznei täglich abgibt. Er darf sie aber nicht versenden (weil in Deutschland immer noch ein Versandverbot für Arzneimittel per Post vom Apotheker an den Endkunden herrscht), sondern nur an seine Endkunden im Einzugsbereich abgeben. Da nur wenige Apotheker die notwendige Sachkunde und Ausstattung zur Beschaffung und Qualitätskontrolle der TCM-Arneimittel besitzen und immer weniger Apotheker über eigene Labore und Verkapselungs- bzw. Zubereitungsmaschinen verfügen, hat es die TCM sehr schwer, in Deutschland Fuß zu fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei gibt es viele Zubereitungen und Gemische, die in China als Fertigarznei direkt im Verkehr sind. Leider kann man diese nicht immer direkt gemäß §&amp;amp;nbsp;73 Abs.&amp;amp;nbsp;3&amp;amp;nbsp;AMG importierten, weil deren Herstellung in China nicht standardisiert ist. Bei einigen Pflanzen fehlen auch die Monographien im Westen, was eine Qualitätskontrolle erschwert. Dies liegt daran, dass eine Reihe von TCM-Heilpflanzen in Europa einfach nicht heimisch sind und importiert werden müssen. Erschwert wird das ganze durch unseriöse Anbieter aus dem Fernen Osten, die keine Probleme damit haben, schwermetall- oder pestizidbelastete Rohware auf den internationalen Markt zu werfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von TCM-Produkten haben nur die Möglichkeit zu versuchen, ihr Produkt als Nahrungsergänzung in den Markt zu bringen. Diese dürfen aber mit Heilaussagen nicht beworben werden und zwar weder bei Ärzten/Apothekern noch beim Patienten selbst. Das führt zur abstrusen Situation, dass wirksame Produkte in einem Graumarkt vertrieben werden müssen, der unlautere und lautere Anbieter kennt und in dem seriös auftretende Anbieter von heilmittelrechtswidrig operierenden Scharlatanen übertönt werden. Letztendlich wird der Verbraucher verunsichert, weil er nur schwer zwischen seriösen und unseriösen Produkten unterscheiden kann. Nicht selten sind auch die Ärzte und Apotheker hier überfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ein Ausweg mit Hindernissen==&lt;br /&gt;
Der Patient sollte sich in Absprache mit seinem ärztlichen Therapeuten und dem Apotheker über TCM-Produkte informieren. Sofern der Produktenanbieter, der meist erst auf Anfrage aus Fachkreisen die Informationen seines Produktes übersenden darf, seriös ist, gelingt eine kooperative Zusammenarbeit. Es gilt jedoch immer, dass nur jene Produkte benutzt werden sollten, die einen Wirksamkeitsnachweis besitzen oder zumindest ihre gute Verträglichkeit und Sicherheit zeigen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefahren==&lt;br /&gt;
Durch die Verwendung von exotischen Pflanzen, die unbekannte Mengen an verschiedenen, teils ungetesteten Inhaltsstoffen enthalten sowie den möglichen Gehalt der Mittel an Schadstoffen kann es zu teilweise schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen. Beispielsweise wurden in Deutschland, aufgrund eines Stufenplanverfahrens  (vom 3.&amp;amp;nbsp;Juni 1981), alle „Aristolochiasäure-haltigen Human- und Tierarzneimittel, einschließlich phytotherapeutischer und homöopathischer Arzneimittel, die unter Verwendung Aristolochiasäure-haltiger Pflanzen hergestellt werden“, verboten. Neben den karzinogenen (krebserregenden) Eigenschaften sind Aristolochiasäuren stark nephrotoxisch (nierenschädigend).&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bfs-ev.de/index.php?menuid=27&amp;amp;reporeid=1205&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch auch nach dem Verbot taucht Aristolochiasäure, begünstigt durch den Vertrieb über das Internet, immer wieder in Naturheilmitteln auf, so 1992 in Belgien in dem Schlankheitsmittel „Fang Ji“. Damals hatten die Hersteller aufgrund eines Übersetzungsfehlers statt „Han Fang Ji“ (&amp;#039;&amp;#039;Stephania tetrandra&amp;#039;&amp;#039;) „Guang Fang Ji“ (&amp;#039;&amp;#039;Aristolochia fangchi&amp;#039;&amp;#039;) in die Präparate gemischt. Etliche Anwenderinnen wurden dialysepflichtig, einige entwickelten später Karzinome in den ableitenden Harnwegen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=30886&amp;lt;/ref&amp;gt; 39&amp;amp;nbsp;Frauen mussten die Nieren prophylaktisch entfernen lassen, weil sie Schlankheitstees mit Aristolochiasäure zum Abnehmen getrunken hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10841870&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anmerkungen zum Artenschutz==&lt;br /&gt;
[[image:dead_tiger.jpg|left|Tigerkadaver|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:bär.jpg|Gefangen gehaltene Asiatische Schwarzbären zur Gewinnung von Galle|thumb]]&lt;br /&gt;
Die Traditionelle Chinesische Medizin verwendet nicht nur Materialien pflanzlicher, sondern auch tierischer Herkunft.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.sciencebasedmedicine.org/?p=432&amp;lt;/ref&amp;gt; Besonders beliebt sind z.B. Mittel zur Potenzsteigerung, wie z.B. Tigerknochen, Rhinozeroshörner und Schlangen(teile). Ein weiteres chinesisches Tigerprodukt ist der Tigerknochenwein. Die Gewinnung von Rohstoffen für die TCM ist eine wichtige Ursache für das Aussterben einiger Tierarten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,636780,00.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,146139,00.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.wwf.de/presse/details/news/bestandszahlen_2009_tiger_am_abgrund/&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://help.orf.at/?story=8403&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele für die Gefährdung von Tierarten durch die TCM sind der massenhafte Fang von Seepferdchen&amp;lt;ref&amp;gt;http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=25604186&amp;amp;top=SPIEGEL&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bio.tamu.edu/USERS/ajones/pubs_files/news/ROESSIGER_Seepferdchen.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; oder Haien (Haiknorpel&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=4796&amp;lt;/ref&amp;gt;) zu &amp;quot;medizinischen&amp;quot; Zwecken, wodurch einige dieser Arten bereits vom Aussterben bedroht sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ursodeoxycholsäure]], ein weiteres Mittel der Traditionellen Chinesischen Medizin, das in der Galle des Asiatischen Schwarzbären vorkommt, bringt bei deren Gewinnung in sog. Bärenfarmen unvorstellbare Tierquälerei für circa 10.000 Asiatische Schwarzbären mit sich.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.geo.de/GEO/natur/tiere/3599.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch dutzende Primatenarten sind in bestimmten traditionellen Heilmethoden und für magische Rituale begehrt und werden in diesem Zusammenhang zur Rohstoffgewinnung bejagt. 47 Primatenspezies werden aufgrund angeblich heilender Wirkung, 34 aufgrund ihrer &amp;quot;magischen Kräfte&amp;quot; und 20 wegen beider Gründe regelmäßig gejagt und getötet. So soll beispielsweise das Fleisch des Schwarzgesichtklammeraffen (Ateles chamek) und des Haubenkapuziners (Cebus aplella) sechs verschiedene Erkrankungen heilen. In Bolivien werden Klammeraffen gegen Schlangen- und Spinnenbisse, Fieber, Erkältungen, Husten, Schulterschmerzen, Schlafprobleme und Leishmaniose gegessen. In Indien soll das Blut von Makaken gegen Asthma helfen. In Sierra Leone bekommen Kinder kleine Knochen von Schimpansen um den Bauch oder um das Handgelenk gebunden, da es den Aberglauben gibt, dies würde sie stärker machen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rômulo R. N. ALVES, Wedson M. S. SOUTO, Raynner R. D. BARBOZA: &amp;#039;&amp;#039;Primates in traditional folk medicine: a world overview&amp;#039;&amp;#039;, Mammal Review, Volume 40 Issue 2, Seiten 155 - 180. 9.3.2010&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://derstandard.at/1269448635345/Dutzende-Primatenspezies-Opfer-von-traditioneller-Medizin-und-Magie&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Pflanzenarten werden durch die Nutzung in der TCM aufgrund der massenhaften Entnahme aus der Natur in ihrem Bestand gefährdet. Ein Beispiel dafür ist der Asiatische [[Ginseng]] (&amp;#039;&amp;#039;Panax ginseng&amp;#039;&amp;#039;), der als Wildpflanze vom Aussterben bedroht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Eckart WU: Geschichte der Medizin. Springer Verlag, Berlin, 3. Aufl., 33-36, 1998&lt;br /&gt;
* Stöger EA, Zhicen L, Zhao D, Yuan S, Friedl F: Arzneibuch der chinesischen Medizin. Dt. Apotheker Verlag, Stuttgart, 2001&lt;br /&gt;
* Huston, Peter: China, Chi, and Chicanery – Examining Traditional Chinese Medicine and Chi Theory, Skeptical Inquirer, September/Oktober 1995, vol. 19, 5&lt;br /&gt;
* Barry L. Beyerstein / Wallace Sampson: Traditional Medicine and Pseudoscience in China: A Report of the Second CSICOP Delegation . Skeptical Inquirer, Juli / August 1996, vol. 20, 4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.neuro24.de/chinesischemedizin.htm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Paralex}}&lt;br /&gt;
[[category:TCM]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Traditionelle_Chinesische_Medizin&amp;diff=59934</id>
		<title>Traditionelle Chinesische Medizin</title>
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		<updated>2010-10-31T11:57:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Zusammenfassung|&lt;br /&gt;
subj= Unter TCM („Traditionelle Chinesische Medizin“) versteht man eine Sammlung von Diagnose- und Therapiemethoden, die auf chinesische Praxis und Geschichte zurückgeführt werden.&lt;br /&gt;
|fact= Hauptbestandteil ist eine Kräuter- und Heilmedizin, die mit einem althergebrachten Diagnosesystem kombiniert ist. Daneben gehören eine Diätlehre, eine Massagelehre, Akupunktur und Gymnastik (z.B. [[Qigong]]) zur TCM.&lt;br /&gt;
Das Diagnosesystem beruht auf Erkenntnissen aus einer Zeit, als man in China Leichen nicht öffnen durfte, um sie zu sezieren.&lt;br /&gt;
Als Arzneimittel werden in der TCM zu&amp;amp;nbsp;90% pflanzliche Mittel verwendet, daneben aber auch Mittel tierischer oder mineralischer Herkunft.&lt;br /&gt;
|cmnt= Stiftung Warentest schreibt: &lt;br /&gt;
&amp;lt;i&amp;gt;Die Wirksamkeit der TCM ist außer für Kopfschmerzen für keine andere Erkrankung belegt. Die Risiken sind erheblich. Den diagnostischen Techniken der TCM konnte keine Zuverlässigkeit bestätigt werden. [...] TCM ist zur Behandlung von Kopfschmerzen wenig geeignet, zur Diagnose oder Therapie bei allen anderen Erkrankungen nicht geeignet.&amp;lt;/i&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;b&amp;gt;Vorsicht!&amp;lt;/b&amp;gt; TCM-Arzneimittel, die aus China unkontrolliert eingeführt werden, können Schadstoffgrenzwerte überschreiten und internationale Naturschutzabkommen verletzen.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[image:tcm.jpg|400px|thumb]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Traditionelle Chinesische Medizin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (TCM) bezeichnet verschiedene volksmedizinische Behandlungsmethoden und gymnastische Übungen, die in China vor über 2.000&amp;amp;nbsp;Jahren begründet und über die Jahrhunderte hinweg weiterentwickelt wurden. Zu den therapeutischen Verfahren, die in dieser Medizin zur Anwendung kommen, gehören eine eigene TCM-Arzneitherapie, die [[Akupunktur]] und [[Moxibustion]] (Erwärmung von Akupunkturpunkten), eine eigene Massage (Tuina Anmo), eine am Wirkmechanismus der Arzneien orientierte Diätetik und gymnastische Bewegungsübungen wie [[Qigong]] und Taijiquan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In China existieren zwei Medizinsysteme nebeneinander, die traditionell-chinesische und die westlich-hochschulmedizinische Richtung. Beide Arztgruppen orientieren sich an der medizinischen Erfahrung und die Patienten wählen sich jeweils jenen Arzt, dessen Fertigkeiten sie gerade benutzen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stark vereinfacht wird nach dem Krankheitsverständnis in der TCM die Fülle abgeleitet, Mangel ausgeglichen, Heißes gekühlt und Kaltes erwärmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zusammenfassende Endbewertung der Stiftung Warentest für die &amp;quot;Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)&amp;quot; kommt zu folgendem Ergebnis: &amp;#039;&amp;#039;[...] Die Wirksamkeit der TCM ist außer für Kopfschmerzen für keine andere Erkrankung belegt. Die Risiken sind erheblich. Den diagnostischen Techniken der TCM konnte keine Zuverlässigkeit bestätigt werden. Eine Nutzen-Risiko-Abwägung fällt bei Kopfschmerzen aufgrund des schwachen Wirksamkeitsnachweises und der bestehenden Risiken eher negativ, für alle anderen Erkrankungen negativ aus. TCM ist zur Behandlung von Kopfschmerzen wenig geeignet, zur Diagnose oder Therapie bei allen anderen Erkrankungen nicht geeignet [...]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Stiftung Warentest &amp;quot;Die andere Medizin&amp;quot; Alternative Heilmethoden für Sie bewertet&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine geraffte Geschichte der TCM==&lt;br /&gt;
In der Frühzeit war die chinesische Medizin von einer Ahnenheilkunde geprägt, die in die Zeit der Shang-Dynastie (2.&amp;amp;nbsp;vorchristliches Jahrtausend) einzuordnen ist. Überlebt hat aus dieser Zeit noch ein Krankheitsverständnis, das einerseits durch Beziehungen zwischen den Lebenden und den Toten geprägt ist, andererseits aber auch durch Wissen über die natürliche Beeinflussung von Leben und Krankheit bestimmt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch folgte der Ahnenheilkunde in der sog. Chou-Zeit (1.&amp;amp;nbsp;vorchristliches Jahrtausend) die Dämonenheilkunde. Die Heilkunde war ein Netzwerk, welches von feindseligen, dämonischen Angriffen geprägt war. Dämonen waren böswillige Geister, die den Körper der Erkrankten heimsuchten. Folgerichtig musste man sich [[Magie|magischer]] Elemente bedienen und diese Dämonen aus- bzw. vertreiben. Es wurden Amulette/Talismane (Fu) oder Siegel (Yin) als Vertreiber eingesetzt. Daneben gab es Bannsprüche, Besprechungsformeln und auch Arzneimittel. Alles in allem war es eine Analogie zu dem auch bei uns heute noch in kirchlichen Kreisen leider gelegentlich betriebenen [[Exorzismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast parallel zur Dämonenheilkunde entwickelte sich das durch die Lehren des Konfuzius (551-479 v.Chr.) beeinflusste Heilkonzept der systematischen Entsprechungen. Es handelte sich letztlich ebenso um eine magisch geprägte Medizin, die sich jedoch nicht mehr auf Personen (also Dämonen) konzentrierte, sondern auf natürliche Entsprechungselemente und aussagekräftigere Symbole abzielte. Ein typisches Beispiel für dieses Konzept ist die sog. Yin-Yang-Lehre. Dabei bedeutet Yin die Schattenseite des Hügels, Yang hingegen dessen Sonnenseite. Das System wurde erweitert und symbolisiert. So entsprach Yin der Dunkelheit, dem weiblichen Prinzip, Kälte, Regen und Feuchtigkeit. Yang wiederum stand für Sonnenschein, das männliche Prinzip, den Sommer oder die Hitze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa 300&amp;amp;nbsp;Jahre vor Chr. entstand eine weitere Lehre, die von Tsou Yen geschaffen wurde – die Fünfhandlungsphasen-Lehre. Dabei wurden konkrete Orientierungselemente in Form von Naturphänomenen (Wasser, Erde, Feuer, Holz, Metall) festgelegt, die in einem Geflecht von 16&amp;amp;nbsp;Wandlungs- bzw. Überwindungsbeziehungen standen. So überwand Erde angeblich Wasser, Wasser hingegen Feuer und Metall überwand Holz. Aus Feuer konnte Asche/Erde und aus Holz wiederum Feuer entstehen. Wie man erkennt, handelt es sich bei dieser Systematik um eine der [[Ayurveda]] ähnliche Denkweise. Dies ist kein Wunder, denn historisch bestanden jahrtausendelang Handels- und kulturelle Beziehungen zwischen Indien und China, die auch weiter in den Norden bis nach Griechenland und Rom reichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht unerwähnt bleiben darf der Taoismus, der in der Anfangsphase des Konfuzianismus quasi ein alternatives philosophisches Modell darstellte. Der religiöse Zweig des Taoismus stand mit dem philosophischen Bereich (Mystik, Quietismus, Körperübungen) und dem naturphilosophisch orientierten Bereich (Yin/ Yang, 5&amp;amp;nbsp;Elemente-Lehre, Wandlung Yi-Jing) in Beziehung. Der Taoismus war auf Langlebigkeit des Menschen ausgerichtet, was nicht nur zufällig an die ayurvedische Lehre vom langen Leben erinnert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf die vermutlich ebenfalls in vorchristliche Zeit (nämlich das 5.&amp;amp;nbsp;vorchristliche Jahrhundert) zu datierende Lehre der Akupunktur soll hier nicht eingegangen werden. Es handelt sich um eine invasive Methode, die mit der Einnahme von ([[Phytotherapie|pflanzlichen]]) Arzneien nichts zu tun hat. Bemerkenswert ist jedoch noch die sog. Moxibustion, bei der Heilkräuter auf bestimmten Akupunkturpunkten verbrannt wurden. Die Einstichpunkte orientierten sich primär am Sitz vermuteter böser Geister – z.B. dem Dämonenherz, der Dämonenhalle, der Dämonenlage oder dem Dämonenweg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwechslungen aus Unkenntnis==&lt;br /&gt;
Im Westen wird die TCM gerne mit der Akupunktur oder Qigong in einen Topf geworfen, aber dies ist Trugschluss. Die TCM gliedert sich in verschiedene Bereiche, wobei die Akupunktur oder gymnastische Übungen eher untergeordnete Gebiete darstellen. Es dominiert vielmehr eine Kräuter- und Heilmittelmedizin in der TCM, die mit einem althergebrachten Diagnosesystem kombiniert ist. Viele Missverständnisse, Fehleinschätzungen und Vorurteile, die im Westen gegenüber der TCM bestehen, basieren darauf, dass man in China nach der politischen Öffnung begonnen hat, Ausländern für harte Devisen die chinesische Medizin quasi wie einen Exportartikel anzudienen. Angebliches oder tatsächliches authentisches Wissen der TCM wird schlicht und ergreifend vermarktet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausbildung der ärztlichen Therapeuten in China beträgt je nach Universität 5-8&amp;amp;nbsp;Jahre und beinhaltet entweder die TCM- oder die hochschulmedizinische Ausrichtung. In jedem Fall wird jeweils ein Ausbildungsjahr im anderen Sektor verbracht. So kommt es zu einer gesunden Vermischung beider Sektoren und dies ist auch die Ursache, dass aus der chinesischen Volksmedizin stammende Heilmittel innerhalb Chinas nach entsprechender klinischer Prüfung ihren Weg in die Hochschulmedizin gefunden haben (vgl. Rotes Reismehl).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ein unterschiedlicher Denkansatz?==&lt;br /&gt;
Immer wieder entsteht im Westen der Eindruck, die TCM sei ein gänzlich anderes System der Diagnose und Therapie des Menschen. Sie wird gern mit dem Modebegriff &amp;#039;[[Ganzheitlichkeit|ganzheitlich]]&amp;#039; geschmückt, was aber nicht der Realität entspricht. Die TCM ist eine praktische Medizin, deren Ursprung von einem großen Manko geprägt war: die chinesischen Vorstellungen über das Innere des menschlichen Organismus wurden anfänglich nicht durch Sektionen von Leichen, also dem Erwerb anatomischer Kenntnisse, gebildet. Grund dafür war ein viele Jahrhunderte geltendes Verbot zur Leichenöffnung. Es war vielen Ärzten also gar nicht möglich, Anatomie zu betreiben. Man war auf Übermittlungen dieses Wissens aus Indien und dem arabischen Raum angewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die äußere Beobachtung des Menschen versuchte man, diese Lücken auszugleichen. Wie aber bereits bei der Ayurveda beschrieben, kann selbst die genaueste Beobachtung des Verhaltens oder der Äußerlichkeiten des Menschen wie auch die Analyse von Körpersäften wie Blut, Speichel, Schweiß, Sekreten, Auswurf, Urin und Stuhl beim besten Willen keine umfängliche Bewertung des Inneren ermöglichen. Man mag zwar eine ganze Reihe von halbwegs korrekten Analogieschlüssen ziehen, aber wirkliche Sicherheit gewinnt man nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Westen wurde durch die anatomischen Lehren, die vor allem im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert durch die in Europa stattfindende mikroskopische Entwicklung stark befördert wurden, hingegen im Rahmen der Hochschulmedizin die Basis für die Diagnostik. Diese Stütze fehlte der TCM vollständig und dies machte sie auf den ersten Blick scheinbar minderwertig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gibt es in der TCM keinen Diagnose, die eine Hypercholesterinämie definiert. Man beschreibt jedoch klinisch korrekt körperliche Symptome, die auch ein Hypercholesterinämie-Patient zeigt. Dies kann von Kurzatmigkeit über schnelle Ermüdbarkeit bis zu Herzschmerzen reichen. Man interpretiert dann diese Symptome, ordnet sie in das TCM-Raster ein und behandelt sie. Interessanterweise werden dann durchaus immer wieder korrekte Arzneimittel verwendet, die entweder die Symptome oder sogar das zugrunde liegende Leiden gezielt behandeln können. Es bleibt aber immer die Gefahr, dass ein TCM-Therapeut und ein Hochschulmediziner bei der Diagnose aneinander vorbei reden. Der erste betreibt eine an groben, äußerlichen Befunden orientierte Diagnostik und Therapie, der zweite eine möglichst zielgenaue, apparativ gestützte Therapie. Aus diesem Grund ist es zwangsläufig, dass beide Herangehensweisen auch unterschiedliche Krankheitsklassifikationen verwenden müssen. Wer hier nicht die möglichen Überschneidungen zu erkennen vermag, verliert leicht den Überblick und begeht den Fehler, potentiell wirksame TCM-Produkte abzuwerten. Das Gegenteil ist ebenso möglich - es wird nicht selten ein in Wirklichkeit unwirksames oder sogar gefährliches TCM-Produkt zu einem Wundermittel hochgejubelt. Man erkennt dies z.B. bei [[Mahuang]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Fünf Wandlungsphasen-Lehre und ihr Einfluss in der TCM==&lt;br /&gt;
Neben der Polarität zwischen Yin und Yang haben fünf Wandlungsphasen eine grundlegende Bedeutung in der TCM. Holz wird als das kleine Yang bezeichnet und der Leber zugeordnet. Feuer ist das große Yang und wird dem Herzen zugeschrieben. Metall ist das kleine Yin und steht für die Lunge, Wasser ist das große Yin und steht natürlich für die Niere. Die Erde wird mit Milz und Magen in Verbindung gebracht, was auch ein naheliegender (wenn auch falscher) Analogieschluss ist. Ist man aufnahmefreudig, voll guten Willens und Ideen, aber trotzdem wenig durchsetzungsfreudig, so schätzt man dies in der TCM als eine Diskrepanz zwischen starker Leber und schwachem Herzen ein, wobei dabei nicht die tatsächlichen Organe gemeint sind!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gehört zu den typischen Missverständnissen in Europa, dass diesen Begriffen bzw. ihren Organzuordnungen die tatsächlichen anatomischen Strukturen zugeordnet werden. Dem ist in der TCM nicht der Fall. Wenn man vom kleinen Yang spricht, bedeutet das nicht automatisch die tatsächliche Leber, sondern lediglich den Bereich des Organismus, der in der TCM dem Funktionskreis Leber zugeordnet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich werden noch verschiedene Funktionsabläufe in der TCM beschrieben, die man als Energieflüsse beschreibt. Im Westen versteht man dies als Ch&amp;#039;i und kommt dann schnell zum falschen Schluss, dies mit Karma oder irgendwelchen mutmaßlichen, angeblich realen Energiefeldern (z.B. [[Bioenergetik]]) in einen Topf zu werfen. Dabei ist dies grob falsch, denn die Energieflüsse sind nur Umschreibungen von äußerlich erkennbaren Verhaltensweisen. Die Bedeutung mag an folgenden Ausführungen deutlich werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Mitte (orbis lienalis) erfüllt die Aufgabengebiete der Aufnahme und Interaktion mit der Außenwelt.&lt;br /&gt;
* Die Leber (orbis hepaticus) schafft die Voraussetzungen für die Mobilisierung der Aktivität und regelt die Dynamik des Menschen.&lt;br /&gt;
* Das Herz (orbis cardialis) drückt sich durch eine intakte Koordination des Menschen aus.&lt;br /&gt;
* Die Lunge (orbis pulmonalis) reguliert die rhythmischen Fähigkeiten des gesamten Organismus wie Atmung, Herzschlag und das Zusammenspiel der Organe untereinander.&lt;br /&gt;
* Die Niere (orbis renalis) ist Sitz der angeborenen Konstitution und verliert im Laufe des Lebens ihre Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies zeigt, dass die Organbezeichnungen in der TCM mit der anatomischen Entsprechung im Westen nichts zu tun haben. Wer sich jedoch in die dianostische Welt eines der Sektion nicht mächtigen TCM-Therapeuten einzufühlen versucht, wird langsam verstehen, wie man auf solche Denkansätze kommt. Es bleibt einem nämlich gar nichts anderes übrig, wenn man therapeutisch handeln will.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Befindlichkeit ist wichtig in der TCM==&lt;br /&gt;
Gerade weil die äußere Beobachtung sowie die Befragung des Patienten die einzige Möglichkeit für den TCM-Therapeuten war, Informationen zu erhalten, liegt es auf der Hand, dass auch der subjektiven Befindlichkeit des Patienten ein hoher Stellenwert eingeräumt wird. Im Westen wird dies positiv empfunden, da hier die Gesprächsseite in der Arzt-Patienten-Beziehung geringer ausgeprägt ist. Letztendlich sollte man sich aber darüber klar sein, dass das Gespräch in der TCM nur einen diagnostischen Charakter besitzt, auch wenn es angenehm erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Befragung ist oft sehr ausführlich. Es werden Temperaturempfindungen, Schwitzverhalten, Schmerzen, Beschaffenheit und Besonderheiten von Auswurf, Ausfluss, Urin und Stuhl, Appetenzverhalten wie Hunger und Durst, Schlafverhalten, Funktionszustand von Augen, Ohren, Nase und Geschmack, Menstruationsauffälligkeiten und die Selbsteinschätzung des Allgemeinbefindens abgefragt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich untersucht der Arzt den (auch bekleideten!) Patienten, in dem er dessen Haut- und Gesichtsfarbe, die &amp;#039;Kraft der Augen&amp;#039; und die &amp;#039;Form des Fleisches&amp;#039; untersucht. Er beurteilt die Zunge, deren Belag und Form von Bedeutung ist. Er tastet den Puls an der A.&amp;amp;nbsp;radialis und versucht daraus Schlüsse auf den Organismus zu ziehen. Dabei spielt die Pulsstärke, die Pulslänge, seine &amp;#039;Konsistenz&amp;#039; und die &amp;#039;Beweglichkeit des Pulses&amp;#039; eine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Konzept der &amp;#039;Winde&amp;#039;==&lt;br /&gt;
Die TCM betont, dass der Organismus nur durch die Assimilation äußerer Einflüsse lebensfähig ist. Dies bezieht sich auf einen naheliegenden Analogieschluss, denn ohne die Zufuhr von Wasser, Luft und Nahrung ist ein Mensch nicht lange lebensfähig. Die TCM ist aber ebenso der Ansicht, dass der Mensch diesen Einflüssen nicht schutzlos ausgeliefert ist, denn sein Organisationsprinzip würde ihm helfen, Einflüsse zuzulassen oder auszugrenzen. Im Analogiemodell stehen bestimmte Faktoren für die Einflüsse von außen. Sie werden als Winde, Kälte, Feuchtigkeit oder als Verbindung verschiedener dieser Einflüsse bezeichnet. Je nach Reaktion des Organismus (z.B. durch hohes Fieber, Frösteln, geöffnete Hautporen beim Schwitzen) interpretiert dies die TCM als Aktivierung des wei qi, mit dem das Eindringen der Störung verhindert wird. Die Heilmaßnahmen der TCM zielen folgerichtig verstärkt darauf, das wei qi zu stärken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beeinflusst ein äußerer Wind den Patienten, kann dieser aber auch verinnerlicht werden, wenn er nicht ausreichend abgewehrt werden kann. Diesen Zustand nennt die TCM dann inneren Wind und mit symptomorientierten Mitteln wird dieser Wind dann bekämpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allgemein gesprochen zielt die TCM auf die Unterstützung der postulierten Regulationsmöglichkeiten des Menschen: auf die Ausscheidung von Schweiß, Urin, Stuhl, Blut, auf die Erweichung, Umwandlung und Ableitung von Schleim, aif die Kräftigung oder Verfügbarmachung von Synthese- und Wachstumsleistungen oder die Zerstreuung und Ableitung scheinbarer pathologischer Produkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==TCM Heilmittel==&lt;br /&gt;
[[image:TCM3.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Die therapeutischen Ziele werden mit ganz unterschiedlichen Arzneimitteln verfolgt. Dabei kennt die TCM eine mehrere tausend Jahre alte Tradition, diese Mittel in Arzneimittelbüchern aufzuschreiben und der Nachwelt weiterzureichen. Der Begriff &amp;#039;Bücher&amp;#039; ist dabei untertrieben, denn es handelt sich häufig um vielbändige Enzyklopädien, die viele tausend Substanzen beschreiben. Eines der bekanntesten, aber auch jüngsten ist das &amp;#039;Buch der Heilenden Kräuter&amp;#039; aus dem 16. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Arzneimittel sind pflanzlicher, tierischer und mineralischer Herkunft; es werden aber auch Fermentationsprodukte (vgl. Rotes Reismehl) benutzt. Die pflanzlichen Produkte dominieren mit etwa 90%. Es werden Wurzeln, Wurzelstöcke, Rinden, Hölzer, Blätter, Zweige, Blüten, Früchte oder Samen benutzt - je nach Pflanze und Anwendungsziel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ursprünglichste Anwendungsform war der Sud (Dekokt). Die gesamte Rezeptur wird in einer entsprechenden Flüssigkeit eingeweicht, erhitzt und etwa 20&amp;amp;nbsp;Minuten gekocht, danach abgekühlt und gefiltert. Daneben finden auch Pulver, Salben, Wachse und wachsartige Zubereitungen, Pasten und Flüssigkeiten ihre Verwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtliche Hindernisse für die TCM in Europa==&lt;br /&gt;
Wer in Deutschland TCM anwenden will, stößt schnell auf massive Probleme. Hauptgrund ist der Umstand, dass es sich bei TCM-Arzneimitteln häufig um Pflanzengemische oder sonstige, nicht standardisierte Zubereitungen handelt. Diese können als Fertigarznei aus formalen Gründen nicht angemeldet werden. Es bleibt hier überwiegend nur der Weg gemäß §&amp;amp;nbsp;21&amp;amp;nbsp;AMG. Der Arzt verordnet eine Zubereitung, der Patient geht damit zum Apotheker, dieser beschafft die Rohware(n) und produziert die Arznei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Weg bedarf keiner Arzneimittelregistrierung, wenn der Apotheker nicht mehr als 99&amp;amp;nbsp;Packungen der gleichen Arznei täglich abgibt. Er darf sie aber nicht versenden (weil in Deutschland immer noch ein Versandverbot für Arzneimittel per Post vom Apotheker an den Endkunden herrscht), sondern nur an seine Endkunden im Einzugsbereich abgeben. Da nur wenige Apotheker die notwendige Sachkunde und Ausstattung zur Beschaffung und Qualitätskontrolle der TCM-Arneimittel besitzen und immer weniger Apotheker über eigene Labors und Verkapselungs- bzw. Zubereitungsmaschinen verfügen, hat es die TCM sehr schwer, in Deutschland Fuß zu fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei gibt es viele Zubereitungen und Gemische, die in China als Fertigarznei direkt im Verkehr sind. Leider kann man diese nicht immer direkt gemäß §&amp;amp;nbsp;73 Abs.&amp;amp;nbsp;3&amp;amp;nbsp;AMG importierten, weil deren Herstellung in China nicht standardisiert ist. Bei einigen Pflanzen fehlen auch die Monographien im Westen, was eine Qualitätskontrolle erschwert. Dies liegt daran, dass eine Reihe von TCM-Heilpflanzen in Europa einfach nicht heimisch sind und importiert werden müssen. Erschwert wird das ganze durch unseriöse Anbieter aus dem Fernen Osten, die keine Probleme damit haben, schwermetall- oder pestizidbelastete Rohware auf den internationalen Markt zu werfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von TCM-Produkten haben nur die Möglichkeit zu versuchen, ihr Produkt als Nahrungsergänzung in den Markt zu bringen. Diese dürfen aber mit Heilaussagen nicht beworben werden und zwar weder bei Ärzten/Apothekern noch beim Patienten selbst. Das führt zur abstrusen Situation, dass wirksame Produkte in einem Graumarkt vertrieben werden müssen, der unlautere und lautere Anbieter kennt und in dem seriös auftretende Anbieter von heilmittelrechtswidrig operierenden Scharlatanen übertönt werden. Letztendlich wird der Verbraucher verunsichert, weil er nur schwer zwischen seriösen und unseriösen Produkten unterscheiden kann. Nicht selten sind auch die Ärzte und Apotheker hier überfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ein Ausweg mit Hindernissen==&lt;br /&gt;
Der Patient sollte sich in Absprache mit seinem ärztlichen Therapeuten und dem Apotheker über TCM-Produkte informieren. Sofern der Produktenanbieter, der meist erst auf Anfrage aus Fachkreisen die Informationen seines Produktes übersenden darf, seriös ist, gelingt eine kooperative Zusammenarbeit. Es gilt jedoch immer, dass nur dann Produkte benutzt werden sollten, die einen Wirksamkeitsnachweis besitzen oder zumindest ihre gute Verträglichkeit und Sicherheit zeigen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefahren==&lt;br /&gt;
Durch die Verwendung von exotischen Pflanzen, die unbekannte Mengen an verschiedenen, teils ungetesteten Inhaltsstoffen enthalten sowie den möglichen Gehalt der Mittel an Schadstoffen kann es zu teilweise schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen. Beispielsweise wurden in Deutschland, aufgrund eines Stufenplanverfahrens  (vom 3.&amp;amp;nbsp;Juni 1981), alle „Aristolochiasäure-haltigen Human- und Tierarzneimittel, einschließlich phytotherapeutischer und homöopathischer Arzneimittel, die unter Verwendung Aristolochiasäure-haltiger Pflanzen hergestellt werden“, verboten. Neben den karzinogenen (krebserregenden) Eigenschaften sind Aristolochiasäuren stark nephrotoxisch (nierenschädigend).&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bfs-ev.de/index.php?menuid=27&amp;amp;reporeid=1205&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch auch nach dem Verbot taucht Aristolochiasäure, begünstigt durch den Vertrib über das Internet, immer wieder in Naturheilmitteln auf, so 1992 in Belgien in dem Schlankheitsmitteln „Fang Ji“. Damals hatten die Hersteller aufgrund eines Übersetzungsfehlers statt „Han Fang Ji“ (&amp;#039;&amp;#039;Stephania tetrandra&amp;#039;&amp;#039;) „Guang Fang Ji“ (&amp;#039;&amp;#039;Aristolochia fangchi&amp;#039;&amp;#039;) in die Präparate gemischt. Etliche Anwenderinnen wurden dialysepflichtig, einige entwickelten später Karzinome in den ableitenden Harnwegen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=30886&amp;lt;/ref&amp;gt; 39&amp;amp;nbsp;Frauen mussten die Nieren prophylaktisch entfernen lassen, weil sie Schlankheitstees mit Aristolochiasäure zum Abnehmen getrunken haben.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10841870&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anmerkungen zum Artenschutz==&lt;br /&gt;
[[image:dead_tiger.jpg|left|Tigerkadaver|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:bär.jpg|Gefangen gehaltene Asiatische Schwarzbären zur Gewinnung von Galle|thumb]]&lt;br /&gt;
Die Traditionelle Chinesische Medizin verwendet nicht nur Materialien pflanzlicher, sondern auch tierischer Herkunft.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.sciencebasedmedicine.org/?p=432&amp;lt;/ref&amp;gt; Besonders beliebt sind z.B. Mittel zur Potenzsteigerung, wie z.B. Tigerknochen, Rhinozeroshörner und Schlangen(teile). Ein weiteres chinesisches Tigerprodukt ist der Tigerknochenwein. Die Gewinnung von Rohstoffen für die TCM ist eine wichtige Ursache für das Aussterben einiger Tierarten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,636780,00.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,146139,00.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.wwf.de/presse/details/news/bestandszahlen_2009_tiger_am_abgrund/&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://help.orf.at/?story=8403&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Beispiele für die Gefährdung von Tierarten durch die TCM sind der massenhafte Fang von Seepferdchen&amp;lt;ref&amp;gt;http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=25604186&amp;amp;top=SPIEGEL&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bio.tamu.edu/USERS/ajones/pubs_files/news/ROESSIGER_Seepferdchen.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; oder Haien (Haiknorpel&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=4796&amp;lt;/ref&amp;gt;) zu &amp;quot;medizinischen&amp;quot; Zwecken, wodurch einige dieser Arten bereits vom Aussterben bedroht sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ursodeoxycholsäure]], ein weiteres Mittel der Traditionellen Chinesischen Medizin, das in der Galle des Asiatischen Schwarzbären vorkommt, bringt bei deren Gewinnung in sog. Bärenfarmen unvorstellbare Tierquälerei für circa 10.000 Asiatische Schwarzbären mit sich.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.geo.de/GEO/natur/tiere/3599.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch dutzende Primatenarten sind in bestimmten traditionellen Heilmethoden und für magische Rituale begehrt und werden in diesem Zusammenhang zur Rohstoffgewinnung bejagt. 47 Primatenspezies werden aufgrund angeblich heilender Wirkung, 34 aufgrund ihrer &amp;quot;magischen Kräfte&amp;quot; und 20 wegen beider Gründe regelmäßig gejagt und getötet. So soll beispielsweise das Fleisch des Schwarzgesichtklammeraffen (Ateles chamek) beispielsweise und des Haubenkapuziners (Cebus aplella) sechs verschiedene Erkrankungen heilen. In Bolivien werden Klammeraffen gegen Schlangen- und Spinnenbisse, Fieber, Erkältungen, Husten, Schulterschmerzen, Schlafprobleme und Leishmaniose gegessen. In Indiensoll das Blut von Makaken gegen Asthma helfen. In Sierra Leone bekommen Kinder kleine Knochen von Schimpansen um den Bauch oder um das Handgelenk gebunden, da es den Aberglauben gibt, dies würde sie stärker machen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rômulo R. N. ALVES, Wedson M. S. SOUTO, Raynner R. D. BARBOZA: &amp;#039;&amp;#039;Primates in traditional folk medicine: a world overview&amp;#039;&amp;#039;, Mammal Review, Volume 40 Issue 2, Seiten 155 - 180. 9.3.2010&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://derstandard.at/1269448635345/Dutzende-Primatenspezies-Opfer-von-traditioneller-Medizin-und-Magie&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Pflanzenarten werden durch die Nutzung in der TCM aufgrund der massenhaften Entnahme aus der Natur in ihrem Bestand gefährdet. Ein Beispiel dafür ist der Asiatische [[Ginseng]] (&amp;#039;&amp;#039;Panax ginseng&amp;#039;&amp;#039;), der als Wildpflanze vom Aussterben bedroht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
* Eckart WU: Geschichte der Medizin. Springer Verlag, Berlin, 3. Aufl., 33-36, 1998&lt;br /&gt;
* Stöger EA, Zhicen L, Zhao D, Yuan S, Friedl F: Arzneibuch der chinesischen Medizin. Dt. Apotheker Verlag, Stuttgart, 2001&lt;br /&gt;
* Huston, Peter: China, Chi, and Chicanery – Examining Traditional Chinese Medicine and Chi Theory, Skeptical Inquirer, September/Oktober 1995, vol. 19, 5&lt;br /&gt;
* Barry L. Beyerstein / Wallace Sampson: Traditional Medicine and Pseudoscience in China: A Report of the Second CSICOP Delegation . Skeptical Inquirer, Juli / August 1996, vol. 20, 4&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.neuro24.de/chinesischemedizin.htm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Paralex}}&lt;br /&gt;
[[category:TCM]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Kathrin_Wollmann&amp;diff=50875</id>
		<title>Kathrin Wollmann</title>
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		<updated>2010-07-13T11:41:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kathrin Wollmann&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geb. 1963) ist eine Biologin, die in Berlin eine [[Homöopathie|homöopathische]] Praxis betreibt. Von 1994 bis 2003 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Gewässerschutz und hat dort promoviert.&amp;lt;ref&amp;gt;Wollmann, Kathrin: Struktur, Dynamik und Nahrungsaufnahme des Crustaceenplanktons eines acidotrophen Moorsees. Dissertation der BTU Cottbus 2002&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben Homöopathie bewirbt sie das [[Geistheilen|Geistheil]]-Verfahren &amp;quot;One Light Healing Touch&amp;quot; (OLHT). Wollmann ist Impfgegnerin und empfiehlt dazu Internetseiten von [[Hans Tolzin]] und [[Steffen Rabe]]. Aufmerksamkeit erregte sie 2010 durch eine anscheinend ernst gemeinte Artikelserie mit dem Titel &amp;quot;Homöopathie auf Reisen&amp;quot;, in der sie homöopathische Mittel als &amp;quot;erste Hilfe bei Ertrinken&amp;quot; empfahl.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.vnr.de/b2c/gesundheit/ganzheitliche-gesundheit/homoeopathie/homoeopathie-auf-reisen-erste-hilfe-bei-ertrinken.html Kathrin Wollmann: Homöopathie auf Reisen: Erste Hilfe bei Ertrinken]  vnr.de (&amp;quot;Visionen - Nutzen - Rat&amp;quot;), 7. Juli 2010&amp;lt;/ref&amp;gt; Zitat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Erste Hilfe bei Ertrinken: Antimon tartaricum&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Wenn die Lunge voll Wasser ist. Die Atemgeräusche hören sich rasselnd und wie nach Schleim an, die Atmung ist oberflächlich. Die Gesichtsfarbe ist blass grau, kann aber auch dunkelviolett werden. Die Gesichtszüge wirken eingefallen, die Nasenflügel bewegen sich beim Atmen mit.&amp;#039;&amp;#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Erste Hilfe bei Ertrinken: Camphora&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Kompletter Atemstillstand, Atem und Puls nicht mehr zu finden, Gesicht blass grau, tiefblaue Lippen, eiskalter Körper ohne Reaktion, vergebliche Animation.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Erste Hilfe bei Ertrinken: Carbo vegetabilis&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Der Betroffene ist eiskalt, dunkelviolett oder das Gesicht ist blass mit violetten Flecken und aufgedunsen. Ringen nach Luft, kalter Atem. Wenn der oder die beinahe Ertrunkene wieder bei Bewusstsein ist, besteht der Wunsch nach Zufächeln von Luft, Versagen der Stimme. &amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Erste Hilfe bei Ertrinken: Lachesis&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Auch hier ist die Hautfarbe violett, typisch sind Kehlkopfkrämpfe und starre Kiefermuskeln. Berührung wird als sehr unangenehm empfunden, falls der Betroffene bei Bewusstsein ist. Dieses Mittel hilft auch, wenn sich nach dem Ereignis die Lunge infiziert.&amp;#039;&amp;#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Erste Hilfe bei Ertrinken: Opium&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Wenn die Bewusstlosigkeit lange bestehen bleibt, die Pupillen eher eng sind und das Gesicht sehr rot und aufgebläht ist, dabei die Atmung unregelmäßig mit langen Atempausen und geräuschvoll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Dosierung&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Die Globuli werden in der C 30 verabreicht. In solch extremen Akutfällen ist bei dem passenden Mittel nach wenigen Minuten eine Wirkung feststellbar. Die Gabe wird wiederholt, wenn eine Besserung zu beobachten ist, die aber wieder nachlässt.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Wollmann, Kathrin}}&lt;br /&gt;
[[category:Homöopath]]&lt;br /&gt;
[[category:Impfgegner]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Stickstoffmotor&amp;diff=38672</id>
		<title>Stickstoffmotor</title>
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		<updated>2010-02-07T19:42:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:HSchmid.jpg|Heinrich Schmid|thumb]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Stickstoffmotor&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Motor (bzw eine Turbine), der mit Stickstoff-Gasdruck betrieben wird.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erfinder, Lehrer und [[Radiästhesie|Radiästhesist]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~aktenschrank/ENIGMA_Archiv/Regentreff_April_2006.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Heinrich Schmid aus Deggendorf glaubte an ein realisierbares Konzept, das verflüssigten Stickstoff (N2) zum Antrieb für Golfcars und Bootsmotoren nutzen sollte. &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-31548474.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Der verflüssigte Stickstoff sollte in isolierten Druckbehältern bei Minus 197 Grad aufbewahrt werden und die Umgebungswärme hätte einen Druck von 12 Bar zum Betrieb von Stickstoffmotoren und -Turbinen ermöglicht. Stickstoff geht bei -197 Grad Celsius vom gasförmigen in den flüssigen Zustand über.&lt;br /&gt;
[[Freie Energie]]-Anhänger Schmid gründete die Firma NGINE Germany GmbH und im kalifornischen Westlake Village (USA) die N-GINE Corporation. Beide Unternehmen gingen Pleite, [[Verschwörungstheorie]]n mussten als Begründung für ein ökologisch unsinniges Konzept herhalten, das an einer viel zu geringen Reichweite des Produktes scheiterte. Analoge Reichweitenprobleme ergeben sich ebenfalls beim [[Druckluftauto]], und in geringerem Maße zur Zeit (2010) auch bei elektrisch betriebenen Fahrzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlagewerbung für das Konzept machte die Leipziger Firma SVI GmbH von [[Gerhard Steinbach]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen derartigen Stickstoffmotor bietet auch die Firma [[Perendev-Group]] an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schmid trat auch beim [[Regentreff]] auf, um Vorträge zum Thema [[Wünschelrute]]n und [[Pendel]]n zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-31548474.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Heilsteintherapie&amp;diff=38669</id>
		<title>Heilsteintherapie</title>
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		<updated>2010-02-07T19:30:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Heilsteintherapie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Edelsteintherapie, Therapie mit Heilsteinen oder Kristallen) ist eine in [[Esoterik]] und [[Pseudomedizin]] verbreitete Methode.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kristalle und andere Steine gelten in der Esoterik als heilkräftig und gut für das allgemeine Wohlbefinden. Dies gilt auch für die Anwendung von [[Bernstein]]. Nahezu in jeder Einkaufszone, auf Flohmärkten und Basaren bieten Händler farbenfrohe und dekorative Minerale und Schmucksteine zum Kauf an. Zu den Abnehmern gehören nicht nur Mineraliensammler, sondern auch Menschen, die, angeregt durch eine Vielzahl von Artikeln und Annoncen in Büchern und Zeitschriften, hinter diesen bunten und häufig bizarren Kristallen eine heilende Wirkung vermuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wissenschaftlich betrachtet stellen Steine oder Minerale den festen Aggregatzustand eines chemischen Elements oder einer Verbindung dar, üblicherweise anorganischer Natur. Ihre Atome besetzen feste Plätze eines regelmäßig aufgebauten so genannten Kristallgitters. Im Wesentlichen bestimmt die chemische Zusammensetzung der Minerale deren Aufbau und chemisch-physikalische Eigenschaften, wie z.B. Löslichkeit, elektrische Leitfähigkeit, Farbigkeit, Magnetismus oder Härte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Glaube an die vermeintliche Heilwirkung von Steinen lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Sechstausend Jahre alte sumerische Schriften berichten von heilsamen, heilenden oder medizinischen Anwendungen, ebenso der früheste bekannte medizinische Text Chinas, der auf etwa 3000 v. Chr. datiert wird. Hämatit fand sich als Beigabe in Gräbern der jüngeren Altsteinzeit. Friebe&amp;lt;ref&amp;gt;Friebe JG: Schlangeneier und Drachenzungen. Vorarlberger Naturschau, Dornbirn, 1995&amp;lt;/ref&amp;gt; nimmt an, dass dieses heute auch unter dem Namen &amp;#039;Blutstein&amp;#039; bekannte Eisenoxid dem Verstorbenen offenbar im Leben nach dem Tod als Blutquelle dienen sollte. Mangels Kenntnis paläolithischer Jenseitsvorstellungen muss dies jedoch Spekulation bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Verbindung von Heilstein-Glauben und [[Astrologie]] erfolgte durch die Zuordnung eines ausgewählten Minerals als glücksbringendes Amulett für jeweils ein Tierkreiszeichen. Eine einheitliche Kombination von bestimmten Mineralien und Sternzeichen ist in den verschiedenen Werken der Heilsteinliteratur jedoch nicht festzustellen. Im Christentum traten an die Stelle der zwölf Tierkreiszeichen die zwölf Apostel, denen jeweils ein Stein zugeordnet wurde. Auch in der Bibel selbst tauchen Edelsteine als Attribute der göttlichen Vollkommenheit auf, so in der Vision des Himmlischen Jerusalem aus der Johannes-Offenbarung (Offb.&amp;amp;nbsp;21, 10-21). Die dort erwähnten zwölf Steine finden sich auch in der Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches wieder, die (wahrscheinlich im Jahr 962) für Otto&amp;amp;nbsp;I. angefertigt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die heutzutage meistzitierten Quellen zur Edelsteintherapie sind die Schriften der Äbtissin und Mystikerin Hildegard von Bingen (1098 - 1179), die ihre Vorstellungen meist aus visionärer Schau bezog. Die dort postulierten Wirkungen religiöser Entitäten auf das physische Befinden spiegeln das mittelalterliche Konzept der Einheit von seelischem und körperlichem Zustand wider. So heißt es im vierten Buch ihres Werkes &amp;#039;Physica&amp;#039; (&amp;#039;Von den Steinen&amp;#039;): &amp;quot;Gott hat in die Edelsteine wunderbare Kräfte gelegt [...] All diese Kräfte finden ihre Existenz im Wissen Gottes [...] und stehen dem Menschen in seiner leiblichen wie geistigen Lebensnotwendigkeit bei. [...] Jeder Stein hat Feuer und Feuchtigkeit in sich [...] Sie dienen dem Menschen als Segen und Heilmittel [...] Daher werden die Edelsteine vom Teufel gemieden und es erschaudert ihn bei Tag und bei Nacht&amp;quot; (Riethe 1986). Die Anwendung der Minerale ist bei Hildegard von Bingen mit alchimistischen Ritualen und Magie verknüpft: Achat, vor dem Zubettgehen in Kreuzform durch das Haus getragen, vertreibe Diebe. Über den Topas schreibt sie: &amp;quot;Wenn jemand Fieber hat, grabe er mit dem Topas drei kleinere Gruben in ein weiches Brot, gieße reinen Wein in dieselben [...] und betrachte sein Gesicht in dem Wein [...] und spreche: &amp;#039;Ich sehe mich an wie in dem Spiegel [...], auf dass Gott dieses Fieber von mir vertreibe&amp;quot; (Riethe 1986).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der legendäre Arzt Paracelsus übernahm im 16.&amp;amp;nbsp;Jh. das Prinzip des Analogiezaubers in seine Signaturenlehre: &amp;quot;Gott in seiner unendlichen Güte und Weisheit hat alle Stoffe, alles Leben mit besonderen Kräften ausgestattet. Damit der Mensch diese Kräfte erkennt, deuten Form und Farbe auf die möglichen Anwendungsbereiche.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Friebe JG: Schlangeneier und Drachenzungen. Vorarlberger Naturschau, Dornbirn, 1995&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach diesem historischen Exkurs ist ersichtlich, dass die Heilsteinkunde auf uralten magischen bzw. wissenschaftlich nicht haltbaren Vorstellungen beruht. In der heutigen Esoterik lebt sie als Konglomerat aus Magie und Elementen diverser Religionen weiter, verbunden mit Systemen wie der Astrologie. Minerale werden dabei neben Klängen, Düften und Farben eingesetzt, um Gesundheit und Wohlbefinden zu erlangen. Wissenschaftlich anmutende Argumente sollen die These von der Heilkraft der Steine untermauern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vermeintliche Wirkung von Kristallen wird häufig auf eine besondere Kraft oder Energie zurückgeführt. Um diese zentrale Mutmaßung der Heilsteinkunde auf ihre Stichhaltigkeit hin zu untersuchen, betrachten wir zunächst die atomare Struktur der Kristalle. Den Gesetzen der Thermodynamik Rechnung tragend ist auf dieser Ebene alles oberhalb des (unerreichbaren) absoluten Nullpunkts von -273&amp;amp;nbsp;°C in Bewegung. Auch die Atome fester Stoffe bleiben nicht starr an einer Stelle, sondern vibrieren auf ihren Gitterplätzen. Diese Gitterschwingungen sind temperaturabhängig und bewirken beim Erreichen einer spezifischen Temperatur das Schmelzen des Materials. Die Frequenz der Gitterschwingungen liegt im THz-Bereich (Terahertz, 10&amp;lt;sup&amp;gt;12&amp;lt;/sup&amp;gt; Schwingungen pro Sekunde), was einer Energie von wenigen meV (Millielektronenvolt) entspricht. Die Energie gewöhnlichen Tageslichts ist verglichen dazu 1.000-mal größer. Die durch die Gitterschwingung freigesetzte Energie wird unter Berücksichtigung des Welle-Teilchen-Dualismus als Phononenenergie bezeichnet. Die Phononen ihrerseits stehen auf komplexe Weise in Wechselwirkung mit den Bausteinen der Materie, wodurch ihre Energie kompensiert wird. Auf das Vorhandensein eines &amp;#039;Kraft- oder Energiereservoirs&amp;#039; innerhalb eines Kristalls oder geheimnisvoller Strahlen gibt es daher keinen Hinweis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezüglich der Auswahl designierter Heilsteine sind die Vertreter der Heilsteinkunde der Ansicht, dass nur &amp;#039;echte&amp;#039; wirksam seien. Ein Rauchquarz, der durch Bestrahlung von gewöhnlichem Quarz hergestellt wurde, habe ebenso wenig Heilkraft wie ein Citrin, der durch Erhitzen von Amethyst erhalten wird, oder wie künstlicher Bernstein aus gepresstem Harz. Da Plagiate nicht nur als unwirksam, sondern gar als schädlich eingestuft werden, vergibt der Steinheilkunde&amp;amp;nbsp;e.V. sogar ein Heilstein-Gütesiegel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Uneinigkeit herrscht bei der Begründung des vermeintlichen Heilmechanismus. Ohne quasi-wissenschaftlichen Überbau kommt der älteste Zweig der Steinheilkunde aus, die intuitive Steinheilkunde, die jeweils durch Intuition das passende Mineral ermittelt. Anders der deutsche Heilstein-Papst Michael Gienger, Begründer des &amp;#039;Steinheilkunde&amp;amp;nbsp;e.V.&amp;#039; und Autor diverser Heilsteinbücher (Gienger 1996). Zwar räumt er ein, dass der exakte Wirkmechanismus der Minerale nicht aufgeklärt ist. Die generelle Wirkung der Steine beschreibt er jedoch unter Berufung auf ein einfaches physikalisches Phänomen: die Farbigkeit. Jeder Gegenstand absorbiert einen Teil des Lichts, das auf ihn fällt. Abhängig von der Wellenlänge des restlichen, reflektierten Lichtes erscheint der Gegenstand für uns farbig. Diese vom Mineral reflektierte Strahlung beeinflusst nach Auffassung Giengers die menschlichen Körperzellen (über Biophotonen) und wirkt damit auf den Energiefluss esoterischer Körperzentren wie der Meridiane und der Chakren sowie auf die Aura, ebenso auch auf die elektrische Reizleitung der Nerven, Gewebe und Organe. Die konstante, gleichmäßige Emission farbigen Lichts bewirke das Einpendeln und Harmonisieren chaotischer und verwirrter Frequenzen in uns.&amp;lt;ref&amp;gt;Gienger M: Steinheilkunde. Lebensart 5/1999. http://www.esoterikaktuell.de/199905/beitraege/hauptteil_beitraege.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Wechselwirkung eines Minerals mit Licht und Wärme sei es von einem ihm eigenen elektromagnetischen Feld umgeben, das gewissermaßen die Informationen seiner chemischen Zusammensetzung, Struktur und geologischen Entstehung wie ein Sender ausstrahle. Diese Informationsstrahlen sollen zu geistigen, seelischen oder körperlichen Reaktionen führen: Durch das Tragen eines eisenhaltigen Minerals werde unser Körper daran erinnert, mehr Eisen aus der Nahrung aufzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Versuch, die vermeintliche Wirkung von Steinen auf den Menschen wissenschaftlich fassbar zu machen, ordnet die analytische Steinheilkunde sämtlichen Attributen, mit denen Minerale beschrieben werden, eine spezifische Wirkung zu: dem Kristallsystem, der Mineralklasse, der chemischen Zusammensetzung, der Genese, der Farbe und der Form. Selbst linksdrehender und rechtsdrehender Quarz sollen unterschiedliche Wirkungen haben. Beim Quarz werden sogar je nach Anordnung der Kristallflächen 15 verschiedene Typen mit jeweils unterschiedlicher Wirkung beschrieben. Gleiches gilt für den sehr variablen Achat (chemisch ebenfalls ein Quarz-Aggregat), der 13-fach unterteilt wird. Trotz der Verwendung wissenschaftlicher Terminologie ist auch diese Form der Zuordnung nichts anderes als Analogiedenken. So sollen Oxide (Sauerstoffverbindungen) analog dem für uns wichtigen Sauerstoff belebend wirken. Phosphate setzen angeblich Energiereserven frei, denn der Energieträger unserer Körperzellen ist ATP (Adenosintriphosphat). Inselsilicate regen das Streben nach Selbstverwirklichung an, während Schichtsilicate die Abgrenzung stärken. Eisenhaltige Minerale wirken blutbildend, denn der rote Blutfarbstoff Hämoglobin enthält ein zentrales Eisenatom. Calciumhaltige Minerale wirken positiv auf die Knochen und Zähne, die bekanntlich Calcium enthalten. Rote Minerale sollen die Blutgefäße stimulieren und die Liebe fördern, blaue Minerale wirken angeblich kühlend und beruhigend, transparente Kristalle fördern die Erkenntnis. Augenachat hilft bei Augenerkrankungen, Flammenachat wirkt fiebersenkend. Bernstein, versteinertes Harz, fördert die Wundheilung, weil Harz der Wundverband der Bäume ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anwendung der so genannten Heilsteine ist ebenso ominös wie die zugrunde liegende Theorie: Auf der Haut getragen, in der Hosentasche, unter dem Kopfkissen oder am Arbeitsplatz sollen die Minerale in gleicher Weise ihre heilende Wirkung entfalten. Magische Steinkreise und Heilsteinelixiere sind weitere Anwendungsbeispiele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der derzeitige Heilsteinkult treibt mitunter bunte Blüten. Im Handel sind z.B. Baby-Heilstein-Ketten&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.biovitales.de/shop/product_info.php?products_id=212&amp;amp;XTCsid=153b27bf88e9fc4cea04a6185daa61a5&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;#039;esoterische heilende Glückshalsbänder&amp;#039; für Hunde erhältlich. Es sind bereits Todesfälle bekannt geworden, bei denen sich Babys mit Bernstein-Zahnungshilfeketten selbst stranguliert haben - ein gefährlicher Unsinn. Selbst Zahnärzte scheinen das Vertrauensverhältnis zu ihren Patienten auszunutzen, indem sie neben ihrer Praxis Heilsteine vermarkten.&amp;lt;ref&amp;gt;www.heilsteine-ullmann.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich der Automobilindustrie lebt von der Heilsteinkunde ebenfalls eine Zulieferindustrie: Eigens angefertigte Heilsteinsäckchen&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.esoterik-geschenke.ch/index.asp?p16/beutelchen.asp&amp;lt;/ref&amp;gt;, Antistressketten, Steinpflegeöle, Heilsteinmassagegriffel&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.reflex-zonen.de&amp;lt;/ref&amp;gt;, Managerketten und Reichtumssteine&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.europe-one.ch/eliza/methode.html&amp;lt;/ref&amp;gt; suchen ihre Käufer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch eine computergestützte Heilsteinberatung ist als Dienstleistung verfügbar. Dabei werden Steine individuell von einem Spezialisten unter Berücksichtigung von Geburtsminute und -ort ausgetestet.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.prima-fit.de/Heilsteine/heilsteine.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch eine zweijährige Ausbildung bei einem Dozenten für Steinheilkunde avanciert man sogar zur VHS-Dozentin.&amp;lt;ref&amp;gt;http://members.tripod.de/SusiHo&amp;lt;/ref&amp;gt; Wochenendkurse für 150&amp;amp;nbsp;Euro liefern den designierten Heilsteinexperten ein lukratives Nebeneinkommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Urteil des Landgerichts Hamburg zur Werbung mit Heilsteinen==&lt;br /&gt;
In einem Rechtsstreit wurde vom Hamburger&amp;amp;nbsp;LG entschieden, dass es gemäß §§&amp;amp;nbsp;3,&amp;amp;nbsp;4 Nr.&amp;amp;nbsp;11,&amp;amp;nbsp;5 UWG&amp;amp;nbsp;(Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) und gemäß §§&amp;amp;nbsp;1&amp;amp;nbsp;I Nr.&amp;amp;nbsp;2,&amp;amp;nbsp;3 S.&amp;amp;nbsp;2 Nr.&amp;amp;nbsp;1 HWG&amp;amp;nbsp;(Heilmittelwerbegesetz) irreführend ist, bestimmten Steinen krankheitslindernde und/oder krankheitsheilende Wirkung zuzuschreiben, da es keinerlei Anhaltspunkte dafür gebe, dass die so genannten &amp;quot;Heilsteine&amp;quot; heilende Wirkung entfalten. Insbesondere sei es verboten, für krankheitsbezogen beworbene Mittel/Gegenstände in der Weise zu werben, dass der Käufer therapeutische Wirkungen erwartet, denen das Mittel in Wahrheit nicht gerecht wird oder deren Wirkung nicht hinreichend gesichert ist. Gleichgültig soll es dabei sein, ob mit konkreten Wirkungen der Steine geworben oder den Steinen in allgemeiner Weise heilende Wirkung zugesprochen wird.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.it-recht-kanzlei.de/irrefuehrende-werbung-heilsteine.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
---------------------------&lt;br /&gt;
* Gienger M: Lexikon der Heilsteine, Neue Erde Verlag, 1996&lt;br /&gt;
* Riethe P: Das Buch von den Steinen. Otto Müller Verlag, Salzburg, 1986&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Paralex}}&lt;br /&gt;
[[category:Esoterik]]&lt;br /&gt;
[[category:Therapie in der Pseudomedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Diskussion:Trutz_Hardo&amp;diff=38666</id>
		<title>Diskussion:Trutz Hardo</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Diskussion:Trutz_Hardo&amp;diff=38666"/>
		<updated>2010-02-07T19:18:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Tom Hockemeyer? == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Karma]] -Artikel steht in Klammern &amp;#039;Tom Hockemeyer&amp;#039; hinter seinem Link.&lt;br /&gt;
Hier taucht Tom hingegen nicht auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht kann da mal einer drübergucken, der sich mit dem Thema auskennt. --[[Benutzer:Liquor Aluminii|Liquor Aluminii]] 19:49, 7. Feb. 2010 (CET)&lt;br /&gt;
:doch, im ersten Satz: &amp;#039;&amp;#039;Trutz Hardo Hockemeyer (Pseudonym Trutz Hardo)&amp;#039;&amp;#039; .... [[Benutzer:Deceptor|Deceptor]] 20:10, 7. Feb. 2010 (CET)&lt;br /&gt;
:: Hm? Ich meinte aber &amp;#039;Tom&amp;#039; in dem Karma-Artikel. &amp;#039;Trutz Hardo (Tom Hockemeyer)&amp;#039; --[[Benutzer:Liquor Aluminii|Liquor Aluminii]] 20:18, 7. Feb. 2010 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Indigene_Spiritualit%C3%A4t_in_Europa&amp;diff=38665</id>
		<title>Indigene Spiritualität in Europa</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Indigene_Spiritualit%C3%A4t_in_Europa&amp;diff=38665"/>
		<updated>2010-02-07T19:16:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: Änderung 38664 von Liquor Aluminii (Diskussion) wurde rückgängig gemacht.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:indian.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Indigene Spiritualität&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist das Praktizieren von religiösen Riten und Zeremonien der indigenen Völkern Nordamerikas außerhalb des Ursprungsgebietes zum Zwecke der Erlangung spiritueller Werte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur in Europa, sondern weltweit wird angebliche oder tatsächliche Spiritualität in Seminaren und Kursen gegen Geld angeboten. Das Angebot umfasst diverse Zeremonien wie Schwitzhütten, Visionssuche und sogar der Sonnentanz wird von verschiedenen Anbietern imitiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe auch: [[Schamanismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Authentizität der Anbieter==&lt;br /&gt;
Diese Anbieter kommen teils aus den USA; einige von ihnen sind Native Americans. Manche leben in Europa; andere kommen regelmäßig auf Reisen hierher. Es gibt außerdem Personen, die sich zu Unrecht als Indianer ausgeben. Diese Personen kann man daran erkennen, dass sie lediglich die Zugehörigkeit zu einem Volk angeben (können) und häufig nicht einmal deren Eigenbezeichnung, sondern nur den englischen Namen kennen, während IndianerInnen auch Clan, Band, ihre Familie sowie weitere Verwandtschaft benennen. Wiederum andere behaupten, bei „echten“ indianischen Medizinleuten in die Lehre gegangen zu sein oder von einem Stamm adoptiert zu sein, woraus sie Rechte auf Zeremonien ableiten.&lt;br /&gt;
Hierzu ist zu sagen, dass Adoptionen von Personen oder Familien vorgenommen werden. Für eine Adoption durch eine gesamte Ethnie wäre ein Konsensbeschluss aller Angehörigen dieses Volkes notwendig. Durch eine Adoption entstehen zudem keine Rechte, sondern Pflichten: den Adoptanten zu helfen, sie zu unterstützen, im Alter zu pflegen, bei Geldschwierigkeiten auszuhelfen etc. In keinem Fall jedoch verleiht eine Adoption Rechte zur Durchführung von Zeremonien oder auch nur ein Anrecht, bei diesen als Zuschauer anwesend zu sein oder aktiv teilzunehmen. Aufgrund des europäischen und US-amerikanischen Spiritualitätstourismus auf die Reservationen haben einige bereits mit Beschlüssen reagiert, die nichtindianische Teilnehmer/Zuschauer komplett ausschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Kategorie hier in Europa sind europäische Frauen, die mit indigenen Männern verheiratet sind/waren und daraus teilweise ebenfalls Rechte auf Zeremonien oder eine Stammeszugehörigkeit ableiten. Auch dieses entspricht nicht der Faktenlage. IndianerInnen können sehr treffsichere Bemerkungen machen und nennen diese Damen „Indian by injection“.&lt;br /&gt;
Ebenfalls generell kann gesagt werden, dass die Aufgaben indigener Medizinleute innerhalb ihrer eigenen Ethnie liegen und nicht in Europa oder sonst wo. Sie dienen der Gemeinschaft und den Mitgliedern ihrer Gemeinschaft und stehen dort in hohem Ansehen, wenn sie sich täglich selbstlos für die Menschen einsetzen. Personen, die behaupten, von angeblichen Ältesten ihres Volkes den Auftrag erhalten zu haben, Spiritualität und Zeremonien weltweit zu verbreiten und zu lehren, stehen zu diesen Grundsätzen in so diametralem Gegensatz, dass auch daran erkennbar wird, dass diese keine Medizinleute sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die in der jeweiligen Ethnie vorhandenen Zeremonien, Gebete etc. durchführen zu können, ist für die Medizinleute nicht nur eine mehrjährige Ausbildung wichtig, sondern insbesondere müssen sie die Sprache ihres Volkes fließend beherrschen. Ein Anbieter, der z.B. Gebete auf Englisch spricht, ist nicht authentisch, sondern ein Abzocker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Authentizität der kulturellen Herkunft==&lt;br /&gt;
Die hier in Europa angebotene indianische Spiritualität stellt häufig einen indianischen „Gemischtwarenladen“ dar, der sich bei Ritualen, Zeremonien und Vorstellungen mehrerer indianischer Völker bedient. Auch dies ist ein wichtiges Charakteristikum, an dem unseriöse Anbieter zu erkennen sind: indigene Religionen missionieren nicht, sondern sind an ein Volk und meist sogar eine bestimmte Region gebunden; es werden keine Zeremonien anderer Völker hinzugezogen. Dies ist im übrigen eines der wenigen Dinge, die sich generell über indigene Spiritualität sagen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres generelles Charakteristikum ist, das Medizinleute kein Geld erhalten. IndianerInnen warnen uns vor den Verkäufern mit dem Grundsatz: „Don&amp;#039;t pay to pray“. Insbesondere, wenn Seminare und Zeremonien gegen einen so genannten „Energieaustausch“ angeboten werden, da diese Bezeichnung in der entsprechenden Ecke der Esoterikszene en vogue ist – man ist ja viel zu spirituell, um sich mit Geld zu befassen, das angeblich nur eine „Form der Energie“ ist – handelt es sich um nichts Authentisches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Anbieter stellen auf den Bereich der Plainskulturen ab, die nur eines von mehreren nordamerikanischen Kulturarealen sind; die Plainskulturen haben sich erst nach Erwerb von ausreichend Pferden in dieser Form ausbilden können und sind entgegen des von Hollywood transportierten Indianerbildes in keiner Weise typisch für die reale kulturelle Diversität in Nordamerika. Sie sind jedoch gerade in Europa – aber auch in den USA – die von Weißen als typisch angesehenen Kulturen, so dass sich auch Personen, die eine andere ethnische Herkunft vorgeben (wie z.B. Cherokee, Navaho), sich für weißes Publikum der Zeremonien der Plainskulturen bedienen. Deutlich gesagt: ein Cherokee, der Zeremonien aus Plainskulturen oder von Völkern anderer Kulturareale durchführt und verkauft, ist nicht authentisch, sondern ein Abzocker.&lt;br /&gt;
Andere Anbieter versuchen sich den Anschein von Authentizität und Seriosität zu geben, indem sie Kontakte zu oder Ausbildungen bei realen Medizinleuten vorgeben oder bei bereits auf dem Esoterikmarkt bekannten und eingeführten Anbietern. So gibt es etliche Webseiten von europäischen Anbietern, die z.B. die Declaration of War auf ihren Seiten wiedergeben. Hierbei handelt es sich um eine Erklärung von Medizinleuten aus mehreren Völkern, die sich deutlich gegen die Ausbeutung ihrer Kulturen und ihrer Spiritualität durch Weiße wenden. Einige dieser Anbieter „authorisieren“ auch Anhänger, diese Declaration auf eigenen Webseiten zu publizieren – wozu sie in keiner Weise berechtigt sind. Dies soll nur einen Beleg für die eigene Authentizität herstellen.&lt;br /&gt;
Auch in den Zeiten recht breiten Zugangs zu Computern und zum Internet (die Indianer sind die US-Bevölkerungsgruppe mit dem höchsten Internetzugang) lässt sich ebenfalls sagen: bis auf wenige Ausnahmen verfügen echte Medizinleute nicht über Webseiten, schon gar nicht in Europa; sie lassen auch keine Zeremonien im Internet ankündigen und bewerben. Personen, die so vorgehen, sind nicht authentisch, sondern Abzocker.&lt;br /&gt;
Der Esoterikmarkt bietet eine Vielzahl von Seminaren, Wochenendseminaren und Kursen, in denen nicht nur Zeremonien durchgeführt und deren Teilnahme bezahlt werden muss, sondern ebenfalls solche, in denen TeilnehmerInnen selbst Qualifikationen erwerben sollen, also z.B. zu Schwitzhüttenleitern etc. ausgebildet werden. Diese Ausbildungen nehmen einen erstaunlichen kurzen Zeitraum ein im Vergleich damit, dass bei indigenen Völkern Medizinpersonen jahrelang lernen. Natürlich ist dies den europäischen Erfordernissen geschuldet, da TeilnehmerInnen in der Woche einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder andere Verpflichtungen haben. Jedoch kommt hier auch eine rassistische Konzeption zum Ausdruck, da EuropäerInnen offenbar problemlos annehmen, eine solche Ausbildung innerhalb kurzer und sogar kürzester Zeit erfolgreich absolvieren zu können: der „bessere Indianer“ braucht nicht jahrelang zu lernen. Ebenso rassistisch ist das teils vorgebrachte Argument, man helfe mit der Aufnahme indigener Spiritualität, diese Traditionen zu bewahren. Dies ist jedoch allein Angelegenheit der betreffenden indigenen Völker, die hierzu selbstverständlich ohne weiße Mithilfe in der Lage sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zeremonien==&lt;br /&gt;
Zu den angebotenen Zeremonien soll so wenig wie möglich gesagt werden, um nicht den Abzockern und falschen „Schamanen“ eine Handlungsanleitung zum Bessermachen an die Hand zu geben. Es gibt dennoch Punkte, die erwähnt werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzhütten===&lt;br /&gt;
Hände weg von jeder Schwitzhütte, die mit Plastikplanen abgedeckt wird! Dies verursacht einen Hitzestau in der Hütte, da das Plastik die Hütte luftdicht abschließt. Dies kann erhebliche gesundheitliche Probleme (Herz, Kreislauf) hervorrufen, bis hin zum Tod.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.myfoxphoenix.com/dpp/news/national/Sweat_Lodge_Victims_Family_Well_FIgure_Out_What_Happened_Inside_Tent_28407424&amp;lt;/ref&amp;gt; Es hat durch solche unsachgemäßen Schwitzhütten bereits mehrere Todesfälle gegeben. Da TeilnehmerInnen die Hütte z.B. nicht während eines Gebetes verlassen dürfen, besteht hierin eine weitere mögliche Gefährdung, da häufig berichtet wird, dass einzelne TeilnehmerInnen sich durch möglichst lange Gebete zu profilieren suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Visionssuche===&lt;br /&gt;
Traditionell war die Visionssuche bei einigen indigenen Völkern Teil der Initiationsriten. Viele Anbieter führen mit ihrer zahlenden Kundschaft heute mehrmals Visisonssuchen durch und empfehlen, diese z.B. in kritischen Lebenssituationen zu wiederholen. Dies widerspricht der ursprünglichen Zeremonie, fördert jedoch auf jeden Fall die Einnahmen des Anbieters. Da in der Regel bei der Visionssuche über mehrere Tage gefastet wird (traditionell wurde auch kein Wasser getrunken, was einige Anbieter offenbar heute erlauben) und die Probanden diese Zeit allein in der Natur verbringen, kann dies z.B. im Falle unbekannter Vorerkrankungen gefährlich werden. Daher lassen sich in den USA viele Anbieter von den Probanden per Unterschrift bestätigen, dass die Visionssuche auf eigene Gefahr unternommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die leidigen heiligen Pfeifen werden auch von vielen Anbietern verteilt, da sich auch dies im Portemonnaie positiv niederschlägt. Generell kann dazu gesagt werden, dass bei weitem nicht alle indigenen Völker heilige Pfeifen kannten bzw. kennen und ebenfalls so genannte Pfeifenträger in der von diesen Anbietern geförderten Zahl nicht traditionell sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Namensvergebung===&lt;br /&gt;
Ebenfalls lukrativ ist der Bereich der Namenvergebung, da auch diese sich bei den einzelnen Probanden mehrfach umsetzen lässt. Hier ist besonders darauf zu achten, ob der Anbieter z.B. in der Lage ist, diese Namen in einer indigenen Sprache wiederzugeben oder ob er nur die englische Version nennt. Kann er den Namen nur auf Englisch ausdrücken und nimmt gar er dafür Geld, handelt es sich um einen Abzocker. Allerdings sind im Raum Deutschland, Österreich, Schweiz auch Abzocker unterwegs, die ein wenig geschickter vorgehen und z.B. ein paar Lakota-Worte aus einem Online-Lexikon einflechten und/oder völlige Fantasienamen verteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sonnentanz und Erdtanz===&lt;br /&gt;
Einige Anbieter führen in europäischen Ländern den Sonnentanz durch; manche nennen ihn Erdtanz und geben vor, es handele sich um eine mit europäischen Elementen angereicherte Zeremonie. Von der ursprünglichen Intention des Tanzes ist schon dessen Durchführung in Europa bzw. von nicht-indianischen Personen verfehlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wiedergeburt===&lt;br /&gt;
Viele Anbieter arbeiten auch im Rahmen der indigenen Spiritualität mit der Wiedergeburt, mit früheren Leben etc. Auch hier kann generell gesagt werden, dass dies nicht indigener Spiritualität entspricht. Häufig aber wird dieses Konzept des früheren Lebens zum einen finanziell ausgenutzt, da „Rückführungen“ oft als zu bezahlende Zeremonien durchgeführt werden. Zum anderen wird das Konzept dazu genutzt, AnhängerInnen und SchülerInnen stärker an sich zu binden, indem z.B. der „Schamane“ dem Probanden versichert, man kenne sich aus früheren Leben, habe da oder dort gleichzeitig gelebt, und man sei in diesem Leben aufeinandergetroffen, da es noch Aufgaben zu erledigen gebe. Die Anzahl der früheren gemeinsamen Leben kann dabei im Laufe der Zeit anwachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anbieter==&lt;br /&gt;
[[image:Manitonquat.jpg|Francis Talbot / Manitonquat|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:JMKohfink.jpg|J.M. Kohfink / Tacan&amp;#039;sina Miwatani|thumb]]&lt;br /&gt;
Abschließend seien einige Anbieter indigener Spiritualität erwähnt, die nicht authentisch sind und deren „Lehren“ indigene Spiritualität im Gegenteil verfremden, verfälschen oder Schlimmeres:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Carlos Castaneda&amp;#039;&amp;#039;: Seine Bücher sind reine Fiktion. Der Doktortitel der University of California wurde ihm aberkannt (jedoch hält die Universität noch die Rechte an seinen Büchern und verdient damit erheblich). Kurz und knapp gesagt: Alles, was Castaneda in seinen Büchern darstellt, ist Erfindung, es stimmt nichts. Castanedas Konzept des „Kriegers“ ist zudem den indigenen Konzepten diametral entgegengesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Sun Bear / Vincent LaDuke – Bear Tribe&amp;#039;&amp;#039;: Zwar gehörte LaDuke zum Volk der Ojibway und war eingetragenes Mitglied, war jedoch keine Medizinperson. Häufig wurde es so dargestellt, als seien die Ojibway wütend auf ihn, weil er „geheime“ Spiritualität öffentlich machte. Das ist in dieser Form nicht richtig und diente dazu, seine Ansprüche auf Authentizität zu untermauern – wütend waren und sind die Ojibway schon, da LaDuke grauenhaften Unsinn verbreitete und als authentisch ausgab. Seine „Lehren“ sind eine Mischung aus wenig Tatsache und viel Erfindung, wie z.B. die angebliche „indianische Astrologie“, die lediglich das Altbekannte mit anderen Namen für die Tierkreiszeichen belegt. LaDuke ist übrigens ein verurteilter Straftäter, gegen den wegen sexueller Gewalt gegen Schülerinnen (darunter Minderjährige) eine mehrjährige Gefängnisstrafe verhängt wurde, vor deren Antritt er jedoch verstarb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Harley Regan / Deer Tribe / Twisted Hair Society&amp;#039;&amp;#039;: Regan führt seine Abstammung angeblich auf Cherokee und Maya zurück, seine Familie ist jedoch irischer Herkunft. Regan ist Waffenfreak, der z.B. dazu aufrief, alle Milizen sollten gemeinsam den Bürgerkrieg in den USA beginnen, falls Al Gore zum Präsidenten gewählt werde. Regan bereitet seine AnhängerInnen in den USA auf einen kommenden „Rassenkrieg“ aufgrund der Einwanderung aus Lateinamerika vor und lässt diese an Waffen und in Kampfsportarten ausbilden (auch in Deutschland bieten Mitglieder des Deer Tribe Kampfsportseminare an). Dass dies einen offensichtlichen Bruch zu Regans reklamierter Abstammung darstellt, fällt anscheinend weder Regan noch seinen AnhängerInnen auf. Regan und der Deer Tribe suchen AnhängerInnen durch öffentliche Sexualpraktiken psychisch zu brechen und damit beherrschbar zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Hyemeohsts Storm alias Charles Storm&amp;#039;&amp;#039; (von IndianerInnen auch „Heywhatever Storm“ genannt): Angeblich Cheyenne, tatsächlich aus einer deutschen Einwandererfamilie. Seine Bücher sind reine Fiktion; nach Gerichtsurteilen müssen einige in den USA in der Kategorie „fiction“ verkauft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Francis Talbot alias Manitonquat alias Medicine Story&amp;#039;&amp;#039;: Talbot ist ein Weißer, der sich als Wampanoag ausgibt und auch in Europa tätig ist. Trotz indigener Proteste in den USA konnte er lange Zeit mit staatlichen Geldern indigene Strafgefangene „spirituell“ betreuen. In Europa gibt es z.B. jährliche Sommercamps, bei denen TeilnehmerInnen nicht nur die Unterkunft im Zelt auf der Wiese bezahlen, sondern auch für seine „teachings“. Die Camps werden von einer Vorbereitungsgruppe organisiert, zu der es einige Kritik hinsichtlich der Verwendung von Geldern gab. Außerdem forderte Talbot in mindestens einem Jahr von den TeilnehmerInnen Schadenersatz, da er auf der Anreise nach Deutschland angeblich bestohlen worden war, so dass die TeilnehmerInnen eindringlich um Spenden gebeten wurden. Mittlerweile ist das von der Vorbereitungsgruppe eingerichtete Forum öffentlich nicht mehr einsehbar. Talbot arbeit z.B. mit dem Projekt Tamera zusammen. In den USA hat er ein größeres Anwesen gekauft, auf dem er einen eigenen Stamm gründen will. Von Zeit zu Zeit gibt es Aufrufe, ihm mit Geldspenden zu helfen und die Zwangsversteigerung durch die Bank abzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Jürgen-Michael Kohfink alias Tacan&amp;#039;sina Miwatani&amp;#039;&amp;#039;: Ein Deutscher, der sich als Mandan ausgibt und bei seinem Großvater in Kanada zum Medizinmann ausgebildet worden sein will. Kohfink spricht jedoch gar kein Mandan; Englisch spricht er mit starkem Akzent und alles andere als flüssig. Er verteilt Namen an seine AnhängerInnen, die er teils aus der Lakotasprache bezieht oder die völlige Fantasieprodukte sind. Auch sein Name ist der Lakota- und nicht der Mandansprache entnommen und soll „Großer Bär der Mandan“ bedeuten. „Miwatani“ ist die Lakotabezeichnung für die Mandan, die eine völlig andere Eigenbezeichnung haben; „Tacan&amp;#039;sina“ ist zwar die Bezeichnung für unser Sternbild Großer Bär – allerdings sehen die Lakota dieses Bild nicht als Bären, sondern als Leichengestell. Allein der Name – den er überdies noch grauenhaft falsch ausspricht - entlarvt Kohfink als nicht authentisch. Kohfink bietet neben den üblichen Seminaren und Zeremonien noch die Ausbildung zum „Schamanen“ an; es gibt mehrere SchülerInnen, die inzwischen selbst Anbieter sind und ebenfalls ausbilden. Darüber hinaus praktiziert Kohfink das so genannte Familienaufstellen, von ihm „schamanisches Aufstellen“ genannt, das jedoch nicht auf Traditionen der Mandan zurückgeht. Im Internet gibt es Erfahrungsberichte von Schülerinnen, die sexuelle Gewalt von Kohfink erlebt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.thepeoplespaths.net/articles/ladecwar.htm&lt;br /&gt;
*http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,656666,00.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellenverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Esoterik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Indigene_Spiritualit%C3%A4t_in_Europa&amp;diff=38664</id>
		<title>Indigene Spiritualität in Europa</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Indigene_Spiritualit%C3%A4t_in_Europa&amp;diff=38664"/>
		<updated>2010-02-07T19:12:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Authentizität der Anbieter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:indian.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Indigene Spiritualität&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist das Praktizieren von religiösen Riten und Zeremonien der indigenen Völkern Nordamerikas außerhalb des Ursprungsgebietes zum Zwecke der Erlangung spiritueller Werte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht nur in Europa, sondern weltweit wird angebliche oder tatsächliche Spiritualität in Seminaren und Kursen gegen Geld angeboten. Das Angebot umfasst diverse Zeremonien wie Schwitzhütten, Visionssuche und sogar der Sonnentanz wird von verschiedenen Anbietern imitiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe auch: [[Schamanismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Authentizität der Anbieter==&lt;br /&gt;
Diese Anbieter kommen teils aus den USA; einige von ihnen sind Native Americans. Manche leben in Europa; andere kommen regelmäßig auf Reisen hierher. Es gibt außerdem Personen, die sich zu Unrecht als Indianer ausgeben. Diese Personen kann man daran erkennen, dass sie lediglich die Zugehörigkeit zu einem Volk angeben (können) und häufig nicht einmal deren Eigenbezeichnung, sondern nur den englischen Namen kennen, während IndianerInnen auch Clan, Band, ihre Familie sowie weitere Verwandtschaft benennen. Wiederum andere behaupten, bei „echten“ indianischen Medizinleuten in die Lehre gegangen zu sein oder von einem Stamm adoptiert zu sein, woraus sie Rechte auf Zeremonien ableiten.&lt;br /&gt;
Hierzu ist zu sagen, dass Adoptionen von Personen oder Familien vorgenommen werden. Für eine Adoption durch eine gesamte Ethnie wäre ein Konsensbeschluss aller Angehörigen dieses Volkes notwendig. Durch eine Adoption entstehen zudem keine Rechte, sondern Pflichten: Den Adoptanten zu helfen, sie zu unterstützen, im Alter zu pflegen, bei Geldschwierigkeiten auszuhelfen etc. In keinem Fall jedoch verleiht eine Adoption Rechte zur Durchführung von Zeremonien oder auch nur ein Anrecht, bei diesen als Zuschauer anwesend zu sein oder aktiv teilzunehmen. Aufgrund des europäischen und US-amerikanischen Spiritualitätstourismus auf die Reservationen haben einige bereits mit Beschlüssen reagiert, die nichtindianische Teilnehmer/Zuschauer komplett ausschließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Kategorie hier in Europa sind europäische Frauen, die mit indigenen Männern verheiratet sind/waren und daraus teilweise ebenfalls Rechte auf Zeremonien oder eine Stammeszugehörigkeit ableiten. Auch dieses entspricht nicht der Faktenlage. IndianerInnen können sehr treffsichere Bemerkungen machen und nennen diese Damen „Indian by injection“.&lt;br /&gt;
Ebenfalls generell kann gesagt werden, dass die Aufgaben indigener Medizinleute innerhalb ihrer eigenen Ethnie liegen und nicht in Europa oder sonst wo. Sie dienen der Gemeinschaft und den Mitgliedern ihrer Gemeinschaft und stehen dort in hohem Ansehen, wenn sie sich täglich selbstlos für die Menschen einsetzen. Personen, die behaupten, von angeblichen Ältesten ihres Volkes den Auftrag erhalten zu haben, Spiritualität und Zeremonien weltweit zu verbreiten und zu lehren, stehen zu diesen Grundsätzen in so diametralem Gegensatz, dass auch daran erkennbar wird, dass diese keine Medizinleute sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die in der jeweiligen Ethnie vorhandenen Zeremonien, Gebete etc. durchführen zu können, ist für die Medizinleute nicht nur eine mehrjährige Ausbildung wichtig, sondern insbesondere müssen sie die Sprache ihres Volkes fließend beherrschen. Ein Anbieter, der z.B. Gebete auf Englisch spricht, ist nicht authentisch, sondern ein Abzocker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Authentizität der kulturellen Herkunft==&lt;br /&gt;
Die hier in Europa angebotene indianische Spiritualität stellt häufig einen indianischen „Gemischtwarenladen“ dar, der sich bei Ritualen, Zeremonien und Vorstellungen mehrerer indianischer Völker bedient. Auch dies ist ein wichtiges Charakteristikum, an dem unseriöse Anbieter zu erkennen sind: indigene Religionen missionieren nicht, sondern sind an ein Volk und meist sogar eine bestimmte Region gebunden; es werden keine Zeremonien anderer Völker hinzugezogen. Dies ist im übrigen eines der wenigen Dinge, die sich generell über indigene Spiritualität sagen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres generelles Charakteristikum ist, das Medizinleute kein Geld erhalten. IndianerInnen warnen uns vor den Verkäufern mit dem Grundsatz: „Don&amp;#039;t pay to pray“. Insbesondere, wenn Seminare und Zeremonien gegen einen so genannten „Energieaustausch“ angeboten werden, da diese Bezeichnung in der entsprechenden Ecke der Esoterikszene en vogue ist – man ist ja viel zu spirituell, um sich mit Geld zu befassen, das angeblich nur eine „Form der Energie“ ist – handelt es sich um nichts Authentisches.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Anbieter stellen auf den Bereich der Plainskulturen ab, die nur eines von mehreren nordamerikanischen Kulturarealen sind; die Plainskulturen haben sich erst nach Erwerb von ausreichend Pferden in dieser Form ausbilden können und sind entgegen des von Hollywood transportierten Indianerbildes in keiner Weise typisch für die reale kulturelle Diversität in Nordamerika. Sie sind jedoch gerade in Europa – aber auch in den USA – die von Weißen als typisch angesehenen Kulturen, so dass sich auch Personen, die eine andere ethnische Herkunft vorgeben (wie z.B. Cherokee, Navaho), sich für weißes Publikum der Zeremonien der Plainskulturen bedienen. Deutlich gesagt: ein Cherokee, der Zeremonien aus Plainskulturen oder von Völkern anderer Kulturareale durchführt und verkauft, ist nicht authentisch, sondern ein Abzocker.&lt;br /&gt;
Andere Anbieter versuchen sich den Anschein von Authentizität und Seriosität zu geben, indem sie Kontakte zu oder Ausbildungen bei realen Medizinleuten vorgeben oder bei bereits auf dem Esoterikmarkt bekannten und eingeführten Anbietern. So gibt es etliche Webseiten von europäischen Anbietern, die z.B. die Declaration of War auf ihren Seiten wiedergeben. Hierbei handelt es sich um eine Erklärung von Medizinleuten aus mehreren Völkern, die sich deutlich gegen die Ausbeutung ihrer Kulturen und ihrer Spiritualität durch Weiße wenden. Einige dieser Anbieter „authorisieren“ auch Anhänger, diese Declaration auf eigenen Webseiten zu publizieren – wozu sie in keiner Weise berechtigt sind. Dies soll nur einen Beleg für die eigene Authentizität herstellen.&lt;br /&gt;
Auch in den Zeiten recht breiten Zugangs zu Computern und zum Internet (die Indianer sind die US-Bevölkerungsgruppe mit dem höchsten Internetzugang) lässt sich ebenfalls sagen: bis auf wenige Ausnahmen verfügen echte Medizinleute nicht über Webseiten, schon gar nicht in Europa; sie lassen auch keine Zeremonien im Internet ankündigen und bewerben. Personen, die so vorgehen, sind nicht authentisch, sondern Abzocker.&lt;br /&gt;
Der Esoterikmarkt bietet eine Vielzahl von Seminaren, Wochenendseminaren und Kursen, in denen nicht nur Zeremonien durchgeführt und deren Teilnahme bezahlt werden muss, sondern ebenfalls solche, in denen TeilnehmerInnen selbst Qualifikationen erwerben sollen, also z.B. zu Schwitzhüttenleitern etc. ausgebildet werden. Diese Ausbildungen nehmen einen erstaunlichen kurzen Zeitraum ein im Vergleich damit, dass bei indigenen Völkern Medizinpersonen jahrelang lernen. Natürlich ist dies den europäischen Erfordernissen geschuldet, da TeilnehmerInnen in der Woche einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder andere Verpflichtungen haben. Jedoch kommt hier auch eine rassistische Konzeption zum Ausdruck, da EuropäerInnen offenbar problemlos annehmen, eine solche Ausbildung innerhalb kurzer und sogar kürzester Zeit erfolgreich absolvieren zu können: der „bessere Indianer“ braucht nicht jahrelang zu lernen. Ebenso rassistisch ist das teils vorgebrachte Argument, man helfe mit der Aufnahme indigener Spiritualität, diese Traditionen zu bewahren. Dies ist jedoch allein Angelegenheit der betreffenden indigenen Völker, die hierzu selbstverständlich ohne weiße Mithilfe in der Lage sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zeremonien==&lt;br /&gt;
Zu den angebotenen Zeremonien soll so wenig wie möglich gesagt werden, um nicht den Abzockern und falschen „Schamanen“ eine Handlungsanleitung zum Bessermachen an die Hand zu geben. Es gibt dennoch Punkte, die erwähnt werden müssen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Schwitzhütten===&lt;br /&gt;
Hände weg von jeder Schwitzhütte, die mit Plastikplanen abgedeckt wird! Dies verursacht einen Hitzestau in der Hütte, da das Plastik die Hütte luftdicht abschließt. Dies kann erhebliche gesundheitliche Probleme (Herz, Kreislauf) hervorrufen, bis hin zum Tod.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.myfoxphoenix.com/dpp/news/national/Sweat_Lodge_Victims_Family_Well_FIgure_Out_What_Happened_Inside_Tent_28407424&amp;lt;/ref&amp;gt; Es hat durch solche unsachgemäßen Schwitzhütten bereits mehrere Todesfälle gegeben. Da TeilnehmerInnen die Hütte z.B. nicht während eines Gebetes verlassen dürfen, besteht hierin eine weitere mögliche Gefährdung, da häufig berichtet wird, dass einzelne TeilnehmerInnen sich durch möglichst lange Gebete zu profilieren suchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Visionssuche===&lt;br /&gt;
Traditionell war die Visionssuche bei einigen indigenen Völkern Teil der Initiationsriten. Viele Anbieter führen mit ihrer zahlenden Kundschaft heute mehrmals Visisonssuchen durch und empfehlen, diese z.B. in kritischen Lebenssituationen zu wiederholen. Dies widerspricht der ursprünglichen Zeremonie, fördert jedoch auf jeden Fall die Einnahmen des Anbieters. Da in der Regel bei der Visionssuche über mehrere Tage gefastet wird (traditionell wurde auch kein Wasser getrunken, was einige Anbieter offenbar heute erlauben) und die Probanden diese Zeit allein in der Natur verbringen, kann dies z.B. im Falle unbekannter Vorerkrankungen gefährlich werden. Daher lassen sich in den USA viele Anbieter von den Probanden per Unterschrift bestätigen, dass die Visionssuche auf eigene Gefahr unternommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die leidigen heiligen Pfeifen werden auch von vielen Anbietern verteilt, da sich auch dies im Portemonnaie positiv niederschlägt. Generell kann dazu gesagt werden, dass bei weitem nicht alle indigenen Völker heilige Pfeifen kannten bzw. kennen und ebenfalls so genannte Pfeifenträger in der von diesen Anbietern geförderten Zahl nicht traditionell sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Namensvergebung===&lt;br /&gt;
Ebenfalls lukrativ ist der Bereich der Namenvergebung, da auch diese sich bei den einzelnen Probanden mehrfach umsetzen lässt. Hier ist besonders darauf zu achten, ob der Anbieter z.B. in der Lage ist, diese Namen in einer indigenen Sprache wiederzugeben oder ob er nur die englische Version nennt. Kann er den Namen nur auf Englisch ausdrücken und nimmt gar er dafür Geld, handelt es sich um einen Abzocker. Allerdings sind im Raum Deutschland, Österreich, Schweiz auch Abzocker unterwegs, die ein wenig geschickter vorgehen und z.B. ein paar Lakota-Worte aus einem Online-Lexikon einflechten und/oder völlige Fantasienamen verteilen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Sonnentanz und Erdtanz===&lt;br /&gt;
Einige Anbieter führen in europäischen Ländern den Sonnentanz durch; manche nennen ihn Erdtanz und geben vor, es handele sich um eine mit europäischen Elementen angereicherte Zeremonie. Von der ursprünglichen Intention des Tanzes ist schon dessen Durchführung in Europa bzw. von nicht-indianischen Personen verfehlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wiedergeburt===&lt;br /&gt;
Viele Anbieter arbeiten auch im Rahmen der indigenen Spiritualität mit der Wiedergeburt, mit früheren Leben etc. Auch hier kann generell gesagt werden, dass dies nicht indigener Spiritualität entspricht. Häufig aber wird dieses Konzept des früheren Lebens zum einen finanziell ausgenutzt, da „Rückführungen“ oft als zu bezahlende Zeremonien durchgeführt werden. Zum anderen wird das Konzept dazu genutzt, AnhängerInnen und SchülerInnen stärker an sich zu binden, indem z.B. der „Schamane“ dem Probanden versichert, man kenne sich aus früheren Leben, habe da oder dort gleichzeitig gelebt, und man sei in diesem Leben aufeinandergetroffen, da es noch Aufgaben zu erledigen gebe. Die Anzahl der früheren gemeinsamen Leben kann dabei im Laufe der Zeit anwachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anbieter==&lt;br /&gt;
[[image:Manitonquat.jpg|Francis Talbot / Manitonquat|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:JMKohfink.jpg|J.M. Kohfink / Tacan&amp;#039;sina Miwatani|thumb]]&lt;br /&gt;
Abschließend seien einige Anbieter indigener Spiritualität erwähnt, die nicht authentisch sind und deren „Lehren“ indigene Spiritualität im Gegenteil verfremden, verfälschen oder Schlimmeres:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Carlos Castaneda&amp;#039;&amp;#039;: Seine Bücher sind reine Fiktion. Der Doktortitel der University of California wurde ihm aberkannt (jedoch hält die Universität noch die Rechte an seinen Büchern und verdient damit erheblich). Kurz und knapp gesagt: Alles, was Castaneda in seinen Büchern darstellt, ist Erfindung, es stimmt nichts. Castanedas Konzept des „Kriegers“ ist zudem den indigenen Konzepten diametral entgegengesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Sun Bear / Vincent LaDuke – Bear Tribe&amp;#039;&amp;#039;: Zwar gehörte LaDuke zum Volk der Ojibway und war eingetragenes Mitglied, war jedoch keine Medizinperson. Häufig wurde es so dargestellt, als seien die Ojibway wütend auf ihn, weil er „geheime“ Spiritualität öffentlich machte. Das ist in dieser Form nicht richtig und diente dazu, seine Ansprüche auf Authentizität zu untermauern – wütend waren und sind die Ojibway schon, da LaDuke grauenhaften Unsinn verbreitete und als authentisch ausgab. Seine „Lehren“ sind eine Mischung aus wenig Tatsache und viel Erfindung, wie z.B. die angebliche „indianische Astrologie“, die lediglich das Altbekannte mit anderen Namen für die Tierkreiszeichen belegt. LaDuke ist übrigens ein verurteilter Straftäter, gegen den wegen sexueller Gewalt gegen Schülerinnen (darunter Minderjährige) eine mehrjährige Gefängnisstrafe verhängt wurde, vor deren Antritt er jedoch verstarb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Harley Regan / Deer Tribe / Twisted Hair Society&amp;#039;&amp;#039;: Regan führt seine Abstammung angeblich auf Cherokee und Maya zurück, seine Familie ist jedoch irischer Herkunft. Regan ist Waffenfreak, der z.B. dazu aufrief, alle Milizen sollten gemeinsam den Bürgerkrieg in den USA beginnen, falls Al Gore zum Präsidenten gewählt werde. Regan bereitet seine AnhängerInnen in den USA auf einen kommenden „Rassenkrieg“ aufgrund der Einwanderung aus Lateinamerika vor und lässt diese an Waffen und in Kampfsportarten ausbilden (auch in Deutschland bieten Mitglieder des Deer Tribe Kampfsportseminare an). Dass dies einen offensichtlichen Bruch zu Regans reklamierter Abstammung darstellt, fällt anscheinend weder Regan noch seinen AnhängerInnen auf. Regan und der Deer Tribe suchen AnhängerInnen durch öffentliche Sexualpraktiken psychisch zu brechen und damit beherrschbar zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Hyemeohsts Storm alias Charles Storm&amp;#039;&amp;#039; (von IndianerInnen auch „Heywhatever Storm“ genannt): Angeblich Cheyenne, tatsächlich aus einer deutschen Einwandererfamilie. Seine Bücher sind reine Fiktion; nach Gerichtsurteilen müssen einige in den USA in der Kategorie „fiction“ verkauft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Francis Talbot alias Manitonquat alias Medicine Story&amp;#039;&amp;#039;: Talbot ist ein Weißer, der sich als Wampanoag ausgibt und auch in Europa tätig ist. Trotz indigener Proteste in den USA konnte er lange Zeit mit staatlichen Geldern indigene Strafgefangene „spirituell“ betreuen. In Europa gibt es z.B. jährliche Sommercamps, bei denen TeilnehmerInnen nicht nur die Unterkunft im Zelt auf der Wiese bezahlen, sondern auch für seine „teachings“. Die Camps werden von einer Vorbereitungsgruppe organisiert, zu der es einige Kritik hinsichtlich der Verwendung von Geldern gab. Außerdem forderte Talbot in mindestens einem Jahr von den TeilnehmerInnen Schadenersatz, da er auf der Anreise nach Deutschland angeblich bestohlen worden war, so dass die TeilnehmerInnen eindringlich um Spenden gebeten wurden. Mittlerweile ist das von der Vorbereitungsgruppe eingerichtete Forum öffentlich nicht mehr einsehbar. Talbot arbeit z.B. mit dem Projekt Tamera zusammen. In den USA hat er ein größeres Anwesen gekauft, auf dem er einen eigenen Stamm gründen will. Von Zeit zu Zeit gibt es Aufrufe, ihm mit Geldspenden zu helfen und die Zwangsversteigerung durch die Bank abzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Jürgen-Michael Kohfink alias Tacan&amp;#039;sina Miwatani&amp;#039;&amp;#039;: Ein Deutscher, der sich als Mandan ausgibt und bei seinem Großvater in Kanada zum Medizinmann ausgebildet worden sein will. Kohfink spricht jedoch gar kein Mandan; Englisch spricht er mit starkem Akzent und alles andere als flüssig. Er verteilt Namen an seine AnhängerInnen, die er teils aus der Lakotasprache bezieht oder die völlige Fantasieprodukte sind. Auch sein Name ist der Lakota- und nicht der Mandansprache entnommen und soll „Großer Bär der Mandan“ bedeuten. „Miwatani“ ist die Lakotabezeichnung für die Mandan, die eine völlig andere Eigenbezeichnung haben; „Tacan&amp;#039;sina“ ist zwar die Bezeichnung für unser Sternbild Großer Bär – allerdings sehen die Lakota dieses Bild nicht als Bären, sondern als Leichengestell. Allein der Name – den er überdies noch grauenhaft falsch ausspricht - entlarvt Kohfink als nicht authentisch. Kohfink bietet neben den üblichen Seminaren und Zeremonien noch die Ausbildung zum „Schamanen“ an; es gibt mehrere SchülerInnen, die inzwischen selbst Anbieter sind und ebenfalls ausbilden. Darüber hinaus praktiziert Kohfink das so genannte Familienaufstellen, von ihm „schamanisches Aufstellen“ genannt, das jedoch nicht auf Traditionen der Mandan zurückgeht. Im Internet gibt es Erfahrungsberichte von Schülerinnen, die sexuelle Gewalt von Kohfink erlebt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.thepeoplespaths.net/articles/ladecwar.htm&lt;br /&gt;
*http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,656666,00.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellenverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Esoterik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Knoblauch&amp;diff=38662</id>
		<title>Knoblauch</title>
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		<updated>2010-02-07T19:08:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Knobi.jpg|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Knoblauch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Allium sativum&amp;#039;&amp;#039;) ist eine Spezies aus der Familie der Lauchgewächse (&amp;#039;&amp;#039;Alliaceae&amp;#039;&amp;#039;), dessen Knollen und Präparate daraus, meist in Form von Kapseln, zur Vorbeugung von Arteriosklerose angeboten werden. Knoblauch ist eine Kulturpflanze und gelangte aus den Steppengebieten Zentral- und Südasiens über das Mittelmeer nach Europa; der Wildtyp gilt als ausgestorben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==medizinische Anwendungen==&lt;br /&gt;
Knoblauch ist ein beliebtes Gewürz und wird auch als Heilpflanze verwendet. Er soll den Cholesterinspiegel senken, die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herabsetzen und damit dessen Fließeigenschaften verbessern sowie einen erhöhten Blutdruck vermindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Indikation resultiert aus epidemiologischen Untersuchungen, nach denen Bevölkerungen, die traditionell viel Knoblauch verzehren, seltener von den Folgen verkalkter Gefäße betroffen sind. Doch bislang gibt es keine Untersuchungen, die der Frage nachgegangen sind, ob der Verzehr von Knoblauchpräparaten die Herzinfarkt- oder Schlaganfallrate tatsächlich senkt. Bereits in den 1999 von der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft verfassten Empfehlungen zur Therapie von Stoffwechselstörungen ist zum Thema Knoblauch-Präparate zu lesen: &amp;quot;Daten zu klinischen Endpunkten fehlen.&amp;quot; Daran hat sich bis heute nichts geändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Ökotest wurden im Jahr 2008 die Studien zu knoblauchhaltigen Präparaten zur cholesterin-, blutfett- oder blutdrucksenkenden Wirkung ausgewertet. Die Ergebnisse waren nicht eindeutig: Die Wirkung von Knoblauchpulver war bestenfalls wenig überzeugend, für alle anderen Zubereitungen war sie nicht ausreichend erbracht. Demnach ist Knoblauchpulver bei ausreichender Dosierung von 600 bis 900 Milligramm pro Tag über eine ausreichend lange Behandlungszeit von mindestens vier Wochen geeignet, den Gesamtcholesterinspiegel lediglich geringfügig zu senken. &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=40481;bernr=06;seite=00;co&amp;lt;/REF&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer im Jahre 2004 veröffentlichten Arbeit im British Journal of Nutrition sehen die Autoren für Knoblauchpulver aber weder eine lipid- noch eine blutdrucksenkende Wirkung. Professor Edzard Ernst, Professor für Komplementärmedizin an der Universität in Exeter, Großbritannien, findet nach Auswertung von verschiedenen Studien zwar, dass Knoblauch einem Placebo hinsichtlich der Senkung des Gesamtcholesterins überlegen ist. Im gleichen Atemzug betont er jedoch den nur mäßigen Effekt und die geringe Belastbarkeit der Daten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anwendung in der Pseudomedizin==&lt;br /&gt;
Neben dem vorbeugenden Effekt gegen Arteriosklerose werden dem Knoblauch von Pseudomedizinern noch zahlreiche andere gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben. So soll Knoblauch vor [[Anti Aging|vorzeitigem Altern]] schützen, [[Antioxidantien|antioxidativ]] wirken, Krebs vorbeugen, als ein „natürliches“ Antibiotikum gegen Bakterien, Viren, Protozoen und Pilze wirken und dabei gänzlich ohne Nebenwirkungen sein&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.zentrum-der-gesundheit.de/knoblauch.html&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dem entsprechend werden Knoblauchpräparate auch intensiv beworben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Südafrika, wo die Leugnung der HIV-Infektion als Ursache für [[HIV/AIDS-Leugnung|AIDS]] zehn Jahre lang Dogma der Gesundheitspolitik war, wurde die Behandlung von AIDS-Kranken mit Knoblauch, Rote Beete oder Olivenöl anstelle antiviraler Medikamente propagiert&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.sueddeutsche.de/politik/947/311867/text/&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhaltsstoffe==&lt;br /&gt;
Die Inhaltsstoffe von Knoblauch sind die Aminosäure L-Alliin und das Enzym Alliinase, das aus Alliin den Wirkstoff Allicin freisetzt. Die Inhaltsstoffe wirken antimikrobiell. Darüber hinaus ist Knoblauch auch eine wichtige Selenquelle&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Knoblauch&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einstufung als Arzneimittel==&lt;br /&gt;
Nach einem Urteil des Urteil des Europäischen Gerichtshofs (Az. C-319/05) vom 15.11.2007 sind Knoblauchpräparate kein Arzneimittel, sondern als Lebensmittel einzustufen. Als Begründung führt der Gerichtshof aus, dass das Kriterium der physiologischen Wirkung nicht für Arzneimittel spezifisch ist, sondern ebenso zu den verwendeten Kriterien für die Definition eines „[[Nahrungsergänzungsmittel]]s“ gehört. Den dem Gerichtshof vorliegenden Akten war zu entnehmen, dass die „Knoblauchextraktpulver- Kapseln“, abgesehen von einem bloßen Hilfsstoff, keine Substanz enthalten, die nicht auch in Knoblauch in seinem natürlichen Zustand enthalten sind, und dass ihre Einnahme keine zusätzlichen positiven oder negativen Auswirkungen im Vergleich zu dem Verzehr von Knoblauch im natürlichen Zustand hat. Um unter die Definition eines „Arzneimittels nach der Funktion“ zu fallen, muss ein Produkt jedoch die Funktion der Verhütung oder Heilung von Krankheiten besitzen. Allgemein förderliche Auswirkungen auf die Gesundheit, wie sie Knoblauch besitzt, genügen dafür nicht&amp;lt;ref&amp;gt;http://curia.europa.eu/jcms/jcms/P_29685/&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellenverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category: Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Bernstein&amp;diff=38661</id>
		<title>Bernstein</title>
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		<updated>2010-02-07T18:54:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Wirkungsweise */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Amber.jpg|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bernstein&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (mittelniederdeutsch Börnsteen „Brennstein“, lat. electrum oder glaesum, altgrch. τò ήλεκτρον, aus dem Phönizischen, in der Bedeutung „das Duft Verbreitende“) ist ein klarer bis undurchsichtiger gelber Stein aus fossilem Harz. Der dominikanische Bernstein kann sogar grünlich bis bläulich gefärbt sein. Bernstein ist bis zu 260 Millionen Jahre alt. Aus dem zähflüssigen Harz damaliger Bäume wurde im Laufe der Zeit eine feste, amorphe (nicht kristalline) Substanz. Somit ist Bern„stein“ kein Mineral oder Gestein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bedeutung in der Pseudomedizin==&lt;br /&gt;
Bernstein wird seit alter Zeit als Heilmittel eingesetzt. So schreibt Plinius der Ältere in seiner Naturalis historia, dass auf der Haut getragene Bernsteinamulette vor Fieber schützen. Der Glaube an die „Kraft des Steins“ findet sich auch in magischen Vorstellungen der Neuzeit wieder – etwa, wenn empfohlen wird, Ehefrauen nachts Bernstein auf die Brust zu legen, um sie so zum Gestehen schlechter Taten zu bringen. Im Volksaberglauben gilt Bernstein als Schutz vor bösem Zauber und soll Dämonen, Hexen und Trolle vertreiben&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Bernstein#Legend.C3.A4re_Heilkr.C3.A4fte_und_Schutzzauber&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bernstein wird auch heute noch in der Pseudomedizin als [[Heilsteintherapie|Heilstein]]  verwendet. Dabei werden einer oder mehrere Steine als Amulett oder Kette am Körper bei direktem Hautkontakt getragen. Dem Bernstein werden zahlreiche Wirkungen zugeschrieben: bei Hauterkrankungen, offenen Wunden, trockener Haut, Schuppenflechte, Jucken, Allergien, Schleimhautentzündung, unreiner Haut, Entzündungen im Mundbereich oder Rachen, Menstruationsschmerzen, Kopfschmerzen, Rückenproblemen, Arthritis, Rheuma, Gicht, Gelenksentzündungen, Verspannungen, Sehnenscheidenentzündung, grippalen Infekten mit Fieber, niedrigem Blutdruck, Durchblutungsstörungen, Blasenreizung, Magersucht, Hitzewallungen, Asthma und Bronchitis, Allergien und Schilddrüsenerkrankungen. Auch gegen psychische Störungen soll Bernstein helfen&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ruebe-zahl.de/bernstein.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Besonders verbreitet ist der Irrglaube, dass Bernstein Säuglingen das Zahnen erleichtern soll. Dazu wird den Kindern eine Bernsteinkette umgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Hunden werden Bernsteinketten zur Vorbeugung gegen Zeckenbefall beworben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirkungsweise==&lt;br /&gt;
Bernsteine sollen zu Erlangen ihrer Wirksamkeit mit Mondlicht &amp;quot;aufgeladen&amp;quot; werden. Diese &amp;quot;Energie&amp;quot; wird angeblich auf andere Medien, wie z.B. [[Wasserbelebung|Wasser]] oder den Körper selbst abgegeben. Seltener wird auch empfohlen, pulverisierten Bernstein oral einzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirkung gegen Zecken beim Hund wird damit begründet, dass Bernstein ätherische Öle enthält, diese freisetzt und dadurch einen harzig-würzigen Geruch ausströmt, der die Zecken vom Hund fernhalten soll. Ferner soll die statische Aufladung des Bernsteins durch die ständige Reibung am Fell der Hunde ebenfalls Zecken fernhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weder für die Art noch den Mechanismus dieser Wirkungen gibt es wissenschaftliche Beweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefahren==&lt;br /&gt;
Während keinerlei Nutzen bekannt ist, können Bernsteinketten für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich sein. Bernsteinketten können das Kind beim Spielen und auch Schlafen verletzen und sogar strangulieren, wenn sie sich irgendwo verhaken. Reißt die Kette oder wird ein Stein zerbissen, besteht die Gefahr, dass das Kind Steine in den Mund nimmt und verschluckt oder dass es sie in Nase und Ohren steckt&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/aktuelles1/show.php3?id=1557&amp;amp;nodeid=26&amp;amp;nodeid=26&amp;amp;query=bernstein&amp;lt;/ref&amp;gt;. Todesfälle sind beschrieben&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.swiss-paediatrics.org/paediatrica/vol20/n2/pdf/76.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtliches==&lt;br /&gt;
Nach Ansicht des LG Hamburg ist es gem. §§ 3, 4 Nr. 11, 5 UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) und gem. §§ 1 I Nr. 2, 3 S. 2 Nr. 1 HWG (Heilmittelwerbegesetz)&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.gesetze-im-internet.de/uwg_2004/__3.html&amp;lt;/ref&amp;gt; irreführend, bestimmten Steinen krankheitslindernde und/oder krankheitsheilende Wirkung zuzuschreiben, obwohl es keinerlei Anhaltspunkte dafür gibt, dass die sog. „Heilsteine“ heilende Wirkung entfalten. Insbesondere ist es verboten, für krankheitsbezogen beworbene Mittel/Gegenstände in der Weise zu werben, dass der Käufer therapeutische Wirkungen erwartet, denen das Mittel in Wahrheit nicht gerecht wird oder deren Wirkung nicht hinreichend gesichert ist. Gleichgültig soll es dabei sein, ob mit konkreten Wirkungen der Steine geworben oder den Steinen in allgemeiner Weise heilende Wirkung zugesprochen wird&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.it-recht-kanzlei.de/irrefuehrende-werbung-heilsteine.html&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellenverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Esoterik]]&lt;br /&gt;
[[category:Therapie in der Pseudomedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Diskussion:Trutz_Hardo&amp;diff=38660</id>
		<title>Diskussion:Trutz Hardo</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Diskussion:Trutz_Hardo&amp;diff=38660"/>
		<updated>2010-02-07T18:49:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: Die Seite wurde neu angelegt: „== Tom Hockemeyer? ==   Im Karma -Artikel steht in Klammern &amp;#039;Tom Hockemeyer&amp;#039; hinter seinem Link. Hier taucht Tom hingegen nicht auf.  Vielleicht kann da mal e…“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Tom Hockemeyer? == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Karma]] -Artikel steht in Klammern &amp;#039;Tom Hockemeyer&amp;#039; hinter seinem Link.&lt;br /&gt;
Hier taucht Tom hingegen nicht auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht kann da mal einer drübergucken, der sich mit dem Thema auskennt. --[[Benutzer:Liquor Aluminii|Liquor Aluminii]] 19:49, 7. Feb. 2010 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Magnetfeldtherapie&amp;diff=30118</id>
		<title>Magnetfeldtherapie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Magnetfeldtherapie&amp;diff=30118"/>
		<updated>2009-09-29T22:39:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Urteil gegen &amp;quot;Magnetic Cell Regeneration&amp;quot; (MCR) wegen Irreführung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:AntonMesmer.jpg|Franz Anton Mesmer|thumb]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Magnetfeldtherapie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder Magnettherapie ist eine [[Alternativmedizin|alternativmedizinische]] Behandlungsmethode, bei der die Patienten einem Magnetfeld ausgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell ist zu unterscheiden zwischen der Anwendung von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*statischen Magnetfeldern (meist durch Permanentmagneten)&lt;br /&gt;
*magnetischen Wechselfeldern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichtliches==&lt;br /&gt;
Die unsichtbare Kraft des Magnetsteins hat in allen geschichtlich überlieferten Epochen die Menschen in Staunen versetzt. Anmerkungen finden sich u.a. bei Homer, Pythagoras, Thales und Plinius, der bereits im ersten Jahrhundert v. Chr. beschrieb, dass das Eisen der einzige Stoff ist, der von jenem Stein eine Kraft annimmt, sie längere Zeit behält und selbst anderes Eisen anzieht. Erst im 13. Jahrhundert ist ein Zuwachs an wissenschaftlicher Erkenntnis zu verzeichnen: Der französische Physiker Petrus Peregrinus unterscheidet die gegensätzliche Polung der Magneten und beschreibt ihre Ausrichtung im erdmagnetischen Feld: Der ganze Stein erhält vom ganzen Himmel seine Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste systematische therapeutische Nutzung der Magnetkraft wird Paracelsus (16. Jahrhundert) zugeschrieben. Er war fasziniert von der Beobachtung, dass ein Magnet sichtbare Dinge durch unsichtbare Kraft anzieht, und vermutete, dass sich Krankheiten gewissermaßen aus dem Körper herausziehen lassen. U.a. versuchte er, durch Kugeln oder Pfeilspitzen verursachte Wunden mit Hilfe von Magneten zu heilen. Um Frauen von Hysterie zu kurieren, empfahl er, zwei Magneten oberhalb und unterhalb des Uterus anzusetzen. Die stark von mystischen Elementen geprägte Therapie des Paracelsus hat sich &amp;amp;ndash; vermutlich mangels Erfolg &amp;amp;ndash; in der Folgezeit nicht durchgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstaunlich präzise Vorstellungen von der Natur der Magnetkraft entwickelte Galilei im 17. Jahrhundert: Wenn jedes Teilchen dieses Minerals jene Kraft besitzt, wer wollte daran zweifeln, dass sie in noch höherem Grade dem Erdball innewohnt, und der vielleicht sogar, was seinen inneren Kern anbetrifft, nichts anderes als ein ungeheurer Magnet sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 18. Jahrhundert hatte Mesmer spektakuläre Heilerfolge mit Hilfe von Magneten, die er über den Körper des Patienten strich. Er erkannte jedoch bald, dass die Heilkraft letzten Endes der Person des Therapeuten selbst innewohnt; er nannte sie tierischen Magnetismus und ging zu einer Individualtherapie mit Streichmassagen ohne Magneten über (nach Kerner 1973).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren werden zunehmend Geräte angepriesen, die mit Magnetfeldern eine therapeutische Wirkung zu erzielen vorgeben. Um diese Geräte zu beurteilen, muss man sich über die physikalischen Grundlagen informieren. Man muss wissen, was Magnetismus ist und ob bzw. wie er im menschlichen Organismus von Bedeutung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Physikalische Hintergründe des Magnetismus==&lt;br /&gt;
Elektrischer Strom und Magnetismus hängen zusammen, denn ein elektrischer Strom ist immer von einem Magnetfeld umgeben. Dieses Magnetfeld wiederum kann dadurch nachgewiesen werden, da es eine Magnetnadel ablenken kann (Kampke und Walcher, 1982). Jede Kompassnadel, die ins Erdmagnetfeld gehalten wird, richtet sich nach der Lage des magnetischen (nicht des geographischen!) Nord- bzw. Südpols gemäß des Verlaufs der magnetischen Feldlinien aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materie ist aus Atomen aufgebaut. Die Atome, deren Kerne aus positiv geladenen Protonen und elektrisch inaktiven Neutronen bestehen, werden von negativ geladenen Elektronen umkreist. Die Elektronen, die die Atomkerne in unterschiedlichem Abstand umkreisen, erzeugen durch ihre Bewegung sog. Kreisströme (auch Stromschleifen genannt), die dann ein magnetisches Dipolmoment erzeugen können, wenn sich ihre Kreisbewegung nach außen hin nicht gegenseitig aufhebt. Um es sehr vereinfacht auszudrücken: kreisen um ein Atom herum mehr Elektronen nach rechts als nach links (bzw. umgekehrt), ist das Verhältnis unausgewogen und es entsteht ein Magnetfeld. Drehen sich ebensoviele Elektronen nach links wie nach rechts (bzw. umgekehrt), so entsteht nach außen hin kein Magnetfeld, weil sich die magnetischen Wirkungen der kreisenden Elektronen gegenseitig aufheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Magnetfeld der Erde entsteht dadurch, dass im heißen Erdinneren Lava strömt und dies zu elektrischen Strömen (Elektronenfluss) führt. Elektrischer Strom bedingt die Bildung von Magnetfeldern. Da die Ströme nicht konstant an der gleichen Stelle verharren, sondern sich die Richtungen mit der Zeit verlagern, kann es sowohl zur Abschwächung oder Zunahme des Erdmagnetfeldes wie auch zu einer Richtungsänderung kommen. Derzeit schwächt sich das Erdmagnetfeld seit einigen Jahrtausenden zunehmend ab, was zur Zunahme kosmischer Strahlung auf der Erdoberfläche führt, weil geladene Teilchen aus dem Weltraum etwas leichter bis zur Erdoberfläche vordringen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Magnetismus und elektrischer Strom==&lt;br /&gt;
Da elektrische Ströme, die z.B. in Stromkabeln fließen, ebenso ein Magnetfeld um sich herum aufbauen, kann man deren Magnetfeld natürlich auch mit (stabförmigen) Magneten nachweisen. Man kann bekanntlich nicht nur mit Eisenfeilspänen die Feldlinien demonstrieren, sondern man kann ganz einfach mit einer Kompassnadel die Feldlinien, die um ein stromdurchflossenes Kabel entstehen, nachfahren. Magnetische Feldlinien sind stets geschlossen und umschlingen die stromführende Quelle, die das Magnetfeld erzeugt. Je nach Art des stromführenden Leiters sieht das Feld ein wenig anders aus. Im Inneren einer langen, geraden und von elektrischem Strom durchflossenen Spule herrscht ein annähernd homogenes Magnetfeld, d.h. es liegen parallele Feldlinien vor, was eine räumlich konstante magnetische Felddichte bedeutet. Außerhalb der Spule wird das magnetische Feld inhomogen und sehr schnell schwächer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Dipol-Feld &amp;amp;ndash; also ein Feld mit magnetischem Nord- und Südpol &amp;amp;ndash; verliert seine Dichte mit der dritten Potenz des Abstandes zur Spule. Wenn man den Abstand von der Spule also z.B. verzehnfacht, ist das Magnetfeld nur noch 1/1.000stel so stark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feldstärke in der stromdurchflossenen Spule hängt ab von:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der Anzahl N der Spulenwindungen,&lt;br /&gt;
* der Länge L, gemessen in Meter,&lt;br /&gt;
* der Stromstärke I, gemessen in Ampere (A)&lt;br /&gt;
* und der sog. magnetischen Feldkonstante &amp;amp;micro;&amp;lt;sub&amp;gt;0&amp;lt;/sub&amp;gt; (= 4&amp;amp;nbsp;&amp;amp;pi;&amp;amp;nbsp;*&amp;amp;nbsp;10&amp;lt;sup&amp;gt;-7&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;amp;nbsp;Vs/Am).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnetfelder werden häufig statt mit der magnetischen Feldstärke H (Einheit A/m) durch die magnetische Induktion&lt;br /&gt;
B&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;&amp;amp;micro;&amp;lt;sub&amp;gt;0&amp;lt;/sub&amp;gt;H charakterisiert, mit der Einheit Tesla (1&amp;amp;nbsp;T =&amp;amp;nbsp;1&amp;amp;nbsp;Vs/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;). Für die stromdurchflossene Spule gilt die Beziehung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|align=center&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|I&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;B * L / (N * &amp;amp;micro;&amp;lt;sub&amp;gt;0&amp;lt;/sub&amp;gt;) &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möchte man beispielsweise die Stromstärke berechnen, die notwendig wäre, um im Inneren einer 10&amp;amp;nbsp;cm langen Spule mit 1000 Windungen ein Magnetfeld mit der Stärke des Erdmagnetfeldes (B&amp;amp;nbsp;&amp;amp;asymp;&amp;amp;nbsp;50&amp;amp;nbsp;&amp;amp;micro;T) zu erzeugen, so erhält man nach dieser Formel eine Stromstärke von rund 4&amp;amp;nbsp;mA. Man kann also mit vergleichsweise niedrigem Energieaufwand Magnetfelder erzeugen. Es stellt sich die Frage, ob und in welcher Weise Magnetfelder im menschlichen Organismus von Bedeutung sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hat der Mensch ein &amp;quot;Biofeld&amp;quot;?==&lt;br /&gt;
Diese Frage lässt sich mit einem eindeutigen Jein beantworten. Magnetfelder entstehen, wenn elektrische Ladungen (positive oder negative) verschoben werden. Im menschlichen Organismus fließen aber keine elektrischen Ströme im Sinne eines Elektronenflusses, außer, wenn man an eine Steckdose fasst oder sich elektrostatisch aufgeladen hat und den Strom dann schmerzhaft bei Erdung mit einem elektrischen Leiter abgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was jedoch im menschlichen Organismus vorhanden ist, ist das Verschieben von Ionen. Dieses geschieht ständig bei der Nervenimpulsübertragung. Die menschliche Nervenzelle leitet die zu übermittelnde Information mittels eines Natrium-Ionen-Bolus weiter. Man kann sich deshalb die Zelle als eine Art Schlauch vorstellen, in dem die Information durch Wasserdruckwellen fortgeleitet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schematischer Aufbau von Nervenzellen==&lt;br /&gt;
Allein im Gehirn findet man etwa 25 Milliarden Nervenzellen. Diese haben einen Durchmesser bis 100 µm und eine Oberfläche bis zu 27.000 µm&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;. Eine einzelne Nervenfaser hat 6.000 bis 200.000 Kontaktstellen und kann eine Länge bis zu einem Meter erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um innerhalb eines Schlauchsystems einen Wasserbolus fortzuleiten, bedarf es mechanischen Drucks. Dieser kann in der Nervenzelle aber nicht erzeugt werden, denn die Zelle kann sich nicht zusammenziehen oder dehnen. Es muss aber auf irgendeine Weise ein künstliches Gefälle erzeugt werden, sonst kommt die Informationsübermittlung überhaupt nicht in Gang. Die Natur arbeitet mangels Druckpumpe mit einem komplizierten Trick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden Konzentrationsunterschiede zwischen der Innen- und Außenseite des Nervens erzeugt. Die in der Zellwand der Nervenfaser sitzende Natrium-Kalium-Pumpe transportiert mit hohem Energieaufwand (20% des Energieumsatzes des Menschen werden dafür ständig benötigt!) elektroneutral Natriumionen gegen ein Konzentrationsgefälle nach außen und Kaliumionen gegen ein Konzentrationsgefälle nach innen. Elektronen fließen bei dieser Aktion nicht, denn diese sind vollständig in den Geweben gebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Pumpvorgang resultiert eine intrazelluläre Kaliumionenkonzentration, die 30 mal höher ist als die extrazelluläre Konzentration, eine intrazelluläre Natriumkonzentration, die nur 1/10tel der extrazellulären Konzentration beträgt und eine intrazelluläre Chlorionenkonzentration, die nur 1/30tel der extrazellulären Konzentration beträgt (siehe Tabelle).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|border=1 align=center&lt;br /&gt;
|align=center|Ionenart||align=center|Konzentration in der Zelle||align=center|Konzentration außerhalb der Zelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|align=center|Kalium-Ionen||align=center|120-150 mmol/l||align=center|4-5 mmol/l&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|align=center|Natrium-Ionen||align=center|5-15 mmol/l||align=center|140-150 mmol/l&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|align=center|Chlorid-Ionen||align=center|4-5 mmol/l||align=center|120-150 mmol/l&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese Weise entsteht nicht nur ein erhebliches Konzentrationsgefälle, sondern auch eine elektrische Spannung. Gemeinsam mit nicht bewegungsfähigen, ebenfalls negativ geladenen Proteinen, die sich im Zellinneren befinden, ergibt sich aufgrund der Ladungsverschiebung der gepumpten Ionen zwischen Zelläußerem und Zellinneren ein sog. Ruhepotential. Sticht man eine Messelektrode in das Innere der Zelle und legt man eine zweite Elektrode an die Außenseite der Zellwand an, ergibt sich bei 37 Grad Celsius ein elektrisches Potential von -70 mV bis -90 mV. Der negative Pol dieser Potentialdifferenz liegt im Nerveninneren, der positive Pol liegt außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entlang dieser Spannungsdifferenz bildet sich ein Magnetfeld aus, das aber im Vergleich zum Erdmagnetfeld (30-60&amp;amp;nbsp;µT, je nach geografischer Breite) verschwindend gering ist. Es ist so schwach, dass es nur mit großem technischen Aufwand in speziell isolierten Räumen gemessen werden kann. Jede elektrisch betriebene Armbanduhr hat ein vielfach stärkeres Magnetfeld als diese winzigen &amp;quot;menschlichen Magnetfelder&amp;quot;. Die Reichweite des schwachen Magnetfeldes ist zudem (s.o.) sehr gering. Deshalb hat es weder die Reichweite noch die Kraft, auf menschliches Gewebe auch nur den minimalsten Einfluss auszuüben. Insofern verfügt der Mensch über ein &amp;quot;Biofeld&amp;quot; im Sinne dieser winzigen Magnetfelder, deren Feldlinien senkrecht zur Zellwand gerichtet verlaufen, aber von Bedeutung sind sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was hat es nun mit der medizinischen Anwendung von Magnetfeldern auf sich?==&lt;br /&gt;
Magnetfelder werden in der Medizin heute überwiegend zu diagnostischen Zwecken eingesetzt. So funktioniert ein Kernspintomograph dadurch, dass er mittels eines extrem starken Magnetfeldes (4-5 Tesla) elektrische Phänomene im menschlichen Organismus auslöst, die man dann zur Erzeugung von Bildern verwenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist aber auch möglich, mittels stromdurchflossener Spulen ein Magnetfeld zu erzeugen, dass eine gewisse Reichweite hat und die Nervenzellmembranen im Organismus depolarisiert. Als Effekt kommt es dann zur Auslösung eines Nervenimpulses. Man nennt diese Technik magnetische Stimulation. Die Zellmembran von Nervenzellen erzeugt durch die ständige Aktivität der Natrium-Kalium-Pumpe eine durch Ionenverschiebungen erzeugte Potentialdifferenz zwischen der intra- und extrazellulären Wand der Zelle. Der negative Pol der Membranpotentialdifferenz liegt im Zellinneren und das transmembrane Potential beläuft sich auf einen Wert von ca. -70 mV. Ein extern erzeugtes elektrisches Feld, dass an die Zellmembran gebracht werden kann, ist in der Lage, auf der Außenseite der Zellmembran einen Elektronenfluss zu erzeugen und somit durch Stimulation der spannungsabhängig arbeitenden Natrium- und Kaliumkanäle (bzw. weiterer Ionenkanäle wie den Kalziumkanälen) ein Aktionspotential und damit einen Nervenimpuls auszulösen. Dies führt zu einer Erregung des Nerven bzw. zu einer Fortleitung des Aktionspotentials entlang der Zellmembran bis zur Synapse bzw. dem Zielorgan (z.B. einen Muskel).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erstmalige Anwendung einer magnetischen Stimulationsmethode zur Untersuchung des Gehirns wurde von Arsenne d‘Arsonval im Jahre 1896 durchgeführt. Er plazierte den Kopf diverser Probanden innerhalb einer elektrischen Spule und berichtete über Lichtblitze, Schwindel und Ohnmachtsanfälle bei den Betroffenen. Eine gezielte Stimulation von Nervenzellen unter Einsatz von Magnetfeldern wurde bereits etwa ein Jahrzehnt nach Ende des II. Weltkrieges am Froschmodell durchgeführt und einige Jahre später beim Menschen vorgenommen. Man verwendete ein oszillierendes Magnetfeld mit einer Impulsdauer von 40 ms. Die resultierende lang andauernde Nervenaktivierung machte es aber unmöglich, Nerven- oder Muskelaktionen zu messen, was dazu führte, dass die Methode zeitweise nicht weiterverfolgt wurde. Die Technik wurde in den letzten Jahrzehnten weiter verbessert und mittlerweile verfügt man über Geräte, die mittels einer achterförmigen Spule (sog. Schmetterlings- oder auch Doppelspule), bei der die Windungen so angeordnet sind, dass der elektrische Strom an der Schnittstelle beider Kreise in die gleiche Richtung fließt, ein großes Magnetfeld in Spulenmitte bei größtmöglicher Fokussierung des Magnetfeldes erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der elektrische Strom, der zur Auslösung des Aktionspotentials bzw. zur Depolarisierung der Zellmembran notwendig ist, kann durch ein ständig seine Richtung änderndes Magnetfeld induziert werden. Im Rahmen der sog. transkraniellen elektromagnetischen Stimulation (transcranial magnetic stimulation = TMS) werden zum Zwecke der Impulsauslösung an der Nervenzelle deshalb starke elektrische Ströme durch eine am Schädel des Untersuchten aufliegende Spule geführt, wodurch es in der Nähe der Spule zur Ausbildung eines magnetischen Feldes nach dem Faraday&amp;#039;schen Gesetz kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nach dem Faraday&amp;#039;schen Prinzip sich um jeden stromdurchflossenen Leiter ein Magnetfeld bildet, erzeugt der Stromfluss ein magnetisches Feld um die stromdurchflossene Spule des TMS-Gerätes. Dieses Magnetfeld ist desto stärker, je höher der Strom ist, der durch die Spule fließt. Das Magnetfeld breitet sich durch den Raum aus und durchdringt auch die Schädelkalotte, auf der die Spule des TMS-Gerätes für gewöhnlich aufliegt, ohne durch das Gewebe wesentlich abgeschwächt zu werden. Eine Abschwächung erfolgt nur durch die zunehmende Distanz von der Spule. Im ZNS-Gewebe unterhalb der Schädelkalotte erzeugt das Magnetfeld (B), solange Strom durch die Spule (Coil) fließt, ein elektrisches Feld, dessen Polarisierung entgegengesetzt zu jener des Stroms in der Spule ist. Entlang des so erzeugten elektrischen Feldes (E) innerhalb des ZNS-Gewebes kommt es zu einem Elektronenfluss.&lt;br /&gt;
Schematischer Aufbau einer Spule zur magnetischen Stimulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Magnetstimulation beruht somit auf dem physikalischen Prinzip der elektromagnetischen Induktion. In einem elektrischen Leiterkreis treten Induktionsströme auf, wenn entweder die Stellung des Leiters in einem stationären Magnetfeld verändert wird oder wenn das Magnetfeld, das sich um den elektrischen Leiter befindet, sich verändert. Dabei ist die Induktionsstrom stets so gerichtet, dass er dem Vorgang, der ihn erzeugt, entgegenwirkt und ihm somit Energie entzieht. Da die Reizwirkung an Nervenstrukturen nicht durch das Magnetfeld, sondern vielmehr durch den via Magnetfeld im Gewebe induzierten elektrischen Strom verursacht wird, benötigt man für die Magnetstimulation einen möglichst kurzen Magnetfeldpuls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stromfluss durch die Spule erfolgt in einem Kreislaufsystem, der einen aufladbaren Kondensator und einen Thyristor (Halbleiterschalter, der hohe Spitzenströme in kurzer Zeit schalten kann und zur Entladung des Kondensatorstroms in die Spule dient) enthält. Der Kondensator, der zunächst mit 2.000 - 3.000&amp;amp;nbsp;Volt aufgeladen wird, wird durch das Öffnen bzw. Schließen des Thyristors entladen. Der Strom fließt durch einen elektrischen Widerstand zur Spule und dann wieder zurück über eine Diode, die dazu beiträgt, die Aufheizung der Spule und den Stromverbrauch zu reduzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reichweite des Magnetfeldes und damit die Stärke des induzierbaren elektrischen Stromflusses ist begrenzt. Beträgt bei voller Reizstärke die Felddichte bei 3 cm noch ca. 1,2&amp;amp;nbsp;Tesla, fällt sie bereits bei 5&amp;amp;nbsp;cm Entfernung auf 0,6&amp;amp;nbsp;Tesla ab und unterschreitet bei einer Distanz von 10&amp;amp;nbsp;cm die Grenze von 0m2&amp;amp;nbsp;Tesla. Bei 15 cm&amp;amp;nbsp;Entfernung liegt die Magnetfelddichte nur noch bei etwa 10% des Ausgangswertes. Bereits eine kleine Änderung des Spulenabstandes von 1 cm erzeugt eine Verminderung der Magnetfelddichte von 0.1&amp;amp;nbsp;Tesla am Wirkungsort. Somit haben anatomische Gegebenheiten wie die Schädeldicke bereits einen großen Einfluss auf die erforderliche Reizstärke. Das führt dazu, dass entsprechende Stimulationsgeräte mit hohen Spannungen (bis 3.000&amp;amp;nbsp;Volt), hohem Stromfluss (bis 8.000&amp;amp;nbsp;Ampere) und extrem kurzen Zeitspannen (100&amp;amp;nbsp;µs) in den Spulen arbeiten müssen, damit überhaupt genügend Strom im Gewebe induziert werden kann. Die Geräte sind für den Laien leicht erkennbar, denn sie machen Lärm während ihrer Schaltzeit. Der Knall jedes Impulses kann so laut sein, dass Ohrenstöpsel getragen werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Patienten kann man in Sachen &amp;quot;Magnetfeldtherapie&amp;quot; bisher eine grobe Leitlinie geben. Es gibt zwar die technische Möglichkeit, mit sehr dichten Magnetfeldern neurologische Effekte durch das Auslösen von Nervenimpulsen (sog. magnetisch evozierten Potentialen) zu bewirken, aber diese Geräte stehen nur in wenigen Universitäten auf der Welt und es gibt nur eine Handvoll Gerätehersteller, die man bei http://www.biomag.helsinki.fi/tms/provide.html nachlesen kann. Alle diese Geräte fallen in die seriöse Rubrik der sog. nicht-invasiven, schmerzfreien, kortikalen Stimulation mit Magnetfeldern. Die Geräte sind ausgesprochen teuer und sie stehen mit Sicherheit in keiner Praxis eines Heilpraktikers oder Arztes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Pulsierende Magnetfeldtherapie zu Heilzwecken ist bis heute unbewiesen==&lt;br /&gt;
[[image:magnet.jpg|Typischer Artikel in Bildzeitung zur Magnetfeldtherapie|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Heutzutage werden in vielen Praxen Magnetfeldgeräte angepriesen, die gegen diverse Leiden helfen sollen. Die Indikation reicht von Entzündungen, Osteoporose, Arthritis bzw. rheumatischen Leiden bis hin zu Asthma und menopausalen Beschwerden. Da diese Magnetfeldgeräte (z.B. PAPIMI jedoch mit sehr geringen Stromstärken arbeiten, ist das von ihnen mit einer bestimmten Frequenz erzeugte (sog. pulsierende) magnetische Feld ebenfalls sehr klein und schwach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht immer wieder Geräte in den Praxen, in denen man beispielsweise eine Extremität in eine große Spule legen soll. Wenn man sich vor Augen führt, dass das Magnetfeld mit zunehmender Entfernung zur Spulenoberfläche drastisch abfällt und das das Körpergewebe einen zusätzlichen, dämpfenden Effekt auf die durch die Magnetfeldimpulse induzierten elektrischen Ströme ausübt, wird klar, dass solche Gerätschaften im Idealfall teure Placebogeräte sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glaubwürdige Wirksamkeitsnachweise für die angepriesenen Magnetfeldtherapiegeräte gibt es bis heute nicht. Zwar finden sich immer wieder einschlägige Publikationen in der Fachliteratur, aber bei genauer Analyse des Studiendesigns kommt der Fachmann häufig zu der Erkenntnis, dass der Versuchsaufbau so getürkt war, dass das gewünschte Therapiewunder auch eintreten konnte. Der Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Deutschland hat 1992 die Magnetfeldtherapiegeräte folgerichtig als nicht erstattungsfähig eingestuft. Man muss diese technische Quacksalberei also aus der Privatschatulle bezahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutscher Gesetzgeber hilft der Quacksalberszene==&lt;br /&gt;
Der Boom der Geräte u.a. in Deutschland ist auf eine geschickt ausgenutzte Rechtslage zurückzuführen, denn die Geräteanbieter stehen unter dem Schutz des Gesetzgebers. Der Hersteller muss nur einfach ein technisch sicheres Gerät auf den Markt bringen, es als Klasse IIa-Gerät einstufen und von privatwirtschaftlich arbeitenden Begutachtungsfirmen bewerten lassen. Man klebt ein CE-Prüfsiegel, das lediglich technische Sicherheit garantiert, auf das Gerät und schon kann man das Gerät verkaufen. Für ein Medizinprodukt der Klasse IIa braucht man nämlich keinen Wirksamkeitsnachweis, obwohl im Medizinproduktegesetz vorgeschrieben ist, dass nur Geräte auf den Markt gelangen dürfen, die ihre Wirksamkeit bewiesen haben. Der deutsche Gesetzgeber hat aber zur Freude der in Deutschland operierenden, technisch orientierten Quacksalberszene auf dem Verordnungswege Ausnahmetatbestände geschaffen, die unter dem Deckmäntelchen des nur scheinbare Sicherheit vorspiegelnden Medizinprodukterechts Wundergeräte in den Verkehr bringen. Die Zeche für die fortgesetzte Unfähigkeit und Unwilligkeit des deutschen Gesetzgebers, nur seriöse Geräte auf den Markt gelangen zu lassen, zahlt der Verbraucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Urteil gegen &amp;quot;Magnetic Cell Regeneration&amp;quot; (MCR) wegen Irreführung==&lt;br /&gt;
Das Landgericht Freiburg (Az. 12 0 103/01) verurteilte am 12.11.2001 eine Vertriebsfirma wegen unlauterer Werbung. Man hatte ein Gerät, das niederfrequente Magnetfelder nutzte, auf der Messeveranstaltung Sani-Medical im Juni 2001 in Freiburg mit Aussagen wie &amp;quot;auf uraltem Wissen basierend&amp;quot; und als ganzheitlich alternative, aber auch kombinierbare Therapieform beworben. Das MCR-Gerät wurde auch wie folgt beworben: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;MCR regelmäßig angewandt baut Alltagsstress ab und neutralisiert schädliche Umwelteinflüsse. Die aktive Regeneration der Körperzellen ist ein wichtiger Faktor bei der Vorbeugung gegen Immunschwäche-Symptome. MCR hilft die körpereigenen Energien zu aktivieren und stellt eine zeitgemäße Vorsorge für die ganze Familie dar!&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Als Anwendungsgebiete wurden degenerative Erkrankungen, Rheuma/Arthrose, Wund- und Knochenheilung, Asthma/Bronchitis, Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis, Schmerzen, Herz- und Kreislauferkrankungen, Blutdruckbeschwerden, Regelbeschwerden, Allergien, Schlafstörungen, Durchblutungsstörungen u.a. proklamiert. Das entsprechende Gerät kostete 2.500 Euro und wurde im Freiburger Umfeld angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gericht untersagte der Firma die unlautere, irreführende Werbung. Allerdings bedeutet das nicht, dass nun das Gerät vom Markt verschwunden wäre. Es kann weiterhin verkauft werden, nur muss die Werbung vorsichtiger formuliert werden. Dieses Urteil zeigt die Konzeptionslosigkeit des deutschen und europäischen Rechtssystems im Bereich unwirksamer Medizingeräte. Unwirksames darf verkauft, aber nicht marktschreierisch beworben werden. Dass solche überteuerten Placebogeräte im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes gar nicht auf den Markt gelangen dürften, steht nicht mehr zu Debatte, solange der Staat seine Gebühren und Steuern kassiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Umsatzzahlen==&lt;br /&gt;
In den USA wurde für das Jahr 2006 der Umsatz mit Magneten zu Heilzwecken auf 300 Millionen US Dollar geschätzt, und der weltweite Umsatz auf eine Milliarde US Dollar. &amp;lt;ref&amp;gt;Leonard Finegold, Bruce L Flamm: Magnet therapy. BMJ  2006;332:4 (7.1.2006), doi:10.1136/bmj.332.7532.4&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage zur Wirksamkeit von Permanentmagneten==&lt;br /&gt;
Für die Anwendung von Permanentmagneten in Form von Armbändern und am Körper zu tragenden Permanentmagneten gibt es keinen Nachweis einer Wirksamkeit, die über den Placeboeffekt hinausginge. &amp;lt;ref&amp;gt;Pittler MH, Brown EM, Ernst E. Static magnets for reducing pain: systematic review and meta-analysis of randomised trials. CMAJ 2007, 177: 7; 736-742&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Leonard Finegold, Bruce L Flamm: Magnet therapy. BMJ  2006;332:4 (7.1.2006), doi:10.1136/bmj.332.7532.4&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; National Center for Complementary and Alternative Medicine. National Institutes of Health Research Report. Questions and answers about using magnets to treat pain. http://nccam.nih.gov/health/magnet/magnet.htm &amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Eine Untersuchung über die Anwendung von Magneten zur Linderung postoperativer Schmerzen zeigte keine Wirksamkeit von Magneten. &amp;lt;ref&amp;gt;Cepeda MS, Carr DB, Sarquis T, et al. Static magnetic therapy does not decrease pain or opioid requirements: a randomized double blind trial. Anesth Analg 2007;104:290–4&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Pittler MH. Wirksamkeit statischer Magneten. MMW Fortsch Med 2009, 151(3-4) 33,35&lt;br /&gt;
*Bruce L. Flamm. Magnet Therapy: Healing or Hogwash? Anesth Analg 2007;104:249-250. doi: 10.1213/01.ane.0000250925.20995.a1 [http://www.anesthesia-analgesia.org/cgi/content/full/104/2/249 Volltext (englisch)]&lt;br /&gt;
*Pittler MH, Brown EM, Ernst E. Static magnets for reducing pain: systematic review and meta-analysis of randomised trials. CMAJ 2007, 177: 7; 736-742 [http://www.pubmedcentral.nih.gov/articlerender.fcgi?tool=pubmed&amp;amp;pubmedid=17893349 Volltext (englisch)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*Barrett S. Magnet therapy: a skeptical view. [http://www.quackwatch.org/04ConsumerEducation/QA/magnet.html. Volltext (englisch)]&lt;br /&gt;
*http://nccam.nih.gov/health/magnet/magnet.pdf (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Paralex}}&lt;br /&gt;
[[category:Elektromedizin und Magnetfeldtherapien]]&lt;br /&gt;
[[category:Überarbeiten]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Magnetfeldtherapie&amp;diff=30117</id>
		<title>Magnetfeldtherapie</title>
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		<updated>2009-09-29T22:32:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Was hat es nun mit der medizinischen Anwendung von Magnetfeldern auf sich? */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:AntonMesmer.jpg|Franz Anton Mesmer|thumb]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Magnetfeldtherapie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder Magnettherapie ist eine [[Alternativmedizin|alternativmedizinische]] Behandlungsmethode, bei der die Patienten einem Magnetfeld ausgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell ist zu unterscheiden zwischen der Anwendung von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*statischen Magnetfeldern (meist durch Permanentmagneten)&lt;br /&gt;
*magnetischen Wechselfeldern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichtliches==&lt;br /&gt;
Die unsichtbare Kraft des Magnetsteins hat in allen geschichtlich überlieferten Epochen die Menschen in Staunen versetzt. Anmerkungen finden sich u.a. bei Homer, Pythagoras, Thales und Plinius, der bereits im ersten Jahrhundert v. Chr. beschrieb, dass das Eisen der einzige Stoff ist, der von jenem Stein eine Kraft annimmt, sie längere Zeit behält und selbst anderes Eisen anzieht. Erst im 13. Jahrhundert ist ein Zuwachs an wissenschaftlicher Erkenntnis zu verzeichnen: Der französische Physiker Petrus Peregrinus unterscheidet die gegensätzliche Polung der Magneten und beschreibt ihre Ausrichtung im erdmagnetischen Feld: Der ganze Stein erhält vom ganzen Himmel seine Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste systematische therapeutische Nutzung der Magnetkraft wird Paracelsus (16. Jahrhundert) zugeschrieben. Er war fasziniert von der Beobachtung, dass ein Magnet sichtbare Dinge durch unsichtbare Kraft anzieht, und vermutete, dass sich Krankheiten gewissermaßen aus dem Körper herausziehen lassen. U.a. versuchte er, durch Kugeln oder Pfeilspitzen verursachte Wunden mit Hilfe von Magneten zu heilen. Um Frauen von Hysterie zu kurieren, empfahl er, zwei Magneten oberhalb und unterhalb des Uterus anzusetzen. Die stark von mystischen Elementen geprägte Therapie des Paracelsus hat sich &amp;amp;ndash; vermutlich mangels Erfolg &amp;amp;ndash; in der Folgezeit nicht durchgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstaunlich präzise Vorstellungen von der Natur der Magnetkraft entwickelte Galilei im 17. Jahrhundert: Wenn jedes Teilchen dieses Minerals jene Kraft besitzt, wer wollte daran zweifeln, dass sie in noch höherem Grade dem Erdball innewohnt, und der vielleicht sogar, was seinen inneren Kern anbetrifft, nichts anderes als ein ungeheurer Magnet sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 18. Jahrhundert hatte Mesmer spektakuläre Heilerfolge mit Hilfe von Magneten, die er über den Körper des Patienten strich. Er erkannte jedoch bald, dass die Heilkraft letzten Endes der Person des Therapeuten selbst innewohnt; er nannte sie tierischen Magnetismus und ging zu einer Individualtherapie mit Streichmassagen ohne Magneten über (nach Kerner 1973).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren werden zunehmend Geräte angepriesen, die mit Magnetfeldern eine therapeutische Wirkung zu erzielen vorgeben. Um diese Geräte zu beurteilen, muss man sich über die physikalischen Grundlagen informieren. Man muss wissen, was Magnetismus ist und ob bzw. wie er im menschlichen Organismus von Bedeutung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Physikalische Hintergründe des Magnetismus==&lt;br /&gt;
Elektrischer Strom und Magnetismus hängen zusammen, denn ein elektrischer Strom ist immer von einem Magnetfeld umgeben. Dieses Magnetfeld wiederum kann dadurch nachgewiesen werden, da es eine Magnetnadel ablenken kann (Kampke und Walcher, 1982). Jede Kompassnadel, die ins Erdmagnetfeld gehalten wird, richtet sich nach der Lage des magnetischen (nicht des geographischen!) Nord- bzw. Südpols gemäß des Verlaufs der magnetischen Feldlinien aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materie ist aus Atomen aufgebaut. Die Atome, deren Kerne aus positiv geladenen Protonen und elektrisch inaktiven Neutronen bestehen, werden von negativ geladenen Elektronen umkreist. Die Elektronen, die die Atomkerne in unterschiedlichem Abstand umkreisen, erzeugen durch ihre Bewegung sog. Kreisströme (auch Stromschleifen genannt), die dann ein magnetisches Dipolmoment erzeugen können, wenn sich ihre Kreisbewegung nach außen hin nicht gegenseitig aufhebt. Um es sehr vereinfacht auszudrücken: kreisen um ein Atom herum mehr Elektronen nach rechts als nach links (bzw. umgekehrt), ist das Verhältnis unausgewogen und es entsteht ein Magnetfeld. Drehen sich ebensoviele Elektronen nach links wie nach rechts (bzw. umgekehrt), so entsteht nach außen hin kein Magnetfeld, weil sich die magnetischen Wirkungen der kreisenden Elektronen gegenseitig aufheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Magnetfeld der Erde entsteht dadurch, dass im heißen Erdinneren Lava strömt und dies zu elektrischen Strömen (Elektronenfluss) führt. Elektrischer Strom bedingt die Bildung von Magnetfeldern. Da die Ströme nicht konstant an der gleichen Stelle verharren, sondern sich die Richtungen mit der Zeit verlagern, kann es sowohl zur Abschwächung oder Zunahme des Erdmagnetfeldes wie auch zu einer Richtungsänderung kommen. Derzeit schwächt sich das Erdmagnetfeld seit einigen Jahrtausenden zunehmend ab, was zur Zunahme kosmischer Strahlung auf der Erdoberfläche führt, weil geladene Teilchen aus dem Weltraum etwas leichter bis zur Erdoberfläche vordringen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Magnetismus und elektrischer Strom==&lt;br /&gt;
Da elektrische Ströme, die z.B. in Stromkabeln fließen, ebenso ein Magnetfeld um sich herum aufbauen, kann man deren Magnetfeld natürlich auch mit (stabförmigen) Magneten nachweisen. Man kann bekanntlich nicht nur mit Eisenfeilspänen die Feldlinien demonstrieren, sondern man kann ganz einfach mit einer Kompassnadel die Feldlinien, die um ein stromdurchflossenes Kabel entstehen, nachfahren. Magnetische Feldlinien sind stets geschlossen und umschlingen die stromführende Quelle, die das Magnetfeld erzeugt. Je nach Art des stromführenden Leiters sieht das Feld ein wenig anders aus. Im Inneren einer langen, geraden und von elektrischem Strom durchflossenen Spule herrscht ein annähernd homogenes Magnetfeld, d.h. es liegen parallele Feldlinien vor, was eine räumlich konstante magnetische Felddichte bedeutet. Außerhalb der Spule wird das magnetische Feld inhomogen und sehr schnell schwächer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Dipol-Feld &amp;amp;ndash; also ein Feld mit magnetischem Nord- und Südpol &amp;amp;ndash; verliert seine Dichte mit der dritten Potenz des Abstandes zur Spule. Wenn man den Abstand von der Spule also z.B. verzehnfacht, ist das Magnetfeld nur noch 1/1.000stel so stark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feldstärke in der stromdurchflossenen Spule hängt ab von:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der Anzahl N der Spulenwindungen,&lt;br /&gt;
* der Länge L, gemessen in Meter,&lt;br /&gt;
* der Stromstärke I, gemessen in Ampere (A)&lt;br /&gt;
* und der sog. magnetischen Feldkonstante &amp;amp;micro;&amp;lt;sub&amp;gt;0&amp;lt;/sub&amp;gt; (= 4&amp;amp;nbsp;&amp;amp;pi;&amp;amp;nbsp;*&amp;amp;nbsp;10&amp;lt;sup&amp;gt;-7&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;amp;nbsp;Vs/Am).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnetfelder werden häufig statt mit der magnetischen Feldstärke H (Einheit A/m) durch die magnetische Induktion&lt;br /&gt;
B&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;&amp;amp;micro;&amp;lt;sub&amp;gt;0&amp;lt;/sub&amp;gt;H charakterisiert, mit der Einheit Tesla (1&amp;amp;nbsp;T =&amp;amp;nbsp;1&amp;amp;nbsp;Vs/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;). Für die stromdurchflossene Spule gilt die Beziehung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|align=center&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|I&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;B * L / (N * &amp;amp;micro;&amp;lt;sub&amp;gt;0&amp;lt;/sub&amp;gt;) &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möchte man beispielsweise die Stromstärke berechnen, die notwendig wäre, um im Inneren einer 10&amp;amp;nbsp;cm langen Spule mit 1000 Windungen ein Magnetfeld mit der Stärke des Erdmagnetfeldes (B&amp;amp;nbsp;&amp;amp;asymp;&amp;amp;nbsp;50&amp;amp;nbsp;&amp;amp;micro;T) zu erzeugen, so erhält man nach dieser Formel eine Stromstärke von rund 4&amp;amp;nbsp;mA. Man kann also mit vergleichsweise niedrigem Energieaufwand Magnetfelder erzeugen. Es stellt sich die Frage, ob und in welcher Weise Magnetfelder im menschlichen Organismus von Bedeutung sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hat der Mensch ein &amp;quot;Biofeld&amp;quot;?==&lt;br /&gt;
Diese Frage lässt sich mit einem eindeutigen Jein beantworten. Magnetfelder entstehen, wenn elektrische Ladungen (positive oder negative) verschoben werden. Im menschlichen Organismus fließen aber keine elektrischen Ströme im Sinne eines Elektronenflusses, außer, wenn man an eine Steckdose fasst oder sich elektrostatisch aufgeladen hat und den Strom dann schmerzhaft bei Erdung mit einem elektrischen Leiter abgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was jedoch im menschlichen Organismus vorhanden ist, ist das Verschieben von Ionen. Dieses geschieht ständig bei der Nervenimpulsübertragung. Die menschliche Nervenzelle leitet die zu übermittelnde Information mittels eines Natrium-Ionen-Bolus weiter. Man kann sich deshalb die Zelle als eine Art Schlauch vorstellen, in dem die Information durch Wasserdruckwellen fortgeleitet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schematischer Aufbau von Nervenzellen==&lt;br /&gt;
Allein im Gehirn findet man etwa 25 Milliarden Nervenzellen. Diese haben einen Durchmesser bis 100 µm und eine Oberfläche bis zu 27.000 µm&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;. Eine einzelne Nervenfaser hat 6.000 bis 200.000 Kontaktstellen und kann eine Länge bis zu einem Meter erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um innerhalb eines Schlauchsystems einen Wasserbolus fortzuleiten, bedarf es mechanischen Drucks. Dieser kann in der Nervenzelle aber nicht erzeugt werden, denn die Zelle kann sich nicht zusammenziehen oder dehnen. Es muss aber auf irgendeine Weise ein künstliches Gefälle erzeugt werden, sonst kommt die Informationsübermittlung überhaupt nicht in Gang. Die Natur arbeitet mangels Druckpumpe mit einem komplizierten Trick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden Konzentrationsunterschiede zwischen der Innen- und Außenseite des Nervens erzeugt. Die in der Zellwand der Nervenfaser sitzende Natrium-Kalium-Pumpe transportiert mit hohem Energieaufwand (20% des Energieumsatzes des Menschen werden dafür ständig benötigt!) elektroneutral Natriumionen gegen ein Konzentrationsgefälle nach außen und Kaliumionen gegen ein Konzentrationsgefälle nach innen. Elektronen fließen bei dieser Aktion nicht, denn diese sind vollständig in den Geweben gebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Pumpvorgang resultiert eine intrazelluläre Kaliumionenkonzentration, die 30 mal höher ist als die extrazelluläre Konzentration, eine intrazelluläre Natriumkonzentration, die nur 1/10tel der extrazellulären Konzentration beträgt und eine intrazelluläre Chlorionenkonzentration, die nur 1/30tel der extrazellulären Konzentration beträgt (siehe Tabelle).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|border=1 align=center&lt;br /&gt;
|align=center|Ionenart||align=center|Konzentration in der Zelle||align=center|Konzentration außerhalb der Zelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|align=center|Kalium-Ionen||align=center|120-150 mmol/l||align=center|4-5 mmol/l&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|align=center|Natrium-Ionen||align=center|5-15 mmol/l||align=center|140-150 mmol/l&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|align=center|Chlorid-Ionen||align=center|4-5 mmol/l||align=center|120-150 mmol/l&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese Weise entsteht nicht nur ein erhebliches Konzentrationsgefälle, sondern auch eine elektrische Spannung. Gemeinsam mit nicht bewegungsfähigen, ebenfalls negativ geladenen Proteinen, die sich im Zellinneren befinden, ergibt sich aufgrund der Ladungsverschiebung der gepumpten Ionen zwischen Zelläußerem und Zellinneren ein sog. Ruhepotential. Sticht man eine Messelektrode in das Innere der Zelle und legt man eine zweite Elektrode an die Außenseite der Zellwand an, ergibt sich bei 37 Grad Celsius ein elektrisches Potential von -70 mV bis -90 mV. Der negative Pol dieser Potentialdifferenz liegt im Nerveninneren, der positive Pol liegt außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entlang dieser Spannungsdifferenz bildet sich ein Magnetfeld aus, das aber im Vergleich zum Erdmagnetfeld (30-60&amp;amp;nbsp;µT, je nach geografischer Breite) verschwindend gering ist. Es ist so schwach, dass es nur mit großem technischen Aufwand in speziell isolierten Räumen gemessen werden kann. Jede elektrisch betriebene Armbanduhr hat ein vielfach stärkeres Magnetfeld als diese winzigen &amp;quot;menschlichen Magnetfelder&amp;quot;. Die Reichweite des schwachen Magnetfeldes ist zudem (s.o.) sehr gering. Deshalb hat es weder die Reichweite noch die Kraft, auf menschliches Gewebe auch nur den minimalsten Einfluss auszuüben. Insofern verfügt der Mensch über ein &amp;quot;Biofeld&amp;quot; im Sinne dieser winzigen Magnetfelder, deren Feldlinien senkrecht zur Zellwand gerichtet verlaufen, aber von Bedeutung sind sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was hat es nun mit der medizinischen Anwendung von Magnetfeldern auf sich?==&lt;br /&gt;
Magnetfelder werden in der Medizin heute überwiegend zu diagnostischen Zwecken eingesetzt. So funktioniert ein Kernspintomograph dadurch, dass er mittels eines extrem starken Magnetfeldes (4-5 Tesla) elektrische Phänomene im menschlichen Organismus auslöst, die man dann zur Erzeugung von Bildern verwenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist aber auch möglich, mittels stromdurchflossener Spulen ein Magnetfeld zu erzeugen, dass eine gewisse Reichweite hat und die Nervenzellmembranen im Organismus depolarisiert. Als Effekt kommt es dann zur Auslösung eines Nervenimpulses. Man nennt diese Technik magnetische Stimulation. Die Zellmembran von Nervenzellen erzeugt durch die ständige Aktivität der Natrium-Kalium-Pumpe eine durch Ionenverschiebungen erzeugte Potentialdifferenz zwischen der intra- und extrazellulären Wand der Zelle. Der negative Pol der Membranpotentialdifferenz liegt im Zellinneren und das transmembrane Potential beläuft sich auf einen Wert von ca. -70 mV. Ein extern erzeugtes elektrisches Feld, dass an die Zellmembran gebracht werden kann, ist in der Lage, auf der Außenseite der Zellmembran einen Elektronenfluss zu erzeugen und somit durch Stimulation der spannungsabhängig arbeitenden Natrium- und Kaliumkanäle (bzw. weiterer Ionenkanäle wie den Kalziumkanälen) ein Aktionspotential und damit einen Nervenimpuls auszulösen. Dies führt zu einer Erregung des Nerven bzw. zu einer Fortleitung des Aktionspotentials entlang der Zellmembran bis zur Synapse bzw. dem Zielorgan (z.B. einen Muskel).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erstmalige Anwendung einer magnetischen Stimulationsmethode zur Untersuchung des Gehirns wurde von Arsenne d‘Arsonval im Jahre 1896 durchgeführt. Er plazierte den Kopf diverser Probanden innerhalb einer elektrischen Spule und berichtete über Lichtblitze, Schwindel und Ohnmachtsanfälle bei den Betroffenen. Eine gezielte Stimulation von Nervenzellen unter Einsatz von Magnetfeldern wurde bereits etwa ein Jahrzehnt nach Ende des II. Weltkrieges am Froschmodell durchgeführt und einige Jahre später beim Menschen vorgenommen. Man verwendete ein oszillierendes Magnetfeld mit einer Impulsdauer von 40 ms. Die resultierende lang andauernde Nervenaktivierung machte es aber unmöglich, Nerven- oder Muskelaktionen zu messen, was dazu führte, dass die Methode zeitweise nicht weiterverfolgt wurde. Die Technik wurde in den letzten Jahrzehnten weiter verbessert und mittlerweile verfügt man über Geräte, die mittels einer achterförmigen Spule (sog. Schmetterlings- oder auch Doppelspule), bei der die Windungen so angeordnet sind, dass der elektrische Strom an der Schnittstelle beider Kreise in die gleiche Richtung fließt, ein großes Magnetfeld in Spulenmitte bei größtmöglicher Fokussierung des Magnetfeldes erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der elektrische Strom, der zur Auslösung des Aktionspotentials bzw. zur Depolarisierung der Zellmembran notwendig ist, kann durch ein ständig seine Richtung änderndes Magnetfeld induziert werden. Im Rahmen der sog. transkraniellen elektromagnetischen Stimulation (transcranial magnetic stimulation = TMS) werden zum Zwecke der Impulsauslösung an der Nervenzelle deshalb starke elektrische Ströme durch eine am Schädel des Untersuchten aufliegende Spule geführt, wodurch es in der Nähe der Spule zur Ausbildung eines magnetischen Feldes nach dem Faraday&amp;#039;schen Gesetz kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nach dem Faraday&amp;#039;schen Prinzip sich um jeden stromdurchflossenen Leiter ein Magnetfeld bildet, erzeugt der Stromfluss ein magnetisches Feld um die stromdurchflossene Spule des TMS-Gerätes. Dieses Magnetfeld ist desto stärker, je höher der Strom ist, der durch die Spule fließt. Das Magnetfeld breitet sich durch den Raum aus und durchdringt auch die Schädelkalotte, auf der die Spule des TMS-Gerätes für gewöhnlich aufliegt, ohne durch das Gewebe wesentlich abgeschwächt zu werden. Eine Abschwächung erfolgt nur durch die zunehmende Distanz von der Spule. Im ZNS-Gewebe unterhalb der Schädelkalotte erzeugt das Magnetfeld (B), solange Strom durch die Spule (Coil) fließt, ein elektrisches Feld, dessen Polarisierung entgegengesetzt zu jener des Stroms in der Spule ist. Entlang des so erzeugten elektrischen Feldes (E) innerhalb des ZNS-Gewebes kommt es zu einem Elektronenfluss.&lt;br /&gt;
Schematischer Aufbau einer Spule zur magnetischen Stimulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Magnetstimulation beruht somit auf dem physikalischen Prinzip der elektromagnetischen Induktion. In einem elektrischen Leiterkreis treten Induktionsströme auf, wenn entweder die Stellung des Leiters in einem stationären Magnetfeld verändert wird oder wenn das Magnetfeld, das sich um den elektrischen Leiter befindet, sich verändert. Dabei ist die Induktionsstrom stets so gerichtet, dass er dem Vorgang, der ihn erzeugt, entgegenwirkt und ihm somit Energie entzieht. Da die Reizwirkung an Nervenstrukturen nicht durch das Magnetfeld, sondern vielmehr durch den via Magnetfeld im Gewebe induzierten elektrischen Strom verursacht wird, benötigt man für die Magnetstimulation einen möglichst kurzen Magnetfeldpuls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stromfluss durch die Spule erfolgt in einem Kreislaufsystem, der einen aufladbaren Kondensator und einen Thyristor (Halbleiterschalter, der hohe Spitzenströme in kurzer Zeit schalten kann und zur Entladung des Kondensatorstroms in die Spule dient) enthält. Der Kondensator, der zunächst mit 2.000 - 3.000&amp;amp;nbsp;Volt aufgeladen wird, wird durch das Öffnen bzw. Schließen des Thyristors entladen. Der Strom fließt durch einen elektrischen Widerstand zur Spule und dann wieder zurück über eine Diode, die dazu beiträgt, die Aufheizung der Spule und den Stromverbrauch zu reduzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reichweite des Magnetfeldes und damit die Stärke des induzierbaren elektrischen Stromflusses ist begrenzt. Beträgt bei voller Reizstärke die Felddichte bei 3 cm noch ca. 1,2&amp;amp;nbsp;Tesla, fällt sie bereits bei 5&amp;amp;nbsp;cm Entfernung auf 0,6&amp;amp;nbsp;Tesla ab und unterschreitet bei einer Distanz von 10&amp;amp;nbsp;cm die Grenze von 0m2&amp;amp;nbsp;Tesla. Bei 15 cm&amp;amp;nbsp;Entfernung liegt die Magnetfelddichte nur noch bei etwa 10% des Ausgangswertes. Bereits eine kleine Änderung des Spulenabstandes von 1 cm erzeugt eine Verminderung der Magnetfelddichte von 0.1&amp;amp;nbsp;Tesla am Wirkungsort. Somit haben anatomische Gegebenheiten wie die Schädeldicke bereits einen großen Einfluss auf die erforderliche Reizstärke. Das führt dazu, dass entsprechende Stimulationsgeräte mit hohen Spannungen (bis 3.000&amp;amp;nbsp;Volt), hohem Stromfluss (bis 8.000&amp;amp;nbsp;Ampere) und extrem kurzen Zeitspannen (100&amp;amp;nbsp;µs) in den Spulen arbeiten müssen, damit überhaupt genügend Strom im Gewebe induziert werden kann. Die Geräte sind für den Laien leicht erkennbar, denn sie machen Lärm während ihrer Schaltzeit. Der Knall jedes Impulses kann so laut sein, dass Ohrenstöpsel getragen werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Patienten kann man in Sachen &amp;quot;Magnetfeldtherapie&amp;quot; bisher eine grobe Leitlinie geben. Es gibt zwar die technische Möglichkeit, mit sehr dichten Magnetfeldern neurologische Effekte durch das Auslösen von Nervenimpulsen (sog. magnetisch evozierten Potentialen) zu bewirken, aber diese Geräte stehen nur in wenigen Universitäten auf der Welt und es gibt nur eine Handvoll Gerätehersteller, die man bei http://www.biomag.helsinki.fi/tms/provide.html nachlesen kann. Alle diese Geräte fallen in die seriöse Rubrik der sog. nicht-invasiven, schmerzfreien, kortikalen Stimulation mit Magnetfeldern. Die Geräte sind ausgesprochen teuer und sie stehen mit Sicherheit in keiner Praxis eines Heilpraktikers oder Arztes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Pulsierende Magnetfeldtherapie zu Heilzwecken ist bis heute unbewiesen==&lt;br /&gt;
[[image:magnet.jpg|Typischer Artikel in Bildzeitung zur Magnetfeldtherapie|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Heutzutage werden in vielen Praxen Magnetfeldgeräte angepriesen, die gegen diverse Leiden helfen sollen. Die Indikation reicht von Entzündungen, Osteoporose, Arthritis bzw. rheumatischen Leiden bis hin zu Asthma und menopausalen Beschwerden. Da diese Magnetfeldgeräte (z.B. PAPIMI jedoch mit sehr geringen Stromstärken arbeiten, ist das von ihnen mit einer bestimmten Frequenz erzeugte (sog. pulsierende) magnetische Feld ebenfalls sehr klein und schwach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht immer wieder Geräte in den Praxen, in denen man beispielsweise eine Extremität in eine große Spule legen soll. Wenn man sich vor Augen führt, dass das Magnetfeld mit zunehmender Entfernung zur Spulenoberfläche drastisch abfällt und das das Körpergewebe einen zusätzlichen, dämpfenden Effekt auf die durch die Magnetfeldimpulse induzierten elektrischen Ströme ausübt, wird klar, dass solche Gerätschaften im Idealfall teure Placebogeräte sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glaubwürdige Wirksamkeitsnachweise für die angepriesenen Magnetfeldtherapiegeräte gibt es bis heute nicht. Zwar finden sich immer wieder einschlägige Publikationen in der Fachliteratur, aber bei genauer Analyse des Studiendesigns kommt der Fachmann häufig zu der Erkenntnis, dass der Versuchsaufbau so getürkt war, dass das gewünschte Therapiewunder auch eintreten konnte. Der Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Deutschland hat 1992 die Magnetfeldtherapiegeräte folgerichtig als nicht erstattungsfähig eingestuft. Man muss diese technische Quacksalberei also aus der Privatschatulle bezahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutscher Gesetzgeber hilft der Quacksalberszene==&lt;br /&gt;
Der Boom der Geräte u.a. in Deutschland ist auf eine geschickt ausgenutzte Rechtslage zurückzuführen, denn die Geräteanbieter stehen unter dem Schutz des Gesetzgebers. Der Hersteller muss nur einfach ein technisch sicheres Gerät auf den Markt bringen, es als Klasse IIa-Gerät einstufen und von privatwirtschaftlich arbeitenden Begutachtungsfirmen bewerten lassen. Man klebt ein CE-Prüfsiegel, das lediglich technische Sicherheit garantiert, auf das Gerät und schon kann man das Gerät verkaufen. Für ein Medizinprodukt der Klasse IIa braucht man nämlich keinen Wirksamkeitsnachweis, obwohl im Medizinproduktegesetz vorgeschrieben ist, dass nur Geräte auf den Markt gelangen dürfen, die ihre Wirksamkeit bewiesen haben. Der deutsche Gesetzgeber hat aber zur Freude der in Deutschland operierenden, technisch orientierten Quacksalberszene auf dem Verordnungswege Ausnahmetatbestände geschaffen, die unter dem Deckmäntelchen des nur scheinbare Sicherheit vorspiegelnden Medizinprodukterechts Wundergeräte in den Verkehr bringen. Die Zeche für die fortgesetzte Unfähigkeit und Unwilligkeit des deutschen Gesetzgebers, nur seriöse Geräte auf den Markt gelangen zu lassen, zahlt der Verbraucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Urteil gegen &amp;quot;Magnetic Cell Regeneration&amp;quot; (MCR) wegen Irreführung==&lt;br /&gt;
Das Landgericht Freiburg (Az. 12 0 103/01) verurteilte am 12.11.2001 eine Vertriebsfirma, die ihre Apparatur, die niederfrequente Magnetfelder nutzte, wegen unlauterer Werbung. Man hatte das Gerät auf der Messeveranstaltung Sani-Medical im Juni 2001 in Freiburg mit der Aussage wie &amp;quot;auf uraltem Wissen basierende&amp;quot; und ganzheitliche alternative, aber auch kombinierbare Therapieform beworben. Das MCR-Gerät wurde auch wie folgt beworben: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;MCR regelmäßig angewandt baut Alltagsstress ab und neutralisiert schädliche Umwelteinflüsse. Die aktive Regeneration der Körperzellen ist ein wichtiger Faktor bei der Vorbeugung gegen Immunschwäche-Symptome. MCR hilft die körpereigenen Energien zu aktivieren und stellt eine zeitgemäße Vorsorge für die ganze Familie dar!&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Als Anwendungsgebiete wurden degenerative Erkrankungen, Rheuma/Arthrose, Wund- und Knochenheilung, Asthma/Bronchitis, Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis, Schmerzen, Herz- und Kreislauferkrankungen, Blutdruckbeschwerden, Regelbeschwerden, Allergien, Schlafstörungen, Durchblutungsstörungen u.a. proklamiert. Das entsprechende Gerät kostete 2.500 Euro und wurde im Freiburger Umfeld angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gericht untersagte der Firma die unlautere, irreführende Werbung. Allerdings bedeutet das nicht, dass nun das Gerät vom Markt verschwunden wäre. Es kann weiterhin verkauft werden, nur muss die Werbung vorsichtiger formuliert werden. Dieses Urteil zeigt die Konzeptionslosigkeit des deutschen und europäischen Rechtssystems im Bereich unwirksamer Medizingeräte. Unwirksames darf verkauft, aber nicht marktschreierisch beworben werden. Dass solche überteuerten Placebogeräte im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes gar nicht auf den Markt gelangen dürften, steht nicht mehr zu Debatte, solange der Staat seine Gebühren und Steuern kassiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Umsatzzahlen==&lt;br /&gt;
In den USA wurde für das Jahr 2006 der Umsatz mit Magneten zu Heilzwecken auf 300 Millionen US Dollar geschätzt, und der weltweite Umsatz auf eine Milliarde US Dollar. &amp;lt;ref&amp;gt;Leonard Finegold, Bruce L Flamm: Magnet therapy. BMJ  2006;332:4 (7.1.2006), doi:10.1136/bmj.332.7532.4&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage zur Wirksamkeit von Permanentmagneten==&lt;br /&gt;
Für die Anwendung von Permanentmagneten in Form von Armbändern und am Körper zu tragenden Permanentmagneten gibt es keinen Nachweis einer Wirksamkeit, die über den Placeboeffekt hinausginge. &amp;lt;ref&amp;gt;Pittler MH, Brown EM, Ernst E. Static magnets for reducing pain: systematic review and meta-analysis of randomised trials. CMAJ 2007, 177: 7; 736-742&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Leonard Finegold, Bruce L Flamm: Magnet therapy. BMJ  2006;332:4 (7.1.2006), doi:10.1136/bmj.332.7532.4&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; National Center for Complementary and Alternative Medicine. National Institutes of Health Research Report. Questions and answers about using magnets to treat pain. http://nccam.nih.gov/health/magnet/magnet.htm &amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Eine Untersuchung über die Anwendung von Magneten zur Linderung postoperativer Schmerzen zeigte keine Wirksamkeit von Magneten. &amp;lt;ref&amp;gt;Cepeda MS, Carr DB, Sarquis T, et al. Static magnetic therapy does not decrease pain or opioid requirements: a randomized double blind trial. Anesth Analg 2007;104:290–4&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Pittler MH. Wirksamkeit statischer Magneten. MMW Fortsch Med 2009, 151(3-4) 33,35&lt;br /&gt;
*Bruce L. Flamm. Magnet Therapy: Healing or Hogwash? Anesth Analg 2007;104:249-250. doi: 10.1213/01.ane.0000250925.20995.a1 [http://www.anesthesia-analgesia.org/cgi/content/full/104/2/249 Volltext (englisch)]&lt;br /&gt;
*Pittler MH, Brown EM, Ernst E. Static magnets for reducing pain: systematic review and meta-analysis of randomised trials. CMAJ 2007, 177: 7; 736-742 [http://www.pubmedcentral.nih.gov/articlerender.fcgi?tool=pubmed&amp;amp;pubmedid=17893349 Volltext (englisch)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*Barrett S. Magnet therapy: a skeptical view. [http://www.quackwatch.org/04ConsumerEducation/QA/magnet.html. Volltext (englisch)]&lt;br /&gt;
*http://nccam.nih.gov/health/magnet/magnet.pdf (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Paralex}}&lt;br /&gt;
[[category:Elektromedizin und Magnetfeldtherapien]]&lt;br /&gt;
[[category:Überarbeiten]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Magnetfeldtherapie&amp;diff=30116</id>
		<title>Magnetfeldtherapie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Magnetfeldtherapie&amp;diff=30116"/>
		<updated>2009-09-29T22:23:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Schematischer Aufbau von Nervenzellen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:AntonMesmer.jpg|Franz Anton Mesmer|thumb]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Magnetfeldtherapie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder Magnettherapie ist eine [[Alternativmedizin|alternativmedizinische]] Behandlungsmethode, bei der die Patienten einem Magnetfeld ausgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell ist zu unterscheiden zwischen der Anwendung von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*statischen Magnetfeldern (meist durch Permanentmagneten)&lt;br /&gt;
*magnetischen Wechselfeldern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichtliches==&lt;br /&gt;
Die unsichtbare Kraft des Magnetsteins hat in allen geschichtlich überlieferten Epochen die Menschen in Staunen versetzt. Anmerkungen finden sich u.a. bei Homer, Pythagoras, Thales und Plinius, der bereits im ersten Jahrhundert v. Chr. beschrieb, dass das Eisen der einzige Stoff ist, der von jenem Stein eine Kraft annimmt, sie längere Zeit behält und selbst anderes Eisen anzieht. Erst im 13. Jahrhundert ist ein Zuwachs an wissenschaftlicher Erkenntnis zu verzeichnen: Der französische Physiker Petrus Peregrinus unterscheidet die gegensätzliche Polung der Magneten und beschreibt ihre Ausrichtung im erdmagnetischen Feld: Der ganze Stein erhält vom ganzen Himmel seine Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste systematische therapeutische Nutzung der Magnetkraft wird Paracelsus (16. Jahrhundert) zugeschrieben. Er war fasziniert von der Beobachtung, dass ein Magnet sichtbare Dinge durch unsichtbare Kraft anzieht, und vermutete, dass sich Krankheiten gewissermaßen aus dem Körper herausziehen lassen. U.a. versuchte er, durch Kugeln oder Pfeilspitzen verursachte Wunden mit Hilfe von Magneten zu heilen. Um Frauen von Hysterie zu kurieren, empfahl er, zwei Magneten oberhalb und unterhalb des Uterus anzusetzen. Die stark von mystischen Elementen geprägte Therapie des Paracelsus hat sich &amp;amp;ndash; vermutlich mangels Erfolg &amp;amp;ndash; in der Folgezeit nicht durchgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstaunlich präzise Vorstellungen von der Natur der Magnetkraft entwickelte Galilei im 17. Jahrhundert: Wenn jedes Teilchen dieses Minerals jene Kraft besitzt, wer wollte daran zweifeln, dass sie in noch höherem Grade dem Erdball innewohnt, und der vielleicht sogar, was seinen inneren Kern anbetrifft, nichts anderes als ein ungeheurer Magnet sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 18. Jahrhundert hatte Mesmer spektakuläre Heilerfolge mit Hilfe von Magneten, die er über den Körper des Patienten strich. Er erkannte jedoch bald, dass die Heilkraft letzten Endes der Person des Therapeuten selbst innewohnt; er nannte sie tierischen Magnetismus und ging zu einer Individualtherapie mit Streichmassagen ohne Magneten über (nach Kerner 1973).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren werden zunehmend Geräte angepriesen, die mit Magnetfeldern eine therapeutische Wirkung zu erzielen vorgeben. Um diese Geräte zu beurteilen, muss man sich über die physikalischen Grundlagen informieren. Man muss wissen, was Magnetismus ist und ob bzw. wie er im menschlichen Organismus von Bedeutung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Physikalische Hintergründe des Magnetismus==&lt;br /&gt;
Elektrischer Strom und Magnetismus hängen zusammen, denn ein elektrischer Strom ist immer von einem Magnetfeld umgeben. Dieses Magnetfeld wiederum kann dadurch nachgewiesen werden, da es eine Magnetnadel ablenken kann (Kampke und Walcher, 1982). Jede Kompassnadel, die ins Erdmagnetfeld gehalten wird, richtet sich nach der Lage des magnetischen (nicht des geographischen!) Nord- bzw. Südpols gemäß des Verlaufs der magnetischen Feldlinien aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materie ist aus Atomen aufgebaut. Die Atome, deren Kerne aus positiv geladenen Protonen und elektrisch inaktiven Neutronen bestehen, werden von negativ geladenen Elektronen umkreist. Die Elektronen, die die Atomkerne in unterschiedlichem Abstand umkreisen, erzeugen durch ihre Bewegung sog. Kreisströme (auch Stromschleifen genannt), die dann ein magnetisches Dipolmoment erzeugen können, wenn sich ihre Kreisbewegung nach außen hin nicht gegenseitig aufhebt. Um es sehr vereinfacht auszudrücken: kreisen um ein Atom herum mehr Elektronen nach rechts als nach links (bzw. umgekehrt), ist das Verhältnis unausgewogen und es entsteht ein Magnetfeld. Drehen sich ebensoviele Elektronen nach links wie nach rechts (bzw. umgekehrt), so entsteht nach außen hin kein Magnetfeld, weil sich die magnetischen Wirkungen der kreisenden Elektronen gegenseitig aufheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Magnetfeld der Erde entsteht dadurch, dass im heißen Erdinneren Lava strömt und dies zu elektrischen Strömen (Elektronenfluss) führt. Elektrischer Strom bedingt die Bildung von Magnetfeldern. Da die Ströme nicht konstant an der gleichen Stelle verharren, sondern sich die Richtungen mit der Zeit verlagern, kann es sowohl zur Abschwächung oder Zunahme des Erdmagnetfeldes wie auch zu einer Richtungsänderung kommen. Derzeit schwächt sich das Erdmagnetfeld seit einigen Jahrtausenden zunehmend ab, was zur Zunahme kosmischer Strahlung auf der Erdoberfläche führt, weil geladene Teilchen aus dem Weltraum etwas leichter bis zur Erdoberfläche vordringen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Magnetismus und elektrischer Strom==&lt;br /&gt;
Da elektrische Ströme, die z.B. in Stromkabeln fließen, ebenso ein Magnetfeld um sich herum aufbauen, kann man deren Magnetfeld natürlich auch mit (stabförmigen) Magneten nachweisen. Man kann bekanntlich nicht nur mit Eisenfeilspänen die Feldlinien demonstrieren, sondern man kann ganz einfach mit einer Kompassnadel die Feldlinien, die um ein stromdurchflossenes Kabel entstehen, nachfahren. Magnetische Feldlinien sind stets geschlossen und umschlingen die stromführende Quelle, die das Magnetfeld erzeugt. Je nach Art des stromführenden Leiters sieht das Feld ein wenig anders aus. Im Inneren einer langen, geraden und von elektrischem Strom durchflossenen Spule herrscht ein annähernd homogenes Magnetfeld, d.h. es liegen parallele Feldlinien vor, was eine räumlich konstante magnetische Felddichte bedeutet. Außerhalb der Spule wird das magnetische Feld inhomogen und sehr schnell schwächer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Dipol-Feld &amp;amp;ndash; also ein Feld mit magnetischem Nord- und Südpol &amp;amp;ndash; verliert seine Dichte mit der dritten Potenz des Abstandes zur Spule. Wenn man den Abstand von der Spule also z.B. verzehnfacht, ist das Magnetfeld nur noch 1/1.000stel so stark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feldstärke in der stromdurchflossenen Spule hängt ab von:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der Anzahl N der Spulenwindungen,&lt;br /&gt;
* der Länge L, gemessen in Meter,&lt;br /&gt;
* der Stromstärke I, gemessen in Ampere (A)&lt;br /&gt;
* und der sog. magnetischen Feldkonstante &amp;amp;micro;&amp;lt;sub&amp;gt;0&amp;lt;/sub&amp;gt; (= 4&amp;amp;nbsp;&amp;amp;pi;&amp;amp;nbsp;*&amp;amp;nbsp;10&amp;lt;sup&amp;gt;-7&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;amp;nbsp;Vs/Am).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnetfelder werden häufig statt mit der magnetischen Feldstärke H (Einheit A/m) durch die magnetische Induktion&lt;br /&gt;
B&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;&amp;amp;micro;&amp;lt;sub&amp;gt;0&amp;lt;/sub&amp;gt;H charakterisiert, mit der Einheit Tesla (1&amp;amp;nbsp;T =&amp;amp;nbsp;1&amp;amp;nbsp;Vs/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;). Für die stromdurchflossene Spule gilt die Beziehung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|align=center&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|I&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;B * L / (N * &amp;amp;micro;&amp;lt;sub&amp;gt;0&amp;lt;/sub&amp;gt;) &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möchte man beispielsweise die Stromstärke berechnen, die notwendig wäre, um im Inneren einer 10&amp;amp;nbsp;cm langen Spule mit 1000 Windungen ein Magnetfeld mit der Stärke des Erdmagnetfeldes (B&amp;amp;nbsp;&amp;amp;asymp;&amp;amp;nbsp;50&amp;amp;nbsp;&amp;amp;micro;T) zu erzeugen, so erhält man nach dieser Formel eine Stromstärke von rund 4&amp;amp;nbsp;mA. Man kann also mit vergleichsweise niedrigem Energieaufwand Magnetfelder erzeugen. Es stellt sich die Frage, ob und in welcher Weise Magnetfelder im menschlichen Organismus von Bedeutung sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hat der Mensch ein &amp;quot;Biofeld&amp;quot;?==&lt;br /&gt;
Diese Frage lässt sich mit einem eindeutigen Jein beantworten. Magnetfelder entstehen, wenn elektrische Ladungen (positive oder negative) verschoben werden. Im menschlichen Organismus fließen aber keine elektrischen Ströme im Sinne eines Elektronenflusses, außer, wenn man an eine Steckdose fasst oder sich elektrostatisch aufgeladen hat und den Strom dann schmerzhaft bei Erdung mit einem elektrischen Leiter abgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was jedoch im menschlichen Organismus vorhanden ist, ist das Verschieben von Ionen. Dieses geschieht ständig bei der Nervenimpulsübertragung. Die menschliche Nervenzelle leitet die zu übermittelnde Information mittels eines Natrium-Ionen-Bolus weiter. Man kann sich deshalb die Zelle als eine Art Schlauch vorstellen, in dem die Information durch Wasserdruckwellen fortgeleitet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schematischer Aufbau von Nervenzellen==&lt;br /&gt;
Allein im Gehirn findet man etwa 25 Milliarden Nervenzellen. Diese haben einen Durchmesser bis 100 µm und eine Oberfläche bis zu 27.000 µm&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;. Eine einzelne Nervenfaser hat 6.000 bis 200.000 Kontaktstellen und kann eine Länge bis zu einem Meter erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um innerhalb eines Schlauchsystems einen Wasserbolus fortzuleiten, bedarf es mechanischen Drucks. Dieser kann in der Nervenzelle aber nicht erzeugt werden, denn die Zelle kann sich nicht zusammenziehen oder dehnen. Es muss aber auf irgendeine Weise ein künstliches Gefälle erzeugt werden, sonst kommt die Informationsübermittlung überhaupt nicht in Gang. Die Natur arbeitet mangels Druckpumpe mit einem komplizierten Trick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden Konzentrationsunterschiede zwischen der Innen- und Außenseite des Nervens erzeugt. Die in der Zellwand der Nervenfaser sitzende Natrium-Kalium-Pumpe transportiert mit hohem Energieaufwand (20% des Energieumsatzes des Menschen werden dafür ständig benötigt!) elektroneutral Natriumionen gegen ein Konzentrationsgefälle nach außen und Kaliumionen gegen ein Konzentrationsgefälle nach innen. Elektronen fließen bei dieser Aktion nicht, denn diese sind vollständig in den Geweben gebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Pumpvorgang resultiert eine intrazelluläre Kaliumionenkonzentration, die 30 mal höher ist als die extrazelluläre Konzentration, eine intrazelluläre Natriumkonzentration, die nur 1/10tel der extrazellulären Konzentration beträgt und eine intrazelluläre Chlorionenkonzentration, die nur 1/30tel der extrazellulären Konzentration beträgt (siehe Tabelle).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|border=1 align=center&lt;br /&gt;
|align=center|Ionenart||align=center|Konzentration in der Zelle||align=center|Konzentration außerhalb der Zelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|align=center|Kalium-Ionen||align=center|120-150 mmol/l||align=center|4-5 mmol/l&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|align=center|Natrium-Ionen||align=center|5-15 mmol/l||align=center|140-150 mmol/l&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|align=center|Chlorid-Ionen||align=center|4-5 mmol/l||align=center|120-150 mmol/l&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese Weise entsteht nicht nur ein erhebliches Konzentrationsgefälle, sondern auch eine elektrische Spannung. Gemeinsam mit nicht bewegungsfähigen, ebenfalls negativ geladenen Proteinen, die sich im Zellinneren befinden, ergibt sich aufgrund der Ladungsverschiebung der gepumpten Ionen zwischen Zelläußerem und Zellinneren ein sog. Ruhepotential. Sticht man eine Messelektrode in das Innere der Zelle und legt man eine zweite Elektrode an die Außenseite der Zellwand an, ergibt sich bei 37 Grad Celsius ein elektrisches Potential von -70 mV bis -90 mV. Der negative Pol dieser Potentialdifferenz liegt im Nerveninneren, der positive Pol liegt außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entlang dieser Spannungsdifferenz bildet sich ein Magnetfeld aus, das aber im Vergleich zum Erdmagnetfeld (30-60&amp;amp;nbsp;µT, je nach geografischer Breite) verschwindend gering ist. Es ist so schwach, dass es nur mit großem technischen Aufwand in speziell isolierten Räumen gemessen werden kann. Jede elektrisch betriebene Armbanduhr hat ein vielfach stärkeres Magnetfeld als diese winzigen &amp;quot;menschlichen Magnetfelder&amp;quot;. Die Reichweite des schwachen Magnetfeldes ist zudem (s.o.) sehr gering. Deshalb hat es weder die Reichweite noch die Kraft, auf menschliches Gewebe auch nur den minimalsten Einfluss auszuüben. Insofern verfügt der Mensch über ein &amp;quot;Biofeld&amp;quot; im Sinne dieser winzigen Magnetfelder, deren Feldlinien senkrecht zur Zellwand gerichtet verlaufen, aber von Bedeutung sind sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was hat es nun mit der medizinischen Anwendung von Magnetfeldern auf sich?==&lt;br /&gt;
Magnetfelder werden in der Medizin heute überwiegend zu diagnostischen Zwecken eingesetzt. So funktioniert ein Kernspintomograph dadurch, dass er mittels eines extrem starken Magnetfeldes (4-5 Tesla) elektrische Phänomene im menschlichen Organismus auslöst, die man dann zur Erzeugung von Bildern verwenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist aber auch möglich, mittels stromdurchflossener Spulen ein Magnetfeld zu erzeugen, dass eine gewisse Reichweite hat und die Nervenzellmembranen im Organismus depolarisiert. Als Effekt kommt es dann zur Auslösung eines Nervenimpulses. Man nennt diese Technik magnetische Stimulation. Die Zellmembran von Nervenzellen erzeugt durch die ständige Aktivität der Natrium-Kalium-Pumpe eine durch Ionenverschiebungen erzeugte Potentialdifferenz zwischen der intra- und extrazellulären Wand der Zelle. Der negative Pol der Membranpotentialdifferenz liegt im Zellinneren und das transmembrane Potential beläuft sich auf einen Wert von ca. -70 mV. Ein extern erzeugtes elektrisches Feld, dass an die Zellmembran gebracht werden kann, ist in der Lage, auf der Außenseite der Zellmembran einen Elektronenfluss zu erzeugen und somit durch Stimulation der spannungsabhängig arbeitenden Natrium- und Kaliumkanäle (bzw. weiterer Ionenkanäle wie den Kalziumkanälen) ein Aktionspotential und damit einen Nervenimpuls auszulösen. Dies führt zu einer Erregung des Nerven bzw. zu einer Fortleitung des Aktionspotentials entlang der Zellmembran bis zur Synapse bzw. dem Zielorgan (z.B. einen Muskel).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erstmalige Anwendung einer magnetischen Stimulationsmethode zur Untersuchung des Gehirns wurde von Arsenne d‘Arsonval im Jahre 1896 durchgeführt. Er plazierte den Kopf diverser Probanden innerhalb einer elektrischen Spule und berichtet über Lichtblitze, Schwindel und Ohnmachtsanfälle bei den Betroffenen. Eine gezielte Stimulation von Nervenzellen unter Einsatz von Magnetfeldern wurde bereits etwa ein Jahrzehnt nach Ende des II. Weltkrieges am Froschmodell durchgeführt und einige Jahre später beim Menschen vorgenommen. Man verwendete ein oszillierendes Magnetfeld mit einer Impulsdauer von 40 ms. Die resultierende lang andauernde Nervenaktivierung machte es aber unmöglich, Nerven- oder Muskelaktionen zu messen, was dazu führte, dass die Methode zeitweise nicht weiterverfolgt wurde. Die Technik wurde in den letzten Jahrzehnten weiter verbessert und mittlerweile verfügt man über Geräte, die mittels einer achterförmige Spule (sog. Schmetterlings- oder auch Doppelspule), bei der die Windungen so angeordnet sind, dass der elektrische Strom an der Schnittstelle beider Kreise in die gleiche Richtung fließt, ein großes Magnetfeld in Spulenmitte und damit eine größtmögliche Fokussierung des Magnetfeldes zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der elektrische Strom, der zur Auslösung des Aktionspotentials bzw. zur Depolarisierung der Zellmembran notwendig ist, kann durch ein ständig seine Richtung änderndes Magnetfeld induziert werden. Im Rahmen der sog. transkraniellen elektromagnetischen Stimulation (transcranial magnetic stimulation = TMS) werden zum Zwecke der Impulsauslösung an der Nervenzelle deshalb starke elektrische Ströme durch eine am Schädel des Untersuchten aufliegende Spule geführt, wodurch es in der Nähe der Spule zur Ausbildung eines magnetischen Feldes nach dem Faraday&amp;#039;schen Gesetz kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nach dem Faraday&amp;#039;schen Prinzip sich um jeden stromdurchflossenen Leiter ein Magnetfeld bildet, erzeugt der Stromfluss ein magnetisches Feld um die stromdurchflossene Spule des TMS-Gerätes. Dieses Magnetfeld ist desto stärker, je höher der Strom ist, der durch die Spule fließt. Das Magnetfeld breitet sich durch den Raum aus und durchdringt auch die Schädelkalotte, auf der die Spule des TMS-Gerätes für gewöhnlich aufliegt, ohne durch das Gewebe wesentlich abgeschwächt zu werden. Eine Abschwächung erfolgt nur durch die zunehmende Distanz von der Spule. Im ZNS-Gewebe unterhalb der Schädelkalotte erzeugt das Magnetfeld (B), solange Strom durch die Spule (Coil) fließt, ein elektrisches Feld, dessen Polarisierung entgegengesetzt zu jener des Stroms in der Spule ist. Entlang des so erzeugten elektrischen Feldes (E) innerhalb des ZNS-Gewebes kommt es zu einem Elektronenfluss.&lt;br /&gt;
Schematischer Aufbau einer Spule zur magnetischen Stimulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Magnetstimulation beruht somit auf dem physikalischen Prinzip der elektromagnetischen Induktion. In einem elektrischen Leiterkreis treten Induktionsströme auf, wenn entweder die Stellung des Leiters in einem stationären Magnetfeld verändert wird oder wenn das Magnetfeld, das sich um den elektrischen Leiter befindet, sich verändert. Dabei ist die Induktionsstrom stets so gerichtet, dass er dem Vorgang, der ihn erzeugt, entgegenwirkt und ihm somit Energie entzieht. Da die Reizwirkung an Nervenstrukturen nicht durch das Magnetfeld, sondern vielmehr durch den via Magnetfeld im Gewebe induzierten elektrischen Strom verursacht wird, benötigt man für die Magnetstimulation einen möglichst kurzen Magnetfeldpuls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stromfluss durch die Spule erfolgt in einem Kreislaufsystem, der einen aufladbaren Kondensator und einen Thyristor (Halbleiterschalter, der hohe Spitzenströme in kurzer Zeit schalten kann und zur Entladung des Kondensatorstroms in die Spule dient) enthält. Der Kondensator, der zunächst mit 2.000 - 3.000&amp;amp;nbsp;Volt aufgeladen wird, wird durch das Öffnen bzw. Schließen des Thyristors entladen. Der Strom fließt durch einen elektrischen Widerstand zur Spule und dann wieder zurück über eine Diode, die dazu beiträgt, die Aufheizung der Spule und den Stromverbrauch zu reduzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reichweite des Magnetfeldes und damit die Stärke des durch es induzierbaren elektrischen Stromflusses ist begrenzt. Beträgt bei voller Reizstärke die Felddichte bei 3 cm noch ca. 1,2&amp;amp;nbsp;Tesla, fällt es bereits bei 5&amp;amp;nbsp;cm Entfernung auf 0,6&amp;amp;nbsp;Tesla ab und unterschreitet bei einer Distanz von 10&amp;amp;nbsp;cm die Grenze von 0m2&amp;amp;nbsp;Tesla. Bei 15 cm&amp;amp;nbsp;Entfernung liegt die Magnetfelddichte nur noch bei etwa 10% des Ausgangswertes. Bereits eine kleine Änderung des Spulenabstandes von 1 cm erzeugt eine Verminderung der Magnetfelddichte von 0.1&amp;amp;nbsp;Tesla am Wirkungsort. Somit haben anatomische Gegebenheiten wie die Schädeldicke bereits einen großen Einfluss auf die erforderliche Reizstärke. Das führt dazu, dass entsprechende Stimulationsgeräte mit hohen Spannungen (bis 3.000&amp;amp;nbsp;Volt), hohem Stromfluss (bis 8.000&amp;amp;nbsp;Ampere) und extrem kurzen Zeitspannen (100&amp;amp;nbsp;µs) in den Spulen arbeiten müssen, damit überhaupt genügend Strom im Gewebe induziert werden kann. Die Geräte sind für den Laien leicht erkennbar, denn sie machen Lärm während ihrer Schaltzeit. Der Knall jedes Impulses kann so laut sein, dass Ohrenstöpsel getragen werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Patienten kann man in Sachen &amp;quot;Magnetfeldtherapie&amp;quot; bisher eine grobe Leitlinie geben. Es gibt zwar die technische Möglichkeit, mit sehr dichten Magnetfeldern neurologische Effekte durch das Auslösen von Nervenimpulsen (sog. magnetisch evozierten Potentialen) zu bewirken, aber diese Geräte stehen nur in wenigen Universitäten auf der Welt und es gibt nur eine Handvoll Gerätehersteller, die man bei http://www.biomag.helsinki.fi/tms/provide.html nachlesen kann. Alle diese Geräte fallen in die seriöse Rubrik der sog. nicht-invasiven, schmerzfreien, kortikalen Stimulation mit Magnetfeldern. Die Geräte sind ausgesprochen teuer und sie stehen mit Sicherheit in keiner Praxis eines Heilpraktikers oder Arztes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Pulsierende Magnetfeldtherapie zu Heilzwecken ist bis heute unbewiesen==&lt;br /&gt;
[[image:magnet.jpg|Typischer Artikel in Bildzeitung zur Magnetfeldtherapie|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Heutzutage werden in vielen Praxen Magnetfeldgeräte angepriesen, die gegen diverse Leiden helfen sollen. Die Indikation reicht von Entzündungen, Osteoporose, Arthritis bzw. rheumatischen Leiden bis hin zu Asthma und menopausalen Beschwerden. Da diese Magnetfeldgeräte (z.B. PAPIMI jedoch mit sehr geringen Stromstärken arbeiten, ist das von ihnen mit einer bestimmten Frequenz erzeugte (sog. pulsierende) magnetische Feld ebenfalls sehr klein und schwach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht immer wieder Geräte in den Praxen, in denen man beispielsweise eine Extremität in eine große Spule legen soll. Wenn man sich vor Augen führt, dass das Magnetfeld mit zunehmender Entfernung zur Spulenoberfläche drastisch abfällt und das das Körpergewebe einen zusätzlichen, dämpfenden Effekt auf die durch die Magnetfeldimpulse induzierten elektrischen Ströme ausübt, wird klar, dass solche Gerätschaften im Idealfall teure Placebogeräte sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glaubwürdige Wirksamkeitsnachweise für die angepriesenen Magnetfeldtherapiegeräte gibt es bis heute nicht. Zwar finden sich immer wieder einschlägige Publikationen in der Fachliteratur, aber bei genauer Analyse des Studiendesigns kommt der Fachmann häufig zu der Erkenntnis, dass der Versuchsaufbau so getürkt war, dass das gewünschte Therapiewunder auch eintreten konnte. Der Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Deutschland hat 1992 die Magnetfeldtherapiegeräte folgerichtig als nicht erstattungsfähig eingestuft. Man muss diese technische Quacksalberei also aus der Privatschatulle bezahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutscher Gesetzgeber hilft der Quacksalberszene==&lt;br /&gt;
Der Boom der Geräte u.a. in Deutschland ist auf eine geschickt ausgenutzte Rechtslage zurückzuführen, denn die Geräteanbieter stehen unter dem Schutz des Gesetzgebers. Der Hersteller muss nur einfach ein technisch sicheres Gerät auf den Markt bringen, es als Klasse IIa-Gerät einstufen und von privatwirtschaftlich arbeitenden Begutachtungsfirmen bewerten lassen. Man klebt ein CE-Prüfsiegel, das lediglich technische Sicherheit garantiert, auf das Gerät und schon kann man das Gerät verkaufen. Für ein Medizinprodukt der Klasse IIa braucht man nämlich keinen Wirksamkeitsnachweis, obwohl im Medizinproduktegesetz vorgeschrieben ist, dass nur Geräte auf den Markt gelangen dürfen, die ihre Wirksamkeit bewiesen haben. Der deutsche Gesetzgeber hat aber zur Freude der in Deutschland operierenden, technisch orientierten Quacksalberszene auf dem Verordnungswege Ausnahmetatbestände geschaffen, die unter dem Deckmäntelchen des nur scheinbare Sicherheit vorspiegelnden Medizinprodukterechts Wundergeräte in den Verkehr bringen. Die Zeche für die fortgesetzte Unfähigkeit und Unwilligkeit des deutschen Gesetzgebers, nur seriöse Geräte auf den Markt gelangen zu lassen, zahlt der Verbraucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Urteil gegen &amp;quot;Magnetic Cell Regeneration&amp;quot; (MCR) wegen Irreführung==&lt;br /&gt;
Das Landgericht Freiburg (Az. 12 0 103/01) verurteilte am 12.11.2001 eine Vertriebsfirma, die ihre Apparatur, die niederfrequente Magnetfelder nutzte, wegen unlauterer Werbung. Man hatte das Gerät auf der Messeveranstaltung Sani-Medical im Juni 2001 in Freiburg mit der Aussage wie &amp;quot;auf uraltem Wissen basierende&amp;quot; und ganzheitliche alternative, aber auch kombinierbare Therapieform beworben. Das MCR-Gerät wurde auch wie folgt beworben: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;MCR regelmäßig angewandt baut Alltagsstress ab und neutralisiert schädliche Umwelteinflüsse. Die aktive Regeneration der Körperzellen ist ein wichtiger Faktor bei der Vorbeugung gegen Immunschwäche-Symptome. MCR hilft die körpereigenen Energien zu aktivieren und stellt eine zeitgemäße Vorsorge für die ganze Familie dar!&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Als Anwendungsgebiete wurden degenerative Erkrankungen, Rheuma/Arthrose, Wund- und Knochenheilung, Asthma/Bronchitis, Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis, Schmerzen, Herz- und Kreislauferkrankungen, Blutdruckbeschwerden, Regelbeschwerden, Allergien, Schlafstörungen, Durchblutungsstörungen u.a. proklamiert. Das entsprechende Gerät kostete 2.500 Euro und wurde im Freiburger Umfeld angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gericht untersagte der Firma die unlautere, irreführende Werbung. Allerdings bedeutet das nicht, dass nun das Gerät vom Markt verschwunden wäre. Es kann weiterhin verkauft werden, nur muss die Werbung vorsichtiger formuliert werden. Dieses Urteil zeigt die Konzeptionslosigkeit des deutschen und europäischen Rechtssystems im Bereich unwirksamer Medizingeräte. Unwirksames darf verkauft, aber nicht marktschreierisch beworben werden. Dass solche überteuerten Placebogeräte im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes gar nicht auf den Markt gelangen dürften, steht nicht mehr zu Debatte, solange der Staat seine Gebühren und Steuern kassiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Umsatzzahlen==&lt;br /&gt;
In den USA wurde für das Jahr 2006 der Umsatz mit Magneten zu Heilzwecken auf 300 Millionen US Dollar geschätzt, und der weltweite Umsatz auf eine Milliarde US Dollar. &amp;lt;ref&amp;gt;Leonard Finegold, Bruce L Flamm: Magnet therapy. BMJ  2006;332:4 (7.1.2006), doi:10.1136/bmj.332.7532.4&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage zur Wirksamkeit von Permanentmagneten==&lt;br /&gt;
Für die Anwendung von Permanentmagneten in Form von Armbändern und am Körper zu tragenden Permanentmagneten gibt es keinen Nachweis einer Wirksamkeit, die über den Placeboeffekt hinausginge. &amp;lt;ref&amp;gt;Pittler MH, Brown EM, Ernst E. Static magnets for reducing pain: systematic review and meta-analysis of randomised trials. CMAJ 2007, 177: 7; 736-742&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Leonard Finegold, Bruce L Flamm: Magnet therapy. BMJ  2006;332:4 (7.1.2006), doi:10.1136/bmj.332.7532.4&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; National Center for Complementary and Alternative Medicine. National Institutes of Health Research Report. Questions and answers about using magnets to treat pain. http://nccam.nih.gov/health/magnet/magnet.htm &amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Eine Untersuchung über die Anwendung von Magneten zur Linderung postoperativer Schmerzen zeigte keine Wirksamkeit von Magneten. &amp;lt;ref&amp;gt;Cepeda MS, Carr DB, Sarquis T, et al. Static magnetic therapy does not decrease pain or opioid requirements: a randomized double blind trial. Anesth Analg 2007;104:290–4&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Pittler MH. Wirksamkeit statischer Magneten. MMW Fortsch Med 2009, 151(3-4) 33,35&lt;br /&gt;
*Bruce L. Flamm. Magnet Therapy: Healing or Hogwash? Anesth Analg 2007;104:249-250. doi: 10.1213/01.ane.0000250925.20995.a1 [http://www.anesthesia-analgesia.org/cgi/content/full/104/2/249 Volltext (englisch)]&lt;br /&gt;
*Pittler MH, Brown EM, Ernst E. Static magnets for reducing pain: systematic review and meta-analysis of randomised trials. CMAJ 2007, 177: 7; 736-742 [http://www.pubmedcentral.nih.gov/articlerender.fcgi?tool=pubmed&amp;amp;pubmedid=17893349 Volltext (englisch)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*Barrett S. Magnet therapy: a skeptical view. [http://www.quackwatch.org/04ConsumerEducation/QA/magnet.html. Volltext (englisch)]&lt;br /&gt;
*http://nccam.nih.gov/health/magnet/magnet.pdf (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Paralex}}&lt;br /&gt;
[[category:Elektromedizin und Magnetfeldtherapien]]&lt;br /&gt;
[[category:Überarbeiten]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Magnetfeldtherapie&amp;diff=30115</id>
		<title>Magnetfeldtherapie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Magnetfeldtherapie&amp;diff=30115"/>
		<updated>2009-09-29T22:19:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Magnetismus und elektrischer Strom */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:AntonMesmer.jpg|Franz Anton Mesmer|thumb]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Magnetfeldtherapie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder Magnettherapie ist eine [[Alternativmedizin|alternativmedizinische]] Behandlungsmethode, bei der die Patienten einem Magnetfeld ausgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell ist zu unterscheiden zwischen der Anwendung von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*statischen Magnetfeldern (meist durch Permanentmagneten)&lt;br /&gt;
*magnetischen Wechselfeldern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichtliches==&lt;br /&gt;
Die unsichtbare Kraft des Magnetsteins hat in allen geschichtlich überlieferten Epochen die Menschen in Staunen versetzt. Anmerkungen finden sich u.a. bei Homer, Pythagoras, Thales und Plinius, der bereits im ersten Jahrhundert v. Chr. beschrieb, dass das Eisen der einzige Stoff ist, der von jenem Stein eine Kraft annimmt, sie längere Zeit behält und selbst anderes Eisen anzieht. Erst im 13. Jahrhundert ist ein Zuwachs an wissenschaftlicher Erkenntnis zu verzeichnen: Der französische Physiker Petrus Peregrinus unterscheidet die gegensätzliche Polung der Magneten und beschreibt ihre Ausrichtung im erdmagnetischen Feld: Der ganze Stein erhält vom ganzen Himmel seine Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste systematische therapeutische Nutzung der Magnetkraft wird Paracelsus (16. Jahrhundert) zugeschrieben. Er war fasziniert von der Beobachtung, dass ein Magnet sichtbare Dinge durch unsichtbare Kraft anzieht, und vermutete, dass sich Krankheiten gewissermaßen aus dem Körper herausziehen lassen. U.a. versuchte er, durch Kugeln oder Pfeilspitzen verursachte Wunden mit Hilfe von Magneten zu heilen. Um Frauen von Hysterie zu kurieren, empfahl er, zwei Magneten oberhalb und unterhalb des Uterus anzusetzen. Die stark von mystischen Elementen geprägte Therapie des Paracelsus hat sich &amp;amp;ndash; vermutlich mangels Erfolg &amp;amp;ndash; in der Folgezeit nicht durchgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstaunlich präzise Vorstellungen von der Natur der Magnetkraft entwickelte Galilei im 17. Jahrhundert: Wenn jedes Teilchen dieses Minerals jene Kraft besitzt, wer wollte daran zweifeln, dass sie in noch höherem Grade dem Erdball innewohnt, und der vielleicht sogar, was seinen inneren Kern anbetrifft, nichts anderes als ein ungeheurer Magnet sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 18. Jahrhundert hatte Mesmer spektakuläre Heilerfolge mit Hilfe von Magneten, die er über den Körper des Patienten strich. Er erkannte jedoch bald, dass die Heilkraft letzten Endes der Person des Therapeuten selbst innewohnt; er nannte sie tierischen Magnetismus und ging zu einer Individualtherapie mit Streichmassagen ohne Magneten über (nach Kerner 1973).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren werden zunehmend Geräte angepriesen, die mit Magnetfeldern eine therapeutische Wirkung zu erzielen vorgeben. Um diese Geräte zu beurteilen, muss man sich über die physikalischen Grundlagen informieren. Man muss wissen, was Magnetismus ist und ob bzw. wie er im menschlichen Organismus von Bedeutung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Physikalische Hintergründe des Magnetismus==&lt;br /&gt;
Elektrischer Strom und Magnetismus hängen zusammen, denn ein elektrischer Strom ist immer von einem Magnetfeld umgeben. Dieses Magnetfeld wiederum kann dadurch nachgewiesen werden, da es eine Magnetnadel ablenken kann (Kampke und Walcher, 1982). Jede Kompassnadel, die ins Erdmagnetfeld gehalten wird, richtet sich nach der Lage des magnetischen (nicht des geographischen!) Nord- bzw. Südpols gemäß des Verlaufs der magnetischen Feldlinien aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materie ist aus Atomen aufgebaut. Die Atome, deren Kerne aus positiv geladenen Protonen und elektrisch inaktiven Neutronen bestehen, werden von negativ geladenen Elektronen umkreist. Die Elektronen, die die Atomkerne in unterschiedlichem Abstand umkreisen, erzeugen durch ihre Bewegung sog. Kreisströme (auch Stromschleifen genannt), die dann ein magnetisches Dipolmoment erzeugen können, wenn sich ihre Kreisbewegung nach außen hin nicht gegenseitig aufhebt. Um es sehr vereinfacht auszudrücken: kreisen um ein Atom herum mehr Elektronen nach rechts als nach links (bzw. umgekehrt), ist das Verhältnis unausgewogen und es entsteht ein Magnetfeld. Drehen sich ebensoviele Elektronen nach links wie nach rechts (bzw. umgekehrt), so entsteht nach außen hin kein Magnetfeld, weil sich die magnetischen Wirkungen der kreisenden Elektronen gegenseitig aufheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Magnetfeld der Erde entsteht dadurch, dass im heißen Erdinneren Lava strömt und dies zu elektrischen Strömen (Elektronenfluss) führt. Elektrischer Strom bedingt die Bildung von Magnetfeldern. Da die Ströme nicht konstant an der gleichen Stelle verharren, sondern sich die Richtungen mit der Zeit verlagern, kann es sowohl zur Abschwächung oder Zunahme des Erdmagnetfeldes wie auch zu einer Richtungsänderung kommen. Derzeit schwächt sich das Erdmagnetfeld seit einigen Jahrtausenden zunehmend ab, was zur Zunahme kosmischer Strahlung auf der Erdoberfläche führt, weil geladene Teilchen aus dem Weltraum etwas leichter bis zur Erdoberfläche vordringen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Magnetismus und elektrischer Strom==&lt;br /&gt;
Da elektrische Ströme, die z.B. in Stromkabeln fließen, ebenso ein Magnetfeld um sich herum aufbauen, kann man deren Magnetfeld natürlich auch mit (stabförmigen) Magneten nachweisen. Man kann bekanntlich nicht nur mit Eisenfeilspänen die Feldlinien demonstrieren, sondern man kann ganz einfach mit einer Kompassnadel die Feldlinien, die um ein stromdurchflossenes Kabel entstehen, nachfahren. Magnetische Feldlinien sind stets geschlossen und umschlingen die stromführende Quelle, die das Magnetfeld erzeugt. Je nach Art des stromführenden Leiters sieht das Feld ein wenig anders aus. Im Inneren einer langen, geraden und von elektrischem Strom durchflossenen Spule herrscht ein annähernd homogenes Magnetfeld, d.h. es liegen parallele Feldlinien vor, was eine räumlich konstante magnetische Felddichte bedeutet. Außerhalb der Spule wird das magnetische Feld inhomogen und sehr schnell schwächer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Dipol-Feld &amp;amp;ndash; also ein Feld mit magnetischem Nord- und Südpol &amp;amp;ndash; verliert seine Dichte mit der dritten Potenz des Abstandes zur Spule. Wenn man den Abstand von der Spule also z.B. verzehnfacht, ist das Magnetfeld nur noch 1/1.000stel so stark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feldstärke in der stromdurchflossenen Spule hängt ab von:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der Anzahl N der Spulenwindungen,&lt;br /&gt;
* der Länge L, gemessen in Meter,&lt;br /&gt;
* der Stromstärke I, gemessen in Ampere (A)&lt;br /&gt;
* und der sog. magnetischen Feldkonstante &amp;amp;micro;&amp;lt;sub&amp;gt;0&amp;lt;/sub&amp;gt; (= 4&amp;amp;nbsp;&amp;amp;pi;&amp;amp;nbsp;*&amp;amp;nbsp;10&amp;lt;sup&amp;gt;-7&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;amp;nbsp;Vs/Am).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnetfelder werden häufig statt mit der magnetischen Feldstärke H (Einheit A/m) durch die magnetische Induktion&lt;br /&gt;
B&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;&amp;amp;micro;&amp;lt;sub&amp;gt;0&amp;lt;/sub&amp;gt;H charakterisiert, mit der Einheit Tesla (1&amp;amp;nbsp;T =&amp;amp;nbsp;1&amp;amp;nbsp;Vs/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;). Für die stromdurchflossene Spule gilt die Beziehung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|align=center&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|I&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;B * L / (N * &amp;amp;micro;&amp;lt;sub&amp;gt;0&amp;lt;/sub&amp;gt;) &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möchte man beispielsweise die Stromstärke berechnen, die notwendig wäre, um im Inneren einer 10&amp;amp;nbsp;cm langen Spule mit 1000 Windungen ein Magnetfeld mit der Stärke des Erdmagnetfeldes (B&amp;amp;nbsp;&amp;amp;asymp;&amp;amp;nbsp;50&amp;amp;nbsp;&amp;amp;micro;T) zu erzeugen, so erhält man nach dieser Formel eine Stromstärke von rund 4&amp;amp;nbsp;mA. Man kann also mit vergleichsweise niedrigem Energieaufwand Magnetfelder erzeugen. Es stellt sich die Frage, ob und in welcher Weise Magnetfelder im menschlichen Organismus von Bedeutung sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hat der Mensch ein &amp;quot;Biofeld&amp;quot;?==&lt;br /&gt;
Diese Frage lässt sich mit einem eindeutigen Jein beantworten. Magnetfelder entstehen, wenn elektrische Ladungen (positive oder negative) verschoben werden. Im menschlichen Organismus fließen aber keine elektrischen Ströme im Sinne eines Elektronenflusses, außer, wenn man an eine Steckdose fasst oder sich elektrostatisch aufgeladen hat und den Strom dann schmerzhaft bei Erdung mit einem elektrischen Leiter abgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was jedoch im menschlichen Organismus vorhanden ist, ist das Verschieben von Ionen. Dieses geschieht ständig bei der Nervenimpulsübertragung. Die menschliche Nervenzelle leitet die zu übermittelnde Information mittels eines Natrium-Ionen-Bolus weiter. Man kann sich deshalb die Zelle als eine Art Schlauch vorstellen, in dem die Information durch Wasserdruckwellen fortgeleitet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schematischer Aufbau von Nervenzellen==&lt;br /&gt;
Allein im Gehirn findet man etwa 25 Milliarden Nervenzellen. Die haben einen Durchmeser bis 100 µm und eine Oberfläche bis zu 27.000 µm&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;. Eine einzelne Nervenfaser hat 6.000 bis 200.000 Kontaktstellen und kann eine Länge bis zu einem Meter erreichen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um innerhalb eines Schlauchsystems einen Wasserbolus fortzuleiten, bedarf es mechanischen Drucks. Dieser kann in der Nervenzelle aber nicht erzeugt werden, denn die Zelle kann sich nicht zusammenziehen oder dehnen. Es muss aber auf irgendeine Weise ein künstliches Gefälle erzeugt werden, sonst kommt die Informationsübermittlung überhaupt nicht in Gang. Die Natur arbeitet mangels Druckpumpe mit einem komplizierten Trick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden Konzentrationsunterschiede zwischen der Innen- und Außenseite des Nervens erzeugt. Die in der Zellwand der Nervenfaser sitzende Natrium-Kalium-Pumpe transportiert mit hohem Energieaufwand (20% des Energieumsatzes des Menschen werden dafür ständig benötigt!) elektroneutral Natriumionen gegen ein Konzentrationsgefälle nach außen und Kaliumionen gegen ein Konzentrationsgefälle nach innen. Elektronen fließen bei dieser Aktion nicht, denn diese sind vollständig in den Geweben gebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Pumpvorgang resultiert eine intrazelluläre Kaliumionenkonzentration, die 30 mal höher ist als die extrazelluläre Konzentration, eine intrazelluläre Natriumkonzentration, die nur 1/10tel der extrazellulären Konzentration beträgt und eine intrazelluläre Chlorionenkonzentration, die nur 1/30tel der extrazellulären Konzentration beträgt (siehe Tabelle).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|border=1 align=center&lt;br /&gt;
|align=center|Ionenart||align=center|Konzentration in der Zelle||align=center|Konzentration außerhalb der Zelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|align=center|Kalium-Ionen||align=center|120-150 mmol/l||align=center|4-5 mmol/l&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|align=center|Natrium-Ionen||align=center|5-15 mmol/l||align=center|140-150 mmol/l&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|align=center|Chlorid-Ionen||align=center|4-5 mmol/l||align=center|120-150 mmol/l&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese Weise entsteht nicht nur ein erhebliches Konzentrationsgefälle, sondern auch eine elektrische Spannung. Gemeinsam mit nicht bewegungsfähigen, ebenfalls negativ geladenen Proteinen, die sich im Zellinneren befinden, ergibt sich aufgrund der Ladungsverschiebung der gepumpten Ionen zwischen Zelläußerem und Zellinneren ein sog. Ruhepotential. Sticht man eine Messelektrode in das Innere der Zelle und legt man eine zweite Elektrode an die Außenseite der Zellwand an, ergibt sich bei 37 Grad Celsius ein elektrisches Potential von -70 mV bis -90 mV. Der negative Pol dieser Potentialdifferenz liegt im Nerveninneren, der positive Pol liegt außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entlang dieser Spannungsdifferenz bildet sich ein Magnetfeld aus, das aber im Vergleich zum Erdmagnetfeld (30-60&amp;amp;nbsp;µT, je nach geografischer Breite) verschwindend gering ist. Es ist so schwach, dass es nur mit großem technischen Aufwand in speziell isolierten Räumen gemessen werden kann. Jede elektrisch betriebene Armbanduhr hat ein vielfach stärkeres Magnetfeld als diese winzigen &amp;quot;menschlichen Magnetfelder&amp;quot;. Die Reichweite des schwachen Magnetfeldes ist zudem (s.o.) sehr gering. Deshalb hat es weder die Reichweite noch die Kraft, auf menschliches Gewebe auch nur den minimalsten Einfluss auszuüben. Insofern verfügt der Mensch über ein &amp;quot;Biofeld&amp;quot; im Sinne dieser winzigen Magnetfelderchen, deren Feldlinien senkrecht zur Zellwand gerichtet verlaufen, aber von Bedeutung sind sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was hat es nun mit der medizinischen Anwendung von Magnetfeldern auf sich?==&lt;br /&gt;
Magnetfelder werden in der Medizin heute überwiegend zu diagnostischen Zwecken eingesetzt. So funktioniert ein Kernspintomograph dadurch, dass er mittels eines extrem starken Magnetfeldes (4-5 Tesla) elektrische Phänomene im menschlichen Organismus auslöst, die man dann zur Erzeugung von Bildern verwenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist aber auch möglich, mittels stromdurchflossener Spulen ein Magnetfeld zu erzeugen, dass eine gewisse Reichweite hat und die Nervenzellmembranen im Organismus depolarisiert. Als Effekt kommt es dann zur Auslösung eines Nervenimpulses. Man nennt diese Technik magnetische Stimulation. Die Zellmembran von Nervenzellen erzeugt durch die ständige Aktivität der Natrium-Kalium-Pumpe eine durch Ionenverschiebungen erzeugte Potentialdifferenz zwischen der intra- und extrazellulären Wand der Zelle. Der negative Pol der Membranpotentialdifferenz liegt im Zellinneren und das transmembrane Potential beläuft sich auf einen Wert von ca. -70 mV. Ein extern erzeugtes elektrisches Feld, dass an die Zellmembran gebracht werden kann, ist in der Lage, auf der Außenseite der Zellmembran einen Elektronenfluss zu erzeugen und somit durch Stimulation der spannungsabhängig arbeitenden Natrium- und Kaliumkanäle (bzw. weiterer Ionenkanäle wie den Kalziumkanälen) ein Aktionspotential und damit einen Nervenimpuls auszulösen. Dies führt zu einer Erregung des Nerven bzw. zu einer Fortleitung des Aktionspotentials entlang der Zellmembran bis zur Synapse bzw. dem Zielorgan (z.B. einen Muskel).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erstmalige Anwendung einer magnetischen Stimulationsmethode zur Untersuchung des Gehirns wurde von Arsenne d‘Arsonval im Jahre 1896 durchgeführt. Er plazierte den Kopf diverser Probanden innerhalb einer elektrischen Spule und berichtet über Lichtblitze, Schwindel und Ohnmachtsanfälle bei den Betroffenen. Eine gezielte Stimulation von Nervenzellen unter Einsatz von Magnetfeldern wurde bereits etwa ein Jahrzehnt nach Ende des II. Weltkrieges am Froschmodell durchgeführt und einige Jahre später beim Menschen vorgenommen. Man verwendete ein oszillierendes Magnetfeld mit einer Impulsdauer von 40 ms. Die resultierende lang andauernde Nervenaktivierung machte es aber unmöglich, Nerven- oder Muskelaktionen zu messen, was dazu führte, dass die Methode zeitweise nicht weiterverfolgt wurde. Die Technik wurde in den letzten Jahrzehnten weiter verbessert und mittlerweile verfügt man über Geräte, die mittels einer achterförmige Spule (sog. Schmetterlings- oder auch Doppelspule), bei der die Windungen so angeordnet sind, dass der elektrische Strom an der Schnittstelle beider Kreise in die gleiche Richtung fließt, ein großes Magnetfeld in Spulenmitte und damit eine größtmögliche Fokussierung des Magnetfeldes zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der elektrische Strom, der zur Auslösung des Aktionspotentials bzw. zur Depolarisierung der Zellmembran notwendig ist, kann durch ein ständig seine Richtung änderndes Magnetfeld induziert werden. Im Rahmen der sog. transkraniellen elektromagnetischen Stimulation (transcranial magnetic stimulation = TMS) werden zum Zwecke der Impulsauslösung an der Nervenzelle deshalb starke elektrische Ströme durch eine am Schädel des Untersuchten aufliegende Spule geführt, wodurch es in der Nähe der Spule zur Ausbildung eines magnetischen Feldes nach dem Faraday&amp;#039;schen Gesetz kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nach dem Faraday&amp;#039;schen Prinzip sich um jeden stromdurchflossenen Leiter ein Magnetfeld bildet, erzeugt der Stromfluss ein magnetisches Feld um die stromdurchflossene Spule des TMS-Gerätes. Dieses Magnetfeld ist desto stärker, je höher der Strom ist, der durch die Spule fließt. Das Magnetfeld breitet sich durch den Raum aus und durchdringt auch die Schädelkalotte, auf der die Spule des TMS-Gerätes für gewöhnlich aufliegt, ohne durch das Gewebe wesentlich abgeschwächt zu werden. Eine Abschwächung erfolgt nur durch die zunehmende Distanz von der Spule. Im ZNS-Gewebe unterhalb der Schädelkalotte erzeugt das Magnetfeld (B), solange Strom durch die Spule (Coil) fließt, ein elektrisches Feld, dessen Polarisierung entgegengesetzt zu jener des Stroms in der Spule ist. Entlang des so erzeugten elektrischen Feldes (E) innerhalb des ZNS-Gewebes kommt es zu einem Elektronenfluss.&lt;br /&gt;
Schematischer Aufbau einer Spule zur magnetischen Stimulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Magnetstimulation beruht somit auf dem physikalischen Prinzip der elektromagnetischen Induktion. In einem elektrischen Leiterkreis treten Induktionsströme auf, wenn entweder die Stellung des Leiters in einem stationären Magnetfeld verändert wird oder wenn das Magnetfeld, das sich um den elektrischen Leiter befindet, sich verändert. Dabei ist die Induktionsstrom stets so gerichtet, dass er dem Vorgang, der ihn erzeugt, entgegenwirkt und ihm somit Energie entzieht. Da die Reizwirkung an Nervenstrukturen nicht durch das Magnetfeld, sondern vielmehr durch den via Magnetfeld im Gewebe induzierten elektrischen Strom verursacht wird, benötigt man für die Magnetstimulation einen möglichst kurzen Magnetfeldpuls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stromfluss durch die Spule erfolgt in einem Kreislaufsystem, der einen aufladbaren Kondensator und einen Thyristor (Halbleiterschalter, der hohe Spitzenströme in kurzer Zeit schalten kann und zur Entladung des Kondensatorstroms in die Spule dient) enthält. Der Kondensator, der zunächst mit 2.000 - 3.000&amp;amp;nbsp;Volt aufgeladen wird, wird durch das Öffnen bzw. Schließen des Thyristors entladen. Der Strom fließt durch einen elektrischen Widerstand zur Spule und dann wieder zurück über eine Diode, die dazu beiträgt, die Aufheizung der Spule und den Stromverbrauch zu reduzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reichweite des Magnetfeldes und damit die Stärke des durch es induzierbaren elektrischen Stromflusses ist begrenzt. Beträgt bei voller Reizstärke die Felddichte bei 3 cm noch ca. 1,2&amp;amp;nbsp;Tesla, fällt es bereits bei 5&amp;amp;nbsp;cm Entfernung auf 0,6&amp;amp;nbsp;Tesla ab und unterschreitet bei einer Distanz von 10&amp;amp;nbsp;cm die Grenze von 0m2&amp;amp;nbsp;Tesla. Bei 15 cm&amp;amp;nbsp;Entfernung liegt die Magnetfelddichte nur noch bei etwa 10% des Ausgangswertes. Bereits eine kleine Änderung des Spulenabstandes von 1 cm erzeugt eine Verminderung der Magnetfelddichte von 0.1&amp;amp;nbsp;Tesla am Wirkungsort. Somit haben anatomische Gegebenheiten wie die Schädeldicke bereits einen großen Einfluss auf die erforderliche Reizstärke. Das führt dazu, dass entsprechende Stimulationsgeräte mit hohen Spannungen (bis 3.000&amp;amp;nbsp;Volt), hohem Stromfluss (bis 8.000&amp;amp;nbsp;Ampere) und extrem kurzen Zeitspannen (100&amp;amp;nbsp;µs) in den Spulen arbeiten müssen, damit überhaupt genügend Strom im Gewebe induziert werden kann. Die Geräte sind für den Laien leicht erkennbar, denn sie machen Lärm während ihrer Schaltzeit. Der Knall jedes Impulses kann so laut sein, dass Ohrenstöpsel getragen werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Patienten kann man in Sachen &amp;quot;Magnetfeldtherapie&amp;quot; bisher eine grobe Leitlinie geben. Es gibt zwar die technische Möglichkeit, mit sehr dichten Magnetfeldern neurologische Effekte durch das Auslösen von Nervenimpulsen (sog. magnetisch evozierten Potentialen) zu bewirken, aber diese Geräte stehen nur in wenigen Universitäten auf der Welt und es gibt nur eine Handvoll Gerätehersteller, die man bei http://www.biomag.helsinki.fi/tms/provide.html nachlesen kann. Alle diese Geräte fallen in die seriöse Rubrik der sog. nicht-invasiven, schmerzfreien, kortikalen Stimulation mit Magnetfeldern. Die Geräte sind ausgesprochen teuer und sie stehen mit Sicherheit in keiner Praxis eines Heilpraktikers oder Arztes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Pulsierende Magnetfeldtherapie zu Heilzwecken ist bis heute unbewiesen==&lt;br /&gt;
[[image:magnet.jpg|Typischer Artikel in Bildzeitung zur Magnetfeldtherapie|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Heutzutage werden in vielen Praxen Magnetfeldgeräte angepriesen, die gegen diverse Leiden helfen sollen. Die Indikation reicht von Entzündungen, Osteoporose, Arthritis bzw. rheumatischen Leiden bis hin zu Asthma und menopausalen Beschwerden. Da diese Magnetfeldgeräte (z.B. PAPIMI jedoch mit sehr geringen Stromstärken arbeiten, ist das von ihnen mit einer bestimmten Frequenz erzeugte (sog. pulsierende) magnetische Feld ebenfalls sehr klein und schwach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht immer wieder Geräte in den Praxen, in denen man beispielsweise eine Extremität in eine große Spule legen soll. Wenn man sich vor Augen führt, dass das Magnetfeld mit zunehmender Entfernung zur Spulenoberfläche drastisch abfällt und das das Körpergewebe einen zusätzlichen, dämpfenden Effekt auf die durch die Magnetfeldimpulse induzierten elektrischen Ströme ausübt, wird klar, dass solche Gerätschaften im Idealfall teure Placebogeräte sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glaubwürdige Wirksamkeitsnachweise für die angepriesenen Magnetfeldtherapiegeräte gibt es bis heute nicht. Zwar finden sich immer wieder einschlägige Publikationen in der Fachliteratur, aber bei genauer Analyse des Studiendesigns kommt der Fachmann häufig zu der Erkenntnis, dass der Versuchsaufbau so getürkt war, dass das gewünschte Therapiewunder auch eintreten konnte. Der Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Deutschland hat 1992 die Magnetfeldtherapiegeräte folgerichtig als nicht erstattungsfähig eingestuft. Man muss diese technische Quacksalberei also aus der Privatschatulle bezahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutscher Gesetzgeber hilft der Quacksalberszene==&lt;br /&gt;
Der Boom der Geräte u.a. in Deutschland ist auf eine geschickt ausgenutzte Rechtslage zurückzuführen, denn die Geräteanbieter stehen unter dem Schutz des Gesetzgebers. Der Hersteller muss nur einfach ein technisch sicheres Gerät auf den Markt bringen, es als Klasse IIa-Gerät einstufen und von privatwirtschaftlich arbeitenden Begutachtungsfirmen bewerten lassen. Man klebt ein CE-Prüfsiegel, das lediglich technische Sicherheit garantiert, auf das Gerät und schon kann man das Gerät verkaufen. Für ein Medizinprodukt der Klasse IIa braucht man nämlich keinen Wirksamkeitsnachweis, obwohl im Medizinproduktegesetz vorgeschrieben ist, dass nur Geräte auf den Markt gelangen dürfen, die ihre Wirksamkeit bewiesen haben. Der deutsche Gesetzgeber hat aber zur Freude der in Deutschland operierenden, technisch orientierten Quacksalberszene auf dem Verordnungswege Ausnahmetatbestände geschaffen, die unter dem Deckmäntelchen des nur scheinbare Sicherheit vorspiegelnden Medizinprodukterechts Wundergeräte in den Verkehr bringen. Die Zeche für die fortgesetzte Unfähigkeit und Unwilligkeit des deutschen Gesetzgebers, nur seriöse Geräte auf den Markt gelangen zu lassen, zahlt der Verbraucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Urteil gegen &amp;quot;Magnetic Cell Regeneration&amp;quot; (MCR) wegen Irreführung==&lt;br /&gt;
Das Landgericht Freiburg (Az. 12 0 103/01) verurteilte am 12.11.2001 eine Vertriebsfirma, die ihre Apparatur, die niederfrequente Magnetfelder nutzte, wegen unlauterer Werbung. Man hatte das Gerät auf der Messeveranstaltung Sani-Medical im Juni 2001 in Freiburg mit der Aussage wie &amp;quot;auf uraltem Wissen basierende&amp;quot; und ganzheitliche alternative, aber auch kombinierbare Therapieform beworben. Das MCR-Gerät wurde auch wie folgt beworben: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;MCR regelmäßig angewandt baut Alltagsstress ab und neutralisiert schädliche Umwelteinflüsse. Die aktive Regeneration der Körperzellen ist ein wichtiger Faktor bei der Vorbeugung gegen Immunschwäche-Symptome. MCR hilft die körpereigenen Energien zu aktivieren und stellt eine zeitgemäße Vorsorge für die ganze Familie dar!&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Als Anwendungsgebiete wurden degenerative Erkrankungen, Rheuma/Arthrose, Wund- und Knochenheilung, Asthma/Bronchitis, Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis, Schmerzen, Herz- und Kreislauferkrankungen, Blutdruckbeschwerden, Regelbeschwerden, Allergien, Schlafstörungen, Durchblutungsstörungen u.a. proklamiert. Das entsprechende Gerät kostete 2.500 Euro und wurde im Freiburger Umfeld angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gericht untersagte der Firma die unlautere, irreführende Werbung. Allerdings bedeutet das nicht, dass nun das Gerät vom Markt verschwunden wäre. Es kann weiterhin verkauft werden, nur muss die Werbung vorsichtiger formuliert werden. Dieses Urteil zeigt die Konzeptionslosigkeit des deutschen und europäischen Rechtssystems im Bereich unwirksamer Medizingeräte. Unwirksames darf verkauft, aber nicht marktschreierisch beworben werden. Dass solche überteuerten Placebogeräte im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes gar nicht auf den Markt gelangen dürften, steht nicht mehr zu Debatte, solange der Staat seine Gebühren und Steuern kassiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Umsatzzahlen==&lt;br /&gt;
In den USA wurde für das Jahr 2006 der Umsatz mit Magneten zu Heilzwecken auf 300 Millionen US Dollar geschätzt, und der weltweite Umsatz auf eine Milliarde US Dollar. &amp;lt;ref&amp;gt;Leonard Finegold, Bruce L Flamm: Magnet therapy. BMJ  2006;332:4 (7.1.2006), doi:10.1136/bmj.332.7532.4&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage zur Wirksamkeit von Permanentmagneten==&lt;br /&gt;
Für die Anwendung von Permanentmagneten in Form von Armbändern und am Körper zu tragenden Permanentmagneten gibt es keinen Nachweis einer Wirksamkeit, die über den Placeboeffekt hinausginge. &amp;lt;ref&amp;gt;Pittler MH, Brown EM, Ernst E. Static magnets for reducing pain: systematic review and meta-analysis of randomised trials. CMAJ 2007, 177: 7; 736-742&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Leonard Finegold, Bruce L Flamm: Magnet therapy. BMJ  2006;332:4 (7.1.2006), doi:10.1136/bmj.332.7532.4&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; National Center for Complementary and Alternative Medicine. National Institutes of Health Research Report. Questions and answers about using magnets to treat pain. http://nccam.nih.gov/health/magnet/magnet.htm &amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Eine Untersuchung über die Anwendung von Magneten zur Linderung postoperativer Schmerzen zeigte keine Wirksamkeit von Magneten. &amp;lt;ref&amp;gt;Cepeda MS, Carr DB, Sarquis T, et al. Static magnetic therapy does not decrease pain or opioid requirements: a randomized double blind trial. Anesth Analg 2007;104:290–4&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Pittler MH. Wirksamkeit statischer Magneten. MMW Fortsch Med 2009, 151(3-4) 33,35&lt;br /&gt;
*Bruce L. Flamm. Magnet Therapy: Healing or Hogwash? Anesth Analg 2007;104:249-250. doi: 10.1213/01.ane.0000250925.20995.a1 [http://www.anesthesia-analgesia.org/cgi/content/full/104/2/249 Volltext (englisch)]&lt;br /&gt;
*Pittler MH, Brown EM, Ernst E. Static magnets for reducing pain: systematic review and meta-analysis of randomised trials. CMAJ 2007, 177: 7; 736-742 [http://www.pubmedcentral.nih.gov/articlerender.fcgi?tool=pubmed&amp;amp;pubmedid=17893349 Volltext (englisch)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*Barrett S. Magnet therapy: a skeptical view. [http://www.quackwatch.org/04ConsumerEducation/QA/magnet.html. Volltext (englisch)]&lt;br /&gt;
*http://nccam.nih.gov/health/magnet/magnet.pdf (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Paralex}}&lt;br /&gt;
[[category:Elektromedizin und Magnetfeldtherapien]]&lt;br /&gt;
[[category:Überarbeiten]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Magnetfeldtherapie&amp;diff=30114</id>
		<title>Magnetfeldtherapie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Magnetfeldtherapie&amp;diff=30114"/>
		<updated>2009-09-29T22:12:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Geschichtliches */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:AntonMesmer.jpg|Franz Anton Mesmer|thumb]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Magnetfeldtherapie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder Magnettherapie ist eine [[Alternativmedizin|alternativmedizinische]] Behandlungsmethode, bei der die Patienten einem Magnetfeld ausgesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell ist zu unterscheiden zwischen der Anwendung von &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*statischen Magnetfeldern (meist durch Permanentmagneten)&lt;br /&gt;
*magnetischen Wechselfeldern &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichtliches==&lt;br /&gt;
Die unsichtbare Kraft des Magnetsteins hat in allen geschichtlich überlieferten Epochen die Menschen in Staunen versetzt. Anmerkungen finden sich u.a. bei Homer, Pythagoras, Thales und Plinius, der bereits im ersten Jahrhundert v. Chr. beschrieb, dass das Eisen der einzige Stoff ist, der von jenem Stein eine Kraft annimmt, sie längere Zeit behält und selbst anderes Eisen anzieht. Erst im 13. Jahrhundert ist ein Zuwachs an wissenschaftlicher Erkenntnis zu verzeichnen: Der französische Physiker Petrus Peregrinus unterscheidet die gegensätzliche Polung der Magneten und beschreibt ihre Ausrichtung im erdmagnetischen Feld: Der ganze Stein erhält vom ganzen Himmel seine Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste systematische therapeutische Nutzung der Magnetkraft wird Paracelsus (16. Jahrhundert) zugeschrieben. Er war fasziniert von der Beobachtung, dass ein Magnet sichtbare Dinge durch unsichtbare Kraft anzieht, und vermutete, dass sich Krankheiten gewissermaßen aus dem Körper herausziehen lassen. U.a. versuchte er, durch Kugeln oder Pfeilspitzen verursachte Wunden mit Hilfe von Magneten zu heilen. Um Frauen von Hysterie zu kurieren, empfahl er, zwei Magneten oberhalb und unterhalb des Uterus anzusetzen. Die stark von mystischen Elementen geprägte Therapie des Paracelsus hat sich &amp;amp;ndash; vermutlich mangels Erfolg &amp;amp;ndash; in der Folgezeit nicht durchgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstaunlich präzise Vorstellungen von der Natur der Magnetkraft entwickelte Galilei im 17. Jahrhundert: Wenn jedes Teilchen dieses Minerals jene Kraft besitzt, wer wollte daran zweifeln, dass sie in noch höherem Grade dem Erdball innewohnt, und der vielleicht sogar, was seinen inneren Kern anbetrifft, nichts anderes als ein ungeheurer Magnet sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 18. Jahrhundert hatte Mesmer spektakuläre Heilerfolge mit Hilfe von Magneten, die er über den Körper des Patienten strich. Er erkannte jedoch bald, dass die Heilkraft letzten Endes der Person des Therapeuten selbst innewohnt; er nannte sie tierischen Magnetismus und ging zu einer Individualtherapie mit Streichmassagen ohne Magneten über (nach Kerner 1973).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren werden zunehmend Geräte angepriesen, die mit Magnetfeldern eine therapeutische Wirkung zu erzielen vorgeben. Um diese Geräte zu beurteilen, muss man sich über die physikalischen Grundlagen informieren. Man muss wissen, was Magnetismus ist und ob bzw. wie er im menschlichen Organismus von Bedeutung ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Physikalische Hintergründe des Magnetismus==&lt;br /&gt;
Elektrischer Strom und Magnetismus hängen zusammen, denn ein elektrischer Strom ist immer von einem Magnetfeld umgeben. Dieses Magnetfeld wiederum kann dadurch nachgewiesen werden, da es eine Magnetnadel ablenken kann (Kampke und Walcher, 1982). Jede Kompassnadel, die ins Erdmagnetfeld gehalten wird, richtet sich nach der Lage des magnetischen (nicht des geographischen!) Nord- bzw. Südpols gemäß des Verlaufs der magnetischen Feldlinien aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Materie ist aus Atomen aufgebaut. Die Atome, deren Kerne aus positiv geladenen Protonen und elektrisch inaktiven Neutronen bestehen, werden von negativ geladenen Elektronen umkreist. Die Elektronen, die die Atomkerne in unterschiedlichem Abstand umkreisen, erzeugen durch ihre Bewegung sog. Kreisströme (auch Stromschleifen genannt), die dann ein magnetisches Dipolmoment erzeugen können, wenn sich ihre Kreisbewegung nach außen hin nicht gegenseitig aufhebt. Um es sehr vereinfacht auszudrücken: kreisen um ein Atom herum mehr Elektronen nach rechts als nach links (bzw. umgekehrt), ist das Verhältnis unausgewogen und es entsteht ein Magnetfeld. Drehen sich ebensoviele Elektronen nach links wie nach rechts (bzw. umgekehrt), so entsteht nach außen hin kein Magnetfeld, weil sich die magnetischen Wirkungen der kreisenden Elektronen gegenseitig aufheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Magnetfeld der Erde entsteht dadurch, dass im heißen Erdinneren Lava strömt und dies zu elektrischen Strömen (Elektronenfluss) führt. Elektrischer Strom bedingt die Bildung von Magnetfeldern. Da die Ströme nicht konstant an der gleichen Stelle verharren, sondern sich die Richtungen mit der Zeit verlagern, kann es sowohl zur Abschwächung oder Zunahme des Erdmagnetfeldes wie auch zu einer Richtungsänderung kommen. Derzeit schwächt sich das Erdmagnetfeld seit einigen Jahrtausenden zunehmend ab, was zur Zunahme kosmischer Strahlung auf der Erdoberfläche führt, weil geladene Teilchen aus dem Weltraum etwas leichter bis zur Erdoberfläche vordringen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Magnetismus und elektrischer Strom==&lt;br /&gt;
Da elektrische Ströme, die z.B. in Stromkabeln fließen, ebenso ein Magnetfeld um sich herum aufbauen, kann man deren Magnetfeld natürlich auch mit (stabförmigen) Magneten nachweisen. Man kann bekanntlich nicht nur mit Eisenfeilspänen die Feldlinien demonstrieren, sondern man kann ganz einfach mit einer Kompassnadel die Feldlinien, die um ein stromdurchflossenes Kabel entstehen, nachfahren. Magnetischen Feldlinien sind stets geschlossen und umschlingen die stromführende Quelle, die das Magnetfeld erzeugt. Je nach Art des stromführenden Leiters sieht das Feld ein wenig anders aus. Im Inneren einer langen, geraden und von elektrischem Strom durchflossenen Spule herrscht ein annähernd homogenes Magnetfeld, d.h. es liegen parallele Feldlinien vor, was eine räumlich konstante magnetische Felddichte bedeutet. Außerhalb der Spule wird das magnetische Feld inhomogen und sehr schnell schwächer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Dipol-Feld &amp;amp;ndash; also ein Feld mit magnetischem Nord- und Südpol &amp;amp;ndash; verliert seine Dichte mit der dritten Potenz des Abstandes zur Spule. Wenn man den Abstand von der Spule also z.B. verzehnfacht, ist das Magnetfeld nur noch 1/1.000stel so stark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Feldstärke in der stromdurchflossenen Spule hängt ab von:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* der Anzahl N der Spulenwindungen,&lt;br /&gt;
* der Länge L, gemessen in Meter,&lt;br /&gt;
* der Stromstärke I, gemessen in Ampere (A)&lt;br /&gt;
* und der sog. magnetischen Feldkonstante &amp;amp;micro;&amp;lt;sub&amp;gt;0&amp;lt;/sub&amp;gt; (= 4&amp;amp;nbsp;&amp;amp;pi;&amp;amp;nbsp;*&amp;amp;nbsp;10&amp;lt;sup&amp;gt;-7&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;amp;nbsp;Vs/Am).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Magnetfelder werden häufig statt mit der magnetischen Feldstärke H (Einheit A/m) durch die magnetische Induktion&lt;br /&gt;
B&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;&amp;amp;micro;&amp;lt;sub&amp;gt;0&amp;lt;/sub&amp;gt;H charakterisiert, mit der Einheit Tesla (1&amp;amp;nbsp;T =&amp;amp;nbsp;1&amp;amp;nbsp;Vs/m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;). Für die stromdurchflossene Spule gilt die Beziehung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|align=center&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|I&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;&amp;amp;nbsp;B * L / (N * &amp;amp;micro;&amp;lt;sub&amp;gt;0&amp;lt;/sub&amp;gt;) &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möchte man beispielsweise die Stromstärke berechnen, die notwendig wäre, um im Inneren einer 10&amp;amp;nbsp;cm langen Spule mit 1000 Windungen ein Magnetfeld mit der Stärke des Erdmagnetfeldes (B&amp;amp;nbsp;&amp;amp;asymp;&amp;amp;nbsp;50&amp;amp;nbsp;&amp;amp;micro;T) zu erzeugen, so erhält man nach dieser Formel eine Stromstärke von rund 4&amp;amp;nbsp;mA. Man kann also mit vergleichsweise niedrigem Energieaufwand Magnetfelder erzeugen. Es stellt sich die Frage, ob und in welcher Weise Magnetfelder im menschlichen Organismus von Bedeutung sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hat der Mensch ein &amp;quot;Biofeld&amp;quot;?==&lt;br /&gt;
Diese Frage lässt sich mit einem eindeutigen Jein beantworten. Magnetfelder entstehen, wenn elektrische Ladungen (positive oder negative) verschoben werden. Im menschlichen Organismus fließen aber keine elektrischen Ströme im Sinne eines Elektronenflusses, außer, wenn man an eine Steckdose fasst oder sich elektrostatisch aufgeladen hat und den Strom dann schmerzhaft bei Erdung mit einem elektrischen Leiter abgibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was jedoch im menschlichen Organismus vorhanden ist, ist das Verschieben von Ionen. Dieses geschieht ständig bei der Nervenimpulsübertragung. Die menschliche Nervenzelle leitet die zu übermittelnde Information mittels eines Natrium-Ionen-Bolus weiter. Man kann sich deshalb die Zelle als eine Art Schlauch vorstellen, in dem die Information durch Wasserdruckwellen fortgeleitet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schematischer Aufbau von Nervenzellen==&lt;br /&gt;
Allein im Gehirn findet man etwa 25 Milliarden Nervenzellen. Die haben einen Durchmeser bis 100 µm und eine Oberfläche bis zu 27.000 µm&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;. Eine einzelne Nervenfaser hat 6.000 bis 200.000 Kontaktstellen und kann eine Länge bis zu einem Meter erreichen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um innerhalb eines Schlauchsystems einen Wasserbolus fortzuleiten, bedarf es mechanischen Drucks. Dieser kann in der Nervenzelle aber nicht erzeugt werden, denn die Zelle kann sich nicht zusammenziehen oder dehnen. Es muss aber auf irgendeine Weise ein künstliches Gefälle erzeugt werden, sonst kommt die Informationsübermittlung überhaupt nicht in Gang. Die Natur arbeitet mangels Druckpumpe mit einem komplizierten Trick.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden Konzentrationsunterschiede zwischen der Innen- und Außenseite des Nervens erzeugt. Die in der Zellwand der Nervenfaser sitzende Natrium-Kalium-Pumpe transportiert mit hohem Energieaufwand (20% des Energieumsatzes des Menschen werden dafür ständig benötigt!) elektroneutral Natriumionen gegen ein Konzentrationsgefälle nach außen und Kaliumionen gegen ein Konzentrationsgefälle nach innen. Elektronen fließen bei dieser Aktion nicht, denn diese sind vollständig in den Geweben gebunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Pumpvorgang resultiert eine intrazelluläre Kaliumionenkonzentration, die 30 mal höher ist als die extrazelluläre Konzentration, eine intrazelluläre Natriumkonzentration, die nur 1/10tel der extrazellulären Konzentration beträgt und eine intrazelluläre Chlorionenkonzentration, die nur 1/30tel der extrazellulären Konzentration beträgt (siehe Tabelle).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|border=1 align=center&lt;br /&gt;
|align=center|Ionenart||align=center|Konzentration in der Zelle||align=center|Konzentration außerhalb der Zelle&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|align=center|Kalium-Ionen||align=center|120-150 mmol/l||align=center|4-5 mmol/l&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|align=center|Natrium-Ionen||align=center|5-15 mmol/l||align=center|140-150 mmol/l&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|align=center|Chlorid-Ionen||align=center|4-5 mmol/l||align=center|120-150 mmol/l&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese Weise entsteht nicht nur ein erhebliches Konzentrationsgefälle, sondern auch eine elektrische Spannung. Gemeinsam mit nicht bewegungsfähigen, ebenfalls negativ geladenen Proteinen, die sich im Zellinneren befinden, ergibt sich aufgrund der Ladungsverschiebung der gepumpten Ionen zwischen Zelläußerem und Zellinneren ein sog. Ruhepotential. Sticht man eine Messelektrode in das Innere der Zelle und legt man eine zweite Elektrode an die Außenseite der Zellwand an, ergibt sich bei 37 Grad Celsius ein elektrisches Potential von -70 mV bis -90 mV. Der negative Pol dieser Potentialdifferenz liegt im Nerveninneren, der positive Pol liegt außen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entlang dieser Spannungsdifferenz bildet sich ein Magnetfeld aus, das aber im Vergleich zum Erdmagnetfeld (30-60&amp;amp;nbsp;µT, je nach geografischer Breite) verschwindend gering ist. Es ist so schwach, dass es nur mit großem technischen Aufwand in speziell isolierten Räumen gemessen werden kann. Jede elektrisch betriebene Armbanduhr hat ein vielfach stärkeres Magnetfeld als diese winzigen &amp;quot;menschlichen Magnetfelder&amp;quot;. Die Reichweite des schwachen Magnetfeldes ist zudem (s.o.) sehr gering. Deshalb hat es weder die Reichweite noch die Kraft, auf menschliches Gewebe auch nur den minimalsten Einfluss auszuüben. Insofern verfügt der Mensch über ein &amp;quot;Biofeld&amp;quot; im Sinne dieser winzigen Magnetfelderchen, deren Feldlinien senkrecht zur Zellwand gerichtet verlaufen, aber von Bedeutung sind sie nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Was hat es nun mit der medizinischen Anwendung von Magnetfeldern auf sich?==&lt;br /&gt;
Magnetfelder werden in der Medizin heute überwiegend zu diagnostischen Zwecken eingesetzt. So funktioniert ein Kernspintomograph dadurch, dass er mittels eines extrem starken Magnetfeldes (4-5 Tesla) elektrische Phänomene im menschlichen Organismus auslöst, die man dann zur Erzeugung von Bildern verwenden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist aber auch möglich, mittels stromdurchflossener Spulen ein Magnetfeld zu erzeugen, dass eine gewisse Reichweite hat und die Nervenzellmembranen im Organismus depolarisiert. Als Effekt kommt es dann zur Auslösung eines Nervenimpulses. Man nennt diese Technik magnetische Stimulation. Die Zellmembran von Nervenzellen erzeugt durch die ständige Aktivität der Natrium-Kalium-Pumpe eine durch Ionenverschiebungen erzeugte Potentialdifferenz zwischen der intra- und extrazellulären Wand der Zelle. Der negative Pol der Membranpotentialdifferenz liegt im Zellinneren und das transmembrane Potential beläuft sich auf einen Wert von ca. -70 mV. Ein extern erzeugtes elektrisches Feld, dass an die Zellmembran gebracht werden kann, ist in der Lage, auf der Außenseite der Zellmembran einen Elektronenfluss zu erzeugen und somit durch Stimulation der spannungsabhängig arbeitenden Natrium- und Kaliumkanäle (bzw. weiterer Ionenkanäle wie den Kalziumkanälen) ein Aktionspotential und damit einen Nervenimpuls auszulösen. Dies führt zu einer Erregung des Nerven bzw. zu einer Fortleitung des Aktionspotentials entlang der Zellmembran bis zur Synapse bzw. dem Zielorgan (z.B. einen Muskel).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erstmalige Anwendung einer magnetischen Stimulationsmethode zur Untersuchung des Gehirns wurde von Arsenne d‘Arsonval im Jahre 1896 durchgeführt. Er plazierte den Kopf diverser Probanden innerhalb einer elektrischen Spule und berichtet über Lichtblitze, Schwindel und Ohnmachtsanfälle bei den Betroffenen. Eine gezielte Stimulation von Nervenzellen unter Einsatz von Magnetfeldern wurde bereits etwa ein Jahrzehnt nach Ende des II. Weltkrieges am Froschmodell durchgeführt und einige Jahre später beim Menschen vorgenommen. Man verwendete ein oszillierendes Magnetfeld mit einer Impulsdauer von 40 ms. Die resultierende lang andauernde Nervenaktivierung machte es aber unmöglich, Nerven- oder Muskelaktionen zu messen, was dazu führte, dass die Methode zeitweise nicht weiterverfolgt wurde. Die Technik wurde in den letzten Jahrzehnten weiter verbessert und mittlerweile verfügt man über Geräte, die mittels einer achterförmige Spule (sog. Schmetterlings- oder auch Doppelspule), bei der die Windungen so angeordnet sind, dass der elektrische Strom an der Schnittstelle beider Kreise in die gleiche Richtung fließt, ein großes Magnetfeld in Spulenmitte und damit eine größtmögliche Fokussierung des Magnetfeldes zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der elektrische Strom, der zur Auslösung des Aktionspotentials bzw. zur Depolarisierung der Zellmembran notwendig ist, kann durch ein ständig seine Richtung änderndes Magnetfeld induziert werden. Im Rahmen der sog. transkraniellen elektromagnetischen Stimulation (transcranial magnetic stimulation = TMS) werden zum Zwecke der Impulsauslösung an der Nervenzelle deshalb starke elektrische Ströme durch eine am Schädel des Untersuchten aufliegende Spule geführt, wodurch es in der Nähe der Spule zur Ausbildung eines magnetischen Feldes nach dem Faraday&amp;#039;schen Gesetz kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da nach dem Faraday&amp;#039;schen Prinzip sich um jeden stromdurchflossenen Leiter ein Magnetfeld bildet, erzeugt der Stromfluss ein magnetisches Feld um die stromdurchflossene Spule des TMS-Gerätes. Dieses Magnetfeld ist desto stärker, je höher der Strom ist, der durch die Spule fließt. Das Magnetfeld breitet sich durch den Raum aus und durchdringt auch die Schädelkalotte, auf der die Spule des TMS-Gerätes für gewöhnlich aufliegt, ohne durch das Gewebe wesentlich abgeschwächt zu werden. Eine Abschwächung erfolgt nur durch die zunehmende Distanz von der Spule. Im ZNS-Gewebe unterhalb der Schädelkalotte erzeugt das Magnetfeld (B), solange Strom durch die Spule (Coil) fließt, ein elektrisches Feld, dessen Polarisierung entgegengesetzt zu jener des Stroms in der Spule ist. Entlang des so erzeugten elektrischen Feldes (E) innerhalb des ZNS-Gewebes kommt es zu einem Elektronenfluss.&lt;br /&gt;
Schematischer Aufbau einer Spule zur magnetischen Stimulation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Magnetstimulation beruht somit auf dem physikalischen Prinzip der elektromagnetischen Induktion. In einem elektrischen Leiterkreis treten Induktionsströme auf, wenn entweder die Stellung des Leiters in einem stationären Magnetfeld verändert wird oder wenn das Magnetfeld, das sich um den elektrischen Leiter befindet, sich verändert. Dabei ist die Induktionsstrom stets so gerichtet, dass er dem Vorgang, der ihn erzeugt, entgegenwirkt und ihm somit Energie entzieht. Da die Reizwirkung an Nervenstrukturen nicht durch das Magnetfeld, sondern vielmehr durch den via Magnetfeld im Gewebe induzierten elektrischen Strom verursacht wird, benötigt man für die Magnetstimulation einen möglichst kurzen Magnetfeldpuls.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Stromfluss durch die Spule erfolgt in einem Kreislaufsystem, der einen aufladbaren Kondensator und einen Thyristor (Halbleiterschalter, der hohe Spitzenströme in kurzer Zeit schalten kann und zur Entladung des Kondensatorstroms in die Spule dient) enthält. Der Kondensator, der zunächst mit 2.000 - 3.000&amp;amp;nbsp;Volt aufgeladen wird, wird durch das Öffnen bzw. Schließen des Thyristors entladen. Der Strom fließt durch einen elektrischen Widerstand zur Spule und dann wieder zurück über eine Diode, die dazu beiträgt, die Aufheizung der Spule und den Stromverbrauch zu reduzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reichweite des Magnetfeldes und damit die Stärke des durch es induzierbaren elektrischen Stromflusses ist begrenzt. Beträgt bei voller Reizstärke die Felddichte bei 3 cm noch ca. 1,2&amp;amp;nbsp;Tesla, fällt es bereits bei 5&amp;amp;nbsp;cm Entfernung auf 0,6&amp;amp;nbsp;Tesla ab und unterschreitet bei einer Distanz von 10&amp;amp;nbsp;cm die Grenze von 0m2&amp;amp;nbsp;Tesla. Bei 15 cm&amp;amp;nbsp;Entfernung liegt die Magnetfelddichte nur noch bei etwa 10% des Ausgangswertes. Bereits eine kleine Änderung des Spulenabstandes von 1 cm erzeugt eine Verminderung der Magnetfelddichte von 0.1&amp;amp;nbsp;Tesla am Wirkungsort. Somit haben anatomische Gegebenheiten wie die Schädeldicke bereits einen großen Einfluss auf die erforderliche Reizstärke. Das führt dazu, dass entsprechende Stimulationsgeräte mit hohen Spannungen (bis 3.000&amp;amp;nbsp;Volt), hohem Stromfluss (bis 8.000&amp;amp;nbsp;Ampere) und extrem kurzen Zeitspannen (100&amp;amp;nbsp;µs) in den Spulen arbeiten müssen, damit überhaupt genügend Strom im Gewebe induziert werden kann. Die Geräte sind für den Laien leicht erkennbar, denn sie machen Lärm während ihrer Schaltzeit. Der Knall jedes Impulses kann so laut sein, dass Ohrenstöpsel getragen werden müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Patienten kann man in Sachen &amp;quot;Magnetfeldtherapie&amp;quot; bisher eine grobe Leitlinie geben. Es gibt zwar die technische Möglichkeit, mit sehr dichten Magnetfeldern neurologische Effekte durch das Auslösen von Nervenimpulsen (sog. magnetisch evozierten Potentialen) zu bewirken, aber diese Geräte stehen nur in wenigen Universitäten auf der Welt und es gibt nur eine Handvoll Gerätehersteller, die man bei http://www.biomag.helsinki.fi/tms/provide.html nachlesen kann. Alle diese Geräte fallen in die seriöse Rubrik der sog. nicht-invasiven, schmerzfreien, kortikalen Stimulation mit Magnetfeldern. Die Geräte sind ausgesprochen teuer und sie stehen mit Sicherheit in keiner Praxis eines Heilpraktikers oder Arztes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Pulsierende Magnetfeldtherapie zu Heilzwecken ist bis heute unbewiesen==&lt;br /&gt;
[[image:magnet.jpg|Typischer Artikel in Bildzeitung zur Magnetfeldtherapie|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Heutzutage werden in vielen Praxen Magnetfeldgeräte angepriesen, die gegen diverse Leiden helfen sollen. Die Indikation reicht von Entzündungen, Osteoporose, Arthritis bzw. rheumatischen Leiden bis hin zu Asthma und menopausalen Beschwerden. Da diese Magnetfeldgeräte (z.B. PAPIMI jedoch mit sehr geringen Stromstärken arbeiten, ist das von ihnen mit einer bestimmten Frequenz erzeugte (sog. pulsierende) magnetische Feld ebenfalls sehr klein und schwach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man sieht immer wieder Geräte in den Praxen, in denen man beispielsweise eine Extremität in eine große Spule legen soll. Wenn man sich vor Augen führt, dass das Magnetfeld mit zunehmender Entfernung zur Spulenoberfläche drastisch abfällt und das das Körpergewebe einen zusätzlichen, dämpfenden Effekt auf die durch die Magnetfeldimpulse induzierten elektrischen Ströme ausübt, wird klar, dass solche Gerätschaften im Idealfall teure Placebogeräte sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Glaubwürdige Wirksamkeitsnachweise für die angepriesenen Magnetfeldtherapiegeräte gibt es bis heute nicht. Zwar finden sich immer wieder einschlägige Publikationen in der Fachliteratur, aber bei genauer Analyse des Studiendesigns kommt der Fachmann häufig zu der Erkenntnis, dass der Versuchsaufbau so getürkt war, dass das gewünschte Therapiewunder auch eintreten konnte. Der Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Deutschland hat 1992 die Magnetfeldtherapiegeräte folgerichtig als nicht erstattungsfähig eingestuft. Man muss diese technische Quacksalberei also aus der Privatschatulle bezahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Deutscher Gesetzgeber hilft der Quacksalberszene==&lt;br /&gt;
Der Boom der Geräte u.a. in Deutschland ist auf eine geschickt ausgenutzte Rechtslage zurückzuführen, denn die Geräteanbieter stehen unter dem Schutz des Gesetzgebers. Der Hersteller muss nur einfach ein technisch sicheres Gerät auf den Markt bringen, es als Klasse IIa-Gerät einstufen und von privatwirtschaftlich arbeitenden Begutachtungsfirmen bewerten lassen. Man klebt ein CE-Prüfsiegel, das lediglich technische Sicherheit garantiert, auf das Gerät und schon kann man das Gerät verkaufen. Für ein Medizinprodukt der Klasse IIa braucht man nämlich keinen Wirksamkeitsnachweis, obwohl im Medizinproduktegesetz vorgeschrieben ist, dass nur Geräte auf den Markt gelangen dürfen, die ihre Wirksamkeit bewiesen haben. Der deutsche Gesetzgeber hat aber zur Freude der in Deutschland operierenden, technisch orientierten Quacksalberszene auf dem Verordnungswege Ausnahmetatbestände geschaffen, die unter dem Deckmäntelchen des nur scheinbare Sicherheit vorspiegelnden Medizinprodukterechts Wundergeräte in den Verkehr bringen. Die Zeche für die fortgesetzte Unfähigkeit und Unwilligkeit des deutschen Gesetzgebers, nur seriöse Geräte auf den Markt gelangen zu lassen, zahlt der Verbraucher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Urteil gegen &amp;quot;Magnetic Cell Regeneration&amp;quot; (MCR) wegen Irreführung==&lt;br /&gt;
Das Landgericht Freiburg (Az. 12 0 103/01) verurteilte am 12.11.2001 eine Vertriebsfirma, die ihre Apparatur, die niederfrequente Magnetfelder nutzte, wegen unlauterer Werbung. Man hatte das Gerät auf der Messeveranstaltung Sani-Medical im Juni 2001 in Freiburg mit der Aussage wie &amp;quot;auf uraltem Wissen basierende&amp;quot; und ganzheitliche alternative, aber auch kombinierbare Therapieform beworben. Das MCR-Gerät wurde auch wie folgt beworben: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;MCR regelmäßig angewandt baut Alltagsstress ab und neutralisiert schädliche Umwelteinflüsse. Die aktive Regeneration der Körperzellen ist ein wichtiger Faktor bei der Vorbeugung gegen Immunschwäche-Symptome. MCR hilft die körpereigenen Energien zu aktivieren und stellt eine zeitgemäße Vorsorge für die ganze Familie dar!&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Als Anwendungsgebiete wurden degenerative Erkrankungen, Rheuma/Arthrose, Wund- und Knochenheilung, Asthma/Bronchitis, Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Psoriasis, Schmerzen, Herz- und Kreislauferkrankungen, Blutdruckbeschwerden, Regelbeschwerden, Allergien, Schlafstörungen, Durchblutungsstörungen u.a. proklamiert. Das entsprechende Gerät kostete 2.500 Euro und wurde im Freiburger Umfeld angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gericht untersagte der Firma die unlautere, irreführende Werbung. Allerdings bedeutet das nicht, dass nun das Gerät vom Markt verschwunden wäre. Es kann weiterhin verkauft werden, nur muss die Werbung vorsichtiger formuliert werden. Dieses Urteil zeigt die Konzeptionslosigkeit des deutschen und europäischen Rechtssystems im Bereich unwirksamer Medizingeräte. Unwirksames darf verkauft, aber nicht marktschreierisch beworben werden. Dass solche überteuerten Placebogeräte im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes gar nicht auf den Markt gelangen dürften, steht nicht mehr zu Debatte, solange der Staat seine Gebühren und Steuern kassiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Umsatzzahlen==&lt;br /&gt;
In den USA wurde für das Jahr 2006 der Umsatz mit Magneten zu Heilzwecken auf 300 Millionen US Dollar geschätzt, und der weltweite Umsatz auf eine Milliarde US Dollar. &amp;lt;ref&amp;gt;Leonard Finegold, Bruce L Flamm: Magnet therapy. BMJ  2006;332:4 (7.1.2006), doi:10.1136/bmj.332.7532.4&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage zur Wirksamkeit von Permanentmagneten==&lt;br /&gt;
Für die Anwendung von Permanentmagneten in Form von Armbändern und am Körper zu tragenden Permanentmagneten gibt es keinen Nachweis einer Wirksamkeit, die über den Placeboeffekt hinausginge. &amp;lt;ref&amp;gt;Pittler MH, Brown EM, Ernst E. Static magnets for reducing pain: systematic review and meta-analysis of randomised trials. CMAJ 2007, 177: 7; 736-742&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Leonard Finegold, Bruce L Flamm: Magnet therapy. BMJ  2006;332:4 (7.1.2006), doi:10.1136/bmj.332.7532.4&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; National Center for Complementary and Alternative Medicine. National Institutes of Health Research Report. Questions and answers about using magnets to treat pain. http://nccam.nih.gov/health/magnet/magnet.htm &amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Eine Untersuchung über die Anwendung von Magneten zur Linderung postoperativer Schmerzen zeigte keine Wirksamkeit von Magneten. &amp;lt;ref&amp;gt;Cepeda MS, Carr DB, Sarquis T, et al. Static magnetic therapy does not decrease pain or opioid requirements: a randomized double blind trial. Anesth Analg 2007;104:290–4&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Pittler MH. Wirksamkeit statischer Magneten. MMW Fortsch Med 2009, 151(3-4) 33,35&lt;br /&gt;
*Bruce L. Flamm. Magnet Therapy: Healing or Hogwash? Anesth Analg 2007;104:249-250. doi: 10.1213/01.ane.0000250925.20995.a1 [http://www.anesthesia-analgesia.org/cgi/content/full/104/2/249 Volltext (englisch)]&lt;br /&gt;
*Pittler MH, Brown EM, Ernst E. Static magnets for reducing pain: systematic review and meta-analysis of randomised trials. CMAJ 2007, 177: 7; 736-742 [http://www.pubmedcentral.nih.gov/articlerender.fcgi?tool=pubmed&amp;amp;pubmedid=17893349 Volltext (englisch)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*Barrett S. Magnet therapy: a skeptical view. [http://www.quackwatch.org/04ConsumerEducation/QA/magnet.html. Volltext (englisch)]&lt;br /&gt;
*http://nccam.nih.gov/health/magnet/magnet.pdf (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Paralex}}&lt;br /&gt;
[[category:Elektromedizin und Magnetfeldtherapien]]&lt;br /&gt;
[[category:Überarbeiten]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Bruce_Lipton&amp;diff=29711</id>
		<title>Bruce Lipton</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Bruce_Lipton&amp;diff=29711"/>
		<updated>2009-09-24T09:25:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Kurzbiographie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:lipton.jpg|Bruce Lipton|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bruce Lipton&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geb. 21.&amp;amp;nbsp;August 1944, Mt.&amp;amp;nbsp;Kisco, New York)&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.brucelipton.com/about&amp;lt;/ref&amp;gt; ist ein US-amerikanischer Biologe, [[Esoterik]]er und Buchautor und bezeichnet sich als &amp;#039;&amp;#039;spiritual scientist&amp;#039;&amp;#039;. Lipton verbreitet über Bücher, Vorträge und das Internet Ansichten zu einer esoterisch inspirierten &amp;#039;&amp;#039;new biology&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;new science&amp;#039;&amp;#039;, dem Konzept eines &amp;#039;&amp;#039;zellulären Bewusstseins&amp;#039;&amp;#039; (Cellular Consciousness) und einer &amp;#039;&amp;#039;epigenetic medicine&amp;#039;&amp;#039;. Diese spielen in der heutigen Biologie und Medizin keine bekannte Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kurzbiographie==&lt;br /&gt;
Seine Eltern waren jüdisch-russische Emigranten. Lipton arbeitete als Biologe an der University of Wisconsin (in Madison von 1973-1982), und befasste sich dort mit Muskeldystrophien. Später wechselte er an die Stanford University School of Medicine. Von ihm sind in Datenbanken mindestens zwei Fachartikel über zellbiologische Themen und Dermatologie bekannt, die jedoch nichts mit seiner &amp;#039;&amp;#039;new biology&amp;#039;&amp;#039; zu tun haben. 1992 verließ Lipton den Bereich der akademischen Forschung. Er widmet sich seitdem privaten Forschungen, schreibt Bücher und hält Vorträge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==New biology==&lt;br /&gt;
Lipton glaubt, dass es eine &amp;quot;Zellkommunikation&amp;quot; gibt, die über die bekannten Wege der Kommunikation zwischen Zellen hinausgehen und dazu führen, dass die zelluläre DNA durch äußere Einflüsse beeinflussbar wäre.&lt;br /&gt;
In seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;The Biology of Belief&amp;#039;&amp;#039; geht er von der Existenz &amp;quot;energetischer Nachrichten&amp;quot; aus, die von &amp;quot;positiven oder negativen&amp;quot; Gedanken ausgingen und die die DNA beeinflussten. Durch ein &amp;quot;Retraining&amp;quot; von &amp;quot;healthy beliefs&amp;quot; wäre der Mensch imstande, Trillionen &amp;quot;zellulärer Körper&amp;quot; zu beeinflussen. Lipton bestreitet die bereits seit Jahrzehnten gut dokumentierten Prinzipien der zellulären Steuerung der Genexpression und behauptet stattdessen, Gene würden durch Umweltfaktoren gesteuert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lipton und die Epigenetik==&lt;br /&gt;
In den 1940er Jahren wurde der Begriff der Epigenetik eingeführt, der allgemein Einflüsse auf die zelluläre DNA beschreibt. Dem Biologen Conrad Hal Waddington wird der Begriff der Epigenetik zugeschrieben. Im Jahr 1942 definierte er Epigenetik als &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;the branch of biology which studies the causal interactions between genes and their products which bring the phenotype into being&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. In den folgenden Jahrzehnten wurden mehrere unterschiedliche molekulare Mechanismen beschrieben, die erklären, auf welche Weise die DNA chemisch Änderungen erfährt, die auch vererbbar sind.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
*DNA-Methylierung&lt;br /&gt;
*copy number variants&lt;br /&gt;
*Interferenz-RNA&lt;br /&gt;
*Histonmodifikationen&lt;br /&gt;
*sowie weitere Mechanismen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Epigentik und die verschiedenen entsprechenden biochemischen Reaktionen sind der Genetik als nicht-genetische Vererbung nachgeschaltet. Alle epigenetischen Mechanismen beeinflussen die Sequenz des Genoms nachweislich nicht. Die Europäische Kommission gründete das &amp;#039;&amp;#039;Epigenome project&amp;#039;&amp;#039;, um die Forschung auf diesem Gebiet zu fördern. Mehrere Nobelpreise gab es bereits zu epigenetischen Themen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lipton betont immer wieder, dass eine von ihm als &amp;quot;established view&amp;quot; angesehene Sichtweise in der Biologie an der Idee festhielte, dass die Entstehung von Krankheiten durch die Gene bestimmt werde und &amp;quot;our health and fate were preprogrammed&amp;quot;. Diese zum Teil zutreffende Sichtweise ist jedoch in ihrer Ausschließlichkeit längst überholt. Manche Krankheiten sind genetisch bedingt, andere werden durch Umweltfaktoren hervorgerufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;Biological consciousness and new medecine&amp;#039;&amp;#039; beschreibt Lipton die Änderungen seiner angenommenen und von außen auf die Zelle einwirkenden Effekte fälschlich als &amp;quot;Mutationen&amp;quot;, also als bleibende Veränderungen des Genoms. Diese wären aber eindeutig nachweisbar. Lipton aber meint damit die Epigenetik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mindestens bei zwei seltenen Erkrankungen des Menschen sind bei bestimmten Personen die Symptome nur epigenetisch erklärbar (etwa 5% der am Angelman-Syndrom Erkrankten). Bei der Transformation vom Adenom zum Karzinom spielen epigenetische Mechanismen eine Rolle, eine Anfrage an wissenschaftliche Datenbanken zum Thema Epigenetik und Krebs liefert eine lange Liste. Verkomplizierend ist es aber auch so, dass epigenetische Mechanismen bestimmte Gene anfälliger für Mutationen machen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bruce Lipton schreibt selbst: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Seitdem hat die Forschung meine Skepsis an dem zentralen Dogma und dem Primat der Gene immer weiter bestätigt. Die Epigenetik, die Wissenschaft von den molekularen Mechanismen, mit denen die Umgebung die Genaktivität steuert, ist heutzutage einer der aktivsten Bereiche der Forschung.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; (aus der Werbung für eine deutschsprachige Übersetzung eines seiner Bücher).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lipton bezieht sich häufig auf eine bestimmte Gruppen von Genen, den &amp;quot;Immediate Early Genes&amp;quot; (IEGs). Diese sollen nach Lipton durch Gedanken oder Affekte innerhalb von Sekunden ein- und ausschaltbar sein. Diese IEGs wären sodann in Folge regulatorisch auf andere Gene wirksam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber eine Frage scheint sich Lipton nicht gestellt zu haben, nämlich die nach der genetischen Basis der Epigenetik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Epigenetische Medizin==&lt;br /&gt;
Als &amp;quot;Epigenetic Medicine&amp;quot; beschreibt Lipton eine alternative Heiltechnik epigentischer Mechanismen, die die Basis für eine &amp;quot;Energy Psychology&amp;quot; und &amp;quot;Energy Medicine&amp;quot; liefere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Lipton und Metamedizin==&lt;br /&gt;
Bruce Lipton ist im &amp;#039;&amp;#039;Advisory Board&amp;#039;&amp;#039; der &amp;#039;&amp;#039;International META-Medicine Association&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;(IMMA), der Dachorganisation für [[Metamedizin]]. Nach eigenen Angaben orientiert sich die Metamedizin an der [[Germanische Neue Medizin|Germanischen Neuen Medizin]] des deutschen Wunderheilers [[Ryke Geerd Hamer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke von Bruce Lipton==&lt;br /&gt;
*Muscle Regeneration (1979) Editor: A. Mauro; Associate Editors: R. Bischoff, B. M. Carlson, I. R. Konigsberg, B. H. Lipton and S. Shafiq. Raven Press, N.Y.&lt;br /&gt;
*Basic Histology 2nd. Edition (1978), 3rd. Edition (1980), and 4th. Edition (1983), by L. C. Junquiera and J. Carneiro. Lange Medical Publications, Los Altos, California. I served as principal editor and contributor of the 2nd. thru 4th. editions of this text.&lt;br /&gt;
*The Biology of Belief: Unleashing the Power of Consciousness, Matter and Miracles (2005) Bruce H. Lipton, Mountain of Love Productions, Inc and Elite Books, San Rafael, CA&lt;br /&gt;
*Healing Our Planet, Healing Our Selves: The Power of Change Within to Change the World (2005) Editors: D. Church and G. Gendreau, Chapter 17-The Ching and I: Bio-Political Musings of a Transformed Scientist, Elite Books, Santa Rosa, CA&lt;br /&gt;
*Healing the Heart of the World: Harnessing the Power of Intention to Change Your Life and Your Planet (2005) Editor: D. Church, Chapter 32-The Biology of Inspiration, Elite Books, Santa Rosa, CA&lt;br /&gt;
*Lipton BH: Insight into Cellular Consciousness, Bridges (ISSSEEM journal), 2001 Vol. 12(1):5].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.brucelipton.com/&lt;br /&gt;
*[http://www.brucelipton.com/file_download/40/Biol_of_Belief_German.pdf Lipton BH: Die Biologie des Glaubens]&lt;br /&gt;
*http://www.technicaluk.com/lipton.asp&lt;br /&gt;
*http://www.zeitenschrift.com/magazin/53-glaube.ihtml&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Lipton, Bruce}}&lt;br /&gt;
[[category:Autor]]&lt;br /&gt;
[[category:Esoteriker]]&lt;br /&gt;
[[category:Pseudomediziner]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Energiesparlampe&amp;diff=29710</id>
		<title>Energiesparlampe</title>
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		<updated>2009-09-24T09:22:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Energiesparlampe als Verschwörung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Zu &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Energiesparlampen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; kursieren vermehrt [[Verschwörungstheorie]]n, die teilweise völlig absurde Vorstellungen beinhalten und von einer rationalen Bewertung der Vor- und Nachteile von Energiesparlampen weit entfernt sind. Manche Behauptungen um Energiesparlampen haben einen reinen Internethoaxcharakter, wurden aber auch ohne weitere Prüfung von Massenmedien unkritisch übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.scienceticker.info/2009/08/26/vom-licht-das-uns-alle-umbringt/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horrormeldungen um mögliche Schäden sind vermehrt im Umfeld von Diskussionen um eine [[Klimalüge]] zu finden. Hintergrund könnte sein, dass aus Energiespargründen EU-weit ein schrittweises Verbot der herkömmlichen Glühlampe (Glühbirne) beschlossen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/08/1909&amp;amp;format=HTML&amp;amp;aged=0&amp;amp;language=DE&amp;amp;guiLanguage=en&amp;lt;/ref&amp;gt; In Australien ist die Glühlampe bereits verboten und in Neuseeland dürfen ab Herbst 2009 keine klassischen Glühlampen mehr verkauft werden. Dadurch will Neuseeland den Energieverbrauch für die Beleuchtung durch den Einsatz von Energiesparlampen bis 2015 um 20% senken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Energiesparlampe==&lt;br /&gt;
Heutige Energiesparlampen (Energiesparbirnen) sind im Prinzip besonders kleine Leuchtstofflampen mit integriertem Starter. Die Röhre, in der die Gasentladung stattfindet, ist bei diesen Lampen gegenüber anderen Leuchtstofflampen kleiner und gebogen oder gewendelt. Gegenüber herkömmlichen Leuchtstofflampen arbeiten die Energiesparbirnen mit einem höheren Innendruck. Durch Verwendung einer recht hohen Frequenz von circa 45&amp;amp;nbsp;Kilohertz für die integrierte Hochspannungserzeugung sind diese Lampen effizienter als die normalen (großen) Leuchtstofflampen. Darüber hinaus kann das menschliche Auge die Leuchtschwankungen im 45&amp;amp;nbsp;kHz-Takt nicht wahrnehmen, so dass kein lästiges 100&amp;amp;nbsp;Hertz-Flimmern entstehen kann. Der energetische Wirkungsgrad liegt bei circa 10%. Damit ist der Energieverbrauch bis zu 80% geringer als bei Glühlampen. Des Weiteren haben Energiesparlampen eine etwa 5&amp;amp;nbsp;bis 15-mal längere Lebensdauer als normale Glühlampen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die herkömmliche Glühlampe wurde seit dem 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert nur noch gering verändert und wandelt lediglich 2% der zugeführten elektrischen Energie in Lichtstrahlung um, etwa 1/5 des Wertes von Energiesparlampen. Die restlichen 98% der Leistung treten als Wärme in Erscheinung. Daher werden Glühlampen auch zur Erwärmung benutzt, zum Beispiel therapeutisch als &amp;#039;&amp;#039;Rotlichtlampe&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Ferkellampen&amp;#039;&amp;#039; in der Landwirtschaft. Glühlampen verbreiten einen konstanten Lichtstrom und zwar auch dann, wenn sie, wie ja meist der Fall, mit Wechselstrom betrieben werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vor- und Nachteile der Energiesparlampen==&lt;br /&gt;
*Kosten: Energiesparlampen sind in der Anschaffung deutlich teurer, halten jedoch entschieden länger (zwischen 3.000 und 15.000&amp;amp;nbsp;Betriebsstunden), gegenüber etwa 1.000&amp;amp;nbsp;Stunden einer Glühlampe. Unter Berücksichtigung aller Umstände ist die Energiesparlampe günstiger als eine Glühlampe.&lt;br /&gt;
*Energieverbrauch: Im Betrieb ist der Energieverbrauch gegenüber der Glühlampe wesentlich niedriger. Dies trägt erheblich zur Energieeinsparung bei. Auch die Energiebilanz unter Berücksichtigung des Energieverbrauchs für die Produktion der Lampe fällt für die Energiesparlampe positiv aus. Die Produktion einer Energiesparlampe benötigt zwar etwa das Zehnfache der Energie für die Herstellung einer Glühlampe, durch die lange Lebensdauer wird dies jedoch deutlich überkompensiert. Der Einsatz von Entladungslampen anstelle von Glühlampen spart zur Zeit etwa 150&amp;amp;nbsp;Mrd. kWh pro Jahr ein. Einzelne Energiesparlampentypen können - nach einer Untersuchung von Öko-Test - energetisch auch deutlich ungünstiger sein als der Durchschnitt. Lampen werden in verschiedene Energieeffizienz-Klassen unterteilt: von &amp;quot;A&amp;quot;&amp;amp;nbsp;(sehr effizient) bis &amp;quot;G&amp;quot;&amp;amp;nbsp;(ineffizient). Energiesparlampen gehören zur Energieeffizienzklasse&amp;amp;nbsp;A oder&amp;amp;nbsp;B. Glühlampen rangieren in der Regel in der Klasse&amp;amp;nbsp;D.&lt;br /&gt;
*Dimmbarkeit: Energiesparlampen können üblicherweise schlecht gedimmt werden. Das Dimmen von Glühlampen erhöht hingegen deren Lebensdauer und senkt den Stromverbrauch. Es existieren jedoch mittlerweile auch spezielle dimmbare Energiesparlampen, für die dasselbe gilt.&lt;br /&gt;
*Wärmeentwicklung: Da Energiesparlampen weniger warm werden, ist die Gefahr geringer, dass im Betrieb Brände verursacht werden oder benachbarte Gegenstände sich verfärben.&lt;br /&gt;
*Einschaltverzögerung: Energiesparlampen haben eine unangenehme Aufheizzeit bis zum Leuchten. Auch wird die volle Lichtstrahlung erst nach einer bestimmten Zeit erreicht, so dass Anwender auf die Idee kommen können diese Lampen durchgehend brennen zu lassen.&lt;br /&gt;
*Lichtspektrum/Lichttemperatur: Energiesparlampen sind in verschiedenen Farbtemperaturen erhältlich. Das übliche behagliche, gelbliche Licht einer Glühlampe kann durch Energiesparlampen nachgeahmt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Energiesparlampe als Verschwörung==&lt;br /&gt;
Während häufig von einer Verschwörung der Hersteller von Glühlampen gesprochen wird, die Produkte herstellten, die gezielt nur eine geringe Lebensdauer hätten, ist seit der Diskussion um eine &amp;#039;&amp;#039;Glühbirnensteuer&amp;#039;&amp;#039; oder eines Verbotes von Glühlampen vermehrt von teils abenteuerlichen Warnungen vor den Folgen der zukünftig verordneten ausdauernden Energiesparlampen zu hören. Nur ein Teil der angeführten Kritik an Energiesparlampen ist allerdings nachvollziehbar. An der Verbreitung von Hypothesen um mögliche Gesundheitsschäden durch Energiesparlampen beteiligte sich auch die Esoterikzeitschrift [[Raum &amp;amp; Zeit]].&amp;lt;ref&amp;gt;Raum &amp;amp; Zeit Heft&amp;amp;nbsp;147/2007 [http://www.raum-und-zeit.com/index.php?494285774f97a|1]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Das unbiologische Licht. Energiesparlampen sollen Licht &amp;#039;&amp;#039;mit der Frequenz von Quecksilber&amp;#039;&amp;#039; austrahlen und damit selektiv Menschen schädigen, die quecksilberhaltiges Zahnamalgam im Mund hätten.&lt;br /&gt;
*Hormonell bedingte Störungen. Es wird behauptet, das Licht von Energiesparlampen störe auch das Hormonsystem des Menschen und führe zu einem von Regierungen angeblich &amp;#039;&amp;#039;gewünschten Roboterverhalten&amp;#039;&amp;#039;, da durch Anwendung von Energiesparlampen &amp;quot;Gefühle&amp;quot; unterdrückt würden. Belege für diese Hypothese werden nicht genannt.&lt;br /&gt;
*Kaltes Licht / Krebs. Messtechnisch lassen sich die verschiedenen Energiesparlampen je nach Farbtemperatur in bestimmte Klassen mit unterschiedlicher Auswirkung auf die Behaglichkeit unterscheiden. Aber selbst bei Energiesparlampen mit der Lichtfarbe konventioneller Glühlampen wird das Licht manchmal von Konsumenten als kälter und unangenehmer empfunden. Kritiker der Energiesparlampen argumentieren damit, dass diese angeblich &amp;#039;&amp;#039;blaues Licht&amp;#039;&amp;#039; abstrahlen würden, was zur Hemmung der [[Melatonin]]freisetzung führe und Krebs zur Folge hätte, weil Melatonin als effektiver &amp;#039;&amp;#039;scavenger&amp;#039;&amp;#039; für freie Radikale bekannt ist. Im Farbspektrum von Energiesparlampen sind tatsächlich auch geringe Mengen an ultraviolettem Licht enthalten. Es besteht jedoch keinerlei Gefahr, denn das bläuliche Licht, die UV-Komponente, ist um ein Vielfaches geringer als das UV-Licht, das in Tageslicht enthalten ist. An einem durchschnittlichen Sommertag ist man einer 80.000-fach höheren UV-Strahlung durch Tageslicht ausgesetzt, als von normalen Energiesparlampen ausgeht. Energiesparlampen schädigen weder das Auge noch stellen sie ein Risiko für die Netzhaut dar.&lt;br /&gt;
*[[Elektrosmog]]. Energiesparlampen mit elektronischem Vorschaltgerät können Infrarotfernbedienungen in manchen Fällen stören. Die elektromagnetischen Felder sind jedoch in ihrer Feldstärke vergleichbar oder geringer als bei Glühlampen, aber auch als bei anderen elektronischen Geräten. Das zeigt eine im Auftrag des schweizer Bundesamts für Gesundheit und des Bundesamts für Energie durchgeführte Studie. Zum Schutz vor elektromagnetischen Feldern gibt es außerdem international anerkannte Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation WHO und der International Radiation Protection Agency. Diese Grenzwerte werden auch von Energiesparlampen um ein Vielfaches unterschritten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25919/25919_1.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*Flimmern. Energiesparlampen sollen durch ihr &amp;#039;&amp;#039;Flimmern&amp;#039;&amp;#039; schädigend wirken. Starkes, deutliches Flimmern kann tatsächlich zu Ermüdung und bei Epileptikern zu epileptischen Anfällen führen. Leuchtstofflampen mit elektronischem Vorschaltgerät flimmern aber praktisch nicht. Das liegt daran, dass die eigentliche Röhre nicht mit einer Frequenz von 50&amp;amp;nbsp;Hz, also der Netzfrequenz betrieben wird (oder 100&amp;amp;nbsp;Hz bei Doppelweggleichrichtung), sondern mit einer daraus gleichgerichteten und mit einem Elektrolytkondensator geglätteten Spannung und einer daraus erzeugten Wechselspannung um etwa 45&amp;amp;nbsp;kHz. Durch die Nachleuchtzeit des Leuchtstoffs und die Trägheit des menschlichen Auges sind diese Frequenzen nicht wahrnehmbar.&lt;br /&gt;
*Radioaktivität: In den Startern von Leuchtstofflampen wurde früher das radioaktive Füllgas Krypton-85 (Kr-85) verwendet. Krypton-85 ist ein Beta-Strahler, der auch geringe Mengen an Gammastrahlung emittiert. Die Betastrahlung wird durch das Lampengehäuse völlig absorbiert, die Gammastrahlung kann jedoch teilweise entweichen. Die Dosisleistung der Gammastrahlung muss errechnet werden, da sie nicht messbar ist. Sie liegt mit 1.000&amp;amp;nbsp;Becquerel bei etwa 0,4% des Grenzwerts der Strahlenschutzverordnung. Die Strahlendosis, der eine Person in der Nähe einer solchen Lichtquelle ausgesetzt wird, ist weniger als ein Hundertstel der natürlichen Strahlenbelastung und selbst bei direktem Kontakt mit dem Starter liegt sie noch bei etwa 5% der natürlichen Strahlenbelastung. Auch bei mechanischer Zerstörung eines Starters und Freisetzung des Füllgases kommt es zu keiner höheren Strahlenbelastung. Da das Gas Krypton-85 bei Einatmung nicht am Stoffwechsel teilnimmt, sondern sofort wieder ausgeatmet wird, ist dies unschädlich. Seit über 10&amp;amp;nbsp;Jahren sind keine Kompaktleuchtstofflampen mit radioaktiven Startern mehr auf dem Markt.&lt;br /&gt;
*Die Quecksilber Bilanz von Energiesparlampen. Energiesparlampen enthalten, wie die älteren Leuchtstofflampen, das giftige Quecksilber und gehören nach Lebensende daher nicht in den Hausmüll. Quecksilber ist das Leuchtmittel einer Energiesparlampe, also jener Stoff, der von den Elektronen zum Leuchten gebracht wird. Bei hochwertigen Lampen werden teilweise weniger als 1,5&amp;amp;nbsp;mg eingesetzt, im Durchschnitt etwa 2&amp;amp;nbsp;mg. Nach der RoHS-Richtlinie gilt in der EU eine Höchstmenge von 5&amp;amp;nbsp;mg je Lampe. Das Quecksilber von Kompaktleuchtstofflampen wie auch von anderen Gasentladungslampen ist hermetisch dicht eingeschlossen und kann nur bei Glasbruch entweichen. Falls versehentlich eine Lampe zerbricht, so besteht auf Grund der geringen Menge an Quecksilber keine akute Gesundheitsgefahr. Auch bei der Stromerzeugung in Kohlekraftwerken wird neben anderen Schadstoffen Quecksilber freigesetzt. Da beide Lampenarten Strom verbrauchen, Glühlampen jedoch fünfmal mehr als vergleichbar helle Energiesparlampen, ist unter der Annahme, dass nur Strom aus Kohlekraftwerken verwendet wird, die Gesamtbilanz an Quecksilberemissionen bei Glühlampen selbst dann höher, wenn die Kompaktleuchtstofflampen nicht korrekt entsorgt werden. Da in Deutschland knapp die Hälfte des Stroms in Kohlekraftwerken erzeugt wird, ist die Bilanz ungefähr ausgeglichen. Werden Energiesparlampen richtig entsorgt, so kann das darin enthaltene Quecksilber großteils recycelt werden. Unter Umständen entstehen beim Recycling und bei der Herstellung geringe Quecksilber- und andere Emissionen. Bisher werden nur weniger als 25% der privat genutzten, jedoch zirka 90% der gewerblich genutzten Energiesparlampen fachgerecht entsorgt. Jährlich gelangen so 600&amp;amp;nbsp;Tonnen Quecksilber auf Hausmülldeponien. Die gesamte Rücklaufquote zu den Recyclingfirmen beträgt heute etwa 70–80%. Energiesparlampen mit der Markierung &amp;#039;&amp;#039;RoHs-compliant&amp;#039;&amp;#039; sind quecksilberfrei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.test.de/themen/umwelt-energie/test/-Energiesparlampen/1653086/1653086/1654329/&lt;br /&gt;
*http://www.test.de/themen/umwelt-energie/test/-Energiesparlampen/1327630/1327630/1334201/&lt;br /&gt;
*http://www.oekotest.de/cgi/nm/nm.cgi?doc=lamp-uebersicht&lt;br /&gt;
*http://www.baulinks.de/webplugin/2008/1frame.htm?1651.php4&lt;br /&gt;
*http://de.wikipedia.org/wiki/Kompaktleuchtstofflampe&lt;br /&gt;
*http://quecksilber.wordpress.com/category/energiesparlampen/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Hoax/Aktion]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Holotropes_Atmen&amp;diff=29709</id>
		<title>Holotropes Atmen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Holotropes_Atmen&amp;diff=29709"/>
		<updated>2009-09-24T09:12:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: Satz war doppelt, darum entfernt.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Holotropes_Atmen.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Holotropes Atmen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;holotrope Atemarbeit, Holotropic Breathwork&amp;#039;&amp;#039;) wird eine Atemtechnik bezeichnet, bei der durch Hyperventilieren (stark vertiefte und beschleunigte Atmung) Trancezustände eintreten sollen, die für diagnostische und therapeutische Zwecke einer Psychotherapie nutzbar sein sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holotropes Atmen wird von ihren Anwendern zur Transpersonalen Psychologie gezählt und wird von Befürwortern als eine Ergänzung klassischer Psychotherapie-Verfahren gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erfinder gilt der tschechische Psychiater Stanislav Grof, der auch Mitbegründer der umstrittenen [[Psycholytische Therapie|Psycholytischen Therapie]] ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Holotrope Atmen wird oft in Gruppen durchgeführt. Ähnlichkeiten bestehen zu der Methode des [[Rebirthing]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Methode==&lt;br /&gt;
Während einer Musikeinspielung werden Klienten oder Patienten dazu aufgefordert, vertieft und beschleunigt zu atmen. Durch die gesteigerte Atemarbeit wird vermehrt Kohlendioxid abgeatmet, was zu einem Anstieg des pH-Wertes im Blut führt. &lt;br /&gt;
Daraus folgt eine Verschiebung des Gleichgewichts zwischen Kohlensäure (der gelösten Form von Kohlendioxid) und Calcium im Blut. Der so entstehende relative Calcium(ionen)-Mangel kann zu Kribbeln, besonders um den Mund herum, und zu Krämpfen, z.B. in den Händen (typische &amp;quot;Pfötchenstellung&amp;quot;), führen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einer Mehraufnahme von Sauerstoff im Körper kommt es allerdings kaum, da die Aufnahmefähigkeit des Blutes für Sauerstoff schon bei normaler Atmung meist voll gedeckt wird. Es kann zu Bewusstseinseintrübungen, Trancezuständen und Bewusstlosigkeit kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der Sitzungen, die sich über Stunden hinziehen können, kann es zu starken emotionalen Ausbrüchen kommen (dann im Jargon &amp;#039;&amp;#039;Katharsis&amp;#039;&amp;#039; genannt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Pseudomedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Positiv_Denken&amp;diff=26786</id>
		<title>Positiv Denken</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Positiv_Denken&amp;diff=26786"/>
		<updated>2009-06-30T18:06:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:thesecret2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Die unter dem Schlagwort &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;positives Denken&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bekannt gewordene Selbsteinschätzungsphilosophie beruht auf Publikationen des amerikanischen Predigers Joseph Murphy und auf Schriften von Norman Vincent Peale sowie des Bestseller-Autors Dale Carnegie. In Deutschland ist Erhard Freitag (RST) der bekannteste Vertreter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Methode beruht darauf, sich spezielle, suggestive Formulierungen (sog. &amp;#039;Affirmationen&amp;#039;) aus dem [[NLP|NLP-Bereich]] für jede erdenkliche Störung auf psychologischem oder körperlichem Gebiet auszudenken. So soll man z.B. mit der Formulierung &amp;#039;Ich fühle mich gesund&amp;#039; Krebs und AIDS heilen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Positives Denken ist jedoch eine zur Selbsttäuschung geeignete, rudimentäre Psychotechnik, die in der Regel die bestehenden Probleme nur ausblendet oder zu verdrängen hilft, ohne sie zu lösen. Dadurch kommt es häufig zu einer Problemverschärfung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Positives Denken nach Joseph Murphy==&lt;br /&gt;
[[image:Josephmurphy.jpg|J. Murphy|thumb]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;Positiv-Denken nach Murphy&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Esoterik|esoterische]] Autosuggestionstechnik nach dem amerikanischen Autor Joseph Murphy, die davon ausgeht, dass jeder Einzelne sein Schicksal durch positives Denken nach dem Motto &amp;#039;&amp;#039;Was immer Sie denken, vermehren Sie&amp;#039;&amp;#039; positiv beeinflussen könne. Sogenannte &amp;#039;&amp;#039;negative Gedanken&amp;#039;&amp;#039; würden demnach Arbeitslosigkeit, schwere Erkrankungen, Partnerschaftsprobleme und letztendlich den Tod zur Folge haben. Krankheit ist nach Murphys Überzeugung „nichts anderes als Folge von Irrglauben, grundlosen Befürchtungen sowie negativen Gedanken und Vorstellungen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;L. Gassmann: Was ist positives Denken, 1998&amp;lt;/ref&amp;gt;. Durch sogenannte &amp;#039;&amp;#039;wissenschaftliche Gebete&amp;#039;&amp;#039;, Affirmationen und Autosuggestionen könne man Einfluss auf sein Unterbewusstsein nehmen, um das eigene Schicksal in eine positive Richtung zu lenken. Viele Thesen von Murphy sind von dem französischen Apotheker Emile Coué übernommen, die selbst wieder in populärwissenschaftlichen Theorien des 19. Jahrhunderts verwurzelt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erkrankte oder verarmte Menschen wären nach der Murphy-Lehre mit schuldig an ihrem Schicksal. Anwendungen von derartigen Autosuggestionslehren können daher Auslöser für psychische Folgeerkrankungen und Schuldgefühle sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Positiv Denken und Krebs==&lt;br /&gt;
Einige Konzepte des Positiv Denkens beinhalten den Glauben an einen ursächlichen Zusammenhang zwischen einer postulierten [[Krebspersönlichkeit]] und Krebs, der jedoch bislang nicht nachgewiesen werden konnte. Positiv Denken - Lehren sind häufig auch mit Schuldzuweisungen in Richtung Patient verbunden. Der starke Glaube an einen Einfluss der Psyche auf Krebs kann dazu führen, dass Betroffene zwanghaft versuchen, negative Gefühle aller Art auszublenden, um einen künstlichen Zustand des dauerhaften Positiv Denken anzustreben. Die Psychoonkologin Susanne Singer von der Universität Leipzig berichtete beispielsweise von einer jungen Brustkrebspatientin, die nicht weinen wollte, weil die Tränen angeblich Nahrung für die Krebszellen seien, wie man ihr einredete. Als Tyrannei des Positiven Denkens hat die amerikanische Begründerin der Psychoonkologie Jimmie Holland dieses Phänomen scharf kritisiert. Denn das zwanghafte Unterdrücken negativer Gefühle kann zur seelischen Dauerbelastung werden und die Lebensqualität beeinträchtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe auch: [[The Secret]], [[Das Forum]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Scheich G: Positiv Denken macht krank. Eichborn-Verlag, ISBN 382183904X&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.infosekta.ch/is5/themen/positiv_scheich1999.html&lt;br /&gt;
*http://www.ariplex.com/ama/ama_ml17.htm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Paralex}}&lt;br /&gt;
[[category:Psychomarkt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Wankmiller-Sekte&amp;diff=26783</id>
		<title>Wankmiller-Sekte</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Wankmiller-Sekte&amp;diff=26783"/>
		<updated>2009-06-30T17:56:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:wankmiller.jpg|Wolfgang Wankmiller|thumb]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wankmiller-Sekte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Eigenbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Stamm der Likatier&amp;#039;&amp;#039;) ist eine sektenhafte Glaubens- und Lebensgemeinschaft um einen Wolfgang Wankmiller, der sich selbst als &amp;quot;Wolfgang Rudolf von Markworth-Walter zu Füssen&amp;quot; bezeichnet. Die Vereinigung wurde aus seit 1974 bestehenden Vorgängerorganisationen gegründet und nennt sich seit 1998 &amp;#039;&amp;#039;Stamm der Likatier&amp;#039;&amp;#039;. Der in Füssen (Allgäu) ansässigen Gruppe sollen etwa 130 bis 200 Personen angehören, die teilweise aus angesehenen Füssener Familien stammen sollen. Der Name bezieht sich auf einen keltisch-vindelizischen Stamm der Likatier, der im Gebiet um den Lech siedelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wankmiller-Sekte schottet sich nach außen hin ab und wird von Aussteigern als Gruppe mit sexueller Promiskuität beschrieben, bei der auch Kindesmissbrauch vorkäme. Ein Mitglied wurde deshalb auch verurteilt. Wankmiller soll selbst Vater von 15 Kindern verschiedener Mütter sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihrem Inneren ist die Gruppe hierarchisch strukturiert. An der Spitze steht Wankmiller, darunter stehen die &amp;#039;&amp;#039;Schwurmenschen&amp;#039;&amp;#039;, die ihren Besitz in den Stammbesitz überführen.  Dann kommen die &amp;#039;&amp;#039;Spurmenschen&amp;#039;&amp;#039;, die &amp;#039;&amp;#039;Lebensmenschen&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;Lamatieden&amp;#039;&amp;#039;. Für jede Stufe, die man aufsteigen kann, muss man eine gewisse Zeit im Stamm gelebt haben und einen Antrag stellen. Danach wird eine halbjährliche &amp;quot;Testphase&amp;quot; durchlaufen und anschließend von der jeweiligen Stammesebene beraten, ob man diese Stufe nun erreicht hat.&lt;br /&gt;
Die Wankmillersekte benutzt auch eine eigene Zeitrechnung und eine eigene Währung namens &amp;#039;&amp;#039;Piepen&amp;#039;&amp;#039;. Eigene Kinder werden im nahen Österreich (Einrichtung Grenzburg / ehem. Zollhaus Weißhaus) zu Hause unterrichtet, da in Österreich die entsprechenden rechtlichen Voraussetzungen dazu vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wolfgang Wankmiller==&lt;br /&gt;
Der kamerascheue Wankmiller bezeichnet sich als Reinkarnation von Jesus Christus und Albert Einstein und lässt sich mit dem Namen &amp;quot;Jesus&amp;quot; anreden. Er soll früher Hausmeister gewesen sein und fungierte eine Zeit lang als Stadtrat in Füssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirtschaftliche Aktivitäten==&lt;br /&gt;
Die Gruppe finanziert sich aus Zuwendungen eigener Miglieder und aus geschäftlichen Aktivitäten. Von Migliedern der Wankmiller-Gruppe ist bekannt, dass sie im Geschäft sind mit [[Esoterik]]artikeln, [[Alternativmedizin]] ([[Heilpraktiker]]schule Likamundi) sowie Unternehmensberatungen. Des Weiteren werden der Gruppe Immobiliengschäfte nachgesagt. Der Wankmiller-Gruppe gehören der Pegasus-Verlag sowie ein Füssener Reformhaus, die Bayerische Gesellschaft für ganzheitliches Heilen, ein Immobilienbüro und zwei Esoterik-Läden namens Quaballah und Mandala. Der Likatien-Vize Otto Piepenburg betreibt die Firma Pro Expo, die Esoterikmessen organisiert. In Füssen wird auch ein INFAOR-Institut geführt, das sich der umstrittenen Methode der [[Familienaufstellung nach Hellinger|Familienaufstellungen nach Hellinger]] widmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beziehungen zu Thomas Hornauer==&lt;br /&gt;
Der Inhaber der Firma Telekontor und Betreiber des Internet-Fernsehsenders Telemedial, [[Thomas Hornauer]], pflegte enge persönliche und geschäftliche Kontakte zu der Wankmiller-Gruppe. Geplant waren offenbar gemeinsame GmbHs. Hornauer selbst bestreitet jedoch Verbindungen zu Wankmiller und der Sekte und sprach davon, Wankmiller und seine Gruppe in Füssen zufällig kennengelernt zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.focus.de/politik/deutschland/sekten-wer-mit-wem-schlaeft_aid_188737.html&lt;br /&gt;
*http://www.sonntagsblatt-bayern.de/archiv01/08/woche4.htm&lt;br /&gt;
*http://www.sonntagsblatt-bayern.de/archiv01/21/woche4.htm&lt;br /&gt;
*http://www.welt.de/print-welt/article489588/Fuessen_bekaempft_die_Wankmiller_Sekte.html&lt;br /&gt;
*[http://www.donaukurier.at/03_themen/08_glauben/sekten/01_sex-guru.html Süddeutsche Zeitung, 2001]&lt;br /&gt;
*[http://www.sonntagsblatt-bayern.de/archiv01/05/woche2.htm Sonntagsblatt Bayern, 2001]&lt;br /&gt;
*[http://au.share.geocities.com/u2be2hard2beat/index.htm#az3 Allgäuer Zeitung 1 2006 mit Bild von W. Wankmiller]&lt;br /&gt;
*[http://au.share.geocities.com/u2be2hard2beat/index.htm#az2 Allgäuer Zeitung 2 2006]&lt;br /&gt;
*[http://au.share.geocities.com/u2be2hard2beat/index.htm#az1 Allgäuer Zeitung 3 2006]&lt;br /&gt;
*[http://au.share.geocities.com/u2be2hard2beat/fuessen.htm Allgäuer Zeitung 4 2006]&lt;br /&gt;
*[http://au.share.geocities.com/u2be2hard2beat/bayern.htm Allgäuer Zeitung 5 2006]&lt;br /&gt;
*http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/wankmillersekte-lockt-ahnungslose-internetsurfer-122938.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Verein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Wankmiller-Sekte&amp;diff=26782</id>
		<title>Wankmiller-Sekte</title>
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		<updated>2009-06-30T17:55:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:wankmiller.jpg|Wolfgang Wankmiller|thumb]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wankmiller-Sekte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Eigenbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Stamm der Likatier&amp;#039;&amp;#039;) ist eine sektenhafte Glaubens- und Lebensgemeinschaft um einen Wolfgang Wankmiller, der sich selbst als &amp;quot;Wolfgang Rudolf von Markworth-Walter zu Füssen&amp;quot; bezeichnet. Die Vereinigung wurde aus seit 1974 bestehenden Vorgängerorganisationen gegründet und nennt sich seit 1998 &amp;#039;&amp;#039;Stamm der Likatier&amp;#039;&amp;#039;. Der in Füssen (Allgäu) ansässigen Gruppe sollen etwa 130 bis 200 Personen angehören, die teilweise aus angesehenen Füssener Familien stammen sollen. Der Name bezieht sich auf einen keltisch-vindelizischen Stamm der Likatier, der im Gebiet um den Lech siedelte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wankmiller-Sekte schottet sich nach außen ab und wird von Aussteigern als Gruppe mit sexueller Promiskuität beschrieben, bei der auch Kindesmissbrauch vorkäme. Ein Mitglied wurde deshalb auch verurteilt. Wankmiller soll selbst Vater von 15 Kindern verschiedener Mütter sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In ihrem Inneren ist die Gruppe hierarchisch strukturiert, an der Spitze steht Wankmiller, darunter stehen die &amp;#039;&amp;#039;Schwurmenschen&amp;#039;&amp;#039;, die ihren Besitz in den Stammbesitz überführen.  Dann kommen die &amp;#039;&amp;#039;Spurmenschen&amp;#039;&amp;#039;, die &amp;#039;&amp;#039;Lebensmenschen&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;Lamatieden&amp;#039;&amp;#039;. Für jede Stufe, die man aufsteigen kann, muss man eine gewisse Zeit im Stamm gelebt haben und einen Antrag stellen. Danach wird eine halbjährliche &amp;quot;Testphase&amp;quot; durchlaufen und anschließend von der jeweiligen Stammesebene beraten, ob man diese Stufe nun erreicht hat.&lt;br /&gt;
Die Wankmillersekte benutzt auch eine eigene Zeitrechnung und eine eigene Währung namens &amp;#039;&amp;#039;Piepen&amp;#039;&amp;#039;. Eigene Kinder werden im nahen Österreich (Einrichtung Grenzburg / ehem. Zollhaus Weißhaus) zu Hause unterrichtet, da in Österreich die entsprechenden rechtlichen Voraussetzungen dazu vorhanden sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wolfgang Wankmiller==&lt;br /&gt;
Der kamerascheue Wankmiller bezeichnet sich als Reinkarnation von Jesus Christus und Albert Einstein und lässt sich mit dem Namen &amp;quot;Jesus&amp;quot; anreden. Er soll früher Hausmeister gewesen sein und fungierte eine Zeit lang als Stadtrat in Füssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirtschaftliche Aktivitäten==&lt;br /&gt;
Die Gruppe finanziert sich aus Zuwendungen eigener Miglieder und aus geschäftlichen Aktivitäten. Von Migliedern der Wankmiller-Gruppe ist bekannt, dass sie im Geschäft sind mit [[Esoterik]]artikeln, [[Alternativmedizin]] ([[Heilpraktiker]]schule Likamundi) sowie Unternehmensberatungen. Des Weiteren werden der Gruppe Immobiliengeschäfte nachgesagt. Der Wankmiller-Gruppe gehört der Pegasus-Verlag sowie ein Füssener Reformhaus, die Bayerische Gesellschaft für ganzheitliches Heilen, ein Immobilienbüro und zwei Esoterik-Läden namens Quaballah und Mandala. Der Likatien-Vize Otto Piepenburg betreibt die Firma Pro Expo, die Esoterikmessen organisiert. In Füssen wird auch ein INFAOR-Institut geführt, das sich der umstrittenen Methode der [[Familienaufstellung nach Hellinger|Familienaufstellungen nach Hellinger]] widmet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beziehungen zu Thomas Hornauer==&lt;br /&gt;
Der Inhaber der Firma Telekontor und Betreiber des Internet-Fernsehsenders Telemedial, [[Thomas Hornauer]], pflegte enge persönliche und geschäftliche Kontakte zu der Wankmiller-Gruppe. Geplant waren offenbar gemeinsame GmbHs. Hornauer selbst bestreitet jedoch Verbindungen zu Wankmiller und der Sekte und sprach davon, Wankmiller und seine Gruppe in Füssen zufällig kennengelernt zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.focus.de/politik/deutschland/sekten-wer-mit-wem-schlaeft_aid_188737.html&lt;br /&gt;
*http://www.sonntagsblatt-bayern.de/archiv01/08/woche4.htm&lt;br /&gt;
*http://www.sonntagsblatt-bayern.de/archiv01/21/woche4.htm&lt;br /&gt;
*http://www.welt.de/print-welt/article489588/Fuessen_bekaempft_die_Wankmiller_Sekte.html&lt;br /&gt;
*[http://www.donaukurier.at/03_themen/08_glauben/sekten/01_sex-guru.html Süddeutsche Zeitung, 2001]&lt;br /&gt;
*[http://www.sonntagsblatt-bayern.de/archiv01/05/woche2.htm Sonntagsblatt Bayern, 2001]&lt;br /&gt;
*[http://au.share.geocities.com/u2be2hard2beat/index.htm#az3 Allgäuer Zeitung 1 2006 mit Bild von W. Wankmiller]&lt;br /&gt;
*[http://au.share.geocities.com/u2be2hard2beat/index.htm#az2 Allgäuer Zeitung 2 2006]&lt;br /&gt;
*[http://au.share.geocities.com/u2be2hard2beat/index.htm#az1 Allgäuer Zeitung 3 2006]&lt;br /&gt;
*[http://au.share.geocities.com/u2be2hard2beat/fuessen.htm Allgäuer Zeitung 4 2006]&lt;br /&gt;
*[http://au.share.geocities.com/u2be2hard2beat/bayern.htm Allgäuer Zeitung 5 2006]&lt;br /&gt;
*http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/wankmillersekte-lockt-ahnungslose-internetsurfer-122938.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Verein]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Baunscheidtismus&amp;diff=19027</id>
		<title>Baunscheidtismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Baunscheidtismus&amp;diff=19027"/>
		<updated>2009-03-02T12:57:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Carl Baunscheidt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Baunscheidtismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Baunscheidtverfahren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird ein [[Pseudomedizin|pseudomedizinisches]] Verfahren bezeichnet, das auf den Bonner Stellmacher Carl Baunscheidt (1809–1874) zurückgeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Carl Baunscheidt==&lt;br /&gt;
Als Erfinder der natürlichen Heilkunst und des Lebensweckers bezeichnete sich der Bonner Stellmacher Carl Baunscheidt. Er war Sohn eines Gutsbesitzers in der Nähe von Hagen/Westfalen. Nach einer kaufmännischen Lehre und einer Zeit als Gewerbelehrer nannte er sich Mechanikus und widmete sich kleineren Erfindungen (Visiere für Gewehre, Pumpe zur Absaugung von Muttermilch).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1851 propagierte er eine Heilmethode, die aus örtlicher Hautreizung mit einem Nadelinstrument, dem sog. Lebenswecker, bestand und von einer Einreibung mit Baunscheidt-Öl gefolgt wurde. In der rückwärts gewandten Naturheilkundeszene wird das Baunscheidtieren zur Reiz- und Umstimmungstherapie gezählt. Der Lebenswecker, zunächst Mücke genannt, war das Resultat eines Erlebnisses Baumscheidts in dessen Garten. Baunscheidt litt aufgrund von Fehlernährung an Gicht. Im Garten wurde er von einer Mücke schmerzhaft in seine gichtige Hand gestochen, woraufhin die Schmerzen verschwanden. Er entschloss sich, eine künstliche Mücke zu bauen. Neben dem Baunscheidtiergerät war dafür noch ein Mückengift notwendig, das er in Form eines Öles erfand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen der Wirkung der Mücke wurde sie im Volksmund bald als Lebenswecker bezeichnet. Das Baunscheidtsche Verfahren besteht in einer schmerzlosen (etwas kitzelnden), in der Regel groß- aber nur oberflächlichen Stichelung der Haut. Danach werden die gestichelten Stellen mit einem Spezialöl eingerieben. Dadurch kommt es zu einer starken Anregung der Durchblutung. Es bilden sich jedoch auch eitrige Pickel, die in der Naturheilkundeszene als Zeichen für die ausleitende Wirkung des Verfahrens angesehen werden. Diese Pickel sind erwünscht und verschwinden nach ein bis zwei Wochen vollständig. Bei zu tief applizierten Wunden können jedoch Narben zurückbleiben. Dies ist nicht verwunderlich, denn durch die mehr oder weniger tiefen Hautverletzungen kommt es zum Eindringen von Bakterien der Hautoberfläche in das tiefere Gewebe, was bis zu einer tiefgehenden Entzündung führen kann. Was an solch einem Vorgehen gesund sein soll, können wohl nur Masochisten verstehen. Problematisch ist das Baunscheidtieren in Gelenksnähe, da es hier zu tiefen Entzündungen kommen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Rezept seines Öles hat Baunscheidt nie verraten. Offensichtlich war jedoch Crotonöl enthalten, ein Drastikum, das heute als krebserregend gilt. Eine stark reizende Wirkung des Öles ist aber für den Therapieeffekt notwendig. Nur so kann der vorher empfundene Schmerz durch einen noch stärkeren Schmerz übertönt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Baunscheidtiergerät und dem Baunscheidtier-Öl wurde Baunscheidt so wohlhabend, dass er große Ländereien und das Schloß Dottendorf bei Bonn kaufen konnte. Baunscheidt war demzufolge einer der ersten Wunderheiler, die sich auf der Basis schmerzsüchtiger Anhänger eine goldene Nase verdienten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Paralex}}&lt;br /&gt;
[[category:Therapie in der Pseudomedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Diskussion:AFA-Algen&amp;diff=18572</id>
		<title>Diskussion:AFA-Algen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Diskussion:AFA-Algen&amp;diff=18572"/>
		<updated>2009-02-27T18:40:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wollte mal im Interesse Aller darauf aufmerksam machen, dass die entsprechenden Anbieter von AFA Produkten sehr klagefreudige Leute sind. Daher würde ich hier bei diesem Thema (wie auch bei anderen ähnlichen Themen) raten stets auf vorhandene Texte zu verweisen und Aussagen von Experten zu zitieren. [[Benutzer:Deceptor|Deceptor]] 10:45, 6. Sep. 2007 (CDT)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessantes Thema, sicherlich Stoff für ne Doktorarbeit. War auf jeden Fall lesenswert! :-)&lt;br /&gt;
Dieser Satz hier hat leider kein Ende: &amp;quot;Er selbst propagiert seit Jahren in den USA eine Anti-Ritalin-Kampagne und tritt gemeinsam mit In Paris konnte&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
gruß --[[Benutzer:Liquor Aluminii|Liquor Aluminii]] 19:40, 27. Feb. 2009 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=18571</id>
		<title>AFA-Algen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=18571"/>
		<updated>2009-02-27T18:37:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Vorsicht: Verwechslungsgefahr! */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:afa2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Afa-Algen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Aphanizomenon flos-aquae) sind Bakterien der Abteilung [http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien  Cyanobakterien] und werden auch Blaualgen genannt. Diese werden seit einigen Jahren als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (NEM) angeboten. Entsprechend der häufigen Vorgehensweise von Vermarktern von &amp;quot;Wundermitteln&amp;quot; wurden über diese schlichte Alge diverse Märchen und beleglose Behauptungen verbreitet und ihr Heilwirkungen bei [[Ritalinkritik|ADHS]] bis [[Unkonventionelle Krebstherapien|Krebs]] und natürlich allen üblichen [[Zivilisationskrankheit]]en angedichtet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich jedoch Lebensmittel und unterliegen daher dem [[LFGB]] (Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch). Laut LFGB sind gesundheitsbezogene Werbung und werbeähnliche Äußerungen untersagt und können kostenpflichtig abgemahnt werden. Problematisch ist, dass in diesen Algen z.T. sehr giftige (lebertoxische) Microcystine vorhanden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Afa-Algen sind keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien==&lt;br /&gt;
Die als Afa-Algen bezeichneten Lebewesen sind zur Photosynthese befähigte Einzeller (Eubakterien), die evolutionsgeschichtlich sehr alt sind. Viele Stämme dieser Bakterien sind in der Lage, hochwirksame Gifte (Microcystine, Anatoxine, Saxitoxin) zu produzieren, welches sich in den Bakterien selbst sowie in den sie verzehrenden Meerestieren anreichert. Man nennt sie deshalb auch blaugrüne Cyanobakterien. Eine ausführliche Darstellung über Microalgen und deren Belastung mit Algentoxinen finden sie in den Guidelines for Safe Recreational-water Environments (Vol. I: Coastal and Fresh-waters), Oktober 1998 &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~tennisplatzis/paralex/content/who_Recreawat-II.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beworbene Indikationen==&lt;br /&gt;
Afa-Algen werden von unterschiedlichen Firmen als Lebensmittel angepriesen. Je nach Lokalisation der Firma werden verschiedene heilende Aussagen getroffen. In den USA werden die Mittel u.a. von der Fa. Bluegreen (von der auch deutsche Firmen ihre Produkte beziehen) als Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Immunschwächeerkrankungen anderer Art, ADHS, Hypercholesterinämie und zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens beworben. Für diese propagierten Aussagen liegen keine glaubwürdigen Wirksamkeitsnachweise vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
Seriöse Studien über die Wirkung der AFA-Algen gibt es im internationalen wissenschaftlichen Schrifttum nicht. Es gibt allerdings einige Nischenpublikationen wie einen Buchbeitrag (Manoukain et al. 1998) und Journalartikel (Kushak et al. 2000, Jensen et al. 2000). Letztere stammen aus dem Journal of the American Nutraceutical Association (JANA). Allein diese Titelwahl soll den Leser verwirren, denn die American Medical Association, die größte US-Vereinigung für Fachärzte der Inneren Medizin, gibt mit JAMA eine ähnlich klingende Fachzeitschrift heraus, die sich Journal of the American Medical Association (JAMA) nennt. JANA ist nicht in medizinischen Fachinformationsdiensten wie Medline gelistet, JAMA hingegen sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Studie von Manoukain et al. (1998) wurde festgestellt, dass man durch die Gabe von 1.5 g Afa-Algen bei fünf gesunden Freiwilligen eine signifikante Verringerung der Natürlichen Killerzellen innerhalb von 2 Stunden nach dem Schlucken bewerkstelligen konnte. Die Menge an NK-Zellen sank um 63%. Dies verwundert nicht, denn die unten noch näher beschriebenen Algentoxine greifen u.a. direkt die Zellstrukturen von weißen Blutkörperchen an und können die Aufnahme von Nahrungsenergie (z.B. Glukose) durch die Zellwand hemmen. Wahrscheinlich resultiert die Reduktion der NK-Zellen auf einer direkten Giftwirkung der in den Afa-Algen vorhandenen Microcystine oder des Saxitoxins, das in geringeren Mengen Auswirkungen auf Blutzellen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer zweiten Studie (Jensen et al. 2000) wurden 21 gesunde Probanden mit 1.5 g Afa-Algen über sechs Wochen behandelt. Unter der Afa-Algenbehandlung kam es zu einem deutlichen Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen, was unter Placebogabe nicht eintrat. Dieser Effekt wurde von den Autoren als Stimulation des Immunsystems interpretiert, die eine Verbesserung der Abwehrsituation anzeige. Diesen Schluss ist lächerlich, denn wenn man eine Substanz verzehrt, die Zellgifte enthält, welche im Organismus z.B. Leberzellen verstärkt in den Selbstmord treiben können (Auslösung der Apoptose), erklärt sich der Anstieg der Abwehrzellen wesentlich offensichtlicher. Stirbt im Organismus Zellgewebe ab, weil es beschädigt wurde, dann ändert sich die Oberflächenstruktur der betroffenen Zellen. Diese werden dadurch für das Abwehrsystem als zur Entsorgung freigegeben gekennzeichnet, daraufhin von weißen Blutkörperchen angegriffen und verzehrt. Je mehr solche betroffenen Zellen sterben, desto höher ist der Bedarf an den sie verzehrenden weißen Blutkörperchen. Die Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen ist nur die Folge einer durch Algengifte verursachten, niedrigschwelligen Entzündungsreaktion u.a. von Leberzellen. Jensen et al. (2000) verloren kein Wort über den Zustand der Leber oder der Nieren der Probanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kushak et al. (2000) veröffentlichten eine Studie, die an Ratten zeigen sollte, dass der Konsum von Afa-Algen den Blutfettspiegel zu regulieren in der Lage sei. Sie gaben den Tieren unterschiedliche, mit ungesättigten Fettsäuren angereicherte Diäten. Daneben reicherten Sie die Diät z.T. mit 10-15% Afa-Algensubstanz an. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die keinen Afa-Zusatz erhielt, wiesen die beiden Afa-Untersuchungsgruppen eine deutliche Senkung des Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegels im Serum auf. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Afa-Algen einen cholesterinsenkenden Effekt hätten und empfahlen, diese Wirkung im Lebensmittelsektor auszunutzen. Auch dieses Resultat wundert mich nicht, lässt es sich doch erneut mit der Giftwirkung von Algentoxinen erklären. Die Leber ist das Zielorgan für Microcystine, die sich dort anreichern. Dies ist auch bei Ratten nachgewiesenermaßen der Fall. Die Leber ist aber gleichzeitig der Produktions- und Umschlagsort für Blutfette. Da Microcystine auch in niedriger Dosierung auf Leberzellen von Ratten schädigend wirken, sinkt mit steigender Afa-Menge logischerweise die Syntheseleistung der Leberzellen, weil sich eine zunehmende toxinbedingte Organentzündung in einer verschlechterten Syntheseleistung niederschlägt. Interessanterweise hatten die Autoren weder Leberwerte berichtet, die auf die Organfunktion hätten schließen lassen, noch hatten sie nach dem Fütterungsversuch über histologische Leberuntersuchungen der Tiere berichtet, um eventuelle Auswirkungen der Algentoxine zu bewerten. Dies lässt darauf schließen, dass sie offenbar befürchteten, negative Auswirkungen zu finden. Wer nicht sucht, findet nicht und kann dem Leser in die Tasche lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Studien sind kein Beleg für die Wirkung von Afa-Algen, zumal keiner der Autoren in seinen Berichten genaue Angaben über die Microcystin-, Anatoxin- und Saxitoxingehalte der verwendeten Afa-Produkte machte. Bei jeder Studie war ein Vertreter von Bluegreen, dem größten US-amerikanischen Afa-Algenproduzenten, Mitautor. Dies lässt auf eine direkte Einflussnahme und auf Gefälligkeitsstudien schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt im Bereich der Therapie hyperaktiver Kinder bisher keine einzige seriöse Studie, die bewiesen hätte, dass Afa-Algen einen therapeutischen Vorteil erbracht hätten. Man muss sich recherchemäßig fast auf den Kopf stellen, um zumindest indirekte Hinweise zu erhalten, denn im internationalen medizinischen Fachschrifttum gibt es keine einzige Afa-Studie. Auch das Durchforsten von Doktorarbeiten oder Habilitationsschriften deutscher Universitäten erbringt keine einzige Untersuchung mit diesem Nahrungsergänzungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Buch der Heilpraktikerin und Diplom-Politologin Barbara Simonsohn (2001), die Afa-Algen als Ersatz für Ritalin vorstellt, findet man einen ersten Hinweis. Sie berichtet über Einzelfälle, die als Belege dargestellt werden: Julian, 13, war sprunghaft, ungewöhnlich rastlos, unkonzentriert und ermüdete schnell. Sein Verhalten war dominant, undiplomatisch und oft verständnislos. Julian ist seit Afa-Algen-Einnahme weniger impulsiv, er findet nach einem Wutanfall leichter zurück zum Normalzustand, kann besser nachgeben und ist lustiger und fröhlicher. Diesem lächerlichen Beweis fehlt so ungefähr alles, was es erlaubt, eine seriöse DSM-IV-basierte Beurteilung der Hyperaktivität des Kindes zu erstellen. Die Heilpraktikerin hat nur einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Symptomatik eines hyperaktiven Kindes beschrieben. Da die anderen Fallbeschreibungen in ihrem Buch von ähnlicher Güte sind, stellt sich die Frage, ob Simonsohn wirklich eine Ahnung von dem hat, über was sie schreibt. Da sie als Werbeinstrument für Algenhersteller dient, sind ihre Publikationen wohl nichts anderes als direkte Schleichwerbung für Afa-Algen, an denen sie gut verdient. Sie selbst gibt in ihrem Buch offen zu, von mindestens drei deutschen Anbietern mit Afa-Pillen im Marktwert von 7.500 Euro ausgestattet worden zu sein, um Kinder von 44 Familien zu behandeln. Die Heilpraktikerin empfahl den Kindern eine Dosis von 1.5 g/d und die Beobachtung soll 10 Wochen gedauert haben. Kalkuliert man die Tagesdosis mit 1 Euro, hätte die Dame 5.000 Tagesdosen ausreichen können. Weil man 80 Tagesdosen pro Kind braucht, hätte man mindestens 60 Kinder behandeln können. Es sind aber nur 19 Kinder in der Publikation der Heilpraktikerin grob beschrieben. Da 44 Familien gemeinsam wohl kaum 19 Kinder haben können, dürfte sich die Heilpraktikerin entweder jene Fälle herausgesucht haben, bei denen ihre schlampige Diagnostik einer wahrscheinlich gar nicht bestehenden ADHS durch Afa-Algen &amp;#039;geheilt&amp;#039; wurde oder sie hat, wie in solchen Jubelpublikationen üblich, die Krankengeschichten erfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blickt man in populärwissenschaftliche Zeitschriften der [[Ganzheitsmedizin]], findet sich eine Publikation von Simonsohn im Jahr 2000. Hier berichtete sie über verschiedene Studien, die angeblich die Wirksamkeit bei Afa-Algen bewiesen haben sollen. In der sog. The kid.com Study, die von einem Afa-Anbieter durchgeführt worden sein soll, sollen Symptomverbesserungen bei Kindern erreicht worden sein. Was genau diagnostiziert wurde und welches Resultat sich vor und nach der Studie exakt dargeboten hat, gibt die Autorin nicht wieder. Sie gibt nur folgendes bei den Kindern an: Signifikante Verbesserungen in ihrer Fähigkeit, zu fokussieren, Anweisungen zu folgen und sich zu konzentrieren. Eine Abnahme von streitsüchtigem, fordernden und kämpferischen Benehmen. Weniger Symptome von Angst und Depression. Verbesserung des sozialen Verhaltens. Weniger Zeichen von emotionalen und verhaltensmäßigen Abgelenktsein. Weniger Wutanfälle und Erziehungsprobleme. Weniger Verhaltensauffälligkeiten, die man als merkwürdig klassifizieren könnte. Weniger körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Magenschmerzen, für die kein offensichtlicher Grund vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Untersuchungsmerkmale mit den DSM-IV Diagnosekriterien für ADHS vergleicht, kommt man mit sehr viel Mühe auf gerade einmal zwei ADHD-Merkmale. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei den Kindern in der Kid.com-Studie nicht um hyperaktive Kinder gehandelt hat. Da wundert es nicht, wenn Simonsohn (2000) schreibt: Die beiden Behandlungsformen (gemeint ist der Vergleich zwischen Ritalin und Afa-Algen) waren gleichermaßen effektiv. Wer den Eindruck hinterlässt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und gleichzeitig so wenig Ahnung von ADHS hat, wie Frau Simonsohn, mag diesen Schluss ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sieht es bei einer zweiten Studie aus, die Simonsohn (2000) referiert. Es handelt sich um den The Children &amp;amp; Algae Report, bei dem die beteiligten Eltern die Produkte eines Afa-Algenanbieters sogar selbst zahlen mussten. Die Bewertung der Kinder erfolgte mit einem Aschenbach-Bewertungsschema, welches u.a. Aufmerksamkeit, Aggression, soziale Probleme, Ängstlichkeit/Depression, Straffälligkeit, Denkprobleme, Zurückgezogenheit und eine Bewertung namens somatisch beurteilen soll. Diese pseudowissenschaftliche Bewertungsschema ist in der seriösen ADHS-Diagnostik vollständig unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In keiner der von Befürwortern durchgeführten Studien, sofern diese überhaupt erreichbar sind, ist eine glaubwürdige, realitätsbezogene Selektion des untersuchten Kollektivs nach etablierten Diagnosemethoden erfolgt. Offenbar wurden die üblichen DSM-Kriterien nicht als Bewertungs- und Einstufungsgrundlage angewendet. Allein diese methodischen Unzulänglichkeiten machen die bisherigen Befürworterstudien in meinen Augen unglaubwürdig. Der Umstand, dass in keiner Studie mitgeteilt wird, ob nach Toxinen in den Afa-Algen gesucht worden war oder ob zumindest Leber- und Nierenparameter zur Absicherung von negativen Auswirkungen dieser Gifte laborchemisch bestimmt worden sind, zeigt, dass in diesen Studien offenbar nicht mit großer wissenschaftlicher Genauigkeit vorgegangen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Quelle, der sog. &amp;#039;&amp;#039;The Nicaragua Report&amp;#039;&amp;#039;, die von der US-Algenfirma Bluegreen gesponsort wurde, ist in Wahrheit eine spanischsprachige Doktorarbeit aus dem von Wirtschaftskrisen und politischen Händeln zerrissenen Nicaragua. Das Land ist bekannt dafür, eine hungernde Bevölkerung zu besitzen und es ist leicht, dort für wenige Dollars Gefälligkeitsstudien zu lancieren. In der seriösen wissenschaftlichen Szene wären diese bedeutungslos, aber für den unwissenden Verbraucher sind solche Studien exzellentes Marketingmaterial. In einem 14 Seiten dünnen A5-Heftchen wird auf populärwissenschaftliche Weise beschrieben, wie Afa-Algen in einer Schule, in der zu Studienbeginn mehr als 80% der 6-11jährigen Kinder unterernährt waren, der Ernährungsstatus, die Schulnoten und das Verhalten der Kinder positiv beeinflusst worden sein sollen. Angeblich sei innerhalb eines halben Jahres die Fehlernährungsrate von 86% auf 21% gefallen. Überflüssig zu betonen, dass auch hier weder Toxinbestimmungen der Afa-Algen noch einschlägige Leber- und Nierenwerte berichtet wurden. Dass vorher mangelernährte Kinder mit wenigen Gramm proteinhaltiger, aber vitamin- und mineralstoffarmer Afa-Algen Normalgewicht erreichen sollen, wirkt einfach nur lächerlich. Höchstwahrscheinlich wurden die teilnehmenden Kinder mit einer Schulspeisung angelockt und nahmen deshalb zu. Niemand dürfte vor Ort etwas gegen dieses Vorgehen eingewendet haben. Dass man die daraus resultierenden Scheinergebnisse im Westen als Beweis verkauft, dürfte in Nicaragua unbekannt sein und spielt für die Menschen dort in Wirklichkeit auch keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Marketingskampagnen für AFA-Algen==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren schlug eine Marketingkampagne aus den USA in Europa auf. Im Zuge der Diskussion um Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-und-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), wurde eine Vielzahl von Alternativen zur etablierten [[Ritalin]]therapie auf den Markt gebracht. Dabei spielt die Psychosekte [[Scientology]] im Konzert mit anderen sektenähnlich operierenden Gruppen und Firmengeflechten eine herausragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bis zu 15% der kindlichen Bevölkerung an ADHS leiden, jedoch nur ein winziger Bruchteil adäquat versorgt wird, sind die Eltern dieser Kinder einer enormen Belastung ausgesetzt. Sie suchen nach Alternativen und diese werden ihnen in Form angeblicher Wundermittel angeboten. Dazu gehören auch die Nahrungsergänzung aus blaugrünen Algen der Gattung Aphanizomenon flos Aquae (sog. Afa-Algen). Diese werden als therapeutische Alternative zur Substition mit Methylphenidat (Ritalin/Novartis, Medikinet/Medice, Equasym/Celltech Group) propagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unverantwortliche Werbeaussagen==&lt;br /&gt;
Im April 2002 verschickte KEIMLING Naturkost in Buxtehude einen Werbebrief, in dem unter dem Titel &amp;quot;Sind Klamath Uralgen gefährlich?&amp;quot; u.a. folgende Behauptung zu lesen war: &amp;#039;&amp;#039;Das Landwirtschaftsministerium in Oregon hat einen Grenzwert von 1.0 Microgramm/kg Klamath Uralge festgesetzt. Wenn Sie täglich 2 g der Uralgen verzehren, wären demnach 2 Microgramm Microcystin zulässig. Ihr amtlicher Sicherheitsfaktor beträgt 11655.&amp;#039;&amp;#039;.... und weiter heißt es: &amp;#039;&amp;#039;...Demnach könnte ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht 23310 Microgramm Microcystin-LR zu sich nehmen, ohne gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen&amp;#039;&amp;#039;. Dies mag der Geschäftsführer der Firma Keimling, Winfried Holler, einmal am eigenen Leibe auspropieren. Er dürfte diesen Selbstversuch mit dem Leben bezahlen. Allerdings hat sein Haus einen Vorteil: es verkauft tiefgefrorene E3LIVE(tm)-Algen. Unseren Analysen zufolge enthält dieses Produkt keinerlei Microcystine ... der mikroskopische Augenschein zeigt aber ebenso, dass es sich offenbar nicht um ein Afa-Cyanobakterienprodukt handelt. Vielmehr tauchen unter dem Mikroskop Gräser und normale Algen auf, so dass man den Eindruck hat, als ob jemand einfach mit der Harke durch einen See gefahren ist, das Resultat zerkleinert hat und als Cyanoalgenprodukt anpreist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellung und AFA-Algen Anbau==&lt;br /&gt;
[[image:klamath2.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus geringer Höhe|250px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath3.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus größerer Höhe|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath4.jpg|Infrarotaufnahme der Region um den Upper Klamath Lake mit dichter landwirtschaftlicher Nutzung|thumb]]&lt;br /&gt;
Aphanizomenon flos Aquae-Algen werden in unterschiedlichen Regionen der Erde gefunden. Jene Produkte, die derzeit in den USA und Europa verkauft werden, stammen nach Angaben der Hersteller aus dem Upper Klamath Lake im US-Bundestaat Oregon. Dieser See ist Teil einer riesigen Seenplatte, aus der nur ein einziger Fluss (der Klamath River) nach dem Grenzübertritt in den US-Bundesstaat California in den Pazifik mündet. Die Region dient als Brutstätte für Seelachse, ist aber seit 150 Jahren dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Upper Klamath Lake dient als Wasserreservoir für die ihn an drei Seiten umgebenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Anbaugebiete. Die exzessive Wasserentnahme der letzten Jahrzehnte hat zu einer erheblichen Senkung des Seewasserspiegels geführt, so dass derzeit die den See bildende Wasserschicht dünner ist als die Schlammschicht am Seegrund. Die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt ist mittlerweile so desolat, dass es regelmäßig zu Fischsterben im Upper Klamath Lake kommt. Umweltschutzorganisationen versuchen seit Jahrzehnten, den zu hohen Wasserabzug aus dem See zu bremsen und die Wasserqualität zu steigern. Das Fischsterben ist regelmäßig auf die Produktion von Microcystinen durch im Wasser vorkommende und durch die Überdüngung massiv wachsenden blaugrünen Cyanobakterien zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Anbieter von Afa-Algen dem Käufer mit offensichtlich geschönten Seeaufnahmen eine heile Umwelt vorzugaukeln versuchen, teilen Anwohner des Upper Klamath Lakes in Webforen mit, dass die Gewinnung der im See wachsenden Algen z.T. mit Schleppern und Baumaschinen erfolgt, wobei das dicht wachsende Gemisch aus Algen, Seegras und blaugrünen Cyanobakterien zum Teil vermischt mit Schlamm herausgebaggert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Anbaumethoden ist es nicht verwunderlich, dass die Qualität einiger der gewonnenen Afa-Produkte zu wünschen übrig lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Werbetrick mit der Kameraperspektive==&lt;br /&gt;
[[image:klamath8.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Geschäftsführer Sanacells, Eckart Pinnow, verkündete in seiner Hauspostille Forum - Informationen für Mitglieder des GesundheitsNetzwerkes (Nr. 5, 2002), dass seine Afa-Produkte nicht microcystinbelastet seien. Pinnow ist in dieser Ausgabe in einem Boot abgebildet, dass auf dem Upper Klamath Lake schwimmt. Der Untertitel lautet: &amp;quot;Dipl.-Ing. Eckart Pinnow überprüft persönlich den Qualitätssicherungsprozess am Klamath-See&amp;quot;. Sein Boot ist dabei an der einzigen Stelle des Sees positioniert, die nicht von Landwirtschaft und Industrie umgeben ist. (siehe zum Vergleich weiter oben). Pinnow ist ursprünglich vom Ostufer des Sees einige hundert Meter in den See gefahren und ließ sich in östlicher Richtung mit Blick auf die Berge photographieren. Wäre die Kamera einige Grad nach links geschwenkt, hätte man die Straße und einige Wohngebiete der naheliegenden Stadt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==AFA-Algen und Microcystinbelastung==&lt;br /&gt;
[[image:afa1.jpg|Anabaena|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Hauptproblem der Algenprodukte stellt nicht ihr Lebensmittelcharakter dar, denn es handelt sich um eher minderwertige Nahrungsmittel mit geringem Mineralien- und Vitamingehalt (Ausnahme: Vitamin A) und hohem Proteingehalt. Hauptproblem ist vielmehr die Beimengung von Cyanobakteriengiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aktuellen Publikationen, die verschiedene Stämme der blaugrünen Cyanobakterien Anabaena, Aphanizomenon, Calothrix, Cylindrospermum, Nostoc, Microcystis, Planktothrix, Oscillatoria und Synechococcus genera untersuchten, fanden sich immer wieder Sorten, die die Kampfgifte der Klasse der Microcystine und der Anatoxine produzierten (Lyra et al. 2000). Auch ist bekannt, dass einige Arten der blaugrünen Cyanobakterien das Nervengift Saxitoxin produzieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter der Algen sind sich des Toxinproblems bewußt. Ray (1991) schrieb schon vor 10 Jahren, dass einige A.f.a.-Stämme hochwirksame Nervengifte produzieren könnten, diese Gifte aber in Nahrungsmitteln aus Algen des Upper Klamath Sees in Oregon nicht gefunden worden seien. Seine Ansicht wird von einer Arbeit von Schaeffer et al. (1999) unterstützt, die in Algen eine Beimengung durch eine Microcystin-produzierende Alge (Microcystis spp.) nachwiesen. Demzufolge sei diese Beimischung an dem Toxineintrag schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es eine Veröffentlichung, die sich mit Microcystinbelastungen von A.f.a.-Nahrungsergänzungsmitteln befasst, die aus dem Upper Klamath See gewonnen werden. Gilroy et al. (2000) analysierten Microcystinkonzentrationen in vier verschiedenen Afa-Produkten über vier Jahre hinweg (1996-1999) und alle Produkte enthielten Microcystine in unterschiedlicher Menge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von A.f.a.-Produkten weisen jedoch die Microcystinbelastung generell weit von sich. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass Aphanizomenon Flos Aquae keine Microcystine produziere und führen Studien an, in denen dergleichen nachgewiesen worden sei. Das wirkt befremdlich, denn selbst der sich für Algenprodukte einsetzende US-amerikanische Professor Wayne Carmichael schrieb noch am 30.01.2002 auf seiner Homepage unter Bezugnahme auf einen Artikel im Scientific American: &amp;#039;&amp;#039;..Anabaena, Oscillatoria, Lyngbya, and Aphanizomenon produce neurotoxic anatoxins and/or saxitoxins. Anatoxin-a and Anatoxin-a(s) seem unique to cyanobacteria, while saxitoxin also arise in certain marine algae. Anatoxin-a is a potent nicotinic agonist that mimics acetylcholine and is used as a research tool in neurobiology. Anatoxin-a(s) is a structurally new organophosphate that inhibits acetylcholinesterase. Saxitoxin prevents acetylcholine from being released from neurons by blocking the inward flow of sodium ions across the axonal membrane channels, disrupting the communication between neurons and muscle cells...&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtet man den Blick in die Fachliteratur, gibt es offenbar einige Stämme von Aphanizomenon Flos Aquae, die keinerlei Microcystine produzieren. Lyra et al. (2001) nennen hier Aphanizomenon sp. 202, A. sp. TR183 (AJ133155), A. sp. PCC 7905, A. sp. PH-271, A. flos aquae NIES 81 und Aphanizomenon gracilie PH-219. Allerdings sind diese Aphanizomenon-Bakterien genetisch ausgesprochen eng verwandt mit den Anabaena-Bakterien, die selbst durchaus Neurotoxine erzeugen. Beide Gattungen sind ausgesprochen klein und unterscheiden sich offenbar nur unter dem Mikroskop eindeutig voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unzuverlässige Testmethoden==&lt;br /&gt;
Microcystine und Saxitoxine, die wichtigsten Gifte in Cyanobakterienprodukten, sind nicht einfach zu messen. Es gibt verschiedene Messmethoden, die teilweise sehr aufwändig, zeitraubend und teuer sein können. Grundsätzlich stellt sich das Problem der Wahl des Nachweisverfahrens, denn es gibt Verfahren, die die Gifte direkt sichtbar machen, und Analysen, die die Gifte nur indirekt messen. Außerdem sind die Messverfahren unterschiedlich empfindlich. Zusätzlich erschwert wird die Suche, weil diese Tests in der Lebensmittelanalytik nur selten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell stellt sich die Wahl zwischen dem Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder dem Protein Phosphatase Inhibition Assay (PPIA). Andere Verfahren wie die High Performance Liquid Chromatography (HPLC) oder Liquid Chromatography/Mass Spectrometry (LC/MS) kommen wegen zu hoher Kosten oder noch nicht etablierter Nachweismethodik nicht in Frage. Die Testmethoden von ELISA und PPIA sind unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ELISA werden hochspezifische Antikörper eingesetzt, die gegen Microcystinmoleküle gerichtet sind. Diese Antikörper docken an Microcystine an. In einem zweiten Schritt klebt man einen weiteren Antikörper, der nur an den bereits eingesetzten Antikörper, nicht aber direkt an Microcystin andocken kann, an diesen Microcystin-Antikörperkomplex. Dies tut man, weil erst der zweite Antikörper einen fluoreszierenden Farbstoff tragen kann, den man mit speziellen Analyseverfahren sichtbar macht und dann in seiner Konzentration messen kann. Ein direktes Ankoppeln des zweiten, den Farbstoff tragenden, Antikörpers an das Microcystin ist nicht möglich, da dieser Antikörper zu klobig und ungenau wäre. Vergleichbar ist dieses Verfahren mit dem Angeln. Der Fisch ist das Microcystin, der Köder ist der 1. Antikörper und erst, wenn man den Fisch mit der Angelschnur (dem 2. Antikörper) herausgezogen hat, weiss man am Ende, was man gefangen hat. Der ELISA hat den Vorteil, dass er direkt das vorhandene Gift misst. Er kann dies mit einer Genauigkeit tun, die ein Microcystinmolekül in einer Lösung von 10 Milliarden anderen Molekülen herausfinden kann. Die Genauigkeit liegt bei 0,1 ppb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im PPIA ist das Testprinzip hingegen völlig anders. Hier wird die bremsende Wirkung der Microcystine auf eine enzymatisch gesteuerte Umwandlungsreaktion gemessen. Microcystine bremsen die Protein Phosphatase, die die Dephosphorylierung von p-Nitrophenylphosphat steuert. Durch Nachweis der Ausgangs- und Endprodukte des Umwandlungsprozesses kann man indirekt auf die Konzentration der Microcystine zurückschließen. Ein direkter Nachweis der Microcystine geschieht jedoch nicht. Der Test hat auch den Nachteil, dass er nur eine einzige Wirkung der Microcystine erfasst und dabei unberücksichtigt lässt, dass im Organismus durch verschiedene Microcystintypen unterschiedliche Enzymsysteme beschädigt werden können. Der PPIA ist nicht so genau wie der ELISA, denn er gibt nach Lawrence et al. (2001) in der Regel deutlich niedrigere Belastungswerte für Microcystine aus, die manchmal 10-40% unter den im ELISA gemessenen Konzentrationen liegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von AFA-Algen legen zum Nachweis der angeblichen Produktgüte in der Regel PPIA-Analysen vor. Dies ganz offensichtlich deshalb, weil mit dieser Testmethode nur ein Teil der Microcystine (und dieser wiederum nicht sicher) gemessen werden kann. Auf diese Weise schönt man die Resultate mit der methodenbedingten Ungenauigkeit des Messverfahrens nach unten. Dies trägt zur Verunsicherung des Verbrauchers bei und kann (wie unten näher beschrieben) sogar vor Gericht Vorteile bringen, weil Richter nicht selten bereits zu abgehoben sind, um sich mit den Hintergründen von Prüfmethoden zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesundheitsschäden==&lt;br /&gt;
In den USA listete die US-Gesundheitsbehörde FDA im leider mittlerweile nicht mehr online abrufbaren Med Watch Programm 57 Schadensfälle bis zum Jahre 1998 auf, die in zeitlichem Zusammenhang mit Afa-Konsum zu stehen schienen. Ebenso warnte Health Canada Online bereits im Jahre 1999 vorbeugend vor blaugrünen Algenprodukten, vor allem vor der Anwendung bei Kindern. Auch Erwachsene sollten Vorsicht bei der Einnahme bis zu dem Zeitpunkt walten lassen, an dem die Produktsicherheit zweifelsfrei gewährleistet sei &amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.hc-c.gc.ca/english/protection/warnings/1999/9969ebk.htm &amp;lt;/ref&amp;gt;. Der STERN veröffentlichte im Artikel Die Grüne Gefahr (Nr.8/2002) Warnungen über die Giftstoffe in Algenprodukten am 14.02.2002. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich den deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene seit Mai 2002 Laboranalysen über den Microcystingehalt in Afa-Produkten vorliegen, haben sie bis heute keinerlei Schutzmassnahmen über die bereits angesprochene Warnmeldung hinaus unternommen. Dies wird mit dem Fehlen eines Microcystingrenzwertes begründet (vgl. hierzu [[Spirulina]]). Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Grüner Lobbyismus im Spiel ist, denn offenbar pflegen einige Algenhersteller exzellente Kontakte zu den dt. Bündnisgrünen nahestehenden Prüflabors, die sich einer verbraucherkritischen Untersuchung der Algenprodukte entziehen. Vor Allem in alternativen und esoterischen Kreisen wurden die Wunderalgen stark propagiert. Offenbar befürchtet man bei den Grünen, aufgrund des eigenen Fehlverhaltens in den sich abzeichnenden Skandal einbezogen zu werden.&lt;br /&gt;
Es gibt mittlerweile auch in Deutschland Berichte über Personen, die über Symptome nach dem Konsum von Afa-Algenprodukten klagten. Diese Symptome stellten sich nach einigen Monaten kontinuierlicher Einnahme ein, klangen nach dem Absetzen aber wieder ab und verschwanden. Eine Betroffene bekam Taubheitsgefühl in den Fingern bis hin zum totalen Durchblutungsstopp in den letzten zwei Fingergliedern, desweiteren häufiges Kribbeln wie bei einer Minderdurchblutung und dies auch ansatzweise in den Zehen. Desweiteren beklagten die Betroffenen brüchige, wie erweicht erscheinende Fingernägel sowie eitrige, sich langwierig hinziehende Entzündungsherde der Haut im Bereich des Gesichts und des Rückens. Ein anderer Betroffener schilderte, dass er nach längerer Einnahme sehr schmerzhafte, chronische Halsschmerzen entwickelt hätte und neben den analog bereits beschriebenen Hautentzündungserscheinungen vor Allem extrem langanhaltende Muskelschmerzen bereits nach normaler sportlicher Aktivität bekommen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Hinweise deuten auf eine chronische Langzeitbelastung mit Microcystinen hin. Microcystine verursachen Leberschäden, Nierenversagen und können auch, weil sie die Natriumkanäle der Nerven blockieren können, die Impulsübertragung menschlicher Nervenzellen unterbrechen, was bis zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Auch krebserzeugende Wirkungen sind nachgewiesen (NCI 2000). In China gibt es beispielsweise ausreichend Hinweise dafür, dass microcystinbelastetes Trinkwasser die Hauptursache für die hohe Sterblichkeit an Leberkarzinomen in bestimmten Provinzen des Landes ist (Yu 1995, Ueno 1996). Aktuell publizierte Tierversuche an schwangeren Ratten (Zhang et al. 2002) zeigen, dass die Gabe von 4 Microgramm Microcystin-LR pro kg Körpergewicht bereits zu leichten Veränderungen im Lebergewebe der ungeborenen Feten innerhalb von 10 Tagen führen kann. Interessant ist, dass sich solche Ergebnisse bei Mäusen selbst bei Dosen von 2-128 Microgramm pro kg Körpergewebe nicht einstellen (Chernoff et al. 2002). Es kommt also auf das Tiermodell an, das verwendet wird. Die offenbar gegen Microcystine recht robust erscheinenden Mäuse sind das bevorzugte Tiermodell bei Studien aus der Algenszene. Offenbar weiss man genau, dass man nur mit Mäusen eine Verharmlosung der Giftwirkung der Microcystine beweisen kann, da dies in allen anderen Tiermodellen nicht gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen korreliert die Microcystinbelastung im Trinkwasser eindeutig mit der Häufigkeit von Leberkrebs (Yu et al. 2001), wie Studien aus China beweisen. Dort hat man schon lange Probleme mit microcystinbelastetem Trinkwasser, das in etlichen Provinzen Chinas ursächlich mit dem gehäuften Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert zu sein scheint. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Teil pro 1 Millarde Teile Wasser empfohlen (1 ppb), der in Kanada, Australien und Großbritannien mittlerweile auch in Kraft ist. In den USA oder der Bundesrepublik Deutschland ist dergleichen nicht umgesetzt worden. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates Oregon eine Microcystinbelastung bis zu 1.000 ppb (= 1 parts per million/ppm) in Algenprodukten tolerieren, inakzeptabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versucht man eine grobe Risikoabschätzung der Microcystinbelastung in den Algenprodukten vorzunehmen, so scheint eine klinische Symptomatik nach einigen Monaten Konsum von Produkten mit Belastungen ab 100 ppb einzutreten. Dies zeigt, dass das der WHO-Trinkwassergrenzwert von 1 ppb mit einem vernünftigen Sicherheitsabstand von 1:1000 zum Algengrenzwert aus Oregon durchaus begründet ist und sicherheitshalber auf Lebensmittel übertragen werden sollte. Von Algenanbietern wie Sanacell und Algavital wird immer wieder die Falschmeldung verbreitet, dass der in Oregon etablierte Grenzwert für die gesamte USA gelten würde. Dem ist nachweislich nicht der Fall. Zudem ist der Grenzwert nicht verbindlich, sondern lediglich ein US-amerikanischer Empfehlungswert, ab dessen Überschreitung microcystinbelastete Afa-Produkte aus dem Verkehr gezogen werden sollen (nicht müssen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die oben geschilderten Fälle zugrunde und bedenkt man, dass sich Microcystine sowohl in der Leber- als auch im Nerven- und Muskelgewebe angereicht als auch nur langsam ausgeschieden werden, wäre es möglich, dass Dauerkonsumenten erst mit monatelanger Verzögerung Gesundheitsprobleme entwickeln. Microcystindosen können beim Schwein, das uns Menschen vor Allem bei der Leberfunktion sehr ähnlich ist, bereits in Dosen von 25 Microgramm pro Kilogramm Körpergewicht Leberschäden auslösen, während Ratten und Mäuse wesentlich robuster reagieren. Deshalb ist es absolut denkbar, dass der Mensch, der in vielen gesundheitlichen Bereichen empfindlicher als Tiere reagiert, schon bei niedrigeren Dosen Gesundheitsprobleme entwickelt, die anfänglich nicht mit den A.f.a.-Produkten assoziiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man eine Verzehrsmenge von 2 Gramm Algenmasse mit einer Belastung von 100 Microgramm pro kg Algenmasse (100 ppb) zugrunde, würde man sich pro Tag eine Microcystinmenge von 0,2 Mikrogramm einverleiben. Da die oben geschilderten beiden Verbraucher erst nach 7 Monaten, dann aber zügig, gesundheitliche Probleme entwickelten, wäre zu spekulieren, dass bei einer Gesamtmenge von 40 Microgramm Microcystinen von ersten klinischen Symptomen auszugehen sein könnte (von einer unbemerkten Krebsschädigung nicht zu reden!). Diese zugegebenermaßen spekulative Obergrenze für bemerkbare, klinische Probleme scheint nicht unrealistisch zu sein, da eine weitere Verbraucherin, die über Monate hinweg eine mit 76 ppb belasteten Probe konsumiert hatte, keine gesundheitlichen Probleme berichtete. Die Wirksamkeitsschwelle zur Auslösung klinischer Symptome beim Menschen dürfte derzeit bei einer Gesamtaufnahmemenge von 40-50 Microgramm liegen, die je nach Belastung des A.f.a.-Produkts mehr oder weniger schnell erreicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Australien wird für Trinkwasser ein Microcystin-LR Richtwert von 1,3 Microgramm/Liter empfohlen. Alle Grenzwerte, auch der von der WHO empfohlene, orientieren sich an Hochrechnungen, die ihre Grundlage in Tierversuchen am Mausmodell haben. Mäuse halten aber eine deutlich höhere Microcystinbelastung aus, ohne Leberschäden oder körperliche Symptome zu entwickeln, als andere Tiergattungen (z.B. Ratte oder Schwein). Zeigen sich bei Mäusen noch keine Zeichen von Leberschädigungen bei intraperitonealen Gaben von Microcystinen in Dosen von 25-50 Microgramm/kg Körpergewicht (vgl. Fromme, Berlin, 1999), treten bei Rattenfeten bereits ab 4 Microgramm/kg Körpergewicht Schäden auf (Zhang et al. 2002). Schweine überleben nach Beasley et al. (2000) gerade noch eine Microcystindosis von 25 Microgramm/kg Körpergewicht, erleiden dabei aber bereits nachweisbare Organschäden u.a. im Bereich der Leber. Beim Menschen fehlen entsprechende Untersuchungen aus naheliegenden Gründen. Niemand würde die Erlaubnis erhalten, selbst bei Freiwilligen solche Versuche durchzuführen. Deshalb ist man auf Analogieschlüsse angewiesen, die sich sinnvollerweise auf die Trink- oder Badewasserbelastung mit Microcystinen beziehen, denn hier zeigen Studien aus China, dass der Konsum microcystinbelasteten Trinkwassers eindeutig mit einem erhöhtem Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert ist (z.B. Shun-Zhang 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut für Umweltanalytik und Humantoxikologie (ITox) in Berlin empfiehlt in der Gesundheitlichen Bewertung von Blaualgentoxinen (Microcystinen) in Badegewässern bereits ab einer Belastung von 10-100 Microgramm pro Liter, auf das gesundheitliche Risiko beim Baden in entsprechend belasteten Gewässern hinzuweisen und vom Baden abzuraten sowie ab Microcystinwerten oberhalb von 100 Microgramm pro Liter das Baden in solchen Gewässern zu untersagen. Es liegt nahe, diesen Trinkwassergrenzwert auf die Algenprodukte zu übertragen, denn in der von mir initiierten Untersuchung fand ich zwei Personen, die nach mehrmonatiger Einnahme von Algenprodukten in einer geschätzten Microcystin-Gesamtdosis von etwas über 40 Microgramm klinische Symptome entwickelt hatten, die auf eine chronische Vergiftung durch Microcystine schließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn also Tierversuche zeigen, dass Mäuse zur Risikoabschätzung durch Microcystin aufgrund ihrer Unempfindlichkeit ungeeignet sind, Ratten und Schweine hingegen viel empfindlicher reagieren und zudem erste Hinweise bei Erwachsenen zeigen, dass Gesamtdosen von etwa 40 Migrogramm Microcystinen - auch über längere Zeit verteilt eingenommen - zu Gesundheitsschäden führen können, muss gefordert werden, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Microgramm/Liter auch bei den Algenprodukten einzuhalten ist. Die im US-Bundesstaat Oregon tolerierten Microcystinmengen in Algenprodukten (1.000 Microgramm pro kg), die nur auf Schätzungen aus Mausmodellen beruhen (Schaeffer et al. 1999), sind offensichtlich wesentlich zu hoch. Sie liegen um den Faktor 1.000 überhalb der für Trinkwasser empfohlenen WHO-Richtwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die übliche Verzehrsempfehlung von 2 Gramm Algenmasse pro Tag, eine durchschnittliche Microcystinbelastung von 0,1 Microgramm pro Algengramm und eine Dosisschwelle von 40 Microgramm Microcystinen bei Erwachsenen zugrunde, ab der offensichtlich klinische Symptome auftreten können, so kann man innerhalb von etwa 6-7 Monaten die kritische Belastungszone zum Auftreten körperlicher Beschwerden erreichen. Es gibt jedoch Algenanbieter, deren entsprechend belastete Algenprodukte mit Verzehrsempfehlungen bis zu 20 Pillen (5 Gramm) täglich angepriesen werden. Bei solchen Verzehrsmengen ist es kein Wunder, wenn die kritische Schwelle bereits innerhalb weniger Wochen erreicht wird und die Patienten anfänglich mit schnell auftretenden Hautausschlägen konfrontiert werden. Sanacell und Algavital nutzen beide gern die Dienste der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn, die einschläge Ritalin-kritische und AFA-propagierende Bücher publiziert hat sowie einschlägige werbende Artikel in Szene-Zeitschriften veröffentlichte. Sie tritt für noch höhere Dosen pro Tag (20 Gramm und mehr) ein. Bei den Microcystinmengen, die in den Produkten von Sanacell und Algavital gefunden wurden, würde dies eine Krebsgefahr bedeuten sowie nach wenigen Wochen bis Monaten klinische Symptome einer Microcystinvergiftung bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich ist zu bedenken, dass sich 50% der oral eingenommenen Microcystindosis in der Leber anreichert. Somit sind die üblichen Dosierungsschemata des Giftes in Bezug auf Kilogramm Körpergewicht per se fragwürdig. Die Leber eines Erwachsenen hat ein durchschnittliches Gewicht von 3-4 kg, so dass bereits niedrige Einnahmemengen zu Leberschäden führen können. Geht man davon aus, dass man eine Giftkonzentration von 1 Microgramm pro kg Lebergewicht einnehmen müßte, würden bereits 8 Microgramm Gesamtaufnahmemenge ausreichen, um erste Leberschäden zu bewirken oder ggf. dazu beizutragen, Leberkrebs auszulösen. Diese Dosis kann bei Algenprodukten, die, wie in der vorliegenden Untersuchung nachgewiesen, mit 68-134 Microgramm pro kg (also 0,068 - 0,134 Microgramm pro Gramm) mit Microcystinen belastet sind, durchaus schon in 2-3 Monaten erreicht werden, denn die Microcystine werden nicht so schnell abgebaut, wie sie eingenommen werden. Das Leberkrebsrisiko kann bereits in solchen Dosen möglicherweise deutlich erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yu und Chen (1994) untersuchten den Microcystingehalt im Trinkwasser von 20 Patienten, die an hepatozellulärem Karzinom erkrankt waren (61 Microgramm/Liter) und verglichen ihn mit demjenigen von gesunden Kontrollpersonen (36 Microgramm/Liter). Dies zeigt, dass eindeutige Risiken bestehen können, wenn dauerhaft Microcystine in noch vergleichsweise niedrigen Dosen eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnung des BfArM und BgVV==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin ( BgVV) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte am 21. März 2002 eine gemeinsame Presseerklärung &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bgvv.de/presse/2002/pr_02_08.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, die vor dem Konsum der Algenprodukte warnte. Am 22.03.2002 warnte der kritische Informationsdienst für Ärzte und Apotheker (Arznei-Telegramm) in einer Blitz-Mitteilung per eMail &amp;lt;ref&amp;gt;AT: AFA-Alge: Irreführende Werbung, bedenkliche Produkte&amp;lt;/ref&amp;gt; vor den Algenprodukten und vertiefte dies in einer Printausgabe des Arznei-Telegramms am 12. April 2002. Am 27.03.2002 warnte der Krebs-Kompass.de auf seiner Website ebenfalls mit dem Titel Warnung vor Algen statt Arznei. Diese Warnungen trugen dazu bei, dass Elternverbände in Deutschland und der Schweiz, die sich für hyperaktive Kinder (ADS-Kinder) einsetzen und sich dem von Algenvertreibern erzeugten juristischen Druck ausgesetzt sahen, diesem besser widerstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pressemitteilung vom 21.3.2002 zu AFA-Algen:&lt;br /&gt;
*Ein Nutzen durch den Verzehr AFA-Algen-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.&lt;br /&gt;
*eine Gefährdung der Gesundheit durch Gifte ist nicht auszuschließen.&lt;br /&gt;
*Produkte, denen werblich eine heilende Wirkung zugeschrieben wird, sind als Arzneimittel anzusehen und bedürfen deshalb der amtlichen Zulassung. Liegt eine solche Zulassung nicht vor, sind die Produkte nicht verkehrsfähig. In Deutschland ist kein solches Produkt zugelassen.&lt;br /&gt;
*Damit liegt ein Verstoß gegen das Verbot der irreführenden Werbung nach dem Heilmittelwerbegesetz vor. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der Fehlinformation Eltern eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder abbrechen und sich das Leiden verschlimmert, wenn ersatzweise AFA-Algenprodukte gegeben werden. Gleiches gilt für Erwachsene, die im Vertrauen auf die &amp;quot;Heilkraft der AFA-Algen&amp;quot; bei einer diagnostizierten Depression oder bei anderen Gesundheitsstörungen eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie abbrechen und stattdessen AFA-Algenprodukte zu sich nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnende Stimmen werden mit juristischen Tricks niedergebügelt==&lt;br /&gt;
Eckard Pinnow brüstet sich in der obigen Forum-Ausgabe, dass es gerichtlich verboten sei, Warnungen vor AFA®-Algen zu veröffentlichen. Diese Behauptung ist offensichtlich erlogen, denn seine Produkte sind nachweislich belastet. Trotzdem kommt Pinnow mit seinen Lügen legal über die Runden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trick, mit dem Pinnow bisher der prozessuale Sieg gegenüber sorgenvoll warnender Elternverbände von ADHS-Betroffenen und -Kindern gelang, ist leicht erklärt. Er ließ die entsprechenden Organisationen von einer Anwaltskanzlei abmahnen. Da in der strittigen Äußerung das Wort &amp;quot;AFA-Algen&amp;quot; (eine in der Fachliteratur durchaus übliche Abkürzung) genannt worden war, Sanacell (wie auch Algavital) sich ähnlich klingende Namen aber als Produktbezeichnung schützen ließen, konnten sie daraus eine Aktivlegitimation und somit Klagefähigkeit ableiten. Die Abmahnung enthielt allerdings so lächerliche Passagen, dass sie von den prozessunerfahrenen Verbänden nicht ernst genommen wurden. Es wurde deshalb keine Schutzschrift hinterlegt, so dass die gegnerische Anwaltskanzlei (Radeck/Berlin) einfach zum Landgericht marschierte, eine Einstweilige Verfügung beantragte und diese auch bewilligt erhielt. Die schockierten Verbände bekamen erst Wind von der Sache, als ihnen die Verfügung ins Haus flatterte (vgl. Kritiker leben gefährlich). Auf diese Weise war es Pinnow möglich, öffentliche Warnungen vor seinen giftbelasteten Algenprodukten bis zur Hauptverhandlung stillzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die ADHS-Verbände Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung eingelegt hatten, kam es zu einer mündlichen Verhandlung. Die Richter Mauck, Gollan und Becker verurteilten erstinstanzlich mit haarsträubenden Begründungen die ADHS-Verbände und gaben Sanacell vollumfänglich Recht. So glaubten sie den Ausführungen Sanacells, dass diese in der Lage sei, Microcystine aus den Algenprodukten durch ein geeignetes Filterverfahren zu entfernen. Die Richter schrieben: &amp;quot;Diese Behauptung wird gestützt durch die Ausführungen auf Seite 53 des Buches &amp;#039;Die Heilkraft der AFA-Alge&amp;#039;, wonach die AFA-Alge viel kleiner ist als die Microcystine und das Sieb passiert, während jene zurückgehalten werden.&amp;quot;. Dass auch Aphanozimenon-Stämme Microcystine produzieren können, ist in der Fachliteratur bekannt und beschrieben. Das Microcystine winzige Moleküle sind, ergibt sich zwangsläufig von selbst. Kein Gift ist besonders groß, die gefährlichsten sind sogar sehr klein, weil sie sonst Schwierigkeiten hätten, in den Organismus aufgenommen zu werden. Es hätte sogar einem Richter mit normaler Schulbildung auffallen müssen, dass ein Bakterium nichts produzieren kann, was größer als es selbst ist. Schon gar nicht hätten drei Richter den obigen Unfug schreiben dürfen. Dieser bedeutet im übertragenen Sinne, dass ein Gemisch aus Wackersteinen (Afa-Algen) und Staub (Microcystinen) durch ein Sieb geschüttelt werden kann, in dem der Staub liegen bleibt, die Wackersteine aber hindurchfallen. Dass dergleichen Inkompetenz an deutschen Gerichten ein Richteramt ausüben darf, ist einer der vielen Skandale im AFA-Algenzirkus. Dass sich die Richter offenbar aus lauter Faulheit sogar auf die Schriften der die AFA-Algen propagierenden Heilpraktikerin Barbara Simonsohn (siehe Fünf Tibeter) stützten, ist ein Schlag ins Gesicht jedes wissenschaftlichen Sachverstandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Richter erklärten weiterhin, dass das Herausfiltern der Microcystine durch das Vorlegen von Untersuchungszertifikaten durch Sanacell hinreichend belegt worden sei. Dem ist aber nicht so, denn von der Firma wurden keine ELISA-Untersuchungen, sondern vielmehr der PPIA-Test verwendet wird. Wie oben bereits beschrieben, ist der PPIA-Test weitaus ungenauer und dies vor allem in dem Bereich der Microcystinbelastung, um den es sich hier dreht. Hier wird oftmals deutlich weniger bis gar keine Belastung im PPIA angezeigt, während der ELISA noch verlässlich die Giftkonzentrationen anzeigt. So ließen sich die drei Berliner Richter exzellent täuschen und die Verbände zahlten für deren Inkompetenz die Zeche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma Algavital versucht eine andere Taktik, um unliebige Kritik wegzubügeln. Analog wie Sanacell versucht sie haltlose Abmahnungen zu versenden. Hinterlegt man aber eine fundierte Schutzschrift, so schrecken beide vor Klagen offenbar aus Angst vor einer Blamage zurück. Berichten aber Presseorgane kritisch über die giftbelasteten Algen, versucht primär Algavital durch presserechtliche Tricks, Gegendarstellungen plaziert zu erhalten. Sind diesen korrekt formuliert, müssen jene vom jeweiligen Journal unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abgedruckt werden. So geschah dies der Pharmazeutischen Zeitung, die kritisch über diese Algen berichtet hatte. Bei anderen Blättern hingegen gelang der Widerruf, der spätestens nach 3 Monaten plaziert sein muss, nicht. Grund war hierfür die offensichtlich wahrheitswidrige Forderung der Firma Algavital. Algavital nutzt auch gerne auf ihrer Website die Chance, Kritiker zu verleumden. Abmahnungen, die ihr deshalb ins Hause flattern, befolgt sie allerdings dann auch relativ schnell, zahlt aber die entsprechenden Anwaltsrechnungen nicht und lässt es dann offensichtlich auf langwierige Gerichtsprozesse ankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsicht: Verwechslungsgefahr!==&lt;br /&gt;
Eine sowohl in den USA als auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern vertretene Biotech-Firma mit dem Namen Celltech Group (Hauptsitz in Großbritannien, 208 Bath Road, Slough, Berkshire SL1 3WE) verkauft über ihre deutsche Niederlassung (Celltech GmbH &amp;amp; Co. KG, Im Wirringen 25, 45731 Waltrop) seit Mai 2002 ein Methylphenidatprodukt (Equasym) zur Behandlung von ADS/ADHS. Equasym ist neben Medikinet (Fa. Medice) und Ritalin (Fa. Novartis Pharma) das dritte Methylphenidatprodukt, das in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt gekommen ist (vgl. Gelbe Liste). Celltech Group hat mit einem US-amerikanischen Algenanbieter fast gleichen Namens aber nichts zu tun. In den USA hat die Celltech Group verschiedene Niederlassungen (Celltech R&amp;amp;D Inc. in Wayne und in Bothel, Celltech Manufacturing CA Inc. in Santa Ana, Celltech Pharmaceuticals Inc. in Rochester). Ärzte, die Equasym rezeptieren wollen, jedoch bei dem Namen des Anbieters misstrauisch geworden sind, sollten dies berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scientology, Sektengruppen und Pseudowissenschaftler im Spiel==&lt;br /&gt;
Auf der Ebene des Europarates ist es dem US-amerikanischen Top-Scientologen Fred A. Baugham, seines Zeichens pädiatrischer Neurologe, gelungen, die US-Psychosekte ins Spiel zu schleusen. Er selbst propagiert seit Jahren in den USA eine Anti-Ritalin-Kampagne und tritt gemeinsam mit In Paris konnte er den Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Parlament) in einer gut plazierten Marketingkampagne überrollen. Er sorgte mit einigen anderen dafür, dass eine Anhörung im November 2001 zu einer Farce wurde. Nicht nur gab er die üblichen haltlosen Lügen und Unwahrheiten über ADHS und Methylphenidat zum besten, er sorgte durch Lobbyarbeit hinter den Kulissen dafür, dass an die Mitgliedsstaaten des Europarats die schriftliche Aufforderung erging, den Methylphenidatbedarf zu überprüfen und die Verordnung einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA arbeitet Peter Breggin, ein bisher der Scientology nicht direkt zuzurechnender Autor, mit Fred A. Baugham eng zusammen. Durch einschlägige, reisserische Bücher, in der die üblichen verleumderischen Thesen über wirksame Behandlungsmethoden bei ADHS verbreitet werden, trägt Breggin dazu bei, bei den Betroffenen Angst vor z.B. [[Ritalin|Methylphenidat]] zu schüren. In Deutschland hat seine Thesen der Neurobiologie Hüther aufgenommen, der sich auch nicht zu schade ist, auf Podiumsdiskussionen teilzunehmen, die von schweizerischen Firmen, die der Scientology direkt zuzurechnen sind, aufzutreten. Hüthers Hauptthese, Methylphenidat prädisponiere für M. Parkinson, ist nachweislich falsch und wurde in der Fachliteratur ausführlich wiederlegt. Trotzdem tourt er derzeit durch Europa und schafft es offenbar auch mit Unterstützung von Scientologen, sich in öffentlichen dt.-sprachigen Medien mit seinen falschen Behauptungen zu plazieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Szene um [[Franz Konz]] (siehe Ur-Medizin) ist mir von der Partie. Konz präsidiert bekanntlich dem Bund für Gesundheit e.V., der wiederum eine Hauspostille (Natürlich Leben) sowie ein Beratungstelefon betreibt. Konz schrieb über verhaltensauffällige Kinder in einer der letzten Ausgaben und empfahl, solche Kinder in kompetente Psychotherapie zu bringen. Dabei riet er zur Firma [[KVPM]], die jedoch seit Jahren eine bekannte Deckadresse der US-Psychosekte Scientology in Deutschland ist (siehe Die Scientology Organisation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Esoterikmessen wie den Medizinischen Wochen Baden-Baden, auf denen Sanacell Afa-Produkte vorstellt, wird immer gerne mit Publikationen der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn geworben. In deren Büchern kann man deren indirekte Finanzierung durch diese Firmen leicht nachvollziehen. Sie schreibt selbst in einem ihrer Bücher, dass sie von Algenanbietern Waren zu Testzwecken im Wert von mehreren tausend Euros erhalten hat. Zusätzlich, und dies ist mit Sicherheit kein Zufall, saß Frau Simonsohn über längere Zeit am Beratungstelefon des [[BFG|Bundes für Gesundheit]]. Ihre 14-tägigen Sprechzeiten konnten in Natürlich Leben nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits bei der Ur-Medizin beschrieben, bestehen Verbindungen zwischen Konz und dem wegen Kindsmissbrauchs und Betrugs zu einer 15jährigen Haftstrafe in Paris verurteilten [[Guy-Claude Burger]]. Burgers deutsche Stimme, der [[MLM|Multi-Level-Marketing]] Verkäufer Stephen Janetzko aus Erlangen ist einer der Ansprechpartner, der für das GesundheitsNetzwerk des Pinnow in Erlangen Veranstaltungen organsiert. Dies kann in der Sanacell-Firmenzeitung FORUM (Ausgabe 08/2002) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man erkennt, gibt es enge Verflechtungen zwischen sektenähnlich operierenden Gruppen, der US-Psychosekte Scientology und den die Algen verkaufenden Firmen in Europa. Es liegt nahe, zu vermuten, dass es sich bei einigen dieser Firmen um abgetauchte bzw. abgetrennte Scientologen-Netzwerke handelt, die zwar scientologische Methoden anwenden, sich aber nicht offen zur Scientology bekennen. Die genannten Netzwerke sind übrigens nur nur die Spitze des Eisberges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Beasley VR, Lovell RA, Holmes KR, Walcott, HE, Schaeffer DJ, Hoffmann WE, Carmichael WW: Microcystin-LR decrease hepatic and renal perfusion and causes circulatory shock, severe hypoglycemia and terminal hyperkalemia in intravasculary dosed swine. J Toxicol Environm Health 61 (Part A): 281-203, 2002&lt;br /&gt;
*Chernoff N, Hunter ES, Hall LL, Rosen MB, Brownie CF, Malarkey D, Marr M, Herkotivs J: Lack of teratogenicity of microcystin-LR in the mouse and toad. J Appl Toxicol 22: 13-17, 2002&lt;br /&gt;
*Gilroy DJ, Kauffman KW, Hall RA, Huang X, Hu FS: Assessing potential health risks from microcystin toxins in blue-green algae dietary supplements. Environment Healtch Perspect 108: 435-439, 2000&lt;br /&gt;
*Jensen GS, Ginsberg DI, Huerta P, Citton M, Drapeau C: Consumption of Aphanizomenon flos-aquae has rapid effects on the circulation and function of immune cells in humans. A novel approach to nutritional mobilization of the immune system. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 50-58, 2000&lt;br /&gt;
*Kushak RI, Drapaeu C, Van Cott, EM, Winter, HH: Favorable effects of blue-green algae Apha-nizomenon flos-aquae on rat plasma lipids. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 59-65, 2000&lt;br /&gt;
*Lyra C, Suomalainen S, Gugger M, Vezi C, Sundman P, Paulin L, Sivonen K: Molecular characterization of planktic cyanobacteria of Anabaena, Aphanizomenon, Microcystis and Planktothrix genera. Int J System Evolut Microbiol 51: 513-526, 2001&lt;br /&gt;
*Manoukain R, Citton M, Huerta R, Rhode B, Drapeau C, Jensen GS: Effects of the blue-green algae aphanizomenon flos aqua (L.) Ralphs on human natural killer cells. In: Savage L (Ed.): Phytoceuticals. 1.1. Chap. 3.1., Seite 233-241, 1998&lt;br /&gt;
*NCI Nomination: Blue-Green Algae. Submitted to the NTP. September 2000&lt;br /&gt;
*Ray RA: Microalgae as food and supplement. Crit Rev Food Sci Nutr 30: 555-573, 1991&lt;br /&gt;
*Schaeffer DJ, Maplas PB, Barton LL: Risk assessment of microcystins in dietary Aphanizomenon flos-aquae. Ecotoxicol Envinron Saf 44: 73-80, 1999&lt;br /&gt;
*Shun-Zhang Y: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 675-682, 1995&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität - ein Problem unserer Zeit. Erfahrungsheilkunde, Nr. 8, 516-527, 2000&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Hyperaktivität - warum Ritalin keine Lösung ist. W. Goldmann Verlag, München, 2001&lt;br /&gt;
*Ueno Y, Nagata S, Tsutsumi T, Hasegawa A, Watanabe MF, Park HD, Chan GC, Chen G, Yu SZ: Detection of microcystins, a blue-green algal hepatotoxin, in drinking water sampled in Haimen and Fusui, endemic areas of primary liver cancer in China, by highly sensitive immunoassay. Carcinogenesis 17: 1317-1321, 1996&lt;br /&gt;
*Yu SZ: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 674-682, 1995&lt;br /&gt;
*Yu SZ, Chen G: Blue-green algae toxins and liver cancer. Chin J Cancer Res 6: 9-17, 1994&lt;br /&gt;
*Zhang Z, Lian M, Liu Y, Wei G, Yu S, Kang S, Zhang Y, Chen C: Teratosis and damage of viscera induced by microcystin in SD rat fetuses. Zhonghua Yi Xue Za Zhi 82: 345-347, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.uni-konstanz.de/news/mittshow.php?nr=12&amp;amp;jj=2008 Universität Konstanz zu Algenpräparaten&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cd/987&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cm/208/afa_algen_und_afa_algenpropdukte.pdf&lt;br /&gt;
*http://ads-adhs.de.vu/algen.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Beutelschneiderei]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=18570</id>
		<title>AFA-Algen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=18570"/>
		<updated>2009-02-27T18:36:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Warnende Stimmen werden mit juristischen Tricks niedergebügelt */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:afa2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Afa-Algen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Aphanizomenon flos-aquae) sind Bakterien der Abteilung [http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien  Cyanobakterien] und werden auch Blaualgen genannt. Diese werden seit einigen Jahren als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (NEM) angeboten. Entsprechend der häufigen Vorgehensweise von Vermarktern von &amp;quot;Wundermitteln&amp;quot; wurden über diese schlichte Alge diverse Märchen und beleglose Behauptungen verbreitet und ihr Heilwirkungen bei [[Ritalinkritik|ADHS]] bis [[Unkonventionelle Krebstherapien|Krebs]] und natürlich allen üblichen [[Zivilisationskrankheit]]en angedichtet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich jedoch Lebensmittel und unterliegen daher dem [[LFGB]] (Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch). Laut LFGB sind gesundheitsbezogene Werbung und werbeähnliche Äußerungen untersagt und können kostenpflichtig abgemahnt werden. Problematisch ist, dass in diesen Algen z.T. sehr giftige (lebertoxische) Microcystine vorhanden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Afa-Algen sind keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien==&lt;br /&gt;
Die als Afa-Algen bezeichneten Lebewesen sind zur Photosynthese befähigte Einzeller (Eubakterien), die evolutionsgeschichtlich sehr alt sind. Viele Stämme dieser Bakterien sind in der Lage, hochwirksame Gifte (Microcystine, Anatoxine, Saxitoxin) zu produzieren, welches sich in den Bakterien selbst sowie in den sie verzehrenden Meerestieren anreichert. Man nennt sie deshalb auch blaugrüne Cyanobakterien. Eine ausführliche Darstellung über Microalgen und deren Belastung mit Algentoxinen finden sie in den Guidelines for Safe Recreational-water Environments (Vol. I: Coastal and Fresh-waters), Oktober 1998 &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~tennisplatzis/paralex/content/who_Recreawat-II.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beworbene Indikationen==&lt;br /&gt;
Afa-Algen werden von unterschiedlichen Firmen als Lebensmittel angepriesen. Je nach Lokalisation der Firma werden verschiedene heilende Aussagen getroffen. In den USA werden die Mittel u.a. von der Fa. Bluegreen (von der auch deutsche Firmen ihre Produkte beziehen) als Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Immunschwächeerkrankungen anderer Art, ADHS, Hypercholesterinämie und zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens beworben. Für diese propagierten Aussagen liegen keine glaubwürdigen Wirksamkeitsnachweise vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
Seriöse Studien über die Wirkung der AFA-Algen gibt es im internationalen wissenschaftlichen Schrifttum nicht. Es gibt allerdings einige Nischenpublikationen wie einen Buchbeitrag (Manoukain et al. 1998) und Journalartikel (Kushak et al. 2000, Jensen et al. 2000). Letztere stammen aus dem Journal of the American Nutraceutical Association (JANA). Allein diese Titelwahl soll den Leser verwirren, denn die American Medical Association, die größte US-Vereinigung für Fachärzte der Inneren Medizin, gibt mit JAMA eine ähnlich klingende Fachzeitschrift heraus, die sich Journal of the American Medical Association (JAMA) nennt. JANA ist nicht in medizinischen Fachinformationsdiensten wie Medline gelistet, JAMA hingegen sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Studie von Manoukain et al. (1998) wurde festgestellt, dass man durch die Gabe von 1.5 g Afa-Algen bei fünf gesunden Freiwilligen eine signifikante Verringerung der Natürlichen Killerzellen innerhalb von 2 Stunden nach dem Schlucken bewerkstelligen konnte. Die Menge an NK-Zellen sank um 63%. Dies verwundert nicht, denn die unten noch näher beschriebenen Algentoxine greifen u.a. direkt die Zellstrukturen von weißen Blutkörperchen an und können die Aufnahme von Nahrungsenergie (z.B. Glukose) durch die Zellwand hemmen. Wahrscheinlich resultiert die Reduktion der NK-Zellen auf einer direkten Giftwirkung der in den Afa-Algen vorhandenen Microcystine oder des Saxitoxins, das in geringeren Mengen Auswirkungen auf Blutzellen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer zweiten Studie (Jensen et al. 2000) wurden 21 gesunde Probanden mit 1.5 g Afa-Algen über sechs Wochen behandelt. Unter der Afa-Algenbehandlung kam es zu einem deutlichen Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen, was unter Placebogabe nicht eintrat. Dieser Effekt wurde von den Autoren als Stimulation des Immunsystems interpretiert, die eine Verbesserung der Abwehrsituation anzeige. Diesen Schluss ist lächerlich, denn wenn man eine Substanz verzehrt, die Zellgifte enthält, welche im Organismus z.B. Leberzellen verstärkt in den Selbstmord treiben können (Auslösung der Apoptose), erklärt sich der Anstieg der Abwehrzellen wesentlich offensichtlicher. Stirbt im Organismus Zellgewebe ab, weil es beschädigt wurde, dann ändert sich die Oberflächenstruktur der betroffenen Zellen. Diese werden dadurch für das Abwehrsystem als zur Entsorgung freigegeben gekennzeichnet, daraufhin von weißen Blutkörperchen angegriffen und verzehrt. Je mehr solche betroffenen Zellen sterben, desto höher ist der Bedarf an den sie verzehrenden weißen Blutkörperchen. Die Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen ist nur die Folge einer durch Algengifte verursachten, niedrigschwelligen Entzündungsreaktion u.a. von Leberzellen. Jensen et al. (2000) verloren kein Wort über den Zustand der Leber oder der Nieren der Probanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kushak et al. (2000) veröffentlichten eine Studie, die an Ratten zeigen sollte, dass der Konsum von Afa-Algen den Blutfettspiegel zu regulieren in der Lage sei. Sie gaben den Tieren unterschiedliche, mit ungesättigten Fettsäuren angereicherte Diäten. Daneben reicherten Sie die Diät z.T. mit 10-15% Afa-Algensubstanz an. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die keinen Afa-Zusatz erhielt, wiesen die beiden Afa-Untersuchungsgruppen eine deutliche Senkung des Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegels im Serum auf. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Afa-Algen einen cholesterinsenkenden Effekt hätten und empfahlen, diese Wirkung im Lebensmittelsektor auszunutzen. Auch dieses Resultat wundert mich nicht, lässt es sich doch erneut mit der Giftwirkung von Algentoxinen erklären. Die Leber ist das Zielorgan für Microcystine, die sich dort anreichern. Dies ist auch bei Ratten nachgewiesenermaßen der Fall. Die Leber ist aber gleichzeitig der Produktions- und Umschlagsort für Blutfette. Da Microcystine auch in niedriger Dosierung auf Leberzellen von Ratten schädigend wirken, sinkt mit steigender Afa-Menge logischerweise die Syntheseleistung der Leberzellen, weil sich eine zunehmende toxinbedingte Organentzündung in einer verschlechterten Syntheseleistung niederschlägt. Interessanterweise hatten die Autoren weder Leberwerte berichtet, die auf die Organfunktion hätten schließen lassen, noch hatten sie nach dem Fütterungsversuch über histologische Leberuntersuchungen der Tiere berichtet, um eventuelle Auswirkungen der Algentoxine zu bewerten. Dies lässt darauf schließen, dass sie offenbar befürchteten, negative Auswirkungen zu finden. Wer nicht sucht, findet nicht und kann dem Leser in die Tasche lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Studien sind kein Beleg für die Wirkung von Afa-Algen, zumal keiner der Autoren in seinen Berichten genaue Angaben über die Microcystin-, Anatoxin- und Saxitoxingehalte der verwendeten Afa-Produkte machte. Bei jeder Studie war ein Vertreter von Bluegreen, dem größten US-amerikanischen Afa-Algenproduzenten, Mitautor. Dies lässt auf eine direkte Einflussnahme und auf Gefälligkeitsstudien schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt im Bereich der Therapie hyperaktiver Kinder bisher keine einzige seriöse Studie, die bewiesen hätte, dass Afa-Algen einen therapeutischen Vorteil erbracht hätten. Man muss sich recherchemäßig fast auf den Kopf stellen, um zumindest indirekte Hinweise zu erhalten, denn im internationalen medizinischen Fachschrifttum gibt es keine einzige Afa-Studie. Auch das Durchforsten von Doktorarbeiten oder Habilitationsschriften deutscher Universitäten erbringt keine einzige Untersuchung mit diesem Nahrungsergänzungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Buch der Heilpraktikerin und Diplom-Politologin Barbara Simonsohn (2001), die Afa-Algen als Ersatz für Ritalin vorstellt, findet man einen ersten Hinweis. Sie berichtet über Einzelfälle, die als Belege dargestellt werden: Julian, 13, war sprunghaft, ungewöhnlich rastlos, unkonzentriert und ermüdete schnell. Sein Verhalten war dominant, undiplomatisch und oft verständnislos. Julian ist seit Afa-Algen-Einnahme weniger impulsiv, er findet nach einem Wutanfall leichter zurück zum Normalzustand, kann besser nachgeben und ist lustiger und fröhlicher. Diesem lächerlichen Beweis fehlt so ungefähr alles, was es erlaubt, eine seriöse DSM-IV-basierte Beurteilung der Hyperaktivität des Kindes zu erstellen. Die Heilpraktikerin hat nur einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Symptomatik eines hyperaktiven Kindes beschrieben. Da die anderen Fallbeschreibungen in ihrem Buch von ähnlicher Güte sind, stellt sich die Frage, ob Simonsohn wirklich eine Ahnung von dem hat, über was sie schreibt. Da sie als Werbeinstrument für Algenhersteller dient, sind ihre Publikationen wohl nichts anderes als direkte Schleichwerbung für Afa-Algen, an denen sie gut verdient. Sie selbst gibt in ihrem Buch offen zu, von mindestens drei deutschen Anbietern mit Afa-Pillen im Marktwert von 7.500 Euro ausgestattet worden zu sein, um Kinder von 44 Familien zu behandeln. Die Heilpraktikerin empfahl den Kindern eine Dosis von 1.5 g/d und die Beobachtung soll 10 Wochen gedauert haben. Kalkuliert man die Tagesdosis mit 1 Euro, hätte die Dame 5.000 Tagesdosen ausreichen können. Weil man 80 Tagesdosen pro Kind braucht, hätte man mindestens 60 Kinder behandeln können. Es sind aber nur 19 Kinder in der Publikation der Heilpraktikerin grob beschrieben. Da 44 Familien gemeinsam wohl kaum 19 Kinder haben können, dürfte sich die Heilpraktikerin entweder jene Fälle herausgesucht haben, bei denen ihre schlampige Diagnostik einer wahrscheinlich gar nicht bestehenden ADHS durch Afa-Algen &amp;#039;geheilt&amp;#039; wurde oder sie hat, wie in solchen Jubelpublikationen üblich, die Krankengeschichten erfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blickt man in populärwissenschaftliche Zeitschriften der [[Ganzheitsmedizin]], findet sich eine Publikation von Simonsohn im Jahr 2000. Hier berichtete sie über verschiedene Studien, die angeblich die Wirksamkeit bei Afa-Algen bewiesen haben sollen. In der sog. The kid.com Study, die von einem Afa-Anbieter durchgeführt worden sein soll, sollen Symptomverbesserungen bei Kindern erreicht worden sein. Was genau diagnostiziert wurde und welches Resultat sich vor und nach der Studie exakt dargeboten hat, gibt die Autorin nicht wieder. Sie gibt nur folgendes bei den Kindern an: Signifikante Verbesserungen in ihrer Fähigkeit, zu fokussieren, Anweisungen zu folgen und sich zu konzentrieren. Eine Abnahme von streitsüchtigem, fordernden und kämpferischen Benehmen. Weniger Symptome von Angst und Depression. Verbesserung des sozialen Verhaltens. Weniger Zeichen von emotionalen und verhaltensmäßigen Abgelenktsein. Weniger Wutanfälle und Erziehungsprobleme. Weniger Verhaltensauffälligkeiten, die man als merkwürdig klassifizieren könnte. Weniger körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Magenschmerzen, für die kein offensichtlicher Grund vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Untersuchungsmerkmale mit den DSM-IV Diagnosekriterien für ADHS vergleicht, kommt man mit sehr viel Mühe auf gerade einmal zwei ADHD-Merkmale. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei den Kindern in der Kid.com-Studie nicht um hyperaktive Kinder gehandelt hat. Da wundert es nicht, wenn Simonsohn (2000) schreibt: Die beiden Behandlungsformen (gemeint ist der Vergleich zwischen Ritalin und Afa-Algen) waren gleichermaßen effektiv. Wer den Eindruck hinterlässt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und gleichzeitig so wenig Ahnung von ADHS hat, wie Frau Simonsohn, mag diesen Schluss ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sieht es bei einer zweiten Studie aus, die Simonsohn (2000) referiert. Es handelt sich um den The Children &amp;amp; Algae Report, bei dem die beteiligten Eltern die Produkte eines Afa-Algenanbieters sogar selbst zahlen mussten. Die Bewertung der Kinder erfolgte mit einem Aschenbach-Bewertungsschema, welches u.a. Aufmerksamkeit, Aggression, soziale Probleme, Ängstlichkeit/Depression, Straffälligkeit, Denkprobleme, Zurückgezogenheit und eine Bewertung namens somatisch beurteilen soll. Diese pseudowissenschaftliche Bewertungsschema ist in der seriösen ADHS-Diagnostik vollständig unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In keiner der von Befürwortern durchgeführten Studien, sofern diese überhaupt erreichbar sind, ist eine glaubwürdige, realitätsbezogene Selektion des untersuchten Kollektivs nach etablierten Diagnosemethoden erfolgt. Offenbar wurden die üblichen DSM-Kriterien nicht als Bewertungs- und Einstufungsgrundlage angewendet. Allein diese methodischen Unzulänglichkeiten machen die bisherigen Befürworterstudien in meinen Augen unglaubwürdig. Der Umstand, dass in keiner Studie mitgeteilt wird, ob nach Toxinen in den Afa-Algen gesucht worden war oder ob zumindest Leber- und Nierenparameter zur Absicherung von negativen Auswirkungen dieser Gifte laborchemisch bestimmt worden sind, zeigt, dass in diesen Studien offenbar nicht mit großer wissenschaftlicher Genauigkeit vorgegangen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Quelle, der sog. &amp;#039;&amp;#039;The Nicaragua Report&amp;#039;&amp;#039;, die von der US-Algenfirma Bluegreen gesponsort wurde, ist in Wahrheit eine spanischsprachige Doktorarbeit aus dem von Wirtschaftskrisen und politischen Händeln zerrissenen Nicaragua. Das Land ist bekannt dafür, eine hungernde Bevölkerung zu besitzen und es ist leicht, dort für wenige Dollars Gefälligkeitsstudien zu lancieren. In der seriösen wissenschaftlichen Szene wären diese bedeutungslos, aber für den unwissenden Verbraucher sind solche Studien exzellentes Marketingmaterial. In einem 14 Seiten dünnen A5-Heftchen wird auf populärwissenschaftliche Weise beschrieben, wie Afa-Algen in einer Schule, in der zu Studienbeginn mehr als 80% der 6-11jährigen Kinder unterernährt waren, der Ernährungsstatus, die Schulnoten und das Verhalten der Kinder positiv beeinflusst worden sein sollen. Angeblich sei innerhalb eines halben Jahres die Fehlernährungsrate von 86% auf 21% gefallen. Überflüssig zu betonen, dass auch hier weder Toxinbestimmungen der Afa-Algen noch einschlägige Leber- und Nierenwerte berichtet wurden. Dass vorher mangelernährte Kinder mit wenigen Gramm proteinhaltiger, aber vitamin- und mineralstoffarmer Afa-Algen Normalgewicht erreichen sollen, wirkt einfach nur lächerlich. Höchstwahrscheinlich wurden die teilnehmenden Kinder mit einer Schulspeisung angelockt und nahmen deshalb zu. Niemand dürfte vor Ort etwas gegen dieses Vorgehen eingewendet haben. Dass man die daraus resultierenden Scheinergebnisse im Westen als Beweis verkauft, dürfte in Nicaragua unbekannt sein und spielt für die Menschen dort in Wirklichkeit auch keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Marketingskampagnen für AFA-Algen==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren schlug eine Marketingkampagne aus den USA in Europa auf. Im Zuge der Diskussion um Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-und-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), wurde eine Vielzahl von Alternativen zur etablierten [[Ritalin]]therapie auf den Markt gebracht. Dabei spielt die Psychosekte [[Scientology]] im Konzert mit anderen sektenähnlich operierenden Gruppen und Firmengeflechten eine herausragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bis zu 15% der kindlichen Bevölkerung an ADHS leiden, jedoch nur ein winziger Bruchteil adäquat versorgt wird, sind die Eltern dieser Kinder einer enormen Belastung ausgesetzt. Sie suchen nach Alternativen und diese werden ihnen in Form angeblicher Wundermittel angeboten. Dazu gehören auch die Nahrungsergänzung aus blaugrünen Algen der Gattung Aphanizomenon flos Aquae (sog. Afa-Algen). Diese werden als therapeutische Alternative zur Substition mit Methylphenidat (Ritalin/Novartis, Medikinet/Medice, Equasym/Celltech Group) propagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unverantwortliche Werbeaussagen==&lt;br /&gt;
Im April 2002 verschickte KEIMLING Naturkost in Buxtehude einen Werbebrief, in dem unter dem Titel &amp;quot;Sind Klamath Uralgen gefährlich?&amp;quot; u.a. folgende Behauptung zu lesen war: &amp;#039;&amp;#039;Das Landwirtschaftsministerium in Oregon hat einen Grenzwert von 1.0 Microgramm/kg Klamath Uralge festgesetzt. Wenn Sie täglich 2 g der Uralgen verzehren, wären demnach 2 Microgramm Microcystin zulässig. Ihr amtlicher Sicherheitsfaktor beträgt 11655.&amp;#039;&amp;#039;.... und weiter heißt es: &amp;#039;&amp;#039;...Demnach könnte ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht 23310 Microgramm Microcystin-LR zu sich nehmen, ohne gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen&amp;#039;&amp;#039;. Dies mag der Geschäftsführer der Firma Keimling, Winfried Holler, einmal am eigenen Leibe auspropieren. Er dürfte diesen Selbstversuch mit dem Leben bezahlen. Allerdings hat sein Haus einen Vorteil: es verkauft tiefgefrorene E3LIVE(tm)-Algen. Unseren Analysen zufolge enthält dieses Produkt keinerlei Microcystine ... der mikroskopische Augenschein zeigt aber ebenso, dass es sich offenbar nicht um ein Afa-Cyanobakterienprodukt handelt. Vielmehr tauchen unter dem Mikroskop Gräser und normale Algen auf, so dass man den Eindruck hat, als ob jemand einfach mit der Harke durch einen See gefahren ist, das Resultat zerkleinert hat und als Cyanoalgenprodukt anpreist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellung und AFA-Algen Anbau==&lt;br /&gt;
[[image:klamath2.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus geringer Höhe|250px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath3.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus größerer Höhe|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath4.jpg|Infrarotaufnahme der Region um den Upper Klamath Lake mit dichter landwirtschaftlicher Nutzung|thumb]]&lt;br /&gt;
Aphanizomenon flos Aquae-Algen werden in unterschiedlichen Regionen der Erde gefunden. Jene Produkte, die derzeit in den USA und Europa verkauft werden, stammen nach Angaben der Hersteller aus dem Upper Klamath Lake im US-Bundestaat Oregon. Dieser See ist Teil einer riesigen Seenplatte, aus der nur ein einziger Fluss (der Klamath River) nach dem Grenzübertritt in den US-Bundesstaat California in den Pazifik mündet. Die Region dient als Brutstätte für Seelachse, ist aber seit 150 Jahren dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Upper Klamath Lake dient als Wasserreservoir für die ihn an drei Seiten umgebenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Anbaugebiete. Die exzessive Wasserentnahme der letzten Jahrzehnte hat zu einer erheblichen Senkung des Seewasserspiegels geführt, so dass derzeit die den See bildende Wasserschicht dünner ist als die Schlammschicht am Seegrund. Die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt ist mittlerweile so desolat, dass es regelmäßig zu Fischsterben im Upper Klamath Lake kommt. Umweltschutzorganisationen versuchen seit Jahrzehnten, den zu hohen Wasserabzug aus dem See zu bremsen und die Wasserqualität zu steigern. Das Fischsterben ist regelmäßig auf die Produktion von Microcystinen durch im Wasser vorkommende und durch die Überdüngung massiv wachsenden blaugrünen Cyanobakterien zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Anbieter von Afa-Algen dem Käufer mit offensichtlich geschönten Seeaufnahmen eine heile Umwelt vorzugaukeln versuchen, teilen Anwohner des Upper Klamath Lakes in Webforen mit, dass die Gewinnung der im See wachsenden Algen z.T. mit Schleppern und Baumaschinen erfolgt, wobei das dicht wachsende Gemisch aus Algen, Seegras und blaugrünen Cyanobakterien zum Teil vermischt mit Schlamm herausgebaggert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Anbaumethoden ist es nicht verwunderlich, dass die Qualität einiger der gewonnenen Afa-Produkte zu wünschen übrig lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Werbetrick mit der Kameraperspektive==&lt;br /&gt;
[[image:klamath8.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Geschäftsführer Sanacells, Eckart Pinnow, verkündete in seiner Hauspostille Forum - Informationen für Mitglieder des GesundheitsNetzwerkes (Nr. 5, 2002), dass seine Afa-Produkte nicht microcystinbelastet seien. Pinnow ist in dieser Ausgabe in einem Boot abgebildet, dass auf dem Upper Klamath Lake schwimmt. Der Untertitel lautet: &amp;quot;Dipl.-Ing. Eckart Pinnow überprüft persönlich den Qualitätssicherungsprozess am Klamath-See&amp;quot;. Sein Boot ist dabei an der einzigen Stelle des Sees positioniert, die nicht von Landwirtschaft und Industrie umgeben ist. (siehe zum Vergleich weiter oben). Pinnow ist ursprünglich vom Ostufer des Sees einige hundert Meter in den See gefahren und ließ sich in östlicher Richtung mit Blick auf die Berge photographieren. Wäre die Kamera einige Grad nach links geschwenkt, hätte man die Straße und einige Wohngebiete der naheliegenden Stadt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==AFA-Algen und Microcystinbelastung==&lt;br /&gt;
[[image:afa1.jpg|Anabaena|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Hauptproblem der Algenprodukte stellt nicht ihr Lebensmittelcharakter dar, denn es handelt sich um eher minderwertige Nahrungsmittel mit geringem Mineralien- und Vitamingehalt (Ausnahme: Vitamin A) und hohem Proteingehalt. Hauptproblem ist vielmehr die Beimengung von Cyanobakteriengiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aktuellen Publikationen, die verschiedene Stämme der blaugrünen Cyanobakterien Anabaena, Aphanizomenon, Calothrix, Cylindrospermum, Nostoc, Microcystis, Planktothrix, Oscillatoria und Synechococcus genera untersuchten, fanden sich immer wieder Sorten, die die Kampfgifte der Klasse der Microcystine und der Anatoxine produzierten (Lyra et al. 2000). Auch ist bekannt, dass einige Arten der blaugrünen Cyanobakterien das Nervengift Saxitoxin produzieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter der Algen sind sich des Toxinproblems bewußt. Ray (1991) schrieb schon vor 10 Jahren, dass einige A.f.a.-Stämme hochwirksame Nervengifte produzieren könnten, diese Gifte aber in Nahrungsmitteln aus Algen des Upper Klamath Sees in Oregon nicht gefunden worden seien. Seine Ansicht wird von einer Arbeit von Schaeffer et al. (1999) unterstützt, die in Algen eine Beimengung durch eine Microcystin-produzierende Alge (Microcystis spp.) nachwiesen. Demzufolge sei diese Beimischung an dem Toxineintrag schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es eine Veröffentlichung, die sich mit Microcystinbelastungen von A.f.a.-Nahrungsergänzungsmitteln befasst, die aus dem Upper Klamath See gewonnen werden. Gilroy et al. (2000) analysierten Microcystinkonzentrationen in vier verschiedenen Afa-Produkten über vier Jahre hinweg (1996-1999) und alle Produkte enthielten Microcystine in unterschiedlicher Menge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von A.f.a.-Produkten weisen jedoch die Microcystinbelastung generell weit von sich. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass Aphanizomenon Flos Aquae keine Microcystine produziere und führen Studien an, in denen dergleichen nachgewiesen worden sei. Das wirkt befremdlich, denn selbst der sich für Algenprodukte einsetzende US-amerikanische Professor Wayne Carmichael schrieb noch am 30.01.2002 auf seiner Homepage unter Bezugnahme auf einen Artikel im Scientific American: &amp;#039;&amp;#039;..Anabaena, Oscillatoria, Lyngbya, and Aphanizomenon produce neurotoxic anatoxins and/or saxitoxins. Anatoxin-a and Anatoxin-a(s) seem unique to cyanobacteria, while saxitoxin also arise in certain marine algae. Anatoxin-a is a potent nicotinic agonist that mimics acetylcholine and is used as a research tool in neurobiology. Anatoxin-a(s) is a structurally new organophosphate that inhibits acetylcholinesterase. Saxitoxin prevents acetylcholine from being released from neurons by blocking the inward flow of sodium ions across the axonal membrane channels, disrupting the communication between neurons and muscle cells...&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtet man den Blick in die Fachliteratur, gibt es offenbar einige Stämme von Aphanizomenon Flos Aquae, die keinerlei Microcystine produzieren. Lyra et al. (2001) nennen hier Aphanizomenon sp. 202, A. sp. TR183 (AJ133155), A. sp. PCC 7905, A. sp. PH-271, A. flos aquae NIES 81 und Aphanizomenon gracilie PH-219. Allerdings sind diese Aphanizomenon-Bakterien genetisch ausgesprochen eng verwandt mit den Anabaena-Bakterien, die selbst durchaus Neurotoxine erzeugen. Beide Gattungen sind ausgesprochen klein und unterscheiden sich offenbar nur unter dem Mikroskop eindeutig voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unzuverlässige Testmethoden==&lt;br /&gt;
Microcystine und Saxitoxine, die wichtigsten Gifte in Cyanobakterienprodukten, sind nicht einfach zu messen. Es gibt verschiedene Messmethoden, die teilweise sehr aufwändig, zeitraubend und teuer sein können. Grundsätzlich stellt sich das Problem der Wahl des Nachweisverfahrens, denn es gibt Verfahren, die die Gifte direkt sichtbar machen, und Analysen, die die Gifte nur indirekt messen. Außerdem sind die Messverfahren unterschiedlich empfindlich. Zusätzlich erschwert wird die Suche, weil diese Tests in der Lebensmittelanalytik nur selten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell stellt sich die Wahl zwischen dem Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder dem Protein Phosphatase Inhibition Assay (PPIA). Andere Verfahren wie die High Performance Liquid Chromatography (HPLC) oder Liquid Chromatography/Mass Spectrometry (LC/MS) kommen wegen zu hoher Kosten oder noch nicht etablierter Nachweismethodik nicht in Frage. Die Testmethoden von ELISA und PPIA sind unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ELISA werden hochspezifische Antikörper eingesetzt, die gegen Microcystinmoleküle gerichtet sind. Diese Antikörper docken an Microcystine an. In einem zweiten Schritt klebt man einen weiteren Antikörper, der nur an den bereits eingesetzten Antikörper, nicht aber direkt an Microcystin andocken kann, an diesen Microcystin-Antikörperkomplex. Dies tut man, weil erst der zweite Antikörper einen fluoreszierenden Farbstoff tragen kann, den man mit speziellen Analyseverfahren sichtbar macht und dann in seiner Konzentration messen kann. Ein direktes Ankoppeln des zweiten, den Farbstoff tragenden, Antikörpers an das Microcystin ist nicht möglich, da dieser Antikörper zu klobig und ungenau wäre. Vergleichbar ist dieses Verfahren mit dem Angeln. Der Fisch ist das Microcystin, der Köder ist der 1. Antikörper und erst, wenn man den Fisch mit der Angelschnur (dem 2. Antikörper) herausgezogen hat, weiss man am Ende, was man gefangen hat. Der ELISA hat den Vorteil, dass er direkt das vorhandene Gift misst. Er kann dies mit einer Genauigkeit tun, die ein Microcystinmolekül in einer Lösung von 10 Milliarden anderen Molekülen herausfinden kann. Die Genauigkeit liegt bei 0,1 ppb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im PPIA ist das Testprinzip hingegen völlig anders. Hier wird die bremsende Wirkung der Microcystine auf eine enzymatisch gesteuerte Umwandlungsreaktion gemessen. Microcystine bremsen die Protein Phosphatase, die die Dephosphorylierung von p-Nitrophenylphosphat steuert. Durch Nachweis der Ausgangs- und Endprodukte des Umwandlungsprozesses kann man indirekt auf die Konzentration der Microcystine zurückschließen. Ein direkter Nachweis der Microcystine geschieht jedoch nicht. Der Test hat auch den Nachteil, dass er nur eine einzige Wirkung der Microcystine erfasst und dabei unberücksichtigt lässt, dass im Organismus durch verschiedene Microcystintypen unterschiedliche Enzymsysteme beschädigt werden können. Der PPIA ist nicht so genau wie der ELISA, denn er gibt nach Lawrence et al. (2001) in der Regel deutlich niedrigere Belastungswerte für Microcystine aus, die manchmal 10-40% unter den im ELISA gemessenen Konzentrationen liegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von AFA-Algen legen zum Nachweis der angeblichen Produktgüte in der Regel PPIA-Analysen vor. Dies ganz offensichtlich deshalb, weil mit dieser Testmethode nur ein Teil der Microcystine (und dieser wiederum nicht sicher) gemessen werden kann. Auf diese Weise schönt man die Resultate mit der methodenbedingten Ungenauigkeit des Messverfahrens nach unten. Dies trägt zur Verunsicherung des Verbrauchers bei und kann (wie unten näher beschrieben) sogar vor Gericht Vorteile bringen, weil Richter nicht selten bereits zu abgehoben sind, um sich mit den Hintergründen von Prüfmethoden zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesundheitsschäden==&lt;br /&gt;
In den USA listete die US-Gesundheitsbehörde FDA im leider mittlerweile nicht mehr online abrufbaren Med Watch Programm 57 Schadensfälle bis zum Jahre 1998 auf, die in zeitlichem Zusammenhang mit Afa-Konsum zu stehen schienen. Ebenso warnte Health Canada Online bereits im Jahre 1999 vorbeugend vor blaugrünen Algenprodukten, vor allem vor der Anwendung bei Kindern. Auch Erwachsene sollten Vorsicht bei der Einnahme bis zu dem Zeitpunkt walten lassen, an dem die Produktsicherheit zweifelsfrei gewährleistet sei &amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.hc-c.gc.ca/english/protection/warnings/1999/9969ebk.htm &amp;lt;/ref&amp;gt;. Der STERN veröffentlichte im Artikel Die Grüne Gefahr (Nr.8/2002) Warnungen über die Giftstoffe in Algenprodukten am 14.02.2002. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich den deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene seit Mai 2002 Laboranalysen über den Microcystingehalt in Afa-Produkten vorliegen, haben sie bis heute keinerlei Schutzmassnahmen über die bereits angesprochene Warnmeldung hinaus unternommen. Dies wird mit dem Fehlen eines Microcystingrenzwertes begründet (vgl. hierzu [[Spirulina]]). Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Grüner Lobbyismus im Spiel ist, denn offenbar pflegen einige Algenhersteller exzellente Kontakte zu den dt. Bündnisgrünen nahestehenden Prüflabors, die sich einer verbraucherkritischen Untersuchung der Algenprodukte entziehen. Vor Allem in alternativen und esoterischen Kreisen wurden die Wunderalgen stark propagiert. Offenbar befürchtet man bei den Grünen, aufgrund des eigenen Fehlverhaltens in den sich abzeichnenden Skandal einbezogen zu werden.&lt;br /&gt;
Es gibt mittlerweile auch in Deutschland Berichte über Personen, die über Symptome nach dem Konsum von Afa-Algenprodukten klagten. Diese Symptome stellten sich nach einigen Monaten kontinuierlicher Einnahme ein, klangen nach dem Absetzen aber wieder ab und verschwanden. Eine Betroffene bekam Taubheitsgefühl in den Fingern bis hin zum totalen Durchblutungsstopp in den letzten zwei Fingergliedern, desweiteren häufiges Kribbeln wie bei einer Minderdurchblutung und dies auch ansatzweise in den Zehen. Desweiteren beklagten die Betroffenen brüchige, wie erweicht erscheinende Fingernägel sowie eitrige, sich langwierig hinziehende Entzündungsherde der Haut im Bereich des Gesichts und des Rückens. Ein anderer Betroffener schilderte, dass er nach längerer Einnahme sehr schmerzhafte, chronische Halsschmerzen entwickelt hätte und neben den analog bereits beschriebenen Hautentzündungserscheinungen vor Allem extrem langanhaltende Muskelschmerzen bereits nach normaler sportlicher Aktivität bekommen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Hinweise deuten auf eine chronische Langzeitbelastung mit Microcystinen hin. Microcystine verursachen Leberschäden, Nierenversagen und können auch, weil sie die Natriumkanäle der Nerven blockieren können, die Impulsübertragung menschlicher Nervenzellen unterbrechen, was bis zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Auch krebserzeugende Wirkungen sind nachgewiesen (NCI 2000). In China gibt es beispielsweise ausreichend Hinweise dafür, dass microcystinbelastetes Trinkwasser die Hauptursache für die hohe Sterblichkeit an Leberkarzinomen in bestimmten Provinzen des Landes ist (Yu 1995, Ueno 1996). Aktuell publizierte Tierversuche an schwangeren Ratten (Zhang et al. 2002) zeigen, dass die Gabe von 4 Microgramm Microcystin-LR pro kg Körpergewicht bereits zu leichten Veränderungen im Lebergewebe der ungeborenen Feten innerhalb von 10 Tagen führen kann. Interessant ist, dass sich solche Ergebnisse bei Mäusen selbst bei Dosen von 2-128 Microgramm pro kg Körpergewebe nicht einstellen (Chernoff et al. 2002). Es kommt also auf das Tiermodell an, das verwendet wird. Die offenbar gegen Microcystine recht robust erscheinenden Mäuse sind das bevorzugte Tiermodell bei Studien aus der Algenszene. Offenbar weiss man genau, dass man nur mit Mäusen eine Verharmlosung der Giftwirkung der Microcystine beweisen kann, da dies in allen anderen Tiermodellen nicht gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen korreliert die Microcystinbelastung im Trinkwasser eindeutig mit der Häufigkeit von Leberkrebs (Yu et al. 2001), wie Studien aus China beweisen. Dort hat man schon lange Probleme mit microcystinbelastetem Trinkwasser, das in etlichen Provinzen Chinas ursächlich mit dem gehäuften Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert zu sein scheint. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Teil pro 1 Millarde Teile Wasser empfohlen (1 ppb), der in Kanada, Australien und Großbritannien mittlerweile auch in Kraft ist. In den USA oder der Bundesrepublik Deutschland ist dergleichen nicht umgesetzt worden. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates Oregon eine Microcystinbelastung bis zu 1.000 ppb (= 1 parts per million/ppm) in Algenprodukten tolerieren, inakzeptabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versucht man eine grobe Risikoabschätzung der Microcystinbelastung in den Algenprodukten vorzunehmen, so scheint eine klinische Symptomatik nach einigen Monaten Konsum von Produkten mit Belastungen ab 100 ppb einzutreten. Dies zeigt, dass das der WHO-Trinkwassergrenzwert von 1 ppb mit einem vernünftigen Sicherheitsabstand von 1:1000 zum Algengrenzwert aus Oregon durchaus begründet ist und sicherheitshalber auf Lebensmittel übertragen werden sollte. Von Algenanbietern wie Sanacell und Algavital wird immer wieder die Falschmeldung verbreitet, dass der in Oregon etablierte Grenzwert für die gesamte USA gelten würde. Dem ist nachweislich nicht der Fall. Zudem ist der Grenzwert nicht verbindlich, sondern lediglich ein US-amerikanischer Empfehlungswert, ab dessen Überschreitung microcystinbelastete Afa-Produkte aus dem Verkehr gezogen werden sollen (nicht müssen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die oben geschilderten Fälle zugrunde und bedenkt man, dass sich Microcystine sowohl in der Leber- als auch im Nerven- und Muskelgewebe angereicht als auch nur langsam ausgeschieden werden, wäre es möglich, dass Dauerkonsumenten erst mit monatelanger Verzögerung Gesundheitsprobleme entwickeln. Microcystindosen können beim Schwein, das uns Menschen vor Allem bei der Leberfunktion sehr ähnlich ist, bereits in Dosen von 25 Microgramm pro Kilogramm Körpergewicht Leberschäden auslösen, während Ratten und Mäuse wesentlich robuster reagieren. Deshalb ist es absolut denkbar, dass der Mensch, der in vielen gesundheitlichen Bereichen empfindlicher als Tiere reagiert, schon bei niedrigeren Dosen Gesundheitsprobleme entwickelt, die anfänglich nicht mit den A.f.a.-Produkten assoziiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man eine Verzehrsmenge von 2 Gramm Algenmasse mit einer Belastung von 100 Microgramm pro kg Algenmasse (100 ppb) zugrunde, würde man sich pro Tag eine Microcystinmenge von 0,2 Mikrogramm einverleiben. Da die oben geschilderten beiden Verbraucher erst nach 7 Monaten, dann aber zügig, gesundheitliche Probleme entwickelten, wäre zu spekulieren, dass bei einer Gesamtmenge von 40 Microgramm Microcystinen von ersten klinischen Symptomen auszugehen sein könnte (von einer unbemerkten Krebsschädigung nicht zu reden!). Diese zugegebenermaßen spekulative Obergrenze für bemerkbare, klinische Probleme scheint nicht unrealistisch zu sein, da eine weitere Verbraucherin, die über Monate hinweg eine mit 76 ppb belasteten Probe konsumiert hatte, keine gesundheitlichen Probleme berichtete. Die Wirksamkeitsschwelle zur Auslösung klinischer Symptome beim Menschen dürfte derzeit bei einer Gesamtaufnahmemenge von 40-50 Microgramm liegen, die je nach Belastung des A.f.a.-Produkts mehr oder weniger schnell erreicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Australien wird für Trinkwasser ein Microcystin-LR Richtwert von 1,3 Microgramm/Liter empfohlen. Alle Grenzwerte, auch der von der WHO empfohlene, orientieren sich an Hochrechnungen, die ihre Grundlage in Tierversuchen am Mausmodell haben. Mäuse halten aber eine deutlich höhere Microcystinbelastung aus, ohne Leberschäden oder körperliche Symptome zu entwickeln, als andere Tiergattungen (z.B. Ratte oder Schwein). Zeigen sich bei Mäusen noch keine Zeichen von Leberschädigungen bei intraperitonealen Gaben von Microcystinen in Dosen von 25-50 Microgramm/kg Körpergewicht (vgl. Fromme, Berlin, 1999), treten bei Rattenfeten bereits ab 4 Microgramm/kg Körpergewicht Schäden auf (Zhang et al. 2002). Schweine überleben nach Beasley et al. (2000) gerade noch eine Microcystindosis von 25 Microgramm/kg Körpergewicht, erleiden dabei aber bereits nachweisbare Organschäden u.a. im Bereich der Leber. Beim Menschen fehlen entsprechende Untersuchungen aus naheliegenden Gründen. Niemand würde die Erlaubnis erhalten, selbst bei Freiwilligen solche Versuche durchzuführen. Deshalb ist man auf Analogieschlüsse angewiesen, die sich sinnvollerweise auf die Trink- oder Badewasserbelastung mit Microcystinen beziehen, denn hier zeigen Studien aus China, dass der Konsum microcystinbelasteten Trinkwassers eindeutig mit einem erhöhtem Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert ist (z.B. Shun-Zhang 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut für Umweltanalytik und Humantoxikologie (ITox) in Berlin empfiehlt in der Gesundheitlichen Bewertung von Blaualgentoxinen (Microcystinen) in Badegewässern bereits ab einer Belastung von 10-100 Microgramm pro Liter, auf das gesundheitliche Risiko beim Baden in entsprechend belasteten Gewässern hinzuweisen und vom Baden abzuraten sowie ab Microcystinwerten oberhalb von 100 Microgramm pro Liter das Baden in solchen Gewässern zu untersagen. Es liegt nahe, diesen Trinkwassergrenzwert auf die Algenprodukte zu übertragen, denn in der von mir initiierten Untersuchung fand ich zwei Personen, die nach mehrmonatiger Einnahme von Algenprodukten in einer geschätzten Microcystin-Gesamtdosis von etwas über 40 Microgramm klinische Symptome entwickelt hatten, die auf eine chronische Vergiftung durch Microcystine schließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn also Tierversuche zeigen, dass Mäuse zur Risikoabschätzung durch Microcystin aufgrund ihrer Unempfindlichkeit ungeeignet sind, Ratten und Schweine hingegen viel empfindlicher reagieren und zudem erste Hinweise bei Erwachsenen zeigen, dass Gesamtdosen von etwa 40 Migrogramm Microcystinen - auch über längere Zeit verteilt eingenommen - zu Gesundheitsschäden führen können, muss gefordert werden, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Microgramm/Liter auch bei den Algenprodukten einzuhalten ist. Die im US-Bundesstaat Oregon tolerierten Microcystinmengen in Algenprodukten (1.000 Microgramm pro kg), die nur auf Schätzungen aus Mausmodellen beruhen (Schaeffer et al. 1999), sind offensichtlich wesentlich zu hoch. Sie liegen um den Faktor 1.000 überhalb der für Trinkwasser empfohlenen WHO-Richtwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die übliche Verzehrsempfehlung von 2 Gramm Algenmasse pro Tag, eine durchschnittliche Microcystinbelastung von 0,1 Microgramm pro Algengramm und eine Dosisschwelle von 40 Microgramm Microcystinen bei Erwachsenen zugrunde, ab der offensichtlich klinische Symptome auftreten können, so kann man innerhalb von etwa 6-7 Monaten die kritische Belastungszone zum Auftreten körperlicher Beschwerden erreichen. Es gibt jedoch Algenanbieter, deren entsprechend belastete Algenprodukte mit Verzehrsempfehlungen bis zu 20 Pillen (5 Gramm) täglich angepriesen werden. Bei solchen Verzehrsmengen ist es kein Wunder, wenn die kritische Schwelle bereits innerhalb weniger Wochen erreicht wird und die Patienten anfänglich mit schnell auftretenden Hautausschlägen konfrontiert werden. Sanacell und Algavital nutzen beide gern die Dienste der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn, die einschläge Ritalin-kritische und AFA-propagierende Bücher publiziert hat sowie einschlägige werbende Artikel in Szene-Zeitschriften veröffentlichte. Sie tritt für noch höhere Dosen pro Tag (20 Gramm und mehr) ein. Bei den Microcystinmengen, die in den Produkten von Sanacell und Algavital gefunden wurden, würde dies eine Krebsgefahr bedeuten sowie nach wenigen Wochen bis Monaten klinische Symptome einer Microcystinvergiftung bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich ist zu bedenken, dass sich 50% der oral eingenommenen Microcystindosis in der Leber anreichert. Somit sind die üblichen Dosierungsschemata des Giftes in Bezug auf Kilogramm Körpergewicht per se fragwürdig. Die Leber eines Erwachsenen hat ein durchschnittliches Gewicht von 3-4 kg, so dass bereits niedrige Einnahmemengen zu Leberschäden führen können. Geht man davon aus, dass man eine Giftkonzentration von 1 Microgramm pro kg Lebergewicht einnehmen müßte, würden bereits 8 Microgramm Gesamtaufnahmemenge ausreichen, um erste Leberschäden zu bewirken oder ggf. dazu beizutragen, Leberkrebs auszulösen. Diese Dosis kann bei Algenprodukten, die, wie in der vorliegenden Untersuchung nachgewiesen, mit 68-134 Microgramm pro kg (also 0,068 - 0,134 Microgramm pro Gramm) mit Microcystinen belastet sind, durchaus schon in 2-3 Monaten erreicht werden, denn die Microcystine werden nicht so schnell abgebaut, wie sie eingenommen werden. Das Leberkrebsrisiko kann bereits in solchen Dosen möglicherweise deutlich erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yu und Chen (1994) untersuchten den Microcystingehalt im Trinkwasser von 20 Patienten, die an hepatozellulärem Karzinom erkrankt waren (61 Microgramm/Liter) und verglichen ihn mit demjenigen von gesunden Kontrollpersonen (36 Microgramm/Liter). Dies zeigt, dass eindeutige Risiken bestehen können, wenn dauerhaft Microcystine in noch vergleichsweise niedrigen Dosen eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnung des BfArM und BgVV==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin ( BgVV) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte am 21. März 2002 eine gemeinsame Presseerklärung &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bgvv.de/presse/2002/pr_02_08.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, die vor dem Konsum der Algenprodukte warnte. Am 22.03.2002 warnte der kritische Informationsdienst für Ärzte und Apotheker (Arznei-Telegramm) in einer Blitz-Mitteilung per eMail &amp;lt;ref&amp;gt;AT: AFA-Alge: Irreführende Werbung, bedenkliche Produkte&amp;lt;/ref&amp;gt; vor den Algenprodukten und vertiefte dies in einer Printausgabe des Arznei-Telegramms am 12. April 2002. Am 27.03.2002 warnte der Krebs-Kompass.de auf seiner Website ebenfalls mit dem Titel Warnung vor Algen statt Arznei. Diese Warnungen trugen dazu bei, dass Elternverbände in Deutschland und der Schweiz, die sich für hyperaktive Kinder (ADS-Kinder) einsetzen und sich dem von Algenvertreibern erzeugten juristischen Druck ausgesetzt sahen, diesem besser widerstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pressemitteilung vom 21.3.2002 zu AFA-Algen:&lt;br /&gt;
*Ein Nutzen durch den Verzehr AFA-Algen-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.&lt;br /&gt;
*eine Gefährdung der Gesundheit durch Gifte ist nicht auszuschließen.&lt;br /&gt;
*Produkte, denen werblich eine heilende Wirkung zugeschrieben wird, sind als Arzneimittel anzusehen und bedürfen deshalb der amtlichen Zulassung. Liegt eine solche Zulassung nicht vor, sind die Produkte nicht verkehrsfähig. In Deutschland ist kein solches Produkt zugelassen.&lt;br /&gt;
*Damit liegt ein Verstoß gegen das Verbot der irreführenden Werbung nach dem Heilmittelwerbegesetz vor. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der Fehlinformation Eltern eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder abbrechen und sich das Leiden verschlimmert, wenn ersatzweise AFA-Algenprodukte gegeben werden. Gleiches gilt für Erwachsene, die im Vertrauen auf die &amp;quot;Heilkraft der AFA-Algen&amp;quot; bei einer diagnostizierten Depression oder bei anderen Gesundheitsstörungen eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie abbrechen und stattdessen AFA-Algenprodukte zu sich nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnende Stimmen werden mit juristischen Tricks niedergebügelt==&lt;br /&gt;
Eckard Pinnow brüstet sich in der obigen Forum-Ausgabe, dass es gerichtlich verboten sei, Warnungen vor AFA®-Algen zu veröffentlichen. Diese Behauptung ist offensichtlich erlogen, denn seine Produkte sind nachweislich belastet. Trotzdem kommt Pinnow mit seinen Lügen legal über die Runden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trick, mit dem Pinnow bisher der prozessuale Sieg gegenüber sorgenvoll warnender Elternverbände von ADHS-Betroffenen und -Kindern gelang, ist leicht erklärt. Er ließ die entsprechenden Organisationen von einer Anwaltskanzlei abmahnen. Da in der strittigen Äußerung das Wort &amp;quot;AFA-Algen&amp;quot; (eine in der Fachliteratur durchaus übliche Abkürzung) genannt worden war, Sanacell (wie auch Algavital) sich ähnlich klingende Namen aber als Produktbezeichnung schützen ließen, konnten sie daraus eine Aktivlegitimation und somit Klagefähigkeit ableiten. Die Abmahnung enthielt allerdings so lächerliche Passagen, dass sie von den prozessunerfahrenen Verbänden nicht ernst genommen wurden. Es wurde deshalb keine Schutzschrift hinterlegt, so dass die gegnerische Anwaltskanzlei (Radeck/Berlin) einfach zum Landgericht marschierte, eine Einstweilige Verfügung beantragte und diese auch bewilligt erhielt. Die schockierten Verbände bekamen erst Wind von der Sache, als ihnen die Verfügung ins Haus flatterte (vgl. Kritiker leben gefährlich). Auf diese Weise war es Pinnow möglich, öffentliche Warnungen vor seinen giftbelasteten Algenprodukten bis zur Hauptverhandlung stillzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die ADHS-Verbände Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung eingelegt hatten, kam es zu einer mündlichen Verhandlung. Die Richter Mauck, Gollan und Becker verurteilten erstinstanzlich mit haarsträubenden Begründungen die ADHS-Verbände und gaben Sanacell vollumfänglich Recht. So glaubten sie den Ausführungen Sanacells, dass diese in der Lage sei, Microcystine aus den Algenprodukten durch ein geeignetes Filterverfahren zu entfernen. Die Richter schrieben: &amp;quot;Diese Behauptung wird gestützt durch die Ausführungen auf Seite 53 des Buches &amp;#039;Die Heilkraft der AFA-Alge&amp;#039;, wonach die AFA-Alge viel kleiner ist als die Microcystine und das Sieb passiert, während jene zurückgehalten werden.&amp;quot;. Dass auch Aphanozimenon-Stämme Microcystine produzieren können, ist in der Fachliteratur bekannt und beschrieben. Das Microcystine winzige Moleküle sind, ergibt sich zwangsläufig von selbst. Kein Gift ist besonders groß, die gefährlichsten sind sogar sehr klein, weil sie sonst Schwierigkeiten hätten, in den Organismus aufgenommen zu werden. Es hätte sogar einem Richter mit normaler Schulbildung auffallen müssen, dass ein Bakterium nichts produzieren kann, was größer als es selbst ist. Schon gar nicht hätten drei Richter den obigen Unfug schreiben dürfen. Dieser bedeutet im übertragenen Sinne, dass ein Gemisch aus Wackersteinen (Afa-Algen) und Staub (Microcystinen) durch ein Sieb geschüttelt werden kann, in dem der Staub liegen bleibt, die Wackersteine aber hindurchfallen. Dass dergleichen Inkompetenz an deutschen Gerichten ein Richteramt ausüben darf, ist einer der vielen Skandale im AFA-Algenzirkus. Dass sich die Richter offenbar aus lauter Faulheit sogar auf die Schriften der die AFA-Algen propagierenden Heilpraktikerin Barbara Simonsohn (siehe Fünf Tibeter) stützten, ist ein Schlag ins Gesicht jedes wissenschaftlichen Sachverstandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Richter erklärten weiterhin, dass das Herausfiltern der Microcystine durch das Vorlegen von Untersuchungszertifikaten durch Sanacell hinreichend belegt worden sei. Dem ist aber nicht so, denn von der Firma wurden keine ELISA-Untersuchungen, sondern vielmehr der PPIA-Test verwendet wird. Wie oben bereits beschrieben, ist der PPIA-Test weitaus ungenauer und dies vor allem in dem Bereich der Microcystinbelastung, um den es sich hier dreht. Hier wird oftmals deutlich weniger bis gar keine Belastung im PPIA angezeigt, während der ELISA noch verlässlich die Giftkonzentrationen anzeigt. So ließen sich die drei Berliner Richter exzellent täuschen und die Verbände zahlten für deren Inkompetenz die Zeche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma Algavital versucht eine andere Taktik, um unliebige Kritik wegzubügeln. Analog wie Sanacell versucht sie haltlose Abmahnungen zu versenden. Hinterlegt man aber eine fundierte Schutzschrift, so schrecken beide vor Klagen offenbar aus Angst vor einer Blamage zurück. Berichten aber Presseorgane kritisch über die giftbelasteten Algen, versucht primär Algavital durch presserechtliche Tricks, Gegendarstellungen plaziert zu erhalten. Sind diesen korrekt formuliert, müssen jene vom jeweiligen Journal unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abgedruckt werden. So geschah dies der Pharmazeutischen Zeitung, die kritisch über diese Algen berichtet hatte. Bei anderen Blättern hingegen gelang der Widerruf, der spätestens nach 3 Monaten plaziert sein muss, nicht. Grund war hierfür die offensichtlich wahrheitswidrige Forderung der Firma Algavital. Algavital nutzt auch gerne auf ihrer Website die Chance, Kritiker zu verleumden. Abmahnungen, die ihr deshalb ins Hause flattern, befolgt sie allerdings dann auch relativ schnell, zahlt aber die entsprechenden Anwaltsrechnungen nicht und lässt es dann offensichtlich auf langwierige Gerichtsprozesse ankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsicht: Verwechslungsgefahr!==&lt;br /&gt;
Ein sowohl in den USA als auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern vertretene Biotech-Firma mit dem Namen Celltech Group (Hauptsitz in Großbritannien, 208 Bath Road, Slough, Berkshire SL1 3WE) verkauft über seine deutsche Niederlassung (Celltech GmbH &amp;amp; Co. KG, Im Wirringen 25, 45731 Waltrop) seit Mai 2002 ein Methylphenidatprodukt (Equasym) zur Behandlung von ADS/ADHS. Equasym ist neben Medikinet (Fa. Medice) und Ritalin (Fa. Novartis Pharma) das dritte Methylphenidatprodukt, das in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt gekommen ist (vgl. Gelbe Liste). Celltech Group hat mit einem US-amerikanischen Algenanbieter fast gleichen Namens aber nichts zu tun. In den USA hat die Celltech Group verschiedene Niederlassungen (Celltech R&amp;amp;D Inc. in Wayne und in Bothel, Celltech Manufacturing CA Inc. in Santa Ana, Celltech Pharmaceuticals Inc. in Rochester). Ärzte, die Equasym rezeptieren wollen, jedoch bei dem Namen des Anbieters misstrauisch geworden sind, sollten dies berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scientology, Sektengruppen und Pseudowissenschaftler im Spiel==&lt;br /&gt;
Auf der Ebene des Europarates ist es dem US-amerikanischen Top-Scientologen Fred A. Baugham, seines Zeichens pädiatrischer Neurologe, gelungen, die US-Psychosekte ins Spiel zu schleusen. Er selbst propagiert seit Jahren in den USA eine Anti-Ritalin-Kampagne und tritt gemeinsam mit In Paris konnte er den Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Parlament) in einer gut plazierten Marketingkampagne überrollen. Er sorgte mit einigen anderen dafür, dass eine Anhörung im November 2001 zu einer Farce wurde. Nicht nur gab er die üblichen haltlosen Lügen und Unwahrheiten über ADHS und Methylphenidat zum besten, er sorgte durch Lobbyarbeit hinter den Kulissen dafür, dass an die Mitgliedsstaaten des Europarats die schriftliche Aufforderung erging, den Methylphenidatbedarf zu überprüfen und die Verordnung einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA arbeitet Peter Breggin, ein bisher der Scientology nicht direkt zuzurechnender Autor, mit Fred A. Baugham eng zusammen. Durch einschlägige, reisserische Bücher, in der die üblichen verleumderischen Thesen über wirksame Behandlungsmethoden bei ADHS verbreitet werden, trägt Breggin dazu bei, bei den Betroffenen Angst vor z.B. [[Ritalin|Methylphenidat]] zu schüren. In Deutschland hat seine Thesen der Neurobiologie Hüther aufgenommen, der sich auch nicht zu schade ist, auf Podiumsdiskussionen teilzunehmen, die von schweizerischen Firmen, die der Scientology direkt zuzurechnen sind, aufzutreten. Hüthers Hauptthese, Methylphenidat prädisponiere für M. Parkinson, ist nachweislich falsch und wurde in der Fachliteratur ausführlich wiederlegt. Trotzdem tourt er derzeit durch Europa und schafft es offenbar auch mit Unterstützung von Scientologen, sich in öffentlichen dt.-sprachigen Medien mit seinen falschen Behauptungen zu plazieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Szene um [[Franz Konz]] (siehe Ur-Medizin) ist mir von der Partie. Konz präsidiert bekanntlich dem Bund für Gesundheit e.V., der wiederum eine Hauspostille (Natürlich Leben) sowie ein Beratungstelefon betreibt. Konz schrieb über verhaltensauffällige Kinder in einer der letzten Ausgaben und empfahl, solche Kinder in kompetente Psychotherapie zu bringen. Dabei riet er zur Firma [[KVPM]], die jedoch seit Jahren eine bekannte Deckadresse der US-Psychosekte Scientology in Deutschland ist (siehe Die Scientology Organisation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Esoterikmessen wie den Medizinischen Wochen Baden-Baden, auf denen Sanacell Afa-Produkte vorstellt, wird immer gerne mit Publikationen der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn geworben. In deren Büchern kann man deren indirekte Finanzierung durch diese Firmen leicht nachvollziehen. Sie schreibt selbst in einem ihrer Bücher, dass sie von Algenanbietern Waren zu Testzwecken im Wert von mehreren tausend Euros erhalten hat. Zusätzlich, und dies ist mit Sicherheit kein Zufall, saß Frau Simonsohn über längere Zeit am Beratungstelefon des [[BFG|Bundes für Gesundheit]]. Ihre 14-tägigen Sprechzeiten konnten in Natürlich Leben nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits bei der Ur-Medizin beschrieben, bestehen Verbindungen zwischen Konz und dem wegen Kindsmissbrauchs und Betrugs zu einer 15jährigen Haftstrafe in Paris verurteilten [[Guy-Claude Burger]]. Burgers deutsche Stimme, der [[MLM|Multi-Level-Marketing]] Verkäufer Stephen Janetzko aus Erlangen ist einer der Ansprechpartner, der für das GesundheitsNetzwerk des Pinnow in Erlangen Veranstaltungen organsiert. Dies kann in der Sanacell-Firmenzeitung FORUM (Ausgabe 08/2002) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man erkennt, gibt es enge Verflechtungen zwischen sektenähnlich operierenden Gruppen, der US-Psychosekte Scientology und den die Algen verkaufenden Firmen in Europa. Es liegt nahe, zu vermuten, dass es sich bei einigen dieser Firmen um abgetauchte bzw. abgetrennte Scientologen-Netzwerke handelt, die zwar scientologische Methoden anwenden, sich aber nicht offen zur Scientology bekennen. Die genannten Netzwerke sind übrigens nur nur die Spitze des Eisberges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Beasley VR, Lovell RA, Holmes KR, Walcott, HE, Schaeffer DJ, Hoffmann WE, Carmichael WW: Microcystin-LR decrease hepatic and renal perfusion and causes circulatory shock, severe hypoglycemia and terminal hyperkalemia in intravasculary dosed swine. J Toxicol Environm Health 61 (Part A): 281-203, 2002&lt;br /&gt;
*Chernoff N, Hunter ES, Hall LL, Rosen MB, Brownie CF, Malarkey D, Marr M, Herkotivs J: Lack of teratogenicity of microcystin-LR in the mouse and toad. J Appl Toxicol 22: 13-17, 2002&lt;br /&gt;
*Gilroy DJ, Kauffman KW, Hall RA, Huang X, Hu FS: Assessing potential health risks from microcystin toxins in blue-green algae dietary supplements. Environment Healtch Perspect 108: 435-439, 2000&lt;br /&gt;
*Jensen GS, Ginsberg DI, Huerta P, Citton M, Drapeau C: Consumption of Aphanizomenon flos-aquae has rapid effects on the circulation and function of immune cells in humans. A novel approach to nutritional mobilization of the immune system. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 50-58, 2000&lt;br /&gt;
*Kushak RI, Drapaeu C, Van Cott, EM, Winter, HH: Favorable effects of blue-green algae Apha-nizomenon flos-aquae on rat plasma lipids. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 59-65, 2000&lt;br /&gt;
*Lyra C, Suomalainen S, Gugger M, Vezi C, Sundman P, Paulin L, Sivonen K: Molecular characterization of planktic cyanobacteria of Anabaena, Aphanizomenon, Microcystis and Planktothrix genera. Int J System Evolut Microbiol 51: 513-526, 2001&lt;br /&gt;
*Manoukain R, Citton M, Huerta R, Rhode B, Drapeau C, Jensen GS: Effects of the blue-green algae aphanizomenon flos aqua (L.) Ralphs on human natural killer cells. In: Savage L (Ed.): Phytoceuticals. 1.1. Chap. 3.1., Seite 233-241, 1998&lt;br /&gt;
*NCI Nomination: Blue-Green Algae. Submitted to the NTP. September 2000&lt;br /&gt;
*Ray RA: Microalgae as food and supplement. Crit Rev Food Sci Nutr 30: 555-573, 1991&lt;br /&gt;
*Schaeffer DJ, Maplas PB, Barton LL: Risk assessment of microcystins in dietary Aphanizomenon flos-aquae. Ecotoxicol Envinron Saf 44: 73-80, 1999&lt;br /&gt;
*Shun-Zhang Y: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 675-682, 1995&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität - ein Problem unserer Zeit. Erfahrungsheilkunde, Nr. 8, 516-527, 2000&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Hyperaktivität - warum Ritalin keine Lösung ist. W. Goldmann Verlag, München, 2001&lt;br /&gt;
*Ueno Y, Nagata S, Tsutsumi T, Hasegawa A, Watanabe MF, Park HD, Chan GC, Chen G, Yu SZ: Detection of microcystins, a blue-green algal hepatotoxin, in drinking water sampled in Haimen and Fusui, endemic areas of primary liver cancer in China, by highly sensitive immunoassay. Carcinogenesis 17: 1317-1321, 1996&lt;br /&gt;
*Yu SZ: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 674-682, 1995&lt;br /&gt;
*Yu SZ, Chen G: Blue-green algae toxins and liver cancer. Chin J Cancer Res 6: 9-17, 1994&lt;br /&gt;
*Zhang Z, Lian M, Liu Y, Wei G, Yu S, Kang S, Zhang Y, Chen C: Teratosis and damage of viscera induced by microcystin in SD rat fetuses. Zhonghua Yi Xue Za Zhi 82: 345-347, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.uni-konstanz.de/news/mittshow.php?nr=12&amp;amp;jj=2008 Universität Konstanz zu Algenpräparaten&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cd/987&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cm/208/afa_algen_und_afa_algenpropdukte.pdf&lt;br /&gt;
*http://ads-adhs.de.vu/algen.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Beutelschneiderei]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=18569</id>
		<title>AFA-Algen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=18569"/>
		<updated>2009-02-27T18:33:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Warnung des BfArM und BgVV */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:afa2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Afa-Algen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Aphanizomenon flos-aquae) sind Bakterien der Abteilung [http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien  Cyanobakterien] und werden auch Blaualgen genannt. Diese werden seit einigen Jahren als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (NEM) angeboten. Entsprechend der häufigen Vorgehensweise von Vermarktern von &amp;quot;Wundermitteln&amp;quot; wurden über diese schlichte Alge diverse Märchen und beleglose Behauptungen verbreitet und ihr Heilwirkungen bei [[Ritalinkritik|ADHS]] bis [[Unkonventionelle Krebstherapien|Krebs]] und natürlich allen üblichen [[Zivilisationskrankheit]]en angedichtet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich jedoch Lebensmittel und unterliegen daher dem [[LFGB]] (Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch). Laut LFGB sind gesundheitsbezogene Werbung und werbeähnliche Äußerungen untersagt und können kostenpflichtig abgemahnt werden. Problematisch ist, dass in diesen Algen z.T. sehr giftige (lebertoxische) Microcystine vorhanden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Afa-Algen sind keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien==&lt;br /&gt;
Die als Afa-Algen bezeichneten Lebewesen sind zur Photosynthese befähigte Einzeller (Eubakterien), die evolutionsgeschichtlich sehr alt sind. Viele Stämme dieser Bakterien sind in der Lage, hochwirksame Gifte (Microcystine, Anatoxine, Saxitoxin) zu produzieren, welches sich in den Bakterien selbst sowie in den sie verzehrenden Meerestieren anreichert. Man nennt sie deshalb auch blaugrüne Cyanobakterien. Eine ausführliche Darstellung über Microalgen und deren Belastung mit Algentoxinen finden sie in den Guidelines for Safe Recreational-water Environments (Vol. I: Coastal and Fresh-waters), Oktober 1998 &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~tennisplatzis/paralex/content/who_Recreawat-II.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beworbene Indikationen==&lt;br /&gt;
Afa-Algen werden von unterschiedlichen Firmen als Lebensmittel angepriesen. Je nach Lokalisation der Firma werden verschiedene heilende Aussagen getroffen. In den USA werden die Mittel u.a. von der Fa. Bluegreen (von der auch deutsche Firmen ihre Produkte beziehen) als Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Immunschwächeerkrankungen anderer Art, ADHS, Hypercholesterinämie und zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens beworben. Für diese propagierten Aussagen liegen keine glaubwürdigen Wirksamkeitsnachweise vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
Seriöse Studien über die Wirkung der AFA-Algen gibt es im internationalen wissenschaftlichen Schrifttum nicht. Es gibt allerdings einige Nischenpublikationen wie einen Buchbeitrag (Manoukain et al. 1998) und Journalartikel (Kushak et al. 2000, Jensen et al. 2000). Letztere stammen aus dem Journal of the American Nutraceutical Association (JANA). Allein diese Titelwahl soll den Leser verwirren, denn die American Medical Association, die größte US-Vereinigung für Fachärzte der Inneren Medizin, gibt mit JAMA eine ähnlich klingende Fachzeitschrift heraus, die sich Journal of the American Medical Association (JAMA) nennt. JANA ist nicht in medizinischen Fachinformationsdiensten wie Medline gelistet, JAMA hingegen sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Studie von Manoukain et al. (1998) wurde festgestellt, dass man durch die Gabe von 1.5 g Afa-Algen bei fünf gesunden Freiwilligen eine signifikante Verringerung der Natürlichen Killerzellen innerhalb von 2 Stunden nach dem Schlucken bewerkstelligen konnte. Die Menge an NK-Zellen sank um 63%. Dies verwundert nicht, denn die unten noch näher beschriebenen Algentoxine greifen u.a. direkt die Zellstrukturen von weißen Blutkörperchen an und können die Aufnahme von Nahrungsenergie (z.B. Glukose) durch die Zellwand hemmen. Wahrscheinlich resultiert die Reduktion der NK-Zellen auf einer direkten Giftwirkung der in den Afa-Algen vorhandenen Microcystine oder des Saxitoxins, das in geringeren Mengen Auswirkungen auf Blutzellen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer zweiten Studie (Jensen et al. 2000) wurden 21 gesunde Probanden mit 1.5 g Afa-Algen über sechs Wochen behandelt. Unter der Afa-Algenbehandlung kam es zu einem deutlichen Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen, was unter Placebogabe nicht eintrat. Dieser Effekt wurde von den Autoren als Stimulation des Immunsystems interpretiert, die eine Verbesserung der Abwehrsituation anzeige. Diesen Schluss ist lächerlich, denn wenn man eine Substanz verzehrt, die Zellgifte enthält, welche im Organismus z.B. Leberzellen verstärkt in den Selbstmord treiben können (Auslösung der Apoptose), erklärt sich der Anstieg der Abwehrzellen wesentlich offensichtlicher. Stirbt im Organismus Zellgewebe ab, weil es beschädigt wurde, dann ändert sich die Oberflächenstruktur der betroffenen Zellen. Diese werden dadurch für das Abwehrsystem als zur Entsorgung freigegeben gekennzeichnet, daraufhin von weißen Blutkörperchen angegriffen und verzehrt. Je mehr solche betroffenen Zellen sterben, desto höher ist der Bedarf an den sie verzehrenden weißen Blutkörperchen. Die Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen ist nur die Folge einer durch Algengifte verursachten, niedrigschwelligen Entzündungsreaktion u.a. von Leberzellen. Jensen et al. (2000) verloren kein Wort über den Zustand der Leber oder der Nieren der Probanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kushak et al. (2000) veröffentlichten eine Studie, die an Ratten zeigen sollte, dass der Konsum von Afa-Algen den Blutfettspiegel zu regulieren in der Lage sei. Sie gaben den Tieren unterschiedliche, mit ungesättigten Fettsäuren angereicherte Diäten. Daneben reicherten Sie die Diät z.T. mit 10-15% Afa-Algensubstanz an. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die keinen Afa-Zusatz erhielt, wiesen die beiden Afa-Untersuchungsgruppen eine deutliche Senkung des Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegels im Serum auf. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Afa-Algen einen cholesterinsenkenden Effekt hätten und empfahlen, diese Wirkung im Lebensmittelsektor auszunutzen. Auch dieses Resultat wundert mich nicht, lässt es sich doch erneut mit der Giftwirkung von Algentoxinen erklären. Die Leber ist das Zielorgan für Microcystine, die sich dort anreichern. Dies ist auch bei Ratten nachgewiesenermaßen der Fall. Die Leber ist aber gleichzeitig der Produktions- und Umschlagsort für Blutfette. Da Microcystine auch in niedriger Dosierung auf Leberzellen von Ratten schädigend wirken, sinkt mit steigender Afa-Menge logischerweise die Syntheseleistung der Leberzellen, weil sich eine zunehmende toxinbedingte Organentzündung in einer verschlechterten Syntheseleistung niederschlägt. Interessanterweise hatten die Autoren weder Leberwerte berichtet, die auf die Organfunktion hätten schließen lassen, noch hatten sie nach dem Fütterungsversuch über histologische Leberuntersuchungen der Tiere berichtet, um eventuelle Auswirkungen der Algentoxine zu bewerten. Dies lässt darauf schließen, dass sie offenbar befürchteten, negative Auswirkungen zu finden. Wer nicht sucht, findet nicht und kann dem Leser in die Tasche lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Studien sind kein Beleg für die Wirkung von Afa-Algen, zumal keiner der Autoren in seinen Berichten genaue Angaben über die Microcystin-, Anatoxin- und Saxitoxingehalte der verwendeten Afa-Produkte machte. Bei jeder Studie war ein Vertreter von Bluegreen, dem größten US-amerikanischen Afa-Algenproduzenten, Mitautor. Dies lässt auf eine direkte Einflussnahme und auf Gefälligkeitsstudien schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt im Bereich der Therapie hyperaktiver Kinder bisher keine einzige seriöse Studie, die bewiesen hätte, dass Afa-Algen einen therapeutischen Vorteil erbracht hätten. Man muss sich recherchemäßig fast auf den Kopf stellen, um zumindest indirekte Hinweise zu erhalten, denn im internationalen medizinischen Fachschrifttum gibt es keine einzige Afa-Studie. Auch das Durchforsten von Doktorarbeiten oder Habilitationsschriften deutscher Universitäten erbringt keine einzige Untersuchung mit diesem Nahrungsergänzungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Buch der Heilpraktikerin und Diplom-Politologin Barbara Simonsohn (2001), die Afa-Algen als Ersatz für Ritalin vorstellt, findet man einen ersten Hinweis. Sie berichtet über Einzelfälle, die als Belege dargestellt werden: Julian, 13, war sprunghaft, ungewöhnlich rastlos, unkonzentriert und ermüdete schnell. Sein Verhalten war dominant, undiplomatisch und oft verständnislos. Julian ist seit Afa-Algen-Einnahme weniger impulsiv, er findet nach einem Wutanfall leichter zurück zum Normalzustand, kann besser nachgeben und ist lustiger und fröhlicher. Diesem lächerlichen Beweis fehlt so ungefähr alles, was es erlaubt, eine seriöse DSM-IV-basierte Beurteilung der Hyperaktivität des Kindes zu erstellen. Die Heilpraktikerin hat nur einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Symptomatik eines hyperaktiven Kindes beschrieben. Da die anderen Fallbeschreibungen in ihrem Buch von ähnlicher Güte sind, stellt sich die Frage, ob Simonsohn wirklich eine Ahnung von dem hat, über was sie schreibt. Da sie als Werbeinstrument für Algenhersteller dient, sind ihre Publikationen wohl nichts anderes als direkte Schleichwerbung für Afa-Algen, an denen sie gut verdient. Sie selbst gibt in ihrem Buch offen zu, von mindestens drei deutschen Anbietern mit Afa-Pillen im Marktwert von 7.500 Euro ausgestattet worden zu sein, um Kinder von 44 Familien zu behandeln. Die Heilpraktikerin empfahl den Kindern eine Dosis von 1.5 g/d und die Beobachtung soll 10 Wochen gedauert haben. Kalkuliert man die Tagesdosis mit 1 Euro, hätte die Dame 5.000 Tagesdosen ausreichen können. Weil man 80 Tagesdosen pro Kind braucht, hätte man mindestens 60 Kinder behandeln können. Es sind aber nur 19 Kinder in der Publikation der Heilpraktikerin grob beschrieben. Da 44 Familien gemeinsam wohl kaum 19 Kinder haben können, dürfte sich die Heilpraktikerin entweder jene Fälle herausgesucht haben, bei denen ihre schlampige Diagnostik einer wahrscheinlich gar nicht bestehenden ADHS durch Afa-Algen &amp;#039;geheilt&amp;#039; wurde oder sie hat, wie in solchen Jubelpublikationen üblich, die Krankengeschichten erfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blickt man in populärwissenschaftliche Zeitschriften der [[Ganzheitsmedizin]], findet sich eine Publikation von Simonsohn im Jahr 2000. Hier berichtete sie über verschiedene Studien, die angeblich die Wirksamkeit bei Afa-Algen bewiesen haben sollen. In der sog. The kid.com Study, die von einem Afa-Anbieter durchgeführt worden sein soll, sollen Symptomverbesserungen bei Kindern erreicht worden sein. Was genau diagnostiziert wurde und welches Resultat sich vor und nach der Studie exakt dargeboten hat, gibt die Autorin nicht wieder. Sie gibt nur folgendes bei den Kindern an: Signifikante Verbesserungen in ihrer Fähigkeit, zu fokussieren, Anweisungen zu folgen und sich zu konzentrieren. Eine Abnahme von streitsüchtigem, fordernden und kämpferischen Benehmen. Weniger Symptome von Angst und Depression. Verbesserung des sozialen Verhaltens. Weniger Zeichen von emotionalen und verhaltensmäßigen Abgelenktsein. Weniger Wutanfälle und Erziehungsprobleme. Weniger Verhaltensauffälligkeiten, die man als merkwürdig klassifizieren könnte. Weniger körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Magenschmerzen, für die kein offensichtlicher Grund vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Untersuchungsmerkmale mit den DSM-IV Diagnosekriterien für ADHS vergleicht, kommt man mit sehr viel Mühe auf gerade einmal zwei ADHD-Merkmale. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei den Kindern in der Kid.com-Studie nicht um hyperaktive Kinder gehandelt hat. Da wundert es nicht, wenn Simonsohn (2000) schreibt: Die beiden Behandlungsformen (gemeint ist der Vergleich zwischen Ritalin und Afa-Algen) waren gleichermaßen effektiv. Wer den Eindruck hinterlässt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und gleichzeitig so wenig Ahnung von ADHS hat, wie Frau Simonsohn, mag diesen Schluss ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sieht es bei einer zweiten Studie aus, die Simonsohn (2000) referiert. Es handelt sich um den The Children &amp;amp; Algae Report, bei dem die beteiligten Eltern die Produkte eines Afa-Algenanbieters sogar selbst zahlen mussten. Die Bewertung der Kinder erfolgte mit einem Aschenbach-Bewertungsschema, welches u.a. Aufmerksamkeit, Aggression, soziale Probleme, Ängstlichkeit/Depression, Straffälligkeit, Denkprobleme, Zurückgezogenheit und eine Bewertung namens somatisch beurteilen soll. Diese pseudowissenschaftliche Bewertungsschema ist in der seriösen ADHS-Diagnostik vollständig unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In keiner der von Befürwortern durchgeführten Studien, sofern diese überhaupt erreichbar sind, ist eine glaubwürdige, realitätsbezogene Selektion des untersuchten Kollektivs nach etablierten Diagnosemethoden erfolgt. Offenbar wurden die üblichen DSM-Kriterien nicht als Bewertungs- und Einstufungsgrundlage angewendet. Allein diese methodischen Unzulänglichkeiten machen die bisherigen Befürworterstudien in meinen Augen unglaubwürdig. Der Umstand, dass in keiner Studie mitgeteilt wird, ob nach Toxinen in den Afa-Algen gesucht worden war oder ob zumindest Leber- und Nierenparameter zur Absicherung von negativen Auswirkungen dieser Gifte laborchemisch bestimmt worden sind, zeigt, dass in diesen Studien offenbar nicht mit großer wissenschaftlicher Genauigkeit vorgegangen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Quelle, der sog. &amp;#039;&amp;#039;The Nicaragua Report&amp;#039;&amp;#039;, die von der US-Algenfirma Bluegreen gesponsort wurde, ist in Wahrheit eine spanischsprachige Doktorarbeit aus dem von Wirtschaftskrisen und politischen Händeln zerrissenen Nicaragua. Das Land ist bekannt dafür, eine hungernde Bevölkerung zu besitzen und es ist leicht, dort für wenige Dollars Gefälligkeitsstudien zu lancieren. In der seriösen wissenschaftlichen Szene wären diese bedeutungslos, aber für den unwissenden Verbraucher sind solche Studien exzellentes Marketingmaterial. In einem 14 Seiten dünnen A5-Heftchen wird auf populärwissenschaftliche Weise beschrieben, wie Afa-Algen in einer Schule, in der zu Studienbeginn mehr als 80% der 6-11jährigen Kinder unterernährt waren, der Ernährungsstatus, die Schulnoten und das Verhalten der Kinder positiv beeinflusst worden sein sollen. Angeblich sei innerhalb eines halben Jahres die Fehlernährungsrate von 86% auf 21% gefallen. Überflüssig zu betonen, dass auch hier weder Toxinbestimmungen der Afa-Algen noch einschlägige Leber- und Nierenwerte berichtet wurden. Dass vorher mangelernährte Kinder mit wenigen Gramm proteinhaltiger, aber vitamin- und mineralstoffarmer Afa-Algen Normalgewicht erreichen sollen, wirkt einfach nur lächerlich. Höchstwahrscheinlich wurden die teilnehmenden Kinder mit einer Schulspeisung angelockt und nahmen deshalb zu. Niemand dürfte vor Ort etwas gegen dieses Vorgehen eingewendet haben. Dass man die daraus resultierenden Scheinergebnisse im Westen als Beweis verkauft, dürfte in Nicaragua unbekannt sein und spielt für die Menschen dort in Wirklichkeit auch keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Marketingskampagnen für AFA-Algen==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren schlug eine Marketingkampagne aus den USA in Europa auf. Im Zuge der Diskussion um Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-und-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), wurde eine Vielzahl von Alternativen zur etablierten [[Ritalin]]therapie auf den Markt gebracht. Dabei spielt die Psychosekte [[Scientology]] im Konzert mit anderen sektenähnlich operierenden Gruppen und Firmengeflechten eine herausragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bis zu 15% der kindlichen Bevölkerung an ADHS leiden, jedoch nur ein winziger Bruchteil adäquat versorgt wird, sind die Eltern dieser Kinder einer enormen Belastung ausgesetzt. Sie suchen nach Alternativen und diese werden ihnen in Form angeblicher Wundermittel angeboten. Dazu gehören auch die Nahrungsergänzung aus blaugrünen Algen der Gattung Aphanizomenon flos Aquae (sog. Afa-Algen). Diese werden als therapeutische Alternative zur Substition mit Methylphenidat (Ritalin/Novartis, Medikinet/Medice, Equasym/Celltech Group) propagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unverantwortliche Werbeaussagen==&lt;br /&gt;
Im April 2002 verschickte KEIMLING Naturkost in Buxtehude einen Werbebrief, in dem unter dem Titel &amp;quot;Sind Klamath Uralgen gefährlich?&amp;quot; u.a. folgende Behauptung zu lesen war: &amp;#039;&amp;#039;Das Landwirtschaftsministerium in Oregon hat einen Grenzwert von 1.0 Microgramm/kg Klamath Uralge festgesetzt. Wenn Sie täglich 2 g der Uralgen verzehren, wären demnach 2 Microgramm Microcystin zulässig. Ihr amtlicher Sicherheitsfaktor beträgt 11655.&amp;#039;&amp;#039;.... und weiter heißt es: &amp;#039;&amp;#039;...Demnach könnte ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht 23310 Microgramm Microcystin-LR zu sich nehmen, ohne gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen&amp;#039;&amp;#039;. Dies mag der Geschäftsführer der Firma Keimling, Winfried Holler, einmal am eigenen Leibe auspropieren. Er dürfte diesen Selbstversuch mit dem Leben bezahlen. Allerdings hat sein Haus einen Vorteil: es verkauft tiefgefrorene E3LIVE(tm)-Algen. Unseren Analysen zufolge enthält dieses Produkt keinerlei Microcystine ... der mikroskopische Augenschein zeigt aber ebenso, dass es sich offenbar nicht um ein Afa-Cyanobakterienprodukt handelt. Vielmehr tauchen unter dem Mikroskop Gräser und normale Algen auf, so dass man den Eindruck hat, als ob jemand einfach mit der Harke durch einen See gefahren ist, das Resultat zerkleinert hat und als Cyanoalgenprodukt anpreist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellung und AFA-Algen Anbau==&lt;br /&gt;
[[image:klamath2.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus geringer Höhe|250px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath3.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus größerer Höhe|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath4.jpg|Infrarotaufnahme der Region um den Upper Klamath Lake mit dichter landwirtschaftlicher Nutzung|thumb]]&lt;br /&gt;
Aphanizomenon flos Aquae-Algen werden in unterschiedlichen Regionen der Erde gefunden. Jene Produkte, die derzeit in den USA und Europa verkauft werden, stammen nach Angaben der Hersteller aus dem Upper Klamath Lake im US-Bundestaat Oregon. Dieser See ist Teil einer riesigen Seenplatte, aus der nur ein einziger Fluss (der Klamath River) nach dem Grenzübertritt in den US-Bundesstaat California in den Pazifik mündet. Die Region dient als Brutstätte für Seelachse, ist aber seit 150 Jahren dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Upper Klamath Lake dient als Wasserreservoir für die ihn an drei Seiten umgebenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Anbaugebiete. Die exzessive Wasserentnahme der letzten Jahrzehnte hat zu einer erheblichen Senkung des Seewasserspiegels geführt, so dass derzeit die den See bildende Wasserschicht dünner ist als die Schlammschicht am Seegrund. Die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt ist mittlerweile so desolat, dass es regelmäßig zu Fischsterben im Upper Klamath Lake kommt. Umweltschutzorganisationen versuchen seit Jahrzehnten, den zu hohen Wasserabzug aus dem See zu bremsen und die Wasserqualität zu steigern. Das Fischsterben ist regelmäßig auf die Produktion von Microcystinen durch im Wasser vorkommende und durch die Überdüngung massiv wachsenden blaugrünen Cyanobakterien zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Anbieter von Afa-Algen dem Käufer mit offensichtlich geschönten Seeaufnahmen eine heile Umwelt vorzugaukeln versuchen, teilen Anwohner des Upper Klamath Lakes in Webforen mit, dass die Gewinnung der im See wachsenden Algen z.T. mit Schleppern und Baumaschinen erfolgt, wobei das dicht wachsende Gemisch aus Algen, Seegras und blaugrünen Cyanobakterien zum Teil vermischt mit Schlamm herausgebaggert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Anbaumethoden ist es nicht verwunderlich, dass die Qualität einiger der gewonnenen Afa-Produkte zu wünschen übrig lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Werbetrick mit der Kameraperspektive==&lt;br /&gt;
[[image:klamath8.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Geschäftsführer Sanacells, Eckart Pinnow, verkündete in seiner Hauspostille Forum - Informationen für Mitglieder des GesundheitsNetzwerkes (Nr. 5, 2002), dass seine Afa-Produkte nicht microcystinbelastet seien. Pinnow ist in dieser Ausgabe in einem Boot abgebildet, dass auf dem Upper Klamath Lake schwimmt. Der Untertitel lautet: &amp;quot;Dipl.-Ing. Eckart Pinnow überprüft persönlich den Qualitätssicherungsprozess am Klamath-See&amp;quot;. Sein Boot ist dabei an der einzigen Stelle des Sees positioniert, die nicht von Landwirtschaft und Industrie umgeben ist. (siehe zum Vergleich weiter oben). Pinnow ist ursprünglich vom Ostufer des Sees einige hundert Meter in den See gefahren und ließ sich in östlicher Richtung mit Blick auf die Berge photographieren. Wäre die Kamera einige Grad nach links geschwenkt, hätte man die Straße und einige Wohngebiete der naheliegenden Stadt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==AFA-Algen und Microcystinbelastung==&lt;br /&gt;
[[image:afa1.jpg|Anabaena|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Hauptproblem der Algenprodukte stellt nicht ihr Lebensmittelcharakter dar, denn es handelt sich um eher minderwertige Nahrungsmittel mit geringem Mineralien- und Vitamingehalt (Ausnahme: Vitamin A) und hohem Proteingehalt. Hauptproblem ist vielmehr die Beimengung von Cyanobakteriengiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aktuellen Publikationen, die verschiedene Stämme der blaugrünen Cyanobakterien Anabaena, Aphanizomenon, Calothrix, Cylindrospermum, Nostoc, Microcystis, Planktothrix, Oscillatoria und Synechococcus genera untersuchten, fanden sich immer wieder Sorten, die die Kampfgifte der Klasse der Microcystine und der Anatoxine produzierten (Lyra et al. 2000). Auch ist bekannt, dass einige Arten der blaugrünen Cyanobakterien das Nervengift Saxitoxin produzieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter der Algen sind sich des Toxinproblems bewußt. Ray (1991) schrieb schon vor 10 Jahren, dass einige A.f.a.-Stämme hochwirksame Nervengifte produzieren könnten, diese Gifte aber in Nahrungsmitteln aus Algen des Upper Klamath Sees in Oregon nicht gefunden worden seien. Seine Ansicht wird von einer Arbeit von Schaeffer et al. (1999) unterstützt, die in Algen eine Beimengung durch eine Microcystin-produzierende Alge (Microcystis spp.) nachwiesen. Demzufolge sei diese Beimischung an dem Toxineintrag schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es eine Veröffentlichung, die sich mit Microcystinbelastungen von A.f.a.-Nahrungsergänzungsmitteln befasst, die aus dem Upper Klamath See gewonnen werden. Gilroy et al. (2000) analysierten Microcystinkonzentrationen in vier verschiedenen Afa-Produkten über vier Jahre hinweg (1996-1999) und alle Produkte enthielten Microcystine in unterschiedlicher Menge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von A.f.a.-Produkten weisen jedoch die Microcystinbelastung generell weit von sich. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass Aphanizomenon Flos Aquae keine Microcystine produziere und führen Studien an, in denen dergleichen nachgewiesen worden sei. Das wirkt befremdlich, denn selbst der sich für Algenprodukte einsetzende US-amerikanische Professor Wayne Carmichael schrieb noch am 30.01.2002 auf seiner Homepage unter Bezugnahme auf einen Artikel im Scientific American: &amp;#039;&amp;#039;..Anabaena, Oscillatoria, Lyngbya, and Aphanizomenon produce neurotoxic anatoxins and/or saxitoxins. Anatoxin-a and Anatoxin-a(s) seem unique to cyanobacteria, while saxitoxin also arise in certain marine algae. Anatoxin-a is a potent nicotinic agonist that mimics acetylcholine and is used as a research tool in neurobiology. Anatoxin-a(s) is a structurally new organophosphate that inhibits acetylcholinesterase. Saxitoxin prevents acetylcholine from being released from neurons by blocking the inward flow of sodium ions across the axonal membrane channels, disrupting the communication between neurons and muscle cells...&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtet man den Blick in die Fachliteratur, gibt es offenbar einige Stämme von Aphanizomenon Flos Aquae, die keinerlei Microcystine produzieren. Lyra et al. (2001) nennen hier Aphanizomenon sp. 202, A. sp. TR183 (AJ133155), A. sp. PCC 7905, A. sp. PH-271, A. flos aquae NIES 81 und Aphanizomenon gracilie PH-219. Allerdings sind diese Aphanizomenon-Bakterien genetisch ausgesprochen eng verwandt mit den Anabaena-Bakterien, die selbst durchaus Neurotoxine erzeugen. Beide Gattungen sind ausgesprochen klein und unterscheiden sich offenbar nur unter dem Mikroskop eindeutig voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unzuverlässige Testmethoden==&lt;br /&gt;
Microcystine und Saxitoxine, die wichtigsten Gifte in Cyanobakterienprodukten, sind nicht einfach zu messen. Es gibt verschiedene Messmethoden, die teilweise sehr aufwändig, zeitraubend und teuer sein können. Grundsätzlich stellt sich das Problem der Wahl des Nachweisverfahrens, denn es gibt Verfahren, die die Gifte direkt sichtbar machen, und Analysen, die die Gifte nur indirekt messen. Außerdem sind die Messverfahren unterschiedlich empfindlich. Zusätzlich erschwert wird die Suche, weil diese Tests in der Lebensmittelanalytik nur selten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell stellt sich die Wahl zwischen dem Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder dem Protein Phosphatase Inhibition Assay (PPIA). Andere Verfahren wie die High Performance Liquid Chromatography (HPLC) oder Liquid Chromatography/Mass Spectrometry (LC/MS) kommen wegen zu hoher Kosten oder noch nicht etablierter Nachweismethodik nicht in Frage. Die Testmethoden von ELISA und PPIA sind unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ELISA werden hochspezifische Antikörper eingesetzt, die gegen Microcystinmoleküle gerichtet sind. Diese Antikörper docken an Microcystine an. In einem zweiten Schritt klebt man einen weiteren Antikörper, der nur an den bereits eingesetzten Antikörper, nicht aber direkt an Microcystin andocken kann, an diesen Microcystin-Antikörperkomplex. Dies tut man, weil erst der zweite Antikörper einen fluoreszierenden Farbstoff tragen kann, den man mit speziellen Analyseverfahren sichtbar macht und dann in seiner Konzentration messen kann. Ein direktes Ankoppeln des zweiten, den Farbstoff tragenden, Antikörpers an das Microcystin ist nicht möglich, da dieser Antikörper zu klobig und ungenau wäre. Vergleichbar ist dieses Verfahren mit dem Angeln. Der Fisch ist das Microcystin, der Köder ist der 1. Antikörper und erst, wenn man den Fisch mit der Angelschnur (dem 2. Antikörper) herausgezogen hat, weiss man am Ende, was man gefangen hat. Der ELISA hat den Vorteil, dass er direkt das vorhandene Gift misst. Er kann dies mit einer Genauigkeit tun, die ein Microcystinmolekül in einer Lösung von 10 Milliarden anderen Molekülen herausfinden kann. Die Genauigkeit liegt bei 0,1 ppb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im PPIA ist das Testprinzip hingegen völlig anders. Hier wird die bremsende Wirkung der Microcystine auf eine enzymatisch gesteuerte Umwandlungsreaktion gemessen. Microcystine bremsen die Protein Phosphatase, die die Dephosphorylierung von p-Nitrophenylphosphat steuert. Durch Nachweis der Ausgangs- und Endprodukte des Umwandlungsprozesses kann man indirekt auf die Konzentration der Microcystine zurückschließen. Ein direkter Nachweis der Microcystine geschieht jedoch nicht. Der Test hat auch den Nachteil, dass er nur eine einzige Wirkung der Microcystine erfasst und dabei unberücksichtigt lässt, dass im Organismus durch verschiedene Microcystintypen unterschiedliche Enzymsysteme beschädigt werden können. Der PPIA ist nicht so genau wie der ELISA, denn er gibt nach Lawrence et al. (2001) in der Regel deutlich niedrigere Belastungswerte für Microcystine aus, die manchmal 10-40% unter den im ELISA gemessenen Konzentrationen liegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von AFA-Algen legen zum Nachweis der angeblichen Produktgüte in der Regel PPIA-Analysen vor. Dies ganz offensichtlich deshalb, weil mit dieser Testmethode nur ein Teil der Microcystine (und dieser wiederum nicht sicher) gemessen werden kann. Auf diese Weise schönt man die Resultate mit der methodenbedingten Ungenauigkeit des Messverfahrens nach unten. Dies trägt zur Verunsicherung des Verbrauchers bei und kann (wie unten näher beschrieben) sogar vor Gericht Vorteile bringen, weil Richter nicht selten bereits zu abgehoben sind, um sich mit den Hintergründen von Prüfmethoden zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesundheitsschäden==&lt;br /&gt;
In den USA listete die US-Gesundheitsbehörde FDA im leider mittlerweile nicht mehr online abrufbaren Med Watch Programm 57 Schadensfälle bis zum Jahre 1998 auf, die in zeitlichem Zusammenhang mit Afa-Konsum zu stehen schienen. Ebenso warnte Health Canada Online bereits im Jahre 1999 vorbeugend vor blaugrünen Algenprodukten, vor allem vor der Anwendung bei Kindern. Auch Erwachsene sollten Vorsicht bei der Einnahme bis zu dem Zeitpunkt walten lassen, an dem die Produktsicherheit zweifelsfrei gewährleistet sei &amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.hc-c.gc.ca/english/protection/warnings/1999/9969ebk.htm &amp;lt;/ref&amp;gt;. Der STERN veröffentlichte im Artikel Die Grüne Gefahr (Nr.8/2002) Warnungen über die Giftstoffe in Algenprodukten am 14.02.2002. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich den deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene seit Mai 2002 Laboranalysen über den Microcystingehalt in Afa-Produkten vorliegen, haben sie bis heute keinerlei Schutzmassnahmen über die bereits angesprochene Warnmeldung hinaus unternommen. Dies wird mit dem Fehlen eines Microcystingrenzwertes begründet (vgl. hierzu [[Spirulina]]). Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Grüner Lobbyismus im Spiel ist, denn offenbar pflegen einige Algenhersteller exzellente Kontakte zu den dt. Bündnisgrünen nahestehenden Prüflabors, die sich einer verbraucherkritischen Untersuchung der Algenprodukte entziehen. Vor Allem in alternativen und esoterischen Kreisen wurden die Wunderalgen stark propagiert. Offenbar befürchtet man bei den Grünen, aufgrund des eigenen Fehlverhaltens in den sich abzeichnenden Skandal einbezogen zu werden.&lt;br /&gt;
Es gibt mittlerweile auch in Deutschland Berichte über Personen, die über Symptome nach dem Konsum von Afa-Algenprodukten klagten. Diese Symptome stellten sich nach einigen Monaten kontinuierlicher Einnahme ein, klangen nach dem Absetzen aber wieder ab und verschwanden. Eine Betroffene bekam Taubheitsgefühl in den Fingern bis hin zum totalen Durchblutungsstopp in den letzten zwei Fingergliedern, desweiteren häufiges Kribbeln wie bei einer Minderdurchblutung und dies auch ansatzweise in den Zehen. Desweiteren beklagten die Betroffenen brüchige, wie erweicht erscheinende Fingernägel sowie eitrige, sich langwierig hinziehende Entzündungsherde der Haut im Bereich des Gesichts und des Rückens. Ein anderer Betroffener schilderte, dass er nach längerer Einnahme sehr schmerzhafte, chronische Halsschmerzen entwickelt hätte und neben den analog bereits beschriebenen Hautentzündungserscheinungen vor Allem extrem langanhaltende Muskelschmerzen bereits nach normaler sportlicher Aktivität bekommen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Hinweise deuten auf eine chronische Langzeitbelastung mit Microcystinen hin. Microcystine verursachen Leberschäden, Nierenversagen und können auch, weil sie die Natriumkanäle der Nerven blockieren können, die Impulsübertragung menschlicher Nervenzellen unterbrechen, was bis zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Auch krebserzeugende Wirkungen sind nachgewiesen (NCI 2000). In China gibt es beispielsweise ausreichend Hinweise dafür, dass microcystinbelastetes Trinkwasser die Hauptursache für die hohe Sterblichkeit an Leberkarzinomen in bestimmten Provinzen des Landes ist (Yu 1995, Ueno 1996). Aktuell publizierte Tierversuche an schwangeren Ratten (Zhang et al. 2002) zeigen, dass die Gabe von 4 Microgramm Microcystin-LR pro kg Körpergewicht bereits zu leichten Veränderungen im Lebergewebe der ungeborenen Feten innerhalb von 10 Tagen führen kann. Interessant ist, dass sich solche Ergebnisse bei Mäusen selbst bei Dosen von 2-128 Microgramm pro kg Körpergewebe nicht einstellen (Chernoff et al. 2002). Es kommt also auf das Tiermodell an, das verwendet wird. Die offenbar gegen Microcystine recht robust erscheinenden Mäuse sind das bevorzugte Tiermodell bei Studien aus der Algenszene. Offenbar weiss man genau, dass man nur mit Mäusen eine Verharmlosung der Giftwirkung der Microcystine beweisen kann, da dies in allen anderen Tiermodellen nicht gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen korreliert die Microcystinbelastung im Trinkwasser eindeutig mit der Häufigkeit von Leberkrebs (Yu et al. 2001), wie Studien aus China beweisen. Dort hat man schon lange Probleme mit microcystinbelastetem Trinkwasser, das in etlichen Provinzen Chinas ursächlich mit dem gehäuften Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert zu sein scheint. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Teil pro 1 Millarde Teile Wasser empfohlen (1 ppb), der in Kanada, Australien und Großbritannien mittlerweile auch in Kraft ist. In den USA oder der Bundesrepublik Deutschland ist dergleichen nicht umgesetzt worden. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates Oregon eine Microcystinbelastung bis zu 1.000 ppb (= 1 parts per million/ppm) in Algenprodukten tolerieren, inakzeptabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versucht man eine grobe Risikoabschätzung der Microcystinbelastung in den Algenprodukten vorzunehmen, so scheint eine klinische Symptomatik nach einigen Monaten Konsum von Produkten mit Belastungen ab 100 ppb einzutreten. Dies zeigt, dass das der WHO-Trinkwassergrenzwert von 1 ppb mit einem vernünftigen Sicherheitsabstand von 1:1000 zum Algengrenzwert aus Oregon durchaus begründet ist und sicherheitshalber auf Lebensmittel übertragen werden sollte. Von Algenanbietern wie Sanacell und Algavital wird immer wieder die Falschmeldung verbreitet, dass der in Oregon etablierte Grenzwert für die gesamte USA gelten würde. Dem ist nachweislich nicht der Fall. Zudem ist der Grenzwert nicht verbindlich, sondern lediglich ein US-amerikanischer Empfehlungswert, ab dessen Überschreitung microcystinbelastete Afa-Produkte aus dem Verkehr gezogen werden sollen (nicht müssen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die oben geschilderten Fälle zugrunde und bedenkt man, dass sich Microcystine sowohl in der Leber- als auch im Nerven- und Muskelgewebe angereicht als auch nur langsam ausgeschieden werden, wäre es möglich, dass Dauerkonsumenten erst mit monatelanger Verzögerung Gesundheitsprobleme entwickeln. Microcystindosen können beim Schwein, das uns Menschen vor Allem bei der Leberfunktion sehr ähnlich ist, bereits in Dosen von 25 Microgramm pro Kilogramm Körpergewicht Leberschäden auslösen, während Ratten und Mäuse wesentlich robuster reagieren. Deshalb ist es absolut denkbar, dass der Mensch, der in vielen gesundheitlichen Bereichen empfindlicher als Tiere reagiert, schon bei niedrigeren Dosen Gesundheitsprobleme entwickelt, die anfänglich nicht mit den A.f.a.-Produkten assoziiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man eine Verzehrsmenge von 2 Gramm Algenmasse mit einer Belastung von 100 Microgramm pro kg Algenmasse (100 ppb) zugrunde, würde man sich pro Tag eine Microcystinmenge von 0,2 Mikrogramm einverleiben. Da die oben geschilderten beiden Verbraucher erst nach 7 Monaten, dann aber zügig, gesundheitliche Probleme entwickelten, wäre zu spekulieren, dass bei einer Gesamtmenge von 40 Microgramm Microcystinen von ersten klinischen Symptomen auszugehen sein könnte (von einer unbemerkten Krebsschädigung nicht zu reden!). Diese zugegebenermaßen spekulative Obergrenze für bemerkbare, klinische Probleme scheint nicht unrealistisch zu sein, da eine weitere Verbraucherin, die über Monate hinweg eine mit 76 ppb belasteten Probe konsumiert hatte, keine gesundheitlichen Probleme berichtete. Die Wirksamkeitsschwelle zur Auslösung klinischer Symptome beim Menschen dürfte derzeit bei einer Gesamtaufnahmemenge von 40-50 Microgramm liegen, die je nach Belastung des A.f.a.-Produkts mehr oder weniger schnell erreicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Australien wird für Trinkwasser ein Microcystin-LR Richtwert von 1,3 Microgramm/Liter empfohlen. Alle Grenzwerte, auch der von der WHO empfohlene, orientieren sich an Hochrechnungen, die ihre Grundlage in Tierversuchen am Mausmodell haben. Mäuse halten aber eine deutlich höhere Microcystinbelastung aus, ohne Leberschäden oder körperliche Symptome zu entwickeln, als andere Tiergattungen (z.B. Ratte oder Schwein). Zeigen sich bei Mäusen noch keine Zeichen von Leberschädigungen bei intraperitonealen Gaben von Microcystinen in Dosen von 25-50 Microgramm/kg Körpergewicht (vgl. Fromme, Berlin, 1999), treten bei Rattenfeten bereits ab 4 Microgramm/kg Körpergewicht Schäden auf (Zhang et al. 2002). Schweine überleben nach Beasley et al. (2000) gerade noch eine Microcystindosis von 25 Microgramm/kg Körpergewicht, erleiden dabei aber bereits nachweisbare Organschäden u.a. im Bereich der Leber. Beim Menschen fehlen entsprechende Untersuchungen aus naheliegenden Gründen. Niemand würde die Erlaubnis erhalten, selbst bei Freiwilligen solche Versuche durchzuführen. Deshalb ist man auf Analogieschlüsse angewiesen, die sich sinnvollerweise auf die Trink- oder Badewasserbelastung mit Microcystinen beziehen, denn hier zeigen Studien aus China, dass der Konsum microcystinbelasteten Trinkwassers eindeutig mit einem erhöhtem Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert ist (z.B. Shun-Zhang 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut für Umweltanalytik und Humantoxikologie (ITox) in Berlin empfiehlt in der Gesundheitlichen Bewertung von Blaualgentoxinen (Microcystinen) in Badegewässern bereits ab einer Belastung von 10-100 Microgramm pro Liter, auf das gesundheitliche Risiko beim Baden in entsprechend belasteten Gewässern hinzuweisen und vom Baden abzuraten sowie ab Microcystinwerten oberhalb von 100 Microgramm pro Liter das Baden in solchen Gewässern zu untersagen. Es liegt nahe, diesen Trinkwassergrenzwert auf die Algenprodukte zu übertragen, denn in der von mir initiierten Untersuchung fand ich zwei Personen, die nach mehrmonatiger Einnahme von Algenprodukten in einer geschätzten Microcystin-Gesamtdosis von etwas über 40 Microgramm klinische Symptome entwickelt hatten, die auf eine chronische Vergiftung durch Microcystine schließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn also Tierversuche zeigen, dass Mäuse zur Risikoabschätzung durch Microcystin aufgrund ihrer Unempfindlichkeit ungeeignet sind, Ratten und Schweine hingegen viel empfindlicher reagieren und zudem erste Hinweise bei Erwachsenen zeigen, dass Gesamtdosen von etwa 40 Migrogramm Microcystinen - auch über längere Zeit verteilt eingenommen - zu Gesundheitsschäden führen können, muss gefordert werden, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Microgramm/Liter auch bei den Algenprodukten einzuhalten ist. Die im US-Bundesstaat Oregon tolerierten Microcystinmengen in Algenprodukten (1.000 Microgramm pro kg), die nur auf Schätzungen aus Mausmodellen beruhen (Schaeffer et al. 1999), sind offensichtlich wesentlich zu hoch. Sie liegen um den Faktor 1.000 überhalb der für Trinkwasser empfohlenen WHO-Richtwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die übliche Verzehrsempfehlung von 2 Gramm Algenmasse pro Tag, eine durchschnittliche Microcystinbelastung von 0,1 Microgramm pro Algengramm und eine Dosisschwelle von 40 Microgramm Microcystinen bei Erwachsenen zugrunde, ab der offensichtlich klinische Symptome auftreten können, so kann man innerhalb von etwa 6-7 Monaten die kritische Belastungszone zum Auftreten körperlicher Beschwerden erreichen. Es gibt jedoch Algenanbieter, deren entsprechend belastete Algenprodukte mit Verzehrsempfehlungen bis zu 20 Pillen (5 Gramm) täglich angepriesen werden. Bei solchen Verzehrsmengen ist es kein Wunder, wenn die kritische Schwelle bereits innerhalb weniger Wochen erreicht wird und die Patienten anfänglich mit schnell auftretenden Hautausschlägen konfrontiert werden. Sanacell und Algavital nutzen beide gern die Dienste der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn, die einschläge Ritalin-kritische und AFA-propagierende Bücher publiziert hat sowie einschlägige werbende Artikel in Szene-Zeitschriften veröffentlichte. Sie tritt für noch höhere Dosen pro Tag (20 Gramm und mehr) ein. Bei den Microcystinmengen, die in den Produkten von Sanacell und Algavital gefunden wurden, würde dies eine Krebsgefahr bedeuten sowie nach wenigen Wochen bis Monaten klinische Symptome einer Microcystinvergiftung bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich ist zu bedenken, dass sich 50% der oral eingenommenen Microcystindosis in der Leber anreichert. Somit sind die üblichen Dosierungsschemata des Giftes in Bezug auf Kilogramm Körpergewicht per se fragwürdig. Die Leber eines Erwachsenen hat ein durchschnittliches Gewicht von 3-4 kg, so dass bereits niedrige Einnahmemengen zu Leberschäden führen können. Geht man davon aus, dass man eine Giftkonzentration von 1 Microgramm pro kg Lebergewicht einnehmen müßte, würden bereits 8 Microgramm Gesamtaufnahmemenge ausreichen, um erste Leberschäden zu bewirken oder ggf. dazu beizutragen, Leberkrebs auszulösen. Diese Dosis kann bei Algenprodukten, die, wie in der vorliegenden Untersuchung nachgewiesen, mit 68-134 Microgramm pro kg (also 0,068 - 0,134 Microgramm pro Gramm) mit Microcystinen belastet sind, durchaus schon in 2-3 Monaten erreicht werden, denn die Microcystine werden nicht so schnell abgebaut, wie sie eingenommen werden. Das Leberkrebsrisiko kann bereits in solchen Dosen möglicherweise deutlich erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yu und Chen (1994) untersuchten den Microcystingehalt im Trinkwasser von 20 Patienten, die an hepatozellulärem Karzinom erkrankt waren (61 Microgramm/Liter) und verglichen ihn mit demjenigen von gesunden Kontrollpersonen (36 Microgramm/Liter). Dies zeigt, dass eindeutige Risiken bestehen können, wenn dauerhaft Microcystine in noch vergleichsweise niedrigen Dosen eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnung des BfArM und BgVV==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin ( BgVV) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte am 21. März 2002 eine gemeinsame Presseerklärung &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bgvv.de/presse/2002/pr_02_08.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, die vor dem Konsum der Algenprodukte warnte. Am 22.03.2002 warnte der kritische Informationsdienst für Ärzte und Apotheker (Arznei-Telegramm) in einer Blitz-Mitteilung per eMail &amp;lt;ref&amp;gt;AT: AFA-Alge: Irreführende Werbung, bedenkliche Produkte&amp;lt;/ref&amp;gt; vor den Algenprodukten und vertiefte dies in einer Printausgabe des Arznei-Telegramms am 12. April 2002. Am 27.03.2002 warnte der Krebs-Kompass.de auf seiner Website ebenfalls mit dem Titel Warnung vor Algen statt Arznei. Diese Warnungen trugen dazu bei, dass Elternverbände in Deutschland und der Schweiz, die sich für hyperaktive Kinder (ADS-Kinder) einsetzen und sich dem von Algenvertreibern erzeugten juristischen Druck ausgesetzt sahen, diesem besser widerstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pressemitteilung vom 21.3.2002 zu AFA-Algen:&lt;br /&gt;
*Ein Nutzen durch den Verzehr AFA-Algen-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.&lt;br /&gt;
*eine Gefährdung der Gesundheit durch Gifte ist nicht auszuschließen.&lt;br /&gt;
*Produkte, denen werblich eine heilende Wirkung zugeschrieben wird, sind als Arzneimittel anzusehen und bedürfen deshalb der amtlichen Zulassung. Liegt eine solche Zulassung nicht vor, sind die Produkte nicht verkehrsfähig. In Deutschland ist kein solches Produkt zugelassen.&lt;br /&gt;
*Damit liegt ein Verstoß gegen das Verbot der irreführenden Werbung nach dem Heilmittelwerbegesetz vor. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der Fehlinformation Eltern eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder abbrechen und sich das Leiden verschlimmert, wenn ersatzweise AFA-Algenprodukte gegeben werden. Gleiches gilt für Erwachsene, die im Vertrauen auf die &amp;quot;Heilkraft der AFA-Algen&amp;quot; bei einer diagnostizierten Depression oder bei anderen Gesundheitsstörungen eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie abbrechen und stattdessen AFA-Algenprodukte zu sich nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnende Stimmen werden mit juristischen Tricks niedergebügelt==&lt;br /&gt;
Eckard Pinnow brüstet sich in der obigen Forum-Ausgabe, dass es gerichtlich verboten sei, Warnungen vor AFA®-Algen zu veröffentlichen. Diese Behauptung ist offensichtlich erlogen, denn seine Produkte sind nachweislich belastet. Trotzdem kommt Pinnow mit seinen Lügen legal über die Runden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trick, mit dem Pinnow bisher der prozessuale Sieg gegenüber sorgenvoll warnender Elternverbände von ADHS-Betroffenen und -Kindern gelang, ist leicht erklärt. Er ließ die entsprechenden Organisationen von einer Anwaltskanzlei abmahnen. Da in der strittigen Äußerung das Wort &amp;quot;AFA-Algen&amp;quot; (eine in der Fachliteratur durchaus übliche Abkürzung) genannt worden war, Sanacell (wie auch Algavital) sich ähnlich klingende Namen aber als Produktbezeichnung schützen ließen, konnten sie daraus eine Aktivlegitimation und somit Klagefähigkeit ableiten. Die Abmahnung enthielt allerdings so lächerliche Passagen, dass sie von den prozessunerfahrenen Verbänden nicht ernst genommen wurden. Es wurde deshalb keine Schutzschrift hinterlegt, so dass der gegnerische Anwaltskanzlei (Radeck/Berlin) einfach zum Landgericht marschierte, eine Einstweilige Verfügung beantragte und diese auch bewilligt erhielt. Die schockierten Verbände bekamen erst Wind von der Sache, als ihnen die Verfügung ins Haus flatterte (vgl. Kritiker leben gefährlich). Auf diese Weise war es Pinnow möglich, öffentliche Warnungen vor seinen giftbelasteten Algenprodukten bis zur Hauptverhandlung stillzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die ADHS-Verbände Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung eingelegt hatten, kam es zu einer mündlichen Verhandlung. Die Richter Mauck, Gollan und Becker verurteilten erstinstanzlich mit haarsträubenden Begründungen die ADHS-Verbände und gaben Sanacell vollumfänglich Recht. So glaubten sie den Ausführungen Sanacells, dass diese in der Lage sei, Microcystine aus den Algenprodukten durch ein geeignetes Filterverfahren zu entfernen. Die Richter schrieben: &amp;quot;Diese Behauptung wird gestützt durch die Ausführungen auf Seite 53 des Buches &amp;#039;Die Heilkraft der AFA-Alge&amp;#039;, wonach die AFA-Alge viel kleiner ist als die Microcystine und das Sieb passiert, während jene zurückgehalten werden.&amp;quot;. Dass auch Aphanozimenon-Stämme Microcystine produzieren können, ist in der Fachliteratur bekannt und beschrieben. Das Microcystine winzige Moleküle sind, ergibt sich zwangsläufig von selbst. Kein Gift ist besonders groß, die gefährlichsten sind sogar sehr klein, weil sie sonst Schwierigkeiten hätten, in den Organismus aufgenommen zu werden. Es hätte sogar einem Richter mit normaler Schulbildung auffallen müssen, dass ein Bakterium nichts produzieren kann, was größer als es selbst ist. Schon gar nicht hätten drei Richter den obigen Unfug schreiben dürfen. Dieser bedeutet im übertragenen Sinne, dass ein Gemisch aus Wackersteinen (Afa-Algen) und Staub (Microcystinen) durch ein Sieb geschüttelt werden kann, in dem der Staub liegen bleibt, die Wackersteine aber hindurchfallen. Dass dergleichen Inkompetenz an deutschen Gerichten ein Richteramt ausüben darf, ist einer der vielen Skandale im AFA-Algenzirkus. Dass sich die Richter offenbar aus lauter Faulheit sogar auf die Schriften der die AFA-Algen propagierenden Heilpraktikerin Barbara Simonsohn (siehe Fünf Tibeter) stützten, ist ein Schlag ins Gesicht jedes wissenschaftlichen Sachverstandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Richter erklärten weiterhin, dass das Herausfiltern der Microcystine durch das Vorlegen von Untersuchungszertifikaten durch Sanacell hinreichend belegt worden sei. Dem ist aber nicht so, denn von der Firma wurden keine ELISA-Untersuchungen, sondern vielmehr der PPIA-Test verwendet wird. Wie oben bereits beschrieben, ist der PPIA-Test weitaus ungenauer und dies vor allem in dem Bereich der Microcystinbelastung, um den es sich hier dreht. Hier wird oftmals deutlich weniger bis gar keine Belastung im PPIA angezeigt, während der ELISA noch verlässlich die Giftkonzentrationen anzeigt. So ließen sich die drei Berliner Richter exzellent täuschen und die Verbände zahlten für deren Inkompetenz die Zeche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma Algavital versucht eine andere Taktik, um unliebige Kritik wegzubügeln. Analog wie Sanacell versucht sie haltlose Abmahnungen zu versenden. Hinterlegt man aber eine fundierte Schutzschrift, so schrecken beide vor Klagen offenbar aus Angst vor einer Blamage zurück. Berichten aber Presseorgane kritisch über die giftbelasteten Algen, versucht primär Algavital durch presserechtliche Tricks, Gegendarstellungen plaziert zu erhalten. Sind diesen korrekt formuliert, müssen jene vom jeweiligen Journal unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abgedruckt werden. So geschah dies der Pharmazeutischen Zeitung, die kritisch über diese Algen berichtet hatte. Bei anderen Blättern hingegen gelang der Widerruf, der spätestens nach 3 Monaten plaziert sein muss, nicht. Grund war hierfür die offensichtlich wahrheitswidrige Forderung der Firma Algavital. Algavital nutzt auch gerne auf ihrer Website die Chance, Kritiker zu verleumden. Abmahnungen, die ihr deshalb ins Hause flattern, befolgt sie allerdings dann auch relativ schnell, zahlt aber die entsprechenden Anwaltsrechnungen nicht und lässt es dann offensichtlich auf langwierige Gerichtsprozesse ankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsicht: Verwechslungsgefahr!==&lt;br /&gt;
Ein sowohl in den USA als auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern vertretene Biotech-Firma mit dem Namen Celltech Group (Hauptsitz in Großbritannien, 208 Bath Road, Slough, Berkshire SL1 3WE) verkauft über seine deutsche Niederlassung (Celltech GmbH &amp;amp; Co. KG, Im Wirringen 25, 45731 Waltrop) seit Mai 2002 ein Methylphenidatprodukt (Equasym) zur Behandlung von ADS/ADHS. Equasym ist neben Medikinet (Fa. Medice) und Ritalin (Fa. Novartis Pharma) das dritte Methylphenidatprodukt, das in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt gekommen ist (vgl. Gelbe Liste). Celltech Group hat mit einem US-amerikanischen Algenanbieter fast gleichen Namens aber nichts zu tun. In den USA hat die Celltech Group verschiedene Niederlassungen (Celltech R&amp;amp;D Inc. in Wayne und in Bothel, Celltech Manufacturing CA Inc. in Santa Ana, Celltech Pharmaceuticals Inc. in Rochester). Ärzte, die Equasym rezeptieren wollen, jedoch bei dem Namen des Anbieters misstrauisch geworden sind, sollten dies berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scientology, Sektengruppen und Pseudowissenschaftler im Spiel==&lt;br /&gt;
Auf der Ebene des Europarates ist es dem US-amerikanischen Top-Scientologen Fred A. Baugham, seines Zeichens pädiatrischer Neurologe, gelungen, die US-Psychosekte ins Spiel zu schleusen. Er selbst propagiert seit Jahren in den USA eine Anti-Ritalin-Kampagne und tritt gemeinsam mit In Paris konnte er den Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Parlament) in einer gut plazierten Marketingkampagne überrollen. Er sorgte mit einigen anderen dafür, dass eine Anhörung im November 2001 zu einer Farce wurde. Nicht nur gab er die üblichen haltlosen Lügen und Unwahrheiten über ADHS und Methylphenidat zum besten, er sorgte durch Lobbyarbeit hinter den Kulissen dafür, dass an die Mitgliedsstaaten des Europarats die schriftliche Aufforderung erging, den Methylphenidatbedarf zu überprüfen und die Verordnung einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA arbeitet Peter Breggin, ein bisher der Scientology nicht direkt zuzurechnender Autor, mit Fred A. Baugham eng zusammen. Durch einschlägige, reisserische Bücher, in der die üblichen verleumderischen Thesen über wirksame Behandlungsmethoden bei ADHS verbreitet werden, trägt Breggin dazu bei, bei den Betroffenen Angst vor z.B. [[Ritalin|Methylphenidat]] zu schüren. In Deutschland hat seine Thesen der Neurobiologie Hüther aufgenommen, der sich auch nicht zu schade ist, auf Podiumsdiskussionen teilzunehmen, die von schweizerischen Firmen, die der Scientology direkt zuzurechnen sind, aufzutreten. Hüthers Hauptthese, Methylphenidat prädisponiere für M. Parkinson, ist nachweislich falsch und wurde in der Fachliteratur ausführlich wiederlegt. Trotzdem tourt er derzeit durch Europa und schafft es offenbar auch mit Unterstützung von Scientologen, sich in öffentlichen dt.-sprachigen Medien mit seinen falschen Behauptungen zu plazieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Szene um [[Franz Konz]] (siehe Ur-Medizin) ist mir von der Partie. Konz präsidiert bekanntlich dem Bund für Gesundheit e.V., der wiederum eine Hauspostille (Natürlich Leben) sowie ein Beratungstelefon betreibt. Konz schrieb über verhaltensauffällige Kinder in einer der letzten Ausgaben und empfahl, solche Kinder in kompetente Psychotherapie zu bringen. Dabei riet er zur Firma [[KVPM]], die jedoch seit Jahren eine bekannte Deckadresse der US-Psychosekte Scientology in Deutschland ist (siehe Die Scientology Organisation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Esoterikmessen wie den Medizinischen Wochen Baden-Baden, auf denen Sanacell Afa-Produkte vorstellt, wird immer gerne mit Publikationen der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn geworben. In deren Büchern kann man deren indirekte Finanzierung durch diese Firmen leicht nachvollziehen. Sie schreibt selbst in einem ihrer Bücher, dass sie von Algenanbietern Waren zu Testzwecken im Wert von mehreren tausend Euros erhalten hat. Zusätzlich, und dies ist mit Sicherheit kein Zufall, saß Frau Simonsohn über längere Zeit am Beratungstelefon des [[BFG|Bundes für Gesundheit]]. Ihre 14-tägigen Sprechzeiten konnten in Natürlich Leben nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits bei der Ur-Medizin beschrieben, bestehen Verbindungen zwischen Konz und dem wegen Kindsmissbrauchs und Betrugs zu einer 15jährigen Haftstrafe in Paris verurteilten [[Guy-Claude Burger]]. Burgers deutsche Stimme, der [[MLM|Multi-Level-Marketing]] Verkäufer Stephen Janetzko aus Erlangen ist einer der Ansprechpartner, der für das GesundheitsNetzwerk des Pinnow in Erlangen Veranstaltungen organsiert. Dies kann in der Sanacell-Firmenzeitung FORUM (Ausgabe 08/2002) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man erkennt, gibt es enge Verflechtungen zwischen sektenähnlich operierenden Gruppen, der US-Psychosekte Scientology und den die Algen verkaufenden Firmen in Europa. Es liegt nahe, zu vermuten, dass es sich bei einigen dieser Firmen um abgetauchte bzw. abgetrennte Scientologen-Netzwerke handelt, die zwar scientologische Methoden anwenden, sich aber nicht offen zur Scientology bekennen. Die genannten Netzwerke sind übrigens nur nur die Spitze des Eisberges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Beasley VR, Lovell RA, Holmes KR, Walcott, HE, Schaeffer DJ, Hoffmann WE, Carmichael WW: Microcystin-LR decrease hepatic and renal perfusion and causes circulatory shock, severe hypoglycemia and terminal hyperkalemia in intravasculary dosed swine. J Toxicol Environm Health 61 (Part A): 281-203, 2002&lt;br /&gt;
*Chernoff N, Hunter ES, Hall LL, Rosen MB, Brownie CF, Malarkey D, Marr M, Herkotivs J: Lack of teratogenicity of microcystin-LR in the mouse and toad. J Appl Toxicol 22: 13-17, 2002&lt;br /&gt;
*Gilroy DJ, Kauffman KW, Hall RA, Huang X, Hu FS: Assessing potential health risks from microcystin toxins in blue-green algae dietary supplements. Environment Healtch Perspect 108: 435-439, 2000&lt;br /&gt;
*Jensen GS, Ginsberg DI, Huerta P, Citton M, Drapeau C: Consumption of Aphanizomenon flos-aquae has rapid effects on the circulation and function of immune cells in humans. A novel approach to nutritional mobilization of the immune system. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 50-58, 2000&lt;br /&gt;
*Kushak RI, Drapaeu C, Van Cott, EM, Winter, HH: Favorable effects of blue-green algae Apha-nizomenon flos-aquae on rat plasma lipids. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 59-65, 2000&lt;br /&gt;
*Lyra C, Suomalainen S, Gugger M, Vezi C, Sundman P, Paulin L, Sivonen K: Molecular characterization of planktic cyanobacteria of Anabaena, Aphanizomenon, Microcystis and Planktothrix genera. Int J System Evolut Microbiol 51: 513-526, 2001&lt;br /&gt;
*Manoukain R, Citton M, Huerta R, Rhode B, Drapeau C, Jensen GS: Effects of the blue-green algae aphanizomenon flos aqua (L.) Ralphs on human natural killer cells. In: Savage L (Ed.): Phytoceuticals. 1.1. Chap. 3.1., Seite 233-241, 1998&lt;br /&gt;
*NCI Nomination: Blue-Green Algae. Submitted to the NTP. September 2000&lt;br /&gt;
*Ray RA: Microalgae as food and supplement. Crit Rev Food Sci Nutr 30: 555-573, 1991&lt;br /&gt;
*Schaeffer DJ, Maplas PB, Barton LL: Risk assessment of microcystins in dietary Aphanizomenon flos-aquae. Ecotoxicol Envinron Saf 44: 73-80, 1999&lt;br /&gt;
*Shun-Zhang Y: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 675-682, 1995&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität - ein Problem unserer Zeit. Erfahrungsheilkunde, Nr. 8, 516-527, 2000&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Hyperaktivität - warum Ritalin keine Lösung ist. W. Goldmann Verlag, München, 2001&lt;br /&gt;
*Ueno Y, Nagata S, Tsutsumi T, Hasegawa A, Watanabe MF, Park HD, Chan GC, Chen G, Yu SZ: Detection of microcystins, a blue-green algal hepatotoxin, in drinking water sampled in Haimen and Fusui, endemic areas of primary liver cancer in China, by highly sensitive immunoassay. Carcinogenesis 17: 1317-1321, 1996&lt;br /&gt;
*Yu SZ: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 674-682, 1995&lt;br /&gt;
*Yu SZ, Chen G: Blue-green algae toxins and liver cancer. Chin J Cancer Res 6: 9-17, 1994&lt;br /&gt;
*Zhang Z, Lian M, Liu Y, Wei G, Yu S, Kang S, Zhang Y, Chen C: Teratosis and damage of viscera induced by microcystin in SD rat fetuses. Zhonghua Yi Xue Za Zhi 82: 345-347, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.uni-konstanz.de/news/mittshow.php?nr=12&amp;amp;jj=2008 Universität Konstanz zu Algenpräparaten&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cd/987&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cm/208/afa_algen_und_afa_algenpropdukte.pdf&lt;br /&gt;
*http://ads-adhs.de.vu/algen.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Beutelschneiderei]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=18568</id>
		<title>AFA-Algen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=18568"/>
		<updated>2009-02-27T18:31:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Gesundheitsschäden */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:afa2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Afa-Algen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Aphanizomenon flos-aquae) sind Bakterien der Abteilung [http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien  Cyanobakterien] und werden auch Blaualgen genannt. Diese werden seit einigen Jahren als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (NEM) angeboten. Entsprechend der häufigen Vorgehensweise von Vermarktern von &amp;quot;Wundermitteln&amp;quot; wurden über diese schlichte Alge diverse Märchen und beleglose Behauptungen verbreitet und ihr Heilwirkungen bei [[Ritalinkritik|ADHS]] bis [[Unkonventionelle Krebstherapien|Krebs]] und natürlich allen üblichen [[Zivilisationskrankheit]]en angedichtet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich jedoch Lebensmittel und unterliegen daher dem [[LFGB]] (Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch). Laut LFGB sind gesundheitsbezogene Werbung und werbeähnliche Äußerungen untersagt und können kostenpflichtig abgemahnt werden. Problematisch ist, dass in diesen Algen z.T. sehr giftige (lebertoxische) Microcystine vorhanden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Afa-Algen sind keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien==&lt;br /&gt;
Die als Afa-Algen bezeichneten Lebewesen sind zur Photosynthese befähigte Einzeller (Eubakterien), die evolutionsgeschichtlich sehr alt sind. Viele Stämme dieser Bakterien sind in der Lage, hochwirksame Gifte (Microcystine, Anatoxine, Saxitoxin) zu produzieren, welches sich in den Bakterien selbst sowie in den sie verzehrenden Meerestieren anreichert. Man nennt sie deshalb auch blaugrüne Cyanobakterien. Eine ausführliche Darstellung über Microalgen und deren Belastung mit Algentoxinen finden sie in den Guidelines for Safe Recreational-water Environments (Vol. I: Coastal and Fresh-waters), Oktober 1998 &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~tennisplatzis/paralex/content/who_Recreawat-II.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beworbene Indikationen==&lt;br /&gt;
Afa-Algen werden von unterschiedlichen Firmen als Lebensmittel angepriesen. Je nach Lokalisation der Firma werden verschiedene heilende Aussagen getroffen. In den USA werden die Mittel u.a. von der Fa. Bluegreen (von der auch deutsche Firmen ihre Produkte beziehen) als Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Immunschwächeerkrankungen anderer Art, ADHS, Hypercholesterinämie und zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens beworben. Für diese propagierten Aussagen liegen keine glaubwürdigen Wirksamkeitsnachweise vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
Seriöse Studien über die Wirkung der AFA-Algen gibt es im internationalen wissenschaftlichen Schrifttum nicht. Es gibt allerdings einige Nischenpublikationen wie einen Buchbeitrag (Manoukain et al. 1998) und Journalartikel (Kushak et al. 2000, Jensen et al. 2000). Letztere stammen aus dem Journal of the American Nutraceutical Association (JANA). Allein diese Titelwahl soll den Leser verwirren, denn die American Medical Association, die größte US-Vereinigung für Fachärzte der Inneren Medizin, gibt mit JAMA eine ähnlich klingende Fachzeitschrift heraus, die sich Journal of the American Medical Association (JAMA) nennt. JANA ist nicht in medizinischen Fachinformationsdiensten wie Medline gelistet, JAMA hingegen sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Studie von Manoukain et al. (1998) wurde festgestellt, dass man durch die Gabe von 1.5 g Afa-Algen bei fünf gesunden Freiwilligen eine signifikante Verringerung der Natürlichen Killerzellen innerhalb von 2 Stunden nach dem Schlucken bewerkstelligen konnte. Die Menge an NK-Zellen sank um 63%. Dies verwundert nicht, denn die unten noch näher beschriebenen Algentoxine greifen u.a. direkt die Zellstrukturen von weißen Blutkörperchen an und können die Aufnahme von Nahrungsenergie (z.B. Glukose) durch die Zellwand hemmen. Wahrscheinlich resultiert die Reduktion der NK-Zellen auf einer direkten Giftwirkung der in den Afa-Algen vorhandenen Microcystine oder des Saxitoxins, das in geringeren Mengen Auswirkungen auf Blutzellen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer zweiten Studie (Jensen et al. 2000) wurden 21 gesunde Probanden mit 1.5 g Afa-Algen über sechs Wochen behandelt. Unter der Afa-Algenbehandlung kam es zu einem deutlichen Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen, was unter Placebogabe nicht eintrat. Dieser Effekt wurde von den Autoren als Stimulation des Immunsystems interpretiert, die eine Verbesserung der Abwehrsituation anzeige. Diesen Schluss ist lächerlich, denn wenn man eine Substanz verzehrt, die Zellgifte enthält, welche im Organismus z.B. Leberzellen verstärkt in den Selbstmord treiben können (Auslösung der Apoptose), erklärt sich der Anstieg der Abwehrzellen wesentlich offensichtlicher. Stirbt im Organismus Zellgewebe ab, weil es beschädigt wurde, dann ändert sich die Oberflächenstruktur der betroffenen Zellen. Diese werden dadurch für das Abwehrsystem als zur Entsorgung freigegeben gekennzeichnet, daraufhin von weißen Blutkörperchen angegriffen und verzehrt. Je mehr solche betroffenen Zellen sterben, desto höher ist der Bedarf an den sie verzehrenden weißen Blutkörperchen. Die Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen ist nur die Folge einer durch Algengifte verursachten, niedrigschwelligen Entzündungsreaktion u.a. von Leberzellen. Jensen et al. (2000) verloren kein Wort über den Zustand der Leber oder der Nieren der Probanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kushak et al. (2000) veröffentlichten eine Studie, die an Ratten zeigen sollte, dass der Konsum von Afa-Algen den Blutfettspiegel zu regulieren in der Lage sei. Sie gaben den Tieren unterschiedliche, mit ungesättigten Fettsäuren angereicherte Diäten. Daneben reicherten Sie die Diät z.T. mit 10-15% Afa-Algensubstanz an. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die keinen Afa-Zusatz erhielt, wiesen die beiden Afa-Untersuchungsgruppen eine deutliche Senkung des Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegels im Serum auf. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Afa-Algen einen cholesterinsenkenden Effekt hätten und empfahlen, diese Wirkung im Lebensmittelsektor auszunutzen. Auch dieses Resultat wundert mich nicht, lässt es sich doch erneut mit der Giftwirkung von Algentoxinen erklären. Die Leber ist das Zielorgan für Microcystine, die sich dort anreichern. Dies ist auch bei Ratten nachgewiesenermaßen der Fall. Die Leber ist aber gleichzeitig der Produktions- und Umschlagsort für Blutfette. Da Microcystine auch in niedriger Dosierung auf Leberzellen von Ratten schädigend wirken, sinkt mit steigender Afa-Menge logischerweise die Syntheseleistung der Leberzellen, weil sich eine zunehmende toxinbedingte Organentzündung in einer verschlechterten Syntheseleistung niederschlägt. Interessanterweise hatten die Autoren weder Leberwerte berichtet, die auf die Organfunktion hätten schließen lassen, noch hatten sie nach dem Fütterungsversuch über histologische Leberuntersuchungen der Tiere berichtet, um eventuelle Auswirkungen der Algentoxine zu bewerten. Dies lässt darauf schließen, dass sie offenbar befürchteten, negative Auswirkungen zu finden. Wer nicht sucht, findet nicht und kann dem Leser in die Tasche lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Studien sind kein Beleg für die Wirkung von Afa-Algen, zumal keiner der Autoren in seinen Berichten genaue Angaben über die Microcystin-, Anatoxin- und Saxitoxingehalte der verwendeten Afa-Produkte machte. Bei jeder Studie war ein Vertreter von Bluegreen, dem größten US-amerikanischen Afa-Algenproduzenten, Mitautor. Dies lässt auf eine direkte Einflussnahme und auf Gefälligkeitsstudien schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt im Bereich der Therapie hyperaktiver Kinder bisher keine einzige seriöse Studie, die bewiesen hätte, dass Afa-Algen einen therapeutischen Vorteil erbracht hätten. Man muss sich recherchemäßig fast auf den Kopf stellen, um zumindest indirekte Hinweise zu erhalten, denn im internationalen medizinischen Fachschrifttum gibt es keine einzige Afa-Studie. Auch das Durchforsten von Doktorarbeiten oder Habilitationsschriften deutscher Universitäten erbringt keine einzige Untersuchung mit diesem Nahrungsergänzungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Buch der Heilpraktikerin und Diplom-Politologin Barbara Simonsohn (2001), die Afa-Algen als Ersatz für Ritalin vorstellt, findet man einen ersten Hinweis. Sie berichtet über Einzelfälle, die als Belege dargestellt werden: Julian, 13, war sprunghaft, ungewöhnlich rastlos, unkonzentriert und ermüdete schnell. Sein Verhalten war dominant, undiplomatisch und oft verständnislos. Julian ist seit Afa-Algen-Einnahme weniger impulsiv, er findet nach einem Wutanfall leichter zurück zum Normalzustand, kann besser nachgeben und ist lustiger und fröhlicher. Diesem lächerlichen Beweis fehlt so ungefähr alles, was es erlaubt, eine seriöse DSM-IV-basierte Beurteilung der Hyperaktivität des Kindes zu erstellen. Die Heilpraktikerin hat nur einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Symptomatik eines hyperaktiven Kindes beschrieben. Da die anderen Fallbeschreibungen in ihrem Buch von ähnlicher Güte sind, stellt sich die Frage, ob Simonsohn wirklich eine Ahnung von dem hat, über was sie schreibt. Da sie als Werbeinstrument für Algenhersteller dient, sind ihre Publikationen wohl nichts anderes als direkte Schleichwerbung für Afa-Algen, an denen sie gut verdient. Sie selbst gibt in ihrem Buch offen zu, von mindestens drei deutschen Anbietern mit Afa-Pillen im Marktwert von 7.500 Euro ausgestattet worden zu sein, um Kinder von 44 Familien zu behandeln. Die Heilpraktikerin empfahl den Kindern eine Dosis von 1.5 g/d und die Beobachtung soll 10 Wochen gedauert haben. Kalkuliert man die Tagesdosis mit 1 Euro, hätte die Dame 5.000 Tagesdosen ausreichen können. Weil man 80 Tagesdosen pro Kind braucht, hätte man mindestens 60 Kinder behandeln können. Es sind aber nur 19 Kinder in der Publikation der Heilpraktikerin grob beschrieben. Da 44 Familien gemeinsam wohl kaum 19 Kinder haben können, dürfte sich die Heilpraktikerin entweder jene Fälle herausgesucht haben, bei denen ihre schlampige Diagnostik einer wahrscheinlich gar nicht bestehenden ADHS durch Afa-Algen &amp;#039;geheilt&amp;#039; wurde oder sie hat, wie in solchen Jubelpublikationen üblich, die Krankengeschichten erfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blickt man in populärwissenschaftliche Zeitschriften der [[Ganzheitsmedizin]], findet sich eine Publikation von Simonsohn im Jahr 2000. Hier berichtete sie über verschiedene Studien, die angeblich die Wirksamkeit bei Afa-Algen bewiesen haben sollen. In der sog. The kid.com Study, die von einem Afa-Anbieter durchgeführt worden sein soll, sollen Symptomverbesserungen bei Kindern erreicht worden sein. Was genau diagnostiziert wurde und welches Resultat sich vor und nach der Studie exakt dargeboten hat, gibt die Autorin nicht wieder. Sie gibt nur folgendes bei den Kindern an: Signifikante Verbesserungen in ihrer Fähigkeit, zu fokussieren, Anweisungen zu folgen und sich zu konzentrieren. Eine Abnahme von streitsüchtigem, fordernden und kämpferischen Benehmen. Weniger Symptome von Angst und Depression. Verbesserung des sozialen Verhaltens. Weniger Zeichen von emotionalen und verhaltensmäßigen Abgelenktsein. Weniger Wutanfälle und Erziehungsprobleme. Weniger Verhaltensauffälligkeiten, die man als merkwürdig klassifizieren könnte. Weniger körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Magenschmerzen, für die kein offensichtlicher Grund vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Untersuchungsmerkmale mit den DSM-IV Diagnosekriterien für ADHS vergleicht, kommt man mit sehr viel Mühe auf gerade einmal zwei ADHD-Merkmale. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei den Kindern in der Kid.com-Studie nicht um hyperaktive Kinder gehandelt hat. Da wundert es nicht, wenn Simonsohn (2000) schreibt: Die beiden Behandlungsformen (gemeint ist der Vergleich zwischen Ritalin und Afa-Algen) waren gleichermaßen effektiv. Wer den Eindruck hinterlässt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und gleichzeitig so wenig Ahnung von ADHS hat, wie Frau Simonsohn, mag diesen Schluss ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sieht es bei einer zweiten Studie aus, die Simonsohn (2000) referiert. Es handelt sich um den The Children &amp;amp; Algae Report, bei dem die beteiligten Eltern die Produkte eines Afa-Algenanbieters sogar selbst zahlen mussten. Die Bewertung der Kinder erfolgte mit einem Aschenbach-Bewertungsschema, welches u.a. Aufmerksamkeit, Aggression, soziale Probleme, Ängstlichkeit/Depression, Straffälligkeit, Denkprobleme, Zurückgezogenheit und eine Bewertung namens somatisch beurteilen soll. Diese pseudowissenschaftliche Bewertungsschema ist in der seriösen ADHS-Diagnostik vollständig unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In keiner der von Befürwortern durchgeführten Studien, sofern diese überhaupt erreichbar sind, ist eine glaubwürdige, realitätsbezogene Selektion des untersuchten Kollektivs nach etablierten Diagnosemethoden erfolgt. Offenbar wurden die üblichen DSM-Kriterien nicht als Bewertungs- und Einstufungsgrundlage angewendet. Allein diese methodischen Unzulänglichkeiten machen die bisherigen Befürworterstudien in meinen Augen unglaubwürdig. Der Umstand, dass in keiner Studie mitgeteilt wird, ob nach Toxinen in den Afa-Algen gesucht worden war oder ob zumindest Leber- und Nierenparameter zur Absicherung von negativen Auswirkungen dieser Gifte laborchemisch bestimmt worden sind, zeigt, dass in diesen Studien offenbar nicht mit großer wissenschaftlicher Genauigkeit vorgegangen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Quelle, der sog. &amp;#039;&amp;#039;The Nicaragua Report&amp;#039;&amp;#039;, die von der US-Algenfirma Bluegreen gesponsort wurde, ist in Wahrheit eine spanischsprachige Doktorarbeit aus dem von Wirtschaftskrisen und politischen Händeln zerrissenen Nicaragua. Das Land ist bekannt dafür, eine hungernde Bevölkerung zu besitzen und es ist leicht, dort für wenige Dollars Gefälligkeitsstudien zu lancieren. In der seriösen wissenschaftlichen Szene wären diese bedeutungslos, aber für den unwissenden Verbraucher sind solche Studien exzellentes Marketingmaterial. In einem 14 Seiten dünnen A5-Heftchen wird auf populärwissenschaftliche Weise beschrieben, wie Afa-Algen in einer Schule, in der zu Studienbeginn mehr als 80% der 6-11jährigen Kinder unterernährt waren, der Ernährungsstatus, die Schulnoten und das Verhalten der Kinder positiv beeinflusst worden sein sollen. Angeblich sei innerhalb eines halben Jahres die Fehlernährungsrate von 86% auf 21% gefallen. Überflüssig zu betonen, dass auch hier weder Toxinbestimmungen der Afa-Algen noch einschlägige Leber- und Nierenwerte berichtet wurden. Dass vorher mangelernährte Kinder mit wenigen Gramm proteinhaltiger, aber vitamin- und mineralstoffarmer Afa-Algen Normalgewicht erreichen sollen, wirkt einfach nur lächerlich. Höchstwahrscheinlich wurden die teilnehmenden Kinder mit einer Schulspeisung angelockt und nahmen deshalb zu. Niemand dürfte vor Ort etwas gegen dieses Vorgehen eingewendet haben. Dass man die daraus resultierenden Scheinergebnisse im Westen als Beweis verkauft, dürfte in Nicaragua unbekannt sein und spielt für die Menschen dort in Wirklichkeit auch keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Marketingskampagnen für AFA-Algen==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren schlug eine Marketingkampagne aus den USA in Europa auf. Im Zuge der Diskussion um Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-und-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), wurde eine Vielzahl von Alternativen zur etablierten [[Ritalin]]therapie auf den Markt gebracht. Dabei spielt die Psychosekte [[Scientology]] im Konzert mit anderen sektenähnlich operierenden Gruppen und Firmengeflechten eine herausragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bis zu 15% der kindlichen Bevölkerung an ADHS leiden, jedoch nur ein winziger Bruchteil adäquat versorgt wird, sind die Eltern dieser Kinder einer enormen Belastung ausgesetzt. Sie suchen nach Alternativen und diese werden ihnen in Form angeblicher Wundermittel angeboten. Dazu gehören auch die Nahrungsergänzung aus blaugrünen Algen der Gattung Aphanizomenon flos Aquae (sog. Afa-Algen). Diese werden als therapeutische Alternative zur Substition mit Methylphenidat (Ritalin/Novartis, Medikinet/Medice, Equasym/Celltech Group) propagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unverantwortliche Werbeaussagen==&lt;br /&gt;
Im April 2002 verschickte KEIMLING Naturkost in Buxtehude einen Werbebrief, in dem unter dem Titel &amp;quot;Sind Klamath Uralgen gefährlich?&amp;quot; u.a. folgende Behauptung zu lesen war: &amp;#039;&amp;#039;Das Landwirtschaftsministerium in Oregon hat einen Grenzwert von 1.0 Microgramm/kg Klamath Uralge festgesetzt. Wenn Sie täglich 2 g der Uralgen verzehren, wären demnach 2 Microgramm Microcystin zulässig. Ihr amtlicher Sicherheitsfaktor beträgt 11655.&amp;#039;&amp;#039;.... und weiter heißt es: &amp;#039;&amp;#039;...Demnach könnte ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht 23310 Microgramm Microcystin-LR zu sich nehmen, ohne gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen&amp;#039;&amp;#039;. Dies mag der Geschäftsführer der Firma Keimling, Winfried Holler, einmal am eigenen Leibe auspropieren. Er dürfte diesen Selbstversuch mit dem Leben bezahlen. Allerdings hat sein Haus einen Vorteil: es verkauft tiefgefrorene E3LIVE(tm)-Algen. Unseren Analysen zufolge enthält dieses Produkt keinerlei Microcystine ... der mikroskopische Augenschein zeigt aber ebenso, dass es sich offenbar nicht um ein Afa-Cyanobakterienprodukt handelt. Vielmehr tauchen unter dem Mikroskop Gräser und normale Algen auf, so dass man den Eindruck hat, als ob jemand einfach mit der Harke durch einen See gefahren ist, das Resultat zerkleinert hat und als Cyanoalgenprodukt anpreist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellung und AFA-Algen Anbau==&lt;br /&gt;
[[image:klamath2.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus geringer Höhe|250px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath3.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus größerer Höhe|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath4.jpg|Infrarotaufnahme der Region um den Upper Klamath Lake mit dichter landwirtschaftlicher Nutzung|thumb]]&lt;br /&gt;
Aphanizomenon flos Aquae-Algen werden in unterschiedlichen Regionen der Erde gefunden. Jene Produkte, die derzeit in den USA und Europa verkauft werden, stammen nach Angaben der Hersteller aus dem Upper Klamath Lake im US-Bundestaat Oregon. Dieser See ist Teil einer riesigen Seenplatte, aus der nur ein einziger Fluss (der Klamath River) nach dem Grenzübertritt in den US-Bundesstaat California in den Pazifik mündet. Die Region dient als Brutstätte für Seelachse, ist aber seit 150 Jahren dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Upper Klamath Lake dient als Wasserreservoir für die ihn an drei Seiten umgebenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Anbaugebiete. Die exzessive Wasserentnahme der letzten Jahrzehnte hat zu einer erheblichen Senkung des Seewasserspiegels geführt, so dass derzeit die den See bildende Wasserschicht dünner ist als die Schlammschicht am Seegrund. Die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt ist mittlerweile so desolat, dass es regelmäßig zu Fischsterben im Upper Klamath Lake kommt. Umweltschutzorganisationen versuchen seit Jahrzehnten, den zu hohen Wasserabzug aus dem See zu bremsen und die Wasserqualität zu steigern. Das Fischsterben ist regelmäßig auf die Produktion von Microcystinen durch im Wasser vorkommende und durch die Überdüngung massiv wachsenden blaugrünen Cyanobakterien zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Anbieter von Afa-Algen dem Käufer mit offensichtlich geschönten Seeaufnahmen eine heile Umwelt vorzugaukeln versuchen, teilen Anwohner des Upper Klamath Lakes in Webforen mit, dass die Gewinnung der im See wachsenden Algen z.T. mit Schleppern und Baumaschinen erfolgt, wobei das dicht wachsende Gemisch aus Algen, Seegras und blaugrünen Cyanobakterien zum Teil vermischt mit Schlamm herausgebaggert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Anbaumethoden ist es nicht verwunderlich, dass die Qualität einiger der gewonnenen Afa-Produkte zu wünschen übrig lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Werbetrick mit der Kameraperspektive==&lt;br /&gt;
[[image:klamath8.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Geschäftsführer Sanacells, Eckart Pinnow, verkündete in seiner Hauspostille Forum - Informationen für Mitglieder des GesundheitsNetzwerkes (Nr. 5, 2002), dass seine Afa-Produkte nicht microcystinbelastet seien. Pinnow ist in dieser Ausgabe in einem Boot abgebildet, dass auf dem Upper Klamath Lake schwimmt. Der Untertitel lautet: &amp;quot;Dipl.-Ing. Eckart Pinnow überprüft persönlich den Qualitätssicherungsprozess am Klamath-See&amp;quot;. Sein Boot ist dabei an der einzigen Stelle des Sees positioniert, die nicht von Landwirtschaft und Industrie umgeben ist. (siehe zum Vergleich weiter oben). Pinnow ist ursprünglich vom Ostufer des Sees einige hundert Meter in den See gefahren und ließ sich in östlicher Richtung mit Blick auf die Berge photographieren. Wäre die Kamera einige Grad nach links geschwenkt, hätte man die Straße und einige Wohngebiete der naheliegenden Stadt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==AFA-Algen und Microcystinbelastung==&lt;br /&gt;
[[image:afa1.jpg|Anabaena|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Hauptproblem der Algenprodukte stellt nicht ihr Lebensmittelcharakter dar, denn es handelt sich um eher minderwertige Nahrungsmittel mit geringem Mineralien- und Vitamingehalt (Ausnahme: Vitamin A) und hohem Proteingehalt. Hauptproblem ist vielmehr die Beimengung von Cyanobakteriengiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aktuellen Publikationen, die verschiedene Stämme der blaugrünen Cyanobakterien Anabaena, Aphanizomenon, Calothrix, Cylindrospermum, Nostoc, Microcystis, Planktothrix, Oscillatoria und Synechococcus genera untersuchten, fanden sich immer wieder Sorten, die die Kampfgifte der Klasse der Microcystine und der Anatoxine produzierten (Lyra et al. 2000). Auch ist bekannt, dass einige Arten der blaugrünen Cyanobakterien das Nervengift Saxitoxin produzieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter der Algen sind sich des Toxinproblems bewußt. Ray (1991) schrieb schon vor 10 Jahren, dass einige A.f.a.-Stämme hochwirksame Nervengifte produzieren könnten, diese Gifte aber in Nahrungsmitteln aus Algen des Upper Klamath Sees in Oregon nicht gefunden worden seien. Seine Ansicht wird von einer Arbeit von Schaeffer et al. (1999) unterstützt, die in Algen eine Beimengung durch eine Microcystin-produzierende Alge (Microcystis spp.) nachwiesen. Demzufolge sei diese Beimischung an dem Toxineintrag schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es eine Veröffentlichung, die sich mit Microcystinbelastungen von A.f.a.-Nahrungsergänzungsmitteln befasst, die aus dem Upper Klamath See gewonnen werden. Gilroy et al. (2000) analysierten Microcystinkonzentrationen in vier verschiedenen Afa-Produkten über vier Jahre hinweg (1996-1999) und alle Produkte enthielten Microcystine in unterschiedlicher Menge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von A.f.a.-Produkten weisen jedoch die Microcystinbelastung generell weit von sich. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass Aphanizomenon Flos Aquae keine Microcystine produziere und führen Studien an, in denen dergleichen nachgewiesen worden sei. Das wirkt befremdlich, denn selbst der sich für Algenprodukte einsetzende US-amerikanische Professor Wayne Carmichael schrieb noch am 30.01.2002 auf seiner Homepage unter Bezugnahme auf einen Artikel im Scientific American: &amp;#039;&amp;#039;..Anabaena, Oscillatoria, Lyngbya, and Aphanizomenon produce neurotoxic anatoxins and/or saxitoxins. Anatoxin-a and Anatoxin-a(s) seem unique to cyanobacteria, while saxitoxin also arise in certain marine algae. Anatoxin-a is a potent nicotinic agonist that mimics acetylcholine and is used as a research tool in neurobiology. Anatoxin-a(s) is a structurally new organophosphate that inhibits acetylcholinesterase. Saxitoxin prevents acetylcholine from being released from neurons by blocking the inward flow of sodium ions across the axonal membrane channels, disrupting the communication between neurons and muscle cells...&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtet man den Blick in die Fachliteratur, gibt es offenbar einige Stämme von Aphanizomenon Flos Aquae, die keinerlei Microcystine produzieren. Lyra et al. (2001) nennen hier Aphanizomenon sp. 202, A. sp. TR183 (AJ133155), A. sp. PCC 7905, A. sp. PH-271, A. flos aquae NIES 81 und Aphanizomenon gracilie PH-219. Allerdings sind diese Aphanizomenon-Bakterien genetisch ausgesprochen eng verwandt mit den Anabaena-Bakterien, die selbst durchaus Neurotoxine erzeugen. Beide Gattungen sind ausgesprochen klein und unterscheiden sich offenbar nur unter dem Mikroskop eindeutig voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unzuverlässige Testmethoden==&lt;br /&gt;
Microcystine und Saxitoxine, die wichtigsten Gifte in Cyanobakterienprodukten, sind nicht einfach zu messen. Es gibt verschiedene Messmethoden, die teilweise sehr aufwändig, zeitraubend und teuer sein können. Grundsätzlich stellt sich das Problem der Wahl des Nachweisverfahrens, denn es gibt Verfahren, die die Gifte direkt sichtbar machen, und Analysen, die die Gifte nur indirekt messen. Außerdem sind die Messverfahren unterschiedlich empfindlich. Zusätzlich erschwert wird die Suche, weil diese Tests in der Lebensmittelanalytik nur selten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell stellt sich die Wahl zwischen dem Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder dem Protein Phosphatase Inhibition Assay (PPIA). Andere Verfahren wie die High Performance Liquid Chromatography (HPLC) oder Liquid Chromatography/Mass Spectrometry (LC/MS) kommen wegen zu hoher Kosten oder noch nicht etablierter Nachweismethodik nicht in Frage. Die Testmethoden von ELISA und PPIA sind unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ELISA werden hochspezifische Antikörper eingesetzt, die gegen Microcystinmoleküle gerichtet sind. Diese Antikörper docken an Microcystine an. In einem zweiten Schritt klebt man einen weiteren Antikörper, der nur an den bereits eingesetzten Antikörper, nicht aber direkt an Microcystin andocken kann, an diesen Microcystin-Antikörperkomplex. Dies tut man, weil erst der zweite Antikörper einen fluoreszierenden Farbstoff tragen kann, den man mit speziellen Analyseverfahren sichtbar macht und dann in seiner Konzentration messen kann. Ein direktes Ankoppeln des zweiten, den Farbstoff tragenden, Antikörpers an das Microcystin ist nicht möglich, da dieser Antikörper zu klobig und ungenau wäre. Vergleichbar ist dieses Verfahren mit dem Angeln. Der Fisch ist das Microcystin, der Köder ist der 1. Antikörper und erst, wenn man den Fisch mit der Angelschnur (dem 2. Antikörper) herausgezogen hat, weiss man am Ende, was man gefangen hat. Der ELISA hat den Vorteil, dass er direkt das vorhandene Gift misst. Er kann dies mit einer Genauigkeit tun, die ein Microcystinmolekül in einer Lösung von 10 Milliarden anderen Molekülen herausfinden kann. Die Genauigkeit liegt bei 0,1 ppb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im PPIA ist das Testprinzip hingegen völlig anders. Hier wird die bremsende Wirkung der Microcystine auf eine enzymatisch gesteuerte Umwandlungsreaktion gemessen. Microcystine bremsen die Protein Phosphatase, die die Dephosphorylierung von p-Nitrophenylphosphat steuert. Durch Nachweis der Ausgangs- und Endprodukte des Umwandlungsprozesses kann man indirekt auf die Konzentration der Microcystine zurückschließen. Ein direkter Nachweis der Microcystine geschieht jedoch nicht. Der Test hat auch den Nachteil, dass er nur eine einzige Wirkung der Microcystine erfasst und dabei unberücksichtigt lässt, dass im Organismus durch verschiedene Microcystintypen unterschiedliche Enzymsysteme beschädigt werden können. Der PPIA ist nicht so genau wie der ELISA, denn er gibt nach Lawrence et al. (2001) in der Regel deutlich niedrigere Belastungswerte für Microcystine aus, die manchmal 10-40% unter den im ELISA gemessenen Konzentrationen liegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von AFA-Algen legen zum Nachweis der angeblichen Produktgüte in der Regel PPIA-Analysen vor. Dies ganz offensichtlich deshalb, weil mit dieser Testmethode nur ein Teil der Microcystine (und dieser wiederum nicht sicher) gemessen werden kann. Auf diese Weise schönt man die Resultate mit der methodenbedingten Ungenauigkeit des Messverfahrens nach unten. Dies trägt zur Verunsicherung des Verbrauchers bei und kann (wie unten näher beschrieben) sogar vor Gericht Vorteile bringen, weil Richter nicht selten bereits zu abgehoben sind, um sich mit den Hintergründen von Prüfmethoden zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesundheitsschäden==&lt;br /&gt;
In den USA listete die US-Gesundheitsbehörde FDA im leider mittlerweile nicht mehr online abrufbaren Med Watch Programm 57 Schadensfälle bis zum Jahre 1998 auf, die in zeitlichem Zusammenhang mit Afa-Konsum zu stehen schienen. Ebenso warnte Health Canada Online bereits im Jahre 1999 vorbeugend vor blaugrünen Algenprodukten, vor allem vor der Anwendung bei Kindern. Auch Erwachsene sollten Vorsicht bei der Einnahme bis zu dem Zeitpunkt walten lassen, an dem die Produktsicherheit zweifelsfrei gewährleistet sei &amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.hc-c.gc.ca/english/protection/warnings/1999/9969ebk.htm &amp;lt;/ref&amp;gt;. Der STERN veröffentlichte im Artikel Die Grüne Gefahr (Nr.8/2002) Warnungen über die Giftstoffe in Algenprodukten am 14.02.2002. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich den deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene seit Mai 2002 Laboranalysen über den Microcystingehalt in Afa-Produkten vorliegen, haben sie bis heute keinerlei Schutzmassnahmen über die bereits angesprochene Warnmeldung hinaus unternommen. Dies wird mit dem Fehlen eines Microcystingrenzwertes begründet (vgl. hierzu [[Spirulina]]). Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Grüner Lobbyismus im Spiel ist, denn offenbar pflegen einige Algenhersteller exzellente Kontakte zu den dt. Bündnisgrünen nahestehenden Prüflabors, die sich einer verbraucherkritischen Untersuchung der Algenprodukte entziehen. Vor Allem in alternativen und esoterischen Kreisen wurden die Wunderalgen stark propagiert. Offenbar befürchtet man bei den Grünen, aufgrund des eigenen Fehlverhaltens in den sich abzeichnenden Skandal einbezogen zu werden.&lt;br /&gt;
Es gibt mittlerweile auch in Deutschland Berichte über Personen, die über Symptome nach dem Konsum von Afa-Algenprodukten klagten. Diese Symptome stellten sich nach einigen Monaten kontinuierlicher Einnahme ein, klangen nach dem Absetzen aber wieder ab und verschwanden. Eine Betroffene bekam Taubheitsgefühl in den Fingern bis hin zum totalen Durchblutungsstopp in den letzten zwei Fingergliedern, desweiteren häufiges Kribbeln wie bei einer Minderdurchblutung und dies auch ansatzweise in den Zehen. Desweiteren beklagten die Betroffenen brüchige, wie erweicht erscheinende Fingernägel sowie eitrige, sich langwierig hinziehende Entzündungsherde der Haut im Bereich des Gesichts und des Rückens. Ein anderer Betroffener schilderte, dass er nach längerer Einnahme sehr schmerzhafte, chronische Halsschmerzen entwickelt hätte und neben den analog bereits beschriebenen Hautentzündungserscheinungen vor Allem extrem langanhaltende Muskelschmerzen bereits nach normaler sportlicher Aktivität bekommen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Hinweise deuten auf eine chronische Langzeitbelastung mit Microcystinen hin. Microcystine verursachen Leberschäden, Nierenversagen und können auch, weil sie die Natriumkanäle der Nerven blockieren können, die Impulsübertragung menschlicher Nervenzellen unterbrechen, was bis zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Auch krebserzeugende Wirkungen sind nachgewiesen (NCI 2000). In China gibt es beispielsweise ausreichend Hinweise dafür, dass microcystinbelastetes Trinkwasser die Hauptursache für die hohe Sterblichkeit an Leberkarzinomen in bestimmten Provinzen des Landes ist (Yu 1995, Ueno 1996). Aktuell publizierte Tierversuche an schwangeren Ratten (Zhang et al. 2002) zeigen, dass die Gabe von 4 Microgramm Microcystin-LR pro kg Körpergewicht bereits zu leichten Veränderungen im Lebergewebe der ungeborenen Feten innerhalb von 10 Tagen führen kann. Interessant ist, dass sich solche Ergebnisse bei Mäusen selbst bei Dosen von 2-128 Microgramm pro kg Körpergewebe nicht einstellen (Chernoff et al. 2002). Es kommt also auf das Tiermodell an, das verwendet wird. Die offenbar gegen Microcystine recht robust erscheinenden Mäuse sind das bevorzugte Tiermodell bei Studien aus der Algenszene. Offenbar weiss man genau, dass man nur mit Mäusen eine Verharmlosung der Giftwirkung der Microcystine beweisen kann, da dies in allen anderen Tiermodellen nicht gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen korreliert die Microcystinbelastung im Trinkwasser eindeutig mit der Häufigkeit von Leberkrebs (Yu et al. 2001), wie Studien aus China beweisen. Dort hat man schon lange Probleme mit microcystinbelastetem Trinkwasser, das in etlichen Provinzen Chinas ursächlich mit dem gehäuften Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert zu sein scheint. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Teil pro 1 Millarde Teile Wasser empfohlen (1 ppb), der in Kanada, Australien und Großbritannien mittlerweile auch in Kraft ist. In den USA oder der Bundesrepublik Deutschland ist dergleichen nicht umgesetzt worden. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates Oregon eine Microcystinbelastung bis zu 1.000 ppb (= 1 parts per million/ppm) in Algenprodukten tolerieren, inakzeptabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versucht man eine grobe Risikoabschätzung der Microcystinbelastung in den Algenprodukten vorzunehmen, so scheint eine klinische Symptomatik nach einigen Monaten Konsum von Produkten mit Belastungen ab 100 ppb einzutreten. Dies zeigt, dass das der WHO-Trinkwassergrenzwert von 1 ppb mit einem vernünftigen Sicherheitsabstand von 1:1000 zum Algengrenzwert aus Oregon durchaus begründet ist und sicherheitshalber auf Lebensmittel übertragen werden sollte. Von Algenanbietern wie Sanacell und Algavital wird immer wieder die Falschmeldung verbreitet, dass der in Oregon etablierte Grenzwert für die gesamte USA gelten würde. Dem ist nachweislich nicht der Fall. Zudem ist der Grenzwert nicht verbindlich, sondern lediglich ein US-amerikanischer Empfehlungswert, ab dessen Überschreitung microcystinbelastete Afa-Produkte aus dem Verkehr gezogen werden sollen (nicht müssen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die oben geschilderten Fälle zugrunde und bedenkt man, dass sich Microcystine sowohl in der Leber- als auch im Nerven- und Muskelgewebe angereicht als auch nur langsam ausgeschieden werden, wäre es möglich, dass Dauerkonsumenten erst mit monatelanger Verzögerung Gesundheitsprobleme entwickeln. Microcystindosen können beim Schwein, das uns Menschen vor Allem bei der Leberfunktion sehr ähnlich ist, bereits in Dosen von 25 Microgramm pro Kilogramm Körpergewicht Leberschäden auslösen, während Ratten und Mäuse wesentlich robuster reagieren. Deshalb ist es absolut denkbar, dass der Mensch, der in vielen gesundheitlichen Bereichen empfindlicher als Tiere reagiert, schon bei niedrigeren Dosen Gesundheitsprobleme entwickelt, die anfänglich nicht mit den A.f.a.-Produkten assoziiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man eine Verzehrsmenge von 2 Gramm Algenmasse mit einer Belastung von 100 Microgramm pro kg Algenmasse (100 ppb) zugrunde, würde man sich pro Tag eine Microcystinmenge von 0,2 Mikrogramm einverleiben. Da die oben geschilderten beiden Verbraucher erst nach 7 Monaten, dann aber zügig, gesundheitliche Probleme entwickelten, wäre zu spekulieren, dass bei einer Gesamtmenge von 40 Microgramm Microcystinen von ersten klinischen Symptomen auszugehen sein könnte (von einer unbemerkten Krebsschädigung nicht zu reden!). Diese zugegebenermaßen spekulative Obergrenze für bemerkbare, klinische Probleme scheint nicht unrealistisch zu sein, da eine weitere Verbraucherin, die über Monate hinweg eine mit 76 ppb belasteten Probe konsumiert hatte, keine gesundheitlichen Probleme berichtete. Die Wirksamkeitsschwelle zur Auslösung klinischer Symptome beim Menschen dürfte derzeit bei einer Gesamtaufnahmemenge von 40-50 Microgramm liegen, die je nach Belastung des A.f.a.-Produkts mehr oder weniger schnell erreicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Australien wird für Trinkwasser ein Microcystin-LR Richtwert von 1,3 Microgramm/Liter empfohlen. Alle Grenzwerte, auch der von der WHO empfohlene, orientieren sich an Hochrechnungen, die ihre Grundlage in Tierversuchen am Mausmodell haben. Mäuse halten aber eine deutlich höhere Microcystinbelastung aus, ohne Leberschäden oder körperliche Symptome zu entwickeln, als andere Tiergattungen (z.B. Ratte oder Schwein). Zeigen sich bei Mäusen noch keine Zeichen von Leberschädigungen bei intraperitonealen Gaben von Microcystinen in Dosen von 25-50 Microgramm/kg Körpergewicht (vgl. Fromme, Berlin, 1999), treten bei Rattenfeten bereits ab 4 Microgramm/kg Körpergewicht Schäden auf (Zhang et al. 2002). Schweine überleben nach Beasley et al. (2000) gerade noch eine Microcystindosis von 25 Microgramm/kg Körpergewicht, erleiden dabei aber bereits nachweisbare Organschäden u.a. im Bereich der Leber. Beim Menschen fehlen entsprechende Untersuchungen aus naheliegenden Gründen. Niemand würde die Erlaubnis erhalten, selbst bei Freiwilligen solche Versuche durchzuführen. Deshalb ist man auf Analogieschlüsse angewiesen, die sich sinnvollerweise auf die Trink- oder Badewasserbelastung mit Microcystinen beziehen, denn hier zeigen Studien aus China, dass der Konsum microcystinbelasteten Trinkwassers eindeutig mit einem erhöhtem Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert ist (z.B. Shun-Zhang 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut für Umweltanalytik und Humantoxikologie (ITox) in Berlin empfiehlt in der Gesundheitlichen Bewertung von Blaualgentoxinen (Microcystinen) in Badegewässern bereits ab einer Belastung von 10-100 Microgramm pro Liter, auf das gesundheitliche Risiko beim Baden in entsprechend belasteten Gewässern hinzuweisen und vom Baden abzuraten sowie ab Microcystinwerten oberhalb von 100 Microgramm pro Liter das Baden in solchen Gewässern zu untersagen. Es liegt nahe, diesen Trinkwassergrenzwert auf die Algenprodukte zu übertragen, denn in der von mir initiierten Untersuchung fand ich zwei Personen, die nach mehrmonatiger Einnahme von Algenprodukten in einer geschätzten Microcystin-Gesamtdosis von etwas über 40 Microgramm klinische Symptome entwickelt hatten, die auf eine chronische Vergiftung durch Microcystine schließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn also Tierversuche zeigen, dass Mäuse zur Risikoabschätzung durch Microcystin aufgrund ihrer Unempfindlichkeit ungeeignet sind, Ratten und Schweine hingegen viel empfindlicher reagieren und zudem erste Hinweise bei Erwachsenen zeigen, dass Gesamtdosen von etwa 40 Migrogramm Microcystinen - auch über längere Zeit verteilt eingenommen - zu Gesundheitsschäden führen können, muss gefordert werden, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Microgramm/Liter auch bei den Algenprodukten einzuhalten ist. Die im US-Bundesstaat Oregon tolerierten Microcystinmengen in Algenprodukten (1.000 Microgramm pro kg), die nur auf Schätzungen aus Mausmodellen beruhen (Schaeffer et al. 1999), sind offensichtlich wesentlich zu hoch. Sie liegen um den Faktor 1.000 überhalb der für Trinkwasser empfohlenen WHO-Richtwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die übliche Verzehrsempfehlung von 2 Gramm Algenmasse pro Tag, eine durchschnittliche Microcystinbelastung von 0,1 Microgramm pro Algengramm und eine Dosisschwelle von 40 Microgramm Microcystinen bei Erwachsenen zugrunde, ab der offensichtlich klinische Symptome auftreten können, so kann man innerhalb von etwa 6-7 Monaten die kritische Belastungszone zum Auftreten körperlicher Beschwerden erreichen. Es gibt jedoch Algenanbieter, deren entsprechend belastete Algenprodukte mit Verzehrsempfehlungen bis zu 20 Pillen (5 Gramm) täglich angepriesen werden. Bei solchen Verzehrsmengen ist es kein Wunder, wenn die kritische Schwelle bereits innerhalb weniger Wochen erreicht wird und die Patienten anfänglich mit schnell auftretenden Hautausschlägen konfrontiert werden. Sanacell und Algavital nutzen beide gern die Dienste der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn, die einschläge Ritalin-kritische und AFA-propagierende Bücher publiziert hat sowie einschlägige werbende Artikel in Szene-Zeitschriften veröffentlichte. Sie tritt für noch höhere Dosen pro Tag (20 Gramm und mehr) ein. Bei den Microcystinmengen, die in den Produkten von Sanacell und Algavital gefunden wurden, würde dies eine Krebsgefahr bedeuten sowie nach wenigen Wochen bis Monaten klinische Symptome einer Microcystinvergiftung bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich ist zu bedenken, dass sich 50% der oral eingenommenen Microcystindosis in der Leber anreichert. Somit sind die üblichen Dosierungsschemata des Giftes in Bezug auf Kilogramm Körpergewicht per se fragwürdig. Die Leber eines Erwachsenen hat ein durchschnittliches Gewicht von 3-4 kg, so dass bereits niedrige Einnahmemengen zu Leberschäden führen können. Geht man davon aus, dass man eine Giftkonzentration von 1 Microgramm pro kg Lebergewicht einnehmen müßte, würden bereits 8 Microgramm Gesamtaufnahmemenge ausreichen, um erste Leberschäden zu bewirken oder ggf. dazu beizutragen, Leberkrebs auszulösen. Diese Dosis kann bei Algenprodukten, die, wie in der vorliegenden Untersuchung nachgewiesen, mit 68-134 Microgramm pro kg (also 0,068 - 0,134 Microgramm pro Gramm) mit Microcystinen belastet sind, durchaus schon in 2-3 Monaten erreicht werden, denn die Microcystine werden nicht so schnell abgebaut, wie sie eingenommen werden. Das Leberkrebsrisiko kann bereits in solchen Dosen möglicherweise deutlich erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yu und Chen (1994) untersuchten den Microcystingehalt im Trinkwasser von 20 Patienten, die an hepatozellulärem Karzinom erkrankt waren (61 Microgramm/Liter) und verglichen ihn mit demjenigen von gesunden Kontrollpersonen (36 Microgramm/Liter). Dies zeigt, dass eindeutige Risiken bestehen können, wenn dauerhaft Microcystine in noch vergleichsweise niedrigen Dosen eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnung des BfArM und BgVV==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin ( BgVV) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte am 21. März 2002 eine gemeinsame Presseerklärung &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bgvv.de/presse/2002/pr_02_08.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, die vor dem Konsum der Algenprodukte warnte. Am 22.03.2002 warnte der kritische Informationsdienst für Ärzte und Apotheker (Arznei-Telegramm) in einer Blitz-Mitteilung per eMail &amp;lt;ref&amp;gt;AT: AFA-Alge: Irreführende Werbung, bedenkliche Produkte&amp;lt;/ref&amp;gt; vor den Algenprodukten und vertiefte dies in einer Printausgabe des Arznei-Telegramms am 12. April 2002. Am 27.03.2002 warnte der Krebs-Kompass.de auf seiner Website ebenfalls mit dem Titel Warnung vor Algen statt Arznei. Diese Warnungen trugen dazu bei, dass Elternverbände in Deutschland und der Schweiz, die sich für hyperaktive Kinder (ADS-Kinder) einsetzen, sich dem von Algenvertreibern erzeugten juristischen Druck ausgesetzt sahen, besser widerstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pressemitteilung vom 21.3.2002 zu AFA-Algen:&lt;br /&gt;
*Ein Nutzen durch den Verzehr AFA-Algen-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.&lt;br /&gt;
*eine Gefährdung der Gesundheit durch Gifte ist nicht auszuschließen.&lt;br /&gt;
*Produkte, denen werblich eine heilende Wirkung zugeschrieben wird, sind als Arzneimittel anzusehen und bedürfen deshalb der amtlichen Zulassung. Liegt eine solche Zulassung nicht vor, sind die Produkte nicht verkehrsfähig. In Deutschland ist kein solches Produkt zugelassen.&lt;br /&gt;
*Damit liegt ein Verstoß gegen das Verbot der irreführenden Werbung nach dem Heilmittelwerbegesetz vor. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der Fehlinformation Eltern eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder abbrechen und sich das Leiden verschlimmert, wenn ersatzweise AFA-Algenprodukte gegeben werden. Gleiches gilt für Erwachsene, die im Vertrauen auf die &amp;quot;Heilkraft der AFA-Algen&amp;quot; bei einer diagnostizierten Depression oder bei anderen Gesundheitsstörungen eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie abbrechen und stattdessen AFA-Algenprodukte zu sich nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnende Stimmen werden mit juristischen Tricks niedergebügelt==&lt;br /&gt;
Eckard Pinnow brüstet sich in der obigen Forum-Ausgabe, dass es gerichtlich verboten sei, Warnungen vor AFA®-Algen zu veröffentlichen. Diese Behauptung ist offensichtlich erlogen, denn seine Produkte sind nachweislich belastet. Trotzdem kommt Pinnow mit seinen Lügen legal über die Runden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trick, mit dem Pinnow bisher der prozessuale Sieg gegenüber sorgenvoll warnender Elternverbände von ADHS-Betroffenen und -Kindern gelang, ist leicht erklärt. Er ließ die entsprechenden Organisationen von einer Anwaltskanzlei abmahnen. Da in der strittigen Äußerung das Wort &amp;quot;AFA-Algen&amp;quot; (eine in der Fachliteratur durchaus übliche Abkürzung) genannt worden war, Sanacell (wie auch Algavital) sich ähnlich klingende Namen aber als Produktbezeichnung schützen ließen, konnten sie daraus eine Aktivlegitimation und somit Klagefähigkeit ableiten. Die Abmahnung enthielt allerdings so lächerliche Passagen, dass sie von den prozessunerfahrenen Verbänden nicht ernst genommen wurden. Es wurde deshalb keine Schutzschrift hinterlegt, so dass der gegnerische Anwaltskanzlei (Radeck/Berlin) einfach zum Landgericht marschierte, eine Einstweilige Verfügung beantragte und diese auch bewilligt erhielt. Die schockierten Verbände bekamen erst Wind von der Sache, als ihnen die Verfügung ins Haus flatterte (vgl. Kritiker leben gefährlich). Auf diese Weise war es Pinnow möglich, öffentliche Warnungen vor seinen giftbelasteten Algenprodukten bis zur Hauptverhandlung stillzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die ADHS-Verbände Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung eingelegt hatten, kam es zu einer mündlichen Verhandlung. Die Richter Mauck, Gollan und Becker verurteilten erstinstanzlich mit haarsträubenden Begründungen die ADHS-Verbände und gaben Sanacell vollumfänglich Recht. So glaubten sie den Ausführungen Sanacells, dass diese in der Lage sei, Microcystine aus den Algenprodukten durch ein geeignetes Filterverfahren zu entfernen. Die Richter schrieben: &amp;quot;Diese Behauptung wird gestützt durch die Ausführungen auf Seite 53 des Buches &amp;#039;Die Heilkraft der AFA-Alge&amp;#039;, wonach die AFA-Alge viel kleiner ist als die Microcystine und das Sieb passiert, während jene zurückgehalten werden.&amp;quot;. Dass auch Aphanozimenon-Stämme Microcystine produzieren können, ist in der Fachliteratur bekannt und beschrieben. Das Microcystine winzige Moleküle sind, ergibt sich zwangsläufig von selbst. Kein Gift ist besonders groß, die gefährlichsten sind sogar sehr klein, weil sie sonst Schwierigkeiten hätten, in den Organismus aufgenommen zu werden. Es hätte sogar einem Richter mit normaler Schulbildung auffallen müssen, dass ein Bakterium nichts produzieren kann, was größer als es selbst ist. Schon gar nicht hätten drei Richter den obigen Unfug schreiben dürfen. Dieser bedeutet im übertragenen Sinne, dass ein Gemisch aus Wackersteinen (Afa-Algen) und Staub (Microcystinen) durch ein Sieb geschüttelt werden kann, in dem der Staub liegen bleibt, die Wackersteine aber hindurchfallen. Dass dergleichen Inkompetenz an deutschen Gerichten ein Richteramt ausüben darf, ist einer der vielen Skandale im AFA-Algenzirkus. Dass sich die Richter offenbar aus lauter Faulheit sogar auf die Schriften der die AFA-Algen propagierenden Heilpraktikerin Barbara Simonsohn (siehe Fünf Tibeter) stützten, ist ein Schlag ins Gesicht jedes wissenschaftlichen Sachverstandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Richter erklärten weiterhin, dass das Herausfiltern der Microcystine durch das Vorlegen von Untersuchungszertifikaten durch Sanacell hinreichend belegt worden sei. Dem ist aber nicht so, denn von der Firma wurden keine ELISA-Untersuchungen, sondern vielmehr der PPIA-Test verwendet wird. Wie oben bereits beschrieben, ist der PPIA-Test weitaus ungenauer und dies vor allem in dem Bereich der Microcystinbelastung, um den es sich hier dreht. Hier wird oftmals deutlich weniger bis gar keine Belastung im PPIA angezeigt, während der ELISA noch verlässlich die Giftkonzentrationen anzeigt. So ließen sich die drei Berliner Richter exzellent täuschen und die Verbände zahlten für deren Inkompetenz die Zeche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma Algavital versucht eine andere Taktik, um unliebige Kritik wegzubügeln. Analog wie Sanacell versucht sie haltlose Abmahnungen zu versenden. Hinterlegt man aber eine fundierte Schutzschrift, so schrecken beide vor Klagen offenbar aus Angst vor einer Blamage zurück. Berichten aber Presseorgane kritisch über die giftbelasteten Algen, versucht primär Algavital durch presserechtliche Tricks, Gegendarstellungen plaziert zu erhalten. Sind diesen korrekt formuliert, müssen jene vom jeweiligen Journal unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abgedruckt werden. So geschah dies der Pharmazeutischen Zeitung, die kritisch über diese Algen berichtet hatte. Bei anderen Blättern hingegen gelang der Widerruf, der spätestens nach 3 Monaten plaziert sein muss, nicht. Grund war hierfür die offensichtlich wahrheitswidrige Forderung der Firma Algavital. Algavital nutzt auch gerne auf ihrer Website die Chance, Kritiker zu verleumden. Abmahnungen, die ihr deshalb ins Hause flattern, befolgt sie allerdings dann auch relativ schnell, zahlt aber die entsprechenden Anwaltsrechnungen nicht und lässt es dann offensichtlich auf langwierige Gerichtsprozesse ankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsicht: Verwechslungsgefahr!==&lt;br /&gt;
Ein sowohl in den USA als auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern vertretene Biotech-Firma mit dem Namen Celltech Group (Hauptsitz in Großbritannien, 208 Bath Road, Slough, Berkshire SL1 3WE) verkauft über seine deutsche Niederlassung (Celltech GmbH &amp;amp; Co. KG, Im Wirringen 25, 45731 Waltrop) seit Mai 2002 ein Methylphenidatprodukt (Equasym) zur Behandlung von ADS/ADHS. Equasym ist neben Medikinet (Fa. Medice) und Ritalin (Fa. Novartis Pharma) das dritte Methylphenidatprodukt, das in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt gekommen ist (vgl. Gelbe Liste). Celltech Group hat mit einem US-amerikanischen Algenanbieter fast gleichen Namens aber nichts zu tun. In den USA hat die Celltech Group verschiedene Niederlassungen (Celltech R&amp;amp;D Inc. in Wayne und in Bothel, Celltech Manufacturing CA Inc. in Santa Ana, Celltech Pharmaceuticals Inc. in Rochester). Ärzte, die Equasym rezeptieren wollen, jedoch bei dem Namen des Anbieters misstrauisch geworden sind, sollten dies berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scientology, Sektengruppen und Pseudowissenschaftler im Spiel==&lt;br /&gt;
Auf der Ebene des Europarates ist es dem US-amerikanischen Top-Scientologen Fred A. Baugham, seines Zeichens pädiatrischer Neurologe, gelungen, die US-Psychosekte ins Spiel zu schleusen. Er selbst propagiert seit Jahren in den USA eine Anti-Ritalin-Kampagne und tritt gemeinsam mit In Paris konnte er den Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Parlament) in einer gut plazierten Marketingkampagne überrollen. Er sorgte mit einigen anderen dafür, dass eine Anhörung im November 2001 zu einer Farce wurde. Nicht nur gab er die üblichen haltlosen Lügen und Unwahrheiten über ADHS und Methylphenidat zum besten, er sorgte durch Lobbyarbeit hinter den Kulissen dafür, dass an die Mitgliedsstaaten des Europarats die schriftliche Aufforderung erging, den Methylphenidatbedarf zu überprüfen und die Verordnung einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA arbeitet Peter Breggin, ein bisher der Scientology nicht direkt zuzurechnender Autor, mit Fred A. Baugham eng zusammen. Durch einschlägige, reisserische Bücher, in der die üblichen verleumderischen Thesen über wirksame Behandlungsmethoden bei ADHS verbreitet werden, trägt Breggin dazu bei, bei den Betroffenen Angst vor z.B. [[Ritalin|Methylphenidat]] zu schüren. In Deutschland hat seine Thesen der Neurobiologie Hüther aufgenommen, der sich auch nicht zu schade ist, auf Podiumsdiskussionen teilzunehmen, die von schweizerischen Firmen, die der Scientology direkt zuzurechnen sind, aufzutreten. Hüthers Hauptthese, Methylphenidat prädisponiere für M. Parkinson, ist nachweislich falsch und wurde in der Fachliteratur ausführlich wiederlegt. Trotzdem tourt er derzeit durch Europa und schafft es offenbar auch mit Unterstützung von Scientologen, sich in öffentlichen dt.-sprachigen Medien mit seinen falschen Behauptungen zu plazieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Szene um [[Franz Konz]] (siehe Ur-Medizin) ist mir von der Partie. Konz präsidiert bekanntlich dem Bund für Gesundheit e.V., der wiederum eine Hauspostille (Natürlich Leben) sowie ein Beratungstelefon betreibt. Konz schrieb über verhaltensauffällige Kinder in einer der letzten Ausgaben und empfahl, solche Kinder in kompetente Psychotherapie zu bringen. Dabei riet er zur Firma [[KVPM]], die jedoch seit Jahren eine bekannte Deckadresse der US-Psychosekte Scientology in Deutschland ist (siehe Die Scientology Organisation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Esoterikmessen wie den Medizinischen Wochen Baden-Baden, auf denen Sanacell Afa-Produkte vorstellt, wird immer gerne mit Publikationen der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn geworben. In deren Büchern kann man deren indirekte Finanzierung durch diese Firmen leicht nachvollziehen. Sie schreibt selbst in einem ihrer Bücher, dass sie von Algenanbietern Waren zu Testzwecken im Wert von mehreren tausend Euros erhalten hat. Zusätzlich, und dies ist mit Sicherheit kein Zufall, saß Frau Simonsohn über längere Zeit am Beratungstelefon des [[BFG|Bundes für Gesundheit]]. Ihre 14-tägigen Sprechzeiten konnten in Natürlich Leben nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits bei der Ur-Medizin beschrieben, bestehen Verbindungen zwischen Konz und dem wegen Kindsmissbrauchs und Betrugs zu einer 15jährigen Haftstrafe in Paris verurteilten [[Guy-Claude Burger]]. Burgers deutsche Stimme, der [[MLM|Multi-Level-Marketing]] Verkäufer Stephen Janetzko aus Erlangen ist einer der Ansprechpartner, der für das GesundheitsNetzwerk des Pinnow in Erlangen Veranstaltungen organsiert. Dies kann in der Sanacell-Firmenzeitung FORUM (Ausgabe 08/2002) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man erkennt, gibt es enge Verflechtungen zwischen sektenähnlich operierenden Gruppen, der US-Psychosekte Scientology und den die Algen verkaufenden Firmen in Europa. Es liegt nahe, zu vermuten, dass es sich bei einigen dieser Firmen um abgetauchte bzw. abgetrennte Scientologen-Netzwerke handelt, die zwar scientologische Methoden anwenden, sich aber nicht offen zur Scientology bekennen. Die genannten Netzwerke sind übrigens nur nur die Spitze des Eisberges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Beasley VR, Lovell RA, Holmes KR, Walcott, HE, Schaeffer DJ, Hoffmann WE, Carmichael WW: Microcystin-LR decrease hepatic and renal perfusion and causes circulatory shock, severe hypoglycemia and terminal hyperkalemia in intravasculary dosed swine. J Toxicol Environm Health 61 (Part A): 281-203, 2002&lt;br /&gt;
*Chernoff N, Hunter ES, Hall LL, Rosen MB, Brownie CF, Malarkey D, Marr M, Herkotivs J: Lack of teratogenicity of microcystin-LR in the mouse and toad. J Appl Toxicol 22: 13-17, 2002&lt;br /&gt;
*Gilroy DJ, Kauffman KW, Hall RA, Huang X, Hu FS: Assessing potential health risks from microcystin toxins in blue-green algae dietary supplements. Environment Healtch Perspect 108: 435-439, 2000&lt;br /&gt;
*Jensen GS, Ginsberg DI, Huerta P, Citton M, Drapeau C: Consumption of Aphanizomenon flos-aquae has rapid effects on the circulation and function of immune cells in humans. A novel approach to nutritional mobilization of the immune system. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 50-58, 2000&lt;br /&gt;
*Kushak RI, Drapaeu C, Van Cott, EM, Winter, HH: Favorable effects of blue-green algae Apha-nizomenon flos-aquae on rat plasma lipids. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 59-65, 2000&lt;br /&gt;
*Lyra C, Suomalainen S, Gugger M, Vezi C, Sundman P, Paulin L, Sivonen K: Molecular characterization of planktic cyanobacteria of Anabaena, Aphanizomenon, Microcystis and Planktothrix genera. Int J System Evolut Microbiol 51: 513-526, 2001&lt;br /&gt;
*Manoukain R, Citton M, Huerta R, Rhode B, Drapeau C, Jensen GS: Effects of the blue-green algae aphanizomenon flos aqua (L.) Ralphs on human natural killer cells. In: Savage L (Ed.): Phytoceuticals. 1.1. Chap. 3.1., Seite 233-241, 1998&lt;br /&gt;
*NCI Nomination: Blue-Green Algae. Submitted to the NTP. September 2000&lt;br /&gt;
*Ray RA: Microalgae as food and supplement. Crit Rev Food Sci Nutr 30: 555-573, 1991&lt;br /&gt;
*Schaeffer DJ, Maplas PB, Barton LL: Risk assessment of microcystins in dietary Aphanizomenon flos-aquae. Ecotoxicol Envinron Saf 44: 73-80, 1999&lt;br /&gt;
*Shun-Zhang Y: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 675-682, 1995&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität - ein Problem unserer Zeit. Erfahrungsheilkunde, Nr. 8, 516-527, 2000&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Hyperaktivität - warum Ritalin keine Lösung ist. W. Goldmann Verlag, München, 2001&lt;br /&gt;
*Ueno Y, Nagata S, Tsutsumi T, Hasegawa A, Watanabe MF, Park HD, Chan GC, Chen G, Yu SZ: Detection of microcystins, a blue-green algal hepatotoxin, in drinking water sampled in Haimen and Fusui, endemic areas of primary liver cancer in China, by highly sensitive immunoassay. Carcinogenesis 17: 1317-1321, 1996&lt;br /&gt;
*Yu SZ: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 674-682, 1995&lt;br /&gt;
*Yu SZ, Chen G: Blue-green algae toxins and liver cancer. Chin J Cancer Res 6: 9-17, 1994&lt;br /&gt;
*Zhang Z, Lian M, Liu Y, Wei G, Yu S, Kang S, Zhang Y, Chen C: Teratosis and damage of viscera induced by microcystin in SD rat fetuses. Zhonghua Yi Xue Za Zhi 82: 345-347, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.uni-konstanz.de/news/mittshow.php?nr=12&amp;amp;jj=2008 Universität Konstanz zu Algenpräparaten&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cd/987&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cm/208/afa_algen_und_afa_algenpropdukte.pdf&lt;br /&gt;
*http://ads-adhs.de.vu/algen.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Beutelschneiderei]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=18567</id>
		<title>AFA-Algen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=18567"/>
		<updated>2009-02-27T18:19:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Unzuverlässige Testmethoden */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:afa2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Afa-Algen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Aphanizomenon flos-aquae) sind Bakterien der Abteilung [http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien  Cyanobakterien] und werden auch Blaualgen genannt. Diese werden seit einigen Jahren als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (NEM) angeboten. Entsprechend der häufigen Vorgehensweise von Vermarktern von &amp;quot;Wundermitteln&amp;quot; wurden über diese schlichte Alge diverse Märchen und beleglose Behauptungen verbreitet und ihr Heilwirkungen bei [[Ritalinkritik|ADHS]] bis [[Unkonventionelle Krebstherapien|Krebs]] und natürlich allen üblichen [[Zivilisationskrankheit]]en angedichtet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich jedoch Lebensmittel und unterliegen daher dem [[LFGB]] (Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch). Laut LFGB sind gesundheitsbezogene Werbung und werbeähnliche Äußerungen untersagt und können kostenpflichtig abgemahnt werden. Problematisch ist, dass in diesen Algen z.T. sehr giftige (lebertoxische) Microcystine vorhanden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Afa-Algen sind keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien==&lt;br /&gt;
Die als Afa-Algen bezeichneten Lebewesen sind zur Photosynthese befähigte Einzeller (Eubakterien), die evolutionsgeschichtlich sehr alt sind. Viele Stämme dieser Bakterien sind in der Lage, hochwirksame Gifte (Microcystine, Anatoxine, Saxitoxin) zu produzieren, welches sich in den Bakterien selbst sowie in den sie verzehrenden Meerestieren anreichert. Man nennt sie deshalb auch blaugrüne Cyanobakterien. Eine ausführliche Darstellung über Microalgen und deren Belastung mit Algentoxinen finden sie in den Guidelines for Safe Recreational-water Environments (Vol. I: Coastal and Fresh-waters), Oktober 1998 &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~tennisplatzis/paralex/content/who_Recreawat-II.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beworbene Indikationen==&lt;br /&gt;
Afa-Algen werden von unterschiedlichen Firmen als Lebensmittel angepriesen. Je nach Lokalisation der Firma werden verschiedene heilende Aussagen getroffen. In den USA werden die Mittel u.a. von der Fa. Bluegreen (von der auch deutsche Firmen ihre Produkte beziehen) als Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Immunschwächeerkrankungen anderer Art, ADHS, Hypercholesterinämie und zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens beworben. Für diese propagierten Aussagen liegen keine glaubwürdigen Wirksamkeitsnachweise vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
Seriöse Studien über die Wirkung der AFA-Algen gibt es im internationalen wissenschaftlichen Schrifttum nicht. Es gibt allerdings einige Nischenpublikationen wie einen Buchbeitrag (Manoukain et al. 1998) und Journalartikel (Kushak et al. 2000, Jensen et al. 2000). Letztere stammen aus dem Journal of the American Nutraceutical Association (JANA). Allein diese Titelwahl soll den Leser verwirren, denn die American Medical Association, die größte US-Vereinigung für Fachärzte der Inneren Medizin, gibt mit JAMA eine ähnlich klingende Fachzeitschrift heraus, die sich Journal of the American Medical Association (JAMA) nennt. JANA ist nicht in medizinischen Fachinformationsdiensten wie Medline gelistet, JAMA hingegen sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Studie von Manoukain et al. (1998) wurde festgestellt, dass man durch die Gabe von 1.5 g Afa-Algen bei fünf gesunden Freiwilligen eine signifikante Verringerung der Natürlichen Killerzellen innerhalb von 2 Stunden nach dem Schlucken bewerkstelligen konnte. Die Menge an NK-Zellen sank um 63%. Dies verwundert nicht, denn die unten noch näher beschriebenen Algentoxine greifen u.a. direkt die Zellstrukturen von weißen Blutkörperchen an und können die Aufnahme von Nahrungsenergie (z.B. Glukose) durch die Zellwand hemmen. Wahrscheinlich resultiert die Reduktion der NK-Zellen auf einer direkten Giftwirkung der in den Afa-Algen vorhandenen Microcystine oder des Saxitoxins, das in geringeren Mengen Auswirkungen auf Blutzellen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer zweiten Studie (Jensen et al. 2000) wurden 21 gesunde Probanden mit 1.5 g Afa-Algen über sechs Wochen behandelt. Unter der Afa-Algenbehandlung kam es zu einem deutlichen Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen, was unter Placebogabe nicht eintrat. Dieser Effekt wurde von den Autoren als Stimulation des Immunsystems interpretiert, die eine Verbesserung der Abwehrsituation anzeige. Diesen Schluss ist lächerlich, denn wenn man eine Substanz verzehrt, die Zellgifte enthält, welche im Organismus z.B. Leberzellen verstärkt in den Selbstmord treiben können (Auslösung der Apoptose), erklärt sich der Anstieg der Abwehrzellen wesentlich offensichtlicher. Stirbt im Organismus Zellgewebe ab, weil es beschädigt wurde, dann ändert sich die Oberflächenstruktur der betroffenen Zellen. Diese werden dadurch für das Abwehrsystem als zur Entsorgung freigegeben gekennzeichnet, daraufhin von weißen Blutkörperchen angegriffen und verzehrt. Je mehr solche betroffenen Zellen sterben, desto höher ist der Bedarf an den sie verzehrenden weißen Blutkörperchen. Die Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen ist nur die Folge einer durch Algengifte verursachten, niedrigschwelligen Entzündungsreaktion u.a. von Leberzellen. Jensen et al. (2000) verloren kein Wort über den Zustand der Leber oder der Nieren der Probanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kushak et al. (2000) veröffentlichten eine Studie, die an Ratten zeigen sollte, dass der Konsum von Afa-Algen den Blutfettspiegel zu regulieren in der Lage sei. Sie gaben den Tieren unterschiedliche, mit ungesättigten Fettsäuren angereicherte Diäten. Daneben reicherten Sie die Diät z.T. mit 10-15% Afa-Algensubstanz an. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die keinen Afa-Zusatz erhielt, wiesen die beiden Afa-Untersuchungsgruppen eine deutliche Senkung des Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegels im Serum auf. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Afa-Algen einen cholesterinsenkenden Effekt hätten und empfahlen, diese Wirkung im Lebensmittelsektor auszunutzen. Auch dieses Resultat wundert mich nicht, lässt es sich doch erneut mit der Giftwirkung von Algentoxinen erklären. Die Leber ist das Zielorgan für Microcystine, die sich dort anreichern. Dies ist auch bei Ratten nachgewiesenermaßen der Fall. Die Leber ist aber gleichzeitig der Produktions- und Umschlagsort für Blutfette. Da Microcystine auch in niedriger Dosierung auf Leberzellen von Ratten schädigend wirken, sinkt mit steigender Afa-Menge logischerweise die Syntheseleistung der Leberzellen, weil sich eine zunehmende toxinbedingte Organentzündung in einer verschlechterten Syntheseleistung niederschlägt. Interessanterweise hatten die Autoren weder Leberwerte berichtet, die auf die Organfunktion hätten schließen lassen, noch hatten sie nach dem Fütterungsversuch über histologische Leberuntersuchungen der Tiere berichtet, um eventuelle Auswirkungen der Algentoxine zu bewerten. Dies lässt darauf schließen, dass sie offenbar befürchteten, negative Auswirkungen zu finden. Wer nicht sucht, findet nicht und kann dem Leser in die Tasche lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Studien sind kein Beleg für die Wirkung von Afa-Algen, zumal keiner der Autoren in seinen Berichten genaue Angaben über die Microcystin-, Anatoxin- und Saxitoxingehalte der verwendeten Afa-Produkte machte. Bei jeder Studie war ein Vertreter von Bluegreen, dem größten US-amerikanischen Afa-Algenproduzenten, Mitautor. Dies lässt auf eine direkte Einflussnahme und auf Gefälligkeitsstudien schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt im Bereich der Therapie hyperaktiver Kinder bisher keine einzige seriöse Studie, die bewiesen hätte, dass Afa-Algen einen therapeutischen Vorteil erbracht hätten. Man muss sich recherchemäßig fast auf den Kopf stellen, um zumindest indirekte Hinweise zu erhalten, denn im internationalen medizinischen Fachschrifttum gibt es keine einzige Afa-Studie. Auch das Durchforsten von Doktorarbeiten oder Habilitationsschriften deutscher Universitäten erbringt keine einzige Untersuchung mit diesem Nahrungsergänzungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Buch der Heilpraktikerin und Diplom-Politologin Barbara Simonsohn (2001), die Afa-Algen als Ersatz für Ritalin vorstellt, findet man einen ersten Hinweis. Sie berichtet über Einzelfälle, die als Belege dargestellt werden: Julian, 13, war sprunghaft, ungewöhnlich rastlos, unkonzentriert und ermüdete schnell. Sein Verhalten war dominant, undiplomatisch und oft verständnislos. Julian ist seit Afa-Algen-Einnahme weniger impulsiv, er findet nach einem Wutanfall leichter zurück zum Normalzustand, kann besser nachgeben und ist lustiger und fröhlicher. Diesem lächerlichen Beweis fehlt so ungefähr alles, was es erlaubt, eine seriöse DSM-IV-basierte Beurteilung der Hyperaktivität des Kindes zu erstellen. Die Heilpraktikerin hat nur einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Symptomatik eines hyperaktiven Kindes beschrieben. Da die anderen Fallbeschreibungen in ihrem Buch von ähnlicher Güte sind, stellt sich die Frage, ob Simonsohn wirklich eine Ahnung von dem hat, über was sie schreibt. Da sie als Werbeinstrument für Algenhersteller dient, sind ihre Publikationen wohl nichts anderes als direkte Schleichwerbung für Afa-Algen, an denen sie gut verdient. Sie selbst gibt in ihrem Buch offen zu, von mindestens drei deutschen Anbietern mit Afa-Pillen im Marktwert von 7.500 Euro ausgestattet worden zu sein, um Kinder von 44 Familien zu behandeln. Die Heilpraktikerin empfahl den Kindern eine Dosis von 1.5 g/d und die Beobachtung soll 10 Wochen gedauert haben. Kalkuliert man die Tagesdosis mit 1 Euro, hätte die Dame 5.000 Tagesdosen ausreichen können. Weil man 80 Tagesdosen pro Kind braucht, hätte man mindestens 60 Kinder behandeln können. Es sind aber nur 19 Kinder in der Publikation der Heilpraktikerin grob beschrieben. Da 44 Familien gemeinsam wohl kaum 19 Kinder haben können, dürfte sich die Heilpraktikerin entweder jene Fälle herausgesucht haben, bei denen ihre schlampige Diagnostik einer wahrscheinlich gar nicht bestehenden ADHS durch Afa-Algen &amp;#039;geheilt&amp;#039; wurde oder sie hat, wie in solchen Jubelpublikationen üblich, die Krankengeschichten erfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blickt man in populärwissenschaftliche Zeitschriften der [[Ganzheitsmedizin]], findet sich eine Publikation von Simonsohn im Jahr 2000. Hier berichtete sie über verschiedene Studien, die angeblich die Wirksamkeit bei Afa-Algen bewiesen haben sollen. In der sog. The kid.com Study, die von einem Afa-Anbieter durchgeführt worden sein soll, sollen Symptomverbesserungen bei Kindern erreicht worden sein. Was genau diagnostiziert wurde und welches Resultat sich vor und nach der Studie exakt dargeboten hat, gibt die Autorin nicht wieder. Sie gibt nur folgendes bei den Kindern an: Signifikante Verbesserungen in ihrer Fähigkeit, zu fokussieren, Anweisungen zu folgen und sich zu konzentrieren. Eine Abnahme von streitsüchtigem, fordernden und kämpferischen Benehmen. Weniger Symptome von Angst und Depression. Verbesserung des sozialen Verhaltens. Weniger Zeichen von emotionalen und verhaltensmäßigen Abgelenktsein. Weniger Wutanfälle und Erziehungsprobleme. Weniger Verhaltensauffälligkeiten, die man als merkwürdig klassifizieren könnte. Weniger körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Magenschmerzen, für die kein offensichtlicher Grund vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Untersuchungsmerkmale mit den DSM-IV Diagnosekriterien für ADHS vergleicht, kommt man mit sehr viel Mühe auf gerade einmal zwei ADHD-Merkmale. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei den Kindern in der Kid.com-Studie nicht um hyperaktive Kinder gehandelt hat. Da wundert es nicht, wenn Simonsohn (2000) schreibt: Die beiden Behandlungsformen (gemeint ist der Vergleich zwischen Ritalin und Afa-Algen) waren gleichermaßen effektiv. Wer den Eindruck hinterlässt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und gleichzeitig so wenig Ahnung von ADHS hat, wie Frau Simonsohn, mag diesen Schluss ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sieht es bei einer zweiten Studie aus, die Simonsohn (2000) referiert. Es handelt sich um den The Children &amp;amp; Algae Report, bei dem die beteiligten Eltern die Produkte eines Afa-Algenanbieters sogar selbst zahlen mussten. Die Bewertung der Kinder erfolgte mit einem Aschenbach-Bewertungsschema, welches u.a. Aufmerksamkeit, Aggression, soziale Probleme, Ängstlichkeit/Depression, Straffälligkeit, Denkprobleme, Zurückgezogenheit und eine Bewertung namens somatisch beurteilen soll. Diese pseudowissenschaftliche Bewertungsschema ist in der seriösen ADHS-Diagnostik vollständig unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In keiner der von Befürwortern durchgeführten Studien, sofern diese überhaupt erreichbar sind, ist eine glaubwürdige, realitätsbezogene Selektion des untersuchten Kollektivs nach etablierten Diagnosemethoden erfolgt. Offenbar wurden die üblichen DSM-Kriterien nicht als Bewertungs- und Einstufungsgrundlage angewendet. Allein diese methodischen Unzulänglichkeiten machen die bisherigen Befürworterstudien in meinen Augen unglaubwürdig. Der Umstand, dass in keiner Studie mitgeteilt wird, ob nach Toxinen in den Afa-Algen gesucht worden war oder ob zumindest Leber- und Nierenparameter zur Absicherung von negativen Auswirkungen dieser Gifte laborchemisch bestimmt worden sind, zeigt, dass in diesen Studien offenbar nicht mit großer wissenschaftlicher Genauigkeit vorgegangen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Quelle, der sog. &amp;#039;&amp;#039;The Nicaragua Report&amp;#039;&amp;#039;, die von der US-Algenfirma Bluegreen gesponsort wurde, ist in Wahrheit eine spanischsprachige Doktorarbeit aus dem von Wirtschaftskrisen und politischen Händeln zerrissenen Nicaragua. Das Land ist bekannt dafür, eine hungernde Bevölkerung zu besitzen und es ist leicht, dort für wenige Dollars Gefälligkeitsstudien zu lancieren. In der seriösen wissenschaftlichen Szene wären diese bedeutungslos, aber für den unwissenden Verbraucher sind solche Studien exzellentes Marketingmaterial. In einem 14 Seiten dünnen A5-Heftchen wird auf populärwissenschaftliche Weise beschrieben, wie Afa-Algen in einer Schule, in der zu Studienbeginn mehr als 80% der 6-11jährigen Kinder unterernährt waren, der Ernährungsstatus, die Schulnoten und das Verhalten der Kinder positiv beeinflusst worden sein sollen. Angeblich sei innerhalb eines halben Jahres die Fehlernährungsrate von 86% auf 21% gefallen. Überflüssig zu betonen, dass auch hier weder Toxinbestimmungen der Afa-Algen noch einschlägige Leber- und Nierenwerte berichtet wurden. Dass vorher mangelernährte Kinder mit wenigen Gramm proteinhaltiger, aber vitamin- und mineralstoffarmer Afa-Algen Normalgewicht erreichen sollen, wirkt einfach nur lächerlich. Höchstwahrscheinlich wurden die teilnehmenden Kinder mit einer Schulspeisung angelockt und nahmen deshalb zu. Niemand dürfte vor Ort etwas gegen dieses Vorgehen eingewendet haben. Dass man die daraus resultierenden Scheinergebnisse im Westen als Beweis verkauft, dürfte in Nicaragua unbekannt sein und spielt für die Menschen dort in Wirklichkeit auch keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Marketingskampagnen für AFA-Algen==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren schlug eine Marketingkampagne aus den USA in Europa auf. Im Zuge der Diskussion um Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-und-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), wurde eine Vielzahl von Alternativen zur etablierten [[Ritalin]]therapie auf den Markt gebracht. Dabei spielt die Psychosekte [[Scientology]] im Konzert mit anderen sektenähnlich operierenden Gruppen und Firmengeflechten eine herausragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bis zu 15% der kindlichen Bevölkerung an ADHS leiden, jedoch nur ein winziger Bruchteil adäquat versorgt wird, sind die Eltern dieser Kinder einer enormen Belastung ausgesetzt. Sie suchen nach Alternativen und diese werden ihnen in Form angeblicher Wundermittel angeboten. Dazu gehören auch die Nahrungsergänzung aus blaugrünen Algen der Gattung Aphanizomenon flos Aquae (sog. Afa-Algen). Diese werden als therapeutische Alternative zur Substition mit Methylphenidat (Ritalin/Novartis, Medikinet/Medice, Equasym/Celltech Group) propagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unverantwortliche Werbeaussagen==&lt;br /&gt;
Im April 2002 verschickte KEIMLING Naturkost in Buxtehude einen Werbebrief, in dem unter dem Titel &amp;quot;Sind Klamath Uralgen gefährlich?&amp;quot; u.a. folgende Behauptung zu lesen war: &amp;#039;&amp;#039;Das Landwirtschaftsministerium in Oregon hat einen Grenzwert von 1.0 Microgramm/kg Klamath Uralge festgesetzt. Wenn Sie täglich 2 g der Uralgen verzehren, wären demnach 2 Microgramm Microcystin zulässig. Ihr amtlicher Sicherheitsfaktor beträgt 11655.&amp;#039;&amp;#039;.... und weiter heißt es: &amp;#039;&amp;#039;...Demnach könnte ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht 23310 Microgramm Microcystin-LR zu sich nehmen, ohne gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen&amp;#039;&amp;#039;. Dies mag der Geschäftsführer der Firma Keimling, Winfried Holler, einmal am eigenen Leibe auspropieren. Er dürfte diesen Selbstversuch mit dem Leben bezahlen. Allerdings hat sein Haus einen Vorteil: es verkauft tiefgefrorene E3LIVE(tm)-Algen. Unseren Analysen zufolge enthält dieses Produkt keinerlei Microcystine ... der mikroskopische Augenschein zeigt aber ebenso, dass es sich offenbar nicht um ein Afa-Cyanobakterienprodukt handelt. Vielmehr tauchen unter dem Mikroskop Gräser und normale Algen auf, so dass man den Eindruck hat, als ob jemand einfach mit der Harke durch einen See gefahren ist, das Resultat zerkleinert hat und als Cyanoalgenprodukt anpreist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellung und AFA-Algen Anbau==&lt;br /&gt;
[[image:klamath2.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus geringer Höhe|250px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath3.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus größerer Höhe|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath4.jpg|Infrarotaufnahme der Region um den Upper Klamath Lake mit dichter landwirtschaftlicher Nutzung|thumb]]&lt;br /&gt;
Aphanizomenon flos Aquae-Algen werden in unterschiedlichen Regionen der Erde gefunden. Jene Produkte, die derzeit in den USA und Europa verkauft werden, stammen nach Angaben der Hersteller aus dem Upper Klamath Lake im US-Bundestaat Oregon. Dieser See ist Teil einer riesigen Seenplatte, aus der nur ein einziger Fluss (der Klamath River) nach dem Grenzübertritt in den US-Bundesstaat California in den Pazifik mündet. Die Region dient als Brutstätte für Seelachse, ist aber seit 150 Jahren dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Upper Klamath Lake dient als Wasserreservoir für die ihn an drei Seiten umgebenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Anbaugebiete. Die exzessive Wasserentnahme der letzten Jahrzehnte hat zu einer erheblichen Senkung des Seewasserspiegels geführt, so dass derzeit die den See bildende Wasserschicht dünner ist als die Schlammschicht am Seegrund. Die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt ist mittlerweile so desolat, dass es regelmäßig zu Fischsterben im Upper Klamath Lake kommt. Umweltschutzorganisationen versuchen seit Jahrzehnten, den zu hohen Wasserabzug aus dem See zu bremsen und die Wasserqualität zu steigern. Das Fischsterben ist regelmäßig auf die Produktion von Microcystinen durch im Wasser vorkommende und durch die Überdüngung massiv wachsenden blaugrünen Cyanobakterien zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Anbieter von Afa-Algen dem Käufer mit offensichtlich geschönten Seeaufnahmen eine heile Umwelt vorzugaukeln versuchen, teilen Anwohner des Upper Klamath Lakes in Webforen mit, dass die Gewinnung der im See wachsenden Algen z.T. mit Schleppern und Baumaschinen erfolgt, wobei das dicht wachsende Gemisch aus Algen, Seegras und blaugrünen Cyanobakterien zum Teil vermischt mit Schlamm herausgebaggert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Anbaumethoden ist es nicht verwunderlich, dass die Qualität einiger der gewonnenen Afa-Produkte zu wünschen übrig lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Werbetrick mit der Kameraperspektive==&lt;br /&gt;
[[image:klamath8.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Geschäftsführer Sanacells, Eckart Pinnow, verkündete in seiner Hauspostille Forum - Informationen für Mitglieder des GesundheitsNetzwerkes (Nr. 5, 2002), dass seine Afa-Produkte nicht microcystinbelastet seien. Pinnow ist in dieser Ausgabe in einem Boot abgebildet, dass auf dem Upper Klamath Lake schwimmt. Der Untertitel lautet: &amp;quot;Dipl.-Ing. Eckart Pinnow überprüft persönlich den Qualitätssicherungsprozess am Klamath-See&amp;quot;. Sein Boot ist dabei an der einzigen Stelle des Sees positioniert, die nicht von Landwirtschaft und Industrie umgeben ist. (siehe zum Vergleich weiter oben). Pinnow ist ursprünglich vom Ostufer des Sees einige hundert Meter in den See gefahren und ließ sich in östlicher Richtung mit Blick auf die Berge photographieren. Wäre die Kamera einige Grad nach links geschwenkt, hätte man die Straße und einige Wohngebiete der naheliegenden Stadt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==AFA-Algen und Microcystinbelastung==&lt;br /&gt;
[[image:afa1.jpg|Anabaena|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Hauptproblem der Algenprodukte stellt nicht ihr Lebensmittelcharakter dar, denn es handelt sich um eher minderwertige Nahrungsmittel mit geringem Mineralien- und Vitamingehalt (Ausnahme: Vitamin A) und hohem Proteingehalt. Hauptproblem ist vielmehr die Beimengung von Cyanobakteriengiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aktuellen Publikationen, die verschiedene Stämme der blaugrünen Cyanobakterien Anabaena, Aphanizomenon, Calothrix, Cylindrospermum, Nostoc, Microcystis, Planktothrix, Oscillatoria und Synechococcus genera untersuchten, fanden sich immer wieder Sorten, die die Kampfgifte der Klasse der Microcystine und der Anatoxine produzierten (Lyra et al. 2000). Auch ist bekannt, dass einige Arten der blaugrünen Cyanobakterien das Nervengift Saxitoxin produzieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter der Algen sind sich des Toxinproblems bewußt. Ray (1991) schrieb schon vor 10 Jahren, dass einige A.f.a.-Stämme hochwirksame Nervengifte produzieren könnten, diese Gifte aber in Nahrungsmitteln aus Algen des Upper Klamath Sees in Oregon nicht gefunden worden seien. Seine Ansicht wird von einer Arbeit von Schaeffer et al. (1999) unterstützt, die in Algen eine Beimengung durch eine Microcystin-produzierende Alge (Microcystis spp.) nachwiesen. Demzufolge sei diese Beimischung an dem Toxineintrag schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es eine Veröffentlichung, die sich mit Microcystinbelastungen von A.f.a.-Nahrungsergänzungsmitteln befasst, die aus dem Upper Klamath See gewonnen werden. Gilroy et al. (2000) analysierten Microcystinkonzentrationen in vier verschiedenen Afa-Produkten über vier Jahre hinweg (1996-1999) und alle Produkte enthielten Microcystine in unterschiedlicher Menge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von A.f.a.-Produkten weisen jedoch die Microcystinbelastung generell weit von sich. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass Aphanizomenon Flos Aquae keine Microcystine produziere und führen Studien an, in denen dergleichen nachgewiesen worden sei. Das wirkt befremdlich, denn selbst der sich für Algenprodukte einsetzende US-amerikanische Professor Wayne Carmichael schrieb noch am 30.01.2002 auf seiner Homepage unter Bezugnahme auf einen Artikel im Scientific American: &amp;#039;&amp;#039;..Anabaena, Oscillatoria, Lyngbya, and Aphanizomenon produce neurotoxic anatoxins and/or saxitoxins. Anatoxin-a and Anatoxin-a(s) seem unique to cyanobacteria, while saxitoxin also arise in certain marine algae. Anatoxin-a is a potent nicotinic agonist that mimics acetylcholine and is used as a research tool in neurobiology. Anatoxin-a(s) is a structurally new organophosphate that inhibits acetylcholinesterase. Saxitoxin prevents acetylcholine from being released from neurons by blocking the inward flow of sodium ions across the axonal membrane channels, disrupting the communication between neurons and muscle cells...&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtet man den Blick in die Fachliteratur, gibt es offenbar einige Stämme von Aphanizomenon Flos Aquae, die keinerlei Microcystine produzieren. Lyra et al. (2001) nennen hier Aphanizomenon sp. 202, A. sp. TR183 (AJ133155), A. sp. PCC 7905, A. sp. PH-271, A. flos aquae NIES 81 und Aphanizomenon gracilie PH-219. Allerdings sind diese Aphanizomenon-Bakterien genetisch ausgesprochen eng verwandt mit den Anabaena-Bakterien, die selbst durchaus Neurotoxine erzeugen. Beide Gattungen sind ausgesprochen klein und unterscheiden sich offenbar nur unter dem Mikroskop eindeutig voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unzuverlässige Testmethoden==&lt;br /&gt;
Microcystine und Saxitoxine, die wichtigsten Gifte in Cyanobakterienprodukten, sind nicht einfach zu messen. Es gibt verschiedene Messmethoden, die teilweise sehr aufwändig, zeitraubend und teuer sein können. Grundsätzlich stellt sich das Problem der Wahl des Nachweisverfahrens, denn es gibt Verfahren, die die Gifte direkt sichtbar machen, und Analysen, die die Gifte nur indirekt messen. Außerdem sind die Messverfahren unterschiedlich empfindlich. Zusätzlich erschwert wird die Suche, weil diese Tests in der Lebensmittelanalytik nur selten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell stellt sich die Wahl zwischen dem Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder dem Protein Phosphatase Inhibition Assay (PPIA). Andere Verfahren wie die High Performance Liquid Chromatography (HPLC) oder Liquid Chromatography/Mass Spectrometry (LC/MS) kommen wegen zu hoher Kosten oder noch nicht etablierter Nachweismethodik nicht in Frage. Die Testmethoden von ELISA und PPIA sind unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ELISA werden hochspezifische Antikörper eingesetzt, die gegen Microcystinmoleküle gerichtet sind. Diese Antikörper docken an Microcystine an. In einem zweiten Schritt klebt man einen weiteren Antikörper, der nur an den bereits eingesetzten Antikörper, nicht aber direkt an Microcystin andocken kann, an diesen Microcystin-Antikörperkomplex. Dies tut man, weil erst der zweite Antikörper einen fluoreszierenden Farbstoff tragen kann, den man mit speziellen Analyseverfahren sichtbar macht und dann in seiner Konzentration messen kann. Ein direktes Ankoppeln des zweiten, den Farbstoff tragenden, Antikörpers an das Microcystin ist nicht möglich, da dieser Antikörper zu klobig und ungenau wäre. Vergleichbar ist dieses Verfahren mit dem Angeln. Der Fisch ist das Microcystin, der Köder ist der 1. Antikörper und erst, wenn man den Fisch mit der Angelschnur (dem 2. Antikörper) herausgezogen hat, weiss man am Ende, was man gefangen hat. Der ELISA hat den Vorteil, dass er direkt das vorhandene Gift misst. Er kann dies mit einer Genauigkeit tun, die ein Microcystinmolekül in einer Lösung von 10 Milliarden anderen Molekülen herausfinden kann. Die Genauigkeit liegt bei 0,1 ppb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im PPIA ist das Testprinzip hingegen völlig anders. Hier wird die bremsende Wirkung der Microcystine auf eine enzymatisch gesteuerte Umwandlungsreaktion gemessen. Microcystine bremsen die Protein Phosphatase, die die Dephosphorylierung von p-Nitrophenylphosphat steuert. Durch Nachweis der Ausgangs- und Endprodukte des Umwandlungsprozesses kann man indirekt auf die Konzentration der Microcystine zurückschließen. Ein direkter Nachweis der Microcystine geschieht jedoch nicht. Der Test hat auch den Nachteil, dass er nur eine einzige Wirkung der Microcystine erfasst und dabei unberücksichtigt lässt, dass im Organismus durch verschiedene Microcystintypen unterschiedliche Enzymsysteme beschädigt werden können. Der PPIA ist nicht so genau wie der ELISA, denn er gibt nach Lawrence et al. (2001) in der Regel deutlich niedrigere Belastungswerte für Microcystine aus, die manchmal 10-40% unter den im ELISA gemessenen Konzentrationen liegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von AFA-Algen legen zum Nachweis der angeblichen Produktgüte in der Regel PPIA-Analysen vor. Dies ganz offensichtlich deshalb, weil mit dieser Testmethode nur ein Teil der Microcystine (und dieser wiederum nicht sicher) gemessen werden kann. Auf diese Weise schönt man die Resultate mit der methodenbedingten Ungenauigkeit des Messverfahrens nach unten. Dies trägt zur Verunsicherung des Verbrauchers bei und kann (wie unten näher beschrieben) sogar vor Gericht Vorteile bringen, weil Richter nicht selten bereits zu abgehoben sind, um sich mit den Hintergründen von Prüfmethoden zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesundheitsschäden==&lt;br /&gt;
In den USA listete die US-Gesundheitsbehörde FDA, die im leider mittlerweile nicht mehr online abrufbaren Med Watch Programm 57 Schadensfälle bis zum Jahre 1998 auf, die in zeitlichem Zusammenhang mit Afa-Konsum zu stehen schienen. Ebenso warnte Health Canada Online bereits im Jahre 1999 vorbeugend vor blaugrünen Algenprodukten, vor allem vor der Anwendung bei Kindern. Auch Erwachsene sollten Vorsicht bei der Einnahme bis zu dem Zeitpunkt walten lassen, bis die Produktsicherheit zweifelsfrei gewährleistet sei &amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.hc-c.gc.ca/english/protection/warnings/1999/9969ebk.htm &amp;lt;/ref&amp;gt;. Der STERN veröffentlichte im Artikel Die Grüne Gefahr (Nr.8/2002) Warnungen über die Giftstoffe Algenprodukten am 14.02.2002. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich den deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene seit Mai 2002 Laboranalysen über den Microcystingehalt in Afa-Produkten vorliegen, haben sie bis heute keinerlei Schutzmassnahmen über die bereits angesprochene Warnmeldung hinaus unternommen. Dies wird mit dem Fehlen eines Microcystingrenzwertes begründet (vgl. hierzu [[Spirulina]]). Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Grüner Lobbyismus im Spiel ist, denn offenbar pflegen einige Algenhersteller exzellente Kontakte zu den dt. Bündnisgrünen nahestehenden Prüflabors, die sich einer verbraucherkritischen Untersuchung der Algenprodukte entziehen. Vor allem in alternativen und esoterischen Kreisen wurden die Wunderalgen stark propagiert. Offenbar befürchtet man bei den Grünen, aufgrund des eigenen Fehlverhaltens in den sich abzeichnenden Skandal einbezogen zu werden.&lt;br /&gt;
Es gibt mittlerweile auch in Deutschland Berichte über Personen, die über Symptome nach dem Konsum von Afa-Algenprodukten klagten. Diese Symptome stellten sich nach einigen Monaten kontinuierlicher Einnahme ein, klangen nach dem Absetzen aber wieder ab und verschwanden. Eine Betroffene bekam Taubheitsgefühl in den Fingern bis hin zum totalen Durchblutungsstopp in den letzten zwei Fingergliedern, desweiteren häufiges Kribbeln wie bei einer Minderdurchblutung und dies auch ansatzweise in den Zehen. Desweiteren beklagte die Betroffene brüchige, wie erweicht erscheinende Fingernägel sowie eitrige, langwierig sich hinziehende Entzündungsherde der Haut im Bereich des Gesichts und des Rückens. Ein anderer Betroffener schilderte, dass er nach längerer Einnahme sehr schmerzhafte, chronische Halsschmerzen entwickelt hätte und neben den analog bereits beschriebenen Hautentzündungserscheinungen vor allem extrem langanhaltende Muskelschmerzen bereits nach normaler sportlicher Aktivität bekommen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Hinweise deuten auf eine chronische Langzeitbelastung mit Microcystinen hin. Microcystine verursachen Leberschäden, Nierenversagen und können auch, weil sie die Natriumkanäle der Nerven blockieren können, die Impulsübertragung menschlicher Nervenzellen unterbrechen, was bis zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Auch krebserzeugende Wirkungen sind nachgewiesen (NCI 2000). In China gibt es beispielsweise ausreichend Hinweise dafür, dass microcystinbelastetes Trinkwasser die Hauptursache für die hohe Sterblichkeit an Leberkarzinomen in bestimmten Provinzen des Landes ist (Yu 1995, Ueno 1996). Aktuell publizierte Tierversuche an schwangeren Ratten (Zhang et al. 2002) zeigen, dass die Gabe von 4 Microgramm Microcystin-LR pro kg Körpergewicht bereits zu leichten Veränderungen im Lebergewebe der ungeborenen Feten innerhalb von 10 Tagen führen kann. Interessant ist, dass sich solche Ergebnisse bei Mäusen selbst bei Dosen von 2-128 Microgramm pro kg Körpergewebe nicht einstellen (Chernoff et al. 2002). Es kommt also auf das Tiermodell an, was verwendet wird. Die offenbar gegen Microcystine recht robust erscheinenden Mäuse sind das bevorzugte Tiermodell bei Studien aus der Algenszene. Offenbar weiss man genau, dass man nur mit Mäusen eine Verharmlosung der Giftwirkung der Microcystine beweisen kann, da dies in allen anderen Tiermodellen nicht gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen korreliert die Microcystinbelastung im Trinkwasser eindeutig mit der Häufigkeit von Leberkrebs (Yu et al. 2001), wie Studien aus China beweisen. Dort hat man schon lange Probleme mit microcystinbelastetem Trinkwasser, das in etlichen Provinzen Chinas ursächlich mit dem gehäuften Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert zu sein scheint. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Teil pro 1 Millarde Teile Wasser empfohlen (1 ppb), der in Kanada, Australien und Großbritannien mittlerweile auch in Kraft ist. In den USA oder der Bundesrepublik Deutschland ist dergleichen nicht umgesetzt worden. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates Oregon eine Microcystinbelastung bis zu 1.000 ppb (= 1 parts per million/ppm) in Algenprodukten tolerieren, inakzeptabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versucht man eine grobe Risikoabschätzung der Microcystinbelastung in den Algenprodukten vorzunehmen, so scheint eine klinische Symptomatik nach einigen Monaten Konsum von Produkten mit Belastungen ab 100 ppb einzutreten. Dies zeigt, dass das der WHO-Trinkwassergrenzwert von 1 ppb mit einem vernünftigen Sicherheitsabstand von 1:1000 zum Algengrenzwert aus Oregon durchaus begründet ist und sicherheitshalber auf Lebensmittel übertragen werden sollte. Von Algenanbietern wie Sanacell und Algavital wird immer wieder die Falschmeldung verbreitet, dass der in Oregon etablierte Grenzwert für die gesamte USA gelten würde. Dem ist nachweislich nicht der Fall. Zudem ist der Grenzwert nicht verbindlich, sondern lediglich ein US-amerikanischer Empfehlungswert, ab dessen Überschreitung microcystinbelastete Afa-Produkte aus dem Verkehr gezogen werden sollen (nicht müssen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die oben geschilderten Fälle zugrunde und bedenkt man, dass sich Microcystine sowohl in der Leber- als auch im Nerven- und Muskelgewebe angereicht als auch nur langsam ausgeschieden werden, wäre es möglich, dass Dauerkonsumenten erst mit monatelanger Verzögerung Gesundheitsprobleme entwickeln. Microcystindosen können beim Schwein, dass uns Menschen vor allem bei der Leberfunktion sehr ähnlich ist, bereits in Dosen von 25 Microgramm pro Kilogramm Körpergewicht Leberschäden auslösen, während Ratten und Mäuse wesentlich robuster reagieren. Deshalb ist es absolut denkbar, dass der Mensch, der in vielen gesundheitlichen Bereichen empfindlicher als Tiere reagiert, schon bei niedrigeren Dosen Gesundheitsprobleme entwickelt, die anfänglich nicht mit den A.f.a.-Produkten assoziiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man eine Verzehrsmenge von 2 Gramm Algenmasse mit einer Belastung von 100 Microgramm pro kg Algenmasse (100 ppb) zugrunde, würde man sich pro Tag eine Microcystinmenge von 0,2 Mikrogramm einverleiben. Da die oben geschilderten beiden Verbraucher erst nach 7 Monaten, dann aber zügig, gesundheitliche Probleme entwickelten, wäre zu spekulieren, dass bei einer Gesamtmenge von 40 Microgramm Microcystinen von ersten klinischen Symptomen auszugehen sein könnte (von einer unbemerkten Krebsschädigung nicht zu reden!). Diese zugegebenermaßen spekulative Obergrenze für bemerkbare, klinische Probleme scheint nicht unrealistisch zu sein, da eine weitere Verbraucherin, die über Monate hinweg eine mit 76 ppb belasteten Probe konsumiert hatte, keine gesundheitlichen Probleme berichtete. Die Wirksamkeitsschwelle zur Auslösung klinischer Symptome beim Menschen dürfte derzeit bei einer Gesamtaufnahmemenge von 40-50 Microgramm liegen, die je nach Belastung des A.f.a.-Produkts mehr oder weniger schnell erreicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Australien wird für Trinkwasser ein Microcystin-LR Richtwert von 1,3 Microgramm/Liter empfohlen. Alle Grenzwerte, auch der von der WHO empfohlene, orientieren sich aus Hochrechnungen, die ihre Grundlage in Tierversuchen am Mausmodell haben. Mäuse halten aber eine deutlich höhere Microcystinbelastung aus, ohne Leberschäden oder körperliche Symptome zu entwickeln, als andere Tiergattungen (z.B. Ratte oder Schwein). Zeigen sich bei Mäusen noch keine Zeichen von Leberschädigungen bei intraperitonealen Gaben von Microcystinen in Dosen von 25-50 Microgramm/kg Körpergewicht (vgl. Fromme, Berlin, 1999), treten bei Rattenfeten bereits ab 4 Microgramm/kg Körpergewicht Schäden auf (Zhang et al. 2002). Schweine überleben nach Beasley et al. (2000) gerade noch eine Microcystindosis von 25 Microgramm/kg Körpergewicht, erleiden dabei aber bereits nachweisbare Organschäden u.a. im Bereich der Leber. Beim Menschen fehlen entsprechende Untersuchungen aus naheliegenden Gründen. Niemand würde die Erlaubnis erhalten, selbst bei Freiwilligen solche Versuche durchzuführen. Deshalb ist man auf Analogieschlüsse angewiesen, die sich sinnvollerweise auf die Trink- oder Badewasserbelastung mit Microcystinen beziehen, denn hier zeigen Studien aus China, dass der Konsum microcystinbelasteten Trinkwassers eindeutig mit einem erhöhtem Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert ist (z.B. Shun-Zhang 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut für Umweltanalytik und Humantoxikologie (ITox) in Berlin empfiehlt in der Gesundheitlichen Bewertung von Blaualgentoxinen (Microcystinen) in Badegewässern bereits ab einer Belastung von 10-100 Microgramm pro Liter, auf das gesundheitliche Risiko beim Baden in entsprechend belasteten Gewässern hinzuweisen und vom Baden abzuraten sowie ab Microcystinwerten oberhalb von 100 Microgramm pro Liter das Baden in solchen Gewässern zu untersagen. Es liegt nahe, diesen Trinkwassergrenzwert auf die Algenprodukte zu übertragen, denn in der von mir iniziierten Untersuchung fand ich zwei Personen, die nach mehrmonatiger Einnahme von Algenprodukten in einer geschätzten Microcystin-Gesamtdosis von etwas über 40 Microgramm klinische Symptome entwickelt hatten, die auf eine chronische Vergiftung durch Microcystine schließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn also Tierversuche zeigen, dass Mäuse zur Risikoabschätzung durch Microcystin aufgrund ihrer Unempfindlichkeit ungeeignet sind, Ratten und Schweine hingegen viel empfindlicher reagieren und zudem erste Hinweise bei Erwachsenen zeigen, dass Gesamtdosen von etwa 40 Migrogramm Microcystinen - auch über längere Zeit verteilt eingenommen - zu Gesundheitsschäden führen können, muss gefordert werden, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Microgramm/Liter auch bei den Algenprodukten einzuhalten ist. Die im US-Bundesstaat Oregon tolerierten Microcystinmengen in Algenprodukten (1.000 Microgramm pro kg), die nur auf Schätzungen aus Mausmodellen beruhen (Schaeffer et al. 1999), sind offensichtlich wesentlich zu hoch. Sie liegen um den Faktor 1.000 überhalb der für Trinkwasser empfohlenen WHO-Richtwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die übliche Verzehrsempfehlung von 2 Gramm Algenmasse pro Tag, eine durchschnittliche Microcystinbelastung von 0,1 Microgramm pro Algengramm und eine Dosisschwelle von 40 Microgramm Microcystinen bei Erwachsenen zugrunde, ab der offensichtlich klinische Symptome auftreten können, so kann man innerhalb von etwa 6-7 Monaten die kritische Belastungszone zum Auftreten körperlicher Beschwerden erreichen. Es gibt jedoch Algenanbieter, deren entsprechend belastete Algenprodukte mit Verzehrsempfehlungen bis zu 20 Pillen (5 Gramm) täglich angepriesen werden. Bei solchen Verzehrsmengen ist es kein Wunder, wenn die kritische Schwelle bereits innerhalb weniger Wochen erreicht wird und die Patienten anfänglich mit schnell auftretenden Hautausschlägen konfrontiert werden. Sanacell und Algavital nutzen beide gern die Dienste der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn, die einschläge Ritalin-kritische und AFA-propagierende Bücher publiziert hat sowie einschlägige werbende Artikel in Szene-Zeitschriften veröffentlichte. Sie tritt für noch höhere Dosen pro Tag (20 Gramm und mehr) ein. Bei den Microcystinmengen, die in den Produkten von Sanacell und Algavital gefunden wurden, würde dies eine Krebsgefahr bedeuten sowie nach wenigen Wochen bis Monaten klinische Symptome einer Microcystinvergiftung bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich ist zu bedenken, dass sich 50% der oral eingenommenen Microcystindosis in der Leber anreichert. Somit sind die üblichen Dosierungsschemata des Giftes in Bezug auf Kilogramm Körpergewicht per se fragwürdig. Die Leber eines Erwachsenen hat ein durchschnittliches Gewicht von 3-4 kg, so dass bereits niedrige Einnahmemengen zu Leberschäden führen können. Geht man davon aus, dass man eine Giftkonzentration von 1 Microgramm pro kg Lebergewicht einnehmen müßte, würden bereits 8 Microgramm Gesamtaufnahmemenge ausreichen, um erste Leberschäden zu bewirken oder ggf. dazu beizutragen, Leberkrebs auszulösen. Diese Dosis kann bei Algenprodukten, die, wie in der vorliegenden Untersuchung nachgewiesen, mit 68-134 Microgramm pro kg (also 0,068 - 0,134 Microgramm pro Gramm) mit Microcystinen belastet sind, durchaus schon in 2-3 Monaten erreicht werden, denn die Microcystine werden nicht so schnell abgebaut, wie sie eingenommen werden. Das Leberkrebsrisiko kann bereits in solchen Dosen möglicherweise deutlich erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yu und Chen (1994) untersuchten den Microcystingehalt in Trinkwasser von 20 Patienten, die an hepatozellulärem Karzinom erkrankt waren (61 Microgramm/Liter) und verglich ihn mit demjenigen von gesunden Kontrollpersonen (36 Microgramm/Liter). Dies zeigt, dass eindeutige Risiken bestehen können, wenn dauerhaft Microcystine in noch vergleichsweise niedrigen Dosen eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnung des BfArM und BgVV==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin ( BgVV) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte am 21. März 2002 eine gemeinsame Presseerklärung &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bgvv.de/presse/2002/pr_02_08.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, die vor dem Konsum der Algenprodukte warnte. Am 22.03.2002 warnte der kritische Informationsdienst für Ärzte und Apotheker (Arznei-Telegramm) in einer Blitz-Mitteilung per eMail &amp;lt;ref&amp;gt;AT: AFA-Alge: Irreführende Werbung, bedenkliche Produkte&amp;lt;/ref&amp;gt; vor den Algenprodukten und vertiefte dies in einer Printausgabe des Arznei-Telegramms am 12. April 2002. Am 27.03.2002 warnte der Krebs-Kompass.de auf seiner Website ebenfalls mit dem Titel Warnung vor Algen statt Arznei. Diese Warnungen trugen dazu bei, dass Elternverbände in Deutschland und der Schweiz, die sich für hyperaktive Kinder (ADS-Kinder) einsetzen, sich dem von Algenvertreibern erzeugten juristischen Druck ausgesetzt sahen, besser widerstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pressemitteilung vom 21.3.2002 zu AFA-Algen:&lt;br /&gt;
*Ein Nutzen durch den Verzehr AFA-Algen-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.&lt;br /&gt;
*eine Gefährdung der Gesundheit durch Gifte ist nicht auszuschließen.&lt;br /&gt;
*Produkte, denen werblich eine heilende Wirkung zugeschrieben wird, sind als Arzneimittel anzusehen und bedürfen deshalb der amtlichen Zulassung. Liegt eine solche Zulassung nicht vor, sind die Produkte nicht verkehrsfähig. In Deutschland ist kein solches Produkt zugelassen.&lt;br /&gt;
*Damit liegt ein Verstoß gegen das Verbot der irreführenden Werbung nach dem Heilmittelwerbegesetz vor. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der Fehlinformation Eltern eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder abbrechen und sich das Leiden verschlimmert, wenn ersatzweise AFA-Algenprodukte gegeben werden. Gleiches gilt für Erwachsene, die im Vertrauen auf die &amp;quot;Heilkraft der AFA-Algen&amp;quot; bei einer diagnostizierten Depression oder bei anderen Gesundheitsstörungen eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie abbrechen und stattdessen AFA-Algenprodukte zu sich nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnende Stimmen werden mit juristischen Tricks niedergebügelt==&lt;br /&gt;
Eckard Pinnow brüstet sich in der obigen Forum-Ausgabe, dass es gerichtlich verboten sei, Warnungen vor AFA®-Algen zu veröffentlichen. Diese Behauptung ist offensichtlich erlogen, denn seine Produkte sind nachweislich belastet. Trotzdem kommt Pinnow mit seinen Lügen legal über die Runden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trick, mit dem Pinnow bisher der prozessuale Sieg gegenüber sorgenvoll warnender Elternverbände von ADHS-Betroffenen und -Kindern gelang, ist leicht erklärt. Er ließ die entsprechenden Organisationen von einer Anwaltskanzlei abmahnen. Da in der strittigen Äußerung das Wort &amp;quot;AFA-Algen&amp;quot; (eine in der Fachliteratur durchaus übliche Abkürzung) genannt worden war, Sanacell (wie auch Algavital) sich ähnlich klingende Namen aber als Produktbezeichnung schützen ließen, konnten sie daraus eine Aktivlegitimation und somit Klagefähigkeit ableiten. Die Abmahnung enthielt allerdings so lächerliche Passagen, dass sie von den prozessunerfahrenen Verbänden nicht ernst genommen wurden. Es wurde deshalb keine Schutzschrift hinterlegt, so dass der gegnerische Anwaltskanzlei (Radeck/Berlin) einfach zum Landgericht marschierte, eine Einstweilige Verfügung beantragte und diese auch bewilligt erhielt. Die schockierten Verbände bekamen erst Wind von der Sache, als ihnen die Verfügung ins Haus flatterte (vgl. Kritiker leben gefährlich). Auf diese Weise war es Pinnow möglich, öffentliche Warnungen vor seinen giftbelasteten Algenprodukten bis zur Hauptverhandlung stillzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die ADHS-Verbände Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung eingelegt hatten, kam es zu einer mündlichen Verhandlung. Die Richter Mauck, Gollan und Becker verurteilten erstinstanzlich mit haarsträubenden Begründungen die ADHS-Verbände und gaben Sanacell vollumfänglich Recht. So glaubten sie den Ausführungen Sanacells, dass diese in der Lage sei, Microcystine aus den Algenprodukten durch ein geeignetes Filterverfahren zu entfernen. Die Richter schrieben: &amp;quot;Diese Behauptung wird gestützt durch die Ausführungen auf Seite 53 des Buches &amp;#039;Die Heilkraft der AFA-Alge&amp;#039;, wonach die AFA-Alge viel kleiner ist als die Microcystine und das Sieb passiert, während jene zurückgehalten werden.&amp;quot;. Dass auch Aphanozimenon-Stämme Microcystine produzieren können, ist in der Fachliteratur bekannt und beschrieben. Das Microcystine winzige Moleküle sind, ergibt sich zwangsläufig von selbst. Kein Gift ist besonders groß, die gefährlichsten sind sogar sehr klein, weil sie sonst Schwierigkeiten hätten, in den Organismus aufgenommen zu werden. Es hätte sogar einem Richter mit normaler Schulbildung auffallen müssen, dass ein Bakterium nichts produzieren kann, was größer als es selbst ist. Schon gar nicht hätten drei Richter den obigen Unfug schreiben dürfen. Dieser bedeutet im übertragenen Sinne, dass ein Gemisch aus Wackersteinen (Afa-Algen) und Staub (Microcystinen) durch ein Sieb geschüttelt werden kann, in dem der Staub liegen bleibt, die Wackersteine aber hindurchfallen. Dass dergleichen Inkompetenz an deutschen Gerichten ein Richteramt ausüben darf, ist einer der vielen Skandale im AFA-Algenzirkus. Dass sich die Richter offenbar aus lauter Faulheit sogar auf die Schriften der die AFA-Algen propagierenden Heilpraktikerin Barbara Simonsohn (siehe Fünf Tibeter) stützten, ist ein Schlag ins Gesicht jedes wissenschaftlichen Sachverstandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Richter erklärten weiterhin, dass das Herausfiltern der Microcystine durch das Vorlegen von Untersuchungszertifikaten durch Sanacell hinreichend belegt worden sei. Dem ist aber nicht so, denn von der Firma wurden keine ELISA-Untersuchungen, sondern vielmehr der PPIA-Test verwendet wird. Wie oben bereits beschrieben, ist der PPIA-Test weitaus ungenauer und dies vor allem in dem Bereich der Microcystinbelastung, um den es sich hier dreht. Hier wird oftmals deutlich weniger bis gar keine Belastung im PPIA angezeigt, während der ELISA noch verlässlich die Giftkonzentrationen anzeigt. So ließen sich die drei Berliner Richter exzellent täuschen und die Verbände zahlten für deren Inkompetenz die Zeche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma Algavital versucht eine andere Taktik, um unliebige Kritik wegzubügeln. Analog wie Sanacell versucht sie haltlose Abmahnungen zu versenden. Hinterlegt man aber eine fundierte Schutzschrift, so schrecken beide vor Klagen offenbar aus Angst vor einer Blamage zurück. Berichten aber Presseorgane kritisch über die giftbelasteten Algen, versucht primär Algavital durch presserechtliche Tricks, Gegendarstellungen plaziert zu erhalten. Sind diesen korrekt formuliert, müssen jene vom jeweiligen Journal unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abgedruckt werden. So geschah dies der Pharmazeutischen Zeitung, die kritisch über diese Algen berichtet hatte. Bei anderen Blättern hingegen gelang der Widerruf, der spätestens nach 3 Monaten plaziert sein muss, nicht. Grund war hierfür die offensichtlich wahrheitswidrige Forderung der Firma Algavital. Algavital nutzt auch gerne auf ihrer Website die Chance, Kritiker zu verleumden. Abmahnungen, die ihr deshalb ins Hause flattern, befolgt sie allerdings dann auch relativ schnell, zahlt aber die entsprechenden Anwaltsrechnungen nicht und lässt es dann offensichtlich auf langwierige Gerichtsprozesse ankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsicht: Verwechslungsgefahr!==&lt;br /&gt;
Ein sowohl in den USA als auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern vertretene Biotech-Firma mit dem Namen Celltech Group (Hauptsitz in Großbritannien, 208 Bath Road, Slough, Berkshire SL1 3WE) verkauft über seine deutsche Niederlassung (Celltech GmbH &amp;amp; Co. KG, Im Wirringen 25, 45731 Waltrop) seit Mai 2002 ein Methylphenidatprodukt (Equasym) zur Behandlung von ADS/ADHS. Equasym ist neben Medikinet (Fa. Medice) und Ritalin (Fa. Novartis Pharma) das dritte Methylphenidatprodukt, das in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt gekommen ist (vgl. Gelbe Liste). Celltech Group hat mit einem US-amerikanischen Algenanbieter fast gleichen Namens aber nichts zu tun. In den USA hat die Celltech Group verschiedene Niederlassungen (Celltech R&amp;amp;D Inc. in Wayne und in Bothel, Celltech Manufacturing CA Inc. in Santa Ana, Celltech Pharmaceuticals Inc. in Rochester). Ärzte, die Equasym rezeptieren wollen, jedoch bei dem Namen des Anbieters misstrauisch geworden sind, sollten dies berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scientology, Sektengruppen und Pseudowissenschaftler im Spiel==&lt;br /&gt;
Auf der Ebene des Europarates ist es dem US-amerikanischen Top-Scientologen Fred A. Baugham, seines Zeichens pädiatrischer Neurologe, gelungen, die US-Psychosekte ins Spiel zu schleusen. Er selbst propagiert seit Jahren in den USA eine Anti-Ritalin-Kampagne und tritt gemeinsam mit In Paris konnte er den Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Parlament) in einer gut plazierten Marketingkampagne überrollen. Er sorgte mit einigen anderen dafür, dass eine Anhörung im November 2001 zu einer Farce wurde. Nicht nur gab er die üblichen haltlosen Lügen und Unwahrheiten über ADHS und Methylphenidat zum besten, er sorgte durch Lobbyarbeit hinter den Kulissen dafür, dass an die Mitgliedsstaaten des Europarats die schriftliche Aufforderung erging, den Methylphenidatbedarf zu überprüfen und die Verordnung einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA arbeitet Peter Breggin, ein bisher der Scientology nicht direkt zuzurechnender Autor, mit Fred A. Baugham eng zusammen. Durch einschlägige, reisserische Bücher, in der die üblichen verleumderischen Thesen über wirksame Behandlungsmethoden bei ADHS verbreitet werden, trägt Breggin dazu bei, bei den Betroffenen Angst vor z.B. [[Ritalin|Methylphenidat]] zu schüren. In Deutschland hat seine Thesen der Neurobiologie Hüther aufgenommen, der sich auch nicht zu schade ist, auf Podiumsdiskussionen teilzunehmen, die von schweizerischen Firmen, die der Scientology direkt zuzurechnen sind, aufzutreten. Hüthers Hauptthese, Methylphenidat prädisponiere für M. Parkinson, ist nachweislich falsch und wurde in der Fachliteratur ausführlich wiederlegt. Trotzdem tourt er derzeit durch Europa und schafft es offenbar auch mit Unterstützung von Scientologen, sich in öffentlichen dt.-sprachigen Medien mit seinen falschen Behauptungen zu plazieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Szene um [[Franz Konz]] (siehe Ur-Medizin) ist mir von der Partie. Konz präsidiert bekanntlich dem Bund für Gesundheit e.V., der wiederum eine Hauspostille (Natürlich Leben) sowie ein Beratungstelefon betreibt. Konz schrieb über verhaltensauffällige Kinder in einer der letzten Ausgaben und empfahl, solche Kinder in kompetente Psychotherapie zu bringen. Dabei riet er zur Firma [[KVPM]], die jedoch seit Jahren eine bekannte Deckadresse der US-Psychosekte Scientology in Deutschland ist (siehe Die Scientology Organisation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Esoterikmessen wie den Medizinischen Wochen Baden-Baden, auf denen Sanacell Afa-Produkte vorstellt, wird immer gerne mit Publikationen der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn geworben. In deren Büchern kann man deren indirekte Finanzierung durch diese Firmen leicht nachvollziehen. Sie schreibt selbst in einem ihrer Bücher, dass sie von Algenanbietern Waren zu Testzwecken im Wert von mehreren tausend Euros erhalten hat. Zusätzlich, und dies ist mit Sicherheit kein Zufall, saß Frau Simonsohn über längere Zeit am Beratungstelefon des [[BFG|Bundes für Gesundheit]]. Ihre 14-tägigen Sprechzeiten konnten in Natürlich Leben nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits bei der Ur-Medizin beschrieben, bestehen Verbindungen zwischen Konz und dem wegen Kindsmissbrauchs und Betrugs zu einer 15jährigen Haftstrafe in Paris verurteilten [[Guy-Claude Burger]]. Burgers deutsche Stimme, der [[MLM|Multi-Level-Marketing]] Verkäufer Stephen Janetzko aus Erlangen ist einer der Ansprechpartner, der für das GesundheitsNetzwerk des Pinnow in Erlangen Veranstaltungen organsiert. Dies kann in der Sanacell-Firmenzeitung FORUM (Ausgabe 08/2002) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man erkennt, gibt es enge Verflechtungen zwischen sektenähnlich operierenden Gruppen, der US-Psychosekte Scientology und den die Algen verkaufenden Firmen in Europa. Es liegt nahe, zu vermuten, dass es sich bei einigen dieser Firmen um abgetauchte bzw. abgetrennte Scientologen-Netzwerke handelt, die zwar scientologische Methoden anwenden, sich aber nicht offen zur Scientology bekennen. Die genannten Netzwerke sind übrigens nur nur die Spitze des Eisberges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Beasley VR, Lovell RA, Holmes KR, Walcott, HE, Schaeffer DJ, Hoffmann WE, Carmichael WW: Microcystin-LR decrease hepatic and renal perfusion and causes circulatory shock, severe hypoglycemia and terminal hyperkalemia in intravasculary dosed swine. J Toxicol Environm Health 61 (Part A): 281-203, 2002&lt;br /&gt;
*Chernoff N, Hunter ES, Hall LL, Rosen MB, Brownie CF, Malarkey D, Marr M, Herkotivs J: Lack of teratogenicity of microcystin-LR in the mouse and toad. J Appl Toxicol 22: 13-17, 2002&lt;br /&gt;
*Gilroy DJ, Kauffman KW, Hall RA, Huang X, Hu FS: Assessing potential health risks from microcystin toxins in blue-green algae dietary supplements. Environment Healtch Perspect 108: 435-439, 2000&lt;br /&gt;
*Jensen GS, Ginsberg DI, Huerta P, Citton M, Drapeau C: Consumption of Aphanizomenon flos-aquae has rapid effects on the circulation and function of immune cells in humans. A novel approach to nutritional mobilization of the immune system. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 50-58, 2000&lt;br /&gt;
*Kushak RI, Drapaeu C, Van Cott, EM, Winter, HH: Favorable effects of blue-green algae Apha-nizomenon flos-aquae on rat plasma lipids. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 59-65, 2000&lt;br /&gt;
*Lyra C, Suomalainen S, Gugger M, Vezi C, Sundman P, Paulin L, Sivonen K: Molecular characterization of planktic cyanobacteria of Anabaena, Aphanizomenon, Microcystis and Planktothrix genera. Int J System Evolut Microbiol 51: 513-526, 2001&lt;br /&gt;
*Manoukain R, Citton M, Huerta R, Rhode B, Drapeau C, Jensen GS: Effects of the blue-green algae aphanizomenon flos aqua (L.) Ralphs on human natural killer cells. In: Savage L (Ed.): Phytoceuticals. 1.1. Chap. 3.1., Seite 233-241, 1998&lt;br /&gt;
*NCI Nomination: Blue-Green Algae. Submitted to the NTP. September 2000&lt;br /&gt;
*Ray RA: Microalgae as food and supplement. Crit Rev Food Sci Nutr 30: 555-573, 1991&lt;br /&gt;
*Schaeffer DJ, Maplas PB, Barton LL: Risk assessment of microcystins in dietary Aphanizomenon flos-aquae. Ecotoxicol Envinron Saf 44: 73-80, 1999&lt;br /&gt;
*Shun-Zhang Y: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 675-682, 1995&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität - ein Problem unserer Zeit. Erfahrungsheilkunde, Nr. 8, 516-527, 2000&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Hyperaktivität - warum Ritalin keine Lösung ist. W. Goldmann Verlag, München, 2001&lt;br /&gt;
*Ueno Y, Nagata S, Tsutsumi T, Hasegawa A, Watanabe MF, Park HD, Chan GC, Chen G, Yu SZ: Detection of microcystins, a blue-green algal hepatotoxin, in drinking water sampled in Haimen and Fusui, endemic areas of primary liver cancer in China, by highly sensitive immunoassay. Carcinogenesis 17: 1317-1321, 1996&lt;br /&gt;
*Yu SZ: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 674-682, 1995&lt;br /&gt;
*Yu SZ, Chen G: Blue-green algae toxins and liver cancer. Chin J Cancer Res 6: 9-17, 1994&lt;br /&gt;
*Zhang Z, Lian M, Liu Y, Wei G, Yu S, Kang S, Zhang Y, Chen C: Teratosis and damage of viscera induced by microcystin in SD rat fetuses. Zhonghua Yi Xue Za Zhi 82: 345-347, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.uni-konstanz.de/news/mittshow.php?nr=12&amp;amp;jj=2008 Universität Konstanz zu Algenpräparaten&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cd/987&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cm/208/afa_algen_und_afa_algenpropdukte.pdf&lt;br /&gt;
*http://ads-adhs.de.vu/algen.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Beutelschneiderei]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=18563</id>
		<title>AFA-Algen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=18563"/>
		<updated>2009-02-27T16:56:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Studienlage */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:afa2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Afa-Algen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Aphanizomenon flos-aquae) sind Bakterien der Abteilung [http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien  Cyanobakterien] und werden auch Blaualgen genannt. Diese werden seit einigen Jahren als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (NEM) angeboten. Entsprechend der häufigen Vorgehensweise von Vermarktern von &amp;quot;Wundermitteln&amp;quot; wurden über diese schlichte Alge diverse Märchen und beleglose Behauptungen verbreitet und ihr Heilwirkungen bei [[Ritalinkritik|ADHS]] bis [[Unkonventionelle Krebstherapien|Krebs]] und natürlich allen üblichen [[Zivilisationskrankheit]]en angedichtet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich jedoch Lebensmittel und unterliegen daher dem [[LFGB]] (Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch). Laut LFGB sind gesundheitsbezogene Werbung und werbeähnliche Äußerungen untersagt und können kostenpflichtig abgemahnt werden. Problematisch ist, dass in diesen Algen z.T. sehr giftige (lebertoxische) Microcystine vorhanden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Afa-Algen sind keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien==&lt;br /&gt;
Die als Afa-Algen bezeichneten Lebewesen sind zur Photosynthese befähigte Einzeller (Eubakterien), die evolutionsgeschichtlich sehr alt sind. Viele Stämme dieser Bakterien sind in der Lage, hochwirksame Gifte (Microcystine, Anatoxine, Saxitoxin) zu produzieren, welches sich in den Bakterien selbst sowie in den sie verzehrenden Meerestieren anreichert. Man nennt sie deshalb auch blaugrüne Cyanobakterien. Eine ausführliche Darstellung über Microalgen und deren Belastung mit Algentoxinen finden sie in den Guidelines for Safe Recreational-water Environments (Vol. I: Coastal and Fresh-waters), Oktober 1998 &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~tennisplatzis/paralex/content/who_Recreawat-II.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beworbene Indikationen==&lt;br /&gt;
Afa-Algen werden von unterschiedlichen Firmen als Lebensmittel angepriesen. Je nach Lokalisation der Firma werden verschiedene heilende Aussagen getroffen. In den USA werden die Mittel u.a. von der Fa. Bluegreen (von der auch deutsche Firmen ihre Produkte beziehen) als Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Immunschwächeerkrankungen anderer Art, ADHS, Hypercholesterinämie und zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens beworben. Für diese propagierten Aussagen liegen keine glaubwürdigen Wirksamkeitsnachweise vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
Seriöse Studien über die Wirkung der AFA-Algen gibt es im internationalen wissenschaftlichen Schrifttum nicht. Es gibt allerdings einige Nischenpublikationen wie einen Buchbeitrag (Manoukain et al. 1998) und Journalartikel (Kushak et al. 2000, Jensen et al. 2000). Letztere stammen aus dem Journal of the American Nutraceutical Association (JANA). Allein diese Titelwahl soll den Leser verwirren, denn die American Medical Association, die größte US-Vereinigung für Fachärzte der Inneren Medizin, gibt mit JAMA eine ähnlich klingende Fachzeitschrift heraus, die sich Journal of the American Medical Association (JAMA) nennt. JANA ist nicht in medizinischen Fachinformationsdiensten wie Medline gelistet, JAMA hingegen sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Studie von Manoukain et al. (1998) wurde festgestellt, dass man durch die Gabe von 1.5 g Afa-Algen bei fünf gesunden Freiwilligen eine signifikante Verringerung der Natürlichen Killerzellen innerhalb von 2 Stunden nach dem Schlucken bewerkstelligen konnte. Die Menge an NK-Zellen sank um 63%. Dies verwundert nicht, denn die unten noch näher beschriebenen Algentoxine greifen u.a. direkt die Zellstrukturen von weißen Blutkörperchen an und können die Aufnahme von Nahrungsenergie (z.B. Glukose) durch die Zellwand hemmen. Wahrscheinlich resultiert die Reduktion der NK-Zellen auf einer direkten Giftwirkung der in den Afa-Algen vorhandenen Microcystine oder des Saxitoxins, das in geringeren Mengen Auswirkungen auf Blutzellen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer zweiten Studie (Jensen et al. 2000) wurden 21 gesunde Probanden mit 1.5 g Afa-Algen über sechs Wochen behandelt. Unter der Afa-Algenbehandlung kam es zu einem deutlichen Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen, was unter Placebogabe nicht eintrat. Dieser Effekt wurde von den Autoren als Stimulation des Immunsystems interpretiert, die eine Verbesserung der Abwehrsituation anzeige. Diesen Schluss ist lächerlich, denn wenn man eine Substanz verzehrt, die Zellgifte enthält, welche im Organismus z.B. Leberzellen verstärkt in den Selbstmord treiben können (Auslösung der Apoptose), erklärt sich der Anstieg der Abwehrzellen wesentlich offensichtlicher. Stirbt im Organismus Zellgewebe ab, weil es beschädigt wurde, dann ändert sich die Oberflächenstruktur der betroffenen Zellen. Diese werden dadurch für das Abwehrsystem als zur Entsorgung freigegeben gekennzeichnet, daraufhin von weißen Blutkörperchen angegriffen und verzehrt. Je mehr solche betroffenen Zellen sterben, desto höher ist der Bedarf an den sie verzehrenden weißen Blutkörperchen. Die Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen ist nur die Folge einer durch Algengifte verursachten, niedrigschwelligen Entzündungsreaktion u.a. von Leberzellen. Jensen et al. (2000) verloren kein Wort über den Zustand der Leber oder der Nieren der Probanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kushak et al. (2000) veröffentlichten eine Studie, die an Ratten zeigen sollte, dass der Konsum von Afa-Algen den Blutfettspiegel zu regulieren in der Lage sei. Sie gaben den Tieren unterschiedliche, mit ungesättigten Fettsäuren angereicherte Diäten. Daneben reicherten Sie die Diät z.T. mit 10-15% Afa-Algensubstanz an. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die keinen Afa-Zusatz erhielt, wiesen die beiden Afa-Untersuchungsgruppen eine deutliche Senkung des Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegels im Serum auf. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Afa-Algen einen cholesterinsenkenden Effekt hätten und empfahlen, diese Wirkung im Lebensmittelsektor auszunutzen. Auch dieses Resultat wundert mich nicht, lässt es sich doch erneut mit der Giftwirkung von Algentoxinen erklären. Die Leber ist das Zielorgan für Microcystine, die sich dort anreichern. Dies ist auch bei Ratten nachgewiesenermaßen der Fall. Die Leber ist aber gleichzeitig der Produktions- und Umschlagsort für Blutfette. Da Microcystine auch in niedriger Dosierung auf Leberzellen von Ratten schädigend wirken, sinkt mit steigender Afa-Menge logischerweise die Syntheseleistung der Leberzellen, weil sich eine zunehmende toxinbedingte Organentzündung in einer verschlechterten Syntheseleistung niederschlägt. Interessanterweise hatten die Autoren weder Leberwerte berichtet, die auf die Organfunktion hätten schließen lassen, noch hatten sie nach dem Fütterungsversuch über histologische Leberuntersuchungen der Tiere berichtet, um eventuelle Auswirkungen der Algentoxine zu bewerten. Dies lässt darauf schließen, dass sie offenbar befürchteten, negative Auswirkungen zu finden. Wer nicht sucht, findet nicht und kann dem Leser in die Tasche lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Studien sind kein Beleg für die Wirkung von Afa-Algen, zumal keiner der Autoren in seinen Berichten genaue Angaben über die Microcystin-, Anatoxin- und Saxitoxingehalte der verwendeten Afa-Produkte machte. Bei jeder Studie war ein Vertreter von Bluegreen, dem größten US-amerikanischen Afa-Algenproduzenten, Mitautor. Dies lässt auf eine direkte Einflussnahme und auf Gefälligkeitsstudien schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt im Bereich der Therapie hyperaktiver Kinder bisher keine einzige seriöse Studie, die bewiesen hätte, dass Afa-Algen einen therapeutischen Vorteil erbracht hätten. Man muss sich recherchemäßig fast auf den Kopf stellen, um zumindest indirekte Hinweise zu erhalten, denn im internationalen medizinischen Fachschrifttum gibt es keine einzige Afa-Studie. Auch das Durchforsten von Doktorarbeiten oder Habilitationsschriften deutscher Universitäten erbringt keine einzige Untersuchung mit diesem Nahrungsergänzungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Buch der Heilpraktikerin und Diplom-Politologin Barbara Simonsohn (2001), die Afa-Algen als Ersatz für Ritalin vorstellt, findet man einen ersten Hinweis. Sie berichtet über Einzelfälle, die als Belege dargestellt werden: Julian, 13, war sprunghaft, ungewöhnlich rastlos, unkonzentriert und ermüdete schnell. Sein Verhalten war dominant, undiplomatisch und oft verständnislos. Julian ist seit Afa-Algen-Einnahme weniger impulsiv, er findet nach einem Wutanfall leichter zurück zum Normalzustand, kann besser nachgeben und ist lustiger und fröhlicher. Diesem lächerlichen Beweis fehlt so ungefähr alles, was es erlaubt, eine seriöse DSM-IV-basierte Beurteilung der Hyperaktivität des Kindes zu erstellen. Die Heilpraktikerin hat nur einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Symptomatik eines hyperaktiven Kindes beschrieben. Da die anderen Fallbeschreibungen in ihrem Buch von ähnlicher Güte sind, stellt sich die Frage, ob Simonsohn wirklich eine Ahnung von dem hat, über was sie schreibt. Da sie als Werbeinstrument für Algenhersteller dient, sind ihre Publikationen wohl nichts anderes als direkte Schleichwerbung für Afa-Algen, an denen sie gut verdient. Sie selbst gibt in ihrem Buch offen zu, von mindestens drei deutschen Anbietern mit Afa-Pillen im Marktwert von 7.500 Euro ausgestattet worden zu sein, um Kinder von 44 Familien zu behandeln. Die Heilpraktikerin empfahl den Kindern eine Dosis von 1.5 g/d und die Beobachtung soll 10 Wochen gedauert haben. Kalkuliert man die Tagesdosis mit 1 Euro, hätte die Dame 5.000 Tagesdosen ausreichen können. Weil man 80 Tagesdosen pro Kind braucht, hätte man mindestens 60 Kinder behandeln können. Es sind aber nur 19 Kinder in der Publikation der Heilpraktikerin grob beschrieben. Da 44 Familien gemeinsam wohl kaum 19 Kinder haben können, dürfte sich die Heilpraktikerin entweder jene Fälle herausgesucht haben, bei denen ihre schlampige Diagnostik einer wahrscheinlich gar nicht bestehenden ADHS durch Afa-Algen &amp;#039;geheilt&amp;#039; wurde oder sie hat, wie in solchen Jubelpublikationen üblich, die Krankengeschichten erfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blickt man in populärwissenschaftliche Zeitschriften der [[Ganzheitsmedizin]], findet sich eine Publikation von Simonsohn im Jahr 2000. Hier berichtete sie über verschiedene Studien, die angeblich die Wirksamkeit bei Afa-Algen bewiesen haben sollen. In der sog. The kid.com Study, die von einem Afa-Anbieter durchgeführt worden sein soll, sollen Symptomverbesserungen bei Kindern erreicht worden sein. Was genau diagnostiziert wurde und welches Resultat sich vor und nach der Studie exakt dargeboten hat, gibt die Autorin nicht wieder. Sie gibt nur folgendes bei den Kindern an: Signifikante Verbesserungen in ihrer Fähigkeit, zu fokussieren, Anweisungen zu folgen und sich zu konzentrieren. Eine Abnahme von streitsüchtigem, fordernden und kämpferischen Benehmen. Weniger Symptome von Angst und Depression. Verbesserung des sozialen Verhaltens. Weniger Zeichen von emotionalen und verhaltensmäßigen Abgelenktsein. Weniger Wutanfälle und Erziehungsprobleme. Weniger Verhaltensauffälligkeiten, die man als merkwürdig klassifizieren könnte. Weniger körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Magenschmerzen, für die kein offensichtlicher Grund vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Untersuchungsmerkmale mit den DSM-IV Diagnosekriterien für ADHS vergleicht, kommt man mit sehr viel Mühe auf gerade einmal zwei ADHD-Merkmale. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei den Kindern in der Kid.com-Studie nicht um hyperaktive Kinder gehandelt hat. Da wundert es nicht, wenn Simonsohn (2000) schreibt: Die beiden Behandlungsformen (gemeint ist der Vergleich zwischen Ritalin und Afa-Algen) waren gleichermaßen effektiv. Wer den Eindruck hinterlässt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und gleichzeitig so wenig Ahnung von ADHS hat, wie Frau Simonsohn, mag diesen Schluss ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sieht es bei einer zweiten Studie aus, die Simonsohn (2000) referiert. Es handelt sich um den The Children &amp;amp; Algae Report, bei dem die beteiligten Eltern die Produkte eines Afa-Algenanbieters sogar selbst zahlen mussten. Die Bewertung der Kinder erfolgte mit einem Aschenbach-Bewertungsschema, welches u.a. Aufmerksamkeit, Aggression, soziale Probleme, Ängstlichkeit/Depression, Straffälligkeit, Denkprobleme, Zurückgezogenheit und eine Bewertung namens somatisch beurteilen soll. Diese pseudowissenschaftliche Bewertungsschema ist in der seriösen ADHS-Diagnostik vollständig unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In keiner der von Befürwortern durchgeführten Studien, sofern diese überhaupt erreichbar sind, ist eine glaubwürdige, realitätsbezogene Selektion des untersuchten Kollektivs nach etablierten Diagnosemethoden erfolgt. Offenbar wurden die üblichen DSM-Kriterien nicht als Bewertungs- und Einstufungsgrundlage angewendet. Allein diese methodischen Unzulänglichkeiten machen die bisherigen Befürworterstudien in meinen Augen unglaubwürdig. Der Umstand, dass in keiner Studie mitgeteilt wird, ob nach Toxinen in den Afa-Algen gesucht worden war oder ob zumindest Leber- und Nierenparameter zur Absicherung von negativen Auswirkungen dieser Gifte laborchemisch bestimmt worden sind, zeigt, dass in diesen Studien offenbar nicht mit großer wissenschaftlicher Genauigkeit vorgegangen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Quelle, der sog. &amp;#039;&amp;#039;The Nicaragua Report&amp;#039;&amp;#039;, die von der US-Algenfirma Bluegreen gesponsort wurde, ist in Wahrheit eine spanischsprachige Doktorarbeit aus dem von Wirtschaftskrisen und politischen Händeln zerrissenen Nicaragua. Das Land ist bekannt dafür, eine hungernde Bevölkerung zu besitzen und es ist leicht, dort für wenige Dollars Gefälligkeitsstudien zu lancieren. In der seriösen wissenschaftlichen Szene wären diese bedeutungslos, aber für den unwissenden Verbraucher sind solche Studien exzellentes Marketingmaterial. In einem 14 Seiten dünnen A5-Heftchen wird auf populärwissenschaftliche Weise beschrieben, wie Afa-Algen in einer Schule, in der zu Studienbeginn mehr als 80% der 6-11jährigen Kinder unterernährt waren, der Ernährungsstatus, die Schulnoten und das Verhalten der Kinder positiv beeinflusst worden sein sollen. Angeblich sei innerhalb eines halben Jahres die Fehlernährungsrate von 86% auf 21% gefallen. Überflüssig zu betonen, dass auch hier weder Toxinbestimmungen der Afa-Algen noch einschlägige Leber- und Nierenwerte berichtet wurden. Dass vorher mangelernährte Kinder mit wenigen Gramm proteinhaltiger, aber vitamin- und mineralstoffarmer Afa-Algen Normalgewicht erreichen sollen, wirkt einfach nur lächerlich. Höchstwahrscheinlich wurden die teilnehmenden Kinder mit einer Schulspeisung angelockt und nahmen deshalb zu. Niemand dürfte vor Ort etwas gegen dieses Vorgehen eingewendet haben. Dass man die daraus resultierenden Scheinergebnisse im Westen als Beweis verkauft, dürfte in Nicaragua unbekannt sein und spielt für die Menschen dort in Wirklichkeit auch keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Marketingskampagnen für AFA-Algen==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren schlug eine Marketingkampagne aus den USA in Europa auf. Im Zuge der Diskussion um Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-und-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), wurde eine Vielzahl von Alternativen zur etablierten [[Ritalin]]therapie auf den Markt gebracht. Dabei spielt die Psychosekte [[Scientology]] im Konzert mit anderen sektenähnlich operierenden Gruppen und Firmengeflechten eine herausragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bis zu 15% der kindlichen Bevölkerung an ADHS leiden, jedoch nur ein winziger Bruchteil adäquat versorgt wird, sind die Eltern dieser Kinder einer enormen Belastung ausgesetzt. Sie suchen nach Alternativen und diese werden ihnen in Form angeblicher Wundermittel angeboten. Dazu gehören auch die Nahrungsergänzung aus blaugrünen Algen der Gattung Aphanizomenon flos Aquae (sog. Afa-Algen). Diese werden als therapeutische Alternative zur Substition mit Methylphenidat (Ritalin/Novartis, Medikinet/Medice, Equasym/Celltech Group) propagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unverantwortliche Werbeaussagen==&lt;br /&gt;
Im April 2002 verschickte KEIMLING Naturkost in Buxtehude einen Werbebrief, in dem unter dem Titel &amp;quot;Sind Klamath Uralgen gefährlich?&amp;quot; u.a. folgende Behauptung zu lesen war: &amp;#039;&amp;#039;Das Landwirtschaftsministerium in Oregon hat einen Grenzwert von 1.0 Microgramm/kg Klamath Uralge festgesetzt. Wenn Sie täglich 2 g der Uralgen verzehren, wären demnach 2 Microgramm Microcystin zulässig. Ihr amtlicher Sicherheitsfaktor beträgt 11655.&amp;#039;&amp;#039;.... und weiter heißt es: &amp;#039;&amp;#039;...Demnach könnte ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht 23310 Microgramm Microcystin-LR zu sich nehmen, ohne gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen&amp;#039;&amp;#039;. Dies mag der Geschäftsführer der Firma Keimling, Winfried Holler, einmal am eigenen Leibe auspropieren. Er dürfte diesen Selbstversuch mit dem Leben bezahlen. Allerdings hat sein Haus einen Vorteil: es verkauft tiefgefrorene E3LIVE(tm)-Algen. Unseren Analysen zufolge enthält dieses Produkt keinerlei Microcystine ... der mikroskopische Augenschein zeigt aber ebenso, dass es sich offenbar nicht um ein Afa-Cyanobakterienprodukt handelt. Vielmehr tauchen unter dem Mikroskop Gräser und normale Algen auf, so dass man den Eindruck hat, als ob jemand einfach mit der Harke durch einen See gefahren ist, das Resultat zerkleinert hat und als Cyanoalgenprodukt anpreist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellung und AFA-Algen Anbau==&lt;br /&gt;
[[image:klamath2.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus geringer Höhe|250px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath3.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus größerer Höhe|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath4.jpg|Infrarotaufnahme der Region um den Upper Klamath Lake mit dichter landwirtschaftlicher Nutzung|thumb]]&lt;br /&gt;
Aphanizomenon flos Aquae-Algen werden in unterschiedlichen Regionen der Erde gefunden. Jene Produkte, die derzeit in den USA und Europa verkauft werden, stammen nach Angaben der Hersteller aus dem Upper Klamath Lake im US-Bundestaat Oregon. Dieser See ist Teil einer riesigen Seenplatte, aus der nur ein einziger Fluss (der Klamath River) nach dem Grenzübertritt in den US-Bundesstaat California in den Pazifik mündet. Die Region dient als Brutstätte für Seelachse, ist aber seit 150 Jahren dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Upper Klamath Lake dient als Wasserreservoir für die ihn an drei Seiten umgebenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Anbaugebiete. Die exzessive Wasserentnahme der letzten Jahrzehnte hat zu einer erheblichen Senkung des Seewasserspiegels geführt, so dass derzeit die den See bildende Wasserschicht dünner ist als die Schlammschicht am Seegrund. Die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt ist mittlerweile so desolat, dass es regelmäßig zu Fischsterben im Upper Klamath Lake kommt. Umweltschutzorganisationen versuchen seit Jahrzehnten, den zu hohen Wasserabzug aus dem See zu bremsen und die Wasserqualität zu steigern. Das Fischsterben ist regelmäßig auf die Produktion von Microcystinen durch im Wasser vorkommende und durch die Überdüngung massiv wachsenden blaugrünen Cyanobakterien zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Anbieter von Afa-Algen dem Käufer mit offensichtlich geschönten Seeaufnahmen eine heile Umwelt vorzugaukeln versuchen, teilen Anwohner des Upper Klamath Lakes in Webforen mit, dass die Gewinnung der im See wachsenden Algen z.T. mit Schleppern und Baumaschinen erfolgt, wobei das dicht wachsende Gemisch aus Algen, Seegras und blaugrünen Cyanobakterien zum Teil vermischt mit Schlamm herausgebaggert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Anbaumethoden ist es nicht verwunderlich, dass die Qualität einiger der gewonnenen Afa-Produkte zu wünschen übrig lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Werbetrick mit der Kameraperspektive==&lt;br /&gt;
[[image:klamath8.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Geschäftsführer Sanacells, Eckart Pinnow, verkündete in seiner Hauspostille Forum - Informationen für Mitglieder des GesundheitsNetzwerkes (Nr. 5, 2002), dass seine Afa-Produkte nicht microcystinbelastet seien. Pinnow ist in dieser Ausgabe in einem Boot abgebildet, dass auf dem Upper Klamath Lake schwimmt. Der Untertitel lautet: &amp;quot;Dipl.-Ing. Eckart Pinnow überprüft persönlich den Qualitätssicherungsprozess am Klamath-See&amp;quot;. Sein Boot ist dabei an der einzigen Stelle des Sees positioniert, die nicht von Landwirtschaft und Industrie umgeben ist. (siehe zum Vergleich weiter oben). Pinnow ist ursprünglich vom Ostufer des Sees einige hundert Meter in den See gefahren und ließ sich in östlicher Richtung mit Blick auf die Berge photographieren. Wäre die Kamera einige Grad nach links geschwenkt, hätte man die Straße und einige Wohngebiete der naheliegenden Stadt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==AFA-Algen und Microcystinbelastung==&lt;br /&gt;
[[image:afa1.jpg|Anabaena|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Hauptproblem der Algenprodukte stellt nicht ihr Lebensmittelcharakter dar, denn es handelt sich um eher minderwertige Nahrungsmittel mit geringem Mineralien- und Vitamingehalt (Ausnahme: Vitamin A) und hohem Proteingehalt. Hauptproblem ist vielmehr die Beimengung von Cyanobakteriengiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aktuellen Publikationen, die verschiedene Stämme der blaugrünen Cyanobakterien Anabaena, Aphanizomenon, Calothrix, Cylindrospermum, Nostoc, Microcystis, Planktothrix, Oscillatoria und Synechococcus genera untersuchten, fanden sich immer wieder Sorten, die die Kampfgifte der Klasse der Microcystine und der Anatoxine produzierten (Lyra et al. 2000). Auch ist bekannt, dass einige Arten der blaugrünen Cyanobakterien das Nervengift Saxitoxin produzieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter der Algen sind sich des Toxinproblems bewußt. Ray (1991) schrieb schon vor 10 Jahren, dass einige A.f.a.-Stämme hochwirksame Nervengifte produzieren könnten, diese Gifte aber in Nahrungsmitteln aus Algen des Upper Klamath Sees in Oregon nicht gefunden worden seien. Seine Ansicht wird von einer Arbeit von Schaeffer et al. (1999) unterstützt, die in Algen eine Beimengung durch eine Microcystin-produzierende Alge (Microcystis spp.) nachwiesen. Demzufolge sei diese Beimischung an dem Toxineintrag schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es eine Veröffentlichung, die sich mit Microcystinbelastungen von A.f.a.-Nahrungsergänzungsmitteln befasst, die aus dem Upper Klamath See gewonnen werden. Gilroy et al. (2000) analysierten Microcystinkonzentrationen in vier verschiedenen Afa-Produkten über vier Jahre hinweg (1996-1999) und alle Produkte enthielten Microcystine in unterschiedlicher Menge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von A.f.a.-Produkten weisen jedoch die Microcystinbelastung generell weit von sich. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass Aphanizomenon Flos Aquae keine Microcystine produziere und führen Studien an, in denen dergleichen nachgewiesen worden sei. Das wirkt befremdlich, denn selbst der sich für Algenprodukte einsetzende US-amerikanische Professor Wayne Carmichael schrieb noch am 30.01.2002 auf seiner Homepage unter Bezugnahme auf einen Artikel im Scientific American: &amp;#039;&amp;#039;..Anabaena, Oscillatoria, Lyngbya, and Aphanizomenon produce neurotoxic anatoxins and/or saxitoxins. Anatoxin-a and Anatoxin-a(s) seem unique to cyanobacteria, while saxitoxin also arise in certain marine algae. Anatoxin-a is a potent nicotinic agonist that mimics acetylcholine and is used as a research tool in neurobiology. Anatoxin-a(s) is a structurally new organophosphate that inhibits acetylcholinesterase. Saxitoxin prevents acetylcholine from being released from neurons by blocking the inward flow of sodium ions across the axonal membrane channels, disrupting the communication between neurons and muscle cells...&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtet man den Blick in die Fachliteratur, gibt es offenbar einige Stämme von Aphanizomenon Flos Aquae, die keinerlei Microcystine produzieren. Lyra et al. (2001) nennen hier Aphanizomenon sp. 202, A. sp. TR183 (AJ133155), A. sp. PCC 7905, A. sp. PH-271, A. flos aquae NIES 81 und Aphanizomenon gracilie PH-219. Allerdings sind diese Aphanizomenon-Bakterien genetisch ausgesprochen eng verwandt mit den Anabaena-Bakterien, die selbst durchaus Neurotoxine erzeugen. Beide Gattungen sind ausgesprochen klein und unterscheiden sich offenbar nur unter dem Mikroskop eindeutig voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unzuverlässige Testmethoden==&lt;br /&gt;
Microcystine und Saxitoxine, die wichtigsten Gifte in Cyanobakterienprodukten, sind nicht einfach zu messen. Es gibt verschiedene Messmethoden, die teilweise sehr aufwändig, zeitraubend und teuer sein können. Grundsätzlich stellt sich das Problem der Wahl des Nachweisverfahrens, denn es gibt Verfahren, die die Gifte direkt sichtbar machen, und Analysen, die die Gifte nur indirekt messen. Außerdem sind die Messverfahren unterschiedlich empfindlich. Zusätzlich erschwert wird die Suche, weil diese Tests in der Lebensmittelanalytik nur selten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell stellt sich die Wahl zwischen dem Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder dem Protein Phosphatase Inhibition Assay (PPIA). Andere Verfahren wie die High Performance Liquid Chromatography (HPLC) oder Liquid Chromatography/Mass Spectrometry (LC/MS) kommen wegen zu hoher Kosten oder noch nicht etablierter Nachweismethodik nicht in Frage. Die Testmethoden von ELISA und PPIA sind unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ELISA werden hochspezifische Antikörper eingesetzt, die gegen Microcystinmoleküle gerichtet sind. Diese Antikörper docken an Microcystine an. In einem zweiten Schritt klebt man einen weiteren Antikörper, der nur an den bereits eingesetzten Antikörper, nicht aber direkt an Microcystin andocken kann, an diesen Microcystin-Antikörperkomplex. Dies tut man, weil erst der zweite Antikörper einen fluoreszierenden Farbstoff tragen kann, den man mit speziellen Analyseverfahren sichtbar macht und dann in seiner Konzentration messen kann. Ein direktes Ankoppeln des zweiten, den Farbstoff tragenden, Antikörpers an das Microcystin ist nicht möglich, da dieser Antikörper zu klobig und ungenau wäre. Vergleichbar ist dieses Verfahren mit dem Angeln. Der Fisch ist das Microcystin, der Köder ist der 1. Antikörper und erst, wenn man den Fisch mit der Angelschnur (dem 2. Antikörper) herausgezogen hat, weiss man am Ende, was man gefangen hat. Der ELISA hat den Vorteil, dass er direkt das vorhandene Gift misst. Er kann dies mit einer Genauigkeit tun, die ein Microcystinmolekül in einer Lösung von 10 Milliarden anderen Molekülen herausfinden kann. Die Genauigkeit liegt bei 0,1 ppb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im PPIA ist das Testprinzip hingegen völlig anders. Hier wird die bremsende Wirkung der Microcystine auf eine enzymatisch gesteuerte Umwandlungsreaktion gemessen. Microcystine bremsen die Protein Phosphatase, die die Dephoyphorylierung von p-Nitrophenylphosphat steuert. Durch Nachweis der Ausgangs- und Endprodukte des Umwandlungsprozesses kann man indirekt auf die Konzentration der Microcystine zurückschließen. Ein direkter Nachweis der Microcystine geschieht jedoch nicht. Der Test hat auch den Nachteil, dass er nur eine einzige Wirkung der Microcystine erfasst und dabei unberücksichtigt lässt, dass im Organismus durch verschiedene Microcystintypen unterschiedliche Enzymsysteme beschädigt werden können. Der PPIA ist nicht so genau wie der ELISA, denn er gibt nach Lawrence et al. (2001) in der Regel deutlich niedrigere Belastungswerte für Microcystine aus, die manchmal 10-40% unter den im ELISA gemessenen Konzentrationen liegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von AFA-Algen legen zum Nachweis der angeblichen Produktgüte in der Regel PPIA-Analysen vor. Dies ganz offensichtlich deshalb, weil mit dieser Testmethode nur ein Teil der Microcystine (und dieser wiederum nicht sicher) gemessen werden kann. Auf diese Weise schönt man die Resultate mit der methodenbedingten Ungenauigkeit des Messverfahrens nach unten. Dies trägt zur Verunsicherung des Verbrauchers bei und kann (wie unten näher beschrieben) sogar vor Gericht Vorteile bringen, weil Richter nicht selten bereits zu abgehoben sind, um sich mit den Hintergründen von Prüfmethoden zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesundheitsschäden==&lt;br /&gt;
In den USA listete die US-Gesundheitsbehörde FDA, die im leider mittlerweile nicht mehr online abrufbaren Med Watch Programm 57 Schadensfälle bis zum Jahre 1998 auf, die in zeitlichem Zusammenhang mit Afa-Konsum zu stehen schienen. Ebenso warnte Health Canada Online bereits im Jahre 1999 vorbeugend vor blaugrünen Algenprodukten, vor allem vor der Anwendung bei Kindern. Auch Erwachsene sollten Vorsicht bei der Einnahme bis zu dem Zeitpunkt walten lassen, bis die Produktsicherheit zweifelsfrei gewährleistet sei &amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.hc-c.gc.ca/english/protection/warnings/1999/9969ebk.htm &amp;lt;/ref&amp;gt;. Der STERN veröffentlichte im Artikel Die Grüne Gefahr (Nr.8/2002) Warnungen über die Giftstoffe Algenprodukten am 14.02.2002. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich den deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene seit Mai 2002 Laboranalysen über den Microcystingehalt in Afa-Produkten vorliegen, haben sie bis heute keinerlei Schutzmassnahmen über die bereits angesprochene Warnmeldung hinaus unternommen. Dies wird mit dem Fehlen eines Microcystingrenzwertes begründet (vgl. hierzu [[Spirulina]]). Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Grüner Lobbyismus im Spiel ist, denn offenbar pflegen einige Algenhersteller exzellente Kontakte zu den dt. Bündnisgrünen nahestehenden Prüflabors, die sich einer verbraucherkritischen Untersuchung der Algenprodukte entziehen. Vor allem in alternativen und esoterischen Kreisen wurden die Wunderalgen stark propagiert. Offenbar befürchtet man bei den Grünen, aufgrund des eigenen Fehlverhaltens in den sich abzeichnenden Skandal einbezogen zu werden.&lt;br /&gt;
Es gibt mittlerweile auch in Deutschland Berichte über Personen, die über Symptome nach dem Konsum von Afa-Algenprodukten klagten. Diese Symptome stellten sich nach einigen Monaten kontinuierlicher Einnahme ein, klangen nach dem Absetzen aber wieder ab und verschwanden. Eine Betroffene bekam Taubheitsgefühl in den Fingern bis hin zum totalen Durchblutungsstopp in den letzten zwei Fingergliedern, desweiteren häufiges Kribbeln wie bei einer Minderdurchblutung und dies auch ansatzweise in den Zehen. Desweiteren beklagte die Betroffene brüchige, wie erweicht erscheinende Fingernägel sowie eitrige, langwierig sich hinziehende Entzündungsherde der Haut im Bereich des Gesichts und des Rückens. Ein anderer Betroffener schilderte, dass er nach längerer Einnahme sehr schmerzhafte, chronische Halsschmerzen entwickelt hätte und neben den analog bereits beschriebenen Hautentzündungserscheinungen vor allem extrem langanhaltende Muskelschmerzen bereits nach normaler sportlicher Aktivität bekommen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Hinweise deuten auf eine chronische Langzeitbelastung mit Microcystinen hin. Microcystine verursachen Leberschäden, Nierenversagen und können auch, weil sie die Natriumkanäle der Nerven blockieren können, die Impulsübertragung menschlicher Nervenzellen unterbrechen, was bis zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Auch krebserzeugende Wirkungen sind nachgewiesen (NCI 2000). In China gibt es beispielsweise ausreichend Hinweise dafür, dass microcystinbelastetes Trinkwasser die Hauptursache für die hohe Sterblichkeit an Leberkarzinomen in bestimmten Provinzen des Landes ist (Yu 1995, Ueno 1996). Aktuell publizierte Tierversuche an schwangeren Ratten (Zhang et al. 2002) zeigen, dass die Gabe von 4 Microgramm Microcystin-LR pro kg Körpergewicht bereits zu leichten Veränderungen im Lebergewebe der ungeborenen Feten innerhalb von 10 Tagen führen kann. Interessant ist, dass sich solche Ergebnisse bei Mäusen selbst bei Dosen von 2-128 Microgramm pro kg Körpergewebe nicht einstellen (Chernoff et al. 2002). Es kommt also auf das Tiermodell an, was verwendet wird. Die offenbar gegen Microcystine recht robust erscheinenden Mäuse sind das bevorzugte Tiermodell bei Studien aus der Algenszene. Offenbar weiss man genau, dass man nur mit Mäusen eine Verharmlosung der Giftwirkung der Microcystine beweisen kann, da dies in allen anderen Tiermodellen nicht gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen korreliert die Microcystinbelastung im Trinkwasser eindeutig mit der Häufigkeit von Leberkrebs (Yu et al. 2001), wie Studien aus China beweisen. Dort hat man schon lange Probleme mit microcystinbelastetem Trinkwasser, das in etlichen Provinzen Chinas ursächlich mit dem gehäuften Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert zu sein scheint. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Teil pro 1 Millarde Teile Wasser empfohlen (1 ppb), der in Kanada, Australien und Großbritannien mittlerweile auch in Kraft ist. In den USA oder der Bundesrepublik Deutschland ist dergleichen nicht umgesetzt worden. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates Oregon eine Microcystinbelastung bis zu 1.000 ppb (= 1 parts per million/ppm) in Algenprodukten tolerieren, inakzeptabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versucht man eine grobe Risikoabschätzung der Microcystinbelastung in den Algenprodukten vorzunehmen, so scheint eine klinische Symptomatik nach einigen Monaten Konsum von Produkten mit Belastungen ab 100 ppb einzutreten. Dies zeigt, dass das der WHO-Trinkwassergrenzwert von 1 ppb mit einem vernünftigen Sicherheitsabstand von 1:1000 zum Algengrenzwert aus Oregon durchaus begründet ist und sicherheitshalber auf Lebensmittel übertragen werden sollte. Von Algenanbietern wie Sanacell und Algavital wird immer wieder die Falschmeldung verbreitet, dass der in Oregon etablierte Grenzwert für die gesamte USA gelten würde. Dem ist nachweislich nicht der Fall. Zudem ist der Grenzwert nicht verbindlich, sondern lediglich ein US-amerikanischer Empfehlungswert, ab dessen Überschreitung microcystinbelastete Afa-Produkte aus dem Verkehr gezogen werden sollen (nicht müssen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die oben geschilderten Fälle zugrunde und bedenkt man, dass sich Microcystine sowohl in der Leber- als auch im Nerven- und Muskelgewebe angereicht als auch nur langsam ausgeschieden werden, wäre es möglich, dass Dauerkonsumenten erst mit monatelanger Verzögerung Gesundheitsprobleme entwickeln. Microcystindosen können beim Schwein, dass uns Menschen vor allem bei der Leberfunktion sehr ähnlich ist, bereits in Dosen von 25 Microgramm pro Kilogramm Körpergewicht Leberschäden auslösen, während Ratten und Mäuse wesentlich robuster reagieren. Deshalb ist es absolut denkbar, dass der Mensch, der in vielen gesundheitlichen Bereichen empfindlicher als Tiere reagiert, schon bei niedrigeren Dosen Gesundheitsprobleme entwickelt, die anfänglich nicht mit den A.f.a.-Produkten assoziiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man eine Verzehrsmenge von 2 Gramm Algenmasse mit einer Belastung von 100 Microgramm pro kg Algenmasse (100 ppb) zugrunde, würde man sich pro Tag eine Microcystinmenge von 0,2 Mikrogramm einverleiben. Da die oben geschilderten beiden Verbraucher erst nach 7 Monaten, dann aber zügig, gesundheitliche Probleme entwickelten, wäre zu spekulieren, dass bei einer Gesamtmenge von 40 Microgramm Microcystinen von ersten klinischen Symptomen auszugehen sein könnte (von einer unbemerkten Krebsschädigung nicht zu reden!). Diese zugegebenermaßen spekulative Obergrenze für bemerkbare, klinische Probleme scheint nicht unrealistisch zu sein, da eine weitere Verbraucherin, die über Monate hinweg eine mit 76 ppb belasteten Probe konsumiert hatte, keine gesundheitlichen Probleme berichtete. Die Wirksamkeitsschwelle zur Auslösung klinischer Symptome beim Menschen dürfte derzeit bei einer Gesamtaufnahmemenge von 40-50 Microgramm liegen, die je nach Belastung des A.f.a.-Produkts mehr oder weniger schnell erreicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Australien wird für Trinkwasser ein Microcystin-LR Richtwert von 1,3 Microgramm/Liter empfohlen. Alle Grenzwerte, auch der von der WHO empfohlene, orientieren sich aus Hochrechnungen, die ihre Grundlage in Tierversuchen am Mausmodell haben. Mäuse halten aber eine deutlich höhere Microcystinbelastung aus, ohne Leberschäden oder körperliche Symptome zu entwickeln, als andere Tiergattungen (z.B. Ratte oder Schwein). Zeigen sich bei Mäusen noch keine Zeichen von Leberschädigungen bei intraperitonealen Gaben von Microcystinen in Dosen von 25-50 Microgramm/kg Körpergewicht (vgl. Fromme, Berlin, 1999), treten bei Rattenfeten bereits ab 4 Microgramm/kg Körpergewicht Schäden auf (Zhang et al. 2002). Schweine überleben nach Beasley et al. (2000) gerade noch eine Microcystindosis von 25 Microgramm/kg Körpergewicht, erleiden dabei aber bereits nachweisbare Organschäden u.a. im Bereich der Leber. Beim Menschen fehlen entsprechende Untersuchungen aus naheliegenden Gründen. Niemand würde die Erlaubnis erhalten, selbst bei Freiwilligen solche Versuche durchzuführen. Deshalb ist man auf Analogieschlüsse angewiesen, die sich sinnvollerweise auf die Trink- oder Badewasserbelastung mit Microcystinen beziehen, denn hier zeigen Studien aus China, dass der Konsum microcystinbelasteten Trinkwassers eindeutig mit einem erhöhtem Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert ist (z.B. Shun-Zhang 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut für Umweltanalytik und Humantoxikologie (ITox) in Berlin empfiehlt in der Gesundheitlichen Bewertung von Blaualgentoxinen (Microcystinen) in Badegewässern bereits ab einer Belastung von 10-100 Microgramm pro Liter, auf das gesundheitliche Risiko beim Baden in entsprechend belasteten Gewässern hinzuweisen und vom Baden abzuraten sowie ab Microcystinwerten oberhalb von 100 Microgramm pro Liter das Baden in solchen Gewässern zu untersagen. Es liegt nahe, diesen Trinkwassergrenzwert auf die Algenprodukte zu übertragen, denn in der von mir iniziierten Untersuchung fand ich zwei Personen, die nach mehrmonatiger Einnahme von Algenprodukten in einer geschätzten Microcystin-Gesamtdosis von etwas über 40 Microgramm klinische Symptome entwickelt hatten, die auf eine chronische Vergiftung durch Microcystine schließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn also Tierversuche zeigen, dass Mäuse zur Risikoabschätzung durch Microcystin aufgrund ihrer Unempfindlichkeit ungeeignet sind, Ratten und Schweine hingegen viel empfindlicher reagieren und zudem erste Hinweise bei Erwachsenen zeigen, dass Gesamtdosen von etwa 40 Migrogramm Microcystinen - auch über längere Zeit verteilt eingenommen - zu Gesundheitsschäden führen können, muss gefordert werden, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Microgramm/Liter auch bei den Algenprodukten einzuhalten ist. Die im US-Bundesstaat Oregon tolerierten Microcystinmengen in Algenprodukten (1.000 Microgramm pro kg), die nur auf Schätzungen aus Mausmodellen beruhen (Schaeffer et al. 1999), sind offensichtlich wesentlich zu hoch. Sie liegen um den Faktor 1.000 überhalb der für Trinkwasser empfohlenen WHO-Richtwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die übliche Verzehrsempfehlung von 2 Gramm Algenmasse pro Tag, eine durchschnittliche Microcystinbelastung von 0,1 Microgramm pro Algengramm und eine Dosisschwelle von 40 Microgramm Microcystinen bei Erwachsenen zugrunde, ab der offensichtlich klinische Symptome auftreten können, so kann man innerhalb von etwa 6-7 Monaten die kritische Belastungszone zum Auftreten körperlicher Beschwerden erreichen. Es gibt jedoch Algenanbieter, deren entsprechend belastete Algenprodukte mit Verzehrsempfehlungen bis zu 20 Pillen (5 Gramm) täglich angepriesen werden. Bei solchen Verzehrsmengen ist es kein Wunder, wenn die kritische Schwelle bereits innerhalb weniger Wochen erreicht wird und die Patienten anfänglich mit schnell auftretenden Hautausschlägen konfrontiert werden. Sanacell und Algavital nutzen beide gern die Dienste der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn, die einschläge Ritalin-kritische und AFA-propagierende Bücher publiziert hat sowie einschlägige werbende Artikel in Szene-Zeitschriften veröffentlichte. Sie tritt für noch höhere Dosen pro Tag (20 Gramm und mehr) ein. Bei den Microcystinmengen, die in den Produkten von Sanacell und Algavital gefunden wurden, würde dies eine Krebsgefahr bedeuten sowie nach wenigen Wochen bis Monaten klinische Symptome einer Microcystinvergiftung bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich ist zu bedenken, dass sich 50% der oral eingenommenen Microcystindosis in der Leber anreichert. Somit sind die üblichen Dosierungsschemata des Giftes in Bezug auf Kilogramm Körpergewicht per se fragwürdig. Die Leber eines Erwachsenen hat ein durchschnittliches Gewicht von 3-4 kg, so dass bereits niedrige Einnahmemengen zu Leberschäden führen können. Geht man davon aus, dass man eine Giftkonzentration von 1 Microgramm pro kg Lebergewicht einnehmen müßte, würden bereits 8 Microgramm Gesamtaufnahmemenge ausreichen, um erste Leberschäden zu bewirken oder ggf. dazu beizutragen, Leberkrebs auszulösen. Diese Dosis kann bei Algenprodukten, die, wie in der vorliegenden Untersuchung nachgewiesen, mit 68-134 Microgramm pro kg (also 0,068 - 0,134 Microgramm pro Gramm) mit Microcystinen belastet sind, durchaus schon in 2-3 Monaten erreicht werden, denn die Microcystine werden nicht so schnell abgebaut, wie sie eingenommen werden. Das Leberkrebsrisiko kann bereits in solchen Dosen möglicherweise deutlich erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yu und Chen (1994) untersuchten den Microcystingehalt in Trinkwasser von 20 Patienten, die an hepatozellulärem Karzinom erkrankt waren (61 Microgramm/Liter) und verglich ihn mit demjenigen von gesunden Kontrollpersonen (36 Microgramm/Liter). Dies zeigt, dass eindeutige Risiken bestehen können, wenn dauerhaft Microcystine in noch vergleichsweise niedrigen Dosen eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnung des BfArM und BgVV==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin ( BgVV) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte am 21. März 2002 eine gemeinsame Presseerklärung &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bgvv.de/presse/2002/pr_02_08.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, die vor dem Konsum der Algenprodukte warnte. Am 22.03.2002 warnte der kritische Informationsdienst für Ärzte und Apotheker (Arznei-Telegramm) in einer Blitz-Mitteilung per eMail &amp;lt;ref&amp;gt;AT: AFA-Alge: Irreführende Werbung, bedenkliche Produkte&amp;lt;/ref&amp;gt; vor den Algenprodukten und vertiefte dies in einer Printausgabe des Arznei-Telegramms am 12. April 2002. Am 27.03.2002 warnte der Krebs-Kompass.de auf seiner Website ebenfalls mit dem Titel Warnung vor Algen statt Arznei. Diese Warnungen trugen dazu bei, dass Elternverbände in Deutschland und der Schweiz, die sich für hyperaktive Kinder (ADS-Kinder) einsetzen, sich dem von Algenvertreibern erzeugten juristischen Druck ausgesetzt sahen, besser widerstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pressemitteilung vom 21.3.2002 zu AFA-Algen:&lt;br /&gt;
*Ein Nutzen durch den Verzehr AFA-Algen-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.&lt;br /&gt;
*eine Gefährdung der Gesundheit durch Gifte ist nicht auszuschließen.&lt;br /&gt;
*Produkte, denen werblich eine heilende Wirkung zugeschrieben wird, sind als Arzneimittel anzusehen und bedürfen deshalb der amtlichen Zulassung. Liegt eine solche Zulassung nicht vor, sind die Produkte nicht verkehrsfähig. In Deutschland ist kein solches Produkt zugelassen.&lt;br /&gt;
*Damit liegt ein Verstoß gegen das Verbot der irreführenden Werbung nach dem Heilmittelwerbegesetz vor. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der Fehlinformation Eltern eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder abbrechen und sich das Leiden verschlimmert, wenn ersatzweise AFA-Algenprodukte gegeben werden. Gleiches gilt für Erwachsene, die im Vertrauen auf die &amp;quot;Heilkraft der AFA-Algen&amp;quot; bei einer diagnostizierten Depression oder bei anderen Gesundheitsstörungen eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie abbrechen und stattdessen AFA-Algenprodukte zu sich nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnende Stimmen werden mit juristischen Tricks niedergebügelt==&lt;br /&gt;
Eckard Pinnow brüstet sich in der obigen Forum-Ausgabe, dass es gerichtlich verboten sei, Warnungen vor AFA®-Algen zu veröffentlichen. Diese Behauptung ist offensichtlich erlogen, denn seine Produkte sind nachweislich belastet. Trotzdem kommt Pinnow mit seinen Lügen legal über die Runden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trick, mit dem Pinnow bisher der prozessuale Sieg gegenüber sorgenvoll warnender Elternverbände von ADHS-Betroffenen und -Kindern gelang, ist leicht erklärt. Er ließ die entsprechenden Organisationen von einer Anwaltskanzlei abmahnen. Da in der strittigen Äußerung das Wort &amp;quot;AFA-Algen&amp;quot; (eine in der Fachliteratur durchaus übliche Abkürzung) genannt worden war, Sanacell (wie auch Algavital) sich ähnlich klingende Namen aber als Produktbezeichnung schützen ließen, konnten sie daraus eine Aktivlegitimation und somit Klagefähigkeit ableiten. Die Abmahnung enthielt allerdings so lächerliche Passagen, dass sie von den prozessunerfahrenen Verbänden nicht ernst genommen wurden. Es wurde deshalb keine Schutzschrift hinterlegt, so dass der gegnerische Anwaltskanzlei (Radeck/Berlin) einfach zum Landgericht marschierte, eine Einstweilige Verfügung beantragte und diese auch bewilligt erhielt. Die schockierten Verbände bekamen erst Wind von der Sache, als ihnen die Verfügung ins Haus flatterte (vgl. Kritiker leben gefährlich). Auf diese Weise war es Pinnow möglich, öffentliche Warnungen vor seinen giftbelasteten Algenprodukten bis zur Hauptverhandlung stillzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die ADHS-Verbände Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung eingelegt hatten, kam es zu einer mündlichen Verhandlung. Die Richter Mauck, Gollan und Becker verurteilten erstinstanzlich mit haarsträubenden Begründungen die ADHS-Verbände und gaben Sanacell vollumfänglich Recht. So glaubten sie den Ausführungen Sanacells, dass diese in der Lage sei, Microcystine aus den Algenprodukten durch ein geeignetes Filterverfahren zu entfernen. Die Richter schrieben: &amp;quot;Diese Behauptung wird gestützt durch die Ausführungen auf Seite 53 des Buches &amp;#039;Die Heilkraft der AFA-Alge&amp;#039;, wonach die AFA-Alge viel kleiner ist als die Microcystine und das Sieb passiert, während jene zurückgehalten werden.&amp;quot;. Dass auch Aphanozimenon-Stämme Microcystine produzieren können, ist in der Fachliteratur bekannt und beschrieben. Das Microcystine winzige Moleküle sind, ergibt sich zwangsläufig von selbst. Kein Gift ist besonders groß, die gefährlichsten sind sogar sehr klein, weil sie sonst Schwierigkeiten hätten, in den Organismus aufgenommen zu werden. Es hätte sogar einem Richter mit normaler Schulbildung auffallen müssen, dass ein Bakterium nichts produzieren kann, was größer als es selbst ist. Schon gar nicht hätten drei Richter den obigen Unfug schreiben dürfen. Dieser bedeutet im übertragenen Sinne, dass ein Gemisch aus Wackersteinen (Afa-Algen) und Staub (Microcystinen) durch ein Sieb geschüttelt werden kann, in dem der Staub liegen bleibt, die Wackersteine aber hindurchfallen. Dass dergleichen Inkompetenz an deutschen Gerichten ein Richteramt ausüben darf, ist einer der vielen Skandale im AFA-Algenzirkus. Dass sich die Richter offenbar aus lauter Faulheit sogar auf die Schriften der die AFA-Algen propagierenden Heilpraktikerin Barbara Simonsohn (siehe Fünf Tibeter) stützten, ist ein Schlag ins Gesicht jedes wissenschaftlichen Sachverstandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Richter erklärten weiterhin, dass das Herausfiltern der Microcystine durch das Vorlegen von Untersuchungszertifikaten durch Sanacell hinreichend belegt worden sei. Dem ist aber nicht so, denn von der Firma wurden keine ELISA-Untersuchungen, sondern vielmehr der PPIA-Test verwendet wird. Wie oben bereits beschrieben, ist der PPIA-Test weitaus ungenauer und dies vor allem in dem Bereich der Microcystinbelastung, um den es sich hier dreht. Hier wird oftmals deutlich weniger bis gar keine Belastung im PPIA angezeigt, während der ELISA noch verlässlich die Giftkonzentrationen anzeigt. So ließen sich die drei Berliner Richter exzellent täuschen und die Verbände zahlten für deren Inkompetenz die Zeche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma Algavital versucht eine andere Taktik, um unliebige Kritik wegzubügeln. Analog wie Sanacell versucht sie haltlose Abmahnungen zu versenden. Hinterlegt man aber eine fundierte Schutzschrift, so schrecken beide vor Klagen offenbar aus Angst vor einer Blamage zurück. Berichten aber Presseorgane kritisch über die giftbelasteten Algen, versucht primär Algavital durch presserechtliche Tricks, Gegendarstellungen plaziert zu erhalten. Sind diesen korrekt formuliert, müssen jene vom jeweiligen Journal unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abgedruckt werden. So geschah dies der Pharmazeutischen Zeitung, die kritisch über diese Algen berichtet hatte. Bei anderen Blättern hingegen gelang der Widerruf, der spätestens nach 3 Monaten plaziert sein muss, nicht. Grund war hierfür die offensichtlich wahrheitswidrige Forderung der Firma Algavital. Algavital nutzt auch gerne auf ihrer Website die Chance, Kritiker zu verleumden. Abmahnungen, die ihr deshalb ins Hause flattern, befolgt sie allerdings dann auch relativ schnell, zahlt aber die entsprechenden Anwaltsrechnungen nicht und lässt es dann offensichtlich auf langwierige Gerichtsprozesse ankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsicht: Verwechslungsgefahr!==&lt;br /&gt;
Ein sowohl in den USA als auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern vertretene Biotech-Firma mit dem Namen Celltech Group (Hauptsitz in Großbritannien, 208 Bath Road, Slough, Berkshire SL1 3WE) verkauft über seine deutsche Niederlassung (Celltech GmbH &amp;amp; Co. KG, Im Wirringen 25, 45731 Waltrop) seit Mai 2002 ein Methylphenidatprodukt (Equasym) zur Behandlung von ADS/ADHS. Equasym ist neben Medikinet (Fa. Medice) und Ritalin (Fa. Novartis Pharma) das dritte Methylphenidatprodukt, das in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt gekommen ist (vgl. Gelbe Liste). Celltech Group hat mit einem US-amerikanischen Algenanbieter fast gleichen Namens aber nichts zu tun. In den USA hat die Celltech Group verschiedene Niederlassungen (Celltech R&amp;amp;D Inc. in Wayne und in Bothel, Celltech Manufacturing CA Inc. in Santa Ana, Celltech Pharmaceuticals Inc. in Rochester). Ärzte, die Equasym rezeptieren wollen, jedoch bei dem Namen des Anbieters misstrauisch geworden sind, sollten dies berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scientology, Sektengruppen und Pseudowissenschaftler im Spiel==&lt;br /&gt;
Auf der Ebene des Europarates ist es dem US-amerikanischen Top-Scientologen Fred A. Baugham, seines Zeichens pädiatrischer Neurologe, gelungen, die US-Psychosekte ins Spiel zu schleusen. Er selbst propagiert seit Jahren in den USA eine Anti-Ritalin-Kampagne und tritt gemeinsam mit In Paris konnte er den Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Parlament) in einer gut plazierten Marketingkampagne überrollen. Er sorgte mit einigen anderen dafür, dass eine Anhörung im November 2001 zu einer Farce wurde. Nicht nur gab er die üblichen haltlosen Lügen und Unwahrheiten über ADHS und Methylphenidat zum besten, er sorgte durch Lobbyarbeit hinter den Kulissen dafür, dass an die Mitgliedsstaaten des Europarats die schriftliche Aufforderung erging, den Methylphenidatbedarf zu überprüfen und die Verordnung einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA arbeitet Peter Breggin, ein bisher der Scientology nicht direkt zuzurechnender Autor, mit Fred A. Baugham eng zusammen. Durch einschlägige, reisserische Bücher, in der die üblichen verleumderischen Thesen über wirksame Behandlungsmethoden bei ADHS verbreitet werden, trägt Breggin dazu bei, bei den Betroffenen Angst vor z.B. [[Ritalin|Methylphenidat]] zu schüren. In Deutschland hat seine Thesen der Neurobiologie Hüther aufgenommen, der sich auch nicht zu schade ist, auf Podiumsdiskussionen teilzunehmen, die von schweizerischen Firmen, die der Scientology direkt zuzurechnen sind, aufzutreten. Hüthers Hauptthese, Methylphenidat prädisponiere für M. Parkinson, ist nachweislich falsch und wurde in der Fachliteratur ausführlich wiederlegt. Trotzdem tourt er derzeit durch Europa und schafft es offenbar auch mit Unterstützung von Scientologen, sich in öffentlichen dt.-sprachigen Medien mit seinen falschen Behauptungen zu plazieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Szene um [[Franz Konz]] (siehe Ur-Medizin) ist mir von der Partie. Konz präsidiert bekanntlich dem Bund für Gesundheit e.V., der wiederum eine Hauspostille (Natürlich Leben) sowie ein Beratungstelefon betreibt. Konz schrieb über verhaltensauffällige Kinder in einer der letzten Ausgaben und empfahl, solche Kinder in kompetente Psychotherapie zu bringen. Dabei riet er zur Firma [[KVPM]], die jedoch seit Jahren eine bekannte Deckadresse der US-Psychosekte Scientology in Deutschland ist (siehe Die Scientology Organisation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Esoterikmessen wie den Medizinischen Wochen Baden-Baden, auf denen Sanacell Afa-Produkte vorstellt, wird immer gerne mit Publikationen der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn geworben. In deren Büchern kann man deren indirekte Finanzierung durch diese Firmen leicht nachvollziehen. Sie schreibt selbst in einem ihrer Bücher, dass sie von Algenanbietern Waren zu Testzwecken im Wert von mehreren tausend Euros erhalten hat. Zusätzlich, und dies ist mit Sicherheit kein Zufall, saß Frau Simonsohn über längere Zeit am Beratungstelefon des [[BFG|Bundes für Gesundheit]]. Ihre 14-tägigen Sprechzeiten konnten in Natürlich Leben nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits bei der Ur-Medizin beschrieben, bestehen Verbindungen zwischen Konz und dem wegen Kindsmissbrauchs und Betrugs zu einer 15jährigen Haftstrafe in Paris verurteilten [[Guy-Claude Burger]]. Burgers deutsche Stimme, der [[MLM|Multi-Level-Marketing]] Verkäufer Stephen Janetzko aus Erlangen ist einer der Ansprechpartner, der für das GesundheitsNetzwerk des Pinnow in Erlangen Veranstaltungen organsiert. Dies kann in der Sanacell-Firmenzeitung FORUM (Ausgabe 08/2002) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man erkennt, gibt es enge Verflechtungen zwischen sektenähnlich operierenden Gruppen, der US-Psychosekte Scientology und den die Algen verkaufenden Firmen in Europa. Es liegt nahe, zu vermuten, dass es sich bei einigen dieser Firmen um abgetauchte bzw. abgetrennte Scientologen-Netzwerke handelt, die zwar scientologische Methoden anwenden, sich aber nicht offen zur Scientology bekennen. Die genannten Netzwerke sind übrigens nur nur die Spitze des Eisberges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Beasley VR, Lovell RA, Holmes KR, Walcott, HE, Schaeffer DJ, Hoffmann WE, Carmichael WW: Microcystin-LR decrease hepatic and renal perfusion and causes circulatory shock, severe hypoglycemia and terminal hyperkalemia in intravasculary dosed swine. J Toxicol Environm Health 61 (Part A): 281-203, 2002&lt;br /&gt;
*Chernoff N, Hunter ES, Hall LL, Rosen MB, Brownie CF, Malarkey D, Marr M, Herkotivs J: Lack of teratogenicity of microcystin-LR in the mouse and toad. J Appl Toxicol 22: 13-17, 2002&lt;br /&gt;
*Gilroy DJ, Kauffman KW, Hall RA, Huang X, Hu FS: Assessing potential health risks from microcystin toxins in blue-green algae dietary supplements. Environment Healtch Perspect 108: 435-439, 2000&lt;br /&gt;
*Jensen GS, Ginsberg DI, Huerta P, Citton M, Drapeau C: Consumption of Aphanizomenon flos-aquae has rapid effects on the circulation and function of immune cells in humans. A novel approach to nutritional mobilization of the immune system. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 50-58, 2000&lt;br /&gt;
*Kushak RI, Drapaeu C, Van Cott, EM, Winter, HH: Favorable effects of blue-green algae Apha-nizomenon flos-aquae on rat plasma lipids. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 59-65, 2000&lt;br /&gt;
*Lyra C, Suomalainen S, Gugger M, Vezi C, Sundman P, Paulin L, Sivonen K: Molecular characterization of planktic cyanobacteria of Anabaena, Aphanizomenon, Microcystis and Planktothrix genera. Int J System Evolut Microbiol 51: 513-526, 2001&lt;br /&gt;
*Manoukain R, Citton M, Huerta R, Rhode B, Drapeau C, Jensen GS: Effects of the blue-green algae aphanizomenon flos aqua (L.) Ralphs on human natural killer cells. In: Savage L (Ed.): Phytoceuticals. 1.1. Chap. 3.1., Seite 233-241, 1998&lt;br /&gt;
*NCI Nomination: Blue-Green Algae. Submitted to the NTP. September 2000&lt;br /&gt;
*Ray RA: Microalgae as food and supplement. Crit Rev Food Sci Nutr 30: 555-573, 1991&lt;br /&gt;
*Schaeffer DJ, Maplas PB, Barton LL: Risk assessment of microcystins in dietary Aphanizomenon flos-aquae. Ecotoxicol Envinron Saf 44: 73-80, 1999&lt;br /&gt;
*Shun-Zhang Y: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 675-682, 1995&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität - ein Problem unserer Zeit. Erfahrungsheilkunde, Nr. 8, 516-527, 2000&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Hyperaktivität - warum Ritalin keine Lösung ist. W. Goldmann Verlag, München, 2001&lt;br /&gt;
*Ueno Y, Nagata S, Tsutsumi T, Hasegawa A, Watanabe MF, Park HD, Chan GC, Chen G, Yu SZ: Detection of microcystins, a blue-green algal hepatotoxin, in drinking water sampled in Haimen and Fusui, endemic areas of primary liver cancer in China, by highly sensitive immunoassay. Carcinogenesis 17: 1317-1321, 1996&lt;br /&gt;
*Yu SZ: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 674-682, 1995&lt;br /&gt;
*Yu SZ, Chen G: Blue-green algae toxins and liver cancer. Chin J Cancer Res 6: 9-17, 1994&lt;br /&gt;
*Zhang Z, Lian M, Liu Y, Wei G, Yu S, Kang S, Zhang Y, Chen C: Teratosis and damage of viscera induced by microcystin in SD rat fetuses. Zhonghua Yi Xue Za Zhi 82: 345-347, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.uni-konstanz.de/news/mittshow.php?nr=12&amp;amp;jj=2008 Universität Konstanz zu Algenpräparaten&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cd/987&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cm/208/afa_algen_und_afa_algenpropdukte.pdf&lt;br /&gt;
*http://ads-adhs.de.vu/algen.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Beutelschneiderei]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=18551</id>
		<title>AFA-Algen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=18551"/>
		<updated>2009-02-27T14:04:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Beworbene Indikationen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:afa2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Afa-Algen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Aphanizomenon flos-aquae) sind Bakterien der Abteilung [http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien  Cyanobakterien] und werden auch Blaualgen genannt. Diese werden seit einigen Jahren als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (NEM) angeboten. Entsprechend der häufigen Vorgehensweise von Vermarktern von &amp;quot;Wundermitteln&amp;quot; wurden über diese schlichte Alge diverse Märchen und beleglose Behauptungen verbreitet und ihr Heilwirkungen bei [[Ritalinkritik|ADHS]] bis [[Unkonventionelle Krebstherapien|Krebs]] und natürlich allen üblichen [[Zivilisationskrankheit]]en angedichtet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich jedoch Lebensmittel und unterliegen daher dem [[LFGB]] (Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch). Laut LFGB sind gesundheitsbezogene Werbung und werbeähnliche Äußerungen untersagt und können kostenpflichtig abgemahnt werden. Problematisch ist, dass in diesen Algen z.T. sehr giftige (lebertoxische) Microcystine vorhanden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Afa-Algen sind keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien==&lt;br /&gt;
Die als Afa-Algen bezeichneten Lebewesen sind zur Photosynthese befähigte Einzeller (Eubakterien), die evolutionsgeschichtlich sehr alt sind. Viele Stämme dieser Bakterien sind in der Lage, hochwirksame Gifte (Microcystine, Anatoxine, Saxitoxin) zu produzieren, welches sich in den Bakterien selbst sowie in den sie verzehrenden Meerestieren anreichert. Man nennt sie deshalb auch blaugrüne Cyanobakterien. Eine ausführliche Darstellung über Microalgen und deren Belastung mit Algentoxinen finden sie in den Guidelines for Safe Recreational-water Environments (Vol. I: Coastal and Fresh-waters), Oktober 1998 &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~tennisplatzis/paralex/content/who_Recreawat-II.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beworbene Indikationen==&lt;br /&gt;
Afa-Algen werden von unterschiedlichen Firmen als Lebensmittel angepriesen. Je nach Lokalisation der Firma werden verschiedene heilende Aussagen getroffen. In den USA werden die Mittel u.a. von der Fa. Bluegreen (von der auch deutsche Firmen ihre Produkte beziehen) als Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Immunschwächeerkrankungen anderer Art, ADHS, Hypercholesterinämie und zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens beworben. Für diese propagierten Aussagen liegen keine glaubwürdigen Wirksamkeitsnachweise vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
Seriöse Studien über die Wirkung der AFA-Algen gibt es im internationalen wissenschaftlichen Schrifttum nicht. Es gibt allerdings einige Nischenpublikationen wie einen Buchbeitrag (Manoukain et al. 1998) und Journalartikel (Kushak et al. 2000, Jensen et al. 2000). Letztere stemmen aus dem Journal of the American Nutraceutical Association (JANA). Allein diese Titelwahl soll den Leser verwirren, denn die American Medical Association, die größte US-Vereinigung für Fachärzte der Inneren Medizin, gibt mit JAMA eine ähnlich klingende Fachzeitschrift heraus, die sich Journal of the American Medical Association (JAMA) nennt. JANA ist nicht in medizinischen Fachinformationsdiensten wie Medline gelistet, JAMA hingegen sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Studie von Manoukain et al. (1998) wurde festgestellt, dass man durch die Gabe von 1.5 g Afa-Algen bei fünf gesunden Freiwilligen eine signifikante Verringerung der Natürlichen Killerzellen innerhalb von 2 Stunden nach dem Schlucken bewerkstelligen konnte. Die Menge an NK-Zellen sank um 63%. Dies verwundert nicht, denn die unten noch näher beschriebenen Algentoxine greifen u.a. direkt die Zellstrukturen von weißen Blutkörperchen an und können die Aufnahme von Nahrungsenergie (z.B. Glukose) durch die Zellwand hemmen. Wahrscheinlich resultiert die Reduktion der NK-Zellen auf einer direkten Giftwirkung der in den Afa-Algen vorhandenen Microcystine oder des Saxitoxins, das in geringerer Mengen Auswirkungen auf Blutzellen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer zweiten Studie (Jensen et al. 2000) wurden 21 gesunde Probanden mit 1.5 g Afa-Algen über sechs Wochen behandelt. Unter der Afa-Algenbehandlung kam es zu einem deutlichen Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen, was unter Placebogabe nicht eintrat. Dieser Effekt wurde von den Autoren als Stimulation des Immunsystems interpretiert, die eine Verbesserung der Abwehrsituation anzeige. Diesen Schluss ist lächerlich, denn wenn man eine Substanz verzehrt, die Zellgifte enthält, welche im Organismus z.B. Leberzellen verstärkt in den Selbstmord treiben können (Auslösung der Apoptose), erklärt sich der Anstieg der Abwehrzellen wesentlich offensichtlicher. Stirbt im Organismus Zellgewebe ab, weil es beschädigt wurde, dann ändert sich die Oberflächenstruktur der betroffenen Zellen. Diese werden dadurch für das Abwehrsystem als zur Entsorgung freigegeben gekennzeichnet, daraufhin von weißen Blutkörperchen angegriffen und verzehrt. Je mehr solche betroffenen Zellen sterben, desto höher ist der Bedarf an den sie verzehrenden weißen Blutkörperchen. Die Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen ist nur die Folge einer durch Algengifte verursachten, niedrigschwelligen Entzündungsreaktion u.a. von Leberzellen. Jensen et al. (2000) verloren kein Wort über den Zustand der Leber oder der Nieren der Probanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kushak et al. (2000) veröffentlichten eine Studie, die an Ratten zeigen sollte, dass der Konsum von Afa-Algen den Blutfettspiegel zu regulieren in der Lage sei. Sie gaben den Tieren unterschiedliche, mit ungesättigten Fettsäuren angereicherte Diäten. Daneben reicherten Sie die Diät z.T. mit 10-15% Afa-Algensubstanz an. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die keinen Afa-Zusatz erhielt, wiesen die beiden Afa-Untersuchungsgruppen eine deutliche Senkung des Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegels im Serum auf. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Afa-Algen einen cholesterinsenkenden Effekt hätten und empfahlen, diese Wirkung im Lebensmittelsektor auszunutzen. Auch dieses Resultat wundert mich nicht, lässt es sich doch erneut mit der Giftwirkung von Algentoxinen erklären. Die Leber ist das Zielorgan für Microcystine, die sich dort anreichern. Dies ist auch bei Ratten nachgewiesenermaßen der Fall. Die Leber ist aber gleichzeitig der Produktions- und Umschlagsort für Blutfette. Da Microcystine auch in niedriger Dosierung auf Leberzellen von Ratten schädigend wirken, sinkt mit steigender Afa-Menge logischerweise die Syntheseleistung der Leberzellen, weil sich eine zunehmende toxinbedingte Organentzündung in einer verschlechterten Syntheseleistung niederschlägt. Interessanterweise hatten die Autoren weder Leberwerte berichtet, die auf die Organfunktion hätten schließen lassen, noch hatten sie nach dem Fütterungsversuch über histologische Leberuntersuchungen der Tiere berichtet, um eventuelle Auswirkungen der Algentoxine zu bewerten. Dies lässt darauf schließen, dass sie offenbar befürchteten, negative Auswirkungen zu finden. Wer nicht sucht, findet nicht und kann dem Leser in die Tasche lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Studien sind kein Beleg für die Wirkung von Afa-Algen, zumal keiner der Autoren in seinen Berichten genaue Angaben über die Microcystin-, Anatoxin- und Saxitoxingehalte der verwendeten Afa-Produkte machte. Bei jeder Studie war ein Vertreter von Bluegreen, dem größten US-amerikanischen Afa-Algenproduzenten, Mitautor. Dies lässt auf eine direkte Einflussnahme und auf Gefälligkeitsstudien schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt im Bereich der Therapie hyperaktiver Kinder bisher keine einzige seriöse Studie, die bewiesen hätte, dass Afa-Algen einen therapeutischen Vorteil erbracht hätten. Man muss sich recherchemäßig fast auf den Kopf stellen, um zumindest indirekte Hinweise zu erhalten, denn im internationalen medizinischen Fachschrifttum gibt es keine einzige Afa-Studie. Auch das Durchforsten von Doktorarbeiten oder Habilitationsschriften deutscher Universitäten erbringt keine einzige Untersuchung mit diesem Nahrungsergänzungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Buch der Heilpraktikerin und Diplom-Politologin Barbara Simonsohn (2001), die Afa-Algen als Ersatz für Ritalin vorstellt, findet man einen ersten Hinweis. Sie berichtet übrt Einzelfälle, die als Belege dargestellt werden: Julian, 13, war sprunghaft, ungewöhnlich rastlos, unkonzentriert und ermüdete schnell. Sein Verhalten war dominant, undiplomatisch und oft verständnislos. Julian ist seit Afa-Algen-Einnahme weniger impulsiv, er findet nach einem Wutanfall leichter zurück zum Normalzustand, kann besser nachgeben und ist lustiger und fröhlicher. Diesem lächerlichen Beweis fehlt so ungefähr alles, was es erlaubt, eine seriöse DSM-IV-basierte Beurteilung der Hyperaktivität des Kindes zu erstellen. Die Heilpraktikerin hat nur einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Symptomatik eines hyperaktiven Kindes beschreibt. Da die anderen Fallbeschreibungen in ihrem Buch von ähnlicher Güte sind, stellt sich die Frage, ob Simonsohn wirklich eine Ahnung von dem hat, über was sie schreibt. Da sie als Werbeinstrument für Algenhersteller dient, sind ihre Publikationen wohl nichts anderes als direkte Schleichwerbung für Afa-Algen, an denen sie gut verdient. Sie selbst gibt in ihrem Buch offen zu, von mindestens drei deutschen Anbietern mit Afa-Pillen im Marktwert von 7.500 Euro ausgestattet worden zu sein, um Kinder von 44 Familien zu behandeln. Die Heilpraktikerin empfahl den Kindern eine Dosis von 1.5 g/d und die Beobachtung soll 10 Wochen gedauert haben. Kalkuliert man die Tagesdosis mit 1 Euro, hätte die Dame 5.000 Tagesdosen ausreichen können. Weil man 80 Tagesdosen pro Kind braucht, hätte man mindestens 60 Kinder behandeln können. Es sind aber nur 19 Kinder in der Publikation der Heilpraktikerin grob beschrieben. Da 44 Familien gemeinsam wohl kaum 19 Kinder haben können, dürfte sich die Heilpraktikerin entweder jene Fälle herausgesucht haben, bei denen ihre schlampige Diagnostik einer wahrscheinlich gar nicht bestehenden ADHS durch Afa-Algen &amp;#039;geheilt&amp;#039; wurde oder sie hat, wie in solchen Jubelpublikationen üblich, die Krankengeschichten erfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blickt man in populärwissenschaftliche Zeitschriften der [[Ganzheitsmedizin]], findet sich eine Publikation von Simonsohn im Jahr 2000. Hier berichtete sie über verschiedene Studien, die angeblich die Wirksamkeit bei Afa-Algen bewiesen haben sollen. In der sog. The kid.com Study, die von einem Afa-Anbieter durchgeführt worden sein soll, sollen Symptomverbesserungen bei Kindern erreicht worden sein. Was genau diagnostiziert und welches Resultat sich vor und nach der Studie exakt dargeboten hat, gibt die Autorin nicht wieder. Sie gibt nur folgendes bei den Kindern an: Signifikante Verbesserungen in ihrer Fähigkeit, zu fokussieren, Anweisungen zu folgen und sich zu konzentrieren. Eine Abnahme von streitsüchtigem, fordernden und kämpferischen Benehmen. Weniger Symptome von Angst und Depression. Verbesserung des sozialen Verhaltens. Weniger Zeichen von emotionalen und verhaltensmäßigen Abgelenktsein. Weniger Wutanfälle und Erziehungsprobleme. Weniger Verhaltensauffälligkeiten, die man als merkwürdig klassifizieren könnte. Weniger körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Magenschmerzen, für die kein offensichtlicher Grund vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Untersuchungsmerkmale mit den DSM-IV Diagnosekriterien für ADHS vergleicht, kommt man mit sehr viel Mühe auf gerade einmal zwei ADHD-Merkmale. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei den Kindern in der Kid.com-Studie nicht um hyperaktive Kinder gehandelt hat. Da wundert es nicht, wenn Simonsohn (2000) schreibt: Die beiden Behandlungsformen (gemeint ist der Vergleich zwischen Ritalin und Afa-Algen) waren gleichermaßen effektiv. Wer den Eindruck hinterlässt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und gleichzeitig so wenig Ahnung von ADHS hat, wie Frau Simonsohn, mag diesen Schluss ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sieht es bei einer zweiten Studie aus, die Simonsohn (2000) referiert. Es handelt sich um den The Children &amp;amp; Algae Report, bei dem die beteiligten Eltern die Produkte eines Afa-Algenanbieters sogar selbst zahlen mussten. Die Bewertung der Kinder erfolgte mit einem Aschenbach-Bewertungsschema, welches u.a. Aufmerksamkeit, Aggression, soziale Probleme, Ängstlichkeit/Depression, Straffälligkeit, Denkprobleme, Zurückgezogenheit und eine Bewertung namens somatisch beurteilen soll. Diese pseudowissenschaftliche Bewertungsschema ist in der seriösen ADHS-Diagnostik vollständig unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In keiner der von Befürwortern durchgeführten Studien, sofern diese überhaupt erreichbar sind, ist eine glaubwürdige, realitätsbezogene Selektion des untersuchten Kollektivs nach etablierten Diagnosemethoden erfolgt. Offenbar wurden die üblichen DSM-Kriterien nicht als Bewertungs- und Einstufungsgrundlage angewendet. Allein diese methodischen Unzulänglichkeiten machen die bisherigen Befürworterstudien in meinen Augen unglaubwürdig. Der Umstand, dass in keiner Studie mitgeteilt wird, ob nach Toxinen in den Afa-Algen gesucht worden war oder ob zumindest Leber- und Nierenparameter zur Absicherung von negativen Auswirkungen dieser Gifte laborchemisch bestimmt worden sind, zeigt, dass in diesen Studien offenbar nicht mit großer wissenschaftlicher Genauigkeit vorgegangen worden zu sein scheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Quelle, der sog. &amp;#039;&amp;#039;The Nicaragua Report&amp;#039;&amp;#039;, die von der US-Algenfirma Bluegreen gesponsort wurde, ist in Wahrheit eine spanischsprachige Doktorarbeit aus dem von Wirtschaftskrisen und politischen Händeln zerrissenen Nicaragua. Das Land ist bekannt dafür, eine hungernde Bevölkerung zu besitzen und es ist leicht, dort für wenige Dollars Gefälligkeitsstudien zu lancieren. In der seriösen wissenschaftlichen Szene wären diese bedeutungslos, aber für den unwissenden Verbraucher sind solche Studien exzellentes Marketingmaterial. In einem 14 Seiten dünnen A5-Heftchen wird auf populärwissenschaftliche Weise beschrieben wird, wie Afa-Algen in einer Schule, in der zu Studienbeginn mehr als 80% der 6-11jährigen Kinder unterernährt waren, der Ernährungsstatus, die Schulnoten und das Verhalten der Kinder positiv beeinflusst worden sein soll. Angeblich sei innerhalb eines halben Jahres die Fehlernährungsrate von 86% auf 21% gefallen. Überflüssig zu betonen, dass auch hier weder Toxinbestimmungen der Afa-Algen noch einschlägige Leber- und Nierenwerte berichtet wurden. Dass vorher mangelernährte Kinder mit wenigen Gramm proteinhaltiger, aber vitamin- und mineralstoffarmer Afa-Algen Normalgewicht erreichen sollen, wirkt einfach nur lächerlich. Höchstwahrscheinlich wurden die teilnehmenden Kinder mit einer Schulspeisung angelockt und nahmen deshalb zu. Niemand dürfte vor Ort etwas gegen dieses Vorgehen eingewendet haben. Dass man die daraus resultierenden Scheinergebnisse im Westen als Beweis verkauft, dürfte in Nicaragua unbekannt sein und spielt für die Menschen dort in Wirklichkeit auch keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Marketingskampagnen für AFA-Algen==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren schlug eine Marketingkampagne aus den USA in Europa auf. Im Zuge der Diskussion um Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-und-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), wurde eine Vielzahl von Alternativen zur etablierten [[Ritalin]]therapie auf den Markt gebracht. Dabei spielt die Psychosekte [[Scientology]] im Konzert mit anderen sektenähnlich operierenden Gruppen und Firmengeflechten eine herausragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bis zu 15% der kindlichen Bevölkerung an ADHS leiden, jedoch nur ein winziger Bruchteil adäquat versorgt wird, sind die Eltern dieser Kinder einer enormen Belastung ausgesetzt. Sie suchen nach Alternativen und diese werden ihnen in Form angeblicher Wundermittel angeboten. Dazu gehören auch die Nahrungsergänzung aus blaugrünen Algen der Gattung Aphanizomenon flos Aquae (sog. Afa-Algen). Diese werden als therapeutische Alternative zur Substition mit Methylphenidat (Ritalin/Novartis, Medikinet/Medice, Equasym/Celltech Group) propagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unverantwortliche Werbeaussagen==&lt;br /&gt;
Im April 2002 verschickte KEIMLING Naturkost in Buxtehude einen Werbebrief, in dem unter dem Titel &amp;quot;Sind Klamath Uralgen gefährlich?&amp;quot; u.a. folgende Behauptung zu lesen war: &amp;#039;&amp;#039;Das Landwirtschaftsministerium in Oregon hat einen Grenzwert von 1.0 Microgramm/kg Klamath Uralge festgesetzt. Wenn Sie täglich 2 g der Uralgen verzehren, wären demnach 2 Microgramm Microcystin zulässig. Ihr amtlicher Sicherheitsfaktor beträgt 11655.&amp;#039;&amp;#039;.... und weiter heißt es: &amp;#039;&amp;#039;...Demnach könnte ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht 23310 Microgramm Microcystin-LR zu sich nehmen, ohne gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen&amp;#039;&amp;#039;. Dies mag der Geschäftsführer der Firma Keimling, Winfried Holler, einmal am eigenen Leibe auspropieren. Er dürfte diesen Selbstversuch mit dem Leben bezahlen. Allerdings hat sein Haus einen Vorteil: es verkauft tiefgefrorene E3LIVE(tm)-Algen. Unseren Analysen zufolge enthält dieses Produkt keinerlei Microcystine ... der mikroskopische Augenschein zeigt aber ebenso, dass es sich offenbar nicht um ein Afa-Cyanobakterienprodukt handelt. Vielmehr tauchen unter dem Mikroskop Gräser und normale Algen auf, so dass man den Eindruck hat, als ob jemand einfach mit der Harke durch einen See gefahren ist, das Resultat zerkleinert hat und als Cyanoalgenprodukt anpreist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellung und AFA-Algen Anbau==&lt;br /&gt;
[[image:klamath2.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus geringer Höhe|250px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath3.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus größerer Höhe|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath4.jpg|Infrarotaufnahme der Region um den Upper Klamath Lake mit dichter landwirtschaftlicher Nutzung|thumb]]&lt;br /&gt;
Aphanizomenon flos Aquae-Algen werden in unterschiedlichen Regionen der Erde gefunden. Jene Produkte, die derzeit in den USA und Europa verkauft werden, stammen nach Angaben der Hersteller aus dem Upper Klamath Lake im US-Bundestaat Oregon. Dieser See ist Teil einer riesigen Seenplatte, aus der nur ein einziger Fluss (der Klamath River) nach dem Grenzübertritt in den US-Bundesstaat California in den Pazifik mündet. Die Region dient als Brutstätte für Seelachse, ist aber seit 150 Jahren dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Upper Klamath Lake dient als Wasserreservoir für die ihn an drei Seiten umgebenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Anbaugebiete. Die exzessive Wasserentnahme der letzten Jahrzehnte hat zu einer erheblichen Senkung des Seewasserspiegels geführt, so dass derzeit die den See bildende Wasserschicht dünner ist als die Schlammschicht am Seegrund. Die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt ist mittlerweile so desolat, dass es regelmäßig zu Fischsterben im Upper Klamath Lake kommt. Umweltschutzorganisationen versuchen seit Jahrzehnten, den zu hohen Wasserabzug aus dem See zu bremsen und die Wasserqualität zu steigern. Das Fischsterben ist regelmäßig auf die Produktion von Microcystinen durch im Wasser vorkommende und durch die Überdüngung massiv wachsenden blaugrünen Cyanobakterien zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Anbieter von Afa-Algen dem Käufer mit offensichtlich geschönten Seeaufnahmen eine heile Umwelt vorzugaukeln versuchen, teilen Anwohner des Upper Klamath Lakes in Webforen mit, dass die Gewinnung der im See wachsenden Algen z.T. mit Schleppern und Baumaschinen erfolgt, wobei das dicht wachsende Gemisch aus Algen, Seegras und blaugrünen Cyanobakterien zum Teil vermischt mit Schlamm herausgebaggert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Anbaumethoden ist es nicht verwunderlich, dass die Qualität einiger der gewonnenen Afa-Produkte zu wünschen übrig lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Werbetrick mit der Kameraperspektive==&lt;br /&gt;
[[image:klamath8.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Geschäftsführer Sanacells, Eckart Pinnow, verkündete in seiner Hauspostille Forum - Informationen für Mitglieder des GesundheitsNetzwerkes (Nr. 5, 2002), dass seine Afa-Produkte nicht microcystinbelastet seien. Pinnow ist in dieser Ausgabe in einem Boot abgebildet, dass auf dem Upper Klamath Lake schwimmt. Der Untertitel lautet: &amp;quot;Dipl.-Ing. Eckart Pinnow überprüft persönlich den Qualitätssicherungsprozess am Klamath-See&amp;quot;. Sein Boot ist dabei an der einzigen Stelle des Sees positioniert, die nicht von Landwirtschaft und Industrie umgeben ist. (siehe zum Vergleich weiter oben). Pinnow ist ursprünglich vom Ostufer des Sees einige hundert Meter in den See gefahren und ließ sich in östlicher Richtung mit Blick auf die Berge photographieren. Wäre die Kamera einige Grad nach links geschwenkt, hätte man die Straße und einige Wohngebiete der naheliegenden Stadt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==AFA-Algen und Microcystinbelastung==&lt;br /&gt;
[[image:afa1.jpg|Anabaena|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Hauptproblem der Algenprodukte stellt nicht ihr Lebensmittelcharakter dar, denn es handelt sich um eher minderwertige Nahrungsmittel mit geringem Mineralien- und Vitamingehalt (Ausnahme: Vitamin A) und hohem Proteingehalt. Hauptproblem ist vielmehr die Beimengung von Cyanobakteriengiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aktuellen Publikationen, die verschiedene Stämme der blaugrünen Cyanobakterien Anabaena, Aphanizomenon, Calothrix, Cylindrospermum, Nostoc, Microcystis, Planktothrix, Oscillatoria und Synechococcus genera untersuchten, fanden sich immer wieder Sorten, die die Kampfgifte der Klasse der Microcystine und der Anatoxine produzierten (Lyra et al. 2000). Auch ist bekannt, dass einige Arten der blaugrünen Cyanobakterien das Nervengift Saxitoxin produzieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter der Algen sind sich des Toxinproblems bewußt. Ray (1991) schrieb schon vor 10 Jahren, dass einige A.f.a.-Stämme hochwirksame Nervengifte produzieren könnten, diese Gifte aber in Nahrungsmitteln aus Algen des Upper Klamath Sees in Oregon nicht gefunden worden seien. Seine Ansicht wird von einer Arbeit von Schaeffer et al. (1999) unterstützt, die in Algen eine Beimengung durch eine Microcystin-produzierende Alge (Microcystis spp.) nachwiesen. Demzufolge sei diese Beimischung an dem Toxineintrag schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es eine Veröffentlichung, die sich mit Microcystinbelastungen von A.f.a.-Nahrungsergänzungsmitteln befasst, die aus dem Upper Klamath See gewonnen werden. Gilroy et al. (2000) analysierten Microcystinkonzentrationen in vier verschiedenen Afa-Produkten über vier Jahre hinweg (1996-1999) und alle Produkte enthielten Microcystine in unterschiedlicher Menge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von A.f.a.-Produkten weisen jedoch die Microcystinbelastung generell weit von sich. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass Aphanizomenon Flos Aquae keine Microcystine produziere und führen Studien an, in denen dergleichen nachgewiesen worden sei. Das wirkt befremdlich, denn selbst der sich für Algenprodukte einsetzende US-amerikanische Professor Wayne Carmichael schrieb noch am 30.01.2002 auf seiner Homepage unter Bezugnahme auf einen Artikel im Scientific American: &amp;#039;&amp;#039;..Anabaena, Oscillatoria, Lyngbya, and Aphanizomenon produce neurotoxic anatoxins and/or saxitoxins. Anatoxin-a and Anatoxin-a(s) seem unique to cyanobacteria, while saxitoxin also arise in certain marine algae. Anatoxin-a is a potent nicotinic agonist that mimics acetylcholine and is used as a research tool in neurobiology. Anatoxin-a(s) is a structurally new organophosphate that inhibits acetylcholinesterase. Saxitoxin prevents acetylcholine from being released from neurons by blocking the inward flow of sodium ions across the axonal membrane channels, disrupting the communication between neurons and muscle cells...&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtet man den Blick in die Fachliteratur, gibt es offenbar einige Stämme von Aphanizomenon Flos Aquae, die keinerlei Microcystine produzieren. Lyra et al. (2001) nennen hier Aphanizomenon sp. 202, A. sp. TR183 (AJ133155), A. sp. PCC 7905, A. sp. PH-271, A. flos aquae NIES 81 und Aphanizomenon gracilie PH-219. Allerdings sind diese Aphanizomenon-Bakterien genetisch ausgesprochen eng verwandt mit den Anabaena-Bakterien, die selbst durchaus Neurotoxine erzeugen. Beide Gattungen sind ausgesprochen klein und unterscheiden sich offenbar nur unter dem Mikroskop eindeutig voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unzuverlässige Testmethoden==&lt;br /&gt;
Microcystine und Saxitoxine, die wichtigsten Gifte in Cyanobakterienprodukten, sind nicht einfach zu messen. Es gibt verschiedene Messmethoden, die teilweise sehr aufwändig, zeitraubend und teuer sein können. Grundsätzlich stellt sich das Problem der Wahl des Nachweisverfahrens, denn es gibt Verfahren, die die Gifte direkt sichtbar machen, und Analysen, die die Gifte nur indirekt messen. Außerdem sind die Messverfahren unterschiedlich empfindlich. Zusätzlich erschwert wird die Suche, weil diese Tests in der Lebensmittelanalytik nur selten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell stellt sich die Wahl zwischen dem Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder dem Protein Phosphatase Inhibition Assay (PPIA). Andere Verfahren wie die High Performance Liquid Chromatography (HPLC) oder Liquid Chromatography/Mass Spectrometry (LC/MS) kommen wegen zu hoher Kosten oder noch nicht etablierter Nachweismethodik nicht in Frage. Die Testmethoden von ELISA und PPIA sind unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ELISA werden hochspezifische Antikörper eingesetzt, die gegen Microcystinmoleküle gerichtet sind. Diese Antikörper docken an Microcystine an. In einem zweiten Schritt klebt man einen weiteren Antikörper, der nur an den bereits eingesetzten Antikörper, nicht aber direkt an Microcystin andocken kann, an diesen Microcystin-Antikörperkomplex. Dies tut man, weil erst der zweite Antikörper einen fluoreszierenden Farbstoff tragen kann, den man mit speziellen Analyseverfahren sichtbar macht und dann in seiner Konzentration messen kann. Ein direktes Ankoppeln des zweiten, den Farbstoff tragenden, Antikörpers an das Microcystin ist nicht möglich, da dieser Antikörper zu klobig und ungenau wäre. Vergleichbar ist dieses Verfahren mit dem Angeln. Der Fisch ist das Microcystin, der Köder ist der 1. Antikörper und erst, wenn man den Fisch mit der Angelschnur (dem 2. Antikörper) herausgezogen hat, weiss man am Ende, was man gefangen hat. Der ELISA hat den Vorteil, dass er direkt das vorhandene Gift misst. Er kann dies mit einer Genauigkeit tun, die ein Microcystinmolekül in einer Lösung von 10 Milliarden anderen Molekülen herausfinden kann. Die Genauigkeit liegt bei 0,1 ppb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im PPIA ist das Testprinzip hingegen völlig anders. Hier wird die bremsende Wirkung der Microcystine auf eine enzymatisch gesteuerte Umwandlungsreaktion gemessen. Microcystine bremsen die Protein Phosphatase, die die Dephoyphorylierung von p-Nitrophenylphosphat steuert. Durch Nachweis der Ausgangs- und Endprodukte des Umwandlungsprozesses kann man indirekt auf die Konzentration der Microcystine zurückschließen. Ein direkter Nachweis der Microcystine geschieht jedoch nicht. Der Test hat auch den Nachteil, dass er nur eine einzige Wirkung der Microcystine erfasst und dabei unberücksichtigt lässt, dass im Organismus durch verschiedene Microcystintypen unterschiedliche Enzymsysteme beschädigt werden können. Der PPIA ist nicht so genau wie der ELISA, denn er gibt nach Lawrence et al. (2001) in der Regel deutlich niedrigere Belastungswerte für Microcystine aus, die manchmal 10-40% unter den im ELISA gemessenen Konzentrationen liegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von AFA-Algen legen zum Nachweis der angeblichen Produktgüte in der Regel PPIA-Analysen vor. Dies ganz offensichtlich deshalb, weil mit dieser Testmethode nur ein Teil der Microcystine (und dieser wiederum nicht sicher) gemessen werden kann. Auf diese Weise schönt man die Resultate mit der methodenbedingten Ungenauigkeit des Messverfahrens nach unten. Dies trägt zur Verunsicherung des Verbrauchers bei und kann (wie unten näher beschrieben) sogar vor Gericht Vorteile bringen, weil Richter nicht selten bereits zu abgehoben sind, um sich mit den Hintergründen von Prüfmethoden zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesundheitsschäden==&lt;br /&gt;
In den USA listete die US-Gesundheitsbehörde FDA, die im leider mittlerweile nicht mehr online abrufbaren Med Watch Programm 57 Schadensfälle bis zum Jahre 1998 auf, die in zeitlichem Zusammenhang mit Afa-Konsum zu stehen schienen. Ebenso warnte Health Canada Online bereits im Jahre 1999 vorbeugend vor blaugrünen Algenprodukten, vor allem vor der Anwendung bei Kindern. Auch Erwachsene sollten Vorsicht bei der Einnahme bis zu dem Zeitpunkt walten lassen, bis die Produktsicherheit zweifelsfrei gewährleistet sei &amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.hc-c.gc.ca/english/protection/warnings/1999/9969ebk.htm &amp;lt;/ref&amp;gt;. Der STERN veröffentlichte im Artikel Die Grüne Gefahr (Nr.8/2002) Warnungen über die Giftstoffe Algenprodukten am 14.02.2002. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich den deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene seit Mai 2002 Laboranalysen über den Microcystingehalt in Afa-Produkten vorliegen, haben sie bis heute keinerlei Schutzmassnahmen über die bereits angesprochene Warnmeldung hinaus unternommen. Dies wird mit dem Fehlen eines Microcystingrenzwertes begründet (vgl. hierzu [[Spirulina]]). Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Grüner Lobbyismus im Spiel ist, denn offenbar pflegen einige Algenhersteller exzellente Kontakte zu den dt. Bündnisgrünen nahestehenden Prüflabors, die sich einer verbraucherkritischen Untersuchung der Algenprodukte entziehen. Vor allem in alternativen und esoterischen Kreisen wurden die Wunderalgen stark propagiert. Offenbar befürchtet man bei den Grünen, aufgrund des eigenen Fehlverhaltens in den sich abzeichnenden Skandal einbezogen zu werden.&lt;br /&gt;
Es gibt mittlerweile auch in Deutschland Berichte über Personen, die über Symptome nach dem Konsum von Afa-Algenprodukten klagten. Diese Symptome stellten sich nach einigen Monaten kontinuierlicher Einnahme ein, klangen nach dem Absetzen aber wieder ab und verschwanden. Eine Betroffene bekam Taubheitsgefühl in den Fingern bis hin zum totalen Durchblutungsstopp in den letzten zwei Fingergliedern, desweiteren häufiges Kribbeln wie bei einer Minderdurchblutung und dies auch ansatzweise in den Zehen. Desweiteren beklagte die Betroffene brüchige, wie erweicht erscheinende Fingernägel sowie eitrige, langwierig sich hinziehende Entzündungsherde der Haut im Bereich des Gesichts und des Rückens. Ein anderer Betroffener schilderte, dass er nach längerer Einnahme sehr schmerzhafte, chronische Halsschmerzen entwickelt hätte und neben den analog bereits beschriebenen Hautentzündungserscheinungen vor allem extrem langanhaltende Muskelschmerzen bereits nach normaler sportlicher Aktivität bekommen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Hinweise deuten auf eine chronische Langzeitbelastung mit Microcystinen hin. Microcystine verursachen Leberschäden, Nierenversagen und können auch, weil sie die Natriumkanäle der Nerven blockieren können, die Impulsübertragung menschlicher Nervenzellen unterbrechen, was bis zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Auch krebserzeugende Wirkungen sind nachgewiesen (NCI 2000). In China gibt es beispielsweise ausreichend Hinweise dafür, dass microcystinbelastetes Trinkwasser die Hauptursache für die hohe Sterblichkeit an Leberkarzinomen in bestimmten Provinzen des Landes ist (Yu 1995, Ueno 1996). Aktuell publizierte Tierversuche an schwangeren Ratten (Zhang et al. 2002) zeigen, dass die Gabe von 4 Microgramm Microcystin-LR pro kg Körpergewicht bereits zu leichten Veränderungen im Lebergewebe der ungeborenen Feten innerhalb von 10 Tagen führen kann. Interessant ist, dass sich solche Ergebnisse bei Mäusen selbst bei Dosen von 2-128 Microgramm pro kg Körpergewebe nicht einstellen (Chernoff et al. 2002). Es kommt also auf das Tiermodell an, was verwendet wird. Die offenbar gegen Microcystine recht robust erscheinenden Mäuse sind das bevorzugte Tiermodell bei Studien aus der Algenszene. Offenbar weiss man genau, dass man nur mit Mäusen eine Verharmlosung der Giftwirkung der Microcystine beweisen kann, da dies in allen anderen Tiermodellen nicht gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen korreliert die Microcystinbelastung im Trinkwasser eindeutig mit der Häufigkeit von Leberkrebs (Yu et al. 2001), wie Studien aus China beweisen. Dort hat man schon lange Probleme mit microcystinbelastetem Trinkwasser, das in etlichen Provinzen Chinas ursächlich mit dem gehäuften Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert zu sein scheint. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Teil pro 1 Millarde Teile Wasser empfohlen (1 ppb), der in Kanada, Australien und Großbritannien mittlerweile auch in Kraft ist. In den USA oder der Bundesrepublik Deutschland ist dergleichen nicht umgesetzt worden. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates Oregon eine Microcystinbelastung bis zu 1.000 ppb (= 1 parts per million/ppm) in Algenprodukten tolerieren, inakzeptabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versucht man eine grobe Risikoabschätzung der Microcystinbelastung in den Algenprodukten vorzunehmen, so scheint eine klinische Symptomatik nach einigen Monaten Konsum von Produkten mit Belastungen ab 100 ppb einzutreten. Dies zeigt, dass das der WHO-Trinkwassergrenzwert von 1 ppb mit einem vernünftigen Sicherheitsabstand von 1:1000 zum Algengrenzwert aus Oregon durchaus begründet ist und sicherheitshalber auf Lebensmittel übertragen werden sollte. Von Algenanbietern wie Sanacell und Algavital wird immer wieder die Falschmeldung verbreitet, dass der in Oregon etablierte Grenzwert für die gesamte USA gelten würde. Dem ist nachweislich nicht der Fall. Zudem ist der Grenzwert nicht verbindlich, sondern lediglich ein US-amerikanischer Empfehlungswert, ab dessen Überschreitung microcystinbelastete Afa-Produkte aus dem Verkehr gezogen werden sollen (nicht müssen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die oben geschilderten Fälle zugrunde und bedenkt man, dass sich Microcystine sowohl in der Leber- als auch im Nerven- und Muskelgewebe angereicht als auch nur langsam ausgeschieden werden, wäre es möglich, dass Dauerkonsumenten erst mit monatelanger Verzögerung Gesundheitsprobleme entwickeln. Microcystindosen können beim Schwein, dass uns Menschen vor allem bei der Leberfunktion sehr ähnlich ist, bereits in Dosen von 25 Microgramm pro Kilogramm Körpergewicht Leberschäden auslösen, während Ratten und Mäuse wesentlich robuster reagieren. Deshalb ist es absolut denkbar, dass der Mensch, der in vielen gesundheitlichen Bereichen empfindlicher als Tiere reagiert, schon bei niedrigeren Dosen Gesundheitsprobleme entwickelt, die anfänglich nicht mit den A.f.a.-Produkten assoziiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man eine Verzehrsmenge von 2 Gramm Algenmasse mit einer Belastung von 100 Microgramm pro kg Algenmasse (100 ppb) zugrunde, würde man sich pro Tag eine Microcystinmenge von 0,2 Mikrogramm einverleiben. Da die oben geschilderten beiden Verbraucher erst nach 7 Monaten, dann aber zügig, gesundheitliche Probleme entwickelten, wäre zu spekulieren, dass bei einer Gesamtmenge von 40 Microgramm Microcystinen von ersten klinischen Symptomen auszugehen sein könnte (von einer unbemerkten Krebsschädigung nicht zu reden!). Diese zugegebenermaßen spekulative Obergrenze für bemerkbare, klinische Probleme scheint nicht unrealistisch zu sein, da eine weitere Verbraucherin, die über Monate hinweg eine mit 76 ppb belasteten Probe konsumiert hatte, keine gesundheitlichen Probleme berichtete. Die Wirksamkeitsschwelle zur Auslösung klinischer Symptome beim Menschen dürfte derzeit bei einer Gesamtaufnahmemenge von 40-50 Microgramm liegen, die je nach Belastung des A.f.a.-Produkts mehr oder weniger schnell erreicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Australien wird für Trinkwasser ein Microcystin-LR Richtwert von 1,3 Microgramm/Liter empfohlen. Alle Grenzwerte, auch der von der WHO empfohlene, orientieren sich aus Hochrechnungen, die ihre Grundlage in Tierversuchen am Mausmodell haben. Mäuse halten aber eine deutlich höhere Microcystinbelastung aus, ohne Leberschäden oder körperliche Symptome zu entwickeln, als andere Tiergattungen (z.B. Ratte oder Schwein). Zeigen sich bei Mäusen noch keine Zeichen von Leberschädigungen bei intraperitonealen Gaben von Microcystinen in Dosen von 25-50 Microgramm/kg Körpergewicht (vgl. Fromme, Berlin, 1999), treten bei Rattenfeten bereits ab 4 Microgramm/kg Körpergewicht Schäden auf (Zhang et al. 2002). Schweine überleben nach Beasley et al. (2000) gerade noch eine Microcystindosis von 25 Microgramm/kg Körpergewicht, erleiden dabei aber bereits nachweisbare Organschäden u.a. im Bereich der Leber. Beim Menschen fehlen entsprechende Untersuchungen aus naheliegenden Gründen. Niemand würde die Erlaubnis erhalten, selbst bei Freiwilligen solche Versuche durchzuführen. Deshalb ist man auf Analogieschlüsse angewiesen, die sich sinnvollerweise auf die Trink- oder Badewasserbelastung mit Microcystinen beziehen, denn hier zeigen Studien aus China, dass der Konsum microcystinbelasteten Trinkwassers eindeutig mit einem erhöhtem Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert ist (z.B. Shun-Zhang 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut für Umweltanalytik und Humantoxikologie (ITox) in Berlin empfiehlt in der Gesundheitlichen Bewertung von Blaualgentoxinen (Microcystinen) in Badegewässern bereits ab einer Belastung von 10-100 Microgramm pro Liter, auf das gesundheitliche Risiko beim Baden in entsprechend belasteten Gewässern hinzuweisen und vom Baden abzuraten sowie ab Microcystinwerten oberhalb von 100 Microgramm pro Liter das Baden in solchen Gewässern zu untersagen. Es liegt nahe, diesen Trinkwassergrenzwert auf die Algenprodukte zu übertragen, denn in der von mir iniziierten Untersuchung fand ich zwei Personen, die nach mehrmonatiger Einnahme von Algenprodukten in einer geschätzten Microcystin-Gesamtdosis von etwas über 40 Microgramm klinische Symptome entwickelt hatten, die auf eine chronische Vergiftung durch Microcystine schließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn also Tierversuche zeigen, dass Mäuse zur Risikoabschätzung durch Microcystin aufgrund ihrer Unempfindlichkeit ungeeignet sind, Ratten und Schweine hingegen viel empfindlicher reagieren und zudem erste Hinweise bei Erwachsenen zeigen, dass Gesamtdosen von etwa 40 Migrogramm Microcystinen - auch über längere Zeit verteilt eingenommen - zu Gesundheitsschäden führen können, muss gefordert werden, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Microgramm/Liter auch bei den Algenprodukten einzuhalten ist. Die im US-Bundesstaat Oregon tolerierten Microcystinmengen in Algenprodukten (1.000 Microgramm pro kg), die nur auf Schätzungen aus Mausmodellen beruhen (Schaeffer et al. 1999), sind offensichtlich wesentlich zu hoch. Sie liegen um den Faktor 1.000 überhalb der für Trinkwasser empfohlenen WHO-Richtwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die übliche Verzehrsempfehlung von 2 Gramm Algenmasse pro Tag, eine durchschnittliche Microcystinbelastung von 0,1 Microgramm pro Algengramm und eine Dosisschwelle von 40 Microgramm Microcystinen bei Erwachsenen zugrunde, ab der offensichtlich klinische Symptome auftreten können, so kann man innerhalb von etwa 6-7 Monaten die kritische Belastungszone zum Auftreten körperlicher Beschwerden erreichen. Es gibt jedoch Algenanbieter, deren entsprechend belastete Algenprodukte mit Verzehrsempfehlungen bis zu 20 Pillen (5 Gramm) täglich angepriesen werden. Bei solchen Verzehrsmengen ist es kein Wunder, wenn die kritische Schwelle bereits innerhalb weniger Wochen erreicht wird und die Patienten anfänglich mit schnell auftretenden Hautausschlägen konfrontiert werden. Sanacell und Algavital nutzen beide gern die Dienste der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn, die einschläge Ritalin-kritische und AFA-propagierende Bücher publiziert hat sowie einschlägige werbende Artikel in Szene-Zeitschriften veröffentlichte. Sie tritt für noch höhere Dosen pro Tag (20 Gramm und mehr) ein. Bei den Microcystinmengen, die in den Produkten von Sanacell und Algavital gefunden wurden, würde dies eine Krebsgefahr bedeuten sowie nach wenigen Wochen bis Monaten klinische Symptome einer Microcystinvergiftung bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich ist zu bedenken, dass sich 50% der oral eingenommenen Microcystindosis in der Leber anreichert. Somit sind die üblichen Dosierungsschemata des Giftes in Bezug auf Kilogramm Körpergewicht per se fragwürdig. Die Leber eines Erwachsenen hat ein durchschnittliches Gewicht von 3-4 kg, so dass bereits niedrige Einnahmemengen zu Leberschäden führen können. Geht man davon aus, dass man eine Giftkonzentration von 1 Microgramm pro kg Lebergewicht einnehmen müßte, würden bereits 8 Microgramm Gesamtaufnahmemenge ausreichen, um erste Leberschäden zu bewirken oder ggf. dazu beizutragen, Leberkrebs auszulösen. Diese Dosis kann bei Algenprodukten, die, wie in der vorliegenden Untersuchung nachgewiesen, mit 68-134 Microgramm pro kg (also 0,068 - 0,134 Microgramm pro Gramm) mit Microcystinen belastet sind, durchaus schon in 2-3 Monaten erreicht werden, denn die Microcystine werden nicht so schnell abgebaut, wie sie eingenommen werden. Das Leberkrebsrisiko kann bereits in solchen Dosen möglicherweise deutlich erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yu und Chen (1994) untersuchten den Microcystingehalt in Trinkwasser von 20 Patienten, die an hepatozellulärem Karzinom erkrankt waren (61 Microgramm/Liter) und verglich ihn mit demjenigen von gesunden Kontrollpersonen (36 Microgramm/Liter). Dies zeigt, dass eindeutige Risiken bestehen können, wenn dauerhaft Microcystine in noch vergleichsweise niedrigen Dosen eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnung des BfArM und BgVV==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin ( BgVV) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte am 21. März 2002 eine gemeinsame Presseerklärung &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bgvv.de/presse/2002/pr_02_08.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, die vor dem Konsum der Algenprodukte warnte. Am 22.03.2002 warnte der kritische Informationsdienst für Ärzte und Apotheker (Arznei-Telegramm) in einer Blitz-Mitteilung per eMail &amp;lt;ref&amp;gt;AT: AFA-Alge: Irreführende Werbung, bedenkliche Produkte&amp;lt;/ref&amp;gt; vor den Algenprodukten und vertiefte dies in einer Printausgabe des Arznei-Telegramms am 12. April 2002. Am 27.03.2002 warnte der Krebs-Kompass.de auf seiner Website ebenfalls mit dem Titel Warnung vor Algen statt Arznei. Diese Warnungen trugen dazu bei, dass Elternverbände in Deutschland und der Schweiz, die sich für hyperaktive Kinder (ADS-Kinder) einsetzen, sich dem von Algenvertreibern erzeugten juristischen Druck ausgesetzt sahen, besser widerstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pressemitteilung vom 21.3.2002 zu AFA-Algen:&lt;br /&gt;
*Ein Nutzen durch den Verzehr AFA-Algen-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.&lt;br /&gt;
*eine Gefährdung der Gesundheit durch Gifte ist nicht auszuschließen.&lt;br /&gt;
*Produkte, denen werblich eine heilende Wirkung zugeschrieben wird, sind als Arzneimittel anzusehen und bedürfen deshalb der amtlichen Zulassung. Liegt eine solche Zulassung nicht vor, sind die Produkte nicht verkehrsfähig. In Deutschland ist kein solches Produkt zugelassen.&lt;br /&gt;
*Damit liegt ein Verstoß gegen das Verbot der irreführenden Werbung nach dem Heilmittelwerbegesetz vor. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der Fehlinformation Eltern eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder abbrechen und sich das Leiden verschlimmert, wenn ersatzweise AFA-Algenprodukte gegeben werden. Gleiches gilt für Erwachsene, die im Vertrauen auf die &amp;quot;Heilkraft der AFA-Algen&amp;quot; bei einer diagnostizierten Depression oder bei anderen Gesundheitsstörungen eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie abbrechen und stattdessen AFA-Algenprodukte zu sich nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnende Stimmen werden mit juristischen Tricks niedergebügelt==&lt;br /&gt;
Eckard Pinnow brüstet sich in der obigen Forum-Ausgabe, dass es gerichtlich verboten sei, Warnungen vor AFA®-Algen zu veröffentlichen. Diese Behauptung ist offensichtlich erlogen, denn seine Produkte sind nachweislich belastet. Trotzdem kommt Pinnow mit seinen Lügen legal über die Runden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trick, mit dem Pinnow bisher der prozessuale Sieg gegenüber sorgenvoll warnender Elternverbände von ADHS-Betroffenen und -Kindern gelang, ist leicht erklärt. Er ließ die entsprechenden Organisationen von einer Anwaltskanzlei abmahnen. Da in der strittigen Äußerung das Wort &amp;quot;AFA-Algen&amp;quot; (eine in der Fachliteratur durchaus übliche Abkürzung) genannt worden war, Sanacell (wie auch Algavital) sich ähnlich klingende Namen aber als Produktbezeichnung schützen ließen, konnten sie daraus eine Aktivlegitimation und somit Klagefähigkeit ableiten. Die Abmahnung enthielt allerdings so lächerliche Passagen, dass sie von den prozessunerfahrenen Verbänden nicht ernst genommen wurden. Es wurde deshalb keine Schutzschrift hinterlegt, so dass der gegnerische Anwaltskanzlei (Radeck/Berlin) einfach zum Landgericht marschierte, eine Einstweilige Verfügung beantragte und diese auch bewilligt erhielt. Die schockierten Verbände bekamen erst Wind von der Sache, als ihnen die Verfügung ins Haus flatterte (vgl. Kritiker leben gefährlich). Auf diese Weise war es Pinnow möglich, öffentliche Warnungen vor seinen giftbelasteten Algenprodukten bis zur Hauptverhandlung stillzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die ADHS-Verbände Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung eingelegt hatten, kam es zu einer mündlichen Verhandlung. Die Richter Mauck, Gollan und Becker verurteilten erstinstanzlich mit haarsträubenden Begründungen die ADHS-Verbände und gaben Sanacell vollumfänglich Recht. So glaubten sie den Ausführungen Sanacells, dass diese in der Lage sei, Microcystine aus den Algenprodukten durch ein geeignetes Filterverfahren zu entfernen. Die Richter schrieben: &amp;quot;Diese Behauptung wird gestützt durch die Ausführungen auf Seite 53 des Buches &amp;#039;Die Heilkraft der AFA-Alge&amp;#039;, wonach die AFA-Alge viel kleiner ist als die Microcystine und das Sieb passiert, während jene zurückgehalten werden.&amp;quot;. Dass auch Aphanozimenon-Stämme Microcystine produzieren können, ist in der Fachliteratur bekannt und beschrieben. Das Microcystine winzige Moleküle sind, ergibt sich zwangsläufig von selbst. Kein Gift ist besonders groß, die gefährlichsten sind sogar sehr klein, weil sie sonst Schwierigkeiten hätten, in den Organismus aufgenommen zu werden. Es hätte sogar einem Richter mit normaler Schulbildung auffallen müssen, dass ein Bakterium nichts produzieren kann, was größer als es selbst ist. Schon gar nicht hätten drei Richter den obigen Unfug schreiben dürfen. Dieser bedeutet im übertragenen Sinne, dass ein Gemisch aus Wackersteinen (Afa-Algen) und Staub (Microcystinen) durch ein Sieb geschüttelt werden kann, in dem der Staub liegen bleibt, die Wackersteine aber hindurchfallen. Dass dergleichen Inkompetenz an deutschen Gerichten ein Richteramt ausüben darf, ist einer der vielen Skandale im AFA-Algenzirkus. Dass sich die Richter offenbar aus lauter Faulheit sogar auf die Schriften der die AFA-Algen propagierenden Heilpraktikerin Barbara Simonsohn (siehe Fünf Tibeter) stützten, ist ein Schlag ins Gesicht jedes wissenschaftlichen Sachverstandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Richter erklärten weiterhin, dass das Herausfiltern der Microcystine durch das Vorlegen von Untersuchungszertifikaten durch Sanacell hinreichend belegt worden sei. Dem ist aber nicht so, denn von der Firma wurden keine ELISA-Untersuchungen, sondern vielmehr der PPIA-Test verwendet wird. Wie oben bereits beschrieben, ist der PPIA-Test weitaus ungenauer und dies vor allem in dem Bereich der Microcystinbelastung, um den es sich hier dreht. Hier wird oftmals deutlich weniger bis gar keine Belastung im PPIA angezeigt, während der ELISA noch verlässlich die Giftkonzentrationen anzeigt. So ließen sich die drei Berliner Richter exzellent täuschen und die Verbände zahlten für deren Inkompetenz die Zeche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma Algavital versucht eine andere Taktik, um unliebige Kritik wegzubügeln. Analog wie Sanacell versucht sie haltlose Abmahnungen zu versenden. Hinterlegt man aber eine fundierte Schutzschrift, so schrecken beide vor Klagen offenbar aus Angst vor einer Blamage zurück. Berichten aber Presseorgane kritisch über die giftbelasteten Algen, versucht primär Algavital durch presserechtliche Tricks, Gegendarstellungen plaziert zu erhalten. Sind diesen korrekt formuliert, müssen jene vom jeweiligen Journal unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abgedruckt werden. So geschah dies der Pharmazeutischen Zeitung, die kritisch über diese Algen berichtet hatte. Bei anderen Blättern hingegen gelang der Widerruf, der spätestens nach 3 Monaten plaziert sein muss, nicht. Grund war hierfür die offensichtlich wahrheitswidrige Forderung der Firma Algavital. Algavital nutzt auch gerne auf ihrer Website die Chance, Kritiker zu verleumden. Abmahnungen, die ihr deshalb ins Hause flattern, befolgt sie allerdings dann auch relativ schnell, zahlt aber die entsprechenden Anwaltsrechnungen nicht und lässt es dann offensichtlich auf langwierige Gerichtsprozesse ankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsicht: Verwechslungsgefahr!==&lt;br /&gt;
Ein sowohl in den USA als auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern vertretene Biotech-Firma mit dem Namen Celltech Group (Hauptsitz in Großbritannien, 208 Bath Road, Slough, Berkshire SL1 3WE) verkauft über seine deutsche Niederlassung (Celltech GmbH &amp;amp; Co. KG, Im Wirringen 25, 45731 Waltrop) seit Mai 2002 ein Methylphenidatprodukt (Equasym) zur Behandlung von ADS/ADHS. Equasym ist neben Medikinet (Fa. Medice) und Ritalin (Fa. Novartis Pharma) das dritte Methylphenidatprodukt, das in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt gekommen ist (vgl. Gelbe Liste). Celltech Group hat mit einem US-amerikanischen Algenanbieter fast gleichen Namens aber nichts zu tun. In den USA hat die Celltech Group verschiedene Niederlassungen (Celltech R&amp;amp;D Inc. in Wayne und in Bothel, Celltech Manufacturing CA Inc. in Santa Ana, Celltech Pharmaceuticals Inc. in Rochester). Ärzte, die Equasym rezeptieren wollen, jedoch bei dem Namen des Anbieters misstrauisch geworden sind, sollten dies berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scientology, Sektengruppen und Pseudowissenschaftler im Spiel==&lt;br /&gt;
Auf der Ebene des Europarates ist es dem US-amerikanischen Top-Scientologen Fred A. Baugham, seines Zeichens pädiatrischer Neurologe, gelungen, die US-Psychosekte ins Spiel zu schleusen. Er selbst propagiert seit Jahren in den USA eine Anti-Ritalin-Kampagne und tritt gemeinsam mit In Paris konnte er den Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Parlament) in einer gut plazierten Marketingkampagne überrollen. Er sorgte mit einigen anderen dafür, dass eine Anhörung im November 2001 zu einer Farce wurde. Nicht nur gab er die üblichen haltlosen Lügen und Unwahrheiten über ADHS und Methylphenidat zum besten, er sorgte durch Lobbyarbeit hinter den Kulissen dafür, dass an die Mitgliedsstaaten des Europarats die schriftliche Aufforderung erging, den Methylphenidatbedarf zu überprüfen und die Verordnung einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA arbeitet Peter Breggin, ein bisher der Scientology nicht direkt zuzurechnender Autor, mit Fred A. Baugham eng zusammen. Durch einschlägige, reisserische Bücher, in der die üblichen verleumderischen Thesen über wirksame Behandlungsmethoden bei ADHS verbreitet werden, trägt Breggin dazu bei, bei den Betroffenen Angst vor z.B. [[Ritalin|Methylphenidat]] zu schüren. In Deutschland hat seine Thesen der Neurobiologie Hüther aufgenommen, der sich auch nicht zu schade ist, auf Podiumsdiskussionen teilzunehmen, die von schweizerischen Firmen, die der Scientology direkt zuzurechnen sind, aufzutreten. Hüthers Hauptthese, Methylphenidat prädisponiere für M. Parkinson, ist nachweislich falsch und wurde in der Fachliteratur ausführlich wiederlegt. Trotzdem tourt er derzeit durch Europa und schafft es offenbar auch mit Unterstützung von Scientologen, sich in öffentlichen dt.-sprachigen Medien mit seinen falschen Behauptungen zu plazieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Szene um [[Franz Konz]] (siehe Ur-Medizin) ist mir von der Partie. Konz präsidiert bekanntlich dem Bund für Gesundheit e.V., der wiederum eine Hauspostille (Natürlich Leben) sowie ein Beratungstelefon betreibt. Konz schrieb über verhaltensauffällige Kinder in einer der letzten Ausgaben und empfahl, solche Kinder in kompetente Psychotherapie zu bringen. Dabei riet er zur Firma [[KVPM]], die jedoch seit Jahren eine bekannte Deckadresse der US-Psychosekte Scientology in Deutschland ist (siehe Die Scientology Organisation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Esoterikmessen wie den Medizinischen Wochen Baden-Baden, auf denen Sanacell Afa-Produkte vorstellt, wird immer gerne mit Publikationen der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn geworben. In deren Büchern kann man deren indirekte Finanzierung durch diese Firmen leicht nachvollziehen. Sie schreibt selbst in einem ihrer Bücher, dass sie von Algenanbietern Waren zu Testzwecken im Wert von mehreren tausend Euros erhalten hat. Zusätzlich, und dies ist mit Sicherheit kein Zufall, saß Frau Simonsohn über längere Zeit am Beratungstelefon des [[BFG|Bundes für Gesundheit]]. Ihre 14-tägigen Sprechzeiten konnten in Natürlich Leben nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits bei der Ur-Medizin beschrieben, bestehen Verbindungen zwischen Konz und dem wegen Kindsmissbrauchs und Betrugs zu einer 15jährigen Haftstrafe in Paris verurteilten [[Guy-Claude Burger]]. Burgers deutsche Stimme, der [[MLM|Multi-Level-Marketing]] Verkäufer Stephen Janetzko aus Erlangen ist einer der Ansprechpartner, der für das GesundheitsNetzwerk des Pinnow in Erlangen Veranstaltungen organsiert. Dies kann in der Sanacell-Firmenzeitung FORUM (Ausgabe 08/2002) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man erkennt, gibt es enge Verflechtungen zwischen sektenähnlich operierenden Gruppen, der US-Psychosekte Scientology und den die Algen verkaufenden Firmen in Europa. Es liegt nahe, zu vermuten, dass es sich bei einigen dieser Firmen um abgetauchte bzw. abgetrennte Scientologen-Netzwerke handelt, die zwar scientologische Methoden anwenden, sich aber nicht offen zur Scientology bekennen. Die genannten Netzwerke sind übrigens nur nur die Spitze des Eisberges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Beasley VR, Lovell RA, Holmes KR, Walcott, HE, Schaeffer DJ, Hoffmann WE, Carmichael WW: Microcystin-LR decrease hepatic and renal perfusion and causes circulatory shock, severe hypoglycemia and terminal hyperkalemia in intravasculary dosed swine. J Toxicol Environm Health 61 (Part A): 281-203, 2002&lt;br /&gt;
*Chernoff N, Hunter ES, Hall LL, Rosen MB, Brownie CF, Malarkey D, Marr M, Herkotivs J: Lack of teratogenicity of microcystin-LR in the mouse and toad. J Appl Toxicol 22: 13-17, 2002&lt;br /&gt;
*Gilroy DJ, Kauffman KW, Hall RA, Huang X, Hu FS: Assessing potential health risks from microcystin toxins in blue-green algae dietary supplements. Environment Healtch Perspect 108: 435-439, 2000&lt;br /&gt;
*Jensen GS, Ginsberg DI, Huerta P, Citton M, Drapeau C: Consumption of Aphanizomenon flos-aquae has rapid effects on the circulation and function of immune cells in humans. A novel approach to nutritional mobilization of the immune system. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 50-58, 2000&lt;br /&gt;
*Kushak RI, Drapaeu C, Van Cott, EM, Winter, HH: Favorable effects of blue-green algae Apha-nizomenon flos-aquae on rat plasma lipids. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 59-65, 2000&lt;br /&gt;
*Lyra C, Suomalainen S, Gugger M, Vezi C, Sundman P, Paulin L, Sivonen K: Molecular characterization of planktic cyanobacteria of Anabaena, Aphanizomenon, Microcystis and Planktothrix genera. Int J System Evolut Microbiol 51: 513-526, 2001&lt;br /&gt;
*Manoukain R, Citton M, Huerta R, Rhode B, Drapeau C, Jensen GS: Effects of the blue-green algae aphanizomenon flos aqua (L.) Ralphs on human natural killer cells. In: Savage L (Ed.): Phytoceuticals. 1.1. Chap. 3.1., Seite 233-241, 1998&lt;br /&gt;
*NCI Nomination: Blue-Green Algae. Submitted to the NTP. September 2000&lt;br /&gt;
*Ray RA: Microalgae as food and supplement. Crit Rev Food Sci Nutr 30: 555-573, 1991&lt;br /&gt;
*Schaeffer DJ, Maplas PB, Barton LL: Risk assessment of microcystins in dietary Aphanizomenon flos-aquae. Ecotoxicol Envinron Saf 44: 73-80, 1999&lt;br /&gt;
*Shun-Zhang Y: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 675-682, 1995&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität - ein Problem unserer Zeit. Erfahrungsheilkunde, Nr. 8, 516-527, 2000&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Hyperaktivität - warum Ritalin keine Lösung ist. W. Goldmann Verlag, München, 2001&lt;br /&gt;
*Ueno Y, Nagata S, Tsutsumi T, Hasegawa A, Watanabe MF, Park HD, Chan GC, Chen G, Yu SZ: Detection of microcystins, a blue-green algal hepatotoxin, in drinking water sampled in Haimen and Fusui, endemic areas of primary liver cancer in China, by highly sensitive immunoassay. Carcinogenesis 17: 1317-1321, 1996&lt;br /&gt;
*Yu SZ: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 674-682, 1995&lt;br /&gt;
*Yu SZ, Chen G: Blue-green algae toxins and liver cancer. Chin J Cancer Res 6: 9-17, 1994&lt;br /&gt;
*Zhang Z, Lian M, Liu Y, Wei G, Yu S, Kang S, Zhang Y, Chen C: Teratosis and damage of viscera induced by microcystin in SD rat fetuses. Zhonghua Yi Xue Za Zhi 82: 345-347, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.uni-konstanz.de/news/mittshow.php?nr=12&amp;amp;jj=2008 Universität Konstanz zu Algenpräparaten&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cd/987&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cm/208/afa_algen_und_afa_algenpropdukte.pdf&lt;br /&gt;
*http://ads-adhs.de.vu/algen.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Beutelschneiderei]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=18550</id>
		<title>AFA-Algen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=18550"/>
		<updated>2009-02-27T14:03:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: /* Afa-Algen sind in keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:afa2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Afa-Algen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Aphanizomenon flos-aquae) sind Bakterien der Abteilung [http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien  Cyanobakterien] und werden auch Blaualgen genannt. Diese werden seit einigen Jahren als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (NEM) angeboten. Entsprechend der häufigen Vorgehensweise von Vermarktern von &amp;quot;Wundermitteln&amp;quot; wurden über diese schlichte Alge diverse Märchen und beleglose Behauptungen verbreitet und ihr Heilwirkungen bei [[Ritalinkritik|ADHS]] bis [[Unkonventionelle Krebstherapien|Krebs]] und natürlich allen üblichen [[Zivilisationskrankheit]]en angedichtet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich jedoch Lebensmittel und unterliegen daher dem [[LFGB]] (Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch). Laut LFGB sind gesundheitsbezogene Werbung und werbeähnliche Äußerungen untersagt und können kostenpflichtig abgemahnt werden. Problematisch ist, dass in diesen Algen z.T. sehr giftige (lebertoxische) Microcystine vorhanden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Afa-Algen sind keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien==&lt;br /&gt;
Die als Afa-Algen bezeichneten Lebewesen sind zur Photosynthese befähigte Einzeller (Eubakterien), die evolutionsgeschichtlich sehr alt sind. Viele Stämme dieser Bakterien sind in der Lage, hochwirksame Gifte (Microcystine, Anatoxine, Saxitoxin) zu produzieren, welches sich in den Bakterien selbst sowie in den sie verzehrenden Meerestieren anreichert. Man nennt sie deshalb auch blaugrüne Cyanobakterien. Eine ausführliche Darstellung über Microalgen und deren Belastung mit Algentoxinen finden sie in den Guidelines for Safe Recreational-water Environments (Vol. I: Coastal and Fresh-waters), Oktober 1998 &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~tennisplatzis/paralex/content/who_Recreawat-II.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beworbene Indikationen==&lt;br /&gt;
Afa-Algen werden von unterschiedlichen Firmen als Lebensmittel angepriesen. Je nach Lokalisation der Firma werden verschiedene heilende Aussagen getroffen. In den USA werden die Mittel u.a. von der Fa. Bluegreen (von der auch deutsche Firmen ihre Produkte beziehen) als Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Immunschwächeerkrankungen anderer Art, ADHS, Hypercholesterinämie und zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens beworben. Für diese propagierten Aussagen liegen keine glaubwürdige Wirksamkeitsnachweise vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
Seriöse Studien über die Wirkung der AFA-Algen gibt es im internationalen wissenschaftlichen Schrifttum nicht. Es gibt allerdings einige Nischenpublikationen wie einen Buchbeitrag (Manoukain et al. 1998) und Journalartikel (Kushak et al. 2000, Jensen et al. 2000). Letztere stemmen aus dem Journal of the American Nutraceutical Association (JANA). Allein diese Titelwahl soll den Leser verwirren, denn die American Medical Association, die größte US-Vereinigung für Fachärzte der Inneren Medizin, gibt mit JAMA eine ähnlich klingende Fachzeitschrift heraus, die sich Journal of the American Medical Association (JAMA) nennt. JANA ist nicht in medizinischen Fachinformationsdiensten wie Medline gelistet, JAMA hingegen sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Studie von Manoukain et al. (1998) wurde festgestellt, dass man durch die Gabe von 1.5 g Afa-Algen bei fünf gesunden Freiwilligen eine signifikante Verringerung der Natürlichen Killerzellen innerhalb von 2 Stunden nach dem Schlucken bewerkstelligen konnte. Die Menge an NK-Zellen sank um 63%. Dies verwundert nicht, denn die unten noch näher beschriebenen Algentoxine greifen u.a. direkt die Zellstrukturen von weißen Blutkörperchen an und können die Aufnahme von Nahrungsenergie (z.B. Glukose) durch die Zellwand hemmen. Wahrscheinlich resultiert die Reduktion der NK-Zellen auf einer direkten Giftwirkung der in den Afa-Algen vorhandenen Microcystine oder des Saxitoxins, das in geringerer Mengen Auswirkungen auf Blutzellen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer zweiten Studie (Jensen et al. 2000) wurden 21 gesunde Probanden mit 1.5 g Afa-Algen über sechs Wochen behandelt. Unter der Afa-Algenbehandlung kam es zu einem deutlichen Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen, was unter Placebogabe nicht eintrat. Dieser Effekt wurde von den Autoren als Stimulation des Immunsystems interpretiert, die eine Verbesserung der Abwehrsituation anzeige. Diesen Schluss ist lächerlich, denn wenn man eine Substanz verzehrt, die Zellgifte enthält, welche im Organismus z.B. Leberzellen verstärkt in den Selbstmord treiben können (Auslösung der Apoptose), erklärt sich der Anstieg der Abwehrzellen wesentlich offensichtlicher. Stirbt im Organismus Zellgewebe ab, weil es beschädigt wurde, dann ändert sich die Oberflächenstruktur der betroffenen Zellen. Diese werden dadurch für das Abwehrsystem als zur Entsorgung freigegeben gekennzeichnet, daraufhin von weißen Blutkörperchen angegriffen und verzehrt. Je mehr solche betroffenen Zellen sterben, desto höher ist der Bedarf an den sie verzehrenden weißen Blutkörperchen. Die Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen ist nur die Folge einer durch Algengifte verursachten, niedrigschwelligen Entzündungsreaktion u.a. von Leberzellen. Jensen et al. (2000) verloren kein Wort über den Zustand der Leber oder der Nieren der Probanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kushak et al. (2000) veröffentlichten eine Studie, die an Ratten zeigen sollte, dass der Konsum von Afa-Algen den Blutfettspiegel zu regulieren in der Lage sei. Sie gaben den Tieren unterschiedliche, mit ungesättigten Fettsäuren angereicherte Diäten. Daneben reicherten Sie die Diät z.T. mit 10-15% Afa-Algensubstanz an. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die keinen Afa-Zusatz erhielt, wiesen die beiden Afa-Untersuchungsgruppen eine deutliche Senkung des Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegels im Serum auf. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Afa-Algen einen cholesterinsenkenden Effekt hätten und empfahlen, diese Wirkung im Lebensmittelsektor auszunutzen. Auch dieses Resultat wundert mich nicht, lässt es sich doch erneut mit der Giftwirkung von Algentoxinen erklären. Die Leber ist das Zielorgan für Microcystine, die sich dort anreichern. Dies ist auch bei Ratten nachgewiesenermaßen der Fall. Die Leber ist aber gleichzeitig der Produktions- und Umschlagsort für Blutfette. Da Microcystine auch in niedriger Dosierung auf Leberzellen von Ratten schädigend wirken, sinkt mit steigender Afa-Menge logischerweise die Syntheseleistung der Leberzellen, weil sich eine zunehmende toxinbedingte Organentzündung in einer verschlechterten Syntheseleistung niederschlägt. Interessanterweise hatten die Autoren weder Leberwerte berichtet, die auf die Organfunktion hätten schließen lassen, noch hatten sie nach dem Fütterungsversuch über histologische Leberuntersuchungen der Tiere berichtet, um eventuelle Auswirkungen der Algentoxine zu bewerten. Dies lässt darauf schließen, dass sie offenbar befürchteten, negative Auswirkungen zu finden. Wer nicht sucht, findet nicht und kann dem Leser in die Tasche lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Studien sind kein Beleg für die Wirkung von Afa-Algen, zumal keiner der Autoren in seinen Berichten genaue Angaben über die Microcystin-, Anatoxin- und Saxitoxingehalte der verwendeten Afa-Produkte machte. Bei jeder Studie war ein Vertreter von Bluegreen, dem größten US-amerikanischen Afa-Algenproduzenten, Mitautor. Dies lässt auf eine direkte Einflussnahme und auf Gefälligkeitsstudien schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt im Bereich der Therapie hyperaktiver Kinder bisher keine einzige seriöse Studie, die bewiesen hätte, dass Afa-Algen einen therapeutischen Vorteil erbracht hätten. Man muss sich recherchemäßig fast auf den Kopf stellen, um zumindest indirekte Hinweise zu erhalten, denn im internationalen medizinischen Fachschrifttum gibt es keine einzige Afa-Studie. Auch das Durchforsten von Doktorarbeiten oder Habilitationsschriften deutscher Universitäten erbringt keine einzige Untersuchung mit diesem Nahrungsergänzungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Buch der Heilpraktikerin und Diplom-Politologin Barbara Simonsohn (2001), die Afa-Algen als Ersatz für Ritalin vorstellt, findet man einen ersten Hinweis. Sie berichtet übrt Einzelfälle, die als Belege dargestellt werden: Julian, 13, war sprunghaft, ungewöhnlich rastlos, unkonzentriert und ermüdete schnell. Sein Verhalten war dominant, undiplomatisch und oft verständnislos. Julian ist seit Afa-Algen-Einnahme weniger impulsiv, er findet nach einem Wutanfall leichter zurück zum Normalzustand, kann besser nachgeben und ist lustiger und fröhlicher. Diesem lächerlichen Beweis fehlt so ungefähr alles, was es erlaubt, eine seriöse DSM-IV-basierte Beurteilung der Hyperaktivität des Kindes zu erstellen. Die Heilpraktikerin hat nur einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Symptomatik eines hyperaktiven Kindes beschreibt. Da die anderen Fallbeschreibungen in ihrem Buch von ähnlicher Güte sind, stellt sich die Frage, ob Simonsohn wirklich eine Ahnung von dem hat, über was sie schreibt. Da sie als Werbeinstrument für Algenhersteller dient, sind ihre Publikationen wohl nichts anderes als direkte Schleichwerbung für Afa-Algen, an denen sie gut verdient. Sie selbst gibt in ihrem Buch offen zu, von mindestens drei deutschen Anbietern mit Afa-Pillen im Marktwert von 7.500 Euro ausgestattet worden zu sein, um Kinder von 44 Familien zu behandeln. Die Heilpraktikerin empfahl den Kindern eine Dosis von 1.5 g/d und die Beobachtung soll 10 Wochen gedauert haben. Kalkuliert man die Tagesdosis mit 1 Euro, hätte die Dame 5.000 Tagesdosen ausreichen können. Weil man 80 Tagesdosen pro Kind braucht, hätte man mindestens 60 Kinder behandeln können. Es sind aber nur 19 Kinder in der Publikation der Heilpraktikerin grob beschrieben. Da 44 Familien gemeinsam wohl kaum 19 Kinder haben können, dürfte sich die Heilpraktikerin entweder jene Fälle herausgesucht haben, bei denen ihre schlampige Diagnostik einer wahrscheinlich gar nicht bestehenden ADHS durch Afa-Algen &amp;#039;geheilt&amp;#039; wurde oder sie hat, wie in solchen Jubelpublikationen üblich, die Krankengeschichten erfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blickt man in populärwissenschaftliche Zeitschriften der [[Ganzheitsmedizin]], findet sich eine Publikation von Simonsohn im Jahr 2000. Hier berichtete sie über verschiedene Studien, die angeblich die Wirksamkeit bei Afa-Algen bewiesen haben sollen. In der sog. The kid.com Study, die von einem Afa-Anbieter durchgeführt worden sein soll, sollen Symptomverbesserungen bei Kindern erreicht worden sein. Was genau diagnostiziert und welches Resultat sich vor und nach der Studie exakt dargeboten hat, gibt die Autorin nicht wieder. Sie gibt nur folgendes bei den Kindern an: Signifikante Verbesserungen in ihrer Fähigkeit, zu fokussieren, Anweisungen zu folgen und sich zu konzentrieren. Eine Abnahme von streitsüchtigem, fordernden und kämpferischen Benehmen. Weniger Symptome von Angst und Depression. Verbesserung des sozialen Verhaltens. Weniger Zeichen von emotionalen und verhaltensmäßigen Abgelenktsein. Weniger Wutanfälle und Erziehungsprobleme. Weniger Verhaltensauffälligkeiten, die man als merkwürdig klassifizieren könnte. Weniger körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Magenschmerzen, für die kein offensichtlicher Grund vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Untersuchungsmerkmale mit den DSM-IV Diagnosekriterien für ADHS vergleicht, kommt man mit sehr viel Mühe auf gerade einmal zwei ADHD-Merkmale. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei den Kindern in der Kid.com-Studie nicht um hyperaktive Kinder gehandelt hat. Da wundert es nicht, wenn Simonsohn (2000) schreibt: Die beiden Behandlungsformen (gemeint ist der Vergleich zwischen Ritalin und Afa-Algen) waren gleichermaßen effektiv. Wer den Eindruck hinterlässt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und gleichzeitig so wenig Ahnung von ADHS hat, wie Frau Simonsohn, mag diesen Schluss ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sieht es bei einer zweiten Studie aus, die Simonsohn (2000) referiert. Es handelt sich um den The Children &amp;amp; Algae Report, bei dem die beteiligten Eltern die Produkte eines Afa-Algenanbieters sogar selbst zahlen mussten. Die Bewertung der Kinder erfolgte mit einem Aschenbach-Bewertungsschema, welches u.a. Aufmerksamkeit, Aggression, soziale Probleme, Ängstlichkeit/Depression, Straffälligkeit, Denkprobleme, Zurückgezogenheit und eine Bewertung namens somatisch beurteilen soll. Diese pseudowissenschaftliche Bewertungsschema ist in der seriösen ADHS-Diagnostik vollständig unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In keiner der von Befürwortern durchgeführten Studien, sofern diese überhaupt erreichbar sind, ist eine glaubwürdige, realitätsbezogene Selektion des untersuchten Kollektivs nach etablierten Diagnosemethoden erfolgt. Offenbar wurden die üblichen DSM-Kriterien nicht als Bewertungs- und Einstufungsgrundlage angewendet. Allein diese methodischen Unzulänglichkeiten machen die bisherigen Befürworterstudien in meinen Augen unglaubwürdig. Der Umstand, dass in keiner Studie mitgeteilt wird, ob nach Toxinen in den Afa-Algen gesucht worden war oder ob zumindest Leber- und Nierenparameter zur Absicherung von negativen Auswirkungen dieser Gifte laborchemisch bestimmt worden sind, zeigt, dass in diesen Studien offenbar nicht mit großer wissenschaftlicher Genauigkeit vorgegangen worden zu sein scheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Quelle, der sog. &amp;#039;&amp;#039;The Nicaragua Report&amp;#039;&amp;#039;, die von der US-Algenfirma Bluegreen gesponsort wurde, ist in Wahrheit eine spanischsprachige Doktorarbeit aus dem von Wirtschaftskrisen und politischen Händeln zerrissenen Nicaragua. Das Land ist bekannt dafür, eine hungernde Bevölkerung zu besitzen und es ist leicht, dort für wenige Dollars Gefälligkeitsstudien zu lancieren. In der seriösen wissenschaftlichen Szene wären diese bedeutungslos, aber für den unwissenden Verbraucher sind solche Studien exzellentes Marketingmaterial. In einem 14 Seiten dünnen A5-Heftchen wird auf populärwissenschaftliche Weise beschrieben wird, wie Afa-Algen in einer Schule, in der zu Studienbeginn mehr als 80% der 6-11jährigen Kinder unterernährt waren, der Ernährungsstatus, die Schulnoten und das Verhalten der Kinder positiv beeinflusst worden sein soll. Angeblich sei innerhalb eines halben Jahres die Fehlernährungsrate von 86% auf 21% gefallen. Überflüssig zu betonen, dass auch hier weder Toxinbestimmungen der Afa-Algen noch einschlägige Leber- und Nierenwerte berichtet wurden. Dass vorher mangelernährte Kinder mit wenigen Gramm proteinhaltiger, aber vitamin- und mineralstoffarmer Afa-Algen Normalgewicht erreichen sollen, wirkt einfach nur lächerlich. Höchstwahrscheinlich wurden die teilnehmenden Kinder mit einer Schulspeisung angelockt und nahmen deshalb zu. Niemand dürfte vor Ort etwas gegen dieses Vorgehen eingewendet haben. Dass man die daraus resultierenden Scheinergebnisse im Westen als Beweis verkauft, dürfte in Nicaragua unbekannt sein und spielt für die Menschen dort in Wirklichkeit auch keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Marketingskampagnen für AFA-Algen==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren schlug eine Marketingkampagne aus den USA in Europa auf. Im Zuge der Diskussion um Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-und-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), wurde eine Vielzahl von Alternativen zur etablierten [[Ritalin]]therapie auf den Markt gebracht. Dabei spielt die Psychosekte [[Scientology]] im Konzert mit anderen sektenähnlich operierenden Gruppen und Firmengeflechten eine herausragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bis zu 15% der kindlichen Bevölkerung an ADHS leiden, jedoch nur ein winziger Bruchteil adäquat versorgt wird, sind die Eltern dieser Kinder einer enormen Belastung ausgesetzt. Sie suchen nach Alternativen und diese werden ihnen in Form angeblicher Wundermittel angeboten. Dazu gehören auch die Nahrungsergänzung aus blaugrünen Algen der Gattung Aphanizomenon flos Aquae (sog. Afa-Algen). Diese werden als therapeutische Alternative zur Substition mit Methylphenidat (Ritalin/Novartis, Medikinet/Medice, Equasym/Celltech Group) propagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unverantwortliche Werbeaussagen==&lt;br /&gt;
Im April 2002 verschickte KEIMLING Naturkost in Buxtehude einen Werbebrief, in dem unter dem Titel &amp;quot;Sind Klamath Uralgen gefährlich?&amp;quot; u.a. folgende Behauptung zu lesen war: &amp;#039;&amp;#039;Das Landwirtschaftsministerium in Oregon hat einen Grenzwert von 1.0 Microgramm/kg Klamath Uralge festgesetzt. Wenn Sie täglich 2 g der Uralgen verzehren, wären demnach 2 Microgramm Microcystin zulässig. Ihr amtlicher Sicherheitsfaktor beträgt 11655.&amp;#039;&amp;#039;.... und weiter heißt es: &amp;#039;&amp;#039;...Demnach könnte ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht 23310 Microgramm Microcystin-LR zu sich nehmen, ohne gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen&amp;#039;&amp;#039;. Dies mag der Geschäftsführer der Firma Keimling, Winfried Holler, einmal am eigenen Leibe auspropieren. Er dürfte diesen Selbstversuch mit dem Leben bezahlen. Allerdings hat sein Haus einen Vorteil: es verkauft tiefgefrorene E3LIVE(tm)-Algen. Unseren Analysen zufolge enthält dieses Produkt keinerlei Microcystine ... der mikroskopische Augenschein zeigt aber ebenso, dass es sich offenbar nicht um ein Afa-Cyanobakterienprodukt handelt. Vielmehr tauchen unter dem Mikroskop Gräser und normale Algen auf, so dass man den Eindruck hat, als ob jemand einfach mit der Harke durch einen See gefahren ist, das Resultat zerkleinert hat und als Cyanoalgenprodukt anpreist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellung und AFA-Algen Anbau==&lt;br /&gt;
[[image:klamath2.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus geringer Höhe|250px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath3.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus größerer Höhe|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath4.jpg|Infrarotaufnahme der Region um den Upper Klamath Lake mit dichter landwirtschaftlicher Nutzung|thumb]]&lt;br /&gt;
Aphanizomenon flos Aquae-Algen werden in unterschiedlichen Regionen der Erde gefunden. Jene Produkte, die derzeit in den USA und Europa verkauft werden, stammen nach Angaben der Hersteller aus dem Upper Klamath Lake im US-Bundestaat Oregon. Dieser See ist Teil einer riesigen Seenplatte, aus der nur ein einziger Fluss (der Klamath River) nach dem Grenzübertritt in den US-Bundesstaat California in den Pazifik mündet. Die Region dient als Brutstätte für Seelachse, ist aber seit 150 Jahren dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Upper Klamath Lake dient als Wasserreservoir für die ihn an drei Seiten umgebenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Anbaugebiete. Die exzessive Wasserentnahme der letzten Jahrzehnte hat zu einer erheblichen Senkung des Seewasserspiegels geführt, so dass derzeit die den See bildende Wasserschicht dünner ist als die Schlammschicht am Seegrund. Die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt ist mittlerweile so desolat, dass es regelmäßig zu Fischsterben im Upper Klamath Lake kommt. Umweltschutzorganisationen versuchen seit Jahrzehnten, den zu hohen Wasserabzug aus dem See zu bremsen und die Wasserqualität zu steigern. Das Fischsterben ist regelmäßig auf die Produktion von Microcystinen durch im Wasser vorkommende und durch die Überdüngung massiv wachsenden blaugrünen Cyanobakterien zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Anbieter von Afa-Algen dem Käufer mit offensichtlich geschönten Seeaufnahmen eine heile Umwelt vorzugaukeln versuchen, teilen Anwohner des Upper Klamath Lakes in Webforen mit, dass die Gewinnung der im See wachsenden Algen z.T. mit Schleppern und Baumaschinen erfolgt, wobei das dicht wachsende Gemisch aus Algen, Seegras und blaugrünen Cyanobakterien zum Teil vermischt mit Schlamm herausgebaggert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Anbaumethoden ist es nicht verwunderlich, dass die Qualität einiger der gewonnenen Afa-Produkte zu wünschen übrig lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Werbetrick mit der Kameraperspektive==&lt;br /&gt;
[[image:klamath8.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Geschäftsführer Sanacells, Eckart Pinnow, verkündete in seiner Hauspostille Forum - Informationen für Mitglieder des GesundheitsNetzwerkes (Nr. 5, 2002), dass seine Afa-Produkte nicht microcystinbelastet seien. Pinnow ist in dieser Ausgabe in einem Boot abgebildet, dass auf dem Upper Klamath Lake schwimmt. Der Untertitel lautet: &amp;quot;Dipl.-Ing. Eckart Pinnow überprüft persönlich den Qualitätssicherungsprozess am Klamath-See&amp;quot;. Sein Boot ist dabei an der einzigen Stelle des Sees positioniert, die nicht von Landwirtschaft und Industrie umgeben ist. (siehe zum Vergleich weiter oben). Pinnow ist ursprünglich vom Ostufer des Sees einige hundert Meter in den See gefahren und ließ sich in östlicher Richtung mit Blick auf die Berge photographieren. Wäre die Kamera einige Grad nach links geschwenkt, hätte man die Straße und einige Wohngebiete der naheliegenden Stadt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==AFA-Algen und Microcystinbelastung==&lt;br /&gt;
[[image:afa1.jpg|Anabaena|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Hauptproblem der Algenprodukte stellt nicht ihr Lebensmittelcharakter dar, denn es handelt sich um eher minderwertige Nahrungsmittel mit geringem Mineralien- und Vitamingehalt (Ausnahme: Vitamin A) und hohem Proteingehalt. Hauptproblem ist vielmehr die Beimengung von Cyanobakteriengiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aktuellen Publikationen, die verschiedene Stämme der blaugrünen Cyanobakterien Anabaena, Aphanizomenon, Calothrix, Cylindrospermum, Nostoc, Microcystis, Planktothrix, Oscillatoria und Synechococcus genera untersuchten, fanden sich immer wieder Sorten, die die Kampfgifte der Klasse der Microcystine und der Anatoxine produzierten (Lyra et al. 2000). Auch ist bekannt, dass einige Arten der blaugrünen Cyanobakterien das Nervengift Saxitoxin produzieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter der Algen sind sich des Toxinproblems bewußt. Ray (1991) schrieb schon vor 10 Jahren, dass einige A.f.a.-Stämme hochwirksame Nervengifte produzieren könnten, diese Gifte aber in Nahrungsmitteln aus Algen des Upper Klamath Sees in Oregon nicht gefunden worden seien. Seine Ansicht wird von einer Arbeit von Schaeffer et al. (1999) unterstützt, die in Algen eine Beimengung durch eine Microcystin-produzierende Alge (Microcystis spp.) nachwiesen. Demzufolge sei diese Beimischung an dem Toxineintrag schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es eine Veröffentlichung, die sich mit Microcystinbelastungen von A.f.a.-Nahrungsergänzungsmitteln befasst, die aus dem Upper Klamath See gewonnen werden. Gilroy et al. (2000) analysierten Microcystinkonzentrationen in vier verschiedenen Afa-Produkten über vier Jahre hinweg (1996-1999) und alle Produkte enthielten Microcystine in unterschiedlicher Menge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von A.f.a.-Produkten weisen jedoch die Microcystinbelastung generell weit von sich. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass Aphanizomenon Flos Aquae keine Microcystine produziere und führen Studien an, in denen dergleichen nachgewiesen worden sei. Das wirkt befremdlich, denn selbst der sich für Algenprodukte einsetzende US-amerikanische Professor Wayne Carmichael schrieb noch am 30.01.2002 auf seiner Homepage unter Bezugnahme auf einen Artikel im Scientific American: &amp;#039;&amp;#039;..Anabaena, Oscillatoria, Lyngbya, and Aphanizomenon produce neurotoxic anatoxins and/or saxitoxins. Anatoxin-a and Anatoxin-a(s) seem unique to cyanobacteria, while saxitoxin also arise in certain marine algae. Anatoxin-a is a potent nicotinic agonist that mimics acetylcholine and is used as a research tool in neurobiology. Anatoxin-a(s) is a structurally new organophosphate that inhibits acetylcholinesterase. Saxitoxin prevents acetylcholine from being released from neurons by blocking the inward flow of sodium ions across the axonal membrane channels, disrupting the communication between neurons and muscle cells...&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtet man den Blick in die Fachliteratur, gibt es offenbar einige Stämme von Aphanizomenon Flos Aquae, die keinerlei Microcystine produzieren. Lyra et al. (2001) nennen hier Aphanizomenon sp. 202, A. sp. TR183 (AJ133155), A. sp. PCC 7905, A. sp. PH-271, A. flos aquae NIES 81 und Aphanizomenon gracilie PH-219. Allerdings sind diese Aphanizomenon-Bakterien genetisch ausgesprochen eng verwandt mit den Anabaena-Bakterien, die selbst durchaus Neurotoxine erzeugen. Beide Gattungen sind ausgesprochen klein und unterscheiden sich offenbar nur unter dem Mikroskop eindeutig voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unzuverlässige Testmethoden==&lt;br /&gt;
Microcystine und Saxitoxine, die wichtigsten Gifte in Cyanobakterienprodukten, sind nicht einfach zu messen. Es gibt verschiedene Messmethoden, die teilweise sehr aufwändig, zeitraubend und teuer sein können. Grundsätzlich stellt sich das Problem der Wahl des Nachweisverfahrens, denn es gibt Verfahren, die die Gifte direkt sichtbar machen, und Analysen, die die Gifte nur indirekt messen. Außerdem sind die Messverfahren unterschiedlich empfindlich. Zusätzlich erschwert wird die Suche, weil diese Tests in der Lebensmittelanalytik nur selten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell stellt sich die Wahl zwischen dem Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder dem Protein Phosphatase Inhibition Assay (PPIA). Andere Verfahren wie die High Performance Liquid Chromatography (HPLC) oder Liquid Chromatography/Mass Spectrometry (LC/MS) kommen wegen zu hoher Kosten oder noch nicht etablierter Nachweismethodik nicht in Frage. Die Testmethoden von ELISA und PPIA sind unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ELISA werden hochspezifische Antikörper eingesetzt, die gegen Microcystinmoleküle gerichtet sind. Diese Antikörper docken an Microcystine an. In einem zweiten Schritt klebt man einen weiteren Antikörper, der nur an den bereits eingesetzten Antikörper, nicht aber direkt an Microcystin andocken kann, an diesen Microcystin-Antikörperkomplex. Dies tut man, weil erst der zweite Antikörper einen fluoreszierenden Farbstoff tragen kann, den man mit speziellen Analyseverfahren sichtbar macht und dann in seiner Konzentration messen kann. Ein direktes Ankoppeln des zweiten, den Farbstoff tragenden, Antikörpers an das Microcystin ist nicht möglich, da dieser Antikörper zu klobig und ungenau wäre. Vergleichbar ist dieses Verfahren mit dem Angeln. Der Fisch ist das Microcystin, der Köder ist der 1. Antikörper und erst, wenn man den Fisch mit der Angelschnur (dem 2. Antikörper) herausgezogen hat, weiss man am Ende, was man gefangen hat. Der ELISA hat den Vorteil, dass er direkt das vorhandene Gift misst. Er kann dies mit einer Genauigkeit tun, die ein Microcystinmolekül in einer Lösung von 10 Milliarden anderen Molekülen herausfinden kann. Die Genauigkeit liegt bei 0,1 ppb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im PPIA ist das Testprinzip hingegen völlig anders. Hier wird die bremsende Wirkung der Microcystine auf eine enzymatisch gesteuerte Umwandlungsreaktion gemessen. Microcystine bremsen die Protein Phosphatase, die die Dephoyphorylierung von p-Nitrophenylphosphat steuert. Durch Nachweis der Ausgangs- und Endprodukte des Umwandlungsprozesses kann man indirekt auf die Konzentration der Microcystine zurückschließen. Ein direkter Nachweis der Microcystine geschieht jedoch nicht. Der Test hat auch den Nachteil, dass er nur eine einzige Wirkung der Microcystine erfasst und dabei unberücksichtigt lässt, dass im Organismus durch verschiedene Microcystintypen unterschiedliche Enzymsysteme beschädigt werden können. Der PPIA ist nicht so genau wie der ELISA, denn er gibt nach Lawrence et al. (2001) in der Regel deutlich niedrigere Belastungswerte für Microcystine aus, die manchmal 10-40% unter den im ELISA gemessenen Konzentrationen liegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von AFA-Algen legen zum Nachweis der angeblichen Produktgüte in der Regel PPIA-Analysen vor. Dies ganz offensichtlich deshalb, weil mit dieser Testmethode nur ein Teil der Microcystine (und dieser wiederum nicht sicher) gemessen werden kann. Auf diese Weise schönt man die Resultate mit der methodenbedingten Ungenauigkeit des Messverfahrens nach unten. Dies trägt zur Verunsicherung des Verbrauchers bei und kann (wie unten näher beschrieben) sogar vor Gericht Vorteile bringen, weil Richter nicht selten bereits zu abgehoben sind, um sich mit den Hintergründen von Prüfmethoden zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesundheitsschäden==&lt;br /&gt;
In den USA listete die US-Gesundheitsbehörde FDA, die im leider mittlerweile nicht mehr online abrufbaren Med Watch Programm 57 Schadensfälle bis zum Jahre 1998 auf, die in zeitlichem Zusammenhang mit Afa-Konsum zu stehen schienen. Ebenso warnte Health Canada Online bereits im Jahre 1999 vorbeugend vor blaugrünen Algenprodukten, vor allem vor der Anwendung bei Kindern. Auch Erwachsene sollten Vorsicht bei der Einnahme bis zu dem Zeitpunkt walten lassen, bis die Produktsicherheit zweifelsfrei gewährleistet sei &amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.hc-c.gc.ca/english/protection/warnings/1999/9969ebk.htm &amp;lt;/ref&amp;gt;. Der STERN veröffentlichte im Artikel Die Grüne Gefahr (Nr.8/2002) Warnungen über die Giftstoffe Algenprodukten am 14.02.2002. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich den deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene seit Mai 2002 Laboranalysen über den Microcystingehalt in Afa-Produkten vorliegen, haben sie bis heute keinerlei Schutzmassnahmen über die bereits angesprochene Warnmeldung hinaus unternommen. Dies wird mit dem Fehlen eines Microcystingrenzwertes begründet (vgl. hierzu [[Spirulina]]). Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Grüner Lobbyismus im Spiel ist, denn offenbar pflegen einige Algenhersteller exzellente Kontakte zu den dt. Bündnisgrünen nahestehenden Prüflabors, die sich einer verbraucherkritischen Untersuchung der Algenprodukte entziehen. Vor allem in alternativen und esoterischen Kreisen wurden die Wunderalgen stark propagiert. Offenbar befürchtet man bei den Grünen, aufgrund des eigenen Fehlverhaltens in den sich abzeichnenden Skandal einbezogen zu werden.&lt;br /&gt;
Es gibt mittlerweile auch in Deutschland Berichte über Personen, die über Symptome nach dem Konsum von Afa-Algenprodukten klagten. Diese Symptome stellten sich nach einigen Monaten kontinuierlicher Einnahme ein, klangen nach dem Absetzen aber wieder ab und verschwanden. Eine Betroffene bekam Taubheitsgefühl in den Fingern bis hin zum totalen Durchblutungsstopp in den letzten zwei Fingergliedern, desweiteren häufiges Kribbeln wie bei einer Minderdurchblutung und dies auch ansatzweise in den Zehen. Desweiteren beklagte die Betroffene brüchige, wie erweicht erscheinende Fingernägel sowie eitrige, langwierig sich hinziehende Entzündungsherde der Haut im Bereich des Gesichts und des Rückens. Ein anderer Betroffener schilderte, dass er nach längerer Einnahme sehr schmerzhafte, chronische Halsschmerzen entwickelt hätte und neben den analog bereits beschriebenen Hautentzündungserscheinungen vor allem extrem langanhaltende Muskelschmerzen bereits nach normaler sportlicher Aktivität bekommen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Hinweise deuten auf eine chronische Langzeitbelastung mit Microcystinen hin. Microcystine verursachen Leberschäden, Nierenversagen und können auch, weil sie die Natriumkanäle der Nerven blockieren können, die Impulsübertragung menschlicher Nervenzellen unterbrechen, was bis zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Auch krebserzeugende Wirkungen sind nachgewiesen (NCI 2000). In China gibt es beispielsweise ausreichend Hinweise dafür, dass microcystinbelastetes Trinkwasser die Hauptursache für die hohe Sterblichkeit an Leberkarzinomen in bestimmten Provinzen des Landes ist (Yu 1995, Ueno 1996). Aktuell publizierte Tierversuche an schwangeren Ratten (Zhang et al. 2002) zeigen, dass die Gabe von 4 Microgramm Microcystin-LR pro kg Körpergewicht bereits zu leichten Veränderungen im Lebergewebe der ungeborenen Feten innerhalb von 10 Tagen führen kann. Interessant ist, dass sich solche Ergebnisse bei Mäusen selbst bei Dosen von 2-128 Microgramm pro kg Körpergewebe nicht einstellen (Chernoff et al. 2002). Es kommt also auf das Tiermodell an, was verwendet wird. Die offenbar gegen Microcystine recht robust erscheinenden Mäuse sind das bevorzugte Tiermodell bei Studien aus der Algenszene. Offenbar weiss man genau, dass man nur mit Mäusen eine Verharmlosung der Giftwirkung der Microcystine beweisen kann, da dies in allen anderen Tiermodellen nicht gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen korreliert die Microcystinbelastung im Trinkwasser eindeutig mit der Häufigkeit von Leberkrebs (Yu et al. 2001), wie Studien aus China beweisen. Dort hat man schon lange Probleme mit microcystinbelastetem Trinkwasser, das in etlichen Provinzen Chinas ursächlich mit dem gehäuften Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert zu sein scheint. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Teil pro 1 Millarde Teile Wasser empfohlen (1 ppb), der in Kanada, Australien und Großbritannien mittlerweile auch in Kraft ist. In den USA oder der Bundesrepublik Deutschland ist dergleichen nicht umgesetzt worden. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates Oregon eine Microcystinbelastung bis zu 1.000 ppb (= 1 parts per million/ppm) in Algenprodukten tolerieren, inakzeptabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versucht man eine grobe Risikoabschätzung der Microcystinbelastung in den Algenprodukten vorzunehmen, so scheint eine klinische Symptomatik nach einigen Monaten Konsum von Produkten mit Belastungen ab 100 ppb einzutreten. Dies zeigt, dass das der WHO-Trinkwassergrenzwert von 1 ppb mit einem vernünftigen Sicherheitsabstand von 1:1000 zum Algengrenzwert aus Oregon durchaus begründet ist und sicherheitshalber auf Lebensmittel übertragen werden sollte. Von Algenanbietern wie Sanacell und Algavital wird immer wieder die Falschmeldung verbreitet, dass der in Oregon etablierte Grenzwert für die gesamte USA gelten würde. Dem ist nachweislich nicht der Fall. Zudem ist der Grenzwert nicht verbindlich, sondern lediglich ein US-amerikanischer Empfehlungswert, ab dessen Überschreitung microcystinbelastete Afa-Produkte aus dem Verkehr gezogen werden sollen (nicht müssen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die oben geschilderten Fälle zugrunde und bedenkt man, dass sich Microcystine sowohl in der Leber- als auch im Nerven- und Muskelgewebe angereicht als auch nur langsam ausgeschieden werden, wäre es möglich, dass Dauerkonsumenten erst mit monatelanger Verzögerung Gesundheitsprobleme entwickeln. Microcystindosen können beim Schwein, dass uns Menschen vor allem bei der Leberfunktion sehr ähnlich ist, bereits in Dosen von 25 Microgramm pro Kilogramm Körpergewicht Leberschäden auslösen, während Ratten und Mäuse wesentlich robuster reagieren. Deshalb ist es absolut denkbar, dass der Mensch, der in vielen gesundheitlichen Bereichen empfindlicher als Tiere reagiert, schon bei niedrigeren Dosen Gesundheitsprobleme entwickelt, die anfänglich nicht mit den A.f.a.-Produkten assoziiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man eine Verzehrsmenge von 2 Gramm Algenmasse mit einer Belastung von 100 Microgramm pro kg Algenmasse (100 ppb) zugrunde, würde man sich pro Tag eine Microcystinmenge von 0,2 Mikrogramm einverleiben. Da die oben geschilderten beiden Verbraucher erst nach 7 Monaten, dann aber zügig, gesundheitliche Probleme entwickelten, wäre zu spekulieren, dass bei einer Gesamtmenge von 40 Microgramm Microcystinen von ersten klinischen Symptomen auszugehen sein könnte (von einer unbemerkten Krebsschädigung nicht zu reden!). Diese zugegebenermaßen spekulative Obergrenze für bemerkbare, klinische Probleme scheint nicht unrealistisch zu sein, da eine weitere Verbraucherin, die über Monate hinweg eine mit 76 ppb belasteten Probe konsumiert hatte, keine gesundheitlichen Probleme berichtete. Die Wirksamkeitsschwelle zur Auslösung klinischer Symptome beim Menschen dürfte derzeit bei einer Gesamtaufnahmemenge von 40-50 Microgramm liegen, die je nach Belastung des A.f.a.-Produkts mehr oder weniger schnell erreicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Australien wird für Trinkwasser ein Microcystin-LR Richtwert von 1,3 Microgramm/Liter empfohlen. Alle Grenzwerte, auch der von der WHO empfohlene, orientieren sich aus Hochrechnungen, die ihre Grundlage in Tierversuchen am Mausmodell haben. Mäuse halten aber eine deutlich höhere Microcystinbelastung aus, ohne Leberschäden oder körperliche Symptome zu entwickeln, als andere Tiergattungen (z.B. Ratte oder Schwein). Zeigen sich bei Mäusen noch keine Zeichen von Leberschädigungen bei intraperitonealen Gaben von Microcystinen in Dosen von 25-50 Microgramm/kg Körpergewicht (vgl. Fromme, Berlin, 1999), treten bei Rattenfeten bereits ab 4 Microgramm/kg Körpergewicht Schäden auf (Zhang et al. 2002). Schweine überleben nach Beasley et al. (2000) gerade noch eine Microcystindosis von 25 Microgramm/kg Körpergewicht, erleiden dabei aber bereits nachweisbare Organschäden u.a. im Bereich der Leber. Beim Menschen fehlen entsprechende Untersuchungen aus naheliegenden Gründen. Niemand würde die Erlaubnis erhalten, selbst bei Freiwilligen solche Versuche durchzuführen. Deshalb ist man auf Analogieschlüsse angewiesen, die sich sinnvollerweise auf die Trink- oder Badewasserbelastung mit Microcystinen beziehen, denn hier zeigen Studien aus China, dass der Konsum microcystinbelasteten Trinkwassers eindeutig mit einem erhöhtem Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert ist (z.B. Shun-Zhang 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut für Umweltanalytik und Humantoxikologie (ITox) in Berlin empfiehlt in der Gesundheitlichen Bewertung von Blaualgentoxinen (Microcystinen) in Badegewässern bereits ab einer Belastung von 10-100 Microgramm pro Liter, auf das gesundheitliche Risiko beim Baden in entsprechend belasteten Gewässern hinzuweisen und vom Baden abzuraten sowie ab Microcystinwerten oberhalb von 100 Microgramm pro Liter das Baden in solchen Gewässern zu untersagen. Es liegt nahe, diesen Trinkwassergrenzwert auf die Algenprodukte zu übertragen, denn in der von mir iniziierten Untersuchung fand ich zwei Personen, die nach mehrmonatiger Einnahme von Algenprodukten in einer geschätzten Microcystin-Gesamtdosis von etwas über 40 Microgramm klinische Symptome entwickelt hatten, die auf eine chronische Vergiftung durch Microcystine schließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn also Tierversuche zeigen, dass Mäuse zur Risikoabschätzung durch Microcystin aufgrund ihrer Unempfindlichkeit ungeeignet sind, Ratten und Schweine hingegen viel empfindlicher reagieren und zudem erste Hinweise bei Erwachsenen zeigen, dass Gesamtdosen von etwa 40 Migrogramm Microcystinen - auch über längere Zeit verteilt eingenommen - zu Gesundheitsschäden führen können, muss gefordert werden, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Microgramm/Liter auch bei den Algenprodukten einzuhalten ist. Die im US-Bundesstaat Oregon tolerierten Microcystinmengen in Algenprodukten (1.000 Microgramm pro kg), die nur auf Schätzungen aus Mausmodellen beruhen (Schaeffer et al. 1999), sind offensichtlich wesentlich zu hoch. Sie liegen um den Faktor 1.000 überhalb der für Trinkwasser empfohlenen WHO-Richtwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die übliche Verzehrsempfehlung von 2 Gramm Algenmasse pro Tag, eine durchschnittliche Microcystinbelastung von 0,1 Microgramm pro Algengramm und eine Dosisschwelle von 40 Microgramm Microcystinen bei Erwachsenen zugrunde, ab der offensichtlich klinische Symptome auftreten können, so kann man innerhalb von etwa 6-7 Monaten die kritische Belastungszone zum Auftreten körperlicher Beschwerden erreichen. Es gibt jedoch Algenanbieter, deren entsprechend belastete Algenprodukte mit Verzehrsempfehlungen bis zu 20 Pillen (5 Gramm) täglich angepriesen werden. Bei solchen Verzehrsmengen ist es kein Wunder, wenn die kritische Schwelle bereits innerhalb weniger Wochen erreicht wird und die Patienten anfänglich mit schnell auftretenden Hautausschlägen konfrontiert werden. Sanacell und Algavital nutzen beide gern die Dienste der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn, die einschläge Ritalin-kritische und AFA-propagierende Bücher publiziert hat sowie einschlägige werbende Artikel in Szene-Zeitschriften veröffentlichte. Sie tritt für noch höhere Dosen pro Tag (20 Gramm und mehr) ein. Bei den Microcystinmengen, die in den Produkten von Sanacell und Algavital gefunden wurden, würde dies eine Krebsgefahr bedeuten sowie nach wenigen Wochen bis Monaten klinische Symptome einer Microcystinvergiftung bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich ist zu bedenken, dass sich 50% der oral eingenommenen Microcystindosis in der Leber anreichert. Somit sind die üblichen Dosierungsschemata des Giftes in Bezug auf Kilogramm Körpergewicht per se fragwürdig. Die Leber eines Erwachsenen hat ein durchschnittliches Gewicht von 3-4 kg, so dass bereits niedrige Einnahmemengen zu Leberschäden führen können. Geht man davon aus, dass man eine Giftkonzentration von 1 Microgramm pro kg Lebergewicht einnehmen müßte, würden bereits 8 Microgramm Gesamtaufnahmemenge ausreichen, um erste Leberschäden zu bewirken oder ggf. dazu beizutragen, Leberkrebs auszulösen. Diese Dosis kann bei Algenprodukten, die, wie in der vorliegenden Untersuchung nachgewiesen, mit 68-134 Microgramm pro kg (also 0,068 - 0,134 Microgramm pro Gramm) mit Microcystinen belastet sind, durchaus schon in 2-3 Monaten erreicht werden, denn die Microcystine werden nicht so schnell abgebaut, wie sie eingenommen werden. Das Leberkrebsrisiko kann bereits in solchen Dosen möglicherweise deutlich erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yu und Chen (1994) untersuchten den Microcystingehalt in Trinkwasser von 20 Patienten, die an hepatozellulärem Karzinom erkrankt waren (61 Microgramm/Liter) und verglich ihn mit demjenigen von gesunden Kontrollpersonen (36 Microgramm/Liter). Dies zeigt, dass eindeutige Risiken bestehen können, wenn dauerhaft Microcystine in noch vergleichsweise niedrigen Dosen eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnung des BfArM und BgVV==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin ( BgVV) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte am 21. März 2002 eine gemeinsame Presseerklärung &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bgvv.de/presse/2002/pr_02_08.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, die vor dem Konsum der Algenprodukte warnte. Am 22.03.2002 warnte der kritische Informationsdienst für Ärzte und Apotheker (Arznei-Telegramm) in einer Blitz-Mitteilung per eMail &amp;lt;ref&amp;gt;AT: AFA-Alge: Irreführende Werbung, bedenkliche Produkte&amp;lt;/ref&amp;gt; vor den Algenprodukten und vertiefte dies in einer Printausgabe des Arznei-Telegramms am 12. April 2002. Am 27.03.2002 warnte der Krebs-Kompass.de auf seiner Website ebenfalls mit dem Titel Warnung vor Algen statt Arznei. Diese Warnungen trugen dazu bei, dass Elternverbände in Deutschland und der Schweiz, die sich für hyperaktive Kinder (ADS-Kinder) einsetzen, sich dem von Algenvertreibern erzeugten juristischen Druck ausgesetzt sahen, besser widerstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pressemitteilung vom 21.3.2002 zu AFA-Algen:&lt;br /&gt;
*Ein Nutzen durch den Verzehr AFA-Algen-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.&lt;br /&gt;
*eine Gefährdung der Gesundheit durch Gifte ist nicht auszuschließen.&lt;br /&gt;
*Produkte, denen werblich eine heilende Wirkung zugeschrieben wird, sind als Arzneimittel anzusehen und bedürfen deshalb der amtlichen Zulassung. Liegt eine solche Zulassung nicht vor, sind die Produkte nicht verkehrsfähig. In Deutschland ist kein solches Produkt zugelassen.&lt;br /&gt;
*Damit liegt ein Verstoß gegen das Verbot der irreführenden Werbung nach dem Heilmittelwerbegesetz vor. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der Fehlinformation Eltern eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder abbrechen und sich das Leiden verschlimmert, wenn ersatzweise AFA-Algenprodukte gegeben werden. Gleiches gilt für Erwachsene, die im Vertrauen auf die &amp;quot;Heilkraft der AFA-Algen&amp;quot; bei einer diagnostizierten Depression oder bei anderen Gesundheitsstörungen eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie abbrechen und stattdessen AFA-Algenprodukte zu sich nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnende Stimmen werden mit juristischen Tricks niedergebügelt==&lt;br /&gt;
Eckard Pinnow brüstet sich in der obigen Forum-Ausgabe, dass es gerichtlich verboten sei, Warnungen vor AFA®-Algen zu veröffentlichen. Diese Behauptung ist offensichtlich erlogen, denn seine Produkte sind nachweislich belastet. Trotzdem kommt Pinnow mit seinen Lügen legal über die Runden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trick, mit dem Pinnow bisher der prozessuale Sieg gegenüber sorgenvoll warnender Elternverbände von ADHS-Betroffenen und -Kindern gelang, ist leicht erklärt. Er ließ die entsprechenden Organisationen von einer Anwaltskanzlei abmahnen. Da in der strittigen Äußerung das Wort &amp;quot;AFA-Algen&amp;quot; (eine in der Fachliteratur durchaus übliche Abkürzung) genannt worden war, Sanacell (wie auch Algavital) sich ähnlich klingende Namen aber als Produktbezeichnung schützen ließen, konnten sie daraus eine Aktivlegitimation und somit Klagefähigkeit ableiten. Die Abmahnung enthielt allerdings so lächerliche Passagen, dass sie von den prozessunerfahrenen Verbänden nicht ernst genommen wurden. Es wurde deshalb keine Schutzschrift hinterlegt, so dass der gegnerische Anwaltskanzlei (Radeck/Berlin) einfach zum Landgericht marschierte, eine Einstweilige Verfügung beantragte und diese auch bewilligt erhielt. Die schockierten Verbände bekamen erst Wind von der Sache, als ihnen die Verfügung ins Haus flatterte (vgl. Kritiker leben gefährlich). Auf diese Weise war es Pinnow möglich, öffentliche Warnungen vor seinen giftbelasteten Algenprodukten bis zur Hauptverhandlung stillzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die ADHS-Verbände Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung eingelegt hatten, kam es zu einer mündlichen Verhandlung. Die Richter Mauck, Gollan und Becker verurteilten erstinstanzlich mit haarsträubenden Begründungen die ADHS-Verbände und gaben Sanacell vollumfänglich Recht. So glaubten sie den Ausführungen Sanacells, dass diese in der Lage sei, Microcystine aus den Algenprodukten durch ein geeignetes Filterverfahren zu entfernen. Die Richter schrieben: &amp;quot;Diese Behauptung wird gestützt durch die Ausführungen auf Seite 53 des Buches &amp;#039;Die Heilkraft der AFA-Alge&amp;#039;, wonach die AFA-Alge viel kleiner ist als die Microcystine und das Sieb passiert, während jene zurückgehalten werden.&amp;quot;. Dass auch Aphanozimenon-Stämme Microcystine produzieren können, ist in der Fachliteratur bekannt und beschrieben. Das Microcystine winzige Moleküle sind, ergibt sich zwangsläufig von selbst. Kein Gift ist besonders groß, die gefährlichsten sind sogar sehr klein, weil sie sonst Schwierigkeiten hätten, in den Organismus aufgenommen zu werden. Es hätte sogar einem Richter mit normaler Schulbildung auffallen müssen, dass ein Bakterium nichts produzieren kann, was größer als es selbst ist. Schon gar nicht hätten drei Richter den obigen Unfug schreiben dürfen. Dieser bedeutet im übertragenen Sinne, dass ein Gemisch aus Wackersteinen (Afa-Algen) und Staub (Microcystinen) durch ein Sieb geschüttelt werden kann, in dem der Staub liegen bleibt, die Wackersteine aber hindurchfallen. Dass dergleichen Inkompetenz an deutschen Gerichten ein Richteramt ausüben darf, ist einer der vielen Skandale im AFA-Algenzirkus. Dass sich die Richter offenbar aus lauter Faulheit sogar auf die Schriften der die AFA-Algen propagierenden Heilpraktikerin Barbara Simonsohn (siehe Fünf Tibeter) stützten, ist ein Schlag ins Gesicht jedes wissenschaftlichen Sachverstandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Richter erklärten weiterhin, dass das Herausfiltern der Microcystine durch das Vorlegen von Untersuchungszertifikaten durch Sanacell hinreichend belegt worden sei. Dem ist aber nicht so, denn von der Firma wurden keine ELISA-Untersuchungen, sondern vielmehr der PPIA-Test verwendet wird. Wie oben bereits beschrieben, ist der PPIA-Test weitaus ungenauer und dies vor allem in dem Bereich der Microcystinbelastung, um den es sich hier dreht. Hier wird oftmals deutlich weniger bis gar keine Belastung im PPIA angezeigt, während der ELISA noch verlässlich die Giftkonzentrationen anzeigt. So ließen sich die drei Berliner Richter exzellent täuschen und die Verbände zahlten für deren Inkompetenz die Zeche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma Algavital versucht eine andere Taktik, um unliebige Kritik wegzubügeln. Analog wie Sanacell versucht sie haltlose Abmahnungen zu versenden. Hinterlegt man aber eine fundierte Schutzschrift, so schrecken beide vor Klagen offenbar aus Angst vor einer Blamage zurück. Berichten aber Presseorgane kritisch über die giftbelasteten Algen, versucht primär Algavital durch presserechtliche Tricks, Gegendarstellungen plaziert zu erhalten. Sind diesen korrekt formuliert, müssen jene vom jeweiligen Journal unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abgedruckt werden. So geschah dies der Pharmazeutischen Zeitung, die kritisch über diese Algen berichtet hatte. Bei anderen Blättern hingegen gelang der Widerruf, der spätestens nach 3 Monaten plaziert sein muss, nicht. Grund war hierfür die offensichtlich wahrheitswidrige Forderung der Firma Algavital. Algavital nutzt auch gerne auf ihrer Website die Chance, Kritiker zu verleumden. Abmahnungen, die ihr deshalb ins Hause flattern, befolgt sie allerdings dann auch relativ schnell, zahlt aber die entsprechenden Anwaltsrechnungen nicht und lässt es dann offensichtlich auf langwierige Gerichtsprozesse ankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsicht: Verwechslungsgefahr!==&lt;br /&gt;
Ein sowohl in den USA als auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern vertretene Biotech-Firma mit dem Namen Celltech Group (Hauptsitz in Großbritannien, 208 Bath Road, Slough, Berkshire SL1 3WE) verkauft über seine deutsche Niederlassung (Celltech GmbH &amp;amp; Co. KG, Im Wirringen 25, 45731 Waltrop) seit Mai 2002 ein Methylphenidatprodukt (Equasym) zur Behandlung von ADS/ADHS. Equasym ist neben Medikinet (Fa. Medice) und Ritalin (Fa. Novartis Pharma) das dritte Methylphenidatprodukt, das in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt gekommen ist (vgl. Gelbe Liste). Celltech Group hat mit einem US-amerikanischen Algenanbieter fast gleichen Namens aber nichts zu tun. In den USA hat die Celltech Group verschiedene Niederlassungen (Celltech R&amp;amp;D Inc. in Wayne und in Bothel, Celltech Manufacturing CA Inc. in Santa Ana, Celltech Pharmaceuticals Inc. in Rochester). Ärzte, die Equasym rezeptieren wollen, jedoch bei dem Namen des Anbieters misstrauisch geworden sind, sollten dies berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scientology, Sektengruppen und Pseudowissenschaftler im Spiel==&lt;br /&gt;
Auf der Ebene des Europarates ist es dem US-amerikanischen Top-Scientologen Fred A. Baugham, seines Zeichens pädiatrischer Neurologe, gelungen, die US-Psychosekte ins Spiel zu schleusen. Er selbst propagiert seit Jahren in den USA eine Anti-Ritalin-Kampagne und tritt gemeinsam mit In Paris konnte er den Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Parlament) in einer gut plazierten Marketingkampagne überrollen. Er sorgte mit einigen anderen dafür, dass eine Anhörung im November 2001 zu einer Farce wurde. Nicht nur gab er die üblichen haltlosen Lügen und Unwahrheiten über ADHS und Methylphenidat zum besten, er sorgte durch Lobbyarbeit hinter den Kulissen dafür, dass an die Mitgliedsstaaten des Europarats die schriftliche Aufforderung erging, den Methylphenidatbedarf zu überprüfen und die Verordnung einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA arbeitet Peter Breggin, ein bisher der Scientology nicht direkt zuzurechnender Autor, mit Fred A. Baugham eng zusammen. Durch einschlägige, reisserische Bücher, in der die üblichen verleumderischen Thesen über wirksame Behandlungsmethoden bei ADHS verbreitet werden, trägt Breggin dazu bei, bei den Betroffenen Angst vor z.B. [[Ritalin|Methylphenidat]] zu schüren. In Deutschland hat seine Thesen der Neurobiologie Hüther aufgenommen, der sich auch nicht zu schade ist, auf Podiumsdiskussionen teilzunehmen, die von schweizerischen Firmen, die der Scientology direkt zuzurechnen sind, aufzutreten. Hüthers Hauptthese, Methylphenidat prädisponiere für M. Parkinson, ist nachweislich falsch und wurde in der Fachliteratur ausführlich wiederlegt. Trotzdem tourt er derzeit durch Europa und schafft es offenbar auch mit Unterstützung von Scientologen, sich in öffentlichen dt.-sprachigen Medien mit seinen falschen Behauptungen zu plazieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Szene um [[Franz Konz]] (siehe Ur-Medizin) ist mir von der Partie. Konz präsidiert bekanntlich dem Bund für Gesundheit e.V., der wiederum eine Hauspostille (Natürlich Leben) sowie ein Beratungstelefon betreibt. Konz schrieb über verhaltensauffällige Kinder in einer der letzten Ausgaben und empfahl, solche Kinder in kompetente Psychotherapie zu bringen. Dabei riet er zur Firma [[KVPM]], die jedoch seit Jahren eine bekannte Deckadresse der US-Psychosekte Scientology in Deutschland ist (siehe Die Scientology Organisation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Esoterikmessen wie den Medizinischen Wochen Baden-Baden, auf denen Sanacell Afa-Produkte vorstellt, wird immer gerne mit Publikationen der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn geworben. In deren Büchern kann man deren indirekte Finanzierung durch diese Firmen leicht nachvollziehen. Sie schreibt selbst in einem ihrer Bücher, dass sie von Algenanbietern Waren zu Testzwecken im Wert von mehreren tausend Euros erhalten hat. Zusätzlich, und dies ist mit Sicherheit kein Zufall, saß Frau Simonsohn über längere Zeit am Beratungstelefon des [[BFG|Bundes für Gesundheit]]. Ihre 14-tägigen Sprechzeiten konnten in Natürlich Leben nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits bei der Ur-Medizin beschrieben, bestehen Verbindungen zwischen Konz und dem wegen Kindsmissbrauchs und Betrugs zu einer 15jährigen Haftstrafe in Paris verurteilten [[Guy-Claude Burger]]. Burgers deutsche Stimme, der [[MLM|Multi-Level-Marketing]] Verkäufer Stephen Janetzko aus Erlangen ist einer der Ansprechpartner, der für das GesundheitsNetzwerk des Pinnow in Erlangen Veranstaltungen organsiert. Dies kann in der Sanacell-Firmenzeitung FORUM (Ausgabe 08/2002) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man erkennt, gibt es enge Verflechtungen zwischen sektenähnlich operierenden Gruppen, der US-Psychosekte Scientology und den die Algen verkaufenden Firmen in Europa. Es liegt nahe, zu vermuten, dass es sich bei einigen dieser Firmen um abgetauchte bzw. abgetrennte Scientologen-Netzwerke handelt, die zwar scientologische Methoden anwenden, sich aber nicht offen zur Scientology bekennen. Die genannten Netzwerke sind übrigens nur nur die Spitze des Eisberges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Beasley VR, Lovell RA, Holmes KR, Walcott, HE, Schaeffer DJ, Hoffmann WE, Carmichael WW: Microcystin-LR decrease hepatic and renal perfusion and causes circulatory shock, severe hypoglycemia and terminal hyperkalemia in intravasculary dosed swine. J Toxicol Environm Health 61 (Part A): 281-203, 2002&lt;br /&gt;
*Chernoff N, Hunter ES, Hall LL, Rosen MB, Brownie CF, Malarkey D, Marr M, Herkotivs J: Lack of teratogenicity of microcystin-LR in the mouse and toad. J Appl Toxicol 22: 13-17, 2002&lt;br /&gt;
*Gilroy DJ, Kauffman KW, Hall RA, Huang X, Hu FS: Assessing potential health risks from microcystin toxins in blue-green algae dietary supplements. Environment Healtch Perspect 108: 435-439, 2000&lt;br /&gt;
*Jensen GS, Ginsberg DI, Huerta P, Citton M, Drapeau C: Consumption of Aphanizomenon flos-aquae has rapid effects on the circulation and function of immune cells in humans. A novel approach to nutritional mobilization of the immune system. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 50-58, 2000&lt;br /&gt;
*Kushak RI, Drapaeu C, Van Cott, EM, Winter, HH: Favorable effects of blue-green algae Apha-nizomenon flos-aquae on rat plasma lipids. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 59-65, 2000&lt;br /&gt;
*Lyra C, Suomalainen S, Gugger M, Vezi C, Sundman P, Paulin L, Sivonen K: Molecular characterization of planktic cyanobacteria of Anabaena, Aphanizomenon, Microcystis and Planktothrix genera. Int J System Evolut Microbiol 51: 513-526, 2001&lt;br /&gt;
*Manoukain R, Citton M, Huerta R, Rhode B, Drapeau C, Jensen GS: Effects of the blue-green algae aphanizomenon flos aqua (L.) Ralphs on human natural killer cells. In: Savage L (Ed.): Phytoceuticals. 1.1. Chap. 3.1., Seite 233-241, 1998&lt;br /&gt;
*NCI Nomination: Blue-Green Algae. Submitted to the NTP. September 2000&lt;br /&gt;
*Ray RA: Microalgae as food and supplement. Crit Rev Food Sci Nutr 30: 555-573, 1991&lt;br /&gt;
*Schaeffer DJ, Maplas PB, Barton LL: Risk assessment of microcystins in dietary Aphanizomenon flos-aquae. Ecotoxicol Envinron Saf 44: 73-80, 1999&lt;br /&gt;
*Shun-Zhang Y: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 675-682, 1995&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität - ein Problem unserer Zeit. Erfahrungsheilkunde, Nr. 8, 516-527, 2000&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Hyperaktivität - warum Ritalin keine Lösung ist. W. Goldmann Verlag, München, 2001&lt;br /&gt;
*Ueno Y, Nagata S, Tsutsumi T, Hasegawa A, Watanabe MF, Park HD, Chan GC, Chen G, Yu SZ: Detection of microcystins, a blue-green algal hepatotoxin, in drinking water sampled in Haimen and Fusui, endemic areas of primary liver cancer in China, by highly sensitive immunoassay. Carcinogenesis 17: 1317-1321, 1996&lt;br /&gt;
*Yu SZ: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 674-682, 1995&lt;br /&gt;
*Yu SZ, Chen G: Blue-green algae toxins and liver cancer. Chin J Cancer Res 6: 9-17, 1994&lt;br /&gt;
*Zhang Z, Lian M, Liu Y, Wei G, Yu S, Kang S, Zhang Y, Chen C: Teratosis and damage of viscera induced by microcystin in SD rat fetuses. Zhonghua Yi Xue Za Zhi 82: 345-347, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.uni-konstanz.de/news/mittshow.php?nr=12&amp;amp;jj=2008 Universität Konstanz zu Algenpräparaten&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cd/987&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cm/208/afa_algen_und_afa_algenpropdukte.pdf&lt;br /&gt;
*http://ads-adhs.de.vu/algen.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Beutelschneiderei]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Michael_Hinz&amp;diff=18549</id>
		<title>Michael Hinz</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Michael_Hinz&amp;diff=18549"/>
		<updated>2009-02-27T14:02:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Liquor Aluminii: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Kent-hinz.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Michael Hinz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (alias Michael Kent) ist ein deutscher Scientologe. Er gibt die [[Kent-Depesche]] heraus und ist im [[Neue Impulse Treff]] aktiv. Die Aktivitäten des Neue-Impulse-Treff werden vom Verfassungsschutz beobachtet &amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.verfassungsschutz-bw.de/downloads/jabe/2004/Pressefassung-2004.pdf Bericht der Verfassungschutzes Baden-Würtemberg 2004]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hinz ist der Inhaber der Domain Psychopolitik.de. Er ist mit [[Jo Conrad]] und [[Jan van Helsing]] vernetzt. Die Beziehung zu [[Hans Tolzin]] ist scheinbar etwas abgekühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zitat aus Psychopolitik II, S. 17-18:&lt;br /&gt;
&amp;lt;pre&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn ich hier schreiben würde, daß die Menschen unter Adolf noch freier&lt;br /&gt;
waren als die heutigen deutschen Norm- und Standardmichl, würden sie mein&lt;br /&gt;
Buch sofort konfiszieren und einstampfen, dem Vertrieb eine kriminal-&lt;br /&gt;
polizeiliche Razzia auf den Hals hetzen und mich selbst wegen angeblicher&lt;br /&gt;
Volksverhetzung ins Gefängnis stecken. Deshalb schreibe ich das hier auch&lt;br /&gt;
nicht. Das nenne ich echte, ungetrübte Freiheit, Meinungsfreiheit,&lt;br /&gt;
Pressefreiheit, Redefreiheit, und ich weiß, daß ich mich auf das Grund-&lt;br /&gt;
gesetz jederzeit verlassen kann. Eine seltsame Angelegenheit.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/pre&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ehefrau Sabine Hinz verkauft Vitamine, Badesalze, Zahnpasta, sogenannte [[AFA-Algen]] und andere Produkte und betreibt einen Buchverlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verfassungsschutzberichte und das Ehepaar Hinz==&lt;br /&gt;
Der Baden-Württembergische Verfassungsschutz beobachtet schon seit Jahren die Aktivitäten des Ehepaares Hinz. So heißt es im Baden-Württembergischen Verfassungsschutzbericht des Jahres 2005 unter der Überschrift &amp;quot;Sonstige Anwerbeversuche&amp;quot; der Scientology Organisation (SO), dass verschiedene SO-Anhänger aus dem Raum Stuttgart sowie die KVPM Stuttgart das Netzwerk &amp;quot;Neue Impulse&amp;quot; nutzten, das sich vorwiegend mit [[Alternativmedizin]] und [[Verschwörungstheorie]]n beschäftigt, um für scientologische Ideen zu werben. Weiter heißt es: &amp;#039;&amp;#039;Dabei wurden über das Internet, durch Veranstaltungen und über die Publikation mit dem Titel &amp;quot;Mehr wissen besser leben&amp;quot; (´Kent-Depesche´) unterschiedliche Themen im Bereich Alternativmedizin und Politik aufgegriffen, um Kontakte zu knüpfen. Anschließend wurden diese genutzt, um teils offen für Scientology zu werben. Die ´Kent-Depesche´ wird von Scientologen im Eigenverlag herausgegeben. Ihre Herausgeber unterhalten auch Kontakte in das rechtsextremistische Milieu. In der Online-Fassung der ´Kent-Depesche´ befinden sich Links zu ´befreundeten Magazinen´, unter denen sich die rechtsextremistischen ´Unabhängigen Nachrichten´ (UN) befinden.&amp;#039;&amp;#039; [http://www.verfassungsschutz.thueringen.de/infomaterial/Tagungsband_zum_Symposium2002.pdf Tagungsband zum Symposium „Politischer Extremismus als Bedrohung der Freiheit - Rechtsextremismus und Islamismus in Deutschland und Thüringen“ des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz 2002, Seite 64].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Prowofi Aktivitäten der neunziger Jahre==&lt;br /&gt;
Bereits 1994 berichtete die Wochenzeitschrift &amp;quot;Die Zeit&amp;quot; über die Aktivitäten von Michael Hinz. Damals soll er der Initiator zahlreicher sogenannter Prowofi-Firmen gewesen sein. Prowofi steht für &amp;quot;Professionelle Wohnungsfinder&amp;quot;. Über Hinz schrieb &amp;quot;Die Zeit&amp;quot;: &amp;#039;&amp;#039;Wohnungsberatung nach dem Muster Prowofi gibt es bundesweit, und überall wächst der Argwohn. Die Geschäftsführerin des Mietervereins Stuttgart und Umgebung, Angelika Brautmeier, beobachtet das professionelle Wohnungsfinden in ihrer Stadt schon seit vier Jahren. Die Prowofi-Idee stammt von einem Mann namens Michael Hinz. Er hat in Stuttgart, so behauptet er in seiner Werbebroschüre, drei Jahre lang den Wohnungsmarkt erforscht. Hinz stellt darin auch fest, daß es kein Problem sei, Wohnungsangebote zu erhalten, sondern umgekehrt, daß es ´die schwierigste Aufgabe´ für den Vermieter sei, ´gute Interessenten zu finden´. Von Stuttgart aus zog diese Idee Kreise. Den Angaben Angelika Brautmeiers zufolge verkauft Hinz die Lizenz für die Anwendung seines Knowhow für jeweils 15 000 Mark an Prowofi-Büros in anderen Städten. Diese arbeiten dann selbständig als Einzelunternehmen. Hinz selbst hat sich nach Angaben des Mietervereins aus der Leitung des Stuttgarter Prowofi-Büros zurückgezogen. Der Stuttgarter Mieterverein und andere Mieterschützer spekulieren aufgrund all ihrer Erfahrungen seit langem, es handle sich bei Prowofi um eine Tarnorganisation der Scientology-Sekte. So sei etwa der Prowofi-Erfinder Michael Hinz Kassenwart bei Scientology, sagt die Mieterberaterin Brautmeier. Auch die Arbeitsgruppe Scientology des Hamburger Senats hat bereits mehrere mit Prowofi-Unterlagen gefüllte Aktenordner angelegt.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weitere Aktivitäten==&lt;br /&gt;
*Hinz ist auch sogenannter &amp;#039;&amp;#039;Protektor&amp;#039;&amp;#039; für das &amp;#039;&amp;#039;Dorf im Jetzt Projekt&amp;#039;&amp;#039; [http://www.dorf-im-jetzt.de/], zusammen mit [[Jo Conrad]], [[Armin Risi]], [[Rüdiger Dahlke]], [[Lothar Hirneise]], [[Johannes Holey]], [[Bernd Joschko]], [[Barbara Rütting]], [[Hans-Joachim Zillmer]] und anderen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellen und Weblinks==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
* [http://www.ingo-heinemann.de/Kent-Hinz.htm AGPF zu Hinz]&lt;br /&gt;
* [http://www.gegenrede.info/news/2008/lesen.php?datei=081113_01 Kent und Rechtsextremismus]&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Hinz, Michael}}&lt;br /&gt;
[[category:Esoteriker]]&lt;br /&gt;
[[category:Scientologe]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Liquor Aluminii</name></author>
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