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	<title>Psiram - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Nahrungserg%C3%A4nzungsmittel&amp;diff=53395</id>
		<title>Nahrungsergänzungsmittel</title>
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		<updated>2010-08-13T05:47:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hema: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Nem.jpg|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nahrungsergänzungsmittel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (NEM) sind Lebensmitteln entsprechende Produkte, die in Deutschland der [[Nahrungsergänzungsmittelverordnung]] (NemV) unterliegen und im EU-Recht der Richtlinie 2002/46/EG entsprechen. Sie unterliegen dabei stets dem [[LFGB]] und sind nicht dazu bestimmt, Arzneimittelwirkungen zu entfalten, Erkrankungen zu heilen oder ihnen vorzubeugen. Nahrungsergänzungen dürfen in Deutschland keine arzneiliche Wirkung entfalten oder beanspruchen; auch haben sie keinen nennenswerten Anteil an der menschlichen biologischen [[Bioenergetik|Energiegewinnung]]. Ein Ausgleich einer längerdauernden Fehlernährung ist durch sie nicht möglich. Es besteht eine teilweise Überschneidung mit dem Begriff Functional Food.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA werden die NEM als &amp;quot;dietary supplements&amp;quot; bezeichnet und als OTC-Produkte, also &amp;#039;&amp;#039;over-the-counter&amp;#039;&amp;#039;, gehandelt. Derartige Produkte können dort auch außerhalb von Apotheken rezeptfrei verkauft werden. Allerdings ist die dortige Einordnung liberaler: Nach deutschem Recht müssten viele der US-amerikanischen OTC-Produkte in Deutschland als zulassungspflichtige Arzneimittel eingeordnet werden. Die Zulassung untersteht der amerikanischen FDA, der &amp;quot;Food &amp;amp; Drugs Administration&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NEM sind äußerlich fast immer ähnlich wie Medikamente aufgemacht und lassen sich vom Laien nicht immer klar von diesen unterscheiden. Dies kann zu Verwirrung führen. Die Einordnung der in NEM enthaltenen Substanzen, bei Beachtung ihrer Konzentrationen, kann aber selbst Fachleuten in Einzelfällen Probleme bereiten diese von Arzneimitteln zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nahrungsergänzungsmittel sind eine typische Domäne des Multilevel-Marketing ([[MLM]]) mit ihren spezifischen Werbe- und Marketingsverfahren. Typisch sind auch extreme Preisunterschiede auf dem NEM-Markt für ein und denselben Wirkstoff. Nahrungsergänzungsmittel sind fast immer im Bereich des Bodybuilding und der entsprechenden Trainingseinrichtungen, aber auch des Leistungssports zu finden. Auch die Geschäfte im Bereich der [[Orthomolekulare Medizin|orthomolekularen Medizin]] wären ohne Nahrungsergänzungsmittel nicht denkbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland werden Nahrungsergänzungsmittel vor allem von älteren Menschen gekauft. Jeder zweite Deutsche über 55&amp;amp;nbsp;Jahre nimmt jeden Tag Nahrungsergänzungsmittel ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Interessen der Nahrungsergänzungsmittelindustrie werden in Deutschland vom Lobby-Verband &amp;quot;NEM Verband mittelständischer europäischer Hersteller und Distributoren von Nahrungsergänzungsmitteln &amp;amp; Gesundheitsprodukten&amp;quot; (derzeitiger Präsident: Manfred Scheffler, auch geschäftsführender Gesellschafter der Firma Plantafood) vertreten. Der Verband ist unter der Parole &amp;quot;Freiheit für gesunde Nahrung&amp;quot; im Internet präsent. Eines seiner Ziele ist die &amp;quot;Abschaffung von Abmahnvereinen, und der Verbraucherschutz solle in den Händen eines Instituts sein, das paritätisch besetzt ist von Unternehmern, Wissenschaft, Verbrauchern (Parteien sind ausgeschlossen)&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Definition==&lt;br /&gt;
In Deutschland sind Nahrungsergänzungsmittel rechtlich gesehen Lebensmittel, für die das LFGB, das Lebensmittel- und Futtergesetzbuch, gilt. Bei NEM handelt es sich genauer um Lebensmittel mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung, die dazu bestimmt sind die allgemeine Ernährung zu ergänzen. Es sind Produkte in Form von Kapseln, Pastillen, Tabletten, Pillen, Brausetabletten, Pulverbeuteln, Flüssigampullen oder Flaschen, die in abgemessenen kleinen Mengen in den Verkehr gebracht werden. Die erlaubten Inhaltsstoffe sind in Anhang&amp;amp;nbsp;1 der Nahrungsergänzungsmittelverordnung (NemV) [http://www.gesetze-im-internet.de/nemv/index.html] aufgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtliches==&lt;br /&gt;
Die Nahrungsergänzungsmittel unterliegen lediglich einer Registrierungspflicht beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Die Überwachung der in den Geschäften angebotenen Nahrungsergänzungsmittel und der Herstellerbetriebe ist Aufgabe der Lebensmittelüberwachungbehörden der Länder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nahrungsergänzungmittel, die die vor dem Inkrafttreten der [[Novel-Food]]-Verordnung innerhalb der EU nicht in nennenswertem Umfang zum Verzehr in den Handel gebracht wurden (z.B. auch [[Superfrucht|exotische Früchte]] und Produkte aus ihnen) unterliegen der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Januar 1997 über neuartige Lebensmittel und neuartige Lebensmittelzutaten – (Novel-Food-Verordnung)&amp;lt;ref&amp;gt;http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:31997R0258:de:HTML&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verordnung regelt, dass vor dem Inverkehrbringen ein solches Nahrungsergänzungmittel ein Zulassungsverfahren durchlaufen muss. Die Zulassung wird nur erteilt, wenn die Prüfung ergibt, dass das Produkt gesundheitlich unbedenklich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso gelten bestimmte Kennzeichnungspflichten über&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*alle Merkmale oder Ernährungseigenschaften, wie Zusammensetzung, Nährwert oder nutritive Wirkungen, Verwendungszweck des Lebensmittels, die dazu führen, dass ein neuartiges Lebensmittel oder eine neuartige Lebensmittelzutat nicht mehr einem bestehenden Lebensmittel oder einer bestehenden Lebensmittelzutat gleichwertig ist. Als gleichwertig gilt ein neues Lebensmittel dann nicht mehr, wenn durch eine wissenschaftliche Analyse nachgewiesen werden kann, dass die geprüften Merkmale Unterschiede gegenüber konventionellen Lebensmitteln aufweisen. &lt;br /&gt;
*Die veränderten Merkmale sowie das Verfahren, mit dem sie erzielt wurden, sind anzugeben sowie &lt;br /&gt;
*vorhandene Stoffe, die in bestehenden gleichwertigen Lebensmitteln nicht vorhanden sind und die Gesundheit bestimmter Bevölkerungsgruppen beeinflussen können; &lt;br /&gt;
*vorhandene Stoffe, die in bestehenden gleichwertigen Lebensmitteln nicht vorhanden sind und gegen die ethische Vorbehalte bestehen. Wenn es keine vergleichbaren Lebensmittel gibt, müssen Bestimmungen erlassen werden, die den Verbraucher angemessen informieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Inkrafttreten der [[Health Claims|Health-Claims-Verordnung]] wird die Verordnung EG Nr. 1924/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 wird geregelt, dass Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben in der Werbung und Kennzeichnung von Lebensmitteln, einschließlich Nahrungsergänzungsmittel, nur noch zulässig sind, wenn sie durch die „Health-Claims-Verordnung“ ausdrücklich zugelassen sind und den von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) herausgegebenen Nährwertprofilen entsprechen. Ist eine Angabe (z. B. Werbeaussage) nicht zugelassen, darf sie nicht verwendet werden. Es gilt ein Verbotsprinzip mit Erlaubnisvorbehalt: „Was nicht erlaubt ist, ist verboten.“ Es gilt zudem ein strenger Wissenschaftsvorbehalt: Zulässig ist nur, was durch anerkannte wissenschaftliche Erkenntnisse nachgewiesen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem sind nach deutschem Recht gemäß §12 LFGB bereits bisher krankheitsbezogene Angaben im Verkehr mit Lebensmitteln generell verboten&amp;lt;ref&amp;gt;http://bundesrecht.juris.de/lfgb/__12.html&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regelungen zum Nahrungsergänzungsmittelrecht werden gerne durch Importe aus anderen Ländern mit liberalerem Recht umgangen. So können problemlos in Deutschlang nicht erlaubte NEM aus den USA, Russland oder Holland bezogen werden, wobei nur in Einzelfällen der Zoll die Einfuhr verhindern kann. Auch ist in diesen Fällen oft völlig unklar was eigentlich in der bestellten Ware enthalten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Erlaubte Inhaltsstoffe==&lt;br /&gt;
Typische Inhaltsstoffe sind Mineralstoffe, Vitamine, Pseudovitamine und Antioxidantien. Die NemV&lt;br /&gt;
regelt in Anlage 1 die erlaubten Substanzen, die in einem Nahrungsergänzungsmittel enthalten sein dürfen [http://www.gesetze-im-internet.de/nemv/anlage_1_8.html].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werbende Aussagen mit NEM==&lt;br /&gt;
Werbeaussagen über Nahrungsergänzungsmittel werden seit dem 1.&amp;amp;nbsp;Juli 2007 durch die neue Health-Claims-Verordnung geregelt. Krankheitsbezogene Aussagen und Indikationen sind, wie für andere Lebensmittel auch, nicht erlaubt und können mit Geldbußen geahndet werden. In der Praxis wird das Werbeverbot für NEM regelmäßig und in großem Umfang nicht beachtet. Dies ist insbesondere im Internet zu beobachten. Zur Umgehung des abmahnbaren Werbeverbotes werden auch gezielt sogenannte Onlinemarketing-Bewerber eingesetzt, die im Rahmen des sogenannten [[Guerilla-Marketing]]s in Internetforen Produkte bewerben. Dabei treten gehäuft entweder mehrere derartige Berater - als übliche User getarnt - auf, die zusammen arbeiten und sich &amp;#039;&amp;#039;ergänzen&amp;#039;&amp;#039;, oder aber eine einzige Person beginnt Selbstgespräche mit eigenen Pseudonymen. Üblicherweise treten Neu-User mit Gesundheitsfragen auf, die sich nach Hilfe für ein Problem erkundigen. Kurze Zeit später weiß dann ein weiterer Neu-User erstaunlich schnell Rat, bewirbt ein Produkt und rühmt angebliche Heilwirkungen bei sich oder Bekannten. Auch treten solche Werber gerne mit privaten Nachrichten oder E-Mails an nachfragende Personen in Aktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbraucherzentrale NRW weist aufgrund einer stichprobenartigen Untersuchung von Userforen im Internet darauf hin, dass in Meinungsforen für umstrittene Nahrungsergänzungsmittel &amp;#039;&amp;#039;getrommelt&amp;#039;&amp;#039; werde. Die zumeist absurden Beiträge würden dabei oftmals von Verkäufern selbst verfasst. Ins Visier gerieten so insgesamt 30&amp;amp;nbsp;Berichte zu Aloe Vera-Gels, zu Vitamin- und Mineralstoffpräparaten. Jeder zweite Autor in den Meinungsportalen outete sich offen als Verkäufer (5&amp;amp;nbsp;Berichte) oder offerierte zumindest weitere Informationen zum Produkt oder dessen Bestellmöglichkeiten (10&amp;amp;nbsp;Berichte). Nicht verwunderlich also, dass von den 30&amp;amp;nbsp;überprüften Produktbewertungen nicht weniger als&amp;amp;nbsp;26 mit irregulären und absurden Werbeaussagen aufwarteten.&lt;br /&gt;
Während Hersteller und gewerbliche Händler mit solchen Aussagen gegen das Verbot krankheitsbezogener Werbung verstoßen würden, meinen die Berichterstatter in den Internetforen offenbar ungehindert operieren zu können. ”Sie agieren in einer Grauzone, entziehen sich weitgehend der Lebensmittelüberwachung und werden bisher nicht behelligt”, kritisiert Ernährungsexpertin Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW. Das Oberlandesgericht Köln (Az.: 6 U 149/07) hatte aber Februar 2008 entschieden, dass MLM-Unternehmen für fehlerhafte und übertriebene Werbung auf der Homepage ihrer Vertriebspartner mithaften.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.vz-nrw.de/UNIQ122313037328397/link502181A.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast immer wird in Werbung für NEM von der milliardenschweren Nahrungsergänzungsmittelindustrie (NEMI) auf einen angeblichen Mangel an bestimmten Wirkstoffen oder Substanzen hingewiesen. Dabei werden oft dubiose oder einseitig recherchierte Quellen genannt oder aus Studien sinnentstellend zitiert. Häufig werden auch Hersteller-finanzierte Klein-Untersuchungen als neutrale Quelle suggeriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Angeblicher Vitaminmangel als Werbeargument==&lt;br /&gt;
Häufig werden Nahrungsergänzungsmittel mit einem angeblich zunehmenden Vitaminmangel beworben. Wenn ein gesunder Mensch sich ausgewogen ernährt, sind Vitamine in Nahrungsergänzungsmittel (NEM) überflüssig. Nach Untersuchungen zur allgemeinen Ernährungslage in Deutschland sind außer in Sonderfällen wie beabsichtigte oder vorliegende Schwangerschaft (Folsäure), Alkoholismus (Vitamin&amp;amp;nbsp;B12) oder Erkrankungen, die eine besondere Diät erfordern, NEM nicht notwendig. Dieser Personenkreis sollte sich jedoch vom Arzt beraten lassen und nicht einfach Mittel auf die Empfehlung von Laien hin einnehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat den Nährstoffgehalt dreier Lebensmittel in den letzten 50&amp;amp;nbsp;Jahren verglichen. Demnach enthalten Orangen heute genauso viel Vitamin&amp;amp;nbsp;C wie vor 50&amp;amp;nbsp;Jahren. Das gleiche gilt für Kartoffeln. Nur bei Äpfeln schwanken die Werte über die Jahre hinweg. Allerdings halten das die Wissenschaftler eher für jahreszeitlich bedingt, und sehen darin kein Indiz für einen generellen Verlust an Nährstoffen. Lebensmittelchemiker der Universität Kaiserslautern haben die Hypothese vom angeblichen Nährstoffmangel untersucht. Und keinen Hinweis darauf gefunden, dass bei einer ausgewogenen Ernährung der Körper mit Vitaminen oder Mineralsstoffen unterversorgt wird. Gerhard Eisenbrand, der Leiter der Forschungsgruppe, nennt den angeblichen Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen einen &amp;quot;Mythos&amp;quot;. Über die Geschichte der Vermarktungsstrategien von Vitamin&amp;amp;nbsp;C gibt ein Buch von Beat Bächi Auskunft&amp;lt;ref&amp;gt;Beat Bächi: Vitamin C für alle! Pharmazeutische Produktion, Vermarktung und Gesundheitspolitik (1933-1953). Chronos Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt; [http://www.zeit.de/2009/21/A-Vitamin-C] [http://orf.at/090625-39701/?href=http%3A%2F%2Forf.at%2F090625-39701%2F38682txt_story.html].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschäfte und NEM-Umsatz in Deutschland==&lt;br /&gt;
Nahrungsergänzungsmittel haben oft einen niedrigen Herstellungspreis und einen hohen Verkaufspreis, d.h. es gibt eine große Gewinnspanne. Frucht- und Gemüsepulver sind billig, in Gelatinekapseln in Kleinstmengen verpackt jedoch recht teuer. Krabbenschalen und Grapefruitkerne sind Abfälle der Nahrungsmittelindustrie. Als NEM in Kapseln verpackt werden sie an den Kunden zu einem vergleichsweise hohen Preis abgegeben.&lt;br /&gt;
In jedem Jahr werden allein in Deutschland Nahrungsergänzungsmittel im Wert von einer Milliarde Euro&amp;lt;ref&amp;gt;Angaben des Bayerischen Rundfunk, 2008 [http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/faszination-wissen/faszination-wissen-vitamine-nutrigenomik-ID1204988186794.xml]&amp;lt;/ref&amp;gt; bis 1,3&amp;amp;nbsp;Milliarden Euro&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.vz-nrw.de/UNIQ124099406705519/link556511A.html&amp;lt;/ref&amp;gt; verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kritik==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Personen, die sich normal ernähren, für überflüssig&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bfr.bund.de/cd/945&amp;lt;/ref&amp;gt;. Bei dieser Ernährung bekomme der Körper alle Nährstoffe die er brauchte. Eine zusätzliche Zufuhr einzelner Nährstoffe sei deshalb nicht notwendig. Eine einseitige, unausgewogene Ernährungsweise könne nicht durch den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden. Nur in bestimmten Situationen, die in Deutschland aber selten seien, könne eine gezielte Ergänzung der Nahrung mit einzelnen Nährstoffen sinnvoll sein. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind Nahrungsergänzungen dagegen nur bei Jod in Form von jodiertem Speisesalz und bei Folsäure für Schwangere sinnvoll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Auswertung verschiedener Metaanlysen und randomisierter Studien wurde der Stand der Kenntnis zum Einfluss der als [[Antioxidantien]] angepriesenen Vitamine A, C und E sowie von Betakarotin auf Behandlung oder Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Augenerkrankungen und Erkältungen zusammengefasst. Das Fazit daraus: Ein klarer klinischer Nutzen lässt sich aus den vorliegenden randomisierten Studien nicht ableiten. Darüber hinaus steigert Betakarotin vor allem bei Rauchern Lungenkrebsrate und Gesamtsterblichkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Arzneimitteltelegramm, 2003; 34: 100-2, 111-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antioxidanzien werden häufig auch von Krebspatienten eingenommen, um unerwünschten Effekten einer Chemo- oder Strahlentherapie vorzubeugen. Experimentelle und klinische Daten unterstützen jedoch Befürchtungen, dass sie zu einem gewissen Grad Tumorzellen sogar schützen könnten. Vor allem die gleichzeitige Anwendung hochdosierter Antioxidanzien mit einer Bestrahlung verschlechtert in einigen randomisierten Studien das Ansprechen und verkürzt die Überlebenszeit der Patienten.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Prävention mit Antioxidanzien: Schaden überwiegt&amp;quot;, Arzneimitteltelegramm, 12/2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Nahrungsergänzungsmittel und Doping==&lt;br /&gt;
Eine internationale vom IOC geförderte Studie des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln hat gezeigt, dass etwa 15% der in 13&amp;amp;nbsp;verschiedenen Ländern erworbenen Nahrungsergänzungsmittel Anabolika (hauptsächlich Prohormone) enthielten, die nicht auf der Packung angegeben waren. In Deutschland enthielten ca. 11% der getesteten Nahrungsergänzungsmittel verbotene Anabolika. Bei den Anabolika handelt es sich wahrscheinlich um Verunreinigungen, die keinen Dopingeffekt haben, aber unabsichtlich zu positiven Dopingbefunden führen können. Dies stellt sowohl Sportler, hier vor allem Leistungssportler, aber auch Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln vor ein Problem. Die so genannte Kölner Liste des Olympiastützpunkts Köln-Bonn-Leverkusen bietet hinsichtlich der Dopingkontamination eine Orientierungshilfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beispiele==&lt;br /&gt;
Als [http://www.psiram.com/index.php?title=Kategorie:Nahrungserg%C3%A4nzungsmittel Nahrungsergänzungsmittel] werden u.a. folgende Produkte vertrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[11-Pflanzen-Schlank-Kur]]&lt;br /&gt;
*[[Anthocyane]]&lt;br /&gt;
*[[Avemar]]&lt;br /&gt;
*[[Chlorophyll]]&lt;br /&gt;
*[[Ginkgo biloba]]&lt;br /&gt;
*[[Ginseng]]&lt;br /&gt;
*[[Goji]]-Beeren&lt;br /&gt;
*[[Haifit]]&lt;br /&gt;
*[[Maca]]&lt;br /&gt;
*[[Mangostan]]&lt;br /&gt;
*[[Mexican Wild Yam]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Diätetisches Lebensmittel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Udo Pollmer, Susanne Warmuth. Pillen, Pulver, Powerstoffe: Die falschen Versprechen der Nahrungsergänzungsmittel. Verlag: Eichborn; (April 2008) ISBN-10: 382185622X ISBN-13: 978-3821856223&lt;br /&gt;
*Cohen PA. American roulette? contaminated dietary supplements. New England Journal of Medicine, 8. Oktober 2009 [http://healthcarereform.nejm.org/?p=2017&amp;amp;query=home]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.vz-nrw.de/UNIQ122313051228656/link21080A.html Nahrungsergänzungsmittel - Revier der Scharlatane]&lt;br /&gt;
*[http://www.vz-nrw.de/UNIQ124099406705519/link556511A.html Nahrungsergänzungsmittel: Verbraucherzentrale NRW warnt vor oftmals gefährlichen Nebenwirkungen]&lt;br /&gt;
* http://www.bfr.bund.de/cd/945&lt;br /&gt;
* http://www.dge.de/modules.php?name=News&amp;amp;file=article&amp;amp;sid=180&lt;br /&gt;
* http://www.gesetze-im-internet.de/nemv/index.html&lt;br /&gt;
* http://www.krebsinformationsdienst.de/themen/behandlung/nahrungsergaenzungsmittel.php&lt;br /&gt;
*[http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2008/sep/12/matthiasrath.aids Missbrauch von NEM am Beispiel von Matthias Rath]&lt;br /&gt;
* http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,624117,00.html&lt;br /&gt;
* [http://www.zeit.de/2010/22/E-Vitamine Eva-Maria Schnurr: &amp;#039;&amp;#039;Gesunde Ernährung - Leere Versprechen. Fast jeder dritte Deutsche nimmt Vitamintabletten. Doch neue Studien zeigen: Nur die Vitamine in echtem Obst und Gemüse sind gesund, Pillen können sogar schaden&amp;#039;&amp;#039;, Zeit-Online, 14.6.2010]&lt;br /&gt;
----------------------&lt;br /&gt;
*[http://content.nejm.org/cgi/reprint/361/16/1523.pdf Bericht über Verunreinigungen in US-NEM]&lt;br /&gt;
*http://jama.ama-assn.org/cgi/reprint/297/8/842.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Abkürzung/Begriffserklärung]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;br /&gt;
[[category:Lebensmittelrecht]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hema</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Nahrungserg%C3%A4nzungsmittel&amp;diff=53394</id>
		<title>Nahrungsergänzungsmittel</title>
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		<updated>2010-08-13T05:46:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hema: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Nem.jpg|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nahrungsergänzungsmittel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (NEM) sind Lebensmitteln entsprechende Produkte, die in Deutschland der [[Nahrungsergänzungsmittelverordnung]] (NemV) unterliegen und im EU-Recht der Richtlinie 2002/46/EG entsprechen. Sie unterliegen dabei stets dem [[LFGB]] und sind nicht dazu bestimmt, Arzneimittelwirkungen zu entfalten, Erkrankungen zu heilen oder ihnen vorzubeugen. Nahrungsergänzungen dürfen in Deutschland keine arzneiliche Wirkung entfalten oder beanspruchen; auch haben sie tekeinen nennenswerten Anteil an der menschlichen biologischen [[Bioenergetik|Energiegewinnung]]. Ein Ausgleich einer längerdauernden Fehlernährung ist durch sie nicht möglich. Es besteht eine teilweise Überschneidung mit dem Begriff Functional Food.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA werden die NEM als &amp;quot;dietary supplements&amp;quot; bezeichnet und als OTC-Produkte, also &amp;#039;&amp;#039;over-the-counter&amp;#039;&amp;#039;, gehandelt. Derartige Produkte können dort auch außerhalb von Apotheken rezeptfrei verkauft werden. Allerdings ist die dortige Einordnung liberaler: Nach deutschem Recht müssten viele der US-amerikanischen OTC-Produkte in Deutschland als zulassungspflichtige Arzneimittel eingeordnet werden. Die Zulassung untersteht der amerikanischen FDA, der &amp;quot;Food &amp;amp; Drugs Administration&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NEM sind äußerlich fast immer ähnlich wie Medikamente aufgemacht und lassen sich vom Laien nicht immer klar von diesen unterscheiden. Dies kann zu Verwirrung führen. Die Einordnung der in NEM enthaltenen Substanzen, bei Beachtung ihrer Konzentrationen, kann aber selbst Fachleuten in Einzelfällen Probleme bereiten diese von Arzneimitteln zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nahrungsergänzungsmittel sind eine typische Domäne des Multilevel-Marketing ([[MLM]]) mit ihren spezifischen Werbe- und Marketingsverfahren. Typisch sind auch extreme Preisunterschiede auf dem NEM-Markt für ein und denselben Wirkstoff. Nahrungsergänzungsmittel sind fast immer im Bereich des Bodybuilding und der entsprechenden Trainingseinrichtungen, aber auch des Leistungssports zu finden. Auch die Geschäfte im Bereich der [[Orthomolekulare Medizin|orthomolekularen Medizin]] wären ohne Nahrungsergänzungsmittel nicht denkbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland werden Nahrungsergänzungsmittel vor allem von älteren Menschen gekauft. Jeder zweite Deutsche über 55&amp;amp;nbsp;Jahre nimmt jeden Tag Nahrungsergänzungsmittel ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Interessen der Nahrungsergänzungsmittelindustrie werden in Deutschland vom Lobby-Verband &amp;quot;NEM Verband mittelständischer europäischer Hersteller und Distributoren von Nahrungsergänzungsmitteln &amp;amp; Gesundheitsprodukten&amp;quot; (derzeitiger Präsident: Manfred Scheffler, auch geschäftsführender Gesellschafter der Firma Plantafood) vertreten. Der Verband ist unter der Parole &amp;quot;Freiheit für gesunde Nahrung&amp;quot; im Internet präsent. Eines seiner Ziele ist die &amp;quot;Abschaffung von Abmahnvereinen, und der Verbraucherschutz solle in den Händen eines Instituts sein, das paritätisch besetzt ist von Unternehmern, Wissenschaft, Verbrauchern (Parteien sind ausgeschlossen)&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Definition==&lt;br /&gt;
In Deutschland sind Nahrungsergänzungsmittel rechtlich gesehen Lebensmittel, für die das LFGB, das Lebensmittel- und Futtergesetzbuch, gilt. Bei NEM handelt es sich genauer um Lebensmittel mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung, die dazu bestimmt sind die allgemeine Ernährung zu ergänzen. Es sind Produkte in Form von Kapseln, Pastillen, Tabletten, Pillen, Brausetabletten, Pulverbeuteln, Flüssigampullen oder Flaschen, die in abgemessenen kleinen Mengen in den Verkehr gebracht werden. Die erlaubten Inhaltsstoffe sind in Anhang&amp;amp;nbsp;1 der Nahrungsergänzungsmittelverordnung (NemV) [http://www.gesetze-im-internet.de/nemv/index.html] aufgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtliches==&lt;br /&gt;
Die Nahrungsergänzungsmittel unterliegen lediglich einer Registrierungspflicht beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Die Überwachung der in den Geschäften angebotenen Nahrungsergänzungsmittel und der Herstellerbetriebe ist Aufgabe der Lebensmittelüberwachungbehörden der Länder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nahrungsergänzungmittel, die die vor dem Inkrafttreten der [[Novel-Food]]-Verordnung innerhalb der EU nicht in nennenswertem Umfang zum Verzehr in den Handel gebracht wurden (z.B. auch [[Superfrucht|exotische Früchte]] und Produkte aus ihnen) unterliegen der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Januar 1997 über neuartige Lebensmittel und neuartige Lebensmittelzutaten – (Novel-Food-Verordnung)&amp;lt;ref&amp;gt;http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:31997R0258:de:HTML&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verordnung regelt, dass vor dem Inverkehrbringen ein solches Nahrungsergänzungmittel ein Zulassungsverfahren durchlaufen muss. Die Zulassung wird nur erteilt, wenn die Prüfung ergibt, dass das Produkt gesundheitlich unbedenklich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso gelten bestimmte Kennzeichnungspflichten über&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*alle Merkmale oder Ernährungseigenschaften, wie Zusammensetzung, Nährwert oder nutritive Wirkungen, Verwendungszweck des Lebensmittels, die dazu führen, dass ein neuartiges Lebensmittel oder eine neuartige Lebensmittelzutat nicht mehr einem bestehenden Lebensmittel oder einer bestehenden Lebensmittelzutat gleichwertig ist. Als gleichwertig gilt ein neues Lebensmittel dann nicht mehr, wenn durch eine wissenschaftliche Analyse nachgewiesen werden kann, dass die geprüften Merkmale Unterschiede gegenüber konventionellen Lebensmitteln aufweisen. &lt;br /&gt;
*Die veränderten Merkmale sowie das Verfahren, mit dem sie erzielt wurden, sind anzugeben sowie &lt;br /&gt;
*vorhandene Stoffe, die in bestehenden gleichwertigen Lebensmitteln nicht vorhanden sind und die Gesundheit bestimmter Bevölkerungsgruppen beeinflussen können; &lt;br /&gt;
*vorhandene Stoffe, die in bestehenden gleichwertigen Lebensmitteln nicht vorhanden sind und gegen die ethische Vorbehalte bestehen. Wenn es keine vergleichbaren Lebensmittel gibt, müssen Bestimmungen erlassen werden, die den Verbraucher angemessen informieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Inkrafttreten der [[Health Claims|Health-Claims-Verordnung]] wird die Verordnung EG Nr. 1924/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 wird geregelt, dass Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben in der Werbung und Kennzeichnung von Lebensmitteln, einschließlich Nahrungsergänzungsmittel, nur noch zulässig sind, wenn sie durch die „Health-Claims-Verordnung“ ausdrücklich zugelassen sind und den von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) herausgegebenen Nährwertprofilen entsprechen. Ist eine Angabe (z. B. Werbeaussage) nicht zugelassen, darf sie nicht verwendet werden. Es gilt ein Verbotsprinzip mit Erlaubnisvorbehalt: „Was nicht erlaubt ist, ist verboten.“ Es gilt zudem ein strenger Wissenschaftsvorbehalt: Zulässig ist nur, was durch anerkannte wissenschaftliche Erkenntnisse nachgewiesen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem sind nach deutschem Recht gemäß §12 LFGB bereits bisher krankheitsbezogene Angaben im Verkehr mit Lebensmitteln generell verboten&amp;lt;ref&amp;gt;http://bundesrecht.juris.de/lfgb/__12.html&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regelungen zum Nahrungsergänzungsmittelrecht werden gerne durch Importe aus anderen Ländern mit liberalerem Recht umgangen. So können problemlos in Deutschlang nicht erlaubte NEM aus den USA, Russland oder Holland bezogen werden, wobei nur in Einzelfällen der Zoll die Einfuhr verhindern kann. Auch ist in diesen Fällen oft völlig unklar was eigentlich in der bestellten Ware enthalten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Erlaubte Inhaltsstoffe==&lt;br /&gt;
Typische Inhaltsstoffe sind Mineralstoffe, Vitamine, Pseudovitamine und Antioxidantien. Die NemV&lt;br /&gt;
regelt in Anlage 1 die erlaubten Substanzen, die in einem Nahrungsergänzungsmittel enthalten sein dürfen [http://www.gesetze-im-internet.de/nemv/anlage_1_8.html].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werbende Aussagen mit NEM==&lt;br /&gt;
Werbeaussagen über Nahrungsergänzungsmittel werden seit dem 1.&amp;amp;nbsp;Juli 2007 durch die neue Health-Claims-Verordnung geregelt. Krankheitsbezogene Aussagen und Indikationen sind, wie für andere Lebensmittel auch, nicht erlaubt und können mit Geldbußen geahndet werden. In der Praxis wird das Werbeverbot für NEM regelmäßig und in großem Umfang nicht beachtet. Dies ist insbesondere im Internet zu beobachten. Zur Umgehung des abmahnbaren Werbeverbotes werden auch gezielt sogenannte Onlinemarketing-Bewerber eingesetzt, die im Rahmen des sogenannten [[Guerilla-Marketing]]s in Internetforen Produkte bewerben. Dabei treten gehäuft entweder mehrere derartige Berater - als übliche User getarnt - auf, die zusammen arbeiten und sich &amp;#039;&amp;#039;ergänzen&amp;#039;&amp;#039;, oder aber eine einzige Person beginnt Selbstgespräche mit eigenen Pseudonymen. Üblicherweise treten Neu-User mit Gesundheitsfragen auf, die sich nach Hilfe für ein Problem erkundigen. Kurze Zeit später weiß dann ein weiterer Neu-User erstaunlich schnell Rat, bewirbt ein Produkt und rühmt angebliche Heilwirkungen bei sich oder Bekannten. Auch treten solche Werber gerne mit privaten Nachrichten oder E-Mails an nachfragende Personen in Aktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbraucherzentrale NRW weist aufgrund einer stichprobenartigen Untersuchung von Userforen im Internet darauf hin, dass in Meinungsforen für umstrittene Nahrungsergänzungsmittel &amp;#039;&amp;#039;getrommelt&amp;#039;&amp;#039; werde. Die zumeist absurden Beiträge würden dabei oftmals von Verkäufern selbst verfasst. Ins Visier gerieten so insgesamt 30&amp;amp;nbsp;Berichte zu Aloe Vera-Gels, zu Vitamin- und Mineralstoffpräparaten. Jeder zweite Autor in den Meinungsportalen outete sich offen als Verkäufer (5&amp;amp;nbsp;Berichte) oder offerierte zumindest weitere Informationen zum Produkt oder dessen Bestellmöglichkeiten (10&amp;amp;nbsp;Berichte). Nicht verwunderlich also, dass von den 30&amp;amp;nbsp;überprüften Produktbewertungen nicht weniger als&amp;amp;nbsp;26 mit irregulären und absurden Werbeaussagen aufwarteten.&lt;br /&gt;
Während Hersteller und gewerbliche Händler mit solchen Aussagen gegen das Verbot krankheitsbezogener Werbung verstoßen würden, meinen die Berichterstatter in den Internetforen offenbar ungehindert operieren zu können. ”Sie agieren in einer Grauzone, entziehen sich weitgehend der Lebensmittelüberwachung und werden bisher nicht behelligt”, kritisiert Ernährungsexpertin Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW. Das Oberlandesgericht Köln (Az.: 6 U 149/07) hatte aber Februar 2008 entschieden, dass MLM-Unternehmen für fehlerhafte und übertriebene Werbung auf der Homepage ihrer Vertriebspartner mithaften.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.vz-nrw.de/UNIQ122313037328397/link502181A.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast immer wird in Werbung für NEM von der milliardenschweren Nahrungsergänzungsmittelindustrie (NEMI) auf einen angeblichen Mangel an bestimmten Wirkstoffen oder Substanzen hingewiesen. Dabei werden oft dubiose oder einseitig recherchierte Quellen genannt oder aus Studien sinnentstellend zitiert. Häufig werden auch Hersteller-finanzierte Klein-Untersuchungen als neutrale Quelle suggeriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Angeblicher Vitaminmangel als Werbeargument==&lt;br /&gt;
Häufig werden Nahrungsergänzungsmittel mit einem angeblich zunehmenden Vitaminmangel beworben. Wenn ein gesunder Mensch sich ausgewogen ernährt, sind Vitamine in Nahrungsergänzungsmittel (NEM) überflüssig. Nach Untersuchungen zur allgemeinen Ernährungslage in Deutschland sind außer in Sonderfällen wie beabsichtigte oder vorliegende Schwangerschaft (Folsäure), Alkoholismus (Vitamin&amp;amp;nbsp;B12) oder Erkrankungen, die eine besondere Diät erfordern, NEM nicht notwendig. Dieser Personenkreis sollte sich jedoch vom Arzt beraten lassen und nicht einfach Mittel auf die Empfehlung von Laien hin einnehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat den Nährstoffgehalt dreier Lebensmittel in den letzten 50&amp;amp;nbsp;Jahren verglichen. Demnach enthalten Orangen heute genauso viel Vitamin&amp;amp;nbsp;C wie vor 50&amp;amp;nbsp;Jahren. Das gleiche gilt für Kartoffeln. Nur bei Äpfeln schwanken die Werte über die Jahre hinweg. Allerdings halten das die Wissenschaftler eher für jahreszeitlich bedingt, und sehen darin kein Indiz für einen generellen Verlust an Nährstoffen. Lebensmittelchemiker der Universität Kaiserslautern haben die Hypothese vom angeblichen Nährstoffmangel untersucht. Und keinen Hinweis darauf gefunden, dass bei einer ausgewogenen Ernährung der Körper mit Vitaminen oder Mineralsstoffen unterversorgt wird. Gerhard Eisenbrand, der Leiter der Forschungsgruppe, nennt den angeblichen Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen einen &amp;quot;Mythos&amp;quot;. Über die Geschichte der Vermarktungsstrategien von Vitamin&amp;amp;nbsp;C gibt ein Buch von Beat Bächi Auskunft&amp;lt;ref&amp;gt;Beat Bächi: Vitamin C für alle! Pharmazeutische Produktion, Vermarktung und Gesundheitspolitik (1933-1953). Chronos Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt; [http://www.zeit.de/2009/21/A-Vitamin-C] [http://orf.at/090625-39701/?href=http%3A%2F%2Forf.at%2F090625-39701%2F38682txt_story.html].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschäfte und NEM-Umsatz in Deutschland==&lt;br /&gt;
Nahrungsergänzungsmittel haben oft einen niedrigen Herstellungspreis und einen hohen Verkaufspreis, d.h. es gibt eine große Gewinnspanne. Frucht- und Gemüsepulver sind billig, in Gelatinekapseln in Kleinstmengen verpackt jedoch recht teuer. Krabbenschalen und Grapefruitkerne sind Abfälle der Nahrungsmittelindustrie. Als NEM in Kapseln verpackt werden sie an den Kunden zu einem vergleichsweise hohen Preis abgegeben.&lt;br /&gt;
In jedem Jahr werden allein in Deutschland Nahrungsergänzungsmittel im Wert von einer Milliarde Euro&amp;lt;ref&amp;gt;Angaben des Bayerischen Rundfunk, 2008 [http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/faszination-wissen/faszination-wissen-vitamine-nutrigenomik-ID1204988186794.xml]&amp;lt;/ref&amp;gt; bis 1,3&amp;amp;nbsp;Milliarden Euro&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.vz-nrw.de/UNIQ124099406705519/link556511A.html&amp;lt;/ref&amp;gt; verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kritik==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Personen, die sich normal ernähren, für überflüssig&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bfr.bund.de/cd/945&amp;lt;/ref&amp;gt;. Bei dieser Ernährung bekomme der Körper alle Nährstoffe die er brauchte. Eine zusätzliche Zufuhr einzelner Nährstoffe sei deshalb nicht notwendig. Eine einseitige, unausgewogene Ernährungsweise könne nicht durch den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden. Nur in bestimmten Situationen, die in Deutschland aber selten seien, könne eine gezielte Ergänzung der Nahrung mit einzelnen Nährstoffen sinnvoll sein. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind Nahrungsergänzungen dagegen nur bei Jod in Form von jodiertem Speisesalz und bei Folsäure für Schwangere sinnvoll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Auswertung verschiedener Metaanlysen und randomisierter Studien wurde der Stand der Kenntnis zum Einfluss der als [[Antioxidantien]] angepriesenen Vitamine A, C und E sowie von Betakarotin auf Behandlung oder Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Augenerkrankungen und Erkältungen zusammengefasst. Das Fazit daraus: Ein klarer klinischer Nutzen lässt sich aus den vorliegenden randomisierten Studien nicht ableiten. Darüber hinaus steigert Betakarotin vor allem bei Rauchern Lungenkrebsrate und Gesamtsterblichkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Arzneimitteltelegramm, 2003; 34: 100-2, 111-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antioxidanzien werden häufig auch von Krebspatienten eingenommen, um unerwünschten Effekten einer Chemo- oder Strahlentherapie vorzubeugen. Experimentelle und klinische Daten unterstützen jedoch Befürchtungen, dass sie zu einem gewissen Grad Tumorzellen sogar schützen könnten. Vor allem die gleichzeitige Anwendung hochdosierter Antioxidanzien mit einer Bestrahlung verschlechtert in einigen randomisierten Studien das Ansprechen und verkürzt die Überlebenszeit der Patienten.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Prävention mit Antioxidanzien: Schaden überwiegt&amp;quot;, Arzneimitteltelegramm, 12/2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Nahrungsergänzungsmittel und Doping==&lt;br /&gt;
Eine internationale vom IOC geförderte Studie des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln hat gezeigt, dass etwa 15% der in 13&amp;amp;nbsp;verschiedenen Ländern erworbenen Nahrungsergänzungsmittel Anabolika (hauptsächlich Prohormone) enthielten, die nicht auf der Packung angegeben waren. In Deutschland enthielten ca. 11% der getesteten Nahrungsergänzungsmittel verbotene Anabolika. Bei den Anabolika handelt es sich wahrscheinlich um Verunreinigungen, die keinen Dopingeffekt haben, aber unabsichtlich zu positiven Dopingbefunden führen können. Dies stellt sowohl Sportler, hier vor allem Leistungssportler, aber auch Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln vor ein Problem. Die so genannte Kölner Liste des Olympiastützpunkts Köln-Bonn-Leverkusen bietet hinsichtlich der Dopingkontamination eine Orientierungshilfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beispiele==&lt;br /&gt;
Als [http://www.psiram.com/index.php?title=Kategorie:Nahrungserg%C3%A4nzungsmittel Nahrungsergänzungsmittel] werden u.a. folgende Produkte vertrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[11-Pflanzen-Schlank-Kur]]&lt;br /&gt;
*[[Anthocyane]]&lt;br /&gt;
*[[Avemar]]&lt;br /&gt;
*[[Chlorophyll]]&lt;br /&gt;
*[[Ginkgo biloba]]&lt;br /&gt;
*[[Ginseng]]&lt;br /&gt;
*[[Goji]]-Beeren&lt;br /&gt;
*[[Haifit]]&lt;br /&gt;
*[[Maca]]&lt;br /&gt;
*[[Mangostan]]&lt;br /&gt;
*[[Mexican Wild Yam]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Diätetisches Lebensmittel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Udo Pollmer, Susanne Warmuth. Pillen, Pulver, Powerstoffe: Die falschen Versprechen der Nahrungsergänzungsmittel. Verlag: Eichborn; (April 2008) ISBN-10: 382185622X ISBN-13: 978-3821856223&lt;br /&gt;
*Cohen PA. American roulette? contaminated dietary supplements. New England Journal of Medicine, 8. Oktober 2009 [http://healthcarereform.nejm.org/?p=2017&amp;amp;query=home]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.vz-nrw.de/UNIQ122313051228656/link21080A.html Nahrungsergänzungsmittel - Revier der Scharlatane]&lt;br /&gt;
*[http://www.vz-nrw.de/UNIQ124099406705519/link556511A.html Nahrungsergänzungsmittel: Verbraucherzentrale NRW warnt vor oftmals gefährlichen Nebenwirkungen]&lt;br /&gt;
* http://www.bfr.bund.de/cd/945&lt;br /&gt;
* http://www.dge.de/modules.php?name=News&amp;amp;file=article&amp;amp;sid=180&lt;br /&gt;
* http://www.gesetze-im-internet.de/nemv/index.html&lt;br /&gt;
* http://www.krebsinformationsdienst.de/themen/behandlung/nahrungsergaenzungsmittel.php&lt;br /&gt;
*[http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2008/sep/12/matthiasrath.aids Missbrauch von NEM am Beispiel von Matthias Rath]&lt;br /&gt;
* http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,624117,00.html&lt;br /&gt;
* [http://www.zeit.de/2010/22/E-Vitamine Eva-Maria Schnurr: &amp;#039;&amp;#039;Gesunde Ernährung - Leere Versprechen. Fast jeder dritte Deutsche nimmt Vitamintabletten. Doch neue Studien zeigen: Nur die Vitamine in echtem Obst und Gemüse sind gesund, Pillen können sogar schaden&amp;#039;&amp;#039;, Zeit-Online, 14.6.2010]&lt;br /&gt;
----------------------&lt;br /&gt;
*[http://content.nejm.org/cgi/reprint/361/16/1523.pdf Bericht über Verunreinigungen in US-NEM]&lt;br /&gt;
*http://jama.ama-assn.org/cgi/reprint/297/8/842.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Abkürzung/Begriffserklärung]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;br /&gt;
[[category:Lebensmittelrecht]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hema</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Nahrungserg%C3%A4nzungsmittel&amp;diff=53393</id>
		<title>Nahrungsergänzungsmittel</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Nahrungserg%C3%A4nzungsmittel&amp;diff=53393"/>
		<updated>2010-08-13T05:45:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hema: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Nem.jpg|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nahrungsergänzungsmittel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (NEM) sind Lebensmitteln entsprechende Produkte, die in Deutschland der [[Nahrungsergänzungsmittelverordnung]] (NemV) unterliegen und im EU-Recht der Richtlinie 2002/46/EG entsprechen. Sie unterliegen dabei stets dem [[LFGB]]-Gesetz und sind nicht dazu bestimmt, Arzneimittelwirkungen zu entfalten, Erkrankungen zu heilen oder ihnen vorzubeugen. Nahrungsergänzungen dürfen in Deutschland keine arzneiliche Wirkung entfalten oder beanspruchen; auch haben sie tekeinen nennenswerten Anteil an der menschlichen biologischen [[Bioenergetik|Energiegewinnung]]. Ein Ausgleich einer längerdauernden Fehlernährung ist durch sie nicht möglich. Es besteht eine teilweise Überschneidung mit dem Begriff Functional Food.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA werden die NEM als &amp;quot;dietary supplements&amp;quot; bezeichnet und als OTC-Produkte, also &amp;#039;&amp;#039;over-the-counter&amp;#039;&amp;#039;, gehandelt. Derartige Produkte können dort auch außerhalb von Apotheken rezeptfrei verkauft werden. Allerdings ist die dortige Einordnung liberaler: Nach deutschem Recht müssten viele der US-amerikanischen OTC-Produkte in Deutschland als zulassungspflichtige Arzneimittel eingeordnet werden. Die Zulassung untersteht der amerikanischen FDA, der &amp;quot;Food &amp;amp; Drugs Administration&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
NEM sind äußerlich fast immer ähnlich wie Medikamente aufgemacht und lassen sich vom Laien nicht immer klar von diesen unterscheiden. Dies kann zu Verwirrung führen. Die Einordnung der in NEM enthaltenen Substanzen, bei Beachtung ihrer Konzentrationen, kann aber selbst Fachleuten in Einzelfällen Probleme bereiten diese von Arzneimitteln zu unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nahrungsergänzungsmittel sind eine typische Domäne des Multilevel-Marketing ([[MLM]]) mit ihren spezifischen Werbe- und Marketingsverfahren. Typisch sind auch extreme Preisunterschiede auf dem NEM-Markt für ein und denselben Wirkstoff. Nahrungsergänzungsmittel sind fast immer im Bereich des Bodybuilding und der entsprechenden Trainingseinrichtungen, aber auch des Leistungssports zu finden. Auch die Geschäfte im Bereich der [[Orthomolekulare Medizin|orthomolekularen Medizin]] wären ohne Nahrungsergänzungsmittel nicht denkbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland werden Nahrungsergänzungsmittel vor allem von älteren Menschen gekauft. Jeder zweite Deutsche über 55&amp;amp;nbsp;Jahre nimmt jeden Tag Nahrungsergänzungsmittel ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Interessen der Nahrungsergänzungsmittelindustrie werden in Deutschland vom Lobby-Verband &amp;quot;NEM Verband mittelständischer europäischer Hersteller und Distributoren von Nahrungsergänzungsmitteln &amp;amp; Gesundheitsprodukten&amp;quot; (derzeitiger Präsident: Manfred Scheffler, auch geschäftsführender Gesellschafter der Firma Plantafood) vertreten. Der Verband ist unter der Parole &amp;quot;Freiheit für gesunde Nahrung&amp;quot; im Internet präsent. Eines seiner Ziele ist die &amp;quot;Abschaffung von Abmahnvereinen, und der Verbraucherschutz solle in den Händen eines Instituts sein, das paritätisch besetzt ist von Unternehmern, Wissenschaft, Verbrauchern (Parteien sind ausgeschlossen)&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Definition==&lt;br /&gt;
In Deutschland sind Nahrungsergänzungsmittel rechtlich gesehen Lebensmittel, für die das LFGB, das Lebensmittel- und Futtergesetzbuch, gilt. Bei NEM handelt es sich genauer um Lebensmittel mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung, die dazu bestimmt sind die allgemeine Ernährung zu ergänzen. Es sind Produkte in Form von Kapseln, Pastillen, Tabletten, Pillen, Brausetabletten, Pulverbeuteln, Flüssigampullen oder Flaschen, die in abgemessenen kleinen Mengen in den Verkehr gebracht werden. Die erlaubten Inhaltsstoffe sind in Anhang&amp;amp;nbsp;1 der Nahrungsergänzungsmittelverordnung (NemV) [http://www.gesetze-im-internet.de/nemv/index.html] aufgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rechtliches==&lt;br /&gt;
Die Nahrungsergänzungsmittel unterliegen lediglich einer Registrierungspflicht beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Die Überwachung der in den Geschäften angebotenen Nahrungsergänzungsmittel und der Herstellerbetriebe ist Aufgabe der Lebensmittelüberwachungbehörden der Länder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nahrungsergänzungmittel, die die vor dem Inkrafttreten der [[Novel-Food]]-Verordnung innerhalb der EU nicht in nennenswertem Umfang zum Verzehr in den Handel gebracht wurden (z.B. auch [[Superfrucht|exotische Früchte]] und Produkte aus ihnen) unterliegen der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Januar 1997 über neuartige Lebensmittel und neuartige Lebensmittelzutaten – (Novel-Food-Verordnung)&amp;lt;ref&amp;gt;http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:31997R0258:de:HTML&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verordnung regelt, dass vor dem Inverkehrbringen ein solches Nahrungsergänzungmittel ein Zulassungsverfahren durchlaufen muss. Die Zulassung wird nur erteilt, wenn die Prüfung ergibt, dass das Produkt gesundheitlich unbedenklich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenso gelten bestimmte Kennzeichnungspflichten über&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*alle Merkmale oder Ernährungseigenschaften, wie Zusammensetzung, Nährwert oder nutritive Wirkungen, Verwendungszweck des Lebensmittels, die dazu führen, dass ein neuartiges Lebensmittel oder eine neuartige Lebensmittelzutat nicht mehr einem bestehenden Lebensmittel oder einer bestehenden Lebensmittelzutat gleichwertig ist. Als gleichwertig gilt ein neues Lebensmittel dann nicht mehr, wenn durch eine wissenschaftliche Analyse nachgewiesen werden kann, dass die geprüften Merkmale Unterschiede gegenüber konventionellen Lebensmitteln aufweisen. &lt;br /&gt;
*Die veränderten Merkmale sowie das Verfahren, mit dem sie erzielt wurden, sind anzugeben sowie &lt;br /&gt;
*vorhandene Stoffe, die in bestehenden gleichwertigen Lebensmitteln nicht vorhanden sind und die Gesundheit bestimmter Bevölkerungsgruppen beeinflussen können; &lt;br /&gt;
*vorhandene Stoffe, die in bestehenden gleichwertigen Lebensmitteln nicht vorhanden sind und gegen die ethische Vorbehalte bestehen. Wenn es keine vergleichbaren Lebensmittel gibt, müssen Bestimmungen erlassen werden, die den Verbraucher angemessen informieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Inkrafttreten der [[Health Claims|Health-Claims-Verordnung]] wird die Verordnung EG Nr. 1924/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 wird geregelt, dass Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben in der Werbung und Kennzeichnung von Lebensmitteln, einschließlich Nahrungsergänzungsmittel, nur noch zulässig sind, wenn sie durch die „Health-Claims-Verordnung“ ausdrücklich zugelassen sind und den von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) herausgegebenen Nährwertprofilen entsprechen. Ist eine Angabe (z. B. Werbeaussage) nicht zugelassen, darf sie nicht verwendet werden. Es gilt ein Verbotsprinzip mit Erlaubnisvorbehalt: „Was nicht erlaubt ist, ist verboten.“ Es gilt zudem ein strenger Wissenschaftsvorbehalt: Zulässig ist nur, was durch anerkannte wissenschaftliche Erkenntnisse nachgewiesen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem sind nach deutschem Recht gemäß §12 LFGB bereits bisher krankheitsbezogene Angaben im Verkehr mit Lebensmitteln generell verboten&amp;lt;ref&amp;gt;http://bundesrecht.juris.de/lfgb/__12.html&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regelungen zum Nahrungsergänzungsmittelrecht werden gerne durch Importe aus anderen Ländern mit liberalerem Recht umgangen. So können problemlos in Deutschlang nicht erlaubte NEM aus den USA, Russland oder Holland bezogen werden, wobei nur in Einzelfällen der Zoll die Einfuhr verhindern kann. Auch ist in diesen Fällen oft völlig unklar was eigentlich in der bestellten Ware enthalten ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Erlaubte Inhaltsstoffe==&lt;br /&gt;
Typische Inhaltsstoffe sind Mineralstoffe, Vitamine, Pseudovitamine und Antioxidantien. Die NemV&lt;br /&gt;
regelt in Anlage 1 die erlaubten Substanzen, die in einem Nahrungsergänzungsmittel enthalten sein dürfen [http://www.gesetze-im-internet.de/nemv/anlage_1_8.html].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werbende Aussagen mit NEM==&lt;br /&gt;
Werbeaussagen über Nahrungsergänzungsmittel werden seit dem 1.&amp;amp;nbsp;Juli 2007 durch die neue Health-Claims-Verordnung geregelt. Krankheitsbezogene Aussagen und Indikationen sind, wie für andere Lebensmittel auch, nicht erlaubt und können mit Geldbußen geahndet werden. In der Praxis wird das Werbeverbot für NEM regelmäßig und in großem Umfang nicht beachtet. Dies ist insbesondere im Internet zu beobachten. Zur Umgehung des abmahnbaren Werbeverbotes werden auch gezielt sogenannte Onlinemarketing-Bewerber eingesetzt, die im Rahmen des sogenannten [[Guerilla-Marketing]]s in Internetforen Produkte bewerben. Dabei treten gehäuft entweder mehrere derartige Berater - als übliche User getarnt - auf, die zusammen arbeiten und sich &amp;#039;&amp;#039;ergänzen&amp;#039;&amp;#039;, oder aber eine einzige Person beginnt Selbstgespräche mit eigenen Pseudonymen. Üblicherweise treten Neu-User mit Gesundheitsfragen auf, die sich nach Hilfe für ein Problem erkundigen. Kurze Zeit später weiß dann ein weiterer Neu-User erstaunlich schnell Rat, bewirbt ein Produkt und rühmt angebliche Heilwirkungen bei sich oder Bekannten. Auch treten solche Werber gerne mit privaten Nachrichten oder E-Mails an nachfragende Personen in Aktion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verbraucherzentrale NRW weist aufgrund einer stichprobenartigen Untersuchung von Userforen im Internet darauf hin, dass in Meinungsforen für umstrittene Nahrungsergänzungsmittel &amp;#039;&amp;#039;getrommelt&amp;#039;&amp;#039; werde. Die zumeist absurden Beiträge würden dabei oftmals von Verkäufern selbst verfasst. Ins Visier gerieten so insgesamt 30&amp;amp;nbsp;Berichte zu Aloe Vera-Gels, zu Vitamin- und Mineralstoffpräparaten. Jeder zweite Autor in den Meinungsportalen outete sich offen als Verkäufer (5&amp;amp;nbsp;Berichte) oder offerierte zumindest weitere Informationen zum Produkt oder dessen Bestellmöglichkeiten (10&amp;amp;nbsp;Berichte). Nicht verwunderlich also, dass von den 30&amp;amp;nbsp;überprüften Produktbewertungen nicht weniger als&amp;amp;nbsp;26 mit irregulären und absurden Werbeaussagen aufwarteten.&lt;br /&gt;
Während Hersteller und gewerbliche Händler mit solchen Aussagen gegen das Verbot krankheitsbezogener Werbung verstoßen würden, meinen die Berichterstatter in den Internetforen offenbar ungehindert operieren zu können. ”Sie agieren in einer Grauzone, entziehen sich weitgehend der Lebensmittelüberwachung und werden bisher nicht behelligt”, kritisiert Ernährungsexpertin Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW. Das Oberlandesgericht Köln (Az.: 6 U 149/07) hatte aber Februar 2008 entschieden, dass MLM-Unternehmen für fehlerhafte und übertriebene Werbung auf der Homepage ihrer Vertriebspartner mithaften.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.vz-nrw.de/UNIQ122313037328397/link502181A.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast immer wird in Werbung für NEM von der milliardenschweren Nahrungsergänzungsmittelindustrie (NEMI) auf einen angeblichen Mangel an bestimmten Wirkstoffen oder Substanzen hingewiesen. Dabei werden oft dubiose oder einseitig recherchierte Quellen genannt oder aus Studien sinnentstellend zitiert. Häufig werden auch Hersteller-finanzierte Klein-Untersuchungen als neutrale Quelle suggeriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Angeblicher Vitaminmangel als Werbeargument==&lt;br /&gt;
Häufig werden Nahrungsergänzungsmittel mit einem angeblich zunehmenden Vitaminmangel beworben. Wenn ein gesunder Mensch sich ausgewogen ernährt, sind Vitamine in Nahrungsergänzungsmittel (NEM) überflüssig. Nach Untersuchungen zur allgemeinen Ernährungslage in Deutschland sind außer in Sonderfällen wie beabsichtigte oder vorliegende Schwangerschaft (Folsäure), Alkoholismus (Vitamin&amp;amp;nbsp;B12) oder Erkrankungen, die eine besondere Diät erfordern, NEM nicht notwendig. Dieser Personenkreis sollte sich jedoch vom Arzt beraten lassen und nicht einfach Mittel auf die Empfehlung von Laien hin einnehmen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat den Nährstoffgehalt dreier Lebensmittel in den letzten 50&amp;amp;nbsp;Jahren verglichen. Demnach enthalten Orangen heute genauso viel Vitamin&amp;amp;nbsp;C wie vor 50&amp;amp;nbsp;Jahren. Das gleiche gilt für Kartoffeln. Nur bei Äpfeln schwanken die Werte über die Jahre hinweg. Allerdings halten das die Wissenschaftler eher für jahreszeitlich bedingt, und sehen darin kein Indiz für einen generellen Verlust an Nährstoffen. Lebensmittelchemiker der Universität Kaiserslautern haben die Hypothese vom angeblichen Nährstoffmangel untersucht. Und keinen Hinweis darauf gefunden, dass bei einer ausgewogenen Ernährung der Körper mit Vitaminen oder Mineralsstoffen unterversorgt wird. Gerhard Eisenbrand, der Leiter der Forschungsgruppe, nennt den angeblichen Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen einen &amp;quot;Mythos&amp;quot;. Über die Geschichte der Vermarktungsstrategien von Vitamin&amp;amp;nbsp;C gibt ein Buch von Beat Bächi Auskunft&amp;lt;ref&amp;gt;Beat Bächi: Vitamin C für alle! Pharmazeutische Produktion, Vermarktung und Gesundheitspolitik (1933-1953). Chronos Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt; [http://www.zeit.de/2009/21/A-Vitamin-C] [http://orf.at/090625-39701/?href=http%3A%2F%2Forf.at%2F090625-39701%2F38682txt_story.html].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschäfte und NEM-Umsatz in Deutschland==&lt;br /&gt;
Nahrungsergänzungsmittel haben oft einen niedrigen Herstellungspreis und einen hohen Verkaufspreis, d.h. es gibt eine große Gewinnspanne. Frucht- und Gemüsepulver sind billig, in Gelatinekapseln in Kleinstmengen verpackt jedoch recht teuer. Krabbenschalen und Grapefruitkerne sind Abfälle der Nahrungsmittelindustrie. Als NEM in Kapseln verpackt werden sie an den Kunden zu einem vergleichsweise hohen Preis abgegeben.&lt;br /&gt;
In jedem Jahr werden allein in Deutschland Nahrungsergänzungsmittel im Wert von einer Milliarde Euro&amp;lt;ref&amp;gt;Angaben des Bayerischen Rundfunk, 2008 [http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/faszination-wissen/faszination-wissen-vitamine-nutrigenomik-ID1204988186794.xml]&amp;lt;/ref&amp;gt; bis 1,3&amp;amp;nbsp;Milliarden Euro&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.vz-nrw.de/UNIQ124099406705519/link556511A.html&amp;lt;/ref&amp;gt; verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kritik==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält Nahrungsergänzungsmittel für gesunde Personen, die sich normal ernähren, für überflüssig&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bfr.bund.de/cd/945&amp;lt;/ref&amp;gt;. Bei dieser Ernährung bekomme der Körper alle Nährstoffe die er brauchte. Eine zusätzliche Zufuhr einzelner Nährstoffe sei deshalb nicht notwendig. Eine einseitige, unausgewogene Ernährungsweise könne nicht durch den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden. Nur in bestimmten Situationen, die in Deutschland aber selten seien, könne eine gezielte Ergänzung der Nahrung mit einzelnen Nährstoffen sinnvoll sein. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind Nahrungsergänzungen dagegen nur bei Jod in Form von jodiertem Speisesalz und bei Folsäure für Schwangere sinnvoll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Auswertung verschiedener Metaanlysen und randomisierter Studien wurde der Stand der Kenntnis zum Einfluss der als [[Antioxidantien]] angepriesenen Vitamine A, C und E sowie von Betakarotin auf Behandlung oder Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Augenerkrankungen und Erkältungen zusammengefasst. Das Fazit daraus: Ein klarer klinischer Nutzen lässt sich aus den vorliegenden randomisierten Studien nicht ableiten. Darüber hinaus steigert Betakarotin vor allem bei Rauchern Lungenkrebsrate und Gesamtsterblichkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Arzneimitteltelegramm, 2003; 34: 100-2, 111-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antioxidanzien werden häufig auch von Krebspatienten eingenommen, um unerwünschten Effekten einer Chemo- oder Strahlentherapie vorzubeugen. Experimentelle und klinische Daten unterstützen jedoch Befürchtungen, dass sie zu einem gewissen Grad Tumorzellen sogar schützen könnten. Vor allem die gleichzeitige Anwendung hochdosierter Antioxidanzien mit einer Bestrahlung verschlechtert in einigen randomisierten Studien das Ansprechen und verkürzt die Überlebenszeit der Patienten.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;quot;Prävention mit Antioxidanzien: Schaden überwiegt&amp;quot;, Arzneimitteltelegramm, 12/2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Nahrungsergänzungsmittel und Doping==&lt;br /&gt;
Eine internationale vom IOC geförderte Studie des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln hat gezeigt, dass etwa 15% der in 13&amp;amp;nbsp;verschiedenen Ländern erworbenen Nahrungsergänzungsmittel Anabolika (hauptsächlich Prohormone) enthielten, die nicht auf der Packung angegeben waren. In Deutschland enthielten ca. 11% der getesteten Nahrungsergänzungsmittel verbotene Anabolika. Bei den Anabolika handelt es sich wahrscheinlich um Verunreinigungen, die keinen Dopingeffekt haben, aber unabsichtlich zu positiven Dopingbefunden führen können. Dies stellt sowohl Sportler, hier vor allem Leistungssportler, aber auch Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln vor ein Problem. Die so genannte Kölner Liste des Olympiastützpunkts Köln-Bonn-Leverkusen bietet hinsichtlich der Dopingkontamination eine Orientierungshilfe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beispiele==&lt;br /&gt;
Als [http://www.psiram.com/index.php?title=Kategorie:Nahrungserg%C3%A4nzungsmittel Nahrungsergänzungsmittel] werden u.a. folgende Produkte vertrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[11-Pflanzen-Schlank-Kur]]&lt;br /&gt;
*[[Anthocyane]]&lt;br /&gt;
*[[Avemar]]&lt;br /&gt;
*[[Chlorophyll]]&lt;br /&gt;
*[[Ginkgo biloba]]&lt;br /&gt;
*[[Ginseng]]&lt;br /&gt;
*[[Goji]]-Beeren&lt;br /&gt;
*[[Haifit]]&lt;br /&gt;
*[[Maca]]&lt;br /&gt;
*[[Mangostan]]&lt;br /&gt;
*[[Mexican Wild Yam]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Diätetisches Lebensmittel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Udo Pollmer, Susanne Warmuth. Pillen, Pulver, Powerstoffe: Die falschen Versprechen der Nahrungsergänzungsmittel. Verlag: Eichborn; (April 2008) ISBN-10: 382185622X ISBN-13: 978-3821856223&lt;br /&gt;
*Cohen PA. American roulette? contaminated dietary supplements. New England Journal of Medicine, 8. Oktober 2009 [http://healthcarereform.nejm.org/?p=2017&amp;amp;query=home]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.vz-nrw.de/UNIQ122313051228656/link21080A.html Nahrungsergänzungsmittel - Revier der Scharlatane]&lt;br /&gt;
*[http://www.vz-nrw.de/UNIQ124099406705519/link556511A.html Nahrungsergänzungsmittel: Verbraucherzentrale NRW warnt vor oftmals gefährlichen Nebenwirkungen]&lt;br /&gt;
* http://www.bfr.bund.de/cd/945&lt;br /&gt;
* http://www.dge.de/modules.php?name=News&amp;amp;file=article&amp;amp;sid=180&lt;br /&gt;
* http://www.gesetze-im-internet.de/nemv/index.html&lt;br /&gt;
* http://www.krebsinformationsdienst.de/themen/behandlung/nahrungsergaenzungsmittel.php&lt;br /&gt;
*[http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2008/sep/12/matthiasrath.aids Missbrauch von NEM am Beispiel von Matthias Rath]&lt;br /&gt;
* http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,624117,00.html&lt;br /&gt;
* [http://www.zeit.de/2010/22/E-Vitamine Eva-Maria Schnurr: &amp;#039;&amp;#039;Gesunde Ernährung - Leere Versprechen. Fast jeder dritte Deutsche nimmt Vitamintabletten. Doch neue Studien zeigen: Nur die Vitamine in echtem Obst und Gemüse sind gesund, Pillen können sogar schaden&amp;#039;&amp;#039;, Zeit-Online, 14.6.2010]&lt;br /&gt;
----------------------&lt;br /&gt;
*[http://content.nejm.org/cgi/reprint/361/16/1523.pdf Bericht über Verunreinigungen in US-NEM]&lt;br /&gt;
*http://jama.ama-assn.org/cgi/reprint/297/8/842.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Abkürzung/Begriffserklärung]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;br /&gt;
[[category:Lebensmittelrecht]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hema</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Regividerm&amp;diff=31860</id>
		<title>Regividerm</title>
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		<updated>2009-10-29T17:49:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hema: /* Veröffentlichte Untersuchungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Regividerm.jpg|Bildquelle: Mavena Health Care&amp;amp;nbsp;AG (mavena.com)|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Regividerm&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist der Handelsname einer Vitamin&amp;amp;nbsp;B12 (Cyanocobalamin) und Avocadoöl enthaltenden Salbe, die als nicht-apothekenpflichtiges Medizinprodukt der Klasse&amp;amp;nbsp;IIa gegen atopische Dermatitis (Neurodermitis) und Psoriasis (Schuppenflechte) registriert wurde, und deren Inverkehrbringung zur Zeit behördlich geprüft wird. Die Salbe sorgte im Oktober 2009 für Schlagzeilen und war Thema von Fernsehbeiträgen im öffentlich-rechtlichen TV-Programm ARD. Für Medizinprodukte ungewöhnlich wurde zu dem Wundermittel Regividerm am 19.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 ein pseudokritischer Dokumentarfilm des WDR in der ARD gesendet, der dem Zuschauer den Eindruck vermittelte, das zukünftige Medizinprodukt würde von [[Verschwörungstheorie|einflussreichen Pharmaunternehmen unterdrückt]] und sei gleichzeitig wirksamer als vergleichbare, herkömmliche Mittel und habe keine Nebenwirkungen. Der Autor des Films, Klaus Martens, ist gleichzeitig Autor eines Buches zum Thema (vom WDR als &amp;#039;&amp;#039;Buch zur Sendung&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet), das im Zusammenhang mit den Fernsehsendungen an prominenter Stelle in der ARD vorgestellt wurde und zeitweilig als Folge des Medienrummels auf der Amazon-Bestsellerliste auf Platz&amp;amp;nbsp;2 vorrückte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regividerm wird von dem Schweizer Pharmaunternehmen Mavena Health Care&amp;amp;nbsp;AG&amp;lt;ref&amp;gt;Mavena Health Care&amp;amp;nbsp;AG, Haselstrasse&amp;amp;nbsp;1, 5401&amp;amp;nbsp;Baden, Schweiz&amp;lt;/ref&amp;gt; vermarktet. 100&amp;amp;nbsp;Gramm der Creme kosten 28,85&amp;amp;nbsp;Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Regividerm==&lt;br /&gt;
[[image:regividerm3.jpg|350px|thumb]][[image:regividerm9.jpg|Herstellung (Quelle:WDR-Film)|thumb]]&lt;br /&gt;
Regividerm ist der Handelsname eines vom TÜV registrierten Medizinproduktes der Klasse&amp;amp;nbsp;IIa&amp;lt;ref&amp;gt;Regividerm&amp;amp;nbsp;B12 Salbe, PZN&amp;amp;nbsp;5523487, Lauer-Taxe&amp;lt;/ref&amp;gt; aus B12 und Avocadoöl. Eine Inverkehrbringung wird zur Zeit behördlich (Bezirksregierung Düsseldorf) geprüft, ebenso die Frage, ob es sich nicht eigentlich um ein zulassungspflichtiges Arzneimittel handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2009/10/28/das-medizinprodukt-regividermR-und-die-moeglichkeiten-der-behoerden.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Apothekenpflicht als Medizinprodukt besteht nicht, es könnte in jedem Supermarkt angeboten werden. Im Gegensatz zu einem Arzneimittel braucht ein Medizinprodukt keinen Wirksamkeitsnachweis.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mig.tu-berlin.de/fileadmin/a38331600/2008.lectures/Berlin_2008.08.25_rb_MDS-Medizinprodukte.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Wolfgang Becker-Brüser, Geschäftsführer der Arzneimittelinformation GmbH, die das &amp;#039;&amp;#039;Arznei-Telegramm&amp;#039;&amp;#039; herausgibt, wies in einem Gespräch mit dem WDR darauf hin, dass die Creme nicht als Arzneimittel zugelassen sei, sondern nur eine Zertifizierung als Medizinprodukt habe: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Eine Zertifizierung sagt nichts über den Nutzen aus, während eine Zulassung als Arzneimittel einen Hinweis auf den Nutzen gibt&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. Regividerm wurde demnach nicht zugelassen, sondern lediglich für Deutschland und die Schweiz registriert (Klasse&amp;amp;nbsp;IIa: mäßiger Invasivitätsgrad, kurzzeitige Anwendung am Körper). Die erforderlichen klinischen Tests für ein Medizinprodukt der Klasse&amp;amp;nbsp;II sind minimal und mit denen für ein Arzneimittel nicht zu vergleichen. Ein Medizinprodukt der Klasse&amp;amp;nbsp;II ist auch nicht für den längeren Gebrauch bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zertifizierung der Salbe erfolgte durch den TÜV und laut Spiegel bereits am 28.&amp;amp;nbsp;August 2009,&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657070-2,00.html&amp;lt;/ref&amp;gt; also lange vor den Fernsehaussendungen des 19.&amp;amp;nbsp;und 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009. Allerdings steht noch eine endgültige Zulassung durch die zuständige Düsseldorfer Bezirksregierung aus. Laut Sprecherin der Behörde seien bis zum 23.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 die dafür notwendigen Unterlagen nicht eingetroffen. Ein Verkaufsstart für Regividerm im November ist damit zweifelhaft. Zudem sehe die B12-Anwendung nach einer pharmakologischen Anwendung aus, was das aufwändigere Zulassungsverfahren für Arzneimittel notwendig machen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.faz.net/s/Rub7F74ED2FDF2B439794CC2D664921E7FF/Doc~EC8352BCAB6DB4AB3B0B053BB856B5B2A~ATpl~Ecommon~Scontent.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die laut Anbieter genaue Zusammensetzung (Stand Herbst 2009) der Original Regividerm&amp;amp;reg; Vitamin&amp;amp;nbsp;B12 Salbe ist:&lt;br /&gt;
*0,07&amp;amp;nbsp;Gramm Vit­amin&amp;amp;nbsp;B12/Cyanocobalamin (der größte Teil der B12-Weltproduktion wird gentechnisch hergestellt)&lt;br /&gt;
*46&amp;amp;nbsp;Gramm Avo­kadoöl&lt;br /&gt;
*45,42&amp;amp;nbsp;Gramm Wasser&lt;br /&gt;
*8&amp;amp;nbsp;Gramm TEGO&amp;amp;reg; Care&amp;amp;nbsp;PS&lt;br /&gt;
*0,26&amp;amp;nbsp;Gramm Kaliumsorbat&lt;br /&gt;
*0,25&amp;amp;nbsp;Gramm Zitronensäure&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kosten für das Vitamin&amp;amp;nbsp;B12, das für 100&amp;amp;nbsp;Gramm der Salbe benötigt wird, liegen bei 27&amp;amp;nbsp;Eurocent, wenn der günstigste Weltmarktpreis von 400&amp;amp;nbsp;€ je 100&amp;amp;nbsp;g zu Grunde gelegt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Erfindung==&lt;br /&gt;
[[image:klingelhoeller.jpg|Karsten Klingelhöller&amp;lt;ref&amp;gt;Bild: WDR-Dokumentation &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht&amp;#039;&amp;#039; 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Regividerm4.jpg|Webseite von 1999|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Regividerm5.jpg|Webseite von 1999|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Als Erfinder von Regividerm gilt der damalige Medizinstudent Karsten Klingelhöller, der später sein Studium abbrach. Er und der befreundete Chemiestudent Thomas Hein rührten in einer Wuppertaler Wohnung Ende der 1980er Jahre eine Salbe mit Vitamin&amp;amp;nbsp;B12 zusammen und probierten sie an der Freundin des Studenten, Kerstin Suborg, aus. Die Haut sei durch die rosa Creme sofort besser geworden, Nebenwirkungen habe sie keine gespürt, erinnert sie sich laut Buchautor Martens. Die beiden Studenten überredeten den Bochumer Dermatologie-Professor Peter Altmeyer, das Mittel in einer Studie zu testen. Klingelhöller hat die Creme weltweit zum Patent angemeldet. Das Wirtschaftsprüfunternehmen Price Waterhouse Cooper soll den Wert der einfachen Rezeptur auf 936&amp;amp;nbsp;Millionen Dollar geschätzt haben. Eigentümerin der Marke &amp;#039;&amp;#039;Regividerm&amp;#039;&amp;#039; ist die Regeneratio Pharma GmbH in Remscheid, Nachfolgerin der 2004 insolvent gegangenen Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG. Nach Angaben der Regeneratio sollen &amp;quot;fast 10&amp;amp;nbsp;Mio.&amp;amp;nbsp;DM Forschungs- und Entwicklungsgelder investiert&amp;quot; worden sein, als es mit Investoren zur Gründung der Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG kam. Zitat: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Bis vor kurzem führte der Firmengründer Herr Klingelhöller die Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG selbst [...] Mittlerweile hat Herr Klingelhöller die Position des Vorstandes an den international erfahrenen Manager Herrn Osman Burak Akdikmen abgegeben.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Laut Bundesanzeiger kam es dann dennoch zur Insolvenz: &amp;#039;&amp;#039;145&amp;amp;nbsp;IN&amp;amp;nbsp;126/04: Über das Vermögen der im Handelsregister des Amtsgerichts Wuppertal unter HRB&amp;amp;nbsp;9680 eingetragenen REGENERATIO PHARMA Aktiengesellschaft, Kleine Klotzbahn&amp;amp;nbsp;23, 42105&amp;amp;nbsp;Wuppertal, vertreten durch den Vorstand Osman Burak Akdikmen, Hainstraße&amp;amp;nbsp;155, 42109&amp;amp;nbsp;Wuppertal, Geschäftszweig: Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Arzneimitteln, wurde am 1.&amp;amp;nbsp;April 2004, 8:45&amp;amp;nbsp;Uhr, das Insolvenzverfahren eröffnet&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.boocompany.com/index.cfm/content/story/id/12307/ und http://www.ebundesanzeiger.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch bevor die Ergebnisse aus den Untersuchungen ab dem Jahr 2000 vorlagen, wurde das Produkt bereits 1998/1999 von der Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG als &amp;#039;&amp;#039;ATU Red-Creme&amp;#039;&amp;#039; vermarktet, für 37,90&amp;amp;nbsp;DM für eine 50-ml-Dose. Das Mittel wurde damals im Rahmen eines &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;innovativen Therapiekonzepts mit Regividerm&amp;amp;reg;&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; als ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Kosmetikangebot für alle Hauttypen, besonders zur unterstützenden Pflege bei Neurodermitis und Psoriasis mit B&amp;amp;nbsp;12&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; angeboten. 1999 war auf der Webseite der Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG auch zu lesen: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die Verwendung von Vitamin&amp;amp;nbsp;B12 in der Kosmetik, speziell zur unterstützenden Pflege von Neurodermitis und Psoriasis, ist erstmals von der Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG genau untersucht worden. Die positiven Effekte sind durch unsere Ergebnisse belegt und weltweit patentgeschützt.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Bereits in den 1950er Jahren durchgeführte Versuche mit B12 bei Hauterkrankungen&amp;lt;ref&amp;gt;Experience with vitamin B12 in the treatment of dermatoses, particularly of seborroic origin. Med Klin (Munich). 1954 Aug 13;49(33):1293-4.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden anscheinend nicht berücksichtigt. Zusammen mit der &amp;#039;&amp;#039;ATU Red-Creme&amp;#039;&amp;#039; wurde versucht, andere Mittel wie eine &amp;#039;&amp;#039;ATU-Energy-Creme&amp;#039;&amp;#039; (&amp;quot;mit juvenilisierendem Vitamin&amp;amp;nbsp;E&amp;quot;) zu vermarkten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://web.archive.org/web/19991012124727/http://regividerm.de/ und http://web.archive.org/web/20000604165121/regividerm.de/body_bestell.html&amp;lt;/ref&amp;gt; In der ARD-Sendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039; wurde dies falsch dargestellt: Auf Nachfrage von Moderator Plasberg, was denn den &amp;quot;Spinner in der Garage&amp;quot; von Klingelhöller unterscheide, antwortete Martens sinngemäß, Klingelhöller habe erst klinisch geprüft und dann versucht, zu vermarkten. Er widerspricht damit seinem eigenen Bericht und den im Internet leicht recherchierbaren Fakten zur Geschichte von Regividerm. Aus Martens eigenem Bericht geht hervor, dass die Kleinstudien erst nach 1999 begonnen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mittel wurde erstmals 1993 zum Patent angemeldet und Klingelhöller hat die Rezeptur &amp;amp;ndash; nach dem Martens-Bericht &amp;amp;ndash; schon ab 1994 mehreren Firmen angeboten. Zu Vertragsabschlüssen kam es jedoch nicht. Nach Aussage des Schweizer Immunologen Beda Stadler sollen dem Erfinder von der Pharmaindustrie 15&amp;amp;nbsp;Millionen Euro für das Patent geboten worden sein. Das Angebot sei aber abgelehnt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://hpd.de/node/8050&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ärztezeitung sprach in diesem Zusammenhang sogar von einem möglichen &amp;quot;dreistelligen Millionenbetrag&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/571661/geld-zaehlte-verantwortung.html?sh=7&amp;amp;h=2086331490&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Firma Regeneratio Pharma verbreitete hingegen: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Wir haben uns deshalb gegen alle Widerstände entschlossen, Regividerm&amp;amp;reg; Salbe selbst zu produzieren und hoffen, damit schon bald den Betroffenen der großen Zivilisationskrankheiten Neurodermitis und Psoriasis (Schuppenflechte) wirksam und nebenwirkungsarm helfen zu können!&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
===Veröffentlichte Untersuchungen===&lt;br /&gt;
Die Studienlage ist denkbar schlecht, um Regividerm als ein Wundermittel promoten zu können, was selbst der Hersteller zugibt: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Wir haben jedoch kleine Versuche durchgeführt, die alle zum gewünschten Resultat geführt haben&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;, so Mavena-Geschäftsführer Hans-Joachim Zeisel. Regividerm habe laut Zeisel sowieso &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;keine Nebenwirkungen und könne im Gegensatz zu chemischen Neurodermitis-Medikamenten mit Cortison auch längere Zeit angewendet werden&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Suche in medizinischen Datenbanken stößt man auf zwei Studien zu Regividerm, beide vom Hersteller finanziert (&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Acknowledgement: This investigation was supported by Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG, Wuppertal, Germany&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Stücker M; Memmel U; Hoffmann M; Hartung J; Altmeyer P (2001): Vitamin B12 Cream Containing Avocado Oil in the Therapy of Plaque Psoriasis. Dermatology 203(2):141-147 ([http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/extra/studien_20091021/studie_der_uni_bochum_2001.pdf Gratis-Volltext-Version beim WDR])&amp;lt;/ref&amp;gt; und beide auf dem geringen Level&amp;amp;nbsp;IVa der Validitätskriterien einzuordnen. Laut Patentinhaber seien weitere Studien nicht geplant. Nach Ansicht der Deutschen Apotheker Zeitung reichen die beiden auswertbaren Studien keinesfalls aus, um die Rezeptur als Arzneimittel zuzulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2009/10/22/heilung-unerwuenscht-alles-zufall-oder-nur-profitgier.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der beiden Untersuchungen erschien 2001 in der Zeitschrift Dermatology. Daran hatten gerade einmal 13&amp;amp;nbsp;Patienten mit chronischer Plaquepsoriasis teilgenommen, von denen aber nur&amp;amp;nbsp;11 berücksichtigt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Stücker M; Memmel U; Hoffmann M; Hartung J; Altmeyer P (2001): Vitamin B12 Cream Containing Avocado Oil in the Therapy of Plaque Psoriasis. Dermatology 203(2):141-147 ([http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/extra/studien_20091021/studie_der_uni_bochum_2001.pdf Gratis-Volltext-Version beim WDR])&amp;lt;/ref&amp;gt; Es handelte sich um eine randomisierte Studie, in der im intraindividuellen Rechts-Links-Vergleich an den Armen die rosafarbene Vitamin-B12-Avocadoöl-Salbe gegen eine weiße Calcipotriol-Salbe über zwölf Wochen getestet worden ist. Das Ergebnis: Die Calcipotriol-Salbe war nach vier Wochen am wirksamsten, dann ließ die Wirkung aber nach. Nach 12&amp;amp;nbsp;Wochen war kein Unterschied zwischen beiden Mitteln mehr nachweisbar. Der dabei eingesetzte PASI-Score wurde durch die Salbe nicht besser als unter der kon­ven­tio­nellen The­rapie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere Studie wurde 2004 im British Journal of Dermatology publiziert. An der randomisierten und placebokontrollierten, aber unverblindeten Untersuchung nahmen 49&amp;amp;nbsp;Neurodermitis-Patienten teil.&amp;lt;ref&amp;gt;Stücker M; Pieck C; Stoerb C; Niedner R; Hartung J; Altmeyer P (2004): Topical vitamin B12 – a new therapeutic approach in atopic dermatitis-evaluation of efficacy and tolerability in a randomized placebo-controlled multicentre clinical trial. Br J Dermatol 150, 977-983&amp;lt;/ref&amp;gt; Über einen Zeitraum von 8&amp;amp;nbsp;Wochen trug jeder Patient morgens und abends auf eine Armseite die Placebo-Salbe, auf die andere die Vitamin-B12-haltige Salbe auf. Ein seltsames Ausschlusskriterium war eine &amp;#039;&amp;#039;Known vitamin B12 allergy&amp;#039;&amp;#039;. Die Patienten bewerteten die Vitamin-B12-Salbe besser. Der Erfolg wurde mit dem vom untersuchenden Arzt erhobenen &amp;#039;&amp;#039;modified Six Area Six Sign Atopic Dermatitis score&amp;#039;&amp;#039; (SASSADS) gemessen und nicht an objektiveren Kriterien wie Cortisonverbrauch oder Anzahl der Arztbesuche. Der SASSADS gilt als ein Score, der vom Untersucher beeinflussbar ist: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;As with many other tested atopic eczema sco­ring indices, the SASSAD index is sub­ject to signi­fi­cant interobserver varia­tion, reflec­ting the dif­fi­cul­ties in reli­ably asses­sing eczema seve­rity objectively.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Charman CR; Venn AJ; Williams HC (2002): Reliability testing of the Six Area, Six Sign Atopic Dermatitis severity score. Br J Dermatol 146(6), 1057-1060&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Fazit der Studie: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;At the con­clu­sion of the study, the inves­ti­gator and pati­ents awarded mostly a &amp;#039;good&amp;#039; or &amp;#039;very good&amp;#039; rating to the active drug (58% and 59%, respec­tively) and a &amp;#039;mode­rate&amp;#039; or &amp;#039;poor&amp;#039; rating to the pla­cebo (89% and 87%, respectively).&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine eingehende Analyse der Studien ist im [http://www.scienceblogs.de/weitergen/2009/10/regividerm-die-studien-zur-wirksamkeit.php Blog von Tobias Maier] zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erstautor beider Studien, der Dermatologe Markus Stücker von der Ruhr-Universität Bochum, sieht, wie auf den Online-Seiten der Süddeutschen Zeitung zu lesen ist, weiteren Forschungsbedarf. Man habe auch mitnichten &amp;quot;ein Zaubermittel&amp;quot;, er sehe das &amp;quot;verhalten&amp;quot; und &amp;quot;die Sicherheit [sei] noch nicht da&amp;quot;, man habe bislang viele Medikamente gesehen, die das nicht halten konnten, was sie versprochen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.sueddeutsche.de/wissen/479/491842/text/&amp;lt;/ref&amp;gt; Stücker stellte auch Theorien um eine angebliche Unterdrückung des Mittels in Frage, die die Fernsehdokumentation der ARD suggeriert hatte: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Ich würde daraus keinen Betrug am Patienten konstruieren.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Ein weiterer Autor der Studie, der Dermatologe Peter Altmeyer an der Uni Bochum, äußerte sich im Spiegel zur damaligen Untersuchung. Demnach habe man vor neun Jahren &amp;quot;rosa Hühnerkacke&amp;quot; auf die Haut von 13&amp;amp;nbsp;Probanden geschmiert. &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Es war eine äußerst simple Studie. Ein einfacher Seitenvergleich, ein Arm mit Salbe, einer ohne. Mehr nicht&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. Altmeyer sieht seine Ergebnisse aktuell missbraucht: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Das Ganze ist nichts als Werbemache&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Spiegel, Ausgabe 44/2009, Seite 105&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jörg Prinz, Dermatologe und Experte für Schuppenflechte an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, warnt davor, die Zahlen aus den Studien überzubewerten. &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die Studie zeigt möglicherweise eine Tendenz, die auf die Wirksamkeit des Mittels hindeutet [...] Aber gerade bei Hautkrankheiten haben viele Präparate auch eine psychische Wirkung. Es ist schwer, diese Faktoren auseinanderzuhalten.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Prinz äußerte sich auch zum möglichen Wirkprinzip des Cyanocobalamins: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Wir wissen, dass Cyanocobalamin Stickoxid-Moleküle neutralisieren kann [...] und Stickoxid spielt bei Entzündungsreaktionen, wie sie bei Schuppenflechte auftreten, eine große Rolle. [...] Das Stickoxid, das durch das Vitamin&amp;amp;nbsp;B12 unschädlich gemacht wird, ist aber eine Folge der Entzündung, nicht deren Ursache&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. Eine Aussage, die eine &amp;quot;heilende Wirkung&amp;quot; von Regividerm in Frage stellt. Auch der Hamburger Dermatologe Kristian Reich kritisiert die mangelnde Datenlage: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die Datenlage reicht nicht aus, um die Wirksamkeit und die Sicherheit des Produkts zu beurteilen.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.abendblatt.de/ratgeber/gesundheit/article1241569/Wirbel-um-die-neue-Neurodermitis-Salbe.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Untersuchung zum Thema B12&amp;amp;nbsp;Salbe Regividerm vom August 2009 erschien in einer fragwürdigen Publikation (The Journal of Alternative and Complementary Medicine). Der hier berichtende amerikanische Behandler Januchowski ist als D.&amp;amp;nbsp;O., also ein [[Osteopathie|&amp;#039;&amp;#039;Doctor of Osteopathy&amp;#039;&amp;#039;]] ausgewiesen (eine US-amerikanische Spezialität, ein Studium mit verminderten Ansprüchen) und hatte lediglich 21&amp;amp;nbsp;Kinder behandelt. Im Film wird er  als &amp;quot;Hautarzt&amp;quot; benannt (31:50) und auch im Untertitel als &amp;quot;Hautarzt&amp;quot; (32:02, 35:43) bezeichnet. Im Verzeichnis der Klinik, in der er angestellt ist, wird er jedoch als Leiter der &amp;quot;Family medicine&amp;quot; geführt,&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spartfam.org/clerkships.html&amp;lt;/ref&amp;gt; was der deutschen &amp;quot;Allgemeinmedizin&amp;quot; entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Angebliche Untersuchungen des Erfinders===&lt;br /&gt;
In der ersten Patenanmeldung zu Regividerm&amp;lt;ref&amp;gt;DE 4319629 A1: Verwendung von Corrinoiden zur topischen Anwendung bei Hauterkrankungen. Anmeldetag: 15.&amp;amp;nbsp;Juni 1993. Offenlegungstag: 22.&amp;amp;nbsp;Dezember 1994. Anmelder: Klingelhöller, Karsten, 42275&amp;amp;nbsp;Wuppertal. Erfinder: gleich Anmelder&amp;lt;/ref&amp;gt; wird beleglos behauptet, dass bei jeweils 10&amp;amp;nbsp;Patienten mit Psoriasis und Neurodermitis ein 10&amp;amp;nbsp;cm&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; großes erkranktes Hautareal nach 30&amp;amp;nbsp;Behandlungstagen auf 0&amp;amp;nbsp;cm&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; reduziert war. In einer weiteren Offenlegungsschrift&amp;lt;ref&amp;gt;DE 10130846 A1: Verwendung von Corrinoiden zur Anwendung bei Hauterkrankungen. Anmeldetag: 26.&amp;amp;nbsp;Juni 2001. Offenlegungstag: 26.&amp;amp;nbsp;Januar 2003. Anmelder: Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG. Erfinder: Klingelhöller, Karsten, 42275&amp;amp;nbsp;Wuppertal&amp;lt;/ref&amp;gt; wird von vier Versuchen berichtet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Wirkung der Prophylaxe bei neurodermitischer Disposition der Eltern.&amp;#039;&amp;#039; Bei 10&amp;amp;nbsp;gesunden Kleinkindern im Alter bis zu 1&amp;amp;nbsp;Jahr, von denen zumindest ein Elternteil an Neurodermitis litt, sei 3&amp;amp;nbsp;Monate lang 3-mal täglich die Salbe &amp;quot;auf die gesamte Hautoberfläche&amp;quot; aufgetragen worden. Es habe sich danach über einen Beobachtungszeitraum von einem halben Jahr bei keinem der Kinder eine &amp;quot;neurodermitische Hautveränderung&amp;quot; gezeigt.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Wirkung der Prophylaxe bei Sonnenallergie.&amp;#039;&amp;#039; 20&amp;amp;nbsp;Personen mit Sonnenallergie hätten sich über einen Zeitraum von 1&amp;amp;nbsp;bis 2&amp;amp;nbsp;Monaten vor Sonnenexposition mit der Salbe eingecremt, wonach bei 19&amp;amp;nbsp;Personen lediglich eine &amp;quot;normale Bräunung&amp;quot; ohne negative Hautreaktionen festgestellt wurde.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Wirkung bei Schäden nach ionisierender Strahlung.&amp;#039;&amp;#039; Bei 5&amp;amp;nbsp;von 7&amp;amp;nbsp;Personen, die einer Strahlendosis von &amp;quot;40-60&amp;amp;nbsp;Gy&amp;quot; ausgesetzt gewesen sein sollen (das ist eine sehr hohe Dosis), sei nach 14&amp;amp;nbsp;Tagen bei täglich viermaliger Anwendung der Salbe eine &amp;quot;vollständige Remission&amp;quot; einer Strahlendermatitis erreicht worden.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Wirkung bei Verbrennungen.&amp;#039;&amp;#039; Bei 25&amp;amp;nbsp;Patienten mit Verbrennungen 2.&amp;amp;nbsp;Grades seien durchschnittlich 7&amp;amp;nbsp;Behandlungstage mit der Salbe bis zur &amp;quot;kompletten Abheilung&amp;quot; vergangen, bei einer Verbrennung 3.&amp;amp;nbsp;Grades 5&amp;amp;nbsp;Wochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesen Ergebnissen sei ersichtlich, dass die Salbe &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;sowohl im prophylaktischen Bereich als auch auf dem Gebiet der Hautregeneration eine deutliche Wirkung besitzt&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. Falls diese &amp;quot;Untersuchungen&amp;quot; nicht nur Fantasieprodukte Klingelhöllers sind, wären sie nicht nur inhaltlich, sondern teilweise auch ethisch zweifelhaft, vor allem das Experiment Nr.&amp;amp;nbsp;1 an Kleinkindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nebenwirkungen===&lt;br /&gt;
[[image:FFH.jpg|Werbung bei FFH mit Interviews|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Laut ARD-Dokumentarfilm und Aussagen im Fernsehen habe Regividerm keine Nebenwirkungen. Dies verbreitete auch Roland Kaske, Pressesprecher des Herstellers Mavena Health Care&amp;amp;nbsp;AG im FFH-Radio. Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Medikament&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; habe &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;keinerlei Nebenwirkungen&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; und sei &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;zur Langzeittherapie geeignet&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ffh.de/downloads/kaske_new.mp3&amp;lt;/ref&amp;gt; Offensichtlich machte der Inhaber der PR-Firma Dr.&amp;amp;nbsp;Kaske diese Aussagen in Unkenntnis der rechtlichen Voraussetzungen für Medizinprodukte der Klasse&amp;amp;nbsp;II, die eine Langzeitanwendung nicht zulassen. Des Weiteren stellen derartige Aussagen einen Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb&amp;amp;nbsp;(UWG) und das Heilmittelwerbegesetz&amp;amp;nbsp;(HWG) dar. Buch- und Filmtitel &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht?&amp;#039;&amp;#039; suggerieren zudem, dass dem Mittel eine heilende (also ursächlich wirksame) Wirkung zukommt, eine Aussage, die von Experten zurückgewiesen wurde. Auf der Webseite des Herstellers sind jedoch mögliche Nebenwirkungen von Regividerm aufgelistet. Dort ist zu lesen: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;[...] können auch unter der Behandlung mit Regividerm&amp;amp;reg; Salbe sporadisch Hautreizungen (Rötungen, Juckreiz) auftreten. [...] Bei Fortbestehen der Hautreizungen wird eine Unterbrechung der Behandlung empfohlen, weil in seltenen Fällen eine Allergie auf den wirksamen Bestandteil (Vitamin&amp;amp;nbsp;B12) oder einen anderen Inhaltsstoff von Regividerm&amp;amp;reg; Salbe (z.B. Avocadoöl) vorliegen kann.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.regividerm.de/fragen-und-antworten/&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Beipackzettel weist zudem auf eine &amp;quot;Vermeidung von Sonnenbestrahlung&amp;quot; hin, da B12 UV-empfindlich ist: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Bitte ergreifen Sie geeignete Sonnenschutzmaßnahmen. Halten Sie sich möglichst nur kurz in der Sonne auf, benutzen Sie Sonnenschutzprodukte und bedecken Sie die Haut mit entsprechender Kleidung.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise auf Nebenwirkungen zeigen sich in der erwähnten Studie zur Behandlung atopischer Dermatitis im British Journal of Dermatology aus dem Jahr 2004. Die Gesamtzahl der Probanden war&amp;amp;nbsp;49. In der Arbeit ist zu lesen: &amp;#039;&amp;#039;Altogether 33&amp;amp;nbsp;cutaneous adverse events were recorded, and none of these was serious (Table&amp;amp;nbsp;3). [...] With the exception of one cutaneous adverse event (weeping, itching, limited neck mobility following application of the placebo cream, moderate severity), all were of mild severity. In two cases a possible and in four cases a probable relationship with the trial medication was assumed for the skin irritations occurred only on the body side treated with vitamin&amp;amp;nbsp;B12 cream (burning in two patients, itching in two patients, redness in one and hyperthermia and formication in one patient). All adverse events were reversible within several days. No acneiform eruptions were reported.&amp;#039;&amp;#039;. Demnach brachen drei Patienten die Behandlung wegen Verschlechterung der Symptomatik und zwei wegen der Nebenwirkungen die experimentelle Behandlung ab. Zitat zu withdrawals &amp;#039;&amp;#039;Noncompliance&amp;amp;nbsp;3. Deterioration of disease&amp;amp;nbsp;3. Adverse events&amp;amp;nbsp;2, one patient experienced burning, itching and swelling one patient experienced redness and swelling&amp;#039;&amp;#039; (gekürzt).&amp;lt;ref&amp;gt;Stücker M; Pieck C; Stoerb C; Niedner R; Hartung J; Altmeyer P (2004): Topical vitamin B12 – a new therapeutic approach in atopic dermatitis-evaluation of efficacy and tolerability in a randomized placebo-controlled multicentre clinical trial. Br J Dermatol 150, 977-983&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vermarktungsstrategie==&lt;br /&gt;
[[image:Regividerm1.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:martens_buch.jpg|left|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Regividerm2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Martens-bestsellerliste.jpg|Amazon-Bestseller: Platz&amp;amp;nbsp;3|left|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:buchwerbung.jpg|ARD-Buchwerbung in Sendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039; vom 21.10.09|thumb]]&lt;br /&gt;
Regividerm wurde mit einer wirksamen und zeitlich optimalen Dreifachstrategie vermarktet, die auf zwei Erwähnungen im ARD-Fernsehen (19./21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009. Talkshow &amp;#039;&amp;#039;Sind wir Versuchskaninchen der Pharmaindustrie?&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Sendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039;, Talkshow mit dem Titel: &amp;quot;Sind wir Versuchskaninchen der Pharmaindustrie?&amp;quot;, ARD 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; einem unkritisch-werbeähnlichen Dokumentarfilm, der in der ARD zur Prime-time gezeigt wurde (&amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht – Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Dokumentarfilm &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht – Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern&amp;#039;&amp;#039;, gesendet in der ARD am 19.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 um 21:00&amp;amp;nbsp;Uhr. Geplante weitere Aussendungen waren: Phoenix am 23.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 um 22:00&amp;amp;nbsp;Uhr und am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 um 10:00&amp;amp;nbsp;Uhr, 1Extra am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 um 17:00&amp;amp;nbsp;Uhr und am 4.&amp;amp;nbsp;November 2009 um 20:15&amp;amp;nbsp;Uhr eine Ein­stun­den­ver­sion des Films, WDR Fernsehen am 30.&amp;amp;nbsp;November 2009 um 22:00&amp;amp;nbsp;Uhr&amp;lt;/ref&amp;gt;, und einem gleichzeitig veröffentlichten Buch basierte, in dem das Medizinprodukt fälschlich als &amp;#039;&amp;#039;Medikament&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet wird. Zeitgerecht zur Markteinführung im November 2009 wurde die Zielgruppe der etwa 5&amp;amp;nbsp;bis 8&amp;amp;nbsp;Millionen von Neurodermitis und Schuppenflechte Betroffenen auf diese Weise von dem angeblich neuen Mittel informiert und ihr das Buch des Filmautors und Medizinlaien Klaus Martens (laut WDR beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit Wirtschaftsthemen) präsentiert. Das Buch erreichte in der Folge vorderste Plätze auf der Amazon-Bestsellerliste (Platz&amp;amp;nbsp;2) und lag zeitweise noch vor Nobelpreisträgerin Herta Müller.&amp;lt;ref&amp;gt;http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/488768&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Amazon-Buchbeschreibung wird das Buch mit den Worten angekündigt: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Kurzbeschreibung - Falls Sie denken, dass die Pharmaindustrie Medikamente auf den Markt bringt, um Ihnen zu helfen vergessen Sie es.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Die beschriebene Salbe sei  &amp;quot;frei von jeglichen Nebenwirkungen&amp;quot;, heißt es auch in der Buchvorstellung.&amp;lt;ref&amp;gt;Amazon, abgerufen am 28.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: &amp;#039;&amp;#039;Kurzbeschreibung - Falls Sie denken, dass die Pharmaindustrie Medikamente auf den Markt bringt, um Ihnen zu helfen vergessen Sie es. Allein in Deutschland leiden über fünf Millionen Menschen an Neurodermitis und Psoriasis, an entzündlichen und quälend juckenden Hautflächen. Längst könnte ihnen geholfen werden, wenn sie mit einer Salbe behandelt würden, die alle medizinischen Zulassungsprüfungen glänzend bestanden hat. Die Hautcreme ist hochwirksam, nach Stand der Wissenschaft frei von jeglichen Nebenwirkungen und eine Alternative zu gängigen Präparaten. Aber gerade weil das Medikament wirkt und preiswert ist, fürchten manche Pharmakonzerne die Konkurrenz. Mit Kortison und Immunsuppressiva lassen sich Milliarden verdienen das neue Medikament würde den Markt nur stören. Folgerichtig war die Industrie bis heute nicht an der Herstellung interessiert. Die Geschichte der B12-Salbe offenbart, dass Hilfe für die Patienten oft nur ein Teilaspekt der Marktstrategien der Industrie ist. Klaus Martens hat unter den zahlreichen Fällen zweifelhafter Arzneimittelangebote ein Medikament entdeckt, das in der Lage ist, Millionen Patienten zu helfen, und das von unabhängigen Wissenschaftlern als »Juwel im Verborgenen« bezeichnet wird.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei anderen Händlern wurde das Buch ähnlich reißerisch beworben.&amp;lt;ref&amp;gt;libri.de, buch.de und buecher.de, abgerufen am 28.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: &amp;#039;&amp;#039;Allein in Deutschland leiden über fünf Millionen Menschen an Neurodermitis. Längst könnte Ihnen geholfen werden, wenn sie mit einer Salbe behandelt würden, die alle medizinischen Zulassungsprüfungen glänzend bestanden hat. Es ist eine Hautsalbe, die der Mediziner Karsten Klingelhöller vor 25&amp;amp;nbsp;Jahren entwickelt hat. Sie ist hochwirksam und frei von jeglichen Nebenwirkungen. Dennoch ist es dem Erfinder bis heute nicht gelungen, einen Pharmakonzern zu finden, der seine Erfindung auf den Markt bringen will. Es passe nicht in die Strategie des Konzerns, hörte Klingelhöller von jenen Pharmaherstellern, die mit Kortison und Immunsuppressiva Milliarden verdienen. Der renommierte Journalist Klaus Martens erzählt in &amp;quot;Heilung unerwünscht&amp;quot; die schier unglaubliche Geschichte der B-12-Creme und die tragische Lebensgeschichte von Karsten Klingelhöller, der daran zerbrochen ist, seine geniale Erfindung für andere nicht nutzbar machen zu können.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[image:KlausMartens.jpg|Autor Klaus Martens|140px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:roland_kaske.jpg|Mavena-Pressesprecher Roland Kaske|140px|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Schweizer Tagesanzeiger berichtet über den Zeitpunkt des Erwerbs der Vertriebsrechte durch Hersteller Mavena: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Mavena erwarb erst im September die Vertriebsrechte, wie Klaus Sippel, Verwaltungsratspräsident der Muttergesellschaft Salt of Life International, auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnetz sagt&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Tagesanzeiger vom 22.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 [http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Ein-Wundermittel-loest-einen-Streit-aus/story/13145754]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch einem Bericht von Spiegel Online zufolge waren sich die Mavena AG und die Regeneratio Pharma GmbH bereits im September handelseinig.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657070,00.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 15. Oktober 2009 erschien Regividerm unter PZN Nummer 5523487 in der Apothekensoftware, das Produkt kann somit bestellt werden. Die Beantragung einer PZN-Nummer dauert in etwa 2-3 Wochen. Daher muss die Anmeldung der PZN bereits im September erfolgt sein. Nur drei Tage nach der ersten ARD-Sendung zu Regividerm präsentierte der Hersteller die fertige Verpackung des Mittels und am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 teilte er mit, es seien die ersten 27.660&amp;amp;nbsp;Tuben à&amp;amp;nbsp;100&amp;amp;nbsp;g produziert und verpackt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.regividerm.de/produktion-der-ersten-charge/ Aufruf am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; Der angeblich ein Jahr lang recherchierende Autor Martens äußerte sich nach der Fernsehsendung auf einer Webseite des WDR in einer Weise, als ob diese Pläne auch für ihn neu waren: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Der Eigentümer der Patentrechte versucht jetzt, mit Hilfe eines Geschäftspartners, den er bereits gefunden hat, die B12-Creme unter der Bezeichnung &amp;quot;Regividerm&amp;quot; in eigener Regie auf den Markt zu bringen.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Thematisierung von Regividerm in der Sendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039; vom 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 erfolgte auf Wunsch des Moderators Plasberg, ein weiteres Mal konnte Autor Klaus Martens Gratiswerbung für sein Buch machen. Eine gleichermaßen effektive Aufklärung über alternative Mittel oder physikalische Therapien oder andere Maßnahmen bei den genannten Erkrankungen unterblieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Untermalt waren Film und Talkshow von anrührenden Bildern und einer an die Gefühle appellierenden Wortwahl. So sagte der WDR-Moderator Frank Plasberg in der Sendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039; vom 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Besonders bedrückend ist es, wenn man sieht, wie sehr kleine Menschen unter Neurodermitis leiden&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; und stellte einen kleinen Neurodermitis-Patienten namens Bastian in den Dienst einer Schleichwerbung für ein gerade auf den Markt geworfenes Mittel, dessen Wirksamkeit bei der genannten Erkrankung nicht zweifelsfrei erwiesen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[image:Regividerm7.png|Verweis der Regeneratio Pharma GmbH auf die PR-Firma Dr.&amp;amp;nbsp;Kaske|400px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
Passend zu den ARD-Werbesendungen bietet eine Agentur &amp;#039;&amp;#039;just in time&amp;#039;&amp;#039; neben einem Interviewtermin mit dem Geschäftsführer von Mavena die ARD-Sendung auf CD an. PR-Unterlagen zur neuen Salbe können ebenso geordert werden wie ein Muster der Salbe. Laut Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft&amp;amp;nbsp;e.V. soll die PR-Agentur &amp;#039;&amp;#039;Dr.&amp;amp;nbsp;Kaske&amp;#039;&amp;#039; den Verein eine Woche vor Aussendung des ARD-Dokumentarfilms auf die Sendung aufmerksam gemacht haben und kostenlose DVDs angeboten haben.&amp;lt;ref&amp;gt;http://faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog/archive/2009/10/22/aufklaerung-unerwuenscht-frank-plasberg-und-das-wundermittel-gegen-neurodermitis.aspx&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach EsoWatch vorliegenden Informationen wurden auch der Deutsche Neurodermitis Bund&amp;amp;nbsp;e.V.&amp;amp;nbsp;(DNB) sowie der Deutsche Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V. und dessen Regionalgruppen von der Werbegentur Dr.&amp;amp;nbsp;Kaske im Vorfeld auf die Sendung hingewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Agentur Dr.&amp;amp;nbsp;Kaske ist im Auftrag der Regeneratio Pharma GmbH tätig.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.regividerm.de/kontakt/ Aufruf am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Inhaber Roland Kaske tritt gleichzeitig als Pressesprecher des Regividerm-Herstellers Mavena Health Care&amp;amp;nbsp;AG auf. Die Agentur bewirbt ihre Fähigkeiten auf ihrer Webseite so: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Durch professionelle PR schaffen wir für Ihr Produkt einen Mehrwert, der mit konventioneller Werbung allein nicht zu erreichen ist. Unsere Kunden sind erfolgreich in der Gesundheitsbranche, der pharmazeutischen Industrie und im Tourismus tätig. Traditionelle Werbung ist problembehaftet. Einerseits mangelt es ihr an Glaubwürdigkeit, andererseits ist es schwierig, eine große Zielgruppe kosteneffizient zu erreichen. Deshalb ist gute Öffentlichkeitsarbeit nötig, um diese Schwachstellen auszugleichen und die Werbewirkung Ihrer Firma zu verbessern.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Roland Kaske tritt verschiedentlich als Befürworter von umstrittenen [[alternativmedizin]]ischen Verfahren und Produkten in Erscheinung, insbesondere der sog. [[Entgiftung]].&amp;lt;ref&amp;gt;R. Kaske: Schadstoff-Ausleitung. [[CoMed|Co&amp;#039;med]] 9/2002&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.wellness-gesund.info/Artikel/9467.html Artikel vom 24.&amp;amp;nbsp;Juli 2009 (typischer Dr.-Kaske-Artikel zu Entgiftung und Chlorella)&amp;lt;/ref&amp;gt; 2002 verschickte er Spam-E-Mails mit Werbung für ein [[Chlorella]]-Präparat namens &amp;#039;&amp;#039;bio-reu-rella&amp;#039;&amp;#039;. Ein Buch des [[Heilpraktiker]]s [[Uwe Karstädt]] über dessen medizinisch fragwürdige Vorstellungen wurde von Kaske lobend besprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.naturheilpraxis.de/DB-BOOK/a_0801b11.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein im Film vorgestellter angeblicher Hautarzt&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Kroll wird in der Phönix-Langfassung des Dokumentarfilms zweimal als Hautarzt bezeichnet, einmal 22:49:50 (&amp;quot;Hautarzt Dr.&amp;amp;nbsp;Kroll ist einer der wenigen, der seine Patienten mit ein paar Proben der B12-Creme behandeln konnte. Seitdem hofft auch er, dass es endlich auf den Markt kommt.&amp;quot;) und 22:50:55 (&amp;quot;Dem Patienten ist die Creme ausgegangen. Die kleine Menge, die ihm sein Hautarzt geben konnte, reichte gerade für fünf Tage.&amp;quot;)&amp;lt;/ref&amp;gt; namens Michael Kroll ist in Wirklichkeit ein Allgemeinmediziner aus Kleve, der eine Firma namens KLIFO-MED GmbH (vormals Dr.&amp;amp;nbsp;Dr. Kroll GmbH) betreibt. Die KLIFO-MED bietet laut Auskunft ihrer (derzeit aus unbekannten Gründen nicht sichtbaren) Webseite Dienstleistungen für pharmazeutische Unternehmen &amp;#039;&amp;#039;zur Erlangung der Zulassung für pharmazeutische Präparate&amp;#039;&amp;#039; (Zitat) an. Arzt und Chemiker Kroll ist auch Auditor der Firma WIESO CERT, Zertifizierungsstelle für die Zertifizierung von Qualitätsmanagementsystemen speziell im Gesundheitswesen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.wieso-cert.de/wieso_cert.php&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Dokumentarfilm telefoniert Hausarzt Kroll mit einem Josef Karl Merges, der ihm eine &amp;#039;&amp;#039;Apothekenlösung&amp;#039;&amp;#039; zur Beschaffung der Regividerm-Salbe verspricht.&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Kroll: &amp;quot;Herr Merges, ich ruf da mal an wegen der ... Salbe. Haben Sie da noch einige Muster zur Verfügung?&amp;quot;&amp;lt;br&amp;gt;Dr. Merges: Ich könnte mir vorstellen, dass wir für Sie, wie in der Vergangenheit, eine Apothekenlösung schaffen. Da müsste ich aber erst einmal mit dem Rohstoffhändler und dem Apotheker telefonieren, in welchem Zeitraum der etwas für Sie und Ihre Patienten herstellen kann.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; Es handelt sich um eine gestellte Szene, da im Film gleichzeitig der andere Gesprächspartner Merges beim gleichen Telefonat gezeigt wird. Merkwürdigerweise ist die inszenierte Szene nur in der Langfassung, aber nicht in der gekürzten Fassung zu sehen. Sie widerlegt die Kernthese des Films, dass nämlich Patienten keinen Zugang zu dem Mittel hätten. Kroll und Merges kennen sich, man schrieb gemeinsam ein Buch über [[Entschlackung|Entgiftung]]&amp;lt;ref&amp;gt;M Kroll, J K Merges, J Aoulad-Ali. Schwermetalle und Schwermetallausleitung. Verlag: MTW Gesundheit, 2004 (Inhaber des MTW-Verlags ist J.&amp;amp;nbsp;K.&amp;amp;nbsp;Merges)&amp;lt;/ref&amp;gt; und arbeitet in der gleichen Firma, der MIT GmbH in Kleve. MIT bietet Dienstleistungen an wie &amp;#039;&amp;#039;Pharm.-tox. und Klin. Gutachten, Zulassungswesen, Qualitätsmanagement und Selbstinspektionen nach PharmBetrV&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zeitlicher Ablauf der Regividerm-Entwicklung und Vermarktung==&lt;br /&gt;
#1950er Jahre: In den USA wird an B12-haltigen Mitteln zur Behandlung von Hautkrankheiten geforscht&lt;br /&gt;
#Ende der 1980er Jahre: Karsten Klingelhöller wendet experimentell eine B12/Avocadoöl-Creme bei einer Freundin an&lt;br /&gt;
#1993: Klingelhöller-Patent&lt;br /&gt;
#1999: Die Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG vermarktet eine &amp;#039;&amp;#039;ATU Red-Creme&amp;#039;&amp;#039;, die B12 und Avocadoöl enthält&lt;br /&gt;
#2001: Studie in der Zeitschrift Dermatology über Anwendung bei 11&amp;amp;nbsp;Patienten&lt;br /&gt;
#2004: Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG wird insolvent&lt;br /&gt;
#2004: Gründung der neuen Regeneratio Pharma GmbH&lt;br /&gt;
#2004: Studie im British Journal of Dermatology&lt;br /&gt;
#2008: Der Bundesverband Neurodermitiserkrankter bietet an, nach einer erfolgreichen pharmazeutischen Testung nach Patienten zu suchen, das Angebot bleibt ungehört&lt;br /&gt;
#28.&amp;amp;nbsp;August 2009: Zertifizierung der Salbe&lt;br /&gt;
#September 2009: Mavena erwirbt Vertriebsrechte, Beantragung einer PZN-Nummer&lt;br /&gt;
#Donnerstag, 15. Oktober 2009: Regividerm erscheint unter PZN 5523487 in der bundesweiten Apothekensoftware &lt;br /&gt;
#Freitag, 16.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Die PR-Agentur Dr.&amp;amp;nbsp;Kaske beginnt mit der Bewerbung des WDR-Dokumentationsfilms über E-Mail-Rundschreiben. Weitere Rundschreiben in den Folgetagen&lt;br /&gt;
#Montag, 19.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Aussendung des Dokumentarfilms &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
#Montag 19.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Das Buch von Klaus Martens beginnt den Anstieg auf der Amazon-Bestsellerliste&lt;br /&gt;
#Mittwoch 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Fernsehsendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039;. Moderator Plasberg lädt Martens zur Show ein, erste spontane Zweifel an der Regividerm-Story durch Gast Beda Stadler&lt;br /&gt;
#Donnerstag 22.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Zeitungsberichte über hohe Anfragen nach Regividerm in Apotheken&lt;br /&gt;
#Donnerstag 22.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Hersteller Mavena präsentiert Regividerm-Verpackung&lt;br /&gt;
#Freitag 23.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Mavena teilt mit, dass die ersten 27.660&amp;amp;nbsp;Tuben à&amp;amp;nbsp;100&amp;amp;nbsp;g produziert und verpackt worden seien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der WDR-Film &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht&amp;#039;&amp;#039;==&lt;br /&gt;
[[image:wdrf1.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:ionescu2.jpg|Gruia Ionescu mit Regividerm|150px|thumb]]&lt;br /&gt;
In dem am 19.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 ausgestrahlten Film &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht&amp;#039;&amp;#039; aus der WDR-Reihe &amp;#039;&amp;#039;story&amp;#039;&amp;#039; wurde dem Zuschauer suggeriert, dass das Regividerm-Mittel nicht nur &amp;quot;allen Patienten&amp;quot; mit Neurodermitis und Psoriasis helfe, sondern auch, dass es klinisch geprüft und nebenwirkungsfrei sei. Weiterhin wurde der Eindruck erweckt, dass das Mittel nur deshalb angeblich nicht käuflich zu erwerben sei, weil verschiedene pharmazeutische Unternehmen es trotz seiner &amp;quot;erprobten Wirksamkeit&amp;quot; nicht produzieren wollten, da es teureren Eigenprodukten Marktanteile streitig machen würde. Es wurde suggeriert, dass diese Firmen den leidenden Patienten das angeblich &amp;quot;nebenwirkungsfreie&amp;quot; Mittel vorenthielten, um ihre eigenen Mittel weiterhin absetzen zu können, die im Film als nebenwirkungsreich bei gleichzeitiger unzureichender Wirksamkeit dargestellt wurden. Dazu wurden in suggestiver Weise Erlebnisberichte von Betroffenen eingespielt, die den Zuschauer von Wirksamkeit und Nebenwirkungsfreiheit überzeugen sollten. Das gesendete Video ist als Dokumentarfilm ausgewiesen, enthält jedoch auch Spielfilmszenen. Auffällig sind fehlerhafte Berufsbezeichnungen bei thematisierten Personen, die offenbar Aussagen aufwerten sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Eigenanspruch meinen die &amp;#039;&amp;#039;story&amp;#039;&amp;#039;-Macher über sich und ihre Sendereihe: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;die story ist ein journalistisches und ein filmisches Produkt. Sie setzt auf gute Recherche, einen klaren Erzählstil und berührende Themen. Gerade bei jüngeren Zuschauern sind es die lebensnahen, bildstarken Geschichten, die höhere Akzeptanz finden.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des WDR-Dokumentarfilmes wurden in der &amp;#039;&amp;#039;Spezialklinik Neukirchen&amp;#039;&amp;#039; im bayerischen Neukirchen beim Heiligen Blut im Bayerischen Wald gefilmt. In dieser Klinik werden u.a. Neurodermitis und Schuppenflechte ohne Kortison &amp;quot;ganzheitlich&amp;quot; behandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spezialklinik-neukirchen.de/index-ori.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Leiter der Einrichtung ist der promovierte Biologe und rumänische Spätaussiedler John Gruia Ionescu, der auch einen Professorentitel einer inzwischen geschlossenen amerikanischen [[title-mill|Titelmühle]] namens &amp;#039;&amp;#039;Capital University of Integrative Medicine&amp;#039;&amp;#039; in Washington,&amp;amp;nbsp;D.C.&amp;amp;nbsp;(CUIM) führt und dort als Dozent und &amp;#039;&amp;#039;Professor for Clinical Biochemistry and Oxidology&amp;#039;&amp;#039; angegeben ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Professor for Clinical Biochemistry and Oxidology at the Capital University of Integrative Medicine, Washington,&amp;amp;nbsp;D.C. (USA). Prof. Ionescu is also member of the Editorial Board of the Journal of the Capital University of Integrative Medicine. http://www.antiageingconference.com/index.html?pg=speakers&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur obskuren &amp;#039;&amp;#039;oxidology&amp;#039;&amp;#039; ([[Oxidologie]]) findet sich selbst in der englisch-sprachigen Wikipedia kein Eintrag. Die CUIM war 1995 von Robert (Bob) Bradford gegründet worden, auf den der [[alternativmedizin]]ische [[Bradfordtest]] zurückgeht. Die Einrichtung bot diverse Doktortitel an.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.quackwatch.org/04ConsumerEducation/Nonrecorg/cfcm.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Ionescu hatte sich 1986 mit einer angeblich revolutionären Methode zur Heilung von Hautkrankheiten im Wallfahrtsort Neukirchen niedergelassen. Er erwarb unter günstigen Umständen zwei Kliniken und verband beide Klinikbetriebe mit einem Pharmaunternehmen. Die Staatsanwaltschaft Regensburg ermittelte zwei Jahre lang wegen mutmaßlicher Kunstfehler, Betrugs bei der Abrechnung von Klinikleistungen und irreführender Werbung. Am Ende wurde ein Arzt wegen unerlaubter Titelführung und Körperverletzung verurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.focus.de/politik/deutschland/gesundheitsreform-reibach-mit-krankenhaeusern_aid_143606.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Ionescu ist auch Autor bei [[CoMed]]&amp;lt;ref&amp;gt;CoMed Hefte 05/2003, 03/2004, 02/2005 und 02/2007&amp;lt;/ref&amp;gt; (die Themen wie [[Skalarwellen]] und [[Impfgegner]]schaft breiten Raum einräumt) und ist Anhänger der Hypothese, dass Amalgamfüllungen als Ursache der Neurodermitis und der Psoriasis anzusehen seien&amp;lt;ref&amp;gt;Ionescu, G. (1995). Allergotoxische Einflüsse von Umweltschadstoffen bei Allergiekranken. Forsch Komplementärmed 2, 109-115&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ionescu, G. (1996). Schwermetallbelastung bei Neurodermitis. Biol Med 25, 65-68&amp;lt;/ref&amp;gt;. Daher seien so genannte [[Entschlackung|&amp;#039;&amp;#039;Ausleitungen&amp;#039;&amp;#039;]] und Amalgamentfernungen hier hilfreich. Belege dafür liegen jedoch nicht vor,  Ionescu kann eigene beobachtete Besserungen im klinischen Bild von Neurodermitis- und Psoriasis die er gemacht haben will, nicht durch die gemessenen Quecksilberspiegel belegen, zumal auch kein Zusammenhang mit dem Schweregrad der Neurodermitis bzw. Psoriasis besteht. Ionescu steht damit in der Tradition der [[pseudomedizin]]ischen [[Klinische Ökologie nach Randolph|klinischen Ökologie nach Randolph]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rezeption der Regividerm-Vermarktung==&lt;br /&gt;
===Hohe Nachfrage===&lt;br /&gt;
Die Folge des Medienrummels waren nicht nur hohe Vorbestellzahlen für Martens Buch (als Erscheinungsdatum ist der 5.&amp;amp;nbsp;November 2009 angegeben), sondern auch ein Andrang in Apotheken auf der Suche nach dem vermeintlichen Wundermittel.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.derwesten.de/nachrichten/2009/10/21/news-137845373/detail.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der ARD-Berichterstattung meldete ein B12-Hersteller, die Firma Caesar &amp;amp; Loretz in Hilden bei Düsseldorf, dass er mit Lieferungen für Vitamin&amp;amp;nbsp;B12 nicht mehr nachkommen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kritik===&lt;br /&gt;
[[image:schoenhoefer.jpg|at-Mitherausgeber Schönhöfer|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:ABDA.jpg|ABDA-Warnung im ARD-Videotext am 24.10.2009|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Die Regividerm-Vermarktungsstrategie stieß auf Kritik. Siegfried Throm, Geschäftsführer des Verbands forschender Pharmaunternehmen, sprach in der Sendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039; vom 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 von einem &amp;quot;genialen Marketing-Coup&amp;quot;. Beda Stadler, Direktor des Instituts für Immunologie an der Universität Bern, äußerte sich spontan in der Sendung mit den Worten &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Ein bisschen Avocadoöl mit etwas Vitaminen drin kann diese schweren Krankheiten nicht kurieren. Das ist Betrug. Neurodermitis und Schuppenflechte können nicht geheilt werden&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. Den Doku-Film über die Entstehungsgeschichte verurteilt er: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Wenn man anfängt, auf diese Art Wundermittel zu promovieren, spielt man mit den Hoffnungen der Patienten.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Eine angebliche Wirkung ohne Nebenwirkungen bezeichnete er als &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;verlässliches Warnsignal, wenn jemand versucht, andere Menschen über den Tisch zu ziehen.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://hpd.de/node/8050&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 28. Oktober äusserte sich der Pharmakologe und Mitherausgeber des pharmakritischen arznei-telegramms [http://de.wikipedia.org/wiki/Arznei-Telegramm], Peter Schönhöfer zu Regividerm in einem Interview von NDR Fernsehen.&amp;lt;ref&amp;gt;NDR, Sendung ZAPP vom 28.10.2009&amp;lt;/ref&amp;gt; Schönhöfer kam zu einem vernichtenden Urteil: Zu kleine Probandenzahl und zu kurze Dauer verhinderten belastbare Aussagen zum Mittel, die Studien reichten zu einer Beurteilung der Wirksamkeit nicht aus. Aussagen im WDR-Film seien &amp;quot;irreführend&amp;quot;. Schönhöfer deckte zudem auf, dass er schon vor Jahren wegen der rosa Creme von einem WDR-Redakteur angesprochen worden sei und ihn damals vor der Creme gewarnt habe, auf Basis des damaligen Studienstandes. Der Redakteur versprach den Filmautor zu informieren und dieser würde sich bei Schönhöfer melden, was er aber nicht getan habe. Der WDR reagierte auf Schönhöfers Kritik und teilte dem NDR schriftlich lediglich mit: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;wenn der Eindruck entstanden ist, dass tatsächlich allen Patienten auch geholfen werden kann, ist das bedauerlicherweise ein unzutreffender Eindruck&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 meldete sich auch Thomas Schwennesen, der erste Vorsitzender des Deutschen Neurodermitis Bundes, mit einer Pressemeldung &amp;#039;&amp;#039;Wirbel um Regividerm&amp;#039;&amp;#039; zum Thema. In der Stellungnahme sprach Schwennesen im Zusammenhang mit der ARD von einer &amp;quot;völlig kritiklosen PR-Aktionen&amp;quot;, und &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Es ist eine Schande und blanker Zynismus, dass die PR-Einführung eines normalen Hautpflege-Produktes sich der Pharmaschelte als Aufhänger für eigene Geschäfte bedient [...] Beide Erkrankungen haben verschiedene medizinische Therapieansätze sind aber nicht heilbar. Die dargestellte Produktmischung soll nun das alles auch noch ohne Nebenwirkungen schaffen. Pharmakologisch ist die Äußerung unhaltbar, dass ein Produkt wirkt ohne jegliche Nebenwirkung. Die ARD hat mit diesem Beitrag den etwa fünf Millionen Neurodermitikern einen Bärendienst erwiesen und sich selbst journalistisch ins Abseits gestellt.&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Deutscher Neurodermitis Bund&amp;amp;nbsp;e.V., Thomas Schwennesen, 1.&amp;amp;nbsp;Vorsitzender, Baumkamp&amp;amp;nbsp;18, 22299&amp;amp;nbsp;Hamburg. www.neurodermitis-bund.de. Veröffentlicht von pressrelations: [http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?r=387661&amp;amp;aktion=jour_pm&amp;amp;quelle=1&amp;amp;utm_source=eurasier1]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Deutscher Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V. (Geschäftsführer Hans-Detlev Kunz) äußerte sich kritisch zu Regividerm. In der Stellungnahme &amp;#039;&amp;#039;Falsche Hoffnungen bei Schuppenflechtekranken geweckt – gebotene Sorgfall verletzt?&amp;#039;&amp;#039; fordert der Deutsche Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V. einen Nachweis der Wirksamkeit der Salbe und kritisiert die &amp;amp;ndash; Zitat &amp;amp;ndash; &amp;quot;Verschwörungstheorie&amp;quot;, dass die Pharmaindustrie die Produktion eines so einfachen und preisgünstigen Arzneimittels verhindere, um ihre eigenen teuren Medikamente in den Markt zu drücken. Thomas Rosenbach, Sprecher des Wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Psoriasis Bundes&amp;amp;nbsp;e.V., wurde deutlicher: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Dieser ARD-Bericht ist barer Unsinn [...] Die Psoriasis ist wissenschaftlich unbestritten eine multigenetische chronische System-Erkrankung. Nach dem derzeitig weltweit verfügbaren medizinischen Wissen ist eine Psoriasis nicht heilbar. Es gibt auch keinen medizinischen Goldstandard zur äußerlichen Kortison-Behandlung einer Psoriasis, wie der Autor behauptet.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Nach Ansicht des Deutscher Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V. habe die ARD &amp;quot;gegen den Pressekodex verstoßen&amp;quot; und der Film habe den &amp;quot;Anschein redaktioneller Werbung&amp;quot; gegeben. &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Es drängt sich der Verdacht auf, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen zu Marketingzwecken missbraucht wurde, da mit der Berichterstattung zeitnah ein Buch des Autors zum Thema erscheint und das Kosmetikum Anfang November in den deutschen Markt eingeführt wird. (Verstoß gegen Pressekodex Ziffer&amp;amp;nbsp;7 - Trennung von Werbung und Redaktion). Der Deutsche Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V. erwartet von der ARD auf Basis der Regeln der „Guten Klinischen Praxis“ (Good Clinical Practice, GCP) den validen Nachweis der versprochenen lindernden oder gar heilenden Wirkung und der Sicherheit der Substanzenkombination.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Stellungnahme Deutscher Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V., Hamburg, 22.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.psoriasis-bund.de/ARD-Beitrag___Heilung_une.827.0.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bundesvereinigung der deutschen Apothekerverbände&amp;amp;nbsp;(ABDA) äußerte sich ebenfalls zu Regividerm in einer Pressemeldung vom 23.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 &amp;#039;&amp;#039;Regividerm&amp;amp;reg;-Creme: Apotheker warnen vor Euphorie&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.presseportal.de/pm/7002/1498837/abda_bundesvgg_dt_apothekerverbaende&amp;lt;/ref&amp;gt; Anlass waren zahlreiche Anfragen in Apotheken nach dem Mittel. Zitiert wird Harmut Morck, Chefredakteur der &amp;#039;&amp;#039;Pharmazeutischen Zeitung&amp;#039;&amp;#039;: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Bei diesem Präparat sind noch viele Fragen offen. Bislang sind nur wenige Daten veröffentlicht, es besteht weiterer Forschungsbedarf [...] Wer die Creme ausprobiert, sollte dies nicht ohne Rücksprache mit einem Experten tun. Patienten sollten ihre bestehende Arzneimitteltherapie nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt ändern.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Nach ABDA-Angaben habe auch &amp;#039;&amp;#039;Neue Rezeptur Formularium (NRF)&amp;#039;&amp;#039; für Apotheker aktuell einen Rezepturhinweis &amp;quot;Cyanocobalamin zur Anwendung auf der Haut&amp;quot; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland&amp;amp;nbsp;e.V., ein Zusammenschluss von Selbsthilfegruppen, zeigte sich ungehalten über die Vorgehensweise des Filmautors Klaus Martens. Dieser hatte den Verband 2008 anscheinend um eine Bereitstellung von Probanden zum Testen von Regividerm gebeten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Aus-aller-Welt/Artikel,-Neurodermitis-Regividerm-Streit-_arid,1948099_regid,2_puid,2_pageid,4293.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Verband nahm wie folgt Stellung: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Offenbar war niemand von der neuen &amp;quot;Wundersalbe&amp;quot; informiert, was verwundert, denn nur wir hatten wenigstens vom Autor der Sendung, dem WDR-Redakteur Klaus Martens, vor gut einem Jahr einen Hinweis auf eine neue Salbe, welche die Pharmazie nicht ins Programm nehmen wollte. Wir boten damals an, die Salbe zunächst bei einem autorisierten Labor auf eventuelle pharmakologische Wirkstoffe prüfen zu lassen, um dann, bis zu 100&amp;amp;nbsp;Probanden für die Testung der Salbe zu suchen und zu finden. Herr Martens meldete sich aber nicht mehr.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.neurodermitis.net/index.html Aufruf am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reaktionen des WDR und der Autoren auf die Kritik===&lt;br /&gt;
[[image:Ardvideo.jpg|Hinweis zu entferntem Video|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Screenshot1.png|Kommentare auf ARD-Seite (Quelle: Blog Stationäre Aufnahme)|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Screenshot2.png|Löschung (Quelle: Blog Stationäre Aufnahme)|thumb]]&lt;br /&gt;
Fünf Tage nach der Aussendung des WDR-Dokumentarfilms berichtet Spiegel-Online, dass &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039;-Moderator Frank Plasberg &amp;quot;handwerkliche Fehler im Ablauf der Sendung&amp;quot; eingestanden habe, als er den Filmautor Marens in die Sendung zur bevorstehenden Impfung gegen A/H1N1 (Schweinegrippe) aus unbekannten Gründen einlud. Zitat: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Wir hätten den Auftritt von Martens besser einbetten müssen. Jetzt sah es so aus, als wäre er wie Kai aus der Kiste gesprungen.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Filmautor Klaus Martens fühlte sich Tage nach der Sendung seines Beitrages ausgenutzt: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Ich ärgere mich wirklich sehr darüber, dass nun alles so wirkt, als sei ich Steigbügelhalter für die Markteinführung&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. Das zeitliche Zusammentreffen der Markteinführung von Regividerm und der Fernsehsendungen erklärte Martens als Zufall, da der Film schon längere Zeit fertiggestellt war und auf einen Sendeplatz wartete.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657070,00.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der WDR bietet zeitweilig die Möglichkeit an, Kommentare zur Sendung in einer Art Gästebuch zu hinterlassen. Der Medizin-Blog &amp;#039;&amp;#039;Stationäre Aufnahme&amp;#039;&amp;#039; berichtet darüber, dass sich dort am 23.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 &amp;quot;Erstaunliches&amp;quot; ereignet habe: Jubelkommentare zum Dokumentarfilm waren dort zahlreich zu sehen, kritische Beiträge verschwanden indes nach wenigen Minuten, wie Screenshots zeigen, die im Blog präsentiert werden. Als dies im Blog diskutiert wurde, verschwanden kurzerhand sämtliche Kommentare um nach Stunden wieder aufzutauchen. Wie aus den Screenshots zu ersehen ist (Bilder rechts), handelte es sich um sachbezogene Kritik, die argumentativ vorgebracht wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;http://gesundheit.blogger.de/stories/1514274/&amp;lt;/ref&amp;gt; Lesern des so genannten &amp;#039;&amp;#039;Faktencheck&amp;#039;&amp;#039; zur Sendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039; fielen ebenfalls merkwürdige Löschungen auf. So konnte tagelang das B12-Rezept eingesehen werden, bis es plötzlich verschwand. Das Video zur Sendung war am Nachmittag des 27.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 plötzlich nicht mehr abrufbar, es erschien der &amp;#039;&amp;#039;Hinweis: Leider darf das Video &amp;quot;Heilung unerwünscht&amp;quot; aus rechtlichen Gründen nicht mehr in der Das Erste Mediathek gezeigt werden&amp;#039;&amp;#039;. Wenige Stunden später war das Video wieder abbrufbar. &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Heilung unerwünscht&amp;quot; ansehen&amp;#039;&amp;#039; hieß es nun. Auch präsentierte TÜV-Gutachten und andere Dokumente zu Regividerm erschienen plötzlich und verschwanden wieder vom Faktencheck, blieben aber merkwürdigerweise über direkte Links erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Patente zu Regividerm==&lt;br /&gt;
===Patentanmeldungen=== &lt;br /&gt;
* DE 4319629 A1: Verwendung von Corrinoiden zur topischen Anwendung bei Hauterkrankungen. Anmeldetag: 15.06.1993. Anmelder: Klingelhöller, Karsten, 42275&amp;amp;nbsp;Wuppertal. Erfinder: gleich Anmelder&lt;br /&gt;
* DE 10130846 A1: Verwendung von Corrinoiden zur Anwendung bei Hauterkrankungen. Anmeldetag: 26.06.2001. Anmelder: Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG. Erfinder: Klingelhöller, Karsten, 42275&amp;amp;nbsp;Wuppertal&lt;br /&gt;
* EP 1401454 A0: VERWENDUNG VON CORRINOIDEN ZUR ANWENDUNG BEI HAUTERKRANKUNGEN (USE OF CORRINOIDS IN THE TREATMENT OF SKIN DISEASES). Anmeldetag: 26.&amp;amp;nbsp;Juni 2002. Anmelder: Regeneratio Pharma GmbH, Franzstrasse&amp;amp;nbsp;1a, 42857&amp;amp;nbsp;Remscheid. Erfinder: KLINGELHÖLLER, Karsten, 42275&amp;amp;nbsp;Wuppertal, DE. Auch veröffentlicht als WO&amp;amp;nbsp;03002104, ZA&amp;amp;nbsp;200309976, US&amp;amp;nbsp;2004171578 und US&amp;amp;nbsp;2006094686&lt;br /&gt;
===Erteilte Patente===&lt;br /&gt;
* EP 0705102 B1: VERWENDUNG VON CORRINOIDEN ZUR TOPISCHEN ANWENDUNG BEI HAUTERKRANKUNGEN.  Anmeldetag: 15.06.1994. Patenerteilung: 15.05.1996. Anmelder: Klingelhöller, Karsten, 42275&amp;amp;nbsp;Wuppertal. Erfinder: gleich Anmelder&lt;br /&gt;
* US Patent 5,798,341: USE OF COBALAMINS FOR TOPICAL TREATMENT OF SKIN DISORDERS. Filed: Jun 15, 1994. Date of Patent: Aug 25, 1998. Inventor: Karsten Klingelhöller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2009/10/22/heilung-unerwuenscht-alles-zufall-oder-nur-profitgier.html&lt;br /&gt;
*http://forum.oekotest.de/cgi-bin/YaBB.pl?num=1255978539/all&lt;br /&gt;
*http://gesundheit.blogger.de/stories/1511299/&lt;br /&gt;
*http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/488768&lt;br /&gt;
*http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?r=387661&amp;amp;aktion=jour_pm&amp;amp;quelle=1&amp;amp;utm_source=eurasier1&lt;br /&gt;
*http://www.principien.de/2009/10/21/die-supersalbe-regividerm/&lt;br /&gt;
*http://www.pharmazeutische-zeitung.de/fileadmin/nrf/PDF/1-Cyanocobalamin_Haut.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/Neurodermitis;art1117,2930321&lt;br /&gt;
*http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Politik/Artikel,-neurodermitis-creme-streit221009-_arid,1945804_regid,2_puid,2_pageid,4290.html&lt;br /&gt;
*http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/571661/geld-zaehlte-verantwortung.html?sh=7&amp;amp;h=2086331490&lt;br /&gt;
*http://www.psoriasis-netz.de/themen/produkte-aktuell/regividerm.html&lt;br /&gt;
*http://www.20min.ch/finance/news/story/Neurodermitis-Heilung-unerwuenscht--PR-schon--23095014&lt;br /&gt;
*http://hpd.de/node/8050&lt;br /&gt;
*http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657070,00.html&lt;br /&gt;
*http://www.pharmazeutische-zeitung.de/fileadmin/nrf/PDF/1-Cyanocobalamin_Haut.pdf&lt;br /&gt;
*http://brightsblog.wordpress.com/2009/10/23/the-great-pink-bullshit/&lt;br /&gt;
*http://brightsblog.wordpress.com/2009/10/25/ein-offener-brief-an-klaus-martens-und-frank-plasberg&lt;br /&gt;
*http://blog.psiram.com/index.php?itemid=311&lt;br /&gt;
*http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2009/10/22/heilung-unerwuenscht-alles-zufall-oder-nur-profitgier.html&lt;br /&gt;
*http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=10449;gartnr=90;bernr=06;co=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
*Abgebrochene Studie &amp;#039;&amp;#039;Evaluation of Topical B12 for the Treatment of Childhood Atopic Dermatitis&amp;#039;&amp;#039; April 2007. Study ID Number: IRB00001369, ClinicalTrials.gov Identifier: NCT00465699 [http://clinicaltrialsfeeds.org/clinical-trials/show/NCT00465699]&lt;br /&gt;
------------------------------&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Medizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hema</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Regividerm&amp;diff=31772</id>
		<title>Regividerm</title>
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		<updated>2009-10-28T03:51:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hema: /* Veröffentlichte Untersuchungen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Regividerm.jpg|Bildquelle: Mavena Health Care&amp;amp;nbsp;AG (mavena.com)|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Regividerm&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist der Handelsname eines Vitamin&amp;amp;nbsp;B12 (Cyanocobalamin) und Avocadoöl enthaltenden und nicht-apothekenpflichtigen Medizinproduktes der Klasse&amp;amp;nbsp;IIa gegen atopische Dermatitis (Neurodermitis) und Psoriasis (Schuppenflechte), das im Oktober 2009 für Schlagzeilen sorgte und Thema von Fernsehbeiträgen im öffentlich-rechtlichen TV-Programm ARD war. Für Medizinprodukte ungewöhnlich wurde zu dem Wundermittel Regividerm am 19.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 ein pseudokritischer Dokumentarfilm des WDR in der ARD gesendet, der dem Zuschauer den Eindruck vermittelte, das Medizinprodukt würde von [[Verschwörungstheorie|einflussreichen Pharmaunternehmen unterdrückt]] und sei gleichzeitig wirksamer als vergleichbare, herkömmliche Mittel und habe keine Nebenwirkungen. Der Autor des Films, Klaus Martens, ist gleichzeitig Autor eines Buches zum Thema (vom WDR als &amp;#039;&amp;#039;Buch zur Sendung&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet), das im Zusammenhang mit den Fernsehsendungen an prominenter Stelle in der ARD vorgestellt wurde und zeitweilig als Folge des Medienrummels auf der Amazon-Bestsellerliste auf Platz&amp;amp;nbsp;2 vorrückte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regividerm wird von dem Schweizer Pharmaunternehmen Mavena Health Care&amp;amp;nbsp;AG&amp;lt;ref&amp;gt;Mavena Health Care&amp;amp;nbsp;AG, Haselstrasse&amp;amp;nbsp;1, 5401&amp;amp;nbsp;Baden, Schweiz&amp;lt;/ref&amp;gt; hergestellt und vermarktet. 100&amp;amp;nbsp;Gramm der Creme kosten 28,85&amp;amp;nbsp;Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Regividerm==&lt;br /&gt;
[[image:regividerm3.jpg|350px|thumb]]&lt;br /&gt;
Regividerm ist der Handelsname eines Medizinproduktes der Klasse&amp;amp;nbsp;IIa&amp;lt;ref&amp;gt;Regividerm&amp;amp;nbsp;B12 Salbe, PZN&amp;amp;nbsp;5523487, Lauer-Taxe&amp;lt;/ref&amp;gt; aus B12 und Avocadoöl. Eine Apothekenpflicht besteht nicht, es könnte in jedem Supermarkt angeboten werden. Im Gegensatz zu einem Arzneimittel braucht ein Medizinprodukt keinen Wirksamkeitsnachweis.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mig.tu-berlin.de/fileadmin/a38331600/2008.lectures/Berlin_2008.08.25_rb_MDS-Medizinprodukte.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Wolfgang Becker-Brüser, Geschäftsführer der Arzneimittelinformation GmbH, die das &amp;#039;&amp;#039;Arznei-Telegramm&amp;#039;&amp;#039; herausgibt, wies in einem Gespräch mit dem WDR darauf hin, dass die Creme nicht als Arzneimittel zugelassen sei, sondern nur eine Zertifizierung als Medizinprodukt habe: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Eine Zertifizierung sagt nichts über den Nutzen aus, während eine Zulassung als Arzneimittel einen Hinweis auf den Nutzen gibt&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. Regividerm wurde demnach nicht zugelassen, sondern lediglich für Deutschland und die Schweiz registriert (Klasse&amp;amp;nbsp;IIa: mäßiger Invasivitätsgrad, kurzzeitige Anwendung am Körper). Die erforderlichen klinischen Tests für ein Medizinprodukt der Klasse&amp;amp;nbsp;II sind minimal und mit denen für ein Arzneimittel nicht zu vergleichen. Ein Medizinprodukt der Klasse&amp;amp;nbsp;II ist auch nicht für den längeren Gebrauch bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zertifizierung der Salbe erfolgte durch den TÜV und laut Spiegel bereits am 28.&amp;amp;nbsp;August 2009,&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657070-2,00.html&amp;lt;/ref&amp;gt; also lange vor den Fernsehaussendungen des 19.&amp;amp;nbsp;und 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009. Allerdings steht noch eine endgültige Zulassung durch die zuständige Düsseldorfer Bezirksregierung aus. Laut Sprecherin der Behörde seien bis zum 23.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 die dafür notwendigen Unterlagen nicht eingetroffen. Ein Verkaufsstart für Regividerm im November ist damit zweifelhaft. Zudem sehe die B12-Anwendung nach einer pharmakologischen Anwendung aus, was das aufwändigere Zulassungsverfahren für Arzneimittel notwendig machen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.faz.net/s/Rub7F74ED2FDF2B439794CC2D664921E7FF/Doc~EC8352BCAB6DB4AB3B0B053BB856B5B2A~ATpl~Ecommon~Scontent.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die laut Anbieter genaue Zusammensetzung (Stand Herbst 2009) der Original Regividerm&amp;amp;reg; Vitamin&amp;amp;nbsp;B12 Salbe ist:&lt;br /&gt;
*0,07&amp;amp;nbsp;Gramm Vit­amin&amp;amp;nbsp;B12/Cyanocobalamin (der größte Teil der B12-Weltproduktion wird gentechnisch hergestellt)&lt;br /&gt;
*46&amp;amp;nbsp;Gramm Avo­kadoöl&lt;br /&gt;
*45,42&amp;amp;nbsp;Gramm Wasser&lt;br /&gt;
*8&amp;amp;nbsp;Gramm TEGO&amp;amp;reg; Care&amp;amp;nbsp;PS&lt;br /&gt;
*0,26&amp;amp;nbsp;Gramm Kaliumsorbat&lt;br /&gt;
*0,25&amp;amp;nbsp;Gramm Zitronensäure&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kosten für das Vitamin&amp;amp;nbsp;B12, das für 100&amp;amp;nbsp;Gramm der Salbe benötigt wird, liegen bei 27&amp;amp;nbsp;Eurocent, wenn der günstigste Weltmarktpreis von 400&amp;amp;nbsp;€ je 100&amp;amp;nbsp;g zu Grunde gelegt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Erfindung==&lt;br /&gt;
[[image:klingelhoeller.jpg|Karsten Klingelhöller&amp;lt;ref&amp;gt;Bild: WDR-Dokumentation &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht&amp;#039;&amp;#039; 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Regividerm4.jpg|Webseite von 1999|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Regividerm5.jpg|Webseite von 1999|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Als Erfinder von Regividerm gilt der damalige Medizinstudent Karsten Klingelhöller, der später sein Studium abbrach. Er und der befreundete Chemiestudent Thomas Hein rührten in einer Wuppertaler Wohnung Ende der 1980er Jahre eine Salbe mit Vitamin&amp;amp;nbsp;B12 zusammen und probierten sie an der Freundin des Studenten, Kerstin Suborg, aus. Die Haut sei durch die rosa Creme sofort besser geworden, Nebenwirkungen habe sie keine gespürt, erinnert sie sich laut Buchautor Martens. Die beiden Studenten überredeten den Bochumer Dermatologie-Professor Peter Altmeyer, das Mittel in einer Studie zu testen. Klingelhöller hat die Creme weltweit zum Patent angemeldet. Das Wirtschaftprüfunternehmen Price Waterhouse Cooper soll den Wert der einfachen Rezeptur auf 936&amp;amp;nbsp;Millionen Dollar geschätzt haben. Eigentümer der Patente ist mittlerweile die Regeneratio Pharma GmbH in Remscheid, Nachfolgerin der 2004 insolvent gegangenen Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG. Nach Angaben der Regeneratio sollen &amp;quot;fast 10&amp;amp;nbsp;Mio.&amp;amp;nbsp;DM Forschungs- und Entwicklungsgelder investiert&amp;quot; worden sein, als es mit Investoren zur Gründung der Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG kam. Zitat: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Bis vor kurzem führte der Firmengründer Herr Klingelhöller die Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG selbst [...] Mittlerweile hat Herr Klingelhöller die Position des Vorstandes an den international erfahrenen Manager Herrn Osman Burak Akdikmen abgegeben.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Laut Bundesanzeiger kam es dann dennoch zur Insolvenz: &amp;#039;&amp;#039;145&amp;amp;nbsp;IN&amp;amp;nbsp;126/04: Über das Vermögen der im Handelsregister des Amtsgerichts Wuppertal unter HRB&amp;amp;nbsp;9680 eingetragenen REGENERATIO PHARMA Aktiengesellschaft, Kleine Klotzbahn&amp;amp;nbsp;23, 42105&amp;amp;nbsp;Wuppertal, vertreten durch den Vorstand Osman Burak Akdikmen, Hainstraße&amp;amp;nbsp;155, 42109&amp;amp;nbsp;Wuppertal, Geschäftszweig: Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Arzneimitteln, wurde am 1.&amp;amp;nbsp;April 2004, 8:45&amp;amp;nbsp;Uhr, das Insolvenzverfahren eröffnet&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.boocompany.com/index.cfm/content/story/id/12307/ und http://www.ebundesanzeiger.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch bevor die Ergebnisse aus den Untersuchungen ab dem Jahr 2000 vorlagen, wurde das Produkt bereits 1998/1999 von der Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG als &amp;#039;&amp;#039;ATU Red-Creme&amp;#039;&amp;#039; vermarktet, für 37,90&amp;amp;nbsp;DM für eine 50-ml-Dose. Das Mittel wurde damals im Rahmen eines &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;innovativen Therapiekonzepts mit Regividerm&amp;amp;reg;&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; als ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Kosmetikangebot für alle Hauttypen, besonders zur unterstützenden Pflege bei Neurodermitis und Psoriasis mit B&amp;amp;nbsp;12&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; angeboten. 1999 war auf der Webseite der Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG auch zu lesen: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die Verwendung von Vitamin&amp;amp;nbsp;B12 in der Kosmetik, speziell zur unterstützenden Pflege von Neurodermitis und Psoriasis, ist erstmals von der Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG genau untersucht worden. Die positiven Effekte sind durch unsere Ergebnisse belegt und weltweit patentgeschützt.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Bereits in den 1950er Jahren durchgeführte Versuche mit B12 bei Hauterkrankungen&amp;lt;ref&amp;gt;Experience with vitamin B12 in the treatment of dermatoses, particularly of seborroic origin. Med Klin (Munich). 1954 Aug 13;49(33):1293-4.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden anscheinend nicht berücksichtigt. Zusammen mit der &amp;#039;&amp;#039;ATU Red-Creme&amp;#039;&amp;#039; wurde versucht, andere Mittel wie eine &amp;#039;&amp;#039;ATU-Energy-Creme&amp;#039;&amp;#039; (&amp;quot;mit juvenilisierendem Vitamin&amp;amp;nbsp;E&amp;quot;) zu vermarkten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://web.archive.org/web/19991012124727/http://regividerm.de/ und http://web.archive.org/web/20000604165121/regividerm.de/body_bestell.html&amp;lt;/ref&amp;gt; In der ARD-Sendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039; wurde dies falsch dargestellt: Auf Nachfrage von Moderator Plasberg, was denn den &amp;quot;Spinner in der Garage&amp;quot; von Klingelhöller unterscheide, antwortete Martens sinngemäß, Klingelhöller habe erst klinisch geprüft und dann versucht, zu vermarkten. Er widerspricht damit seinem eigenen Bericht und den im Internet leicht recherchierbaren Fakten zur Geschichte von Regividerm. Aus Martens eigenem Bericht geht hervor, dass die Kleinstudien erst nach 1999 begonnen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mittel wurde 1994 zum Patent angemeldet (allerdings wurden bislang keine Patente erteilt) und Klingelhöller hat die Rezeptur &amp;amp;ndash; nach dem Martens-Bericht &amp;amp;ndash; schon ab 1994 mehreren Firmen angeboten. Zu Vertragsabschlüssen kam es jedoch nicht. Nach Aussage des Schweizer Immunologen Beda Stadler sollen dem Erfinder von der Pharmaindustrie 15&amp;amp;nbsp;Millionen Euro für das Patent geboten worden sein. Das Angebot sei aber abgelehnt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://hpd.de/node/8050&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ärztezeitung sprach in diesem Zusammenhang sogar von einem möglichen &amp;quot;dreistelligen Millionenbetrag&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/571661/geld-zaehlte-verantwortung.html?sh=7&amp;amp;h=2086331490&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Patentinhaber verbreitete hingegen: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Wir haben uns deshalb gegen alle Widerstände entschlossen, Regividerm&amp;amp;reg; Salbe selbst zu produzieren und hoffen, damit schon bald den Betroffenen der großen Zivilisationskrankheiten Neurodermitis und Psoriasis (Schuppenflechte) wirksam und nebenwirkungsarm helfen zu können!&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
===Veröffentlichte Untersuchungen===&lt;br /&gt;
Die Studienlage ist denkbar schlecht, um Regividerm als ein Wundermittel promoten zu können, was selbst der Hersteller zugibt: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Wir haben jedoch kleine Versuche durchgeführt, die alle zum gewünschten Resultat geführt haben&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;, so Mavena-Geschäftsführer Hans-Joachim Zeisel. Regividerm habe laut Zeisel sowieso &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;keine Nebenwirkungen und könne im Gegensatz zu chemischen Neurodermitis-Medikamenten mit Cortison auch längere Zeit angewendet werden&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Suche in medizinischen Datenbanken stößt man auf zwei Studien zu Regividerm, beide vom Hersteller finanziert (&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Acknowledgement: This investigation was supported by Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG, Wuppertal, Germany&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Stücker M; Memmel U; Hoffmann M; Hartung J; Altmeyer P (2001): Vitamin B12 Cream Containing Avocado Oil in the Therapy of Plaque Psoriasis. Dermatology 203(2):141-147 ([http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/extra/studien_20091021/studie_der_uni_bochum_2001.pdf Gratis-Volltext-Version beim WDR])&amp;lt;/ref&amp;gt; und beide auf dem geringen Level&amp;amp;nbsp;IVa der Validitätskriterien einzuordnen. Laut Patentinhaber seien weitere Studien nicht geplant. Nach Ansicht der Deutschen Apotheker Zeitung reichen die beiden auswertbaren Studien keinesfalls aus, um die Rezeptur als Arzneimittel zuzulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2009/10/22/heilung-unerwuenscht-alles-zufall-oder-nur-profitgier.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der beiden Untersuchungen erschien 2001 in der Zeitschrift Dermatology. Daran hatten gerade einmal 13&amp;amp;nbsp;Patienten mit chronischer Plaquepsoriasis teilgenommen, von denen aber nur&amp;amp;nbsp;11 berücksichtigt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Stücker M; Memmel U; Hoffmann M; Hartung J; Altmeyer P (2001): Vitamin B12 Cream Containing Avocado Oil in the Therapy of Plaque Psoriasis. Dermatology 203(2):141-147 ([http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/extra/studien_20091021/studie_der_uni_bochum_2001.pdf Gratis-Volltext-Version beim WDR])&amp;lt;/ref&amp;gt; Es handelte sich um eine randomisierte Studie, in der im intraindividuellen Rechts-Links-Vergleich an den Armen die rosafarbene Vitamin-B12-Avocadoöl-Salbe gegen eine weiße Calcipotriol-Salbe über zwölf Wochen getestet worden ist. Das Ergebnis: Die Calcipotriol-Salbe war nach vier Wochen am wirksamsten, dann ließ die Wirkung aber nach. Nach 12&amp;amp;nbsp;Wochen war kein Unterschied zwischen beiden Mitteln mehr nachweisbar. Der dabei eingesetzte PASI-Score wurde durch die Salbe nicht besser als unter der kon­ven­tio­nellen The­rapie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere Studie wurde 2004 im British Journal of Dermatology publiziert. An der randomisierten und placebokontrollierten, aber unverblindeten Untersuchung nahmen 49&amp;amp;nbsp;Neurodermitis-Patienten teil.&amp;lt;ref&amp;gt;Stücker M; Pieck C; Stoerb C; Niedner R; Hartung J; Altmeyer P (2004): Topical vitamin B12 – a new therapeutic approach in atopic dermatitis-evaluation of efficacy and tolerability in a randomized placebo-controlled multicentre clinical trial. Br J Dermatol 150, 977-983&amp;lt;/ref&amp;gt; Über einen Zeitraum von 8&amp;amp;nbsp;Wochen trug jeder Patient morgens und abends auf eine Armseite die Placebo-Salbe, auf die andere die Vitamin-B12-haltige Salbe auf. Die Patienten bewerteten die Vitamin-B12-Salbe besser. Der Erfolg wurde mit dem vom untersuchenden Arzt erhobenen &amp;#039;&amp;#039;modified Six Area Six Sign Atopic Dermatitis score&amp;#039;&amp;#039; (SASSADS) gemessen und nicht an objektiveren Kriterien wie Cortisonverbrauch oder Anzahl der Arztbesuche. Der SASSADS gilt als ein Score, der vom Untersucher beeinflussbar ist: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;As with many other tested atopic eczema sco­ring indices, the SASSAD index is sub­ject to signi­fi­cant interobserver varia­tion, reflec­ting the dif­fi­cul­ties in reli­ably asses­sing eczema seve­rity objectively.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Charman CR; Venn AJ; Williams HC (2002): Reliability testing of the Six Area, Six Sign Atopic Dermatitis severity score. Br J Dermatol 146(6), 1057-1060&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Fazit der Studie: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;At the con­clu­sion of the study, the inves­ti­gator and pati­ents awarded mostly a &amp;#039;good&amp;#039; or &amp;#039;very good&amp;#039; rating to the active drug (58% and 59%, respec­tively) and a &amp;#039;mode­rate&amp;#039; or &amp;#039;poor&amp;#039; rating to the pla­cebo (89% and 87%, respectively).&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine eingehende Analyse der Studien ist im [http://www.scienceblogs.de/weitergen/2009/10/regividerm-die-studien-zur-wirksamkeit.php Blog von Tobias Maier] zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erstautor beider Studien, der Dermatologe Markus Stücker von der Ruhr-Universität Bochum, sieht, wie auf den Online-Seiten der Süddeutschen Zeitung zu lesen ist, weiteren Forschungsbedarf. Man habe auch mitnichten &amp;quot;ein Zaubermittel&amp;quot;, er sehe das &amp;quot;verhalten&amp;quot; und &amp;quot;die Sicherheit [sei] noch nicht da&amp;quot;, man habe bislang viele Medikamente gesehen, die das nicht halten konnten, was sie versprochen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.sueddeutsche.de/wissen/479/491842/text/&amp;lt;/ref&amp;gt; Stücker stellte auch Theorien um eine angebliche Unterdrückung des Mittels in Frage, die die Fernsehdokumentation der ARD suggeriert hatte: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Ich würde daraus keinen Betrug am Patienten konstruieren.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Ein weiterer Autor der Studie, der Dermatologe Peter Altmeyer an der Uni Bochum, äußerte sich im Spiegel zur damaligen Untersuchung. Demnach habe man vor neun Jahren &amp;quot;rosa Hühnerkacke&amp;quot; auf die Haut von 13&amp;amp;nbsp;Probanden geschmiert. &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Es war eine äußerst simple Studie. Ein einfacher Seitenvergleich, ein Arm mit Salbe, einer ohne. Mehr nicht&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. Altmeyer sieht seine Ergebnisse aktuell missbraucht: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Das Ganze ist nichts als Werbemache&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Der Spiegel, Ausgabe 44/2009, Seite 105&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jörg Prinz, Dermatologe und Experte für Schuppenflechte an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, warnt davor, die Zahlen aus den Studien überzubewerten. &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die Studie zeigt möglicherweise eine Tendenz, die auf die Wirksamkeit des Mittels hindeutet [...] Aber gerade bei Hautkrankheiten haben viele Präparate auch eine psychische Wirkung. Es ist schwer, diese Faktoren auseinanderzuhalten.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Prinz äußerte sich auch zum möglichen Wirkprinzip des Cyanocobalamins: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Wir wissen, dass Cyanocobalamin Stickoxid-Moleküle neutralisieren kann [...] und Stickoxid spielt bei Entzündungsreaktionen, wie sie bei Schuppenflechte auftreten, eine große Rolle. [...] Das Stickoxid, das durch das Vitamin&amp;amp;nbsp;B12 unschädlich gemacht wird, ist aber eine Folge der Entzündung, nicht deren Ursache&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. Eine Aussage, die eine &amp;quot;heilende Wirkung&amp;quot; von Regividerm in Frage stellt. Auch der Hamburger Dermatologe Kristian Reich kritisiert die mangelnde Datenlage: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die Datenlage reicht nicht aus, um die Wirksamkeit und die Sicherheit des Produkts zu beurteilen.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.abendblatt.de/ratgeber/gesundheit/article1241569/Wirbel-um-die-neue-Neurodermitis-Salbe.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Untersuchung zum Thema B12&amp;amp;nbsp;Salbe Regividerm vom August 2009 erschien in einer fragwürdigen Publikation (The Journal of Alternative and Complementary Medicine). Der hier berichtende amerikanische Behandler Januchowski ist als D.&amp;amp;nbsp;O., also ein [[Osteopathie|&amp;#039;&amp;#039;Doctor of Osteopathy&amp;#039;&amp;#039;]] ausgewiesen (eine US-amerikanische Spezialität, ein Studium mit verminderten Ansprüchen) und hatte lediglich 21&amp;amp;nbsp;Kinder behandelt. Im Film wird er  als &amp;quot;Hautarzt&amp;quot; benannt (31:50) und auch im Untertitel als &amp;quot;Hautarzt&amp;quot; (32:02) bezeichnet. Im Verzeichnis der Klinik, in der er angestellt ist, wird er jedoch als Leiter der &amp;quot;Family medicine&amp;quot; geführt, etwas, das der deutschen &amp;quot;Allgemeinmedizin&amp;quot; entspricht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Angebliche Untersuchungen des Erfinders===&lt;br /&gt;
In der ersten Patenanmeldung zu Regividerm&amp;lt;ref&amp;gt;DE 4319629 A1: Verwendung von Corrinoiden zur topischen Anwendung bei Hauterkrankungen. Anmeldetag: 15.&amp;amp;nbsp;Juni 1993. Offenlegungstag: 22.&amp;amp;nbsp;Dezember 1994. Anmelder: Klingelhöller, Karsten, 42275&amp;amp;nbsp;Wuppertal. Erfinder: gleich Anmelder&amp;lt;/ref&amp;gt; wird beleglos behauptet, dass bei jeweils 10&amp;amp;nbsp;Patienten mit Psoriasis und Neurodermitis ein 10&amp;amp;nbsp;cm&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; großes erkranktes Hautareal nach 30&amp;amp;nbsp;Behandlungstagen auf 0&amp;amp;nbsp;cm&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; reduziert war. In einer weiteren Offenlegungsschrift&amp;lt;ref&amp;gt;DE 10130846 A1: Verwendung von Corrinoiden zur Anwendung bei Hauterkrankungen. Anmeldetag: 26.&amp;amp;nbsp;Juni 2001. Offenlegungstag: 26.&amp;amp;nbsp;Januar 2003. Anmelder: Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG. Erfinder: Klingelhöller, Karsten, 42275&amp;amp;nbsp;Wuppertal&amp;lt;/ref&amp;gt; wird von vier Versuchen berichtet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Wirkung der Prophylaxe bei neurodermitischer Disposition der Eltern.&amp;#039;&amp;#039; Bei 10&amp;amp;nbsp;gesunden Kleinkindern im Alter bis zu 1&amp;amp;nbsp;Jahr, von denen zumindest ein Elternteil an Neurodermitis litt, sei 3&amp;amp;nbsp;Monate lang 3-mal täglich die Salbe &amp;quot;auf die gesamte Hautoberfläche&amp;quot; aufgetragen worden. Es habe sich danach über einen Beobachtungszeitraum von einem halben Jahr bei keinem der Kinder eine &amp;quot;neurodermitische Hautveränderung&amp;quot; gezeigt.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Wirkung der Prophylaxe bei Sonnenallergie.&amp;#039;&amp;#039; 20&amp;amp;nbsp;Personen mit Sonnenallergie hätten sich über einen Zeitraum von 1&amp;amp;nbsp;bis 2&amp;amp;nbsp;Monaten vor Sonnenexposition mit der Salbe eingecremt, wonach bei 19&amp;amp;nbsp;Personen lediglich eine &amp;quot;normale Bräunung&amp;quot; ohne negative Hautreaktionen festgestellt wurde.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Wirkung bei Schäden nach ionisierender Strahlung.&amp;#039;&amp;#039; Bei 5&amp;amp;nbsp;von 7&amp;amp;nbsp;Personen, die einer Strahlendosis von &amp;quot;40-60&amp;amp;nbsp;Gy&amp;quot; ausgesetzt gewesen sein sollen (das ist eine sehr hohe Dosis), sei nach 14&amp;amp;nbsp;Tagen bei viermal täglicher Anwendung der Salbe eine &amp;quot;vollständige Remission&amp;quot; einer Strahlendermatitis erreicht worden.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;Wirkung bei Verbrennungen.&amp;#039;&amp;#039; Bei 25&amp;amp;nbsp;Patienten mit Verbrennungen 2.&amp;amp;nbsp;Grades seien durchschnittlich 7&amp;amp;nbsp;Behandlungstage mit der Salbe bis zur &amp;quot;kompletten Abheilung&amp;quot; vergangen, bei einer Verbrennung 3.&amp;amp;nbsp;Grades 5&amp;amp;nbsp;Wochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesen Ergebnissen sei ersichtlich, dass die Salbe &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;sowohl im prophylaktischen Bereich als auch auf dem Gebiet der Hautregeneration eine deutliche Wirkung besitzt&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. Falls diese &amp;quot;Untersuchungen&amp;quot; nicht nur Fantasieprodukte Klingelhöllers sind, wären sie nicht nur inhaltlich, sondern teilweise auch ethisch zweifelhaft, vor allem das Experiment Nr.&amp;amp;nbsp;1 an Kleinkindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nebenwirkungen===&lt;br /&gt;
[[image:FFH.jpg|Werbung bei FFH mit Interviews|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Laut ARD-Dokumentarfilm und Aussagen im Fernsehen habe Regividerm keine Nebenwirkungen. Dies verbreitete auch Roland Kaske, Pressesprecher des Herstellers Mavena Health Care&amp;amp;nbsp;AG im FFH-Radio. Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Medikament&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; habe &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;keinerlei Nebenwirkungen&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; und sei &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;zur Langzeittherapie geeignet&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ffh.de/downloads/kaske_new.mp3&amp;lt;/ref&amp;gt; Offensichtlich machte der Inhaber der PR-Firma Dr.&amp;amp;nbsp;Kaske diese Aussagen in Unkenntnis der rechtlichen Voraussetzungen für Medizinprodukte der Klasse&amp;amp;nbsp;II, die eine Langzeitanwendung nicht zulassen. Des Weiteren stellen derartige Aussagen einen Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb&amp;amp;nbsp;(UWG) und das Heilmittelwerbegesetz&amp;amp;nbsp;(HWG) dar. Buch- und Filmtitel &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht?&amp;#039;&amp;#039; suggerieren zudem, dass dem Mittel eine heilende (also ursächlich wirksame) Wirkung zukommt, eine Aussage, die von Experten zurückgewiesen wurde. Auf der Webseite des Herstellers sind jedoch mögliche Nebenwirkungen von Regividerm aufgelistet. Dort ist zu lesen: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;[...] können auch unter der Behandlung mit Regividerm&amp;amp;reg; Salbe sporadisch Hautreizungen (Rötungen, Juckreiz) auftreten. [...] Bei Fortbestehen der Hautreizungen wird eine Unterbrechung der Behandlung empfohlen, weil in seltenen Fällen eine Allergie auf den wirksamen Bestandteil (Vitamin&amp;amp;nbsp;B12) oder einen anderen Inhaltsstoff von Regividerm&amp;amp;reg; Salbe (z.B. Avocadoöl) vorliegen kann.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.regividerm.de/fragen-und-antworten/&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Beipackzettel weist zudem auf eine &amp;quot;Vermeidung von Sonnenbestrahlung&amp;quot; hin, da B12 UV-empfindlich ist: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Bitte ergreifen Sie geeignete Sonnenschutzmaßnahmen. Halten Sie sich möglichst nur kurz in der Sonne auf, benutzen Sie Sonnenschutzprodukte und bedecken Sie die Haut mit entsprechender Kleidung.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinweise auf häufige Nebenwirkungen zeigen sich in der erwähnten Studie zur Behandlung atopischer Dermatitis im British Journal of Dermatology aus dem Jahr 2004. Demnach hatten 3&amp;amp;nbsp;von 48&amp;amp;nbsp;Patienten die Behandlung abgebrochen, weil die Dermatitis sich unter der Therapie verschlimmerte, zwei wegen &amp;quot;burning, itching and swelling&amp;quot; bzw. &amp;quot;redness and swelling&amp;quot;. Bei 23&amp;amp;nbsp;Probanden, welche die Studie zu Ende geführt haben, kam es zu &amp;quot;itching, burning and redness&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vermarktungsstrategie==&lt;br /&gt;
[[image:Regividerm1.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:martens_buch.jpg|left|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Regividerm2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Martens-bestsellerliste.jpg|Amazon-Bestseller: Platz&amp;amp;nbsp;3|left|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Regividerm wurde mit einer wirksamen und zeitlich optimalen Dreifachstrategie vermarktet, die auf zwei Erwähnungen im ARD-Fernsehen (19./21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009. Talkshow &amp;#039;&amp;#039;Sind wir Versuchskaninchen der Pharmaindustrie?&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Sendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039;, Talkshow mit dem Titel: &amp;quot;Sind wir Versuchskaninchen der Pharmaindustrie?&amp;quot;, ARD 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; einem unkritisch-werbeähnlichen Dokumentarfilm, der in der ARD zur Prime-time gezeigt wurde (&amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht – Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Dokumentarfilm &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht – Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern&amp;#039;&amp;#039;, gesendet in der ARD am 19.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 um 21:00&amp;amp;nbsp;Uhr. Geplante weitere Aussendungen waren: Phoenix am 23.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 um 22:00&amp;amp;nbsp;Uhr und am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 um 10:00&amp;amp;nbsp;Uhr, 1Extra am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 um 17:00&amp;amp;nbsp;Uhr und am 4.&amp;amp;nbsp;November 2009 um 20:15&amp;amp;nbsp;Uhr eine Ein­stun­den­ver­sion des Films, WDR Fernsehen am 30.&amp;amp;nbsp;November 2009 um 22:00&amp;amp;nbsp;Uhr&amp;lt;/ref&amp;gt;, und einem gleichzeitig veröffentlichten Buch basierte, in dem das Medizinprodukt fälschlich als &amp;#039;&amp;#039;Medikament&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet wird. Zeitgerecht zur Markteinführung im November 2009 wurde die Zielgruppe der etwa 5&amp;amp;nbsp;bis 8&amp;amp;nbsp;Millionen von Neurodermitis und Schuppenflechte Betroffenen auf diese Weise von dem angeblich neuen Mittel informiert und ihr das Buch des Filmautors und Medizinlaien Klaus Martens (laut WDR beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit Wirtschaftsthemen) präsentiert. Das Buch erreichte in der Folge vorderste Plätze auf der Amazon-Bestsellerliste (Platz&amp;amp;nbsp;2) und lag zeitweise noch vor Nobelpreisträgerin Herta Müller.&amp;lt;ref&amp;gt;http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/488768&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[image:KlausMartens.jpg|Autor Klaus Martens|140px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:roland_kaske.jpg|Mavena-Pressesprecher Roland Kaske|140px|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Schweizer Tagesanzeiger berichtet über den Zeitpunkt des Erwerbs der Vertriebsrechte durch Hersteller Mavena: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Mavena erwarb erst im September die Vertriebsrechte, wie Klaus Sippel, Verwaltungsratspräsident der Muttergesellschaft Salt of Life International, auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnetz sagt&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Tagesanzeiger vom 22.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 [http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Ein-Wundermittel-loest-einen-Streit-aus/story/13145754]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch einem Bericht von Spiegel Online zufolge waren sich die Mavena AG und die Regeneratio Pharma GmbH bereits im September handelseinig.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657070,00.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Nur drei Tage nach der ersten ARD-Sendung zu Regividerm präsentierte der Hersteller die fertige Verpackung des Mittels und am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 teilte er mit, es seien die ersten 27.660&amp;amp;nbsp;Tuben à&amp;amp;nbsp;100&amp;amp;nbsp;g produziert und verpackt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.regividerm.de/produktion-der-ersten-charge/ Aufruf am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; Der angeblich ein Jahr lang recherchierende Autor Martens äußerte sich nach der Fernsehsendung auf einer Webseite des WDR in einer Weise, wonach diese Pläne auch für ihn neu waren: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Der Eigentümer der Patentrechte versucht jetzt, mit Hilfe eines Geschäftspartners, den er bereits gefunden hat, die B12-Creme unter der Bezeichnung &amp;quot;Regividerm&amp;quot; in eigener Regie auf den Markt zu bringen.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Thematisierung von Regividerm in der Sendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039; vom 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 erfolgte auf Wunsch des Moderators Plasberg, ein weiteres Mal konnte Autor Klaus Martens Gratiswerbung für sein Buch machen. Eine gleichermaßen effektive Aufklärung über alternative Mittel oder physikalische Therapien oder andere Maßnahmen bei den genannten Erkrankungen unterblieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Untermalt waren Film und Talkshow von anrührenden Bildern und einer an die Gefühle appellierenden Wortwahl. So sagte der WDR-Moderator Frank Plasberg in der Sendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039; vom 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Besonders bedrückend ist es, wenn man sieht, wie sehr kleine Menschen unter Neurodermitis leiden&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; und stellte einen kleinen Neurodermitis-Patienten namens Bastian in den Dienst einer Schleichwerbung für ein gerade auf den Markt geworfenes Mittel, dessen Wirksamkeit bei der genannten Erkrankung nicht zweifelsfrei erwiesen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[image:Regividerm7.png|Verweis der Regeneratio Pharma GmbH auf die PR-Firma Dr.&amp;amp;nbsp;Kaske|400px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
Passend zu den ARD-Werbesendungen bietet eine Agentur &amp;#039;&amp;#039;just in time&amp;#039;&amp;#039; neben einem Interviewtermin mit dem Geschäftsführer von Mavena die ARD-Sendung auf CD an. PR-Unterlagen zur neuen Salbe können ebenso geordert werden wie ein Muster der Salbe. Laut Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft&amp;amp;nbsp;e.V. soll die PR-Agentur &amp;#039;&amp;#039;Dr.&amp;amp;nbsp;Kaske&amp;#039;&amp;#039; den Verein eine Woche vor Aussendung des ARD-Dokumentarfilms auf die Sendung aufmerksam gemacht haben und kostenlose DVDs angeboten haben.&amp;lt;ref&amp;gt;http://faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog/archive/2009/10/22/aufklaerung-unerwuenscht-frank-plasberg-und-das-wundermittel-gegen-neurodermitis.aspx&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach EsoWatch vorliegenden Informationen wurden auch der Deutsche Neurodermitis Bund&amp;amp;nbsp;e.V.&amp;amp;nbsp;(DNB) sowie der Deutsche Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V. und dessen Regionalgruppen von der Werbegentur Dr.&amp;amp;nbsp;Kaske im Vorfeld auf die Sendung hingewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Agentur Dr.&amp;amp;nbsp;Kaske ist im Auftrag der Regeneratio Pharma GmbH tätig.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.regividerm.de/kontakt/ Aufruf am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Inhaber Roland Kaske tritt gleichzeitig als Pressesprecher des Regividerm-Herstellers Mavena Health Care&amp;amp;nbsp;AG auf. Die Agentur bewirbt ihre Fähigkeiten auf ihrer Webseite so: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Durch professionelle PR schaffen wir für Ihr Produkt einen Mehrwert, der mit konventioneller Werbung allein nicht zu erreichen ist. Unsere Kunden sind erfolgreich in der Gesundheitsbranche, der pharmazeutischen Industrie und im Tourismus tätig. Traditionelle Werbung ist problembehaftet. Einerseits mangelt es ihr an Glaubwürdigkeit, andererseits ist es schwierig, eine große Zielgruppe kosteneffizient zu erreichen. Deshalb ist gute Öffentlichkeitsarbeit nötig, um diese Schwachstellen auszugleichen und die Werbewirkung Ihrer Firma zu verbessern.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Roland Kaske tritt verschiedentlich als Befürworter von umstrittenen [[alternativmedizin]]ischen Verfahren und Produkten in Erscheinung, insbesondere der sog. [[Entgiftung]].&amp;lt;ref&amp;gt;R. Kaske: Schadstoff-Ausleitung. [[CoMed|Co&amp;#039;med]] 9/2002&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.wellness-gesund.info/Artikel/9467.html Artikel vom 24.&amp;amp;nbsp;Juli 2009 (typischer Dr.-Kaske-Artikel zu Entgiftung und Chlorella)&amp;lt;/ref&amp;gt; 2002 verschickte er Spam-E-Mails mit Werbung für ein [[Chlorella]]-Präparat namens &amp;#039;&amp;#039;bio-reu-rella&amp;#039;&amp;#039;. Ein Buch des [[Heilpraktiker]]s [[Uwe Karstädt]] über dessen medizinisch fragwürdige Vorstellungen wurde von Kaske lobend besprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.naturheilpraxis.de/DB-BOOK/a_0801b11.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein im Fim vorgestellter angeblicher Hautarzt&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Kroll wird in der Phönix-Langfassung des Dokumentarfilms zweimal als Hautarzt bezeichnet, einmal 22:49:50 (&amp;quot;Hautarzt Dr.&amp;amp;nbsp;Kroll ist einer der wenigen, der seine Patienten mit ein paar Proben der B12-Creme behandeln konnte. Seitdem hofft auch er, dass es endlich auf den Markt kommt.&amp;quot;) und 22:50:55 (&amp;quot;Dem Patienten ist die Creme ausgegangen. Die kleine Menge, die ihm sein Hautarzt geben konnte, reichte gerade für fünf Tage.&amp;quot;)&amp;lt;/ref&amp;gt; namens Michael Kroll ist in Wirklichkeit ein Allgemeinmediziner aus Kleve, der eine Firma namens KLIFO-MED GmbH (vormals Dr.&amp;amp;nbsp;Dr. Kroll GmbH) betreibt. Die KLIFO-MED bietet laut Auskunft ihrer (derzeit aus unbekannten Gründen nicht sichtbaren) Webseite Dienstleistungen für pharmazeutische Unternehmen &amp;#039;&amp;#039;zur Erlangung der Zulassung für pharmazeutische Präparate&amp;#039;&amp;#039; (Zitat) an. Arzt und Chemiker Kroll ist auch Auditor der Firma WIESO CERT, Zertifizierungsstelle für die Zertifizierung von Qualitätsmanagementsystemen speziell im Gesundheitswesen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.wieso-cert.de/wieso_cert.php&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Dokumentarfilm telefoniert Hausarzt Kroll mit einem Josef Karl Merges, der ihm eine &amp;#039;&amp;#039;Apothekenlösung&amp;#039;&amp;#039; zur Beschaffung der Regividerm-Salbe verspricht.&amp;lt;ref&amp;gt;Dr. Kroll: &amp;quot;Herr Merges, ich ruf da mal an wegen der ... Salbe. Haben Sie da noch einige Muster zur Verfügung?&amp;quot;&amp;lt;br&amp;gt;Dr. Merges: Ich könnte mir vorstellen, dass wir für Sie, wie in der Vergangenheit, eine Apothekenlösung schaffen. Da müsste ich aber erst einmal mit dem Rohstoffhändler und dem Apotheker telefonieren, in welchem Zeitraum der etwas für Sie und Ihre Patienten herstellen kann.&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; Da im Film gleichzeitig der andere Gesprächspartner Merges beim gleichen Telefonat gezeigt wird, muss es sich hier um eine gestellte Szene handeln. Merkwürdigerweise ist die Szene nur in der Langfassung, aber nicht in der gekürzten Fassung zu sehen. Die inszenierte Filmszene widerlegt die Kernthese des Films, dass nämlich Patienten keinen Zugang zu dem Mittel hätten. Kroll und Merges kennen sich, man schrieb ein gemeinsames Buch über [[Entschlackung|Entgiftung]]&amp;lt;ref&amp;gt;M Kroll, J K Merges, J Aoulad-Ali. Schwermetalle und Schwermetallausleitung. Verlag: MTW Gesundheit, 2004&amp;lt;/ref&amp;gt; und arbeitet in einer gemeinsamen GmbH, der MIT in Kleve. Die MIT bietet Dienstleistungen an wie &amp;#039;&amp;#039;Pharm.-tox. und Klin. Gutachten, Zulassungswesen, Qualitätsmanagement und Selbstinspektionen nach PharmBetrV&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zeitlicher Ablauf der Regividerm-Entwicklung und Vermarktung==&lt;br /&gt;
#1950er Jahre: In den USA wird an B12-haltigen Mitteln zur Behandlung von Hautkrankheiten geforscht&lt;br /&gt;
#Ende der 1980er Jahre: Karsten Klingelhöller wendet experimentell eine B12/Avocadoöl-Creme bei einer Freundin an&lt;br /&gt;
#1993: Klingelhöller-Patent&lt;br /&gt;
#1999: Die Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG vermarktet eine &amp;#039;&amp;#039;ATU Red-Creme&amp;#039;&amp;#039;, die B12 und Avocadoöl enthält&lt;br /&gt;
#2001: Studie in der Zeitschrift Dermatology über Anwendung bei 11&amp;amp;nbsp;Patienten&lt;br /&gt;
#2004: Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG wird insolvent&lt;br /&gt;
#2004: Gründung der neuen Regeneratio Pharma GmbH&lt;br /&gt;
#2004: Studie im British Journal of Dermatology&lt;br /&gt;
#2008: Der Bundesverband Neurodermitiserkrankter bietet an, nach einer erfolgreichen pharmazeutischen Testung nach Patienten zu suchen, das Angebot bleibt ungehört&lt;br /&gt;
#28.&amp;amp;nbsp;August 2009: Zertifizierung der Salbe&lt;br /&gt;
#September 2009: Mavena erwirbt Vertriebsrechte&lt;br /&gt;
#Freitag, 16.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Die PR-Agentur Dr.&amp;amp;nbsp;Kaske beginnt mit der Bewerbung des WDR-Dokumentationsfilms über E-Mail-Rundschreiben. Weitere Rundschreiben in den Folgetagen&lt;br /&gt;
#Montag, 19.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Aussendung des Dokumentarfilms &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
#Montag 19.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Das Buch von Klaus Martens beginnt den Anstieg auf der Amazon-Bestsellerliste&lt;br /&gt;
#Mittwoch 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Fernsehsendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039;. Moderator Plasberg lädt Martens zur Show ein, erste spontane Zweifel an der Regividerm-Story durch Gast Beda Stadler&lt;br /&gt;
#Donnerstag 22.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Zeitungsberichte über hohe Anfragen nach Regividerm in Apotheken&lt;br /&gt;
#Donnerstag 22.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Hersteller Mavena präsentiert Regividerm-Verpackung&lt;br /&gt;
#Freitag 23.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Mavena teilt mit, dass die ersten 27.660&amp;amp;nbsp;Tuben à&amp;amp;nbsp;100&amp;amp;nbsp;g produziert und verpackt worden seien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der WDR-Film &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht&amp;#039;&amp;#039;==&lt;br /&gt;
[[image:wdrf1.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:ionescu2.jpg|Gruia Ionescu mit Regividerm|150px|thumb]]&lt;br /&gt;
In dem am 19.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 ausgestrahlten Film &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht&amp;#039;&amp;#039; aus der WDR-Reihe &amp;#039;&amp;#039;story&amp;#039;&amp;#039; wurde dem Zuschauer suggeriert, dass das Regividerm-Mittel nicht nur &amp;quot;allen Patienten&amp;quot; mit Neurodermitis und Psoriasis helfe, sondern auch, dass es klinisch geprüft und nebenwirkungsfrei sei. Weiterhin wurde der Eindruck erweckt, dass das Mittel nur deshalb angeblich nicht käuflich zu erwerben sei, weil verschiedene pharmazeutische Unternehmen es trotz seiner &amp;quot;erprobten Wirksamkeit&amp;quot; nicht produzieren wollten, da es teureren Eigenprodukten Marktanteile streitig machen würde. Es wurde suggeriert, dass diese Firmen den leidenden Patienten das angeblich &amp;quot;nebenwirkungsfreie&amp;quot; Mittel vorenthielten, um ihre eigenen Mittel weiterhin absetzen zu können, die im Film als nebenwirkungsreich bei gleichzeitiger unzureichender Wirksamkeit dargestellt wurden. Dazu wurden in suggestiver Weise Erlebnisberichte von Betroffenen eingespielt, die den Zuschauer von Wirksamkeit und Nebenwirkungsfreiheit überzeugen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Eigenanspruch meinen die &amp;#039;&amp;#039;story&amp;#039;&amp;#039;-Macher über sich und ihre Sendereihe: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;die story ist ein journalistisches und ein filmisches Produkt. Sie setzt auf gute Recherche, einen klaren Erzählstil und berührende Themen. Gerade bei jüngeren Zuschauern sind es die lebensnahen, bildstarken Geschichten, die höhere Akzeptanz finden.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des WDR-Dokumentarfilmes wurden in der &amp;#039;&amp;#039;Spezialklinik Neukirchen&amp;#039;&amp;#039; im bayerischen Neukirchen beim Heiligen Blut im Bayerischen Wald gefilmt. In dieser Klinik werden u.a. Neurodermitis und Schuppenflechte ohne Kortison &amp;quot;ganzheitlich&amp;quot; behandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spezialklinik-neukirchen.de/index-ori.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Leiter der Einrichtung ist der promovierte Biologe und rumänische Spätaussiedler John Gruia Ionescu, der auch einen Professorentitel einer inzwischen geschlossenen amerikanischen [[title-mill|Titelmühle]] namens &amp;#039;&amp;#039;Capital University of Integrative Medicine&amp;#039;&amp;#039; in Washington,&amp;amp;nbsp;D.C.&amp;amp;nbsp;(CUIM) führt und dort als Dozent und &amp;#039;&amp;#039;Professor for Clinical Biochemistry and Oxidology&amp;#039;&amp;#039; angegeben ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Professor for Clinical Biochemistry and Oxidology at the Capital University of Integrative Medicine, Washington,&amp;amp;nbsp;D.C. (USA). Prof. Ionescu is also member of the Editorial Board of the Journal of the Capital University of Integrative Medicine. http://www.antiageingconference.com/index.html?pg=speakers&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur obskuren &amp;#039;&amp;#039;oxidology&amp;#039;&amp;#039; ([[Oxidologie]]) findet sich selbst in der englisch-sprachigen Wikipedia kein Eintrag. Die CUIM war 1995 von Robert (Bob) Bradford gegründet worden, auf den der [[alternativmedizin]]ische [[Bradfordtest]] zurückgeht. Die Einrichtung bot diverse Doktortitel an.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.quackwatch.org/04ConsumerEducation/Nonrecorg/cfcm.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Ionescu hatte sich 1986 mit einer angeblich revolutionären Methode zur Heilung von Hautkrankheiten im Wallfahrtsort Neukirchen niedergelassen. Er erwarb unter günstigen Umständen zwei Kliniken und verband beide Klinikbetriebe mit einem Pharmaunternehmen. Die Staatsanwaltschaft Regensburg ermittelte zwei Jahre lang wegen mutmaßlicher Kunstfehler, Betrugs bei der Abrechnung von Klinikleistungen und irreführender Werbung. Am Ende wurde ein Arzt wegen unerlaubter Titelführung und Körperverletzung verurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.focus.de/politik/deutschland/gesundheitsreform-reibach-mit-krankenhaeusern_aid_143606.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rezeption der Regividerm-Vermarktung==&lt;br /&gt;
===Hohe Nachfrage===&lt;br /&gt;
Die Folge des Medienrummels war ein Andrang in Apotheken auf der Suche nach dem vermeintlichen Wundermittel&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.derwesten.de/nachrichten/2009/10/21/news-137845373/detail.html&amp;lt;/ref&amp;gt; und ab der ARD-Berichterstattung meldete ein B12-Hersteller, die Firma Caesar &amp;amp; Loretz in Hilden bei Düsseldorf, dass er mit Lieferungen für Vitamin&amp;amp;nbsp;B12 nicht mehr nachkommen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kritik===&lt;br /&gt;
[[image:ABDA.jpg|ABDA-Warnung im ARD-Videotext am 24.10.2009|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Die Regividerm-Vermarktungsstrategie stieß auf Kritik. Siegfried Throm, Geschäftsführer des Verbands forschender Pharmaunternehmen, sprach in der Sendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039; vom 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 von einem &amp;quot;genialen Marketing-Coup&amp;quot;. Beda Stadler, Direktor des Instituts für Immunologie an der Universität Bern, äußerte sich spontan in der Sendung mit den Worten &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Ein bisschen Avocadoöl mit etwas Vitaminen drin kann diese schweren Krankheiten nicht kurieren. Das ist Betrug. Neurodermitis und Schuppenflechte können nicht geheilt werden&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. Den Doku-Film über die Entstehungsgeschichte verurteilt er: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Wenn man anfängt, auf diese Art Wundermittel zu promovieren, spielt man mit den Hoffnungen der Patienten.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Eine angebliche Wirkung ohne Nebenwirkungen bezeichnete er als &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;verlässliches Warnsignal, wenn jemand versucht, andere Menschen über den Tisch zu ziehen.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://hpd.de/node/8050&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 meldete sich auch Thomas Schwennesen, der erste Vorsitzender des Deutschen Neurodermitis Bundes, mit einer Pressemeldung &amp;#039;&amp;#039;Wirbel um Regividerm&amp;#039;&amp;#039; zum Thema. In der Stellungnahme sprach Schwennesen im Zusammenhang mit der ARD von einer &amp;quot;völlig kritiklosen PR-Aktionen&amp;quot;, und &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Es ist eine Schande und blanker Zynismus, dass die PR-Einführung eines normalen Hautpflege-Produktes sich der Pharmaschelte als Aufhänger für eigene Geschäfte bedient [...] Beide Erkrankungen haben verschiedene medizinische Therapieansätze sind aber nicht heilbar. Die dargestellte Produktmischung soll nun das alles auch noch ohne Nebenwirkungen schaffen. Pharmakologisch ist die Äußerung unhaltbar, dass ein Produkt wirkt ohne jegliche Nebenwirkung. Die ARD hat mit diesem Beitrag den etwa fünf Millionen Neurodermitikern einen Bärendienst erwiesen und sich selbst journalistisch ins Abseits gestellt.&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Deutscher Neurodermitis Bund&amp;amp;nbsp;e.V., Thomas Schwennesen, 1.&amp;amp;nbsp;Vorsitzender, Baumkamp&amp;amp;nbsp;18, 22299&amp;amp;nbsp;Hamburg. www.neurodermitis-bund.de. Veröffentlicht von pressrelations: [http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?r=387661&amp;amp;aktion=jour_pm&amp;amp;quelle=1&amp;amp;utm_source=eurasier1]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Deutscher Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V. (Geschäftsführer Hans-Detlev Kunz) äußerte sich kritisch zu Regividerm. In der Stellungnahme &amp;#039;&amp;#039;Falsche Hoffnungen bei Schuppenflechtekranken geweckt – gebotene Sorgfall verletzt?&amp;#039;&amp;#039; fordert der Deutsche Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V. einen Nachweis der Wirksamkeit der Salbe und kritisiert die &amp;amp;ndash; Zitat &amp;amp;ndash; &amp;quot;Verschwörungstheorie&amp;quot;, dass die Pharmaindustrie die Produktion eines so einfachen und preisgünstigen Arzneimittels verhindere, um ihre eigenen teuren Medikamente in den Markt zu drücken. Thomas Rosenbach, Sprecher des Wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Psoriasis Bundes&amp;amp;nbsp;e.V., wurde deutlicher: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Dieser ARD-Bericht ist barer Unsinn [...] Die Psoriasis ist wissenschaftlich unbestritten eine multigenetische chronische System-Erkrankung. Nach dem derzeitig weltweit verfügbaren medizinischen Wissen ist eine Psoriasis nicht heilbar. Es gibt auch keinen medizinischen Goldstandard zur äußerlichen Kortison-Behandlung einer Psoriasis, wie der Autor behauptet.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Nach Ansicht des Deutscher Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V. habe die ARD &amp;quot;gegen den Pressekodex verstoßen&amp;quot; und der Film habe den &amp;quot;Anschein redaktioneller Werbung&amp;quot; gegeben. &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Es drängt sich der Verdacht auf, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen zu Marketingzwecken missbraucht wurde, da mit der Berichterstattung zeitnah ein Buch des Autors zum Thema erscheint und das Kosmetikum Anfang November in den deutschen Markt eingeführt wird. (Verstoß gegen Pressekodex Ziffer&amp;amp;nbsp;7 - Trennung von Werbung und Redaktion). Der Deutsche Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V. erwartet von der ARD auf Basis der Regeln der „Guten Klinischen Praxis“ (Good Clinical Practice, GCP) den validen Nachweis der versprochenen lindernden oder gar heilenden Wirkung und der Sicherheit der Substanzenkombination.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Stellungnahme Deutscher Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V., Hamburg, 22.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.psoriasis-bund.de/ARD-Beitrag___Heilung_une.827.0.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bundesvereinigung der deutschen Apothekerverbände&amp;amp;nbsp;(ABDA) äußerte sich ebenfalls zu Regividerm in einer Pressemeldung vom 23.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 &amp;#039;&amp;#039;Regividerm&amp;amp;reg;-Creme: Apotheker warnen vor Euphorie&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.presseportal.de/pm/7002/1498837/abda_bundesvgg_dt_apothekerverbaende&amp;lt;/ref&amp;gt; Anlass waren zahlreiche Anfragen in Apotheken nach dem Mittel. Zitiert wird Harmut Morck, Chefredakteur der &amp;#039;&amp;#039;Pharmazeutischen Zeitung&amp;#039;&amp;#039;: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Bei diesem Präparat sind noch viele Fragen offen. Bislang sind nur wenige Daten veröffentlicht, es besteht weiterer Forschungsbedarf [...] Wer die Creme ausprobiert, sollte dies nicht ohne Rücksprache mit einem Experten tun. Patienten sollten ihre bestehende Arzneimitteltherapie nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt ändern.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Nach ABDA-Angaben habe auch &amp;#039;&amp;#039;Neue Rezeptur Formularium (NRF)&amp;#039;&amp;#039; für Apotheker aktuell einen Rezepturhinweis &amp;quot;Cyanocobalamin zur Anwendung auf der Haut&amp;quot; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland&amp;amp;nbsp;e.V., ein Zusammenschluss von Selbsthilfegruppen, zeigte sich ungehalten über die Vorgehensweise des Filmautors Klaus Martens. Dieser hatte den Verband 2008 anscheinend um eine Bereitstellung von Probanden zum Testen von Regividerm gebeten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Aus-aller-Welt/Artikel,-Neurodermitis-Regividerm-Streit-_arid,1948099_regid,2_puid,2_pageid,4293.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Verband nahm wie folgt Stellung: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Offenbar war niemand von der neuen &amp;quot;Wundersalbe&amp;quot; informiert, was verwundert, denn nur wir hatten wenigstens vom Autor der Sendung, dem WDR-Redakteur Klaus Martens, vor gut einem Jahr einen Hinweis auf eine neue Salbe, welche die Pharmazie nicht ins Programm nehmen wollte. Wir boten damals an, die Salbe zunächst bei einem autorisierten Labor auf eventuelle pharmakologische Wirkstoffe prüfen zu lassen, um dann, bis zu 100&amp;amp;nbsp;Probanden für die Testung der Salbe zu suchen und zu finden. Herr Martens meldete sich aber nicht mehr.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.neurodermitis.net/index.html Aufruf am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reaktionen des WDR und der Autoren auf die Kritik===&lt;br /&gt;
Fünf Tage nach der Aussendung des WDR-Dokumentarfilms berichtet Spiegel-Online, dass &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039;-Moderator Frank Plasberg &amp;quot;handwerkliche Fehler im Ablauf der Sendung&amp;quot; eingestanden habe, als er den Filmautor Marens in die Sendung zur bevorstehenden Impfung gegen A/H1N1 (Schweinegrippe) aus unbekannten Gründen einlud. Zitat: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Wir hätten den Auftritt von Martens besser einbetten müssen. Jetzt sah es so aus, als wäre er wie Kai aus der Kiste gesprungen.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Filmautor Klaus Martens fühlte sich Tage nach der Sendung seines Beitrages ausgenutzt: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Ich ärgere mich wirklich sehr darüber, dass nun alles so wirkt, als sei ich Steigbügelhalter für die Markteinführung&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. Das zeitliche Zusammentreffen der Markteinführung von Regividerm und der Fernsehsendungen erklärte Martens als Zufall, da der Film schon längere Zeit fertiggestellt war und auf einen Sendeplatz wartete.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657070,00.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der WDR bietet zeitweilig die Möglichkeit an, Kommentare zur Sendung in einer Art Gästebuch zu hinterlassen. Der Medizin-Blog &amp;#039;&amp;#039;Stationäre Aufnahme&amp;#039;&amp;#039; berichtet darüber, dass sich dort am 23.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 &amp;quot;Erstaunliches&amp;quot; ereignet habe: Jubelkommentare zum Dokumentarfilm waren dort zahlreich zu sehen, kritische Beiträge verschwanden indes nach wenigen Minuten, wie Screenshots zeigen, die im Blog präsentiert werden. Als dies im Blog diskutiert wurde, verschwanden kurzerhand sämtliche Kommentare um nach Stunden wieder aufzutauchen. Wie aus den Screenshots zu ersehen ist, handelte es sich um sachbezogene Kritik, die argumentativ vorgebracht wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;http://gesundheit.blogger.de/stories/1514274/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Patentanmeldungen zu Regividerm==&lt;br /&gt;
*DE 10130846 A1: Verwendung von Corrinoiden zur Anwendung bei Hauterkrankungen. Anmeldetag: 26.&amp;amp;nbsp;Juni 2001. Anmelder: Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG. Erfinder: Klingelhöller, Karsten, 42275&amp;amp;nbsp;Wuppertal&lt;br /&gt;
*DE 4319629 A1: Verwendung von Corrinoiden zur topischen Anwendung bei Hauterkrankungen. Anmeldetag: 15.&amp;amp;nbsp;Juni 1993. Anmelder: Klingelhöller, Karsten, 42275&amp;amp;nbsp;Wuppertal. Erfinder: gleich Anmelder&lt;br /&gt;
*EP 1401454 A0: VERWENDUNG VON CORRINOIDEN ZUR ANWENDUNG BEI HAUTERKRANKUNGEN (USE OF CORRINOIDS IN THE TREATMENT OF SKIN DISEASES). Anmeldetag: 26.&amp;amp;nbsp;Juni 2002. Anmelder: Regeneratio Pharma GmbH, Franzstrasse&amp;amp;nbsp;1a, 42857&amp;amp;nbsp;Remscheid. Erfinder: KLINGELHÖLLER, Karsten, 42275&amp;amp;nbsp;Wuppertal, DE. Auch veröffentlicht als WO&amp;amp;nbsp;03002104, ZA&amp;amp;nbsp;200309976, US&amp;amp;nbsp;2004171578 und US&amp;amp;nbsp;2006094686&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2009/10/22/heilung-unerwuenscht-alles-zufall-oder-nur-profitgier.html&lt;br /&gt;
*http://forum.oekotest.de/cgi-bin/YaBB.pl?num=1255978539/all&lt;br /&gt;
*http://gesundheit.blogger.de/stories/1511299/&lt;br /&gt;
*http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/488768&lt;br /&gt;
*http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?r=387661&amp;amp;aktion=jour_pm&amp;amp;quelle=1&amp;amp;utm_source=eurasier1&lt;br /&gt;
*http://www.principien.de/2009/10/21/die-supersalbe-regividerm/&lt;br /&gt;
*http://www.pharmazeutische-zeitung.de/fileadmin/nrf/PDF/1-Cyanocobalamin_Haut.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/Neurodermitis;art1117,2930321&lt;br /&gt;
*http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Politik/Artikel,-neurodermitis-creme-streit221009-_arid,1945804_regid,2_puid,2_pageid,4290.html&lt;br /&gt;
*http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/571661/geld-zaehlte-verantwortung.html?sh=7&amp;amp;h=2086331490&lt;br /&gt;
*http://www.psoriasis-netz.de/themen/produkte-aktuell/regividerm.html&lt;br /&gt;
*http://www.20min.ch/finance/news/story/Neurodermitis-Heilung-unerwuenscht--PR-schon--23095014&lt;br /&gt;
*http://hpd.de/node/8050&lt;br /&gt;
*http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657070,00.html&lt;br /&gt;
*http://www.pharmazeutische-zeitung.de/fileadmin/nrf/PDF/1-Cyanocobalamin_Haut.pdf&lt;br /&gt;
*http://brightsblog.wordpress.com/2009/10/23/the-great-pink-bullshit/&lt;br /&gt;
*http://brightsblog.wordpress.com/2009/10/25/ein-offener-brief-an-klaus-martens-und-frank-plasberg&lt;br /&gt;
*http://blog.psiram.com/index.php?itemid=311&lt;br /&gt;
*http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2009/10/22/heilung-unerwuenscht-alles-zufall-oder-nur-profitgier.html&lt;br /&gt;
*http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=10449;gartnr=90;bernr=06;co=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Medizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hema</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Regividerm&amp;diff=31667</id>
		<title>Regividerm</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Regividerm&amp;diff=31667"/>
		<updated>2009-10-25T18:20:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hema: /* Die Erfindung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Regividerm.jpg|Bildquelle: Mavena Health Care&amp;amp;nbsp;AG (mavena.com)|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Regividerm&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist der Handelsname eines Vitamin&amp;amp;nbsp;B12 (Cyanocobalamin) und Avocadoöl enthaltenden und nicht-apothekenpflichtigen Medizinproduktes der Klasse&amp;amp;nbsp;IIa gegen atopische Dermatitis (Neurodermitis) und Psoriasis (Schuppenflechte), das im Oktober 2009 für Schlagzeilen sorgte und Thema von Fernsehbeiträgen im öffentlich-rechtlichen TV-Programm ARD war. Für Medizinprodukte ungewöhnlich wurde zu dem Wundermittel Regividerm am 19.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 ein pseudokritischer Dokumentarfilm des WDR in der ARD gesendet, der dem Zuschauer den Eindruck vermittelte, das Medizinprodukt würde von [[Verschwörungstheorie|einflussreichen Pharmaunternehmen unterdrückt]] und sei gleichzeitig wirksamer als vergleichbare, herkömmliche Mittel und habe keine Nebenwirkungen. Der Autor des Films, Klaus Martens, ist gleichzeitig Autor eines Buches zum Thema (vom WDR als &amp;#039;&amp;#039;Buch zur Sendung&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet), das im Zusammenhang mit den Fernsehsendungen an prominenter Stelle in der ARD vorgestellt wurde und zeitweilig als Folge des Medienrummels auf der Amazon-Bestsellerliste auf Platz&amp;amp;nbsp;2 vorrückte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regividerm wird von dem Schweizer Pharmaunternehmen Mavena Health Care&amp;amp;nbsp;AG&amp;lt;ref&amp;gt;Mavena Health Care&amp;amp;nbsp;AG, Haselstrasse&amp;amp;nbsp;1, 5401&amp;amp;nbsp;Baden, Schweiz&amp;lt;/ref&amp;gt; hergestellt und vermarktet. 100&amp;amp;nbsp;Gramm der Creme kosten 28,85&amp;amp;nbsp;Euro.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Regividerm==&lt;br /&gt;
[[image:regividerm3.jpg|350px|thumb]]&lt;br /&gt;
Regividerm ist der Handelsname eines Medizinproduktes der Klasse&amp;amp;nbsp;IIa&amp;lt;ref&amp;gt;Regividerm&amp;amp;nbsp;B12 Salbe, PZN&amp;amp;nbsp;5523487, Lauer-Taxe&amp;lt;/ref&amp;gt; aus B12 und Avocadoöl. Eine Apothekenpflicht besteht nicht, es könnte in jedem Supermarkt angeboten werden. Im Gegensatz zu einem Arzneimittel braucht ein Medizinprodukt keinen Wirksamkeitsnachweis.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.mig.tu-berlin.de/fileadmin/a38331600/2008.lectures/Berlin_2008.08.25_rb_MDS-Medizinprodukte.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Wolfgang Becker-Brüser, Geschäftsführer der Arzneimittelinformation GmbH, die das &amp;#039;&amp;#039;Arznei-Telegramm&amp;#039;&amp;#039; herausgibt, wies in einem Gespräch mit dem WDR darauf hin, dass die Creme nicht als Arzneimittel zugelassen sei, sondern nur eine Zertifizierung als Medizinprodukt habe: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Eine Zertifizierung sagt nichts über den Nutzen aus, während eine Zulassung als Arzneimittel einen Hinweis auf den Nutzen gibt&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. Regividerm wurde demnach nicht zugelassen, sondern lediglich für Deutschland und die Schweiz registriert (Klasse&amp;amp;nbsp;IIa: mäßiger Invasivitätsgrad, kurzzeitige Anwendung am Körper). Die erforderlichen klinischen Tests für ein Medizinprodukt der Klasse&amp;amp;nbsp;II sind minimal und mit denen für ein Arzneimittel nicht zu vergleichen. Ein Medizinprodukt der Klasse&amp;amp;nbsp;II ist auch nicht für den längeren Gebrauch bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zertifizierung der Salbe erfolgte laut Spiegel bereits am 28.&amp;amp;nbsp;August 2009,&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657070-2,00.html&amp;lt;/ref&amp;gt; also lange vor den Fernsehaussendungen des 19.&amp;amp;nbsp;und 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die laut Anbieter genaue Zusammensetzung (Stand Herbst 2009) der Original Regividerm&amp;amp;reg; Vitamin&amp;amp;nbsp;B12 Salbe ist:&lt;br /&gt;
*0,07&amp;amp;nbsp;Gramm Vit­amin&amp;amp;nbsp;B12 (Cyanocobalamin)&lt;br /&gt;
*46&amp;amp;nbsp;Gramm Avo­kadoöl&lt;br /&gt;
*45,42&amp;amp;nbsp;Gramm Wasser&lt;br /&gt;
*8&amp;amp;nbsp;Gramm TEGO&amp;amp;reg; Care&amp;amp;nbsp;PS&lt;br /&gt;
*0,26&amp;amp;nbsp;Gramm Kaliumsorbat&lt;br /&gt;
*0,25&amp;amp;nbsp;Gramm Zitronensäure&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Regividerm&amp;amp;reg; Vit­amin&amp;amp;nbsp;B12 Salbe ist zugelassen für die Behandlung von Neurodermitis für Kinder ab dem ersten Lebensjahr und von Psoriasis (Schuppenflechte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Nebenwirkungen===&lt;br /&gt;
[[image:FFH.jpg|Werbung bei FFH mit Interviews|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Laut ARD-Dokumentarfilm und Aussagen im Fernsehen habe Regividerm keine Nebenwirkungen. Dies verbreitete auch Roland Kaske, Pressesprecher des Herstellers Mavena Health Care AG im FFH-Radio. Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Medikament&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; habe &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;keinerlei Nebenwirkungen&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; und sei &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;zur Langzeittherapie geeignet&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ffh.de/downloads/kaske_new.mp3&amp;lt;/ref&amp;gt; Offensichtlich machte der Inhaber der PR-Firma Dr. Kaske diese Aussagen in Unkenntnis der rechtlichen Vorraussetzungen für Medizinprodukte der Klasse II, die eine Langzeitanwendung nicht zulassen. Des weiteren stellen derartige Aussagen einen Verstoss gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb und das Heilmittelwerbegesetz dar. Der Buchtitel und Filmtitel &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht?&amp;#039;&amp;#039; suggeriert zudem, dass dem Mittel eine heilende (also ursächlich wirksame) Wirkung zukommt, eine Aussage, die von Experten zurückgewiesen wurde. Auf der Webseite des Herstellers sind jedoch mögliche Nebenwirkungen von Regividerm aufgelistet. Dort ist zu lesen: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;[...] können auch unter der Behandlung mit Regividerm® Salbe sporadisch Hautreizungen (Rötungen, Juckreiz) auftreten. [...] Bei Fortbestehen der Hautreizungen wird eine Unterbrechung der Behandlung empfohlen, weil in seltenen Fällen eine Allergie auf den wirksamen Bestandteil (Vitamin&amp;amp;nbsp;B12) oder einen anderen Inhaltsstoff von Regividerm® Salbe (z.B. Avocadoöl) vorliegen kann.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.regividerm.de/fragen-und-antworten/&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Beipackzettel weist zudem auf eine &amp;quot;Vermeidung von Sonnenbestrahlung&amp;quot; hin, da B12 UV-empfindlich ist: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Bitte ergreifen Sie geeignete Sonnenschutzmaßnahmen. Halten Sie sich möglichst nur kurz in der Sonne auf, benutzen Sie Sonnenschutzprodukte und bedecken Sie die Haut mit entsprechender Kleidung&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
Die Studienlage ist denkbar schlecht, um Regividerm als ein Wundermittel promoten zu können, was selbst der Hersteller zugibt: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Wir haben jedoch kleine Versuche durchgeführt, die alle zum gewünschten Resultat geführt haben&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;, so Mavena-Geschäftsführer Hans-Joachim Zeisel. Regividerm habe laut Zeisel sowieso &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;keine Nebenwirkungen und könne im Gegensatz zu chemischen Neurodermitis-Medikamenten mit Cortison auch längere Zeit angewendet werden&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Suche in medizinischen Datenbanken stößt man auf zwei Studien zu Regividerm, beide vom Hersteller finanziert (&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Acknowledgement: This investigation was supported by Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG, Wuppertal, Germany&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref name=&amp;quot;stu2001&amp;quot;&amp;gt;Stücker M; Memmel U; Hoffmann M; Hartung J; Altmeyer P (2001): Vitamin B12 Cream Containing Avocado Oil in the Therapy of Plaque Psoriasis. Dermatology 203(2):141-147 ([http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/extra/studien_20091021/studie_der_uni_bochum_2001.pdf Gratis-Volltext-Version beim WDR])&amp;lt;/ref&amp;gt; und beide auf dem geringen Level&amp;amp;nbsp;IVa der Validitätskriterien einzuordnen. Laut Patentinhaber seien weitere Studien nicht geplant. Nach Ansicht der Deutschen Apotheker Zeitung reichen die beiden auswertbaren Studien keinesfalls aus, um die Rezeptur als Arzneimittel zuzulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2009/10/22/heilung-unerwuenscht-alles-zufall-oder-nur-profitgier.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der beiden Untersuchungen erschien 2001 in der Zeitschrift Dermatology. Daran hatten gerade einmal 13&amp;amp;nbsp;Patienten mit chronischer Plaquepsoriasis teilgenommen, von denen aber nur&amp;amp;nbsp;11 berücksichtigt wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;stu2001&amp;quot;/&amp;gt; Es handelte sich um eine randomisierte Studie, in der im intraindividuellen Rechts-Links-Vergleich an den Armen die rosafarbene Vitamin-B12-Avocadoöl-Salbe gegen eine weiße Calcipotriol-Salbe über zwölf Wochen getestet worden ist. Das Ergebnis: Die Calcipotriol-Salbe war nach vier Wochen am wirksamsten, dann ließ die Wirkung aber nach. Nach 12&amp;amp;nbsp;Wochen war kein Unterschied zwischen beiden Mitteln mehr nachweisbar. Der dabei eingesetzte PASI-Score wurde durch die Salbe nicht besser als unter der kon­ven­tio­nellen The­rapie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andere Studie wurde im British Journal of Dermatology publiziert. An der randomisierten und placebokontrollierten, aber unverblindeten Untersuchung nahmen 49&amp;amp;nbsp;Neurodermitis-Patienten teil.&amp;lt;ref&amp;gt;Stücker M; Pieck C; Stoerb C; Niedner R; Hartung J; Altmeyer P (2004): Topical vitamin B12 – a new therapeutic approach in atopic dermatitis-evaluation of efficacy and tolerability in a randomized placebo-controlled multicentre clinical trial. Br J Dermatol 150, 977-983&amp;lt;/ref&amp;gt; Über einen Zeitraum von 8&amp;amp;nbsp;Wochen trug jeder Patient morgens und abends auf eine Armseite die Placebo-Salbe, auf die andere die Vitamin-B12-haltige Salbe auf. Die Patienten bewerteten die Vitamin-B12-Salbe besser. Der Erfolg wurde mit dem vom untersuchenden Arzt erhobenen &amp;#039;&amp;#039;modified Six Area Six Sign Atopic Dermatitis score&amp;#039;&amp;#039; (SASSADS) gemessen und nicht an objektiveren Kriterien wie Cortisonverbrauch oder Anzahl der Arztbesuche. Der SASSADS gilt als ein Score, der vom Untersucher beeinflussbar ist: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;As with many other tested atopic eczema sco­ring indices, the SASSAD index is sub­ject to signi­fi­cant interobserver varia­tion, reflec­ting the dif­fi­cul­ties in reli­ably asses­sing eczema seve­rity objectively.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Charman CR; Venn AJ; Williams HC (2002): Reliability testing of the Six Area, Six Sign Atopic Dermatitis severity score. Br J Dermatol 146(6), 1057-1060&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Fazit der Studie: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;At the con­clu­sion of the study, the inves­ti­gator and pati­ents awarded mostly a &amp;#039;good&amp;#039; or &amp;#039;very good&amp;#039; rating to the active drug (58% and 59%, respec­tively) and a &amp;#039;mode­rate&amp;#039; or &amp;#039;poor&amp;#039; rating to the pla­cebo (89% and 87%, respectively).&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erstautor beider Studien, der Dermatologe Markus Stücker von der Ruhr-Universität Bochum, sieht, wie auf den Online-Seiten der Süddeutschen Zeitung zu lesen ist, weiteren Forschungsbedarf. Man habe auch mitnichten &amp;quot;ein Zaubermittel&amp;quot;, er sehe das &amp;quot;verhalten&amp;quot; und &amp;quot;die Sicherheit [sei] noch nicht da&amp;quot;, man habe bislang viele Medikamente gesehen, die das nicht halten konnten, was sie versprochen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.sueddeutsche.de/wissen/479/491842/text/&amp;lt;/ref&amp;gt; Stücker stellte auch Theorien um eine angebliche Unterdrückung des Mittels in Frage, die die Fernsehdokumentation der ARD suggeriert hatte: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Ich würde daraus keinen Betrug am Patienten konstruieren.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jörg Prinz, Dermatologe und Experte für Schuppenflechte an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, warnt davor, die Zahlen aus den Studien überzubewerten. &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die Studie zeigt möglicherweise eine Tendenz, die auf die Wirksamkeit des Mittels hindeutet [...] Aber gerade bei Hautkrankheiten haben viele Präparate auch eine psychische Wirkung. Es ist schwer, diese Faktoren auseinanderzuhalten.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Prinz äußerte sich auch zum möglichen Wirkprinzip des Cyanocobalamin: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Wir wissen, dass Cyanocobalamin Stickoxid-Moleküle neutralisieren kann [...] und Stickoxid spielt bei Entzündungsreaktionen, wie sie bei Schuppenflechte auftreten, eine große Rolle. [...] Das Stickoxid, das durch das Vitamin&amp;amp;nbsp;B12 unschädlich gemacht wird, ist aber eine Folge der Entzündung, nicht deren Ursache&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. Eine Aussage die eine &amp;quot;heilende Wirkung&amp;quot; von Regividerm in Frage stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Hamburger Dermatologe Kristian Reich kritisiert die mangelnde Datenlage: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die Datenlage reicht nicht aus, um die Wirksamkeit und die Sicherheit des Produkts zu beurteilen.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.abendblatt.de/ratgeber/gesundheit/article1241569/Wirbel-um-die-neue-Neurodermitis-Salbe.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Untersuchung zum Thema B12&amp;amp;nbsp;Salbe Regividerm vom August 2009 erschien in einer fragwürdigen Publikation (The Journal of Alternative and Complementary Medicine). Der hier berichtende amerikanische Behandler Januchowski ist als D.&amp;amp;nbsp;O., also ein [[Osteopathie|&amp;#039;&amp;#039;Doctor of Osteopathy&amp;#039;&amp;#039;]] ausgewiesen (eine US-amerikanische Spezialität, ein Studium mit verminderten Ansprüchen) und hatte lediglich 21&amp;amp;nbsp;Kinder behandelt. Daneben wird in der ersten Patenanmeldung zu Regividerm&amp;lt;ref&amp;gt;DE 4319629 A1: Verwendung von Corrinoiden zur topischen Anwendung bei Hauterkrankungen. Anmeldetag: 15.&amp;amp;nbsp;Juni 1993. Anmelder: Klingelhöller, Karsten, 42275&amp;amp;nbsp;Wuppertal. Erfinder: gleich Anmelder&amp;lt;/ref&amp;gt; beleglos behauptet, dass bei jeweils 10 Patienten mit Psoriasis und Neurodermitis ein 10&amp;amp;nbsp;cm&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; großes erkranktes Hautareal nach 30 Behandlungstagen auf 0&amp;amp;nbsp;cm&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; reduziert war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Erfindung==&lt;br /&gt;
[[image:klingelhoeller.jpg|Karsten Klingelhöller&amp;lt;ref&amp;gt;Bild: WDR-Dokumentation &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht&amp;#039;&amp;#039; 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Regividerm4.jpg|Webseite von 1999|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Regividerm5.jpg|Webseite von 1999|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Als Erfinder von Regividerm gilt der damalige Medizinstudent Karsten Klingelhöller, der später sein Studium abbrach. Er und der befreundete Chemiestudent Thomas Hein rührten in einer Wuppertaler Wohnung Ende der 1980er Jahre eine Salbe mit Vitamin&amp;amp;nbsp;B12 zusammen und probierten sie an der Freundin des Studenten, Kerstin Suborg, aus. Die Haut sei durch die rosa Creme sofort besser geworden, Nebenwirkungen habe sie keine gespürt, erinnert sie sich laut Buchautor Martens. Die beiden Studenten überredeten den Bochumer Dermatologie-Professor Peter Altmeyer, das Mittel in einer Studie zu testen. Klingelhöller hat die Creme weltweit zum Patent angemeldet. Das Wirtschaftprüfunternehmen Price Waterhouse Cooper soll den Wert der einfachen Rezeptur auf 936&amp;amp;nbsp;Millionen Dollar geschätzt haben. Eigentümer der Patente ist mittlerweile die Regeneratio Pharma GmbH in Remscheid, Nachfolgerin der 2004 insolvent gegangenen Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG. Nach Angaben der Regeneratio sollen &amp;quot;fast 10&amp;amp;nbsp;Mio.&amp;amp;nbsp;DM Forschungs- und Entwicklungsgelder investiert&amp;quot; worden sein, als es mit Investoren zur Gründung der Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG kam. Zitat: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Bis vor kurzem führte der Firmengründer Herr Klingelhöller die Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG selbst [...] Mittlerweile hat Herr Klingelhöller die Position des Vorstandes an den international erfahrenen Manager Herrn Osman Burak Akdikmen abgegeben.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Laut Bundesanzeiger kam es dann dennoch zur Insolvenz: &amp;#039;&amp;#039;145&amp;amp;nbsp;IN&amp;amp;nbsp;126/04: Über das Vermögen der im Handelsregister des Amtsgerichts Wuppertal unter HRB&amp;amp;nbsp;9680 eingetragenen REGENERATIO PHARMA Aktiengesellschaft, Kleine Klotzbahn&amp;amp;nbsp;23, 42105&amp;amp;nbsp;Wuppertal, vertreten durch den Vorstand Osman Burak Akdikmen, Hainstraße&amp;amp;nbsp;155, 42109&amp;amp;nbsp;Wuppertal, Geschäftszweig: Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Arzneimitteln, wurde am 1.&amp;amp;nbsp;April 2004, 8:45&amp;amp;nbsp;Uhr, das Insolvenzverfahren eröffnet&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.boocompany.com/index.cfm/content/story/id/12307/ und http://www.ebundesanzeiger.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch bevor die Ergebnisse aus den Untersuchungen ab dem Jahr 2000 vorlagen, wurde das Produkt bereits 1998/1999 von der Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG als &amp;#039;&amp;#039;ATU Red-Creme&amp;#039;&amp;#039; vermarktet, für 37,90&amp;amp;nbsp;DM für eine 50-ml-Dose. Das Mittel wurde damals im Rahmen eines &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;innovativen Therapiekonzepts mit Regividerm&amp;amp;reg;&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; als ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Kosmetikangebot für alle Hauttypen, besonders zur unterstützenden Pflege bei Neurodermitis und Psoriasis mit B&amp;amp;nbsp;12&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; angeboten. 1999 war auf der Webseite der Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG auch zu lesen: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die Verwendung von Vitamin&amp;amp;nbsp;B12 in der Kosmetik, speziell zur unterstützenden Pflege von Neurodermitis und Psoriasis, ist erstmals von der Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG genau untersucht worden. Die positiven Effekte sind durch unsere Ergebnisse belegt und weltweit patentgeschützt.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Dabei wurde ignoriert, dass bereits in den 1950er Jahren Versuche mit B12 bei Hauterkrankungen&amp;lt;ref&amp;gt;Experience with vitamin B12 in the treatment of dermatoses, particularly of seborroic origin. Med Klin (Munich). 1954 Aug 13;49(33):1293-4.&amp;lt;/ref&amp;gt; durchgeführt wurden. Zusammen mit der &amp;#039;&amp;#039;ATU Red-Creme&amp;#039;&amp;#039; wurde versucht, andere Mittel wie eine &amp;#039;&amp;#039;ATU-Energy-Creme&amp;#039;&amp;#039; (&amp;quot;mit juvenilisierendem Vitamin&amp;amp;nbsp;E&amp;quot;) zu vermarkten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://web.archive.org/web/19991012124727/http://regividerm.de/ und http://web.archive.org/web/20000604165121/regividerm.de/body_bestell.html&amp;lt;/ref&amp;gt;  Klingelhöller ist also keineswegs als Erfinder eines einzigen Wundermittels anzusehen. In der ARD-Sendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039; wurde dies völlig anders dargestellt: Auf Nachfrage von Moderator Plasberg, was denn den &amp;quot;Spinner in der Garage&amp;quot; von Klingelhöller unterscheide, antwortete Martens sinngemäß, Klingelhöller habe &amp;quot;erst klinisch geprüft und dann versucht, zu vermarkten&amp;quot;. Er widerspricht damit seinem eigenen Bericht und den im Internet in Minuten recherchierbaren Fakten zur Geschichte von Regividerm. Aus Martens eigenem Bericht geht hervor, dass die Kleinstudien erst nach 1999 begonnen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mittel wurde 1994 zum Patent angemeldet (allerdings wurden bislang keine Patente erteilt) und Klingelhöller hat die Rezeptur - nach dem Martens-Bericht - schon ab 1994 mehreren Firmen angeboten. Zu Vertragsabschlüssen kam es nicht, die Großproduktion kam vor 2009 nicht in Fahrt. Nach Aussage des Schweizer Immunologen Beda Stadler sollen dem Erfinder von der Pharmaindustrie 15&amp;amp;nbsp;Millionen Euro für das Patent geboten worden seien. Das Angebot sei aber dankend abgelehnt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://hpd.de/node/8050&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ärztezeitung sprach in diesem Zusammenhang sogar von einem möglichen &amp;quot;dreistelligen Millionenbetrag&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/571661/geld-zaehlte-verantwortung.html?sh=7&amp;amp;h=2086331490&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Patentinhaber verbreitete hingegen: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Wir haben uns deshalb gegen alle Widerstände entschlossen, Regividerm&amp;amp;reg; Salbe selbst zu produzieren und hoffen, damit schon bald den Betroffenen der großen Zivilisationskrankheiten Neurodermitis und Psoriasis (Schuppenflechte) wirksam und nebenwirkungsarm helfen zu können!&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vermarktungsstrategie==&lt;br /&gt;
[[image:Regividerm1.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:martens_buch.jpg|left|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Regividerm2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Martens-bestsellerliste.jpg|Amazon-Bestseller: Platz&amp;amp;nbsp;3|left|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Regividerm wurde mit einer wirksamen und zeitlich optimalen Dreifachstrategie vermarktet, die auf zwei Erwähnungen im ARD-Fernsehen (19./21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009. Talkshow &amp;#039;&amp;#039;Sind wir Versuchskaninchen der Pharmaindustrie?&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Sendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039;, Talkshow mit dem Titel: &amp;quot;Sind wir Versuchskaninchen der Pharmaindustrie?&amp;quot;, ARD 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; einem unkritisch-werbeähnlichen Dokumentarfilm, der in der ARD zur Prime-time gezeigt wurde (&amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht – Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Dokumentarfilm &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht – Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern&amp;#039;&amp;#039;, gesendet in der ARD am 19.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 um 21:00&amp;amp;nbsp;Uhr. Geplante weitere Aussendungen bei Phoenix am 23.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 um 22:00&amp;amp;nbsp;Uhr und am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 um 10:00&amp;amp;nbsp;Uhr und 1Extra am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 um 17:00&amp;amp;nbsp;Uhr und am 4.&amp;amp;nbsp;November 2009 um 20:15&amp;amp;nbsp;Uhr eine Ein­stun­den­ver­sion des Films. Der Film wird am 30.&amp;amp;nbsp;November 2009 um 22:00&amp;amp;nbsp;Uhr im WDR Fernsehen in der Reihe &amp;quot;die story&amp;quot; wiederholt.&amp;lt;/ref&amp;gt;, und einem gleichzeitig veröffentlichten Buch basierte, in dem das Medizinprodukt fälschlich als &amp;#039;&amp;#039;Medikament&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet wird. Punktgenau zur Markteinführung im November 2009 wurde die öffentlich-rechtlich informierte Zielgruppe der etwa 5&amp;amp;nbsp;bis 8&amp;amp;nbsp;Millionen von Neurodermitis und Schuppenflechte Betroffenen von dem angeblich neuen Mittel umsonst vorab informiert und diesem das Buch des Filmautors und Medizinlaien Klaus Martens (laut WDR beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit Wirtschaftsthemen) zum Thema an prominenter Stelle im Fernsehen und Internet präsentiert. Das Martens-Werk erklomm in der Folge Platz&amp;amp;nbsp;2 in der Amazon-Bestseller-Hitparade und landete noch vor Nobelpreisträgerin Herta Müller (&amp;lt;ref&amp;gt;http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/488768&amp;lt;/ref&amp;gt; siehe auch Bild links, als das Buch allerdings noch auf Platz&amp;amp;nbsp;3 war).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[image:KlausMartens.jpg|Autor Klaus Martens|thumb]][[image:roland_kaske.jpg|Mavena-Pressesprecher R. Kaske|120px|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Schweizer Tagesanzeiger berichtet über den Zeitpunkt des Erwerbs der Vertriebsrechte durch Hersteller Mavena: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Mavena erwarb erst im September die Vertriebsrechte, wie Klaus Sippel, Verwaltungsratspräsident der Muttergesellschaft Salt of Life International, auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnetz sagt&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Tagesanzeiger vom 22.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 [http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Ein-Wundermittel-loest-einen-Streit-aus/story/13145754]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch einem Bericht von Spiegel Online zufolge waren sich die Mavena AG und die Regeneratio Pharma GmbH bereits im September handelseinig.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657070,00.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Nur drei Tage nach der ersten ARD-Sendung zu Regividerm präsentierte der Hersteller die fertige Verpackung des Mittels und am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 teilte er mit, es seien die ersten 27.660&amp;amp;nbsp;Tuben à&amp;amp;nbsp;100&amp;amp;nbsp;g produziert und verpackt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.regividerm.de/produktion-der-ersten-charge/ Aufruf am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; Es erscheint zweifelhaft, dass der angeblich ein Jahr lang recherchierende Autor Martens von diesem Vorhaben nichts wusste. Nichtsdestotrotz äußerte er sich nach der Fernsehsendung auf einer Webseite des WDR mit einem offenen Brief: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Der Eigentümer der Patentrechte versucht jetzt, mit Hilfe eines Geschäftspartners, den er bereits gefunden hat, die B12-Creme unter der Bezeichnung &amp;quot;Regividerm&amp;quot; in eigener Regie auf den Markt zu bringen.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Martens erklärt das zeitliche Zusammentreffen als Zufall, da der Film schon längere Zeit fertiggestellt war und auf einen Sendeplatz wartete.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657070,00.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Thematisierung von Regividerm in der Sendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039; vom 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 erfolgte auf Wunsch des Moderators Plasberg, ein weiteres Mal konnte Autor Klaus Martens Gratiswerbung für sein Buch machen. Eine gleichermaßen effektive Aufklärung über alternative Mittel oder physikalische Therapien oder andere Maßnahmen bei den genannten Erkrankungen unterblieb. Der gebührenzahlende Fernsehzuschauer kann sich hier nur über die Gratiswerbung zur besten Sendezeit wundern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Untermalt waren Film und Talkshow von anrührenden Bildern und einer an die Gefühle appellierenden Wortwahl. So sagte der WDR-Moderator Frank Plasberg in der Sendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039; vom 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Besonders bedrückend ist es, wenn man sieht, wie sehr kleine Menschen unter Neurodermitis leiden&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; und stellte einen kleinen Neurodermitis-Patienten namens Bastian in den Dienst einer Schleichwerbung für ein gerade auf den Markt geworfenes Mittel, dessen Wirksamkeit bei der genanten Erkrankung nicht zweifelsfrei erwiesen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[image:Regividerm7.png|Verweis der Regeneratio Pharma GmbH auf die PR-Firma Dr.&amp;amp;nbsp;Kaske|400px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
Passend zu den ARD-Werbesendungen bietet eine Agentur &amp;#039;&amp;#039;just in time&amp;#039;&amp;#039; neben einem Interviewtermin mit dem Geschäftsführer von Mavena die ARD-Sendung auf CD an. PR-Unterlagen zur neuen Salbe können ebenso geordert werden wie ein Muster der Salbe. Laut Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft&amp;amp;nbsp;e.V. soll die PR-Agentur &amp;#039;&amp;#039;Dr.&amp;amp;nbsp;Kaske&amp;#039;&amp;#039; den Verein eine Woche vor Aussendung des ARD-Dokumentarfilms auf die Sendung aufmerksam gemacht haben und kostenlose DVDs angeboten haben.&amp;lt;ref&amp;gt;http://faz-community.faz.net/blogs/fernsehblog/archive/2009/10/22/aufklaerung-unerwuenscht-frank-plasberg-und-das-wundermittel-gegen-neurodermitis.aspx&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach EsoWatch vorliegenden Informationen wurden auch der Deutsche Neurodermitis Bund&amp;amp;nbsp;e.V.&amp;amp;nbsp;(DNB) sowie der Deutsche Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V. und dessen Regionalgruppen von der Werbegentur Dr.&amp;amp;nbsp;Kaske im Vorfeld auf die Sendung hingewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Agentur Dr.&amp;amp;nbsp;Kaske ist im Auftrag der Regeneratio Pharma GmbH tätig.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.regividerm.de/kontakt/ Aufruf am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Inhaber Roland Kaske tritt gleichzeitig als Pressesprecher des Regividerm-Herstellers Mavena Health Care AG auf. Die Agentur bewirbt ihre Fähigkeiten auf ihrer Webseite so: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Durch professionelle PR schaffen wir für Ihr Produkt einen Mehrwert, der mit konventioneller Werbung allein nicht zu erreichen ist. Unsere Kunden sind erfolgreich in der Gesundheitsbranche, der pharmazeutischen Industrie und im Tourismus tätig. Traditionelle Werbung ist problembehaftet. Einerseits mangelt es ihr an Glaubwürdigkeit, andererseits ist es schwierig, eine große Zielgruppe kosteneffizient zu erreichen. Deshalb ist gute Öffentlichkeitsarbeit nötig, um diese Schwachstellen auszugleichen und die Werbewirkung Ihrer Firma zu verbessern.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Roland Kaske tritt verschiedentlich als Befürworter von [[alternativmedizin]]ischen Verfahren und Produkten in Erscheinung, insbesondere der sog. [[Entgiftung]].&amp;lt;ref&amp;gt;R. Kaske: Schadstoff-Ausleitung. [[CoMed|Co&amp;#039;med]] 9/2002&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.wellness-gesund.info/Artikel/9467.html Artikel vom 24.07.2009 (typischer Dr.-Kaske-Artikel zu Entgiftung und Chlorella)&amp;lt;/ref&amp;gt; 2002 verschickte er Spam-Emails mit Werbung für ein [[Chlorella]]-Präparat namens &amp;#039;&amp;#039;bio-reu-rella&amp;#039;&amp;#039;. Ein Buch des Heilpraktikers [[Uwe Karstädt]] über dessen medizinisch fragwürdige Vorstellungen wurde von Kaske lobend besprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.naturheilpraxis.de/DB-BOOK/a_0801b11.html&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Folge des Medienrummels war ein Andrang in Apotheken auf der Suche nach dem vermeintlichen Wundermittel.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.derwesten.de/nachrichten/2009/10/21/news-137845373/detail.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der zeitliche Ablauf der Regividerm-Entwicklung und Vermarktung==&lt;br /&gt;
#1950er Jahre: In den USA wird an B12-haltigen Mitteln zur Behandlung von Hautkrankheiten geforscht&lt;br /&gt;
#Ende der 1980er Jahre: Karsten Klingelhöller wendet experimentell eine B12/Avocadoöl-Creme bei einer Freundin an&lt;br /&gt;
#1993: Klingelhöller-Patent&lt;br /&gt;
#1999: Die Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG vermarktet eine &amp;#039;&amp;#039;ATU Red-Creme&amp;#039;&amp;#039;, die B12 und Avocadoöl enthält&lt;br /&gt;
#2001: Studie in der Zeitschrift Dermatology über Anwendung bei 11&amp;amp;nbsp;Patienten&lt;br /&gt;
#2004: Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG wird insolvent&lt;br /&gt;
#2004: Gründung der neuen Regeneratio Pharma GmbH&lt;br /&gt;
#2004: Studie im British Journal of Dermatology&lt;br /&gt;
#2008: Der Bundesverband Neurodermitiserkrankter bietet an, nach einer erfolgreichen pharmazeutischen Testung nach Patienten zu suchen, das Angebot bleibt ungehört&lt;br /&gt;
#28.&amp;amp;nbsp;August 2009: Zertifizierung der Salbe&lt;br /&gt;
#September 2009: Mavena erwirbt Vertriebsrechte&lt;br /&gt;
#Freitag, 16.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Die PR-Agentur Dr.&amp;amp;nbsp;Kaske beginnt mit der Bewerbung des WDR-Dokumentationsfilms über E-Mail-Rundschreiben. Weitere Rundschreiben in den Folgetagen&lt;br /&gt;
#Montag, 19.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Aussendung des Dokumentarfilms &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
#Montag 19.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Das Buch von Klaus Martens beginnt den Anstieg auf der Amazon-Bestsellerliste&lt;br /&gt;
#Mittwoch 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Fernsehsendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039;. Moderator Plasberg lädt Martens zur Show ein, erste spontane Zweifel an der Regividerm-Story durch Gast Beda Stadler&lt;br /&gt;
#Donnerstag 22.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Zeitungsberichte über hohe Anfragen nach Regividerm in Apotheken&lt;br /&gt;
#Donnerstag 22.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Hersteller Mavena präsentiert Regividerm-Verpackung&lt;br /&gt;
#Freitag 23.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009: Mavena teilt mit, dass die ersten 27.660&amp;amp;nbsp;Tuben à&amp;amp;nbsp;100&amp;amp;nbsp;g produziert und verpackt worden seien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der WDR-Film &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht&amp;#039;&amp;#039;==&lt;br /&gt;
[[image:wdrf1.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:ionescu.jpg|Gruia Ionescu|110px|thumb]]&lt;br /&gt;
In dem am 19.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 ausgestrahlten Film &amp;#039;&amp;#039;Heilung unerwünscht&amp;#039;&amp;#039; aus der WDR-Reihe &amp;#039;&amp;#039;story&amp;#039;&amp;#039; wurde dem Zuschauer suggeriert, dass das Regividerm-Mittel nicht nur &amp;quot;allen Patienten&amp;quot; mit Neurodermitis und Psoriasis helfe, sondern auch, dass es klinisch geprüft und nebenwirkungsfrei sei. Weiterhin wurde der Eindruck erweckt, dass das Mittel nur deshalb angeblich nicht käuflich zu erwerben sei, weil verschiedene pharmazeutische Unternehmen es trotz seiner &amp;quot;erprobten Wirksamkeit&amp;quot; nicht produzieren wollten, da es teureren Eigenprodukten Marktanteile streitig mache. Es wurde suggeriert, dass diese Firmen den leidenden Patienten das angeblich &amp;quot;nebenwirkungsfreie&amp;quot; Mittel vorenthielten, um ihre eigenen Mittel weiterhin absetzen zu können, die im Film als nebenwirkungsreich bei gleichzeitiger unzureichender Wirksamkeit dargestellt wurden. Dazu wurden in suggestiver Weise Erlebnisberichte von Betroffenen eingespielt, die den Zuschauer von Wirksamkeit und Nebenwirkungsfreiheit überzeugen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Eigenanspruch meinen die &amp;#039;&amp;#039;story&amp;#039;&amp;#039;-Macher über sich und ihre Sendereihe: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;die story ist ein journalistisches und ein filmisches Produkt. Sie setzt auf gute Recherche, einen klaren Erzählstil und berührende Themen. Gerade bei jüngeren Zuschauern sind es die lebensnahen, bildstarken Geschichten, die höhere Akzeptanz finden.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teile des WDR-Dokumentarfilmes wurden in der &amp;#039;&amp;#039;Spezialklinik Neukirchen&amp;#039;&amp;#039; im bayerischen Neukirchen beim Heiligen Blut im Bayerischen Wald gefilmt. In dieser Klinik werden u.A. Neurodermitis und Schuppenflechte ohne Kortison &amp;quot;ganzheitlich&amp;quot; behandelt&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spezialklinik-neukirchen.de/index-ori.html&amp;lt;/ref&amp;gt;. Leiter der Einrichtung ist der promovierte Immunologe und rumänische Spätaussiedler John Gruia Ionescu, der auch einen Professorentitel einer inzwischen geschlossenen amerikanischen [[title-mill|Titelmühle]] namens &amp;#039;&amp;#039;Capital University of Integrative Medicine&amp;#039;&amp;#039; in Washington,&amp;amp;nbsp;D.C.&amp;amp;nbsp;(CUIM) führt und dort als Dozent und &amp;#039;&amp;#039;Professor for Clinical Biochemistry and Oxidology&amp;#039;&amp;#039; angegeben ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Professor for Clinical Biochemistry and Oxidology at the Capital University of Integrative Medicine, Washington,&amp;amp;nbsp;D.C. (USA). Prof. Ionescu is also member of the Editorial Board of the Journal of the Capital University of Integrative Medicine. http://www.antiageingconference.com/index.html?pg=speakers&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die CUIM war 1995 von Robert (Bob) Bradford gegründet worden, auf den der [[alternativmedizin]]ische [[Bradfordtest]] zurückgeht. Die Einrichtung bot diverse Doktortitel an.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.quackwatch.org/04ConsumerEducation/Nonrecorg/cfcm.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Ionescu hatte sich 1986 mit einer angeblich revolutionären Methode zur Heilung von Hautkrankheiten im Wallfahrtsort Neukirchen niedergelassen. Er erwarb unter günstigen Umständen zwei Kliniken und verband beide Klinikbetriebe mit einem Pharmaunternehmen. Die Staatsanwaltschaft Regensburg ermittelte zwei Jahre lang wegen mutmaßlicher Kunstfehler, Betrugs bei der Abrechnung von Klinikleistungen und irreführender Werbung. Am Ende wurde ein Arzt wegen unerlaubter Titelführung und Körperverletzung verurteilt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.focus.de/politik/deutschland/gesundheitsreform-reibach-mit-krankenhaeusern_aid_143606.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rezeption der Regividerm-Vermarktung==&lt;br /&gt;
[[image:ABDA.jpg|ABDA-Warnung bei ARD-Teletext v. 24.10.09|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Die Regividerm-Vermarktungsstrategie stieß auf Kritik. Siegfried Throm, Geschäftsführer des Verbands forschender Pharmaunternehmen, sprach in der Sendung &amp;#039;&amp;#039;hart aber fair&amp;#039;&amp;#039; vom 21.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 von einem &amp;quot;genialen Marketing-Coup&amp;quot;. Beda Stadler, Direktor des Instituts für Immunologie an der Universität Bern, äußerte sich spontan in der Sendung mit den Worten &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Ein bisschen Avocadoöl mit etwas Vitaminen drin kann diese schweren Krankheiten nicht kurieren. Das ist Betrug. Neurodermitis und Schuppenflechte können nicht geheilt werden&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. Den Doku-Film über die Entstehungsgeschichte verurteilt er: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Wenn man anfängt, auf diese Art Wundermittel zu promovieren, spielt man mit den Hoffnungen der Patienten.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Eine angebliche Wirkung ohne Nebenwirkungen bezeichnete er als &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;verlässliches Warnsignal, wenn jemand versucht, andere Menschen über den Tisch zu ziehen.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://hpd.de/node/8050&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 meldete sich auch Thomas Schwennesen, der erste Vorsitzender des Deutschen Neurodermitis Bundes, mit einer Pressemeldung &amp;#039;&amp;#039;Wirbel um Regividerm&amp;#039;&amp;#039; zum Thema. In der Stellungnahme sprach Schwennesen im Zusammenhang mit der ARD von einer &amp;quot;völlig kritiklosen PR-Aktionen&amp;quot;, und &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Es ist eine Schande und blanker Zynismus, dass die PR-Einführung eines normalen Hautpflege-Produktes sich der Pharmaschelte als Aufhänger für eigene Geschäfte bedient [...] Beide Erkrankungen haben verschiedene medizinische Therapieansätze sind aber nicht heilbar. Die dargestellte Produktmischung soll nun das alles auch noch ohne Nebenwirkungen schaffen. Pharmakologisch ist die Äußerung unhaltbar, dass ein Produkt wirkt ohne jegliche Nebenwirkung. Die ARD hat mit diesem Beitrag den etwa fünf Millionen Neurodermitikern einen Bärendienst erwiesen und sich selbst journalistisch ins Abseits gestellt.&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Deutscher Neurodermitis Bund&amp;amp;nbsp;e.V., Thomas Schwennesen, 1.&amp;amp;nbsp;Vorsitzender, Baumkamp&amp;amp;nbsp;18, 22299&amp;amp;nbsp;Hamburg. www.neurodermitis-bund.de. Veröffentlicht von pressrelations: [http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?r=387661&amp;amp;aktion=jour_pm&amp;amp;quelle=1&amp;amp;utm_source=eurasier1]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der Deutscher Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V. (Geschäftsführer Hans-Detlev Kunz) äußerte sich kritisch zu Regividerm. In der Stellungnahme &amp;#039;&amp;#039;Falsche Hoffnungen bei Schuppenflechtekranken geweckt – gebotene Sorgfall verletzt?&amp;#039;&amp;#039; fordert der Deutsche Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V. einen Nachweis der Wirksamkeit der Salbe und kritisiert die &amp;amp;ndash; Zitat &amp;amp;ndash; &amp;quot;Verschwörungstheorie&amp;quot;, dass die Pharmaindustrie die Produktion eines so einfachen und preisgünstigen Arzneimittels verhindere, um ihre eigenen teuren Medikamente in den Markt zu drücken. Thomas Rosenbach, Sprecher des Wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Psoriasis Bundes&amp;amp;nbsp;e.V., wurde deutlicher: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Dieser ARD-Bericht ist barer Unsinn [...] Die Psoriasis ist wissenschaftlich unbestritten eine multigenetische chronische System-Erkrankung. Nach dem derzeitig weltweit verfügbaren medizinischen Wissen ist eine Psoriasis nicht heilbar. Es gibt auch keinen medizinischen Goldstandard zur äußerlichen Kortison-Behandlung einer Psoriasis, wie der Autor behauptet.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Nach Ansicht des Deutscher Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V. habe die ARD &amp;quot;gegen den Pressekodex verstoßen&amp;quot; und der Film habe den &amp;quot;Anschein redaktioneller Werbung&amp;quot; gegeben. &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Es drängt sich der Verdacht auf, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen zu Marketingzwecken missbraucht wurde, da mit der Berichterstattung zeitnah ein Buch des Autors zum Thema erscheint und das Kosmetikum Anfang November in den deutschen Markt eingeführt wird. (Verstoß gegen Pressekodex Ziffer&amp;amp;nbsp;7 - Trennung von Werbung und Redaktion). Der Deutsche Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V. erwartet von der ARD auf Basis der Regeln der „Guten Klinischen Praxis“ (Good Clinical Practice, GCP) den validen Nachweis der versprochenen lindernden oder gar heilenden Wirkung und der Sicherheit der Substanzenkombination.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Stellungnahme Deutscher Psoriasis Bund&amp;amp;nbsp;e.V., Hamburg, 22.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.psoriasis-bund.de/ARD-Beitrag___Heilung_une.827.0.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bundesvereinigung der deutschen Apothekerverbände&amp;amp;nbsp;(ABDA) äußerte sich ebenfalls zu Regividerm in einer Pressemeldung vom 23.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 &amp;#039;&amp;#039;Regividerm&amp;amp;reg;-Creme: Apotheker warnen vor Euphorie&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.presseportal.de/pm/7002/1498837/abda_bundesvgg_dt_apothekerverbaende&amp;lt;/ref&amp;gt; Anlass waren zahlreiche Anfragen in Apotheken nach dem Mittel. Zitiert wird Harmut Morck, Chefredakteur der &amp;#039;&amp;#039;Pharmazeutischen Zeitung&amp;#039;&amp;#039;: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Bei diesem Präparat sind noch viele Fragen offen. Bislang sind nur wenige Daten veröffentlicht, es besteht weiterer Forschungsbedarf [...] Wer die Creme ausprobiert, sollte dies nicht ohne Rücksprache mit einem Experten tun. Patienten sollten ihre bestehende Arzneimitteltherapie nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt ändern.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; Nach ABDA-Angaben habe auch &amp;#039;&amp;#039;Neue Rezeptur Formularium (NRF)&amp;#039;&amp;#039; für Apotheker aktuell einen Rezepturhinweis &amp;quot;Cyanocobalamin zur Anwendung auf der Haut&amp;quot; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland&amp;amp;nbsp;e.V., ein Zusammenschluss von Selbsthilfegruppen, zeigte sich ungehalten über die Vorgehensweise des Filmautors Klaus Martens. Dieser hatte den Verband 2008 anscheinend um eine Bereitstellung von Probanden zum Testen von Regividerm gebeten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Aus-aller-Welt/Artikel,-Neurodermitis-Regividerm-Streit-_arid,1948099_regid,2_puid,2_pageid,4293.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Verband nahm wie folgt Stellung: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Offenbar war niemand von der neuen &amp;quot;Wundersalbe&amp;quot; informiert, was verwundert, denn nur wir hatten wenigstens vom Autor der Sendung, dem WDR-Redakteur Klaus Martens, vor gut einem Jahr einen Hinweis auf eine neue Salbe, welche die Pharmazie nicht ins Programm nehmen wollte. Wir boten damals an, die Salbe zunächst bei einem autorisierten Labor auf eventuelle pharmakologische Wirkstoffe prüfen zu lassen, um dann, bis zu 100&amp;amp;nbsp;Probanden für die Testung der Salbe zu suchen und zu finden. Herr Martens meldete sich aber nicht mehr.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.neurodermitis.net/index.html Aufruf am 24.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Patentanmeldungen zu Regividerm==&lt;br /&gt;
*DE 10130846 A1: Verwendung von Corrinoiden zur Anwendung bei Hauterkrankungen. Anmeldetag: 26.&amp;amp;nbsp;Juni 2001. Anmelder: Regeneratio Pharma&amp;amp;nbsp;AG. Erfinder: Klingelhöller, Karsten, 42275&amp;amp;nbsp;Wuppertal&lt;br /&gt;
*DE 4319629 A1: Verwendung von Corrinoiden zur topischen Anwendung bei Hauterkrankungen. Anmeldetag: 15.&amp;amp;nbsp;Juni 1993. Anmelder: Klingelhöller, Karsten, 42275&amp;amp;nbsp;Wuppertal. Erfinder: gleich Anmelder&lt;br /&gt;
*EP 1401454 A0: VERWENDUNG VON CORRINOIDEN ZUR ANWENDUNG BEI HAUTERKRANKUNGEN (USE OF CORRINOIDS IN THE TREATMENT OF SKIN DISEASES). Anmeldetag: 26.&amp;amp;nbsp;Juni 2002. Anmelder: Regeneratio Pharma GmbH, Franzstrasse&amp;amp;nbsp;1a, 42857&amp;amp;nbsp;Remscheid. Erfinder: KLINGELHÖLLER, Karsten, 42275&amp;amp;nbsp;Wuppertal, DE. Auch veröffentlicht als WO&amp;amp;nbsp;03002104 und als Patentanmeldung in mehreren Ländern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2009/10/22/heilung-unerwuenscht-alles-zufall-oder-nur-profitgier.html&lt;br /&gt;
*http://forum.oekotest.de/cgi-bin/YaBB.pl?num=1255978539/all&lt;br /&gt;
*http://gesundheit.blogger.de/stories/1511299/&lt;br /&gt;
*http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/488768&lt;br /&gt;
*http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?r=387661&amp;amp;aktion=jour_pm&amp;amp;quelle=1&amp;amp;utm_source=eurasier1&lt;br /&gt;
*http://www.principien.de/2009/10/21/die-supersalbe-regividerm/&lt;br /&gt;
*http://www.pharmazeutische-zeitung.de/fileadmin/nrf/PDF/1-Cyanocobalamin_Haut.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/Neurodermitis;art1117,2930321&lt;br /&gt;
*http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Politik/Artikel,-neurodermitis-creme-streit221009-_arid,1945804_regid,2_puid,2_pageid,4290.html&lt;br /&gt;
*http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/571661/geld-zaehlte-verantwortung.html?sh=7&amp;amp;h=2086331490&lt;br /&gt;
*http://www.psoriasis-netz.de/themen/produkte-aktuell/regividerm.html&lt;br /&gt;
*http://www.20min.ch/finance/news/story/Neurodermitis-Heilung-unerwuenscht--PR-schon--23095014&lt;br /&gt;
*http://hpd.de/node/8050&lt;br /&gt;
*http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657070,00.html&lt;br /&gt;
*http://www.pharmazeutische-zeitung.de/fileadmin/nrf/PDF/1-Cyanocobalamin_Haut.pdf&lt;br /&gt;
*http://brightsblog.wordpress.com/2009/10/23/the-great-pink-bullshit/&lt;br /&gt;
*http://brightsblog.wordpress.com/2009/10/25/ein-offener-brief-an-klaus-martens-und-frank-plasberg&lt;br /&gt;
*http://blog.psiram.com/index.php?itemid=311&lt;br /&gt;
*http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2009/10/22/heilung-unerwuenscht-alles-zufall-oder-nur-profitgier.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Medizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hema</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Psycholytische_Therapie&amp;diff=29426</id>
		<title>Psycholytische Therapie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Psycholytische_Therapie&amp;diff=29426"/>
		<updated>2009-09-20T17:58:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hema: /* Methode */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Psycholytische Therapie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch Psycholyse, Psycholytische Psychotherapie, Psychedelische Therapie, LSD-Psychotherapie, Psycholytic Therapy) gehört zu den ausserakademischen Verfahren mit psychotherapeutischem und psychotherapeutisch-diagnostischem Anspruch. Bei dieser von Ärzten und Heilpraktikern auch in Deutschland angebotenen Behandlungsform kommen verbotene psychoaktive Substanzen zum Einsatz. Die Kosten der Methode werden von gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland nicht erstattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Miterfinder gilt der deutsche Psychiater Hanscarl Leuner (1918-1996). Ein weiterer bekannter Befürworter ist der Psychiater Stanislav Grof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehrere hundert wissenschaftliche Studien und Berichte existieren zur Anwendung pychedelischer oder halluzinoger Substanzen zu therapeutischen Zwecken. In den zwanziger bis dreissiger Jahren wurden zu pharmakologischen Beeinflussungen der Bewusstseinslage (&amp;quot;Narkoanalyse&amp;quot; ) zunächst Versuche mit Barbituraten durchgeführt. Seit den 20er Jahren wurden auch Humanversuche mit Meskalin durchgeführt. 1943 wurde LSD Lysergsäurediäthylamid entdeckt. Klinische Experimente mit LSD wurden von Stoll 1947 veröffentlicht und führten zu therapeutischen Ansätzen in den fünfziger und sechziger Jahren mit Herausbildung der psycholytischen-psychedelischen Methode durch Leuner (1962) und unter dem Namen Psycholyse durch andere Autoren. In diese Zeit fällt auch Leuner&amp;#039;s &amp;quot;Katathymes Bilderleben&amp;quot; bei dem er ebenfalls psychoaktive Substanzen einsetzte. Während der 60er Jahre soll die Psycholyse an 18 europäischen Behandlungszentren regelmässig praktiziert worden sein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diese Zeit fallen auch geheime Forschungsprogramme der CIA, zu &amp;#039;&amp;#039;Wahrheitsdrogen&amp;#039;&amp;#039; und zur Beeinflussung mit LSD und anderen Substanzen. In den sechziger Jahren, zur Zeit der &amp;quot;68er-Bewegung&amp;quot; war LSD auch als Droge zur &amp;#039;&amp;#039;Bewusstseinserweiterung&amp;quot; beliebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in den USA betriebene &amp;quot;psychedelische Methode&amp;quot; bezieht sich auf ein Verfahren durch LSD ein (ansonsten bei abstinenten Alkoholikern bekanntes) Delirium tremens auszulösen, um eine Alkoholabstinenz zu erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1966 wurde in den USA ein gesetzliches Verbot der halluzinogener Substanzen erlassen, kurze Zeit darauf folgten die europäischen Länder (1967-68). Gegen Ende der 60er Jahre initiierte dann die World Health Organization (WHO) eine Gesetzesvorlage zum weltweiten Verbot. Einzelne Ärzte erhielten jedoch die Erlaubnis Psychotherapie mit LSD und MDMA durchzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Mitte der achtziger Jahre erhöhte sich nach einer Phase geringer Veröffentlichungszahlen wieder das Interesse an LSD und analogen Substanzen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Gruppe um den Psycholyse-Pionier Leuner versuchte beim Bundesgesundheitsministerium ein Forschungsprojekt zur Behandlung schwer neurotisch gestörter Patienten genehmigen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung findet die Methode auch bei der &amp;#039;&amp;#039;Kirschblütengemeinschaft&amp;#039;&amp;#039; von Samuel Widmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweiz existiert die 1985 gegründete Schweizerische Aerztegesellschaft für Psycholytische Therapie SÄPT. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliche Verfahren sind die anaklitische Therapie der Londoner Psychoanalytikerinnen Joyce Martin und Pauline McCririck, die Hypnodelische Therapie und die Kollektive LSD-Psychotherapie mit hoher LSD-Dosierung und gleichzeitiger Anwendung bei einer Gruppe.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==Methode==&lt;br /&gt;
Der Klient oder Patient wird durch halluzinogene Substanzen in einen Rauschzustand versetzt, in dem er durch den Therapeuten befragt wird und für Suggestionen ansprechbar gehalten wird. Die eingesetzten psychoaktiven Substanzen sollen dazu beitragen, unbewusste Inhalte zu Tagen zu fördern.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Zum Einsatz kommen dabei &lt;br /&gt;
*LSD (&amp;#039;&amp;#039;acid&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
*MDMA (Methylendioxyamphetamin)&lt;br /&gt;
*Psilocybin&lt;br /&gt;
*Meskalin&lt;br /&gt;
*Ketamin&lt;br /&gt;
*Heroin&lt;br /&gt;
*Extasy&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gefahren eines LSD-Trips (LSD-Reise)==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*chemische Reinheit des illegal beschafften LSD, spontaner Zerfall&lt;br /&gt;
*Epileptiker können akute epileptische Grand-Mal Anfälle erleiden&lt;br /&gt;
*Herzkranke können Schwächezustände erleben&lt;br /&gt;
*Schwangerschaft: mögliche Fehlbildungen sowie gebärmutterkontrahierende Wirkung (durch Ergotamin-ähnliche Wirkung des LSD)&lt;br /&gt;
*Horrortrip mit Gefahr der Selbsttötung (&amp;quot;flashback&amp;quot;)&lt;br /&gt;
*Verlust der Selbstkontrolle: Gewaltanwendung (Fall Manson), Überschätzung eigener Fähigkeiten (Sog. Fensterspringer: ich kann aus dem fenster fliegen), Einschränkung der Reaktionsfähigkeit&lt;br /&gt;
*LSD induzierte Psychosen und Auslösung latenter Psychosen&lt;br /&gt;
*LSD kann ein psychische Abhängigkeit auslösen, körperliche Entzugssymptome treten jedoch nicht auf &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==2009: Todefälle in Berlin unter der Psycholytischen Therapie==&lt;br /&gt;
In einer Arztpraxis für Psychotherapie im nordberliner Stadtteil Berlin-Hermsdorf kam es am 19.9.2009 zur Vergiftung von 12 Patienten bei einer Gruppenbehandlung mit Einsatz der Psycholytischen Therapie und psychoaktiven Substanzen. An dem Praxisschild bot der 50-jährige Facharzt für Allgemeinmedizin Garri Rober &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.tagesspiegel.de/berlin/Polizei-Justiz-Hermsdorf-Therapiesitzung-Koma-Reinickendorf%3Bart126,2903924&amp;lt;/ref&amp;gt; Suchttherapie und „Hilfe bei spirituellen Krisen“ an. Der inzwischen unter Mordverdacht stehende Arzt gestand den Patienten Drogen verabreicht zu haben, er wurde verhaftet. Laut Berliner Morgenpost sollen die Patientnen ein Drogengemisch aus Heroin, Amphetaminen und Ecstasy bekommen haben. Zwei Männer überlebten die Therapie nicht, ein weiterer Patient fiel in ein Koma. Als die alarmierte Feuerwehr mit drei Notärzten und Hubschrauber zur Praxis kam, reagierten einige Patienten agressiv, eine Hundertschaft der Polizei brachte die Männer und Frauen erst zur Ruhe. Bei der anschließenden Durchsuchung des Hauses entdeckten die Helfer auf dem Dachboden einen toten 59-Jährigen. Zwei andere Patienten mussten reanimiert werden. Ein 28-jähriger Mann, verstarb später im Krankenhaus. &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bild.de/BILD/news/2009/09/19/tod-nach-therapie/arzt-festgenommen-ein-toter-mehrere-verletzte-durch-unbekannte-substanzen.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bz-berlin.de/tatorte/tote-und-verletzte-bei-therapie-sitzung-article588059.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://de.wikipedia.org/wiki/Psycholytische_Psychotherapie&lt;br /&gt;
-----------------&lt;br /&gt;
*http://en.wikipedia.org/wiki/Psychedelic_therapy&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hema</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Heilpraktiker&amp;diff=19986</id>
		<title>Heilpraktiker</title>
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		<updated>2009-03-17T23:28:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hema: /* Das Abrechnungswesen des Gesundheitssystems */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Heilpraktiker&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist in Deutschland eine Bezeichnung für Personen, die auch ohne medizinische Ausbildung kranke Menschen behandeln dürfen. Zur Ausübung genügt ein Hauptschulabschluss, das Alter von 25 Jahren, ein ärztliches Attest, ein polizeiliches Führungszeugnis und ein Test beim Gesundheitsamt, dessen Ziel es ist zu prüfen, ob die angehende Heilpraktikerin eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellt. Dazu muss per Multiple Choice (60 Fragen, von denen 45 richtig sein müssen) und einer mündlichen Prüfung gezeigt werden, dass man in der Lage ist, allgemeingefährdende Infektionskrankheiten und akute Krankheitszustände zu erkennen und sie umgehend an ausgebildete Ärzte weiterzuleiten. Weiterhin werden Grundlagen der Hygiene und der Differentialdiagnose abgefragt. Eine Prüfung, nach welchem Konzept und wie ein zukünftiger HP gedenkt, seine Kunden zu heilen, gibt es nicht. Heilpraktiker dürfen auch chirurgische Eingriffe vornehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ein Esowatch-Kommentar zum Thema Heilpraktiker == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum Heilpraktiker so groß im Geschäft sind, hat im Wesentlichen zwei Gründe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Veränderung des Krankheitsbegriffes===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der allgemein gute Gesundheitsstatus einer modernen Gesellschaft bedingt, dass wir heute etwas als behandlungsbedürftige Erkrankung empfinden, was unsere Vorfahren, geplagt von üblen Infektionskrankheiten, Seuchen und hoher Kindersterblichkeit eher als unbedeutend abgetan hätten. Entsprechend sind die wirklich ernsten Erkrankungen unter der Gesamtzahl der behandelten Fälle stark zurückgegangen. So geht man davon aus, dass ca. 80% der Arzt/HP Besuche Erkrankungen betreffen, die sowieso von selbst wieder verschwinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine solche Situation bringt natürlich alles, was es so an Quacksalberei gibt, zum erblühen, da es in den meisten Fällen tatsächlich egal ist, was man tut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass dies nicht aus der Luft gegriffen ist, kann man an zwei Phänomenen belegen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- HP &amp;quot;behandeln&amp;quot; mit Vorliebe Erkrankungen, von denen bekannt ist, dass sie in Schüben verlaufen und/oder in den meisten Fällen sowieso remissieren, wie z.B. Neurodermitis, welche eine für HPs eine geradezu ideale Erkrankung darstellt: Hoher Leidensdruck, aber nicht lebensbedrohlich, in Schüben verlaufend und in der Regel &amp;quot;auswachsend&amp;quot;.  Hier können die HPs ihre hohe Kunst des Verknüpfens koinzidenter Ereignisse zur angeblichen Kausalität besonders gut ausspielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- In keinem Land dieser Erde, in dem epidemische, ernsthafte Krankheiten verbreitet sind, können HPs Fuß fassen. In solchen Ländern ist die Überlegenheit moderner Medizin für jeden evident sichtbar. Also überall dort, wo man tatsächlich oft etwas wirksames tun muss und nicht nur tun als ob.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das Abrechnungswesen des Gesundheitssystems===&lt;br /&gt;
treibt viele zum HP. Solange Ärzte mit einer lächerlichen Honorierung für Beratungsgespräche abgespeist werden, solange werden auch HPs Zulauf haben, wo sich der Kunde endlich aussprechen kann, sich mit seinen Ängsten ernstgenommen fühlt. Das geht, weil HPs nicht nach Gebührenordnungen, sondern nach Zeit zu einem beliebigen Stundensatz abrechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Eine richtig fiese Maßnahme wäre, HPs in die ärztliche Gebührenordnung mit einzubeziehen - sie würden sehr schnell sehr kurz angebunden ...)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die HP-Regelung, ebenso die Ausnahmeregelung (es muss kein Wirksamkeitsbeweis vorliegen) für &amp;quot;Arzneimittel&amp;quot; der besonderen Therapierichtungen sind ein Anachronismus, eine Schande für eine angeblich aufgeklärte Gesellschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man muss HPs nicht persönlich angreifen (bis auf die, die offensichtlich pfuschen), viele glauben an das, was sie tun, sind nicht in der Lage, die echten Ursachen für das zu sehen, was ihnen als &amp;quot;Erfolg&amp;quot; vorkommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die HP Prüfung ist nach wie vor lächerlich: Man muss zwar ein paar Sachen lernen, geprüft wird aber lediglich, ob er eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit ist, indem er zeigen muss, dass er bestimmte Infektionskrankheiten oder das Vorliegen einer akuten Situation erkennen kann. Das ist ungefähr so, wie wenn man einen Pilotenschein bekommen würde, wenn man weiß, wo man nicht hinfliegen darf und wie man einen Notruf absetzt, ohne dass die Fähigkeit, ein Flugzeug zu fliegen, geprüft würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Überschätzungen eigener Fähigkeiten und die tödlichen Folgen==&lt;br /&gt;
Heilpraktiker müssen schwerkranke Patienten zum Arzt schicken. Sonst können sie ihre Zulassung verlieren. Das hat der Verwaltungsgrichtshof Baden-Württemberg gelegentlich einer schwerwiegenden Fehldiagnose im Jahre 2008 entschieden.&amp;amp;nbsp;&amp;lt;ref&amp;gt;AZ 9 S 1782/08&amp;lt;/ref&amp;gt; Patienten dürften nicht im Glauben gelassen werden, der Besuch beim Heilpraktiker ersetze eine ärztliche Behandlung, so der Richter. Ein Heilpraktiker hatte geklagt, nachdem er seine Zulassung verloren hatte. Er hatte einer seiner Patientinnen mit einer bioelektrischen [[Bioresonanz]]methode untersucht. Mit dieser Art der Elektro-Akupunktur hatte er einen Krebstumor in ihrer Brust als vermeintlich gutartige Wucherung erklärt. An dieser Diagnose hielt er bis zuletzt fest. Auch als das Geschwür auf eine Größe von 24 Zentimeter Durchmesser angewachsen und aufgebrochen war und die Patientin bereits stark an Gewicht verloren hatte. Ein Arzt diagnostizierte dagegen einen bösartigen Tumor mit Tochtergeschwülsten. An dessen Folgen starb die Frau. Dem Mann sei die Heilpraktikererlaubnis zu Recht entzogen worden, urteilte das Gericht. Sein Verhalten rechtfertige den Schluss, dass ihm die für die Berufsausübung erforderliche Zuverlässigkeit fehle und die Volksgesundheit gefährdet sei, wenn er die Heilkunde ausübe. [http://www.wiso.zdf.de/ZDFde/inhalt/15/0,1872,7391311,00.html]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Ich geh kaputt...&amp;#039;&amp;#039; Heilpraktiker-Test in: Ökotest Heft 02 Februar 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_6265727.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Heilpraktiker]]&lt;br /&gt;
[[category:Pseudomedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hema</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie&amp;diff=17733</id>
		<title>Homöopathie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie&amp;diff=17733"/>
		<updated>2009-02-16T11:38:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hema: /* Geschichte der Homöopathie */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Potenzierer.jpg|[[Potenziermaschine]] der Homöopathie|thumb]]Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[pseudowissenschaft]]liche &amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Statement &amp;#039;&amp;#039;National Science Foundation&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy&amp;#039;&amp;#039;, Zitat: ..&amp;#039;&amp;#039;There is widespread agreement for instance that creationism, astrology, homeopathy, [...] are pseudosciences...&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Methode zur Behandlung praktisch aller Erkrankungen, die von [[Samuel Hahnemann]] etwa um 1800 begründet wurde und heute nahezu unverändert existiert. Die Homöopathie stützt sich auf zwei allgemeine Grundprinzipien. Nach dem [[Simile-Prinzip]] der Homöopathie kann aus symptomorientierter Sicht jede Krankheit durch Stoffe geheilt werden, die beim gesunden Patienten ähnliche Symptome hervorrufen. Nach dem Prinzip der [[Potenzierung]] wirken die Stoffe um so stärker, je stärker sie nach einem vorgeschriebenen Verfahren in Lösungsmittel verdünnt werden. Keines dieser beiden Prinzipien konnte bisher experimentell bestätigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homöopathiegläubige sind bewusst oder unbewusst häufig pauschal skeptisch gegenüber der Wissenschaftlichen Medizin: Mit der (meist irrationalen) Angst vor der &amp;quot;schädlichen Chemie&amp;quot; ist untrennbar ein &amp;quot;[[Nocebo]]-Effekt&amp;quot; verbunden, der die Wirkung von gut bewährten konventionellen Verfahren beeinträchtigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten der Homöopathie==&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Klassische Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Form der Homöopathie, die sich streng an der Lehre von Samuel Hahnemann orientiert. Nach Hahnemann soll für die Gesamtheit aller körperlichen und geistigen Beschwerden immer nur ein einziges Mittel zur gleichen Zeit verabreicht werden. Der klassisch arbeitende Homöopath sucht nach dem seiner Meinung nach geeigneten Simile. Bekanntester aktueller Vertreter ist [[Georgos Vithoulkas]].&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Komplexmittelhomöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Anwendung homöopathischer Mittelgemische aufgrund einer Krankheitsdiagnose. Siehe: [[Komplexmittelhomöopathie]].&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Die Klinische Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet die Anwendung von homöopathische Mittel in sogenannten tiefen Potenzen (D1-D12) nach bestimmten Diagnosen.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Neuere Interpretationen und Derivate der Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind im Kommen. Hier zeigen sich fließende Übergänge zum [[Geistheilen]] oder einer &amp;#039;&amp;#039;Energiemedizin&amp;#039;&amp;#039;. Vertreter dieser, unter klassischen Homöopathen meist abgelehnten, Gruppe glauben, nach Anamnese und [[Repertorisieren]] die gefundenen homöopathischen Mittel nicht in den Körper des Patienten einführen zu müssen. Allein die räumliche Nähe des Mittels zum Patient reiche aus, um eine Wirkung zu entfalten. Die Mittel könnten beispielsweise am Körper getragen oder unter das Kopfkissen gelegt werden. Auch könne ein Glas Wasser &amp;#039;&amp;#039;homöopathische Effekte&amp;#039;&amp;#039; zeigen, wenn es lediglich auf ein Blatt Papier mit dem Namen des Mittels gestellt werde. Das Blatt Papier übertrage hier seine &amp;#039;&amp;#039;Information&amp;#039;&amp;#039; auf das einzusetzende Glas Wasser. Eine typische Methode aus diesem Spektrum ist die [[Harmopathie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Hering&amp;#039;sche Gesetz==&lt;br /&gt;
Auf einen Vorschlag des Hahnemann-Anhängers Constantin Hering aus Sachsen geht im 19. Jahrhundert das so genannte &amp;#039;&amp;#039;Heringsche Gesetz&amp;#039;&amp;#039; zurück. Hering glaubte, dass eine Gesundung erfolge, wenn es zu einer Auslöschung von Symptome in folgenden Richtungen verlaufe:&lt;br /&gt;
* von innen nach auüen&lt;br /&gt;
* von oben nach unten&lt;br /&gt;
* von jetzt zu fruher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fehlen der wissenschaftlichen Grundlage==&lt;br /&gt;
Nach etwa 200 Jahren der Forschung von Homöopathen und Nicht-Homöopathen ist bislang kein wissenschaftlicher Beweis für eine über den [[Placebo|Placeboeffekt]] hinausgehende Wirkung der Homöopathie bekannt geworden &amp;lt;ref&amp;gt;Ernst E., A systematic review of systematic reviews of homeopathy., Br J Clin Pharmacol. 2002 Dec;54(6):577-82&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach heutigem Erkenntnisstand ist sie mit einer Placebo-Therapie gleichzusetzen, was allerdings nicht heißen muss, dass sie völlig wirkungslos ist. In der Tat kann man davon ausgehen, dass sie gegenüber einer Nichtbehandlung (also dem Nichtstun) eine Wirkung bei entsprechenden Patienten erzielen kann, insbesondere bei charismatischen Therapeuten und entsprechendem therapeutischem Ritual. Gefahren der Homöopathie ergeben sich aus der Tatsache, dass Homöopathen und Patienten die Placebowirkungen der Homöopathie überschätzen und reproduzierbar effektive Behandlungen mit einem Wirksamkeitsnachweis, der über den Placeboeffekt hinausgeht, unterlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Homöopathie sprechen die fehlenden Wirksamkeitsnachweise, der pseudowissenschaftliche-dogmatische Charakter der Homöopathieschulen (die tatsächliche Schulmedizinen sind), die völlig fehlende Prävention der Krankheit sowie innere Widersprüche wie der nicht reproduzierbare Chinarindenversuch, auf den sich Hahnemann hilfsweise beruft. Homöopathen geben ungerne an, wie lange eine Therapie durchgeführt werden soll.&lt;br /&gt;
Auch aus chemisch-naturwissenschaftlicher Sicht ist das [[Potenzierung|Potenzierverfahren]] (was in Wirklichkeit eine Verdünnung unter bestimmten Umständen ist) nicht mit der Realität in Einklang zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Argument für die Homöopathie wird oft die Freiheit von Nebenwirkungen angesprochen. Das Argument ist dabei, dass bei starker Potenzierung (Verdünnung) kaum Nebenwirkungen zu erwarten seien. Dieses Argument widerspricht jedoch der Annahme, Potenzierung würde die Wirkung der Substanzen verstärken und ist damit ein Widerspruch der Homöopathie in sich. Auch der Anspruch, die Selbstheilungsfähigkeit des Menschen zu stärken wird oft als Argument für die Homöopathie genannt. Den Nachweis hierfür bleiben die Befürworter jedoch schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen häufig verbreiteten Ansichten um eine &amp;#039;&amp;#039;ganzheitliche Behandlung&amp;#039;&amp;#039; im Rahmen der Homöopathie, ist diese Alternativmedizin als eine symptom-basierte Therapieform anzusehen, die sich ausschließlich auf geschilderte und beobachtbare Symptome des Patienten stützt. Die Ätiologie (Ursachenforschung) von Krankheiten wird weitgehend ausgeblendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahneman und moderne Homöopathen orientieren sich an &amp;#039;&amp;#039;Heilgesetzen&amp;#039;&amp;#039;, zu denen auch die Vorstellung gehört, dass homöopathische Therapien Menschen von oben nach unten, von innen nach außen und beginnend mit dem neuesten Symptom behandeln. Solche Vorstellungen haben wiederum keine Grundlage in irgendwelchen Modellen der Biologie oder der Krankheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizinische Fakultät der Universität Marburg erklärte im Ärzteblatt vom 3. März 1993 die Homöopathie zur Irrlehre: Ihr Wirkprinzip sei Täuschung des Patienten, verstärkt durch die Selbsttäuschung des Behandlers &amp;lt;ref&amp;gt;http://oehinfo.uibk.ac.at/natwi/pharm/bunsi/0195/marburg.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pseudowissenschaftliche Erklärungsansätze ==&lt;br /&gt;
[[image:Dwhelios.jpg|Verdünntes Wasser als homöopathisches Heilmittel|300px|thumb]]Die Homöopathie ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht plausibel: Es widerspricht der Logik, den Naturgesetzen und medizinischen Erkenntnissen der Vergangenheit und Gegenwart. Hochpotenzen ab D 23 bzw. C 12 enthalten kein Molekül des Grundstoffes. Wie sollen Tropfen, die nur noch aus Lösungsmitteln bestehen, wirken? Ein [[Wassergedächtnis]], das „Information“ aufnehmen könnte, gibt es nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist in der wissenschaftlichen Medizin nicht sinnvoll, die Funktionsweise von Methoden zu erklären, die gar keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen können. Die Frage nach dem Wirkprinzip der Homöopathie ist völlig sinnlos, solange es keine Hinweise darauf gibt, dass Homöopathie überhaupt Wirkung entwickelt. Alle Erklärungsversuche der Homöopathie sind daher nicht wissenschaftlich fundiert und können als pseudowissenschaftlich eingestuft werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hält Homöopathen jedoch nicht davon ab, sich Wirkmechanismen zur Homöopathie auszudenken und diese zu veröffentlichen. Die Spannweite reicht dabei von [[Animismus|animistischen]] Vorstellungen geistbelebter Materie, in denen die [[Potenzierung]] die positiven Geister (auch Schwingungen) der Substanzen freisetzt, bis zur pseudowissenschaftlichen Umdeutung quantenmechanischer und atomphysikalischer Erkenntnisse &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.anomalistik.de/Walach_WQT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft wird das [[Wassergedächtnis]], welches [[Jacques Benveniste]] meinte gefunden zu haben, als &amp;quot;Beweis&amp;quot; angeführt. Spätestens seit 1995 ist klar, dass Benvenistes Ergebnisse nicht nachvollziehbar sind &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.zeit.de/2003/49/N-Wasser_Ged_8achtnis?page=all&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.gwup.org/skeptiker/archiv/2008/2/media/wasser_gedaechtnis.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotzdem wird weiterhin behauptet, dass Hochpotenzen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Informationen&amp;#039;&amp;#039; enthalten würden, obwohl weder ein Informationsträger zu finden noch ein Code vorstellbar ist. So ist es nicht verwunderlich, dass auch der letzte, als Durchbruch gefeierte &amp;quot;Beweis&amp;quot; an der Uni Leipzig mit Rattendärmen sich als falsch und unhaltbar herausstellte. Eine umfangreiche Würdigung dieser Pseudo-Forschung an der Uni Leipzig findet sich hier:[http://www.xy44.de/belladonna/]. Welche &amp;#039;&amp;#039;Informationen&amp;#039;&amp;#039; die Struktur des Wassers auch immer in der Vorstellung der Anhänger enthalten sollte, sie müssten auch auf die Zuckerpillen übertragen werden, auf die der Tropfen des homöopathischen Wassers aufgetragen wird. Das &amp;#039;&amp;#039;Gedächtnis des Wassers&amp;#039;&amp;#039; müsste die Aufnahme und Absorption durch das gastrointestinale System im Körper und den Transport durch das Blut bis zu den Geweben gewissermaßen überleben. Biologen haben weder ein „Wassergedächtnis“ noch homöopathische Signale oder Rezeptoren entdeckt, noch irgendetwas, das plausiblerweise als Rezeptor für Wasserstrukturen dienen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige heutige Homöopathen ziehen sich auf die Quantenmechanik zurück, um die Wirkungen homöopathischer Mittel zu erklären, aber Quanteneffekte sind lediglich auf subatomarer Ebene von Bedeutung und können sich vielleicht bis auf die atomare Ebene auswirken, sie sind jedoch nicht für die makroskopische Welt oder für biologische Systeme relevant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tatsache dass auch &amp;#039;&amp;#039;verdünntes Wasser&amp;#039;&amp;#039; als homöopathisches Heilmittel angeboten wird (siehe Abbildung rechts, 1 Gramm verdünntes Wasser kostet etwa 1 Pfund) &amp;lt;ref&amp;gt;https://www.helios.co.uk/cgi-bin/store.cgi?action=link&amp;amp;sku=Wate-g&amp;amp;uid=11666&amp;lt;/ref&amp;gt;, macht das Konzept genauso fragwürdig wie die Behauptungen mancher Homöopathen dass von unter dem Kopfkissen oder am Körper getragenen Mitteln eine Wirkung ausginge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie nebenwirkungsfrei ?==&lt;br /&gt;
Glaubt man den Befürwortern der Homöopathie, so wäre die Anwendung stets nebenwirkungsfrei, und dies mag im allgemeinen auch auf die sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Hochpotenzen&amp;#039;&amp;#039; bezogen plausibel erscheinen. Wenn man die Problematik der Homöopathie-Wirkungslosigkeit (gegenüber Placebo) und des Zeitverzuges durch Verzicht auf wirksame Therapien außer Acht lässt, lassen sich aber in der Fachliteratur Angaben zu Nebenwirkungen durch niedrig potenzierte Homöopathika finden. Nicht jedes als homöopathisches Medikament zugelassene Mittel enthält die Wirksubstanzen in hinreichender Verdünnung (bzw. „hoher Potenz“), so dass es frei von unerwünschten Nebenwirkungen wäre. Als Beispiel kann hier ein Mittel gegen Bluthochdruck namens „Homviotensin“ ® genannt werden, das als &amp;#039;&amp;#039;nebenwirkungsfrei&amp;#039;&amp;#039; vermarktet wird, aber einige Phytotherapeutika in ausreichender Konzentration enthält um pharmakologische Wirkungen zu entfalten. Zitat Bewerbung: ...&amp;#039;&amp;#039;Eine Tablette Homviotensin zu 320 mg enthält, arzneilich wirksame Bestandteile Reserpinum Trit. D3 32,0 mg (HAB1,Vorschrift 6); Rauwolfia Trit. D3 32,0 mg; Viscum album Trit. D2 32,0 mg; Crataegus Trit. D2 64,0 mg. Die sonstigen Bestandteile sind Lactose und Magnesiumstearat...&amp;#039;&amp;#039; Hier sind also herzwirksame Substanzen in erheblicher Konzentration zu finden. Als Nebenwirkungen werden zusätzlich &amp;#039;&amp;#039;verstopfte Nase und depressive Verstimmung&amp;#039;&amp;#039; genannt. Die meisten homöopathischen [[Komplexmittelhomöopathie|Komplexmittel]] funktionieren nicht homöopathisch, sondern haben eindeutig pharmakologische Wirkungen. Das wird durch den Einsatz von &amp;#039;&amp;#039;Niedrigpotenzen&amp;#039;&amp;#039; der eingesetzten Urtinkturen erreicht. Damit lassen sich sogar kleinere Studien mit nachgewiesener Wirksamkeit machen (die natürlich nichts mit dem Prinzip der Homöopathie zu tun haben, sondern replizierbare Beobachtungen der Pharmakodynamik sind). Diese Komplexmittel sind für bestimmte Indikationen zugelassen. Allgemein kann als Faustregel davon ausgegangen werden, dass bei niedrigen Potenzstufen (&amp;#039;&amp;#039;kritische Potenz&amp;#039;&amp;#039; im allgemeinen bis etwa D6) eine reguläre unerwünschte Arzneimittelwirkung auftreten kann, weil im Mittel noch nennenswerte Stoffmengen mit dem gesamten Wirkungsspektrum enthalten sind. So können z. B. durch die Anwendung von Mercurius (Quecksilber), Arsenicum (Arsen) oder Nux vomica (Brechnuss), einer Pflanze, die Strychnin-Alkaloide enthält, Vergiftungen hervorgerufen werden. Die kritische Potenz ist abhängig vom Tablettengewicht sowie dem Molekulargewicht der Wirksubstanz und ihrer relativen Wirksamkeit. Im folgenden soll als Beispiel die kritische Potenz für das Diphtherintoxin berechnet werden: das Toxin hat ein Molekulargewicht von 61 kDa. Ein einziges Molekül vermag eine Zelle zu töten. Die Tablette möge 10mg wiegen, was etwa einem Kügelchen mit dem Radius 1 mm entspricht. 10mg entsprechen 1,6*10^-7 Mol bzw. 1*10^17 Moleküle Bei einer Potenz von D16, enthält eine 10mg Tablette noch 10 Moleküle, bzw. 10 potenziell tote Zellen, was eindeutig noch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie und Malariaprophylaxe und Anti Zecken Globuli==&lt;br /&gt;
[[image:malarianosode.jpg|Malaria Nosode|thumb]]&lt;br /&gt;
In Deutschland ist immer wieder zu beobachten, dass Homöopathen das Mittel &amp;#039;&amp;#039;Malaria 2000&amp;#039;&amp;#039; (oder andere Mittel) zu einer sogenannten Malaria-Prophylaxe für Patienten verwenden, die beabsichtigen in ein Land zu reisen, in dem die Malaria endemisch ist. Regelmäßig müssen in Klinken Malariapatienten behandelt werden, die angeben, sich derartig vor Malaria &amp;#039;&amp;#039;gewappnet&amp;#039;&amp;#039; zu haben und sich dennoch infizierten. Es kam zu mindestens einem Todesfall eines Patienten der nach Malaria 2000-Prophylaxe starb. Die Arzneimittel-Kommissionen der Apotheker und der deutschen Ärzteschaft nahm mit Veröffentlichungen und deutlichen Warnungen gegen eine derartige homöopathische Malariaprophylaxe Stellung: &amp;#039;&amp;#039;Bereits am 19. März 1998 hat die Arzneimittel-Kommission der Apotheker in der Pharmazeutischen Zeitung vor einer homöopathischen Malaria-Prophylaxe gewarnt. Es wird klargestellt, dass Malaria eine ernste und z.T. lebensbedrohliche Krankheit darstellt, &amp;quot;der nicht durch unspezifische homöopathische Mittel begegnet werden kann, von denen man sich eine erhöhte Immunität des Körpers gegen Malariaerreger erhofft. Fälle in denen eine solche &amp;quot;Prophylaxe&amp;quot; versagt hat, sind literaturkundig&amp;quot;. Es wird daher dringend davon abgeraten, homöopathische Mittel zur Malaria-Prophylaxe abzugeben.&amp;#039;&amp;#039; Noch deutlicher und schärfer warnt die Arzneimittel-Kommission der deutsche Ärzteschaft im Deutsche Ärzteblatt 95 vom 19. Juni 1998. Die AMK nahm dabei Bezug auf eine von einer Firma angebotene homöopathische Malariaprophylaxe. Wörtlich: &amp;#039;&amp;#039;[...] Niedergelassene Ärzte, die Patienten eine homöopathische Malaria-Prophylaxe verordnen, haben mit berufsrechtlichen und strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Die Malaria ist eine ernste und unter Umständen lebensbedrohliche Krankheit, [...] Wegen der akuten Gefährdung der Patienten, die sich unter Umständen auf ihr homöopathisches Arzneimittel verlassen, sieht die AMK der deutschen Ärzteschaft bei der Verordnung solcher homöopathischen Mittel zur Malaria-Prophylaxe einen Verstoß gegen die Berufspflichten des Arztes und rät zum Schutze der Patienten dringend von einer Verordnung solcher Mittel ab. &lt;br /&gt;
Andererseits ist die Krankheitsprophylaxe an sich innerhalb der Homöopathieszene umstritten, da sich ohne erkennbare Symptome ja keine homöopathischen Mittel finden lassen. Auch in England waren derartige Malariaprophlaxen bekannt geworden, und die englische staatliche NHS stellte daher ab 2008 die Zahlungen an homöopathische Einrichtungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich kritisch sind auch sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Anti Zecken Globuli&amp;#039;&amp;#039; um, wie eine Apotheke in Arnsberg unter der Hand meint, &amp;#039;&amp;#039;[...] einer Borelliose Erkrankung auf natürlicher Weise vorzubeugen [...]&amp;#039;&amp;#039;. Dazu habe diese Apotheke mit einem homöopathischen Hersteller eine spezielle Mischung entwickelt, die [[Nosode]]n enthalte, die eine &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Impfung&amp;#039;&amp;#039; darstellen sollen. Es wird ausdrücklich auf die, durch Zecken übertragenen, Krankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borelliose Bezug genommen. Zusätzlich sollen die Anti Zecken Globuli auch &amp;#039;&amp;#039;Ledum palustre&amp;#039;&amp;#039; (Sumpfporst) enthalten, was den eigenen Körpergeruch im Sinne eines Schutzes verändere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathische Antidote==&lt;br /&gt;
Befürworter der Homöopathie fürchten offenbar unerwünschte Wirkungen eigener Therapien, insbesondere als zu intensive &amp;#039;&amp;#039;Erstverschlimmerungen&amp;#039;&amp;#039; nach Mittelgabe. Aber auch für diesen Fall ist homöopathisch durch sogenanntes &amp;#039;&amp;#039;Antidotieren&amp;#039;&amp;#039; vorgesorgt. Dabei reiche es, einfach das verabreichte erstverschlimmernde Mittel &amp;#039;&amp;#039;[...] mit ein paar Schlucken starkem Kaffee oder Riechen an Kampher (Tigerbalsam, Vic-vapo-rup...) [...]&amp;#039;&amp;#039; unwirksam zu machen &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.nelly-duerr.de/klassische-homoeopathie/antidot.php&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Homöopathie==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Homöopathie kann man zur Zeit der Entwicklung durchaus &amp;quot;wissenschaftlichen&amp;quot; Charakter (nach damaliger Definition) zugestehen. Immerhin ging Hahnemann empirisch vor und überprüfte seine Thesen an Selbstversuchen. Der Zugewinn an Wissen seit dieser Zeit lässt die Theorie heutzutage nur noch aus medizinhistorischer Sicht interessant erscheinen. Als ernsthafte medizinische Methode kann die Homöopathie auf Grund des fehlenden Wirksamkeitsnachweises nicht betrachtet werden. Zu Hahnemanns Zeiten gab es weder ein Fieberthermometer noch die Kenntnis von Bakterien, dafür die seltsamsten Erklärungsversuche (z.B. Miasmen - krankheitserregende Dämpfe, die vom Boden aufsteigen), so dass man Hahnemanns Modell aus historischer Sicht durchaus als vernünftig betrachten muss. Aus heutiger Sicht nach über zwei Jahrhunderten enormen Wissensgewinns kann man vermuten, dass selbst Hahnemann, würde er noch leben und über das heutige Wissen verfügen, seine Apologeten verspotten würde. So wurde die Homöopathie schon vor über 100 Jahren heftig kritisiert (siehe Links). Das Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie geht nicht auf Hahnemann zurück, bereits vorher gab es (zum Beispiel in England) analoge Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bemerkenswert ist weiterhin, dass einige Empfehlungen Hahnemanns aus dem Organon wie zum Beispiel die Anwendung von heißem Terpentin auf Verbrühungsverletzungen auch von den Anhängern und Anwendern der Homöopathie nicht mehr breit propagiert werden. Während also bei Verletzungen, bei denen man unmittelbar den Erfolg oder Misserfolg einer Behandlung ersehen kann, die Lehren Hahnemanns z.T. durchaus korrekt als veraltet und unbegründet zurückgewiesen werden, werden die Teile der Lehre, die zwar nicht minder unlogisch und unbegründet sind, bei deren Umsetzung man aber auf den Placeboeffekt hoffen kann, weiterhin gewinnbringend vermarktet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathische Ärzte in Europa==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland sollen etwa 5000 Ärzte die Zusatzbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Homöopath&amp;#039;&amp;#039; erlangt haben; die Netzeitung gibt an, dass in Deutschland zur Zeit etwa jeder 40. Arzt über die Zusatzbezeichnung «Homöopathie» verfügt&amp;lt;ref&amp;gt;Netzeitung 2.7.08 [http://www.netzeitung.de/gesundheit/1075357.html]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach Angaben der ECHAMP tragen in Deutschland etwa 2,5% der Ärzte, in Italien 8,3% und in der Slowakei etwa 14%, die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“. In Schweden liegt die Quote dagegen bei unter 0,03%, von fast 30.000 schwedischen Ärzten insgesamt haben nur zehn eine homöopathische Zusatzausbildung. Europaweit würden demnach fast 56.000 Mediziner die entsprechende Bezeichnung führen. Die so krass unterschiedliche Akzeptanz der Homöopathie in zwei Industriestaaten wie Deutschland und Schweden bei vergleichbarem Gesundheitsstatus der Deutschen und Schweden zeigt, dass einerseits offenbar problemlos auf die Homöopathie verzichtet werden kann ohne dass sich für die Gesundheit der Bevölkerung ein relevanter Effekt ergibt und dass andererseits die Beliebtheit der Homöopathie weniger mit naturwissenschaftlichen Argumenten oder Belegen einer möglichen Wirksamkeit zusammenzuhängen scheint als vielmehr mit Weltanschauungen, Vorurteilen oder Traditionen. Überzeugende wissenschaftliche Argumente und Wirksamkeitsnachweise die für die Anwendung der Homöopathie sprächen, hätten nämlich auch schwedische Ärzte überzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Homöopathika-Geschäft==&lt;br /&gt;
[[image:Oscillococcinum.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Deutschland und Frankreich sind die wichtigsten Märkte für homöopathische und anthroposophisch-homöopathische Medikamente in Europa. Fast 60 Prozent aller in Europa hergestellten Arzneien dieser Therapierichtungen wurden in diesen beiden Ländern verkauft &amp;lt;ref&amp;gt;europäischer Herstellerverband ECHAMP&amp;lt;/ref&amp;gt;, mit einem europaweiten Zuwachs von 60% zwischen 1995 und 2005. In Deutschland gab es ein Umsatzplus von 80%, in Frankreich gar 300%. Der europaweite Umsatz liegt bei 1,7 Milliarden Euro, etwa 7% aller rezeptfreien Medikamente. Der Erlös der Produktion lag 2005 bei etwa 930 Millionen Euro, davon 810 Millionen Euro für Medikamente. An den Erzeugerpreisen gemessen entfielen auf Deutschland rund 268 Millionen Euro des EU-Absatzes, auf Frankreich 294 Millionen Euro.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;DZVhÄ-Newsletter Ausgabe Januar/Februar 2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;European Coalition on Homeopathic and Anthroposophic Medicinal Products E.E.I.G. (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Facts and Figures, Second Edition, 2007, Homeopathic and Anthroposophic Medicine in Europe&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.echamp.org/upload/files/statements/statements_20071128142622.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/130208094908_6hn141febr.pdf &amp;#039;&amp;#039;Deutschland und Frankreich sind die größten Märkte.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Nachrichten&amp;#039;&amp;#039; Jan./Feb. 2008, S.4.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das marktführende Unternehmen in Deutschland ist die Deutsche Homöopathie-Union (DHU). Der Konzern mit über 400 Mitarbeitern hat sich aus der 1961 gegründeten Firma Schwabe entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das meistverwendete Homöopathikum in den USA ist &amp;#039;&amp;#039;Oscilococcinum C 200&amp;#039;&amp;#039;. Dieses Mittel wird auch „die 20-Millionen-Ente“ genannt. Der Jahresumsatz für das Produkt beträgt 20 Millionen Dollar. Das Mittel wird aus Entenleber erzeugt, doch für den gesamten Umsatz wird nur die Leber einer einzigen Ente gebraucht - und von dieser bleibt einiges übrig: Die Potenzierung von C 200 bedeutet, dass das Verhältnis von Leber zur Lösung 1 zu 10 mit 400 Nullen beträgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie und umstrittene [[Masernparty]]==&lt;br /&gt;
2005 wurde bekannt dass Anhänger der Homöopathie sogenannte Masern-Partys nicht generell ablehnen. Zitat eines entsprechenden Zeitungsartikels &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/726112-100,1,0.html&amp;lt;/ref&amp;gt;: &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Ärzte lehnen &amp;quot;Masern-Partys&amp;quot; nicht generell ab. Bei Abwägung der möglichen Nebenwirkungen einer Impfung mit den Risiken einer Erkrankung sei eine bewusst herbeigeführte Ansteckung im Alter zwischen etwa drei und acht Jahren &amp;quot;eine Überlegung wert&amp;quot;, sagte der Münchner Kinderarzt Dr. Steffen Rabe.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Es sei eine Folge der Impfkampagnen, dass im Vergleich zu früher bei Masernausbrüchen heute mehr Säuglinge und Erwachsene erkranken. Bei diesem Personenkreis sei jedoch das Risiko, infolge von Masern an Komplikationen wie zum Beispiel einer Hirnentzündung zu erkranken, bis zu zehn Mal höher, sagte Rabe.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die gestiegene Masern-Erkrankungshäufigkeit bei Säuglingen ist eine unmittelbare Folge der Impfpolitik&amp;quot;, so Rabe. Die letzte Entscheidung über die Teilnahme eines Kindes an einer &amp;quot;Masern-Party&amp;quot; liegt nach Auffassung des Mediziners immer bei Eltern.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Im Falle einer Masernerkrankung rät der Kinderarzt zum völligen Verzicht auf fiebersenkende Mittel, da diese das Komplikationsrisiko möglicherweise erhöhten. &amp;quot;Der Patient braucht vielmehr vor allem Ruhe und Schonung.&amp;quot; Die Krankheit sei mit klassischer Homöopathie in vielen Fällen gut zu behandeln.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studien zur Homöopathie==&lt;br /&gt;
Bereits zu Lebzeiten von Hahnmann war seine Lehre umstritten und löste lebhafte Diskussionen aus und die ersten Versuche mit Homöopathika verliefen negativ. Bei Wiederholungen von Hahnemanns ursprünglichen „Arznei-Tests“ konnten seine Angaben nicht bestätigt werden. Der berühmte Chinarinden-Versuch, auf dem die Lehre beruht, war ein Irrtum: Obwohl Chinarinde die Körpertemperatur senkt, empfand Hahnemann nach der Einnahme Fieber. Möglicherweise eine allergische Reaktion. Auch die unverblindeten „Arzneimittelprüfungen“ ohne Ausschaltung eines möglichen Placeboeffekts durch Vergleich mit einem Scheinpräparat sind nicht wissenschaftlich akzeptabel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Untersuchungen zur Homöopathie gab es zur Zeit des Nationalsozialismus. Dem Regime lag an einer Neuorientierung im Gesundheitswesen, der &amp;quot;Neuen Deutschen Heilkunde&amp;quot;. In nationalsozialistischen Kreisen wurde zudem die Kritik an &amp;#039;&amp;#039;verjudeter Schulmedizin&amp;#039;&amp;#039; lauter. Zwischen 1936 und 1939 fanden an verschiedenen homöopathischen Krankenhäusern im Auftrag des Reichsgesundheitsamtes Arzneimittelprüfungen statt. Es sollte „vor allem die Zuverlässigkeit früherer Arzneiprüfungen und somit auch die Wertigkeit der auf ihnen aufbauenden ‚Arzneibilder’ erforscht werden. Dem Arbeitskreis gehörten der Homöopath Hanns Rabe (1890-1959), der Internist Werner Siebert (1897-1951) und die Pharmakologie-Professoren Gustav Kuschinsky (1904-1992) und Richard Bonsmann an. An diesen Überprüfungen war auch der damals an der homöopathischen Abteilung des Rudolf Virchow Krankenhauses in Berlin tätige Arzt Fritz Donner (1896-1979) maßgeblich beteiligt. Doch es kam nichts dabei heraus. Durchgeführt wurden beispielsweise Doppelblindversuche mit Silicea C 30. Das Ergebnis: Verum und Placebo verursachten gleich viel Symptome. Den anwesenden Homöopathen war es nicht möglich, Verum und Placebo zu unterscheiden. Auch 1938/39 wurden im Robert-Koch-Krankenhaus in Berlin klinische Versuche mit Homöopathika mit negativem Ergebnisse durchgeführt. Der Homöopath Rabe reagierte mit der Vermutung, dass ..&amp;#039;&amp;#039;Homöopathie keine pharmakotherapeutische Methode, wie bisher angenommen, sondern eine Form der Psychotherapie...&amp;#039;&amp;#039; sei. Fritz Donner in einem Gedächtnisprotokoll: &amp;#039;&amp;#039;Wahrheitsgemäß müsste man antworten, dass bei der Arzneiprüfung nichts herausgekommen ist und dass bei den klinischen Versuchen bei keinem einzigen Patienten eine irgendwie für eine therapeutische Wirkung der eingesetzten Arzneien sprechende Reaktion eingetreten ist.&amp;#039;&amp;#039;. Dennoch wurde offiziell verlautbart es hätten sich gewisse Schwierigkeiten bemerkbar gemacht, sodass man neu beginnen müsse. Der Krieg verhinderte jedoch weitere Forschung. Später, in den sechziger Jahren, drückte sich Donner deutlicher aus: Er nannte die Untersuchung ein &amp;#039;&amp;#039;totales Fiasko&amp;#039;&amp;#039; für die Homöopathie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher gaben Homöopathen an, ihre Methode sei so auf den einzelnen Patienten individualisiert zugeschnitten, dass man sie gar nicht klinisch überprüfen könne. Als später deutlich wurde, dass der Weg zur Anerkennung ihrer Medizin nur über den klinischen Nachweis gehen kann, kam es zu einer Kursänderung und man bemühte sich, den Erfolg homöopathischer Behandlung mit klinischen Studien zu belegen. Veröffentlicht wurden viele Tests mit positiven Ergebnissen – so kamen zum Beispiel im Jahr 1995 merkwürdigerweise nur ein Prozent aller in alternativen Fachzeitschriften publizierten Untersuchungen zu einem negativen Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Meta-Studie unter der Leitung des Berner Epidemiologen Matthias Egger belegt: Je genauer der Test-Aufbau nach wissenschaftlichen Kriterien, desto geringer die Effekte homöopathischer Behandlungen in den jeweiligen Studien. Das Ergebnis wurde im August 2005 in der anerkannten Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht. Lapidar forderten die Herausgeber die Homöopathen auf, endlich offen zu bekennen, dass ihre Methode ein Placebo sei. Die schweizer Regierung schloss Homöopathie aus der Kassen-Erstattung aus und die Stiftung Warentest bewertete die Homöopathie als „zur Behandlung von Krankheiten ungeeignet“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem sich die Homöopathie nicht replizierbar in kontrollierten, randomisierten und doppelt verblindeten Studien nachweisen lies, kam es wiederum zu einer Kehrtwendung mancher Homöopathieanhänger: ein derartiges Studiendesign wäre nicht in der Lage, die tatsächlichen Wirkungen der Homöopathie wiederzugeben. Gefordert wurde ein Abkehr von der &amp;#039;&amp;#039;evidence based medicine&amp;#039;&amp;#039; (EBM) hin zur Neuerfindung einer &amp;#039;&amp;#039;cognitive based medicine&amp;#039;&amp;#039; (CBM) bzw. zu reinen Outcome-Studien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weitere Studien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Shang, A et al., (2005) Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy. In: The Lancet, 27. August–2. September 2005, Band 366 (9487), S. 726–732, PMID 16125589&lt;br /&gt;
* E. Ernst (2002), &amp;quot;A systematic review of systematic reviews of homeopathy&amp;quot;, British Journal of Clinical Pharmacology 54 (6), 577–582: ..&amp;#039;&amp;#039;Homeopathy remains one of the most controversial subjects in therapeutics. This article is an attempt to clarify its effectiveness based on recent systematic reviews. Electronic databases were searched for systematic reviews/meta-analysis on the subject. Seventeen articles fulfilled the inclusion/exclusion criteria. Six of them related to re-analyses of one landmark meta-analysis. Collectively they implied that the overall positive result of this meta-analysis is not supported by a critical analysis of the data. Eleven independent systematic reviews were located. Collectively they failed to provide strong evidence in favour of homeopathy. In particular, there was no condition which responds convincingly better to homeopathic treatment than to placebo or other control interventions. Similarly, there was no homeopathic remedy that was demonstrated to yield clinical effects that are convincingly different from placebo. It is concluded that the best clinical evidence for homeopathy available to date does not warrant positive recommendations for its use in clinical practice..&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* A. Paris, N. Gonnet, C. Chaussard, P. Belon, F. Rocourt, D. Saragaglia, J. L. Cracowski, &amp;quot;Effect of homeopathy on analgesic intake following knee ligament reconstruction: a phase III monocentre randomized placebo controlled study&amp;quot;, British Journal of Clinical Pharmacology (OnlineEarly Articles). &amp;#039;&amp;#039;Conclusions: The complex of homeopathy tested in this study was not superior to placebo in reducing 24 h morphine consumption after knee ligament reconstruction...&amp;#039;&amp;#039; Der Witz bei dieser Studie ist, dass einer der Autoren (P. Belon) Direktor des französischen Homöopathie-Herstellers Boiron ist, die die Studie mitfinanziert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die gesetzliche Einordnung der Homöopathie als Therapieform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Homöopathie gehört in Deutschland nach der Definition zu den [[Besondere Therapierichtungen|besonderen Therapierichtungen]] nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) und dem Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz - AMG). Im SGB ist unter anderem festgelegt, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die homöopathische Behandlung erstatten dürfen. Das AMG sieht bei Homöopathika einen erleichterten Zugang zur Verkehrsfähigkeit als &amp;quot;Arzneimittel&amp;quot; vor, sofern eine Registrierung der Mittel erfolgt ist. An die Registrierung sind im Wesentlichen nur einfache hygienische Bedingungen geknüpft, nicht jedoch der sonst bei Arzneimitteln übliche und auch vom Patienten angenommene Wirksamkeitsnachweis. Anstelle des Wirksamkeitsnachweises wird von einer Kommission am Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) entschieden, ob Mittel, -name und Darreichungsform homöopathischer Lehrmeinung entsprechen (sog. &amp;quot;Binnenkonsens&amp;quot;). Konkret heißt das, dass eine Kommission entscheidet, ob schlichte Zuckerkügelchen auch ganz ohne Wirkstoff sich &amp;quot;Arzneimittel&amp;quot; nennen dürfen und als Arzneimittel verkauft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Herausforderung==&lt;br /&gt;
Der Alternativmedizin-Professor Edzard Ernst (Universität Exeter/GB) bot im Juni 2008 10.000 Pfund für denjenigen, der einen wissenschaftlichen Studien-Nachweis über die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen gegenüber Placebo liefert &amp;lt;ref&amp;gt;*http://stargoss.co.uk/badhomeopathy/modules/news/article.php?storyid=34&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.dailymail.co.uk/news/article-1026966/Leading-professor-offers-10-000-person-prove-homeopathy-works.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.netzeitung.de/gesundheit/1074077.html&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Placeboeffekte und spontane Heilungen==&lt;br /&gt;
Es ist bekannt, dass etwa drei Viertel aller Erkrankungen des Menschen irgendwann spontan verheilen - auch ohne jeglichen therapeutischen Eingriff, und häufig bleiben dabei auch keine dauerhaft nachweisbaren Spuren. Dies ist also quasi die Regel der menschlichen Krankheiten. Nur ist der Zeitpunkt der Heilung (im wahren Sinne des Wortes) zu Beginn einer Erkrankung aber oft nicht exakt anzugeben. Einige Erkrankungen haben auch einen Verlauf der durch Schübe gekennzeichnet ist die sich wiederholen und irgendwann abklingen. Auch &amp;#039;&amp;#039;wachsen&amp;#039;&amp;#039; sich beispielsweise meist Allergien der Kindheit im Erwachsenenalter nach Jahren aus oder schwächen sich stark ab. Nichts liegt also näher als aus homöopathischer Sicht eine solche Spontanheilung als Folge einer homöopathischen Therapie auszugeben, ob sich Homöopathieanhänger dessen bewusst sind oder nicht ist eine andere Frage. Einem derartigen Trugschluss unterliegen aber auch manchmal Ärzte, die sich einer rationalen Medizin verpflichtet fühlen &amp;lt;ref&amp;gt;Skrabanek P, McCormick J: Torheiten und Trugschlüsse in der Medizin. Verlag: Kirchheim + Co. GmbH (1993) ISBN-10: 3874090604 ISBN-13: 978-3874090605&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit spricht alles dafür, dass eine etwaige Wirksamkeit einer homöopathischen Therapie auf der Ausnutzung des [[Placebo]]effektes beruht. Dies wird von den meisten Homöopathen zurückgewiesen, würde es ja das [[Repertorisieren]] und [[Potenzierung|Potenzieren]] überflüssig machen und diese Praktiken ad absurdum führen (zumindest der höheren Potenzen bei denen die Wahrscheinlichkeit der Anwesenheit von Resten der Ursubstanz sehr gering ist). Verwiesen wird dabei auch auf einen bei Tieren oder Kindern angeblich unbekannten Placeboeffekt, auch wenn aus wissenschaftlicher Sicht das Gegenteil der Fall ist. Dass der Homöopathie ein entlockter Placeboeffekt zu Grunde liegen könnte, ist nicht nur Experten aus dem Homöopathie-skeptischen oder neutralen Lager, sondern selbst eingefleischten &amp;#039;&amp;#039;hardcore&amp;#039;&amp;#039; Homöopathen inzwischen klar. So sei laut [[Georgos Vithoulkas]] (bekannter Exponent der klassischen Homöopathie) der Wirkmechanismus sowohl des Placeboeffektes als auch des &amp;quot;homöopathischen Simillimums&amp;quot; derselbe &amp;lt;ref&amp;gt;↑ *http://www.hpathy.de/papersnew/george-vithoulkas.asp [...] Der Plazeboeffekt kann durch die Autosuggestion des Patienten initiiert werden, die eine Mobilisierung des Abwehrmechanismus durch die starken Gefühle des daran glaubens erzwingt. So funktionieren alle Geistheilungen, die Radionik, Yoga, die Meditation und all die anderen Randtherapien [...]&amp;lt;/ref&amp;gt; und führt die Selbsthypnose bzw Auto-[[Suggestion]] dafür an. Als Beleg für seine Hypothese führte er auch eine deutsche Homöopathin an: [...] Ich hörte einmal einer deutschen Homöopathin zu, die behauptete, bei vielen Patienten äußerst erfolgreich zu sein. Als ich sie danach fragte, von welchem Pharmahersteller sie ihre Mittel bezöge, sagte sie mir, dass sie die Mittel selbst produzierte. Sie schreibt auf ein Stück Papier den Mittelnamen und die Potenz und von einem Gerät wird es sofort hergestellt. Sagen Sie mir, ob dies nicht zu hundert Prozent Plazeboeffekt ist. Die Dame war finanziell so erfolgreich, dass sie der deutschen &amp;quot;George Vithoulkas Stiftung&amp;quot; einen großen Betrag spendete [...] Ich selbst habe schon versehentlich das falsche Mittel verabreicht, welches zu einem anderen Patienten gehörte und die Patienten, die das Mittel erhielten, berichteten davon, dass es ihnen besser ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Universitäre Kurse in Homöopathie==&lt;br /&gt;
*In Wien kann man an der anerkannten MedUni Wien Kurse in Homöopathie besuchen, die für das Studium der Humanmedizin anerkannt werden (Wahlfach Homöopathie) &amp;lt;ref&amp;gt; http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/11/homoopathie-meduni-1.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; http://www.sih.at/wahlfach/WFSKRIPT2007.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
*In England gibt es ebenfalls Universitäten, die die akademischen BSc und MSc (Bachelor bzw. Master of Science) Graden in Homöopathie vergeben und den Unmut von Wissenschaftlern erregten. Nature titelte &amp;quot;Science degrees without the science&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; http://www.ucl.ac.uk/Pharmacology/dc-bits/colquhoun-nature-07.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;, und berichtetet davon, wie schwierig bis unmöglich es sei, an die Kursunterlagen der ominösen Homöopathiekurse heranzukommen. Die meisten Universitäten verweigerten schlicht die Offenlegung ihrer Lehrunterlagen an Anfragende &amp;lt;ref&amp;gt; http://dcscience.net/giles-nature-2007.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
*Quantenlogische Medizin (quantum logic medicine): seit 2007 bietet die Universität Sevilla (Spanien) das universitäre Masterstudium in Homöopathie als &amp;#039;&amp;#039;Master Universitario en Homeopatía&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.cfp.us.es/image.asp?id=272&amp;amp;tipo=se&amp;amp;mt=bin&amp;lt;/ref&amp;gt; auch in deutscher Sprache an. Laut Aussagen der Universität wurde dort die Homöopathie unter Gesichtspunkten einer &amp;#039;&amp;#039;Quantenlogik&amp;#039;&amp;#039; zur &amp;#039;&amp;#039;Quantenlogischen Medizin&amp;#039;&amp;#039; weiterentwickelt. Weiter betont diese Universität weltweit den einzigen &amp;#039;&amp;#039;Universitätsmaster in homöopathischer Medizin einer staatlichen Universität&amp;#039;&amp;#039; anbieten zu können. &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.quantum-logic-medicine.com/de/uni_basisWissen.shtml&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zitate==&lt;br /&gt;
*Charles Darwin am 4.9.1850: ..&amp;#039;&amp;#039;Du spricht von Homöopathie, ein Gegenstand, der mich sogar noch wütender macht als Hellseherei. Hellseherei liegt so jenseits aller Glaubwürdigkeit, daß normale Fähigkeiten dabei ohnehin keine Rolle spielen, aber bei der Homöopathie kommen gesunder Menscherverstand und Beobachtung ins Spiel, und beides würde vor die Hunde gehen, wenn die unendlich winzigen Dosen irgendeine Wirkung hätten. Wie wahr ist doch eine Bemerkung ..., die ich neulich las, über die Nachweisbarkeit von Heilprozessen. [Es hieß], niemand weiß, was das Ergebnis wäre, wenn eine Erkrankung gar nicht behandelt würde. Das ist der Mastab, am dem die Homöopathie&amp;quot; zu messen ist...&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Charles Darwin in einem Brief an William Darwin Fox am 4.9.1850: You speak about Homeopathy; which is a subject which makes me more wrath, even than does Clairvoyance: clairvoyance so transcends belief, that one’s ordinary faculties are put out of question, but in Homœopathy common sense and common observation come into play, and both these must go to the Dogs, if the infinetesimal doses have any effect whatever. How true is a remark I saw the other day by Quetelet, in respect to evidence of curative processes, viz that no one knows in disease what is the simple result of nothing being done, as a standard with which to compare Homeopathy and all other such things It is a sad flaw, I cannot but think in my beloved Dr Gully, that he believes in everything - when his daughter was very ill, he had a clairvoyant girl to report on internal changes, a mesmerist to put her to sleep - an homeopathist, viz John Chapman and himself as Hydropathist and the girl recovered...&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*R. v. Bredow: Homöopathie. Die Heilung mit dem Nichts? GEO Juni1997, 44-56&lt;br /&gt;
*Philippe Leick: Die „schwache Quantentheorie“ und die Homöopathie. Skeptiker 19 (3/06) 92-102&lt;br /&gt;
*R. Twenhöfel: Homöopathie und Schulmedizin. Zur Soziologie eines Konfliktes. Heidelberg: Haug 1994&lt;br /&gt;
*Otto Prokop (1995): Homöopathie - Was leistet sie wirklich?, Frankfurt/M.&lt;br /&gt;
* Martin Lambeck (2003): Irrt die Physik?, Beck&amp;#039;sche Reihe, ISBN 3406494692&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.novo-magazin.de/67/novo6734.htm&lt;br /&gt;
*http://www.gwup.org/themen/texte/homoeopathie/&lt;br /&gt;
*http://www.skeptiker.de/themen/texte/homoeopathie/&lt;br /&gt;
*http://www.handrick-net.de/homoeopathie/homoeopathie.html&lt;br /&gt;
*ftp://pandemonium.tiscali.de/pub/gutenberg/2/7/0/2700/2700.txt Homöopathiekritischer Text von 1842. Unverändert gültig.&lt;br /&gt;
*[http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/011005042421_lancet_kopie.pdf the lancet: the end of homoeopathy]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/1967/20/Der-Arzt-steckt-im-Flaesdichen?page=all Die Zeit: Der Arzt steckt im Fläsdichen]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/2003/49/N-Wasser_Ged_8achtnis Die Zeit: Verdünnte Wahrheit]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/2004/24/M-Hom_9aopathie_neu Die Zeit: Die Angst vor der Globulisierung]&lt;br /&gt;
*http://dcscience.net/ernst-bjcp-07.pdf&lt;br /&gt;
*[http://de.youtube.com/watch?v=BWE1tH93G9U James Randi erklärt Homöopathie (englisch - sehr sehenswert)]&lt;br /&gt;
*[http://www.heise.de/tr/Homoeopathika-sind-Placebos--/artikel/110778/0/0 &amp;quot;Homöopathika sind Placebos&amp;quot;] Interview mit Professor Edzard Ernst, Gründer der Abteilung für Komplementärmedizin an der Uni Exeter&lt;br /&gt;
*http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/bstuecke/78922/index.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Homöopathie]]&lt;br /&gt;
[[category:Pseudowissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hema</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie&amp;diff=17730</id>
		<title>Homöopathie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie&amp;diff=17730"/>
		<updated>2009-02-16T11:28:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hema: /* Homöopathische Ärzte in Europa */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Potenzierer.jpg|[[Potenziermaschine]] der Homöopathie|thumb]]Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[pseudowissenschaft]]liche &amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Statement &amp;#039;&amp;#039;National Science Foundation&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy&amp;#039;&amp;#039;, Zitat: ..&amp;#039;&amp;#039;There is widespread agreement for instance that creationism, astrology, homeopathy, [...] are pseudosciences...&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Methode zur Behandlung praktisch aller Erkrankungen, die von [[Samuel Hahnemann]] etwa um 1800 begründet wurde und heute nahezu unverändert existiert. Die Homöopathie stützt sich auf zwei allgemeine Grundprinzipien. Nach dem [[Simile-Prinzip]] der Homöopathie kann aus symptomorientierter Sicht jede Krankheit durch Stoffe geheilt werden, die beim gesunden Patienten ähnliche Symptome hervorrufen. Nach dem Prinzip der [[Potenzierung]] wirken die Stoffe um so stärker, je stärker sie nach einem vorgeschriebenen Verfahren in Lösungsmittel verdünnt werden. Keines dieser beiden Prinzipien konnte bisher experimentell bestätigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homöopathiegläubige sind bewusst oder unbewusst häufig pauschal skeptisch gegenüber der Wissenschaftlichen Medizin: Mit der (meist irrationalen) Angst vor der &amp;quot;schädlichen Chemie&amp;quot; ist untrennbar ein &amp;quot;[[Nocebo]]-Effekt&amp;quot; verbunden, der die Wirkung von gut bewährten konventionellen Verfahren beeinträchtigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten der Homöopathie==&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Klassische Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Form der Homöopathie, die sich streng an der Lehre von Samuel Hahnemann orientiert. Nach Hahnemann soll für die Gesamtheit aller körperlichen und geistigen Beschwerden immer nur ein einziges Mittel zur gleichen Zeit verabreicht werden. Der klassisch arbeitende Homöopath sucht nach dem seiner Meinung nach geeigneten Simile. Bekanntester aktueller Vertreter ist [[Georgos Vithoulkas]].&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Komplexmittelhomöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Anwendung homöopathischer Mittelgemische aufgrund einer Krankheitsdiagnose. Siehe: [[Komplexmittelhomöopathie]].&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Die Klinische Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet die Anwendung von homöopathische Mittel in sogenannten tiefen Potenzen (D1-D12) nach bestimmten Diagnosen.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Neuere Interpretationen und Derivate der Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind im Kommen. Hier zeigen sich fließende Übergänge zum [[Geistheilen]] oder einer &amp;#039;&amp;#039;Energiemedizin&amp;#039;&amp;#039;. Vertreter dieser, unter klassischen Homöopathen meist abgelehnten, Gruppe glauben, nach Anamnese und [[Repertorisieren]] die gefundenen homöopathischen Mittel nicht in den Körper des Patienten einführen zu müssen. Allein die räumliche Nähe des Mittels zum Patient reiche aus, um eine Wirkung zu entfalten. Die Mittel könnten beispielsweise am Körper getragen oder unter das Kopfkissen gelegt werden. Auch könne ein Glas Wasser &amp;#039;&amp;#039;homöopathische Effekte&amp;#039;&amp;#039; zeigen, wenn es lediglich auf ein Blatt Papier mit dem Namen des Mittels gestellt werde. Das Blatt Papier übertrage hier seine &amp;#039;&amp;#039;Information&amp;#039;&amp;#039; auf das einzusetzende Glas Wasser. Eine typische Methode aus diesem Spektrum ist die [[Harmopathie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Hering&amp;#039;sche Gesetz==&lt;br /&gt;
Auf einen Vorschlag des Hahnemann-Anhängers Constantin Hering aus Sachsen geht im 19. Jahrhundert das so genannte &amp;#039;&amp;#039;Heringsche Gesetz&amp;#039;&amp;#039; zurück. Hering glaubte, dass eine Gesundung erfolge, wenn es zu einer Auslöschung von Symptome in folgenden Richtungen verlaufe:&lt;br /&gt;
* von innen nach auüen&lt;br /&gt;
* von oben nach unten&lt;br /&gt;
* von jetzt zu fruher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fehlen der wissenschaftlichen Grundlage==&lt;br /&gt;
Nach etwa 200 Jahren der Forschung von Homöopathen und Nicht-Homöopathen ist bislang kein wissenschaftlicher Beweis für eine über den [[Placebo|Placeboeffekt]] hinausgehende Wirkung der Homöopathie bekannt geworden &amp;lt;ref&amp;gt;Ernst E., A systematic review of systematic reviews of homeopathy., Br J Clin Pharmacol. 2002 Dec;54(6):577-82&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach heutigem Erkenntnisstand ist sie mit einer Placebo-Therapie gleichzusetzen, was allerdings nicht heißen muss, dass sie völlig wirkungslos ist. In der Tat kann man davon ausgehen, dass sie gegenüber einer Nichtbehandlung (also dem Nichtstun) eine Wirkung bei entsprechenden Patienten erzielen kann, insbesondere bei charismatischen Therapeuten und entsprechendem therapeutischem Ritual. Gefahren der Homöopathie ergeben sich aus der Tatsache, dass Homöopathen und Patienten die Placebowirkungen der Homöopathie überschätzen und reproduzierbar effektive Behandlungen mit einem Wirksamkeitsnachweis, der über den Placeboeffekt hinausgeht, unterlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Homöopathie sprechen die fehlenden Wirksamkeitsnachweise, der pseudowissenschaftliche-dogmatische Charakter der Homöopathieschulen (die tatsächliche Schulmedizinen sind), die völlig fehlende Prävention der Krankheit sowie innere Widersprüche wie der nicht reproduzierbare Chinarindenversuch, auf den sich Hahnemann hilfsweise beruft. Homöopathen geben ungerne an, wie lange eine Therapie durchgeführt werden soll.&lt;br /&gt;
Auch aus chemisch-naturwissenschaftlicher Sicht ist das [[Potenzierung|Potenzierverfahren]] (was in Wirklichkeit eine Verdünnung unter bestimmten Umständen ist) nicht mit der Realität in Einklang zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Argument für die Homöopathie wird oft die Freiheit von Nebenwirkungen angesprochen. Das Argument ist dabei, dass bei starker Potenzierung (Verdünnung) kaum Nebenwirkungen zu erwarten seien. Dieses Argument widerspricht jedoch der Annahme, Potenzierung würde die Wirkung der Substanzen verstärken und ist damit ein Widerspruch der Homöopathie in sich. Auch der Anspruch, die Selbstheilungsfähigkeit des Menschen zu stärken wird oft als Argument für die Homöopathie genannt. Den Nachweis hierfür bleiben die Befürworter jedoch schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen häufig verbreiteten Ansichten um eine &amp;#039;&amp;#039;ganzheitliche Behandlung&amp;#039;&amp;#039; im Rahmen der Homöopathie, ist diese Alternativmedizin als eine symptom-basierte Therapieform anzusehen, die sich ausschließlich auf geschilderte und beobachtbare Symptome des Patienten stützt. Die Ätiologie (Ursachenforschung) von Krankheiten wird weitgehend ausgeblendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahneman und moderne Homöopathen orientieren sich an &amp;#039;&amp;#039;Heilgesetzen&amp;#039;&amp;#039;, zu denen auch die Vorstellung gehört, dass homöopathische Therapien Menschen von oben nach unten, von innen nach außen und beginnend mit dem neuesten Symptom behandeln. Solche Vorstellungen haben wiederum keine Grundlage in irgendwelchen Modellen der Biologie oder der Krankheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizinische Fakultät der Universität Marburg erklärte im Ärzteblatt vom 3. März 1993 die Homöopathie zur Irrlehre: Ihr Wirkprinzip sei Täuschung des Patienten, verstärkt durch die Selbsttäuschung des Behandlers &amp;lt;ref&amp;gt;http://oehinfo.uibk.ac.at/natwi/pharm/bunsi/0195/marburg.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pseudowissenschaftliche Erklärungsansätze ==&lt;br /&gt;
[[image:Dwhelios.jpg|Verdünntes Wasser als homöopathisches Heilmittel|300px|thumb]]Die Homöopathie ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht plausibel: Es widerspricht der Logik, den Naturgesetzen und medizinischen Erkenntnissen der Vergangenheit und Gegenwart. Hochpotenzen ab D 23 bzw. C 12 enthalten kein Molekül des Grundstoffes. Wie sollen Tropfen, die nur noch aus Lösungsmitteln bestehen, wirken? Ein [[Wassergedächtnis]], das „Information“ aufnehmen könnte, gibt es nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist in der wissenschaftlichen Medizin nicht sinnvoll, die Funktionsweise von Methoden zu erklären, die gar keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen können. Die Frage nach dem Wirkprinzip der Homöopathie ist völlig sinnlos, solange es keine Hinweise darauf gibt, dass Homöopathie überhaupt Wirkung entwickelt. Alle Erklärungsversuche der Homöopathie sind daher nicht wissenschaftlich fundiert und können als pseudowissenschaftlich eingestuft werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hält Homöopathen jedoch nicht davon ab, sich Wirkmechanismen zur Homöopathie auszudenken und diese zu veröffentlichen. Die Spannweite reicht dabei von [[Animismus|animistischen]] Vorstellungen geistbelebter Materie, in denen die [[Potenzierung]] die positiven Geister (auch Schwingungen) der Substanzen freisetzt, bis zur pseudowissenschaftlichen Umdeutung quantenmechanischer und atomphysikalischer Erkenntnisse &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.anomalistik.de/Walach_WQT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft wird das [[Wassergedächtnis]], welches [[Jacques Benveniste]] meinte gefunden zu haben, als &amp;quot;Beweis&amp;quot; angeführt. Spätestens seit 1995 ist klar, dass Benvenistes Ergebnisse nicht nachvollziehbar sind &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.zeit.de/2003/49/N-Wasser_Ged_8achtnis?page=all&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.gwup.org/skeptiker/archiv/2008/2/media/wasser_gedaechtnis.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotzdem wird weiterhin behauptet, dass Hochpotenzen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Informationen&amp;#039;&amp;#039; enthalten würden, obwohl weder ein Informationsträger zu finden noch ein Code vorstellbar ist. So ist es nicht verwunderlich, dass auch der letzte, als Durchbruch gefeierte &amp;quot;Beweis&amp;quot; an der Uni Leipzig mit Rattendärmen sich als falsch und unhaltbar herausstellte. Eine umfangreiche Würdigung dieser Pseudo-Forschung an der Uni Leipzig findet sich hier:[http://www.xy44.de/belladonna/]. Welche &amp;#039;&amp;#039;Informationen&amp;#039;&amp;#039; die Struktur des Wassers auch immer in der Vorstellung der Anhänger enthalten sollte, sie müssten auch auf die Zuckerpillen übertragen werden, auf die der Tropfen des homöopathischen Wassers aufgetragen wird. Das &amp;#039;&amp;#039;Gedächtnis des Wassers&amp;#039;&amp;#039; müsste die Aufnahme und Absorption durch das gastrointestinale System im Körper und den Transport durch das Blut bis zu den Geweben gewissermaßen überleben. Biologen haben weder ein „Wassergedächtnis“ noch homöopathische Signale oder Rezeptoren entdeckt, noch irgendetwas, das plausiblerweise als Rezeptor für Wasserstrukturen dienen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige heutige Homöopathen ziehen sich auf die Quantenmechanik zurück, um die Wirkungen homöopathischer Mittel zu erklären, aber Quanteneffekte sind lediglich auf subatomarer Ebene von Bedeutung und können sich vielleicht bis auf die atomare Ebene auswirken, sie sind jedoch nicht für die makroskopische Welt oder für biologische Systeme relevant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tatsache dass auch &amp;#039;&amp;#039;verdünntes Wasser&amp;#039;&amp;#039; als homöopathisches Heilmittel angeboten wird (siehe Abbildung rechts, 1 Gramm verdünntes Wasser kostet etwa 1 Pfund) &amp;lt;ref&amp;gt;https://www.helios.co.uk/cgi-bin/store.cgi?action=link&amp;amp;sku=Wate-g&amp;amp;uid=11666&amp;lt;/ref&amp;gt;, macht das Konzept genauso fragwürdig wie die Behauptungen mancher Homöopathen dass von unter dem Kopfkissen oder am Körper getragenen Mitteln eine Wirkung ausginge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie nebenwirkungsfrei ?==&lt;br /&gt;
Glaubt man den Befürwortern der Homöopathie, so wäre die Anwendung stets nebenwirkungsfrei, und dies mag im allgemeinen auch auf die sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Hochpotenzen&amp;#039;&amp;#039; bezogen plausibel erscheinen. Wenn man die Problematik der Homöopathie-Wirkungslosigkeit (gegenüber Placebo) und des Zeitverzuges durch Verzicht auf wirksame Therapien außer Acht lässt, lassen sich aber in der Fachliteratur Angaben zu Nebenwirkungen durch niedrig potenzierte Homöopathika finden. Nicht jedes als homöopathisches Medikament zugelassene Mittel enthält die Wirksubstanzen in hinreichender Verdünnung (bzw. „hoher Potenz“), so dass es frei von unerwünschten Nebenwirkungen wäre. Als Beispiel kann hier ein Mittel gegen Bluthochdruck namens „Homviotensin“ ® genannt werden, das als &amp;#039;&amp;#039;nebenwirkungsfrei&amp;#039;&amp;#039; vermarktet wird, aber einige Phytotherapeutika in ausreichender Konzentration enthält um pharmakologische Wirkungen zu entfalten. Zitat Bewerbung: ...&amp;#039;&amp;#039;Eine Tablette Homviotensin zu 320 mg enthält, arzneilich wirksame Bestandteile Reserpinum Trit. D3 32,0 mg (HAB1,Vorschrift 6); Rauwolfia Trit. D3 32,0 mg; Viscum album Trit. D2 32,0 mg; Crataegus Trit. D2 64,0 mg. Die sonstigen Bestandteile sind Lactose und Magnesiumstearat...&amp;#039;&amp;#039; Hier sind also herzwirksame Substanzen in erheblicher Konzentration zu finden. Als Nebenwirkungen werden zusätzlich &amp;#039;&amp;#039;verstopfte Nase und depressive Verstimmung&amp;#039;&amp;#039; genannt. Die meisten homöopathischen [[Komplexmittelhomöopathie|Komplexmittel]] funktionieren nicht homöopathisch, sondern haben eindeutig pharmakologische Wirkungen. Das wird durch den Einsatz von &amp;#039;&amp;#039;Niedrigpotenzen&amp;#039;&amp;#039; der eingesetzten Urtinkturen erreicht. Damit lassen sich sogar kleinere Studien mit nachgewiesener Wirksamkeit machen (die natürlich nichts mit dem Prinzip der Homöopathie zu tun haben, sondern replizierbare Beobachtungen der Pharmakodynamik sind). Diese Komplexmittel sind für bestimmte Indikationen zugelassen. Allgemein kann als Faustregel davon ausgegangen werden, dass bei niedrigen Potenzstufen (&amp;#039;&amp;#039;kritische Potenz&amp;#039;&amp;#039; im allgemeinen bis etwa D6) eine reguläre unerwünschte Arzneimittelwirkung auftreten kann, weil im Mittel noch nennenswerte Stoffmengen mit dem gesamten Wirkungsspektrum enthalten sind. So können z. B. durch die Anwendung von Mercurius (Quecksilber), Arsenicum (Arsen) oder Nux vomica (Brechnuss), einer Pflanze, die Strychnin-Alkaloide enthält, Vergiftungen hervorgerufen werden. Die kritische Potenz ist abhängig vom Tablettengewicht sowie dem Molekulargewicht der Wirksubstanz und ihrer relativen Wirksamkeit. Im folgenden soll als Beispiel die kritische Potenz für das Diphtherintoxin berechnet werden: das Toxin hat ein Molekulargewicht von 61 kDa. Ein einziges Molekül vermag eine Zelle zu töten. Die Tablette möge 10mg wiegen, was etwa einem Kügelchen mit dem Radius 1 mm entspricht. 10mg entsprechen 1,6*10^-7 Mol bzw. 1*10^17 Moleküle Bei einer Potenz von D16, enthält eine 10mg Tablette noch 10 Moleküle, bzw. 10 potenziell tote Zellen, was eindeutig noch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie und Malariaprophylaxe und Anti Zecken Globuli==&lt;br /&gt;
[[image:malarianosode.jpg|Malaria Nosode|thumb]]&lt;br /&gt;
In Deutschland ist immer wieder zu beobachten, dass Homöopathen das Mittel &amp;#039;&amp;#039;Malaria 2000&amp;#039;&amp;#039; (oder andere Mittel) zu einer sogenannten Malaria-Prophylaxe für Patienten verwenden, die beabsichtigen in ein Land zu reisen, in dem die Malaria endemisch ist. Regelmäßig müssen in Klinken Malariapatienten behandelt werden, die angeben, sich derartig vor Malaria &amp;#039;&amp;#039;gewappnet&amp;#039;&amp;#039; zu haben und sich dennoch infizierten. Es kam zu mindestens einem Todesfall eines Patienten der nach Malaria 2000-Prophylaxe starb. Die Arzneimittel-Kommissionen der Apotheker und der deutschen Ärzteschaft nahm mit Veröffentlichungen und deutlichen Warnungen gegen eine derartige homöopathische Malariaprophylaxe Stellung: &amp;#039;&amp;#039;Bereits am 19. März 1998 hat die Arzneimittel-Kommission der Apotheker in der Pharmazeutischen Zeitung vor einer homöopathischen Malaria-Prophylaxe gewarnt. Es wird klargestellt, dass Malaria eine ernste und z.T. lebensbedrohliche Krankheit darstellt, &amp;quot;der nicht durch unspezifische homöopathische Mittel begegnet werden kann, von denen man sich eine erhöhte Immunität des Körpers gegen Malariaerreger erhofft. Fälle in denen eine solche &amp;quot;Prophylaxe&amp;quot; versagt hat, sind literaturkundig&amp;quot;. Es wird daher dringend davon abgeraten, homöopathische Mittel zur Malaria-Prophylaxe abzugeben.&amp;#039;&amp;#039; Noch deutlicher und schärfer warnt die Arzneimittel-Kommission der deutsche Ärzteschaft im Deutsche Ärzteblatt 95 vom 19. Juni 1998. Die AMK nahm dabei Bezug auf eine von einer Firma angebotene homöopathische Malariaprophylaxe. Wörtlich: &amp;#039;&amp;#039;[...] Niedergelassene Ärzte, die Patienten eine homöopathische Malaria-Prophylaxe verordnen, haben mit berufsrechtlichen und strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Die Malaria ist eine ernste und unter Umständen lebensbedrohliche Krankheit, [...] Wegen der akuten Gefährdung der Patienten, die sich unter Umständen auf ihr homöopathisches Arzneimittel verlassen, sieht die AMK der deutschen Ärzteschaft bei der Verordnung solcher homöopathischen Mittel zur Malaria-Prophylaxe einen Verstoß gegen die Berufspflichten des Arztes und rät zum Schutze der Patienten dringend von einer Verordnung solcher Mittel ab. &lt;br /&gt;
Andererseits ist die Krankheitsprophylaxe an sich innerhalb der Homöopathieszene umstritten, da sich ohne erkennbare Symptome ja keine homöopathischen Mittel finden lassen. Auch in England waren derartige Malariaprophlaxen bekannt geworden, und die englische staatliche NHS stellte daher ab 2008 die Zahlungen an homöopathische Einrichtungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich kritisch sind auch sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Anti Zecken Globuli&amp;#039;&amp;#039; um, wie eine Apotheke in Arnsberg unter der Hand meint, &amp;#039;&amp;#039;[...] einer Borelliose Erkrankung auf natürlicher Weise vorzubeugen [...]&amp;#039;&amp;#039;. Dazu habe diese Apotheke mit einem homöopathischen Hersteller eine spezielle Mischung entwickelt, die [[Nosode]]n enthalte, die eine &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Impfung&amp;#039;&amp;#039; darstellen sollen. Es wird ausdrücklich auf die, durch Zecken übertragenen, Krankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borelliose Bezug genommen. Zusätzlich sollen die Anti Zecken Globuli auch &amp;#039;&amp;#039;Ledum palustre&amp;#039;&amp;#039; (Sumpfporst) enthalten, was den eigenen Körpergeruch im Sinne eines Schutzes verändere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathische Antidote==&lt;br /&gt;
Befürworter der Homöopathie fürchten offenbar unerwünschte Wirkungen eigener Therapien, insbesondere als zu intensive &amp;#039;&amp;#039;Erstverschlimmerungen&amp;#039;&amp;#039; nach Mittelgabe. Aber auch für diesen Fall ist homöopathisch durch sogenanntes &amp;#039;&amp;#039;Antidotieren&amp;#039;&amp;#039; vorgesorgt. Dabei reiche es, einfach das verabreichte erstverschlimmernde Mittel &amp;#039;&amp;#039;[...] mit ein paar Schlucken starkem Kaffee oder Riechen an Kampher (Tigerbalsam, Vic-vapo-rup...) [...]&amp;#039;&amp;#039; unwirksam zu machen &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.nelly-duerr.de/klassische-homoeopathie/antidot.php&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Homöopathie==&lt;br /&gt;
Der Homöopathie kann man zur Zeit der Entwicklung durchaus &amp;quot;wissenschaftlichen&amp;quot; Charakter (nach damaliger Definition) zugestehen. Immerhin ging Hahnemann empirisch vor und überprüfte seine Thesen an Selbstversuchen. Der Zugewinn an Wissen seit dieser Zeit lässt die Theorie heutzutage nur noch aus medizinhistorischer Sicht interessant erscheinen. Als ernsthafte medizinische Methode kann die Homöopathie auf Grund des fehlenden Wirksamkeitsnachweises nicht betrachtet werden. Zu Hahnemanns Zeiten gab es weder ein Fieberthermometer noch die Kenntnis von Bakterien, dafür die seltsamsten Erklärungsversuche (z.B. Miasmen - krankheitserregende Dämpfe, die vom Boden aufsteigen), so dass man Hahnemanns Modell aus historischer Sicht durchaus als vernünftig betrachten muss. Aus heutiger Sicht nach über zwei Jahrhunderten enormen Wissensgewinns kann man vermuten, dass selbst Hahnemann, würde er noch leben und über das heutige Wissen verfügen, seine Apologeten verspotten würde. So wurde die Homöopathie schon vor über 100 Jahren heftig kritisiert (siehe Links). Das Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie geht nicht auf Hahnemann zurück, bereits vorher gab es (zum Beispiel in England) analoge Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathische Ärzte in Europa==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland sollen etwa 5000 Ärzte die Zusatzbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Homöopath&amp;#039;&amp;#039; erlangt haben; die Netzeitung gibt an, dass in Deutschland zur Zeit etwa jeder 40. Arzt über die Zusatzbezeichnung «Homöopathie» verfügt&amp;lt;ref&amp;gt;Netzeitung 2.7.08 [http://www.netzeitung.de/gesundheit/1075357.html]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach Angaben der ECHAMP tragen in Deutschland etwa 2,5% der Ärzte, in Italien 8,3% und in der Slowakei etwa 14%, die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“. In Schweden liegt die Quote dagegen bei unter 0,03%, von fast 30.000 schwedischen Ärzten insgesamt haben nur zehn eine homöopathische Zusatzausbildung. Europaweit würden demnach fast 56.000 Mediziner die entsprechende Bezeichnung führen. Die so krass unterschiedliche Akzeptanz der Homöopathie in zwei Industriestaaten wie Deutschland und Schweden bei vergleichbarem Gesundheitsstatus der Deutschen und Schweden zeigt, dass einerseits offenbar problemlos auf die Homöopathie verzichtet werden kann ohne dass sich für die Gesundheit der Bevölkerung ein relevanter Effekt ergibt und dass andererseits die Beliebtheit der Homöopathie weniger mit naturwissenschaftlichen Argumenten oder Belegen einer möglichen Wirksamkeit zusammenzuhängen scheint als vielmehr mit Weltanschauungen, Vorurteilen oder Traditionen. Überzeugende wissenschaftliche Argumente und Wirksamkeitsnachweise die für die Anwendung der Homöopathie sprächen, hätten nämlich auch schwedische Ärzte überzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Homöopathika-Geschäft==&lt;br /&gt;
[[image:Oscillococcinum.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Deutschland und Frankreich sind die wichtigsten Märkte für homöopathische und anthroposophisch-homöopathische Medikamente in Europa. Fast 60 Prozent aller in Europa hergestellten Arzneien dieser Therapierichtungen wurden in diesen beiden Ländern verkauft &amp;lt;ref&amp;gt;europäischer Herstellerverband ECHAMP&amp;lt;/ref&amp;gt;, mit einem europaweiten Zuwachs von 60% zwischen 1995 und 2005. In Deutschland gab es ein Umsatzplus von 80%, in Frankreich gar 300%. Der europaweite Umsatz liegt bei 1,7 Milliarden Euro, etwa 7% aller rezeptfreien Medikamente. Der Erlös der Produktion lag 2005 bei etwa 930 Millionen Euro, davon 810 Millionen Euro für Medikamente. An den Erzeugerpreisen gemessen entfielen auf Deutschland rund 268 Millionen Euro des EU-Absatzes, auf Frankreich 294 Millionen Euro.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;DZVhÄ-Newsletter Ausgabe Januar/Februar 2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;European Coalition on Homeopathic and Anthroposophic Medicinal Products E.E.I.G. (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Facts and Figures, Second Edition, 2007, Homeopathic and Anthroposophic Medicine in Europe&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.echamp.org/upload/files/statements/statements_20071128142622.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/130208094908_6hn141febr.pdf &amp;#039;&amp;#039;Deutschland und Frankreich sind die größten Märkte.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Nachrichten&amp;#039;&amp;#039; Jan./Feb. 2008, S.4.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das marktführende Unternehmen in Deutschland ist die Deutsche Homöopathie-Union (DHU). Der Konzern mit über 400 Mitarbeitern hat sich aus der 1961 gegründeten Firma Schwabe entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das meistverwendete Homöopathikum in den USA ist &amp;#039;&amp;#039;Oscilococcinum C 200&amp;#039;&amp;#039;. Dieses Mittel wird auch „die 20-Millionen-Ente“ genannt. Der Jahresumsatz für das Produkt beträgt 20 Millionen Dollar. Das Mittel wird aus Entenleber erzeugt, doch für den gesamten Umsatz wird nur die Leber einer einzigen Ente gebraucht - und von dieser bleibt einiges übrig: Die Potenzierung von C 200 bedeutet, dass das Verhältnis von Leber zur Lösung 1 zu 10 mit 400 Nullen beträgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie und umstrittene [[Masernparty]]==&lt;br /&gt;
2005 wurde bekannt dass Anhänger der Homöopathie sogenannte Masern-Partys nicht generell ablehnen. Zitat eines entsprechenden Zeitungsartikels &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/726112-100,1,0.html&amp;lt;/ref&amp;gt;: &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Ärzte lehnen &amp;quot;Masern-Partys&amp;quot; nicht generell ab. Bei Abwägung der möglichen Nebenwirkungen einer Impfung mit den Risiken einer Erkrankung sei eine bewusst herbeigeführte Ansteckung im Alter zwischen etwa drei und acht Jahren &amp;quot;eine Überlegung wert&amp;quot;, sagte der Münchner Kinderarzt Dr. Steffen Rabe.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Es sei eine Folge der Impfkampagnen, dass im Vergleich zu früher bei Masernausbrüchen heute mehr Säuglinge und Erwachsene erkranken. Bei diesem Personenkreis sei jedoch das Risiko, infolge von Masern an Komplikationen wie zum Beispiel einer Hirnentzündung zu erkranken, bis zu zehn Mal höher, sagte Rabe.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die gestiegene Masern-Erkrankungshäufigkeit bei Säuglingen ist eine unmittelbare Folge der Impfpolitik&amp;quot;, so Rabe. Die letzte Entscheidung über die Teilnahme eines Kindes an einer &amp;quot;Masern-Party&amp;quot; liegt nach Auffassung des Mediziners immer bei Eltern.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Im Falle einer Masernerkrankung rät der Kinderarzt zum völligen Verzicht auf fiebersenkende Mittel, da diese das Komplikationsrisiko möglicherweise erhöhten. &amp;quot;Der Patient braucht vielmehr vor allem Ruhe und Schonung.&amp;quot; Die Krankheit sei mit klassischer Homöopathie in vielen Fällen gut zu behandeln.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studien zur Homöopathie==&lt;br /&gt;
Bereits zu Lebzeiten von Hahnmann war seine Lehre umstritten und löste lebhafte Diskussionen aus und die ersten Versuche mit Homöopathika verliefen negativ. Bei Wiederholungen von Hahnemanns ursprünglichen „Arznei-Tests“ konnten seine Angaben nicht bestätigt werden. Der berühmte Chinarinden-Versuch, auf dem die Lehre beruht, war ein Irrtum: Obwohl Chinarinde die Körpertemperatur senkt, empfand Hahnemann nach der Einnahme Fieber. Möglicherweise eine allergische Reaktion. Auch die unverblindeten „Arzneimittelprüfungen“ ohne Ausschaltung eines möglichen Placeboeffekts durch Vergleich mit einem Scheinpräparat sind nicht wissenschaftlich akzeptabel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Untersuchungen zur Homöopathie gab es zur Zeit des Nationalsozialismus. Dem Regime lag an einer Neuorientierung im Gesundheitswesen, der &amp;quot;Neuen Deutschen Heilkunde&amp;quot;. In nationalsozialistischen Kreisen wurde zudem die Kritik an &amp;#039;&amp;#039;verjudeter Schulmedizin&amp;#039;&amp;#039; lauter. Zwischen 1936 und 1939 fanden an verschiedenen homöopathischen Krankenhäusern im Auftrag des Reichsgesundheitsamtes Arzneimittelprüfungen statt. Es sollte „vor allem die Zuverlässigkeit früherer Arzneiprüfungen und somit auch die Wertigkeit der auf ihnen aufbauenden ‚Arzneibilder’ erforscht werden. Dem Arbeitskreis gehörten der Homöopath Hanns Rabe (1890-1959), der Internist Werner Siebert (1897-1951) und die Pharmakologie-Professoren Gustav Kuschinsky (1904-1992) und Richard Bonsmann an. An diesen Überprüfungen war auch der damals an der homöopathischen Abteilung des Rudolf Virchow Krankenhauses in Berlin tätige Arzt Fritz Donner (1896-1979) maßgeblich beteiligt. Doch es kam nichts dabei heraus. Durchgeführt wurden beispielsweise Doppelblindversuche mit Silicea C 30. Das Ergebnis: Verum und Placebo verursachten gleich viel Symptome. Den anwesenden Homöopathen war es nicht möglich, Verum und Placebo zu unterscheiden. Auch 1938/39 wurden im Robert-Koch-Krankenhaus in Berlin klinische Versuche mit Homöopathika mit negativem Ergebnisse durchgeführt. Der Homöopath Rabe reagierte mit der Vermutung, dass ..&amp;#039;&amp;#039;Homöopathie keine pharmakotherapeutische Methode, wie bisher angenommen, sondern eine Form der Psychotherapie...&amp;#039;&amp;#039; sei. Fritz Donner in einem Gedächtnisprotokoll: &amp;#039;&amp;#039;Wahrheitsgemäß müsste man antworten, dass bei der Arzneiprüfung nichts herausgekommen ist und dass bei den klinischen Versuchen bei keinem einzigen Patienten eine irgendwie für eine therapeutische Wirkung der eingesetzten Arzneien sprechende Reaktion eingetreten ist.&amp;#039;&amp;#039;. Dennoch wurde offiziell verlautbart es hätten sich gewisse Schwierigkeiten bemerkbar gemacht, sodass man neu beginnen müsse. Der Krieg verhinderte jedoch weitere Forschung. Später, in den sechziger Jahren, drückte sich Donner deutlicher aus: Er nannte die Untersuchung ein &amp;#039;&amp;#039;totales Fiasko&amp;#039;&amp;#039; für die Homöopathie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher gaben Homöopathen an, ihre Methode sei so auf den einzelnen Patienten individualisiert zugeschnitten, dass man sie gar nicht klinisch überprüfen könne. Als später deutlich wurde, dass der Weg zur Anerkennung ihrer Medizin nur über den klinischen Nachweis gehen kann, kam es zu einer Kursänderung und man bemühte sich, den Erfolg homöopathischer Behandlung mit klinischen Studien zu belegen. Veröffentlicht wurden viele Tests mit positiven Ergebnissen – so kamen zum Beispiel im Jahr 1995 merkwürdigerweise nur ein Prozent aller in alternativen Fachzeitschriften publizierten Untersuchungen zu einem negativen Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Meta-Studie unter der Leitung des Berner Epidemiologen Matthias Egger belegt: Je genauer der Test-Aufbau nach wissenschaftlichen Kriterien, desto geringer die Effekte homöopathischer Behandlungen in den jeweiligen Studien. Das Ergebnis wurde im August 2005 in der anerkannten Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht. Lapidar forderten die Herausgeber die Homöopathen auf, endlich offen zu bekennen, dass ihre Methode ein Placebo sei. Die schweizer Regierung schloss Homöopathie aus der Kassen-Erstattung aus und die Stiftung Warentest bewertete die Homöopathie als „zur Behandlung von Krankheiten ungeeignet“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem sich die Homöopathie nicht replizierbar in kontrollierten, randomisierten und doppelt verblindeten Studien nachweisen lies, kam es wiederum zu einer Kehrtwendung mancher Homöopathieanhänger: ein derartiges Studiendesign wäre nicht in der Lage, die tatsächlichen Wirkungen der Homöopathie wiederzugeben. Gefordert wurde ein Abkehr von der &amp;#039;&amp;#039;evidence based medicine&amp;#039;&amp;#039; (EBM) hin zur Neuerfindung einer &amp;#039;&amp;#039;cognitive based medicine&amp;#039;&amp;#039; (CBM) bzw. zu reinen Outcome-Studien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weitere Studien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Shang, A et al., (2005) Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy. In: The Lancet, 27. August–2. September 2005, Band 366 (9487), S. 726–732, PMID 16125589&lt;br /&gt;
* E. Ernst (2002), &amp;quot;A systematic review of systematic reviews of homeopathy&amp;quot;, British Journal of Clinical Pharmacology 54 (6), 577–582: ..&amp;#039;&amp;#039;Homeopathy remains one of the most controversial subjects in therapeutics. This article is an attempt to clarify its effectiveness based on recent systematic reviews. Electronic databases were searched for systematic reviews/meta-analysis on the subject. Seventeen articles fulfilled the inclusion/exclusion criteria. Six of them related to re-analyses of one landmark meta-analysis. Collectively they implied that the overall positive result of this meta-analysis is not supported by a critical analysis of the data. Eleven independent systematic reviews were located. Collectively they failed to provide strong evidence in favour of homeopathy. In particular, there was no condition which responds convincingly better to homeopathic treatment than to placebo or other control interventions. Similarly, there was no homeopathic remedy that was demonstrated to yield clinical effects that are convincingly different from placebo. It is concluded that the best clinical evidence for homeopathy available to date does not warrant positive recommendations for its use in clinical practice..&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* A. Paris, N. Gonnet, C. Chaussard, P. Belon, F. Rocourt, D. Saragaglia, J. L. Cracowski, &amp;quot;Effect of homeopathy on analgesic intake following knee ligament reconstruction: a phase III monocentre randomized placebo controlled study&amp;quot;, British Journal of Clinical Pharmacology (OnlineEarly Articles). &amp;#039;&amp;#039;Conclusions: The complex of homeopathy tested in this study was not superior to placebo in reducing 24 h morphine consumption after knee ligament reconstruction...&amp;#039;&amp;#039; Der Witz bei dieser Studie ist, dass einer der Autoren (P. Belon) Direktor des französischen Homöopathie-Herstellers Boiron ist, die die Studie mitfinanziert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die gesetzliche Einordnung der Homöopathie als Therapieform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Homöopathie gehört in Deutschland nach der Definition zu den [[Besondere Therapierichtungen|besonderen Therapierichtungen]] nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) und dem Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz - AMG). Im SGB ist unter anderem festgelegt, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die homöopathische Behandlung erstatten dürfen. Das AMG sieht bei Homöopathika einen erleichterten Zugang zur Verkehrsfähigkeit als &amp;quot;Arzneimittel&amp;quot; vor, sofern eine Registrierung der Mittel erfolgt ist. An die Registrierung sind im Wesentlichen nur einfache hygienische Bedingungen geknüpft, nicht jedoch der sonst bei Arzneimitteln übliche und auch vom Patienten angenommene Wirksamkeitsnachweis. Anstelle des Wirksamkeitsnachweises wird von einer Kommission am Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) entschieden, ob Mittel, -name und Darreichungsform homöopathischer Lehrmeinung entsprechen (sog. &amp;quot;Binnenkonsens&amp;quot;). Konkret heißt das, dass eine Kommission entscheidet, ob schlichte Zuckerkügelchen auch ganz ohne Wirkstoff sich &amp;quot;Arzneimittel&amp;quot; nennen dürfen und als Arzneimittel verkauft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Herausforderung==&lt;br /&gt;
Der Alternativmedizin-Professor Edzard Ernst (Universität Exeter/GB) bot im Juni 2008 10.000 Pfund für denjenigen, der einen wissenschaftlichen Studien-Nachweis über die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen gegenüber Placebo liefert &amp;lt;ref&amp;gt;*http://stargoss.co.uk/badhomeopathy/modules/news/article.php?storyid=34&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.dailymail.co.uk/news/article-1026966/Leading-professor-offers-10-000-person-prove-homeopathy-works.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.netzeitung.de/gesundheit/1074077.html&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Placeboeffekte und spontane Heilungen==&lt;br /&gt;
Es ist bekannt, dass etwa drei Viertel aller Erkrankungen des Menschen irgendwann spontan verheilen - auch ohne jeglichen therapeutischen Eingriff, und häufig bleiben dabei auch keine dauerhaft nachweisbaren Spuren. Dies ist also quasi die Regel der menschlichen Krankheiten. Nur ist der Zeitpunkt der Heilung (im wahren Sinne des Wortes) zu Beginn einer Erkrankung aber oft nicht exakt anzugeben. Einige Erkrankungen haben auch einen Verlauf der durch Schübe gekennzeichnet ist die sich wiederholen und irgendwann abklingen. Auch &amp;#039;&amp;#039;wachsen&amp;#039;&amp;#039; sich beispielsweise meist Allergien der Kindheit im Erwachsenenalter nach Jahren aus oder schwächen sich stark ab. Nichts liegt also näher als aus homöopathischer Sicht eine solche Spontanheilung als Folge einer homöopathischen Therapie auszugeben, ob sich Homöopathieanhänger dessen bewusst sind oder nicht ist eine andere Frage. Einem derartigen Trugschluss unterliegen aber auch manchmal Ärzte, die sich einer rationalen Medizin verpflichtet fühlen &amp;lt;ref&amp;gt;Skrabanek P, McCormick J: Torheiten und Trugschlüsse in der Medizin. Verlag: Kirchheim + Co. GmbH (1993) ISBN-10: 3874090604 ISBN-13: 978-3874090605&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit spricht alles dafür, dass eine etwaige Wirksamkeit einer homöopathischen Therapie auf der Ausnutzung des [[Placebo]]effektes beruht. Dies wird von den meisten Homöopathen zurückgewiesen, würde es ja das [[Repertorisieren]] und [[Potenzierung|Potenzieren]] überflüssig machen und diese Praktiken ad absurdum führen (zumindest der höheren Potenzen bei denen die Wahrscheinlichkeit der Anwesenheit von Resten der Ursubstanz sehr gering ist). Verwiesen wird dabei auch auf einen bei Tieren oder Kindern angeblich unbekannten Placeboeffekt, auch wenn aus wissenschaftlicher Sicht das Gegenteil der Fall ist. Dass der Homöopathie ein entlockter Placeboeffekt zu Grunde liegen könnte, ist nicht nur Experten aus dem Homöopathie-skeptischen oder neutralen Lager, sondern selbst eingefleischten &amp;#039;&amp;#039;hardcore&amp;#039;&amp;#039; Homöopathen inzwischen klar. So sei laut [[Georgos Vithoulkas]] (bekannter Exponent der klassischen Homöopathie) der Wirkmechanismus sowohl des Placeboeffektes als auch des &amp;quot;homöopathischen Simillimums&amp;quot; derselbe &amp;lt;ref&amp;gt;↑ *http://www.hpathy.de/papersnew/george-vithoulkas.asp [...] Der Plazeboeffekt kann durch die Autosuggestion des Patienten initiiert werden, die eine Mobilisierung des Abwehrmechanismus durch die starken Gefühle des daran glaubens erzwingt. So funktionieren alle Geistheilungen, die Radionik, Yoga, die Meditation und all die anderen Randtherapien [...]&amp;lt;/ref&amp;gt; und führt die Selbsthypnose bzw Auto-[[Suggestion]] dafür an. Als Beleg für seine Hypothese führte er auch eine deutsche Homöopathin an: [...] Ich hörte einmal einer deutschen Homöopathin zu, die behauptete, bei vielen Patienten äußerst erfolgreich zu sein. Als ich sie danach fragte, von welchem Pharmahersteller sie ihre Mittel bezöge, sagte sie mir, dass sie die Mittel selbst produzierte. Sie schreibt auf ein Stück Papier den Mittelnamen und die Potenz und von einem Gerät wird es sofort hergestellt. Sagen Sie mir, ob dies nicht zu hundert Prozent Plazeboeffekt ist. Die Dame war finanziell so erfolgreich, dass sie der deutschen &amp;quot;George Vithoulkas Stiftung&amp;quot; einen großen Betrag spendete [...] Ich selbst habe schon versehentlich das falsche Mittel verabreicht, welches zu einem anderen Patienten gehörte und die Patienten, die das Mittel erhielten, berichteten davon, dass es ihnen besser ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Universitäre Kurse in Homöopathie==&lt;br /&gt;
*In Wien kann man an der anerkannten MedUni Wien Kurse in Homöopathie besuchen, die für das Studium der Humanmedizin anerkannt werden (Wahlfach Homöopathie) &amp;lt;ref&amp;gt; http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/11/homoopathie-meduni-1.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; http://www.sih.at/wahlfach/WFSKRIPT2007.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
*In England gibt es ebenfalls Universitäten, die die akademischen BSc und MSc (Bachelor bzw. Master of Science) Graden in Homöopathie vergeben und den Unmut von Wissenschaftlern erregten. Nature titelte &amp;quot;Science degrees without the science&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; http://www.ucl.ac.uk/Pharmacology/dc-bits/colquhoun-nature-07.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;, und berichtetet davon, wie schwierig bis unmöglich es sei, an die Kursunterlagen der ominösen Homöopathiekurse heranzukommen. Die meisten Universitäten verweigerten schlicht die Offenlegung ihrer Lehrunterlagen an Anfragende &amp;lt;ref&amp;gt; http://dcscience.net/giles-nature-2007.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
*Quantenlogische Medizin (quantum logic medicine): seit 2007 bietet die Universität Sevilla (Spanien) das universitäre Masterstudium in Homöopathie als &amp;#039;&amp;#039;Master Universitario en Homeopatía&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.cfp.us.es/image.asp?id=272&amp;amp;tipo=se&amp;amp;mt=bin&amp;lt;/ref&amp;gt; auch in deutscher Sprache an. Laut Aussagen der Universität wurde dort die Homöopathie unter Gesichtspunkten einer &amp;#039;&amp;#039;Quantenlogik&amp;#039;&amp;#039; zur &amp;#039;&amp;#039;Quantenlogischen Medizin&amp;#039;&amp;#039; weiterentwickelt. Weiter betont diese Universität weltweit den einzigen &amp;#039;&amp;#039;Universitätsmaster in homöopathischer Medizin einer staatlichen Universität&amp;#039;&amp;#039; anbieten zu können. &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.quantum-logic-medicine.com/de/uni_basisWissen.shtml&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zitate==&lt;br /&gt;
*Charles Darwin am 4.9.1850: ..&amp;#039;&amp;#039;Du spricht von Homöopathie, ein Gegenstand, der mich sogar noch wütender macht als Hellseherei. Hellseherei liegt so jenseits aller Glaubwürdigkeit, daß normale Fähigkeiten dabei ohnehin keine Rolle spielen, aber bei der Homöopathie kommen gesunder Menscherverstand und Beobachtung ins Spiel, und beides würde vor die Hunde gehen, wenn die unendlich winzigen Dosen irgendeine Wirkung hätten. Wie wahr ist doch eine Bemerkung ..., die ich neulich las, über die Nachweisbarkeit von Heilprozessen. [Es hieß], niemand weiß, was das Ergebnis wäre, wenn eine Erkrankung gar nicht behandelt würde. Das ist der Mastab, am dem die Homöopathie&amp;quot; zu messen ist...&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Charles Darwin in einem Brief an William Darwin Fox am 4.9.1850: You speak about Homeopathy; which is a subject which makes me more wrath, even than does Clairvoyance: clairvoyance so transcends belief, that one’s ordinary faculties are put out of question, but in Homœopathy common sense and common observation come into play, and both these must go to the Dogs, if the infinetesimal doses have any effect whatever. How true is a remark I saw the other day by Quetelet, in respect to evidence of curative processes, viz that no one knows in disease what is the simple result of nothing being done, as a standard with which to compare Homeopathy and all other such things It is a sad flaw, I cannot but think in my beloved Dr Gully, that he believes in everything - when his daughter was very ill, he had a clairvoyant girl to report on internal changes, a mesmerist to put her to sleep - an homeopathist, viz John Chapman and himself as Hydropathist and the girl recovered...&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*R. v. Bredow: Homöopathie. Die Heilung mit dem Nichts? GEO Juni1997, 44-56&lt;br /&gt;
*Philippe Leick: Die „schwache Quantentheorie“ und die Homöopathie. Skeptiker 19 (3/06) 92-102&lt;br /&gt;
*R. Twenhöfel: Homöopathie und Schulmedizin. Zur Soziologie eines Konfliktes. Heidelberg: Haug 1994&lt;br /&gt;
*Otto Prokop (1995): Homöopathie - Was leistet sie wirklich?, Frankfurt/M.&lt;br /&gt;
* Martin Lambeck (2003): Irrt die Physik?, Beck&amp;#039;sche Reihe, ISBN 3406494692&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.novo-magazin.de/67/novo6734.htm&lt;br /&gt;
*http://www.gwup.org/themen/texte/homoeopathie/&lt;br /&gt;
*http://www.skeptiker.de/themen/texte/homoeopathie/&lt;br /&gt;
*http://www.handrick-net.de/homoeopathie/homoeopathie.html&lt;br /&gt;
*ftp://pandemonium.tiscali.de/pub/gutenberg/2/7/0/2700/2700.txt Homöopathiekritischer Text von 1842. Unverändert gültig.&lt;br /&gt;
*[http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/011005042421_lancet_kopie.pdf the lancet: the end of homoeopathy]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/1967/20/Der-Arzt-steckt-im-Flaesdichen?page=all Die Zeit: Der Arzt steckt im Fläsdichen]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/2003/49/N-Wasser_Ged_8achtnis Die Zeit: Verdünnte Wahrheit]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/2004/24/M-Hom_9aopathie_neu Die Zeit: Die Angst vor der Globulisierung]&lt;br /&gt;
*http://dcscience.net/ernst-bjcp-07.pdf&lt;br /&gt;
*[http://de.youtube.com/watch?v=BWE1tH93G9U James Randi erklärt Homöopathie (englisch - sehr sehenswert)]&lt;br /&gt;
*[http://www.heise.de/tr/Homoeopathika-sind-Placebos--/artikel/110778/0/0 &amp;quot;Homöopathika sind Placebos&amp;quot;] Interview mit Professor Edzard Ernst, Gründer der Abteilung für Komplementärmedizin an der Uni Exeter&lt;br /&gt;
*http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/bstuecke/78922/index.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Homöopathie]]&lt;br /&gt;
[[category:Pseudowissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hema</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie&amp;diff=17729</id>
		<title>Homöopathie</title>
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		<updated>2009-02-16T11:26:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hema: /* Das Homöopathika-Geschäft */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Potenzierer.jpg|[[Potenziermaschine]] der Homöopathie|thumb]]Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[pseudowissenschaft]]liche &amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Statement &amp;#039;&amp;#039;National Science Foundation&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy&amp;#039;&amp;#039;, Zitat: ..&amp;#039;&amp;#039;There is widespread agreement for instance that creationism, astrology, homeopathy, [...] are pseudosciences...&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Methode zur Behandlung praktisch aller Erkrankungen, die von [[Samuel Hahnemann]] etwa um 1800 begründet wurde und heute nahezu unverändert existiert. Die Homöopathie stützt sich auf zwei allgemeine Grundprinzipien. Nach dem [[Simile-Prinzip]] der Homöopathie kann aus symptomorientierter Sicht jede Krankheit durch Stoffe geheilt werden, die beim gesunden Patienten ähnliche Symptome hervorrufen. Nach dem Prinzip der [[Potenzierung]] wirken die Stoffe um so stärker, je stärker sie nach einem vorgeschriebenen Verfahren in Lösungsmittel verdünnt werden. Keines dieser beiden Prinzipien konnte bisher experimentell bestätigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homöopathiegläubige sind bewusst oder unbewusst häufig pauschal skeptisch gegenüber der Wissenschaftlichen Medizin: Mit der (meist irrationalen) Angst vor der &amp;quot;schädlichen Chemie&amp;quot; ist untrennbar ein &amp;quot;[[Nocebo]]-Effekt&amp;quot; verbunden, der die Wirkung von gut bewährten konventionellen Verfahren beeinträchtigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten der Homöopathie==&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Klassische Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Form der Homöopathie, die sich streng an der Lehre von Samuel Hahnemann orientiert. Nach Hahnemann soll für die Gesamtheit aller körperlichen und geistigen Beschwerden immer nur ein einziges Mittel zur gleichen Zeit verabreicht werden. Der klassisch arbeitende Homöopath sucht nach dem seiner Meinung nach geeigneten Simile. Bekanntester aktueller Vertreter ist [[Georgos Vithoulkas]].&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Komplexmittelhomöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Anwendung homöopathischer Mittelgemische aufgrund einer Krankheitsdiagnose. Siehe: [[Komplexmittelhomöopathie]].&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Die Klinische Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet die Anwendung von homöopathische Mittel in sogenannten tiefen Potenzen (D1-D12) nach bestimmten Diagnosen.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Neuere Interpretationen und Derivate der Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind im Kommen. Hier zeigen sich fließende Übergänge zum [[Geistheilen]] oder einer &amp;#039;&amp;#039;Energiemedizin&amp;#039;&amp;#039;. Vertreter dieser, unter klassischen Homöopathen meist abgelehnten, Gruppe glauben, nach Anamnese und [[Repertorisieren]] die gefundenen homöopathischen Mittel nicht in den Körper des Patienten einführen zu müssen. Allein die räumliche Nähe des Mittels zum Patient reiche aus, um eine Wirkung zu entfalten. Die Mittel könnten beispielsweise am Körper getragen oder unter das Kopfkissen gelegt werden. Auch könne ein Glas Wasser &amp;#039;&amp;#039;homöopathische Effekte&amp;#039;&amp;#039; zeigen, wenn es lediglich auf ein Blatt Papier mit dem Namen des Mittels gestellt werde. Das Blatt Papier übertrage hier seine &amp;#039;&amp;#039;Information&amp;#039;&amp;#039; auf das einzusetzende Glas Wasser. Eine typische Methode aus diesem Spektrum ist die [[Harmopathie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Hering&amp;#039;sche Gesetz==&lt;br /&gt;
Auf einen Vorschlag des Hahnemann-Anhängers Constantin Hering aus Sachsen geht im 19. Jahrhundert das so genannte &amp;#039;&amp;#039;Heringsche Gesetz&amp;#039;&amp;#039; zurück. Hering glaubte, dass eine Gesundung erfolge, wenn es zu einer Auslöschung von Symptome in folgenden Richtungen verlaufe:&lt;br /&gt;
* von innen nach auüen&lt;br /&gt;
* von oben nach unten&lt;br /&gt;
* von jetzt zu fruher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fehlen der wissenschaftlichen Grundlage==&lt;br /&gt;
Nach etwa 200 Jahren der Forschung von Homöopathen und Nicht-Homöopathen ist bislang kein wissenschaftlicher Beweis für eine über den [[Placebo|Placeboeffekt]] hinausgehende Wirkung der Homöopathie bekannt geworden &amp;lt;ref&amp;gt;Ernst E., A systematic review of systematic reviews of homeopathy., Br J Clin Pharmacol. 2002 Dec;54(6):577-82&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach heutigem Erkenntnisstand ist sie mit einer Placebo-Therapie gleichzusetzen, was allerdings nicht heißen muss, dass sie völlig wirkungslos ist. In der Tat kann man davon ausgehen, dass sie gegenüber einer Nichtbehandlung (also dem Nichtstun) eine Wirkung bei entsprechenden Patienten erzielen kann, insbesondere bei charismatischen Therapeuten und entsprechendem therapeutischem Ritual. Gefahren der Homöopathie ergeben sich aus der Tatsache, dass Homöopathen und Patienten die Placebowirkungen der Homöopathie überschätzen und reproduzierbar effektive Behandlungen mit einem Wirksamkeitsnachweis, der über den Placeboeffekt hinausgeht, unterlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Homöopathie sprechen die fehlenden Wirksamkeitsnachweise, der pseudowissenschaftliche-dogmatische Charakter der Homöopathieschulen (die tatsächliche Schulmedizinen sind), die völlig fehlende Prävention der Krankheit sowie innere Widersprüche wie der nicht reproduzierbare Chinarindenversuch, auf den sich Hahnemann hilfsweise beruft. Homöopathen geben ungerne an, wie lange eine Therapie durchgeführt werden soll.&lt;br /&gt;
Auch aus chemisch-naturwissenschaftlicher Sicht ist das [[Potenzierung|Potenzierverfahren]] (was in Wirklichkeit eine Verdünnung unter bestimmten Umständen ist) nicht mit der Realität in Einklang zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Argument für die Homöopathie wird oft die Freiheit von Nebenwirkungen angesprochen. Das Argument ist dabei, dass bei starker Potenzierung (Verdünnung) kaum Nebenwirkungen zu erwarten seien. Dieses Argument widerspricht jedoch der Annahme, Potenzierung würde die Wirkung der Substanzen verstärken und ist damit ein Widerspruch der Homöopathie in sich. Auch der Anspruch, die Selbstheilungsfähigkeit des Menschen zu stärken wird oft als Argument für die Homöopathie genannt. Den Nachweis hierfür bleiben die Befürworter jedoch schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen häufig verbreiteten Ansichten um eine &amp;#039;&amp;#039;ganzheitliche Behandlung&amp;#039;&amp;#039; im Rahmen der Homöopathie, ist diese Alternativmedizin als eine symptom-basierte Therapieform anzusehen, die sich ausschließlich auf geschilderte und beobachtbare Symptome des Patienten stützt. Die Ätiologie (Ursachenforschung) von Krankheiten wird weitgehend ausgeblendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahneman und moderne Homöopathen orientieren sich an &amp;#039;&amp;#039;Heilgesetzen&amp;#039;&amp;#039;, zu denen auch die Vorstellung gehört, dass homöopathische Therapien Menschen von oben nach unten, von innen nach außen und beginnend mit dem neuesten Symptom behandeln. Solche Vorstellungen haben wiederum keine Grundlage in irgendwelchen Modellen der Biologie oder der Krankheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizinische Fakultät der Universität Marburg erklärte im Ärzteblatt vom 3. März 1993 die Homöopathie zur Irrlehre: Ihr Wirkprinzip sei Täuschung des Patienten, verstärkt durch die Selbsttäuschung des Behandlers &amp;lt;ref&amp;gt;http://oehinfo.uibk.ac.at/natwi/pharm/bunsi/0195/marburg.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pseudowissenschaftliche Erklärungsansätze ==&lt;br /&gt;
[[image:Dwhelios.jpg|Verdünntes Wasser als homöopathisches Heilmittel|300px|thumb]]Die Homöopathie ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht plausibel: Es widerspricht der Logik, den Naturgesetzen und medizinischen Erkenntnissen der Vergangenheit und Gegenwart. Hochpotenzen ab D 23 bzw. C 12 enthalten kein Molekül des Grundstoffes. Wie sollen Tropfen, die nur noch aus Lösungsmitteln bestehen, wirken? Ein [[Wassergedächtnis]], das „Information“ aufnehmen könnte, gibt es nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist in der wissenschaftlichen Medizin nicht sinnvoll, die Funktionsweise von Methoden zu erklären, die gar keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen können. Die Frage nach dem Wirkprinzip der Homöopathie ist völlig sinnlos, solange es keine Hinweise darauf gibt, dass Homöopathie überhaupt Wirkung entwickelt. Alle Erklärungsversuche der Homöopathie sind daher nicht wissenschaftlich fundiert und können als pseudowissenschaftlich eingestuft werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hält Homöopathen jedoch nicht davon ab, sich Wirkmechanismen zur Homöopathie auszudenken und diese zu veröffentlichen. Die Spannweite reicht dabei von [[Animismus|animistischen]] Vorstellungen geistbelebter Materie, in denen die [[Potenzierung]] die positiven Geister (auch Schwingungen) der Substanzen freisetzt, bis zur pseudowissenschaftlichen Umdeutung quantenmechanischer und atomphysikalischer Erkenntnisse &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.anomalistik.de/Walach_WQT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft wird das [[Wassergedächtnis]], welches [[Jacques Benveniste]] meinte gefunden zu haben, als &amp;quot;Beweis&amp;quot; angeführt. Spätestens seit 1995 ist klar, dass Benvenistes Ergebnisse nicht nachvollziehbar sind &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.zeit.de/2003/49/N-Wasser_Ged_8achtnis?page=all&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.gwup.org/skeptiker/archiv/2008/2/media/wasser_gedaechtnis.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotzdem wird weiterhin behauptet, dass Hochpotenzen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Informationen&amp;#039;&amp;#039; enthalten würden, obwohl weder ein Informationsträger zu finden noch ein Code vorstellbar ist. So ist es nicht verwunderlich, dass auch der letzte, als Durchbruch gefeierte &amp;quot;Beweis&amp;quot; an der Uni Leipzig mit Rattendärmen sich als falsch und unhaltbar herausstellte. Eine umfangreiche Würdigung dieser Pseudo-Forschung an der Uni Leipzig findet sich hier:[http://www.xy44.de/belladonna/]. Welche &amp;#039;&amp;#039;Informationen&amp;#039;&amp;#039; die Struktur des Wassers auch immer in der Vorstellung der Anhänger enthalten sollte, sie müssten auch auf die Zuckerpillen übertragen werden, auf die der Tropfen des homöopathischen Wassers aufgetragen wird. Das &amp;#039;&amp;#039;Gedächtnis des Wassers&amp;#039;&amp;#039; müsste die Aufnahme und Absorption durch das gastrointestinale System im Körper und den Transport durch das Blut bis zu den Geweben gewissermaßen überleben. Biologen haben weder ein „Wassergedächtnis“ noch homöopathische Signale oder Rezeptoren entdeckt, noch irgendetwas, das plausiblerweise als Rezeptor für Wasserstrukturen dienen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige heutige Homöopathen ziehen sich auf die Quantenmechanik zurück, um die Wirkungen homöopathischer Mittel zu erklären, aber Quanteneffekte sind lediglich auf subatomarer Ebene von Bedeutung und können sich vielleicht bis auf die atomare Ebene auswirken, sie sind jedoch nicht für die makroskopische Welt oder für biologische Systeme relevant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tatsache dass auch &amp;#039;&amp;#039;verdünntes Wasser&amp;#039;&amp;#039; als homöopathisches Heilmittel angeboten wird (siehe Abbildung rechts, 1 Gramm verdünntes Wasser kostet etwa 1 Pfund) &amp;lt;ref&amp;gt;https://www.helios.co.uk/cgi-bin/store.cgi?action=link&amp;amp;sku=Wate-g&amp;amp;uid=11666&amp;lt;/ref&amp;gt;, macht das Konzept genauso fragwürdig wie die Behauptungen mancher Homöopathen dass von unter dem Kopfkissen oder am Körper getragenen Mitteln eine Wirkung ausginge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie nebenwirkungsfrei ?==&lt;br /&gt;
Glaubt man den Befürwortern der Homöopathie, so wäre die Anwendung stets nebenwirkungsfrei, und dies mag im allgemeinen auch auf die sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Hochpotenzen&amp;#039;&amp;#039; bezogen plausibel erscheinen. Wenn man die Problematik der Homöopathie-Wirkungslosigkeit (gegenüber Placebo) und des Zeitverzuges durch Verzicht auf wirksame Therapien außer Acht lässt, lassen sich aber in der Fachliteratur Angaben zu Nebenwirkungen durch niedrig potenzierte Homöopathika finden. Nicht jedes als homöopathisches Medikament zugelassene Mittel enthält die Wirksubstanzen in hinreichender Verdünnung (bzw. „hoher Potenz“), so dass es frei von unerwünschten Nebenwirkungen wäre. Als Beispiel kann hier ein Mittel gegen Bluthochdruck namens „Homviotensin“ ® genannt werden, das als &amp;#039;&amp;#039;nebenwirkungsfrei&amp;#039;&amp;#039; vermarktet wird, aber einige Phytotherapeutika in ausreichender Konzentration enthält um pharmakologische Wirkungen zu entfalten. Zitat Bewerbung: ...&amp;#039;&amp;#039;Eine Tablette Homviotensin zu 320 mg enthält, arzneilich wirksame Bestandteile Reserpinum Trit. D3 32,0 mg (HAB1,Vorschrift 6); Rauwolfia Trit. D3 32,0 mg; Viscum album Trit. D2 32,0 mg; Crataegus Trit. D2 64,0 mg. Die sonstigen Bestandteile sind Lactose und Magnesiumstearat...&amp;#039;&amp;#039; Hier sind also herzwirksame Substanzen in erheblicher Konzentration zu finden. Als Nebenwirkungen werden zusätzlich &amp;#039;&amp;#039;verstopfte Nase und depressive Verstimmung&amp;#039;&amp;#039; genannt. Die meisten homöopathischen [[Komplexmittelhomöopathie|Komplexmittel]] funktionieren nicht homöopathisch, sondern haben eindeutig pharmakologische Wirkungen. Das wird durch den Einsatz von &amp;#039;&amp;#039;Niedrigpotenzen&amp;#039;&amp;#039; der eingesetzten Urtinkturen erreicht. Damit lassen sich sogar kleinere Studien mit nachgewiesener Wirksamkeit machen (die natürlich nichts mit dem Prinzip der Homöopathie zu tun haben, sondern replizierbare Beobachtungen der Pharmakodynamik sind). Diese Komplexmittel sind für bestimmte Indikationen zugelassen. Allgemein kann als Faustregel davon ausgegangen werden, dass bei niedrigen Potenzstufen (&amp;#039;&amp;#039;kritische Potenz&amp;#039;&amp;#039; im allgemeinen bis etwa D6) eine reguläre unerwünschte Arzneimittelwirkung auftreten kann, weil im Mittel noch nennenswerte Stoffmengen mit dem gesamten Wirkungsspektrum enthalten sind. So können z. B. durch die Anwendung von Mercurius (Quecksilber), Arsenicum (Arsen) oder Nux vomica (Brechnuss), einer Pflanze, die Strychnin-Alkaloide enthält, Vergiftungen hervorgerufen werden. Die kritische Potenz ist abhängig vom Tablettengewicht sowie dem Molekulargewicht der Wirksubstanz und ihrer relativen Wirksamkeit. Im folgenden soll als Beispiel die kritische Potenz für das Diphtherintoxin berechnet werden: das Toxin hat ein Molekulargewicht von 61 kDa. Ein einziges Molekül vermag eine Zelle zu töten. Die Tablette möge 10mg wiegen, was etwa einem Kügelchen mit dem Radius 1 mm entspricht. 10mg entsprechen 1,6*10^-7 Mol bzw. 1*10^17 Moleküle Bei einer Potenz von D16, enthält eine 10mg Tablette noch 10 Moleküle, bzw. 10 potenziell tote Zellen, was eindeutig noch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie und Malariaprophylaxe und Anti Zecken Globuli==&lt;br /&gt;
[[image:malarianosode.jpg|Malaria Nosode|thumb]]&lt;br /&gt;
In Deutschland ist immer wieder zu beobachten, dass Homöopathen das Mittel &amp;#039;&amp;#039;Malaria 2000&amp;#039;&amp;#039; (oder andere Mittel) zu einer sogenannten Malaria-Prophylaxe für Patienten verwenden, die beabsichtigen in ein Land zu reisen, in dem die Malaria endemisch ist. Regelmäßig müssen in Klinken Malariapatienten behandelt werden, die angeben, sich derartig vor Malaria &amp;#039;&amp;#039;gewappnet&amp;#039;&amp;#039; zu haben und sich dennoch infizierten. Es kam zu mindestens einem Todesfall eines Patienten der nach Malaria 2000-Prophylaxe starb. Die Arzneimittel-Kommissionen der Apotheker und der deutschen Ärzteschaft nahm mit Veröffentlichungen und deutlichen Warnungen gegen eine derartige homöopathische Malariaprophylaxe Stellung: &amp;#039;&amp;#039;Bereits am 19. März 1998 hat die Arzneimittel-Kommission der Apotheker in der Pharmazeutischen Zeitung vor einer homöopathischen Malaria-Prophylaxe gewarnt. Es wird klargestellt, dass Malaria eine ernste und z.T. lebensbedrohliche Krankheit darstellt, &amp;quot;der nicht durch unspezifische homöopathische Mittel begegnet werden kann, von denen man sich eine erhöhte Immunität des Körpers gegen Malariaerreger erhofft. Fälle in denen eine solche &amp;quot;Prophylaxe&amp;quot; versagt hat, sind literaturkundig&amp;quot;. Es wird daher dringend davon abgeraten, homöopathische Mittel zur Malaria-Prophylaxe abzugeben.&amp;#039;&amp;#039; Noch deutlicher und schärfer warnt die Arzneimittel-Kommission der deutsche Ärzteschaft im Deutsche Ärzteblatt 95 vom 19. Juni 1998. Die AMK nahm dabei Bezug auf eine von einer Firma angebotene homöopathische Malariaprophylaxe. Wörtlich: &amp;#039;&amp;#039;[...] Niedergelassene Ärzte, die Patienten eine homöopathische Malaria-Prophylaxe verordnen, haben mit berufsrechtlichen und strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Die Malaria ist eine ernste und unter Umständen lebensbedrohliche Krankheit, [...] Wegen der akuten Gefährdung der Patienten, die sich unter Umständen auf ihr homöopathisches Arzneimittel verlassen, sieht die AMK der deutschen Ärzteschaft bei der Verordnung solcher homöopathischen Mittel zur Malaria-Prophylaxe einen Verstoß gegen die Berufspflichten des Arztes und rät zum Schutze der Patienten dringend von einer Verordnung solcher Mittel ab. &lt;br /&gt;
Andererseits ist die Krankheitsprophylaxe an sich innerhalb der Homöopathieszene umstritten, da sich ohne erkennbare Symptome ja keine homöopathischen Mittel finden lassen. Auch in England waren derartige Malariaprophlaxen bekannt geworden, und die englische staatliche NHS stellte daher ab 2008 die Zahlungen an homöopathische Einrichtungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich kritisch sind auch sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Anti Zecken Globuli&amp;#039;&amp;#039; um, wie eine Apotheke in Arnsberg unter der Hand meint, &amp;#039;&amp;#039;[...] einer Borelliose Erkrankung auf natürlicher Weise vorzubeugen [...]&amp;#039;&amp;#039;. Dazu habe diese Apotheke mit einem homöopathischen Hersteller eine spezielle Mischung entwickelt, die [[Nosode]]n enthalte, die eine &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Impfung&amp;#039;&amp;#039; darstellen sollen. Es wird ausdrücklich auf die, durch Zecken übertragenen, Krankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borelliose Bezug genommen. Zusätzlich sollen die Anti Zecken Globuli auch &amp;#039;&amp;#039;Ledum palustre&amp;#039;&amp;#039; (Sumpfporst) enthalten, was den eigenen Körpergeruch im Sinne eines Schutzes verändere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathische Antidote==&lt;br /&gt;
Befürworter der Homöopathie fürchten offenbar unerwünschte Wirkungen eigener Therapien, insbesondere als zu intensive &amp;#039;&amp;#039;Erstverschlimmerungen&amp;#039;&amp;#039; nach Mittelgabe. Aber auch für diesen Fall ist homöopathisch durch sogenanntes &amp;#039;&amp;#039;Antidotieren&amp;#039;&amp;#039; vorgesorgt. Dabei reiche es, einfach das verabreichte erstverschlimmernde Mittel &amp;#039;&amp;#039;[...] mit ein paar Schlucken starkem Kaffee oder Riechen an Kampher (Tigerbalsam, Vic-vapo-rup...) [...]&amp;#039;&amp;#039; unwirksam zu machen &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.nelly-duerr.de/klassische-homoeopathie/antidot.php&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Homöopathie==&lt;br /&gt;
Der Homöopathie kann man zur Zeit der Entwicklung durchaus &amp;quot;wissenschaftlichen&amp;quot; Charakter (nach damaliger Definition) zugestehen. Immerhin ging Hahnemann empirisch vor und überprüfte seine Thesen an Selbstversuchen. Der Zugewinn an Wissen seit dieser Zeit lässt die Theorie heutzutage nur noch aus medizinhistorischer Sicht interessant erscheinen. Als ernsthafte medizinische Methode kann die Homöopathie auf Grund des fehlenden Wirksamkeitsnachweises nicht betrachtet werden. Zu Hahnemanns Zeiten gab es weder ein Fieberthermometer noch die Kenntnis von Bakterien, dafür die seltsamsten Erklärungsversuche (z.B. Miasmen - krankheitserregende Dämpfe, die vom Boden aufsteigen), so dass man Hahnemanns Modell aus historischer Sicht durchaus als vernünftig betrachten muss. Aus heutiger Sicht nach über zwei Jahrhunderten enormen Wissensgewinns kann man vermuten, dass selbst Hahnemann, würde er noch leben und über das heutige Wissen verfügen, seine Apologeten verspotten würde. So wurde die Homöopathie schon vor über 100 Jahren heftig kritisiert (siehe Links). Das Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie geht nicht auf Hahnemann zurück, bereits vorher gab es (zum Beispiel in England) analoge Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathische Ärzte in Europa==&lt;br /&gt;
In Deutschland sollen etwa 5000 Ärzte die Zusatzbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Homöopath&amp;#039;&amp;#039; erlangt haben, die Netzeitung gibt an, dass in Deutschland zur Zeit etwa jeder 40. Arzt über die Zusatzbezeichnung «Homöopathie» verfügt&amp;lt;ref&amp;gt;Netzeitung 2.7.08 [http://www.netzeitung.de/gesundheit/1075357.html]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach Angaben der ECHAMP tragen in Deutschland etwa 2,5% der Ärzte, in Italien 8,3% und in der Slowakei etwa 14%, die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“. In Schweden liegt die Quote dagegen bei unter 0,03%, von fast 30.000 schwedischen Ärzten insgesamt haben nur zehn eine homöopathische Zusatzausbildung. Europaweit würden demnach fast 56.000 Mediziner die entsprechende Bezeichnung führen. Die so krass unterschiedliche Akzeptanz der Homöopathie in zwei Industriestaaten wie Deutschland und Schweden bei vergleichbarem Gesundheitsstatus der Deutschen und Schweden zeigt, dass einerseits offenbar problemlos auf die Homöopathie verzichtet werden kann ohne dass sich für die Gesundheit der Bevölkerung ein relevanter Effekt ergibt und dass andererseits die Beliebtheit der Homöopathie weniger mit naturwissenschenschaftlichen Argumenten oder Belegen einer möglichen Wirksamkeit zusammenzuhängen scheint als vielmehr mit Weltanschauungen, Vorurteilen oder Traditionen. Überzeugende wissenschaftliche Argumente und Wirksamkeitsnachweise die für die Anwendung der Homöopathie sprächen, hätten nämlich auch schwedische Ärzte überzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Homöopathika-Geschäft==&lt;br /&gt;
[[image:Oscillococcinum.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Deutschland und Frankreich sind die wichtigsten Märkte für homöopathische und anthroposophisch-homöopathische Medikamente in Europa. Fast 60 Prozent aller in Europa hergestellten Arzneien dieser Therapierichtungen wurden in diesen beiden Ländern verkauft &amp;lt;ref&amp;gt;europäischer Herstellerverband ECHAMP&amp;lt;/ref&amp;gt;, mit einem europaweiten Zuwachs von 60% zwischen 1995 und 2005. In Deutschland gab es ein Umsatzplus von 80%, in Frankreich gar 300%. Der europaweite Umsatz liegt bei 1,7 Milliarden Euro, etwa 7% aller rezeptfreien Medikamente. Der Erlös der Produktion lag 2005 bei etwa 930 Millionen Euro, davon 810 Millionen Euro für Medikamente. An den Erzeugerpreisen gemessen entfielen auf Deutschland rund 268 Millionen Euro des EU-Absatzes, auf Frankreich 294 Millionen Euro.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;DZVhÄ-Newsletter Ausgabe Januar/Februar 2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;European Coalition on Homeopathic and Anthroposophic Medicinal Products E.E.I.G. (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Facts and Figures, Second Edition, 2007, Homeopathic and Anthroposophic Medicine in Europe&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.echamp.org/upload/files/statements/statements_20071128142622.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/130208094908_6hn141febr.pdf &amp;#039;&amp;#039;Deutschland und Frankreich sind die größten Märkte.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Nachrichten&amp;#039;&amp;#039; Jan./Feb. 2008, S.4.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das marktführende Unternehmen in Deutschland ist die Deutsche Homöopathie-Union (DHU). Der Konzern mit über 400 Mitarbeitern hat sich aus der 1961 gegründeten Firma Schwabe entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das meistverwendete Homöopathikum in den USA ist &amp;#039;&amp;#039;Oscilococcinum C 200&amp;#039;&amp;#039;. Dieses Mittel wird auch „die 20-Millionen-Ente“ genannt. Der Jahresumsatz für das Produkt beträgt 20 Millionen Dollar. Das Mittel wird aus Entenleber erzeugt, doch für den gesamten Umsatz wird nur die Leber einer einzigen Ente gebraucht - und von dieser bleibt einiges übrig: Die Potenzierung von C 200 bedeutet, dass das Verhältnis von Leber zur Lösung 1 zu 10 mit 400 Nullen beträgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie und umstrittene [[Masernparty]]==&lt;br /&gt;
2005 wurde bekannt dass Anhänger der Homöopathie sogenannte Masern-Partys nicht generell ablehnen. Zitat eines entsprechenden Zeitungsartikels &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/726112-100,1,0.html&amp;lt;/ref&amp;gt;: &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Ärzte lehnen &amp;quot;Masern-Partys&amp;quot; nicht generell ab. Bei Abwägung der möglichen Nebenwirkungen einer Impfung mit den Risiken einer Erkrankung sei eine bewusst herbeigeführte Ansteckung im Alter zwischen etwa drei und acht Jahren &amp;quot;eine Überlegung wert&amp;quot;, sagte der Münchner Kinderarzt Dr. Steffen Rabe.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Es sei eine Folge der Impfkampagnen, dass im Vergleich zu früher bei Masernausbrüchen heute mehr Säuglinge und Erwachsene erkranken. Bei diesem Personenkreis sei jedoch das Risiko, infolge von Masern an Komplikationen wie zum Beispiel einer Hirnentzündung zu erkranken, bis zu zehn Mal höher, sagte Rabe.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die gestiegene Masern-Erkrankungshäufigkeit bei Säuglingen ist eine unmittelbare Folge der Impfpolitik&amp;quot;, so Rabe. Die letzte Entscheidung über die Teilnahme eines Kindes an einer &amp;quot;Masern-Party&amp;quot; liegt nach Auffassung des Mediziners immer bei Eltern.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Im Falle einer Masernerkrankung rät der Kinderarzt zum völligen Verzicht auf fiebersenkende Mittel, da diese das Komplikationsrisiko möglicherweise erhöhten. &amp;quot;Der Patient braucht vielmehr vor allem Ruhe und Schonung.&amp;quot; Die Krankheit sei mit klassischer Homöopathie in vielen Fällen gut zu behandeln.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studien zur Homöopathie==&lt;br /&gt;
Bereits zu Lebzeiten von Hahnmann war seine Lehre umstritten und löste lebhafte Diskussionen aus und die ersten Versuche mit Homöopathika verliefen negativ. Bei Wiederholungen von Hahnemanns ursprünglichen „Arznei-Tests“ konnten seine Angaben nicht bestätigt werden. Der berühmte Chinarinden-Versuch, auf dem die Lehre beruht, war ein Irrtum: Obwohl Chinarinde die Körpertemperatur senkt, empfand Hahnemann nach der Einnahme Fieber. Möglicherweise eine allergische Reaktion. Auch die unverblindeten „Arzneimittelprüfungen“ ohne Ausschaltung eines möglichen Placeboeffekts durch Vergleich mit einem Scheinpräparat sind nicht wissenschaftlich akzeptabel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Untersuchungen zur Homöopathie gab es zur Zeit des Nationalsozialismus. Dem Regime lag an einer Neuorientierung im Gesundheitswesen, der &amp;quot;Neuen Deutschen Heilkunde&amp;quot;. In nationalsozialistischen Kreisen wurde zudem die Kritik an &amp;#039;&amp;#039;verjudeter Schulmedizin&amp;#039;&amp;#039; lauter. Zwischen 1936 und 1939 fanden an verschiedenen homöopathischen Krankenhäusern im Auftrag des Reichsgesundheitsamtes Arzneimittelprüfungen statt. Es sollte „vor allem die Zuverlässigkeit früherer Arzneiprüfungen und somit auch die Wertigkeit der auf ihnen aufbauenden ‚Arzneibilder’ erforscht werden. Dem Arbeitskreis gehörten der Homöopath Hanns Rabe (1890-1959), der Internist Werner Siebert (1897-1951) und die Pharmakologie-Professoren Gustav Kuschinsky (1904-1992) und Richard Bonsmann an. An diesen Überprüfungen war auch der damals an der homöopathischen Abteilung des Rudolf Virchow Krankenhauses in Berlin tätige Arzt Fritz Donner (1896-1979) maßgeblich beteiligt. Doch es kam nichts dabei heraus. Durchgeführt wurden beispielsweise Doppelblindversuche mit Silicea C 30. Das Ergebnis: Verum und Placebo verursachten gleich viel Symptome. Den anwesenden Homöopathen war es nicht möglich, Verum und Placebo zu unterscheiden. Auch 1938/39 wurden im Robert-Koch-Krankenhaus in Berlin klinische Versuche mit Homöopathika mit negativem Ergebnisse durchgeführt. Der Homöopath Rabe reagierte mit der Vermutung, dass ..&amp;#039;&amp;#039;Homöopathie keine pharmakotherapeutische Methode, wie bisher angenommen, sondern eine Form der Psychotherapie...&amp;#039;&amp;#039; sei. Fritz Donner in einem Gedächtnisprotokoll: &amp;#039;&amp;#039;Wahrheitsgemäß müsste man antworten, dass bei der Arzneiprüfung nichts herausgekommen ist und dass bei den klinischen Versuchen bei keinem einzigen Patienten eine irgendwie für eine therapeutische Wirkung der eingesetzten Arzneien sprechende Reaktion eingetreten ist.&amp;#039;&amp;#039;. Dennoch wurde offiziell verlautbart es hätten sich gewisse Schwierigkeiten bemerkbar gemacht, sodass man neu beginnen müsse. Der Krieg verhinderte jedoch weitere Forschung. Später, in den sechziger Jahren, drückte sich Donner deutlicher aus: Er nannte die Untersuchung ein &amp;#039;&amp;#039;totales Fiasko&amp;#039;&amp;#039; für die Homöopathie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher gaben Homöopathen an, ihre Methode sei so auf den einzelnen Patienten individualisiert zugeschnitten, dass man sie gar nicht klinisch überprüfen könne. Als später deutlich wurde, dass der Weg zur Anerkennung ihrer Medizin nur über den klinischen Nachweis gehen kann, kam es zu einer Kursänderung und man bemühte sich, den Erfolg homöopathischer Behandlung mit klinischen Studien zu belegen. Veröffentlicht wurden viele Tests mit positiven Ergebnissen – so kamen zum Beispiel im Jahr 1995 merkwürdigerweise nur ein Prozent aller in alternativen Fachzeitschriften publizierten Untersuchungen zu einem negativen Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Meta-Studie unter der Leitung des Berner Epidemiologen Matthias Egger belegt: Je genauer der Test-Aufbau nach wissenschaftlichen Kriterien, desto geringer die Effekte homöopathischer Behandlungen in den jeweiligen Studien. Das Ergebnis wurde im August 2005 in der anerkannten Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht. Lapidar forderten die Herausgeber die Homöopathen auf, endlich offen zu bekennen, dass ihre Methode ein Placebo sei. Die schweizer Regierung schloss Homöopathie aus der Kassen-Erstattung aus und die Stiftung Warentest bewertete die Homöopathie als „zur Behandlung von Krankheiten ungeeignet“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem sich die Homöopathie nicht replizierbar in kontrollierten, randomisierten und doppelt verblindeten Studien nachweisen lies, kam es wiederum zu einer Kehrtwendung mancher Homöopathieanhänger: ein derartiges Studiendesign wäre nicht in der Lage, die tatsächlichen Wirkungen der Homöopathie wiederzugeben. Gefordert wurde ein Abkehr von der &amp;#039;&amp;#039;evidence based medicine&amp;#039;&amp;#039; (EBM) hin zur Neuerfindung einer &amp;#039;&amp;#039;cognitive based medicine&amp;#039;&amp;#039; (CBM) bzw. zu reinen Outcome-Studien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weitere Studien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Shang, A et al., (2005) Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy. In: The Lancet, 27. August–2. September 2005, Band 366 (9487), S. 726–732, PMID 16125589&lt;br /&gt;
* E. Ernst (2002), &amp;quot;A systematic review of systematic reviews of homeopathy&amp;quot;, British Journal of Clinical Pharmacology 54 (6), 577–582: ..&amp;#039;&amp;#039;Homeopathy remains one of the most controversial subjects in therapeutics. This article is an attempt to clarify its effectiveness based on recent systematic reviews. Electronic databases were searched for systematic reviews/meta-analysis on the subject. Seventeen articles fulfilled the inclusion/exclusion criteria. Six of them related to re-analyses of one landmark meta-analysis. Collectively they implied that the overall positive result of this meta-analysis is not supported by a critical analysis of the data. Eleven independent systematic reviews were located. Collectively they failed to provide strong evidence in favour of homeopathy. In particular, there was no condition which responds convincingly better to homeopathic treatment than to placebo or other control interventions. Similarly, there was no homeopathic remedy that was demonstrated to yield clinical effects that are convincingly different from placebo. It is concluded that the best clinical evidence for homeopathy available to date does not warrant positive recommendations for its use in clinical practice..&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* A. Paris, N. Gonnet, C. Chaussard, P. Belon, F. Rocourt, D. Saragaglia, J. L. Cracowski, &amp;quot;Effect of homeopathy on analgesic intake following knee ligament reconstruction: a phase III monocentre randomized placebo controlled study&amp;quot;, British Journal of Clinical Pharmacology (OnlineEarly Articles). &amp;#039;&amp;#039;Conclusions: The complex of homeopathy tested in this study was not superior to placebo in reducing 24 h morphine consumption after knee ligament reconstruction...&amp;#039;&amp;#039; Der Witz bei dieser Studie ist, dass einer der Autoren (P. Belon) Direktor des französischen Homöopathie-Herstellers Boiron ist, die die Studie mitfinanziert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die gesetzliche Einordnung der Homöopathie als Therapieform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Homöopathie gehört in Deutschland nach der Definition zu den [[Besondere Therapierichtungen|besonderen Therapierichtungen]] nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) und dem Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz - AMG). Im SGB ist unter anderem festgelegt, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die homöopathische Behandlung erstatten dürfen. Das AMG sieht bei Homöopathika einen erleichterten Zugang zur Verkehrsfähigkeit als &amp;quot;Arzneimittel&amp;quot; vor, sofern eine Registrierung der Mittel erfolgt ist. An die Registrierung sind im Wesentlichen nur einfache hygienische Bedingungen geknüpft, nicht jedoch der sonst bei Arzneimitteln übliche und auch vom Patienten angenommene Wirksamkeitsnachweis. Anstelle des Wirksamkeitsnachweises wird von einer Kommission am Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) entschieden, ob Mittel, -name und Darreichungsform homöopathischer Lehrmeinung entsprechen (sog. &amp;quot;Binnenkonsens&amp;quot;). Konkret heißt das, dass eine Kommission entscheidet, ob schlichte Zuckerkügelchen auch ganz ohne Wirkstoff sich &amp;quot;Arzneimittel&amp;quot; nennen dürfen und als Arzneimittel verkauft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Herausforderung==&lt;br /&gt;
Der Alternativmedizin-Professor Edzard Ernst (Universität Exeter/GB) bot im Juni 2008 10.000 Pfund für denjenigen, der einen wissenschaftlichen Studien-Nachweis über die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen gegenüber Placebo liefert &amp;lt;ref&amp;gt;*http://stargoss.co.uk/badhomeopathy/modules/news/article.php?storyid=34&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.dailymail.co.uk/news/article-1026966/Leading-professor-offers-10-000-person-prove-homeopathy-works.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.netzeitung.de/gesundheit/1074077.html&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Placeboeffekte und spontane Heilungen==&lt;br /&gt;
Es ist bekannt, dass etwa drei Viertel aller Erkrankungen des Menschen irgendwann spontan verheilen - auch ohne jeglichen therapeutischen Eingriff, und häufig bleiben dabei auch keine dauerhaft nachweisbaren Spuren. Dies ist also quasi die Regel der menschlichen Krankheiten. Nur ist der Zeitpunkt der Heilung (im wahren Sinne des Wortes) zu Beginn einer Erkrankung aber oft nicht exakt anzugeben. Einige Erkrankungen haben auch einen Verlauf der durch Schübe gekennzeichnet ist die sich wiederholen und irgendwann abklingen. Auch &amp;#039;&amp;#039;wachsen&amp;#039;&amp;#039; sich beispielsweise meist Allergien der Kindheit im Erwachsenenalter nach Jahren aus oder schwächen sich stark ab. Nichts liegt also näher als aus homöopathischer Sicht eine solche Spontanheilung als Folge einer homöopathischen Therapie auszugeben, ob sich Homöopathieanhänger dessen bewusst sind oder nicht ist eine andere Frage. Einem derartigen Trugschluss unterliegen aber auch manchmal Ärzte, die sich einer rationalen Medizin verpflichtet fühlen &amp;lt;ref&amp;gt;Skrabanek P, McCormick J: Torheiten und Trugschlüsse in der Medizin. Verlag: Kirchheim + Co. GmbH (1993) ISBN-10: 3874090604 ISBN-13: 978-3874090605&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit spricht alles dafür, dass eine etwaige Wirksamkeit einer homöopathischen Therapie auf der Ausnutzung des [[Placebo]]effektes beruht. Dies wird von den meisten Homöopathen zurückgewiesen, würde es ja das [[Repertorisieren]] und [[Potenzierung|Potenzieren]] überflüssig machen und diese Praktiken ad absurdum führen (zumindest der höheren Potenzen bei denen die Wahrscheinlichkeit der Anwesenheit von Resten der Ursubstanz sehr gering ist). Verwiesen wird dabei auch auf einen bei Tieren oder Kindern angeblich unbekannten Placeboeffekt, auch wenn aus wissenschaftlicher Sicht das Gegenteil der Fall ist. Dass der Homöopathie ein entlockter Placeboeffekt zu Grunde liegen könnte, ist nicht nur Experten aus dem Homöopathie-skeptischen oder neutralen Lager, sondern selbst eingefleischten &amp;#039;&amp;#039;hardcore&amp;#039;&amp;#039; Homöopathen inzwischen klar. So sei laut [[Georgos Vithoulkas]] (bekannter Exponent der klassischen Homöopathie) der Wirkmechanismus sowohl des Placeboeffektes als auch des &amp;quot;homöopathischen Simillimums&amp;quot; derselbe &amp;lt;ref&amp;gt;↑ *http://www.hpathy.de/papersnew/george-vithoulkas.asp [...] Der Plazeboeffekt kann durch die Autosuggestion des Patienten initiiert werden, die eine Mobilisierung des Abwehrmechanismus durch die starken Gefühle des daran glaubens erzwingt. So funktionieren alle Geistheilungen, die Radionik, Yoga, die Meditation und all die anderen Randtherapien [...]&amp;lt;/ref&amp;gt; und führt die Selbsthypnose bzw Auto-[[Suggestion]] dafür an. Als Beleg für seine Hypothese führte er auch eine deutsche Homöopathin an: [...] Ich hörte einmal einer deutschen Homöopathin zu, die behauptete, bei vielen Patienten äußerst erfolgreich zu sein. Als ich sie danach fragte, von welchem Pharmahersteller sie ihre Mittel bezöge, sagte sie mir, dass sie die Mittel selbst produzierte. Sie schreibt auf ein Stück Papier den Mittelnamen und die Potenz und von einem Gerät wird es sofort hergestellt. Sagen Sie mir, ob dies nicht zu hundert Prozent Plazeboeffekt ist. Die Dame war finanziell so erfolgreich, dass sie der deutschen &amp;quot;George Vithoulkas Stiftung&amp;quot; einen großen Betrag spendete [...] Ich selbst habe schon versehentlich das falsche Mittel verabreicht, welches zu einem anderen Patienten gehörte und die Patienten, die das Mittel erhielten, berichteten davon, dass es ihnen besser ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Universitäre Kurse in Homöopathie==&lt;br /&gt;
*In Wien kann man an der anerkannten MedUni Wien Kurse in Homöopathie besuchen, die für das Studium der Humanmedizin anerkannt werden (Wahlfach Homöopathie) &amp;lt;ref&amp;gt; http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/11/homoopathie-meduni-1.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; http://www.sih.at/wahlfach/WFSKRIPT2007.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
*In England gibt es ebenfalls Universitäten, die die akademischen BSc und MSc (Bachelor bzw. Master of Science) Graden in Homöopathie vergeben und den Unmut von Wissenschaftlern erregten. Nature titelte &amp;quot;Science degrees without the science&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; http://www.ucl.ac.uk/Pharmacology/dc-bits/colquhoun-nature-07.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;, und berichtetet davon, wie schwierig bis unmöglich es sei, an die Kursunterlagen der ominösen Homöopathiekurse heranzukommen. Die meisten Universitäten verweigerten schlicht die Offenlegung ihrer Lehrunterlagen an Anfragende &amp;lt;ref&amp;gt; http://dcscience.net/giles-nature-2007.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
*Quantenlogische Medizin (quantum logic medicine): seit 2007 bietet die Universität Sevilla (Spanien) das universitäre Masterstudium in Homöopathie als &amp;#039;&amp;#039;Master Universitario en Homeopatía&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.cfp.us.es/image.asp?id=272&amp;amp;tipo=se&amp;amp;mt=bin&amp;lt;/ref&amp;gt; auch in deutscher Sprache an. Laut Aussagen der Universität wurde dort die Homöopathie unter Gesichtspunkten einer &amp;#039;&amp;#039;Quantenlogik&amp;#039;&amp;#039; zur &amp;#039;&amp;#039;Quantenlogischen Medizin&amp;#039;&amp;#039; weiterentwickelt. Weiter betont diese Universität weltweit den einzigen &amp;#039;&amp;#039;Universitätsmaster in homöopathischer Medizin einer staatlichen Universität&amp;#039;&amp;#039; anbieten zu können. &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.quantum-logic-medicine.com/de/uni_basisWissen.shtml&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zitate==&lt;br /&gt;
*Charles Darwin am 4.9.1850: ..&amp;#039;&amp;#039;Du spricht von Homöopathie, ein Gegenstand, der mich sogar noch wütender macht als Hellseherei. Hellseherei liegt so jenseits aller Glaubwürdigkeit, daß normale Fähigkeiten dabei ohnehin keine Rolle spielen, aber bei der Homöopathie kommen gesunder Menscherverstand und Beobachtung ins Spiel, und beides würde vor die Hunde gehen, wenn die unendlich winzigen Dosen irgendeine Wirkung hätten. Wie wahr ist doch eine Bemerkung ..., die ich neulich las, über die Nachweisbarkeit von Heilprozessen. [Es hieß], niemand weiß, was das Ergebnis wäre, wenn eine Erkrankung gar nicht behandelt würde. Das ist der Mastab, am dem die Homöopathie&amp;quot; zu messen ist...&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Charles Darwin in einem Brief an William Darwin Fox am 4.9.1850: You speak about Homeopathy; which is a subject which makes me more wrath, even than does Clairvoyance: clairvoyance so transcends belief, that one’s ordinary faculties are put out of question, but in Homœopathy common sense and common observation come into play, and both these must go to the Dogs, if the infinetesimal doses have any effect whatever. How true is a remark I saw the other day by Quetelet, in respect to evidence of curative processes, viz that no one knows in disease what is the simple result of nothing being done, as a standard with which to compare Homeopathy and all other such things It is a sad flaw, I cannot but think in my beloved Dr Gully, that he believes in everything - when his daughter was very ill, he had a clairvoyant girl to report on internal changes, a mesmerist to put her to sleep - an homeopathist, viz John Chapman and himself as Hydropathist and the girl recovered...&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*R. v. Bredow: Homöopathie. Die Heilung mit dem Nichts? GEO Juni1997, 44-56&lt;br /&gt;
*Philippe Leick: Die „schwache Quantentheorie“ und die Homöopathie. Skeptiker 19 (3/06) 92-102&lt;br /&gt;
*R. Twenhöfel: Homöopathie und Schulmedizin. Zur Soziologie eines Konfliktes. Heidelberg: Haug 1994&lt;br /&gt;
*Otto Prokop (1995): Homöopathie - Was leistet sie wirklich?, Frankfurt/M.&lt;br /&gt;
* Martin Lambeck (2003): Irrt die Physik?, Beck&amp;#039;sche Reihe, ISBN 3406494692&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.novo-magazin.de/67/novo6734.htm&lt;br /&gt;
*http://www.gwup.org/themen/texte/homoeopathie/&lt;br /&gt;
*http://www.skeptiker.de/themen/texte/homoeopathie/&lt;br /&gt;
*http://www.handrick-net.de/homoeopathie/homoeopathie.html&lt;br /&gt;
*ftp://pandemonium.tiscali.de/pub/gutenberg/2/7/0/2700/2700.txt Homöopathiekritischer Text von 1842. Unverändert gültig.&lt;br /&gt;
*[http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/011005042421_lancet_kopie.pdf the lancet: the end of homoeopathy]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/1967/20/Der-Arzt-steckt-im-Flaesdichen?page=all Die Zeit: Der Arzt steckt im Fläsdichen]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/2003/49/N-Wasser_Ged_8achtnis Die Zeit: Verdünnte Wahrheit]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/2004/24/M-Hom_9aopathie_neu Die Zeit: Die Angst vor der Globulisierung]&lt;br /&gt;
*http://dcscience.net/ernst-bjcp-07.pdf&lt;br /&gt;
*[http://de.youtube.com/watch?v=BWE1tH93G9U James Randi erklärt Homöopathie (englisch - sehr sehenswert)]&lt;br /&gt;
*[http://www.heise.de/tr/Homoeopathika-sind-Placebos--/artikel/110778/0/0 &amp;quot;Homöopathika sind Placebos&amp;quot;] Interview mit Professor Edzard Ernst, Gründer der Abteilung für Komplementärmedizin an der Uni Exeter&lt;br /&gt;
*http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/bstuecke/78922/index.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Homöopathie]]&lt;br /&gt;
[[category:Pseudowissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hema</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie&amp;diff=17728</id>
		<title>Homöopathie</title>
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		<updated>2009-02-16T11:23:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hema: /* Die gesetzliche Einordnung der Homöopathie als Therapieform */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Potenzierer.jpg|[[Potenziermaschine]] der Homöopathie|thumb]]Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[pseudowissenschaft]]liche &amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Statement &amp;#039;&amp;#039;National Science Foundation&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy&amp;#039;&amp;#039;, Zitat: ..&amp;#039;&amp;#039;There is widespread agreement for instance that creationism, astrology, homeopathy, [...] are pseudosciences...&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Methode zur Behandlung praktisch aller Erkrankungen, die von [[Samuel Hahnemann]] etwa um 1800 begründet wurde und heute nahezu unverändert existiert. Die Homöopathie stützt sich auf zwei allgemeine Grundprinzipien. Nach dem [[Simile-Prinzip]] der Homöopathie kann aus symptomorientierter Sicht jede Krankheit durch Stoffe geheilt werden, die beim gesunden Patienten ähnliche Symptome hervorrufen. Nach dem Prinzip der [[Potenzierung]] wirken die Stoffe um so stärker, je stärker sie nach einem vorgeschriebenen Verfahren in Lösungsmittel verdünnt werden. Keines dieser beiden Prinzipien konnte bisher experimentell bestätigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homöopathiegläubige sind bewusst oder unbewusst häufig pauschal skeptisch gegenüber der Wissenschaftlichen Medizin: Mit der (meist irrationalen) Angst vor der &amp;quot;schädlichen Chemie&amp;quot; ist untrennbar ein &amp;quot;[[Nocebo]]-Effekt&amp;quot; verbunden, der die Wirkung von gut bewährten konventionellen Verfahren beeinträchtigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten der Homöopathie==&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Klassische Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Form der Homöopathie, die sich streng an der Lehre von Samuel Hahnemann orientiert. Nach Hahnemann soll für die Gesamtheit aller körperlichen und geistigen Beschwerden immer nur ein einziges Mittel zur gleichen Zeit verabreicht werden. Der klassisch arbeitende Homöopath sucht nach dem seiner Meinung nach geeigneten Simile. Bekanntester aktueller Vertreter ist [[Georgos Vithoulkas]].&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Komplexmittelhomöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Anwendung homöopathischer Mittelgemische aufgrund einer Krankheitsdiagnose. Siehe: [[Komplexmittelhomöopathie]].&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Die Klinische Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet die Anwendung von homöopathische Mittel in sogenannten tiefen Potenzen (D1-D12) nach bestimmten Diagnosen.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Neuere Interpretationen und Derivate der Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind im Kommen. Hier zeigen sich fließende Übergänge zum [[Geistheilen]] oder einer &amp;#039;&amp;#039;Energiemedizin&amp;#039;&amp;#039;. Vertreter dieser, unter klassischen Homöopathen meist abgelehnten, Gruppe glauben, nach Anamnese und [[Repertorisieren]] die gefundenen homöopathischen Mittel nicht in den Körper des Patienten einführen zu müssen. Allein die räumliche Nähe des Mittels zum Patient reiche aus, um eine Wirkung zu entfalten. Die Mittel könnten beispielsweise am Körper getragen oder unter das Kopfkissen gelegt werden. Auch könne ein Glas Wasser &amp;#039;&amp;#039;homöopathische Effekte&amp;#039;&amp;#039; zeigen, wenn es lediglich auf ein Blatt Papier mit dem Namen des Mittels gestellt werde. Das Blatt Papier übertrage hier seine &amp;#039;&amp;#039;Information&amp;#039;&amp;#039; auf das einzusetzende Glas Wasser. Eine typische Methode aus diesem Spektrum ist die [[Harmopathie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Hering&amp;#039;sche Gesetz==&lt;br /&gt;
Auf einen Vorschlag des Hahnemann-Anhängers Constantin Hering aus Sachsen geht im 19. Jahrhundert das so genannte &amp;#039;&amp;#039;Heringsche Gesetz&amp;#039;&amp;#039; zurück. Hering glaubte, dass eine Gesundung erfolge, wenn es zu einer Auslöschung von Symptome in folgenden Richtungen verlaufe:&lt;br /&gt;
* von innen nach auüen&lt;br /&gt;
* von oben nach unten&lt;br /&gt;
* von jetzt zu fruher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fehlen der wissenschaftlichen Grundlage==&lt;br /&gt;
Nach etwa 200 Jahren der Forschung von Homöopathen und Nicht-Homöopathen ist bislang kein wissenschaftlicher Beweis für eine über den [[Placebo|Placeboeffekt]] hinausgehende Wirkung der Homöopathie bekannt geworden &amp;lt;ref&amp;gt;Ernst E., A systematic review of systematic reviews of homeopathy., Br J Clin Pharmacol. 2002 Dec;54(6):577-82&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach heutigem Erkenntnisstand ist sie mit einer Placebo-Therapie gleichzusetzen, was allerdings nicht heißen muss, dass sie völlig wirkungslos ist. In der Tat kann man davon ausgehen, dass sie gegenüber einer Nichtbehandlung (also dem Nichtstun) eine Wirkung bei entsprechenden Patienten erzielen kann, insbesondere bei charismatischen Therapeuten und entsprechendem therapeutischem Ritual. Gefahren der Homöopathie ergeben sich aus der Tatsache, dass Homöopathen und Patienten die Placebowirkungen der Homöopathie überschätzen und reproduzierbar effektive Behandlungen mit einem Wirksamkeitsnachweis, der über den Placeboeffekt hinausgeht, unterlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Homöopathie sprechen die fehlenden Wirksamkeitsnachweise, der pseudowissenschaftliche-dogmatische Charakter der Homöopathieschulen (die tatsächliche Schulmedizinen sind), die völlig fehlende Prävention der Krankheit sowie innere Widersprüche wie der nicht reproduzierbare Chinarindenversuch, auf den sich Hahnemann hilfsweise beruft. Homöopathen geben ungerne an, wie lange eine Therapie durchgeführt werden soll.&lt;br /&gt;
Auch aus chemisch-naturwissenschaftlicher Sicht ist das [[Potenzierung|Potenzierverfahren]] (was in Wirklichkeit eine Verdünnung unter bestimmten Umständen ist) nicht mit der Realität in Einklang zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Argument für die Homöopathie wird oft die Freiheit von Nebenwirkungen angesprochen. Das Argument ist dabei, dass bei starker Potenzierung (Verdünnung) kaum Nebenwirkungen zu erwarten seien. Dieses Argument widerspricht jedoch der Annahme, Potenzierung würde die Wirkung der Substanzen verstärken und ist damit ein Widerspruch der Homöopathie in sich. Auch der Anspruch, die Selbstheilungsfähigkeit des Menschen zu stärken wird oft als Argument für die Homöopathie genannt. Den Nachweis hierfür bleiben die Befürworter jedoch schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen häufig verbreiteten Ansichten um eine &amp;#039;&amp;#039;ganzheitliche Behandlung&amp;#039;&amp;#039; im Rahmen der Homöopathie, ist diese Alternativmedizin als eine symptom-basierte Therapieform anzusehen, die sich ausschließlich auf geschilderte und beobachtbare Symptome des Patienten stützt. Die Ätiologie (Ursachenforschung) von Krankheiten wird weitgehend ausgeblendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahneman und moderne Homöopathen orientieren sich an &amp;#039;&amp;#039;Heilgesetzen&amp;#039;&amp;#039;, zu denen auch die Vorstellung gehört, dass homöopathische Therapien Menschen von oben nach unten, von innen nach außen und beginnend mit dem neuesten Symptom behandeln. Solche Vorstellungen haben wiederum keine Grundlage in irgendwelchen Modellen der Biologie oder der Krankheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizinische Fakultät der Universität Marburg erklärte im Ärzteblatt vom 3. März 1993 die Homöopathie zur Irrlehre: Ihr Wirkprinzip sei Täuschung des Patienten, verstärkt durch die Selbsttäuschung des Behandlers &amp;lt;ref&amp;gt;http://oehinfo.uibk.ac.at/natwi/pharm/bunsi/0195/marburg.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pseudowissenschaftliche Erklärungsansätze ==&lt;br /&gt;
[[image:Dwhelios.jpg|Verdünntes Wasser als homöopathisches Heilmittel|300px|thumb]]Die Homöopathie ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht plausibel: Es widerspricht der Logik, den Naturgesetzen und medizinischen Erkenntnissen der Vergangenheit und Gegenwart. Hochpotenzen ab D 23 bzw. C 12 enthalten kein Molekül des Grundstoffes. Wie sollen Tropfen, die nur noch aus Lösungsmitteln bestehen, wirken? Ein [[Wassergedächtnis]], das „Information“ aufnehmen könnte, gibt es nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist in der wissenschaftlichen Medizin nicht sinnvoll, die Funktionsweise von Methoden zu erklären, die gar keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen können. Die Frage nach dem Wirkprinzip der Homöopathie ist völlig sinnlos, solange es keine Hinweise darauf gibt, dass Homöopathie überhaupt Wirkung entwickelt. Alle Erklärungsversuche der Homöopathie sind daher nicht wissenschaftlich fundiert und können als pseudowissenschaftlich eingestuft werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hält Homöopathen jedoch nicht davon ab, sich Wirkmechanismen zur Homöopathie auszudenken und diese zu veröffentlichen. Die Spannweite reicht dabei von [[Animismus|animistischen]] Vorstellungen geistbelebter Materie, in denen die [[Potenzierung]] die positiven Geister (auch Schwingungen) der Substanzen freisetzt, bis zur pseudowissenschaftlichen Umdeutung quantenmechanischer und atomphysikalischer Erkenntnisse &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.anomalistik.de/Walach_WQT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft wird das [[Wassergedächtnis]], welches [[Jacques Benveniste]] meinte gefunden zu haben, als &amp;quot;Beweis&amp;quot; angeführt. Spätestens seit 1995 ist klar, dass Benvenistes Ergebnisse nicht nachvollziehbar sind &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.zeit.de/2003/49/N-Wasser_Ged_8achtnis?page=all&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.gwup.org/skeptiker/archiv/2008/2/media/wasser_gedaechtnis.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotzdem wird weiterhin behauptet, dass Hochpotenzen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Informationen&amp;#039;&amp;#039; enthalten würden, obwohl weder ein Informationsträger zu finden noch ein Code vorstellbar ist. So ist es nicht verwunderlich, dass auch der letzte, als Durchbruch gefeierte &amp;quot;Beweis&amp;quot; an der Uni Leipzig mit Rattendärmen sich als falsch und unhaltbar herausstellte. Eine umfangreiche Würdigung dieser Pseudo-Forschung an der Uni Leipzig findet sich hier:[http://www.xy44.de/belladonna/]. Welche &amp;#039;&amp;#039;Informationen&amp;#039;&amp;#039; die Struktur des Wassers auch immer in der Vorstellung der Anhänger enthalten sollte, sie müssten auch auf die Zuckerpillen übertragen werden, auf die der Tropfen des homöopathischen Wassers aufgetragen wird. Das &amp;#039;&amp;#039;Gedächtnis des Wassers&amp;#039;&amp;#039; müsste die Aufnahme und Absorption durch das gastrointestinale System im Körper und den Transport durch das Blut bis zu den Geweben gewissermaßen überleben. Biologen haben weder ein „Wassergedächtnis“ noch homöopathische Signale oder Rezeptoren entdeckt, noch irgendetwas, das plausiblerweise als Rezeptor für Wasserstrukturen dienen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige heutige Homöopathen ziehen sich auf die Quantenmechanik zurück, um die Wirkungen homöopathischer Mittel zu erklären, aber Quanteneffekte sind lediglich auf subatomarer Ebene von Bedeutung und können sich vielleicht bis auf die atomare Ebene auswirken, sie sind jedoch nicht für die makroskopische Welt oder für biologische Systeme relevant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tatsache dass auch &amp;#039;&amp;#039;verdünntes Wasser&amp;#039;&amp;#039; als homöopathisches Heilmittel angeboten wird (siehe Abbildung rechts, 1 Gramm verdünntes Wasser kostet etwa 1 Pfund) &amp;lt;ref&amp;gt;https://www.helios.co.uk/cgi-bin/store.cgi?action=link&amp;amp;sku=Wate-g&amp;amp;uid=11666&amp;lt;/ref&amp;gt;, macht das Konzept genauso fragwürdig wie die Behauptungen mancher Homöopathen dass von unter dem Kopfkissen oder am Körper getragenen Mitteln eine Wirkung ausginge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie nebenwirkungsfrei ?==&lt;br /&gt;
Glaubt man den Befürwortern der Homöopathie, so wäre die Anwendung stets nebenwirkungsfrei, und dies mag im allgemeinen auch auf die sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Hochpotenzen&amp;#039;&amp;#039; bezogen plausibel erscheinen. Wenn man die Problematik der Homöopathie-Wirkungslosigkeit (gegenüber Placebo) und des Zeitverzuges durch Verzicht auf wirksame Therapien außer Acht lässt, lassen sich aber in der Fachliteratur Angaben zu Nebenwirkungen durch niedrig potenzierte Homöopathika finden. Nicht jedes als homöopathisches Medikament zugelassene Mittel enthält die Wirksubstanzen in hinreichender Verdünnung (bzw. „hoher Potenz“), so dass es frei von unerwünschten Nebenwirkungen wäre. Als Beispiel kann hier ein Mittel gegen Bluthochdruck namens „Homviotensin“ ® genannt werden, das als &amp;#039;&amp;#039;nebenwirkungsfrei&amp;#039;&amp;#039; vermarktet wird, aber einige Phytotherapeutika in ausreichender Konzentration enthält um pharmakologische Wirkungen zu entfalten. Zitat Bewerbung: ...&amp;#039;&amp;#039;Eine Tablette Homviotensin zu 320 mg enthält, arzneilich wirksame Bestandteile Reserpinum Trit. D3 32,0 mg (HAB1,Vorschrift 6); Rauwolfia Trit. D3 32,0 mg; Viscum album Trit. D2 32,0 mg; Crataegus Trit. D2 64,0 mg. Die sonstigen Bestandteile sind Lactose und Magnesiumstearat...&amp;#039;&amp;#039; Hier sind also herzwirksame Substanzen in erheblicher Konzentration zu finden. Als Nebenwirkungen werden zusätzlich &amp;#039;&amp;#039;verstopfte Nase und depressive Verstimmung&amp;#039;&amp;#039; genannt. Die meisten homöopathischen [[Komplexmittelhomöopathie|Komplexmittel]] funktionieren nicht homöopathisch, sondern haben eindeutig pharmakologische Wirkungen. Das wird durch den Einsatz von &amp;#039;&amp;#039;Niedrigpotenzen&amp;#039;&amp;#039; der eingesetzten Urtinkturen erreicht. Damit lassen sich sogar kleinere Studien mit nachgewiesener Wirksamkeit machen (die natürlich nichts mit dem Prinzip der Homöopathie zu tun haben, sondern replizierbare Beobachtungen der Pharmakodynamik sind). Diese Komplexmittel sind für bestimmte Indikationen zugelassen. Allgemein kann als Faustregel davon ausgegangen werden, dass bei niedrigen Potenzstufen (&amp;#039;&amp;#039;kritische Potenz&amp;#039;&amp;#039; im allgemeinen bis etwa D6) eine reguläre unerwünschte Arzneimittelwirkung auftreten kann, weil im Mittel noch nennenswerte Stoffmengen mit dem gesamten Wirkungsspektrum enthalten sind. So können z. B. durch die Anwendung von Mercurius (Quecksilber), Arsenicum (Arsen) oder Nux vomica (Brechnuss), einer Pflanze, die Strychnin-Alkaloide enthält, Vergiftungen hervorgerufen werden. Die kritische Potenz ist abhängig vom Tablettengewicht sowie dem Molekulargewicht der Wirksubstanz und ihrer relativen Wirksamkeit. Im folgenden soll als Beispiel die kritische Potenz für das Diphtherintoxin berechnet werden: das Toxin hat ein Molekulargewicht von 61 kDa. Ein einziges Molekül vermag eine Zelle zu töten. Die Tablette möge 10mg wiegen, was etwa einem Kügelchen mit dem Radius 1 mm entspricht. 10mg entsprechen 1,6*10^-7 Mol bzw. 1*10^17 Moleküle Bei einer Potenz von D16, enthält eine 10mg Tablette noch 10 Moleküle, bzw. 10 potenziell tote Zellen, was eindeutig noch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie und Malariaprophylaxe und Anti Zecken Globuli==&lt;br /&gt;
[[image:malarianosode.jpg|Malaria Nosode|thumb]]&lt;br /&gt;
In Deutschland ist immer wieder zu beobachten, dass Homöopathen das Mittel &amp;#039;&amp;#039;Malaria 2000&amp;#039;&amp;#039; (oder andere Mittel) zu einer sogenannten Malaria-Prophylaxe für Patienten verwenden, die beabsichtigen in ein Land zu reisen, in dem die Malaria endemisch ist. Regelmäßig müssen in Klinken Malariapatienten behandelt werden, die angeben, sich derartig vor Malaria &amp;#039;&amp;#039;gewappnet&amp;#039;&amp;#039; zu haben und sich dennoch infizierten. Es kam zu mindestens einem Todesfall eines Patienten der nach Malaria 2000-Prophylaxe starb. Die Arzneimittel-Kommissionen der Apotheker und der deutschen Ärzteschaft nahm mit Veröffentlichungen und deutlichen Warnungen gegen eine derartige homöopathische Malariaprophylaxe Stellung: &amp;#039;&amp;#039;Bereits am 19. März 1998 hat die Arzneimittel-Kommission der Apotheker in der Pharmazeutischen Zeitung vor einer homöopathischen Malaria-Prophylaxe gewarnt. Es wird klargestellt, dass Malaria eine ernste und z.T. lebensbedrohliche Krankheit darstellt, &amp;quot;der nicht durch unspezifische homöopathische Mittel begegnet werden kann, von denen man sich eine erhöhte Immunität des Körpers gegen Malariaerreger erhofft. Fälle in denen eine solche &amp;quot;Prophylaxe&amp;quot; versagt hat, sind literaturkundig&amp;quot;. Es wird daher dringend davon abgeraten, homöopathische Mittel zur Malaria-Prophylaxe abzugeben.&amp;#039;&amp;#039; Noch deutlicher und schärfer warnt die Arzneimittel-Kommission der deutsche Ärzteschaft im Deutsche Ärzteblatt 95 vom 19. Juni 1998. Die AMK nahm dabei Bezug auf eine von einer Firma angebotene homöopathische Malariaprophylaxe. Wörtlich: &amp;#039;&amp;#039;[...] Niedergelassene Ärzte, die Patienten eine homöopathische Malaria-Prophylaxe verordnen, haben mit berufsrechtlichen und strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Die Malaria ist eine ernste und unter Umständen lebensbedrohliche Krankheit, [...] Wegen der akuten Gefährdung der Patienten, die sich unter Umständen auf ihr homöopathisches Arzneimittel verlassen, sieht die AMK der deutschen Ärzteschaft bei der Verordnung solcher homöopathischen Mittel zur Malaria-Prophylaxe einen Verstoß gegen die Berufspflichten des Arztes und rät zum Schutze der Patienten dringend von einer Verordnung solcher Mittel ab. &lt;br /&gt;
Andererseits ist die Krankheitsprophylaxe an sich innerhalb der Homöopathieszene umstritten, da sich ohne erkennbare Symptome ja keine homöopathischen Mittel finden lassen. Auch in England waren derartige Malariaprophlaxen bekannt geworden, und die englische staatliche NHS stellte daher ab 2008 die Zahlungen an homöopathische Einrichtungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich kritisch sind auch sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Anti Zecken Globuli&amp;#039;&amp;#039; um, wie eine Apotheke in Arnsberg unter der Hand meint, &amp;#039;&amp;#039;[...] einer Borelliose Erkrankung auf natürlicher Weise vorzubeugen [...]&amp;#039;&amp;#039;. Dazu habe diese Apotheke mit einem homöopathischen Hersteller eine spezielle Mischung entwickelt, die [[Nosode]]n enthalte, die eine &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Impfung&amp;#039;&amp;#039; darstellen sollen. Es wird ausdrücklich auf die, durch Zecken übertragenen, Krankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borelliose Bezug genommen. Zusätzlich sollen die Anti Zecken Globuli auch &amp;#039;&amp;#039;Ledum palustre&amp;#039;&amp;#039; (Sumpfporst) enthalten, was den eigenen Körpergeruch im Sinne eines Schutzes verändere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathische Antidote==&lt;br /&gt;
Befürworter der Homöopathie fürchten offenbar unerwünschte Wirkungen eigener Therapien, insbesondere als zu intensive &amp;#039;&amp;#039;Erstverschlimmerungen&amp;#039;&amp;#039; nach Mittelgabe. Aber auch für diesen Fall ist homöopathisch durch sogenanntes &amp;#039;&amp;#039;Antidotieren&amp;#039;&amp;#039; vorgesorgt. Dabei reiche es, einfach das verabreichte erstverschlimmernde Mittel &amp;#039;&amp;#039;[...] mit ein paar Schlucken starkem Kaffee oder Riechen an Kampher (Tigerbalsam, Vic-vapo-rup...) [...]&amp;#039;&amp;#039; unwirksam zu machen &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.nelly-duerr.de/klassische-homoeopathie/antidot.php&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Homöopathie==&lt;br /&gt;
Der Homöopathie kann man zur Zeit der Entwicklung durchaus &amp;quot;wissenschaftlichen&amp;quot; Charakter (nach damaliger Definition) zugestehen. Immerhin ging Hahnemann empirisch vor und überprüfte seine Thesen an Selbstversuchen. Der Zugewinn an Wissen seit dieser Zeit lässt die Theorie heutzutage nur noch aus medizinhistorischer Sicht interessant erscheinen. Als ernsthafte medizinische Methode kann die Homöopathie auf Grund des fehlenden Wirksamkeitsnachweises nicht betrachtet werden. Zu Hahnemanns Zeiten gab es weder ein Fieberthermometer noch die Kenntnis von Bakterien, dafür die seltsamsten Erklärungsversuche (z.B. Miasmen - krankheitserregende Dämpfe, die vom Boden aufsteigen), so dass man Hahnemanns Modell aus historischer Sicht durchaus als vernünftig betrachten muss. Aus heutiger Sicht nach über zwei Jahrhunderten enormen Wissensgewinns kann man vermuten, dass selbst Hahnemann, würde er noch leben und über das heutige Wissen verfügen, seine Apologeten verspotten würde. So wurde die Homöopathie schon vor über 100 Jahren heftig kritisiert (siehe Links). Das Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie geht nicht auf Hahnemann zurück, bereits vorher gab es (zum Beispiel in England) analoge Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathische Ärzte in Europa==&lt;br /&gt;
In Deutschland sollen etwa 5000 Ärzte die Zusatzbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Homöopath&amp;#039;&amp;#039; erlangt haben, die Netzeitung gibt an, dass in Deutschland zur Zeit etwa jeder 40. Arzt über die Zusatzbezeichnung «Homöopathie» verfügt&amp;lt;ref&amp;gt;Netzeitung 2.7.08 [http://www.netzeitung.de/gesundheit/1075357.html]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach Angaben der ECHAMP tragen in Deutschland etwa 2,5% der Ärzte, in Italien 8,3% und in der Slowakei etwa 14%, die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“. In Schweden liegt die Quote dagegen bei unter 0,03%, von fast 30.000 schwedischen Ärzten insgesamt haben nur zehn eine homöopathische Zusatzausbildung. Europaweit würden demnach fast 56.000 Mediziner die entsprechende Bezeichnung führen. Die so krass unterschiedliche Akzeptanz der Homöopathie in zwei Industriestaaten wie Deutschland und Schweden bei vergleichbarem Gesundheitsstatus der Deutschen und Schweden zeigt, dass einerseits offenbar problemlos auf die Homöopathie verzichtet werden kann ohne dass sich für die Gesundheit der Bevölkerung ein relevanter Effekt ergibt und dass andererseits die Beliebtheit der Homöopathie weniger mit naturwissenschenschaftlichen Argumenten oder Belegen einer möglichen Wirksamkeit zusammenzuhängen scheint als vielmehr mit Weltanschauungen, Vorurteilen oder Traditionen. Überzeugende wissenschaftliche Argumente und Wirksamkeitsnachweise die für die Anwendung der Homöopathie sprächen, hätten nämlich auch schwedische Ärzte überzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Homöopathika-Geschäft==&lt;br /&gt;
[[image:Oscillococcinum.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Deutschland und Frankreich sind die wichtigsten Märkte für homöopathische und anthroposophisch-homöopathische Medikamente in Europa. Fast 60 Prozent aller in Europa hergestellten Arzneien dieser Therapierichtungen wurden in diesen beiden Ländern verkauft &amp;lt;ref&amp;gt;europäischer Herstellerverband ECHAMP&amp;lt;/ref&amp;gt;, mit einem europaweiten Zuwachs von 60% zwischen 1995 und 2005. In Deutschland gab es ein Umsatzplus von 80%, in Frankreich gar 300%. Der europaweite Umsatz liegt bei 1,7 Milliarden Euro, etwa 7% aller rezeptfreien Medikamente. Der Erlös der Produktion lag 2005 bei etwa 930 Millionen Euro, davon 810 Millionen Euro für Medikamente. An den Erzeugerpreisen gemessen entfielen auf Deutschland rund 268 Millionen Euro des EU-Absatzes, auf Frankreich 294 Millionen Euro.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;DZVhÄ-Newsletter Ausgabe Januar/Februar 2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;European Coalition on Homeopathic and Anthroposophic Medicinal Products E.E.I.G. (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Facts and Figures, Second Edition, 2007, Homeopathic and Anthroposophic Medicine in Europe&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.echamp.org/upload/files/statements/statements_20071128142622.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/130208094908_6hn141febr.pdf &amp;#039;&amp;#039;Deutschland und Frankreich sind die größten Märkte.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Nachrichten&amp;#039;&amp;#039; Jan./Feb. 2008, S.4.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das marktführende Unternehmen in Deutschland ist die Deutsche Homöopathie-Union (DHU). Der Konzern mit über 400 Mitarbeitern hat sich aus der 1961 gegründeten Firma Schwabe entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das meistverwendete Homöopathicum in den USA ist das &amp;#039;&amp;#039;Oscilococcinum C 200&amp;#039;&amp;#039;. Dieses Mittel wird auch „die 20-Millionen-Ente“ genannt. Der Jahresumsatz für das Produkt beträgt 20 Millionen Dollar. Das Mittel wird aus Entenleber erzeugt, doch für den gesamten Umsatz wird nur die Leber einer einzigen Ente gebraucht - und von dieser bleibt einiges übrig: Die Potenzierung von C 200 bedeutet, dass das Verhältnis von Leber zur Lösung 1 zu 10 mit 400 Nullen beträgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie und umstrittene [[Masernparty]]==&lt;br /&gt;
2005 wurde bekannt dass Anhänger der Homöopathie sogenannte Masern-Partys nicht generell ablehnen. Zitat eines entsprechenden Zeitungsartikels &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/726112-100,1,0.html&amp;lt;/ref&amp;gt;: &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Ärzte lehnen &amp;quot;Masern-Partys&amp;quot; nicht generell ab. Bei Abwägung der möglichen Nebenwirkungen einer Impfung mit den Risiken einer Erkrankung sei eine bewusst herbeigeführte Ansteckung im Alter zwischen etwa drei und acht Jahren &amp;quot;eine Überlegung wert&amp;quot;, sagte der Münchner Kinderarzt Dr. Steffen Rabe.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Es sei eine Folge der Impfkampagnen, dass im Vergleich zu früher bei Masernausbrüchen heute mehr Säuglinge und Erwachsene erkranken. Bei diesem Personenkreis sei jedoch das Risiko, infolge von Masern an Komplikationen wie zum Beispiel einer Hirnentzündung zu erkranken, bis zu zehn Mal höher, sagte Rabe.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die gestiegene Masern-Erkrankungshäufigkeit bei Säuglingen ist eine unmittelbare Folge der Impfpolitik&amp;quot;, so Rabe. Die letzte Entscheidung über die Teilnahme eines Kindes an einer &amp;quot;Masern-Party&amp;quot; liegt nach Auffassung des Mediziners immer bei Eltern.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Im Falle einer Masernerkrankung rät der Kinderarzt zum völligen Verzicht auf fiebersenkende Mittel, da diese das Komplikationsrisiko möglicherweise erhöhten. &amp;quot;Der Patient braucht vielmehr vor allem Ruhe und Schonung.&amp;quot; Die Krankheit sei mit klassischer Homöopathie in vielen Fällen gut zu behandeln.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studien zur Homöopathie==&lt;br /&gt;
Bereits zu Lebzeiten von Hahnmann war seine Lehre umstritten und löste lebhafte Diskussionen aus und die ersten Versuche mit Homöopathika verliefen negativ. Bei Wiederholungen von Hahnemanns ursprünglichen „Arznei-Tests“ konnten seine Angaben nicht bestätigt werden. Der berühmte Chinarinden-Versuch, auf dem die Lehre beruht, war ein Irrtum: Obwohl Chinarinde die Körpertemperatur senkt, empfand Hahnemann nach der Einnahme Fieber. Möglicherweise eine allergische Reaktion. Auch die unverblindeten „Arzneimittelprüfungen“ ohne Ausschaltung eines möglichen Placeboeffekts durch Vergleich mit einem Scheinpräparat sind nicht wissenschaftlich akzeptabel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Untersuchungen zur Homöopathie gab es zur Zeit des Nationalsozialismus. Dem Regime lag an einer Neuorientierung im Gesundheitswesen, der &amp;quot;Neuen Deutschen Heilkunde&amp;quot;. In nationalsozialistischen Kreisen wurde zudem die Kritik an &amp;#039;&amp;#039;verjudeter Schulmedizin&amp;#039;&amp;#039; lauter. Zwischen 1936 und 1939 fanden an verschiedenen homöopathischen Krankenhäusern im Auftrag des Reichsgesundheitsamtes Arzneimittelprüfungen statt. Es sollte „vor allem die Zuverlässigkeit früherer Arzneiprüfungen und somit auch die Wertigkeit der auf ihnen aufbauenden ‚Arzneibilder’ erforscht werden. Dem Arbeitskreis gehörten der Homöopath Hanns Rabe (1890-1959), der Internist Werner Siebert (1897-1951) und die Pharmakologie-Professoren Gustav Kuschinsky (1904-1992) und Richard Bonsmann an. An diesen Überprüfungen war auch der damals an der homöopathischen Abteilung des Rudolf Virchow Krankenhauses in Berlin tätige Arzt Fritz Donner (1896-1979) maßgeblich beteiligt. Doch es kam nichts dabei heraus. Durchgeführt wurden beispielsweise Doppelblindversuche mit Silicea C 30. Das Ergebnis: Verum und Placebo verursachten gleich viel Symptome. Den anwesenden Homöopathen war es nicht möglich, Verum und Placebo zu unterscheiden. Auch 1938/39 wurden im Robert-Koch-Krankenhaus in Berlin klinische Versuche mit Homöopathika mit negativem Ergebnisse durchgeführt. Der Homöopath Rabe reagierte mit der Vermutung, dass ..&amp;#039;&amp;#039;Homöopathie keine pharmakotherapeutische Methode, wie bisher angenommen, sondern eine Form der Psychotherapie...&amp;#039;&amp;#039; sei. Fritz Donner in einem Gedächtnisprotokoll: &amp;#039;&amp;#039;Wahrheitsgemäß müsste man antworten, dass bei der Arzneiprüfung nichts herausgekommen ist und dass bei den klinischen Versuchen bei keinem einzigen Patienten eine irgendwie für eine therapeutische Wirkung der eingesetzten Arzneien sprechende Reaktion eingetreten ist.&amp;#039;&amp;#039;. Dennoch wurde offiziell verlautbart es hätten sich gewisse Schwierigkeiten bemerkbar gemacht, sodass man neu beginnen müsse. Der Krieg verhinderte jedoch weitere Forschung. Später, in den sechziger Jahren, drückte sich Donner deutlicher aus: Er nannte die Untersuchung ein &amp;#039;&amp;#039;totales Fiasko&amp;#039;&amp;#039; für die Homöopathie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher gaben Homöopathen an, ihre Methode sei so auf den einzelnen Patienten individualisiert zugeschnitten, dass man sie gar nicht klinisch überprüfen könne. Als später deutlich wurde, dass der Weg zur Anerkennung ihrer Medizin nur über den klinischen Nachweis gehen kann, kam es zu einer Kursänderung und man bemühte sich, den Erfolg homöopathischer Behandlung mit klinischen Studien zu belegen. Veröffentlicht wurden viele Tests mit positiven Ergebnissen – so kamen zum Beispiel im Jahr 1995 merkwürdigerweise nur ein Prozent aller in alternativen Fachzeitschriften publizierten Untersuchungen zu einem negativen Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Meta-Studie unter der Leitung des Berner Epidemiologen Matthias Egger belegt: Je genauer der Test-Aufbau nach wissenschaftlichen Kriterien, desto geringer die Effekte homöopathischer Behandlungen in den jeweiligen Studien. Das Ergebnis wurde im August 2005 in der anerkannten Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht. Lapidar forderten die Herausgeber die Homöopathen auf, endlich offen zu bekennen, dass ihre Methode ein Placebo sei. Die schweizer Regierung schloss Homöopathie aus der Kassen-Erstattung aus und die Stiftung Warentest bewertete die Homöopathie als „zur Behandlung von Krankheiten ungeeignet“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem sich die Homöopathie nicht replizierbar in kontrollierten, randomisierten und doppelt verblindeten Studien nachweisen lies, kam es wiederum zu einer Kehrtwendung mancher Homöopathieanhänger: ein derartiges Studiendesign wäre nicht in der Lage, die tatsächlichen Wirkungen der Homöopathie wiederzugeben. Gefordert wurde ein Abkehr von der &amp;#039;&amp;#039;evidence based medicine&amp;#039;&amp;#039; (EBM) hin zur Neuerfindung einer &amp;#039;&amp;#039;cognitive based medicine&amp;#039;&amp;#039; (CBM) bzw. zu reinen Outcome-Studien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weitere Studien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Shang, A et al., (2005) Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy. In: The Lancet, 27. August–2. September 2005, Band 366 (9487), S. 726–732, PMID 16125589&lt;br /&gt;
* E. Ernst (2002), &amp;quot;A systematic review of systematic reviews of homeopathy&amp;quot;, British Journal of Clinical Pharmacology 54 (6), 577–582: ..&amp;#039;&amp;#039;Homeopathy remains one of the most controversial subjects in therapeutics. This article is an attempt to clarify its effectiveness based on recent systematic reviews. Electronic databases were searched for systematic reviews/meta-analysis on the subject. Seventeen articles fulfilled the inclusion/exclusion criteria. Six of them related to re-analyses of one landmark meta-analysis. Collectively they implied that the overall positive result of this meta-analysis is not supported by a critical analysis of the data. Eleven independent systematic reviews were located. Collectively they failed to provide strong evidence in favour of homeopathy. In particular, there was no condition which responds convincingly better to homeopathic treatment than to placebo or other control interventions. Similarly, there was no homeopathic remedy that was demonstrated to yield clinical effects that are convincingly different from placebo. It is concluded that the best clinical evidence for homeopathy available to date does not warrant positive recommendations for its use in clinical practice..&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* A. Paris, N. Gonnet, C. Chaussard, P. Belon, F. Rocourt, D. Saragaglia, J. L. Cracowski, &amp;quot;Effect of homeopathy on analgesic intake following knee ligament reconstruction: a phase III monocentre randomized placebo controlled study&amp;quot;, British Journal of Clinical Pharmacology (OnlineEarly Articles). &amp;#039;&amp;#039;Conclusions: The complex of homeopathy tested in this study was not superior to placebo in reducing 24 h morphine consumption after knee ligament reconstruction...&amp;#039;&amp;#039; Der Witz bei dieser Studie ist, dass einer der Autoren (P. Belon) Direktor des französischen Homöopathie-Herstellers Boiron ist, die die Studie mitfinanziert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die gesetzliche Einordnung der Homöopathie als Therapieform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Homöopathie gehört in Deutschland nach der Definition zu den [[Besondere Therapierichtungen|besonderen Therapierichtungen]] nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) und dem Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz - AMG). Im SGB ist unter anderem festgelegt, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die homöopathische Behandlung erstatten dürfen. Das AMG sieht bei Homöopathika einen erleichterten Zugang zur Verkehrsfähigkeit als &amp;quot;Arzneimittel&amp;quot; vor, sofern eine Registrierung der Mittel erfolgt ist. An die Registrierung sind im Wesentlichen nur einfache hygienische Bedingungen geknüpft, nicht jedoch der sonst bei Arzneimitteln übliche und auch vom Patienten angenommene Wirksamkeitsnachweis. Anstelle des Wirksamkeitsnachweises wird von einer Kommission am Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) entschieden, ob Mittel, -name und Darreichungsform homöopathischer Lehrmeinung entsprechen (sog. &amp;quot;Binnenkonsens&amp;quot;). Konkret heißt das, dass eine Kommission entscheidet, ob schlichte Zuckerkügelchen auch ganz ohne Wirkstoff sich &amp;quot;Arzneimittel&amp;quot; nennen dürfen und als Arzneimittel verkauft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Herausforderung==&lt;br /&gt;
Der Alternativmedizin-Professor Edzard Ernst (Universität Exeter/GB) bot im Juni 2008 10.000 Pfund für denjenigen, der einen wissenschaftlichen Studien-Nachweis über die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen gegenüber Placebo liefert &amp;lt;ref&amp;gt;*http://stargoss.co.uk/badhomeopathy/modules/news/article.php?storyid=34&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.dailymail.co.uk/news/article-1026966/Leading-professor-offers-10-000-person-prove-homeopathy-works.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.netzeitung.de/gesundheit/1074077.html&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Placeboeffekte und spontane Heilungen==&lt;br /&gt;
Es ist bekannt, dass etwa drei Viertel aller Erkrankungen des Menschen irgendwann spontan verheilen - auch ohne jeglichen therapeutischen Eingriff, und häufig bleiben dabei auch keine dauerhaft nachweisbaren Spuren. Dies ist also quasi die Regel der menschlichen Krankheiten. Nur ist der Zeitpunkt der Heilung (im wahren Sinne des Wortes) zu Beginn einer Erkrankung aber oft nicht exakt anzugeben. Einige Erkrankungen haben auch einen Verlauf der durch Schübe gekennzeichnet ist die sich wiederholen und irgendwann abklingen. Auch &amp;#039;&amp;#039;wachsen&amp;#039;&amp;#039; sich beispielsweise meist Allergien der Kindheit im Erwachsenenalter nach Jahren aus oder schwächen sich stark ab. Nichts liegt also näher als aus homöopathischer Sicht eine solche Spontanheilung als Folge einer homöopathischen Therapie auszugeben, ob sich Homöopathieanhänger dessen bewusst sind oder nicht ist eine andere Frage. Einem derartigen Trugschluss unterliegen aber auch manchmal Ärzte, die sich einer rationalen Medizin verpflichtet fühlen &amp;lt;ref&amp;gt;Skrabanek P, McCormick J: Torheiten und Trugschlüsse in der Medizin. Verlag: Kirchheim + Co. GmbH (1993) ISBN-10: 3874090604 ISBN-13: 978-3874090605&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit spricht alles dafür, dass eine etwaige Wirksamkeit einer homöopathischen Therapie auf der Ausnutzung des [[Placebo]]effektes beruht. Dies wird von den meisten Homöopathen zurückgewiesen, würde es ja das [[Repertorisieren]] und [[Potenzierung|Potenzieren]] überflüssig machen und diese Praktiken ad absurdum führen (zumindest der höheren Potenzen bei denen die Wahrscheinlichkeit der Anwesenheit von Resten der Ursubstanz sehr gering ist). Verwiesen wird dabei auch auf einen bei Tieren oder Kindern angeblich unbekannten Placeboeffekt, auch wenn aus wissenschaftlicher Sicht das Gegenteil der Fall ist. Dass der Homöopathie ein entlockter Placeboeffekt zu Grunde liegen könnte, ist nicht nur Experten aus dem Homöopathie-skeptischen oder neutralen Lager, sondern selbst eingefleischten &amp;#039;&amp;#039;hardcore&amp;#039;&amp;#039; Homöopathen inzwischen klar. So sei laut [[Georgos Vithoulkas]] (bekannter Exponent der klassischen Homöopathie) der Wirkmechanismus sowohl des Placeboeffektes als auch des &amp;quot;homöopathischen Simillimums&amp;quot; derselbe &amp;lt;ref&amp;gt;↑ *http://www.hpathy.de/papersnew/george-vithoulkas.asp [...] Der Plazeboeffekt kann durch die Autosuggestion des Patienten initiiert werden, die eine Mobilisierung des Abwehrmechanismus durch die starken Gefühle des daran glaubens erzwingt. So funktionieren alle Geistheilungen, die Radionik, Yoga, die Meditation und all die anderen Randtherapien [...]&amp;lt;/ref&amp;gt; und führt die Selbsthypnose bzw Auto-[[Suggestion]] dafür an. Als Beleg für seine Hypothese führte er auch eine deutsche Homöopathin an: [...] Ich hörte einmal einer deutschen Homöopathin zu, die behauptete, bei vielen Patienten äußerst erfolgreich zu sein. Als ich sie danach fragte, von welchem Pharmahersteller sie ihre Mittel bezöge, sagte sie mir, dass sie die Mittel selbst produzierte. Sie schreibt auf ein Stück Papier den Mittelnamen und die Potenz und von einem Gerät wird es sofort hergestellt. Sagen Sie mir, ob dies nicht zu hundert Prozent Plazeboeffekt ist. Die Dame war finanziell so erfolgreich, dass sie der deutschen &amp;quot;George Vithoulkas Stiftung&amp;quot; einen großen Betrag spendete [...] Ich selbst habe schon versehentlich das falsche Mittel verabreicht, welches zu einem anderen Patienten gehörte und die Patienten, die das Mittel erhielten, berichteten davon, dass es ihnen besser ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Universitäre Kurse in Homöopathie==&lt;br /&gt;
*In Wien kann man an der anerkannten MedUni Wien Kurse in Homöopathie besuchen, die für das Studium der Humanmedizin anerkannt werden (Wahlfach Homöopathie) &amp;lt;ref&amp;gt; http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/11/homoopathie-meduni-1.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; http://www.sih.at/wahlfach/WFSKRIPT2007.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
*In England gibt es ebenfalls Universitäten, die die akademischen BSc und MSc (Bachelor bzw. Master of Science) Graden in Homöopathie vergeben und den Unmut von Wissenschaftlern erregten. Nature titelte &amp;quot;Science degrees without the science&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; http://www.ucl.ac.uk/Pharmacology/dc-bits/colquhoun-nature-07.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;, und berichtetet davon, wie schwierig bis unmöglich es sei, an die Kursunterlagen der ominösen Homöopathiekurse heranzukommen. Die meisten Universitäten verweigerten schlicht die Offenlegung ihrer Lehrunterlagen an Anfragende &amp;lt;ref&amp;gt; http://dcscience.net/giles-nature-2007.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
*Quantenlogische Medizin (quantum logic medicine): seit 2007 bietet die Universität Sevilla (Spanien) das universitäre Masterstudium in Homöopathie als &amp;#039;&amp;#039;Master Universitario en Homeopatía&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.cfp.us.es/image.asp?id=272&amp;amp;tipo=se&amp;amp;mt=bin&amp;lt;/ref&amp;gt; auch in deutscher Sprache an. Laut Aussagen der Universität wurde dort die Homöopathie unter Gesichtspunkten einer &amp;#039;&amp;#039;Quantenlogik&amp;#039;&amp;#039; zur &amp;#039;&amp;#039;Quantenlogischen Medizin&amp;#039;&amp;#039; weiterentwickelt. Weiter betont diese Universität weltweit den einzigen &amp;#039;&amp;#039;Universitätsmaster in homöopathischer Medizin einer staatlichen Universität&amp;#039;&amp;#039; anbieten zu können. &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.quantum-logic-medicine.com/de/uni_basisWissen.shtml&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zitate==&lt;br /&gt;
*Charles Darwin am 4.9.1850: ..&amp;#039;&amp;#039;Du spricht von Homöopathie, ein Gegenstand, der mich sogar noch wütender macht als Hellseherei. Hellseherei liegt so jenseits aller Glaubwürdigkeit, daß normale Fähigkeiten dabei ohnehin keine Rolle spielen, aber bei der Homöopathie kommen gesunder Menscherverstand und Beobachtung ins Spiel, und beides würde vor die Hunde gehen, wenn die unendlich winzigen Dosen irgendeine Wirkung hätten. Wie wahr ist doch eine Bemerkung ..., die ich neulich las, über die Nachweisbarkeit von Heilprozessen. [Es hieß], niemand weiß, was das Ergebnis wäre, wenn eine Erkrankung gar nicht behandelt würde. Das ist der Mastab, am dem die Homöopathie&amp;quot; zu messen ist...&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Charles Darwin in einem Brief an William Darwin Fox am 4.9.1850: You speak about Homeopathy; which is a subject which makes me more wrath, even than does Clairvoyance: clairvoyance so transcends belief, that one’s ordinary faculties are put out of question, but in Homœopathy common sense and common observation come into play, and both these must go to the Dogs, if the infinetesimal doses have any effect whatever. How true is a remark I saw the other day by Quetelet, in respect to evidence of curative processes, viz that no one knows in disease what is the simple result of nothing being done, as a standard with which to compare Homeopathy and all other such things It is a sad flaw, I cannot but think in my beloved Dr Gully, that he believes in everything - when his daughter was very ill, he had a clairvoyant girl to report on internal changes, a mesmerist to put her to sleep - an homeopathist, viz John Chapman and himself as Hydropathist and the girl recovered...&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*R. v. Bredow: Homöopathie. Die Heilung mit dem Nichts? GEO Juni1997, 44-56&lt;br /&gt;
*Philippe Leick: Die „schwache Quantentheorie“ und die Homöopathie. Skeptiker 19 (3/06) 92-102&lt;br /&gt;
*R. Twenhöfel: Homöopathie und Schulmedizin. Zur Soziologie eines Konfliktes. Heidelberg: Haug 1994&lt;br /&gt;
*Otto Prokop (1995): Homöopathie - Was leistet sie wirklich?, Frankfurt/M.&lt;br /&gt;
* Martin Lambeck (2003): Irrt die Physik?, Beck&amp;#039;sche Reihe, ISBN 3406494692&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.novo-magazin.de/67/novo6734.htm&lt;br /&gt;
*http://www.gwup.org/themen/texte/homoeopathie/&lt;br /&gt;
*http://www.skeptiker.de/themen/texte/homoeopathie/&lt;br /&gt;
*http://www.handrick-net.de/homoeopathie/homoeopathie.html&lt;br /&gt;
*ftp://pandemonium.tiscali.de/pub/gutenberg/2/7/0/2700/2700.txt Homöopathiekritischer Text von 1842. Unverändert gültig.&lt;br /&gt;
*[http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/011005042421_lancet_kopie.pdf the lancet: the end of homoeopathy]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/1967/20/Der-Arzt-steckt-im-Flaesdichen?page=all Die Zeit: Der Arzt steckt im Fläsdichen]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/2003/49/N-Wasser_Ged_8achtnis Die Zeit: Verdünnte Wahrheit]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/2004/24/M-Hom_9aopathie_neu Die Zeit: Die Angst vor der Globulisierung]&lt;br /&gt;
*http://dcscience.net/ernst-bjcp-07.pdf&lt;br /&gt;
*[http://de.youtube.com/watch?v=BWE1tH93G9U James Randi erklärt Homöopathie (englisch - sehr sehenswert)]&lt;br /&gt;
*[http://www.heise.de/tr/Homoeopathika-sind-Placebos--/artikel/110778/0/0 &amp;quot;Homöopathika sind Placebos&amp;quot;] Interview mit Professor Edzard Ernst, Gründer der Abteilung für Komplementärmedizin an der Uni Exeter&lt;br /&gt;
*http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/bstuecke/78922/index.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Homöopathie]]&lt;br /&gt;
[[category:Pseudowissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hema</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie&amp;diff=17701</id>
		<title>Homöopathie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie&amp;diff=17701"/>
		<updated>2009-02-16T08:29:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hema: /* Homöopathie als Besondere Therapierichtung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Potenzierer.jpg|[[Potenziermaschine]] der Homöopathie|thumb]]Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[pseudowissenschaft]]liche &amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Statement &amp;#039;&amp;#039;National Science Foundation&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy&amp;#039;&amp;#039;, Zitat: ..&amp;#039;&amp;#039;There is widespread agreement for instance that creationism, astrology, homeopathy, [...] are pseudosciences...&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Methode zur Behandlung praktisch aller Erkrankungen, die von [[Samuel Hahnemann]] etwa um 1800 begründet wurde und heute nahezu unverändert existiert. Die Homöopathie stützt sich auf zwei allgemeine Grundprinzipien. Nach dem [[Simile-Prinzip]] der Homöopathie kann aus symptomorientierter Sicht jede Krankheit durch Stoffe geheilt werden, die beim gesunden Patienten ähnliche Symptome hervorrufen. Nach dem Prinzip der [[Potenzierung]] wirken die Stoffe um so stärker, je stärker sie nach einem vorgeschriebenen Verfahren in Lösungsmittel verdünnt werden. Keines dieser beiden Prinzipien konnte bisher experimentell bestätigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homöopathiegläubige sind bewusst oder unbewusst häufig pauschal skeptisch gegenüber der Wissenschaftlichen Medizin: Mit der (meist irrationalen) Angst vor der &amp;quot;schädlichen Chemie&amp;quot; ist untrennbar ein &amp;quot;[[Nocebo]]-Effekt&amp;quot; verbunden, der die Wirkung von gut bewährten konventionellen Verfahren beeinträchtigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten der Homöopathie==&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Klassische Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Form der Homöopathie, die sich streng an der Lehre von Samuel Hahnemann orientiert. Nach Hahnemann soll für die Gesamtheit aller körperlichen und geistigen Beschwerden immer nur ein einziges Mittel zur gleichen Zeit verabreicht werden. Der klassisch arbeitende Homöopath sucht nach dem seiner Meinung nach geeigneten Simile. Bekanntester aktueller Vertreter ist [[Georgos Vithoulkas]].&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Komplexmittelhomöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Anwendung homöopathischer Mittelgemische aufgrund einer Krankheitsdiagnose. Siehe: [[Komplexmittelhomöopathie]].&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Die Klinische Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet die Anwendung von homöopathische Mittel in sogenannten tiefen Potenzen (D1-D12) nach bestimmten Diagnosen.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Neuere Interpretationen und Derivate der Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind im Kommen. Hier zeigen sich fließende Übergänge zum [[Geistheilen]] oder einer &amp;#039;&amp;#039;Energiemedizin&amp;#039;&amp;#039;. Vertreter dieser, unter klassischen Homöopathen meist abgelehnten, Gruppe glauben, nach Anamnese und [[Repertorisieren]] die gefundenen homöopathischen Mittel nicht in den Körper des Patienten einführen zu müssen. Allein die räumliche Nähe des Mittels zum Patient reiche aus, um eine Wirkung zu entfalten. Die Mittel könnten beispielsweise am Körper getragen oder unter das Kopfkissen gelegt werden. Auch könne ein Glas Wasser &amp;#039;&amp;#039;homöopathische Effekte&amp;#039;&amp;#039; zeigen, wenn es lediglich auf ein Blatt Papier mit dem Namen des Mittels gestellt werde. Das Blatt Papier übertrage hier seine &amp;#039;&amp;#039;Information&amp;#039;&amp;#039; auf das einzusetzende Glas Wasser. Eine typische Methode aus diesem Spektrum ist die [[Harmopathie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Hering&amp;#039;sche Gesetz==&lt;br /&gt;
Auf einen Vorschlag des Hahnemann-Anhängers Constantin Hering aus Sachsen geht im 19. Jahrhundert das so genannte &amp;#039;&amp;#039;Heringsche Gesetz&amp;#039;&amp;#039; zurück. Hering glaubte, dass eine Gesundung erfolge, wenn es zu einer Auslöschung von Symptome in folgenden Richtungen verlaufe:&lt;br /&gt;
* von innen nach auüen&lt;br /&gt;
* von oben nach unten&lt;br /&gt;
* von jetzt zu fruher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fehlen der wissenschaftlichen Grundlage==&lt;br /&gt;
Nach etwa 200 Jahren der Forschung von Homöopathen und Nicht-Homöopathen ist bislang kein wissenschaftlicher Beweis für eine über den [[Placebo|Placeboeffekt]] hinausgehende Wirkung der Homöopathie bekannt geworden &amp;lt;ref&amp;gt;Ernst E., A systematic review of systematic reviews of homeopathy., Br J Clin Pharmacol. 2002 Dec;54(6):577-82&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach heutigem Erkenntnisstand ist sie mit einer Placebo-Therapie gleichzusetzen, was allerdings nicht heißen muss, dass sie völlig wirkungslos ist. In der Tat kann man davon ausgehen, dass sie gegenüber einer Nichtbehandlung (also dem Nichtstun) eine Wirkung bei entsprechenden Patienten erzielen kann, insbesondere bei charismatischen Therapeuten und entsprechendem therapeutischem Ritual. Gefahren der Homöopathie ergeben sich aus der Tatsache, dass Homöopathen und Patienten die Placebowirkungen der Homöopathie überschätzen und reproduzierbar effektive Behandlungen mit einem Wirksamkeitsnachweis, der über den Placeboeffekt hinausgeht, unterlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Homöopathie sprechen die fehlenden Wirksamkeitsnachweise, der pseudowissenschaftliche-dogmatische Charakter der Homöopathieschulen (die tatsächliche Schulmedizinen sind), die völlig fehlende Prävention der Krankheit sowie innere Widersprüche wie der nicht reproduzierbare Chinarindenversuch, auf den sich Hahnemann hilfsweise beruft. Homöopathen geben ungerne an, wie lange eine Therapie durchgeführt werden soll.&lt;br /&gt;
Auch aus chemisch-naturwissenschaftlicher Sicht ist das [[Potenzierung|Potenzierverfahren]] (was in Wirklichkeit eine Verdünnung unter bestimmten Umständen ist) nicht mit der Realität in Einklang zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Argument für die Homöopathie wird oft die Freiheit von Nebenwirkungen angesprochen. Das Argument ist dabei, dass bei starker Potenzierung (Verdünnung) kaum Nebenwirkungen zu erwarten seien. Dieses Argument widerspricht jedoch der Annahme, Potenzierung würde die Wirkung der Substanzen verstärken und ist damit ein Widerspruch der Homöopathie in sich. Auch der Anspruch, die Selbstheilungsfähigkeit des Menschen zu stärken wird oft als Argument für die Homöopathie genannt. Den Nachweis hierfür bleiben die Befürworter jedoch schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen häufig verbreiteten Ansichten um eine &amp;#039;&amp;#039;ganzheitliche Behandlung&amp;#039;&amp;#039; im Rahmen der Homöopathie, ist diese Alternativmedizin als eine symptom-basierte Therapieform anzusehen, die sich ausschließlich auf geschilderte und beobachtbare Symptome des Patienten stützt. Die Ätiologie (Ursachenforschung) von Krankheiten wird weitgehend ausgeblendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahneman und moderne Homöopathen orientieren sich an &amp;#039;&amp;#039;Heilgesetzen&amp;#039;&amp;#039;, zu denen auch die Vorstellung gehört, dass homöopathische Therapien Menschen von oben nach unten, von innen nach außen und beginnend mit dem neuesten Symptom behandeln. Solche Vorstellungen haben wiederum keine Grundlage in irgendwelchen Modellen der Biologie oder der Krankheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizinische Fakultät der Universität Marburg erklärte im Ärzteblatt vom 3. März 1993 die Homöopathie zur Irrlehre: Ihr Wirkprinzip sei Täuschung des Patienten, verstärkt durch die Selbsttäuschung des Behandlers &amp;lt;ref&amp;gt;http://oehinfo.uibk.ac.at/natwi/pharm/bunsi/0195/marburg.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pseudowissenschaftliche Erklärungsansätze ==&lt;br /&gt;
[[image:Dwhelios.jpg|Verdünntes Wasser als homöopathisches Heilmittel|300px|thumb]]Die Homöopathie ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht plausibel: Es widerspricht der Logik, den Naturgesetzen und medizinischen Erkenntnissen der Vergangenheit und Gegenwart. Hochpotenzen ab D 23 bzw. C 12 enthalten kein Molekül des Grundstoffes. Wie sollen Tropfen, die nur noch aus Lösungsmitteln bestehen, wirken? Ein [[Wassergedächtnis]], das „Information“ aufnehmen könnte, gibt es nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist in der wissenschaftlichen Medizin nicht sinnvoll, die Funktionsweise von Methoden zu erklären, die gar keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen können. Die Frage nach dem Wirkprinzip der Homöopathie ist völlig sinnlos, solange es keine Hinweise darauf gibt, dass Homöopathie überhaupt Wirkung entwickelt. Alle Erklärungsversuche der Homöopathie sind daher nicht wissenschaftlich fundiert und können als pseudowissenschaftlich eingestuft werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hält Homöopathen jedoch nicht davon ab, sich Wirkmechanismen zur Homöopathie auszudenken und diese zu veröffentlichen. Die Spannweite reicht dabei von [[Animismus|animistischen]] Vorstellungen geistbelebter Materie, in denen die [[Potenzierung]] die positiven Geister (auch Schwingungen) der Substanzen freisetzt, bis zur pseudowissenschaftlichen Umdeutung quantenmechanischer und atomphysikalischer Erkenntnisse &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.anomalistik.de/Walach_WQT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft wird das [[Wassergedächtnis]], welches [[Jacques Benveniste]] meinte gefunden zu haben, als &amp;quot;Beweis&amp;quot; angeführt. Spätestens seit 1995 ist klar, dass Benvenistes Ergebnisse nicht nachvollziehbar sind &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.zeit.de/2003/49/N-Wasser_Ged_8achtnis?page=all&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.gwup.org/skeptiker/archiv/2008/2/media/wasser_gedaechtnis.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotzdem wird weiterhin behauptet, dass Hochpotenzen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Informationen&amp;#039;&amp;#039; enthalten würden, obwohl weder ein Informationsträger zu finden noch ein Code vorstellbar ist. So ist es nicht verwunderlich, dass auch der letzte, als Durchbruch gefeierte &amp;quot;Beweis&amp;quot; an der Uni Leipzig mit Rattendärmen sich als falsch und unhaltbar herausstellte. Eine umfangreiche Würdigung dieser Pseudo-Forschung an der Uni Leipzig findet sich hier:[http://www.xy44.de/belladonna/]. Welche &amp;#039;&amp;#039;Informationen&amp;#039;&amp;#039; die Struktur des Wassers auch immer in der Vorstellung der Anhänger enthalten sollte, sie müssten auch auf die Zuckerpillen übertragen werden, auf die der Tropfen des homöopathischen Wassers aufgetragen wird. Das &amp;#039;&amp;#039;Gedächtnis des Wassers&amp;#039;&amp;#039; müsste die Aufnahme und Absorption durch das gastrointestinale System im Körper und den Transport durch das Blut bis zu den Geweben gewissermaßen überleben. Biologen haben weder ein „Wassergedächtnis“ noch homöopathische Signale oder Rezeptoren entdeckt, noch irgendetwas, das plausiblerweise als Rezeptor für Wasserstrukturen dienen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige heutige Homöopathen ziehen sich auf die Quantenmechanik zurück, um die Wirkungen homöopathischer Mittel zu erklären, aber Quanteneffekte sind lediglich auf subatomarer Ebene von Bedeutung und können sich vielleicht bis auf die atomare Ebene auswirken, sie sind jedoch nicht für die makroskopische Welt oder für biologische Systeme relevant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tatsache dass auch &amp;#039;&amp;#039;verdünntes Wasser&amp;#039;&amp;#039; als homöopathisches Heilmittel angeboten wird (siehe Abbildung rechts, 1 Gramm verdünntes Wasser kostet etwa 1 Pfund) &amp;lt;ref&amp;gt;https://www.helios.co.uk/cgi-bin/store.cgi?action=link&amp;amp;sku=Wate-g&amp;amp;uid=11666&amp;lt;/ref&amp;gt;, macht das Konzept genauso fragwürdig wie die Behauptungen mancher Homöopathen dass von unter dem Kopfkissen oder am Körper getragenen Mitteln eine Wirkung ausginge. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie nebenwirkungsfrei ?==&lt;br /&gt;
Glaubt man den Befürwortern der Homöopathie, so wäre die Anwendung stets nebenwirkungsfrei, und dies mag im allgemeinen auch auf die sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Hochpotenzen&amp;#039;&amp;#039; bezogen plausibel erscheinen. Wenn man die Problematik der Homöopathie-Wirkungslosigkeit (gegenüber Placebo) und des Zeitverzuges durch Verzicht auf wirksame Therapien außer Acht lässt, lassen sich aber in der Fachliteratur Angaben zu Nebenwirkungen durch niedrig potenzierte Homöopathika finden. Nicht jedes als homöopathisches Medikament zugelassene Mittel enthält die Wirksubstanzen in hinreichender Verdünnung (bzw. „hoher Potenz“), so dass es frei von unerwünschten Nebenwirkungen wäre. Als Beispiel kann hier ein Mittel gegen Bluthochdruck namens „Homviotensin“ ® genannt werden, das als &amp;#039;&amp;#039;nebenwirkungsfrei&amp;#039;&amp;#039; vermarktet wird, aber einige Phytotherapeutika in ausreichender Konzentration enthält um pharmakologische Wirkungen zu entfalten. Zitat Bewerbung: ...&amp;#039;&amp;#039;Eine Tablette Homviotensin zu 320 mg enthält, arzneilich wirksame Bestandteile Reserpinum Trit. D3 32,0 mg (HAB1,Vorschrift 6); Rauwolfia Trit. D3 32,0 mg; Viscum album Trit. D2 32,0 mg; Crataegus Trit. D2 64,0 mg. Die sonstigen Bestandteile sind Lactose und Magnesiumstearat...&amp;#039;&amp;#039; Hier sind also herzwirksame Substanzen in erheblicher Konzentration zu finden. Als Nebenwirkungen werden zusätzlich &amp;#039;&amp;#039;verstopfte Nase und depressive Verstimmung&amp;#039;&amp;#039; genannt. Die meisten homöopathischen [[Komplexmittelhomöopathie|Komplexmittel]] funktionieren nicht homöopathisch, sondern haben eindeutig pharmakologische Wirkungen. Das wird durch den Einsatz von &amp;#039;&amp;#039;Niedrigpotenzen&amp;#039;&amp;#039; der eingesetzten Urtinkturen erreicht. Damit lassen sich sogar kleinere Studien mit nachgewiesener Wirksamkeit machen (die natürlich nichts mit dem Prinzip der Homöopathie zu tun haben, sondern replizierbare Beobachtungen der Pharmakodynamik sind). Diese Komplexmittel sind für bestimmte Indikationen zugelassen. Allgemein kann als Faustregel davon ausgegangen werden, dass bei niedrigen Potenzstufen (&amp;#039;&amp;#039;kritische Potenz&amp;#039;&amp;#039; im allgemeinen bis etwa D6) eine reguläre unerwünschte Arzneimittelwirkung auftreten kann, weil im Mittel noch nennenswerte Stoffmengen mit dem gesamten Wirkungsspektrum enthalten sind. So können z. B. durch die Anwendung von Mercurius (Quecksilber), Arsenicum (Arsen) oder Nux vomica (Brechnuss), einer Pflanze, die Strychnin-Alkaloide enthält, Vergiftungen hervorgerufen werden. Die kritische Potenz ist abhängig vom Tablettengewicht sowie dem Molekulargewicht der Wirksubstanz und ihrer relativen Wirksamkeit. Im folgenden soll als Beispiel die kritische Potenz für das Diphtherintoxin berechnet werden: das Toxin hat ein Molekulargewicht von 61 kDa. Ein einziges Molekül vermag eine Zelle zu töten. Die Tablette möge 10mg wiegen, was etwa einem Kügelchen mit dem Radius 1 mm entspricht. 10mg entsprechen 1,6*10^-7 Mol bzw. 1*10^17 Moleküle Bei einer Potenz von D16, enthält eine 10mg Tablette noch 10 Moleküle, bzw. 10 potenziell tote Zellen, was eindeutig noch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie und Malariaprophylaxe und Anti Zecken Globuli==&lt;br /&gt;
[[image:malarianosode.jpg|Malaria Nosode|thumb]]&lt;br /&gt;
In Deutschland ist immer wieder zu beobachten, dass Homöopathen das Mittel &amp;#039;&amp;#039;Malaria 2000&amp;#039;&amp;#039; (oder andere Mittel) zu einer sogenannten Malaria-Prophylaxe für Patienten verwenden, die beabsichtigen in ein Land zu reisen, in dem die Malaria endemisch ist. Regelmäßig müssen in Klinken Malariapatienten behandelt werden, die angeben, sich derartig vor Malaria &amp;#039;&amp;#039;gewappnet&amp;#039;&amp;#039; zu haben und sich dennoch infizierten. Es kam zu mindestens einem Todesfall eines Patienten der nach Malaria 2000-Prophylaxe starb. Die Arzneimittel-Kommissionen der Apotheker und der deutschen Ärzteschaft nahm mit Veröffentlichungen und deutlichen Warnungen gegen eine derartige homöopathische Malariaprophylaxe Stellung: &amp;#039;&amp;#039;Bereits am 19. März 1998 hat die Arzneimittel-Kommission der Apotheker in der Pharmazeutischen Zeitung vor einer homöopathischen Malaria-Prophylaxe gewarnt. Es wird klargestellt, dass Malaria eine ernste und z.T. lebensbedrohliche Krankheit darstellt, &amp;quot;der nicht durch unspezifische homöopathische Mittel begegnet werden kann, von denen man sich eine erhöhte Immunität des Körpers gegen Malariaerreger erhofft. Fälle in denen eine solche &amp;quot;Prophylaxe&amp;quot; versagt hat, sind literaturkundig&amp;quot;. Es wird daher dringend davon abgeraten, homöopathische Mittel zur Malaria-Prophylaxe abzugeben.&amp;#039;&amp;#039; Noch deutlicher und schärfer warnt die Arzneimittel-Kommission der deutsche Ärzteschaft im Deutsche Ärzteblatt 95 vom 19. Juni 1998. Die AMK nahm dabei Bezug auf eine von einer Firma angebotene homöopathische Malariaprophylaxe. Wörtlich: &amp;#039;&amp;#039;[...] Niedergelassene Ärzte, die Patienten eine homöopathische Malaria-Prophylaxe verordnen, haben mit berufsrechtlichen und strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Die Malaria ist eine ernste und unter Umständen lebensbedrohliche Krankheit, [...] Wegen der akuten Gefährdung der Patienten, die sich unter Umständen auf ihr homöopathisches Arzneimittel verlassen, sieht die AMK der deutschen Ärzteschaft bei der Verordnung solcher homöopathischen Mittel zur Malaria-Prophylaxe einen Verstoß gegen die Berufspflichten des Arztes und rät zum Schutze der Patienten dringend von einer Verordnung solcher Mittel ab. &lt;br /&gt;
Andererseits ist die Krankheitsprophylaxe an sich innerhalb der Homöopathieszene umstritten, da sich ohne erkennbare Symptome ja keine homöopathischen Mittel finden lassen. Auch in England waren derartige Malariaprophlaxen bekannt geworden, und die englische staatliche NHS stellte daher ab 2008 die Zahlungen an homöopathische Einrichtungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich kritisch sind auch sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Anti Zecken Globuli&amp;#039;&amp;#039; um, wie eine Apotheke in Arnsberg unter der Hand meint, &amp;#039;&amp;#039;[...] einer Borelliose Erkrankung auf natürlicher Weise vorzubeugen [...]&amp;#039;&amp;#039;. Dazu habe diese Apotheke mit einem homöopathischen Hersteller eine spezielle Mischung entwickelt, die [[Nosode]]n enthalte, die eine &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Impfung&amp;#039;&amp;#039; darstellen sollen. Es wird ausdrücklich auf die, durch Zecken übertragenen, Krankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borelliose Bezug genommen. Zusätzlich sollen die Anti Zecken Globuli auch &amp;#039;&amp;#039;Ledum palustre&amp;#039;&amp;#039; (Sumpfporst) enthalten, was den eigenen Körpergeruch im Sinne eines Schutzes verändere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathische Antidote==&lt;br /&gt;
Befürworter der Homöopathie fürchten offenbar unerwünschte Wirkungen eigener Therapien, insbesondere als zu intensive &amp;#039;&amp;#039;Erstverschlimmerungen&amp;#039;&amp;#039; nach Mittelgabe. Aber auch für diesen Fall ist homöopathisch durch sogenanntes &amp;#039;&amp;#039;Antidotieren&amp;#039;&amp;#039; vorgesorgt. Dabei reiche es, einfach das verabreichte erstverschlimmernde Mittel &amp;#039;&amp;#039;[...] mit ein paar Schlucken starkem Kaffee oder Riechen an Kampher (Tigerbalsam, Vic-vapo-rup...) [...]&amp;#039;&amp;#039; unwirksam zu machen &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.nelly-duerr.de/klassische-homoeopathie/antidot.php&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Homöopathie==&lt;br /&gt;
Der Homöopathie kann man zur Zeit der Entwicklung durchaus &amp;quot;wissenschaftlichen&amp;quot; Charakter (nach damaliger Definition) zugestehen. Immerhin ging Hahnemann empirisch vor und überprüfte seine Thesen an Selbstversuchen. Der Zugewinn an Wissen seit dieser Zeit lässt die Theorie heutzutage nur noch aus medizinhistorischer Sicht interessant erscheinen. Als ernsthafte medizinische Methode kann die Homöopathie auf Grund des fehlenden Wirksamkeitsnachweises nicht betrachtet werden. Zu Hahnemanns Zeiten gab es weder ein Fieberthermometer noch die Kenntnis von Bakterien, dafür die seltsamsten Erklärungsversuche (z.B. Miasmen - krankheitserregende Dämpfe, die vom Boden aufsteigen), so dass man Hahnemanns Modell aus historischer Sicht durchaus als vernünftig betrachten muss. Aus heutiger Sicht nach über zwei Jahrhunderten enormen Wissensgewinns kann man vermuten, dass selbst Hahnemann, würde er noch leben und über das heutige Wissen verfügen, seine Apologeten verspotten würde. So wurde die Homöopathie schon vor über 100 Jahren heftig kritisiert (siehe Links). Das Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie geht nicht auf Hahnemann zurück, bereits vorher gab es (zum Beispiel in England) analoge Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathische Ärzte in Europa==&lt;br /&gt;
In Deutschland sollen etwa 5000 Ärzte die Zusatzbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Homöopath&amp;#039;&amp;#039; erlangt haben, die Netzeitung gibt an, dass in Deutschland zur Zeit etwa jeder 40. Arzt über die Zusatzbezeichnung «Homöopathie» verfügt&amp;lt;ref&amp;gt;Netzeitung 2.7.08 [http://www.netzeitung.de/gesundheit/1075357.html]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach Angaben der ECHAMP tragen in Deutschland etwa 2,5% der Ärzte, in Italien 8,3% und in der Slowakei etwa 14%, die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“. In Schweden liegt die Quote dagegen bei unter 0,03%, von fast 30.000 schwedischen Ärzten insgesamt haben nur zehn eine homöopathische Zusatzausbildung. Europaweit würden demnach fast 56.000 Mediziner die entsprechende Bezeichnung führen. Die so krass unterschiedliche Akzeptanz der Homöopathie in zwei Industriestaaten wie Deutschland und Schweden bei vergleichbarem Gesundheitsstatus der Deutschen und Schweden zeigt, dass einerseits offenbar problemlos auf die Homöopathie verzichtet werden kann ohne dass sich für die Gesundheit der Bevölkerung ein relevanter Effekt ergibt und dass andererseits die Beliebtheit der Homöopathie weniger mit naturwissenschenschaftlichen Argumenten oder Belegen einer möglichen Wirksamkeit zusammenzuhängen scheint als vielmehr mit Weltanschauungen, Vorurteilen oder Traditionen. Überzeugende wissenschaftliche Argumente und Wirksamkeitsnachweise die für die Anwendung der Homöopathie sprächen, hätten nämlich auch schwedische Ärzte überzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Homöopathika-Geschäft==&lt;br /&gt;
[[image:Oscillococcinum.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Deutschland und Frankreich sind die wichtigsten Märkte für homöopathische und anthroposophisch-homöopathische Medikamente in Europa. Fast 60 Prozent aller in Europa hergestellten Arzneien dieser Therapierichtungen wurden in diesen beiden Ländern verkauft &amp;lt;ref&amp;gt;europäischer Herstellerverband ECHAMP&amp;lt;/ref&amp;gt;, mit einem europaweiten Zuwachs von 60% zwischen 1995 und 2005. In Deutschland gab es ein Umsatzplus von 80%, in Frankreich gar 300%. Der europaweite Umsatz liegt bei 1,7 Milliarden Euro, etwa 7% aller rezeptfreien Medikamente. Der Erlös der Produktion lag 2005 bei etwa 930 Millionen Euro, davon 810 Millionen Euro für Medikamente. An den Erzeugerpreisen gemessen entfielen auf Deutschland rund 268 Millionen Euro des EU-Absatzes, auf Frankreich 294 Millionen Euro.&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;DZVhÄ-Newsletter Ausgabe Januar/Februar 2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;European Coalition on Homeopathic and Anthroposophic Medicinal Products E.E.I.G. (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Facts and Figures, Second Edition, 2007, Homeopathic and Anthroposophic Medicine in Europe&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.echamp.org/upload/files/statements/statements_20071128142622.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/130208094908_6hn141febr.pdf &amp;#039;&amp;#039;Deutschland und Frankreich sind die größten Märkte.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Nachrichten&amp;#039;&amp;#039; Jan./Feb. 2008, S.4.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das marktführende Unternehmen in Deutschland ist die Deutsche Homöopathie-Union (DHU). Der Konzern mit über 400 Mitarbeitern hat sich aus der 1961 gegründeten Firma Schwabe entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das meistverwendete Homöopathicum in den USA ist das &amp;#039;&amp;#039;Oscilococcinum C 200&amp;#039;&amp;#039;. Dieses Mittel wird auch „die 20-Millionen-Ente“ genannt. Der Jahresumsatz für das Produkt beträgt 20 Millionen Dollar. Das Mittel wird aus Entenleber erzeugt, doch für den gesamten Umsatz wird nur die Leber einer einzigen Ente gebraucht - und von dieser bleibt einiges übrig: Die Potenzierung von C 200 bedeutet, dass das Verhältnis von Leber zur Lösung 1 zu 10 mit 400 Nullen beträgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie und umstrittene [[Masernparty]]==&lt;br /&gt;
2005 wurde bekannt dass Anhänger der Homöopathie sogenannte Masern-Partys nicht generell ablehnen. Zitat eines entsprechenden Zeitungsartikels &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/726112-100,1,0.html&amp;lt;/ref&amp;gt;: &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Ärzte lehnen &amp;quot;Masern-Partys&amp;quot; nicht generell ab. Bei Abwägung der möglichen Nebenwirkungen einer Impfung mit den Risiken einer Erkrankung sei eine bewusst herbeigeführte Ansteckung im Alter zwischen etwa drei und acht Jahren &amp;quot;eine Überlegung wert&amp;quot;, sagte der Münchner Kinderarzt Dr. Steffen Rabe.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Es sei eine Folge der Impfkampagnen, dass im Vergleich zu früher bei Masernausbrüchen heute mehr Säuglinge und Erwachsene erkranken. Bei diesem Personenkreis sei jedoch das Risiko, infolge von Masern an Komplikationen wie zum Beispiel einer Hirnentzündung zu erkranken, bis zu zehn Mal höher, sagte Rabe.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die gestiegene Masern-Erkrankungshäufigkeit bei Säuglingen ist eine unmittelbare Folge der Impfpolitik&amp;quot;, so Rabe. Die letzte Entscheidung über die Teilnahme eines Kindes an einer &amp;quot;Masern-Party&amp;quot; liegt nach Auffassung des Mediziners immer bei Eltern.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Im Falle einer Masernerkrankung rät der Kinderarzt zum völligen Verzicht auf fiebersenkende Mittel, da diese das Komplikationsrisiko möglicherweise erhöhten. &amp;quot;Der Patient braucht vielmehr vor allem Ruhe und Schonung.&amp;quot; Die Krankheit sei mit klassischer Homöopathie in vielen Fällen gut zu behandeln.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studien zur Homöopathie==&lt;br /&gt;
Bereits zu Lebzeiten von Hahnmann war seine Lehre umstritten und löste lebhafte Diskussionen aus und die ersten Versuche mit Homöopathika verliefen negativ. Bei Wiederholungen von Hahnemanns ursprünglichen „Arznei-Tests“ konnten seine Angaben nicht bestätigt werden. Der berühmte Chinarinden-Versuch, auf dem die Lehre beruht, war ein Irrtum: Obwohl Chinarinde die Körpertemperatur senkt, empfand Hahnemann nach der Einnahme Fieber. Möglicherweise eine allergische Reaktion. Auch die unverblindeten „Arzneimittelprüfungen“ ohne Ausschaltung eines möglichen Placeboeffekts durch Vergleich mit einem Scheinpräparat sind nicht wissenschaftlich akzeptabel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Untersuchungen zur Homöopathie gab es zur Zeit des Nationalsozialismus. Dem Regime lag an einer Neuorientierung im Gesundheitswesen, der &amp;quot;Neuen Deutschen Heilkunde&amp;quot;. In nationalsozialistischen Kreisen wurde zudem die Kritik an &amp;#039;&amp;#039;verjudeter Schulmedizin&amp;#039;&amp;#039; lauter. Zwischen 1936 und 1939 fanden an verschiedenen homöopathischen Krankenhäusern im Auftrag des Reichsgesundheitsamtes Arzneimittelprüfungen statt. Es sollte „vor allem die Zuverlässigkeit früherer Arzneiprüfungen und somit auch die Wertigkeit der auf ihnen aufbauenden ‚Arzneibilder’ erforscht werden. Dem Arbeitskreis gehörten der Homöopath Hanns Rabe (1890-1959), der Internist Werner Siebert (1897-1951) und die Pharmakologie-Professoren Gustav Kuschinsky (1904-1992) und Richard Bonsmann an. An diesen Überprüfungen war auch der damals an der homöopathischen Abteilung des Rudolf Virchow Krankenhauses in Berlin tätige Arzt Fritz Donner (1896-1979) maßgeblich beteiligt. Doch es kam nichts dabei heraus. Durchgeführt wurden beispielsweise Doppelblindversuche mit Silicea C 30. Das Ergebnis: Verum und Placebo verursachten gleich viel Symptome. Den anwesenden Homöopathen war es nicht möglich, Verum und Placebo zu unterscheiden. Auch 1938/39 wurden im Robert-Koch-Krankenhaus in Berlin klinische Versuche mit Homöopathika mit negativem Ergebnisse durchgeführt. Der Homöopath Rabe reagierte mit der Vermutung, dass ..&amp;#039;&amp;#039;Homöopathie keine pharmakotherapeutische Methode, wie bisher angenommen, sondern eine Form der Psychotherapie...&amp;#039;&amp;#039; sei. Fritz Donner in einem Gedächtnisprotokoll: &amp;#039;&amp;#039;Wahrheitsgemäß müsste man antworten, dass bei der Arzneiprüfung nichts herausgekommen ist und dass bei den klinischen Versuchen bei keinem einzigen Patienten eine irgendwie für eine therapeutische Wirkung der eingesetzten Arzneien sprechende Reaktion eingetreten ist.&amp;#039;&amp;#039;. Dennoch wurde offiziell verlautbart es hätten sich gewisse Schwierigkeiten bemerkbar gemacht, sodass man neu beginnen müsse. Der Krieg verhinderte jedoch weitere Forschung. Später, in den sechziger Jahren, drückte sich Donner deutlicher aus: Er nannte die Untersuchung ein &amp;#039;&amp;#039;totales Fiasko&amp;#039;&amp;#039; für die Homöopathie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher gaben Homöopathen an, ihre Methode sei so auf den einzelnen Patienten individualisiert zugeschnitten, dass man sie gar nicht klinisch überprüfen könne. Als später deutlich wurde, dass der Weg zur Anerkennung ihrer Medizin nur über den klinischen Nachweis gehen kann, kam es zu einer Kursänderung und man bemühte sich, den Erfolg homöopathischer Behandlung mit klinischen Studien zu belegen. Veröffentlicht wurden viele Tests mit positiven Ergebnissen – so kamen zum Beispiel im Jahr 1995 merkwürdigerweise nur ein Prozent aller in alternativen Fachzeitschriften publizierten Untersuchungen zu einem negativen Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Meta-Studie unter der Leitung des Berner Epidemiologen Matthias Egger belegt: Je genauer der Test-Aufbau nach wissenschaftlichen Kriterien, desto geringer die Effekte homöopathischer Behandlungen in den jeweiligen Studien. Das Ergebnis wurde im August 2005 in der anerkannten Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht. Lapidar forderten die Herausgeber die Homöopathen auf, endlich offen zu bekennen, dass ihre Methode ein Placebo sei. Die schweizer Regierung schloss Homöopathie aus der Kassen-Erstattung aus und die Stiftung Warentest bewertete die Homöopathie als „zur Behandlung von Krankheiten ungeeignet“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem sich die Homöopathie nicht replizierbar in kontrollierten, randomisierten und doppelt verblindeten Studien nachweisen lies, kam es wiederum zu einer Kehrtwendung mancher Homöopathieanhänger: ein derartiges Studiendesign wäre nicht in der Lage, die tatsächlichen Wirkungen der Homöopathie wiederzugeben. Gefordert wurde ein Abkehr von der &amp;#039;&amp;#039;evidence based medicine&amp;#039;&amp;#039; (EBM) hin zur Neuerfindung einer &amp;#039;&amp;#039;cognitive based medicine&amp;#039;&amp;#039; (CBM) bzw. zu reinen Outcome-Studien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weitere Studien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Shang, A et al., (2005) Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy. In: The Lancet, 27. August–2. September 2005, Band 366 (9487), S. 726–732, PMID 16125589&lt;br /&gt;
* E. Ernst (2002), &amp;quot;A systematic review of systematic reviews of homeopathy&amp;quot;, British Journal of Clinical Pharmacology 54 (6), 577–582: ..&amp;#039;&amp;#039;Homeopathy remains one of the most controversial subjects in therapeutics. This article is an attempt to clarify its effectiveness based on recent systematic reviews. Electronic databases were searched for systematic reviews/meta-analysis on the subject. Seventeen articles fulfilled the inclusion/exclusion criteria. Six of them related to re-analyses of one landmark meta-analysis. Collectively they implied that the overall positive result of this meta-analysis is not supported by a critical analysis of the data. Eleven independent systematic reviews were located. Collectively they failed to provide strong evidence in favour of homeopathy. In particular, there was no condition which responds convincingly better to homeopathic treatment than to placebo or other control interventions. Similarly, there was no homeopathic remedy that was demonstrated to yield clinical effects that are convincingly different from placebo. It is concluded that the best clinical evidence for homeopathy available to date does not warrant positive recommendations for its use in clinical practice..&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* A. Paris, N. Gonnet, C. Chaussard, P. Belon, F. Rocourt, D. Saragaglia, J. L. Cracowski, &amp;quot;Effect of homeopathy on analgesic intake following knee ligament reconstruction: a phase III monocentre randomized placebo controlled study&amp;quot;, British Journal of Clinical Pharmacology (OnlineEarly Articles). &amp;#039;&amp;#039;Conclusions: The complex of homeopathy tested in this study was not superior to placebo in reducing 24 h morphine consumption after knee ligament reconstruction...&amp;#039;&amp;#039; Der Witz bei dieser Studie ist, dass einer der Autoren (P. Belon) Direktor des französischen Homöopathie-Herstellers Boiron ist, die die Studie mitfinanziert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die gesetzliche Einordnung der Homöopathie als Therapieform==&lt;br /&gt;
Die Homöopathie gehört in Deutschland nach der Definition zu den [[Besondere Therapierichtungen|besonderen Therapierichtungen]] nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) und dem Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz - AMG). Im SGB ist unter anderem festgelegt, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die homöopathische Behandlung erstatten dürfen. Das AMG sieht bei Homöopathika einen erleichterten Zugang zur Verkehrsfähigkeit als &amp;quot;Arzneimittel&amp;quot; vor, sofern eine Registrierung der Mittel erfolgt ist. An die Registrierung sind im Wesentlichen nur einfache hygienische Bedingungen geknüpft, nicht jedoch der sonst bei Arzneimitteln übliche und auch vom Patienten angenommene Wirksamkeitsnachweis. Anstelle des Wirksamkeitsnachweises wird von einer Kommission am Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) entschieden, ob Mittelname und Darreichungsform homöopathischer Lehrmeinung entsprechen (sog. &amp;quot;Binnenkonsens&amp;quot;). Konkret heißt das, dass eine Kommission entscheidet, ob schlichte Zuckerkügelchen auch ganz ohne Wirkstoff sich &amp;quot;Arzneimittel&amp;quot; nennen dürfen und als Arzneimittel verkauft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Herausforderung==&lt;br /&gt;
Der Alternativmedizin-Professor Edzard Ernst (Universität Exeter/GB) bot im Juni 2008 10.000 Pfund für denjenigen, der einen wissenschaftlichen Studien-Nachweis über die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen gegenüber Placebo liefert &amp;lt;ref&amp;gt;*http://stargoss.co.uk/badhomeopathy/modules/news/article.php?storyid=34&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.dailymail.co.uk/news/article-1026966/Leading-professor-offers-10-000-person-prove-homeopathy-works.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.netzeitung.de/gesundheit/1074077.html&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Placeboeffekte und spontane Heilungen==&lt;br /&gt;
Es ist bekannt, dass etwa drei Viertel aller Erkrankungen des Menschen irgendwann spontan verheilen - auch ohne jeglichen therapeutischen Eingriff, und häufig bleiben dabei auch keine dauerhaft nachweisbaren Spuren. Dies ist also quasi die Regel der menschlichen Krankheiten. Nur ist der Zeitpunkt der Heilung (im wahren Sinne des Wortes) zu Beginn einer Erkrankung aber oft nicht exakt anzugeben. Einige Erkrankungen haben auch einen Verlauf der durch Schübe gekennzeichnet ist die sich wiederholen und irgendwann abklingen. Auch &amp;#039;&amp;#039;wachsen&amp;#039;&amp;#039; sich beispielsweise meist Allergien der Kindheit im Erwachsenenalter nach Jahren aus oder schwächen sich stark ab. Nichts liegt also näher als aus homöopathischer Sicht eine solche Spontanheilung als Folge einer homöopathischen Therapie auszugeben, ob sich Homöopathieanhänger dessen bewusst sind oder nicht ist eine andere Frage. Einem derartigen Trugschluss unterliegen aber auch manchmal Ärzte, die sich einer rationalen Medizin verpflichtet fühlen &amp;lt;ref&amp;gt;Skrabanek P, McCormick J: Torheiten und Trugschlüsse in der Medizin. Verlag: Kirchheim + Co. GmbH (1993) ISBN-10: 3874090604 ISBN-13: 978-3874090605&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit spricht alles dafür, dass eine etwaige Wirksamkeit einer homöopathischen Therapie auf der Ausnutzung des [[Placebo]]effektes beruht. Dies wird von den meisten Homöopathen zurückgewiesen, würde es ja das [[Repertorisieren]] und [[Potenzierung|Potenzieren]] überflüssig machen und diese Praktiken ad absurdum führen (zumindest der höheren Potenzen bei denen die Wahrscheinlichkeit der Anwesenheit von Resten der Ursubstanz sehr gering ist). Verwiesen wird dabei auch auf einen bei Tieren oder Kindern angeblich unbekannten Placeboeffekt, auch wenn aus wissenschaftlicher Sicht das Gegenteil der Fall ist. Dass der Homöopathie ein entlockter Placeboeffekt zu Grunde liegen könnte, ist nicht nur Experten aus dem Homöopathie-skeptischen oder neutralen Lager, sondern selbst eingefleischten &amp;#039;&amp;#039;hardcore&amp;#039;&amp;#039; Homöopathen inzwischen klar. So sei laut [[Georgos Vithoulkas]] (bekannter Exponent der klassischen Homöopathie) der Wirkmechanismus sowohl des Placeboeffektes als auch des &amp;quot;homöopathischen Simillimums&amp;quot; derselbe &amp;lt;ref&amp;gt;↑ *http://www.hpathy.de/papersnew/george-vithoulkas.asp [...] Der Plazeboeffekt kann durch die Autosuggestion des Patienten initiiert werden, die eine Mobilisierung des Abwehrmechanismus durch die starken Gefühle des daran glaubens erzwingt. So funktionieren alle Geistheilungen, die Radionik, Yoga, die Meditation und all die anderen Randtherapien [...]&amp;lt;/ref&amp;gt; und führt die Selbsthypnose bzw Auto-[[Suggestion]] dafür an. Als Beleg für seine Hypothese führte er auch eine deutsche Homöopathin an: [...] Ich hörte einmal einer deutschen Homöopathin zu, die behauptete, bei vielen Patienten äußerst erfolgreich zu sein. Als ich sie danach fragte, von welchem Pharmahersteller sie ihre Mittel bezöge, sagte sie mir, dass sie die Mittel selbst produzierte. Sie schreibt auf ein Stück Papier den Mittelnamen und die Potenz und von einem Gerät wird es sofort hergestellt. Sagen Sie mir, ob dies nicht zu hundert Prozent Plazeboeffekt ist. Die Dame war finanziell so erfolgreich, dass sie der deutschen &amp;quot;George Vithoulkas Stiftung&amp;quot; einen großen Betrag spendete [...] Ich selbst habe schon versehentlich das falsche Mittel verabreicht, welches zu einem anderen Patienten gehörte und die Patienten, die das Mittel erhielten, berichteten davon, dass es ihnen besser ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Universitäre Kurse in Homöopathie==&lt;br /&gt;
*In Wien kann man an der anerkannten MedUni Wien Kurse in Homöopathie besuchen, die für das Studium der Humanmedizin anerkannt werden (Wahlfach Homöopathie) &amp;lt;ref&amp;gt; http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/11/homoopathie-meduni-1.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; http://www.sih.at/wahlfach/WFSKRIPT2007.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
*In England gibt es ebenfalls Universitäten, die die akademischen BSc und MSc (Bachelor bzw. Master of Science) Graden in Homöopathie vergeben und den Unmut von Wissenschaftlern erregten. Nature titelte &amp;quot;Science degrees without the science&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt; http://www.ucl.ac.uk/Pharmacology/dc-bits/colquhoun-nature-07.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;, und berichtetet davon, wie schwierig bis unmöglich es sei, an die Kursunterlagen der ominösen Homöopathiekurse heranzukommen. Die meisten Universitäten verweigerten schlicht die Offenlegung ihrer Lehrunterlagen an Anfragende &amp;lt;ref&amp;gt; http://dcscience.net/giles-nature-2007.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
*Quantenlogische Medizin (quantum logic medicine): seit 2007 bietet die Universität Sevilla (Spanien) das universitäre Masterstudium in Homöopathie als &amp;#039;&amp;#039;Master Universitario en Homeopatía&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.cfp.us.es/image.asp?id=272&amp;amp;tipo=se&amp;amp;mt=bin&amp;lt;/ref&amp;gt; auch in deutscher Sprache an. Laut Aussagen der Universität wurde dort die Homöopathie unter Gesichtspunkten einer &amp;#039;&amp;#039;Quantenlogik&amp;#039;&amp;#039; zur &amp;#039;&amp;#039;Quantenlogischen Medizin&amp;#039;&amp;#039; weiterentwickelt. Weiter betont diese Universität weltweit den einzigen &amp;#039;&amp;#039;Universitätsmaster in homöopathischer Medizin einer staatlichen Universität&amp;#039;&amp;#039; anbieten zu können. &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.quantum-logic-medicine.com/de/uni_basisWissen.shtml&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zitate==&lt;br /&gt;
*Charles Darwin am 4.9.1850: ..&amp;#039;&amp;#039;Du spricht von Homöopathie, ein Gegenstand, der mich sogar noch wütender macht als Hellseherei. Hellseherei liegt so jenseits aller Glaubwürdigkeit, daß normale Fähigkeiten dabei ohnehin keine Rolle spielen, aber bei der Homöopathie kommen gesunder Menscherverstand und Beobachtung ins Spiel, und beides würde vor die Hunde gehen, wenn die unendlich winzigen Dosen irgendeine Wirkung hätten. Wie wahr ist doch eine Bemerkung ..., die ich neulich las, über die Nachweisbarkeit von Heilprozessen. [Es hieß], niemand weiß, was das Ergebnis wäre, wenn eine Erkrankung gar nicht behandelt würde. Das ist der Mastab, am dem die Homöopathie&amp;quot; zu messen ist...&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Charles Darwin in einem Brief an William Darwin Fox am 4.9.1850: You speak about Homeopathy; which is a subject which makes me more wrath, even than does Clairvoyance: clairvoyance so transcends belief, that one’s ordinary faculties are put out of question, but in Homœopathy common sense and common observation come into play, and both these must go to the Dogs, if the infinetesimal doses have any effect whatever. How true is a remark I saw the other day by Quetelet, in respect to evidence of curative processes, viz that no one knows in disease what is the simple result of nothing being done, as a standard with which to compare Homeopathy and all other such things It is a sad flaw, I cannot but think in my beloved Dr Gully, that he believes in everything - when his daughter was very ill, he had a clairvoyant girl to report on internal changes, a mesmerist to put her to sleep - an homeopathist, viz John Chapman and himself as Hydropathist and the girl recovered...&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*R. v. Bredow: Homöopathie. Die Heilung mit dem Nichts? GEO Juni1997, 44-56&lt;br /&gt;
*Philippe Leick: Die „schwache Quantentheorie“ und die Homöopathie. Skeptiker 19 (3/06) 92-102&lt;br /&gt;
*R. Twenhöfel: Homöopathie und Schulmedizin. Zur Soziologie eines Konfliktes. Heidelberg: Haug 1994&lt;br /&gt;
*Otto Prokop (1995): Homöopathie - Was leistet sie wirklich?, Frankfurt/M.&lt;br /&gt;
* Martin Lambeck (2003): Irrt die Physik?, Beck&amp;#039;sche Reihe, ISBN 3406494692&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.novo-magazin.de/67/novo6734.htm&lt;br /&gt;
*http://www.gwup.org/themen/texte/homoeopathie/&lt;br /&gt;
*http://www.skeptiker.de/themen/texte/homoeopathie/&lt;br /&gt;
*http://www.handrick-net.de/homoeopathie/homoeopathie.html&lt;br /&gt;
*ftp://pandemonium.tiscali.de/pub/gutenberg/2/7/0/2700/2700.txt Homöopathiekritischer Text von 1842. Unverändert gültig.&lt;br /&gt;
*[http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/011005042421_lancet_kopie.pdf the lancet: the end of homoeopathy]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/1967/20/Der-Arzt-steckt-im-Flaesdichen?page=all Die Zeit: Der Arzt steckt im Fläsdichen]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/2003/49/N-Wasser_Ged_8achtnis Die Zeit: Verdünnte Wahrheit]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/2004/24/M-Hom_9aopathie_neu Die Zeit: Die Angst vor der Globulisierung]&lt;br /&gt;
*http://dcscience.net/ernst-bjcp-07.pdf&lt;br /&gt;
*[http://de.youtube.com/watch?v=BWE1tH93G9U James Randi erklärt Homöopathie (englisch - sehr sehenswert)]&lt;br /&gt;
*[http://www.heise.de/tr/Homoeopathika-sind-Placebos--/artikel/110778/0/0 &amp;quot;Homöopathika sind Placebos&amp;quot;] Interview mit Professor Edzard Ernst, Gründer der Abteilung für Komplementärmedizin an der Uni Exeter&lt;br /&gt;
*http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/bstuecke/78922/index.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Homöopathie]]&lt;br /&gt;
[[category:Pseudowissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hema</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Besondere_Therapierichtungen&amp;diff=17697</id>
		<title>Besondere Therapierichtungen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Besondere_Therapierichtungen&amp;diff=17697"/>
		<updated>2009-02-16T06:35:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hema: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Besondere Therapierichtungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden in Deutschland einige populäre [[Alternativmedizin|alternativmedizinische]] Methoden zusammengefasst, denen ein rechtlicher Sonderstatus eingeräumt wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu gehören nach der Definition die [[Homöopathie]], die [[Anthroposophische Medizin]] und allgemein die Pflanzenheilkunde (Phytotherapie). Spezielle Arzneimittel dieser Methodengruppe müssen ihre Wirksamkeit nicht wie konventionelle Arzneimittel in unabhängigen wissenschaftlichen Studien unter Beweis stellen, um verkehrsfähig zu sein und zum Beispiel von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattet zu werden. Unter der Annahme eines sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaftspluralismus&amp;#039;&amp;#039; erfolgt ihre Beurteilung stattdessen im [[Binnenkonsens]] der Vertreter der jeweiligen Therapierichtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei dem Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sind Kommissionen eingerichtet, denen die Bewertung der Mittel der Besonderen Therapierichtungen obliegt. Die Erleichterungen im Zulassungsverfahren sind beim BfArM einsehbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So ist in den Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen (Gemeinsamer Bundesausschuss, GBA) über die Verordnung von Arzneimitteln in der vertragsärztlichen Versorgung („Arzneimittel-Richtlinien/AMR“) zu lesen: &amp;#039;&amp;#039;..Die Verordnung von Arzneimitteln der besonderen Therapierichtungen Phytotherapie, Homöopathie und Anthroposophie ist nicht ausgeschlossen. Bei ihrer Verordnung ist der besonderen Wirkungsweise dieser Arzneimittel Rechnung zu tragen (§§ 2, 34 SGB V)...&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;..Für die in diesen Richtlinien im Abschnitt F aufgeführten Indikationsgebiete kann der Arzt bei schwerwiegenden Erkrankungen auch Arzneimittel der Anthroposophie und Homöopathie verordnen, sofern die Anwendung dieser Arzneimittel für diese Indikationsgebiete nach dem Erkenntnisstand als Therapiestandard in der jeweiligen Therapierichtung angezeigt ist..&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*BfArM: [http://www.bfarm.de/cln_030/nn_421158/DE/Arzneimittel/2__zulassung/zulArten/besTherap/bestherap-inhalt.html__nnn=true Besondere Therapierichtungen und Traditionelle Arzneimittel]&lt;br /&gt;
*BfArM: [http://www.bfarm.de/cln_030/nn_1199044/DE/Arzneimittel/2__zulassung/zulArten/besTherap/amAnthropo/amanthropo-node.html__nnn=true Homöopathika und Anthroposophika] &lt;br /&gt;
*[http://www.g-ba.de/downloads/62-492-241/RL-AMR-2007-11-15.pdf Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über die Verordnung von Arzneimitteln in der vertragsärztlichen Versorgung („Arzneimittel-Richtlinien/AMR“)]&lt;br /&gt;
*Joachim Müller-Jung: [http://www.faz.net/s/Rub7F4BEE0E0C39429A8565089709B70C44/Doc~EBECE351D768F456D8238179164113293~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed_wissen Ärzte gegen Druiden]. FAZ. 16. März 2003. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Alternativmedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hema</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Sch%C3%BC%C3%9Fler-Salze&amp;diff=16710</id>
		<title>Schüßler-Salze</title>
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		<updated>2009-02-03T15:38:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hema: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Wilhelmheinrichschuessler.jpg|Wilhelm Heinrich Schüßler|thumb]]&lt;br /&gt;
Die Erfindung der sogenannten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schüßler-Salze&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Biochemie nach Schüßler) geht auf den Oldenburger Arzt und [[Homöopathie|Homöopathen]] Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898) zurück. Sein Ansatz, von ihm selbst als “Biochemie nach Schüßler” bezeichnet, zählt heute zur Grundausstattung der Alternativmedizin. Sein Ansatz wird von den sogenannten &amp;quot;Biochemischen Vereinen&amp;quot; seit 1885 durch medizinische Laien weiter propagiert. Das Prinzip dieser Methode wurde von verschiedenen Autoren zum Ende des 20. Jahrhunderts wieder aufgegriffen, nachdem es zwischenzeitlich beinahe in Vergessenheit geriet. Für die von Schüßler eingeführte Methode gibt es keinerlei wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis der über einen Placeboeffekt hinausginge und es ist kein möglicher Wirkungsmechanismus bekannt. Die von Schüßler genannten Eigenschaften widersprechen etablierten Erkenntnissen der Medizin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Bezüge zur Homöopathie, von der sich Schüßler jedoch distanzierte. In der Tat stellt die Biochemie nach Schüßler nichts anderes dar als eine Art verkürzter Homöopathie, die deren Unzahl an Substanzen und möglichen Potenzierungsschritten auf zwölf Substanzen und drei Potenzstufen reduziert. Homöopathen hingegen lehnen seine Methode strikt ab und bezeichneten seine Mittel herablassend als &amp;#039;&amp;#039;Düngemittel&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Berliner Arzt Konrad Grams entwickelte die Schüßler Biochemie weiter zur Komplex-Biochemie mit etwa 30 JSO-Bicomplex Mitteln zur Selbstmedikation für Laien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessant ist der berufliche Werdegang Schüßlers, der sich erst in fortgeschrittenerem Lebensalter für Heilkunde, genauer gesagt: für [[Homöopathie]] und das [[Wünschelrute]]ngehen, zu interessieren begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenen Angaben zufolge studierte er ab 1852 Medizin in Paris, 1855 wurde er unter nebulösen Umständen und nach nur fünf Semestern von der Universität Gießen zum Doktor der Medizin promoviert - ohne Ablieferung einer Dissertation, ohne Leistungsnachweis und in absentia. Zur anschließend beantragten medizinischen Staatsprüfung wurde er allerdings nicht zugelassen, da er keine ordentlichen Studienbelege und noch nicht einmal ein Abiturzeugnis vorweisen konnte. Erst Jahre später erhielt er in Oldenburg eine Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde, nachdem er sich verpflichtet hatte, ausschließlich homöopathisch tätig zu werden.(siehe auch [[Carl Friedrich Zimpel]] mit ähnlichem Curriculum)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Grundannahmen==&lt;br /&gt;
Zu den Grundannahmen gehört ein angeblicher &amp;#039;&amp;#039;Stoffmangel&amp;#039;&amp;#039; der die Ursache sämtlicher Erkrankungen sei und der durch die eine zusätzlich Zufuhr der Mittel zu beheben sei. Sämtliche Krankheiten, so Schüßler, entstünden durch einen Mangel an den von ihm identifizierten Mineralsalzen. Würden diese zugeführt, trete umgehende Heilung ein. Die umstrittene sogenannte [[Antlitzanalyse]] sei dazu geeignet das geeignete Mittels zu finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In umfangreichen Auflistungen werden einzelne Symptome und Krankheitsbilder je einem der zwölf Mineralsalze zugeordnet: Das geht von Afterjucken (Kalziumphosphat), Blasenkatarrh (Eisenphosphat) und zu hohem Cholesterinspiegel (Magnesiumphosphat) bis hin zu Vorhautverengung (Kalziumfluorid), Wurmbefall (Natriumchlorid) und Zahnfleischbluten (Kaliumphosphat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Begründung für die jeweilige Zuordnung gibt es allerdings nicht. Umgekehrt lässt sich nachschlagen, wozu die einzelnen Salze eingesetzt werden können: Kaliumchlorid D6 beispielsweise soll bei Asthma , Blasenentzündung und Gelenkrheumatismus helfen, Kalziumfluorid D12 dagegen bei Grauem Star, Hämorrhoiden und Karies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirkung der Salze beruht angeblich auf dem sogenannten Signalprinzip: Wird dem Organismus das erforderliche Salz zugeführt, soll dieses über Aktivierung der im Körper vorhandenen Salze die jeweilige Funktionsstörung reparieren. Zudem greift angeblich das sogenannte Ergänzungsprinzip: Über die Einnahme einer D6-Tablette würden demnach jeder Körperzelle exakt 26 Moleküle des jeweiligen Salzes zugeführt, was entsprechenden Mangel im Körper ausgleiche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Völlig unerklärt bleibt allerdings die Frage, weshalb die Einnahme einer verschwindend winzigen Dosis eines Mineralsalzes therapeutisch wirksam sein soll, während täglich ein Vielfaches davon über die Nahrung aufgenommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zufuhr des fehlenden Stoffes erfolge nach Schüßler im Grunde nicht durch den Stoff selber, sondern durch die &amp;quot;Schwingung&amp;quot;, die das Mittel übertrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schüßler-Salze==&lt;br /&gt;
Ursprünglich sah Schüssler nur 12 (später 11) Mittel vor, die zu späterer Zeit aber durch zusätzliche Mittel seiner Anhänger erweitert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Calcium fluoratum (Calriumfluorid) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 1&lt;br /&gt;
*Calcium phosphoricum (Calciumphosphat) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 2&lt;br /&gt;
*Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 3&lt;br /&gt;
*Kalium chloratum (Kaliumchlorid) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 4&lt;br /&gt;
*Kalium phosphoricum (Kaliumphosphat) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 5&lt;br /&gt;
*Kalium sulfuricum (Kaliumsulfat) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 6&lt;br /&gt;
*Magnesium phosphoricum (Magnesiumphosphat) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 7&lt;br /&gt;
*Natrium chloratum (Kochsalz) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 8&lt;br /&gt;
*Natrium phosphoricum (Natriumphosphat) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 9&lt;br /&gt;
*Natrium sulfuricum (Natriumsulfat) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 10&lt;br /&gt;
*Silicea (Siliciumdioxid, Kieselerde) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 11&lt;br /&gt;
*Calcium sulfuricum (Calciumsulfat) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 12&lt;br /&gt;
*Kalium arsenicosum (Kaliumarsenit) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 13&lt;br /&gt;
*Kalium bromatum (Kaliumbromat) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 14&lt;br /&gt;
*Kalium jodatum (Kaliumbromid) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 15&lt;br /&gt;
*Lithium chloratum (Lithiumchlorid) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 16&lt;br /&gt;
*Manganum sulfuricum (Mangansulfat) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 17&lt;br /&gt;
*Calcium sulfuratum Hahnemanni (Calciumsulfat) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 18&lt;br /&gt;
*Cuprum arsenicosum (Kupferarsenit) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 19&lt;br /&gt;
*Kalium aluminium sulfuricum (Kaliumaluminiumsulfat, Alaun) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 20&lt;br /&gt;
*Zincum chloratum (Zinkchlorid) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 21&lt;br /&gt;
*Calcium carbonicum Hahnemanni (Calciumcarbonat, Muschelkalk) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 22&lt;br /&gt;
*Natrium bicarbonicum (Natriumbicarbonat) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 23&lt;br /&gt;
*Arsenum jodatum (Arsenjodid) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 24&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wissenschaftlicher Beleg für die angebliche Wirksamkeit der auch als “Funktionsmittel” bezeichneten Schüßler-Salze existiert nicht. Trotzdem können sie ganz legal über Apotheken und über das Internet verkauft werden. Dies begründet sich in ihrer deklarierten Zugehörigkeit zur Homöopathie, die als sogenannte &amp;quot;besondere Therapierichtung&amp;quot; keiner klinisch-kontrollierten Arzneimittelprüfung außerhalb des eigenen Binnenkonsenses unterliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Experimente in KZ==&lt;br /&gt;
Während der Ära des Nationalsozialismus wurden die Anwendung der Schüßler-Salze staatlicherseits gefördert. 1942 versuchte der Reichsführer-SS, Heinrich Himmler, der ein Freund der Naturheilkunde war, die Wirksamkeit zu belegen. Im KZ Dachau wurden Experimente an 40 katholischen Priestern durchgeführt,  indem z.B. durch Einspritzen von Eiter Blutvergiftungen hervorgerufen wurden. 10 Personen starben. Schüßler-Salze erwiesen sich, wie damals eigentlich schon bekannt war, als völlig wirkungslos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Stiftung Warentest (Hrsg.): &amp;quot;Die andere Medizin - ´Alternative´ Heilmethoden für Sie bewertet&amp;quot;, Berlin 2005, ISBN 3-937880-08-9, S. 106&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.promed-ev.de/modules/wfsection/article.php?articleid=106&lt;br /&gt;
*http://www.ruhrbarone.de/?p=267&lt;br /&gt;
*http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/gladbeck/2008/2/7/news-21909281/detail.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alternativmedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hema</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Sch%C3%BC%C3%9Fler-Salze&amp;diff=16709</id>
		<title>Schüßler-Salze</title>
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		<updated>2009-02-03T15:35:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hema: /* Grundannahmen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Wilhelmheinrichschuessler.jpg|Wilhelm Heinrich Schüßler|thumb]]&lt;br /&gt;
Die Erfindung der sogenannten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schüßler-Salze&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Biochemie nach Schüßler) geht auf den Oldenburger Arzt und [[Homöopathie|Homöopathen]] Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898) zurück. Sein Ansatz, von ihm selbst als “Biochemie nach Schüßler” bezeichnet, zählt heute zur Grundausstattung der Alternativmedizin. Sein Ansatz wurde von den sogenannten &amp;quot;Biochemischen Vereinen&amp;quot; seit 1885 durch medizinische Laien weiter propagiert. Das Prinzip dieser Methode wurde von verschiedenen Autoren zum Ende des 20. Jahrhunderts wieder aufgegriffen, nachdem es zwischenzeitlich beinahe in Vergessenheit geriet. Für die von Schüßler eingeführte Methode gibt es keinerlei wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis der über einen Placeboeffekt hinausginge und es ist kein möglicher Wirkungsmechanismus bekannt. Die von Schüßler genannten Eigenschaften widersprechen etablierten Erkenntnissen der Medizin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Bezüge zur Homöopathie, von der sich Schüßler jedoch distanzierte. In der Tat stellt die Biochemie nach Schüßler nichts anderes dar als eine Art verkürzter Homöopathie, die deren Unzahl an Substanzen und möglichen Potenzierungsschritten auf zwölf Substanzen und zwei Potenzstufen reduziert. Homöopathen hingegen lehnen seine Methode strikt ab und bezeichneten seine Mittel herablassend als &amp;#039;&amp;#039;Düngemittel&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Berliner Arzt Konrad Grams entwickelte die Schüßler Biochemie weiter zur Komplex-Biochemie mit etwa 30 JSO-Bicomplex Mitteln zur Selbstmedikation für Laien. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessant ist der berufliche Werdegang Schüßlers, der sich erst in fortgeschrittenerem Lebensalter für Heilkunde, genauer gesagt: für [[Homöopathie]] und das [[Wünschelrute]]ngehen, zu interessieren begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenen Angaben zufolge studierte er ab 1852 Medizin in Paris, 1855 wurde er unter nebulösen Umständen und nach nur fünf Semestern von der Universität Gießen zum Doktor der Medizin promoviert - ohne Ablieferung einer Dissertation, ohne Leistungsnachweis und in absentia. Zur anschließend beantragten medizinischen Staatsprüfung wurde er allerdings nicht zugelassen, da er keine ordentlichen Studienbelege und noch nicht einmal ein Abiturzeugnis vorweisen konnte. Erst Jahre später erhielt er in Oldenburg eine Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde, nachdem er sich verpflichtet hatte, ausschließlich homöopathisch tätig zu werden.(siehe auch [[Carl Friedrich Zimpel]] mit ähnlichem Curriculum)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Grundannahmen==&lt;br /&gt;
Zu den Grundannahmen gehört ein angeblicher &amp;#039;&amp;#039;Stoffmangel&amp;#039;&amp;#039; der die Ursache sämtlicher Erkrankungen sei und der durch die eine zusätzlich Zufuhr der Mittel zu beheben sei. Sämtliche Krankheiten, so Schüßler, entstünden durch einen Mangel an den von ihm identifizierten Mineralsalzen. Würden diese zugeführt, trete umgehende Heilung ein. Die umstrittene sogenannte [[Antlitzanalyse]] sei dazu geeignet das geeignete Mittels zu finden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In umfangreichen Auflistungen werden einzelne Symptome und Krankheitsbilder je einem der zwölf Mineralsalze zugeordnet: Das geht von Afterjucken (Kalziumphosphat), Blasenkatarrh (Eisenphosphat) und zu hohem Cholesterinspiegel (Magnesiumphosphat) bis hin zu Vorhautverengung (Kalziumfluorid), Wurmbefall (Natriumchlorid) und Zahnfleischbluten (Kaliumphosphat).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Begründung für die jeweilige Zuordnung gibt es allerdings nicht. Umgekehrt lässt sich nachschlagen, wozu die einzelnen Salze eingesetzt werden können: Kaliumchlorid D6 beispielsweise soll bei Asthma , Blasenentzündung und Gelenkrheumatismus helfen, Kalziumfluorid D12 dagegen bei Grauem Star, Hämorrhoiden und Karies.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wirkung der Salze beruht angeblich auf dem sogenannten Signalprinzip: Wird dem Organismus das erforderliche Salz zugeführt, soll dieses über Aktivierung der im Körper vorhandenen Salze die jeweilige Funktionsstörung reparieren. Zudem greift angeblich das sogenannte Ergänzungsprinzip: Über die Einnahme einer D6-Tablette würden demnach jeder Körperzelle exakt 26 Moleküle des jeweiligen Salzes zugeführt, was entsprechenden Mangel im Körper ausgleiche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Völlig unerklärt bleibt allerdings die Frage, weshalb die Einnahme einer verschwindend winzigen Dosis eines Mineralsalzes therapeutisch wirksam sein soll, während täglich ein Vielfaches davon über die Nahrung aufgenommen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zufuhr des fehlenden Stoffes erfolge nach Schüßler im Grunde nicht durch den Stoff selber, sondern durch die &amp;quot;Schwingung&amp;quot;, die das Mittel übertrage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Schüßler-Salze==&lt;br /&gt;
Ursprünglich sah Schüssler nur 12 (später 11) Mittel vor, die zu späterer Zeit aber durch zusätzliche Mittel seiner Anhänger erweitert wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Calcium fluoratum (Calriumfluorid) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 1&lt;br /&gt;
*Calcium phosphoricum (Calciumphosphat) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 2&lt;br /&gt;
*Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 3&lt;br /&gt;
*Kalium chloratum (Kaliumchlorid) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 4&lt;br /&gt;
*Kalium phosphoricum (Kaliumphosphat) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 5&lt;br /&gt;
*Kalium sulfuricum (Kaliumsulfat) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 6&lt;br /&gt;
*Magnesium phosphoricum (Magnesiumphosphat) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 7&lt;br /&gt;
*Natrium chloratum (Kochsalz) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 8&lt;br /&gt;
*Natrium phosphoricum (Natriumphosphat) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 9&lt;br /&gt;
*Natrium sulfuricum (Natriumsulfat) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 10&lt;br /&gt;
*Silicea (Siliciumdioxid, Kieselerde) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 11&lt;br /&gt;
*Calcium sulfuricum (Calciumsulfat) Biochemisches Funktionsmittel Nr. 12&lt;br /&gt;
*Kalium arsenicosum (Kaliumarsenit) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 13&lt;br /&gt;
*Kalium bromatum (Kaliumbromat) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 14&lt;br /&gt;
*Kalium jodatum (Kaliumbromid) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 15&lt;br /&gt;
*Lithium chloratum (Lithiumchlorid) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 16&lt;br /&gt;
*Manganum sulfuricum (Mangansulfat) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 17&lt;br /&gt;
*Calcium sulfuratum Hahnemanni (Calciumsulfat) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 18&lt;br /&gt;
*Cuprum arsenicosum (Kupferarsenit) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 19&lt;br /&gt;
*Kalium aluminium sulfuricum (Kaliumaluminiumsulfat, Alaun) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 20&lt;br /&gt;
*Zincum chloratum (Zinkchlorid) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 21&lt;br /&gt;
*Calcium carbonicum Hahnemanni (Calciumcarbonat, Muschelkalk) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 22&lt;br /&gt;
*Natrium bicarbonicum (Natriumbicarbonat) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 23&lt;br /&gt;
*Arsenum jodatum (Arsenjodid) Biochemisches Ergänzungsmittel Nr. 24&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wissenschaftlicher Beleg für die angebliche Wirksamkeit der auch als “Funktionsmittel” bezeichneten Schüßler-Salze existiert nicht. Trotzdem können sie ganz legal über Apotheken und über das Internet verkauft werden. Dies begründet sich in ihrer deklarierten Zugehörigkeit zur Homöopathie, die als sogenannte &amp;quot;besondere Therapierichtung&amp;quot; keiner klinisch-kontrollierten Arzneimittelprüfung außerhalb des eigenen Binnenkonsenses unterliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Experimente in KZ==&lt;br /&gt;
Während der Ära des Nationalsozialismus wurden die Anwendung der Schüßler-Salze staatlicherseits gefördert. 1942 versuchte der Reichsführer-SS, Heinrich Himmler, der ein Freund der Naturheilkunde war, die Wirksamkeit zu belegen. Im KZ Dachau wurden Experimente an 40 katholischen Priestern durchgeführt,  indem z.B. durch Einspritzen von Eiter Blutvergiftungen hervorgerufen wurden. 10 Personen starben. Schüßler-Salze erwiesen sich, wie damals eigentlich schon bekannt war, als völlig wirkungslos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Stiftung Warentest (Hrsg.): &amp;quot;Die andere Medizin - ´Alternative´ Heilmethoden für Sie bewertet&amp;quot;, Berlin 2005, ISBN 3-937880-08-9, S. 106&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.promed-ev.de/modules/wfsection/article.php?articleid=106&lt;br /&gt;
*http://www.ruhrbarone.de/?p=267&lt;br /&gt;
*http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/gladbeck/2008/2/7/news-21909281/detail.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Alternativmedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hema</name></author>
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