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	<title>Psiram - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Osteopathie&amp;diff=82979</id>
		<title>Osteopathie</title>
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		<updated>2012-01-18T12:57:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: Typo&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:osteopathie1.jpg|Andrew Taylor Still|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Osteopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[pseudomedizin]]isches Konzept, das im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert in den USA entstand. Es gibt Ähnlichkeiten und Überschneidungen zur [[Chiropraktik]], jedoch beansprucht die Osteopathie vor allem in den USA stärker, auch bei Stoffwechselproblemen und anderen allgemeinen Erkrankungen wirksam zu sein und nicht nur bei Störungen des Bewegungsapparates.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff Osteopathie wird gelegentlich auch zur Bezeichnung der sog. Glasknochenkrankheit (&amp;#039;&amp;#039;Osteogenesis imperfecta&amp;#039;&amp;#039;) verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Die der osteopathischen Medizin zugrunde liegenden Vorstellungen gehen auf den US-amerikanischen Chirurgen und Arzt Andrew Taylor Still zurück, der in Kirksville/Missouri im Jahr 1892 das erste medizinisch-osteopathische College gründete, nachdem er seine osteopathischen Thesen erstmals 1874 verkündet hatte. Zu seiner Zeit steckte die Hochschulmedizin noch in den Kinderschuhen. In den USA dominierten noch die säftepathologischen Behandlungsweisen aus dem Mittelalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Still hatte zu Lebzeiten recht seltsame Ansichten über die Wirksamkeit seiner Methode. So schrieb er in seiner Autobiographie &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;shake a child and stop scarlet fever, croup, diphtheria, and cure whooping cough in three days by a wring of its neck&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Solche fragwürdigen Ansichten sind medizinhistorisch jedoch typisch für die Zeit, in der Still lebte. Offenbar sah er die therapeutische Welt nur aus der vereinfachten chirurgischen Perspektive und erklärte sich nach dem Aufbau eines eigenen Denksystems die Krankheiten als Folge von Veränderungen der Knochen und Organe. Dass dieses begrenzte System nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Abläufe im menschlichen Organismus beschreibt, ist auch dem medizinischen Laien offensichtlich. Wird solch ein Ansatz aber mit genügender Wucht verbreitet, ist er geeignet, einfache Gemüter in seinen Bann zu ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verknüpfung zwischen Ausbildungssystem und therapeutischer Anwendung, also das Geldverdienen mittels Ausbildungsgebühren für das Erlernen der Still&amp;#039;schen Therapie, ist eine der Säulen, auf der die Osteopathie ruht. Mit dieser Taktik gelang es Still (wie auch vielen anderen Ärzten, die ähnliche Systeme etablierten), sich genügend Finanzmittel zu beschaffen, um sein System weiter auszubreiten. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass es in den USA historisch bedingt keine einheitliche, hochschulmedizinische, universitäre Ärzteausbildung gibt, wie sie z.B. in den meisten EU-Ländern vorhanden ist. Im Gegenteil, es gibt in einigen Bundesstaaten die Möglichkeit, an naturopathischen Einrichtungen eine vollgültige Ausbildung zu absolvieren. Danach kann man sich als (naturopathischer) Arzt bezeichnen und beruflich tätig werden. Ein solches Studium ist nach Gugliemo (1998) gegenwärtig an 19&amp;amp;nbsp;Hochschulen in den USA möglich. Möglicherweise kommt aufgrund der Vereinheitlichungstendenzen auf europäischer Ebene eine ähnliche Verschlechterung der hochschulmedizinischen Ausbildung auch in der EU in den nächsten Jahren zum tragen.&amp;lt;ref&amp;gt;Buchmann J. What is osteopathic medicine? Dtsch Med Wochenschr. 2003 Jan 24;128(4):159. PMID: 12589588&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt arbeiten in den USA heutzutage schätzungsweise 44.000&amp;amp;nbsp;Osteopathen.&amp;lt;ref&amp;gt;Guglielmo WJ.: Are D.O.s losing their unique identity? Med Econ. 1998 Apr 27;75(8):200-2&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ausbildung eines &amp;quot;ärztlichen Osteopathen&amp;quot;==&lt;br /&gt;
Den Zugang zu einer osteopathischen Ausbildungsschule erhält man, wenn man eine dreijährige berufliche Tätigkeit ausgeübt hat. Die Aufnahme setzt eine geringere Schulausbildung voraus, als jene, die für einen konventionellen, hochschulmedizinischen Studiengang notwendig wäre. Dergleichen drückt sich in deutlich schlechteren Prüfresultaten aus. So liegt die durchschnittliche Prüfpunktzahl (Grade Point Average = GPA) und die Prüfnote des Medical College Admission Test (MCAT) von osteopathischen Studenten üblicherweise deutlich unter denjenigen Werten, die von Medizinstudenten erreicht werden (Ross-Lee und Wood 1995, Doxey und Phillips 1997). Die durchschnittliche Anzahl an in Vollzeit tätigem Lehrpersonal in osteopathischen Ausbildungsstätten liegt gerade einmal bei 10% im Vergleich zu universitärem Lehrpersonal (Ross-Lee und Wood 1995). Zusätzlich forschen osteopathische Einrichtungen kaum und einige haben Probleme, genügend ausgebildetes Lehrpersonal bereit zu stellen (Jones 1999). Es ist also deutlich erkennbar, dass der Leistungsstand von osteopathischem Personal von Beginn an schlechter ist und deren Ausbildung desolater organisiert ist im Vergleich zu Personen, aus denen später Hochschulmediziner werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Grad eines &amp;quot;Doctor of Osteopathy&amp;quot; (DO) umfasst eine 5.000-stündige Ausbildung über 4&amp;amp;nbsp;Studienjahre. Die osteopathischen Fakultäten unterscheiden zwischen dem &amp;quot;Doktor der Osteopathie&amp;quot; und denjenigen, die einen tatsächlichen akademischen Grad (z.B.&amp;amp;nbsp;Dr.&amp;amp;nbsp;med.) führen. Man sollte also einen DO nicht mit einem Dr.&amp;amp;nbsp;med. bzw. einem hochschulmedizinischen, an einer Universität ausgebildeten Arzt verwechseln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Berufszulassung als DO erhält man nach einem weiteren Rotationsjahr an einem zugelassenen Krankenhaus. Nachfolgend kann sich der Arzt spezialisieren, z.B. an Kliniken für Innere Medizin. Seit 1993 können fertige DOs der &amp;#039;&amp;#039;American Academy of Family Practice&amp;#039;&amp;#039; beitreten, die vorher nur für hochschulmedizinische Ärzte (Dr.&amp;amp;nbsp;med.) oder DOs mit zusätzlicher hochschulmedizinischer Ausbildung offen stand (Guliemo 1998).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Osteopathische Ärzte dürfen mittlerweile in allen US-Bundesstaaten praktizieren. In einer im Januar 1995 veröffentlichten Umfrage unter 2.000&amp;amp;nbsp;zufällig ausgewählten osteopathischen Therapeuten, die Mitglieder des American College of Osteopathic Physicians waren, gaben 6,2% der Befragten an, mehr als die Hälfte ihrer Patienten mit den osteopathischen manipulativen Techniken zu behandeln. 39,6% gaben an, diese Methode bei Fieber anzuwenden. Bezeichnend an der Umfrage war der Umstand, dass je höher der Ausbildungs- und Fortbildungsgrad der ursprünglich eine osteopathische Ausbildung absolvierende Person war, desto niedriger(!) war der Anteil jener, die noch osteopathische Methoden einsetzten (Johnson et al. 1997) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Inhalte der Osteopathie==&lt;br /&gt;
Die osteopathische Medizin ist durch manuelle Diagnostik und Behandlung von angeblichen oder tatsächlichen Funktionseinschränkungen von Knochen, Gelenken und (inneren) Organen gekennzeichnet. Folgende Techniken werden eingesetzt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Mobilisierende Muskeltechniken: Mit bestimmten Griffen oder Bewegungsfolgen werden Gelenkfunktionsstörungen an der Wirbelsäule und an den Extremitäten behandelt. Dabei arbeitet man mit geführten Bewegungen, gezieltem Muskelzug oder exakt bemessener äußerer Krafteinwirkung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Myofasziale Techniken: Da die Muskulatur mit Faszien umhüllt ist, sollen diese behandelt werden, um daraus therapeutischen Nutzen zu ziehen. Es werden weiche Zug- und Druckreize zur Normalisierung der Gewebsspannung verwendet bzw. um die Durchblutung und Beweglichkeit zu steigern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Viszerale Osteopathie|Viszerale Techniken]]: Da die inneren Organe beweglich angeordnet sind, sollen mit der Osteopathie Verspannungen der Bindegewebselemente behoben werden. Daraus leitet man den Anspruch ab, Fehlfunktionen der Organe selbst therapieren zu können, weil angeblich die freie Beweglichkeit der Organe für deren normale Funktion essentiell sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Cranio-Sakrale-Therapie|Kranio-sakrale Techniken]]: Es wird postuliert, dass bei Erwachsenen die Schädelknochen gegeneinander beweglich seien. Man postuliert ebenfalls einen bestimmten Rhythmus dieser Bewegung, nämlich Druckschwankungen des Liquor, der das Gehirn umhüllt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weg der Osteopathie nach Europa==&lt;br /&gt;
Nach dem Andrew Taylor Still seine Methode vorgestellt und 1892 die erste osteopathische Schule gegründet hatte (American School of Osteopathy), die vom DO&amp;amp;nbsp;Dr.&amp;amp;nbsp;William Smith geleitet wurde, wurde die Methode in späterer Zeit vom DO&amp;amp;nbsp;William Garner Sutherland und DO&amp;amp;nbsp;Harold Magoun auf den Bereich des Schädels übertragen. DO&amp;amp;nbsp;Martin Littlejohn, ein Schüler Stills, übertrug die Osteopathie 1917 nach England, wo er die British School of Osteopathy gründete. Heute ist die Osteopathie in England seit 1994 offiziell anerkannt und wird an vier Privatschulen gelehrt. In Frankreich etablierten die DOs&amp;amp;nbsp;Jacques Weischenk, Jean-Pierre Barral und Philippe Druelle als bekannteste Vertreter der Osteopathie diese Methode. Mittlerweile gibt es in Frankreich 14&amp;amp;nbsp;osteopathische Ausbildungsstätten und einen französischen Verband für Osteopathie mit etwa 500&amp;amp;nbsp;Mitgliedern. Es gibt noch entsprechende Ausbildungsstätten und Verbände in Belgien, Kanada (seit 1982 z.B. die Fondation Canadienne pour l&amp;#039;Enseignement et la Recherche en Ostéopathie in Montreal mit einem deutschen Ableger, dem Deutschen Osteopathie Kolleg). International und auch im europäischen Bereich sind folgende Organisationen aktiv: Europäisches Colleg für Osteopathie, College Sutherland, Osteopathie Akademie München, Osteopathie Schule Deutschland und Still Academy.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland wird die Osteopathie überwiegend von Heilpraktikern ausgeübt, aber der Anteil Ärzte, die sich der Methode bedienen, steigt. Die Ausbildung zum Osteopathen ist nicht staatlich reglementiert, wird aber in der Regel gemäß eines vereinsrechtlich abgesicherten Mindeststandards, der von der Akademie für Osteopathie Deutschland (AOD) propagiert wird. Sie bietet eine berufsbegleitende Ausbildung in einer Ganztagsschule in Schlangenbad bei Wiesbaden an, die in Kooperation mit der Still Academy organisiert wird. Die Ausbildung umfasst lediglich 1.300&amp;amp;nbsp;Stunden à 45&amp;amp;nbsp;Minuten (also 975&amp;amp;nbsp;Vollstunden), was weniger als 20% der in Deutschland und Europa allgemein üblichen Ausbildungszeit für Humanmediziner entspricht (ca.&amp;amp;nbsp;5.500&amp;amp;nbsp;Vollstunden). Man schließt als &amp;quot;Osteopath&amp;amp;nbsp;D.O.&amp;quot; die Ausbildung ab, wobei die AOD die Absolventen nach einer eigenen Prüfungsordnung prüft. Dies ist jedoch kein staatlicher Abschluss, sondern dieser Ausbildungsgrad hat den Wert eines Vereinsdiploms.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Etiopathie==&lt;br /&gt;
Eine Variante der Osteopathie ist die Étiopathie. Der Begriff wurde in den 1960er Jahren von dem Franzosen Christian Trédaniel eingeführt. Étiopathie ist vor allem in Frankreich verbreitet, aber auch in der Schweiz und in den Benelux-Ländern. Ein klarer Unterschied zur Osteopathie ist jedoch nicht gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Eine Methode ohne glaubwürdigen Wirksamkeitsnachweis==&lt;br /&gt;
Laut deutscher Krankenversicherung AOK konnten bisher keine wissenschaftliche Nachweise der Wirksamkeit der Osteopathie erbracht werden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.aok.de/bund/rd/136225.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die Autoren Posadzki und Ernst kamen im Rahmen einer Übersichtsarbeit zum Thema zum gleichen Schluß.&amp;lt;ref&amp;gt;Posadzki P, Ernst E. Osteopathy for musculoskeletal pain patients: a systematic review of randomized controlled trials., Clin Rheumatol., 30.10.2010&amp;lt;/ref&amp;gt; Hass-Degg&amp;amp;nbsp;et&amp;amp;nbsp;al. führten eine Evaluierung und kritische Bewertung von Studien der Osteopathie im klinischen Bereich durch. Sie kamen zu dem Resultat, dass die meisten osteopathischen Studien als Diplomarbeiten von DOs an Osteopathieschulen durchgeführt worden waren und nicht in die weltweit verfügbare medizinische Fachliteratur vorgedrungen waren. Von den insgesamt 30&amp;amp;nbsp;gefundenen klinischen Studien erreichten 9&amp;amp;nbsp;die vorgegebene erforderliche Mindestpunktzahl für eine Zuordnung zu Qualitätskategorien, was bedeutet, dass die Studien zu schlampig organisiert oder zu schlecht berichtet worden waren, um aus ihnen einen glaubhaften Wirksamkeitsnachweis der Methode herausarbeiten zu können. Nur in 5&amp;amp;nbsp;der 9&amp;amp;nbsp;Studien war die osteopathische Behandlung der jeweiligen Kontrollintervention überlegen. Infolge der geringen Anzahl klinischer Studien, die die formalen Anforderungen erfüllten, lassen sich nach Hass-Degg&amp;amp;nbsp;et&amp;amp;nbsp;al. derzeit noch keine definitiven Schlüsse über die Wirksamkeit der Osteopathie ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die osteopathische Diagnostik scheint wenig reproduzierbar zu sein. Monteiro-Ferreira&amp;amp;nbsp;et&amp;amp;nbsp;al. untersuchten die Reproduzierbarkeit osteopathischer Tests am Beispiel des Beckens, weil die meisten Studien zu diesem Thema gravierende methodische und inhaltliche Mängel aufwiesen. Ziel der Studie war es, osteopathische Tests am Becken auf ihre interindividuelle Reproduzierbarkeit hin zu untersuchen und herauszufinden, ob diese Tests geeignet sind, osteopathische Diagnosen zu erstellen. Drei Osteopathen, die zugleich ihre Ausbildung am COE in München absolviert haben, führten im Hauptversuch an 21&amp;amp;nbsp;symptomatischen Patienten mit Schmerzen in der LBH–Region jeweils 18&amp;amp;nbsp;ausgewählte Tests am Becken durch, die sich aus Schmerzprovokationstests, Mobilitätstests, positionellen Tests und Horchtests zusammensetzten. Die Auswertung der Reproduzierbarkeit erfolgte mit Kappa-Wert. Darüber hinaus gab jeder Therapeut nach jedem Test auf einer Skala von 0–10 an, wie überzeugt er von der Richtigkeit seines Testergebnisses war. Zuverlässige Ergebnisse konnte nur die Schmerzprovokationstests erzielen (Kappa-Werte bis zu 0,712). Bei den Mobilitätstests erreichte der Test der Mobilität des Iliosacralgelenks nur Kappa-Werten bis zu 0.364, was auf eine überwiegende Nichtreproduzierbarkeit schließen ließ. Die übrigen Mobilitätstests, die Tests der Muskeln und Ligamente, sowie die Positionstests mit Bestimmung der Landmarks konnten nicht überzeugen. Eine wichtige Ursache für die unterschiedlichen Testergebnisse liegt in der Ermessenstoleranz des Therapeuten, hängt also davon ab, ob er bei einer getesteten Struktur überhaupt einen Befund diagnostiziert, oder ob er die betreffende Struktur ohne Befund bewertet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Rückenschmerzen ist der Wert der osteopathischen Manipulationen über das Placeboniveau hinaus bis heute nicht glaubhaft bewiesen worden. &amp;lt;ref&amp;gt;*Krista Federspiel, Vera Herbst: (2006) Die Andere Medizin. &amp;quot;Alternative&amp;quot; Heilmethoden für Sie bewertet. Herausgegeben von Stiftung Warentest. ISBN: 3937880356&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
* [[Cranio-Sakrale-Therapie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Tierosteopathie==&lt;br /&gt;
Geworben wird auch mit einer Anwendung bei Tieren, vor allem Pferden und Hunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Posadzki P, Ernst E. &amp;#039;&amp;#039;Osteopathy for musculoskeletal pain patients: a systematic review of randomized controlled trials.&amp;#039;&amp;#039;, Clin Rheumatol., 30.10.2010 [http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21053038] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Therapie in der Pseudomedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Benutzer:Agnostik&amp;diff=70364</id>
		<title>Benutzer:Agnostik</title>
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		<updated>2011-02-21T15:33:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;quot;Das Geheimnis des Erfolges ist Aufrichtigkeit. Sobald man das vortäuschen kann, hat man es geschafft.&amp;quot; - Jean Giraudoux&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Biologisch-dynamische_Landwirtschaft&amp;diff=69593</id>
		<title>Biologisch-dynamische Landwirtschaft</title>
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		<updated>2011-02-03T13:47:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Weblinks */ Links zum SPIEGEL aktualisiert.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:klabautermann.jpg|(Bild: Laborjournal)|thumb]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;biologisch-dynamische Landwirtschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die zur Weltanschauung und der [[Anthroposophische Ernährungslehre|anthroposophischen Ernährungslehre]] der [[Anthroposophie]] konforme Landwirtschaft und geht auf Ansichten von [[Rudolf Steiner]] und weiteren Anthroposophen zurück. Sie weist [[Esoterik|esoterisch-magische]] Elemente auf und deckt sich teilweise mit heutigen Herstellungs- und Anbauverfahren für Bioprodukte (Ökologischer Landbau). Manche Praktiken dieser Landwirtschaftsform sind wissenschaftlich völlig abwegig. So gehört zum biologisch-dynamischen Credo die [[Astrologie|astrologisch]] anmutende Lehre &amp;#039;&amp;#039;planetarischer Einflüsse&amp;#039;&amp;#039; und der [[Mondmythen|Mondphasen]] auf das Pflanzenwachstum, die wissenschaftlich widerlegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsprechende biologisch-dynamische Produkte werden vorwiegend in Naturkostläden / Bioläden zu höheren Preisen als bei üblichen Discountern u.a. unter dem eingetragenen Markenzeichen [[Demeter|&amp;quot;Demeter&amp;quot;]] vertrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
Die biologisch-dynamische Landwirtschaft entstand in den 1920er Jahren im Umfeld der Anthroposophie und kann in einem Zusammenhang mit der Zunahme der Nahrungsmittelproduktion gesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner hatte keine einschlägige Ausbildung im Bereich der Biologie oder Landwirtschaft. 1924 begründete er einen &amp;#039;&amp;#039;Landwirtschaftlichen Kursus&amp;#039;&amp;#039; der &amp;#039;&amp;#039;geisteswissenschaftlichen Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft&amp;#039;&amp;#039; in der Nähe von Breslau. Beteiligte Landwirte und Interessierte schlossen sich im sogenannten &amp;quot;Versuchsring&amp;quot; zusammen. Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise fand später in Kreisen der nationalsozialistischen Führung Anhänger. Die &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung&amp;#039;&amp;#039; der SS unter der Verantwortung von SS-Reichsführer Heinrich Himmler nahm sich dabei der dynamisch-biologischen Landwirtschaft an. Sie fand sogar im Konzentrationslager Dachau Anwendung. &amp;lt;ref&amp;gt;Jacobeit W, Kopke C: Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise im KZ. Die Güter der Deutschen Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung der SS von 1939 bis 1945. Berlin, 1999 Trafo-Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ornament-und-verbrechen.de/cgi-ornament/rs/ovPrint.cgi?id=40&amp;amp;images=yes&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1946 wurde der &amp;quot;Forschungsring für biologisch-dynamische Wirtschaftweise&amp;quot; neu gegründet, aus dem das 1950 in Darmstadt gegründete &amp;#039;&amp;#039;Institut für biologisch-dynamische Forschung&amp;#039;&amp;#039; hervor ging, das versuchte, eine Vermarktung und Verbreitung der Methode anzukurbeln. 1954 entstand der Demeter-Bund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Methode==&lt;br /&gt;
[[image:eurythmiefeld.jpg|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Die biologisch-dynamische Landwirtschaft ähnelt dem ökologischen Landbau. Der Einsatz von mineralischen Düngern wird zugunsten von Rindermist eingeschränkt oder unterlassen. Entsprechend der anthroposophischen Ideologie wird Wert auf &amp;#039;&amp;#039;kosmische Rhythmen&amp;#039;&amp;#039; gelegt. So wird im Landbau nach Mondphasen angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anwendung finden spezielle biologisch-dynamische Präparate. Zu diesen gehören:&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hornkiesel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Hornkiesel ist zermahlener Quarzsand, der als &amp;#039;&amp;#039;Bergkristall&amp;#039;&amp;#039; in ein hohles Kuhhorn verbracht und in der Erde vergraben wird. Nach einiger Zeit wird das Kuhhorn wieder ausgegraben, der Inhalt mit Wasser vermischt und als Dünger auf einem Feld ausgebracht. Dieses Produkt soll nach anthroposophischer Lesart der Wirkung von &amp;#039;&amp;#039;Sonnenschein&amp;#039;&amp;#039; entsprechen.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hornmist&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Hornmist ist Kuhdung, der in ein einzelnes hohles Kuhhorn verbracht wird und für eine bestimmte Zeit in der Erde vergraben wird. Dann wird der Inhalt des Kuhhorns in einem Eimer Wasser verrührt und als Dünger über einem Acker versprüht. Dies soll in der Anthroposophie der magischen Wirkung eines &amp;#039;&amp;#039;warmen Regens&amp;#039;&amp;#039; entsprechen.&lt;br /&gt;
*Es wird sogar erforscht, ob mittels &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Eurythmie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; &amp;quot;behandelter&amp;quot; Weizen &amp;quot;Eigenschaften vermittelt bekommt&amp;quot;, die ihn als Heilmittel bei rheumatischen Erkrankungen geeignet macht (Siehe Bild). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sich spezifische Vorteile der speziellen biologisch-dynamischen Hilfsmittel nicht wissenschaftlich und analytisch nachweisen lassen, werden anthroposophisch üblich die sogenannten [[Bildschaffende Methoden der Anthroposophie|bildschaffenden Methoden]] eingesetzt, um über die entsprechenden subjektiven Ergebnisse das positive &amp;#039;&amp;#039;Wesen&amp;#039;&amp;#039; der Produkte und dessen Vorzüge &amp;#039;&amp;#039;nachweisen&amp;#039;&amp;#039; zu können. Ein Nachweis der Eignung dieser bildschaffenden Methoden fehlt. Auf sie wird regelmäßig zurückgegriffen, wenn sich die Schwierigkeit ergibt, ein anthroposophisches Verfahren plausibel zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Pseudowissenschaftliche Aktivitäten an der Universität Kassel==&lt;br /&gt;
An der [[Universitäten mit pseudowissenschaftlichen Lehr- und Forschungsinhalten|Universität Kassel]] (Standort Witzenhausen) wird das esoterische Fach &amp;#039;&amp;#039;Biodynamik&amp;#039;&amp;#039; („Fachgebiet Biologisch-dynamische Landwirtschaft“) unterrichtet, was der Uni Spott und Kritik aus wissenschaftlichen Kreisen einbrachte. So war von einer &amp;#039;&amp;#039;anthroposophischen Enklave Witzenhausen&amp;#039;&amp;#039; die Rede sowie von einem &amp;#039;&amp;#039;pseudowissenschaftlichen Glaubenssystem&amp;#039;&amp;#039;, das dort unterrichtet werde. Der emeritierte Biologe und Medizinhistoriker Armin Geus aus Marburg sprach hier von einer &amp;#039;&amp;#039;Ausgeburt anthroposophischer Spinnerei&amp;#039;&amp;#039;. &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.openpr.de/news/108836/Spiegel-Bericht-Erleuchtung-durch-die-Gurke-und-astralische-Kraefte-im-Rindermist-Kasseler-Agrarforscher-auf-den-Spuren-von-Rudolf-Steiner-Kritiklose-Anbetung-eines-durchgedrehten-Saeulenheiligen.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Steiner-Zitate zur BDL==&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Haben Sie schon einmal nachgedacht, warum die Kühe Hörner haben [...]? Die Kuh hat Hörner, um in sich hineinzusenden dasjenige, was astralisch-ätherisch gestalten soll was da vordringen soll beim Hineinstreben bis in den Verdauungsorganismus, so dass viel Arbeit entsteht gerade durch die Strahlung, die von Hörnern und Klauen ausgeht, im Verdauungsmechanismus.&amp;#039;&amp;#039; [...] &amp;#039;&amp;#039;Etwas Lebenstrahlendes, und sogar Astralisch-Strahlendes haben Sie im Horn. Es ist schon so. Würden Sie im lebendigen Kuhorganismus herumkriechen können, so würden Sie, wenn Sie drin wären im Bauch der Kuh, das riechen, wie von den Hörnern aus das Astralisch-Lebendige nach innen strömt.&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner, 4. Vortrag „Kräfte und Substanzen, die in das Geistige hineingehen: Die Düngungsfrage“, in: Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft, S. 112&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Sehen Sie, dadurch dass wir nun das Kuhhorn mit seinem Mistinhalt eingegraben haben, dadurch konservieren wir im Kuhhorn drinnen die Kräfte, die das Kuhhorn gewohnt war, in der Kuh selber auszuüben, nämlich rückzustrahlen dasjenige, was Belebendes und Astralisches ist.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner, 4. Vortrag „Kräfte und Substanzen, die in das Geistige hineingehen: Die Düngungsfrage“, in: Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft, S. 114&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;[...] so daß wir also im Mist vor uns haben etwas, was ätherisch und astralisch ist. Dadurch wirkt es schon belebend und auch astralisierend auf den Erdboden, im Erdigen. Nehmen wir Dünger [...] stopfen wir damit ein Kuhhorn aus und geben wir [...] das Kuhhorn in die Erde [...] Dadurch daß das Kuhhorn äußerlich von der Erde umgeben ist, strahlen alle Strahlen in seine innere Höhlung hinein [...] und man bekommt dadurch eine außerordentlich konzentrierte, belebende Düngungskraft in dem Inhalte des Kuhhorns [...] Da ist eine ungeheure Kraft darin an Astralischem und an Ätherischem.&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Steiner, 4. Vortrag „Kräfte und Substanzen, die in das Geistige hineingehen: Die Düngungsfrage“, in: Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft, S. 99&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Dirk Maxeiner und Michael Miersch: Lexikon der Öko-Irrtümer. Fakten statt Umweltmythen. Verlag: Piper; Oktober 2002, ISBN-10: 3492237940&lt;br /&gt;
*Dirk Maxeiner, Michael Miersch: Biokost &amp;amp; Ökokult – Welches Essen ist wirklich gut für uns und unsere Umwelt, Piper-Verlag, 2008 [http://www.animal-health-online.de/main/astraler-mist-und-okomythen-die-wissenschaftsjournalisten-maxeiner-und-miersch-schauen-hinter-die-kulissen-der-biolandwirtschaft/#more-41 Kurzrezension]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9184961.html&lt;br /&gt;
*http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-49612762.html&lt;br /&gt;
*http://www.perspektive-mittelstand.de/pages/business-forum-ixpro/presse-service-meldung-detail.php?prmID=1429&lt;br /&gt;
*http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/kolumnen/postmoderne_schamanen/&lt;br /&gt;
*http://www.laborjournal.de/rubric/archiv/editorials/235.html&lt;br /&gt;
*http://www.nitrogen.de/bub/faz.htm&lt;br /&gt;
*http://www.novo-magazin.de/84/novo8435.htm&lt;br /&gt;
*http://www.novo-magazin.de/58/novo5852.htm&lt;br /&gt;
*http://www1.ndr.de/flash/mediathek/mediathek.html?media=panorama338&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hinweis:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Das Bild stammt vom Laborjournal&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Anthroposophie]]&lt;br /&gt;
[[category:Landwirtschaft und Tierzucht]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Benutzer:Agnostik&amp;diff=42128</id>
		<title>Benutzer:Agnostik</title>
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		<updated>2010-03-22T18:38:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;quot;Das Geheimnis des Erfolges ist Aufrichtigkeit. Sobald man das vortäuschen kann, hat man es geschafft.&amp;quot; - Jean Giraudoux&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 15.02.10 im Urlaub… Gruß &amp;amp; frohes Schaffen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gute Erholung! Aber warum meldest Du Dich für ein paar Tage ab, wo Du in diesem Jahr kaum anwesend warst?&lt;br /&gt;
[[Benutzer:0815|0815]] 21:58, 5. Feb. 2010 (CET)&lt;br /&gt;
:Tach - War nicht bös gemeint. &amp;quot;Urlaub&amp;quot; ist eh relativ. In der Regel meint das ja nur noch &amp;quot;in irgendwas zu eingebunden, um was andres zu machen&amp;quot;. So auch hier. Aber hast schon recht: eigentlich ist&amp;#039;s lächerlich. Könnte ein irgendwie erziehungsbedingter und tiefsitzender Imperativ zur &amp;quot;Korrektheit&amp;quot; sein. Da fallen mir die Sekundärtugenden vom Lafontaine ein. Aber ich arbeite dran... -- [[Benutzer:Agnostik|agnostik]] 19:38, 22. Mär. 2010 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Rhetorik_der_Pseudomediziner_und_Vermarkter_zweifelhafter_Produkte&amp;diff=38697</id>
		<title>Rhetorik der Pseudomediziner und Vermarkter zweifelhafter Produkte</title>
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		<updated>2010-02-08T10:42:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Übertreibungen */ Typo&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Aufbau eine Feindbildes==&lt;br /&gt;
Zu Rhetorik von Impfgegnern und (anderen) Pseudomedizinern gehört ein Feindbild. In der Regel sind dies die [[Schulmedizin]] und die Pharmaindustrie. Die Vorwürfe an diese reichen von der angeblichen Unterdrückung von Innovationen bis hin zu diversen Verschwörungen einzelner Gruppen gegen den Rest der Menschheit, die z.B. [[Ryke Geerd Hamer]], der behauptet, die Juden würden ihresgleichen nach der [[Germanische Neue Medizin|Germanischen Neuen Medizin]] behandeln, Nichtjuden hingegen mit Chemotherapie töten. Oder [[Frank Dammasch]], der meint, ADHS ist erfunden worden, um Ritalin zu vermarkten. Neben solch offensichtlich kruden Behauptungen kann man meist hören, dass die &amp;quot;Schulmedizin&amp;quot; den Menschen nicht als solchen ganzheitlich wahrnimmt, Krankheiten nicht heilen kann oder aus purer Gewinnsucht handelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Hans Tolzin]] suggeriert, die STIKO (Ständige Impfkommission der Bundesrepublik Deutschland) wäre korrupt und von der Industrie beeinflusst&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.impfkritik.de/stiko/&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;Die 17 Mitglieder der STIKO werden vom Bundesgesundheitsminister berufen, um öffentliche Impfempfehlungen auszusprechen. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ein großes Problem stellt die Industrienähe der Mehrheit der STIKO-Mitglieder dar&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Insbesondere ihr Vorsitzender Prof. H.J. Schmitt von der Kinderuniklinik Mainz arbeitet im Rahmen von Impfstoffstudien sehr eng mit verschiedenen Herstellern, insbesondere aber mit GlaxoSmithKline (GSK), zusammen.&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Franz Konz]] hetzt gegen Ärzte:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Der Arzt ist schlimmer als die Krankheit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Überhaupt gibt es gar keine Krankheiten, sondern nur Auswirkungen falscher Lebensführung!&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Reinhard Voß]] meint in &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;Keine Pillen für den Zappelphilipp, rororo 2000&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;, dass ADHS von Medizinern als &amp;quot;neuer Krankheitsbegriff&amp;quot; geschaffen wurde:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;Die medizinische Behandlung sozialbedingter Auffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter («aggressiv», «hyperaktiv», «unkonzentriert» etc.), die Anpassung auf Rezept, hat in Deutschland schon eine gewisse Tradition. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Immer wieder werden von Medizinern für diese sozialbedingten Verhaltensauffälligkeiten neue Krankheitsbegriffe geschaffen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, die die Legitimation für Medikamentenverordnungen, i. b. für das Ritalin schaffen.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==überhöhte Selbstdarstellung==&lt;br /&gt;
Zu einem Feindbild gehört die Darstellung der eigenen Methoden als Gegenteil davon, also als etwas „Gutes“. Dabei bedient man sich spezieller Begriffe wie: &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;ganzheitlich&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;, &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;sanft&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;, &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;natürlich&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;, &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;individuell&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot; usw. Die beworbenen Mittel sind angeblich &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;ohne Chemie&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;, &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;ohne Nebenwirkungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot; oder basieren auf „&amp;#039;&amp;#039;altem Wissen&amp;#039;&amp;#039;“ möglichst exotischer Völker. [[Nahrungsergänzungsmittel]], besonders [[Superfrucht|Superfrüchte]] werden mit Verweis ihrer exotischen Herkunft und ihrer angeblich jahrtausendelangen Verwendung in der Volksmedizin vermarktet. Auch die Vorsilben &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;bio-&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot; und &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;öko-&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot; finden eine vielfältige Verwendung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft werden diverse Mittel und Methoden im Zusammenhang mit einer [[Verschwörungstheorie]] angepriesen, in der Art, dass die Pharmaindustrie oder die „Schulmedizin“ diese aus Gründen der Gewinnsucht unterdrückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinterfragt man allerdings diese Worte, entdeckt man, dass es sich um hohle Phrasen handelt, zum einen, weil keinerlei wissenschaftliche Belege für diese Behauptungen existieren oder weil man auf die psychologische Wirkung solcher Begriffe bei der Zielgruppe setzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==[[FUD-Strategie|Verunsicherung, Schüren von Ängsten]]==&lt;br /&gt;
Eine weitere Taktik ist die Verunsicherung der Zielgruppe und das Schüren von Ängsten vor der wissenschaftlichen Medizin einschließlich der Medikamente und deren Nebenwirkungen einerseits und vor schweren Erkrankungen andererseits. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
*Helga Rühl, Vorstandsmitglied der deutschen Impfkritiker EFI ([[AEGIS]]-IMPULS 3/2000), verlinkt auf [[Hans Tolzin]]s Seite www.impfkritik.de: &lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Impfungen verursachen plötzlichen Kindstod&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.impfkritik.de/sids/index.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;Ritalin – die verkannte Gefahr&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;, unter diesem diesem Slogan veröffentlichten die Psychotherapeutin Judith Barben und der Kinderarzt  Andreas Bau einen Artikel auf der Website www.adhs-schweiz.ch &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.adhs-schweiz.ch/ADHS_3b.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[Andreas Bachmair]] schreibt auf seiner Internetseite www.impfschaden.info&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.impfschaden.info/impfungen-allgemein/kinderimpfungen.html&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;Durch frühes Einbringen von Impfstoffen in den kindlichen Organismus kann es passieren, dass Impfstoffe jetzt nicht als fremd erkannt werden und der Körper nicht darauf reagiert, da das zelluläre Immunsystem noch nicht die nötige Reife entwickelt hat. Diese Fälle nennt man dann Impfversager. Der Körper toleriert jetzt u.U. die eingebrachten Viren als eigen und greift sie nicht  an. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Die Viren können unbehelligt in Körperzellen weiterleben und später zu Veränderungen an Zellen und Erbgut führen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;.&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Subtiler geht [[Steffen Rabe]] vor, indem er sich nicht direkt äußert, sondern potentielle Gefahren von Impfungen sowie einen angeblichen Nutzen von Infektionskrankheiten lediglich andeutet. Außerdem betont er die Seriosität seiner Aussagen, indem er wissenschaftliche Studien zitiert&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.impf-info.de/index.php?option=com_content&amp;amp;view=article&amp;amp;id=97:er-den-mchen-stellenwert-von-kinderkrankheiten&amp;amp;catid=40:immunsystemkinderkrankheiten&amp;amp;Itemid=345&amp;lt;/ref&amp;gt;:  &lt;br /&gt;
:&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;Das Durchleben von Mumps &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;vermindert bei Frauen signifikant das Risiko, im Erwachsenenalter an Eierstockkrebs&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zu erkranken (West 1966, Newhouse 1977)&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;So haben Erwachsene, die als Kinder Masern erlebten als Erwachsene ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;vermindertes Risiko, an Multipler Sklerose&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; zu erkranken ([[Hansueli Albonico| Albonico]] 1998)&amp;#039;&amp;quot;&lt;br /&gt;
:&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;Eine hochaktuelle amerikanische Studie zeigt, dass &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Masernviren die Vermehrung von HIV im Körper hemmen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Margolis 2005)&amp;#039;&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe auch: [[FUD-Strategie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Suggerieren von Eigenverantwortlichkeit==&lt;br /&gt;
Nach der Verbreitung der oft einseitigen bzw. falschen und als Aufklärung getarnten Desinformation soll die Zielgruppe sich nun eigenverantwortlich für oder gegen eine bestimmte Maßnahme entscheiden können. Das ist von den Pseudomedizinern aller Coleur gerne als Eigenverantwortlichkeit getarnt. Dieses Stilmittel dient, oft als scheinbar positiver Gegenpol zur angeblichen Entmündigung des Patienten durch Ärzte, der eigenen Aufwertung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel:&lt;br /&gt;
*Steffen Rabe: &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;Es ist Ihre Entscheidung!&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot; über das Impfen von Kindern&lt;br /&gt;
*viele Impfgegner verwenden den Begriff &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;individuelle Impfentscheidung&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;&lt;br /&gt;
*[[Ursula Homm]] auf ihrer Internetseite, auf der sie Diagnosen und Therapien nach der lebensgefährlichen [[Germanische Neue Medizin|Germanischen Neuen Medizin]] anbietet&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.praxis-homm.de/?page=therapie&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;Aber Vorsicht: Wenn Sie lieber Ihre Verantwortung abgeben möchten, sich lieber Dogmen unterwerfen oder wenn Sie ganz und gar der Schulmedizin vertrauen möchten, dann sind Sie hier falsch.&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;&lt;br /&gt;
Sie verbindet hier den Apell an die Eigenverantwortlichkeit mit einer subtilen Warnung vor der wissenschaftlichen Medizin, also einer Verunsicherung ihrer Zielgruppe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==persönliche Ansprache==&lt;br /&gt;
Ein weiteres rhetorisches Mittel ist die persönliche Ansprache der Zielgruppe, um diesen ein Gefühl der individuellen Zuwendung und Empathie zu vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Steffen Rabe]] verwendet hier die persönlichen Ansprache&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.impf-info.de/index.php?option=com_content&amp;amp;view=article&amp;amp;id=65:es-ist-ihre-entscheidung&amp;amp;catid=13:impfentscheidung&amp;amp;Itemid=318&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
:&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Für Sie als Eltern&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist es ausgesprochen schwierig, sich zum Thema Impfungen umfassend geschweige denn objektiv zu informieren.&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Übertreibungen==&lt;br /&gt;
Übertreibungen sollen Zweifel bzw. Angst vor den Methoden der wissenschaftlichen Medizin bei der Zielgruppe erzeugen. Meist werden Nebenwirkungen von Medikamenten und Impfungen (Impfschäden) maßlos übertrieben. Dieser Methode bedienen sich auch Vertreter der [[Antipsychiatrie]] mit dem Slogan „&amp;#039;&amp;#039;Psychiatrie tötet&amp;#039;&amp;#039;“, Ritalinkritiker mit der Bezeichnung von Methylphenidat als &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;Kokain für Kinder&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot; oder &amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;Psychodroge&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot; und nicht zuletzt Anhänger der Germanischen Neuen Medizin mit der Behauptung, Chemotherapie bei Krebserkrankungen würde 95% der Betroffenen töten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übertreibungen finden auch Anwendung bei der Vermarktung von Nahrungsergänzungsmitteln. Hier wird der gesundheitliche Nutzen um ein Vielfaches übertrieben dargestellt, wenn nicht sogar von vornherein erfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relativierungen==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu den Übertreibungen wird der Nutzen der Methoden der wissenschaftlichen Medizin heruntergespielt oder sogar geleugnet. Ein beliebtes Argument bei den Impfgegnern ist z.B. die Behauptung, dass der Nutzen von Impfungen wissenschaftlich nicht gesichert ist, weil kontrollierte Doppelblindstudien fehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Umdeutung von wissenschaftlichen Fachbegriffen==&lt;br /&gt;
Um die Behauptungen der Pseudowissenschaft zu erklären und ihnen einen wissenschaftlichen Anstrich zu verleihen, werden Begriffe, auch die seriösen Wissenschaften verwenden, im Sinne der Pseudowissenschaft umgedeutet. Dabei werden die neuen Bedeutungen dieser Begriffe allerding nicht fest umrissen oder klar definiert, sondern der Interpretation der Zielgruppe überlassen. Gerne verwendete Begriffe sind z.B &amp;quot;Energie&amp;quot;, &amp;quot;Immunsystem&amp;quot; und &amp;quot;Quantenphysik&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wird z.B. versucht, eine Wirkung [[Homöopathie|homöopathischer Mittel]] mit Hilfe der Quantenmechanik zu erklären, wobei diese Erklärungen höchst vage und unwissenschaftlich sind. Der Begriff &amp;quot;Energie&amp;quot; wird nicht als physikalische Größe verwendet, sondern als eine nicht klar definierbare Art von Kraft, mit der man Gesundheit eines Menschen (&amp;quot;Lebensenergie&amp;quot;) verbessern und besondere Eigenschaften von Materialien und Gegenständen, z.B. [[Wasserbelebung|&amp;quot;energetisiertes Wasser&amp;quot;]] und [[Heilsteintherapie|Heilsteine]] hervorrufen will. Die Vertreter der Germanischen Neuen Medizin stellen Hamers Erfindung als [[5 biologische Naturgesetze]] dar, also gleichrangig z.B. mit den Hauptsätzen der Thermodynamik oder dem Gravitationsgesetz, obwohl Hamers Behauptungen nicht einmal den Rang einer Hypothese haben, also vollkommen unwissenschaftlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==selektives Zitieren, Weglassen von Informationen==&lt;br /&gt;
Während in der Wissenschaft 100%ige Sicherheiten selten vorkommen, versuchen Vertreter der Pseudowissenschaften ihre Behauptungen möglichst als unumstößliche Tatsachen darzustellen. Dazu bedienen sie sich u.A. auch wissenschaftlicher Veröffentlichungen, aus denen allerdings nur die Textstellen zitiert werden, die in das eigene Weltbild passen. Passagen, die dem widersprechen werden hingegen weggelassen. Oft werden auch wissenschaftliche Studien zitiert, aber Autor, Jahr der Veröffentlichung, federführende Institution der Forschung und Medium, in der die Veröffentlichung nachzulesen ist, fehlen. Damit soll möglichst verhindert werden, dass Kritiker den Wahrheitsgehalt der Aussage überprüfen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verdrehen von Tatsachen==&lt;br /&gt;
Eine weitere beliebte Methode ist das Verdrehen von Tatsachen. Aussagen aus wissenschaftlichen Veröffentlichungen werden dabei falsch oder in falschem Zusammenhang wiedergegeben. Besonders gerne wird das bei fremdsprachigen Texten praktiziert, weil sich potentielle Kritiker erst die Mühe der Übersetzung machen müssen. So behauptet z.B. [[Hans-Reinhard Schmidt]], dass die Wirkungsweise von Methylphenidat &amp;#039;&amp;#039;völlig ungeklärt&amp;#039;&amp;#039; wäre, wobei in der Literatur zu lesen ist, dass der Wirkmechanismus &amp;#039;&amp;#039;nicht vollständig geklärt&amp;#039;&amp;#039; ist. [[Impfgegner]] behaupten, dass Infektionskrankheiten bereits schon vor der Einführung der jeweiligen Impfungen zurückgegangen sind, also die Impfung nicht ursächlich dafür wäre. Genaue Auswertungen der Daten zeigen jedoch, dass das nicht stimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sonstige==&lt;br /&gt;
Um an ihre Zielgruppe heranzukommen, wenden Pseudowissenschaftlcher weitere Methoden an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Emotionalisierung: Appell an die Gefühle der Zielgruppe&lt;br /&gt;
*Erzeugen von Elitebewusstsein: Darstellung der Anwender der Methoden der Pseudowissenschaft und Käufer derer Produkte als bessere oder überlegene Menschen&lt;br /&gt;
*Lügen&lt;br /&gt;
*speziell in der [[Anthroposophie]]: Darstellung von Krankheiten als [[Karma|karmisch]] notwendiger Prozess&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.quackwatch.org/01QuackeryRelatedTopics/propa.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellenverzeichnis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category: Abkürzung/Begriffserklärung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Matthias_Rath&amp;diff=38695</id>
		<title>Matthias Rath</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Matthias_Rath&amp;diff=38695"/>
		<updated>2010-02-08T08:32:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Weblinks */ + &amp;quot;SCHARLATANE - Tragödie am Kap&amp;quot; (Spiegel 45/2005)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:rath.jpg|Matthias Rath|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Rathpropaganda.jpg|typische Propaganda|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Matthias Rath&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geb. 1955 in Stuttgart) ist ein umstrittener deutscher Arzt und Wunderheiler. Er gilt als Erfinder der so genannten [[Zellular-Medizin]], die Heilversprechen bei schweren Erkrankungen wie Krebs und AIDS macht und als eine Rath&amp;#039;sche Interpretation der [[Orthomolekulare Medizin|orthomolekularen Medizin]] (OM) verstanden werden kann, die auf Linus Pauling zurückgeht. Tatsächlich kann sich Rath bei dem Versuch, die OM durch eine Wissenschaftlichkeit aufzuwerten, nur in Einzelfragen auf Pauling berufen. Rath tritt in Europa als Verkäufer entsprechender Produkte (&amp;quot;Mikronährstoffe&amp;quot; oder Vitamine) auf, die er auf Grund der gesetzlichen Lage von Holland aus vermarktet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das von Rath propagierte Heilverfahren der Zellular-Medizin hat sich in wissenschaftlichen Studien als wirkungslos gezeigt. In Industrieländern wie Deutschland ist ein behandlungsbedürftiger Vitaminmangel sehr selten und müsste nachgewiesen sein, um die Substitution tatsächlich fehlender Vitamine durch vitaminhaltige Mittel zu rechtfertigen. Zuviel zugeführte Vitamine können erhebliche unerwünschte Wirkungen bewirken. Dies ist insbesondere bei den fettlöslichen Vitaminen der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rath hat mit millionenschweren Anzeigekampagnen versucht, sich als Weltretter und von der Pharmaindustrie (zu der er mit seinen Produkten letztlich genauso gehört) Unterdrückter darzustellen. Seine Produkte dürfen in Deutschland teilweise tatsächlich nicht verkauft werden, da in manchen Fällen die erlaubten Grenzwerte für in Lebensmitteln zugelassene Vitamine drastisch überschritten wurden. Sie gelten damit nicht mehr als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (Lebensmittel), sondern Arzneimittel und unterliegen einer Zulassung mit eintsprechenden Wirksamkeitsstudien. Diese konnten nicht erbracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Matthias Rath und die Dr. Rath Stiftung dürfen in Südafrika keine weiteren umstrittenen klinischen Versuche mit den Rath&amp;#039;schen Multivitaminproduktion durchführen. Die Versuche widersprächen südafrikanischem Recht, erklärten Richter in einem Gerichtsverfahren &amp;quot;TAC gegen Rath&amp;quot; am 13.&amp;amp;nbsp;Juni 2008 in Kapstadt. Zudem wurde Rath untersagt, seine Multivitaminprodukte als gegen HIV/AIDS wirksam zu bewerben, ohne diese Wirkungen vom Medicines Control Council überprüfen zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.brot-fuer-die-welt.de/gesundheit/index.php?/gesundheit/411_5639_DEU_HTML.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Fall Dominik Feld==&lt;br /&gt;
[[image:Rathdominikfeld.jpg|Rath mit Dominik Feld|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Rathdominik090204.jpg|Werbekampagne|left|thumb]]&lt;br /&gt;
Aufmerksamkeit erlangte der Fall des Jungen Dominik Feld, der an einem metastasierenden Knochenkrebs erkrankt war, und trotz &amp;#039;&amp;#039;Zellularmedizin&amp;#039;&amp;#039;-Therapie verstarb. Rath hatte den krebskranken neunjährigen Dominik Feld monatelang auf seinen Veranstaltungen als Werbeträger für die Wirksamkeit seiner Vitaminpillen vorgeführt und ihn als &amp;#039;&amp;#039;geheilt&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-36625928.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Eltern, die auch jetzt noch an Rath glauben, hatten im Mai 2003 eine Chemotherapie ihres Sohnes abgebrochen, weil sie sich von Raths Präparaten bessere Heilungschancen erhofften. Die Eltern begannen den Jungen mit einer Mikro-Nährstoffkombination zu behandeln, die zusammengefasst als die Vitaminpräparate des Dr.&amp;amp;nbsp;Rath bekannt sind. Die Eltern brachten den Jungen im September 2004 schließlich in eine [[Alternativmedizin]]klinik im mexikanischen Tijuana, die nach Raths Methoden behandelt. Dort starb Dominik am 1.&amp;amp;nbsp;November 2004. Sofort schaltete Rath großflächige Anzeigen mit der Behauptung, Dominik sei nicht an Krebs, sondern an Herzversagen und ärztlichen Kunstfehlern – dem &amp;quot;Pfusch der Schulmedizin&amp;quot; – gestorben. Bei der Obduktion der Leiche wurde allerdings ein großer Tumor in der Brust festgestellt, der auf Lunge und Herz gedrückt hat.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.swr.de/report/archiv/sendungen/040209/01/frames.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.wikinews.org/wiki/Todesermittlungsverfahren:_Dominik_Feld_starb_an_metastasierendem_Knochenkrebs_und_Tumorkachexie&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.swr.de/leben-was-sonst/-/id=1060178/nid=1060178/did=1053446/mpdid=1053588/m3v5m7/index.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum Tode von Dominik schrieb Rath: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Jetzt bist du endlich frei, Dominik! Hier auf der Erde warst du gefangen, festgehalten auf einer Insel der Krebskranken. Wie Millionen Krebspatienten mit dir warst du angekettet an die Fesseln der Chemo-Medizin.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.abendblatt.de/daten/2004/11/10/362541.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rath und AIDS==&lt;br /&gt;
[[image:rathdemo.jpg|Demo gegen Rath in Südafrika|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:RathSpiegel45-2005.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
In Südafrika mussten sich Rath und dessen Stiftung vor Gericht verantworten, nachdem er den AIDS-Kranken des Landes falsche Hoffnungen machte und ihnen von einer antiretroviralen Therapie abriet und stattdessen seine eigene Zellularmedizin anpries. Rath wurde ebenfalls vorgeworfen, illegal Versuche an Patienten betrieben zu haben &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.health-e.org.za/news/article.php?uid=20031294&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im März 2006 wurde Rath wegen falscher Aussagen über die NRO TAC, Treatment Action Campaign, in Kapstadt verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung der Internationalen AIDS-Impfkonferenz 2008 in Kapstadt hat die neue südafrikanische Gesundheitsministerin Barbara Hogan keine Zweifel daran gelassen, dass AIDS durch das HI-Virus ausgelöst wird und mit evidenzbasierter Medizin bekämpft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.thetimes.co.za/News/Article.aspx?id=862537&amp;lt;/ref&amp;gt; In Südafrika sollen täglich etwa 1.000&amp;amp;nbsp;Menschen an AIDS sterben. Hogan versprach zudem, dafür Sorge zu tragen, dass Behandlungen von HIV-Infizierten mit Vitaminkuren unterbunden werden. Dies bezieht sich unter anderem auf die Geschäftsaktivitäten von Rath, der seit mehreren Jahren Werbekampagnen für seine Vitaminbehandlungen in Südafrika durchführt. Bereits 2005 hatten WHO und UNICEF vor dieser Methode zur Behandlung von AIDS gewarnt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://data.unaids.org/Media/Press-Statements01/ps_rath_30mar05_en.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://data.unaids.org/Media/Press-Releases03/pr_rath_11may05_en.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://web.archive.org/web/20071020134733/http://www.gwup.org/aktuell/news.php?aktion=detail&amp;amp;id=271&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue südafrikanische Gesundheitspolitik beendet damit eine zehnjährige Phase der [[HIV/AIDS-Leugnung]], die vor allem vom ehemaligen Präsidenten Thabo Mbeki und dessen Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang gestützt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Thabo_Mbeki#Haltung_zu_AIDS&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2008/dec/17/mbeki-south-africa-aids&amp;lt;/ref&amp;gt; Tshabalala-Msimang war unter dem Spitznamen &amp;quot;Dr.&amp;amp;nbsp;Knoblauch&amp;quot; bekannt, weil sie die Behandlung von AIDS-Kranken mit [[Knoblauch]], Rote Beete oder Olivenöl anstelle antiviraler Medikamente propagierte.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.sueddeutsche.de/politik/947/311867/text/&amp;lt;/ref&amp;gt; Der neue südafrikanische Präsident Kgalema Motlanthe hatte Tshabalala-Msimang ihres Amtes enthoben und auf einen weniger wichtigen Posten im Kabinett versetzt. Dies war von AIDS-Aktivisten mit einer spontanen Party vor dem Parlamentsgebäude gefeiert worden. Tshabalala-Msimang wurde beschuldigt, für den Tod hunderttausender AIDS-Kranker verantwortlich zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Die Folgen:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Der Ablehnung effektiver AIDS-Therapien in Südafriker war verantwortlich für den vermeidbaren Tod von 330.000 südafrikanischen AIDS-Kranken im Zeitraum 2000 bis 2005.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.hsph.harvard.edu/news/press-releases/2008-releases/researchers-estimate-lives-lost-delay-arv-drug-use-hivaids-south-africa.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=34133&amp;lt;/ref&amp;gt; Hinzu kommen nach einer Studie im Journal of Acquired Immune Deficiency Syndromes noch 35.000&amp;amp;nbsp;HIV-infizierte Neugeborene, denen eine Prophylaxe mit Nevirapin vorenthalten wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Pride Chigwedere, George R Seage III, Sofia Gruskin, Tun-Hou Lee, Estimating the Lost Benefits of Antiretroviral Drug Use in South Africa.JAIDS 2008 doi: 10.1097/QAI.0b013e31818a6cd5 Online: http://image.guardian.co.uk/sys-files/Guardian/documents/2008/11/26/harvard-universityreport.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Angebot der Pharmafirma Boehringer Ingelheim im Jahr 2000, über fünf Jahre das HIV-Medikament Nevirapin zur Prophylaxe der Mutter-Kind-Übertragung kostenlos zur Verfügung zu stellen, wurde dagegen dankend abgelehnt. Nur zwei Pilotprojekte wurden genehmigt.&lt;br /&gt;
Auch die Spenden des Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis, and Malaria für die Provinz KwaZulu Natal wurden über mehr als ein Jahr blockiert, berichtet Pride Chigwedere, der vor seiner Tätigkeit an der Harvard School of Public Health in Boston als Arzt HIV-Patienten in Simbabwe behandelt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen wurde eine 1.000&amp;amp;nbsp;Kilogramm Rath-Pillenlieferung nach Südafrika beschlagnahmt und ein Strafverfahren eingeleitet.&amp;lt;ref&amp;gt;http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/5594456/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Politisches Engagement==&lt;br /&gt;
Aus der Dr.&amp;amp;nbsp;Rath Health Foundation ging im Juni 2005 in Deutschland die Kleinpartei &amp;#039;&amp;#039;Allianz für Gesundheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit&amp;#039;&amp;#039; (AGFG) hervor, die von Raths PR-Manager Lutz Kliche geleitet wird und deren stellvertretender Vorsitzender Rath anfangs war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kernstück des Parteiprogramms sind Hypothesen der [[Zellular-Medizin]], verbunden mit den weit reichenden Verschwörungstheorien Raths. So sieht Rath zum Beispiel in der Nicht-Zulassung seiner Präparate den Beweis einer so genannten &amp;quot;Pharma-Diktatur&amp;quot;, welche weltweit Politiker und Wissenschaftler kontrolliere und im Hintergrund die Fäden ziehe. Auf seiner Website und in Broschüren behauptet Rath, das Pharmakartell habe &amp;quot;den Gesundheits- und Lebensinteressen der gesamten Menschheit den Krieg&amp;quot; erklärt. Rath unterstellt weiterhin, dass &amp;quot;Vitamine und andere Naturheilverfahren aus Profitgier bekämpft und verleumdet&amp;quot; werden, um mit &amp;quot;unwirksamen Medikamenten&amp;quot;, welche in erster Linie Symptome bekämpfen, auf Kosten der Verbraucher weiter Geld zu verdienen. Als angebliche Beweise führte er Auszüge aus Fachartikeln, Broschüren und Pressemeldungen an. Diese aggressive Taktik wurde Rath 1998 durch einen Gerichtsbeschluss verboten. In der Begründung des Landgerichts Berlin heißt es: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Bei der Broschüre handelt es sich um ein Konglomerat von Tatsachenverdrehungen, Anschwärzungen und schlichten Unwahrheiten. Sie ist in toto auf Manipulation und Täuschung angelegt.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; In der seit 2006 laufenden Aktion der Partei AGFG warnt Rath sogar vor einem unmittelbar bevorstehenden Atomkrieg, der zum Ziel habe, eine &amp;quot;Pharma-Diktatur&amp;quot; zu etablieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peinlicher Holocaust-Vergleich: In einem Text der AGFG bezieht sich Rath in einem Vortrag &amp;quot;Auschwitz wird zum Wendepunkt der Geschichte&amp;quot; auf einen Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz und stellt einen Vergleich zu einem &amp;quot;Pharma-Völkermord&amp;quot; an: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Auschwitz ist nicht in der Vergangenheit abgeschlossen. Es dauert noch an. [...] Die grausamen Ereignisse in Auschwitz waren und sind nur ein Teil des größeren Zusammenhangs des weltweiten Pharma-Völkermordes!&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://web.archive.org/web/20080609012456/http://www.agfg.de/aktuell/2006oct/auschwitz.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 2009 versuchte Rath auch den irischen Volksentscheid zu einem neuen EU-Vertrag beeinflussen. In verbreiteten sechseitigen Heftchen warnte Rath die Iren davor &amp;quot;Yes&amp;quot; zu wählen, da dies zu einer &amp;#039;&amp;#039;Militarisierung&amp;#039;&amp;#039; und einem &amp;#039;&amp;#039;Orwell Polizeistaat&amp;#039;&amp;#039; Irland führe. Europa wäre zudem auf dem Wege durch Öl- und Pharmakartelle kontrolliert zu werden. Eigene Aktivitäten sah der &amp;#039;&amp;#039;Vitamin-Millionär&amp;#039;&amp;#039; und Pharmaunternehmer als die einer &amp;#039;&amp;#039;non-profit organisation dedicated to improving human health through research, education and the defence of patients’ rights to choose natural health therapies&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.irishtimes.com/newspaper/ireland/2009/0922/1224254989371.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur und Zeitungsartikel==&lt;br /&gt;
*Der Spiegel 11.11.2008: &amp;#039;&amp;#039;WIRKUNGSLOSE PILLEN - Vitamine schützen nicht vor Herzkrankheiten&amp;#039;&amp;#039; [http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,589561,00.html]&lt;br /&gt;
* Nils Klawitter, Der Spiegel 47/2003: Cocktails mit Stuss [http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/99/82/dokument.html?titel=Cocktails+mit+Stuss&amp;amp;id=29212899&amp;amp;top=SPIEGEL&amp;amp;suchbegriff=&amp;amp;quellen=&amp;amp;vl=0&amp;amp;qcrubrik=]&lt;br /&gt;
* Jörg Blech, Der Spiegel 47/2004 vom 15.11.2004, Seite 190. Scharlatane - Vermarktung bis in den Tod [http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/82/95/dokument.html?titel=Vermarktung+bis+in+den+Tod&amp;amp;id=36625928&amp;amp;top=SPIEGEL&amp;amp;suchbegriff=&amp;amp;quellen=&amp;amp;vl=0&amp;amp;qcrubrik=]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* http://www.agpf.de/Rath.htm&lt;br /&gt;
* http://www.zeit.de/2005/21/Glosse_21&lt;br /&gt;
*[http://www.bukopharma.de/Pharma-Brief/PB-Archiv/2004/Phbf2004_09_10.pdf Kritik an Rath Buko-Pharmakampagne]&lt;br /&gt;
* https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,425647,00.html&lt;br /&gt;
* http://www.dvg-online.de/NewsletterAG/DVG_informiert-1.pdf&lt;br /&gt;
* http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-36625928.html&lt;br /&gt;
* http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-29212899.html&lt;br /&gt;
* http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42983363.html&lt;br /&gt;
* http://www.netdoktor.de/Magazin/Verschwoerungstheorien-um-Vita-2360.html&lt;br /&gt;
* http://www.der-arzneimittelbrief.net/Jahrgang2000/Ausgabe10Seite80.htm&lt;br /&gt;
-------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
* http://skepdic.com/rath.html&lt;br /&gt;
* http://www.badscience.net/2009/04/matthias-rath-steal-this-chapter/#more-1088 und [http://badscience.net/files/The-Doctor-Will-Sue-You-Now.pdf]&lt;br /&gt;
* http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2008/sep/12/matthiasrath.aids&lt;br /&gt;
* http://www.guardian.co.uk/world/2008/sep/12/matthiasrath.aids1&lt;br /&gt;
* http://www.guardian.co.uk/world/2008/sep/12/matthiasrath.aids2&lt;br /&gt;
* http://www.tac.org.za/newsletter/2005/ns19_04_2005.htm&lt;br /&gt;
* http://www.tac.org.za/community/node/2348&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe auch: [[AGFG]], [[Orthomolekulare Psychiatrie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Rath, Matthias}}&lt;br /&gt;
[[category:Arzt]]&lt;br /&gt;
[[category:Pseudowissenschaftler]]&lt;br /&gt;
[[category:Wunderheiler gegen Krebs]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Matthias_Rath&amp;diff=38694</id>
		<title>Matthias Rath</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Matthias_Rath&amp;diff=38694"/>
		<updated>2010-02-08T08:29:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Rath und AIDS */ Link über web.archive.org wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:rath.jpg|Matthias Rath|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Rathpropaganda.jpg|typische Propaganda|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Matthias Rath&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geb. 1955 in Stuttgart) ist ein umstrittener deutscher Arzt und Wunderheiler. Er gilt als Erfinder der so genannten [[Zellular-Medizin]], die Heilversprechen bei schweren Erkrankungen wie Krebs und AIDS macht und als eine Rath&amp;#039;sche Interpretation der [[Orthomolekulare Medizin|orthomolekularen Medizin]] (OM) verstanden werden kann, die auf Linus Pauling zurückgeht. Tatsächlich kann sich Rath bei dem Versuch, die OM durch eine Wissenschaftlichkeit aufzuwerten, nur in Einzelfragen auf Pauling berufen. Rath tritt in Europa als Verkäufer entsprechender Produkte (&amp;quot;Mikronährstoffe&amp;quot; oder Vitamine) auf, die er auf Grund der gesetzlichen Lage von Holland aus vermarktet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das von Rath propagierte Heilverfahren der Zellular-Medizin hat sich in wissenschaftlichen Studien als wirkungslos gezeigt. In Industrieländern wie Deutschland ist ein behandlungsbedürftiger Vitaminmangel sehr selten und müsste nachgewiesen sein, um die Substitution tatsächlich fehlender Vitamine durch vitaminhaltige Mittel zu rechtfertigen. Zuviel zugeführte Vitamine können erhebliche unerwünschte Wirkungen bewirken. Dies ist insbesondere bei den fettlöslichen Vitaminen der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rath hat mit millionenschweren Anzeigekampagnen versucht, sich als Weltretter und von der Pharmaindustrie (zu der er mit seinen Produkten letztlich genauso gehört) Unterdrückter darzustellen. Seine Produkte dürfen in Deutschland teilweise tatsächlich nicht verkauft werden, da in manchen Fällen die erlaubten Grenzwerte für in Lebensmitteln zugelassene Vitamine drastisch überschritten wurden. Sie gelten damit nicht mehr als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (Lebensmittel), sondern Arzneimittel und unterliegen einer Zulassung mit eintsprechenden Wirksamkeitsstudien. Diese konnten nicht erbracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Matthias Rath und die Dr. Rath Stiftung dürfen in Südafrika keine weiteren umstrittenen klinischen Versuche mit den Rath&amp;#039;schen Multivitaminproduktion durchführen. Die Versuche widersprächen südafrikanischem Recht, erklärten Richter in einem Gerichtsverfahren &amp;quot;TAC gegen Rath&amp;quot; am 13.&amp;amp;nbsp;Juni 2008 in Kapstadt. Zudem wurde Rath untersagt, seine Multivitaminprodukte als gegen HIV/AIDS wirksam zu bewerben, ohne diese Wirkungen vom Medicines Control Council überprüfen zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.brot-fuer-die-welt.de/gesundheit/index.php?/gesundheit/411_5639_DEU_HTML.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Fall Dominik Feld==&lt;br /&gt;
[[image:Rathdominikfeld.jpg|Rath mit Dominik Feld|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Rathdominik090204.jpg|Werbekampagne|left|thumb]]&lt;br /&gt;
Aufmerksamkeit erlangte der Fall des Jungen Dominik Feld, der an einem metastasierenden Knochenkrebs erkrankt war, und trotz &amp;#039;&amp;#039;Zellularmedizin&amp;#039;&amp;#039;-Therapie verstarb. Rath hatte den krebskranken neunjährigen Dominik Feld monatelang auf seinen Veranstaltungen als Werbeträger für die Wirksamkeit seiner Vitaminpillen vorgeführt und ihn als &amp;#039;&amp;#039;geheilt&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-36625928.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Eltern, die auch jetzt noch an Rath glauben, hatten im Mai 2003 eine Chemotherapie ihres Sohnes abgebrochen, weil sie sich von Raths Präparaten bessere Heilungschancen erhofften. Die Eltern begannen den Jungen mit einer Mikro-Nährstoffkombination zu behandeln, die zusammengefasst als die Vitaminpräparate des Dr.&amp;amp;nbsp;Rath bekannt sind. Die Eltern brachten den Jungen im September 2004 schließlich in eine [[Alternativmedizin]]klinik im mexikanischen Tijuana, die nach Raths Methoden behandelt. Dort starb Dominik am 1.&amp;amp;nbsp;November 2004. Sofort schaltete Rath großflächige Anzeigen mit der Behauptung, Dominik sei nicht an Krebs, sondern an Herzversagen und ärztlichen Kunstfehlern – dem &amp;quot;Pfusch der Schulmedizin&amp;quot; – gestorben. Bei der Obduktion der Leiche wurde allerdings ein großer Tumor in der Brust festgestellt, der auf Lunge und Herz gedrückt hat.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.swr.de/report/archiv/sendungen/040209/01/frames.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.wikinews.org/wiki/Todesermittlungsverfahren:_Dominik_Feld_starb_an_metastasierendem_Knochenkrebs_und_Tumorkachexie&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.swr.de/leben-was-sonst/-/id=1060178/nid=1060178/did=1053446/mpdid=1053588/m3v5m7/index.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum Tode von Dominik schrieb Rath: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Jetzt bist du endlich frei, Dominik! Hier auf der Erde warst du gefangen, festgehalten auf einer Insel der Krebskranken. Wie Millionen Krebspatienten mit dir warst du angekettet an die Fesseln der Chemo-Medizin.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.abendblatt.de/daten/2004/11/10/362541.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rath und AIDS==&lt;br /&gt;
[[image:rathdemo.jpg|Demo gegen Rath in Südafrika|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:RathSpiegel45-2005.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
In Südafrika mussten sich Rath und dessen Stiftung vor Gericht verantworten, nachdem er den AIDS-Kranken des Landes falsche Hoffnungen machte und ihnen von einer antiretroviralen Therapie abriet und stattdessen seine eigene Zellularmedizin anpries. Rath wurde ebenfalls vorgeworfen, illegal Versuche an Patienten betrieben zu haben &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.health-e.org.za/news/article.php?uid=20031294&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im März 2006 wurde Rath wegen falscher Aussagen über die NRO TAC, Treatment Action Campaign, in Kapstadt verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung der Internationalen AIDS-Impfkonferenz 2008 in Kapstadt hat die neue südafrikanische Gesundheitsministerin Barbara Hogan keine Zweifel daran gelassen, dass AIDS durch das HI-Virus ausgelöst wird und mit evidenzbasierter Medizin bekämpft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.thetimes.co.za/News/Article.aspx?id=862537&amp;lt;/ref&amp;gt; In Südafrika sollen täglich etwa 1.000&amp;amp;nbsp;Menschen an AIDS sterben. Hogan versprach zudem, dafür Sorge zu tragen, dass Behandlungen von HIV-Infizierten mit Vitaminkuren unterbunden werden. Dies bezieht sich unter anderem auf die Geschäftsaktivitäten von Rath, der seit mehreren Jahren Werbekampagnen für seine Vitaminbehandlungen in Südafrika durchführt. Bereits 2005 hatten WHO und UNICEF vor dieser Methode zur Behandlung von AIDS gewarnt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://data.unaids.org/Media/Press-Statements01/ps_rath_30mar05_en.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://data.unaids.org/Media/Press-Releases03/pr_rath_11may05_en.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://web.archive.org/web/20071020134733/http://www.gwup.org/aktuell/news.php?aktion=detail&amp;amp;id=271&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue südafrikanische Gesundheitspolitik beendet damit eine zehnjährige Phase der [[HIV/AIDS-Leugnung]], die vor allem vom ehemaligen Präsidenten Thabo Mbeki und dessen Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang gestützt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Thabo_Mbeki#Haltung_zu_AIDS&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2008/dec/17/mbeki-south-africa-aids&amp;lt;/ref&amp;gt; Tshabalala-Msimang war unter dem Spitznamen &amp;quot;Dr.&amp;amp;nbsp;Knoblauch&amp;quot; bekannt, weil sie die Behandlung von AIDS-Kranken mit [[Knoblauch]], Rote Beete oder Olivenöl anstelle antiviraler Medikamente propagierte.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.sueddeutsche.de/politik/947/311867/text/&amp;lt;/ref&amp;gt; Der neue südafrikanische Präsident Kgalema Motlanthe hatte Tshabalala-Msimang ihres Amtes enthoben und auf einen weniger wichtigen Posten im Kabinett versetzt. Dies war von AIDS-Aktivisten mit einer spontanen Party vor dem Parlamentsgebäude gefeiert worden. Tshabalala-Msimang wurde beschuldigt, für den Tod hunderttausender AIDS-Kranker verantwortlich zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Die Folgen:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Der Ablehnung effektiver AIDS-Therapien in Südafriker war verantwortlich für den vermeidbaren Tod von 330.000 südafrikanischen AIDS-Kranken im Zeitraum 2000 bis 2005.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.hsph.harvard.edu/news/press-releases/2008-releases/researchers-estimate-lives-lost-delay-arv-drug-use-hivaids-south-africa.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=34133&amp;lt;/ref&amp;gt; Hinzu kommen nach einer Studie im Journal of Acquired Immune Deficiency Syndromes noch 35.000&amp;amp;nbsp;HIV-infizierte Neugeborene, denen eine Prophylaxe mit Nevirapin vorenthalten wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Pride Chigwedere, George R Seage III, Sofia Gruskin, Tun-Hou Lee, Estimating the Lost Benefits of Antiretroviral Drug Use in South Africa.JAIDS 2008 doi: 10.1097/QAI.0b013e31818a6cd5 Online: http://image.guardian.co.uk/sys-files/Guardian/documents/2008/11/26/harvard-universityreport.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Angebot der Pharmafirma Boehringer Ingelheim im Jahr 2000, über fünf Jahre das HIV-Medikament Nevirapin zur Prophylaxe der Mutter-Kind-Übertragung kostenlos zur Verfügung zu stellen, wurde dagegen dankend abgelehnt. Nur zwei Pilotprojekte wurden genehmigt.&lt;br /&gt;
Auch die Spenden des Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis, and Malaria für die Provinz KwaZulu Natal wurden über mehr als ein Jahr blockiert, berichtet Pride Chigwedere, der vor seiner Tätigkeit an der Harvard School of Public Health in Boston als Arzt HIV-Patienten in Simbabwe behandelt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen wurde eine 1.000&amp;amp;nbsp;Kilogramm Rath-Pillenlieferung nach Südafrika beschlagnahmt und ein Strafverfahren eingeleitet.&amp;lt;ref&amp;gt;http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/5594456/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Politisches Engagement==&lt;br /&gt;
Aus der Dr.&amp;amp;nbsp;Rath Health Foundation ging im Juni 2005 in Deutschland die Kleinpartei &amp;#039;&amp;#039;Allianz für Gesundheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit&amp;#039;&amp;#039; (AGFG) hervor, die von Raths PR-Manager Lutz Kliche geleitet wird und deren stellvertretender Vorsitzender Rath anfangs war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kernstück des Parteiprogramms sind Hypothesen der [[Zellular-Medizin]], verbunden mit den weit reichenden Verschwörungstheorien Raths. So sieht Rath zum Beispiel in der Nicht-Zulassung seiner Präparate den Beweis einer so genannten &amp;quot;Pharma-Diktatur&amp;quot;, welche weltweit Politiker und Wissenschaftler kontrolliere und im Hintergrund die Fäden ziehe. Auf seiner Website und in Broschüren behauptet Rath, das Pharmakartell habe &amp;quot;den Gesundheits- und Lebensinteressen der gesamten Menschheit den Krieg&amp;quot; erklärt. Rath unterstellt weiterhin, dass &amp;quot;Vitamine und andere Naturheilverfahren aus Profitgier bekämpft und verleumdet&amp;quot; werden, um mit &amp;quot;unwirksamen Medikamenten&amp;quot;, welche in erster Linie Symptome bekämpfen, auf Kosten der Verbraucher weiter Geld zu verdienen. Als angebliche Beweise führte er Auszüge aus Fachartikeln, Broschüren und Pressemeldungen an. Diese aggressive Taktik wurde Rath 1998 durch einen Gerichtsbeschluss verboten. In der Begründung des Landgerichts Berlin heißt es: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Bei der Broschüre handelt es sich um ein Konglomerat von Tatsachenverdrehungen, Anschwärzungen und schlichten Unwahrheiten. Sie ist in toto auf Manipulation und Täuschung angelegt.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; In der seit 2006 laufenden Aktion der Partei AGFG warnt Rath sogar vor einem unmittelbar bevorstehenden Atomkrieg, der zum Ziel habe, eine &amp;quot;Pharma-Diktatur&amp;quot; zu etablieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peinlicher Holocaust-Vergleich: In einem Text der AGFG bezieht sich Rath in einem Vortrag &amp;quot;Auschwitz wird zum Wendepunkt der Geschichte&amp;quot; auf einen Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz und stellt einen Vergleich zu einem &amp;quot;Pharma-Völkermord&amp;quot; an: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Auschwitz ist nicht in der Vergangenheit abgeschlossen. Es dauert noch an. [...] Die grausamen Ereignisse in Auschwitz waren und sind nur ein Teil des größeren Zusammenhangs des weltweiten Pharma-Völkermordes!&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://web.archive.org/web/20080609012456/http://www.agfg.de/aktuell/2006oct/auschwitz.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 2009 versuchte Rath auch den irischen Volksentscheid zu einem neuen EU-Vertrag beeinflussen. In verbreiteten sechseitigen Heftchen warnte Rath die Iren davor &amp;quot;Yes&amp;quot; zu wählen, da dies zu einer &amp;#039;&amp;#039;Militarisierung&amp;#039;&amp;#039; und einem &amp;#039;&amp;#039;Orwell Polizeistaat&amp;#039;&amp;#039; Irland führe. Europa wäre zudem auf dem Wege durch Öl- und Pharmakartelle kontrolliert zu werden. Eigene Aktivitäten sah der &amp;#039;&amp;#039;Vitamin-Millionär&amp;#039;&amp;#039; und Pharmaunternehmer als die einer &amp;#039;&amp;#039;non-profit organisation dedicated to improving human health through research, education and the defence of patients’ rights to choose natural health therapies&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.irishtimes.com/newspaper/ireland/2009/0922/1224254989371.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur und Zeitungsartikel==&lt;br /&gt;
*Der Spiegel 11.11.2008: &amp;#039;&amp;#039;WIRKUNGSLOSE PILLEN - Vitamine schützen nicht vor Herzkrankheiten&amp;#039;&amp;#039; [http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,589561,00.html]&lt;br /&gt;
* Nils Klawitter, Der Spiegel 47/2003: Cocktails mit Stuss [http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/99/82/dokument.html?titel=Cocktails+mit+Stuss&amp;amp;id=29212899&amp;amp;top=SPIEGEL&amp;amp;suchbegriff=&amp;amp;quellen=&amp;amp;vl=0&amp;amp;qcrubrik=]&lt;br /&gt;
* Jörg Blech, Der Spiegel 47/2004 vom 15.11.2004, Seite 190. Scharlatane - Vermarktung bis in den Tod [http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/82/95/dokument.html?titel=Vermarktung+bis+in+den+Tod&amp;amp;id=36625928&amp;amp;top=SPIEGEL&amp;amp;suchbegriff=&amp;amp;quellen=&amp;amp;vl=0&amp;amp;qcrubrik=]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* http://www.agpf.de/Rath.htm&lt;br /&gt;
* http://www.zeit.de/2005/21/Glosse_21&lt;br /&gt;
*[http://www.bukopharma.de/Pharma-Brief/PB-Archiv/2004/Phbf2004_09_10.pdf Kritik an Rath Buko-Pharmakampagne]&lt;br /&gt;
* https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,425647,00.html&lt;br /&gt;
* http://www.dvg-online.de/NewsletterAG/DVG_informiert-1.pdf&lt;br /&gt;
* http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-36625928.html&lt;br /&gt;
* http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-29212899.html&lt;br /&gt;
* http://www.netdoktor.de/Magazin/Verschwoerungstheorien-um-Vita-2360.html&lt;br /&gt;
* http://www.der-arzneimittelbrief.net/Jahrgang2000/Ausgabe10Seite80.htm&lt;br /&gt;
-------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
* http://skepdic.com/rath.html&lt;br /&gt;
* http://www.badscience.net/2009/04/matthias-rath-steal-this-chapter/#more-1088 und [http://badscience.net/files/The-Doctor-Will-Sue-You-Now.pdf]&lt;br /&gt;
* http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2008/sep/12/matthiasrath.aids&lt;br /&gt;
* http://www.guardian.co.uk/world/2008/sep/12/matthiasrath.aids1&lt;br /&gt;
* http://www.guardian.co.uk/world/2008/sep/12/matthiasrath.aids2&lt;br /&gt;
* http://www.tac.org.za/newsletter/2005/ns19_04_2005.htm&lt;br /&gt;
* http://www.tac.org.za/community/node/2348&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe auch: [[AGFG]], [[Orthomolekulare Psychiatrie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Rath, Matthias}}&lt;br /&gt;
[[category:Arzt]]&lt;br /&gt;
[[category:Pseudowissenschaftler]]&lt;br /&gt;
[[category:Wunderheiler gegen Krebs]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Matthias_Rath&amp;diff=38689</id>
		<title>Matthias Rath</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Matthias_Rath&amp;diff=38689"/>
		<updated>2010-02-08T08:04:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Weblinks */ Links aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:rath.jpg|Matthias Rath|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Rathpropaganda.jpg|typische Propaganda|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Matthias Rath&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geb. 1955 in Stuttgart) ist ein umstrittener deutscher Arzt und Wunderheiler. Er gilt als Erfinder der so genannten [[Zellular-Medizin]], die Heilversprechen bei schweren Erkrankungen wie Krebs und AIDS macht und als eine Rath&amp;#039;sche Interpretation der [[Orthomolekulare Medizin|orthomolekularen Medizin]] (OM) verstanden werden kann, die auf Linus Pauling zurückgeht. Tatsächlich kann sich Rath bei dem Versuch, die OM durch eine Wissenschaftlichkeit aufzuwerten, nur in Einzelfragen auf Pauling berufen. Rath tritt in Europa als Verkäufer entsprechender Produkte (&amp;quot;Mikronährstoffe&amp;quot; oder Vitamine) auf, die er auf Grund der gesetzlichen Lage von Holland aus vermarktet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das von Rath propagierte Heilverfahren der Zellular-Medizin hat sich in wissenschaftlichen Studien als wirkungslos gezeigt. In Industrieländern wie Deutschland ist ein behandlungsbedürftiger Vitaminmangel sehr selten und müsste nachgewiesen sein, um die Substitution tatsächlich fehlender Vitamine durch vitaminhaltige Mittel zu rechtfertigen. Zuviel zugeführte Vitamine können erhebliche unerwünschte Wirkungen bewirken. Dies ist insbesondere bei den fettlöslichen Vitaminen der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rath hat mit millionenschweren Anzeigekampagnen versucht, sich als Weltretter und von der Pharmaindustrie (zu der er mit seinen Produkten letztlich genauso gehört) Unterdrückter darzustellen. Seine Produkte dürfen in Deutschland teilweise tatsächlich nicht verkauft werden, da in manchen Fällen die erlaubten Grenzwerte für in Lebensmitteln zugelassene Vitamine drastisch überschritten wurden. Sie gelten damit nicht mehr als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (Lebensmittel), sondern Arzneimittel und unterliegen einer Zulassung mit eintsprechenden Wirksamkeitsstudien. Diese konnten nicht erbracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Matthias Rath und die Dr. Rath Stiftung dürfen in Südafrika keine weiteren umstrittenen klinischen Versuche mit den Rath&amp;#039;schen Multivitaminproduktion durchführen. Die Versuche widersprächen südafrikanischem Recht, erklärten Richter in einem Gerichtsverfahren &amp;quot;TAC gegen Rath&amp;quot; am 13.&amp;amp;nbsp;Juni 2008 in Kapstadt. Zudem wurde Rath untersagt, seine Multivitaminprodukte als gegen HIV/AIDS wirksam zu bewerben, ohne diese Wirkungen vom Medicines Control Council überprüfen zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.brot-fuer-die-welt.de/gesundheit/index.php?/gesundheit/411_5639_DEU_HTML.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Fall Dominik Feld==&lt;br /&gt;
[[image:Rathdominikfeld.jpg|Rath mit Dominik Feld|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Rathdominik090204.jpg|Werbekampagne|left|thumb]]&lt;br /&gt;
Aufmerksamkeit erlangte der Fall des Jungen Dominik Feld, der an einem metastasierenden Knochenkrebs erkrankt war, und trotz &amp;#039;&amp;#039;Zellularmedizin&amp;#039;&amp;#039;-Therapie verstarb. Rath hatte den krebskranken neunjährigen Dominik Feld monatelang auf seinen Veranstaltungen als Werbeträger für die Wirksamkeit seiner Vitaminpillen vorgeführt und ihn als &amp;#039;&amp;#039;geheilt&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-36625928.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Eltern, die auch jetzt noch an Rath glauben, hatten im Mai 2003 eine Chemotherapie ihres Sohnes abgebrochen, weil sie sich von Raths Präparaten bessere Heilungschancen erhofften. Die Eltern begannen den Jungen mit einer Mikro-Nährstoffkombination zu behandeln, die zusammengefasst als die Vitaminpräparate des Dr.&amp;amp;nbsp;Rath bekannt sind. Die Eltern brachten den Jungen im September 2004 schließlich in eine [[Alternativmedizin]]klinik im mexikanischen Tijuana, die nach Raths Methoden behandelt. Dort starb Dominik am 1.&amp;amp;nbsp;November 2004. Sofort schaltete Rath großflächige Anzeigen mit der Behauptung, Dominik sei nicht an Krebs, sondern an Herzversagen und ärztlichen Kunstfehlern – dem &amp;quot;Pfusch der Schulmedizin&amp;quot; – gestorben. Bei der Obduktion der Leiche wurde allerdings ein großer Tumor in der Brust festgestellt, der auf Lunge und Herz gedrückt hat.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.swr.de/report/archiv/sendungen/040209/01/frames.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.wikinews.org/wiki/Todesermittlungsverfahren:_Dominik_Feld_starb_an_metastasierendem_Knochenkrebs_und_Tumorkachexie&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.swr.de/leben-was-sonst/-/id=1060178/nid=1060178/did=1053446/mpdid=1053588/m3v5m7/index.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum Tode von Dominik schrieb Rath: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Jetzt bist du endlich frei, Dominik! Hier auf der Erde warst du gefangen, festgehalten auf einer Insel der Krebskranken. Wie Millionen Krebspatienten mit dir warst du angekettet an die Fesseln der Chemo-Medizin.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.abendblatt.de/daten/2004/11/10/362541.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rath und AIDS==&lt;br /&gt;
[[image:rathdemo.jpg|Demo gegen Rath in Südafrika|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:RathSpiegel45-2005.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
In Südafrika mussten sich Rath und dessen Stiftung vor Gericht verantworten, nachdem er den AIDS-Kranken des Landes falsche Hoffnungen machte und ihnen von einer antiretroviralen Therapie abriet und stattdessen seine eigene Zellularmedizin anpries. Rath wurde ebenfalls vorgeworfen, illegal Versuche an Patienten betrieben zu haben &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.health-e.org.za/news/article.php?uid=20031294&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im März 2006 wurde Rath wegen falscher Aussagen über die NRO TAC, Treatment Action Campaign, in Kapstadt verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung der Internationalen AIDS-Impfkonferenz 2008 in Kapstadt hat die neue südafrikanische Gesundheitsministerin Barbara Hogan keine Zweifel daran gelassen, dass AIDS durch das HI-Virus ausgelöst wird und mit evidenzbasierter Medizin bekämpft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.thetimes.co.za/News/Article.aspx?id=862537&amp;lt;/ref&amp;gt; In Südafrika sollen täglich etwa 1.000&amp;amp;nbsp;Menschen an AIDS sterben. Hogan versprach zudem, dafür Sorge zu tragen, dass Behandlungen von HIV-Infizierten mit Vitaminkuren unterbunden werden. Dies bezieht sich unter anderem auf die Geschäftsaktivitäten von Rath, der seit mehreren Jahren Werbekampagnen für seine Vitaminbehandlungen in Südafrika durchführt. Bereits 2005 hatten WHO und UNICEF vor dieser Methode zur Behandlung von AIDS gewarnt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://data.unaids.org/Media/Press-Statements01/ps_rath_30mar05_en.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://data.unaids.org/Media/Press-Releases03/pr_rath_11may05_en.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.gwup.org/aktuell/news.php?aktion=detail&amp;amp;id=271&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue südafrikanische Gesundheitspolitik beendet damit eine zehnjährige Phase der [[HIV/AIDS-Leugnung]], die vor allem vom ehemaligen Präsidenten Thabo Mbeki und dessen Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang gestützt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Thabo_Mbeki#Haltung_zu_AIDS&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2008/dec/17/mbeki-south-africa-aids&amp;lt;/ref&amp;gt; Tshabalala-Msimang war unter dem Spitznamen &amp;quot;Dr.&amp;amp;nbsp;Knoblauch&amp;quot; bekannt, weil sie die Behandlung von AIDS-Kranken mit [[Knoblauch]], Rote Beete oder Olivenöl anstelle antiviraler Medikamente propagierte.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.sueddeutsche.de/politik/947/311867/text/&amp;lt;/ref&amp;gt; Der neue südafrikanische Präsident Kgalema Motlanthe hatte Tshabalala-Msimang ihres Amtes enthoben und auf einen weniger wichtigen Posten im Kabinett versetzt. Dies war von AIDS-Aktivisten mit einer spontanen Party vor dem Parlamentsgebäude gefeiert worden. Tshabalala-Msimang wurde beschuldigt, für den Tod hunderttausender AIDS-Kranker verantwortlich zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Die Folgen:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Der Ablehnung effektiver AIDS-Therapien in Südafriker war verantwortlich für den vermeidbaren Tod von 330.000 südafrikanischen AIDS-Kranken im Zeitraum 2000 bis 2005.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.hsph.harvard.edu/news/press-releases/2008-releases/researchers-estimate-lives-lost-delay-arv-drug-use-hivaids-south-africa.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=34133&amp;lt;/ref&amp;gt; Hinzu kommen nach einer Studie im Journal of Acquired Immune Deficiency Syndromes noch 35.000&amp;amp;nbsp;HIV-infizierte Neugeborene, denen eine Prophylaxe mit Nevirapin vorenthalten wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Pride Chigwedere, George R Seage III, Sofia Gruskin, Tun-Hou Lee, Estimating the Lost Benefits of Antiretroviral Drug Use in South Africa.JAIDS 2008 doi: 10.1097/QAI.0b013e31818a6cd5 Online: http://image.guardian.co.uk/sys-files/Guardian/documents/2008/11/26/harvard-universityreport.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Angebot der Pharmafirma Boehringer Ingelheim im Jahr 2000, über fünf Jahre das HIV-Medikament Nevirapin zur Prophylaxe der Mutter-Kind-Übertragung kostenlos zur Verfügung zu stellen, wurde dagegen dankend abgelehnt. Nur zwei Pilotprojekte wurden genehmigt.&lt;br /&gt;
Auch die Spenden des Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis, and Malaria für die Provinz KwaZulu Natal wurden über mehr als ein Jahr blockiert, berichtet Pride Chigwedere, der vor seiner Tätigkeit an der Harvard School of Public Health in Boston als Arzt HIV-Patienten in Simbabwe behandelt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen wurde eine 1.000&amp;amp;nbsp;Kilogramm Rath-Pillenlieferung nach Südafrika beschlagnahmt und ein Strafverfahren eingeleitet.&amp;lt;ref&amp;gt;http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/5594456/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Politisches Engagement==&lt;br /&gt;
Aus der Dr.&amp;amp;nbsp;Rath Health Foundation ging im Juni 2005 in Deutschland die Kleinpartei &amp;#039;&amp;#039;Allianz für Gesundheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit&amp;#039;&amp;#039; (AGFG) hervor, die von Raths PR-Manager Lutz Kliche geleitet wird und deren stellvertretender Vorsitzender Rath anfangs war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kernstück des Parteiprogramms sind Hypothesen der [[Zellular-Medizin]], verbunden mit den weit reichenden Verschwörungstheorien Raths. So sieht Rath zum Beispiel in der Nicht-Zulassung seiner Präparate den Beweis einer so genannten &amp;quot;Pharma-Diktatur&amp;quot;, welche weltweit Politiker und Wissenschaftler kontrolliere und im Hintergrund die Fäden ziehe. Auf seiner Website und in Broschüren behauptet Rath, das Pharmakartell habe &amp;quot;den Gesundheits- und Lebensinteressen der gesamten Menschheit den Krieg&amp;quot; erklärt. Rath unterstellt weiterhin, dass &amp;quot;Vitamine und andere Naturheilverfahren aus Profitgier bekämpft und verleumdet&amp;quot; werden, um mit &amp;quot;unwirksamen Medikamenten&amp;quot;, welche in erster Linie Symptome bekämpfen, auf Kosten der Verbraucher weiter Geld zu verdienen. Als angebliche Beweise führte er Auszüge aus Fachartikeln, Broschüren und Pressemeldungen an. Diese aggressive Taktik wurde Rath 1998 durch einen Gerichtsbeschluss verboten. In der Begründung des Landgerichts Berlin heißt es: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Bei der Broschüre handelt es sich um ein Konglomerat von Tatsachenverdrehungen, Anschwärzungen und schlichten Unwahrheiten. Sie ist in toto auf Manipulation und Täuschung angelegt.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; In der seit 2006 laufenden Aktion der Partei AGFG warnt Rath sogar vor einem unmittelbar bevorstehenden Atomkrieg, der zum Ziel habe, eine &amp;quot;Pharma-Diktatur&amp;quot; zu etablieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peinlicher Holocaust-Vergleich: In einem Text der AGFG bezieht sich Rath in einem Vortrag &amp;quot;Auschwitz wird zum Wendepunkt der Geschichte&amp;quot; auf einen Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz und stellt einen Vergleich zu einem &amp;quot;Pharma-Völkermord&amp;quot; an: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Auschwitz ist nicht in der Vergangenheit abgeschlossen. Es dauert noch an. [...] Die grausamen Ereignisse in Auschwitz waren und sind nur ein Teil des größeren Zusammenhangs des weltweiten Pharma-Völkermordes!&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://web.archive.org/web/20080609012456/http://www.agfg.de/aktuell/2006oct/auschwitz.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 2009 versuchte Rath auch den irischen Volksentscheid zu einem neuen EU-Vertrag beeinflussen. In verbreiteten sechseitigen Heftchen warnte Rath die Iren davor &amp;quot;Yes&amp;quot; zu wählen, da dies zu einer &amp;#039;&amp;#039;Militarisierung&amp;#039;&amp;#039; und einem &amp;#039;&amp;#039;Orwell Polizeistaat&amp;#039;&amp;#039; Irland führe. Europa wäre zudem auf dem Wege durch Öl- und Pharmakartelle kontrolliert zu werden. Eigene Aktivitäten sah der &amp;#039;&amp;#039;Vitamin-Millionär&amp;#039;&amp;#039; und Pharmaunternehmer als die einer &amp;#039;&amp;#039;non-profit organisation dedicated to improving human health through research, education and the defence of patients’ rights to choose natural health therapies&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.irishtimes.com/newspaper/ireland/2009/0922/1224254989371.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur und Zeitungsartikel==&lt;br /&gt;
*Der Spiegel 11.11.2008: &amp;#039;&amp;#039;WIRKUNGSLOSE PILLEN - Vitamine schützen nicht vor Herzkrankheiten&amp;#039;&amp;#039; [http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,589561,00.html]&lt;br /&gt;
* Nils Klawitter, Der Spiegel 47/2003: Cocktails mit Stuss [http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/99/82/dokument.html?titel=Cocktails+mit+Stuss&amp;amp;id=29212899&amp;amp;top=SPIEGEL&amp;amp;suchbegriff=&amp;amp;quellen=&amp;amp;vl=0&amp;amp;qcrubrik=]&lt;br /&gt;
* Jörg Blech, Der Spiegel 47/2004 vom 15.11.2004, Seite 190. Scharlatane - Vermarktung bis in den Tod [http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/82/95/dokument.html?titel=Vermarktung+bis+in+den+Tod&amp;amp;id=36625928&amp;amp;top=SPIEGEL&amp;amp;suchbegriff=&amp;amp;quellen=&amp;amp;vl=0&amp;amp;qcrubrik=]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* http://www.agpf.de/Rath.htm&lt;br /&gt;
* http://www.zeit.de/2005/21/Glosse_21&lt;br /&gt;
*[http://www.bukopharma.de/Pharma-Brief/PB-Archiv/2004/Phbf2004_09_10.pdf Kritik an Rath Buko-Pharmakampagne]&lt;br /&gt;
* https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,425647,00.html&lt;br /&gt;
* http://www.dvg-online.de/NewsletterAG/DVG_informiert-1.pdf&lt;br /&gt;
* http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-36625928.html&lt;br /&gt;
* http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-29212899.html&lt;br /&gt;
* http://www.netdoktor.de/Magazin/Verschwoerungstheorien-um-Vita-2360.html&lt;br /&gt;
* http://www.der-arzneimittelbrief.net/Jahrgang2000/Ausgabe10Seite80.htm&lt;br /&gt;
-------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
* http://skepdic.com/rath.html&lt;br /&gt;
* http://www.badscience.net/2009/04/matthias-rath-steal-this-chapter/#more-1088 und [http://badscience.net/files/The-Doctor-Will-Sue-You-Now.pdf]&lt;br /&gt;
* http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2008/sep/12/matthiasrath.aids&lt;br /&gt;
* http://www.guardian.co.uk/world/2008/sep/12/matthiasrath.aids1&lt;br /&gt;
* http://www.guardian.co.uk/world/2008/sep/12/matthiasrath.aids2&lt;br /&gt;
* http://www.tac.org.za/newsletter/2005/ns19_04_2005.htm&lt;br /&gt;
* http://www.tac.org.za/community/node/2348&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe auch: [[AGFG]], [[Orthomolekulare Psychiatrie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Rath, Matthias}}&lt;br /&gt;
[[category:Arzt]]&lt;br /&gt;
[[category:Pseudowissenschaftler]]&lt;br /&gt;
[[category:Wunderheiler gegen Krebs]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Matthias_Rath&amp;diff=38688</id>
		<title>Matthias Rath</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Matthias_Rath&amp;diff=38688"/>
		<updated>2010-02-08T08:00:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Der Fall Dominik Feld */ Link korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:rath.jpg|Matthias Rath|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Rathpropaganda.jpg|typische Propaganda|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Matthias Rath&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geb. 1955 in Stuttgart) ist ein umstrittener deutscher Arzt und Wunderheiler. Er gilt als Erfinder der so genannten [[Zellular-Medizin]], die Heilversprechen bei schweren Erkrankungen wie Krebs und AIDS macht und als eine Rath&amp;#039;sche Interpretation der [[Orthomolekulare Medizin|orthomolekularen Medizin]] (OM) verstanden werden kann, die auf Linus Pauling zurückgeht. Tatsächlich kann sich Rath bei dem Versuch, die OM durch eine Wissenschaftlichkeit aufzuwerten, nur in Einzelfragen auf Pauling berufen. Rath tritt in Europa als Verkäufer entsprechender Produkte (&amp;quot;Mikronährstoffe&amp;quot; oder Vitamine) auf, die er auf Grund der gesetzlichen Lage von Holland aus vermarktet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das von Rath propagierte Heilverfahren der Zellular-Medizin hat sich in wissenschaftlichen Studien als wirkungslos gezeigt. In Industrieländern wie Deutschland ist ein behandlungsbedürftiger Vitaminmangel sehr selten und müsste nachgewiesen sein, um die Substitution tatsächlich fehlender Vitamine durch vitaminhaltige Mittel zu rechtfertigen. Zuviel zugeführte Vitamine können erhebliche unerwünschte Wirkungen bewirken. Dies ist insbesondere bei den fettlöslichen Vitaminen der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rath hat mit millionenschweren Anzeigekampagnen versucht, sich als Weltretter und von der Pharmaindustrie (zu der er mit seinen Produkten letztlich genauso gehört) Unterdrückter darzustellen. Seine Produkte dürfen in Deutschland teilweise tatsächlich nicht verkauft werden, da in manchen Fällen die erlaubten Grenzwerte für in Lebensmitteln zugelassene Vitamine drastisch überschritten wurden. Sie gelten damit nicht mehr als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (Lebensmittel), sondern Arzneimittel und unterliegen einer Zulassung mit eintsprechenden Wirksamkeitsstudien. Diese konnten nicht erbracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Matthias Rath und die Dr. Rath Stiftung dürfen in Südafrika keine weiteren umstrittenen klinischen Versuche mit den Rath&amp;#039;schen Multivitaminproduktion durchführen. Die Versuche widersprächen südafrikanischem Recht, erklärten Richter in einem Gerichtsverfahren &amp;quot;TAC gegen Rath&amp;quot; am 13.&amp;amp;nbsp;Juni 2008 in Kapstadt. Zudem wurde Rath untersagt, seine Multivitaminprodukte als gegen HIV/AIDS wirksam zu bewerben, ohne diese Wirkungen vom Medicines Control Council überprüfen zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.brot-fuer-die-welt.de/gesundheit/index.php?/gesundheit/411_5639_DEU_HTML.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Fall Dominik Feld==&lt;br /&gt;
[[image:Rathdominikfeld.jpg|Rath mit Dominik Feld|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Rathdominik090204.jpg|Werbekampagne|left|thumb]]&lt;br /&gt;
Aufmerksamkeit erlangte der Fall des Jungen Dominik Feld, der an einem metastasierenden Knochenkrebs erkrankt war, und trotz &amp;#039;&amp;#039;Zellularmedizin&amp;#039;&amp;#039;-Therapie verstarb. Rath hatte den krebskranken neunjährigen Dominik Feld monatelang auf seinen Veranstaltungen als Werbeträger für die Wirksamkeit seiner Vitaminpillen vorgeführt und ihn als &amp;#039;&amp;#039;geheilt&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-36625928.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Eltern, die auch jetzt noch an Rath glauben, hatten im Mai 2003 eine Chemotherapie ihres Sohnes abgebrochen, weil sie sich von Raths Präparaten bessere Heilungschancen erhofften. Die Eltern begannen den Jungen mit einer Mikro-Nährstoffkombination zu behandeln, die zusammengefasst als die Vitaminpräparate des Dr.&amp;amp;nbsp;Rath bekannt sind. Die Eltern brachten den Jungen im September 2004 schließlich in eine [[Alternativmedizin]]klinik im mexikanischen Tijuana, die nach Raths Methoden behandelt. Dort starb Dominik am 1.&amp;amp;nbsp;November 2004. Sofort schaltete Rath großflächige Anzeigen mit der Behauptung, Dominik sei nicht an Krebs, sondern an Herzversagen und ärztlichen Kunstfehlern – dem &amp;quot;Pfusch der Schulmedizin&amp;quot; – gestorben. Bei der Obduktion der Leiche wurde allerdings ein großer Tumor in der Brust festgestellt, der auf Lunge und Herz gedrückt hat.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.swr.de/report/archiv/sendungen/040209/01/frames.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.wikinews.org/wiki/Todesermittlungsverfahren:_Dominik_Feld_starb_an_metastasierendem_Knochenkrebs_und_Tumorkachexie&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.swr.de/leben-was-sonst/-/id=1060178/nid=1060178/did=1053446/mpdid=1053588/m3v5m7/index.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum Tode von Dominik schrieb Rath: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Jetzt bist du endlich frei, Dominik! Hier auf der Erde warst du gefangen, festgehalten auf einer Insel der Krebskranken. Wie Millionen Krebspatienten mit dir warst du angekettet an die Fesseln der Chemo-Medizin.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.abendblatt.de/daten/2004/11/10/362541.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rath und AIDS==&lt;br /&gt;
[[image:rathdemo.jpg|Demo gegen Rath in Südafrika|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:RathSpiegel45-2005.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
In Südafrika mussten sich Rath und dessen Stiftung vor Gericht verantworten, nachdem er den AIDS-Kranken des Landes falsche Hoffnungen machte und ihnen von einer antiretroviralen Therapie abriet und stattdessen seine eigene Zellularmedizin anpries. Rath wurde ebenfalls vorgeworfen, illegal Versuche an Patienten betrieben zu haben &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.health-e.org.za/news/article.php?uid=20031294&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im März 2006 wurde Rath wegen falscher Aussagen über die NRO TAC, Treatment Action Campaign, in Kapstadt verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung der Internationalen AIDS-Impfkonferenz 2008 in Kapstadt hat die neue südafrikanische Gesundheitsministerin Barbara Hogan keine Zweifel daran gelassen, dass AIDS durch das HI-Virus ausgelöst wird und mit evidenzbasierter Medizin bekämpft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.thetimes.co.za/News/Article.aspx?id=862537&amp;lt;/ref&amp;gt; In Südafrika sollen täglich etwa 1.000&amp;amp;nbsp;Menschen an AIDS sterben. Hogan versprach zudem, dafür Sorge zu tragen, dass Behandlungen von HIV-Infizierten mit Vitaminkuren unterbunden werden. Dies bezieht sich unter anderem auf die Geschäftsaktivitäten von Rath, der seit mehreren Jahren Werbekampagnen für seine Vitaminbehandlungen in Südafrika durchführt. Bereits 2005 hatten WHO und UNICEF vor dieser Methode zur Behandlung von AIDS gewarnt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://data.unaids.org/Media/Press-Statements01/ps_rath_30mar05_en.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://data.unaids.org/Media/Press-Releases03/pr_rath_11may05_en.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.gwup.org/aktuell/news.php?aktion=detail&amp;amp;id=271&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue südafrikanische Gesundheitspolitik beendet damit eine zehnjährige Phase der [[HIV/AIDS-Leugnung]], die vor allem vom ehemaligen Präsidenten Thabo Mbeki und dessen Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang gestützt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Thabo_Mbeki#Haltung_zu_AIDS&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2008/dec/17/mbeki-south-africa-aids&amp;lt;/ref&amp;gt; Tshabalala-Msimang war unter dem Spitznamen &amp;quot;Dr.&amp;amp;nbsp;Knoblauch&amp;quot; bekannt, weil sie die Behandlung von AIDS-Kranken mit [[Knoblauch]], Rote Beete oder Olivenöl anstelle antiviraler Medikamente propagierte.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.sueddeutsche.de/politik/947/311867/text/&amp;lt;/ref&amp;gt; Der neue südafrikanische Präsident Kgalema Motlanthe hatte Tshabalala-Msimang ihres Amtes enthoben und auf einen weniger wichtigen Posten im Kabinett versetzt. Dies war von AIDS-Aktivisten mit einer spontanen Party vor dem Parlamentsgebäude gefeiert worden. Tshabalala-Msimang wurde beschuldigt, für den Tod hunderttausender AIDS-Kranker verantwortlich zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Die Folgen:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Der Ablehnung effektiver AIDS-Therapien in Südafriker war verantwortlich für den vermeidbaren Tod von 330.000 südafrikanischen AIDS-Kranken im Zeitraum 2000 bis 2005.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.hsph.harvard.edu/news/press-releases/2008-releases/researchers-estimate-lives-lost-delay-arv-drug-use-hivaids-south-africa.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=34133&amp;lt;/ref&amp;gt; Hinzu kommen nach einer Studie im Journal of Acquired Immune Deficiency Syndromes noch 35.000&amp;amp;nbsp;HIV-infizierte Neugeborene, denen eine Prophylaxe mit Nevirapin vorenthalten wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Pride Chigwedere, George R Seage III, Sofia Gruskin, Tun-Hou Lee, Estimating the Lost Benefits of Antiretroviral Drug Use in South Africa.JAIDS 2008 doi: 10.1097/QAI.0b013e31818a6cd5 Online: http://image.guardian.co.uk/sys-files/Guardian/documents/2008/11/26/harvard-universityreport.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Angebot der Pharmafirma Boehringer Ingelheim im Jahr 2000, über fünf Jahre das HIV-Medikament Nevirapin zur Prophylaxe der Mutter-Kind-Übertragung kostenlos zur Verfügung zu stellen, wurde dagegen dankend abgelehnt. Nur zwei Pilotprojekte wurden genehmigt.&lt;br /&gt;
Auch die Spenden des Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis, and Malaria für die Provinz KwaZulu Natal wurden über mehr als ein Jahr blockiert, berichtet Pride Chigwedere, der vor seiner Tätigkeit an der Harvard School of Public Health in Boston als Arzt HIV-Patienten in Simbabwe behandelt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen wurde eine 1.000&amp;amp;nbsp;Kilogramm Rath-Pillenlieferung nach Südafrika beschlagnahmt und ein Strafverfahren eingeleitet.&amp;lt;ref&amp;gt;http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/5594456/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Politisches Engagement==&lt;br /&gt;
Aus der Dr.&amp;amp;nbsp;Rath Health Foundation ging im Juni 2005 in Deutschland die Kleinpartei &amp;#039;&amp;#039;Allianz für Gesundheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit&amp;#039;&amp;#039; (AGFG) hervor, die von Raths PR-Manager Lutz Kliche geleitet wird und deren stellvertretender Vorsitzender Rath anfangs war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kernstück des Parteiprogramms sind Hypothesen der [[Zellular-Medizin]], verbunden mit den weit reichenden Verschwörungstheorien Raths. So sieht Rath zum Beispiel in der Nicht-Zulassung seiner Präparate den Beweis einer so genannten &amp;quot;Pharma-Diktatur&amp;quot;, welche weltweit Politiker und Wissenschaftler kontrolliere und im Hintergrund die Fäden ziehe. Auf seiner Website und in Broschüren behauptet Rath, das Pharmakartell habe &amp;quot;den Gesundheits- und Lebensinteressen der gesamten Menschheit den Krieg&amp;quot; erklärt. Rath unterstellt weiterhin, dass &amp;quot;Vitamine und andere Naturheilverfahren aus Profitgier bekämpft und verleumdet&amp;quot; werden, um mit &amp;quot;unwirksamen Medikamenten&amp;quot;, welche in erster Linie Symptome bekämpfen, auf Kosten der Verbraucher weiter Geld zu verdienen. Als angebliche Beweise führte er Auszüge aus Fachartikeln, Broschüren und Pressemeldungen an. Diese aggressive Taktik wurde Rath 1998 durch einen Gerichtsbeschluss verboten. In der Begründung des Landgerichts Berlin heißt es: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Bei der Broschüre handelt es sich um ein Konglomerat von Tatsachenverdrehungen, Anschwärzungen und schlichten Unwahrheiten. Sie ist in toto auf Manipulation und Täuschung angelegt.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; In der seit 2006 laufenden Aktion der Partei AGFG warnt Rath sogar vor einem unmittelbar bevorstehenden Atomkrieg, der zum Ziel habe, eine &amp;quot;Pharma-Diktatur&amp;quot; zu etablieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peinlicher Holocaust-Vergleich: In einem Text der AGFG bezieht sich Rath in einem Vortrag &amp;quot;Auschwitz wird zum Wendepunkt der Geschichte&amp;quot; auf einen Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz und stellt einen Vergleich zu einem &amp;quot;Pharma-Völkermord&amp;quot; an: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Auschwitz ist nicht in der Vergangenheit abgeschlossen. Es dauert noch an. [...] Die grausamen Ereignisse in Auschwitz waren und sind nur ein Teil des größeren Zusammenhangs des weltweiten Pharma-Völkermordes!&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://web.archive.org/web/20080609012456/http://www.agfg.de/aktuell/2006oct/auschwitz.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 2009 versuchte Rath auch den irischen Volksentscheid zu einem neuen EU-Vertrag beeinflussen. In verbreiteten sechseitigen Heftchen warnte Rath die Iren davor &amp;quot;Yes&amp;quot; zu wählen, da dies zu einer &amp;#039;&amp;#039;Militarisierung&amp;#039;&amp;#039; und einem &amp;#039;&amp;#039;Orwell Polizeistaat&amp;#039;&amp;#039; Irland führe. Europa wäre zudem auf dem Wege durch Öl- und Pharmakartelle kontrolliert zu werden. Eigene Aktivitäten sah der &amp;#039;&amp;#039;Vitamin-Millionär&amp;#039;&amp;#039; und Pharmaunternehmer als die einer &amp;#039;&amp;#039;non-profit organisation dedicated to improving human health through research, education and the defence of patients’ rights to choose natural health therapies&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.irishtimes.com/newspaper/ireland/2009/0922/1224254989371.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur und Zeitungsartikel==&lt;br /&gt;
*Der Spiegel 11.11.2008: &amp;#039;&amp;#039;WIRKUNGSLOSE PILLEN - Vitamine schützen nicht vor Herzkrankheiten&amp;#039;&amp;#039; [http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,589561,00.html]&lt;br /&gt;
* Nils Klawitter, Der Spiegel 47/2003: Cocktails mit Stuss [http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/99/82/dokument.html?titel=Cocktails+mit+Stuss&amp;amp;id=29212899&amp;amp;top=SPIEGEL&amp;amp;suchbegriff=&amp;amp;quellen=&amp;amp;vl=0&amp;amp;qcrubrik=]&lt;br /&gt;
* Jörg Blech, Der Spiegel 47/2004 vom 15.11.2004, Seite 190. Scharlatane - Vermarktung bis in den Tod [http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/82/95/dokument.html?titel=Vermarktung+bis+in+den+Tod&amp;amp;id=36625928&amp;amp;top=SPIEGEL&amp;amp;suchbegriff=&amp;amp;quellen=&amp;amp;vl=0&amp;amp;qcrubrik=]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* http://www.agpf.de/Rath.htm&lt;br /&gt;
* http://www.zeit.de/2005/21/Glosse_21&lt;br /&gt;
*[http://www.bukopharma.de/Pharma-Brief/PB-Archiv/2004/Phbf2004_09_10.pdf Kritik an Rath Buko-Pharmakampagne]&lt;br /&gt;
* https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,425647,00.html&lt;br /&gt;
* http://www.dvg-online.de/NewsletterAG/DVG_informiert-1.pdf&lt;br /&gt;
* http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=36625928&lt;br /&gt;
* http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=29212899&lt;br /&gt;
* http://www.netdoktor.de/Magazin/Verschwoerungstheorien-um-Vita-2360.html&lt;br /&gt;
* http://www.der-arzneimittelbrief.net/Jahrgang2000/Ausgabe10Seite80.htm&lt;br /&gt;
-------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
* http://skepdic.com/rath.html&lt;br /&gt;
* http://www.badscience.net/2009/04/matthias-rath-steal-this-chapter/#more-1088 und [http://badscience.net/files/The-Doctor-Will-Sue-You-Now.pdf]&lt;br /&gt;
* http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2008/sep/12/matthiasrath.aids&lt;br /&gt;
* http://www.guardian.co.uk/world/2008/sep/12/matthiasrath.aids1&lt;br /&gt;
* http://www.guardian.co.uk/world/2008/sep/12/matthiasrath.aids2&lt;br /&gt;
* http://www.tac.org.za/newsletter/2005/ns19_04_2005.htm&lt;br /&gt;
* http://www.tac.org.za/community/node/2348&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe auch: [[AGFG]], [[Orthomolekulare Psychiatrie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Rath, Matthias}}&lt;br /&gt;
[[category:Arzt]]&lt;br /&gt;
[[category:Pseudowissenschaftler]]&lt;br /&gt;
[[category:Wunderheiler gegen Krebs]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Matthias_Rath&amp;diff=38687</id>
		<title>Matthias Rath</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Matthias_Rath&amp;diff=38687"/>
		<updated>2010-02-08T07:43:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Politisches Engagement */ Link über web.archive.org wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:rath.jpg|Matthias Rath|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Rathpropaganda.jpg|typische Propaganda|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Matthias Rath&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geb. 1955 in Stuttgart) ist ein umstrittener deutscher Arzt und Wunderheiler. Er gilt als Erfinder der so genannten [[Zellular-Medizin]], die Heilversprechen bei schweren Erkrankungen wie Krebs und AIDS macht und als eine Rath&amp;#039;sche Interpretation der [[Orthomolekulare Medizin|orthomolekularen Medizin]] (OM) verstanden werden kann, die auf Linus Pauling zurückgeht. Tatsächlich kann sich Rath bei dem Versuch, die OM durch eine Wissenschaftlichkeit aufzuwerten, nur in Einzelfragen auf Pauling berufen. Rath tritt in Europa als Verkäufer entsprechender Produkte (&amp;quot;Mikronährstoffe&amp;quot; oder Vitamine) auf, die er auf Grund der gesetzlichen Lage von Holland aus vermarktet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das von Rath propagierte Heilverfahren der Zellular-Medizin hat sich in wissenschaftlichen Studien als wirkungslos gezeigt. In Industrieländern wie Deutschland ist ein behandlungsbedürftiger Vitaminmangel sehr selten und müsste nachgewiesen sein, um die Substitution tatsächlich fehlender Vitamine durch vitaminhaltige Mittel zu rechtfertigen. Zuviel zugeführte Vitamine können erhebliche unerwünschte Wirkungen bewirken. Dies ist insbesondere bei den fettlöslichen Vitaminen der Fall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rath hat mit millionenschweren Anzeigekampagnen versucht, sich als Weltretter und von der Pharmaindustrie (zu der er mit seinen Produkten letztlich genauso gehört) Unterdrückter darzustellen. Seine Produkte dürfen in Deutschland teilweise tatsächlich nicht verkauft werden, da in manchen Fällen die erlaubten Grenzwerte für in Lebensmitteln zugelassene Vitamine drastisch überschritten wurden. Sie gelten damit nicht mehr als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (Lebensmittel), sondern Arzneimittel und unterliegen einer Zulassung mit eintsprechenden Wirksamkeitsstudien. Diese konnten nicht erbracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Matthias Rath und die Dr. Rath Stiftung dürfen in Südafrika keine weiteren umstrittenen klinischen Versuche mit den Rath&amp;#039;schen Multivitaminproduktion durchführen. Die Versuche widersprächen südafrikanischem Recht, erklärten Richter in einem Gerichtsverfahren &amp;quot;TAC gegen Rath&amp;quot; am 13.&amp;amp;nbsp;Juni 2008 in Kapstadt. Zudem wurde Rath untersagt, seine Multivitaminprodukte als gegen HIV/AIDS wirksam zu bewerben, ohne diese Wirkungen vom Medicines Control Council überprüfen zu lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.brot-fuer-die-welt.de/gesundheit/index.php?/gesundheit/411_5639_DEU_HTML.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Fall Dominik Feld==&lt;br /&gt;
[[image:Rathdominikfeld.jpg|Rath mit Dominik Feld|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Rathdominik090204.jpg|Werbekampagne|left|thumb]]&lt;br /&gt;
Aufmerksamkeit erlangte der Fall des Jungen Dominik Feld, der an einem metastasierenden Knochenkrebs erkrankt war, und trotz &amp;#039;&amp;#039;Zellularmedizin&amp;#039;&amp;#039;-Therapie verstarb. Rath hatte den krebskranken neunjährigen Dominik Feld monatelang auf seinen Veranstaltungen als Werbeträger für die Wirksamkeit seiner Vitaminpillen vorgeführt und ihn als &amp;#039;&amp;#039;geheilt&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=36625928&amp;amp;top=SPIEGEL&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Eltern, die auch jetzt noch an Rath glauben, hatten im Mai 2003 eine Chemotherapie ihres Sohnes abgebrochen, weil sie sich von Raths Präparaten bessere Heilungschancen erhofften. Die Eltern begannen den Jungen mit einer Mikro-Nährstoffkombination zu behandeln, die zusammengefasst als die Vitaminpräparate des Dr.&amp;amp;nbsp;Rath bekannt sind. Die Eltern brachten den Jungen im September 2004 schließlich in eine [[Alternativmedizin]]klinik im mexikanischen Tijuana, die nach Raths Methoden behandelt. Dort starb Dominik am 1.&amp;amp;nbsp;November 2004. Sofort schaltete Rath großflächige Anzeigen mit der Behauptung, Dominik sei nicht an Krebs, sondern an Herzversagen und ärztlichen Kunstfehlern – dem &amp;quot;Pfusch der Schulmedizin&amp;quot; – gestorben. Bei der Obduktion der Leiche wurde allerdings ein großer Tumor in der Brust festgestellt, der auf Lunge und Herz gedrückt hat.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.swr.de/report/archiv/sendungen/040209/01/frames.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.wikinews.org/wiki/Todesermittlungsverfahren:_Dominik_Feld_starb_an_metastasierendem_Knochenkrebs_und_Tumorkachexie&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.swr.de/leben-was-sonst/-/id=1060178/nid=1060178/did=1053446/mpdid=1053588/m3v5m7/index.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum Tode von Dominik schrieb Rath: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Jetzt bist du endlich frei, Dominik! Hier auf der Erde warst du gefangen, festgehalten auf einer Insel der Krebskranken. Wie Millionen Krebspatienten mit dir warst du angekettet an die Fesseln der Chemo-Medizin.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.abendblatt.de/daten/2004/11/10/362541.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Rath und AIDS==&lt;br /&gt;
[[image:rathdemo.jpg|Demo gegen Rath in Südafrika|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:RathSpiegel45-2005.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
In Südafrika mussten sich Rath und dessen Stiftung vor Gericht verantworten, nachdem er den AIDS-Kranken des Landes falsche Hoffnungen machte und ihnen von einer antiretroviralen Therapie abriet und stattdessen seine eigene Zellularmedizin anpries. Rath wurde ebenfalls vorgeworfen, illegal Versuche an Patienten betrieben zu haben &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.health-e.org.za/news/article.php?uid=20031294&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im März 2006 wurde Rath wegen falscher Aussagen über die NRO TAC, Treatment Action Campaign, in Kapstadt verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Eröffnung der Internationalen AIDS-Impfkonferenz 2008 in Kapstadt hat die neue südafrikanische Gesundheitsministerin Barbara Hogan keine Zweifel daran gelassen, dass AIDS durch das HI-Virus ausgelöst wird und mit evidenzbasierter Medizin bekämpft werden muss.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.thetimes.co.za/News/Article.aspx?id=862537&amp;lt;/ref&amp;gt; In Südafrika sollen täglich etwa 1.000&amp;amp;nbsp;Menschen an AIDS sterben. Hogan versprach zudem, dafür Sorge zu tragen, dass Behandlungen von HIV-Infizierten mit Vitaminkuren unterbunden werden. Dies bezieht sich unter anderem auf die Geschäftsaktivitäten von Rath, der seit mehreren Jahren Werbekampagnen für seine Vitaminbehandlungen in Südafrika durchführt. Bereits 2005 hatten WHO und UNICEF vor dieser Methode zur Behandlung von AIDS gewarnt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://data.unaids.org/Media/Press-Statements01/ps_rath_30mar05_en.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://data.unaids.org/Media/Press-Releases03/pr_rath_11may05_en.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.gwup.org/aktuell/news.php?aktion=detail&amp;amp;id=271&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue südafrikanische Gesundheitspolitik beendet damit eine zehnjährige Phase der [[HIV/AIDS-Leugnung]], die vor allem vom ehemaligen Präsidenten Thabo Mbeki und dessen Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang gestützt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Thabo_Mbeki#Haltung_zu_AIDS&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2008/dec/17/mbeki-south-africa-aids&amp;lt;/ref&amp;gt; Tshabalala-Msimang war unter dem Spitznamen &amp;quot;Dr.&amp;amp;nbsp;Knoblauch&amp;quot; bekannt, weil sie die Behandlung von AIDS-Kranken mit [[Knoblauch]], Rote Beete oder Olivenöl anstelle antiviraler Medikamente propagierte.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.sueddeutsche.de/politik/947/311867/text/&amp;lt;/ref&amp;gt; Der neue südafrikanische Präsident Kgalema Motlanthe hatte Tshabalala-Msimang ihres Amtes enthoben und auf einen weniger wichtigen Posten im Kabinett versetzt. Dies war von AIDS-Aktivisten mit einer spontanen Party vor dem Parlamentsgebäude gefeiert worden. Tshabalala-Msimang wurde beschuldigt, für den Tod hunderttausender AIDS-Kranker verantwortlich zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Die Folgen:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Der Ablehnung effektiver AIDS-Therapien in Südafriker war verantwortlich für den vermeidbaren Tod von 330.000 südafrikanischen AIDS-Kranken im Zeitraum 2000 bis 2005.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.hsph.harvard.edu/news/press-releases/2008-releases/researchers-estimate-lives-lost-delay-arv-drug-use-hivaids-south-africa.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=34133&amp;lt;/ref&amp;gt; Hinzu kommen nach einer Studie im Journal of Acquired Immune Deficiency Syndromes noch 35.000&amp;amp;nbsp;HIV-infizierte Neugeborene, denen eine Prophylaxe mit Nevirapin vorenthalten wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Pride Chigwedere, George R Seage III, Sofia Gruskin, Tun-Hou Lee, Estimating the Lost Benefits of Antiretroviral Drug Use in South Africa.JAIDS 2008 doi: 10.1097/QAI.0b013e31818a6cd5 Online: http://image.guardian.co.uk/sys-files/Guardian/documents/2008/11/26/harvard-universityreport.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Angebot der Pharmafirma Boehringer Ingelheim im Jahr 2000, über fünf Jahre das HIV-Medikament Nevirapin zur Prophylaxe der Mutter-Kind-Übertragung kostenlos zur Verfügung zu stellen, wurde dagegen dankend abgelehnt. Nur zwei Pilotprojekte wurden genehmigt.&lt;br /&gt;
Auch die Spenden des Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis, and Malaria für die Provinz KwaZulu Natal wurden über mehr als ein Jahr blockiert, berichtet Pride Chigwedere, der vor seiner Tätigkeit an der Harvard School of Public Health in Boston als Arzt HIV-Patienten in Simbabwe behandelt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen wurde eine 1.000&amp;amp;nbsp;Kilogramm Rath-Pillenlieferung nach Südafrika beschlagnahmt und ein Strafverfahren eingeleitet.&amp;lt;ref&amp;gt;http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/5594456/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Politisches Engagement==&lt;br /&gt;
Aus der Dr.&amp;amp;nbsp;Rath Health Foundation ging im Juni 2005 in Deutschland die Kleinpartei &amp;#039;&amp;#039;Allianz für Gesundheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit&amp;#039;&amp;#039; (AGFG) hervor, die von Raths PR-Manager Lutz Kliche geleitet wird und deren stellvertretender Vorsitzender Rath anfangs war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kernstück des Parteiprogramms sind Hypothesen der [[Zellular-Medizin]], verbunden mit den weit reichenden Verschwörungstheorien Raths. So sieht Rath zum Beispiel in der Nicht-Zulassung seiner Präparate den Beweis einer so genannten &amp;quot;Pharma-Diktatur&amp;quot;, welche weltweit Politiker und Wissenschaftler kontrolliere und im Hintergrund die Fäden ziehe. Auf seiner Website und in Broschüren behauptet Rath, das Pharmakartell habe &amp;quot;den Gesundheits- und Lebensinteressen der gesamten Menschheit den Krieg&amp;quot; erklärt. Rath unterstellt weiterhin, dass &amp;quot;Vitamine und andere Naturheilverfahren aus Profitgier bekämpft und verleumdet&amp;quot; werden, um mit &amp;quot;unwirksamen Medikamenten&amp;quot;, welche in erster Linie Symptome bekämpfen, auf Kosten der Verbraucher weiter Geld zu verdienen. Als angebliche Beweise führte er Auszüge aus Fachartikeln, Broschüren und Pressemeldungen an. Diese aggressive Taktik wurde Rath 1998 durch einen Gerichtsbeschluss verboten. In der Begründung des Landgerichts Berlin heißt es: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Bei der Broschüre handelt es sich um ein Konglomerat von Tatsachenverdrehungen, Anschwärzungen und schlichten Unwahrheiten. Sie ist in toto auf Manipulation und Täuschung angelegt.&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; In der seit 2006 laufenden Aktion der Partei AGFG warnt Rath sogar vor einem unmittelbar bevorstehenden Atomkrieg, der zum Ziel habe, eine &amp;quot;Pharma-Diktatur&amp;quot; zu etablieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peinlicher Holocaust-Vergleich: In einem Text der AGFG bezieht sich Rath in einem Vortrag &amp;quot;Auschwitz wird zum Wendepunkt der Geschichte&amp;quot; auf einen Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz und stellt einen Vergleich zu einem &amp;quot;Pharma-Völkermord&amp;quot; an: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Auschwitz ist nicht in der Vergangenheit abgeschlossen. Es dauert noch an. [...] Die grausamen Ereignisse in Auschwitz waren und sind nur ein Teil des größeren Zusammenhangs des weltweiten Pharma-Völkermordes!&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://web.archive.org/web/20080609012456/http://www.agfg.de/aktuell/2006oct/auschwitz.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 2009 versuchte Rath auch den irischen Volksentscheid zu einem neuen EU-Vertrag beeinflussen. In verbreiteten sechseitigen Heftchen warnte Rath die Iren davor &amp;quot;Yes&amp;quot; zu wählen, da dies zu einer &amp;#039;&amp;#039;Militarisierung&amp;#039;&amp;#039; und einem &amp;#039;&amp;#039;Orwell Polizeistaat&amp;#039;&amp;#039; Irland führe. Europa wäre zudem auf dem Wege durch Öl- und Pharmakartelle kontrolliert zu werden. Eigene Aktivitäten sah der &amp;#039;&amp;#039;Vitamin-Millionär&amp;#039;&amp;#039; und Pharmaunternehmer als die einer &amp;#039;&amp;#039;non-profit organisation dedicated to improving human health through research, education and the defence of patients’ rights to choose natural health therapies&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.irishtimes.com/newspaper/ireland/2009/0922/1224254989371.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur und Zeitungsartikel==&lt;br /&gt;
*Der Spiegel 11.11.2008: &amp;#039;&amp;#039;WIRKUNGSLOSE PILLEN - Vitamine schützen nicht vor Herzkrankheiten&amp;#039;&amp;#039; [http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,589561,00.html]&lt;br /&gt;
* Nils Klawitter, Der Spiegel 47/2003: Cocktails mit Stuss [http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/99/82/dokument.html?titel=Cocktails+mit+Stuss&amp;amp;id=29212899&amp;amp;top=SPIEGEL&amp;amp;suchbegriff=&amp;amp;quellen=&amp;amp;vl=0&amp;amp;qcrubrik=]&lt;br /&gt;
* Jörg Blech, Der Spiegel 47/2004 vom 15.11.2004, Seite 190. Scharlatane - Vermarktung bis in den Tod [http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/82/95/dokument.html?titel=Vermarktung+bis+in+den+Tod&amp;amp;id=36625928&amp;amp;top=SPIEGEL&amp;amp;suchbegriff=&amp;amp;quellen=&amp;amp;vl=0&amp;amp;qcrubrik=]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
* http://www.agpf.de/Rath.htm&lt;br /&gt;
* http://www.zeit.de/2005/21/Glosse_21&lt;br /&gt;
*[http://www.bukopharma.de/Pharma-Brief/PB-Archiv/2004/Phbf2004_09_10.pdf Kritik an Rath Buko-Pharmakampagne]&lt;br /&gt;
* https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,425647,00.html&lt;br /&gt;
* http://www.dvg-online.de/NewsletterAG/DVG_informiert-1.pdf&lt;br /&gt;
* http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=36625928&lt;br /&gt;
* http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=29212899&lt;br /&gt;
* http://www.netdoktor.de/Magazin/Verschwoerungstheorien-um-Vita-2360.html&lt;br /&gt;
* http://www.der-arzneimittelbrief.net/Jahrgang2000/Ausgabe10Seite80.htm&lt;br /&gt;
-------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
* http://skepdic.com/rath.html&lt;br /&gt;
* http://www.badscience.net/2009/04/matthias-rath-steal-this-chapter/#more-1088 und [http://badscience.net/files/The-Doctor-Will-Sue-You-Now.pdf]&lt;br /&gt;
* http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2008/sep/12/matthiasrath.aids&lt;br /&gt;
* http://www.guardian.co.uk/world/2008/sep/12/matthiasrath.aids1&lt;br /&gt;
* http://www.guardian.co.uk/world/2008/sep/12/matthiasrath.aids2&lt;br /&gt;
* http://www.tac.org.za/newsletter/2005/ns19_04_2005.htm&lt;br /&gt;
* http://www.tac.org.za/community/node/2348&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe auch: [[AGFG]], [[Orthomolekulare Psychiatrie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Rath, Matthias}}&lt;br /&gt;
[[category:Arzt]]&lt;br /&gt;
[[category:Pseudowissenschaftler]]&lt;br /&gt;
[[category:Wunderheiler gegen Krebs]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Chemtrail&amp;diff=38686</id>
		<title>Chemtrail</title>
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		<updated>2010-02-08T07:25:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Die Chemtrail-Geschichte */ Links über web.archive.org wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:ctvor1967.jpg|Bild von Kondensstreifen aus einem Buch von 1967|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:contrail1.jpg|Kondensstreifen im 2.&amp;amp;nbsp;Weltkrieg|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:ctww2-2.jpg|Kondensstreifen im 2.&amp;amp;nbsp;Weltkrieg|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Ctww2-3.jpg|Foto aus dem 2.&amp;amp;nbsp;Weltkrieg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Chemtrail&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist, laut einer typischen [[Verschwörungstheorie]], die Bezeichnung für bestimmte Kondensstreifen von Flugzeugen. Nach dieser [[pseudowissenschaft]]lich vorgetragenen Theorie soll ein Teil der bekannten Kondensstreifen (Sublimationsstreifen, contrails) von Flugzeugen bislang unbekannt gebliebene Substanzen enthalten, über deren chemische Zusammensetzung aber keine Einigung in Chemtrailkreisen herrscht. Auf Grund der angeblichen Beimengungen sollen sich entsprechende Kondensstreifen anders als herkömmliche Kondensstreifen verhalten. Sie würden länger am Himmel sichtbar bleiben und typischerweise in einem Schachbrettmuster auftauchen. Auch zu der Frage welche Flugzeuge genau die Beimengungen verbreiten würden, gibt es keine Einigkeit unter Chemtrail-Anhängern. Die Vermutungen gehen einerseits davon aus, dass in großer Zahl Flugzeuge aller Art Chemtrails produzieren würden, andererseits wird vermutet, dass nur bestimmte militärische Flugzeugtypen und auch nur in bestimmten Gebieten Chemtrails verbreiten würden.&lt;br /&gt;
Eine Erweiterung dieser Verschwörungstheorie unterstellt den hypothetischen Chemtrails eine Art &amp;#039;&amp;#039;auflösende Wirkung&amp;#039;&amp;#039; auf Kohlendioxid, was zu einer lokalen Abkühlung durch lokalen Wegfall des Treibhauseffektes führe, und dadurch zu &amp;#039;&amp;#039;riesigen&amp;#039;&amp;#039; Tiefdruckgebieten führe, die Luft aus der Umgebung mit großer Gewalt anziehe und zu Extremgewittern, Starkregen, Stürmen und Hagelschlag führe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Chemtrail-Geschichte==&lt;br /&gt;
[[image:stetter.jpg|G.&amp;amp;nbsp;Stetter|100px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Cliffordcarnicom2.jpg|Clifford Carnicom|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:williamThomas.jpg|William Thomas|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Jimphelps.jpg|Jim Phelps|thumb]]&lt;br /&gt;
In Deutschland wurde die Chemtrail-Hypothese zum ersten Mal in [[Raum &amp;amp; Zeit]] (Heft 127/2004 [http://www.chemtrails-info.de/chemtrails/zerstoerung-des-himmels.pdf]) in einem Artikel eines Gabriel Stetter erwähnt. Im Oktober gleichen Jahres wurde das Thema bei einem Interwiew mit dem Meteorologen Jörg Kachelmann in der Sendung &amp;#039;&amp;#039;Kerner&amp;#039;&amp;#039; des ZDF erwähnt. Kachelmann lehnt Chemtrails natürlich ab&amp;lt;ref&amp;gt;Aufgrund der immer häufigeren Mails habe ich mir mal die erschütternden Beweise für die angeblichen Chemtrails angesehen, und siehe da: ganz gewöhnliche Kondensstreifen (nicht Kondenzstreifen, Ihr allerwertesten Massen-eMail-Schreiber) mit mal mehr, mal weniger Ausbreitungslust. Was halt Kondensstreifen so tun in sieben bis zwölf Kilometern Höhe, wenn es mal feucht, mal weniger feucht rundrum ist. Alle Fotos vom Himmel genau so, wie ich sie schon in den 60er, 70er, 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gesehen habe. Und, gigantische Überraschung, da treten die Kondensstreifen auch noch haufenweise und womöglich in quadratischen Mustern auf. Boah, die Welt hat die Existenz von Luftverkehrsstraßen entdeckt! Skandal! Da ist die CIA sicher auch schuld, dass es die gibt! 26.05.04: 08 Uhr 39: Von ‘zufälligen’ Flugrouten wird man hier kaum sprechen können…. Und so steht halt auch in der obigen Mail Blödsinn, tut mir leid. Kondensstreifen lösen sich eben manchmal, wenn’s eben wie erwähnt dort oben schön feucht ist, gar nicht auf und breiten sich über den ganzen Himmel aus. Jaja, Alu-Barium-Streifen, die die Erde abkühlen und die Ozonschicht sanieren. Wäre ‘ne super nicht funktionierende Idee, die Ozon-Schicht-Sanierung 20&amp;amp;nbsp;bis 30&amp;amp;nbsp;Kilometer unter derselben anzugehen. Verschwörungstheorien nerven: Zähne lösen sich in Coca-Cola auf, und die Amerikaner [[Verschwörungstheorien um den 11. September 2001|sind selber ins World Trade Center geflogen]] und haben AIDS erfunden und was nicht noch alles. Jeder darf seinen Knall haben und so was glauben, aber bitte nicht in meiner Mailbox. Also: Ein Kondensstreifen ist ein Kondensstreifen ist ein Kondensstreifen. Nicht mehr und nicht weniger. God bless America. Auch und gerade 60&amp;amp;nbsp;Jahre danach. Und für andere Dinge. Und für viele Dinge auch nicht. Aber Chemtrails sind nicht dabei.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kachelmann schrieb in diesem Zusammenhang treffend von &amp;#039;&amp;#039;Chemtrailioten&amp;#039;&amp;#039; die per Massenspamming einer grotesken Fantasterei Vorschub leisteten und sprach von &amp;#039;&amp;#039;one of the most gaga Verschwörungstheorien&amp;#039;&amp;#039; und frei erfundenem grotesken Unfug.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.chemtrails-info.de/chemtrails/kachelmann-erklaerung.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA entstand das Kunstwort Chemtrail etwa um 1998. Zu Beginn wurde noch von „cloverleaf“ gesprochen. Ab 2000 tauchte der Begriff vermehrt im englischsprachigen Internet auf.&amp;lt;ref&amp;gt;18.07.2000 - http://www.rense.com/general2/pat.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;27.07.2000 - http://www.clydelewis.com/invest/contrails/msnbc72798.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;22.05.2000 http://www.anomalies-unlimited.com/Chemtrails/Witness_2.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Barium und Aluminium wurden ab etwa 2001 ins Gespräch gebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;23.05.2001 - http://www.anomalies-unlimited.com/Theories.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Urheber der Chemtrailhypothesen werden immer wieder Clifford Carnicom aus Santa Fe in New Mexico (USA) und der Kanadier William Thomas aus Duncan (British Columbia) genannt. Die beiden sind die Einzigen, die der Nachwelt sauber datiertes Material hinterlassen haben. Carnicoms Aufzeichnungen begannen im Sommer 1999 mit dem Doppelbegriff Contrail/Chemtrail. Carnicom präsentiert sich neuerdings auf einer Webseite namens CACTUS (Citizens Against Chemtrails U.S.). Seiner Meinung nach wäre Barium radioaktiv, was seinen Verschwörungstheorien eine weitere, pseudowissenschaftliche Note verleiht. Der Journalist William Thomas berichtete zuerst im Januar 1999 über das Thema (Artikel in Environment News Service - ENS) &amp;lt;ref&amp;gt;1999-01-08 http://www.netowne.com/environmental/contrails/willthomas/contrails.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, benutzte dabei aber den Begriff Contrails. Parallel dazu gibt es weitere historische Belege, nämlich in der (in den USA) bekannten Radio „Talk Show“ mit Art Bell von 1999&amp;lt;ref&amp;gt;1999-02-10 http://web.archive.org/web/20051109173010/http://www.geocities.com/Athens/Oracle/4809/reports.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;1999-03-09 http://web.archive.org/web/20070315131454/http://www.geocities.com/Athens/Oracle/4809/reports2.html&amp;lt;/ref&amp;gt;. Während im ersten Beitrag nur von (poisonous) contrails die Rede ist, markiert der zweite bereits einen Monat später die Geburt des Wortes Chemtrails. Allerdings meist noch in Anführungszeichen gesetzt. Kurze Zeit später erschien das Buch „Chemtrails over America“ von William Thomas. Als weiterer (selbsternannter) Chemtrailerfinder sieht sich der Amerikaner Jim Phelps. Um einen Einblick in die Gedanken dieses Herrn Phelps zu gewinnen, ein Zitat: &amp;#039;&amp;#039;Ob es gefällt oder nicht, die globale Erwärmung ist direkt mit dem AIDS-Problem verbunden, da diese Fluoride und Metalle in die Ökosysteme und in die Körper der Menschen hineingelangen. AIDS ist eine weitgehend von Menschen erzeugte Krankheit, die bleibt, weil sie nicht zugeben wollen, warum sie entstanden ist und sie so die Erdbevölkerung reduzieren wollen. [...] AIDS ist eine ausgesprochen anti-afrikanische Krankheit, da es die größten Teile Afrikas entvölkern soll.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://chemtrails-maerchen.blogspot.com/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die verworrene Verschwörungstheorie==&lt;br /&gt;
[[image:testflugzeug.jpg|Heck eines Testflugzeugs zur Simulation von Vereisung|300px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Nkc135spay.jpg|Dasselbe Flugzeug im Einsatz|thumb]]&lt;br /&gt;
Anhänger der in den 1990er Jahren aufgetauchten Chemtrail-Hypothese glauben, dass dem Flugzeugbenzin nicht genau beschriebene Substanzen beigemengt würden, um einen Effekt auf das globale Wetter und speziell den Treibhauseffekt zu erzielen. Andere Verschwörungstheoretiker glauben hingegen, dass es sich um angeblich weltweit koordinierte [[Bevölkerungsreduktionsprogramm|Programme zur Bevölkerungsreduktion]], Geburten- oder Gedankenkontrolle handele. Urheber seien [[Freimaurer]], [[Illuminaten]] sowie eine angebliche jüdische Weltverschwörung heißt es in Chemtrailkreisen. Häufig kann eine Beziehung zu politisch rechten Kreisen (z.B. NPD), zur [[braune Esoterik|braunen Esoterik]] und zu Anhängern von [[Cloudbuster]]n, [[kolloidales Silber|kolloidalem Silber]] und [[Zapper]]n nach [[Hulda Clark]] beobachtet werden. Typische Vertreter der Chemtrail-Hypothese sind [[Georg Ritschl]], [[Don Croft]], [[Werner Altnickel]], [[Peter Platte]], [[Helmut Gobsch]] und [[Heinz Gerhard Vogelsang]]. Die NPD sah sich veranlasst, eine Anfrage im sächsischen Landtag zu &amp;#039;&amp;#039;Chemtrails&amp;#039;&amp;#039; zu stellen. Die Thematik &amp;quot;Chemtrails&amp;quot; wird in der rechten Szene gerne als Aufhänger benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verbreitet werden die abwegigen und nicht belegten Vermutungen auch in der esoterischen [[Zeitenschrift]]&amp;lt;ref&amp;gt;Zeitenschrift Heft 49, 2006&amp;lt;/ref&amp;gt;, im [[Neue Impulse Treff]] und bei [[lnc-2010]] von [[Uwe Behnken]].&lt;br /&gt;
Ein beliebtes &amp;quot;Beweisfoto&amp;quot; für angebliche Chemtrailoperationen ist auf dem Foto rechts zu sehen: Ein zum Sprühen umgebauter Tankausleger einer Boeing NKC-135A Stratotanker (717-100) mit der Seriennummer 17244, und stationiert auf der Edwards AFB in Kalifornien.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.airliners.net/search/photo.search?cnsearch=17244&amp;amp;distinct_entry=true&amp;lt;/ref&amp;gt; Gesprüht wurde daraus gelb eingefärbtes Wasser, welches auf ein dahinter fliegendes Flugzeug des Typs ATR-72 verteilt wurde und dann auf diesem gefror. So konnte das Vereisungsverhalten des Flugzeugs realitätsnah erforscht werden. Ein ATR-72 war in den USA im Jahre 1994 im Staate Indiana abgestürzt, und es wurde vermutet, dass der Absturz durch Vereisung verursacht wurde. Auch wurde das Vereisungsverhalten bei Jagdflugzeugen damit geprüft&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.af.mil/shared/media/photodb/photos/040213-F-9999M-002.jpg&amp;lt;/ref&amp;gt; und bei einer Embraer EMB-120RT&amp;lt;ref&amp;gt;http://aircrafticing.grc.nasa.gov/courses/inflight_icing/resources/pdf/monroe_accident_report.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;. Mittlerweile ist dieses Testflugzeug ausgemustert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kondensstreifen und Wolkenbildung==&lt;br /&gt;
[[image:Ct1905-9.jpg|Wolkenbild aus der Zeit vor 1905&amp;lt;ref&amp;gt;Clayden, Arthur W. Cloud Studies (1905) Verlag: KESSINGER PUB CO Nachdruck 2008 ISBN-13: 9780548985267 ISBN-10: 054898526X&amp;lt;/ref&amp;gt;|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:contrail.jpg|Meteorologische Bedingungen für Kondensstreifen|600px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:contrail2.jpg|thumb|600px]]&lt;br /&gt;
Kondensstreifen (auch Sublimationsstreifen, Eiskristallspur, engl contrails oder Ice-SuperSaturated Regions (ISSR)) sind sichtbare Wolken aus flüssigen (also kondensierten) oder gefrorenen Wassertröpfchen, die durch die Abkühlung von Flugzeugabgasen in kalter Luft unter bestimmten Wetterbedingungen entstehen. Dass die Entspannung zu Abkühlung und zu Wasserdampfkondensation führt, sieht man auch beim Entkorken einer Sektflasche. Es bildet sich oberhalb des Flüssigkeitsspiegels ein &amp;quot;Nebel&amp;quot; in der Flasche. Dieser Vorgang spielt bei weitem die wichtigste Rolle bei der Wolken- und Niederschlagsbildung in der Atmosphäre überhaupt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige Formen von Wolkenbildungen an Flugzeugtragflächen entstehen unabhängig von Flugzeugabgasen, zum Beispiel die &amp;#039;&amp;#039;winglet-contrails&amp;#039;&amp;#039;, die man als Passagier bei bestimmten Wetterbedingungen selbst an den Tragflächen kurz vor der Landung oder nach dem Start in geringer Flughöhe beobachten kann. Typische Turbofan Abgastemperaturen liegen bei 600&amp;amp;nbsp;K.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entstehung von Kondensstreifen lässt sich physikalisch erklären: Grundsätzlich wird Wasser in der Luft sichtbar, wenn die relative Luftfeuchte (also die Anzahl von Wassertröpfchen in Bezug zur Lufttemperatur) 100% übersteigt. Je wärmer Luft ist, desto mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen. Moderne Flugzeuge bewegen sich in großer Höhe, wo es sehr kalt ist (die Luft kann also nur sehr wenig Wasser aufnehmen). Durch die Verbrennung von Kraftstoff entsteht als Reaktionsprodukt Wasser, welches zunächst unsichtbar die heißen Triebwerke verlässt. Recht schnell kühlt die umgebende Luft den heißen Abgasstrahl ab und nach einigen Metern (je nach Temperatur und Luftfeuchte) bildet sich eine Spur von Wasserkristallen - der Kondensstreifen (contrail). Dieser bleibt solange bestehen, bis sich die Wasserkristalle in der Umgebung verteilt haben (deren Anzahl pro Volumeneinheit sinkt) und somit die relative Luftfeuchte unter 100% fällt. Ist ein Hochdruckgebiet mit recht trockener Luft wetterbestimmend, verschwinden die Streifen recht schnell bzw. es bilden sich erst gar keine, wenn die Temperatur hoch genug ist, so wie es im Sommer häufig in Südeuropa der Fall ist. Andererseits können sich in der Arktis und Antarktis Kondensstreifen bereits am Boden oder beim Abheben bilden, wenn es ausreichend kalt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun gibt es auch Wetterlagen, bei denen die Streifen sich verbreitern, stundenlang stehen bleiben oder sogar noch mehr Wolken hinzukommen und es anfängt zu regnen. Die Anhänger der Chemtrailtheorie sprechen dann davon, dass Flugzeuge das schlechte Wetter &amp;#039;&amp;#039;gemacht&amp;#039;&amp;#039; hätten. Es ist aber in Wirklichkeit genau umgekehrt: Die langlebigen Kondensstreifen zeigen nämlich das kommende schlechte Wetter an, da Tiefdruckgebiete meist aus feuchter Luft bestehen und das zusätzlich eingebrachte Wasser (als Wasserdampf) von der schon stark gesättigten Luft nicht mehr aufgenommen werden kann und daher durch Kondensation als Nebel oder Wolke sichtbar wird. Interessanterweise fragen sich manchmal Chemtrail-Gläubige, wieso denn plötzlich nicht mehr &amp;quot;gesprüht&amp;quot; wird. Ein Blick auf die Wetterkarte hilft: Meist gibt es dann in Mitteleuropa ein stabiles Hochdruckgebiet mit niedriger Luftfeuchte. Ist dann wieder ein Tiefdruckgebiet im Anmarsch, gehen die &amp;#039;&amp;#039;Chemtrail-Meldungen&amp;#039;&amp;#039; wieder los. Prinzipiell entstehen Kondensstreifen unterhalb von -35°C (abhängig von der Flughöhe und Luftfeuchte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kurze Kondensstreifen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; entstehen in ca. 10&amp;amp;nbsp;km Höhe dann, wenn die Temperatur in der Tropopause (10-15&amp;amp;nbsp;km Höhe) bei ca. -50°C  und die Luftfeuchte dort oben unter 70% liegt. Die Eiskristalle sublimieren jedoch nach ein paar Sekunden wieder und werden dann unsichtbar.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lange Kondensstreifen (engl: persistent contrails)&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, die sich auch noch verbreitern und schließlich zu künstlichen Zirren führen können, bilden sich, wenn die Luftfeuchte in der Tropopause auf 80-100% ansteigt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.welt.de/print-welt/article217386/Weisse_Streifen__am_Himmel.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://naca.central.cranfield.ac.uk/reports/1942/naca-wr-l-474.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.env.leeds.ac.uk/envi1200/slides/Chapter%209.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Überhaupt keine Kondensstreifen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; auch in großer Höhe gibt es, wenn im Sommer bei Lufttemperaturen am Boden von 25°C und mehr in der unteren Tropopause (10-12&amp;amp;nbsp;km) durch erhöhte Thermik die Temperatur auf ca. -40°C oder darüber ansteigt und gleichzeitig die relative Luftfeuchte dort oben unter 30% liegt. Dies ist beispielsweise im &amp;#039;&amp;#039;chemtrailfreien&amp;#039;&amp;#039; Südeuropa im Sommer der Fall. Unter 25% Luftfeuchte in 10&amp;amp;nbsp;km Höhe gibt es keine Eiskristallstreifen (Sublimationsstreifen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Europa bedecken Kondensstreifen im Jahresmittel am Tage etwa 0,7% des Himmels, nachts wenn Kondensstreifen wärmedämmend wirken, liegt der Wert bei etwa 0,25%. Im Mittel bedecken Kondensstreifen also etwa 0,5% des Himmels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ein Flugzeug durch die nicht immer ebene und gleichmäßige (sondern wellige) Grenze zwischen wärmerer und kälterer Luft fliegt, kann es dann so aussehen, als ob der Kondensstreifen plötzlich ein- oder ausgeschaltet wird, bei Verwirbelungen auch mehrmals. Es ist ja bekannt, dass über größeren asphaltierten (schwarzen) Flächen bei Sonneneinstrahlung sehr warme Luft (auch abgeschnürt als warme Luftblasen oder paketartige Thermik oder als Schlauchthermik) aufsteigen kann, aber über anderen Flächen am Boden (feuchte Wiesen) weniger stark aufsteigt. Derartige Phänomene können benachbart existieren. Die Folge sind dann die berüchtigten Hüpfer und Schaukeleien beim Flug in Kleinflugzeugen. Wenn Kondensstreifen sich lange genug halten, können sie durch Winde und Luftwirbel die seltsamsten Formen annehmen - wie natürliche Wolken auch. Unterschiedliche Farben kommen durch unterschiedliche Lichtbrechung und -reflexion oder Mischungen von beidem zustande. Diese Erscheinungen werden auf den Internetseiten der Chemtrail-Befürworter als nicht normale Erscheinungen und somit angebliche Beweise für Chemikalien und gegen Kondensstreifen dargestellt. Dabei handelt es sich um Erscheinungen die meteorologisch oder physikalisch widerspruchsfrei erklärbar sind und keiner zusätzlichen Hypothesen oder Verschwörungstheorien bedürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wolkenbilder, wie sie von Chemtrail-Anhängern als Folge des &amp;#039;&amp;#039;Versprühens&amp;#039;&amp;#039; von Chemikalien behauptet werden, sind bereits in der Zeit vor dem ersten Flug eines Motorflugzeuges (Gebrüder Wright) photographisch dokumentiert worden, zum Beispiel in dem im Jahre 1905 erschienenen Buch &amp;#039;&amp;#039;Clouds studies&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Clayden aW: http://contrailscience.com/files/Cloud_Studies.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Erste Contrails (also Kondensstreifen) sind aus der Zeit kurz nach dem ersten Weltkrieg dokumentiert&amp;lt;ref&amp;gt;http://docs.lib.noaa.gov/rescue/mwr/049/mwr-049-07-0412c.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Everett Wells: Artikel in Scientific American, ”Clouds formed by Airplanes“, 7.6.1919, Seite 60&amp;lt;/ref&amp;gt;, als es gelang, mit immer leistungsfähigeren Motorflugzeugen in immer größere Höhen aufzusteigen. Der erste Bericht über einen Kondensstreifen geht auf einen Flug des Piloten Franz Zeno Diemer im Jahre 1919 zurück, der über München eine Flughöhe von 9.300&amp;amp;nbsp;m erreichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Distrails==&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;inverse Kondensstreifen - Distrails&amp;#039;&amp;#039; werden seltener auftretende Wolkenauflösungen durch Flugzeuge bezeichnet. Durch die heiße Luft der Abgase verdunsten die Wolkentropfen rasch, so dass eine wolkenfreie Spur entsteht. Sie können auch durch das Einmischen von trockener Umgebungsluft (über oder unter der Wolkenschicht) bewirkt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Angebliche chemische Struktur der Zusatzstoffe in Chemtrails aus verschiedenen Quellen==&lt;br /&gt;
Aus Kreisen der Anhänger dieser Hypothese sollen in den Chemtrails folgende Substanzen zu finden sein:&lt;br /&gt;
*Barium oder Bariumverbindungen&lt;br /&gt;
*Aluminiumverbindungen&lt;br /&gt;
*Titan&lt;br /&gt;
*Teutonium&lt;br /&gt;
*radioaktives Thorium&lt;br /&gt;
*Kunststoffasern unbekannter Zusammensetzung&lt;br /&gt;
*Äthylen-Dibromid (EDB)&lt;br /&gt;
*Mykoplasmen, Pseudomonaden und angeblich existierende [[Nanobakterie]]n&lt;br /&gt;
*Aerosol-Impfstoffe gegen Milzbrand, Tularämie, Brucellose und Masern&lt;br /&gt;
*Pathogene, genmanipulierte Mikroorganismen unbekannter Art&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aluminium und Barium sind in Kerosin unlöslich. Es gibt allerdings eine Vielzahl von Aluminium- und Ba-Verbindungen, die in Kerosin gut löslich sind. Diese Verbindungen wären aber durch jedermann sehr leicht im Kerosin nachzuweisen, sofern sie in nennenswerter Menge vorkämen. Bariumsulfat ist als zu schluckendes Röntgenkonstrastmittel weltweit in Gebrauch. Keines der genannten Substanzen konnte bislang zweifelsfrei in Kondensstreifen oder Flugzeugabgasen nachgewiesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Heiterkeit sorgten Spekulationen der rührigen [[Impfgegner|Laien-Impfgegnerin]] [[Anita Petek-Dimmer]], als sie 2005 glaubte, dass ein durch das Virus H5N1 ausgelöstes Geflügelsterben &amp;#039;&amp;#039;durch das gezielte flächendeckende Absinken ionisierender Strahlung aus den Chemtrails&amp;#039;&amp;#039; ausgelöst werde. Petek-Dimmer glaubte an eine Chemtrail-Anreicherung mit Plutonium. Weiter vermutet sie: &amp;#039;&amp;#039;Diese radioaktive Strahlung löst nicht nur Tierzellen, sondern auch Pflanzenzellen auf&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;A. Petek-Dimmer: Vogelgrippe oder Vogelwahn. Wie man mit gezielter Propaganda Angst und Hysterie erzeugt. AEGIS IMPULS Nr. 23 2005&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Bekannte Freisetzungen von Substanzen in der Luftfahrt==&lt;br /&gt;
[[image:chemtrail44.jpg|tatsächliche Chemtrail|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:hagelflieger.jpg|Hagelfliegerausrüstung|left|thumb]]&lt;br /&gt;
Hagelflieger verbreiten gezielt Silberjodid (mit Azeton) in Gewittern zur Hagelverhinderung. Rauch wird oft bei Flugzeugshows eingesetzt, aber auch zum Studium der sogenannten Wirbelschleppen von Großflugzeugen. Auch Wasser wird zu diesen Zwecken eingesetzt. Des Weiteren können im militärischen Bereich gezielt Wolken &amp;#039;&amp;#039;ausgeregnet&amp;#039;&amp;#039; werden, um im Konfliktfall Vorteile zu erzielen. International sind derartige Eingriffe in der ENMOD-Regelung der UNO verbindlich festgelegt. Auch wurde im Vietnamkrieg Agent Orange von Flugzeugen zur Entlaubung von Wäldern verteilt. In Notfällen können auch Flugzeuge ausnahmsweise Treibstoff ablassen, was als &amp;#039;&amp;#039;fuel dumping&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet wird. Im Gegensatz zu Kondensstreifen enstehen die Rauchfahnen direkt an den Auslassöffnungen. Kondensstreifen bilden sich hingegen erst deutlich hinter den Triebwerken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chemtrail und Regenradar==&lt;br /&gt;
[[image:chaff2.jpg|Düppelwolke über Holland|left|thumb]][[image:chaff.jpg|Radar-Düppel|thumb]]&lt;br /&gt;
Von Anhängern der Chemtrail-Verschwörungstheorie wird mitunter vorgebracht, daß es hin- und wieder auffällige Echos im Regenradar der Wetterdienste gibt, die wie &amp;#039;&amp;#039;Geisterwolken&amp;#039;&amp;#039; erscheinen. So zeigten am 19.&amp;amp;nbsp;Juli 2005 die Radarbilder des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor Hollands Nordseeküste ein kleines, kompaktes Wolkengebilde, das wie ein Regengebiet aussah. Innerhalb von zwei Stunden zeigte das Radar ein 300&amp;amp;nbsp;Kilometer langes Wolkenband von den ostfriesischen Inseln bis ins nördliche Ruhrgebiet. Aber gleichzeitig waren weder vom Boden noch von Satelliten aus Wolken zu sehen, auch nichts was etwa wie eine Anhäufung von Kondensstreifen hätte angesehen werden können. In diesem, wie auch analogen Fällen, waren im Rahmen einer militärischen Übung Radar-Düppel (engl. &amp;#039;&amp;#039;chaff&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Rapid Bloom Chaff (RBC)&amp;#039;&amp;#039;) ausgebracht worden, kleine Metallfäden die Radarwellen reflektieren und somit das Radar passiv stören.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,445727,00.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.presse.uni-karlsruhe.de/6428.php&amp;lt;/ref&amp;gt; Vertreter der Chemtrailidee können sich auf Radardüppel nicht beziehen. Denn dann müsste es stets bei Beobachtung angeblicher Chemtrails auch auffällige Radarechos geben. Einen zeitlichen Zusammenhang zwischen angeblichen Chemtrailsichtungen und auffälligen Radarechos gibt es aber selbst aus Kreisen der Chemtrailbefürworter nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Logische Gegenargumente==&lt;br /&gt;
Ein, wie &amp;#039;&amp;#039;Chemtrailioten&amp;#039;&amp;#039; meinen, weltweit durch die UNO koordiniertes, geheimes Programm zur Ausbringung von künstlichen Kondensstreifen müsste durch eine große Zahl von eingeweihten Personen geheim gehalten werden, die sich zudem möglicherweise strafbar machen würden. Zu diesem Personenkreis müssten die Flugzeugbesatzungen, Hersteller der eingesetzten Technik und Mittel und Flugplatzmitarbeiter gehören. Bislang hat sich jedoch in den letzten 10&amp;amp;nbsp;Jahren noch kein einziger von ihnen zu Wort gemeldet oder sich als Zeuge gemeldet. Chemtrail-Verbreiter wie Platte erwähnen, dass es sogar Piloten gäbe, die entlassen worden wären, weil sie sich weigerten, an dem hypothetischen Chemtrail-Projekt mitzuarbeiten. Hier verliert diese Hypothese jegliche Glaubwürdigkeit. Denn: Welcher entlassene Pilot würde sich in diesem Fall nicht an die Öffentlichkeit wenden oder seinen ehemaligen Arbeitgeber verklagen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um eine bestimmte definierte Substanz in einer Konzentration von 1&amp;amp;nbsp;mg pro Quadratmeter zu verteilen, bräuchte man 1&amp;amp;nbsp;kg davon pro Quadratkilometer. Europa hat eine Fläche von 10,5&amp;amp;nbsp;Millionen Quadratkilometer, das ergäbe dann 10.500&amp;amp;nbsp;Tonnen für eine einmalige Besprühung. Ein typisches Großflugzeug, wie die militärische Boeing KC-135, hat eine maximale Zuladung von 85&amp;amp;nbsp;Tonnen Treibstoff.&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Boeing_KC-135#Technische_Daten&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach bräuchte man 123&amp;amp;nbsp;Flugzeuge diesen Types, um das zu bewerkstelligen, wenn jedes Flugzeug nur einmal fliegen würde. Die gesamte Erdoberfläche umfasst 510&amp;amp;nbsp;Millionen  Quadratkilometer. Demnach wären dann pro Sprühvorgang 510.000&amp;amp;nbsp;Tonnen Material zu verteilen, das wären dann 6.000&amp;amp;nbsp;Tankflugzeuge. Allerdings wäre dann der gesamte &amp;#039;&amp;#039;Treibstoff&amp;#039;&amp;#039; die zu verteilende Substanz in flüssiger Form. Müsste dieses jedoch vorher verdünnt werden (beispielsweise 1:9), dann benötigte man bereits 5.100.000&amp;amp;nbsp;Tonnen der fertigen Sprühlösung und demnach 60.000&amp;amp;nbsp;Phantom-Tankflugzeuge. Das ist das 3,2-fache dessen, was zur Zeit überhaupt an Jets im offiziellen Bestand der ganzen Welt zur Verfügung steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Argument gegen die Chemtrailhypothese ist die Tatsache, dass seit den 1970er Jahren bis heute (2009) die Anzahl der jährlichen Nebeltage in Europa abgenommen hat. Das hat die Auswertung der Sichtbedingungen an 342&amp;amp;nbsp;Wetterstationen in ganz Europa ergeben. Forscher um Robert Vautard publizierten dies in &amp;quot;Nature Geoscience&amp;quot;. Der Rückgang von Nebel basiere darauf, dass dank besserer Kraftwerksfilter die Schwefeldioxidemissionen zurückgegangen seien. Die bessere Luft bringe klarere Sicht. Durch die klarere Luft erreiche jetzt auch mehr Sonnenstrahlung den Erdboden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.nature.com/ngeo/journal/vaop/ncurrent/abs/ngeo414.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.welt.de/welt_print/article3050704/Der-Nebel-ueber-Europa-zieht-langsam-ab.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chemtrail zu Goethes Zeiten==&lt;br /&gt;
Wenn man Argumentationen von Chemtrailanhängern folgt, müßte es bereits zu Goethes Lebzeiten Chemtrails gegeben haben. Am Donnerstag, den 18.&amp;amp;nbsp;Mai 1820 schreibt Johann Wolfgang von Goethe: &amp;#039;&amp;#039;Früh ganz klarer Himmel, nach und nach leichte Zirrus, um Mittag seltene, höchst auffallende Erscheinung, die mich aus der Enge auf eine freie Stätte rief. Von Westen herauf, mit entschiedenem Südwind, zogen lange, zarte&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zirrusstreifen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;einzeln und vereinigt; im Vorwärtsziehn krümmten sie das vordere Ende zu kleinen Wölkchen, etwas niedriger zogen unbestimmte weiße Wölkchen, die von jenen&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Streifen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;mit aufgenommen wurden, sonst standen noch alle Arten von Zirrus am bläulichen Himmel, Schäfchen,&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;gegitterte Streifen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;alles in Bewegung und Verwandlung. Der Himmel überwölkte sich nach und nach [...]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;J.&amp;amp;nbsp;W.&amp;amp;nbsp;v.&amp;amp;nbsp;Goethe, Zur Naturwissenschaft überhaupt, Band&amp;amp;nbsp;1 Heft&amp;amp;nbsp;3,1820&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chemtrail-Fälschungen==&lt;br /&gt;
[[image:ctfake11.jpg|CT-Bomber Fake|400px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Peterplatte.jpg|Platte|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Altnickelhazmat.jpg|Vergrößerter Ausschnitt aus dem Fake|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:777orig.jpg|Ausschnitt aus dem Originalbild|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:777b.jpg|Wasserbefüllung eines Ballasttanks|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:pinalairpark.jpg|Flugzeugfriedhof Pinal Airpark|left|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
Im Februar 2008 wurde von dem Chemtrail-Propagandisten und Forum-Moderator [[Peter Platte]] in seinem Forum ein Foto unklarer Herkunft verbreitet, das einen angeblichen &amp;#039;&amp;#039;Chemtrail-Bomber&amp;#039;&amp;#039; von innen zeigen sollte und von einem Vietnamveteranen stammen soll (Damit ist der in Chemtrailkreisen herumgereichte, völlig unglaubwürdige &amp;#039;&amp;#039;Tim White&amp;#039;&amp;#039; gemeint, nämlich Timothy Patrick White geboren am 5.&amp;amp;nbsp;März 1947 und in Denver (Colorado, USA) lebend. Der fundamentalchristliche unter verschiedenen Pseudonymen auftretende &amp;#039;&amp;#039;US-Patriot&amp;#039;&amp;#039; ist wegen Drogenbesitz und Stalking verurteilt worden und bekannt durch wirre Verschwörungstheorien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zitat Platte im Forum: &amp;#039;&amp;#039;[...] das ist einfach eine Sensation. Das Foto ist Traum des Ct-Aktivisten. Darauf haben wir schon seit Jahren gewartet und wie es scheint stehen noch weitere Enthüllungen bevor. Von den Innenmassen des Flugzeugs scheint es sich um eine Boeing KC&amp;amp;nbsp;767 der US Air Force zu handeln, von denen diese 200&amp;amp;nbsp;Stück besitzt. Bis dato war uns lediglich bekannt, dass die Chemikalien zum Sprühen bei den Herstellern von UN-Inspektoren in Container abgefüllt werden, die dann versiegelt und an verschiedene Einsatzorte verschickt werden. Nun wissen wir also wie die Container aussehen und wie sie hintereinander gekoppelt und mit dem elekt. System zur Steuerung verbunden werden. Ich kann es immer noch kaum fassen, dass wir dies Foto haben, dass der eindeutige Beweis dafür ist, wie gesprüht wird und wie das System funktioniert. Ein riesiges Dankeschön an den ehemaligen Air Force Piloten, der das Foto zur Verfügung gestellt hat. Peter [...]&amp;#039;&amp;#039; Andere Forumsmitglieder fügten noch hinzu: &amp;#039;&amp;#039;[...] Hier so ein Viech von innen. Man kann Wörter, wie &amp;quot;SPRAYER 1&amp;quot;und &amp;quot;HAZARD INSIDE&amp;quot; ausmachen. Gruselig. [...] Super Bild, da gibt es nichts!!&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild war jedoch eine einfache Fälschung eines im Internet öffentlich zu findenden copyright-geschützten Bildes.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.airliners.net/photo/Boeing/Boeing-777-240-LR/0855967/L/&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein im Freigeistforum als &amp;#039;&amp;#039;fighthamster&amp;#039;&amp;#039; angemeldeter User hatte nach eigenem Bekenntnis einfach falsche Beschriftungen in zwei Bilder eingefügt, die einen Passagierjet des Typs Boeing&amp;amp;nbsp;777 zeigten, der zu Zwecken der Zulassung mit Messgeräten und wasserhaltigen Behältern als Ballast ausgerüstet war. Der völlig unkritische und leichtgläubige Platte war blamiert, denn er hatte noch nicht einmal die völlig normalen Bullaugen auf dem Bild wahrgenommen. Auf den Webseiten der [[ENR]] wird die wirre Spinnerei um das gefälschte Bild kräftig weiter ausgebaut: Die im Bild gezeigten Ballastfässer (in Wirklichkeit tatsächliche umgebaute Bierfässer) sollen laut united-mutations &amp;#039;&amp;#039;Tanks&amp;#039;&amp;#039; sein, die vom Hersteller versiegelt würden und zwar unter Aufsicht von UNO-Inspektoren. An einem als geheim bezeichneten Ort namens Pinal Airpark (Arizona) würden unter CIA-Aufsicht Flugzeuge zu Chemtrail-Sprayern umgebaut werden, die dann ab November 1998 weltweit eingesetzt worden wären, mit der einzigen merkwürdigen Ausnahme von China. Quelle des erheiternden Geschwurbels sei der Vietnamveterane Tim White. Ein Ted Twietmeyer (tedtw@frontiernet.net) hatte bei rense.com Ähnliches behauptet, aber das gefälschte Bild wenigstens als Fake erkannt. Der Pinal Airpark ist ein Flugplatz (ICAO Kennung KMZJ, nach IATA: MZJ) in Arizona, der im Vietnamkrieg von der CIA genutzt wurde, und jetzt als Abstellplatz für ausrangierte Flugzeuge genutzt wird, ein Flugzeugfriedhof. Die meisten der dortigen Flugzeuge stammen von der Northwest Airlines.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pbase.com/bruceleibowitz/mzj&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[image:muennich.jpg|D.&amp;amp;nbsp;Münnichs Erfindung: Wolkenbilder von 1944 aus dem Irakkrieg 2003|500px|thumb]]&lt;br /&gt;
Ein weiterer Bildvorzeiger von Fotos mit gefälschter Herkunft ist der 1982 geborene [[Ryke Geerd Hamer|Hamer-Anhänger]] und Webdesigner [[David Münnich]] aus Saarbrücken. Ihm ist es zu verdanken, dass Bilder aus der Ardennenoffensive von 1944 als angebliche Bilder des Irak-Krieges von 2003 angegeben werden. Hier zeigt sich die Schwäche von Argumentationsversuchen ohne jegliche prüfbare Quellenangabe.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Präsentationen von Bildern ohne Quellenangabe in der Chemtrail-Szene==&lt;br /&gt;
[[image:Altnickelnasa747.jpg|Originalbild der NASA|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:altnickel747.png|angebliches Chemtrailflugzeug B747|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Altnickele6takamo.jpg|TACAMO: Boeing E6|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:AltnickelKC135.jpg|angeblicher Chemtrailtanker KC135|thumb]]&lt;br /&gt;
Typisch für die Chemtrail-Szene im In- und Ausland sind nicht nur die luftigen Hypothesen, die nicht durch Fakten untermauert sind, sowie Bildfälschungen und Manipulationen, sondern sehr häufig Präsentationen von Flugzeugen beim angeblichen &amp;#039;&amp;#039;Chemtrail-Sprühen&amp;#039;&amp;#039;, ohne dass die genauen Fluzeugtypen richtig erkannt oder die Bilder richtig interpretiert werden. Durch Fehlinterpretationen und Desinformation sollen leichtgläubige Betrachter und Laien schnellstmöglich beeindruckt werden. Gleichzeitig soll dadurch auch der eigene Absatz an Produkten wie Büchern, DVDs und eigenen Seminare und Vorträge gefördert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere fehlen in der Szene fast immer nachprüfbare, seriöse Quellenangaben mit Datumsangabe. Zwei typische Beispiele für quellenlos gezeigte Bilder sind auf der rechten Seite zu sehen. Mit einer einfachen Internetrecherche lässt sich allerdings die tatsächliche Herkunft der Bilder herausfinden (linke Seite). Meist handelt es sich um Aufnahmen von Flugzeugen, die zu Versuchszwecken Rauchfahnen erzeugen, mit denen die nachfolgenden Luftwirbel erfasst werden können, Löschflugzeuge oder Flugzeuge die bei der experimentellen Vereisung nachfolgender Luftfahrzeuge Wasser versprühen. Zu all diesen Experimenten gibt es für die Luftfahrtenthusiasten nicht nur umfangreiches Bildmaterial im Internet sondern auch ausführliche Versuchsbschreibungen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Reaktionen auf die Chemtrail-Hypothesen und wissenschaftliche Sicht==&lt;br /&gt;
Beweise für die Existenz von Chemtrails gibt es nicht und werden von den Befürwortern nicht vorgebracht. Auch spricht eine Vielzahl von logischen Gründen gegen eine etwaige Existenz. Kondensstreifen sind ein gut untersuchtes Phänomen und Fachartikel gibt es zum Thema seit den 1940er Jahren. Bereits die NACA (Vorläuferin der NASA) untersuchte das Phänomen der Kondensstreifen, als dieses im zweiten Weltkrieg eine militärische Bedeutung für die Ortung von Flugzeugen hatte. In einem Dokument aus dem Jahre 1942 (also Jahrzehnte vor der Erfindung der Chemtrail-Hypothese) benannten die NACA-Forscher diejenigen meteorologischen Bedingungen unter denen Kondensstreifen als &amp;#039;&amp;#039;persistent contrails&amp;#039;&amp;#039; länger sichtbar bleiben. Es konnte bisher kein Nachweis für die Anwesenheit von Barium oder Aluminium in den Kondensstreifen von Flugzeugen oder in Flugzeugtreibstoffen erbracht werden. Die Deutsche Flugsicherung GmbH hat bestätigt, dass im Rahmen der Luftraumüberwachung keine auffälligen Flugbewegungen beobachtet wurden, die etwas mit dem in „Raum &amp;amp; Zeit&amp;quot; beschriebenen Sachverhalt zu tun haben könnten. Der Deutsche Wetterdienst teilte mit, dass in den Beobachtungsdaten keine Besonderheiten auffindbar sind, die auf abweichende Formen von Kondensstreifen hindeuten könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das Bundesministerium der Verteidigung hat keine weitergehenden Erkenntnisse. Das Hauptquartier der US-Luftwaffe Europa hat mitgeteilt, dass es die beschriebenen Projekte bei der US-Luftwaffe weder gibt noch gegeben hat. Auch Greenpeace und das Umweltbundesamt halten die Chemtrail-Theorie für unseriös. Das UBA befragte in der Sache sogar die Weltgesundheitsorganisation WHO, denn die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) hätte angeblich eine Risikoanalyse über mögliche Folgen der Chemtrails unternommen. Auf Anfrage versicherte die WHO, weder über so genannte Chemtrails Kenntnis, noch eine Studie zum Thema unternommen zu haben. Auch im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sind die beschriebenen Phänomene nicht bekannt. Das Institut für Physik der Atmosphäre des DLR untersucht seit vielen Jahren die Wirkung der Emissionen des Luftverkehrs auf die Atmosphäre - einschließlich zahlreicher Messungen gas- und partikelförmiger Emissionen von Verkehrsflugzeugen. Auch der Deutsche Wetterdienst kann aus Beobachtungsdaten keine Besonderheiten entdecken, die auf abweichende &amp;#039;&amp;#039;Chemtrail&amp;#039;&amp;#039;-Formen von Kondensstreifen hindeuten. Die Bundesregierung nahm zu den Chemtrails ebenfalls Stellung: Aus der Stellungnahme der Bundesregierung 2004 (Deutscher Bundestag Drucksache 15/3694) an den CSU-Abgeordneten Herbert Frankenhauser: [...] Frage: &amp;#039;&amp;#039;Werden über der Bundesrepublik Deutschland zur Erforschung der Reduktion der globalen Erwärmung so genannte Chemtrails (von Flugzeugen versprühte chemische Spuren) ausgebracht?&amp;#039;&amp;#039; Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Simone Probst vom 8. September 2004: &amp;#039;&amp;#039;Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse darüber vor, dass Flugzeuge in Europa so genannte Chemtrails in die Atmosphäre einbringen.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chemtrails und Cloudbuster==&lt;br /&gt;
Ein Teil der Chemtrailanhänger glaubt mit Hilfe von Kupferrohren, die zu sogenannten [[Cloudbuster]]n gebündelt werden, die gemeinten Kondensstreifen &amp;#039;&amp;#039;auflösen&amp;#039;&amp;#039; zu können. Das Cloudbusterkonzept geht auf [[Wilhelm Reich]] zurück. Weiterentwicklungen sind &amp;#039;&amp;#039;Chembuster&amp;#039;&amp;#039; genannte Vorrichtungen die auf den amerikanischen Geschäftsmann, [[Esoterik]]er und Privatpiloten [[Don Croft]] zurückgehen. (siehe auch: [[Georg Ritschl]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chemtrails und die &amp;#039;&amp;#039;gelbe Revolution&amp;#039;&amp;#039; der [[European New Resistance|ENR]]==&lt;br /&gt;
[[image:enr.jpg|Ansprache Commandante Don|thumb|left]]&lt;br /&gt;
[[image:chemtrailplakatkoeln.jpg|Plakat in Köln|thumb]]&lt;br /&gt;
Eine neuartige Aktionsgruppe namens [[European New Resistance]], die sich derzeit in verschiedenen Städten öffentlich organisiert und um neue Mitglieder bemüht, will in der Öffentlichkeit unter dem Aufhänger &amp;quot;Chemtrails&amp;quot; auf populistische Weise auf verschiedenste Missstände aufmerksam machen. An die Aktion haben sich die Verschwörungstheoretikerportale [[NWO-Fighter.info]], [[infokrieg.tv]] und terraristen.net angeschlossen. Hinter den Aktivisten verbergen sich rührende [[Esoterik|esoterisch]]-naive Aktivisten vom sogenannten &amp;quot;Motzblog&amp;quot; und einem angeschlossenen Forum &amp;quot;Motzlabor&amp;quot;. Interessanterweise findet sich die &amp;#039;&amp;#039;Ansprache des Commandante Don&amp;#039;&amp;#039; auch auf der Webseite der so genannten &amp;#039;&amp;#039;Reichszeitung&amp;#039;&amp;#039;, einer typischen rechtsaußen-[[KRR]]. Im Sommer 2008 machten sie von sich reden, als sie in Köln Anti-Kondensstreifenplakate über die &amp;#039;&amp;#039;Kölner Außenwerbung KAW&amp;#039;&amp;#039; kleben ließen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://netzklempnerin.wordpress.com/2008/07/20/die-gelben-piraten-aus-taka-tuka-land/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chemtrail, Impfgegner und die Vogelgrippe==&lt;br /&gt;
Auf die Chemtrail-Hypothese beruft sich in absurder Weise auch die [[Impfgegner|Impfgegnerin]] [[Anita Petek-Dimmer]]. Zitat: &amp;#039;&amp;#039;Die radioaktive Strahlenwirkung aus den Chemtrails, die mit Plutonium angereichert ist, breitet ihre ionisierende Strahlung auf Wälder, Auen, Fluren, Seen, Flüsse und Wiesen aus [...] Die Bodenbakterien werden durch Kontamination abgetötet und lösen sich zum Teil auf. Diese Bakterien werden benötigt, um die Regulation der Wasserhaltung im Boden zu gewährleisten. Als Folge dieser Bestrahlung entsteht eine Versandung, Wüstenbildung und Bodenverkrustung. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist dies mit ein Grund bzw. eine der Ursachen der Vogelgrippe.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/fulltext/117864615/PDFSTART?CRETRY=1&amp;amp;SRETRY=0&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vogelgrippe wird der Berliner &amp;#039;&amp;#039;Sachverständige und Fachgutachterin für niederintensive Radioaktivität und radioaktive Strahlenwirkung &amp;#039;&amp;#039; [[Brigitte Schlabitz]] zufolge nicht durch ein Virus, sondern durch das Abregnen von &amp;quot;atomar erzeugten Wolkenformationen&amp;quot; sowie durch radioaktive Strahlung aus Chemtrails verursacht. Auch das Kränkeln und Absterben von Zimmerpflanzen würde laut Schlabitz in vielen Fällen durch radioaktive Chemtrails verursacht. Bei der Wirkung der Chemtrails sollen aber auch [[RFID|&amp;quot;Mikrochips&amp;quot;]] eine Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chemtrail in der Politik==&lt;br /&gt;
[[image:Ctglashuetten.jpg|350px|thumb]]&lt;br /&gt;
Die NPD sah sich veranlasst, eine Anfrage im sächsischen Landtag zu Chemtrails zu stellen. Die Thematik &amp;quot;Chemtrails&amp;quot; wird in der rechten Szene gerne als Aufhänger benutzt, um unwissende Bürger (insbesondere lebensängstliche, überforderte Menschen) näher an die Thematik judenfeindlicher Schriften und rechten Meinungsbildern zu lenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar 2009 kam der Ortsverein von Bündnis 90 / Die Grünen des 5500-Seelen-Ortes Glashütten (Hochtaunuskreis) auf die Idee, auf ihren Webseiten ein haarsträubendes desinformierendes Pamphlet zur Chemtrailhypothese unter der Überschrift &amp;#039;&amp;#039;Die Zerstörung des Himmels durch Chemtrails&amp;#039;&amp;#039; zu verbreiten [http://www.gruene-glashuetten.de/index.php?dom=1&amp;amp;lang=22&amp;amp;p=74]. Aus Flugzeugen würde die Bevölkerung durch Barium, Aluminium und &amp;quot;Sulfur&amp;quot; vergiftet. Zeugen für diese ungeheuerliche Anschuldigung wurden genauso wenig zitiert wie irgendwie verlässliche Belege für dieses angeblich Milliarden kostende Verbrechens. Der per Email angeschriebene Webseitenbetreiber konnte auf Anfrage auch nicht sagen, wie er die angeblichen Giftkondensstreifen nachweisen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Pearson HA, &amp;#039;&amp;#039;Condensation trails where they occur and what can be done about them&amp;#039;&amp;#039;,1942, NTRS:2006-11-06, Report Number: NACA-WR-L-474. link: [http://naca.central.cranfield.ac.uk/report.php?NID=1917]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks auf Deutsch==&lt;br /&gt;
*http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/hintergrund/chemtrails.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.martin-wagner.org/anti-chemtrails.htm&lt;br /&gt;
*http://www.readyfor3000.de/Kondensstreifen.htm&lt;br /&gt;
*http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=38785499&amp;amp;top=SPIEGEL&lt;br /&gt;
*http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/frage-von-m-baumann_aid_26819.html&lt;br /&gt;
*http://chemtrails-maerchen.blogspot.com/&lt;br /&gt;
*http://www.mpimet.mpg.de/presse/faq-s/welche-rolle-spielen-kondensstreifen-fuer-unser-klima.html&lt;br /&gt;
*http://chemtrails.bplaced.net/2008/09/sensation-wissenschaftlicher-nachweis.html&lt;br /&gt;
*http://www.abgeordnetenwatch.de/index.php?cmd=223&amp;amp;q=chemtrails&lt;br /&gt;
*http://www.dfs.de/dfs/internet/deutsch/inhalt/company_future/primaernavigation/fluglaerm_umwelt/sekundaernavigation/grundlagen/andere_themen/andere_themen.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks auf Englisch==&lt;br /&gt;
*[http://naca.central.cranfield.ac.uk/reports/1942/naca-wr-l-474.pdf NACA-Publikation über persistent contrails aus dem Jahre 1942]&lt;br /&gt;
*http://www.skepdic.com/chemtrails.html&lt;br /&gt;
*http://www.lacarte.org/health/chemtrails/debunkery/&lt;br /&gt;
*http://contrailscience.com/contrail-or-chemtrail/&lt;br /&gt;
*http://www.af.mil/shared/media/document/AFD-051013-001.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.hans-egebo.dk/skeptic/contrails.htm&lt;br /&gt;
*http://www.env.leeds.ac.uk/envi1200/slides/Chapter%209.pdf zur Contrail-Entstehung&lt;br /&gt;
*http://www.youtube.com/watch?v=wfOrez6q7WM&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hinweis:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Dieser Artikel wäre ohne zahlreiche Hinweise von Forenmitgliedern nicht möglich gewesen, die sich in ihrer Freizeit mit den Chemtrail-Hirngespinsten beschäftigt haben. Bei diesen möchten wir uns ausdrücklich bedanken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pseudowissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verschwörungstheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Benutzer:Agnostik</title>
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		<updated>2010-02-05T20:10:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;quot;Das Geheimnis des Erfolges ist Aufrichtigkeit. Sobald man das vortäuschen kann, hat man es geschafft.&amp;quot; - Jean Giraudoux&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 15.02.10 im Urlaub… Gruß &amp;amp; frohes Schaffen!&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
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	<entry>
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		<title>Ritalinkritik</title>
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		<updated>2010-01-27T17:57:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Ritalin und Scientology */ Typo&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:ADHS.jpg|Zappelphillip als ADHS-betroffenes Kind|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Ritalin.jpg||thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Ritalinkritik.jpg|Ritalin Kritik in Kent-Depesche|thumb]]&lt;br /&gt;
Zur Anwendung des Wirkstoffs Methylphenidat zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wurden und werden verschiedene [[Verschwörungstheorie]]n und sachlich nicht gerechtfertigte Beschuldigungen verbreitet. Dies wird allgemein als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ritalinkritik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, da Ritalin der Handelsname eines verbreiteten Medikamentes mit Methylphenidat und einer großen Personenzahl bekannt ist. Der Begriff Ritalinkritik ist somit stellvertretend für die Kritik am Wirkstoff Methylphenidat, aber auch für analoge Substanzen und in einem erweiterten Sinn für die generelle Kritik der Behandlungsbedürftigkeit des ADHS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in diesem Artikel thematisierte Ritalinkritik bezieht sich nur ansatzweise auf die tatsächlichen und wissenschaftlich nachgewiesenen, unerwünschten Wirkungen (sog. &amp;#039;&amp;#039;Nebenwirkungen&amp;#039;&amp;#039;) und Kontraindikationen von Methylphenidat. Zu diesen Thema sollte ein Arzt oder Apotheker befragt werden und die Fachliteratur konsultiert werden. Hinweise gibt auch Wikipedia [http://de.wikipedia.org/wiki/Methylphenidat].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier gemeinte pauschale Ritalinkritik ist im Umfeld von Sekten oder Außenseitern im Gesundheitssektor häufig zu beobachten, so beispielsweise von der Firma [[Gesellschaft für Ernährungsheilkunde]] ins Sinsheim.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.anonym.to/?www.zentrum-der-gesundheit.de/adhs.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie ist jedoch auch Gegenstand von parlamentarischen Anfragen gewesen und im Anti-[[NWO]]-Umfeld geläufig. Zu den aktivsten Gegnern einer Ritalinanwendung zählt [[Scientology]] bzw. ihr nahestehende Organisationen wie die [[Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.]] (KVPM) oder ihr nahestehende Personen wie [[Michael Hinz]]. Bekanntere Ritalinkritiker sind der pauschale Impfgegner [[Hans Tolzin]] und als rechtsaußen bekannte Personen wie [[Jo Conrad]] und [[Jan Udo Holey]] sowie der Göttinger Neurobiologe [[Gerald Hüther]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An ADHS leidende Kinder werden in [[Esoterik]]erkreisen häufig auch als [[Indigo-Kinder]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Methylphenidat==&lt;br /&gt;
[[image:Methylphenidat.jpg|Methylphenidat|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:ritalin2.jpg|Ritalinverbrauch Deutschland (Quelle: Heise.de)|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Chemisch gesehen, ist Methylphenidat eine Amphetamin-ähnliche Substanz mit stimulierender Wirkung. Es wird aber nicht nur bei Jugendlichen und Kindern ab 6&amp;amp;nbsp;Jahren mit ADHS eingesetzt&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/028-019.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, sondern auch bei der Narkolepsie (plötzliche unkontrollierbare Schlafsucht) bei Erwachsenen&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/030-056.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methylphenidat wird mit gutem Erfolg seit Jahrzehnten zur Therapie hyperaktiver Verhaltensstörungen bei Kindern eingesetzt. Bei dieser Anwendung wird sowohl vom Hersteller als auch von den ärztlichen Fachgesellschaften zwingend gefordert, dass Ritalin nur im Rahmen eines umfassenden Therapieprogramms verwendet werden darf, zu dem auch psychologische, erzieherische und soziale Behandlungsmaßnahmen gehören müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methylphenidat wirkt bei tatsächlichen ADHS-Patienten paradox, das heißt, anstatt noch hyperaktiver zu werden, wird bei diesen Menschen die Hyperaktivität gedämpft und die Konzentrationsfähigkeit verbessert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methylphenidat hemmt die Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin in den Präsynapsen und erhöht so deren Konzentration im synaptischen Spalt. Dies führt zu erhöhtem Signalaufkommen am Rezeptor und unter anderem zu einer Erhöhung des Sympathikotonus. In geringem Maße sorgt Methylphenidat für die Freisetzung von Katecholaminen, die große Erhöhung der Dopaminkonzentration wird aber in erster Linie durch Wiederaufnahmehemmung erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hypothesen zur Wirkung bei ADHS:&lt;br /&gt;
Für die Wirkung von Methylphenidat gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze. Eine Hypothese besagt, dass bei ADHS bestimmte Bereiche im frontalen Gehirn (früher wurde ADHS auch als eine striato-frontale Dysfunktion bezeichnet), die u.a. Impulse kontrollieren, weniger aktiv seien und durch Stimulanzien angeregt würden, wodurch das Gehirn seine Kontrollfunktionen besser wahrnehmen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut einer weiteren Hypothese weisen Menschen mit ADHS eine erhöhte Anzahl und Aktivität von sogenannten Dopamin-Transportern auf. Dieses Rücktransportsystem der Nervenzellen sauge das von diesen Nervenzellen in den synaptischen Spalt freigesetzte Dopamin wie eine Art „Staubsauger“ wieder auf. Methylphenidat blockiere dieses Rücktransport-System vorübergehend, das heißt in aller Regel für drei bis fünf Stunden. Dadurch werde ein Zustand erzielt, der die Verfügbarkeit des Dopamins verbessert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderer Erklärungsansatz (Plastizitäts-Hypothese) vermutet, dass in den besagten Hirnarealen zu wenig Rezeptoren für Dopamin existierten. Dieser Mangel an Rezeptoren führe dazu, dass hemmende Neuronen nicht ausreichend aktiviert würden. Durch die Gabe von Methylphenidat würden die Rezeptoren vermehrt mit Dopamin versorgt, so dass die Erregungsweiterleitung besser funktioniere. Auf Dauer könne sich jedoch das Rezeptorsystem verändern und immer unempfindlicher gegen den Botenstoff werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannte Handelsnamen von Medikamenten die Methylphenidat enthalten sind: Ritalin, Medikinet, Equasym und Concerta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methylphenidat ist in der Anlage&amp;amp;nbsp;3 des Betäubungsmittelgesetzes&amp;amp;nbsp;(BtMG) aufgelistet und unterliegt einer gesonderten Verschreibungspflicht durch Ärzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich bekannte, unerwünschte Wirkungen / Nebenwirkungen==&lt;br /&gt;
Methylphenidat wird im allgemeinen sehr gut vertragen. Anfängliche Kopf- oder Bauchschmerzen und Schlafstörungen, die beim Einschleichen des Medikamentes auftreten können, verschwinden in der Regel nach den ersten Wochen wieder. 20-30% der Patienten sprechen jedoch nicht auf eine Behandlung mit Methylphenidat an und sind sogenannte Non-Responder. Bei diesen Patienten sollte man zu alternativen Medikamenten wie z.B. einem Amphetaminsaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Amphetamin] oder Strattera [http://de.wikipedia.org/wiki/Atomoxetin] (Wirkstoff Atomoxetin) greifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder die mit Methylphenidat behandelt werden, müssen ihrem behandelndem Arzt in regelmäßigen Abständen zur körperlichen Untersuchung und Blutentnahme vorgestellt werden. So hat der Arzt eine Kontrolle, dass das Medikament vertragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methylphenidat ist bei ADHS Mittel der ersten Wahl [http://www.journalmed.de/newsview.php?id=7903].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Falschbehauptungen und Verschwörungstheorien==&lt;br /&gt;
Typische Behauptungen von Ritalinkritikern sind:&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Methylphenidat macht abhängig/süchtig&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Laut einer Langzeitstudie von Huss&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000002733&amp;lt;/ref&amp;gt; war das Suchtrisiko in der mit Methylphenidat behandelten Gruppe signifikant gesenkt. In dieser Studie gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass eine frühe Behandlung mit Methylphenidat mit einem erhöhten Suchtrisiko einhergeht. Der gegenteilige Effekt konnte bestätigt werden: Kinder, die unter ADHS leiden und frühzeitig und längerfristig mit Methylphenidat behandelt werden, griffen in der Folge seltener zu legalen und illegalen Drogen und entwickelten seltener eine Suchterkrankung. Eine sachgemäße Behandlung von ADHS-Kindern mit Methylphenidat kann daher als Schutzfaktor für die Suchtentwicklung angesehen werden. Außerdem führt die orale Aufnahme in der Regel zu einem flachen Dopaminanstieg und wird daher von Drogenkonsumenten meist nicht eingesetzt. Das Medikament flutet für einen &amp;quot;Kick&amp;quot; nicht schnell genug an.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Das ADHS ist eine Erfindung aus der Zusammenarbeit von [[Antipsychiatrie|Psychiatrie]] und Pharmaindustrie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Auch diese Behauptung ist falsch, da das ADHS bereits im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert beschrieben wurde. Stattdessen sei das ADHS die Folge einer Fehlernährung. ADHS zeige sich nach Konsum von &amp;#039;&amp;#039;einfachen Kohlenhydraten&amp;#039;&amp;#039;, Zucker, Weißmehlprodukten, Cola, Hamburgern, Spaghetti, Chips, phosphathaltiger Nahrung usw. Allgemein werden im Ritalinkritikerumfeld eine &amp;#039;&amp;#039;Zivilisationsernährung&amp;#039;&amp;#039; beschuldigt, die zu einem angeblichen Mangel an Mineralstoffen und &amp;#039;&amp;#039;Vitalstoffen&amp;#039;&amp;#039; führe, der aber durch entsprechende käuflich zu erwerbende [[Nahrungsergänzungsmittel]] zu beseitigen sei. Andere Ritalinkritiker glauben, dass &amp;#039;&amp;#039;schimpfende Lehrer&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;missverstandene Worte&amp;#039;&amp;#039;, Videos und &amp;#039;&amp;#039;Erwachsenenkonversation&amp;#039;&amp;#039; verantwortlich seien. Auch sei das ADHS häufiger bei alleinerziehenden Elternteilen zu beobachten. Hinzu kommen noch Beschuldigungen des Impfens, Amalgame und Schwermetalle als ADHS-Ursache. Für all diese Behauptungen werden jedoch keine Belege genannt. Experten sind sich allerdings einig, dass neurobiologische Ursachen zugrunde liegen. Zwillings- und Adoptionsstudien&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.journalmed.de/newsview.php?id=1018&amp;lt;/ref&amp;gt; zeigen ein signifikant höheres Vorkommen von ADHS bei Geschwistern und Eltern. Dies lässt auf eine genetische Disposition schließen.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Morbus Parkinson (sog. Schüttellähmung) als Folge der Ritalineinnahme&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Ritalin wird seit ungefähr 50&amp;amp;nbsp;Jahren eingesetzt. Diese Behauptung wurde von dem Göttinger Neurobiologen Gerald Hüther aufgrund seiner Versuche an 5&amp;amp;nbsp;Ratten aufgestellt. Es gibt auch zu dieser Behauptung keinen Beleg.&amp;lt;ref&amp;gt;http://web.archive.org/web/20070622000608/http://www.agadhs.de/public/wsdn/dpa_warnung_spaetfolgen.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ritalin verursacht Genschäden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; 2005 hatten amerikanische Forscher Hinweise darauf gefunden, eine neue Studie deutscher Forscher hat diesen Verdacht nicht bestätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-6167-2007-03-05.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==bekannte Ritalinkritiker==&lt;br /&gt;
Ritalinkritiker rekrutieren sich aus verschiedenen Kreisen: Vertreter der [[Antipsychiatrie]], hier vor allem Scientologen, Impfgegner (z.B. Hans Tolzin), [[Anthroposophie|Anthroposophen]] aber auch [[Psychoanalyse|Psychoanalytiker]] (z.B. [[Frank Dammasch]]), zum Teil Psychologen/Psychotherapeuten (z.B. [[Hans-Reinhard Schmidt]]), Sozialwissenschaftler und  Pädagogen sowie verschiedene Esoteriker, die Kinder mit ADHS als besonders begabte [[Indigo-Kinder]] bezeichnen ([[Andreas Bunkahle]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der Göttinger Neurobiologe [[Gerald Hüther]], einer der bekanntesten Ritalinkritiker, wurde durch seine Versuche an 5&amp;amp;nbsp;Ratten bekannt, aus denen er eine erhöhte Gefahr für das Entstehen der Parkinson-Krankheit nach langfristiger Ritalin-Einnahme in der Jugend schlussfolgerte. Trotz der Tatsache, dass es für diese Behauptungen keine wissenschaftlichen Belege gibt, wird er bei vielen anderen als Grundlage für die angebliche Gefährlichkeit von Methylphenidat herangezogen. Zusammen mit Hüther wird oft [[Helmut Bonney]] zitiert, ein weiterer Ritalingegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ritalinkritiker unter den Psychoanalytikern sind besonders Marianne Leutzinger-Bohleben, die Leiterin des Sigmund-Freud-Institutes Frankfurt, die zusammen mit Hüther das auch im [[Antipsychiatrie-Verlag]] vertriebene Buch „&amp;quot;ADHS – Frühprävention statt Medikalisierung&amp;quot;“ verfasst hat und der Soziologe und medizinische Laie Frank Dammasch, der mit seinen kruden Ansichten über ADHS sogar Kinder „behandelt“.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.psychoanalyse-aktuell.de/kinder/adhs.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer radikaler Ritalingegner ist [[Reinhard Voß]], ein Erziehungswissenschaftler und medizinischer Laie und Professor für Schulpädagogik an der Universität Koblenz-Landau, Abteilung Koblenz&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-koblenz.de/~didaktik/voss/index.php?page=person&amp;amp;id=werdegang&amp;lt;/ref&amp;gt;. Schon das Thema seiner Habilitationsschrift war „Die fortschreitende Medizinisierung auffälliger Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen als pädagogische und gesellschaftspolitische Herausforderung“. Neben einer Vielzahl ritalinkritischer Publikationen (Kritik an ADHS und Medikamentenmissbrauch)&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-koblenz.de/~didaktik/voss/index.php?page=adskritik&amp;lt;/ref&amp;gt; bietet er auch die Lehrveranstaltung „No more Ritalin - Das ADS als schulpädagogische Herausforderung“ an&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-koblenz.de/~didaktik/voss/index.php?page=lehrangebot&amp;amp;id=ritalin&amp;lt;/ref&amp;gt;. Voss beruft sich in seiner Ritalin-Kritik auch auf den Frankfurter Arzt und Psychotherapeuten [[Hans von Lüpke]], der ebenfall durch seine radikale Ablehnung von Methylphenidat und zahlreiche entsprechende Publikationen auffällt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-koblenz.de/~didaktik/voss/index.php?page=adskritik&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ritalin und Anthroposophie==&lt;br /&gt;
Aus Sicht der Anthroposophen ist ADHS keine biochemisch bedingte Störung der Dopaminverfügbarkeit, sondern resultiert aus einem ungleichen Zusammenspiel der Willenskräfte in der Entwicklung des Kindes bzw. einer allgemeinen Willenschsschwäche des betroffenen Kindes. Demnach ist auch die Behandlung mit Methylphenidat unnötig, wenn nicht sogar schädlich. Dazu äußert sich ein Waldorflehrer wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Als Klassenlehrer einer Waldorfschule hat man die Gelegenheit gerade unter diesem Gesichtspunkt über Jahre hindurch die Entwicklung eines Kindes zu beobachten. In der Begleitung dieser sogenannten hyperaktiven und impulsgestörten Kinder kann man verstehen und einsehen lernen, dass die Bewegungsfreude oder der Bewegungsdrang und die oft ungebremste Impulsivität solcher Kinder nicht aus einem Stoffwechselmangel im Gehirn entspringen sondern, aus einem ungleichen Zusammenspiel der Willenskräfte in der Entwicklung des Kindes hervorgehen.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.thomasjachmann.de/artikel/8-hans-dampf-hat-eine-willensschwaeche&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ritalin und Scientology==&lt;br /&gt;
Die international operierende Sekte [[Scientology]] ist im Rahmen ihrer pauschalen Psychiatrieablehnung auch aktiv gegen Ritalin kampagnenmäßig tätig.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ingo-heinemann.de/Ritalin.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit den 1980er Jahren verbreiten Scientology und mit ihr verbundene Organisationen Horrorgeschichten rund um die Anwendung von Ritalin bei ADHS. Die Kampagne wird mit E-Mails, lancierten Zeitungsartikeln und Einflussnahme auf Politiker geführt. Insbesondere wirft Scientology Eltern von ADHS-Kindern vor, diesen &amp;#039;&amp;#039;Drogen&amp;#039;&amp;#039; zu verabreichen und diese zu &amp;#039;&amp;#039;Drogensüchtigen&amp;#039;&amp;#039; zu machen. Ärzte würden das Medikament zu leichtfertig verordnen. Die entsprechende Diskussion ist in der Lage, viele Eltern, die sachlich nicht ausreichend informiert sind, zu verunsichern oder unter Druck zu setzen, da sie sich einerseits um die Schulleistungen ihrer Kinder sorgen, gleichzeitig aber auch um ihre körperliche und psychische Unversehrheit. So ist eine pauschale Ritalinkritik auch geeignet, in Eltern Schuldgefühle zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scientology-Organisation verbreitet auch die Mär, dass Ritalinanwender zu Gewalttätern, Schulmassaker-Täter und Mördern werden könnten und es werden entsprechende Listen angeblicher Ritalin-Gewalttäter verbreitet. Dem Verursacher des Gutenberg-Gymnasium Schulmassakers in Erfurt 2002, dem 19-jährigen früheren Schüler Robert Steinhäuser wird von Scientology ebenfalls der Gebrauch von &amp;#039;&amp;#039;Psychopharmaka&amp;#039;&amp;#039; zugesprochen. Steinhäuser erschoss zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin und einen Polizisten. Danach brachte er sich selbst um. Er war kurz zuvor der Schule verwiesen worden. Auch [[Jo Conrad]], der eng mit Michael Kent alias Michael Hinz zusammenarbeitet, mischte sich ein und forderte eine Überprüfung, ob Steinhäuser Ritalin bekommen hätte. Auch Hans Tolzin übernahm einen entsprechenden Artikel der Scientology-Seite &amp;quot;Zeitenschrift&amp;quot; auf seine Seite &amp;quot;Tolzin.de&amp;quot; und verlinkte darauf.&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.tolzin.de/ritalin/index.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Anhänger des Glaubens an mögliche Gewalt nach Ritalingabe ist auch [[Jan Udo Holey]], der sich wiederum auf ein Buch eines David Grossmann beruft, das im Verlag der [[La-Rouche]]-Gruppe erschien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein bekannter Ritalinkritiker ist der Scientologe, PC-Techniker und medizinische Laie Helmut Kaeding, der den Webauftritt www.Ritalin-Kritik.de betreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der [[alternativmedizin]]ische Markt für ADHS-Mittel==&lt;br /&gt;
Als Alternative zu Ritalin werden im Scientology- und Ritalinkritikumfeld häufig verschiedene Nahrungsergänzungsmittel, Mittel aus der [[Orthomolekulare Medizin|orthomolekularen Medizin]] und Vitamine angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[AFA-Algen]]: Zur angeblichen &amp;#039;&amp;#039;Erhöhung der Gehirnenergie&amp;#039;&amp;#039; (was auch immer das sein mag) wird auf die AFA-Algen verwiesen. Einen Nachweis zu deren Eignung bei ADHS gibt es indes nicht. Das BfArM und das BgVV warnten in einer Pressemitteilung vom 21.&amp;amp;nbsp;März 2002 vor AFA-Algen. (siehe Artikel: [[AFA-Algen]]). Andere Mittel am Alternativmarkt ohne Wirksamkeitsnachweise sind Kid-Plus, das Bestandteile der AFA-Algen enthalten soll und Juicepulver aus Kamutgrassprossen, Gerstengrassprossen und Alfalfa.&lt;br /&gt;
*[[L-Carnitin]]&lt;br /&gt;
*Zappelin: In Kreisen der [[Homöopathie]]anhänger wird auch das homöopathische Mittel Zappelin angepriesen. Die Zappelin Streukügelchen enthalten Chamomilla recutica&amp;amp;nbsp;D12, Kalium Phosphoricum&amp;amp;nbsp;D6, Delphinium staphisagria&amp;amp;nbsp;D12, Valeriana officinalis&amp;amp;nbsp;D6.&amp;lt;ref&amp;gt;Apotheken Journal (2002), S.&amp;amp;nbsp;41&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine postulierte Wirkung bei ADHS kann auf dem [[Placeboeffekt]] beruhen. In wissenschaftlichen Studien konnten nur eine geringe oder keine Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln wie Zappelin festgestellt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://laekbw.dgn.de/25/10praxis/88arzneimitteltherapie/07091.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Martinius, J. (2003): Mogelpackung – Stellungsnahme zu Zappelin. In: Pädiatrische Praxis; Vol. 63; Nr. 1; S. 168-169&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16257245?dopt=Abstract&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*Scientology gegen Ritalin: http://www.ingo-heinemann.de/Ritalin.htm&lt;br /&gt;
*[http://home.arcor.de/eimuc/2009.pdf ADHS]Dr. Johannes Streif; ADHS - All Das Hilft Selten - Über Sinn und Unsinn alternativer Heilverfahren zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (Oktober 2009)[http://home.arcor.de/eimuc/Streif.pdf Vortragspräsentation] und [http://home.arcor.de/eimuc/2009.pdf Tagungsband]&lt;br /&gt;
*Die Sehnsucht nach Gesundheit, Heil und Heilung-Tagungsband http://home.arcor.de/eimuc/2006.pdf: http://home.arcor.de/eimuc/Regenstaufindigo.pdf&lt;br /&gt;
*Esoterisches - Heil für Kinder und Jugendliche?-Tagungsband http://home.arcor.de/eimuc/2005.pdf: http://home.arcor.de/eimuc/Vortragzieglerppp.pdf&lt;br /&gt;
*[http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/028-019.htm Die Leitlinie zur Behandlung hyperkinetischer Störungen (letzte Überarbeitung 11/2006)]&lt;br /&gt;
*http://www.web4health.info/de/answers/adhd-child-flower.htm&lt;br /&gt;
*http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16257245?dopt=Abstract&lt;br /&gt;
*http://www.theness.com/neurologicablog/?p=876&lt;br /&gt;
*http://www.stern.de/magazin/heft/stern-nr-45-29102009-ritalin-1517937.html&lt;br /&gt;
*http://www.adhs-deutschland.de/content.php?abt_ID=1&amp;amp;site_ID=148&lt;br /&gt;
*http://www.nai.de/apoinfo_11A_leserfrage.html&lt;br /&gt;
*http://www.sgipt.org/gipt/hypak/ritalin/krikri.htm&lt;br /&gt;
*http://www.adhs.ch/download/docs/erwachsene/therapiestattideologie.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Keine_Therapieempfehlung}}&lt;br /&gt;
[[category:Verschwörungstheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Ritalinkritik&amp;diff=35321</id>
		<title>Ritalinkritik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Ritalinkritik&amp;diff=35321"/>
		<updated>2009-12-21T15:12:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Weblinks */ beim Link zu adhs-deutschland.de (überflüssige) Sitzungskennung entfernt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:ADHS.jpg|Zappelphillip als ADHS-betroffenes Kind|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Ritalin.jpg||thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Ritalinkritik.jpg|Ritalin Kritik in Kent-Depesche|thumb]]&lt;br /&gt;
Zur Anwendung des Wirkstoffs Methylphenidat zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wurden und werden verschiedene [[Verschwörungstheorie]]n und sachlich nicht gerechtfertigte Beschuldigungen verbreitet. Dies wird allgemein als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ritalinkritik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, da Ritalin der Handelsname eines verbreiteten Medikamentes mit Methylphenidat und einer großen Personenzahl bekannt ist. Der Begriff Ritalinkritik ist somit stellvertretend für die Kritik am Wirkstoff Methylphenidat, aber auch für analoge Substanzen und in einem erweiterten Sinn für die generelle Kritik der Behandlungsbedürftigkeit des ADHS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in diesem Artikel thematisierte Ritalinkritik bezieht sich nur ansatzweise auf die tatsächlichen und wissenschaftlich nachgewiesenen, unerwünschten Wirkungen (sog. &amp;#039;&amp;#039;Nebenwirkungen&amp;#039;&amp;#039;) und Kontraindikationen von Methylphenidat. Zu diesen Thema sollte ein Arzt oder Apotheker befragt werden und die Fachliteratur konsultiert werden. Hinweise gibt auch Wikipedia [http://de.wikipedia.org/wiki/Methylphenidat].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier gemeinte pauschale Ritalinkritik ist im Umfeld von Sekten oder Außenseitern im Gesundheitssektor häufig zu beobachten. Sie ist jedoch auch Gegenstand von parlamentarischen Anfragen gewesen und im Anti-[[NWO]]-Umfeld geläufig. Zu den aktivsten Gegnern einer Ritalinanwendung zählt [[Scientology]] bzw. ihr nahestehende Organisationen wie die [[Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.]] (KVPM) oder ihr nahestehende Personen wie [[Michael Hinz]]. Bekanntere Ritalinkritiker sind der pauschale Impfgegner [[Hans Tolzin]] und als rechtsaußen bekannte Personen wie [[Jo Conrad]] und [[Jan Udo Holey]] sowie der Göttinger Neurobiologe [[Gerald Hüther]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An ADHS leidende Kinder werden in [[Esoterik]]erkreisen häufig auch als [[Indigo-Kinder]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Methylphenidat==&lt;br /&gt;
[[image:Methylphenidat.jpg|Methylphenidat|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:ritalin2.jpg|Ritalinverbrauch Deutschland (Quelle: Heise.de)|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Chemisch gesehen, ist Methylphenidat eine Amphetamin-ähnliche Substanz mit stimulierender Wirkung. Es wird aber nicht nur bei ADHS eingesetzt, sondern auch bei der Narkolepsie (plötzliche unkontrollierbare Schlafsucht) und zur Wirksamkeitssteigerung bestimmter Antidepressiva.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methylphenidat wird mit gutem Erfolg seit Jahrzehnten zur Therapie hyperaktiver Verhaltensstörungen bei Kindern eingesetzt. Bei dieser Anwendung wird sowohl vom Hersteller als auch von den ärztlichen Fachgesellschaften zwingend gefordert, dass Ritalin nur im Rahmen eines umfassenden Therapieprogramms verwendet werden darf, zu dem auch psychologische, erzieherische und soziale Behandlungsmaßnahmen gehören müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methylphenidat wirkt bei tatsächlichen ADHS-Patienten paradox, das heißt, anstatt noch hyperaktiver zu werden, wird bei diesen Menschen die Hyperaktivität gedämpft und die Konzentrationsfähigkeit verbessert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methylphenidat hemmt die Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin in den Präsynapsen und erhöht so deren Konzentration im synaptischen Spalt. Dies führt zu erhöhtem Signalaufkommen am Rezeptor und unter anderem zu einer Erhöhung des Sympathikotonus. In geringem Maße sorgt Methylphenidat für die Freisetzung von Katecholaminen, die große Erhöhung der Dopaminkonzentration wird aber in erster Linie durch Wiederaufnahmehemmung erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hypothesen zur Wirkung bei ADHS:&lt;br /&gt;
Für die Wirkung von Methylphenidat gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze. Eine Hypothese besagt, dass bei ADHS bestimmte Bereiche im frontalen Gehirn (früher wurde ADHS auch als eine striato-frontale Dysfunktion bezeichnet), die u.a. Impulse kontrollieren, weniger aktiv seien und durch Stimulanzien angeregt würden, wodurch das Gehirn seine Kontrollfunktionen besser wahrnehmen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut einer weiteren Hypothese weisen Menschen mit ADHS eine erhöhte Anzahl und Aktivität von sogenannten Dopamin-Transportern auf. Dieses Rücktransportsystem der Nervenzellen sauge das von diesen Nervenzellen in den synaptischen Spalt freigesetzte Dopamin wie eine Art „Staubsauger“ wieder auf. Methylphenidat blockiere dieses Rücktransport-System vorübergehend, das heißt in aller Regel für drei bis fünf Stunden. Dadurch werde ein Zustand erzielt, der die Verfügbarkeit des Dopamins verbessert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderer Erklärungsansatz (Plastizitäts-Hypothese) vermutet, dass in den besagten Hirnarealen zu wenig Rezeptoren für Dopamin existierten. Dieser Mangel an Rezeptoren führe dazu, dass hemmende Neuronen nicht ausreichend aktiviert würden. Durch die Gabe von Methylphenidat würden die Rezeptoren vermehrt mit Dopamin versorgt, so dass die Erregungsweiterleitung besser funktioniere. Auf Dauer könne sich jedoch das Rezeptorsystem verändern und immer unempfindlicher gegen den Botenstoff werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannte Handelsnamen von Medikamenten die Methylphenidat enthalten sind: Ritalin, Medikinet, Equasym und Concerta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methylphenidat ist in der Anlage&amp;amp;nbsp;3 des Betäubungsmittelgesetzes&amp;amp;nbsp;(BtMG) aufgelistet und unterliegt einer gesonderten Verschreibungspflicht durch Ärzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich bekannte, unerwünschte Wirkungen / Nebenwirkungen==&lt;br /&gt;
Methylphenidat wird im allgemeinen sehr gut vertragen. Anfängliche Kopf- oder Bauchschmerzen und Schlafstörungen, die beim Einschleichen des Medikamentes auftreten können, verschwinden in der Regel nach den ersten Wochen wieder. 20-30% der Patienten sprechen jedoch nicht auf eine Behandlung mit Methylphenidat an und sind sogenannte Non-Responder. Bei diesen Patienten sollte man zu alternativen Medikamenten wie z.B. einem Amphetaminsaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Amphetamin] oder Strattera [http://de.wikipedia.org/wiki/Atomoxetin] (Wirkstoff Atomoxetin) greifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder die mit Methylphenidat behandelt werden, müssen ihrem behandelndem Arzt in regelmäßigen Abständen zur körperlichen Untersuchung und Blutentnahme vorgestellt werden. So hat der Arzt eine Kontrolle, dass das Medikament vertragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methylphenidat ist bei ADHS Mittel der ersten Wahl [http://www.journalmed.de/newsview.php?id=7903].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Falschbehauptungen und Verschwörungstheorien==&lt;br /&gt;
Typische Behauptungen von Ritalinkritikern sind:&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Methylphenidat macht abhängig/süchtig&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Laut einer Langzeitstudie von Huss&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000002733&amp;lt;/ref&amp;gt; war das Suchtrisiko in der mit Methylphenidat behandelten Gruppe signifikant gesenkt. In dieser Studie gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass eine frühe Behandlung mit Methylphenidat mit einem erhöhten Suchtrisiko einhergeht. Der gegenteilige Effekt konnte bestätigt werden: Kinder, die unter ADHS leiden und frühzeitig und längerfristig mit Methylphenidat behandelt werden, griffen in der Folge seltener zu legalen und illegalen Drogen und entwickelten seltener eine Suchterkrankung. Eine sachgemäße Behandlung von ADHS-Kindern mit Methylphenidat kann daher als Schutzfaktor für die Suchtentwicklung angesehen werden. Außerdem führt die orale Aufnahme in der Regel zu einem flachen Dopaminanstieg und wird daher von Drogenkonsumenten meist nicht eingesetzt. Das Medikament flutet für einen &amp;quot;Kick&amp;quot; nicht schnell genug an.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Das ADHS ist eine Erfindung aus der Zusammenarbeit von [[Antipsychiatrie|Psychiatrie]] und Pharmaindustrie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Auch diese Behauptung ist falsch, da das ADHS bereits im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert beschrieben wurde. Stattdessen sei das ADHS die Folge einer Fehlernährung. ADHS zeige sich nach Konsum von &amp;#039;&amp;#039;einfachen Kohlenhydraten&amp;#039;&amp;#039;, Zucker, Weißmehlprodukten, Cola, Hamburgern, Spaghetti, Chips, phosphathaltiger Nahrung usw. Allgemein werden im Ritalinkritikerumfeld eine &amp;#039;&amp;#039;Zivilisationsernährung&amp;#039;&amp;#039; beschuldigt, die zu einem angeblichen Mangel an Mineralstoffen und &amp;#039;&amp;#039;Vitalstoffen&amp;#039;&amp;#039; führe, der aber durch entsprechende käuflich zu erwerbende [[Nahrungsergänzungsmittel]] zu beseitigen sei. Andere Ritalinkritiker glauben, dass &amp;#039;&amp;#039;schimpfende Lehrer&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;missverstandene Worte&amp;#039;&amp;#039;, Videos und &amp;#039;&amp;#039;Erwachsenenkonversation&amp;#039;&amp;#039; verantwortlich seien. Auch sei das ADHS häufiger bei alleinerziehenden Elternteilen zu beobachten. Hinzu kommen noch Beschuldigungen des Impfens, Amalgame und Schwermetalle als ADHS-Ursache. Für all diese Behauptungen werden jedoch keine Belege genannt. Experten sind sich allerdings einig, dass neurobiologische Ursachen zugrunde liegen. Zwillings- und Adoptionsstudien&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.journalmed.de/newsview.php?id=1018&amp;lt;/ref&amp;gt; zeigen ein signifikant höheres Vorkommen von ADHS bei Geschwistern und Eltern. Dies lässt auf eine genetische Disposition schließen.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Morbus Parkinson (sog. Schüttellähmung) als Folge der Ritalineinnahme&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Ritalin wird seit ungefähr 50&amp;amp;nbsp;Jahren eingesetzt. Diese Behauptung wurde von dem Göttinger Neurobiologen Gerald Hüther aufgrund seiner Versuche an 5&amp;amp;nbsp;Ratten aufgestellt. Es gibt auch zu dieser Behauptung keinen Beleg.&amp;lt;ref&amp;gt;http://web.archive.org/web/20070622000608/http://www.agadhs.de/public/wsdn/dpa_warnung_spaetfolgen.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ritalin verursacht Genschäden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; 2005 hatten amerikanische Forscher Hinweise darauf gefunden, eine neue Studie deutscher Forscher hat diesen Verdacht nicht bestätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-6167-2007-03-05.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==bekannte Ritalinkritiker==&lt;br /&gt;
Ritalinkritiker rekrutieren sich aus verschiedenen Kreisen: Vertreter der [[Antipsychiatrie]], hier vor allem Scientologen, Impfgegner (z.B. Hans Tolzin), [[Anthroposophie|Anthroposophen]] aber auch [[Psychoanalyse|Psychoanalytiker]], zum Teil Psychologen/Psychotherapeuten (z.B. [[Hans-Reinhard Schmidt]], Sozialwissenschaftler und  Pädagogen sowie verschiedene Esoteriker, die Kinder mit ADHS als besonders begabte [[Indigo-Kinder]] bezeichnen ([[Andreas Bunkahle]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der Göttinger Neurobiologe [[Gerald Hüther]] , einer der bekanntesten Ritalinkritiker, wurde durch seine Versuche an 5 Ratten, woraus er eine erhöhte Gefahr für das Entstehen der Parkinson-Krankheit nach langfristiger Ritalin-Einnahme in der Jugend schlussfolgerte, bekannt. Trotz der Tatsache, dass es für diese Behauptungen keine wissenschaftlichen Belege gibt, wird er bei vielen anderen als Grundlage für die angebliche Gefährlichkeit von Methylphenidat herangezogen. Zusammen mit Hüter wird oft [[Helmut Bonney]] zitiert, ein weiterer Ritalingegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ritalinkritiker unter den Psychoanalytikern sind besonders Marianne Leutzinger-Bohleben, die Leiterin des Sigmund-Freud-Institutes Frankfurt, die zusammen mit Hüther das auch im [[Antipsychiatrie-Verlag]] vertriebene Buch „&amp;quot;ADHS – Frühprävention statt Medikalisierung&amp;quot;“ verfasst hat und der Soziologe und medizinische Laie Frank Dammasch, der mit seinen kruden Ansichten über ADHS sogar Kinder „behandelt“&amp;lt;ref&amp;gt; http://www.psychoanalyse-aktuell.de/kinder/adhs.html&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer radikaler Ritalingegner ist [http://anonym.to/?http://www.uni-koblenz.de/~didaktik/voss/index.php?page=adskritik Reinhard Voß], ein Erziehungswissenschaftler und medizinischer Laie und Professor für Schulpädagogik an der Universität Koblenz-Landau, Abteilung Koblenz&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-koblenz.de/~didaktik/voss/index.php?page=person&amp;amp;id=werdegang&amp;lt;/ref&amp;gt;. Schon das Thema seiner Habilitationsschrift war „Die fortschreitende Medizinisierung auffälliger Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen als pädagogische und gesellschaftspolitische Herausforderung“. Neben einer Vielzahl ritalinkritischer Publikationen (Kritik an ADHS und Medikamentenmissbrauch)&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-koblenz.de/~didaktik/voss/index.php?page=adskritik&amp;lt;/ref&amp;gt; bietet er auch die Lehrveranstaltung „No more Ritalin - Das ADS als schulpädagogische Herausforderung“ an&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-koblenz.de/~didaktik/voss/index.php?page=lehrangebot&amp;amp;id=ritalin&amp;lt;/ref&amp;gt;. Voss beruft sich in seiner Ritalin-Kritik auch auf den Frankfurter Arzt und Psychotherapeuten [[Hans von Lüpke]], der ebenfall durch seine radikale Ablehnung von Methylphenidat und zahlreiche entsprechende Publikationen auffällt&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-koblenz.de/~didaktik/voss/index.php?page=adskritik&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ritalin und Anthroposophie==&lt;br /&gt;
Aus Sicht der Anthroposophen ist ADHS keine biochemisch bedingte Störung der Dopaminverfügbarkeit, sondern resultiert aus einem ungleichen Zusammenspiel der Willenskräfte in der Entwicklung des Kindes bzw. einer allgemeinen Willenschsschwäche des betroffenen Kindes. Demnach ist auch die Behandlung mit Methylphenidat unnötig, wenn nicht sogar schädlich. Dazu äußert sich ein Waldorflehrer wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Als Klassenlehrer einer Waldorfschule hat man die Gelegenheit gerade unter diesem Gesichtspunkt über Jahre hindurch die Entwicklung eines Kindes zu beobachten. In der Begleitung dieser sogenannten hyperaktiven und impulsgestörten Kinder kann man verstehen und einsehen lernen, dass die Bewegungsfreude oder der Bewegungsdrang und die oft ungebremste Impulsivität solcher Kinder nicht aus einem Stoffwechselmangel im Gehirn entspringen sondern, aus einem ungleichen Zusammenspiel der Willenskräfte in der Entwicklung des Kindes hervorgehen&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.thomasjachmann.de/artikel/8-hans-dampf-hat-eine-willensschwaeche&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ritalin und Scientology==&lt;br /&gt;
Die international operierende Sekte [[Scientology]] ist im Rahmen ihrer pauschalen Psychiatrieablehnung auch aktiv gegen Ritalin kampagnenmäßig tätig. Seit den 1980er Jahren verbreiten Scientology und mit ihr verbundene Organisationen Horrorgeschichten rund um die Anwendung von Ritalin bei ADHS. Die Kampagne wird mit E-Mails, lancierten Zeitungsartikeln und Einflussnahme auf Politiker geführt. Insbesondere wirft Scientology Eltern von ADHS-Kindern vor, diesen &amp;#039;&amp;#039;Drogen&amp;#039;&amp;#039; zu verabreichen und diese zu &amp;#039;&amp;#039;Drogensüchtigen&amp;#039;&amp;#039; zu machen. Ärzte würden das Medikament zu leichtfertig verordnen. Die entsprechende Diskussion ist in der Lage, viele Eltern, die sachlich nicht ausreichend informiert sind, zu verunsichern oder unter Druck zu setzen, da sie sich einerseits um die Schulleistungen ihrer Kinder sorgen, gleichzeitig aber auch um ihre körperliche und psychische Unversehrheit. So ist eine pauschale Ritalinkritik auch geeignet, in Eltern Schuldgefühle zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scientology-Organisation verbreitet auch die Mär, dass Ritalinanwender zu Gewalttätern, Schulmassaker-Täter und Mördern werden könnten und es werden entsprechende Listen angeblicher Ritalin-Gewalttäter verbreitet. Dem Verursacher des Gutenberg-Gymnasium Schulmassakers in Erfurt 2002, dem 19-jährigen früheren Schüler Robert Steinhäuser wird von Scientology ebenfalls der Gebrauch von &amp;#039;&amp;#039;Psychopharmaka&amp;#039;&amp;#039; zugesprochen. Steinhäuser erschoss zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin und einen Polizisten. Danach brachte er sich selbst um. Er war kurz zuvor der Schule verwiesen worden. Auch [[Jo Conrad]], der eng mit Michael Kent alias Michael Hinz zusammenarbeitet, mischte sich ein und forderte eine Überprüfung, ob Steinhäuser Ritain bekommen hätte. Auch Hans Tolzin übernahm einen entsprechenden Artikel der Scientologie-Seite &amp;quot;Zeitenschrift&amp;quot; auf seine Seite &amp;quot;Tolzin.de&amp;quot; und verlinkte darauf.&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.tolzin.de/ritalin/index.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Anhänger des Glaubens an mögliche Gewalt nach Ritalingabe ist auch [[Jan Udo Holey]], der sich wiederum auf ein Buch eines David Grossmann beruft, das im Verlag der [[La-Rouche]]-Gruppe erschien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein bekannter Ritalinkritiker ist der Scientologe, PC-Techniker und medizinische Laie Helmut Kaeding, der den Webauftritt www.Ritalin-Kritik.de betreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der [[alternativmedizin]]ische Markt für ADHS-Mittel==&lt;br /&gt;
Als Alternative zu Ritalin werden im Scientology- und Ritalinkritikumfeld häufig verschiedene Nahrungsergänzungsmittel, Mittel aus der [[Orthomolekulare Medizin|orthomolekularen Medizin]] und Vitamine angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[AFA-Algen]]: Zur angeblichen &amp;#039;&amp;#039;Erhöhung der Gehirnenergie&amp;#039;&amp;#039; (was auch immer das sein mag) wird auf die AFA-Algen verwiesen. Einen Nachweis zu deren Eignung bei ADHS gibt es indes nicht. Das BfArM und das BgVV warnten in einer Pressemitteilung vom 21. März 2002 vor AFA-Algen. (siehe Artikel: [[AFA-Algen]]). Andere Mittel am Alternativmarkt ohne Wirksamkeitsnachweise sind Kid-Plus, das Bestandteile der AFA-Algen enthalten soll und Juicepulver aus Kamutgrassprossen, Gerstengrassprossen und Alfalfa.&lt;br /&gt;
*[[L-Carnitin]]&lt;br /&gt;
*Zappelin: In Kreisen der [[Homöopathie]]anhänger wird auch das homöopathische Mittel Zappelin angepriesen. Die Zappelin Streukügelchen enthalten Chamomilla recutica D12, Kalium Phosphoricum D6, Delphinium staphisagria D12, Valeriana officinalis D6.&amp;lt;ref&amp;gt;Apotheken Journal (2002), S. 41&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine postulierte Wirkung bei ADHS kann auf dem [[Placeboeffekt]] beruhen. In wissenschaftlichen Studien konnten nur eine geringe oder keine Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln wie Zappelin festgestellt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://laekbw.dgn.de/25/10praxis/88arzneimitteltherapie/07091.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Martinius, J. (2003): Mogelpackung – Stellungsnahme zu Zappelin. In: Pädiatrische Praxis; Vol. 63; Nr. 1; S. 168-169&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16257245?dopt=Abstract&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*Scientology gegen Ritalin: http://www.ingo-heinemann.de/Ritalin.htm&lt;br /&gt;
*[http://home.arcor.de/eimuc/2009.pdf ADHS]Dr. Johannes Streif; ADHS - All Das Hilft Selten - Über Sinn und Unsinn alternativer Heilverfahren zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (Oktober 2009)[http://home.arcor.de/eimuc/Streif.pdf Vortragspräsentation] und [http://home.arcor.de/eimuc/2009.pdf Tagungsband]&lt;br /&gt;
*Die Sehnsucht nach Gesundheit, Heil und Heilung-Tagungsband http://home.arcor.de/eimuc/2006.pdf: http://home.arcor.de/eimuc/Regenstaufindigo.pdf&lt;br /&gt;
*Esoterisches - Heil für Kinder und Jugendliche?-Tagungsband http://home.arcor.de/eimuc/2005.pdf: http://home.arcor.de/eimuc/Vortragzieglerppp.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.web4health.info/de/answers/adhd-child-flower.htm&lt;br /&gt;
*http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16257245?dopt=Abstract&lt;br /&gt;
*http://www.theness.com/neurologicablog/?p=876&lt;br /&gt;
*http://www.stern.de/magazin/heft/stern-nr-45-29102009-ritalin-1517937.html&lt;br /&gt;
*http://www.adhs-deutschland.de/content.php?abt_ID=1&amp;amp;site_ID=148&lt;br /&gt;
*http://www.nai.de/apoinfo_11A_leserfrage.html&lt;br /&gt;
*http://www.sgipt.org/gipt/hypak/ritalin/krikri.htm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Keine_Therapieempfehlung}}&lt;br /&gt;
[[category:Verschwörungstheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Diskussion:Panfl%C3%B6te&amp;diff=35320</id>
		<title>Diskussion:Panflöte</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Diskussion:Panfl%C3%B6te&amp;diff=35320"/>
		<updated>2009-12-21T14:59:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Bilder zum Thema */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;==Bilder zum Thema==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
http://www.vvork.com/wp-content/uploads/2009/11/iie_ibk2.jpg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
http://www.techzonics.com/infrasonic-amplifier.jpg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
http://www.sarahangliss.com/wp-content/uploads/2009/01/npltest1.jpg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
---------------------------------------------------&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bzgl. Panflöten (und warum die Welt sie *dringend* braucht) empfiehlt sich (beim derzeitigen &amp;quot;Klang&amp;quot; des Artikels :) ) das da: http://www.southpark.de/episodenguide/folge/1210/ und die Fortsetzung http://www.southpark.de/episodenguide/folge/1211/ …&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So long - und vorab schon mal &amp;#039;nen guten Rutsch… --[[Benutzer:Agnostik|agnostik]] 15:59, 21. Dez. 2009 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
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	<entry>
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		<title>AFA-Algen</title>
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		<updated>2009-12-21T12:37:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: Tote Quellennachweise über archive.org wiederhergestellt…&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:afa2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Afa-Algen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Aphanizomenon flos-aquae) sind Bakterien der Abteilung [http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien  Cyanobakterien] und werden auch Blaualgen genannt. Diese werden seit einigen Jahren als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (NEM) angeboten. Entsprechend der häufigen Vorgehensweise von Vermarktern von &amp;quot;Wundermitteln&amp;quot; wurden über diese schlichte Alge diverse Märchen und beleglose Behauptungen verbreitet und ihr Heilwirkungen bei [[Ritalinkritik|ADHS]] bis [[Unkonventionelle Krebstherapien|Krebs]] und natürlich allen üblichen [[Zivilisationskrankheit]]en angedichtet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich jedoch Lebensmittel und unterliegen daher dem [[LFGB]] (Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch). Laut LFGB sind gesundheitsbezogene Werbung und werbeähnliche Äußerungen untersagt und können kostenpflichtig abgemahnt werden. Problematisch ist, dass in diesen Algen z.T. sehr giftige (lebertoxische) Microcystine vorhanden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Afa-Algen sind keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien==&lt;br /&gt;
Die als Afa-Algen bezeichneten Lebewesen sind zur Photosynthese befähigte Einzeller (Eubakterien), die evolutionsgeschichtlich sehr alt sind. Viele Stämme dieser Bakterien sind in der Lage, hochwirksame Gifte (Microcystine, Anatoxine, Saxitoxin) zu produzieren, welches sich in den Bakterien selbst sowie in den sie verzehrenden Meerestieren anreichert. Man nennt sie deshalb auch blaugrüne Cyanobakterien. Eine ausführliche Darstellung über Microalgen und deren Belastung mit Algentoxinen finden sie in den Guidelines for Safe Recreational-water Environments (Vol. I: Coastal and Fresh-waters), Oktober 1998 &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~tennisplatzis/paralex/content/who_Recreawat-II.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beworbene Indikationen==&lt;br /&gt;
Afa-Algen werden von unterschiedlichen Firmen als Lebensmittel angepriesen. Je nach Lokalisation der Firma werden verschiedene heilende Aussagen getroffen. In den USA werden die Mittel u.a. von der Fa. Bluegreen (von der auch deutsche Firmen ihre Produkte beziehen) als Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Immunschwächeerkrankungen anderer Art, ADHS, Hypercholesterinämie und zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens beworben. Für diese propagierten Aussagen liegen keine glaubwürdigen Wirksamkeitsnachweise vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
Seriöse Studien über die Wirkung der AFA-Algen gibt es im internationalen wissenschaftlichen Schrifttum nicht. Es gibt allerdings einige Nischenpublikationen wie einen Buchbeitrag (Manoukain et al. 1998) und Journalartikel (Kushak et al. 2000, Jensen et al. 2000). Letztere stammen aus dem Journal of the American Nutraceutical Association (JANA). Allein diese Titelwahl soll den Leser verwirren, denn die American Medical Association, die größte US-Vereinigung für Fachärzte der Inneren Medizin, gibt mit JAMA eine ähnlich klingende Fachzeitschrift heraus, die sich Journal of the American Medical Association (JAMA) nennt. JANA ist nicht in medizinischen Fachinformationsdiensten wie Medline gelistet, JAMA hingegen sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Studie von Manoukain et al. (1998) wurde festgestellt, dass man durch die Gabe von 1.5 g Afa-Algen bei fünf gesunden Freiwilligen eine signifikante Verringerung der Natürlichen Killerzellen innerhalb von 2 Stunden nach dem Schlucken bewerkstelligen konnte. Die Menge an NK-Zellen sank um 63%. Dies verwundert nicht, denn die unten noch näher beschriebenen Algentoxine greifen u.a. direkt die Zellstrukturen von weißen Blutkörperchen an und können die Aufnahme von Nahrungsenergie (z.B. Glukose) durch die Zellwand hemmen. Wahrscheinlich resultiert die Reduktion der NK-Zellen auf einer direkten Giftwirkung der in den Afa-Algen vorhandenen Microcystine oder des Saxitoxins, das in geringeren Mengen Auswirkungen auf Blutzellen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer zweiten Studie (Jensen et al. 2000) wurden 21 gesunde Probanden mit 1.5 g Afa-Algen über sechs Wochen behandelt. Unter der Afa-Algenbehandlung kam es zu einem deutlichen Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen, was unter Placebogabe nicht eintrat. Dieser Effekt wurde von den Autoren als Stimulation des Immunsystems interpretiert, die eine Verbesserung der Abwehrsituation anzeige. Dieser Schluss ist lächerlich, denn wenn man eine Substanz verzehrt, die Zellgifte enthält, welche im Organismus z.B. Leberzellen verstärkt in den Selbstmord treiben können (Auslösung der Apoptose), erklärt sich der Anstieg der Abwehrzellen wesentlich offensichtlicher. Stirbt im Organismus Zellgewebe ab, weil es beschädigt wurde, dann ändert sich die Oberflächenstruktur der betroffenen Zellen. Diese werden dadurch für das Abwehrsystem als zur Entsorgung freigegeben gekennzeichnet, daraufhin von weißen Blutkörperchen angegriffen und verzehrt. Je mehr solche betroffenen Zellen sterben, desto höher ist der Bedarf an den sie verzehrenden weißen Blutkörperchen. Die Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen ist nur die Folge einer durch Algengifte verursachten, niedrigschwelligen Entzündungsreaktion u.a. von Leberzellen. Jensen et al. (2000) verloren kein Wort über den Zustand der Leber oder der Nieren der Probanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kushak et al. (2000) veröffentlichten eine Studie, die an Ratten zeigen sollte, dass der Konsum von Afa-Algen den Blutfettspiegel zu regulieren in der Lage sei. Sie gaben den Tieren unterschiedliche, mit ungesättigten Fettsäuren angereicherte Diäten. Daneben reicherten Sie die Diät z.T. mit 10-15% Afa-Algensubstanz an. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die keinen Afa-Zusatz erhielt, wiesen die beiden Afa-Untersuchungsgruppen eine deutliche Senkung des Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegels im Serum auf. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Afa-Algen einen cholesterinsenkenden Effekt hätten und empfahlen, diese Wirkung im Lebensmittelsektor auszunutzen. Auch dieses Resultat wundert mich nicht, lässt es sich doch erneut mit der Giftwirkung von Algentoxinen erklären. Die Leber ist das Zielorgan für Microcystine, die sich dort anreichern. Dies ist auch bei Ratten nachgewiesenermaßen der Fall. Die Leber ist aber gleichzeitig der Produktions- und Umschlagsort für Blutfette. Da Microcystine auch in niedriger Dosierung auf Leberzellen von Ratten schädigend wirken, sinkt mit steigender Afa-Menge logischerweise die Syntheseleistung der Leberzellen, weil sich eine zunehmende toxinbedingte Organentzündung in einer verschlechterten Syntheseleistung niederschlägt. Interessanterweise hatten die Autoren weder Leberwerte berichtet, die auf die Organfunktion hätten schließen lassen, noch hatten sie nach dem Fütterungsversuch über histologische Leberuntersuchungen der Tiere berichtet, um eventuelle Auswirkungen der Algentoxine zu bewerten. Dies lässt darauf schließen, dass sie offenbar befürchteten, negative Auswirkungen zu finden. Wer nicht sucht, findet nicht und kann dem Leser in die Tasche lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Studien sind kein Beleg für die Wirkung von Afa-Algen, zumal keiner der Autoren in seinen Berichten genaue Angaben über die Microcystin-, Anatoxin- und Saxitoxingehalte der verwendeten Afa-Produkte machte. Bei jeder Studie war ein Vertreter von Bluegreen, dem größten US-amerikanischen Afa-Algenproduzenten, Mitautor. Dies lässt auf eine direkte Einflussnahme und auf Gefälligkeitsstudien schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt im Bereich der Therapie hyperaktiver Kinder bisher keine einzige seriöse Studie, die bewiesen hätte, dass Afa-Algen einen therapeutischen Vorteil erbracht hätten. Man muss sich recherchemäßig fast auf den Kopf stellen, um zumindest indirekte Hinweise zu erhalten, denn im internationalen medizinischen Fachschrifttum gibt es keine einzige Afa-Studie. Auch das Durchforsten von Doktorarbeiten oder Habilitationsschriften deutscher Universitäten erbringt keine einzige Untersuchung mit diesem Nahrungsergänzungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Buch der Heilpraktikerin und Diplom-Politologin Barbara Simonsohn (2001), die Afa-Algen als Ersatz für Ritalin vorstellt, findet man einen ersten Hinweis. Sie berichtet über Einzelfälle, die als Belege dargestellt werden: Julian, 13, war sprunghaft, ungewöhnlich rastlos, unkonzentriert und ermüdete schnell. Sein Verhalten war dominant, undiplomatisch und oft verständnislos. Julian ist seit Afa-Algen-Einnahme weniger impulsiv, er findet nach einem Wutanfall leichter zurück zum Normalzustand, kann besser nachgeben und ist lustiger und fröhlicher. Diesem lächerlichen Beweis fehlt so ungefähr alles, was es erlaubt, eine seriöse DSM-IV-basierte Beurteilung der Hyperaktivität des Kindes zu erstellen. Die Heilpraktikerin hat nur einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Symptomatik eines hyperaktiven Kindes beschrieben. Da die anderen Fallbeschreibungen in ihrem Buch von ähnlicher Güte sind, stellt sich die Frage, ob Simonsohn wirklich eine Ahnung von dem hat, über was sie schreibt. Da sie als Werbeinstrument für Algenhersteller dient, sind ihre Publikationen wohl nichts anderes als direkte Schleichwerbung für Afa-Algen, an denen sie gut verdient. Sie selbst gibt in ihrem Buch offen zu, von mindestens drei deutschen Anbietern mit Afa-Pillen im Marktwert von 7.500 Euro ausgestattet worden zu sein, um Kinder von 44 Familien zu behandeln. Die Heilpraktikerin empfahl den Kindern eine Dosis von 1.5 g/d und die Beobachtung soll 10 Wochen gedauert haben. Kalkuliert man die Tagesdosis mit 1 Euro, hätte die Dame 5.000 Tagesdosen ausreichen können. Weil man 80 Tagesdosen pro Kind braucht, hätte man mindestens 60 Kinder behandeln können. Es sind aber nur 19 Kinder in der Publikation der Heilpraktikerin grob beschrieben. Da 44 Familien gemeinsam wohl kaum 19 Kinder haben können, dürfte sich die Heilpraktikerin entweder jene Fälle herausgesucht haben, bei denen ihre schlampige Diagnostik einer wahrscheinlich gar nicht bestehenden ADHS durch Afa-Algen &amp;#039;geheilt&amp;#039; wurde oder sie hat, wie in solchen Jubelpublikationen üblich, die Krankengeschichten erfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blickt man in populärwissenschaftliche Zeitschriften der [[Ganzheitsmedizin]], findet sich eine Publikation von Simonsohn im Jahr 2000. Hier berichtete sie über verschiedene Studien, die angeblich die Wirksamkeit bei Afa-Algen bewiesen haben sollen. In der sog. The kid.com Study, die von einem Afa-Anbieter durchgeführt worden sein soll, sollen Symptomverbesserungen bei Kindern erreicht worden sein. Was genau diagnostiziert wurde und welches Resultat sich vor und nach der Studie exakt dargeboten hat, gibt die Autorin nicht wieder. Sie gibt nur folgendes bei den Kindern an: Signifikante Verbesserungen in ihrer Fähigkeit, zu fokussieren, Anweisungen zu folgen und sich zu konzentrieren. Eine Abnahme von streitsüchtigem, fordernden und kämpferischen Benehmen. Weniger Symptome von Angst und Depression. Verbesserung des sozialen Verhaltens. Weniger Zeichen von emotionalen und verhaltensmäßigen Abgelenktsein. Weniger Wutanfälle und Erziehungsprobleme. Weniger Verhaltensauffälligkeiten, die man als merkwürdig klassifizieren könnte. Weniger körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Magenschmerzen, für die kein offensichtlicher Grund vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Untersuchungsmerkmale mit den DSM-IV Diagnosekriterien für ADHS vergleicht, kommt man mit sehr viel Mühe auf gerade einmal zwei ADHS-Merkmale. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei den Kindern in der Kid.com-Studie nicht um hyperaktive Kinder gehandelt hat. Da wundert es nicht, wenn Simonsohn (2000) schreibt: Die beiden Behandlungsformen (gemeint ist der Vergleich zwischen Ritalin und Afa-Algen) waren gleichermaßen effektiv. Wer den Eindruck hinterlässt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und gleichzeitig so wenig Ahnung von ADHS hat, wie Frau Simonsohn, mag diesen Schluss ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sieht es bei einer zweiten Studie aus, die Simonsohn (2000) referiert. Es handelt sich um den The Children &amp;amp; Algae Report, bei dem die beteiligten Eltern die Produkte eines Afa-Algenanbieters sogar selbst zahlen mussten. Die Bewertung der Kinder erfolgte mit einem Aschenbach-Bewertungsschema, welches u.a. Aufmerksamkeit, Aggression, soziale Probleme, Ängstlichkeit/Depression, Straffälligkeit, Denkprobleme, Zurückgezogenheit und eine Bewertung namens somatisch beurteilen soll. Dieses pseudowissenschaftliche Bewertungsschema ist in der seriösen ADHS-Diagnostik vollständig unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In keiner der von Befürwortern durchgeführten Studien, sofern diese überhaupt erreichbar sind, ist eine glaubwürdige, realitätsbezogene Selektion des untersuchten Kollektivs nach etablierten Diagnosemethoden erfolgt. Offenbar wurden die üblichen DSM-Kriterien nicht als Bewertungs- und Einstufungsgrundlage angewendet. Allein diese methodischen Unzulänglichkeiten machen die bisherigen Befürworterstudien in meinen Augen unglaubwürdig. Der Umstand, dass in keiner Studie mitgeteilt wird, ob nach Toxinen in den Afa-Algen gesucht worden war oder ob zumindest Leber- und Nierenparameter zur Absicherung von negativen Auswirkungen dieser Gifte laborchemisch bestimmt worden sind, zeigt, dass in diesen Studien offenbar nicht mit großer wissenschaftlicher Genauigkeit vorgegangen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Quelle, der sog. &amp;#039;&amp;#039;The Nicaragua Report&amp;#039;&amp;#039;, die von der US-Algenfirma Bluegreen gesponsort wurde, ist in Wahrheit eine spanischsprachige Doktorarbeit aus dem von Wirtschaftskrisen und politischen Händeln zerrissenen Nicaragua. Das Land ist bekannt dafür, eine hungernde Bevölkerung zu besitzen und es ist leicht, dort für wenige Dollars Gefälligkeitsstudien zu lancieren. In der seriösen wissenschaftlichen Szene wären diese bedeutungslos, aber für den unwissenden Verbraucher sind solche Studien exzellentes Marketingmaterial. In einem 14 Seiten dünnen A5-Heftchen wird auf populärwissenschaftliche Weise beschrieben, wie Afa-Algen in einer Schule, in der zu Studienbeginn mehr als 80% der 6-11jährigen Kinder unterernährt waren, der Ernährungsstatus, die Schulnoten und das Verhalten der Kinder positiv beeinflusst worden sein sollen. Angeblich sei innerhalb eines halben Jahres die Fehlernährungsrate von 86% auf 21% gefallen. Überflüssig zu betonen, dass auch hier weder Toxinbestimmungen der Afa-Algen noch einschlägige Leber- und Nierenwerte berichtet wurden. Dass vorher mangelernährte Kinder mit wenigen Gramm proteinhaltiger, aber vitamin- und mineralstoffarmer Afa-Algen Normalgewicht erreichen sollen, wirkt einfach nur lächerlich. Höchstwahrscheinlich wurden die teilnehmenden Kinder mit einer Schulspeisung angelockt und nahmen deshalb zu. Niemand dürfte vor Ort etwas gegen dieses Vorgehen eingewendet haben. Dass man die daraus resultierenden Scheinergebnisse im Westen als Beweis verkauft, dürfte in Nicaragua unbekannt sein und spielt für die Menschen dort in Wirklichkeit auch keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Marketingskampagnen für AFA-Algen==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren schlug eine Marketingkampagne aus den USA in Europa auf. Im Zuge der Diskussion um Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-und-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), wurde eine Vielzahl von Alternativen zur etablierten [[Ritalin]]therapie auf den Markt gebracht. Dabei spielt die Psychosekte [[Scientology]] im Konzert mit anderen sektenähnlich operierenden Gruppen und Firmengeflechten eine herausragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bis zu 15% der kindlichen Bevölkerung an ADHS leiden, jedoch nur ein winziger Bruchteil adäquat versorgt wird, sind die Eltern dieser Kinder einer enormen Belastung ausgesetzt. Sie suchen nach Alternativen und diese werden ihnen in Form angeblicher Wundermittel angeboten. Dazu gehören auch die Nahrungsergänzung aus blaugrünen Algen der Gattung Aphanizomenon flos Aquae (sog. Afa-Algen). Diese werden als therapeutische Alternative zur Substition mit Methylphenidat (Ritalin/Novartis, Medikinet/Medice, Equasym/Celltech Group) propagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unverantwortliche Werbeaussagen==&lt;br /&gt;
Im April 2002 verschickte KEIMLING Naturkost in Buxtehude einen Werbebrief, in dem unter dem Titel &amp;quot;Sind Klamath Uralgen gefährlich?&amp;quot; u.a. folgende Behauptung zu lesen war: &amp;#039;&amp;#039;Das Landwirtschaftsministerium in Oregon hat einen Grenzwert von 1.0 Microgramm/kg Klamath Uralge festgesetzt. Wenn Sie täglich 2 g der Uralgen verzehren, wären demnach 2 Microgramm Microcystin zulässig. Ihr amtlicher Sicherheitsfaktor beträgt 11655.&amp;#039;&amp;#039;.... und weiter heißt es: &amp;#039;&amp;#039;...Demnach könnte ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht 23310 Microgramm Microcystin-LR zu sich nehmen, ohne gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen&amp;#039;&amp;#039;. Dies mag der Geschäftsführer der Firma Keimling, Winfried Holler, einmal am eigenen Leibe auspropieren. Er dürfte diesen Selbstversuch mit dem Leben bezahlen. Allerdings hat sein Haus einen Vorteil: es verkauft tiefgefrorene E3LIVE(tm)-Algen. Unseren Analysen zufolge enthält dieses Produkt keinerlei Microcystine ... der mikroskopische Augenschein zeigt aber ebenso, dass es sich offenbar nicht um ein Afa-Cyanobakterienprodukt handelt. Vielmehr tauchen unter dem Mikroskop Gräser und normale Algen auf, so dass man den Eindruck hat, als ob jemand einfach mit der Harke durch einen See gefahren ist, das Resultat zerkleinert hat und als Cyanoalgenprodukt anpreist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellung und AFA-Algen Anbau==&lt;br /&gt;
[[image:klamath2.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus geringer Höhe|250px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath3.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus größerer Höhe|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath4.jpg|Infrarotaufnahme der Region um den Upper Klamath Lake mit dichter landwirtschaftlicher Nutzung|thumb]]&lt;br /&gt;
Aphanizomenon flos Aquae-Algen werden in unterschiedlichen Regionen der Erde gefunden. Jene Produkte, die derzeit in den USA und Europa verkauft werden, stammen nach Angaben der Hersteller aus dem Upper Klamath Lake im US-Bundestaat Oregon. Dieser See ist Teil einer riesigen Seenplatte, aus der nur ein einziger Fluss (der Klamath River) nach dem Grenzübertritt in den US-Bundesstaat California in den Pazifik mündet. Die Region dient als Brutstätte für Seelachse, ist aber seit 150 Jahren dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Upper Klamath Lake dient als Wasserreservoir für die ihn an drei Seiten umgebenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Anbaugebiete. Die exzessive Wasserentnahme der letzten Jahrzehnte hat zu einer erheblichen Senkung des Seewasserspiegels geführt, so dass derzeit die den See bildende Wasserschicht dünner ist als die Schlammschicht am Seegrund. Die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt ist mittlerweile so desolat, dass es regelmäßig zu Fischsterben im Upper Klamath Lake kommt. Umweltschutzorganisationen versuchen seit Jahrzehnten, den zu hohen Wasserabzug aus dem See zu bremsen und die Wasserqualität zu steigern. Das Fischsterben ist regelmäßig auf die Produktion von Microcystinen durch im Wasser vorkommende und durch die Überdüngung massiv wachsenden blaugrünen Cyanobakterien zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Anbieter von Afa-Algen dem Käufer mit offensichtlich geschönten Seeaufnahmen eine heile Umwelt vorzugaukeln versuchen, teilen Anwohner des Upper Klamath Lakes in Webforen mit, dass die Gewinnung der im See wachsenden Algen z.T. mit Schleppern und Baumaschinen erfolgt, wobei das dicht wachsende Gemisch aus Algen, Seegras und blaugrünen Cyanobakterien zum Teil vermischt mit Schlamm herausgebaggert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Anbaumethoden ist es nicht verwunderlich, dass die Qualität einiger der gewonnenen Afa-Produkte zu wünschen übrig lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Werbetrick mit der Kameraperspektive==&lt;br /&gt;
[[image:klamath8.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Geschäftsführer Sanacells, Eckart Pinnow, verkündete in seiner Hauspostille Forum - Informationen für Mitglieder des GesundheitsNetzwerkes (Nr. 5, 2002), dass seine Afa-Produkte nicht microcystinbelastet seien. Pinnow ist in dieser Ausgabe in einem Boot abgebildet, dass auf dem Upper Klamath Lake schwimmt. Der Untertitel lautet: &amp;quot;Dipl.-Ing. Eckart Pinnow überprüft persönlich den Qualitätssicherungsprozess am Klamath-See&amp;quot;. Sein Boot ist dabei an der einzigen Stelle des Sees positioniert, die nicht von Landwirtschaft und Industrie umgeben ist. (siehe zum Vergleich weiter oben). Pinnow ist ursprünglich vom Ostufer des Sees einige hundert Meter in den See gefahren und ließ sich in östlicher Richtung mit Blick auf die Berge photographieren. Wäre die Kamera einige Grad nach links geschwenkt, hätte man die Straße und einige Wohngebiete der naheliegenden Stadt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==AFA-Algen und Microcystinbelastung==&lt;br /&gt;
[[image:afa1.jpg|Anabaena|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Hauptproblem der Algenprodukte stellt nicht ihr Lebensmittelcharakter dar, denn es handelt sich um eher minderwertige Nahrungsmittel mit geringem Mineralien- und Vitamingehalt (Ausnahme: Vitamin A) und hohem Proteingehalt. Hauptproblem ist vielmehr die Beimengung von Cyanobakteriengiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aktuellen Publikationen, die verschiedene Stämme der blaugrünen Cyanobakterien Anabaena, Aphanizomenon, Calothrix, Cylindrospermum, Nostoc, Microcystis, Planktothrix, Oscillatoria und Synechococcus genera untersuchten, fanden sich immer wieder Sorten, die die Kampfgifte der Klasse der Microcystine und der Anatoxine produzierten (Lyra et al. 2000). Auch ist bekannt, dass einige Arten der blaugrünen Cyanobakterien das Nervengift Saxitoxin produzieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter der Algen sind sich des Toxinproblems bewußt. Ray (1991) schrieb schon vor 10 Jahren, dass einige A.f.a.-Stämme hochwirksame Nervengifte produzieren könnten, diese Gifte aber in Nahrungsmitteln aus Algen des Upper Klamath Sees in Oregon nicht gefunden worden seien. Seine Ansicht wird von einer Arbeit von Schaeffer et al. (1999) unterstützt, die in Algen eine Beimengung durch eine Microcystin-produzierende Alge (Microcystis spp.) nachwiesen. Demzufolge sei diese Beimischung an dem Toxineintrag schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es eine Veröffentlichung, die sich mit Microcystinbelastungen von A.f.a.-Nahrungsergänzungsmitteln befasst, die aus dem Upper Klamath See gewonnen werden. Gilroy et al. (2000) analysierten Microcystinkonzentrationen in vier verschiedenen Afa-Produkten über vier Jahre hinweg (1996-1999) und alle Produkte enthielten Microcystine in unterschiedlicher Menge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von A.f.a.-Produkten weisen jedoch die Microcystinbelastung generell weit von sich. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass Aphanizomenon Flos Aquae keine Microcystine produziere und führen Studien an, in denen dergleichen nachgewiesen worden sei. Das wirkt befremdlich, denn selbst der sich für Algenprodukte einsetzende US-amerikanische Professor Wayne Carmichael schrieb noch am 30.01.2002 auf seiner Homepage unter Bezugnahme auf einen Artikel im Scientific American: &amp;#039;&amp;#039;..Anabaena, Oscillatoria, Lyngbya, and Aphanizomenon produce neurotoxic anatoxins and/or saxitoxins. Anatoxin-a and Anatoxin-a(s) seem unique to cyanobacteria, while saxitoxin also arise in certain marine algae. Anatoxin-a is a potent nicotinic agonist that mimics acetylcholine and is used as a research tool in neurobiology. Anatoxin-a(s) is a structurally new organophosphate that inhibits acetylcholinesterase. Saxitoxin prevents acetylcholine from being released from neurons by blocking the inward flow of sodium ions across the axonal membrane channels, disrupting the communication between neurons and muscle cells...&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtet man den Blick in die Fachliteratur, gibt es offenbar einige Stämme von Aphanizomenon Flos Aquae, die keinerlei Microcystine produzieren. Lyra et al. (2001) nennen hier Aphanizomenon sp. 202, A. sp. TR183 (AJ133155), A. sp. PCC 7905, A. sp. PH-271, A. flos aquae NIES 81 und Aphanizomenon gracilie PH-219. Allerdings sind diese Aphanizomenon-Bakterien genetisch ausgesprochen eng verwandt mit den Anabaena-Bakterien, die selbst durchaus Neurotoxine erzeugen. Beide Gattungen sind ausgesprochen klein und unterscheiden sich offenbar nur unter dem Mikroskop eindeutig voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unzuverlässige Testmethoden==&lt;br /&gt;
Microcystine und Saxitoxine, die wichtigsten Gifte in Cyanobakterienprodukten, sind nicht einfach zu messen. Es gibt verschiedene Messmethoden, die teilweise sehr aufwändig, zeitraubend und teuer sein können. Grundsätzlich stellt sich das Problem der Wahl des Nachweisverfahrens, denn es gibt Verfahren, die die Gifte direkt sichtbar machen, und Analysen, die die Gifte nur indirekt messen. Außerdem sind die Messverfahren unterschiedlich empfindlich. Zusätzlich erschwert wird die Suche, weil diese Tests in der Lebensmittelanalytik nur selten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell stellt sich die Wahl zwischen dem Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder dem Protein Phosphatase Inhibition Assay (PPIA). Andere Verfahren wie die High Performance Liquid Chromatography (HPLC) oder Liquid Chromatography/Mass Spectrometry (LC/MS) kommen wegen zu hoher Kosten oder noch nicht etablierter Nachweismethodik nicht in Frage. Die Testmethoden von ELISA und PPIA sind unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ELISA werden hochspezifische Antikörper eingesetzt, die gegen Microcystinmoleküle gerichtet sind. Diese Antikörper docken an Microcystine an. In einem zweiten Schritt klebt man einen weiteren Antikörper, der nur an den bereits eingesetzten Antikörper, nicht aber direkt an Microcystin andocken kann, an diesen Microcystin-Antikörperkomplex. Dies tut man, weil erst der zweite Antikörper einen fluoreszierenden Farbstoff tragen kann, den man mit speziellen Analyseverfahren sichtbar macht und dann in seiner Konzentration messen kann. Ein direktes Ankoppeln des zweiten, den Farbstoff tragenden, Antikörpers an das Microcystin ist nicht möglich, da dieser Antikörper zu klobig und ungenau wäre. Vergleichbar ist dieses Verfahren mit dem Angeln. Der Fisch ist das Microcystin, der Köder ist der 1. Antikörper und erst, wenn man den Fisch mit der Angelschnur (dem 2. Antikörper) herausgezogen hat, weiss man am Ende, was man gefangen hat. Der ELISA hat den Vorteil, dass er direkt das vorhandene Gift misst. Er kann dies mit einer Genauigkeit tun, die ein Microcystinmolekül in einer Lösung von 10 Milliarden anderen Molekülen herausfinden kann. Die Genauigkeit liegt bei 0,1 ppb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im PPIA ist das Testprinzip hingegen völlig anders. Hier wird die bremsende Wirkung der Microcystine auf eine enzymatisch gesteuerte Umwandlungsreaktion gemessen. Microcystine bremsen die Protein Phosphatase, die die Dephosphorylierung von p-Nitrophenylphosphat steuert. Durch Nachweis der Ausgangs- und Endprodukte des Umwandlungsprozesses kann man indirekt auf die Konzentration der Microcystine zurückschließen. Ein direkter Nachweis der Microcystine geschieht jedoch nicht. Der Test hat auch den Nachteil, dass er nur eine einzige Wirkung der Microcystine erfasst und dabei unberücksichtigt lässt, dass im Organismus durch verschiedene Microcystintypen unterschiedliche Enzymsysteme beschädigt werden können. Der PPIA ist nicht so genau wie der ELISA, denn er gibt nach Lawrence et al. (2001) in der Regel deutlich niedrigere Belastungswerte für Microcystine aus, die manchmal 10-40% unter den im ELISA gemessenen Konzentrationen liegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von AFA-Algen legen zum Nachweis der angeblichen Produktgüte in der Regel PPIA-Analysen vor. Dies ganz offensichtlich deshalb, weil mit dieser Testmethode nur ein Teil der Microcystine (und dieser wiederum nicht sicher) gemessen werden kann. Auf diese Weise schönt man die Resultate mit der methodenbedingten Ungenauigkeit des Messverfahrens nach unten. Dies trägt zur Verunsicherung des Verbrauchers bei und kann (wie unten näher beschrieben) sogar vor Gericht Vorteile bringen, weil Richter nicht selten bereits zu abgehoben sind, um sich mit den Hintergründen von Prüfmethoden zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesundheitsschäden==&lt;br /&gt;
In den USA listete die US-Gesundheitsbehörde FDA im leider mittlerweile nicht mehr online abrufbaren Med Watch Programm 57&amp;amp;nbsp;Schadensfälle bis zum Jahr 1998 auf, die in zeitlichem Zusammenhang mit Afa-Konsum zu stehen schienen. Ebenso warnte Health Canada Online bereits im Jahre 1999 vorbeugend vor blaugrünen Algenprodukten, vor allem vor der Anwendung bei Kindern. Auch Erwachsene sollten Vorsicht bei der Einnahme bis zu dem Zeitpunkt walten lassen, an dem die Produktsicherheit zweifelsfrei gewährleistet sei.&amp;lt;ref&amp;gt;*http://web.archive.org/web/20030218025812/http://www.hc-sc.gc.ca/english/protection/warnings/1999/9969ebk.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Der STERN veröffentlichte im Artikel Die Grüne Gefahr (Nr.8/2002) Warnungen über die Giftstoffe in Algenprodukten am 14.&amp;amp;nbsp;Februar 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich den deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene seit Mai 2002 Laboranalysen über den Microcystingehalt in Afa-Produkten vorliegen, haben sie bis heute keinerlei Schutzmassnahmen über die bereits angesprochene Warnmeldung hinaus unternommen. Dies wird mit dem Fehlen eines Microcystingrenzwertes begründet (vgl. hierzu [[Spirulina]]). Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Grüner Lobbyismus im Spiel ist, denn offenbar pflegen einige Algenhersteller exzellente Kontakte zu den deutschen Bündnisgrünen nahestehenden Prüflabors, die sich einer verbraucherkritischen Untersuchung der Algenprodukte entziehen. Vor allem in alternativen und esoterischen Kreisen wurden die Wunderalgen stark propagiert. Offenbar befürchtet man bei den Grünen, aufgrund des eigenen Fehlverhaltens in den sich abzeichnenden Skandal einbezogen zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt mittlerweile auch in Deutschland Berichte über Personen, die über Symptome nach dem Konsum von Afa-Algenprodukten klagten. Diese Symptome stellten sich nach einigen Monaten kontinuierlicher Einnahme ein, klangen nach dem Absetzen aber wieder ab und verschwanden. Eine Betroffene bekam Taubheitsgefühl in den Fingern bis hin zum totalen Durchblutungsstopp in den letzten zwei Fingergliedern, des Weiteren häufiges Kribbeln wie bei einer Minderdurchblutung und dies auch ansatzweise in den Zehen. Des Weiteren beklagten die Betroffenen brüchige, wie erweicht erscheinende Fingernägel sowie eitrige, sich langwierig hinziehende Entzündungsherde der Haut im Bereich des Gesichts und des Rückens. Ein anderer Betroffener schilderte, dass er nach längerer Einnahme sehr schmerzhafte, chronische Halsschmerzen entwickelt hätte und neben den analog bereits beschriebenen Hautentzündungserscheinungen vor allem extrem langanhaltende Muskelschmerzen bereits nach normaler sportlicher Aktivität bekommen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Hinweise deuten auf eine chronische Langzeitbelastung mit Microcystinen hin. Microcystine verursachen Leberschäden, Nierenversagen und können auch, weil sie die Natriumkanäle der Nerven blockieren können, die Impulsübertragung menschlicher Nervenzellen unterbrechen, was bis zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Auch krebserzeugende Wirkungen sind nachgewiesen (NCI 2000). In China gibt es beispielsweise ausreichend Hinweise dafür, dass microcystinbelastetes Trinkwasser die Hauptursache für die hohe Sterblichkeit an Leberkarzinomen in bestimmten Provinzen des Landes ist (Yu&amp;amp;nbsp;1995, Ueno&amp;amp;nbsp;1996). Aktuell publizierte Tierversuche an schwangeren Ratten (Zhang et al. 2002) zeigen, dass die Gabe von 4&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystin-LR pro kg Körpergewicht bereits zu leichten Veränderungen im Lebergewebe der ungeborenen Feten innerhalb von 10&amp;amp;nbsp;Tagen führen kann. Interessant ist, dass sich solche Ergebnisse bei Mäusen selbst bei Dosen von 2-128&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg Körpergewebe nicht einstellen (Chernoff et al. 2002). Es kommt also auf das Tiermodell an, das verwendet wird. Die offenbar gegen Microcystine recht robust erscheinenden Mäuse sind das bevorzugte Tiermodell bei Studien aus der Algenszene. Offenbar weiß man genau, dass man nur mit Mäusen eine Verharmlosung der Giftwirkung der Microcystine beweisen kann, da dies in allen anderen Tiermodellen nicht gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen korreliert die Microcystinbelastung im Trinkwasser eindeutig mit der Häufigkeit von Leberkrebs (Yu et al. 2001), wie Studien aus China beweisen. Dort hat man schon lange Probleme mit microcystinbelastetem Trinkwasser, das in etlichen Provinzen Chinas ursächlich mit dem gehäuften Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert zu sein scheint. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1&amp;amp;nbsp;Teil pro 1&amp;amp;nbsp;Millarde Teile Wasser empfohlen (1&amp;amp;nbsp;ppb), der in Kanada, Australien und Großbritannien mittlerweile auch in Kraft ist. In den USA oder der Bundesrepublik Deutschland ist dergleichen nicht umgesetzt worden. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates Oregon eine Microcystinbelastung bis zu 1.000&amp;amp;nbsp;ppb (=1&amp;amp;nbsp;parts per million/ppm) in Algenprodukten tolerieren, inakzeptabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versucht man eine grobe Risikoabschätzung der Microcystinbelastung in den Algenprodukten vorzunehmen, so scheint eine klinische Symptomatik nach einigen Monaten Konsum von Produkten mit Belastungen ab 100&amp;amp;nbsp;ppb einzutreten. Dies zeigt, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert von 1&amp;amp;nbsp;ppb mit einem vernünftigen Sicherheitsabstand von 1:1000 zum Algengrenzwert aus Oregon durchaus begründet ist und sicherheitshalber auf Lebensmittel übertragen werden sollte. Von Algenanbietern wie Sanacell und Algavital wird immer wieder die Falschmeldung verbreitet, dass der in Oregon etablierte Grenzwert für die gesamte USA gelten würde. Das ist nachweislich nicht der Fall. Zudem ist der Grenzwert nicht verbindlich, sondern lediglich ein US-amerikanischer Empfehlungswert, ab dessen Überschreitung microcystinbelastete Afa-Produkte aus dem Verkehr gezogen werden sollen (nicht müssen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die oben geschilderten Fälle zugrunde und bedenkt man, dass sich Microcystine sowohl in der Leber- als auch im Nerven- und Muskelgewebe angereicht als auch nur langsam ausgeschieden werden, wäre es möglich, dass Dauerkonsumenten erst mit monatelanger Verzögerung Gesundheitsprobleme entwickeln. Microcystindosen können beim Schwein, das uns Menschen vor allem bei der Leberfunktion sehr ähnlich ist, bereits in Dosen von 25&amp;amp;nbsp;Microgramm pro Kilogramm Körpergewicht Leberschäden auslösen, während Ratten und Mäuse wesentlich robuster reagieren. Deshalb ist es absolut denkbar, dass der Mensch, der in vielen gesundheitlichen Bereichen empfindlicher als Tiere reagiert, schon bei niedrigeren Dosen Gesundheitsprobleme entwickelt, die anfänglich nicht mit den Afa-Produkten assoziiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man eine Verzehrsmenge von 2&amp;amp;nbsp;Gramm Algenmasse mit einer Belastung von 100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg Algenmasse (100&amp;amp;nbsp;ppb) zugrunde, würde man sich pro Tag eine Microcystinmenge von 0,2&amp;amp;nbsp;Mikrogramm einverleiben. Da die oben geschilderten beiden Verbraucher erst nach 7&amp;amp;nbsp;Monaten, dann aber zügig, gesundheitliche Probleme entwickelten, wäre zu spekulieren, dass bei einer Gesamtmenge von 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen von ersten klinischen Symptomen auszugehen sein könnte (von einer unbemerkten Krebsschädigung nicht zu reden!). Diese zugegebenermaßen spekulative Obergrenze für bemerkbare, klinische Probleme scheint nicht unrealistisch zu sein, da eine weitere Verbraucherin, die über Monate hinweg eine mit 76&amp;amp;nbsp;ppb belasteten Probe konsumiert hatte, keine gesundheitlichen Probleme berichtete. Die Wirksamkeitsschwelle zur Auslösung klinischer Symptome beim Menschen dürfte derzeit bei einer Gesamtaufnahmemenge von 40-50&amp;amp;nbsp;Mikrogramm liegen, die je nach Belastung des Afa-Produkts mehr oder weniger schnell erreicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Australien wird für Trinkwasser ein Microcystin-LR Richtwert von 1,3&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter empfohlen. Alle Grenzwerte, auch der von der WHO empfohlene, orientieren sich an Hochrechnungen, die ihre Grundlage in Tierversuchen am Mausmodell haben. Mäuse halten aber eine deutlich höhere Microcystinbelastung aus, ohne Leberschäden oder körperliche Symptome zu entwickeln, als andere Tiergattungen (z.B. Ratte oder Schwein). Zeigen sich bei Mäusen noch keine Zeichen von Leberschädigungen bei intraperitonealen Gaben von Microcystinen in Dosen von 25-50&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht (vgl. Fromme, Berlin, 1999), treten bei Rattenfeten bereits ab 4&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht Schäden auf (Zhang et al. 2002). Schweine überleben nach Beasley et al. (2000) gerade noch eine Microcystindosis von 25&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht, erleiden dabei aber bereits nachweisbare Organschäden u.a. im Bereich der Leber. Beim Menschen fehlen entsprechende Untersuchungen aus naheliegenden Gründen. Niemand würde die Erlaubnis erhalten, selbst bei Freiwilligen solche Versuche durchzuführen. Deshalb ist man auf Analogieschlüsse angewiesen, die sich sinnvollerweise auf die Trink- oder Badewasserbelastung mit Microcystinen beziehen, denn hier zeigen Studien aus China, dass der Konsum microcystinbelasteten Trinkwassers eindeutig mit einem erhöhtem Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert ist (z.B. Shun-Zhang 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut für Umweltanalytik und Humantoxikologie (ITox) in Berlin empfiehlt in der Gesundheitlichen Bewertung von Blaualgentoxinen (Microcystinen) in Badegewässern bereits ab einer Belastung von 10-100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Liter, auf das gesundheitliche Risiko beim Baden in entsprechend belasteten Gewässern hinzuweisen und vom Baden abzuraten sowie ab Microcystinwerten oberhalb von 100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Liter das Baden in solchen Gewässern zu untersagen. Es liegt nahe, diesen Trinkwassergrenzwert auf die Algenprodukte zu übertragen, denn in der von mir initiierten Untersuchung fand ich zwei Personen, die nach mehrmonatiger Einnahme von Algenprodukten in einer geschätzten Microcystin-Gesamtdosis von etwas über 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm klinische Symptome entwickelt hatten, die auf eine chronische Vergiftung durch Microcystine schließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn also Tierversuche zeigen, dass Mäuse zur Risikoabschätzung durch Microcystin aufgrund ihrer Unempfindlichkeit ungeeignet sind, Ratten und Schweine hingegen viel empfindlicher reagieren und zudem erste Hinweise bei Erwachsenen zeigen, dass Gesamtdosen von etwa 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen - auch über längere Zeit verteilt eingenommen - zu Gesundheitsschäden führen können, muss gefordert werden, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Microgramm/Liter auch bei den Algenprodukten einzuhalten ist. Die im US-Bundesstaat Oregon tolerierten Microcystinmengen in Algenprodukten (1.000&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg), die nur auf Schätzungen aus Mausmodellen beruhen (Schaeffer et al. 1999), sind offensichtlich wesentlich zu hoch. Sie liegen um den Faktor&amp;amp;nbsp;1.000 überhalb der für Trinkwasser empfohlenen WHO-Richtwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die übliche Verzehrsempfehlung von 2&amp;amp;nbsp;Gramm Algenmasse pro Tag, eine durchschnittliche Microcystinbelastung von 0,1&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Algengramm und eine Dosisschwelle von 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen bei Erwachsenen zugrunde, ab der offensichtlich klinische Symptome auftreten können, so kann man innerhalb von etwa 6-7&amp;amp;nbsp;Monaten die kritische Belastungszone zum Auftreten körperlicher Beschwerden erreichen. Es gibt jedoch Algenanbieter, deren entsprechend belastete Algenprodukte mit Verzehrsempfehlungen bis zu 20&amp;amp;nbsp;Pillen (5&amp;amp;nbsp;Gramm) täglich angepriesen werden. Bei solchen Verzehrsmengen ist es kein Wunder, wenn die kritische Schwelle bereits innerhalb weniger Wochen erreicht wird und die Patienten anfänglich mit schnell auftretenden Hautausschlägen konfrontiert werden. Sanacell und Algavital nutzen beide gern die Dienste der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn, die einschläge Ritalin-kritische und AFA-propagierende Bücher publiziert hat sowie einschlägige werbende Artikel in Szene-Zeitschriften veröffentlichte. Sie tritt für noch höhere Dosen pro Tag (20&amp;amp;nbsp;Gramm und mehr) ein. Bei den Microcystinmengen, die in den Produkten von Sanacell und Algavital gefunden wurden, würde dies eine Krebsgefahr bedeuten sowie nach wenigen Wochen bis Monaten klinische Symptome einer Microcystinvergiftung bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich ist zu bedenken, dass sich 50% der oral eingenommenen Microcystindosis in der Leber anreichert. Somit sind die üblichen Dosierungsschemata des Giftes in Bezug auf Kilogramm Körpergewicht per se fragwürdig. Die Leber eines Erwachsenen hat ein durchschnittliches Gewicht von 3-4&amp;amp;nbsp;kg, so dass bereits niedrige Einnahmemengen zu Leberschäden führen können. Geht man davon aus, dass man eine Giftkonzentration von 1&amp;amp;nbsp;Mimrogramm pro kg Lebergewicht einnehmen müsste, würden bereits 8&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Gesamtaufnahmemenge ausreichen, um erste Leberschäden zu bewirken oder ggf. dazu beizutragen, Leberkrebs auszulösen. Diese Dosis kann bei Algenprodukten, die, wie in der vorliegenden Untersuchung nachgewiesen, mit 68-134&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg (also 0,068-0,134&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Gramm) mit Microcystinen belastet sind, durchaus schon in 2-3&amp;amp;nbsp;Monaten erreicht werden, denn die Microcystine werden nicht so schnell abgebaut, wie sie eingenommen werden. Das Leberkrebsrisiko kann bereits in solchen Dosen möglicherweise deutlich erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yu und Chen (1994) untersuchten den Microcystingehalt im Trinkwasser von 20&amp;amp;nbsp;Patienten, die an hepatozellulärem Karzinom erkrankt waren (61&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter) und verglichen ihn mit demjenigen von gesunden Kontrollpersonen (36&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter). Dies zeigt, dass eindeutige Risiken bestehen können, wenn dauerhaft Microcystine in noch vergleichsweise niedrigen Dosen eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnung des BfArM und BgVV==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte am 21.&amp;amp;nbsp;März 2002 eine gemeinsame Presseerklärung&amp;lt;ref&amp;gt;http://web.archive.org/web/20020806021657/http://www.bgvv.de/presse/2002/pr_02_08.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, die vor dem Konsum der Algenprodukte warnte. Am 22.&amp;amp;nbsp;März 2002 warnte der kritische Informationsdienst für Ärzte und Apotheker (Arznei-Telegramm) in einer Blitz-Mitteilung per eMail&amp;lt;ref&amp;gt;AT: AFA-Alge: Irreführende Werbung, bedenkliche Produkte&amp;lt;/ref&amp;gt; vor den Algenprodukten und vertiefte dies in einer Printausgabe des Arznei-Telegramms am 12.&amp;amp;nbsp;April 2002. Am 27.&amp;amp;nbsp;März 2002 warnte der Krebs-Kompass.de auf seiner Website ebenfalls mit dem Titel Warnung vor Algen statt Arznei. Diese Warnungen trugen dazu bei, dass Elternverbände in Deutschland und der Schweiz, die sich für hyperaktive Kinder (ADS-Kinder) einsetzen und sich dem von Algenvertreibern erzeugten juristischen Druck ausgesetzt sahen, diesem besser widerstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pressemitteilung vom 21.&amp;amp;nbsp;März 2002 zu AFA-Algen:&lt;br /&gt;
*Ein Nutzen durch den Verzehr AFA-Algen-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.&lt;br /&gt;
*eine Gefährdung der Gesundheit durch Gifte ist nicht auszuschließen.&lt;br /&gt;
*Produkte, denen werblich eine heilende Wirkung zugeschrieben wird, sind als Arzneimittel anzusehen und bedürfen deshalb der amtlichen Zulassung. Liegt eine solche Zulassung nicht vor, sind die Produkte nicht verkehrsfähig. In Deutschland ist kein solches Produkt zugelassen.&lt;br /&gt;
*Damit liegt ein Verstoß gegen das Verbot der irreführenden Werbung nach dem Heilmittelwerbegesetz vor. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der Fehlinformation Eltern eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder abbrechen und sich das Leiden verschlimmert, wenn ersatzweise AFA-Algenprodukte gegeben werden. Gleiches gilt für Erwachsene, die im Vertrauen auf die &amp;quot;Heilkraft der AFA-Algen&amp;quot; bei einer diagnostizierten Depression oder bei anderen Gesundheitsstörungen eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie abbrechen und stattdessen AFA-Algenprodukte zu sich nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnende Stimmen werden mit juristischen Tricks niedergebügelt==&lt;br /&gt;
Eckard Pinnow brüstet sich in der obigen Forum-Ausgabe, dass es gerichtlich verboten sei, Warnungen vor AFA®-Algen zu veröffentlichen. Diese Behauptung ist offensichtlich erlogen, denn seine Produkte sind nachweislich belastet. Trotzdem kommt Pinnow mit seinen Lügen legal über die Runden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trick, mit dem Pinnow bisher der prozessuale Sieg gegenüber sorgenvoll warnender Elternverbände von ADHS-Betroffenen und -Kindern gelang, ist leicht erklärt. Er ließ die entsprechenden Organisationen von einer Anwaltskanzlei abmahnen. Da in der strittigen Äußerung das Wort &amp;quot;AFA-Algen&amp;quot; (eine in der Fachliteratur durchaus übliche Abkürzung) genannt worden war, Sanacell (wie auch Algavital) sich ähnlich klingende Namen aber als Produktbezeichnung schützen ließen, konnten sie daraus eine Aktivlegitimation und somit Klagefähigkeit ableiten. Die Abmahnung enthielt allerdings so lächerliche Passagen, dass sie von den prozessunerfahrenen Verbänden nicht ernst genommen wurden. Es wurde deshalb keine Schutzschrift hinterlegt, so dass die gegnerische Anwaltskanzlei (Radeck/Berlin) einfach zum Landgericht marschierte, eine Einstweilige Verfügung beantragte und diese auch bewilligt erhielt. Die schockierten Verbände bekamen erst Wind von der Sache, als ihnen die Verfügung ins Haus flatterte (vgl. Kritiker leben gefährlich). Auf diese Weise war es Pinnow möglich, öffentliche Warnungen vor seinen giftbelasteten Algenprodukten bis zur Hauptverhandlung stillzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die ADHS-Verbände Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung eingelegt hatten, kam es zu einer mündlichen Verhandlung. Die Richter Mauck, Gollan und Becker verurteilten erstinstanzlich mit haarsträubenden Begründungen die ADHS-Verbände und gaben Sanacell vollumfänglich Recht. So glaubten sie den Ausführungen Sanacells, dass diese in der Lage sei, Microcystine aus den Algenprodukten durch ein geeignetes Filterverfahren zu entfernen. Die Richter schrieben: &amp;quot;Diese Behauptung wird gestützt durch die Ausführungen auf Seite 53 des Buches &amp;#039;Die Heilkraft der AFA-Alge&amp;#039;, wonach die AFA-Alge viel kleiner ist als die Microcystine und das Sieb passiert, während jene zurückgehalten werden.&amp;quot;. Dass auch Aphanozimenon-Stämme Microcystine produzieren können, ist in der Fachliteratur bekannt und beschrieben. Das Microcystine winzige Moleküle sind, ergibt sich zwangsläufig von selbst. Kein Gift ist besonders groß, die gefährlichsten sind sogar sehr klein, weil sie sonst Schwierigkeiten hätten, in den Organismus aufgenommen zu werden. Es hätte sogar einem Richter mit normaler Schulbildung auffallen müssen, dass ein Bakterium nichts produzieren kann, was größer als es selbst ist. Schon gar nicht hätten drei Richter den obigen Unfug schreiben dürfen. Dieser bedeutet im übertragenen Sinne, dass ein Gemisch aus Wackersteinen (Afa-Algen) und Staub (Microcystinen) durch ein Sieb geschüttelt werden kann, in dem der Staub liegen bleibt, die Wackersteine aber hindurchfallen. Dass dergleichen Inkompetenz an deutschen Gerichten ein Richteramt ausüben darf, ist einer der vielen Skandale im AFA-Algenzirkus. Dass sich die Richter offenbar aus lauter Faulheit sogar auf die Schriften der die AFA-Algen propagierenden Heilpraktikerin Barbara Simonsohn (siehe Fünf Tibeter) stützten, ist ein Schlag ins Gesicht jedes wissenschaftlichen Sachverstandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Richter erklärten weiterhin, dass das Herausfiltern der Microcystine durch das Vorlegen von Untersuchungszertifikaten durch Sanacell hinreichend belegt worden sei. Dem ist aber nicht so, denn von der Firma wurden keine ELISA-Untersuchungen, sondern vielmehr der PPIA-Test verwendet wird. Wie oben bereits beschrieben, ist der PPIA-Test weitaus ungenauer und dies vor allem in dem Bereich der Microcystinbelastung, um den es sich hier dreht. Hier wird oftmals deutlich weniger bis gar keine Belastung im PPIA angezeigt, während der ELISA noch verlässlich die Giftkonzentrationen anzeigt. So ließen sich die drei Berliner Richter exzellent täuschen und die Verbände zahlten für deren Inkompetenz die Zeche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma Algavital versucht eine andere Taktik, um unliebige Kritik wegzubügeln. Analog wie Sanacell versucht sie haltlose Abmahnungen zu versenden. Hinterlegt man aber eine fundierte Schutzschrift, so schrecken beide vor Klagen offenbar aus Angst vor einer Blamage zurück. Berichten aber Presseorgane kritisch über die giftbelasteten Algen, versucht primär Algavital durch presserechtliche Tricks, Gegendarstellungen plaziert zu erhalten. Sind diesen korrekt formuliert, müssen jene vom jeweiligen Journal unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abgedruckt werden. So geschah dies der Pharmazeutischen Zeitung, die kritisch über diese Algen berichtet hatte. Bei anderen Blättern hingegen gelang der Widerruf, der spätestens nach 3 Monaten plaziert sein muss, nicht. Grund war hierfür die offensichtlich wahrheitswidrige Forderung der Firma Algavital. Algavital nutzt auch gerne auf ihrer Website die Chance, Kritiker zu verleumden. Abmahnungen, die ihr deshalb ins Hause flattern, befolgt sie allerdings dann auch relativ schnell, zahlt aber die entsprechenden Anwaltsrechnungen nicht und lässt es dann offensichtlich auf langwierige Gerichtsprozesse ankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsicht: Verwechslungsgefahr!==&lt;br /&gt;
Eine sowohl in den USA als auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern vertretene Biotech-Firma mit dem Namen Celltech Group (Hauptsitz in Großbritannien, 208 Bath Road, Slough, Berkshire SL1 3WE) verkauft über ihre deutsche Niederlassung (Celltech GmbH &amp;amp; Co. KG, Im Wirringen 25, 45731 Waltrop) seit Mai 2002 ein Methylphenidatprodukt (Equasym) zur Behandlung von ADS/ADHS. Equasym ist neben Medikinet (Fa. Medice) und Ritalin (Fa. Novartis Pharma) das dritte Methylphenidatprodukt, das in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt gekommen ist (vgl. Gelbe Liste). Celltech Group hat mit einem US-amerikanischen Algenanbieter fast gleichen Namens aber nichts zu tun. In den USA hat die Celltech Group verschiedene Niederlassungen (Celltech R&amp;amp;D Inc. in Wayne und in Bothel, Celltech Manufacturing CA Inc. in Santa Ana, Celltech Pharmaceuticals Inc. in Rochester). Ärzte, die Equasym rezeptieren wollen, jedoch bei dem Namen des Anbieters misstrauisch geworden sind, sollten dies berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scientology, Sektengruppen und Pseudowissenschaftler im Spiel==&lt;br /&gt;
Auf der Ebene des Europarates ist es dem US-amerikanischen Top-Scientologen Fred A. Baugham, seines Zeichens pädiatrischer Neurologe, gelungen, die US-Psychosekte ins Spiel zu schleusen. Er selbst propagiert seit Jahren in den USA eine Anti-Ritalin-Kampagne. In Paris konnte er den Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Parlament) in einer gut plazierten Marketingkampagne überrollen. Er sorgte mit einigen anderen dafür, dass eine Anhörung im November 2001 zu einer Farce wurde. Nicht nur gab er die üblichen haltlosen Lügen und Unwahrheiten über ADHS und Methylphenidat zum besten, er sorgte durch Lobbyarbeit hinter den Kulissen dafür, dass an die Mitgliedsstaaten des Europarats die schriftliche Aufforderung erging, den Methylphenidatbedarf zu überprüfen und die Verordnung einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA arbeitet Peter Breggin, ein bisher der Scientology nicht direkt zuzurechnender Autor, mit Fred A. Baugham eng zusammen. Durch einschlägige, reisserische Bücher, in der die üblichen verleumderischen Thesen über wirksame Behandlungsmethoden bei ADHS verbreitet werden, trägt Breggin dazu bei, bei den Betroffenen Angst vor z.B. [[Ritalin|Methylphenidat]] zu schüren. In Deutschland hat seine Thesen der Neurobiologie Hüther aufgenommen, der sich auch nicht zu schade ist, auf Podiumsdiskussionen teilzunehmen, die von schweizerischen Firmen, die der Scientology direkt zuzurechnen sind, aufzutreten. Hüthers Hauptthese, Methylphenidat prädisponiere für M. Parkinson, ist nachweislich falsch und wurde in der Fachliteratur ausführlich widerlegt. Trotzdem tourt er derzeit durch Europa und schafft es offenbar auch mit Unterstützung von Scientologen, sich in öffentlichen dt.-sprachigen Medien mit seinen falschen Behauptungen zu plazieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Szene um [[Franz Konz]] (siehe Ur-Medizin) ist mir von der Partie. Konz präsidiert bekanntlich dem Bund für Gesundheit e.V., der wiederum eine Hauspostille (Natürlich Leben) sowie ein Beratungstelefon betreibt. Konz schrieb über verhaltensauffällige Kinder in einer der letzten Ausgaben und empfahl, solche Kinder in kompetente Psychotherapie zu bringen. Dabei riet er zur Firma [[KVPM]], die jedoch seit Jahren eine bekannte Deckadresse der US-Psychosekte Scientology in Deutschland ist (siehe Die Scientology Organisation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Esoterikmessen wie den Medizinischen Wochen Baden-Baden, auf denen Sanacell Afa-Produkte vorstellt, wird immer gerne mit Publikationen der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn geworben. In deren Büchern kann man deren indirekte Finanzierung durch diese Firmen leicht nachvollziehen. Sie schreibt selbst in einem ihrer Bücher, dass sie von Algenanbietern Waren zu Testzwecken im Wert von mehreren tausend Euros erhalten hat. Zusätzlich, und dies ist mit Sicherheit kein Zufall, saß Frau Simonsohn über längere Zeit am Beratungstelefon des [[BFG|Bundes für Gesundheit]]. Ihre 14-tägigen Sprechzeiten konnten in Natürlich Leben nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits bei der Ur-Medizin beschrieben, bestehen Verbindungen zwischen Konz und dem wegen Kindsmissbrauchs und Betrugs zu einer 15jährigen Haftstrafe in Paris verurteilten [[Guy-Claude Burger]]. Burgers deutsche Stimme, der [[MLM|Multi-Level-Marketing]] Verkäufer Stephen Janetzko aus Erlangen ist einer der Ansprechpartner, der für das GesundheitsNetzwerk des Pinnow in Erlangen Veranstaltungen organsiert. Dies kann in der Sanacell-Firmenzeitung FORUM (Ausgabe 08/2002) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man erkennt, gibt es enge Verflechtungen zwischen sektenähnlich operierenden Gruppen, der US-Psychosekte Scientology und den die Algen verkaufenden Firmen in Europa. Es liegt nahe, zu vermuten, dass es sich bei einigen dieser Firmen um abgetauchte bzw. abgetrennte Scientologen-Netzwerke handelt, die zwar scientologische Methoden anwenden, sich aber nicht offen zur Scientology bekennen. Die genannten Netzwerke sind übrigens nur nur die Spitze des Eisberges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Beasley VR, Lovell RA, Holmes KR, Walcott, HE, Schaeffer DJ, Hoffmann WE, Carmichael WW: Microcystin-LR decrease hepatic and renal perfusion and causes circulatory shock, severe hypoglycemia and terminal hyperkalemia in intravasculary dosed swine. J Toxicol Environm Health 61 (Part A): 281-203, 2002&lt;br /&gt;
*Chernoff N, Hunter ES, Hall LL, Rosen MB, Brownie CF, Malarkey D, Marr M, Herkotivs J: Lack of teratogenicity of microcystin-LR in the mouse and toad. J Appl Toxicol 22: 13-17, 2002&lt;br /&gt;
*Gilroy DJ, Kauffman KW, Hall RA, Huang X, Hu FS: Assessing potential health risks from microcystin toxins in blue-green algae dietary supplements. Environment Healtch Perspect 108: 435-439, 2000&lt;br /&gt;
*Jensen GS, Ginsberg DI, Huerta P, Citton M, Drapeau C: Consumption of Aphanizomenon flos-aquae has rapid effects on the circulation and function of immune cells in humans. A novel approach to nutritional mobilization of the immune system. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 50-58, 2000&lt;br /&gt;
*Kushak RI, Drapaeu C, Van Cott, EM, Winter, HH: Favorable effects of blue-green algae Apha-nizomenon flos-aquae on rat plasma lipids. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 59-65, 2000&lt;br /&gt;
*Lyra C, Suomalainen S, Gugger M, Vezi C, Sundman P, Paulin L, Sivonen K: Molecular characterization of planktic cyanobacteria of Anabaena, Aphanizomenon, Microcystis and Planktothrix genera. Int J System Evolut Microbiol 51: 513-526, 2001&lt;br /&gt;
*Manoukain R, Citton M, Huerta R, Rhode B, Drapeau C, Jensen GS: Effects of the blue-green algae aphanizomenon flos aqua (L.) Ralphs on human natural killer cells. In: Savage L (Ed.): Phytoceuticals. 1.1. Chap. 3.1., Seite 233-241, 1998&lt;br /&gt;
*NCI Nomination: Blue-Green Algae. Submitted to the NTP. September 2000&lt;br /&gt;
*Ray RA: Microalgae as food and supplement. Crit Rev Food Sci Nutr 30: 555-573, 1991&lt;br /&gt;
*Schaeffer DJ, Maplas PB, Barton LL: Risk assessment of microcystins in dietary Aphanizomenon flos-aquae. Ecotoxicol Envinron Saf 44: 73-80, 1999&lt;br /&gt;
*Shun-Zhang Y: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 675-682, 1995&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität - ein Problem unserer Zeit. Erfahrungsheilkunde, Nr. 8, 516-527, 2000&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Hyperaktivität - warum Ritalin keine Lösung ist. W. Goldmann Verlag, München, 2001&lt;br /&gt;
*Ueno Y, Nagata S, Tsutsumi T, Hasegawa A, Watanabe MF, Park HD, Chan GC, Chen G, Yu SZ: Detection of microcystins, a blue-green algal hepatotoxin, in drinking water sampled in Haimen and Fusui, endemic areas of primary liver cancer in China, by highly sensitive immunoassay. Carcinogenesis 17: 1317-1321, 1996&lt;br /&gt;
*Yu SZ: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 674-682, 1995&lt;br /&gt;
*Yu SZ, Chen G: Blue-green algae toxins and liver cancer. Chin J Cancer Res 6: 9-17, 1994&lt;br /&gt;
*Zhang Z, Lian M, Liu Y, Wei G, Yu S, Kang S, Zhang Y, Chen C: Teratosis and damage of viscera induced by microcystin in SD rat fetuses. Zhonghua Yi Xue Za Zhi 82: 345-347, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.uni-konstanz.de/news/mittshow.php?nr=12&amp;amp;jj=2008 Universität Konstanz zu Algenpräparaten&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cd/987&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cm/208/afa_algen_und_afa_algenpropdukte.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.dge.de/modules.php?name=News&amp;amp;file=article&amp;amp;sid=321&lt;br /&gt;
*http://ads-adhs.webs.com/algen.htm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Beutelschneiderei]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;br /&gt;
[[category:Heilmittel in der Pseudomedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Ritalinkritik&amp;diff=34556</id>
		<title>Ritalinkritik</title>
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		<updated>2009-12-11T12:22:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: Link zur Quelle AG ADHS über web.archive.org wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:ADHS.jpg|Zappelphillip als ADHS-betroffenes Kind|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Ritalin.jpg||thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:Ritalinkritik.jpg|Ritalin Kritik in Kent-Depesche|thumb]]&lt;br /&gt;
Zur Anwendung des Wirkstoffs Methylphenidat zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wurden und werden verschiedene [[Verschwörungstheorie]]n und sachlich nicht gerechtfertigte Beschuldigungen verbreitet. Dies wird allgemein als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ritalinkritik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, da Ritalin der Handelsname eines verbreiteten Medikamentes mit Methylphenidat und einer großen Personenzahl bekannt ist. Der Begriff Ritalinkritik ist somit stellvertretend für die Kritik am Wirkstoff Methylphenidat, aber auch für analoge Substanzen und in einem erweiterten Sinn für die generelle Kritik der Behandlungsbedürftigkeit des ADHS.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in diesem Artikel thematisierte Ritalinkritik bezieht sich nur ansatzweise auf die tatsächlichen und wissenschaftlich nachgewiesenen, unerwünschten Wirkungen (sog. &amp;#039;&amp;#039;Nebenwirkungen&amp;#039;&amp;#039;) und Kontraindikationen von Methylphenidat. Zu diesen Thema sollte ein Arzt oder Apotheker befragt werden und die Fachliteratur konsultiert werden. Hinweise gibt auch Wikipedia [http://de.wikipedia.org/wiki/Methylphenidat].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die hier gemeinte pauschale Ritalinkritik ist im Umfeld von Sekten oder Außenseitern im Gesundheitssektor häufig zu beobachten. Sie ist jedoch auch Gegenstand von parlamentarischen Anfragen gewesen und im Anti-[[NWO]]-Umfeld geläufig. Zu den aktivsten Gegnern einer Ritalinanwendung zählt [[Scientology]] bzw. ihr nahestehende Organisationen wie die [[Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.]] (KVPM) oder ihr nahestehende Personen wie [[Michael Hinz]]. Bekanntere Ritalinkritiker sind der pauschale Impfgegner [[Hans Tolzin]] und als rechtsaußen bekannte Personen wie [[Jo Conrad]] und [[Jan Udo Holey]] sowie der Göttinger Neurobiologe [[Gerald Hüther]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An ADHS leidende Kinder werden in [[Esoterik]]erkreisen häufig auch als [[Indigo-Kinder]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Methylphenidat==&lt;br /&gt;
[[image:Methylphenidat.jpg|Methylphenidat|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:ritalin2.jpg|Ritalinverbrauch Deutschland (Quelle: Heise.de)|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Chemisch gesehen, ist Methylphenidat eine Amphetamin-ähnliche Substanz mit stimulierender Wirkung. Es wird aber nicht nur bei ADHS eingesetzt, sondern auch bei der Narkolepsie (plötzliche unkontrollierbare Schlafsucht) und zur Wirksamkeitssteigerung bestimmter Antidepressiva.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methylphenidat wird mit gutem Erfolg seit Jahrzehnten zur Therapie hyperaktiver Verhaltensstörungen bei Kindern eingesetzt. Bei dieser Anwendung wird sowohl vom Hersteller als auch von den ärztlichen Fachgesellschaften zwingend gefordert, dass Ritalin nur im Rahmen eines umfassenden Therapieprogramms verwendet werden darf, zu dem auch psychologische, erzieherische und soziale Behandlungsmaßnahmen gehören müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methylphenidat wirkt bei tatsächlichen ADHS-Patienten paradox, das heißt, anstatt noch hyperaktiver zu werden, wird bei diesen Menschen die Hyperaktivität gedämpft und die Konzentrationsfähigkeit verbessert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methylphenidat hemmt die Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin in den Präsynapsen und erhöht so deren Konzentration im synaptischen Spalt. Dies führt zu erhöhtem Signalaufkommen am Rezeptor und unter anderem zu einer Erhöhung des Sympathikotonus. In geringem Maße sorgt Methylphenidat für die Freisetzung von Katecholaminen, die große Erhöhung der Dopaminkonzentration wird aber in erster Linie durch Wiederaufnahmehemmung erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hypothesen zur Wirkung bei ADHS:&lt;br /&gt;
Für die Wirkung von Methylphenidat gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze. Eine Hypothese besagt, dass bei ADHS bestimmte Bereiche im frontalen Gehirn (früher wurde ADHS auch als eine striato-frontale Dysfunktion bezeichnet), die u.a. Impulse kontrollieren, weniger aktiv seien und durch Stimulanzien angeregt würden, wodurch das Gehirn seine Kontrollfunktionen besser wahrnehmen könne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut einer weiteren Hypothese weisen Menschen mit ADHS eine erhöhte Anzahl und Aktivität von sogenannten Dopamin-Transportern auf. Dieses Rücktransportsystem der Nervenzellen sauge das von diesen Nervenzellen in den synaptischen Spalt freigesetzte Dopamin wie eine Art „Staubsauger“ wieder auf. Methylphenidat blockiere dieses Rücktransport-System vorübergehend, das heißt in aller Regel für drei bis fünf Stunden. Dadurch werde ein Zustand erzielt, der die Verfügbarkeit des Dopamins verbessert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderer Erklärungsansatz (Plastizitäts-Hypothese) vermutet, dass in den besagten Hirnarealen zu wenig Rezeptoren für Dopamin existierten. Dieser Mangel an Rezeptoren führe dazu, dass hemmende Neuronen nicht ausreichend aktiviert würden. Durch die Gabe von Methylphenidat würden die Rezeptoren vermehrt mit Dopamin versorgt, so dass die Erregungsweiterleitung besser funktioniere. Auf Dauer könne sich jedoch das Rezeptorsystem verändern und immer unempfindlicher gegen den Botenstoff werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannte Handelsnamen von Medikamenten die Methylphenidat enthalten sind: Ritalin, Medikinet, Equasym und Concerta.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methylphenidat ist in der Anlage&amp;amp;nbsp;3 des Betäubungsmittelgesetzes&amp;amp;nbsp;(BtMG) aufgelistet und unterliegt einer gesonderten Verschreibungspflicht durch Ärzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wissenschaftlich bekannte, unerwünschte Wirkungen / Nebenwirkungen==&lt;br /&gt;
Methylphenidat wird im allgemeinen sehr gut vertragen. Anfängliche Kopf- oder Bauchschmerzen und Schlafstörungen, die beim Einschleichen des Medikamentes auftreten können, verschwinden in der Regel nach den ersten Wochen wieder. 20-30% der Patienten sprechen jedoch nicht auf eine Behandlung mit Methylphenidat an und sind sogenannte Non-Responder. Bei diesen Patienten sollte man zu alternativen Medikamenten wie z.B. einem Amphetaminsaft [http://de.wikipedia.org/wiki/Amphetamin] oder Strattera [http://de.wikipedia.org/wiki/Atomoxetin] (Wirkstoff Atomoxetin) greifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder die mit Methylphenidat behandelt werden, müssen ihrem behandelndem Arzt in regelmäßigen Abständen zur körperlichen Untersuchung und Blutentnahme vorgestellt werden. So hat der Arzt eine Kontrolle, dass das Medikament vertragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Methylphenidat ist bei ADHS Mittel der ersten Wahl [http://www.journalmed.de/newsview.php?id=7903].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Falschbehauptungen und Verschwörungstheorien==&lt;br /&gt;
Typische Behauptungen von Ritalinkritikern sind:&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Methylphenidat macht abhängig/süchtig&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Laut einer Langzeitstudie von Huss&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000002733&amp;lt;/ref&amp;gt; war das Suchtrisiko in der mit Methylphenidat behandelten Gruppe signifikant gesenkt. In dieser Studie gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass eine frühe Behandlung mit Methylphenidat mit einem erhöhten Suchtrisiko einhergeht. Der gegenteilige Effekt konnte bestätigt werden: Kinder, die unter ADHS leiden und frühzeitig und längerfristig mit Methylphenidat behandelt werden, griffen in der Folge seltener zu legalen und illegalen Drogen und entwickelten seltener eine Suchterkrankung. Eine sachgemäße Behandlung von ADHS-Kindern mit Methylphenidat kann daher als Schutzfaktor für die Suchtentwicklung angesehen werden. Außerdem führt die orale Aufnahme in der Regel zu einem flachen Dopaminanstieg und wird daher von Drogenkonsumenten meist nicht eingesetzt. Das Medikament flutet für einen &amp;quot;Kick&amp;quot; nicht schnell genug an.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Das ADHS ist eine Erfindung aus der Zusammenarbeit von [[Antipsychiatrie|Psychiatrie]] und Pharmaindustrie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Auch diese Behauptung ist falsch, da das ADHS bereits im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert beschrieben wurde. Stattdessen sei das ADHS die Folge einer Fehlernährung. ADHS zeige sich nach Konsum von &amp;#039;&amp;#039;einfachen Kohlenhydraten&amp;#039;&amp;#039;, Zucker, Weißmehlprodukten, Cola, Hamburgern, Spaghetti, Chips, phosphathaltiger Nahrung usw. Allgemein werden im Ritalinkritikerumfeld eine &amp;#039;&amp;#039;Zivilisationsernährung&amp;#039;&amp;#039; beschuldigt, die zu einem angeblichen Mangel an Mineralstoffen und &amp;#039;&amp;#039;Vitalstoffen&amp;#039;&amp;#039; führe, der aber durch entsprechende käuflich zu erwerbende [[Nahrungsergänzungsmittel]] zu beseitigen sei. Andere Ritalinkritiker glauben, dass &amp;#039;&amp;#039;schimpfende Lehrer&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;missverstandene Worte&amp;#039;&amp;#039;, Videos und &amp;#039;&amp;#039;Erwachsenenkonversation&amp;#039;&amp;#039; verantwortlich seien. Auch sei das ADHS häufiger bei alleinerziehenden Elternteilen zu beobachten. Hinzu kommen noch Beschuldigungen des Impfens, Amalgame und Schwermetalle als ADHS-Ursache. Für all diese Behauptungen werden jedoch keine Belege genannt. Experten sind sich allerdings einig, dass neurobiologische Ursachen zugrunde liegen. Zwillings- und Adoptionsstudien&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.journalmed.de/newsview.php?id=1018&amp;lt;/ref&amp;gt; zeigen ein signifikant höheres Vorkommen von ADHS bei Geschwistern und Eltern. Dies lässt auf eine genetische Disposition schließen.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Morbus Parkinson (sog. Schüttellähmung) als Folge der Ritalineinnahme&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;. Ritalin wird seit ungefähr 50&amp;amp;nbsp;Jahren eingesetzt. Diese Behauptung wurde von dem Göttinger Neurobiologen Gerald Hüther aufgrund seiner Versuche an 5&amp;amp;nbsp;Ratten aufgestellt. Es gibt auch zu dieser Behauptung keinen Beleg.&amp;lt;ref&amp;gt;http://web.archive.org/web/20070622000608/http://www.agadhs.de/public/wsdn/dpa_warnung_spaetfolgen.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ritalin verursacht Genschäden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; 2005 hatten amerikanische Forscher Hinweise darauf gefunden, eine neue Studie deutscher Forscher hat diesen Verdacht nicht bestätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-6167-2007-03-05.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==bekannte Ritalinkritiker==&lt;br /&gt;
Ritalinkritiker rekrutieren sich aus verschiedenen Kreisen: Scientologen, Impfgegner (z.B. Hans Tolzin), [[Anthroposophie|Anthroposophen]] aber auch [[Psychoanalyse|Psychoanalytiker]], Sozialwissenschaftler und teilweise Pädagogen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther , einer der bekanntesten Ritalinkritiker, wurde durch seine Versuche an 5 Ratten, woraus er eine erhöhte Gefahr für das Entstehen der Parkinson-Krankheit nach langfristiger Ritalin-Einnahme in der Jugend schlussfolgerte, bekannt. Trotz der Tatsache, dass es für diese Behauptungen keine wissenschaftlichen Belege gibt, wird er bei vielen anderen als Grundlage für die angebliche Gefährlichkeit von Methylphenidat herangezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ritalinkritiker unter den Psychoanalytikern sind besonders Marianne Leutzinger-Bohleben, die Leiterin des Sigmund-Freud-Institutes Frankfurt, die zusammen mit Hüther das auch im [[Antipsychiatrie]]verlag vertriebene Buch „&amp;quot;ADHS – Frühprävention statt Medikalisierung&amp;quot;“ verfasst hat und der Soziologe und medizinische Laie Frank Dammasch, der mit seinen kruden Ansichten über ADHS sogar Kinder „behandelt“&amp;lt;ref&amp;gt; http://www.psychoanalyse-aktuell.de/kinder/adhs.html&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer radikaler Ritalinkritiker ist Reinhard Voss, ein Erziehungswissenschaftler und medizinischer Laie und Professor für Schulpädagogik an der Universität Koblenz-Landau, Abteilung Koblenz&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-koblenz.de/~didaktik/voss/index.php?page=person&amp;amp;id=werdegang&amp;lt;/ref&amp;gt;. Schon das Thema seiner Habilitationsschrift war „Die fortschreitende Medizinisierung auffälliger Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen als pädagogische und gesellschaftspolitische Herausforderung“. Neben einer Vielzahl ritalinkritischer Publikationen (Kritik an ADHS und Medikamentenmissbrauch)&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-koblenz.de/~didaktik/voss/index.php?page=adskritik&amp;lt;/ref&amp;gt; bietet er auch die Lehrveranstaltung „No more Ritalin - Das ADS als schulpädagogische Herausforderung“ an&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-koblenz.de/~didaktik/voss/index.php?page=lehrangebot&amp;amp;id=ritalin&amp;lt;/ref&amp;gt;. Voss beruft sich in seiner Ritalin-Kritik auch auf den Frankfurter Arzt und Psychotherapeuten Hans von Lüpke, der ebenfall durch seine radikale Ablehnung von Methylphenidat und zahlreiche entsprechende Publikationen auffällt&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.uni-koblenz.de/~didaktik/voss/index.php?page=adskritik&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ritalin und Anthroposophie==&lt;br /&gt;
Aus Sicht der Anthroposophen ist ADHS keine biochemisch bedingte Störung der Dopaminverfügbarkeit, sondern resultiert aus einem ungleichen Zusammenspiel der Willenskräfte in der Entwicklung des Kindes bzw. einer allgemeinen Willenschsschwäche des betroffenen Kindes. Demnach ist auch die Behandlung mit Methylphenidat unnötig, wenn nicht sogar schädlich. Dazu äußert sich ein Waldorflehrer wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Als Klassenlehrer einer Waldorfschule hat man die Gelegenheit gerade unter diesem Gesichtspunkt über Jahre hindurch die Entwicklung eines Kindes zu beobachten. In der Begleitung dieser sogenannten hyperaktiven und impulsgestörten Kinder kann man verstehen und einsehen lernen, dass die Bewegungsfreude oder der Bewegungsdrang und die oft ungebremste Impulsivität solcher Kinder nicht aus einem Stoffwechselmangel im Gehirn entspringen sondern, aus einem ungleichen Zusammenspiel der Willenskräfte in der Entwicklung des Kindes hervorgehen&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.thomasjachmann.de/artikel/8-hans-dampf-hat-eine-willensschwaeche&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ritalin und Scientology==&lt;br /&gt;
Die international operierende Sekte [[Scientology]] ist im Rahmen ihrer pauschalen Psychiatrieablehnung auch aktiv gegen Ritalin kampagnenmäßig tätig. Seit den 1980er Jahren verbreiten Scientology und mit ihr verbundene Organisationen Horrorgeschichten rund um die Anwendung von Ritalin bei ADHS. Die Kampagne wird mit E-Mails, lancierten Zeitungsartikeln und Einflussnahme auf Politiker geführt. Insbesondere wirft Scientology Eltern von ADHS-Kindern vor, diesen &amp;#039;&amp;#039;Drogen&amp;#039;&amp;#039; zu verabreichen und diese zu &amp;#039;&amp;#039;Drogensüchtigen&amp;#039;&amp;#039; zu machen. Ärzte würden das Medikament zu leichtfertig verordnen. Die entsprechende Diskussion ist in der Lage, viele Eltern, die sachlich nicht ausreichend informiert sind, zu verunsichern oder unter Druck zu setzen, da sie sich einerseits um die Schulleistungen ihrer Kinder sorgen, gleichzeitig aber auch um ihre körperliche und psychische Unversehrheit. So ist eine pauschale Ritalinkritik auch geeignet, in Eltern Schuldgefühle zu erzeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Scientology-Organisation verbreitet auch die Mär, dass Ritalinanwender zu Gewalttätern, Schulmassaker-Täter und Mördern werden könnten und es werden entsprechende Listen angeblicher Ritalin-Gewalttäter verbreitet. Dem Verursacher des Gutenberg-Gymnasium Schulmassakers in Erfurt 2002, dem 19-jährigen früheren Schüler Robert Steinhäuser wird von Scientology ebenfalls der Gebrauch von &amp;#039;&amp;#039;Psychopharmaka&amp;#039;&amp;#039; zugesprochen. Steinhäuser erschoss zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin und einen Polizisten. Danach brachte er sich selbst um. Er war kurz zuvor der Schule verwiesen worden. Auch [[Jo Conrad]], der eng mit Michael Kent alias Michael Hinz zusammenarbeitet, mischte sich ein und forderte eine Überprüfung, ob Steinhäuser Ritain bekommen hätte. Auch Hans Tolzin übernahm einen entsprechenden Artikel der Scientologie-Seite &amp;quot;Zeitenschrift&amp;quot; auf seine Seite &amp;quot;Tolzin.de&amp;quot; und verlinkte darauf.&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.tolzin.de/ritalin/index.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Anhänger des Glaubens an mögliche Gewalt nach Ritalingabe ist auch [[Jan Udo Holey]], der sich wiederum auf ein Buch eines David Grossmann beruft, das im Verlag der [[La-Rouche]]-Gruppe erschien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein bekannter Ritalinkritiker ist der Scientologe, PC-Techniker und medizinische Laie Helmut Kaeding, der den Webauftritt httpx://www.Ritalin-Kritik.de betreibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der [[alternativmedizin]]ische Markt für ADHS-Mittel==&lt;br /&gt;
Als Alternative zu Ritalin werden im Scientology- und Ritalinkritikumfeld häufig verschiedene Nahrungsergänzungsmittel, Mittel aus der [[Orthomolekulare Medizin|orthomolekularen Medizin]] und Vitamine angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*[[AFA-Algen]]: Zur angeblichen &amp;#039;&amp;#039;Erhöhung der Gehirnenergie&amp;#039;&amp;#039; (was auch immer das sein mag) wird auf die AFA-Algen verwiesen. Einen Nachweis zu deren Eignung bei ADHS gibt es indes nicht. Das BfArM und das BgVV warnten in einer Pressemitteilung vom 21. März 2002 vor AFA-Algen. (siehe Artikel: [[AFA-Algen]]). Andere Mittel am Alternativmarkt ohne Wirksamkeitsnachweise sind Kid-Plus, das Bestandteile der AFA-Algen enthalten soll und Juicepulver aus Kamutgrassprossen, Gerstengrassprossen und Alfalfa.&lt;br /&gt;
*[[L-Carnitin]]&lt;br /&gt;
*Zappelin: In Kreisen der [[Homöopathie]]anhänger wird auch das homöopathische Mittel Zappelin angepriesen. Die Zappelin Streukügelchen enthalten Chamomilla recutica D12, Kalium Phosphoricum D6, Delphinium staphisagria D12, Valeriana officinalis D6.&amp;lt;ref&amp;gt;Apotheken Journal (2002), S. 41&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine postulierte Wirkung bei ADHS kann auf dem [[Placeboeffekt]] beruhen. In wissenschaftlichen Studien konnten nur eine geringe oder keine Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln wie Zappelin festgestellt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://laekbw.dgn.de/25/10praxis/88arzneimitteltherapie/07091.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Martinius, J. (2003): Mogelpackung – Stellungsnahme zu Zappelin. In: Pädiatrische Praxis; Vol. 63; Nr. 1; S. 168-169&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16257245?dopt=Abstract&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*Scientology gegen Ritalin: http://www.ingo-heinemann.de/Ritalin.htm&lt;br /&gt;
*[http://home.arcor.de/eimuc/2009.pdf ADHS]Dr. Johannes Streif; ADHS - All Das Hilft Selten - Über Sinn und Unsinn alternativer Heilverfahren zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (Oktober 2009)[http://home.arcor.de/eimuc/Streif.pdf Vortragspräsentation] und [http://home.arcor.de/eimuc/2009.pdf Tagungsband]&lt;br /&gt;
*Die Sehnsucht nach Gesundheit, Heil und Heilung-Tagungsband http://home.arcor.de/eimuc/2006.pdf: http://home.arcor.de/eimuc/Regenstaufindigo.pdf&lt;br /&gt;
*Esoterisches - Heil für Kinder und Jugendliche?-Tagungsband http://home.arcor.de/eimuc/2005.pdf: http://home.arcor.de/eimuc/Vortragzieglerppp.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.web4health.info/de/answers/adhd-child-flower.htm&lt;br /&gt;
*http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16257245?dopt=Abstract&lt;br /&gt;
*http://www.theness.com/neurologicablog/?p=876&lt;br /&gt;
*http://www.stern.de/magazin/heft/stern-nr-45-29102009-ritalin-1517937.html&lt;br /&gt;
*http://www.adhs-deutschland.de/content.php?abt_ID=1&amp;amp;site_ID=148&amp;amp;S_ID=pv2ivvr812ra75u5116sub22cdme85co&lt;br /&gt;
*http://www.nai.de/apoinfo_11A_leserfrage.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Keine_Therapieempfehlung}}&lt;br /&gt;
[[category:Verschwörungstheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Raum_%26_Zeit&amp;diff=34348</id>
		<title>Raum &amp; Zeit</title>
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		<updated>2009-12-09T14:23:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Typische Autoren */ Toten Link durch archive.org wiederhergestellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:ruz.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Raum &amp;amp; Zeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist der Name einer [[pseudowissenschaft]]lichen Zeitschrift, die sich unkritisch [[Esoterik]], medizinischen Außenseiterthemen und [[Verschwörungstheorie]]n widmet. &amp;#039;Raum &amp;amp; Zeit&amp;#039; erscheint alle zwei Monate und wird von Käthe Ehlers vom [[Ehlers Verlag]] herausgegeben. In einem angegliederten Shop werden Produkte angeboten, die sich auf die in den Zeitschriftenartikeln propagierten pseudowissenschaftlichen Behauptungen stützen. So konnte man in &amp;#039;Raum &amp;amp; Zeit&amp;#039; lesen, dass es in Lappland Blut geregnet hat und auf Satellitenbildern am Nordpol (der bekanntermaßen von Meer bedeckt ist) Öffnungen zur [[Hohlerde]] zu sehen sind oder [[Strichcode Verschwörung|Barcodes]] schädliche Strahlung aussenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Typische Themen==&lt;br /&gt;
* [[Elektrosmog]]&lt;br /&gt;
* [[Homöopathie]]&lt;br /&gt;
* [[Geistheilen]]&lt;br /&gt;
* [[Kritik der Relativitätstheorie]]&lt;br /&gt;
* [[HIV/AIDS-Leugnung|AIDS]] (dessen Existenz in den Artikeln geleugnet)&lt;br /&gt;
* [[Freie Energie]]&lt;br /&gt;
* [[Germanische Neue Medizin]]&lt;br /&gt;
* [[Teddybär|Verschwörungstheorie Teddybär]] und [[TLR-Faktor]]&lt;br /&gt;
* Alles um [[Erich Körbler]]&lt;br /&gt;
* [[Urzeit Code]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Typische Autoren==&lt;br /&gt;
* [[Ryke Geerd Hamer]] in Heften Nr. 36, 38, 40 und 42&lt;br /&gt;
* [[Kawi Schneider]]: Ein &amp;quot;Kritiker&amp;quot; der [[Kritik_der_Relativitätstheorie|Relativitätstheorie]] mit antisemitischem und rechtsextremen Hintergrund [http://www.krr-faq.de/reg7.php Belege].&lt;br /&gt;
* Hans Joachim Ehlers: Ein radikaler [http://www.tierversuchsgegner.org/Tierversuche/singer.html Tierversuchsgegner]&lt;br /&gt;
* [[Stefan Lanka]]: Ein notorischer AIDS-Leugner&amp;lt;ref&amp;gt;HIV - Realität oder Artefakt? Raum &amp;amp; Zeit, 1995. Die fundamentalen Fehlannahmen der Gentechnik, Raum &amp;amp; Zeit, 1997&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Hans Nieper]]: Arzt, [[Raumenergie]]-Vertreter und Pionier der &amp;quot;Orthomolekularen Medizin&amp;quot;&lt;br /&gt;
* Gabi Müller, geb. Buhren: Eine [[Ryke Geerd Hamer|Hamer-Befürworterin]], die ihre unkonventionellen Ideen in einem eigenen Website verbreitet [http://www.alle24.de/].&lt;br /&gt;
* Julius Hackethal&lt;br /&gt;
* [[Ekkehard Friebe]]: [[Kritik der Relativitätstheorie]]&lt;br /&gt;
* [[Hans Weidenbusch]]: Verbreitet seine Privatphysik [http://web.archive.org/web/*/http://217.160.88.14/_data/130_010.pdf]&lt;br /&gt;
* [[Fosar und Bludorf|Grazyna Fosar und Franz Bludorf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
[http://www.raum-und-zeit.com/ Homepage Raum &amp;amp; Zeit]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellenangaben==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Esoterik]]&lt;br /&gt;
[[category:Publikation]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie&amp;diff=34347</id>
		<title>Homöopathie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Hom%C3%B6opathie&amp;diff=34347"/>
		<updated>2009-12-09T14:12:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Weblinks */ Toten Link durch archive.org wiederhergestellt...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Potentizer.jpg|[[Potenziermaschine]] der Homöopathie|thumb]]Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[pseudowissenschaft]]liche&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Statement &amp;#039;&amp;#039;National Science Foundation&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Stanford Encyclopedia of Philosophy&amp;#039;&amp;#039;, Zitat: &amp;#039;&amp;#039;There is widespread agreement for instance that creationism, astrology, homeopathy, [...] are pseudosciences [...]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/alternativmedizin/homoeopathie/kritiker-der-homoeopathie_aid_20668.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Methode zur Behandlung praktisch aller Erkrankungen, die von dem sächsischen Arzt und [[Okkultismus|Okkultisten]] [[Samuel Hahnemann]] etwa um 1800 begründet wurde und heute nahezu unverändert existiert. Die Homöopathie stützt sich auf zwei allgemeine Grundprinzipien. Nach dem [[Simile-Prinzip]] der Homöopathie kann aus symptomorientierter Sicht jede Krankheit durch Stoffe geheilt werden, die beim gesunden Patienten ähnliche Symptome hervorrufen. Nach dem Prinzip der [[Potenzierung]] wirken die Stoffe um so stärker, je stärker sie nach einem vorgeschriebenen Verfahren in Lösungsmittel verdünnt werden. Keines dieser beiden Prinzipien konnte bisher experimentell bestätigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Homöopathiegläubige sind bewusst oder unbewusst häufig pauschal skeptisch gegenüber der Wissenschaftlichen Medizin: Mit der (meist irrationalen) Angst vor der &amp;quot;schädlichen Chemie&amp;quot; ist untrennbar ein &amp;quot;[[Noceboeffekt]]&amp;quot; verbunden, der die Wirkung von gut bewährten konventionellen Verfahren beeinträchtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe auch: [[Allopathie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Varianten der Homöopathie==&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Klassische Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Form der Homöopathie, die sich streng an der Lehre von Samuel Hahnemann orientiert. Nach Hahnemann soll für die Gesamtheit aller körperlichen und geistigen Beschwerden immer nur ein einziges Mittel zur gleichen Zeit verabreicht werden. Der klassisch arbeitende Homöopath sucht nach dem seiner Meinung nach geeigneten Simile. Bekanntester aktueller Vertreter ist [[Georgos Vithoulkas]].&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Komplexmittelhomöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Anwendung homöopathischer Mittelgemische aufgrund einer Krankheitsdiagnose. Siehe: [[Komplexmittelhomöopathie]].&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Die Klinische Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet die Anwendung von homöopathische Mittel in sogenannten tiefen Potenzen (D1-D12) nach bestimmten Diagnosen.&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Neuere Interpretationen und Derivate der Homöopathie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sind im Kommen. Hier zeigen sich fließende Übergänge zum [[Geistheilen]] oder einer &amp;#039;&amp;#039;Energiemedizin&amp;#039;&amp;#039;. Vertreter dieser, unter klassischen Homöopathen meist abgelehnten, Gruppe glauben, nach Anamnese und [[Repertorisieren]] die gefundenen homöopathischen Mittel nicht in den Körper des Patienten einführen zu müssen. Allein die räumliche Nähe des Mittels zum Patient reiche aus, um eine Wirkung zu entfalten. Die Mittel könnten beispielsweise am Körper getragen oder unter das Kopfkissen gelegt werden. Auch könne ein Glas Wasser &amp;#039;&amp;#039;homöopathische Effekte&amp;#039;&amp;#039; zeigen, wenn es lediglich auf ein Blatt Papier mit dem Namen des Mittels gestellt werde. Das Blatt Papier übertrage hier seine &amp;#039;&amp;#039;Information&amp;#039;&amp;#039; auf das einzusetzende Glas Wasser. Typische Methoden aus diesem Spektrum sind die [[Harmopathie]], [[Neue Homöopathie]] nach [[Erich Körbler]], die [[Similis Cards]] oder [[Silent Healing]].&lt;br /&gt;
*Die [[Homöosiniatrie]] ist eine Methode die Elemente der Homöopathie und der [[Traditionelle Chinesische Medizin|Traditionellen Chinesischen Medizin]] zu vereinigen sucht. Zur Anwendungen kommen sowohl [[Akupunktur]] als auch homöopathische Mittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Hering&amp;#039;sche Gesetz==&lt;br /&gt;
Auf einen Vorschlag des Hahnemann-Anhängers Constantin Hering aus Sachsen geht im 19. Jahrhundert das so genannte &amp;#039;&amp;#039;Heringsche Gesetz&amp;#039;&amp;#039; zurück. Hering glaubte, dass eine Gesundung erfolge, wenn es zu einer Auslöschung von Symptome in folgenden Richtungen verlaufe:&lt;br /&gt;
* von innen nach außen&lt;br /&gt;
* von oben nach unten&lt;br /&gt;
* von jetzt zu früher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[image:organon.png|Ausschnitt aus dem Organon|400px|thumb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fehlen der wissenschaftlichen Grundlage==&lt;br /&gt;
Nach etwa 200&amp;amp;nbsp;Jahren der Forschung von Homöopathen und Nicht-Homöopathen ist bislang kein wissenschaftlicher Beweis für eine über den [[Placeboeffekt]] hinausgehende Wirkung der Homöopathie bekannt geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst E., A systematic review of systematic reviews of homeopathy., Br J Clin Pharmacol. 2002 Dec;54(6):577-82&amp;lt;/ref&amp;gt; und sie gilt heute als widerlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/schweiz/standard/Homoeopathie-ist-eine-widerlegte-Methode/story/16361064&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach heutigem Erkenntnisstand ist sie mit einer Placebotherapie gleichzusetzen, was allerdings nicht heißen muss, dass sie völlig wirkungslos ist. In der Tat kann man davon ausgehen, dass sie gegenüber einer Nichtbehandlung (also dem Nichtstun) eine Wirkung bei entsprechenden Patienten erzielen kann, insbesondere bei charismatischen Therapeuten und entsprechendem therapeutischem Ritual. Gefahren der Homöopathie ergeben sich aus der Tatsache, dass Homöopathen und Patienten die Placebowirkungen der Homöopathie überschätzen und reproduzierbar effektive Behandlungen mit einem Wirksamkeitsnachweis, der über den Placeboeffekt hinausgeht, unterlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen die Homöopathie sprechen die fehlenden Wirksamkeitsnachweise, der pseudowissenschaftliche-dogmatische Charakter der Homöopathieschulen (die tatsächliche Schulmediziner sind), die völlig fehlende Prävention der Krankheit sowie innere Widersprüche wie der nicht reproduzierbare Chinarindenversuch, auf den sich Hahnemann hilfsweise beruft. Homöopathen geben ungerne an, wie lange eine Therapie durchgeführt werden soll.&lt;br /&gt;
Auch aus chemisch-naturwissenschaftlicher Sicht ist das [[Potenzierung|Potenzierverfahren]] (was in Wirklichkeit eine Verdünnung unter bestimmten Umständen ist) nicht mit der Realität in Einklang zu bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Argument für die Homöopathie wird oft die Freiheit von Nebenwirkungen angesprochen. Das Argument ist dabei, dass bei starker Potenzierung (Verdünnung) kaum Nebenwirkungen zu erwarten seien. Dieses Argument widerspricht jedoch der Annahme, Potenzierung würde die Wirkung der Substanzen verstärken und ist damit ein Widerspruch der Homöopathie in sich. Auch der Anspruch, die Selbstheilungsfähigkeit des Menschen zu stärken, wird oft als Argument für die Homöopathie genannt. Den Nachweis hierfür bleiben die Befürworter jedoch schuldig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entgegen häufig verbreiteten Ansichten um eine &amp;#039;&amp;#039;ganzheitliche Behandlung&amp;#039;&amp;#039; im Rahmen der Homöopathie, ist diese Alternativmedizin als eine symptom-basierte Therapieform anzusehen, die sich ausschließlich auf geschilderte und beobachtbare Symptome des Patienten stützt. Die Ätiologie (Ursachenforschung) von Krankheiten wird weitgehend ausgeblendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahnemann und moderne Homöopathen orientieren sich an &amp;#039;&amp;#039;Heilgesetzen&amp;#039;&amp;#039;, zu denen auch die Vorstellung gehört, dass homöopathische Therapien Menschen von oben nach unten, von innen nach außen und beginnend mit dem neuesten Symptom behandeln. Solche Vorstellungen haben wiederum keine Grundlage in irgendwelchen Modellen der Biologie oder der Krankheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Medizinische Fakultät der Universität Marburg erklärte im Ärzteblatt vom 3.&amp;amp;nbsp;März 1993 die Homöopathie zur Irrlehre: Ihr Wirkprinzip sei Täuschung des Patienten, verstärkt durch die Selbsttäuschung des Behandlers.&amp;lt;ref&amp;gt;http://oehinfo.uibk.ac.at/natwi/pharm/bunsi/0195/marburg.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Pseudowissenschaftliche Erklärungsansätze==&lt;br /&gt;
[[image:Dwhelios.jpg|Verdünntes Wasser als homöopathisches Heilmittel|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
Die Homöopathie ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht plausibel: Es widerspricht der Logik, den Naturgesetzen und medizinischen Erkenntnissen der Vergangenheit und Gegenwart. Hochpotenzen ab D&amp;amp;nbsp;23 bzw. C&amp;amp;nbsp;12 enthalten kein Molekül des Grundstoffes. Wie sollen Tropfen, die nur noch aus Lösungsmitteln bestehen, wirken? Ein [[Wassergedächtnis]], das &amp;quot;Information&amp;quot; aufnehmen könnte, gibt es nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist in der wissenschaftlichen Medizin nicht sinnvoll, die Funktionsweise von Methoden zu erklären, die gar keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen können. Die Frage nach dem Wirkprinzip der Homöopathie ist völlig sinnlos, solange es keine Hinweise darauf gibt, dass Homöopathie überhaupt Wirkung entwickelt. Alle Erklärungsversuche der Homöopathie sind daher nicht wissenschaftlich fundiert und können als pseudowissenschaftlich eingestuft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies hält Homöopathen jedoch nicht davon ab, sich Wirkmechanismen zur Homöopathie auszudenken und diese zu veröffentlichen. Die Spannweite reicht dabei von [[Animismus|animistischen]] Vorstellungen geistbelebter Materie, in denen die [[Potenzierung]] die positiven Geister (auch Schwingungen) der Substanzen freisetzt, bis zur pseudowissenschaftlichen Umdeutung quantenmechanischer und atomphysikalischer Erkenntnisse.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.anomalistik.de/Walach_WQT.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oft wird das [[Wassergedächtnis]], welches [[Jacques Benveniste]] meinte gefunden zu haben, als &amp;quot;Beweis&amp;quot; angeführt. Spätestens seit 1995 ist klar, dass Benvenistes Ergebnisse nicht nachvollziehbar sind.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.zeit.de/2003/49/N-Wasser_Ged_8achtnis?page=all&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.gwup.org/skeptiker/archiv/2008/2/media/wasser_gedaechtnis.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Trotzdem wird weiterhin behauptet, dass Hochpotenzen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Informationen&amp;#039;&amp;#039; enthalten würden, obwohl weder ein Informationsträger zu finden noch ein Code vorstellbar ist. So ist es nicht verwunderlich, dass auch der letzte, als Durchbruch gefeierte &amp;quot;Beweis&amp;quot; an der Uni Leipzig mit Rattendärmen sich als falsch und unhaltbar herausstellte. Eine umfangreiche Würdigung dieser Pseudo-Forschung an der Uni Leipzig findet sich hier:[http://www.xy44.de/belladonna/]. Welche &amp;#039;&amp;#039;Informationen&amp;#039;&amp;#039; die Struktur des Wassers auch immer in der Vorstellung der Anhänger enthalten sollte, sie müssten auch auf die Zuckerpillen übertragen werden, auf die der Tropfen des homöopathischen Wassers aufgetragen wird. Das &amp;#039;&amp;#039;Gedächtnis des Wassers&amp;#039;&amp;#039; müsste die Aufnahme und Absorption durch das gastrointestinale System im Körper und den Transport durch das Blut bis zu den Geweben gewissermaßen überleben. Biologen haben weder ein „Wassergedächtnis“ noch homöopathische Signale oder Rezeptoren entdeckt, noch irgendetwas, das plausiblerweise als Rezeptor für Wasserstrukturen dienen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heutige Homöopathen ziehen sich oft auf die Quantenmechanik zurück, um die angebliche Wirkung homöopathischer Mittel zu erklären. Quanteneffekte sind aber nur auf subatomarer und evtl. noch atomarer Ebene von Bedeutung. Für die makroskopische Welt oder biologische Systeme wie Viren, einzelne Zellen oder aufwärts, sind sie jedoch nicht relevant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tatsache, dass auch &amp;#039;&amp;#039;verdünntes Wasser&amp;#039;&amp;#039; als homöopathisches Heilmittel angeboten wird (siehe Abbildung rechts, 1&amp;amp;nbsp;Gramm verdünntes Wasser kostet etwa 1&amp;amp;nbsp;Pfund)&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.helios.co.uk/cgi-bin/store.cgi?action=link&amp;amp;sku=Wate-g&amp;amp;uid=11666&amp;lt;/ref&amp;gt;, macht das Konzept genauso fragwürdig wie die Behauptungen mancher Homöopathen, dass von unter dem Kopfkissen oder am Körper getragenen Mitteln eine Wirkung ausginge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie nebenwirkungsfrei?==&lt;br /&gt;
[[image:hom2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Glaubt man den Befürwortern der Homöopathie, so wäre die Anwendung stets nebenwirkungsfrei, und dies mag im allgemeinen auch auf die sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Hochpotenzen&amp;#039;&amp;#039; bezogen plausibel erscheinen. Wenn man die Problematik der Homöopathie-Wirkungslosigkeit (gegenüber Placebo) und des Zeitverzuges durch Verzicht auf wirksame Therapien außer Acht lässt, lassen sich aber in der Fachliteratur Angaben zu Nebenwirkungen durch niedrig potenzierte Homöopathika finden. Nicht jedes als homöopathisches Medikament zugelassene Mittel enthält die Wirksubstanzen in hinreichender Verdünnung (bzw. „hoher Potenz“), so dass es frei von unerwünschten Nebenwirkungen wäre. Als Beispiel kann hier ein Mittel gegen Bluthochdruck namens „Homviotensin“&amp;amp;nbsp;® genannt werden, das als &amp;#039;&amp;#039;nebenwirkungsfrei&amp;#039;&amp;#039; vermarktet wird, aber einige Phytotherapeutika in ausreichender Konzentration enthält um pharmakologische Wirkungen zu entfalten. Zitat Bewerbung: &amp;#039;&amp;#039;Eine Tablette Homviotensin zu 320&amp;amp;nbsp;mg enthält, arzneilich wirksame Bestandteile Reserpinum Trit.&amp;amp;nbsp;D3 32,0&amp;amp;nbsp;mg (HAB1, Vorschrift&amp;amp;nbsp;6); Rauwolfia Trit.&amp;amp;nbsp;D3 32,0&amp;amp;nbsp;mg; Viscum album Trit.&amp;amp;nbsp;D2 32,0&amp;amp;nbsp;mg; Crataegus Trit.&amp;amp;nbsp;D2 64,0&amp;amp;nbsp;mg. Die sonstigen Bestandteile sind Lactose und Magnesiumstearat [...]&amp;#039;&amp;#039; Hier sind also herzwirksame Substanzen in erheblicher Konzentration zu finden. Als Nebenwirkungen werden zusätzlich &amp;#039;&amp;#039;verstopfte Nase und depressive Verstimmung&amp;#039;&amp;#039; genannt. Die meisten homöopathischen [[Komplexmittelhomöopathie|Komplexmittel]] funktionieren nicht homöopathisch, sondern haben eindeutig pharmakologische Wirkungen. Das wird durch den Einsatz von &amp;#039;&amp;#039;Niedrigpotenzen&amp;#039;&amp;#039; der eingesetzten Urtinkturen erreicht. Damit lassen sich sogar kleinere Studien mit nachgewiesener Wirksamkeit machen (die natürlich nichts mit dem Prinzip der Homöopathie zu tun haben, sondern replizierbare Beobachtungen der Pharmakodynamik sind). Diese Komplexmittel sind für bestimmte Indikationen zugelassen. Allgemein kann als Faustregel davon ausgegangen werden, dass bei niedrigen Potenzstufen (&amp;#039;&amp;#039;kritische Potenz&amp;#039;&amp;#039; im allgemeinen bis etwa&amp;amp;nbsp;D6) eine reguläre unerwünschte Arzneimittelwirkung auftreten kann, weil im Mittel noch nennenswerte Stoffmengen mit dem gesamten Wirkungsspektrum enthalten sind. So können z.B. durch die Anwendung von Mercurius (Quecksilber), Arsenicum (Arsen) oder Nux vomica (Brechnuss), einer Pflanze die Strychnin-Alkaloide enthält, Vergiftungen hervorgerufen werden. Die kritische Potenz ist abhängig vom Tablettengewicht sowie dem Molekulargewicht der Wirksubstanz und ihrer relativen Wirksamkeit. Im folgenden soll als Beispiel die kritische Potenz für das Diphtherintoxin berechnet werden: das Toxin hat ein Molekulargewicht von 61&amp;amp;nbsp;kDa. Ein einziges Molekül vermag eine Zelle zu töten. Die Tablette möge 10&amp;amp;nbsp;mg wiegen, was etwa einem Kügelchen mit dem Radius 1&amp;amp;nbsp;mm entspricht. 10&amp;amp;nbsp;mg entsprechen 1,6*10^-7&amp;amp;nbsp;Mol bzw. 1*10^17&amp;amp;nbsp;Moleküle Bei einer Potenz von&amp;amp;nbsp;D16, enthält eine 10&amp;amp;nbsp;mg Tablette noch 10&amp;amp;nbsp;Moleküle, bzw. 10&amp;amp;nbsp;potenziell tote Zellen, was eindeutig noch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterlassene effektive Therapien können bei Anwendung homöopathischer Mittel tödlich enden. Ein Kleinkind namens Gloria Thomas starb Mai 2002 in Sydney nach einer homöopathischen Fehlbehandlung und Fehlernährung an einer Sepsis. Die homöopathisch orientierten Eltern müssen sich wegen Totschlag verantworten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.news.com.au/story/0,27574,25428128-421,00.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie und Malariaprophylaxe und Anti Zecken Globuli==&lt;br /&gt;
[[image:malarianosode.jpg|Malaria Nosode|thumb]]&lt;br /&gt;
In Deutschland ist immer wieder zu beobachten, dass Homöopathen das Mittel &amp;#039;&amp;#039;Malaria 2000&amp;#039;&amp;#039; (oder andere Mittel) zu einer sogenannten Malaria-Prophylaxe für Patienten verwenden, die beabsichtigen in ein Land zu reisen, in dem die Malaria endemisch ist. Regelmäßig müssen in Klinken Malariapatienten behandelt werden, die angeben, sich derartig vor Malaria &amp;#039;&amp;#039;gewappnet&amp;#039;&amp;#039; zu haben und sich dennoch infizierten. Es kam zu mindestens einem Todesfall eines Patienten der nach Malaria 2000-Prophylaxe starb. Der Bayerische Rundfunk zitiert auf seinen Webseiten das Tropeninstitut in München, demzufolge es mehrere Todesfälle bei Menschen gab, die sich auf eine &amp;#039;&amp;#039;homöopathische Malaria-Prophylaxe&amp;#039;&amp;#039; verlassen hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;Prof. Nothdurft vom Tropeninstitut in München: &amp;quot;Von homöopathischen Fachgesellschaften höre ich, dass es eine Prophylaxe im homöopathischen Sinn gar nicht geben kann. Wir haben die bittere Erfahrung gemacht, dass es mehrere Todesfälle gegeben hat, als sich Menschen auf eine homöopathische Malaria-Prophylaxe verlassen haben.&amp;quot; [http://www.br-online.de/bayern2/gesundheitsgespraech/malaria-DID1241688633988/mariaforschung-empfehlungen-schutz-ID1241688398258.xml]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Arzneimittel-Kommissionen der Apotheker und der deutschen Ärzteschaft nahm mit Veröffentlichungen und deutlichen Warnungen gegen eine derartige homöopathische Malariaprophylaxe Stellung: &amp;#039;&amp;#039;Bereits am 19.&amp;amp;nbsp;März 1998 hat die Arzneimittel-Kommission der Apotheker in der Pharmazeutischen Zeitung vor einer homöopathischen Malaria-Prophylaxe gewarnt. Es wird klargestellt, dass Malaria eine ernste und z.T. lebensbedrohliche Krankheit darstellt, &amp;quot;der nicht durch unspezifische homöopathische Mittel begegnet werden kann, von denen man sich eine erhöhte Immunität des Körpers gegen Malariaerreger erhofft. Fälle in denen eine solche &amp;quot;Prophylaxe&amp;quot; versagt hat, sind literaturkundig&amp;quot;. Es wird daher dringend davon abgeraten, homöopathische Mittel zur Malaria-Prophylaxe abzugeben.&amp;#039;&amp;#039; Noch deutlicher und schärfer warnt die Arzneimittel-Kommission der deutsche Ärzteschaft im Deutschen Ärzteblatt&amp;amp;nbsp;95 vom 19.&amp;amp;nbsp;Juni 1998. Die AMK nahm dabei Bezug auf eine von einer Firma angebotene homöopathische Malariaprophylaxe. Wörtlich: &amp;#039;&amp;#039;[...] Niedergelassene Ärzte, die Patienten eine homöopathische Malaria-Prophylaxe verordnen, haben mit berufsrechtlichen und strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Die Malaria ist eine ernste und unter Umständen lebensbedrohliche Krankheit, [...] Wegen der akuten Gefährdung der Patienten, die sich unter Umständen auf ihr homöopathisches Arzneimittel verlassen, sieht die AMK der deutschen Ärzteschaft bei der Verordnung solcher homöopathischen Mittel zur Malaria-Prophylaxe einen Verstoß gegen die Berufspflichten des Arztes und rät zum Schutze der Patienten dringend von einer Verordnung solcher Mittel ab. &lt;br /&gt;
Andererseits ist die Krankheitsprophylaxe an sich innerhalb der Homöopathieszene umstritten, da sich ohne erkennbare Symptome ja keine homöopathischen Mittel finden lassen. Auch in England waren derartige Malariaprophlaxen bekannt geworden, und die englische staatliche NHS stellte daher ab 2008 die Zahlungen an homöopathische Einrichtungen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich kritisch sind auch sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Anti Zecken Globuli&amp;#039;&amp;#039; um, wie eine Apotheke in Arnsberg unter der Hand meint, &amp;#039;&amp;#039;[...] einer Borelliose Erkrankung auf natürlicher Weise vorzubeugen [...]&amp;#039;&amp;#039;. Dazu habe diese Apotheke mit einem homöopathischen Hersteller eine spezielle Mischung entwickelt, die [[Nosode]]n enthalte, die eine &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Impfung&amp;#039;&amp;#039; darstellen sollen. Es wird ausdrücklich auf die, durch Zecken übertragenen, Krankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Lyme-Borelliose Bezug genommen. Zusätzlich sollen die Anti Zecken Globuli auch &amp;#039;&amp;#039;Ledum palustre&amp;#039;&amp;#039; (Sumpfporst) enthalten, was den eigenen Körpergeruch im Sinne eines Schutzes verändere.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anwendung von homöopathischen [[Spenglersan Kolloide|&amp;#039;&amp;#039;Spenglersan Kolloid&amp;amp;nbsp;M&amp;#039;&amp;#039;]]-Mittel zur Malariaprophylaxe konnte dokumentiert eine Malaria nicht verhindern, schwedische Ärzte veröffentlichten dazu Fallberichte und eine Warnung.&amp;lt;ref&amp;gt;Carlsson T, Bergqvist L, Hellgren U. Homeopathic Resistant Malaria. J Travel Med. 1996 Mar 1;3(1):62&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathische Antidote==&lt;br /&gt;
Befürworter der Homöopathie fürchten offenbar unerwünschte Wirkungen eigener Therapien, insbesondere als zu intensive &amp;#039;&amp;#039;Erstverschlimmerungen&amp;#039;&amp;#039; nach Mittelgabe. Aber auch für diesen Fall ist homöopathisch durch sogenanntes &amp;#039;&amp;#039;Antidotieren&amp;#039;&amp;#039; vorgesorgt. Dabei reiche es, einfach das verabreichte erstverschlimmernde Mittel &amp;#039;&amp;#039;[...] mit ein paar Schlucken starkem Kaffee oder Riechen an Kampher (Tigerbalsam, Vic-vapo-rup...) [...]&amp;#039;&amp;#039; unwirksam zu machen &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.nelly-duerr.de/klassische-homoeopathie/antidot.php&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte der Homöopathie==&lt;br /&gt;
Der Homöopathie kann man zur Zeit der Entwicklung durchaus &amp;quot;wissenschaftlichen&amp;quot; Charakter (nach damaliger Definition) zugestehen. Immerhin ging Hahnemann empirisch vor und überprüfte seine Thesen an Selbstversuchen. Der Zugewinn an Wissen seit dieser Zeit lässt die Theorie heutzutage nur noch aus medizinhistorischer Sicht interessant erscheinen. Als ernsthafte medizinische Methode kann die Homöopathie auf Grund des fehlenden Wirksamkeitsnachweises nicht betrachtet werden. Zu Hahnemanns Zeiten gab es weder ein Fieberthermometer noch die Kenntnis von Bakterien, dafür die seltsamsten Erklärungsversuche (z.B. Miasmen - krankheitserregende Dämpfe, die vom Boden aufsteigen), so dass man Hahnemanns Modell aus historischer Sicht durchaus als vernünftig betrachten muss. Aus heutiger Sicht nach über zwei Jahrhunderten enormen Wissensgewinns kann man vermuten, dass selbst Hahnemann, würde er noch leben und über das heutige Wissen verfügen, seine Apologeten verspotten würde. So wurde die Homöopathie schon vor über 100 Jahren heftig kritisiert (siehe Links). Das Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie geht nicht auf Hahnemann zurück, bereits vorher gab es (zum Beispiel in England) analoge Vorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bemerkenswert ist weiterhin, dass einige Empfehlungen Hahnemanns aus dem Organon wie zum Beispiel die Anwendung von heißem Terpentin auf Verbrühungsverletzungen auch von den Anhängern und Anwendern der Homöopathie nicht mehr breit propagiert werden. Während also bei Verletzungen, bei denen man unmittelbar den Erfolg oder Misserfolg einer Behandlung ersehen kann, die Lehren Hahnemanns z.T. durchaus korrekt als veraltet und unbegründet zurückgewiesen werden, werden die Teile der Lehre, die zwar nicht minder unlogisch und unbegründet sind, bei deren Umsetzung man aber auf den Placeboeffekt hoffen kann, weiterhin gewinnbringend vermarktet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathische Ärzte in Europa==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland sollen etwa 5000 Ärzte die Zusatzbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Homöopath&amp;#039;&amp;#039; erlangt haben; die Netzeitung gibt an, dass in Deutschland zur Zeit etwa jeder 40. Arzt über die Zusatzbezeichnung «Homöopathie» verfügt&amp;lt;ref&amp;gt;Netzeitung 2.7.08 [http://www.netzeitung.de/gesundheit/1075357.html]&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nach Angaben der ECHAMP tragen in Deutschland etwa 2,5% der Ärzte, in Italien 8,3% und in der Slowakei etwa 14%, die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“. In Schweden liegt die Quote dagegen bei unter 0,03%, von fast 30.000 schwedischen Ärzten insgesamt haben nur zehn eine homöopathische Zusatzausbildung. Europaweit würden demnach fast 56.000 Mediziner die entsprechende Bezeichnung führen. Die so krass unterschiedliche Akzeptanz der Homöopathie in zwei Industriestaaten wie Deutschland und Schweden bei vergleichbarem Gesundheitsstatus der Deutschen und Schweden zeigt, dass einerseits offenbar problemlos auf die Homöopathie verzichtet werden kann ohne dass sich für die Gesundheit der Bevölkerung ein relevanter Effekt ergibt und dass andererseits die Beliebtheit der Homöopathie weniger mit naturwissenschaftlichen Argumenten oder Belegen einer möglichen Wirksamkeit zusammenzuhängen scheint als vielmehr mit Weltanschauungen, Vorurteilen oder Traditionen. Überzeugende wissenschaftliche Argumente und Wirksamkeitsnachweise die für die Anwendung der Homöopathie sprächen, hätten nämlich auch schwedische Ärzte überzeugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das Homöopathika-Geschäft==&lt;br /&gt;
[[image:Oscillococcinum.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Deutschland und Frankreich sind die wichtigsten Märkte für homöopathische und anthroposophisch-homöopathische Medikamente in Europa. Fast 60% aller in Europa hergestellten Arzneien dieser Therapierichtungen wurden in diesen beiden Ländern verkauft,&amp;lt;ref&amp;gt;europäischer Herstellerverband ECHAMP&amp;lt;/ref&amp;gt; mit einem europaweiten Zuwachs von 60% zwischen 1995 und 2005. In Deutschland gab es ein Umsatzplus von 80%, in Frankreich gar 300%. Der europaweite Umsatz liegt bei 1,7&amp;amp;nbsp;Milliarden Euro, etwa 7% aller rezeptfreien Medikamente. Der Erlös der Produktion lag 2005 bei etwa 930&amp;amp;nbsp;Millionen Euro, davon 810&amp;amp;nbsp;Millionen Euro für Medikamente. An den Erzeugerpreisen gemessen entfielen auf Deutschland rund 268 Millionen Euro des EU-Absatzes, auf Frankreich 294&amp;amp;nbsp;Millionen Euro.&amp;lt;ref&amp;gt;DZVhÄ-Newsletter Ausgabe Januar/Februar 2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;European Coalition on Homeopathic and Anthroposophic Medicinal Products E.E.I.G. (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Facts and Figures, Second Edition, 2007, Homeopathic and Anthroposophic Medicine in Europe&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.echamp.org/upload/files/statements/statements_20071128142622.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/130208094908_6hn141febr.pdf &amp;#039;&amp;#039;Deutschland und Frankreich sind die größten Märkte.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Nachrichten&amp;#039;&amp;#039; Jan./Feb. 2008, S.4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das marktführende Unternehmen in Deutschland ist die Deutsche Homöopathie-Union (DHU). Der Konzern mit über 400&amp;amp;nbsp;Mitarbeitern hat sich aus der 1961 gegründeten Firma Schwabe entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das meistverwendete Homöopathikum in den USA ist &amp;#039;&amp;#039;Oscilococcinum&amp;amp;nbsp;C&amp;amp;nbsp;200&amp;#039;&amp;#039;. Dieses Mittel wird auch „die 20-Millionen-Ente“ genannt. Der Jahresumsatz für das Produkt beträgt 20&amp;amp;nbsp;Millionen Dollar. Das Mittel wird aus Entenleber erzeugt, doch für den gesamten Umsatz wird nur die Leber einer einzigen Ente gebraucht - und von dieser bleibt einiges übrig: Die Potenzierung von C200 bedeutet, dass das Verhältnis von Leber zur Lösung 1&amp;amp;nbsp;zu&amp;amp;nbsp;10 mit 400&amp;amp;nbsp;Nullen beträgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathie und umstrittene [[Masernparty]]==&lt;br /&gt;
2005 wurde bekannt, dass Anhänger der Homöopathie sogenannte Masern-Partys nicht generell ablehnen. Zitat eines entsprechenden Zeitungsartikels&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/726112-100,1,0.html&amp;lt;/ref&amp;gt;: &amp;#039;&amp;#039;Homöopathische Ärzte lehnen &amp;quot;Masern-Partys&amp;quot; nicht generell ab. Bei Abwägung der möglichen Nebenwirkungen einer Impfung mit den Risiken einer Erkrankung sei eine bewusst herbeigeführte Ansteckung im Alter zwischen etwa drei und acht Jahren &amp;quot;eine Überlegung wert&amp;quot;, sagte der Münchner Kinderarzt Dr. [[Steffen Rabe]].&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Es sei eine Folge der Impfkampagnen, dass im Vergleich zu früher bei Masernausbrüchen heute mehr Säuglinge und Erwachsene erkranken. Bei diesem Personenkreis sei jedoch das Risiko, infolge von Masern an Komplikationen wie zum Beispiel einer Hirnentzündung zu erkranken, bis zu zehn Mal höher, sagte Rabe.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Die gestiegene Masern-Erkrankungshäufigkeit bei Säuglingen ist eine unmittelbare Folge der Impfpolitik&amp;quot;, so Rabe. Die letzte Entscheidung über die Teilnahme eines Kindes an einer &amp;quot;Masern-Party&amp;quot; liegt nach Auffassung des Mediziners immer bei Eltern.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Im Falle einer Masernerkrankung rät der Kinderarzt zum völligen Verzicht auf fiebersenkende Mittel, da diese das Komplikationsrisiko möglicherweise erhöhten. &amp;quot;Der Patient braucht vielmehr vor allem Ruhe und Schonung.&amp;quot; Die Krankheit sei mit klassischer Homöopathie in vielen Fällen gut zu behandeln.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studien zur Homöopathie==&lt;br /&gt;
Bereits zu Lebzeiten von Hahnmann war seine Lehre umstritten und löste lebhafte Diskussionen aus und die ersten Versuche mit Homöopathika verliefen negativ. Bei Wiederholungen von Hahnemanns ursprünglichen „Arznei-Tests“ konnten seine Angaben nicht bestätigt werden. Der berühmte Chinarinden-Versuch, auf dem die Lehre beruht, war ein Irrtum: Obwohl Chinarinde die Körpertemperatur senkt, empfand Hahnemann nach der Einnahme Fieber. Möglicherweise eine allergische Reaktion. Auch die unverblindeten „Arzneimittelprüfungen“ ohne Ausschaltung eines möglichen Placeboeffekts durch Vergleich mit einem Scheinpräparat sind nicht wissenschaftlich akzeptabel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Untersuchungen zur Homöopathie gab es zur Zeit des Nationalsozialismus. Dem Regime lag an einer Neuorientierung im Gesundheitswesen, der &amp;quot;Neuen Deutschen Heilkunde&amp;quot;. In nationalsozialistischen Kreisen wurde zudem die Kritik an &amp;#039;&amp;#039;verjudeter Schulmedizin&amp;#039;&amp;#039; lauter. Zwischen 1936 und 1939 fanden an verschiedenen homöopathischen Krankenhäusern im Auftrag des Reichsgesundheitsamtes Arzneimittelprüfungen statt. Es sollte „vor allem die Zuverlässigkeit früherer Arzneiprüfungen und somit auch die Wertigkeit der auf ihnen aufbauenden ‚Arzneibilder’ erforscht werden. Dem Arbeitskreis gehörten der Homöopath Hanns Rabe (1890-1959), der Internist Werner Siebert (1897-1951) und die Pharmakologie-Professoren Gustav Kuschinsky (1904-1992) und Richard Bonsmann an. An diesen Überprüfungen war auch der damals an der homöopathischen Abteilung des Rudolf Virchow Krankenhauses in Berlin tätige Arzt Fritz Donner (1896-1979) maßgeblich beteiligt. Doch es kam nichts dabei heraus. Durchgeführt wurden beispielsweise Doppelblindversuche mit Silicea C 30. Das Ergebnis: Verum und Placebo verursachten gleich viel Symptome. Den anwesenden Homöopathen war es nicht möglich, Verum und Placebo zu unterscheiden. Auch 1938/39 wurden im Robert-Koch-Krankenhaus in Berlin klinische Versuche mit Homöopathika mit negativem Ergebnisse durchgeführt. Der Homöopath Rabe reagierte mit der Vermutung, dass ..&amp;#039;&amp;#039;Homöopathie keine pharmakotherapeutische Methode, wie bisher angenommen, sondern eine Form der Psychotherapie...&amp;#039;&amp;#039; sei. Fritz Donner in einem Gedächtnisprotokoll: &amp;#039;&amp;#039;Wahrheitsgemäß müsste man antworten, dass bei der Arzneiprüfung nichts herausgekommen ist und dass bei den klinischen Versuchen bei keinem einzigen Patienten eine irgendwie für eine therapeutische Wirkung der eingesetzten Arzneien sprechende Reaktion eingetreten ist.&amp;#039;&amp;#039;. Dennoch wurde offiziell verlautbart es hätten sich gewisse Schwierigkeiten bemerkbar gemacht, sodass man neu beginnen müsse. Der Krieg verhinderte jedoch weitere Forschung. Später, in den sechziger Jahren, drückte sich Donner deutlicher aus: Er nannte die Untersuchung ein &amp;#039;&amp;#039;totales Fiasko&amp;#039;&amp;#039; für die Homöopathie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher gaben Homöopathen an, ihre Methode sei so auf den einzelnen Patienten individualisiert zugeschnitten, dass man sie gar nicht klinisch überprüfen könne. Als später deutlich wurde, dass der Weg zur Anerkennung ihrer Medizin nur über den klinischen Nachweis gehen kann, kam es zu einer Kursänderung und man bemühte sich, den Erfolg homöopathischer Behandlung mit klinischen Studien zu belegen. Veröffentlicht wurden viele Tests mit positiven Ergebnissen – so kamen zum Beispiel im Jahr 1995 merkwürdigerweise nur ein Prozent aller in alternativen Fachzeitschriften publizierten Untersuchungen zu einem negativen Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Meta-Studie unter der Leitung des Berner Epidemiologen Matthias Egger belegt: Je genauer der Test-Aufbau nach wissenschaftlichen Kriterien, desto geringer die Effekte homöopathischer Behandlungen in den jeweiligen Studien. Das Ergebnis wurde im August 2005 in der anerkannten Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht. Lapidar forderten die Herausgeber die Homöopathen auf, endlich offen zu bekennen, dass ihre Methode ein Placebo sei. Die Schweizer Regierung schloss Homöopathie aus der Kassen-Erstattung aus und die Stiftung Warentest bewertete die Homöopathie als „zur Behandlung von Krankheiten ungeeignet“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem sich die Homöopathie nicht replizierbar in kontrollierten, randomisierten und doppelt verblindeten Studien nachweisen lies, kam es wiederum zu einer Kehrtwendung mancher Homöopathieanhänger: ein derartiges Studiendesign wäre nicht in der Lage, die tatsächlichen Wirkungen der Homöopathie wiederzugeben. Gefordert wurde ein Abkehr von der &amp;#039;&amp;#039;evidence based medicine&amp;#039;&amp;#039; (EBM) hin zur Neuerfindung einer &amp;#039;&amp;#039;cognitive based medicine&amp;#039;&amp;#039; (CBM) bzw. zu reinen Outcome-Studien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
weitere Studien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Shang, A et al., (2005) Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy. In: The Lancet, 27. August–2. September 2005, Band 366 (9487), S. 726–732, PMID 16125589&lt;br /&gt;
* E. Ernst (2002), &amp;quot;A systematic review of systematic reviews of homeopathy&amp;quot;, British Journal of Clinical Pharmacology 54 (6), 577–582: ..&amp;#039;&amp;#039;Homeopathy remains one of the most controversial subjects in therapeutics. This article is an attempt to clarify its effectiveness based on recent systematic reviews. Electronic databases were searched for systematic reviews/meta-analysis on the subject. Seventeen articles fulfilled the inclusion/exclusion criteria. Six of them related to re-analyses of one landmark meta-analysis. Collectively they implied that the overall positive result of this meta-analysis is not supported by a critical analysis of the data. Eleven independent systematic reviews were located. Collectively they failed to provide strong evidence in favour of homeopathy. In particular, there was no condition which responds convincingly better to homeopathic treatment than to placebo or other control interventions. Similarly, there was no homeopathic remedy that was demonstrated to yield clinical effects that are convincingly different from placebo. It is concluded that the best clinical evidence for homeopathy available to date does not warrant positive recommendations for its use in clinical practice..&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* A. Paris, N. Gonnet, C. Chaussard, P. Belon, F. Rocourt, D. Saragaglia, J. L. Cracowski, &amp;quot;Effect of homeopathy on analgesic intake following knee ligament reconstruction: a phase III monocentre randomized placebo controlled study&amp;quot;, British Journal of Clinical Pharmacology (OnlineEarly Articles). &amp;#039;&amp;#039;Conclusions: The complex of homeopathy tested in this study was not superior to placebo in reducing 24 h morphine consumption after knee ligament reconstruction...&amp;#039;&amp;#039; Der Witz bei dieser Studie ist, dass einer der Autoren (P. Belon) Direktor des französischen Homöopathie-Herstellers Boiron ist, die die Studie mitfinanziert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Homöopathische Arzneimittelprüfung==&lt;br /&gt;
Homöopathen berufen sich auf durchgeführte sogenannte [[homöopathische Arzneimittelprüfung]]en, deren Ergebnisse in Arzneimittellehren (materiae medicae) einfließen. An gesunden Versuchspersonen, bzw. an sich selbst wird ein bestimmtes homöopathisches Mittel ausprobiert. Sodann werden berichtete Symptome, Träume (&amp;#039;&amp;#039;Traumprüfung&amp;#039;&amp;#039; mit dem Mittel unter dem Kopfkissen) oder Meditationserlebnisse (&amp;#039;&amp;#039;Meditationsprüfung&amp;#039;&amp;#039;) notiert und für die Nachwelt festgehalten. Eine in der Homöopathie-Fachzeitschrift &amp;#039;&amp;#039;homoepathy&amp;#039;&amp;#039; veröffentlichte Untersuchung derartiger Arzneimittelprüfungen der Jahre 1945 bis 1995 ergab, dass diese &amp;#039;&amp;#039;Prüfungen&amp;#039;&amp;#039; sehr unterschiedlich gehandhabt werden und sie meist von sehr niedriger Qualität sind und auf eine Kontrollgruppe und Placebo-Präparate zum Vergleich verzichtet wurde. Auf Randomisierungen und Verblindungen wurde verzichtet. Interessanterweise werden in Prüfungen minderer Qualität mehr Symptome berichtet als in den anderen Prüfungen.&amp;lt;ref&amp;gt;F. Dantas, P. Fisher, H. Walach, F. Wieland, D.P. Rastogi, H. Teixeira, D. Koster, J.P. Jansen, J. Eizayaga, M.E.P. Alvarez, M. Marim, P. Belon and L.L.M. Weckx. A systematic review of the quality of homeopathic pathogenetic trials published from 1945 to 1995. Homeopathy, Volume 96, Issue 1, January 2007, Seiten 4-16&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die gesetzliche Einordnung der Homöopathie als Therapieform==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Homöopathie gehört in Deutschland nach der Definition zu den [[Besondere Therapierichtungen|besonderen Therapierichtungen]] nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) und dem Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz - AMG). Im SGB ist unter anderem festgelegt, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die homöopathische Behandlung erstatten dürfen. Das AMG sieht bei Homöopathika einen erleichterten Zugang zur Verkehrsfähigkeit als &amp;quot;Arzneimittel&amp;quot; vor, sofern eine Registrierung der Mittel erfolgt ist. An die Registrierung sind im Wesentlichen nur einfache hygienische Bedingungen geknüpft, nicht jedoch der sonst bei Arzneimitteln übliche und auch vom Patienten angenommene Wirksamkeitsnachweis. Anstelle des Wirksamkeitsnachweises wird von einer Kommission am Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) entschieden, ob Mittel, -name und Darreichungsform homöopathischer Lehrmeinung entsprechen (sog. &amp;quot;Binnenkonsens&amp;quot;). Konkret heißt das, dass eine Kommission entscheidet, ob schlichte Zuckerkügelchen auch ganz ohne Wirkstoff sich &amp;quot;Arzneimittel&amp;quot; nennen dürfen und als Arzneimittel verkauft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Herausforderungen==&lt;br /&gt;
Der Alternativmedizin-Professor Edzard Ernst (Universität Exeter/GB) bot im Juni 2008 10.000&amp;amp;nbsp;Pfund für denjenigen, der einen wissenschaftlichen Studiennachweis über die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen gegenüber Placebo liefert.&amp;lt;ref&amp;gt;http://stargoss.co.uk/badhomeopathy/modules/news/article.php?storyid=34&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.dailymail.co.uk/news/article-1026966/Leading-professor-offers-10-000-person-prove-homeopathy-works.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.netzeitung.de/gesundheit/1074077.html&amp;lt;/ref&amp;gt; In einem Interview, das Ernst am 12.&amp;amp;nbsp;April 2009 der Schweizer Zeitung Tagesanzeiger gab, ist von einer Erhöhung des Preises auf 100.000&amp;amp;nbsp;US-Dollar die Rede.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/schweiz/standard/Homoeopathie-ist-eine-widerlegte-Methode/story/16361064&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Angaben von Ernst bestehe das Angebot seit einem Jahr und sei bislang nicht in Anspruch genommen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus gibt es bei erfolgreichem Wirkungsnachweis auch weiterhin den Preis der JREF in Höhe von 1&amp;amp;nbsp;Million US-Dollar zu gewinnen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.randi.org/site/index.php/swift-blog/581-homeopathy-qualifies-for-the-million-dollar-challenge.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe auch: Ausgelobte [[Preisgelder]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Placeboeffekte und spontane Heilungen==&lt;br /&gt;
Es ist bekannt, dass etwa drei Viertel aller Erkrankungen des Menschen irgendwann spontan verheilen - auch ohne jeglichen therapeutischen Eingriff, und häufig bleiben dabei auch keine dauerhaft nachweisbaren Spuren. Dies ist also quasi die Regel der menschlichen Krankheiten. Nur ist der Zeitpunkt der Heilung (im wahren Sinne des Wortes) zu Beginn einer Erkrankung aber oft nicht exakt anzugeben. Einige Erkrankungen haben auch einen Verlauf der durch Schübe gekennzeichnet ist die sich wiederholen und irgendwann abklingen. Auch &amp;#039;&amp;#039;wachsen&amp;#039;&amp;#039; sich beispielsweise meist Allergien der Kindheit im Erwachsenenalter nach Jahren aus oder schwächen sich stark ab. Nichts liegt also näher als aus homöopathischer Sicht eine solche Spontanheilung als Folge einer homöopathischen Therapie auszugeben, ob sich Homöopathieanhänger dessen bewusst sind oder nicht ist eine andere Frage. Einem derartigen Trugschluss unterliegen aber auch manchmal Ärzte, die sich einer rationalen Medizin verpflichtet fühlen.&amp;lt;ref&amp;gt;Skrabanek P, McCormick J: Torheiten und Trugschlüsse in der Medizin. Verlag: Kirchheim + Co. GmbH (1993) ISBN-10: 3874090604 ISBN-13: 978-3874090605&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit spricht alles dafür, dass eine etwaige Wirksamkeit einer homöopathischen Therapie auf der Ausnutzung des [[Placebo]]effektes beruht. Dies wird von den meisten Homöopathen zurückgewiesen, würde es ja das [[Repertorisieren]] und [[Potenzierung|Potenzieren]] überflüssig machen und diese Praktiken ad absurdum führen (zumindest der höheren Potenzen bei denen die Wahrscheinlichkeit der Anwesenheit von Resten der Ursubstanz sehr gering ist). Verwiesen wird dabei auch auf einen bei Tieren oder Kindern angeblich unbekannten Placeboeffekt, auch wenn aus wissenschaftlicher Sicht das Gegenteil der Fall ist. Dass der Homöopathie ein entlockter Placeboeffekt zu Grunde liegen könnte, ist nicht nur Experten aus dem Homöopathie-skeptischen oder neutralen Lager, sondern selbst eingefleischten &amp;#039;&amp;#039;hardcore&amp;#039;&amp;#039; Homöopathen inzwischen klar. So sei laut [[Georgos Vithoulkas]] (bekannter Exponent der klassischen Homöopathie) der Wirkmechanismus sowohl des Placeboeffektes als auch des &amp;quot;homöopathischen Simillimums&amp;quot; derselbe&amp;lt;ref&amp;gt;↑ *http://www.hpathy.de/papersnew/george-vithoulkas.asp [...] Der Plazeboeffekt kann durch die Autosuggestion des Patienten initiiert werden, die eine Mobilisierung des Abwehrmechanismus durch die starken Gefühle des daran glaubens erzwingt. So funktionieren alle Geistheilungen, die Radionik, Yoga, die Meditation und all die anderen Randtherapien [...]&amp;lt;/ref&amp;gt; und führt die Selbsthypnose bzw Auto-[[Suggestion]] dafür an. Als Beleg für seine Hypothese führte er auch eine deutsche Homöopathin an: [...] Ich hörte einmal einer deutschen Homöopathin zu, die behauptete, bei vielen Patienten äußerst erfolgreich zu sein. Als ich sie danach fragte, von welchem Pharmahersteller sie ihre Mittel bezöge, sagte sie mir, dass sie die Mittel selbst produzierte. Sie schreibt auf ein Stück Papier den Mittelnamen und die Potenz und von einem Gerät wird es sofort hergestellt. Sagen Sie mir, ob dies nicht zu hundert Prozent Plazeboeffekt ist. Die Dame war finanziell so erfolgreich, dass sie der deutschen &amp;quot;George Vithoulkas Stiftung&amp;quot; einen großen Betrag spendete [...] Ich selbst habe schon versehentlich das falsche Mittel verabreicht, welches zu einem anderen Patienten gehörte und die Patienten, die das Mittel erhielten, berichteten davon, dass es ihnen besser ging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Universitäre Kurse in Homöopathie==&lt;br /&gt;
*In Wien kann man an der anerkannten MedUni Wien Kurse in Homöopathie besuchen, die für das Studium der Humanmedizin anerkannt werden (Wahlfach Homöopathie).&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/11/homoopathie-meduni-1.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.sih.at/wahlfach/WFSKRIPT2007.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*In England gibt es ebenfalls Universitäten, die die akademischen BSc und MSc (Bachelor bzw. Master of Science) Graden in Homöopathie vergeben und den Unmut von Wissenschaftlern erregten. Nature titelte &amp;quot;Science degrees without the science&amp;quot;,&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ucl.ac.uk/Pharmacology/dc-bits/colquhoun-nature-07.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und berichtetet davon, wie schwierig bis unmöglich es sei, an die Kursunterlagen der ominösen Homöopathiekurse heranzukommen. Die meisten Universitäten verweigerten schlicht die Offenlegung ihrer Lehrunterlagen an Anfragende&amp;lt;ref&amp;gt;http://dcscience.net/giles-nature-2007.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
*Quantenlogische Medizin (quantum logic medicine): seit 2007 bietet die Universität Sevilla (Spanien) das universitäre Masterstudium in Homöopathie als &amp;#039;&amp;#039;Master Universitario en Homeopatía&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.cfp.us.es/image.asp?id=272&amp;amp;tipo=se&amp;amp;mt=bin&amp;lt;/ref&amp;gt; auch in deutscher Sprache an. Laut Aussagen der Universität wurde dort die Homöopathie unter Gesichtspunkten einer &amp;#039;&amp;#039;Quantenlogik&amp;#039;&amp;#039; zur &amp;#039;&amp;#039;Quantenlogischen Medizin&amp;#039;&amp;#039; weiterentwickelt. Weiter betont diese Universität weltweit den einzigen &amp;#039;&amp;#039;Universitätsmaster in homöopathischer Medizin einer staatlichen Universität&amp;#039;&amp;#039; anbieten zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.quantum-logic-medicine.com/de/uni_basisWissen.shtml&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zitate==&lt;br /&gt;
*Charles Darwin am 4.9.1850: ..&amp;#039;&amp;#039;Du spricht von Homöopathie, ein Gegenstand, der mich sogar noch wütender macht als Hellseherei. Hellseherei liegt so jenseits aller Glaubwürdigkeit, daß normale Fähigkeiten dabei ohnehin keine Rolle spielen, aber bei der Homöopathie kommen gesunder Menscherverstand und Beobachtung ins Spiel, und beides würde vor die Hunde gehen, wenn die unendlich winzigen Dosen irgendeine Wirkung hätten. Wie wahr ist doch eine Bemerkung ..., die ich neulich las, über die Nachweisbarkeit von Heilprozessen. [Es hieß], niemand weiß, was das Ergebnis wäre, wenn eine Erkrankung gar nicht behandelt würde. Das ist der Mastab, am dem die Homöopathie&amp;quot; zu messen ist...&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Charles Darwin in einem Brief an William Darwin Fox am 4.9.1850: You speak about Homeopathy; which is a subject which makes me more wrath, even than does Clairvoyance: clairvoyance so transcends belief, that one’s ordinary faculties are put out of question, but in Homœopathy common sense and common observation come into play, and both these must go to the Dogs, if the infinetesimal doses have any effect whatever. How true is a remark I saw the other day by Quetelet, in respect to evidence of curative processes, viz that no one knows in disease what is the simple result of nothing being done, as a standard with which to compare Homeopathy and all other such things It is a sad flaw, I cannot but think in my beloved Dr Gully, that he believes in everything - when his daughter was very ill, he had a clairvoyant girl to report on internal changes, a mesmerist to put her to sleep - an homeopathist, viz John Chapman and himself as Hydropathist and the girl recovered...&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*R. v. Bredow: Homöopathie. Die Heilung mit dem Nichts? GEO Juni1997, 44-56&lt;br /&gt;
*Philippe Leick: Die „schwache Quantentheorie“ und die Homöopathie. Skeptiker 19 (3/06) 92-102&lt;br /&gt;
*R. Twenhöfel: Homöopathie und Schulmedizin. Zur Soziologie eines Konfliktes. Heidelberg: Haug 1994&lt;br /&gt;
*Otto Prokop (1995): Homöopathie - Was leistet sie wirklich?, Frankfurt/M.&lt;br /&gt;
* Martin Lambeck (2003): Irrt die Physik?, Beck&amp;#039;sche Reihe, ISBN 3406494692&lt;br /&gt;
----------&lt;br /&gt;
* E. Davenas et al: “Human basophil degranulation triggered by very dilte antiserum against IgE”, Nature, 333, 30. Juni 1988, 816-818.&lt;br /&gt;
* John Maddox, James Randi, Walter Stewart: “High-dilution experiments a delusion, Nature 334, 28. Juli 1988, Seiten 287-290&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.novo-magazin.de/67/novo6734.htm&lt;br /&gt;
*http://www.gwup.org/themen/texte/homoeopathie/&lt;br /&gt;
*http://www.skeptiker.de/themen/texte/homoeopathie/&lt;br /&gt;
*http://www.handrick-net.de/homoeopathie/homoeopathie.html&lt;br /&gt;
*http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/37800/WHO_warnt_vor_Homoeopathie.htm&lt;br /&gt;
*http://web.archive.org/web/20061213054249/http://pandemonium.tiscali.de/pub/gutenberg/2/7/0/2700/2700.txt Homöopathiekritischer Text von 1842. Unverändert gültig.&lt;br /&gt;
*[http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/011005042421_lancet_kopie.pdf the lancet: the end of homoeopathy]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/1967/20/Der-Arzt-steckt-im-Flaesdichen?page=all Die Zeit: Der Arzt steckt im Fläsdichen]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/2003/49/N-Wasser_Ged_8achtnis Die Zeit: Verdünnte Wahrheit]&lt;br /&gt;
*[http://www.zeit.de/2004/24/M-Hom_9aopathie_neu Die Zeit: Die Angst vor der Globulisierung]&lt;br /&gt;
*http://dcscience.net/ernst-bjcp-07.pdf&lt;br /&gt;
*[http://www.videosift.com/video/James-Randi-explains-Homeopathy James Randi erklärt Homöopathie (englisch - sehr sehenswert)]&lt;br /&gt;
*[http://www.heise.de/tr/Homoeopathika-sind-Placebos--/artikel/110778/0/0 &amp;quot;Homöopathika sind Placebos&amp;quot;] Interview mit Professor Edzard Ernst, Gründer der Abteilung für Komplementärmedizin an der Uni Exeter&lt;br /&gt;
*http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/bstuecke/78922/index.html&lt;br /&gt;
*http://www.kyriacou.ch/files/mahlzeit_die_100_leckersten_homoeopathischen_mittelchen.html&lt;br /&gt;
*[http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/schweiz/standard/Homoeopathie-ist-eine-widerlegte-Methode/story/16361064 Edzard Ernst: Die Homöopathie ist eine widerlegte Methode] [http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2009-20/artikel-2009-20-gesundheit-unplausible-kuegelchen.html Edzard Ernst: unplausible Kügelchen]&lt;br /&gt;
*http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/special/363/107256/10/&lt;br /&gt;
*http://www.welt.de/wirtschaft/article3099273/Tinkturen-und-Pillen-auf-Rezept.html&lt;br /&gt;
*http://www.welt.de/wissenschaft/article2055699/Die_unglaubliche_Potenz_der_Homoeopathie.html&lt;br /&gt;
*http://hpd.de/node/7168: Homöopathie tötet&lt;br /&gt;
*[http://www.scienceblogs.de/diaxs-rake/2009/08/nur-17-der-deutschen-wissen-was-homoopathie-ist.php Jörg Rings: Nur 17% der Deutschen wissen, was Homöopathie ist]&lt;br /&gt;
*[http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=2692 Forth, Wolfgang: Unklare Konzentrationsangaben der Hersteller: Potentiell toxische Schwermetalle als Therapeutikum in der Homöopathie]&lt;br /&gt;
---------------------------------&lt;br /&gt;
*[http://www.sciencebasedmedicine.org/?p=551 Karikatur-Video (englisch)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Homöopathie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Hans_Tolzin&amp;diff=34346</id>
		<title>Hans Tolzin</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Hans_Tolzin&amp;diff=34346"/>
		<updated>2009-12-09T14:05:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Sekten */  Quellenangabe korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:tolzin2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hans&amp;amp;nbsp;U.&amp;amp;nbsp;P. Tolzin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geb. 31.&amp;amp;nbsp;August 1958) ist ein gelernter Milchwirt, Programmierer, selbsternannter genereller [[Impfkritik|Impfgegner]] und medizinischer Laie,&amp;lt;ref&amp;gt;From: &amp;quot;Hans&amp;amp;nbsp;U.&amp;amp;nbsp;P. Tolzin&amp;quot; &amp;lt;hans@tolzin.de&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
To: &amp;quot;Individueller Impfentscheid&amp;quot; &amp;lt;Individuelle_Impfentscheidung@yahoogroups.de&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sent: Monday, February 13, 2006 8:47 PM&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Subject: [IIE] Wie spezifisch ist der Antikörpertiter?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sehr geehrte Listenmitglieder, ausschließliches Kriterium für den Nutzennachweis bei der Zulassung ist bekanntermaßen der Antikörpertiter. Nun gibt es zahlreiche Impfungen, die ohne Zugabe eines Verstärkers wie Aluminiumhydroxid nicht annähernd den als ausreichend angesehenen Titeranstieg bewirken. Meine Frage - die möglicherweise auch meinem &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;laienhaften Verständnis um die immunologischen Zusammenhänge&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; entspringen mag - ist nun, ob schon mal irgend jemand getestet hat, ob eine Td-Impfung evt. auch den Hepatitis B-Titer ansteigen lässt oder ob dieser wirklich unverändert bleibt. Interessant wäre ein Vergleich vor und nach der Impfung. Das das jemand von Ihnen schon mal gemacht? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
mfg Tolzin&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; der durch Desinformationsseiten im Internet auf sich aufmerksam macht. Tolzin wohnt in Echterdingen bei Stuttgart und bezeichnet sich als &amp;#039;&amp;#039;Journalist&amp;#039;&amp;#039; ohne journalistische Ausbildung. Seinen erlernten Beruf bezeichnet er selbst als &amp;#039;&amp;#039;Molkereifachmann&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Tolzin sei die Homosexualität &amp;#039;&amp;#039;heilbar&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;http://web.archive.org/web/20020604074537/http://www.kein-schicksal.de/ Belege von seiner Homepage wurden inzwischen gelöscht und sind auch für Wayback-Suchmaschinen gesperrt&amp;lt;/ref&amp;gt; und Poliomyelitis (Kinderlähmung) wahrscheinlich durch das Pestizid DDT verursacht. Tolzin selbst bezeichnete sich wörtlich als &amp;#039;&amp;#039;totalen Impfgegner&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.f24.parsimony.net/forum55247/messages/2952.htm Je mehr ich mich mit dem Thema Impfen (und grundsätzlich mit den Grundannahmen der Schulmedizin) beschäftigte, desto mehr wurde ich selber zu einem totalen Impfgegner&amp;lt;/ref&amp;gt; und ist ein Verfechter der &amp;quot;[[Germanische Neue Medizin|Germanischen Neuen Medizin]]&amp;quot;&amp;amp;nbsp;(GNM) des [[Ryke Geerd Hamer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ansichten über Krankheitserreger ==&lt;br /&gt;
Tolzin leugnet generell die Existenz von Infektionserregern und ist der Meinung, dass Bakterien Teil der natürlichen „Fauna&amp;quot; des Blutes darstellen, sowie dass Viren Bestandteil des natürlichen Erbgutes sind und somit endogenen Ursprungs.&amp;lt;ref&amp;gt;Vortrag zur Schweinegrippe-„Massenimpfung“ http://www.youtube.com/watch?v=AAvAPbdkkBU&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn auch  die Zahl der Bakterien-Zellen im Körper die Zahl der menschlichen Zellen um ein Mehrfaches übersteigt, befinden sich diese Bakterien vor allem im Magen-Darm-Trakt.&amp;lt;ref&amp;gt;Dorion Sagan, Lynn Margulis: Garden of Microbial Delights: A Practical Guide to the Subvisible World. Kendall/Hunt Publishing Company, Dubuque, Iowa 1993&amp;lt;/ref&amp;gt; Endogene Viren (z.&amp;amp;nbsp;B. Transposons) existieren und machen einen Großteil des menschlichen Erbguts aus, werden aber im Gegenteil als Überreste von exogenen Viren angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Konkret bezweifelt Tolzin die Existenz oder krankmachende Wirkung des HI-Virus, des Polio-Virus und des Influenza-Virus A/H1N1, welches die spanische Grippe verursacht hat. Er ignoriert die Tatsache, dass beispielsweise eine Infektion durch das Tollwut-Virus fast ausnahmslos tödlich verläuft.&amp;lt;ref&amp;gt;Jordan Lite: „Medical Mystery: Only One Person Has Survived Rabies without Vaccine--But How?“ In: Scientific American vom 10.08.2008 [http://www.sciam.com/article.cfm?id=jeanna-giese-rabies-survivor&amp;amp;sc=WR_20081014  Volltext (englisch)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tolzin streitet die Existenz und die Infektiosität der Spanischen Grippe&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Spanische_Grippe&amp;lt;/ref&amp;gt; ab, der in den Jahren 1918 bis 1920 zwischen 25 und 50&amp;amp;nbsp;Millionen Menschen zum Opfer fielen.&amp;lt;ref&amp;gt;Johnson, Niall P. A. S. / Mueller, Juergen D. „Updating the Accounts: Global Mortality of the 1918-1920 „Spanish“ Influenza Pandemic“, Bulletin of the History of Medicine Volume 76, Number 1, Spring 2002, S. 105–115&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu entwickelte er ein Flugblatt.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.psiram.com/media/Tolzin/20051112-spanische-grippe.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impf-report.de/infoblatt/20051112-spanische-grippe.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Demnach sollen die Krankheit und die Todesfälle durch die Impfprogramme der damaligen Zeit (etwa Pocken und Typhus) hervorgerufen worden sein. Das Influenza-Virus war noch nicht bekannt, dessen Isolation gelang erst 1933 durch Andrewes, Smith und Laidlaw vom National Institute for Medical Research.&amp;lt;ref&amp;gt; Wilson Smith, C. H. Andrewes und P. P. Laidlaw: A Virus Obtained From Influenza Patients. In: The Lancet. Bd. 222, 1933, S. 66-68.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Grippeimpfung wurde 1945 eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;Plotkin, S. et al: Vaccines 5ed (2008)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://en.wikipedia.org/wiki/Timeline_of_vaccines&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur Zeit der spanischen Grippe gab es lediglich symptomatische Therapien, wie die Transfusion von Blut ehemals an der Spanischen Grippe Erkrankter als eine Art der [http://de.wikipedia.org/wiki/Immunisierung#Passive_Immunisierung passiven Immunisierung] (Übertragung von im Spenderblut enthaltenen Antikörpern).&amp;lt;ref&amp;gt;http://darwin.nap.edu/books/0309095042/html/62.html The Threat of Pandemic Influenza: Are We Ready? Workshop Summary (2005) (free online book)] S. 62&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://en.wikipedia.org/wiki/Influenza_vaccine#Influenza&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Über die Kinderlähmung (Poliomyelitis) äußerte Tolzin, dass die Ursache dieser Erkrankung nicht bei einem Virus liegen könne. Dazu hat er eine Vielzahl unwissenschaftlicher, unwahrer und von Verschwörungstheorien durchsetzter Behauptungen in einer 7-teiligen &amp;quot;Polio-Serie&amp;quot; zusammengefasst.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.psiram.com/media/Tolzin/polio.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impfkritik.de/flugblatt/polio.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impf-report.de/jahrgang/2004/16.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impf-report.de/jahrgang/2004/15.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impf-report.de/jahrgang/2004/17.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impf-report.de/jahrgang/2004/18.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impf-report.de/jahrgang/2004/19.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impf-report.de/jahrgang/2004/20.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impf-report.de/jahrgang/2004/22.htm#01&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Impfen==&lt;br /&gt;
Tolzins Lieblingsthema ist das Impfen. Er vertritt die Verschwörungstheorie, dass Impfen eigentlich nutzlos, ja sogar schädlich ist (siehe [[Gerhard Buchwald]]). Diese Erkenntnis soll von der bösen Pharmaindustrie unterdrückt werden, weil sie mit dem Impfen Milliarden verdiene. Ferner lehnt Tolzin die Infektionshypothese von Robert Koch ab, was bedeutet, die Medizin um über 100&amp;amp;nbsp;Jahre zurückzuwerfen. Dies äußert sich in Aussagen wie dieser&amp;amp;nbsp;[http://anonym.to/?http://www.impfkritik.de/masern/index.php]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Wie dem auch sei: Es gibt im Zusammenhang mit Masern viele Ungereimtheiten und offene Fragen: Wo kommt das Virus so plötzlich her? Warum stecken sich immer nur Einzelne an, der Großteil der empfänglichen Personen aber nicht? Warum funktionieren, wie Eltern berichten, die offiziell immer wieder angeprangerten &amp;quot;Masernpartys&amp;quot; in Wahrheit gar nicht? Welche Faktoren machen einen Menschen überhaupt empfänglich?&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Masern sind aber bekannterweise hochansteckend, wie die immer wieder aufflackernden lokalen Ausbrüche zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere spricht er sich gegen die Polio-Impfung aus. Die Gründe dafür legt er in 11&amp;amp;nbsp;Thesen in einem Flugblatt dar, die mit Unwahrheiten und Verschwörungstheorien durchsetzt sind.&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impfkritik.de/flugblatt/polio.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Post-Polio-Syndrom schreibt er:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Doch neben neuen Namen für die alte Krankheit (z.B. aseptische Meningits) macht seit Anfang der 80er Jahre das sog. &amp;quot;Post-Polio-Syndrom&amp;quot; auf sich aufmerksam, das ausschließlich Menschen erfasste, die noch vor der Einführung des Impfstoffs die Kinderlähmung auf natürliche Weise durchmachten. Das wirft die Frage auf, wie eine der Originalkrankheit nachempfundene Impfung immunisieren soll, wenn es noch nicht einmal die Originalkrankheit kann?&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impfkritik.de/stichwort/polio/index.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hans Tolzin verbreitet seine impfgegnerischen Ansichten rege im Internet und auf Vorträgen. Sogar in der ARD-Sendung „Morgenmagazin vom 6.&amp;amp;nbsp;August 2009 kam er als kritischer &amp;quot;Experte&amp;quot; zur Schweinegrippeimpfung zu Wort.&amp;lt;ref&amp;gt;http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/2811828?pageId=487890&amp;amp;moduleId=435054&amp;lt;/ref&amp;gt; Er ist der Herausgeber der impfgegnerischen Zeitschrift &amp;quot;Impf-Report&amp;quot; und Betreiber der Webseiten &amp;quot;impfkritik.de&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impfkritik.de/impressum/&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;findefux.de&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;http://findefux.de/impressum.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, die ebenfalls impfgegnerische Inhalte verbreiteten bzw. entsprechende Foren beinhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.findefux.de/forum/&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter anderem werden Autismus und ADHS als mögliche Folge einer Impfung aufgeführt,&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impfkritik.de/autismus/index.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impfkritik.de/ads/&amp;lt;/ref&amp;gt; was durch wissenschaftliche Studien längst deutlich widerlegt wurde (siehe: [[Andrew Wakefield]]). Auch der plötzliche Kindstod ist nach Tolzin eine Folge von Impfungen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impfkritik.de/sids/index.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tolzins Internetseite führt auch die Kontaktadressen von [[AEGIS]] auf und verlinkt auf deren Seiten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impfkritik.de/aegis/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2005 wurde Hans Tolzin aus dem Internet ein gefaktes Paper untergeschoben, in dem lächerliche Behauptungen über [[Thiomersal]], einem Konservierungsmittel für Impfstoffe, gemacht werden. Er erkannte die Unsinnigkeit der Behauptungen nicht und nahm in seinem &amp;quot;Impf-Report&amp;quot; ungeprüft Bezug darauf. Nach einer Woche wurde der Scherz zur Blamage Tolzins enthüllt&amp;amp;nbsp;[http://de.geocities.com/zurueck_2006/fake/index.htm][http://www.google.de/search?q=thiomersal+fake].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==AGBUG&amp;amp;nbsp;e.V.==&lt;br /&gt;
Hans Tolzin ist Vorsitzender der &amp;#039;&amp;#039;Arbeitsgemeinschaft Bürgerrecht und Gesundheit AGBUG&amp;amp;nbsp;e.V.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://agbug.de/vorstand.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum Vorstand dieses Impfgegner-Vereins gehört u.a. auch [[Hans-Christoph Scheiner]], der Vorsitzende der Partei &amp;#039;&amp;#039;Aufbruch für Bürgerrechte, Freiheit und Gesundheit&amp;#039;&amp;#039;, die besonders durch wirre Thesen zum [[Elektrosmog]] durch Mobilfunk auffällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Sekten==&lt;br /&gt;
[[image:tolzinfwv.jpg|400px|thumb]]&lt;br /&gt;
Tolzin war Mitglied der [[Mun-Sekte]]. Nach eigener Aussage ist er inzwischen ausgetreten. In der Newsgroup &amp;quot;alt.religion.unification&amp;quot; des Usenets verteidigte er im Januar 1998 die Vereinigungskirche und behauptete 20&amp;amp;nbsp;Jahre offizielles Mitglied der Vereinigungskirche gewesen zu sein. Dabei merkte er an, dass er &amp;quot;jetzt seinen eigenen Weg gehen würde.&amp;lt;ref&amp;gt;ZITAT:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hans Tolzin am 20.01.98 in der Newsgroup &amp;quot;alt.religion.unification&amp;quot;:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
http://groups.google.de/group/alt.religion.unification/msg/37b37e72c11a6563&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Quelle abgerufen am 09.06.2005&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
google-groups-screenshot&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Screenshot v. 29.05.05&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Quelle: groups.google.de (s.o.) Hallo, D.Smith,&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
It seems you are very shure about the &amp;quot;criminal organization&amp;quot;.&lt;br /&gt;
I was an official member of the UC in Germany for 20 Years.&lt;br /&gt;
It&amp;#039;s not criminal.&lt;br /&gt;
It&amp;#039;s like all other religios organizations in the world. (And ALL&lt;br /&gt;
structures in the world)&lt;br /&gt;
Addicted structures. Addicted People. Addicted to power and controlling&lt;br /&gt;
others.&lt;br /&gt;
The UC is just a mirror of the society as the society is a mirror of the&lt;br /&gt;
UC. Not better and not bader.&lt;br /&gt;
Just to mention: I am on my own way now to heal from all my addictions&lt;br /&gt;
and to find a TRUE spiritual life. I don&amp;#039;t need any religious&lt;br /&gt;
organization for that.&lt;br /&gt;
Just friends.&lt;br /&gt;
And I am not shure about the personality of Rev. Moon. I think he beliefs&lt;br /&gt;
in what he is saying and doing and I respect him for that.&lt;br /&gt;
And it&amp;#039;s not MY way.&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hans&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Etwa ein Jahr später, am 1.&amp;amp;nbsp;Mai 1999, hinterließ Tolzin bei Pappa.com einen Eintrag im Gästebuch und gab sich als Vorstandsmitglied des Vereins &amp;quot;Familienföderation für Weltfrieden und Vereinigung&amp;amp;nbsp;e.V.&amp;quot; aus (http://www.familienwelt. de).&amp;lt;ref&amp;gt;ZITAT: &amp;#039;&amp;#039;Eintrag von Hans Tolzin am 01.05.99 im Gästebuch von www.pappa.com:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
[http://www.pappa.com/guestbook/guestb99b.htm]&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Quelle abgerufen am 25.05.2005&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Screenshot-pappa.com&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Screenshot v. 25.05.05 --- Quelle: www.pappa.com&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hallo, Bitte senden Sie mir schriftliches Info-Material über Ihre&lt;br /&gt;
Vereinstätigkeit. mfg Hans Tolzin Dieselstr. 3 70771 Echterdingen&lt;br /&gt;
(Vorstandsmitglied bei &amp;quot;Familienföderation für Weltfrieden und&lt;br /&gt;
Vereinigung e.V.&amp;quot;) (http://www.familienwelt.de)&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hans Tolzin &amp;lt;hans@tolzin.de&amp;gt;&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stuttgart, Deutschland - Saturday, May 01, 1999 at 13:00:15 (EDT)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein Jahr nachdem er behauptet hat, &amp;#039;&amp;#039;seinen eigenen Weg zu gehen&amp;#039;&amp;#039;, gibt Tolzin nun wieder an, ein Vorstandsmitglied in der &amp;quot;Familienföderation für Weltfrieden und Vereinigung&amp;amp;nbsp;e.V.&amp;quot;, also in einem Verein der Mun-Bewegung, zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hans Tolzin ist mit dem Scientologen [[Michael Hinz]] befreundet. Er schreibt für dessen [[Kent-Depesche]] (Anti-)Impf-Artikel. Auf seiner Internetseit &amp;quot;tolzin.de&amp;quot; übernimmt er einen ritalinkritischen Artikel in dem ein Zusammenhang zwischen Schulmassakern und der Einnahme von (u.a.) Ritalin hergestellt wird, von der braunesoterischen Seite &amp;quot;[[Zeitenschrift]]&amp;quot; und verlinkt auf diese Seite.&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.tolzin.de/ritalin/index.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ferner ist er auch beim &amp;quot;[[Neue Impulse Treff]]&amp;quot; aktiv.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verfassungsschutz==&lt;br /&gt;
Der &amp;quot;Neue Impulse Treff&amp;quot; wird vom Verfassungsschutz beobachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.verfassungsschutz-bw.de/downloads/jabe/2004/Pressefassung-2004.pdf, S.231&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gilt als Nahtstelle zwischen Scientology und Rechtsextremen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Germanische Neue Medizin==&lt;br /&gt;
Hans Tolzin hat für die [[GNM]] geworben. Dadurch ist Hans Tolzin mitverantwortlich für einen Teil der vielen [[Opfer der Germanischen Neuen Medizin|Toten]], die die GNM auf dem Gewissen hat. Er war z.B. als Moderator in dem inzwischen gelöschten Internetforum parsimony.net aktiv, das u.a. auch ein Portal für die GNM hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;http://web.archive.org/web/20041205031310/http://f24.parsimony.net/forum60117/index.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ritalin==&lt;br /&gt;
Hans Tolzin betreibt auch Panikmache gegen [[Ritalin]] ([http://www.ingo-heinemann.de/Ritalin.htm]). Auf seiner Webseite befindet sich ein Artikel des Magazins &amp;quot;[[Zeitenschrift]]&amp;quot;, der sich in unsachlicher Weise gegen die Pychopharmaka-Einnahme bei Kindern wendet. Dort wird u.a. Ritalin als Psychodroge für Kinder dargestellt, die damit „ruhiggestellt“ und abhängig gemacht werden sollen. Andererseits wird die Wirksamkeit von Ritalin angezweifelt, während die Nebenwirkungen dramatisiert werden (Gehirnschäden, Parkinson-Krankheit, siehe auch: [[Gerald Hüther]]). Ereignisse, wie Amokläufe an Schulen, werden in einen direkten Zusammenhang mit der Einnahme von &amp;quot;Psychodrogen&amp;quot; gebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.tolzin.de/ritalin/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein Suchtpotential von Methylphenidat, des Ritalin-Wirkstoffs, konnte wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Auch aus der Praxis sind keine Fälle bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beweggründe==&lt;br /&gt;
Was Hans Tolzin umtreibt, teilte er uns freundlicherweise mit&amp;amp;nbsp;[http://de.groups.yahoo.com/group/Indigo-kind/message/41] (der Link erfordert eine Anmeldung):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Na ja, wenn ich gaaaaanz ehrlich bin, dann bin ich ein bisschen neidisch auf die Indigo-Kinder, obwohl das ja kindisch ist. Da ist das Kind in mir, das etwas besonderes sein will, etwas aussergewöhnliches, z.B. ein Indigo, oder ein Retter der Welt ;-)&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Ich hatte meine Umwelt als Kind als ziemlich lebensfeindlich erlebt, mich selber als vollkommen überflüssig und sinnlos, so dass ich mich in grandiose Fantasien flüchtete, um zu überleben. Davon ist immer noch ein kleines Stück in mir [...]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zitate==&lt;br /&gt;
[[image:Tolzin12.jpg|Zitat aus impf-report&amp;lt;ref&amp;gt;Tolzin H: 20 gute Gründe sich nicht impfen zu lassen, impf-report Noverber/Dezember 2006&amp;lt;/ref&amp;gt;|300px|thumb]]&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Masern sind aus naturheilkundlicher Sicht ein natürliches Geschehen, dass der nachhaltigen Stärkung des körperlichen und geistigen Wesens dient. Komplikationen haben in den meisten Fällen entweder einen sehr geschwächten Allgemeinzustand oder aber symptomunterdrückende Medikamente als Ursache. Beobachtungen zufolge profitert ein Erkrankter langfristig um so mehr von Masern, je stärker die Symptome ausgelegt wurden. Die Impfung kann eine Erkrankung allenfalls aufschieben (je älter der Erkrankte, desto höher das Komplikationsrisiko), Beweise für einen echten Nutzen gibt es nicht, da vergleichende Studien fehlen. Masererkrankungen sollten durch erfahrene Homöopathen oder Naturheilkundler begleitet werden, die nicht unterdrücken, sondern unterstützen.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impfkritik.de/forum/showthread.php?t=726 06.04.2006&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Wer die Masern bekämpft, bekämpft den Menschen.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://f3.webmart.de/f.cfm?id=357215&amp;amp;d=180&amp;amp;r=threadview&amp;amp;pg=4&amp;amp;a=1&amp;amp;t=2819939&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Es ist u.a. radiästesischisch nachgewiesen, dass der [[Strichcode Verschwörung|Strichcode]] eine negative Auswirkung hat und entsprechend beklebte und lasergescannte Lebensmittel an Energie verlieren.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.f15.parsimony.net/forum25649/messages/8280.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Masernpartys funktionieren nicht !! &amp;gt;Kaum treten ein paar Masernfälle auf wird der Masernpartymythos wieder bemüht. [...] Das, was da derzeit über die Medien läuft und vom bayer. Gesundheitsminister verbreitet wird, ist platte Demagogie. Es gibt keine Masernpartys, zumindest keine, von denen wir wissen. Es gibt sie deshalb nicht, weil es nicht funktioniert: Eine programmierbare Ansteckung durch Kontakt mit Masernerkrankten ist definitiv nicht möglich. Ausserdem liest man immer wieder, dass die Infektionsketten bei Ausbrüchen nicht geklärt werden konnten. Das spricht gegen die Hypothese, Masern sei eine ansteckende Krankheit. Dort, wo Masern gehäuft auftreten, müssen andere Faktoren eine Rolle spielen - und eigentlich von unseren lieben Gesunheitsbehörden untersucht werden. grüßle Hans&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;(Diskussionsforum Impfen - Pro und Contra)&lt;br /&gt;
Geschrieben von Hans am 06. Juni 2005 18:56:03: Als Antwort auf: Re: ???&amp;quot;Masernparties&amp;quot;??? geschrieben von VaxxNo am 06. Juni 2005 16:33:55: [http://f24.parsimony.net/forum55247/messages/20810.htm]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;eigentlich war ich der Meinung, mittlerweile genügend Angst vor einer Zwangsimpfung gegen Pocken verbreitet zu haben&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
http://f25.parsimony.net/forum63595/messages/3166.htm (Der IMPF-REPORT Nr. 23 ist da! Geschrieben von Hans am 15. Dezember 2002)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://www.transgallaxys.com/~kanzlerzwo/board.php?boardid=50 Tolzins Akte bei transgallaxys]&lt;br /&gt;
*[http://www.ngz-online.de/public/article/nachrichten/455072/Umtriebiger-Impfgegner-in-Kaarst.html NGZ: Umtriebiger Impfgegner in Kaarst]&lt;br /&gt;
* http://www.faz.net/s/Rub7F74ED2FDF2B439794CC2D664921E7FF/Doc~E2974EE8E09474E358703A2CD5BEC0A72~ATpl~Ecommon~Scontent.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellenangaben==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Tolzin, Hans}}&lt;br /&gt;
[[category:Impfgegner]]&lt;br /&gt;
[[category:Pseudowissenschaftler]]&lt;br /&gt;
[[category:Sektierer]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Himalayasalz&amp;diff=34324</id>
		<title>Himalayasalz</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Himalayasalz&amp;diff=34324"/>
		<updated>2009-12-09T10:22:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Weblinks */ vnoe.at leitet auf oekoportal.de um -&amp;gt; durch Version von archive.org ersetzt...&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:himalayasalz.jpg|typisches Produkt|thumb]][[image:salzlampe.jpg|Halit Salzlampe|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Himalayasalz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein rosafabenes Speisesalz, das ab etwa 2002 in Bioläden, [[Esoterik]]geschäften, Reformhäusern und Onlineversandhäusern zu relativ hohen Preisen (10&amp;amp;nbsp;bis 60&amp;amp;nbsp;Euro/kg) als Nahrungsmittel angeboten wird und dem von seinen Verkäufern eine Vielzahl von gesundheitlichen Wirkungen zugeschrieben wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Preis und Herkunft==&lt;br /&gt;
Beim Großhandel liegt der Kilopreis zwischen 5,88 und 9,71&amp;amp;nbsp;Euro/kg, gleich aussehendes Salz aus polnischem Bergbau kostet weniger als 1&amp;amp;nbsp;Euro/kg. Seine Färbung verdankt es geringfügigen Eisenoxidverunreinigungen. Himalayasalz wird fein gemahlen, als Granulat oder in Form von Halitbrocken angeboten. Aus den Halitbrocken werden außerdem sogenannte Salzlampen hergestellt. Weitere Handelsbezeichnungen sind [[Hunza]]-Kristallsalz, Ursalz, Christ-All-Salz, Zaubersalz, Kaisersalz oder Alexandersalz (weil es angeblich schon von Alexander dem Großen verwendet wurde). Ein bekannter Exponent der entsprechenden kommerziellen Anbieter des Himalayasalzes ist der Deutsche Peter Druf alias [[Peter Ferreira]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angeblich soll dieses Salz aus dem Karakorum stammen, einem Gebirgszug südlich des Himalaya-Gebirges.&lt;br /&gt;
Ähnliches, rosafarbenes Salz wird auch zur Herstellung von sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Salzlampen&amp;#039;&amp;#039; verwendet, die teilweise billiger als die Handelsware Himalayasalz sind. Ferreira behauptete in diesem Zusammenhang, sein &amp;#039;&amp;#039;Himalayasalz&amp;#039;&amp;#039; würde in einem Stollen in 3.000&amp;amp;nbsp;m Höhe &amp;#039;&amp;#039;in Kathmandu-Nähe&amp;#039;&amp;#039; von Hand abgebaut werden. Kathmandu liegt in Nepal. In ganz Nepal gibt es jedoch kein Salzbergwerk. Das Himalaya-Gebirge ein Faltengebirge, das als Folge der Plattenkollision Indiens mit Eurasien entstanden ist. Salzgestein (wie Halit) dagegen ist ein Evaporationsgestein, welches sich durch Verdunstung von Meerwasser absetzte. Höchstwahrscheinlich stammt das zu uns importierte &amp;#039;&amp;#039;Himalayasalz&amp;#039;&amp;#039; aus dem pakistanischen Salt Range (Punjab) südlich von Islamabad, also weit weg vom Himalaya-Gebirge. Dies ergab sich aus der Aussage eines Wiederverkäufers. Im Punjab gibt es tatsächlich Salzbergwerke mit Arbeitsbedingungen die nicht mit europäischen Standards vereinbar sind. In dieser Gegend werden ca. 70% des weltweiten Bedarfs an Steinsalz abgebaut. Ein kleinerer Teil des als Himalayasalz vertriebenen Salzes stammt aus polnischem Bergbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Chemische Zusammensetzung==&lt;br /&gt;
Wie andere unraffinierte Steinsalze besteht Himalayasalz aus ca.&amp;amp;nbsp;97 bis 98% Natriumchlorid und einem kleinen Anteil von etwa sieben bis acht weiteren Mineralien wie Gips.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat 15 verschiedene Proben des Himalayasalzes untersucht und konnte nur insgesamt zehn Elemente finden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.lgl.bayern.de/aktuell/presse/2003/038-03.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Die rosa Farbe wird dabei auf die Anwesenheit von Algen&amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.lgl.bayern.de/publikationen/doc/jahresberichte/2004/kapitel_d_2004.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; oder Eisenoxid zurückgeführt. Das ZDF-Magazin WISO hat 2006 Proben des so genannten Himalayasalzes an der Technischen Universität Clausthal untersuchen lassen. Auch dort wurden lediglich zehn Elemente festgestellt. Ein weiteres Ergebnis: In der untersuchten Probe war als Verunreinigung Polyhalit (Gips) enthalten. &amp;#039;&amp;#039;Gegenüber dem bekannten Küchensalz unterscheidet es sich nur dadurch, dass es mehr Verunreinigungen enthält&amp;#039;&amp;#039;, erklärt der Mineraloge Michael Siemann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Himalayasalz enthält – wie jedes Speisesalz – abgesehen von Chlorid und Natrium, nur geringe Mengen an Mineralstoffen, zum täglichen Bedarf trägt es praktisch nichts bei. Der Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB) erklärt: &amp;#039;&amp;#039;Kristallsalz als ‚reich an Mineralstoffen‘ zu bezeichnen, ist schlicht Irreführung des Verbrauchers.&amp;#039;&amp;#039; Nach Angaben des Verbandes der Ernährungswissenschaftler Österreichs sind in zwei Teelöffeln Himalayasalz 45&amp;amp;nbsp;mg Calcium (Tagesbedarf: 1.000&amp;amp;nbsp;mg), 5&amp;amp;nbsp;mg Magnesium (Tagesbedarf: 300&amp;amp;nbsp;mg) und 0,7&amp;amp;nbsp;mg Eisen (Tagesbedarf: 10&amp;amp;nbsp;mg) enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anders als behauptet, finden sich im menschlichen Körper weniger als 30&amp;amp;nbsp;Elemente – etwa zehn bilden praktisch die gesamte Körpersubstanz, elf sind essentielle Spurenelemente (vor allem als Bestandteil von Enzymen), einige weitere kommen je nach Umweltbedingungen in kleinsten Mengen vor, spielen aber für den Stoffwechsel keine oder eine schädigende Rolle (wie z.B. die Schwermetalle Quecksilber, Blei und Cadmium). Enthielte Himalayasalz tatsächlich über 80&amp;amp;nbsp;Elemente, so wäre der Großteil von ihnen für den menschlichen Körper nutzlos oder giftig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sinnvoll wäre ein zusätzliche Zufuhr von Elementen sowieso erst bei einem nachgewiesenen Mangel an diesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zweifelhafte Gutachten==&lt;br /&gt;
Himalaya-Produkte der Marke Lichtkraft wurden von einem &amp;#039;&amp;#039;Institute of Biophysical Research&amp;#039;&amp;#039; in Teisendorf begutachtet, dessen Direktor Peter Ferreira war. Gleichzeitig war er selbst Inhaber der Firma Lichtkraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kritik==&lt;br /&gt;
Für die behaupteten positiven Auswirkungen der Aufnahme von Kristallsalz auf die Gesundheit gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Ein Nachweis dafür, dass mit Solelösung Schwermetalle oder Ablagerungen in den Gefäßen (Arteriosklerose) aus dem Körper ausgespült werden könnten, liegt nicht vor. Mit der in Mitteleuropa üblichen Kost wird ausreichend Salz aufgenommen, eine zusätzliche Zufuhr belastet den Stoffwechsel und die Nieren. Die Aussage, dass es möglich sei, mit Hilfe von Kristallsalz hohen Blutdruck (arterielle Hypertonie) zu senken, ist wissenschaftlich unhaltbar. So wird gerade Patienten mit salzabhängiger Hypertonie (Bluthochdruck) empfohlen, sich salzarm zu ernähren. Auch wird allgemein beklagt, dass in Deutschland zuviel Salz konsumiert würde. Auch Werbeaussagen im Hinblick auf eine angebliche [[Übersäuerung]] des Körpers und ihre Behandelbarkeit durch Himalayasalz entbehren einer wissenschaftlichen Grundlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Salzkristalle sind im Unterschied zu Quarzkristallen auch nicht piezoelektrisch und können folglich nicht schwingen. Zur Informationsspeicherung sind Salzkristalle ungeeignet. Diese Aussagen gehören in den Bereich der [[Esoterik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zeitschriften &amp;#039;Öko-Test&amp;#039; und Stiftung Warentest sprachen dem Himalaya-Salz jede besondere Wirkung ab. Es handele sich um &amp;#039;üble Geschäftemacherei&amp;#039; und um eine Irreführung des Verbrauchers. Die Stiftung Warentest nannte die Preisgestaltung für Himalayasalz &amp;#039;&amp;#039;Verbrauchertäuschung&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.test.de/themen/essen-trinken/meldung/-Himalaya-Salz/1058556/1058556/ Himalaya-Salz - Glaubensfrage], Zeitschrift test 10/2002&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Tourism-Watch&amp;lt;ref&amp;gt;Tüting, L. (2002), &amp;quot;Neue esoterische Abzocke: Der &amp;#039;Jungbrunnen&amp;#039; Himalaya-Salz&amp;quot;, Tourism-Watch, Stand 25.&amp;amp;nbsp;September 2007&amp;lt;/ref&amp;gt; sprach sich kritisch zu Himalayasalz aus: &amp;#039;&amp;#039;[...] Unbehandeltes Salz im Himalaya, das die Autorin aus jahrzehntelanger eigener Anschauung kennt, sieht jedoch ganz anders aus: entweder [...] blendend weiß [...] oder [...] schmutzig-grau.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Esoterische Annahmen==&lt;br /&gt;
In einem Vortrag&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.edv-helfert.de/salz/&amp;lt;/ref&amp;gt; behauptet Ferreira: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Wir haben z.B. im Rahmen unserer Studie im Salz-Heilstollen Personen, die sich von nichts anderem ernähren, als von lebendigem Wasser. Es wird sogar bewusst von unseren Medien unterdrückt, dass es weltweit tatsächlich Tausende von Menschen gibt, die nichts anderes zu sich nehmen als nur Wasser. Wir haben eine Frau dabei, die seit über 20&amp;amp;nbsp;Jahren nichts isst und nur Wasser trinkt. Auch ein 4jähriges Kind ist dabei. Nachdem der Junge aufgehört hat Muttermilch zu trinken, ernährt er sich von nichts anderem als von Wasser. Dieser Junge will nichts essen und hat keine Mangelerscheinungen dabei. Und Gott-sei-Dank sind seine Eltern intelligent genug, dieses Kind jetzt nicht zwangsernähren zu wollen [...]&amp;#039;&amp;#039;. Diese Behauptungen erinnern an die ebenfalls im esoterischen Umfeld beliebte [[Lichtnahrung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Martin Brauen: &amp;quot;Traumbild Tibet - Westliche Trugbilder&amp;quot;, Paul Haupt Verlag, Bern/Stuttgart/Wien 2000.&lt;br /&gt;
*&amp;quot;ZeitGeist&amp;quot;, Ausgabe 3/2002 (Oktober 2002)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://de.wikipedia.org/wiki/Himalayasalz&lt;br /&gt;
*http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,1872,2275027,00.html&lt;br /&gt;
*http://www.lgl.bayern.de/publikationen/doc/jahresberichte/2004/kapitel_d_2004.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.tourism-watch.de/dt/28dt/28.abzocke/index.html&lt;br /&gt;
*http://www.ugb.de/dmlc/n/6/140889/&lt;br /&gt;
*http://www.focus.de/kultur/leben/trend-weisses-gold-des-himalaja_aid_203729.html&lt;br /&gt;
*http://krautism.blogspot.com/2007/09/belebtes-wasser-salz-und-biologischer_29.html&lt;br /&gt;
*http://web.archive.org/web/20050804081311/http://www.marisol.de/i15-9anews.htm&lt;br /&gt;
*http://www.forum-ernaehrung.at/cms/feh/dokument.html?ctx=CH0119&amp;amp;doc=CMS1145603479079&lt;br /&gt;
*http://www.berndt-rieger.de/med_Berater/weitere/Wassersalz.html&lt;br /&gt;
*http://web.archive.org/web/20071009153653/http://www.vnoe.at/presse/Der_Nepp_mit_dem_Himalayasalz.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.steinkreis.de/salz/steinsalz.html&lt;br /&gt;
*http://www.netzwerk-regenbogen.de/himalaya030528.html&lt;br /&gt;
*http://www.vz-bawue.de/UNIQ119834228308567/link21100A.html&lt;br /&gt;
*http://www.test.de/themen/essen-trinken/meldung/-/1314013/1314013/&lt;br /&gt;
*http://www.steinkreis.de/salz/steinsalz.html&lt;br /&gt;
*http://www.sapientia.ch/Buchseiten/wasalz1.htm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellenangaben==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
*Kamphuis, A. (2001), &amp;quot;Himalaja-Salz&amp;quot;, Skeptiker, Nr. 15, S. 14-17.&lt;br /&gt;
*Rehn, P., &amp;quot;Das Salz in der Wellness-Suppe&amp;quot;, Connection.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Beutelschneiderei]]&lt;br /&gt;
[[category:Esoterik]]&lt;br /&gt;
[[category:Heilmittel in der Pseudomedizin]]&lt;br /&gt;
[[category:Lebensmittel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=33295</id>
		<title>AFA-Algen</title>
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		<updated>2009-11-23T07:24:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Weblinks */ Link aktualisiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:afa2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Afa-Algen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Aphanizomenon flos-aquae) sind Bakterien der Abteilung [http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien  Cyanobakterien] und werden auch Blaualgen genannt. Diese werden seit einigen Jahren als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (NEM) angeboten. Entsprechend der häufigen Vorgehensweise von Vermarktern von &amp;quot;Wundermitteln&amp;quot; wurden über diese schlichte Alge diverse Märchen und beleglose Behauptungen verbreitet und ihr Heilwirkungen bei [[Ritalinkritik|ADHS]] bis [[Unkonventionelle Krebstherapien|Krebs]] und natürlich allen üblichen [[Zivilisationskrankheit]]en angedichtet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich jedoch Lebensmittel und unterliegen daher dem [[LFGB]] (Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch). Laut LFGB sind gesundheitsbezogene Werbung und werbeähnliche Äußerungen untersagt und können kostenpflichtig abgemahnt werden. Problematisch ist, dass in diesen Algen z.T. sehr giftige (lebertoxische) Microcystine vorhanden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Afa-Algen sind keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien==&lt;br /&gt;
Die als Afa-Algen bezeichneten Lebewesen sind zur Photosynthese befähigte Einzeller (Eubakterien), die evolutionsgeschichtlich sehr alt sind. Viele Stämme dieser Bakterien sind in der Lage, hochwirksame Gifte (Microcystine, Anatoxine, Saxitoxin) zu produzieren, welches sich in den Bakterien selbst sowie in den sie verzehrenden Meerestieren anreichert. Man nennt sie deshalb auch blaugrüne Cyanobakterien. Eine ausführliche Darstellung über Microalgen und deren Belastung mit Algentoxinen finden sie in den Guidelines for Safe Recreational-water Environments (Vol. I: Coastal and Fresh-waters), Oktober 1998 &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~tennisplatzis/paralex/content/who_Recreawat-II.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beworbene Indikationen==&lt;br /&gt;
Afa-Algen werden von unterschiedlichen Firmen als Lebensmittel angepriesen. Je nach Lokalisation der Firma werden verschiedene heilende Aussagen getroffen. In den USA werden die Mittel u.a. von der Fa. Bluegreen (von der auch deutsche Firmen ihre Produkte beziehen) als Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Immunschwächeerkrankungen anderer Art, ADHS, Hypercholesterinämie und zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens beworben. Für diese propagierten Aussagen liegen keine glaubwürdigen Wirksamkeitsnachweise vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
Seriöse Studien über die Wirkung der AFA-Algen gibt es im internationalen wissenschaftlichen Schrifttum nicht. Es gibt allerdings einige Nischenpublikationen wie einen Buchbeitrag (Manoukain et al. 1998) und Journalartikel (Kushak et al. 2000, Jensen et al. 2000). Letztere stammen aus dem Journal of the American Nutraceutical Association (JANA). Allein diese Titelwahl soll den Leser verwirren, denn die American Medical Association, die größte US-Vereinigung für Fachärzte der Inneren Medizin, gibt mit JAMA eine ähnlich klingende Fachzeitschrift heraus, die sich Journal of the American Medical Association (JAMA) nennt. JANA ist nicht in medizinischen Fachinformationsdiensten wie Medline gelistet, JAMA hingegen sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Studie von Manoukain et al. (1998) wurde festgestellt, dass man durch die Gabe von 1.5 g Afa-Algen bei fünf gesunden Freiwilligen eine signifikante Verringerung der Natürlichen Killerzellen innerhalb von 2 Stunden nach dem Schlucken bewerkstelligen konnte. Die Menge an NK-Zellen sank um 63%. Dies verwundert nicht, denn die unten noch näher beschriebenen Algentoxine greifen u.a. direkt die Zellstrukturen von weißen Blutkörperchen an und können die Aufnahme von Nahrungsenergie (z.B. Glukose) durch die Zellwand hemmen. Wahrscheinlich resultiert die Reduktion der NK-Zellen auf einer direkten Giftwirkung der in den Afa-Algen vorhandenen Microcystine oder des Saxitoxins, das in geringeren Mengen Auswirkungen auf Blutzellen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer zweiten Studie (Jensen et al. 2000) wurden 21 gesunde Probanden mit 1.5 g Afa-Algen über sechs Wochen behandelt. Unter der Afa-Algenbehandlung kam es zu einem deutlichen Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen, was unter Placebogabe nicht eintrat. Dieser Effekt wurde von den Autoren als Stimulation des Immunsystems interpretiert, die eine Verbesserung der Abwehrsituation anzeige. Dieser Schluss ist lächerlich, denn wenn man eine Substanz verzehrt, die Zellgifte enthält, welche im Organismus z.B. Leberzellen verstärkt in den Selbstmord treiben können (Auslösung der Apoptose), erklärt sich der Anstieg der Abwehrzellen wesentlich offensichtlicher. Stirbt im Organismus Zellgewebe ab, weil es beschädigt wurde, dann ändert sich die Oberflächenstruktur der betroffenen Zellen. Diese werden dadurch für das Abwehrsystem als zur Entsorgung freigegeben gekennzeichnet, daraufhin von weißen Blutkörperchen angegriffen und verzehrt. Je mehr solche betroffenen Zellen sterben, desto höher ist der Bedarf an den sie verzehrenden weißen Blutkörperchen. Die Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen ist nur die Folge einer durch Algengifte verursachten, niedrigschwelligen Entzündungsreaktion u.a. von Leberzellen. Jensen et al. (2000) verloren kein Wort über den Zustand der Leber oder der Nieren der Probanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kushak et al. (2000) veröffentlichten eine Studie, die an Ratten zeigen sollte, dass der Konsum von Afa-Algen den Blutfettspiegel zu regulieren in der Lage sei. Sie gaben den Tieren unterschiedliche, mit ungesättigten Fettsäuren angereicherte Diäten. Daneben reicherten Sie die Diät z.T. mit 10-15% Afa-Algensubstanz an. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die keinen Afa-Zusatz erhielt, wiesen die beiden Afa-Untersuchungsgruppen eine deutliche Senkung des Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegels im Serum auf. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Afa-Algen einen cholesterinsenkenden Effekt hätten und empfahlen, diese Wirkung im Lebensmittelsektor auszunutzen. Auch dieses Resultat wundert mich nicht, lässt es sich doch erneut mit der Giftwirkung von Algentoxinen erklären. Die Leber ist das Zielorgan für Microcystine, die sich dort anreichern. Dies ist auch bei Ratten nachgewiesenermaßen der Fall. Die Leber ist aber gleichzeitig der Produktions- und Umschlagsort für Blutfette. Da Microcystine auch in niedriger Dosierung auf Leberzellen von Ratten schädigend wirken, sinkt mit steigender Afa-Menge logischerweise die Syntheseleistung der Leberzellen, weil sich eine zunehmende toxinbedingte Organentzündung in einer verschlechterten Syntheseleistung niederschlägt. Interessanterweise hatten die Autoren weder Leberwerte berichtet, die auf die Organfunktion hätten schließen lassen, noch hatten sie nach dem Fütterungsversuch über histologische Leberuntersuchungen der Tiere berichtet, um eventuelle Auswirkungen der Algentoxine zu bewerten. Dies lässt darauf schließen, dass sie offenbar befürchteten, negative Auswirkungen zu finden. Wer nicht sucht, findet nicht und kann dem Leser in die Tasche lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Studien sind kein Beleg für die Wirkung von Afa-Algen, zumal keiner der Autoren in seinen Berichten genaue Angaben über die Microcystin-, Anatoxin- und Saxitoxingehalte der verwendeten Afa-Produkte machte. Bei jeder Studie war ein Vertreter von Bluegreen, dem größten US-amerikanischen Afa-Algenproduzenten, Mitautor. Dies lässt auf eine direkte Einflussnahme und auf Gefälligkeitsstudien schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt im Bereich der Therapie hyperaktiver Kinder bisher keine einzige seriöse Studie, die bewiesen hätte, dass Afa-Algen einen therapeutischen Vorteil erbracht hätten. Man muss sich recherchemäßig fast auf den Kopf stellen, um zumindest indirekte Hinweise zu erhalten, denn im internationalen medizinischen Fachschrifttum gibt es keine einzige Afa-Studie. Auch das Durchforsten von Doktorarbeiten oder Habilitationsschriften deutscher Universitäten erbringt keine einzige Untersuchung mit diesem Nahrungsergänzungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Buch der Heilpraktikerin und Diplom-Politologin Barbara Simonsohn (2001), die Afa-Algen als Ersatz für Ritalin vorstellt, findet man einen ersten Hinweis. Sie berichtet über Einzelfälle, die als Belege dargestellt werden: Julian, 13, war sprunghaft, ungewöhnlich rastlos, unkonzentriert und ermüdete schnell. Sein Verhalten war dominant, undiplomatisch und oft verständnislos. Julian ist seit Afa-Algen-Einnahme weniger impulsiv, er findet nach einem Wutanfall leichter zurück zum Normalzustand, kann besser nachgeben und ist lustiger und fröhlicher. Diesem lächerlichen Beweis fehlt so ungefähr alles, was es erlaubt, eine seriöse DSM-IV-basierte Beurteilung der Hyperaktivität des Kindes zu erstellen. Die Heilpraktikerin hat nur einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Symptomatik eines hyperaktiven Kindes beschrieben. Da die anderen Fallbeschreibungen in ihrem Buch von ähnlicher Güte sind, stellt sich die Frage, ob Simonsohn wirklich eine Ahnung von dem hat, über was sie schreibt. Da sie als Werbeinstrument für Algenhersteller dient, sind ihre Publikationen wohl nichts anderes als direkte Schleichwerbung für Afa-Algen, an denen sie gut verdient. Sie selbst gibt in ihrem Buch offen zu, von mindestens drei deutschen Anbietern mit Afa-Pillen im Marktwert von 7.500 Euro ausgestattet worden zu sein, um Kinder von 44 Familien zu behandeln. Die Heilpraktikerin empfahl den Kindern eine Dosis von 1.5 g/d und die Beobachtung soll 10 Wochen gedauert haben. Kalkuliert man die Tagesdosis mit 1 Euro, hätte die Dame 5.000 Tagesdosen ausreichen können. Weil man 80 Tagesdosen pro Kind braucht, hätte man mindestens 60 Kinder behandeln können. Es sind aber nur 19 Kinder in der Publikation der Heilpraktikerin grob beschrieben. Da 44 Familien gemeinsam wohl kaum 19 Kinder haben können, dürfte sich die Heilpraktikerin entweder jene Fälle herausgesucht haben, bei denen ihre schlampige Diagnostik einer wahrscheinlich gar nicht bestehenden ADHS durch Afa-Algen &amp;#039;geheilt&amp;#039; wurde oder sie hat, wie in solchen Jubelpublikationen üblich, die Krankengeschichten erfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blickt man in populärwissenschaftliche Zeitschriften der [[Ganzheitsmedizin]], findet sich eine Publikation von Simonsohn im Jahr 2000. Hier berichtete sie über verschiedene Studien, die angeblich die Wirksamkeit bei Afa-Algen bewiesen haben sollen. In der sog. The kid.com Study, die von einem Afa-Anbieter durchgeführt worden sein soll, sollen Symptomverbesserungen bei Kindern erreicht worden sein. Was genau diagnostiziert wurde und welches Resultat sich vor und nach der Studie exakt dargeboten hat, gibt die Autorin nicht wieder. Sie gibt nur folgendes bei den Kindern an: Signifikante Verbesserungen in ihrer Fähigkeit, zu fokussieren, Anweisungen zu folgen und sich zu konzentrieren. Eine Abnahme von streitsüchtigem, fordernden und kämpferischen Benehmen. Weniger Symptome von Angst und Depression. Verbesserung des sozialen Verhaltens. Weniger Zeichen von emotionalen und verhaltensmäßigen Abgelenktsein. Weniger Wutanfälle und Erziehungsprobleme. Weniger Verhaltensauffälligkeiten, die man als merkwürdig klassifizieren könnte. Weniger körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Magenschmerzen, für die kein offensichtlicher Grund vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Untersuchungsmerkmale mit den DSM-IV Diagnosekriterien für ADHS vergleicht, kommt man mit sehr viel Mühe auf gerade einmal zwei ADHS-Merkmale. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei den Kindern in der Kid.com-Studie nicht um hyperaktive Kinder gehandelt hat. Da wundert es nicht, wenn Simonsohn (2000) schreibt: Die beiden Behandlungsformen (gemeint ist der Vergleich zwischen Ritalin und Afa-Algen) waren gleichermaßen effektiv. Wer den Eindruck hinterlässt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und gleichzeitig so wenig Ahnung von ADHS hat, wie Frau Simonsohn, mag diesen Schluss ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sieht es bei einer zweiten Studie aus, die Simonsohn (2000) referiert. Es handelt sich um den The Children &amp;amp; Algae Report, bei dem die beteiligten Eltern die Produkte eines Afa-Algenanbieters sogar selbst zahlen mussten. Die Bewertung der Kinder erfolgte mit einem Aschenbach-Bewertungsschema, welches u.a. Aufmerksamkeit, Aggression, soziale Probleme, Ängstlichkeit/Depression, Straffälligkeit, Denkprobleme, Zurückgezogenheit und eine Bewertung namens somatisch beurteilen soll. Dieses pseudowissenschaftliche Bewertungsschema ist in der seriösen ADHS-Diagnostik vollständig unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In keiner der von Befürwortern durchgeführten Studien, sofern diese überhaupt erreichbar sind, ist eine glaubwürdige, realitätsbezogene Selektion des untersuchten Kollektivs nach etablierten Diagnosemethoden erfolgt. Offenbar wurden die üblichen DSM-Kriterien nicht als Bewertungs- und Einstufungsgrundlage angewendet. Allein diese methodischen Unzulänglichkeiten machen die bisherigen Befürworterstudien in meinen Augen unglaubwürdig. Der Umstand, dass in keiner Studie mitgeteilt wird, ob nach Toxinen in den Afa-Algen gesucht worden war oder ob zumindest Leber- und Nierenparameter zur Absicherung von negativen Auswirkungen dieser Gifte laborchemisch bestimmt worden sind, zeigt, dass in diesen Studien offenbar nicht mit großer wissenschaftlicher Genauigkeit vorgegangen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Quelle, der sog. &amp;#039;&amp;#039;The Nicaragua Report&amp;#039;&amp;#039;, die von der US-Algenfirma Bluegreen gesponsort wurde, ist in Wahrheit eine spanischsprachige Doktorarbeit aus dem von Wirtschaftskrisen und politischen Händeln zerrissenen Nicaragua. Das Land ist bekannt dafür, eine hungernde Bevölkerung zu besitzen und es ist leicht, dort für wenige Dollars Gefälligkeitsstudien zu lancieren. In der seriösen wissenschaftlichen Szene wären diese bedeutungslos, aber für den unwissenden Verbraucher sind solche Studien exzellentes Marketingmaterial. In einem 14 Seiten dünnen A5-Heftchen wird auf populärwissenschaftliche Weise beschrieben, wie Afa-Algen in einer Schule, in der zu Studienbeginn mehr als 80% der 6-11jährigen Kinder unterernährt waren, der Ernährungsstatus, die Schulnoten und das Verhalten der Kinder positiv beeinflusst worden sein sollen. Angeblich sei innerhalb eines halben Jahres die Fehlernährungsrate von 86% auf 21% gefallen. Überflüssig zu betonen, dass auch hier weder Toxinbestimmungen der Afa-Algen noch einschlägige Leber- und Nierenwerte berichtet wurden. Dass vorher mangelernährte Kinder mit wenigen Gramm proteinhaltiger, aber vitamin- und mineralstoffarmer Afa-Algen Normalgewicht erreichen sollen, wirkt einfach nur lächerlich. Höchstwahrscheinlich wurden die teilnehmenden Kinder mit einer Schulspeisung angelockt und nahmen deshalb zu. Niemand dürfte vor Ort etwas gegen dieses Vorgehen eingewendet haben. Dass man die daraus resultierenden Scheinergebnisse im Westen als Beweis verkauft, dürfte in Nicaragua unbekannt sein und spielt für die Menschen dort in Wirklichkeit auch keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Marketingskampagnen für AFA-Algen==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren schlug eine Marketingkampagne aus den USA in Europa auf. Im Zuge der Diskussion um Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-und-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), wurde eine Vielzahl von Alternativen zur etablierten [[Ritalin]]therapie auf den Markt gebracht. Dabei spielt die Psychosekte [[Scientology]] im Konzert mit anderen sektenähnlich operierenden Gruppen und Firmengeflechten eine herausragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bis zu 15% der kindlichen Bevölkerung an ADHS leiden, jedoch nur ein winziger Bruchteil adäquat versorgt wird, sind die Eltern dieser Kinder einer enormen Belastung ausgesetzt. Sie suchen nach Alternativen und diese werden ihnen in Form angeblicher Wundermittel angeboten. Dazu gehören auch die Nahrungsergänzung aus blaugrünen Algen der Gattung Aphanizomenon flos Aquae (sog. Afa-Algen). Diese werden als therapeutische Alternative zur Substition mit Methylphenidat (Ritalin/Novartis, Medikinet/Medice, Equasym/Celltech Group) propagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unverantwortliche Werbeaussagen==&lt;br /&gt;
Im April 2002 verschickte KEIMLING Naturkost in Buxtehude einen Werbebrief, in dem unter dem Titel &amp;quot;Sind Klamath Uralgen gefährlich?&amp;quot; u.a. folgende Behauptung zu lesen war: &amp;#039;&amp;#039;Das Landwirtschaftsministerium in Oregon hat einen Grenzwert von 1.0 Microgramm/kg Klamath Uralge festgesetzt. Wenn Sie täglich 2 g der Uralgen verzehren, wären demnach 2 Microgramm Microcystin zulässig. Ihr amtlicher Sicherheitsfaktor beträgt 11655.&amp;#039;&amp;#039;.... und weiter heißt es: &amp;#039;&amp;#039;...Demnach könnte ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht 23310 Microgramm Microcystin-LR zu sich nehmen, ohne gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen&amp;#039;&amp;#039;. Dies mag der Geschäftsführer der Firma Keimling, Winfried Holler, einmal am eigenen Leibe auspropieren. Er dürfte diesen Selbstversuch mit dem Leben bezahlen. Allerdings hat sein Haus einen Vorteil: es verkauft tiefgefrorene E3LIVE(tm)-Algen. Unseren Analysen zufolge enthält dieses Produkt keinerlei Microcystine ... der mikroskopische Augenschein zeigt aber ebenso, dass es sich offenbar nicht um ein Afa-Cyanobakterienprodukt handelt. Vielmehr tauchen unter dem Mikroskop Gräser und normale Algen auf, so dass man den Eindruck hat, als ob jemand einfach mit der Harke durch einen See gefahren ist, das Resultat zerkleinert hat und als Cyanoalgenprodukt anpreist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellung und AFA-Algen Anbau==&lt;br /&gt;
[[image:klamath2.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus geringer Höhe|250px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath3.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus größerer Höhe|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath4.jpg|Infrarotaufnahme der Region um den Upper Klamath Lake mit dichter landwirtschaftlicher Nutzung|thumb]]&lt;br /&gt;
Aphanizomenon flos Aquae-Algen werden in unterschiedlichen Regionen der Erde gefunden. Jene Produkte, die derzeit in den USA und Europa verkauft werden, stammen nach Angaben der Hersteller aus dem Upper Klamath Lake im US-Bundestaat Oregon. Dieser See ist Teil einer riesigen Seenplatte, aus der nur ein einziger Fluss (der Klamath River) nach dem Grenzübertritt in den US-Bundesstaat California in den Pazifik mündet. Die Region dient als Brutstätte für Seelachse, ist aber seit 150 Jahren dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Upper Klamath Lake dient als Wasserreservoir für die ihn an drei Seiten umgebenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Anbaugebiete. Die exzessive Wasserentnahme der letzten Jahrzehnte hat zu einer erheblichen Senkung des Seewasserspiegels geführt, so dass derzeit die den See bildende Wasserschicht dünner ist als die Schlammschicht am Seegrund. Die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt ist mittlerweile so desolat, dass es regelmäßig zu Fischsterben im Upper Klamath Lake kommt. Umweltschutzorganisationen versuchen seit Jahrzehnten, den zu hohen Wasserabzug aus dem See zu bremsen und die Wasserqualität zu steigern. Das Fischsterben ist regelmäßig auf die Produktion von Microcystinen durch im Wasser vorkommende und durch die Überdüngung massiv wachsenden blaugrünen Cyanobakterien zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Anbieter von Afa-Algen dem Käufer mit offensichtlich geschönten Seeaufnahmen eine heile Umwelt vorzugaukeln versuchen, teilen Anwohner des Upper Klamath Lakes in Webforen mit, dass die Gewinnung der im See wachsenden Algen z.T. mit Schleppern und Baumaschinen erfolgt, wobei das dicht wachsende Gemisch aus Algen, Seegras und blaugrünen Cyanobakterien zum Teil vermischt mit Schlamm herausgebaggert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Anbaumethoden ist es nicht verwunderlich, dass die Qualität einiger der gewonnenen Afa-Produkte zu wünschen übrig lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Werbetrick mit der Kameraperspektive==&lt;br /&gt;
[[image:klamath8.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Geschäftsführer Sanacells, Eckart Pinnow, verkündete in seiner Hauspostille Forum - Informationen für Mitglieder des GesundheitsNetzwerkes (Nr. 5, 2002), dass seine Afa-Produkte nicht microcystinbelastet seien. Pinnow ist in dieser Ausgabe in einem Boot abgebildet, dass auf dem Upper Klamath Lake schwimmt. Der Untertitel lautet: &amp;quot;Dipl.-Ing. Eckart Pinnow überprüft persönlich den Qualitätssicherungsprozess am Klamath-See&amp;quot;. Sein Boot ist dabei an der einzigen Stelle des Sees positioniert, die nicht von Landwirtschaft und Industrie umgeben ist. (siehe zum Vergleich weiter oben). Pinnow ist ursprünglich vom Ostufer des Sees einige hundert Meter in den See gefahren und ließ sich in östlicher Richtung mit Blick auf die Berge photographieren. Wäre die Kamera einige Grad nach links geschwenkt, hätte man die Straße und einige Wohngebiete der naheliegenden Stadt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==AFA-Algen und Microcystinbelastung==&lt;br /&gt;
[[image:afa1.jpg|Anabaena|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Hauptproblem der Algenprodukte stellt nicht ihr Lebensmittelcharakter dar, denn es handelt sich um eher minderwertige Nahrungsmittel mit geringem Mineralien- und Vitamingehalt (Ausnahme: Vitamin A) und hohem Proteingehalt. Hauptproblem ist vielmehr die Beimengung von Cyanobakteriengiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aktuellen Publikationen, die verschiedene Stämme der blaugrünen Cyanobakterien Anabaena, Aphanizomenon, Calothrix, Cylindrospermum, Nostoc, Microcystis, Planktothrix, Oscillatoria und Synechococcus genera untersuchten, fanden sich immer wieder Sorten, die die Kampfgifte der Klasse der Microcystine und der Anatoxine produzierten (Lyra et al. 2000). Auch ist bekannt, dass einige Arten der blaugrünen Cyanobakterien das Nervengift Saxitoxin produzieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter der Algen sind sich des Toxinproblems bewußt. Ray (1991) schrieb schon vor 10 Jahren, dass einige A.f.a.-Stämme hochwirksame Nervengifte produzieren könnten, diese Gifte aber in Nahrungsmitteln aus Algen des Upper Klamath Sees in Oregon nicht gefunden worden seien. Seine Ansicht wird von einer Arbeit von Schaeffer et al. (1999) unterstützt, die in Algen eine Beimengung durch eine Microcystin-produzierende Alge (Microcystis spp.) nachwiesen. Demzufolge sei diese Beimischung an dem Toxineintrag schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es eine Veröffentlichung, die sich mit Microcystinbelastungen von A.f.a.-Nahrungsergänzungsmitteln befasst, die aus dem Upper Klamath See gewonnen werden. Gilroy et al. (2000) analysierten Microcystinkonzentrationen in vier verschiedenen Afa-Produkten über vier Jahre hinweg (1996-1999) und alle Produkte enthielten Microcystine in unterschiedlicher Menge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von A.f.a.-Produkten weisen jedoch die Microcystinbelastung generell weit von sich. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass Aphanizomenon Flos Aquae keine Microcystine produziere und führen Studien an, in denen dergleichen nachgewiesen worden sei. Das wirkt befremdlich, denn selbst der sich für Algenprodukte einsetzende US-amerikanische Professor Wayne Carmichael schrieb noch am 30.01.2002 auf seiner Homepage unter Bezugnahme auf einen Artikel im Scientific American: &amp;#039;&amp;#039;..Anabaena, Oscillatoria, Lyngbya, and Aphanizomenon produce neurotoxic anatoxins and/or saxitoxins. Anatoxin-a and Anatoxin-a(s) seem unique to cyanobacteria, while saxitoxin also arise in certain marine algae. Anatoxin-a is a potent nicotinic agonist that mimics acetylcholine and is used as a research tool in neurobiology. Anatoxin-a(s) is a structurally new organophosphate that inhibits acetylcholinesterase. Saxitoxin prevents acetylcholine from being released from neurons by blocking the inward flow of sodium ions across the axonal membrane channels, disrupting the communication between neurons and muscle cells...&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtet man den Blick in die Fachliteratur, gibt es offenbar einige Stämme von Aphanizomenon Flos Aquae, die keinerlei Microcystine produzieren. Lyra et al. (2001) nennen hier Aphanizomenon sp. 202, A. sp. TR183 (AJ133155), A. sp. PCC 7905, A. sp. PH-271, A. flos aquae NIES 81 und Aphanizomenon gracilie PH-219. Allerdings sind diese Aphanizomenon-Bakterien genetisch ausgesprochen eng verwandt mit den Anabaena-Bakterien, die selbst durchaus Neurotoxine erzeugen. Beide Gattungen sind ausgesprochen klein und unterscheiden sich offenbar nur unter dem Mikroskop eindeutig voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unzuverlässige Testmethoden==&lt;br /&gt;
Microcystine und Saxitoxine, die wichtigsten Gifte in Cyanobakterienprodukten, sind nicht einfach zu messen. Es gibt verschiedene Messmethoden, die teilweise sehr aufwändig, zeitraubend und teuer sein können. Grundsätzlich stellt sich das Problem der Wahl des Nachweisverfahrens, denn es gibt Verfahren, die die Gifte direkt sichtbar machen, und Analysen, die die Gifte nur indirekt messen. Außerdem sind die Messverfahren unterschiedlich empfindlich. Zusätzlich erschwert wird die Suche, weil diese Tests in der Lebensmittelanalytik nur selten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell stellt sich die Wahl zwischen dem Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder dem Protein Phosphatase Inhibition Assay (PPIA). Andere Verfahren wie die High Performance Liquid Chromatography (HPLC) oder Liquid Chromatography/Mass Spectrometry (LC/MS) kommen wegen zu hoher Kosten oder noch nicht etablierter Nachweismethodik nicht in Frage. Die Testmethoden von ELISA und PPIA sind unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ELISA werden hochspezifische Antikörper eingesetzt, die gegen Microcystinmoleküle gerichtet sind. Diese Antikörper docken an Microcystine an. In einem zweiten Schritt klebt man einen weiteren Antikörper, der nur an den bereits eingesetzten Antikörper, nicht aber direkt an Microcystin andocken kann, an diesen Microcystin-Antikörperkomplex. Dies tut man, weil erst der zweite Antikörper einen fluoreszierenden Farbstoff tragen kann, den man mit speziellen Analyseverfahren sichtbar macht und dann in seiner Konzentration messen kann. Ein direktes Ankoppeln des zweiten, den Farbstoff tragenden, Antikörpers an das Microcystin ist nicht möglich, da dieser Antikörper zu klobig und ungenau wäre. Vergleichbar ist dieses Verfahren mit dem Angeln. Der Fisch ist das Microcystin, der Köder ist der 1. Antikörper und erst, wenn man den Fisch mit der Angelschnur (dem 2. Antikörper) herausgezogen hat, weiss man am Ende, was man gefangen hat. Der ELISA hat den Vorteil, dass er direkt das vorhandene Gift misst. Er kann dies mit einer Genauigkeit tun, die ein Microcystinmolekül in einer Lösung von 10 Milliarden anderen Molekülen herausfinden kann. Die Genauigkeit liegt bei 0,1 ppb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im PPIA ist das Testprinzip hingegen völlig anders. Hier wird die bremsende Wirkung der Microcystine auf eine enzymatisch gesteuerte Umwandlungsreaktion gemessen. Microcystine bremsen die Protein Phosphatase, die die Dephosphorylierung von p-Nitrophenylphosphat steuert. Durch Nachweis der Ausgangs- und Endprodukte des Umwandlungsprozesses kann man indirekt auf die Konzentration der Microcystine zurückschließen. Ein direkter Nachweis der Microcystine geschieht jedoch nicht. Der Test hat auch den Nachteil, dass er nur eine einzige Wirkung der Microcystine erfasst und dabei unberücksichtigt lässt, dass im Organismus durch verschiedene Microcystintypen unterschiedliche Enzymsysteme beschädigt werden können. Der PPIA ist nicht so genau wie der ELISA, denn er gibt nach Lawrence et al. (2001) in der Regel deutlich niedrigere Belastungswerte für Microcystine aus, die manchmal 10-40% unter den im ELISA gemessenen Konzentrationen liegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von AFA-Algen legen zum Nachweis der angeblichen Produktgüte in der Regel PPIA-Analysen vor. Dies ganz offensichtlich deshalb, weil mit dieser Testmethode nur ein Teil der Microcystine (und dieser wiederum nicht sicher) gemessen werden kann. Auf diese Weise schönt man die Resultate mit der methodenbedingten Ungenauigkeit des Messverfahrens nach unten. Dies trägt zur Verunsicherung des Verbrauchers bei und kann (wie unten näher beschrieben) sogar vor Gericht Vorteile bringen, weil Richter nicht selten bereits zu abgehoben sind, um sich mit den Hintergründen von Prüfmethoden zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesundheitsschäden==&lt;br /&gt;
In den USA listete die US-Gesundheitsbehörde FDA im leider mittlerweile nicht mehr online abrufbaren Med Watch Programm 57&amp;amp;nbsp;Schadensfälle bis zum Jahr 1998 auf, die in zeitlichem Zusammenhang mit Afa-Konsum zu stehen schienen. Ebenso warnte Health Canada Online bereits im Jahre 1999 vorbeugend vor blaugrünen Algenprodukten, vor allem vor der Anwendung bei Kindern. Auch Erwachsene sollten Vorsicht bei der Einnahme bis zu dem Zeitpunkt walten lassen, an dem die Produktsicherheit zweifelsfrei gewährleistet sei.&amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.hc-c.gc.ca/english/protection/warnings/1999/9969ebk.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Der STERN veröffentlichte im Artikel Die Grüne Gefahr (Nr.8/2002) Warnungen über die Giftstoffe in Algenprodukten am 14.&amp;amp;nbsp;Februar 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich den deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene seit Mai 2002 Laboranalysen über den Microcystingehalt in Afa-Produkten vorliegen, haben sie bis heute keinerlei Schutzmassnahmen über die bereits angesprochene Warnmeldung hinaus unternommen. Dies wird mit dem Fehlen eines Microcystingrenzwertes begründet (vgl. hierzu [[Spirulina]]). Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Grüner Lobbyismus im Spiel ist, denn offenbar pflegen einige Algenhersteller exzellente Kontakte zu den deutschen Bündnisgrünen nahestehenden Prüflabors, die sich einer verbraucherkritischen Untersuchung der Algenprodukte entziehen. Vor allem in alternativen und esoterischen Kreisen wurden die Wunderalgen stark propagiert. Offenbar befürchtet man bei den Grünen, aufgrund des eigenen Fehlverhaltens in den sich abzeichnenden Skandal einbezogen zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt mittlerweile auch in Deutschland Berichte über Personen, die über Symptome nach dem Konsum von Afa-Algenprodukten klagten. Diese Symptome stellten sich nach einigen Monaten kontinuierlicher Einnahme ein, klangen nach dem Absetzen aber wieder ab und verschwanden. Eine Betroffene bekam Taubheitsgefühl in den Fingern bis hin zum totalen Durchblutungsstopp in den letzten zwei Fingergliedern, des Weiteren häufiges Kribbeln wie bei einer Minderdurchblutung und dies auch ansatzweise in den Zehen. Des Weiteren beklagten die Betroffenen brüchige, wie erweicht erscheinende Fingernägel sowie eitrige, sich langwierig hinziehende Entzündungsherde der Haut im Bereich des Gesichts und des Rückens. Ein anderer Betroffener schilderte, dass er nach längerer Einnahme sehr schmerzhafte, chronische Halsschmerzen entwickelt hätte und neben den analog bereits beschriebenen Hautentzündungserscheinungen vor allem extrem langanhaltende Muskelschmerzen bereits nach normaler sportlicher Aktivität bekommen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Hinweise deuten auf eine chronische Langzeitbelastung mit Microcystinen hin. Microcystine verursachen Leberschäden, Nierenversagen und können auch, weil sie die Natriumkanäle der Nerven blockieren können, die Impulsübertragung menschlicher Nervenzellen unterbrechen, was bis zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Auch krebserzeugende Wirkungen sind nachgewiesen (NCI 2000). In China gibt es beispielsweise ausreichend Hinweise dafür, dass microcystinbelastetes Trinkwasser die Hauptursache für die hohe Sterblichkeit an Leberkarzinomen in bestimmten Provinzen des Landes ist (Yu&amp;amp;nbsp;1995, Ueno&amp;amp;nbsp;1996). Aktuell publizierte Tierversuche an schwangeren Ratten (Zhang et al. 2002) zeigen, dass die Gabe von 4&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystin-LR pro kg Körpergewicht bereits zu leichten Veränderungen im Lebergewebe der ungeborenen Feten innerhalb von 10&amp;amp;nbsp;Tagen führen kann. Interessant ist, dass sich solche Ergebnisse bei Mäusen selbst bei Dosen von 2-128&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg Körpergewebe nicht einstellen (Chernoff et al. 2002). Es kommt also auf das Tiermodell an, das verwendet wird. Die offenbar gegen Microcystine recht robust erscheinenden Mäuse sind das bevorzugte Tiermodell bei Studien aus der Algenszene. Offenbar weiß man genau, dass man nur mit Mäusen eine Verharmlosung der Giftwirkung der Microcystine beweisen kann, da dies in allen anderen Tiermodellen nicht gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen korreliert die Microcystinbelastung im Trinkwasser eindeutig mit der Häufigkeit von Leberkrebs (Yu et al. 2001), wie Studien aus China beweisen. Dort hat man schon lange Probleme mit microcystinbelastetem Trinkwasser, das in etlichen Provinzen Chinas ursächlich mit dem gehäuften Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert zu sein scheint. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1&amp;amp;nbsp;Teil pro 1&amp;amp;nbsp;Millarde Teile Wasser empfohlen (1&amp;amp;nbsp;ppb), der in Kanada, Australien und Großbritannien mittlerweile auch in Kraft ist. In den USA oder der Bundesrepublik Deutschland ist dergleichen nicht umgesetzt worden. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates Oregon eine Microcystinbelastung bis zu 1.000&amp;amp;nbsp;ppb (=1&amp;amp;nbsp;parts per million/ppm) in Algenprodukten tolerieren, inakzeptabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versucht man eine grobe Risikoabschätzung der Microcystinbelastung in den Algenprodukten vorzunehmen, so scheint eine klinische Symptomatik nach einigen Monaten Konsum von Produkten mit Belastungen ab 100&amp;amp;nbsp;ppb einzutreten. Dies zeigt, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert von 1&amp;amp;nbsp;ppb mit einem vernünftigen Sicherheitsabstand von 1:1000 zum Algengrenzwert aus Oregon durchaus begründet ist und sicherheitshalber auf Lebensmittel übertragen werden sollte. Von Algenanbietern wie Sanacell und Algavital wird immer wieder die Falschmeldung verbreitet, dass der in Oregon etablierte Grenzwert für die gesamte USA gelten würde. Das ist nachweislich nicht der Fall. Zudem ist der Grenzwert nicht verbindlich, sondern lediglich ein US-amerikanischer Empfehlungswert, ab dessen Überschreitung microcystinbelastete Afa-Produkte aus dem Verkehr gezogen werden sollen (nicht müssen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die oben geschilderten Fälle zugrunde und bedenkt man, dass sich Microcystine sowohl in der Leber- als auch im Nerven- und Muskelgewebe angereicht als auch nur langsam ausgeschieden werden, wäre es möglich, dass Dauerkonsumenten erst mit monatelanger Verzögerung Gesundheitsprobleme entwickeln. Microcystindosen können beim Schwein, das uns Menschen vor allem bei der Leberfunktion sehr ähnlich ist, bereits in Dosen von 25&amp;amp;nbsp;Microgramm pro Kilogramm Körpergewicht Leberschäden auslösen, während Ratten und Mäuse wesentlich robuster reagieren. Deshalb ist es absolut denkbar, dass der Mensch, der in vielen gesundheitlichen Bereichen empfindlicher als Tiere reagiert, schon bei niedrigeren Dosen Gesundheitsprobleme entwickelt, die anfänglich nicht mit den Afa-Produkten assoziiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man eine Verzehrsmenge von 2&amp;amp;nbsp;Gramm Algenmasse mit einer Belastung von 100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg Algenmasse (100&amp;amp;nbsp;ppb) zugrunde, würde man sich pro Tag eine Microcystinmenge von 0,2&amp;amp;nbsp;Mikrogramm einverleiben. Da die oben geschilderten beiden Verbraucher erst nach 7&amp;amp;nbsp;Monaten, dann aber zügig, gesundheitliche Probleme entwickelten, wäre zu spekulieren, dass bei einer Gesamtmenge von 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen von ersten klinischen Symptomen auszugehen sein könnte (von einer unbemerkten Krebsschädigung nicht zu reden!). Diese zugegebenermaßen spekulative Obergrenze für bemerkbare, klinische Probleme scheint nicht unrealistisch zu sein, da eine weitere Verbraucherin, die über Monate hinweg eine mit 76&amp;amp;nbsp;ppb belasteten Probe konsumiert hatte, keine gesundheitlichen Probleme berichtete. Die Wirksamkeitsschwelle zur Auslösung klinischer Symptome beim Menschen dürfte derzeit bei einer Gesamtaufnahmemenge von 40-50&amp;amp;nbsp;Mikrogramm liegen, die je nach Belastung des Afa-Produkts mehr oder weniger schnell erreicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Australien wird für Trinkwasser ein Microcystin-LR Richtwert von 1,3&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter empfohlen. Alle Grenzwerte, auch der von der WHO empfohlene, orientieren sich an Hochrechnungen, die ihre Grundlage in Tierversuchen am Mausmodell haben. Mäuse halten aber eine deutlich höhere Microcystinbelastung aus, ohne Leberschäden oder körperliche Symptome zu entwickeln, als andere Tiergattungen (z.B. Ratte oder Schwein). Zeigen sich bei Mäusen noch keine Zeichen von Leberschädigungen bei intraperitonealen Gaben von Microcystinen in Dosen von 25-50&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht (vgl. Fromme, Berlin, 1999), treten bei Rattenfeten bereits ab 4&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht Schäden auf (Zhang et al. 2002). Schweine überleben nach Beasley et al. (2000) gerade noch eine Microcystindosis von 25&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht, erleiden dabei aber bereits nachweisbare Organschäden u.a. im Bereich der Leber. Beim Menschen fehlen entsprechende Untersuchungen aus naheliegenden Gründen. Niemand würde die Erlaubnis erhalten, selbst bei Freiwilligen solche Versuche durchzuführen. Deshalb ist man auf Analogieschlüsse angewiesen, die sich sinnvollerweise auf die Trink- oder Badewasserbelastung mit Microcystinen beziehen, denn hier zeigen Studien aus China, dass der Konsum microcystinbelasteten Trinkwassers eindeutig mit einem erhöhtem Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert ist (z.B. Shun-Zhang 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut für Umweltanalytik und Humantoxikologie (ITox) in Berlin empfiehlt in der Gesundheitlichen Bewertung von Blaualgentoxinen (Microcystinen) in Badegewässern bereits ab einer Belastung von 10-100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Liter, auf das gesundheitliche Risiko beim Baden in entsprechend belasteten Gewässern hinzuweisen und vom Baden abzuraten sowie ab Microcystinwerten oberhalb von 100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Liter das Baden in solchen Gewässern zu untersagen. Es liegt nahe, diesen Trinkwassergrenzwert auf die Algenprodukte zu übertragen, denn in der von mir initiierten Untersuchung fand ich zwei Personen, die nach mehrmonatiger Einnahme von Algenprodukten in einer geschätzten Microcystin-Gesamtdosis von etwas über 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm klinische Symptome entwickelt hatten, die auf eine chronische Vergiftung durch Microcystine schließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn also Tierversuche zeigen, dass Mäuse zur Risikoabschätzung durch Microcystin aufgrund ihrer Unempfindlichkeit ungeeignet sind, Ratten und Schweine hingegen viel empfindlicher reagieren und zudem erste Hinweise bei Erwachsenen zeigen, dass Gesamtdosen von etwa 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen - auch über längere Zeit verteilt eingenommen - zu Gesundheitsschäden führen können, muss gefordert werden, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Microgramm/Liter auch bei den Algenprodukten einzuhalten ist. Die im US-Bundesstaat Oregon tolerierten Microcystinmengen in Algenprodukten (1.000&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg), die nur auf Schätzungen aus Mausmodellen beruhen (Schaeffer et al. 1999), sind offensichtlich wesentlich zu hoch. Sie liegen um den Faktor&amp;amp;nbsp;1.000 überhalb der für Trinkwasser empfohlenen WHO-Richtwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die übliche Verzehrsempfehlung von 2&amp;amp;nbsp;Gramm Algenmasse pro Tag, eine durchschnittliche Microcystinbelastung von 0,1&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Algengramm und eine Dosisschwelle von 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen bei Erwachsenen zugrunde, ab der offensichtlich klinische Symptome auftreten können, so kann man innerhalb von etwa 6-7&amp;amp;nbsp;Monaten die kritische Belastungszone zum Auftreten körperlicher Beschwerden erreichen. Es gibt jedoch Algenanbieter, deren entsprechend belastete Algenprodukte mit Verzehrsempfehlungen bis zu 20&amp;amp;nbsp;Pillen (5&amp;amp;nbsp;Gramm) täglich angepriesen werden. Bei solchen Verzehrsmengen ist es kein Wunder, wenn die kritische Schwelle bereits innerhalb weniger Wochen erreicht wird und die Patienten anfänglich mit schnell auftretenden Hautausschlägen konfrontiert werden. Sanacell und Algavital nutzen beide gern die Dienste der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn, die einschläge Ritalin-kritische und AFA-propagierende Bücher publiziert hat sowie einschlägige werbende Artikel in Szene-Zeitschriften veröffentlichte. Sie tritt für noch höhere Dosen pro Tag (20&amp;amp;nbsp;Gramm und mehr) ein. Bei den Microcystinmengen, die in den Produkten von Sanacell und Algavital gefunden wurden, würde dies eine Krebsgefahr bedeuten sowie nach wenigen Wochen bis Monaten klinische Symptome einer Microcystinvergiftung bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich ist zu bedenken, dass sich 50% der oral eingenommenen Microcystindosis in der Leber anreichert. Somit sind die üblichen Dosierungsschemata des Giftes in Bezug auf Kilogramm Körpergewicht per se fragwürdig. Die Leber eines Erwachsenen hat ein durchschnittliches Gewicht von 3-4&amp;amp;nbsp;kg, so dass bereits niedrige Einnahmemengen zu Leberschäden führen können. Geht man davon aus, dass man eine Giftkonzentration von 1&amp;amp;nbsp;Mimrogramm pro kg Lebergewicht einnehmen müsste, würden bereits 8&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Gesamtaufnahmemenge ausreichen, um erste Leberschäden zu bewirken oder ggf. dazu beizutragen, Leberkrebs auszulösen. Diese Dosis kann bei Algenprodukten, die, wie in der vorliegenden Untersuchung nachgewiesen, mit 68-134&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg (also 0,068-0,134&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Gramm) mit Microcystinen belastet sind, durchaus schon in 2-3&amp;amp;nbsp;Monaten erreicht werden, denn die Microcystine werden nicht so schnell abgebaut, wie sie eingenommen werden. Das Leberkrebsrisiko kann bereits in solchen Dosen möglicherweise deutlich erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yu und Chen (1994) untersuchten den Microcystingehalt im Trinkwasser von 20&amp;amp;nbsp;Patienten, die an hepatozellulärem Karzinom erkrankt waren (61&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter) und verglichen ihn mit demjenigen von gesunden Kontrollpersonen (36&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter). Dies zeigt, dass eindeutige Risiken bestehen können, wenn dauerhaft Microcystine in noch vergleichsweise niedrigen Dosen eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnung des BfArM und BgVV==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte am 21.&amp;amp;nbsp;März 2002 eine gemeinsame Presseerklärung&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bgvv.de/presse/2002/pr_02_08.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, die vor dem Konsum der Algenprodukte warnte. Am 22.&amp;amp;nbsp;März 2002 warnte der kritische Informationsdienst für Ärzte und Apotheker (Arznei-Telegramm) in einer Blitz-Mitteilung per eMail&amp;lt;ref&amp;gt;AT: AFA-Alge: Irreführende Werbung, bedenkliche Produkte&amp;lt;/ref&amp;gt; vor den Algenprodukten und vertiefte dies in einer Printausgabe des Arznei-Telegramms am 12.&amp;amp;nbsp;April 2002. Am 27.&amp;amp;nbsp;März 2002 warnte der Krebs-Kompass.de auf seiner Website ebenfalls mit dem Titel Warnung vor Algen statt Arznei. Diese Warnungen trugen dazu bei, dass Elternverbände in Deutschland und der Schweiz, die sich für hyperaktive Kinder (ADS-Kinder) einsetzen und sich dem von Algenvertreibern erzeugten juristischen Druck ausgesetzt sahen, diesem besser widerstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pressemitteilung vom 21.&amp;amp;nbsp;März 2002 zu AFA-Algen:&lt;br /&gt;
*Ein Nutzen durch den Verzehr AFA-Algen-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.&lt;br /&gt;
*eine Gefährdung der Gesundheit durch Gifte ist nicht auszuschließen.&lt;br /&gt;
*Produkte, denen werblich eine heilende Wirkung zugeschrieben wird, sind als Arzneimittel anzusehen und bedürfen deshalb der amtlichen Zulassung. Liegt eine solche Zulassung nicht vor, sind die Produkte nicht verkehrsfähig. In Deutschland ist kein solches Produkt zugelassen.&lt;br /&gt;
*Damit liegt ein Verstoß gegen das Verbot der irreführenden Werbung nach dem Heilmittelwerbegesetz vor. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der Fehlinformation Eltern eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder abbrechen und sich das Leiden verschlimmert, wenn ersatzweise AFA-Algenprodukte gegeben werden. Gleiches gilt für Erwachsene, die im Vertrauen auf die &amp;quot;Heilkraft der AFA-Algen&amp;quot; bei einer diagnostizierten Depression oder bei anderen Gesundheitsstörungen eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie abbrechen und stattdessen AFA-Algenprodukte zu sich nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnende Stimmen werden mit juristischen Tricks niedergebügelt==&lt;br /&gt;
Eckard Pinnow brüstet sich in der obigen Forum-Ausgabe, dass es gerichtlich verboten sei, Warnungen vor AFA®-Algen zu veröffentlichen. Diese Behauptung ist offensichtlich erlogen, denn seine Produkte sind nachweislich belastet. Trotzdem kommt Pinnow mit seinen Lügen legal über die Runden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trick, mit dem Pinnow bisher der prozessuale Sieg gegenüber sorgenvoll warnender Elternverbände von ADHS-Betroffenen und -Kindern gelang, ist leicht erklärt. Er ließ die entsprechenden Organisationen von einer Anwaltskanzlei abmahnen. Da in der strittigen Äußerung das Wort &amp;quot;AFA-Algen&amp;quot; (eine in der Fachliteratur durchaus übliche Abkürzung) genannt worden war, Sanacell (wie auch Algavital) sich ähnlich klingende Namen aber als Produktbezeichnung schützen ließen, konnten sie daraus eine Aktivlegitimation und somit Klagefähigkeit ableiten. Die Abmahnung enthielt allerdings so lächerliche Passagen, dass sie von den prozessunerfahrenen Verbänden nicht ernst genommen wurden. Es wurde deshalb keine Schutzschrift hinterlegt, so dass die gegnerische Anwaltskanzlei (Radeck/Berlin) einfach zum Landgericht marschierte, eine Einstweilige Verfügung beantragte und diese auch bewilligt erhielt. Die schockierten Verbände bekamen erst Wind von der Sache, als ihnen die Verfügung ins Haus flatterte (vgl. Kritiker leben gefährlich). Auf diese Weise war es Pinnow möglich, öffentliche Warnungen vor seinen giftbelasteten Algenprodukten bis zur Hauptverhandlung stillzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die ADHS-Verbände Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung eingelegt hatten, kam es zu einer mündlichen Verhandlung. Die Richter Mauck, Gollan und Becker verurteilten erstinstanzlich mit haarsträubenden Begründungen die ADHS-Verbände und gaben Sanacell vollumfänglich Recht. So glaubten sie den Ausführungen Sanacells, dass diese in der Lage sei, Microcystine aus den Algenprodukten durch ein geeignetes Filterverfahren zu entfernen. Die Richter schrieben: &amp;quot;Diese Behauptung wird gestützt durch die Ausführungen auf Seite 53 des Buches &amp;#039;Die Heilkraft der AFA-Alge&amp;#039;, wonach die AFA-Alge viel kleiner ist als die Microcystine und das Sieb passiert, während jene zurückgehalten werden.&amp;quot;. Dass auch Aphanozimenon-Stämme Microcystine produzieren können, ist in der Fachliteratur bekannt und beschrieben. Das Microcystine winzige Moleküle sind, ergibt sich zwangsläufig von selbst. Kein Gift ist besonders groß, die gefährlichsten sind sogar sehr klein, weil sie sonst Schwierigkeiten hätten, in den Organismus aufgenommen zu werden. Es hätte sogar einem Richter mit normaler Schulbildung auffallen müssen, dass ein Bakterium nichts produzieren kann, was größer als es selbst ist. Schon gar nicht hätten drei Richter den obigen Unfug schreiben dürfen. Dieser bedeutet im übertragenen Sinne, dass ein Gemisch aus Wackersteinen (Afa-Algen) und Staub (Microcystinen) durch ein Sieb geschüttelt werden kann, in dem der Staub liegen bleibt, die Wackersteine aber hindurchfallen. Dass dergleichen Inkompetenz an deutschen Gerichten ein Richteramt ausüben darf, ist einer der vielen Skandale im AFA-Algenzirkus. Dass sich die Richter offenbar aus lauter Faulheit sogar auf die Schriften der die AFA-Algen propagierenden Heilpraktikerin Barbara Simonsohn (siehe Fünf Tibeter) stützten, ist ein Schlag ins Gesicht jedes wissenschaftlichen Sachverstandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Richter erklärten weiterhin, dass das Herausfiltern der Microcystine durch das Vorlegen von Untersuchungszertifikaten durch Sanacell hinreichend belegt worden sei. Dem ist aber nicht so, denn von der Firma wurden keine ELISA-Untersuchungen, sondern vielmehr der PPIA-Test verwendet wird. Wie oben bereits beschrieben, ist der PPIA-Test weitaus ungenauer und dies vor allem in dem Bereich der Microcystinbelastung, um den es sich hier dreht. Hier wird oftmals deutlich weniger bis gar keine Belastung im PPIA angezeigt, während der ELISA noch verlässlich die Giftkonzentrationen anzeigt. So ließen sich die drei Berliner Richter exzellent täuschen und die Verbände zahlten für deren Inkompetenz die Zeche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma Algavital versucht eine andere Taktik, um unliebige Kritik wegzubügeln. Analog wie Sanacell versucht sie haltlose Abmahnungen zu versenden. Hinterlegt man aber eine fundierte Schutzschrift, so schrecken beide vor Klagen offenbar aus Angst vor einer Blamage zurück. Berichten aber Presseorgane kritisch über die giftbelasteten Algen, versucht primär Algavital durch presserechtliche Tricks, Gegendarstellungen plaziert zu erhalten. Sind diesen korrekt formuliert, müssen jene vom jeweiligen Journal unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abgedruckt werden. So geschah dies der Pharmazeutischen Zeitung, die kritisch über diese Algen berichtet hatte. Bei anderen Blättern hingegen gelang der Widerruf, der spätestens nach 3 Monaten plaziert sein muss, nicht. Grund war hierfür die offensichtlich wahrheitswidrige Forderung der Firma Algavital. Algavital nutzt auch gerne auf ihrer Website die Chance, Kritiker zu verleumden. Abmahnungen, die ihr deshalb ins Hause flattern, befolgt sie allerdings dann auch relativ schnell, zahlt aber die entsprechenden Anwaltsrechnungen nicht und lässt es dann offensichtlich auf langwierige Gerichtsprozesse ankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsicht: Verwechslungsgefahr!==&lt;br /&gt;
Eine sowohl in den USA als auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern vertretene Biotech-Firma mit dem Namen Celltech Group (Hauptsitz in Großbritannien, 208 Bath Road, Slough, Berkshire SL1 3WE) verkauft über ihre deutsche Niederlassung (Celltech GmbH &amp;amp; Co. KG, Im Wirringen 25, 45731 Waltrop) seit Mai 2002 ein Methylphenidatprodukt (Equasym) zur Behandlung von ADS/ADHS. Equasym ist neben Medikinet (Fa. Medice) und Ritalin (Fa. Novartis Pharma) das dritte Methylphenidatprodukt, das in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt gekommen ist (vgl. Gelbe Liste). Celltech Group hat mit einem US-amerikanischen Algenanbieter fast gleichen Namens aber nichts zu tun. In den USA hat die Celltech Group verschiedene Niederlassungen (Celltech R&amp;amp;D Inc. in Wayne und in Bothel, Celltech Manufacturing CA Inc. in Santa Ana, Celltech Pharmaceuticals Inc. in Rochester). Ärzte, die Equasym rezeptieren wollen, jedoch bei dem Namen des Anbieters misstrauisch geworden sind, sollten dies berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scientology, Sektengruppen und Pseudowissenschaftler im Spiel==&lt;br /&gt;
Auf der Ebene des Europarates ist es dem US-amerikanischen Top-Scientologen Fred A. Baugham, seines Zeichens pädiatrischer Neurologe, gelungen, die US-Psychosekte ins Spiel zu schleusen. Er selbst propagiert seit Jahren in den USA eine Anti-Ritalin-Kampagne. In Paris konnte er den Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Parlament) in einer gut plazierten Marketingkampagne überrollen. Er sorgte mit einigen anderen dafür, dass eine Anhörung im November 2001 zu einer Farce wurde. Nicht nur gab er die üblichen haltlosen Lügen und Unwahrheiten über ADHS und Methylphenidat zum besten, er sorgte durch Lobbyarbeit hinter den Kulissen dafür, dass an die Mitgliedsstaaten des Europarats die schriftliche Aufforderung erging, den Methylphenidatbedarf zu überprüfen und die Verordnung einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA arbeitet Peter Breggin, ein bisher der Scientology nicht direkt zuzurechnender Autor, mit Fred A. Baugham eng zusammen. Durch einschlägige, reisserische Bücher, in der die üblichen verleumderischen Thesen über wirksame Behandlungsmethoden bei ADHS verbreitet werden, trägt Breggin dazu bei, bei den Betroffenen Angst vor z.B. [[Ritalin|Methylphenidat]] zu schüren. In Deutschland hat seine Thesen der Neurobiologie Hüther aufgenommen, der sich auch nicht zu schade ist, auf Podiumsdiskussionen teilzunehmen, die von schweizerischen Firmen, die der Scientology direkt zuzurechnen sind, aufzutreten. Hüthers Hauptthese, Methylphenidat prädisponiere für M. Parkinson, ist nachweislich falsch und wurde in der Fachliteratur ausführlich widerlegt. Trotzdem tourt er derzeit durch Europa und schafft es offenbar auch mit Unterstützung von Scientologen, sich in öffentlichen dt.-sprachigen Medien mit seinen falschen Behauptungen zu plazieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Szene um [[Franz Konz]] (siehe Ur-Medizin) ist mir von der Partie. Konz präsidiert bekanntlich dem Bund für Gesundheit e.V., der wiederum eine Hauspostille (Natürlich Leben) sowie ein Beratungstelefon betreibt. Konz schrieb über verhaltensauffällige Kinder in einer der letzten Ausgaben und empfahl, solche Kinder in kompetente Psychotherapie zu bringen. Dabei riet er zur Firma [[KVPM]], die jedoch seit Jahren eine bekannte Deckadresse der US-Psychosekte Scientology in Deutschland ist (siehe Die Scientology Organisation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Esoterikmessen wie den Medizinischen Wochen Baden-Baden, auf denen Sanacell Afa-Produkte vorstellt, wird immer gerne mit Publikationen der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn geworben. In deren Büchern kann man deren indirekte Finanzierung durch diese Firmen leicht nachvollziehen. Sie schreibt selbst in einem ihrer Bücher, dass sie von Algenanbietern Waren zu Testzwecken im Wert von mehreren tausend Euros erhalten hat. Zusätzlich, und dies ist mit Sicherheit kein Zufall, saß Frau Simonsohn über längere Zeit am Beratungstelefon des [[BFG|Bundes für Gesundheit]]. Ihre 14-tägigen Sprechzeiten konnten in Natürlich Leben nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits bei der Ur-Medizin beschrieben, bestehen Verbindungen zwischen Konz und dem wegen Kindsmissbrauchs und Betrugs zu einer 15jährigen Haftstrafe in Paris verurteilten [[Guy-Claude Burger]]. Burgers deutsche Stimme, der [[MLM|Multi-Level-Marketing]] Verkäufer Stephen Janetzko aus Erlangen ist einer der Ansprechpartner, der für das GesundheitsNetzwerk des Pinnow in Erlangen Veranstaltungen organsiert. Dies kann in der Sanacell-Firmenzeitung FORUM (Ausgabe 08/2002) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man erkennt, gibt es enge Verflechtungen zwischen sektenähnlich operierenden Gruppen, der US-Psychosekte Scientology und den die Algen verkaufenden Firmen in Europa. Es liegt nahe, zu vermuten, dass es sich bei einigen dieser Firmen um abgetauchte bzw. abgetrennte Scientologen-Netzwerke handelt, die zwar scientologische Methoden anwenden, sich aber nicht offen zur Scientology bekennen. Die genannten Netzwerke sind übrigens nur nur die Spitze des Eisberges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Beasley VR, Lovell RA, Holmes KR, Walcott, HE, Schaeffer DJ, Hoffmann WE, Carmichael WW: Microcystin-LR decrease hepatic and renal perfusion and causes circulatory shock, severe hypoglycemia and terminal hyperkalemia in intravasculary dosed swine. J Toxicol Environm Health 61 (Part A): 281-203, 2002&lt;br /&gt;
*Chernoff N, Hunter ES, Hall LL, Rosen MB, Brownie CF, Malarkey D, Marr M, Herkotivs J: Lack of teratogenicity of microcystin-LR in the mouse and toad. J Appl Toxicol 22: 13-17, 2002&lt;br /&gt;
*Gilroy DJ, Kauffman KW, Hall RA, Huang X, Hu FS: Assessing potential health risks from microcystin toxins in blue-green algae dietary supplements. Environment Healtch Perspect 108: 435-439, 2000&lt;br /&gt;
*Jensen GS, Ginsberg DI, Huerta P, Citton M, Drapeau C: Consumption of Aphanizomenon flos-aquae has rapid effects on the circulation and function of immune cells in humans. A novel approach to nutritional mobilization of the immune system. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 50-58, 2000&lt;br /&gt;
*Kushak RI, Drapaeu C, Van Cott, EM, Winter, HH: Favorable effects of blue-green algae Apha-nizomenon flos-aquae on rat plasma lipids. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 59-65, 2000&lt;br /&gt;
*Lyra C, Suomalainen S, Gugger M, Vezi C, Sundman P, Paulin L, Sivonen K: Molecular characterization of planktic cyanobacteria of Anabaena, Aphanizomenon, Microcystis and Planktothrix genera. Int J System Evolut Microbiol 51: 513-526, 2001&lt;br /&gt;
*Manoukain R, Citton M, Huerta R, Rhode B, Drapeau C, Jensen GS: Effects of the blue-green algae aphanizomenon flos aqua (L.) Ralphs on human natural killer cells. In: Savage L (Ed.): Phytoceuticals. 1.1. Chap. 3.1., Seite 233-241, 1998&lt;br /&gt;
*NCI Nomination: Blue-Green Algae. Submitted to the NTP. September 2000&lt;br /&gt;
*Ray RA: Microalgae as food and supplement. Crit Rev Food Sci Nutr 30: 555-573, 1991&lt;br /&gt;
*Schaeffer DJ, Maplas PB, Barton LL: Risk assessment of microcystins in dietary Aphanizomenon flos-aquae. Ecotoxicol Envinron Saf 44: 73-80, 1999&lt;br /&gt;
*Shun-Zhang Y: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 675-682, 1995&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität - ein Problem unserer Zeit. Erfahrungsheilkunde, Nr. 8, 516-527, 2000&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Hyperaktivität - warum Ritalin keine Lösung ist. W. Goldmann Verlag, München, 2001&lt;br /&gt;
*Ueno Y, Nagata S, Tsutsumi T, Hasegawa A, Watanabe MF, Park HD, Chan GC, Chen G, Yu SZ: Detection of microcystins, a blue-green algal hepatotoxin, in drinking water sampled in Haimen and Fusui, endemic areas of primary liver cancer in China, by highly sensitive immunoassay. Carcinogenesis 17: 1317-1321, 1996&lt;br /&gt;
*Yu SZ: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 674-682, 1995&lt;br /&gt;
*Yu SZ, Chen G: Blue-green algae toxins and liver cancer. Chin J Cancer Res 6: 9-17, 1994&lt;br /&gt;
*Zhang Z, Lian M, Liu Y, Wei G, Yu S, Kang S, Zhang Y, Chen C: Teratosis and damage of viscera induced by microcystin in SD rat fetuses. Zhonghua Yi Xue Za Zhi 82: 345-347, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.uni-konstanz.de/news/mittshow.php?nr=12&amp;amp;jj=2008 Universität Konstanz zu Algenpräparaten&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cd/987&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cm/208/afa_algen_und_afa_algenpropdukte.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.dge.de/modules.php?name=News&amp;amp;file=article&amp;amp;sid=321&lt;br /&gt;
*http://ads-adhs.webs.com/algen.htm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Beutelschneiderei]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;br /&gt;
[[category:Heilmittel in der Pseudomedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=33143</id>
		<title>AFA-Algen</title>
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		<updated>2009-11-21T11:55:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Scientology, Sektengruppen und Pseudowissenschaftler im Spiel */ Tippfehler&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:afa2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Afa-Algen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Aphanizomenon flos-aquae) sind Bakterien der Abteilung [http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien  Cyanobakterien] und werden auch Blaualgen genannt. Diese werden seit einigen Jahren als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (NEM) angeboten. Entsprechend der häufigen Vorgehensweise von Vermarktern von &amp;quot;Wundermitteln&amp;quot; wurden über diese schlichte Alge diverse Märchen und beleglose Behauptungen verbreitet und ihr Heilwirkungen bei [[Ritalinkritik|ADHS]] bis [[Unkonventionelle Krebstherapien|Krebs]] und natürlich allen üblichen [[Zivilisationskrankheit]]en angedichtet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich jedoch Lebensmittel und unterliegen daher dem [[LFGB]] (Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch). Laut LFGB sind gesundheitsbezogene Werbung und werbeähnliche Äußerungen untersagt und können kostenpflichtig abgemahnt werden. Problematisch ist, dass in diesen Algen z.T. sehr giftige (lebertoxische) Microcystine vorhanden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Afa-Algen sind keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien==&lt;br /&gt;
Die als Afa-Algen bezeichneten Lebewesen sind zur Photosynthese befähigte Einzeller (Eubakterien), die evolutionsgeschichtlich sehr alt sind. Viele Stämme dieser Bakterien sind in der Lage, hochwirksame Gifte (Microcystine, Anatoxine, Saxitoxin) zu produzieren, welches sich in den Bakterien selbst sowie in den sie verzehrenden Meerestieren anreichert. Man nennt sie deshalb auch blaugrüne Cyanobakterien. Eine ausführliche Darstellung über Microalgen und deren Belastung mit Algentoxinen finden sie in den Guidelines for Safe Recreational-water Environments (Vol. I: Coastal and Fresh-waters), Oktober 1998 &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~tennisplatzis/paralex/content/who_Recreawat-II.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beworbene Indikationen==&lt;br /&gt;
Afa-Algen werden von unterschiedlichen Firmen als Lebensmittel angepriesen. Je nach Lokalisation der Firma werden verschiedene heilende Aussagen getroffen. In den USA werden die Mittel u.a. von der Fa. Bluegreen (von der auch deutsche Firmen ihre Produkte beziehen) als Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Immunschwächeerkrankungen anderer Art, ADHS, Hypercholesterinämie und zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens beworben. Für diese propagierten Aussagen liegen keine glaubwürdigen Wirksamkeitsnachweise vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
Seriöse Studien über die Wirkung der AFA-Algen gibt es im internationalen wissenschaftlichen Schrifttum nicht. Es gibt allerdings einige Nischenpublikationen wie einen Buchbeitrag (Manoukain et al. 1998) und Journalartikel (Kushak et al. 2000, Jensen et al. 2000). Letztere stammen aus dem Journal of the American Nutraceutical Association (JANA). Allein diese Titelwahl soll den Leser verwirren, denn die American Medical Association, die größte US-Vereinigung für Fachärzte der Inneren Medizin, gibt mit JAMA eine ähnlich klingende Fachzeitschrift heraus, die sich Journal of the American Medical Association (JAMA) nennt. JANA ist nicht in medizinischen Fachinformationsdiensten wie Medline gelistet, JAMA hingegen sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Studie von Manoukain et al. (1998) wurde festgestellt, dass man durch die Gabe von 1.5 g Afa-Algen bei fünf gesunden Freiwilligen eine signifikante Verringerung der Natürlichen Killerzellen innerhalb von 2 Stunden nach dem Schlucken bewerkstelligen konnte. Die Menge an NK-Zellen sank um 63%. Dies verwundert nicht, denn die unten noch näher beschriebenen Algentoxine greifen u.a. direkt die Zellstrukturen von weißen Blutkörperchen an und können die Aufnahme von Nahrungsenergie (z.B. Glukose) durch die Zellwand hemmen. Wahrscheinlich resultiert die Reduktion der NK-Zellen auf einer direkten Giftwirkung der in den Afa-Algen vorhandenen Microcystine oder des Saxitoxins, das in geringeren Mengen Auswirkungen auf Blutzellen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer zweiten Studie (Jensen et al. 2000) wurden 21 gesunde Probanden mit 1.5 g Afa-Algen über sechs Wochen behandelt. Unter der Afa-Algenbehandlung kam es zu einem deutlichen Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen, was unter Placebogabe nicht eintrat. Dieser Effekt wurde von den Autoren als Stimulation des Immunsystems interpretiert, die eine Verbesserung der Abwehrsituation anzeige. Dieser Schluss ist lächerlich, denn wenn man eine Substanz verzehrt, die Zellgifte enthält, welche im Organismus z.B. Leberzellen verstärkt in den Selbstmord treiben können (Auslösung der Apoptose), erklärt sich der Anstieg der Abwehrzellen wesentlich offensichtlicher. Stirbt im Organismus Zellgewebe ab, weil es beschädigt wurde, dann ändert sich die Oberflächenstruktur der betroffenen Zellen. Diese werden dadurch für das Abwehrsystem als zur Entsorgung freigegeben gekennzeichnet, daraufhin von weißen Blutkörperchen angegriffen und verzehrt. Je mehr solche betroffenen Zellen sterben, desto höher ist der Bedarf an den sie verzehrenden weißen Blutkörperchen. Die Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen ist nur die Folge einer durch Algengifte verursachten, niedrigschwelligen Entzündungsreaktion u.a. von Leberzellen. Jensen et al. (2000) verloren kein Wort über den Zustand der Leber oder der Nieren der Probanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kushak et al. (2000) veröffentlichten eine Studie, die an Ratten zeigen sollte, dass der Konsum von Afa-Algen den Blutfettspiegel zu regulieren in der Lage sei. Sie gaben den Tieren unterschiedliche, mit ungesättigten Fettsäuren angereicherte Diäten. Daneben reicherten Sie die Diät z.T. mit 10-15% Afa-Algensubstanz an. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die keinen Afa-Zusatz erhielt, wiesen die beiden Afa-Untersuchungsgruppen eine deutliche Senkung des Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegels im Serum auf. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Afa-Algen einen cholesterinsenkenden Effekt hätten und empfahlen, diese Wirkung im Lebensmittelsektor auszunutzen. Auch dieses Resultat wundert mich nicht, lässt es sich doch erneut mit der Giftwirkung von Algentoxinen erklären. Die Leber ist das Zielorgan für Microcystine, die sich dort anreichern. Dies ist auch bei Ratten nachgewiesenermaßen der Fall. Die Leber ist aber gleichzeitig der Produktions- und Umschlagsort für Blutfette. Da Microcystine auch in niedriger Dosierung auf Leberzellen von Ratten schädigend wirken, sinkt mit steigender Afa-Menge logischerweise die Syntheseleistung der Leberzellen, weil sich eine zunehmende toxinbedingte Organentzündung in einer verschlechterten Syntheseleistung niederschlägt. Interessanterweise hatten die Autoren weder Leberwerte berichtet, die auf die Organfunktion hätten schließen lassen, noch hatten sie nach dem Fütterungsversuch über histologische Leberuntersuchungen der Tiere berichtet, um eventuelle Auswirkungen der Algentoxine zu bewerten. Dies lässt darauf schließen, dass sie offenbar befürchteten, negative Auswirkungen zu finden. Wer nicht sucht, findet nicht und kann dem Leser in die Tasche lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Studien sind kein Beleg für die Wirkung von Afa-Algen, zumal keiner der Autoren in seinen Berichten genaue Angaben über die Microcystin-, Anatoxin- und Saxitoxingehalte der verwendeten Afa-Produkte machte. Bei jeder Studie war ein Vertreter von Bluegreen, dem größten US-amerikanischen Afa-Algenproduzenten, Mitautor. Dies lässt auf eine direkte Einflussnahme und auf Gefälligkeitsstudien schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt im Bereich der Therapie hyperaktiver Kinder bisher keine einzige seriöse Studie, die bewiesen hätte, dass Afa-Algen einen therapeutischen Vorteil erbracht hätten. Man muss sich recherchemäßig fast auf den Kopf stellen, um zumindest indirekte Hinweise zu erhalten, denn im internationalen medizinischen Fachschrifttum gibt es keine einzige Afa-Studie. Auch das Durchforsten von Doktorarbeiten oder Habilitationsschriften deutscher Universitäten erbringt keine einzige Untersuchung mit diesem Nahrungsergänzungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Buch der Heilpraktikerin und Diplom-Politologin Barbara Simonsohn (2001), die Afa-Algen als Ersatz für Ritalin vorstellt, findet man einen ersten Hinweis. Sie berichtet über Einzelfälle, die als Belege dargestellt werden: Julian, 13, war sprunghaft, ungewöhnlich rastlos, unkonzentriert und ermüdete schnell. Sein Verhalten war dominant, undiplomatisch und oft verständnislos. Julian ist seit Afa-Algen-Einnahme weniger impulsiv, er findet nach einem Wutanfall leichter zurück zum Normalzustand, kann besser nachgeben und ist lustiger und fröhlicher. Diesem lächerlichen Beweis fehlt so ungefähr alles, was es erlaubt, eine seriöse DSM-IV-basierte Beurteilung der Hyperaktivität des Kindes zu erstellen. Die Heilpraktikerin hat nur einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Symptomatik eines hyperaktiven Kindes beschrieben. Da die anderen Fallbeschreibungen in ihrem Buch von ähnlicher Güte sind, stellt sich die Frage, ob Simonsohn wirklich eine Ahnung von dem hat, über was sie schreibt. Da sie als Werbeinstrument für Algenhersteller dient, sind ihre Publikationen wohl nichts anderes als direkte Schleichwerbung für Afa-Algen, an denen sie gut verdient. Sie selbst gibt in ihrem Buch offen zu, von mindestens drei deutschen Anbietern mit Afa-Pillen im Marktwert von 7.500 Euro ausgestattet worden zu sein, um Kinder von 44 Familien zu behandeln. Die Heilpraktikerin empfahl den Kindern eine Dosis von 1.5 g/d und die Beobachtung soll 10 Wochen gedauert haben. Kalkuliert man die Tagesdosis mit 1 Euro, hätte die Dame 5.000 Tagesdosen ausreichen können. Weil man 80 Tagesdosen pro Kind braucht, hätte man mindestens 60 Kinder behandeln können. Es sind aber nur 19 Kinder in der Publikation der Heilpraktikerin grob beschrieben. Da 44 Familien gemeinsam wohl kaum 19 Kinder haben können, dürfte sich die Heilpraktikerin entweder jene Fälle herausgesucht haben, bei denen ihre schlampige Diagnostik einer wahrscheinlich gar nicht bestehenden ADHS durch Afa-Algen &amp;#039;geheilt&amp;#039; wurde oder sie hat, wie in solchen Jubelpublikationen üblich, die Krankengeschichten erfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blickt man in populärwissenschaftliche Zeitschriften der [[Ganzheitsmedizin]], findet sich eine Publikation von Simonsohn im Jahr 2000. Hier berichtete sie über verschiedene Studien, die angeblich die Wirksamkeit bei Afa-Algen bewiesen haben sollen. In der sog. The kid.com Study, die von einem Afa-Anbieter durchgeführt worden sein soll, sollen Symptomverbesserungen bei Kindern erreicht worden sein. Was genau diagnostiziert wurde und welches Resultat sich vor und nach der Studie exakt dargeboten hat, gibt die Autorin nicht wieder. Sie gibt nur folgendes bei den Kindern an: Signifikante Verbesserungen in ihrer Fähigkeit, zu fokussieren, Anweisungen zu folgen und sich zu konzentrieren. Eine Abnahme von streitsüchtigem, fordernden und kämpferischen Benehmen. Weniger Symptome von Angst und Depression. Verbesserung des sozialen Verhaltens. Weniger Zeichen von emotionalen und verhaltensmäßigen Abgelenktsein. Weniger Wutanfälle und Erziehungsprobleme. Weniger Verhaltensauffälligkeiten, die man als merkwürdig klassifizieren könnte. Weniger körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Magenschmerzen, für die kein offensichtlicher Grund vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Untersuchungsmerkmale mit den DSM-IV Diagnosekriterien für ADHS vergleicht, kommt man mit sehr viel Mühe auf gerade einmal zwei ADHS-Merkmale. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei den Kindern in der Kid.com-Studie nicht um hyperaktive Kinder gehandelt hat. Da wundert es nicht, wenn Simonsohn (2000) schreibt: Die beiden Behandlungsformen (gemeint ist der Vergleich zwischen Ritalin und Afa-Algen) waren gleichermaßen effektiv. Wer den Eindruck hinterlässt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und gleichzeitig so wenig Ahnung von ADHS hat, wie Frau Simonsohn, mag diesen Schluss ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sieht es bei einer zweiten Studie aus, die Simonsohn (2000) referiert. Es handelt sich um den The Children &amp;amp; Algae Report, bei dem die beteiligten Eltern die Produkte eines Afa-Algenanbieters sogar selbst zahlen mussten. Die Bewertung der Kinder erfolgte mit einem Aschenbach-Bewertungsschema, welches u.a. Aufmerksamkeit, Aggression, soziale Probleme, Ängstlichkeit/Depression, Straffälligkeit, Denkprobleme, Zurückgezogenheit und eine Bewertung namens somatisch beurteilen soll. Dieses pseudowissenschaftliche Bewertungsschema ist in der seriösen ADHS-Diagnostik vollständig unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In keiner der von Befürwortern durchgeführten Studien, sofern diese überhaupt erreichbar sind, ist eine glaubwürdige, realitätsbezogene Selektion des untersuchten Kollektivs nach etablierten Diagnosemethoden erfolgt. Offenbar wurden die üblichen DSM-Kriterien nicht als Bewertungs- und Einstufungsgrundlage angewendet. Allein diese methodischen Unzulänglichkeiten machen die bisherigen Befürworterstudien in meinen Augen unglaubwürdig. Der Umstand, dass in keiner Studie mitgeteilt wird, ob nach Toxinen in den Afa-Algen gesucht worden war oder ob zumindest Leber- und Nierenparameter zur Absicherung von negativen Auswirkungen dieser Gifte laborchemisch bestimmt worden sind, zeigt, dass in diesen Studien offenbar nicht mit großer wissenschaftlicher Genauigkeit vorgegangen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Quelle, der sog. &amp;#039;&amp;#039;The Nicaragua Report&amp;#039;&amp;#039;, die von der US-Algenfirma Bluegreen gesponsort wurde, ist in Wahrheit eine spanischsprachige Doktorarbeit aus dem von Wirtschaftskrisen und politischen Händeln zerrissenen Nicaragua. Das Land ist bekannt dafür, eine hungernde Bevölkerung zu besitzen und es ist leicht, dort für wenige Dollars Gefälligkeitsstudien zu lancieren. In der seriösen wissenschaftlichen Szene wären diese bedeutungslos, aber für den unwissenden Verbraucher sind solche Studien exzellentes Marketingmaterial. In einem 14 Seiten dünnen A5-Heftchen wird auf populärwissenschaftliche Weise beschrieben, wie Afa-Algen in einer Schule, in der zu Studienbeginn mehr als 80% der 6-11jährigen Kinder unterernährt waren, der Ernährungsstatus, die Schulnoten und das Verhalten der Kinder positiv beeinflusst worden sein sollen. Angeblich sei innerhalb eines halben Jahres die Fehlernährungsrate von 86% auf 21% gefallen. Überflüssig zu betonen, dass auch hier weder Toxinbestimmungen der Afa-Algen noch einschlägige Leber- und Nierenwerte berichtet wurden. Dass vorher mangelernährte Kinder mit wenigen Gramm proteinhaltiger, aber vitamin- und mineralstoffarmer Afa-Algen Normalgewicht erreichen sollen, wirkt einfach nur lächerlich. Höchstwahrscheinlich wurden die teilnehmenden Kinder mit einer Schulspeisung angelockt und nahmen deshalb zu. Niemand dürfte vor Ort etwas gegen dieses Vorgehen eingewendet haben. Dass man die daraus resultierenden Scheinergebnisse im Westen als Beweis verkauft, dürfte in Nicaragua unbekannt sein und spielt für die Menschen dort in Wirklichkeit auch keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Marketingskampagnen für AFA-Algen==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren schlug eine Marketingkampagne aus den USA in Europa auf. Im Zuge der Diskussion um Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-und-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), wurde eine Vielzahl von Alternativen zur etablierten [[Ritalin]]therapie auf den Markt gebracht. Dabei spielt die Psychosekte [[Scientology]] im Konzert mit anderen sektenähnlich operierenden Gruppen und Firmengeflechten eine herausragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bis zu 15% der kindlichen Bevölkerung an ADHS leiden, jedoch nur ein winziger Bruchteil adäquat versorgt wird, sind die Eltern dieser Kinder einer enormen Belastung ausgesetzt. Sie suchen nach Alternativen und diese werden ihnen in Form angeblicher Wundermittel angeboten. Dazu gehören auch die Nahrungsergänzung aus blaugrünen Algen der Gattung Aphanizomenon flos Aquae (sog. Afa-Algen). Diese werden als therapeutische Alternative zur Substition mit Methylphenidat (Ritalin/Novartis, Medikinet/Medice, Equasym/Celltech Group) propagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unverantwortliche Werbeaussagen==&lt;br /&gt;
Im April 2002 verschickte KEIMLING Naturkost in Buxtehude einen Werbebrief, in dem unter dem Titel &amp;quot;Sind Klamath Uralgen gefährlich?&amp;quot; u.a. folgende Behauptung zu lesen war: &amp;#039;&amp;#039;Das Landwirtschaftsministerium in Oregon hat einen Grenzwert von 1.0 Microgramm/kg Klamath Uralge festgesetzt. Wenn Sie täglich 2 g der Uralgen verzehren, wären demnach 2 Microgramm Microcystin zulässig. Ihr amtlicher Sicherheitsfaktor beträgt 11655.&amp;#039;&amp;#039;.... und weiter heißt es: &amp;#039;&amp;#039;...Demnach könnte ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht 23310 Microgramm Microcystin-LR zu sich nehmen, ohne gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen&amp;#039;&amp;#039;. Dies mag der Geschäftsführer der Firma Keimling, Winfried Holler, einmal am eigenen Leibe auspropieren. Er dürfte diesen Selbstversuch mit dem Leben bezahlen. Allerdings hat sein Haus einen Vorteil: es verkauft tiefgefrorene E3LIVE(tm)-Algen. Unseren Analysen zufolge enthält dieses Produkt keinerlei Microcystine ... der mikroskopische Augenschein zeigt aber ebenso, dass es sich offenbar nicht um ein Afa-Cyanobakterienprodukt handelt. Vielmehr tauchen unter dem Mikroskop Gräser und normale Algen auf, so dass man den Eindruck hat, als ob jemand einfach mit der Harke durch einen See gefahren ist, das Resultat zerkleinert hat und als Cyanoalgenprodukt anpreist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellung und AFA-Algen Anbau==&lt;br /&gt;
[[image:klamath2.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus geringer Höhe|250px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath3.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus größerer Höhe|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath4.jpg|Infrarotaufnahme der Region um den Upper Klamath Lake mit dichter landwirtschaftlicher Nutzung|thumb]]&lt;br /&gt;
Aphanizomenon flos Aquae-Algen werden in unterschiedlichen Regionen der Erde gefunden. Jene Produkte, die derzeit in den USA und Europa verkauft werden, stammen nach Angaben der Hersteller aus dem Upper Klamath Lake im US-Bundestaat Oregon. Dieser See ist Teil einer riesigen Seenplatte, aus der nur ein einziger Fluss (der Klamath River) nach dem Grenzübertritt in den US-Bundesstaat California in den Pazifik mündet. Die Region dient als Brutstätte für Seelachse, ist aber seit 150 Jahren dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Upper Klamath Lake dient als Wasserreservoir für die ihn an drei Seiten umgebenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Anbaugebiete. Die exzessive Wasserentnahme der letzten Jahrzehnte hat zu einer erheblichen Senkung des Seewasserspiegels geführt, so dass derzeit die den See bildende Wasserschicht dünner ist als die Schlammschicht am Seegrund. Die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt ist mittlerweile so desolat, dass es regelmäßig zu Fischsterben im Upper Klamath Lake kommt. Umweltschutzorganisationen versuchen seit Jahrzehnten, den zu hohen Wasserabzug aus dem See zu bremsen und die Wasserqualität zu steigern. Das Fischsterben ist regelmäßig auf die Produktion von Microcystinen durch im Wasser vorkommende und durch die Überdüngung massiv wachsenden blaugrünen Cyanobakterien zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Anbieter von Afa-Algen dem Käufer mit offensichtlich geschönten Seeaufnahmen eine heile Umwelt vorzugaukeln versuchen, teilen Anwohner des Upper Klamath Lakes in Webforen mit, dass die Gewinnung der im See wachsenden Algen z.T. mit Schleppern und Baumaschinen erfolgt, wobei das dicht wachsende Gemisch aus Algen, Seegras und blaugrünen Cyanobakterien zum Teil vermischt mit Schlamm herausgebaggert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Anbaumethoden ist es nicht verwunderlich, dass die Qualität einiger der gewonnenen Afa-Produkte zu wünschen übrig lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Werbetrick mit der Kameraperspektive==&lt;br /&gt;
[[image:klamath8.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Geschäftsführer Sanacells, Eckart Pinnow, verkündete in seiner Hauspostille Forum - Informationen für Mitglieder des GesundheitsNetzwerkes (Nr. 5, 2002), dass seine Afa-Produkte nicht microcystinbelastet seien. Pinnow ist in dieser Ausgabe in einem Boot abgebildet, dass auf dem Upper Klamath Lake schwimmt. Der Untertitel lautet: &amp;quot;Dipl.-Ing. Eckart Pinnow überprüft persönlich den Qualitätssicherungsprozess am Klamath-See&amp;quot;. Sein Boot ist dabei an der einzigen Stelle des Sees positioniert, die nicht von Landwirtschaft und Industrie umgeben ist. (siehe zum Vergleich weiter oben). Pinnow ist ursprünglich vom Ostufer des Sees einige hundert Meter in den See gefahren und ließ sich in östlicher Richtung mit Blick auf die Berge photographieren. Wäre die Kamera einige Grad nach links geschwenkt, hätte man die Straße und einige Wohngebiete der naheliegenden Stadt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==AFA-Algen und Microcystinbelastung==&lt;br /&gt;
[[image:afa1.jpg|Anabaena|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Hauptproblem der Algenprodukte stellt nicht ihr Lebensmittelcharakter dar, denn es handelt sich um eher minderwertige Nahrungsmittel mit geringem Mineralien- und Vitamingehalt (Ausnahme: Vitamin A) und hohem Proteingehalt. Hauptproblem ist vielmehr die Beimengung von Cyanobakteriengiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aktuellen Publikationen, die verschiedene Stämme der blaugrünen Cyanobakterien Anabaena, Aphanizomenon, Calothrix, Cylindrospermum, Nostoc, Microcystis, Planktothrix, Oscillatoria und Synechococcus genera untersuchten, fanden sich immer wieder Sorten, die die Kampfgifte der Klasse der Microcystine und der Anatoxine produzierten (Lyra et al. 2000). Auch ist bekannt, dass einige Arten der blaugrünen Cyanobakterien das Nervengift Saxitoxin produzieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter der Algen sind sich des Toxinproblems bewußt. Ray (1991) schrieb schon vor 10 Jahren, dass einige A.f.a.-Stämme hochwirksame Nervengifte produzieren könnten, diese Gifte aber in Nahrungsmitteln aus Algen des Upper Klamath Sees in Oregon nicht gefunden worden seien. Seine Ansicht wird von einer Arbeit von Schaeffer et al. (1999) unterstützt, die in Algen eine Beimengung durch eine Microcystin-produzierende Alge (Microcystis spp.) nachwiesen. Demzufolge sei diese Beimischung an dem Toxineintrag schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es eine Veröffentlichung, die sich mit Microcystinbelastungen von A.f.a.-Nahrungsergänzungsmitteln befasst, die aus dem Upper Klamath See gewonnen werden. Gilroy et al. (2000) analysierten Microcystinkonzentrationen in vier verschiedenen Afa-Produkten über vier Jahre hinweg (1996-1999) und alle Produkte enthielten Microcystine in unterschiedlicher Menge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von A.f.a.-Produkten weisen jedoch die Microcystinbelastung generell weit von sich. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass Aphanizomenon Flos Aquae keine Microcystine produziere und führen Studien an, in denen dergleichen nachgewiesen worden sei. Das wirkt befremdlich, denn selbst der sich für Algenprodukte einsetzende US-amerikanische Professor Wayne Carmichael schrieb noch am 30.01.2002 auf seiner Homepage unter Bezugnahme auf einen Artikel im Scientific American: &amp;#039;&amp;#039;..Anabaena, Oscillatoria, Lyngbya, and Aphanizomenon produce neurotoxic anatoxins and/or saxitoxins. Anatoxin-a and Anatoxin-a(s) seem unique to cyanobacteria, while saxitoxin also arise in certain marine algae. Anatoxin-a is a potent nicotinic agonist that mimics acetylcholine and is used as a research tool in neurobiology. Anatoxin-a(s) is a structurally new organophosphate that inhibits acetylcholinesterase. Saxitoxin prevents acetylcholine from being released from neurons by blocking the inward flow of sodium ions across the axonal membrane channels, disrupting the communication between neurons and muscle cells...&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtet man den Blick in die Fachliteratur, gibt es offenbar einige Stämme von Aphanizomenon Flos Aquae, die keinerlei Microcystine produzieren. Lyra et al. (2001) nennen hier Aphanizomenon sp. 202, A. sp. TR183 (AJ133155), A. sp. PCC 7905, A. sp. PH-271, A. flos aquae NIES 81 und Aphanizomenon gracilie PH-219. Allerdings sind diese Aphanizomenon-Bakterien genetisch ausgesprochen eng verwandt mit den Anabaena-Bakterien, die selbst durchaus Neurotoxine erzeugen. Beide Gattungen sind ausgesprochen klein und unterscheiden sich offenbar nur unter dem Mikroskop eindeutig voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unzuverlässige Testmethoden==&lt;br /&gt;
Microcystine und Saxitoxine, die wichtigsten Gifte in Cyanobakterienprodukten, sind nicht einfach zu messen. Es gibt verschiedene Messmethoden, die teilweise sehr aufwändig, zeitraubend und teuer sein können. Grundsätzlich stellt sich das Problem der Wahl des Nachweisverfahrens, denn es gibt Verfahren, die die Gifte direkt sichtbar machen, und Analysen, die die Gifte nur indirekt messen. Außerdem sind die Messverfahren unterschiedlich empfindlich. Zusätzlich erschwert wird die Suche, weil diese Tests in der Lebensmittelanalytik nur selten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell stellt sich die Wahl zwischen dem Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder dem Protein Phosphatase Inhibition Assay (PPIA). Andere Verfahren wie die High Performance Liquid Chromatography (HPLC) oder Liquid Chromatography/Mass Spectrometry (LC/MS) kommen wegen zu hoher Kosten oder noch nicht etablierter Nachweismethodik nicht in Frage. Die Testmethoden von ELISA und PPIA sind unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ELISA werden hochspezifische Antikörper eingesetzt, die gegen Microcystinmoleküle gerichtet sind. Diese Antikörper docken an Microcystine an. In einem zweiten Schritt klebt man einen weiteren Antikörper, der nur an den bereits eingesetzten Antikörper, nicht aber direkt an Microcystin andocken kann, an diesen Microcystin-Antikörperkomplex. Dies tut man, weil erst der zweite Antikörper einen fluoreszierenden Farbstoff tragen kann, den man mit speziellen Analyseverfahren sichtbar macht und dann in seiner Konzentration messen kann. Ein direktes Ankoppeln des zweiten, den Farbstoff tragenden, Antikörpers an das Microcystin ist nicht möglich, da dieser Antikörper zu klobig und ungenau wäre. Vergleichbar ist dieses Verfahren mit dem Angeln. Der Fisch ist das Microcystin, der Köder ist der 1. Antikörper und erst, wenn man den Fisch mit der Angelschnur (dem 2. Antikörper) herausgezogen hat, weiss man am Ende, was man gefangen hat. Der ELISA hat den Vorteil, dass er direkt das vorhandene Gift misst. Er kann dies mit einer Genauigkeit tun, die ein Microcystinmolekül in einer Lösung von 10 Milliarden anderen Molekülen herausfinden kann. Die Genauigkeit liegt bei 0,1 ppb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im PPIA ist das Testprinzip hingegen völlig anders. Hier wird die bremsende Wirkung der Microcystine auf eine enzymatisch gesteuerte Umwandlungsreaktion gemessen. Microcystine bremsen die Protein Phosphatase, die die Dephosphorylierung von p-Nitrophenylphosphat steuert. Durch Nachweis der Ausgangs- und Endprodukte des Umwandlungsprozesses kann man indirekt auf die Konzentration der Microcystine zurückschließen. Ein direkter Nachweis der Microcystine geschieht jedoch nicht. Der Test hat auch den Nachteil, dass er nur eine einzige Wirkung der Microcystine erfasst und dabei unberücksichtigt lässt, dass im Organismus durch verschiedene Microcystintypen unterschiedliche Enzymsysteme beschädigt werden können. Der PPIA ist nicht so genau wie der ELISA, denn er gibt nach Lawrence et al. (2001) in der Regel deutlich niedrigere Belastungswerte für Microcystine aus, die manchmal 10-40% unter den im ELISA gemessenen Konzentrationen liegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von AFA-Algen legen zum Nachweis der angeblichen Produktgüte in der Regel PPIA-Analysen vor. Dies ganz offensichtlich deshalb, weil mit dieser Testmethode nur ein Teil der Microcystine (und dieser wiederum nicht sicher) gemessen werden kann. Auf diese Weise schönt man die Resultate mit der methodenbedingten Ungenauigkeit des Messverfahrens nach unten. Dies trägt zur Verunsicherung des Verbrauchers bei und kann (wie unten näher beschrieben) sogar vor Gericht Vorteile bringen, weil Richter nicht selten bereits zu abgehoben sind, um sich mit den Hintergründen von Prüfmethoden zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesundheitsschäden==&lt;br /&gt;
In den USA listete die US-Gesundheitsbehörde FDA im leider mittlerweile nicht mehr online abrufbaren Med Watch Programm 57&amp;amp;nbsp;Schadensfälle bis zum Jahr 1998 auf, die in zeitlichem Zusammenhang mit Afa-Konsum zu stehen schienen. Ebenso warnte Health Canada Online bereits im Jahre 1999 vorbeugend vor blaugrünen Algenprodukten, vor allem vor der Anwendung bei Kindern. Auch Erwachsene sollten Vorsicht bei der Einnahme bis zu dem Zeitpunkt walten lassen, an dem die Produktsicherheit zweifelsfrei gewährleistet sei.&amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.hc-c.gc.ca/english/protection/warnings/1999/9969ebk.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Der STERN veröffentlichte im Artikel Die Grüne Gefahr (Nr.8/2002) Warnungen über die Giftstoffe in Algenprodukten am 14.&amp;amp;nbsp;Februar 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich den deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene seit Mai 2002 Laboranalysen über den Microcystingehalt in Afa-Produkten vorliegen, haben sie bis heute keinerlei Schutzmassnahmen über die bereits angesprochene Warnmeldung hinaus unternommen. Dies wird mit dem Fehlen eines Microcystingrenzwertes begründet (vgl. hierzu [[Spirulina]]). Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Grüner Lobbyismus im Spiel ist, denn offenbar pflegen einige Algenhersteller exzellente Kontakte zu den deutschen Bündnisgrünen nahestehenden Prüflabors, die sich einer verbraucherkritischen Untersuchung der Algenprodukte entziehen. Vor allem in alternativen und esoterischen Kreisen wurden die Wunderalgen stark propagiert. Offenbar befürchtet man bei den Grünen, aufgrund des eigenen Fehlverhaltens in den sich abzeichnenden Skandal einbezogen zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt mittlerweile auch in Deutschland Berichte über Personen, die über Symptome nach dem Konsum von Afa-Algenprodukten klagten. Diese Symptome stellten sich nach einigen Monaten kontinuierlicher Einnahme ein, klangen nach dem Absetzen aber wieder ab und verschwanden. Eine Betroffene bekam Taubheitsgefühl in den Fingern bis hin zum totalen Durchblutungsstopp in den letzten zwei Fingergliedern, des Weiteren häufiges Kribbeln wie bei einer Minderdurchblutung und dies auch ansatzweise in den Zehen. Des Weiteren beklagten die Betroffenen brüchige, wie erweicht erscheinende Fingernägel sowie eitrige, sich langwierig hinziehende Entzündungsherde der Haut im Bereich des Gesichts und des Rückens. Ein anderer Betroffener schilderte, dass er nach längerer Einnahme sehr schmerzhafte, chronische Halsschmerzen entwickelt hätte und neben den analog bereits beschriebenen Hautentzündungserscheinungen vor allem extrem langanhaltende Muskelschmerzen bereits nach normaler sportlicher Aktivität bekommen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Hinweise deuten auf eine chronische Langzeitbelastung mit Microcystinen hin. Microcystine verursachen Leberschäden, Nierenversagen und können auch, weil sie die Natriumkanäle der Nerven blockieren können, die Impulsübertragung menschlicher Nervenzellen unterbrechen, was bis zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Auch krebserzeugende Wirkungen sind nachgewiesen (NCI 2000). In China gibt es beispielsweise ausreichend Hinweise dafür, dass microcystinbelastetes Trinkwasser die Hauptursache für die hohe Sterblichkeit an Leberkarzinomen in bestimmten Provinzen des Landes ist (Yu&amp;amp;nbsp;1995, Ueno&amp;amp;nbsp;1996). Aktuell publizierte Tierversuche an schwangeren Ratten (Zhang et al. 2002) zeigen, dass die Gabe von 4&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystin-LR pro kg Körpergewicht bereits zu leichten Veränderungen im Lebergewebe der ungeborenen Feten innerhalb von 10&amp;amp;nbsp;Tagen führen kann. Interessant ist, dass sich solche Ergebnisse bei Mäusen selbst bei Dosen von 2-128&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg Körpergewebe nicht einstellen (Chernoff et al. 2002). Es kommt also auf das Tiermodell an, das verwendet wird. Die offenbar gegen Microcystine recht robust erscheinenden Mäuse sind das bevorzugte Tiermodell bei Studien aus der Algenszene. Offenbar weiß man genau, dass man nur mit Mäusen eine Verharmlosung der Giftwirkung der Microcystine beweisen kann, da dies in allen anderen Tiermodellen nicht gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen korreliert die Microcystinbelastung im Trinkwasser eindeutig mit der Häufigkeit von Leberkrebs (Yu et al. 2001), wie Studien aus China beweisen. Dort hat man schon lange Probleme mit microcystinbelastetem Trinkwasser, das in etlichen Provinzen Chinas ursächlich mit dem gehäuften Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert zu sein scheint. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1&amp;amp;nbsp;Teil pro 1&amp;amp;nbsp;Millarde Teile Wasser empfohlen (1&amp;amp;nbsp;ppb), der in Kanada, Australien und Großbritannien mittlerweile auch in Kraft ist. In den USA oder der Bundesrepublik Deutschland ist dergleichen nicht umgesetzt worden. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates Oregon eine Microcystinbelastung bis zu 1.000&amp;amp;nbsp;ppb (=1&amp;amp;nbsp;parts per million/ppm) in Algenprodukten tolerieren, inakzeptabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versucht man eine grobe Risikoabschätzung der Microcystinbelastung in den Algenprodukten vorzunehmen, so scheint eine klinische Symptomatik nach einigen Monaten Konsum von Produkten mit Belastungen ab 100&amp;amp;nbsp;ppb einzutreten. Dies zeigt, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert von 1&amp;amp;nbsp;ppb mit einem vernünftigen Sicherheitsabstand von 1:1000 zum Algengrenzwert aus Oregon durchaus begründet ist und sicherheitshalber auf Lebensmittel übertragen werden sollte. Von Algenanbietern wie Sanacell und Algavital wird immer wieder die Falschmeldung verbreitet, dass der in Oregon etablierte Grenzwert für die gesamte USA gelten würde. Das ist nachweislich nicht der Fall. Zudem ist der Grenzwert nicht verbindlich, sondern lediglich ein US-amerikanischer Empfehlungswert, ab dessen Überschreitung microcystinbelastete Afa-Produkte aus dem Verkehr gezogen werden sollen (nicht müssen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die oben geschilderten Fälle zugrunde und bedenkt man, dass sich Microcystine sowohl in der Leber- als auch im Nerven- und Muskelgewebe angereicht als auch nur langsam ausgeschieden werden, wäre es möglich, dass Dauerkonsumenten erst mit monatelanger Verzögerung Gesundheitsprobleme entwickeln. Microcystindosen können beim Schwein, das uns Menschen vor allem bei der Leberfunktion sehr ähnlich ist, bereits in Dosen von 25&amp;amp;nbsp;Microgramm pro Kilogramm Körpergewicht Leberschäden auslösen, während Ratten und Mäuse wesentlich robuster reagieren. Deshalb ist es absolut denkbar, dass der Mensch, der in vielen gesundheitlichen Bereichen empfindlicher als Tiere reagiert, schon bei niedrigeren Dosen Gesundheitsprobleme entwickelt, die anfänglich nicht mit den Afa-Produkten assoziiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man eine Verzehrsmenge von 2&amp;amp;nbsp;Gramm Algenmasse mit einer Belastung von 100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg Algenmasse (100&amp;amp;nbsp;ppb) zugrunde, würde man sich pro Tag eine Microcystinmenge von 0,2&amp;amp;nbsp;Mikrogramm einverleiben. Da die oben geschilderten beiden Verbraucher erst nach 7&amp;amp;nbsp;Monaten, dann aber zügig, gesundheitliche Probleme entwickelten, wäre zu spekulieren, dass bei einer Gesamtmenge von 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen von ersten klinischen Symptomen auszugehen sein könnte (von einer unbemerkten Krebsschädigung nicht zu reden!). Diese zugegebenermaßen spekulative Obergrenze für bemerkbare, klinische Probleme scheint nicht unrealistisch zu sein, da eine weitere Verbraucherin, die über Monate hinweg eine mit 76&amp;amp;nbsp;ppb belasteten Probe konsumiert hatte, keine gesundheitlichen Probleme berichtete. Die Wirksamkeitsschwelle zur Auslösung klinischer Symptome beim Menschen dürfte derzeit bei einer Gesamtaufnahmemenge von 40-50&amp;amp;nbsp;Mikrogramm liegen, die je nach Belastung des Afa-Produkts mehr oder weniger schnell erreicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Australien wird für Trinkwasser ein Microcystin-LR Richtwert von 1,3&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter empfohlen. Alle Grenzwerte, auch der von der WHO empfohlene, orientieren sich an Hochrechnungen, die ihre Grundlage in Tierversuchen am Mausmodell haben. Mäuse halten aber eine deutlich höhere Microcystinbelastung aus, ohne Leberschäden oder körperliche Symptome zu entwickeln, als andere Tiergattungen (z.B. Ratte oder Schwein). Zeigen sich bei Mäusen noch keine Zeichen von Leberschädigungen bei intraperitonealen Gaben von Microcystinen in Dosen von 25-50&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht (vgl. Fromme, Berlin, 1999), treten bei Rattenfeten bereits ab 4&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht Schäden auf (Zhang et al. 2002). Schweine überleben nach Beasley et al. (2000) gerade noch eine Microcystindosis von 25&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht, erleiden dabei aber bereits nachweisbare Organschäden u.a. im Bereich der Leber. Beim Menschen fehlen entsprechende Untersuchungen aus naheliegenden Gründen. Niemand würde die Erlaubnis erhalten, selbst bei Freiwilligen solche Versuche durchzuführen. Deshalb ist man auf Analogieschlüsse angewiesen, die sich sinnvollerweise auf die Trink- oder Badewasserbelastung mit Microcystinen beziehen, denn hier zeigen Studien aus China, dass der Konsum microcystinbelasteten Trinkwassers eindeutig mit einem erhöhtem Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert ist (z.B. Shun-Zhang 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut für Umweltanalytik und Humantoxikologie (ITox) in Berlin empfiehlt in der Gesundheitlichen Bewertung von Blaualgentoxinen (Microcystinen) in Badegewässern bereits ab einer Belastung von 10-100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Liter, auf das gesundheitliche Risiko beim Baden in entsprechend belasteten Gewässern hinzuweisen und vom Baden abzuraten sowie ab Microcystinwerten oberhalb von 100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Liter das Baden in solchen Gewässern zu untersagen. Es liegt nahe, diesen Trinkwassergrenzwert auf die Algenprodukte zu übertragen, denn in der von mir initiierten Untersuchung fand ich zwei Personen, die nach mehrmonatiger Einnahme von Algenprodukten in einer geschätzten Microcystin-Gesamtdosis von etwas über 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm klinische Symptome entwickelt hatten, die auf eine chronische Vergiftung durch Microcystine schließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn also Tierversuche zeigen, dass Mäuse zur Risikoabschätzung durch Microcystin aufgrund ihrer Unempfindlichkeit ungeeignet sind, Ratten und Schweine hingegen viel empfindlicher reagieren und zudem erste Hinweise bei Erwachsenen zeigen, dass Gesamtdosen von etwa 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen - auch über längere Zeit verteilt eingenommen - zu Gesundheitsschäden führen können, muss gefordert werden, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Microgramm/Liter auch bei den Algenprodukten einzuhalten ist. Die im US-Bundesstaat Oregon tolerierten Microcystinmengen in Algenprodukten (1.000&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg), die nur auf Schätzungen aus Mausmodellen beruhen (Schaeffer et al. 1999), sind offensichtlich wesentlich zu hoch. Sie liegen um den Faktor&amp;amp;nbsp;1.000 überhalb der für Trinkwasser empfohlenen WHO-Richtwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die übliche Verzehrsempfehlung von 2&amp;amp;nbsp;Gramm Algenmasse pro Tag, eine durchschnittliche Microcystinbelastung von 0,1&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Algengramm und eine Dosisschwelle von 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen bei Erwachsenen zugrunde, ab der offensichtlich klinische Symptome auftreten können, so kann man innerhalb von etwa 6-7&amp;amp;nbsp;Monaten die kritische Belastungszone zum Auftreten körperlicher Beschwerden erreichen. Es gibt jedoch Algenanbieter, deren entsprechend belastete Algenprodukte mit Verzehrsempfehlungen bis zu 20&amp;amp;nbsp;Pillen (5&amp;amp;nbsp;Gramm) täglich angepriesen werden. Bei solchen Verzehrsmengen ist es kein Wunder, wenn die kritische Schwelle bereits innerhalb weniger Wochen erreicht wird und die Patienten anfänglich mit schnell auftretenden Hautausschlägen konfrontiert werden. Sanacell und Algavital nutzen beide gern die Dienste der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn, die einschläge Ritalin-kritische und AFA-propagierende Bücher publiziert hat sowie einschlägige werbende Artikel in Szene-Zeitschriften veröffentlichte. Sie tritt für noch höhere Dosen pro Tag (20&amp;amp;nbsp;Gramm und mehr) ein. Bei den Microcystinmengen, die in den Produkten von Sanacell und Algavital gefunden wurden, würde dies eine Krebsgefahr bedeuten sowie nach wenigen Wochen bis Monaten klinische Symptome einer Microcystinvergiftung bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich ist zu bedenken, dass sich 50% der oral eingenommenen Microcystindosis in der Leber anreichert. Somit sind die üblichen Dosierungsschemata des Giftes in Bezug auf Kilogramm Körpergewicht per se fragwürdig. Die Leber eines Erwachsenen hat ein durchschnittliches Gewicht von 3-4&amp;amp;nbsp;kg, so dass bereits niedrige Einnahmemengen zu Leberschäden führen können. Geht man davon aus, dass man eine Giftkonzentration von 1&amp;amp;nbsp;Mimrogramm pro kg Lebergewicht einnehmen müsste, würden bereits 8&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Gesamtaufnahmemenge ausreichen, um erste Leberschäden zu bewirken oder ggf. dazu beizutragen, Leberkrebs auszulösen. Diese Dosis kann bei Algenprodukten, die, wie in der vorliegenden Untersuchung nachgewiesen, mit 68-134&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg (also 0,068-0,134&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Gramm) mit Microcystinen belastet sind, durchaus schon in 2-3&amp;amp;nbsp;Monaten erreicht werden, denn die Microcystine werden nicht so schnell abgebaut, wie sie eingenommen werden. Das Leberkrebsrisiko kann bereits in solchen Dosen möglicherweise deutlich erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yu und Chen (1994) untersuchten den Microcystingehalt im Trinkwasser von 20&amp;amp;nbsp;Patienten, die an hepatozellulärem Karzinom erkrankt waren (61&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter) und verglichen ihn mit demjenigen von gesunden Kontrollpersonen (36&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter). Dies zeigt, dass eindeutige Risiken bestehen können, wenn dauerhaft Microcystine in noch vergleichsweise niedrigen Dosen eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnung des BfArM und BgVV==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte am 21.&amp;amp;nbsp;März 2002 eine gemeinsame Presseerklärung&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bgvv.de/presse/2002/pr_02_08.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, die vor dem Konsum der Algenprodukte warnte. Am 22.&amp;amp;nbsp;März 2002 warnte der kritische Informationsdienst für Ärzte und Apotheker (Arznei-Telegramm) in einer Blitz-Mitteilung per eMail&amp;lt;ref&amp;gt;AT: AFA-Alge: Irreführende Werbung, bedenkliche Produkte&amp;lt;/ref&amp;gt; vor den Algenprodukten und vertiefte dies in einer Printausgabe des Arznei-Telegramms am 12.&amp;amp;nbsp;April 2002. Am 27.&amp;amp;nbsp;März 2002 warnte der Krebs-Kompass.de auf seiner Website ebenfalls mit dem Titel Warnung vor Algen statt Arznei. Diese Warnungen trugen dazu bei, dass Elternverbände in Deutschland und der Schweiz, die sich für hyperaktive Kinder (ADS-Kinder) einsetzen und sich dem von Algenvertreibern erzeugten juristischen Druck ausgesetzt sahen, diesem besser widerstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pressemitteilung vom 21.&amp;amp;nbsp;März 2002 zu AFA-Algen:&lt;br /&gt;
*Ein Nutzen durch den Verzehr AFA-Algen-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.&lt;br /&gt;
*eine Gefährdung der Gesundheit durch Gifte ist nicht auszuschließen.&lt;br /&gt;
*Produkte, denen werblich eine heilende Wirkung zugeschrieben wird, sind als Arzneimittel anzusehen und bedürfen deshalb der amtlichen Zulassung. Liegt eine solche Zulassung nicht vor, sind die Produkte nicht verkehrsfähig. In Deutschland ist kein solches Produkt zugelassen.&lt;br /&gt;
*Damit liegt ein Verstoß gegen das Verbot der irreführenden Werbung nach dem Heilmittelwerbegesetz vor. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der Fehlinformation Eltern eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder abbrechen und sich das Leiden verschlimmert, wenn ersatzweise AFA-Algenprodukte gegeben werden. Gleiches gilt für Erwachsene, die im Vertrauen auf die &amp;quot;Heilkraft der AFA-Algen&amp;quot; bei einer diagnostizierten Depression oder bei anderen Gesundheitsstörungen eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie abbrechen und stattdessen AFA-Algenprodukte zu sich nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnende Stimmen werden mit juristischen Tricks niedergebügelt==&lt;br /&gt;
Eckard Pinnow brüstet sich in der obigen Forum-Ausgabe, dass es gerichtlich verboten sei, Warnungen vor AFA®-Algen zu veröffentlichen. Diese Behauptung ist offensichtlich erlogen, denn seine Produkte sind nachweislich belastet. Trotzdem kommt Pinnow mit seinen Lügen legal über die Runden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trick, mit dem Pinnow bisher der prozessuale Sieg gegenüber sorgenvoll warnender Elternverbände von ADHS-Betroffenen und -Kindern gelang, ist leicht erklärt. Er ließ die entsprechenden Organisationen von einer Anwaltskanzlei abmahnen. Da in der strittigen Äußerung das Wort &amp;quot;AFA-Algen&amp;quot; (eine in der Fachliteratur durchaus übliche Abkürzung) genannt worden war, Sanacell (wie auch Algavital) sich ähnlich klingende Namen aber als Produktbezeichnung schützen ließen, konnten sie daraus eine Aktivlegitimation und somit Klagefähigkeit ableiten. Die Abmahnung enthielt allerdings so lächerliche Passagen, dass sie von den prozessunerfahrenen Verbänden nicht ernst genommen wurden. Es wurde deshalb keine Schutzschrift hinterlegt, so dass die gegnerische Anwaltskanzlei (Radeck/Berlin) einfach zum Landgericht marschierte, eine Einstweilige Verfügung beantragte und diese auch bewilligt erhielt. Die schockierten Verbände bekamen erst Wind von der Sache, als ihnen die Verfügung ins Haus flatterte (vgl. Kritiker leben gefährlich). Auf diese Weise war es Pinnow möglich, öffentliche Warnungen vor seinen giftbelasteten Algenprodukten bis zur Hauptverhandlung stillzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die ADHS-Verbände Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung eingelegt hatten, kam es zu einer mündlichen Verhandlung. Die Richter Mauck, Gollan und Becker verurteilten erstinstanzlich mit haarsträubenden Begründungen die ADHS-Verbände und gaben Sanacell vollumfänglich Recht. So glaubten sie den Ausführungen Sanacells, dass diese in der Lage sei, Microcystine aus den Algenprodukten durch ein geeignetes Filterverfahren zu entfernen. Die Richter schrieben: &amp;quot;Diese Behauptung wird gestützt durch die Ausführungen auf Seite 53 des Buches &amp;#039;Die Heilkraft der AFA-Alge&amp;#039;, wonach die AFA-Alge viel kleiner ist als die Microcystine und das Sieb passiert, während jene zurückgehalten werden.&amp;quot;. Dass auch Aphanozimenon-Stämme Microcystine produzieren können, ist in der Fachliteratur bekannt und beschrieben. Das Microcystine winzige Moleküle sind, ergibt sich zwangsläufig von selbst. Kein Gift ist besonders groß, die gefährlichsten sind sogar sehr klein, weil sie sonst Schwierigkeiten hätten, in den Organismus aufgenommen zu werden. Es hätte sogar einem Richter mit normaler Schulbildung auffallen müssen, dass ein Bakterium nichts produzieren kann, was größer als es selbst ist. Schon gar nicht hätten drei Richter den obigen Unfug schreiben dürfen. Dieser bedeutet im übertragenen Sinne, dass ein Gemisch aus Wackersteinen (Afa-Algen) und Staub (Microcystinen) durch ein Sieb geschüttelt werden kann, in dem der Staub liegen bleibt, die Wackersteine aber hindurchfallen. Dass dergleichen Inkompetenz an deutschen Gerichten ein Richteramt ausüben darf, ist einer der vielen Skandale im AFA-Algenzirkus. Dass sich die Richter offenbar aus lauter Faulheit sogar auf die Schriften der die AFA-Algen propagierenden Heilpraktikerin Barbara Simonsohn (siehe Fünf Tibeter) stützten, ist ein Schlag ins Gesicht jedes wissenschaftlichen Sachverstandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Richter erklärten weiterhin, dass das Herausfiltern der Microcystine durch das Vorlegen von Untersuchungszertifikaten durch Sanacell hinreichend belegt worden sei. Dem ist aber nicht so, denn von der Firma wurden keine ELISA-Untersuchungen, sondern vielmehr der PPIA-Test verwendet wird. Wie oben bereits beschrieben, ist der PPIA-Test weitaus ungenauer und dies vor allem in dem Bereich der Microcystinbelastung, um den es sich hier dreht. Hier wird oftmals deutlich weniger bis gar keine Belastung im PPIA angezeigt, während der ELISA noch verlässlich die Giftkonzentrationen anzeigt. So ließen sich die drei Berliner Richter exzellent täuschen und die Verbände zahlten für deren Inkompetenz die Zeche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma Algavital versucht eine andere Taktik, um unliebige Kritik wegzubügeln. Analog wie Sanacell versucht sie haltlose Abmahnungen zu versenden. Hinterlegt man aber eine fundierte Schutzschrift, so schrecken beide vor Klagen offenbar aus Angst vor einer Blamage zurück. Berichten aber Presseorgane kritisch über die giftbelasteten Algen, versucht primär Algavital durch presserechtliche Tricks, Gegendarstellungen plaziert zu erhalten. Sind diesen korrekt formuliert, müssen jene vom jeweiligen Journal unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abgedruckt werden. So geschah dies der Pharmazeutischen Zeitung, die kritisch über diese Algen berichtet hatte. Bei anderen Blättern hingegen gelang der Widerruf, der spätestens nach 3 Monaten plaziert sein muss, nicht. Grund war hierfür die offensichtlich wahrheitswidrige Forderung der Firma Algavital. Algavital nutzt auch gerne auf ihrer Website die Chance, Kritiker zu verleumden. Abmahnungen, die ihr deshalb ins Hause flattern, befolgt sie allerdings dann auch relativ schnell, zahlt aber die entsprechenden Anwaltsrechnungen nicht und lässt es dann offensichtlich auf langwierige Gerichtsprozesse ankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsicht: Verwechslungsgefahr!==&lt;br /&gt;
Eine sowohl in den USA als auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern vertretene Biotech-Firma mit dem Namen Celltech Group (Hauptsitz in Großbritannien, 208 Bath Road, Slough, Berkshire SL1 3WE) verkauft über ihre deutsche Niederlassung (Celltech GmbH &amp;amp; Co. KG, Im Wirringen 25, 45731 Waltrop) seit Mai 2002 ein Methylphenidatprodukt (Equasym) zur Behandlung von ADS/ADHS. Equasym ist neben Medikinet (Fa. Medice) und Ritalin (Fa. Novartis Pharma) das dritte Methylphenidatprodukt, das in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt gekommen ist (vgl. Gelbe Liste). Celltech Group hat mit einem US-amerikanischen Algenanbieter fast gleichen Namens aber nichts zu tun. In den USA hat die Celltech Group verschiedene Niederlassungen (Celltech R&amp;amp;D Inc. in Wayne und in Bothel, Celltech Manufacturing CA Inc. in Santa Ana, Celltech Pharmaceuticals Inc. in Rochester). Ärzte, die Equasym rezeptieren wollen, jedoch bei dem Namen des Anbieters misstrauisch geworden sind, sollten dies berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scientology, Sektengruppen und Pseudowissenschaftler im Spiel==&lt;br /&gt;
Auf der Ebene des Europarates ist es dem US-amerikanischen Top-Scientologen Fred A. Baugham, seines Zeichens pädiatrischer Neurologe, gelungen, die US-Psychosekte ins Spiel zu schleusen. Er selbst propagiert seit Jahren in den USA eine Anti-Ritalin-Kampagne. In Paris konnte er den Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Parlament) in einer gut plazierten Marketingkampagne überrollen. Er sorgte mit einigen anderen dafür, dass eine Anhörung im November 2001 zu einer Farce wurde. Nicht nur gab er die üblichen haltlosen Lügen und Unwahrheiten über ADHS und Methylphenidat zum besten, er sorgte durch Lobbyarbeit hinter den Kulissen dafür, dass an die Mitgliedsstaaten des Europarats die schriftliche Aufforderung erging, den Methylphenidatbedarf zu überprüfen und die Verordnung einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA arbeitet Peter Breggin, ein bisher der Scientology nicht direkt zuzurechnender Autor, mit Fred A. Baugham eng zusammen. Durch einschlägige, reisserische Bücher, in der die üblichen verleumderischen Thesen über wirksame Behandlungsmethoden bei ADHS verbreitet werden, trägt Breggin dazu bei, bei den Betroffenen Angst vor z.B. [[Ritalin|Methylphenidat]] zu schüren. In Deutschland hat seine Thesen der Neurobiologie Hüther aufgenommen, der sich auch nicht zu schade ist, auf Podiumsdiskussionen teilzunehmen, die von schweizerischen Firmen, die der Scientology direkt zuzurechnen sind, aufzutreten. Hüthers Hauptthese, Methylphenidat prädisponiere für M. Parkinson, ist nachweislich falsch und wurde in der Fachliteratur ausführlich widerlegt. Trotzdem tourt er derzeit durch Europa und schafft es offenbar auch mit Unterstützung von Scientologen, sich in öffentlichen dt.-sprachigen Medien mit seinen falschen Behauptungen zu plazieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Szene um [[Franz Konz]] (siehe Ur-Medizin) ist mir von der Partie. Konz präsidiert bekanntlich dem Bund für Gesundheit e.V., der wiederum eine Hauspostille (Natürlich Leben) sowie ein Beratungstelefon betreibt. Konz schrieb über verhaltensauffällige Kinder in einer der letzten Ausgaben und empfahl, solche Kinder in kompetente Psychotherapie zu bringen. Dabei riet er zur Firma [[KVPM]], die jedoch seit Jahren eine bekannte Deckadresse der US-Psychosekte Scientology in Deutschland ist (siehe Die Scientology Organisation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Esoterikmessen wie den Medizinischen Wochen Baden-Baden, auf denen Sanacell Afa-Produkte vorstellt, wird immer gerne mit Publikationen der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn geworben. In deren Büchern kann man deren indirekte Finanzierung durch diese Firmen leicht nachvollziehen. Sie schreibt selbst in einem ihrer Bücher, dass sie von Algenanbietern Waren zu Testzwecken im Wert von mehreren tausend Euros erhalten hat. Zusätzlich, und dies ist mit Sicherheit kein Zufall, saß Frau Simonsohn über längere Zeit am Beratungstelefon des [[BFG|Bundes für Gesundheit]]. Ihre 14-tägigen Sprechzeiten konnten in Natürlich Leben nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits bei der Ur-Medizin beschrieben, bestehen Verbindungen zwischen Konz und dem wegen Kindsmissbrauchs und Betrugs zu einer 15jährigen Haftstrafe in Paris verurteilten [[Guy-Claude Burger]]. Burgers deutsche Stimme, der [[MLM|Multi-Level-Marketing]] Verkäufer Stephen Janetzko aus Erlangen ist einer der Ansprechpartner, der für das GesundheitsNetzwerk des Pinnow in Erlangen Veranstaltungen organsiert. Dies kann in der Sanacell-Firmenzeitung FORUM (Ausgabe 08/2002) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man erkennt, gibt es enge Verflechtungen zwischen sektenähnlich operierenden Gruppen, der US-Psychosekte Scientology und den die Algen verkaufenden Firmen in Europa. Es liegt nahe, zu vermuten, dass es sich bei einigen dieser Firmen um abgetauchte bzw. abgetrennte Scientologen-Netzwerke handelt, die zwar scientologische Methoden anwenden, sich aber nicht offen zur Scientology bekennen. Die genannten Netzwerke sind übrigens nur nur die Spitze des Eisberges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Beasley VR, Lovell RA, Holmes KR, Walcott, HE, Schaeffer DJ, Hoffmann WE, Carmichael WW: Microcystin-LR decrease hepatic and renal perfusion and causes circulatory shock, severe hypoglycemia and terminal hyperkalemia in intravasculary dosed swine. J Toxicol Environm Health 61 (Part A): 281-203, 2002&lt;br /&gt;
*Chernoff N, Hunter ES, Hall LL, Rosen MB, Brownie CF, Malarkey D, Marr M, Herkotivs J: Lack of teratogenicity of microcystin-LR in the mouse and toad. J Appl Toxicol 22: 13-17, 2002&lt;br /&gt;
*Gilroy DJ, Kauffman KW, Hall RA, Huang X, Hu FS: Assessing potential health risks from microcystin toxins in blue-green algae dietary supplements. Environment Healtch Perspect 108: 435-439, 2000&lt;br /&gt;
*Jensen GS, Ginsberg DI, Huerta P, Citton M, Drapeau C: Consumption of Aphanizomenon flos-aquae has rapid effects on the circulation and function of immune cells in humans. A novel approach to nutritional mobilization of the immune system. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 50-58, 2000&lt;br /&gt;
*Kushak RI, Drapaeu C, Van Cott, EM, Winter, HH: Favorable effects of blue-green algae Apha-nizomenon flos-aquae on rat plasma lipids. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 59-65, 2000&lt;br /&gt;
*Lyra C, Suomalainen S, Gugger M, Vezi C, Sundman P, Paulin L, Sivonen K: Molecular characterization of planktic cyanobacteria of Anabaena, Aphanizomenon, Microcystis and Planktothrix genera. Int J System Evolut Microbiol 51: 513-526, 2001&lt;br /&gt;
*Manoukain R, Citton M, Huerta R, Rhode B, Drapeau C, Jensen GS: Effects of the blue-green algae aphanizomenon flos aqua (L.) Ralphs on human natural killer cells. In: Savage L (Ed.): Phytoceuticals. 1.1. Chap. 3.1., Seite 233-241, 1998&lt;br /&gt;
*NCI Nomination: Blue-Green Algae. Submitted to the NTP. September 2000&lt;br /&gt;
*Ray RA: Microalgae as food and supplement. Crit Rev Food Sci Nutr 30: 555-573, 1991&lt;br /&gt;
*Schaeffer DJ, Maplas PB, Barton LL: Risk assessment of microcystins in dietary Aphanizomenon flos-aquae. Ecotoxicol Envinron Saf 44: 73-80, 1999&lt;br /&gt;
*Shun-Zhang Y: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 675-682, 1995&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität - ein Problem unserer Zeit. Erfahrungsheilkunde, Nr. 8, 516-527, 2000&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Hyperaktivität - warum Ritalin keine Lösung ist. W. Goldmann Verlag, München, 2001&lt;br /&gt;
*Ueno Y, Nagata S, Tsutsumi T, Hasegawa A, Watanabe MF, Park HD, Chan GC, Chen G, Yu SZ: Detection of microcystins, a blue-green algal hepatotoxin, in drinking water sampled in Haimen and Fusui, endemic areas of primary liver cancer in China, by highly sensitive immunoassay. Carcinogenesis 17: 1317-1321, 1996&lt;br /&gt;
*Yu SZ: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 674-682, 1995&lt;br /&gt;
*Yu SZ, Chen G: Blue-green algae toxins and liver cancer. Chin J Cancer Res 6: 9-17, 1994&lt;br /&gt;
*Zhang Z, Lian M, Liu Y, Wei G, Yu S, Kang S, Zhang Y, Chen C: Teratosis and damage of viscera induced by microcystin in SD rat fetuses. Zhonghua Yi Xue Za Zhi 82: 345-347, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.uni-konstanz.de/news/mittshow.php?nr=12&amp;amp;jj=2008 Universität Konstanz zu Algenpräparaten&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cd/987&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cm/208/afa_algen_und_afa_algenpropdukte.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.dge.de/modules.php?name=News&amp;amp;file=article&amp;amp;sid=321&lt;br /&gt;
*http://ads-adhs.de.vu/algen.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Beutelschneiderei]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;br /&gt;
[[category:Heilmittel in der Pseudomedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=33142</id>
		<title>AFA-Algen</title>
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		<updated>2009-11-21T11:48:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Gesundheitsschäden */ Tippfehler korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:afa2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Afa-Algen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Aphanizomenon flos-aquae) sind Bakterien der Abteilung [http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien  Cyanobakterien] und werden auch Blaualgen genannt. Diese werden seit einigen Jahren als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (NEM) angeboten. Entsprechend der häufigen Vorgehensweise von Vermarktern von &amp;quot;Wundermitteln&amp;quot; wurden über diese schlichte Alge diverse Märchen und beleglose Behauptungen verbreitet und ihr Heilwirkungen bei [[Ritalinkritik|ADHS]] bis [[Unkonventionelle Krebstherapien|Krebs]] und natürlich allen üblichen [[Zivilisationskrankheit]]en angedichtet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich jedoch Lebensmittel und unterliegen daher dem [[LFGB]] (Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch). Laut LFGB sind gesundheitsbezogene Werbung und werbeähnliche Äußerungen untersagt und können kostenpflichtig abgemahnt werden. Problematisch ist, dass in diesen Algen z.T. sehr giftige (lebertoxische) Microcystine vorhanden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Afa-Algen sind keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien==&lt;br /&gt;
Die als Afa-Algen bezeichneten Lebewesen sind zur Photosynthese befähigte Einzeller (Eubakterien), die evolutionsgeschichtlich sehr alt sind. Viele Stämme dieser Bakterien sind in der Lage, hochwirksame Gifte (Microcystine, Anatoxine, Saxitoxin) zu produzieren, welches sich in den Bakterien selbst sowie in den sie verzehrenden Meerestieren anreichert. Man nennt sie deshalb auch blaugrüne Cyanobakterien. Eine ausführliche Darstellung über Microalgen und deren Belastung mit Algentoxinen finden sie in den Guidelines for Safe Recreational-water Environments (Vol. I: Coastal and Fresh-waters), Oktober 1998 &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~tennisplatzis/paralex/content/who_Recreawat-II.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beworbene Indikationen==&lt;br /&gt;
Afa-Algen werden von unterschiedlichen Firmen als Lebensmittel angepriesen. Je nach Lokalisation der Firma werden verschiedene heilende Aussagen getroffen. In den USA werden die Mittel u.a. von der Fa. Bluegreen (von der auch deutsche Firmen ihre Produkte beziehen) als Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Immunschwächeerkrankungen anderer Art, ADHS, Hypercholesterinämie und zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens beworben. Für diese propagierten Aussagen liegen keine glaubwürdigen Wirksamkeitsnachweise vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
Seriöse Studien über die Wirkung der AFA-Algen gibt es im internationalen wissenschaftlichen Schrifttum nicht. Es gibt allerdings einige Nischenpublikationen wie einen Buchbeitrag (Manoukain et al. 1998) und Journalartikel (Kushak et al. 2000, Jensen et al. 2000). Letztere stammen aus dem Journal of the American Nutraceutical Association (JANA). Allein diese Titelwahl soll den Leser verwirren, denn die American Medical Association, die größte US-Vereinigung für Fachärzte der Inneren Medizin, gibt mit JAMA eine ähnlich klingende Fachzeitschrift heraus, die sich Journal of the American Medical Association (JAMA) nennt. JANA ist nicht in medizinischen Fachinformationsdiensten wie Medline gelistet, JAMA hingegen sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Studie von Manoukain et al. (1998) wurde festgestellt, dass man durch die Gabe von 1.5 g Afa-Algen bei fünf gesunden Freiwilligen eine signifikante Verringerung der Natürlichen Killerzellen innerhalb von 2 Stunden nach dem Schlucken bewerkstelligen konnte. Die Menge an NK-Zellen sank um 63%. Dies verwundert nicht, denn die unten noch näher beschriebenen Algentoxine greifen u.a. direkt die Zellstrukturen von weißen Blutkörperchen an und können die Aufnahme von Nahrungsenergie (z.B. Glukose) durch die Zellwand hemmen. Wahrscheinlich resultiert die Reduktion der NK-Zellen auf einer direkten Giftwirkung der in den Afa-Algen vorhandenen Microcystine oder des Saxitoxins, das in geringeren Mengen Auswirkungen auf Blutzellen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer zweiten Studie (Jensen et al. 2000) wurden 21 gesunde Probanden mit 1.5 g Afa-Algen über sechs Wochen behandelt. Unter der Afa-Algenbehandlung kam es zu einem deutlichen Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen, was unter Placebogabe nicht eintrat. Dieser Effekt wurde von den Autoren als Stimulation des Immunsystems interpretiert, die eine Verbesserung der Abwehrsituation anzeige. Dieser Schluss ist lächerlich, denn wenn man eine Substanz verzehrt, die Zellgifte enthält, welche im Organismus z.B. Leberzellen verstärkt in den Selbstmord treiben können (Auslösung der Apoptose), erklärt sich der Anstieg der Abwehrzellen wesentlich offensichtlicher. Stirbt im Organismus Zellgewebe ab, weil es beschädigt wurde, dann ändert sich die Oberflächenstruktur der betroffenen Zellen. Diese werden dadurch für das Abwehrsystem als zur Entsorgung freigegeben gekennzeichnet, daraufhin von weißen Blutkörperchen angegriffen und verzehrt. Je mehr solche betroffenen Zellen sterben, desto höher ist der Bedarf an den sie verzehrenden weißen Blutkörperchen. Die Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen ist nur die Folge einer durch Algengifte verursachten, niedrigschwelligen Entzündungsreaktion u.a. von Leberzellen. Jensen et al. (2000) verloren kein Wort über den Zustand der Leber oder der Nieren der Probanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kushak et al. (2000) veröffentlichten eine Studie, die an Ratten zeigen sollte, dass der Konsum von Afa-Algen den Blutfettspiegel zu regulieren in der Lage sei. Sie gaben den Tieren unterschiedliche, mit ungesättigten Fettsäuren angereicherte Diäten. Daneben reicherten Sie die Diät z.T. mit 10-15% Afa-Algensubstanz an. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die keinen Afa-Zusatz erhielt, wiesen die beiden Afa-Untersuchungsgruppen eine deutliche Senkung des Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegels im Serum auf. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Afa-Algen einen cholesterinsenkenden Effekt hätten und empfahlen, diese Wirkung im Lebensmittelsektor auszunutzen. Auch dieses Resultat wundert mich nicht, lässt es sich doch erneut mit der Giftwirkung von Algentoxinen erklären. Die Leber ist das Zielorgan für Microcystine, die sich dort anreichern. Dies ist auch bei Ratten nachgewiesenermaßen der Fall. Die Leber ist aber gleichzeitig der Produktions- und Umschlagsort für Blutfette. Da Microcystine auch in niedriger Dosierung auf Leberzellen von Ratten schädigend wirken, sinkt mit steigender Afa-Menge logischerweise die Syntheseleistung der Leberzellen, weil sich eine zunehmende toxinbedingte Organentzündung in einer verschlechterten Syntheseleistung niederschlägt. Interessanterweise hatten die Autoren weder Leberwerte berichtet, die auf die Organfunktion hätten schließen lassen, noch hatten sie nach dem Fütterungsversuch über histologische Leberuntersuchungen der Tiere berichtet, um eventuelle Auswirkungen der Algentoxine zu bewerten. Dies lässt darauf schließen, dass sie offenbar befürchteten, negative Auswirkungen zu finden. Wer nicht sucht, findet nicht und kann dem Leser in die Tasche lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Studien sind kein Beleg für die Wirkung von Afa-Algen, zumal keiner der Autoren in seinen Berichten genaue Angaben über die Microcystin-, Anatoxin- und Saxitoxingehalte der verwendeten Afa-Produkte machte. Bei jeder Studie war ein Vertreter von Bluegreen, dem größten US-amerikanischen Afa-Algenproduzenten, Mitautor. Dies lässt auf eine direkte Einflussnahme und auf Gefälligkeitsstudien schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt im Bereich der Therapie hyperaktiver Kinder bisher keine einzige seriöse Studie, die bewiesen hätte, dass Afa-Algen einen therapeutischen Vorteil erbracht hätten. Man muss sich recherchemäßig fast auf den Kopf stellen, um zumindest indirekte Hinweise zu erhalten, denn im internationalen medizinischen Fachschrifttum gibt es keine einzige Afa-Studie. Auch das Durchforsten von Doktorarbeiten oder Habilitationsschriften deutscher Universitäten erbringt keine einzige Untersuchung mit diesem Nahrungsergänzungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Buch der Heilpraktikerin und Diplom-Politologin Barbara Simonsohn (2001), die Afa-Algen als Ersatz für Ritalin vorstellt, findet man einen ersten Hinweis. Sie berichtet über Einzelfälle, die als Belege dargestellt werden: Julian, 13, war sprunghaft, ungewöhnlich rastlos, unkonzentriert und ermüdete schnell. Sein Verhalten war dominant, undiplomatisch und oft verständnislos. Julian ist seit Afa-Algen-Einnahme weniger impulsiv, er findet nach einem Wutanfall leichter zurück zum Normalzustand, kann besser nachgeben und ist lustiger und fröhlicher. Diesem lächerlichen Beweis fehlt so ungefähr alles, was es erlaubt, eine seriöse DSM-IV-basierte Beurteilung der Hyperaktivität des Kindes zu erstellen. Die Heilpraktikerin hat nur einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Symptomatik eines hyperaktiven Kindes beschrieben. Da die anderen Fallbeschreibungen in ihrem Buch von ähnlicher Güte sind, stellt sich die Frage, ob Simonsohn wirklich eine Ahnung von dem hat, über was sie schreibt. Da sie als Werbeinstrument für Algenhersteller dient, sind ihre Publikationen wohl nichts anderes als direkte Schleichwerbung für Afa-Algen, an denen sie gut verdient. Sie selbst gibt in ihrem Buch offen zu, von mindestens drei deutschen Anbietern mit Afa-Pillen im Marktwert von 7.500 Euro ausgestattet worden zu sein, um Kinder von 44 Familien zu behandeln. Die Heilpraktikerin empfahl den Kindern eine Dosis von 1.5 g/d und die Beobachtung soll 10 Wochen gedauert haben. Kalkuliert man die Tagesdosis mit 1 Euro, hätte die Dame 5.000 Tagesdosen ausreichen können. Weil man 80 Tagesdosen pro Kind braucht, hätte man mindestens 60 Kinder behandeln können. Es sind aber nur 19 Kinder in der Publikation der Heilpraktikerin grob beschrieben. Da 44 Familien gemeinsam wohl kaum 19 Kinder haben können, dürfte sich die Heilpraktikerin entweder jene Fälle herausgesucht haben, bei denen ihre schlampige Diagnostik einer wahrscheinlich gar nicht bestehenden ADHS durch Afa-Algen &amp;#039;geheilt&amp;#039; wurde oder sie hat, wie in solchen Jubelpublikationen üblich, die Krankengeschichten erfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blickt man in populärwissenschaftliche Zeitschriften der [[Ganzheitsmedizin]], findet sich eine Publikation von Simonsohn im Jahr 2000. Hier berichtete sie über verschiedene Studien, die angeblich die Wirksamkeit bei Afa-Algen bewiesen haben sollen. In der sog. The kid.com Study, die von einem Afa-Anbieter durchgeführt worden sein soll, sollen Symptomverbesserungen bei Kindern erreicht worden sein. Was genau diagnostiziert wurde und welches Resultat sich vor und nach der Studie exakt dargeboten hat, gibt die Autorin nicht wieder. Sie gibt nur folgendes bei den Kindern an: Signifikante Verbesserungen in ihrer Fähigkeit, zu fokussieren, Anweisungen zu folgen und sich zu konzentrieren. Eine Abnahme von streitsüchtigem, fordernden und kämpferischen Benehmen. Weniger Symptome von Angst und Depression. Verbesserung des sozialen Verhaltens. Weniger Zeichen von emotionalen und verhaltensmäßigen Abgelenktsein. Weniger Wutanfälle und Erziehungsprobleme. Weniger Verhaltensauffälligkeiten, die man als merkwürdig klassifizieren könnte. Weniger körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Magenschmerzen, für die kein offensichtlicher Grund vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Untersuchungsmerkmale mit den DSM-IV Diagnosekriterien für ADHS vergleicht, kommt man mit sehr viel Mühe auf gerade einmal zwei ADHS-Merkmale. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei den Kindern in der Kid.com-Studie nicht um hyperaktive Kinder gehandelt hat. Da wundert es nicht, wenn Simonsohn (2000) schreibt: Die beiden Behandlungsformen (gemeint ist der Vergleich zwischen Ritalin und Afa-Algen) waren gleichermaßen effektiv. Wer den Eindruck hinterlässt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und gleichzeitig so wenig Ahnung von ADHS hat, wie Frau Simonsohn, mag diesen Schluss ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sieht es bei einer zweiten Studie aus, die Simonsohn (2000) referiert. Es handelt sich um den The Children &amp;amp; Algae Report, bei dem die beteiligten Eltern die Produkte eines Afa-Algenanbieters sogar selbst zahlen mussten. Die Bewertung der Kinder erfolgte mit einem Aschenbach-Bewertungsschema, welches u.a. Aufmerksamkeit, Aggression, soziale Probleme, Ängstlichkeit/Depression, Straffälligkeit, Denkprobleme, Zurückgezogenheit und eine Bewertung namens somatisch beurteilen soll. Dieses pseudowissenschaftliche Bewertungsschema ist in der seriösen ADHS-Diagnostik vollständig unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In keiner der von Befürwortern durchgeführten Studien, sofern diese überhaupt erreichbar sind, ist eine glaubwürdige, realitätsbezogene Selektion des untersuchten Kollektivs nach etablierten Diagnosemethoden erfolgt. Offenbar wurden die üblichen DSM-Kriterien nicht als Bewertungs- und Einstufungsgrundlage angewendet. Allein diese methodischen Unzulänglichkeiten machen die bisherigen Befürworterstudien in meinen Augen unglaubwürdig. Der Umstand, dass in keiner Studie mitgeteilt wird, ob nach Toxinen in den Afa-Algen gesucht worden war oder ob zumindest Leber- und Nierenparameter zur Absicherung von negativen Auswirkungen dieser Gifte laborchemisch bestimmt worden sind, zeigt, dass in diesen Studien offenbar nicht mit großer wissenschaftlicher Genauigkeit vorgegangen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Quelle, der sog. &amp;#039;&amp;#039;The Nicaragua Report&amp;#039;&amp;#039;, die von der US-Algenfirma Bluegreen gesponsort wurde, ist in Wahrheit eine spanischsprachige Doktorarbeit aus dem von Wirtschaftskrisen und politischen Händeln zerrissenen Nicaragua. Das Land ist bekannt dafür, eine hungernde Bevölkerung zu besitzen und es ist leicht, dort für wenige Dollars Gefälligkeitsstudien zu lancieren. In der seriösen wissenschaftlichen Szene wären diese bedeutungslos, aber für den unwissenden Verbraucher sind solche Studien exzellentes Marketingmaterial. In einem 14 Seiten dünnen A5-Heftchen wird auf populärwissenschaftliche Weise beschrieben, wie Afa-Algen in einer Schule, in der zu Studienbeginn mehr als 80% der 6-11jährigen Kinder unterernährt waren, der Ernährungsstatus, die Schulnoten und das Verhalten der Kinder positiv beeinflusst worden sein sollen. Angeblich sei innerhalb eines halben Jahres die Fehlernährungsrate von 86% auf 21% gefallen. Überflüssig zu betonen, dass auch hier weder Toxinbestimmungen der Afa-Algen noch einschlägige Leber- und Nierenwerte berichtet wurden. Dass vorher mangelernährte Kinder mit wenigen Gramm proteinhaltiger, aber vitamin- und mineralstoffarmer Afa-Algen Normalgewicht erreichen sollen, wirkt einfach nur lächerlich. Höchstwahrscheinlich wurden die teilnehmenden Kinder mit einer Schulspeisung angelockt und nahmen deshalb zu. Niemand dürfte vor Ort etwas gegen dieses Vorgehen eingewendet haben. Dass man die daraus resultierenden Scheinergebnisse im Westen als Beweis verkauft, dürfte in Nicaragua unbekannt sein und spielt für die Menschen dort in Wirklichkeit auch keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Marketingskampagnen für AFA-Algen==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren schlug eine Marketingkampagne aus den USA in Europa auf. Im Zuge der Diskussion um Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-und-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), wurde eine Vielzahl von Alternativen zur etablierten [[Ritalin]]therapie auf den Markt gebracht. Dabei spielt die Psychosekte [[Scientology]] im Konzert mit anderen sektenähnlich operierenden Gruppen und Firmengeflechten eine herausragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bis zu 15% der kindlichen Bevölkerung an ADHS leiden, jedoch nur ein winziger Bruchteil adäquat versorgt wird, sind die Eltern dieser Kinder einer enormen Belastung ausgesetzt. Sie suchen nach Alternativen und diese werden ihnen in Form angeblicher Wundermittel angeboten. Dazu gehören auch die Nahrungsergänzung aus blaugrünen Algen der Gattung Aphanizomenon flos Aquae (sog. Afa-Algen). Diese werden als therapeutische Alternative zur Substition mit Methylphenidat (Ritalin/Novartis, Medikinet/Medice, Equasym/Celltech Group) propagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unverantwortliche Werbeaussagen==&lt;br /&gt;
Im April 2002 verschickte KEIMLING Naturkost in Buxtehude einen Werbebrief, in dem unter dem Titel &amp;quot;Sind Klamath Uralgen gefährlich?&amp;quot; u.a. folgende Behauptung zu lesen war: &amp;#039;&amp;#039;Das Landwirtschaftsministerium in Oregon hat einen Grenzwert von 1.0 Microgramm/kg Klamath Uralge festgesetzt. Wenn Sie täglich 2 g der Uralgen verzehren, wären demnach 2 Microgramm Microcystin zulässig. Ihr amtlicher Sicherheitsfaktor beträgt 11655.&amp;#039;&amp;#039;.... und weiter heißt es: &amp;#039;&amp;#039;...Demnach könnte ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht 23310 Microgramm Microcystin-LR zu sich nehmen, ohne gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen&amp;#039;&amp;#039;. Dies mag der Geschäftsführer der Firma Keimling, Winfried Holler, einmal am eigenen Leibe auspropieren. Er dürfte diesen Selbstversuch mit dem Leben bezahlen. Allerdings hat sein Haus einen Vorteil: es verkauft tiefgefrorene E3LIVE(tm)-Algen. Unseren Analysen zufolge enthält dieses Produkt keinerlei Microcystine ... der mikroskopische Augenschein zeigt aber ebenso, dass es sich offenbar nicht um ein Afa-Cyanobakterienprodukt handelt. Vielmehr tauchen unter dem Mikroskop Gräser und normale Algen auf, so dass man den Eindruck hat, als ob jemand einfach mit der Harke durch einen See gefahren ist, das Resultat zerkleinert hat und als Cyanoalgenprodukt anpreist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellung und AFA-Algen Anbau==&lt;br /&gt;
[[image:klamath2.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus geringer Höhe|250px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath3.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus größerer Höhe|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath4.jpg|Infrarotaufnahme der Region um den Upper Klamath Lake mit dichter landwirtschaftlicher Nutzung|thumb]]&lt;br /&gt;
Aphanizomenon flos Aquae-Algen werden in unterschiedlichen Regionen der Erde gefunden. Jene Produkte, die derzeit in den USA und Europa verkauft werden, stammen nach Angaben der Hersteller aus dem Upper Klamath Lake im US-Bundestaat Oregon. Dieser See ist Teil einer riesigen Seenplatte, aus der nur ein einziger Fluss (der Klamath River) nach dem Grenzübertritt in den US-Bundesstaat California in den Pazifik mündet. Die Region dient als Brutstätte für Seelachse, ist aber seit 150 Jahren dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Upper Klamath Lake dient als Wasserreservoir für die ihn an drei Seiten umgebenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Anbaugebiete. Die exzessive Wasserentnahme der letzten Jahrzehnte hat zu einer erheblichen Senkung des Seewasserspiegels geführt, so dass derzeit die den See bildende Wasserschicht dünner ist als die Schlammschicht am Seegrund. Die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt ist mittlerweile so desolat, dass es regelmäßig zu Fischsterben im Upper Klamath Lake kommt. Umweltschutzorganisationen versuchen seit Jahrzehnten, den zu hohen Wasserabzug aus dem See zu bremsen und die Wasserqualität zu steigern. Das Fischsterben ist regelmäßig auf die Produktion von Microcystinen durch im Wasser vorkommende und durch die Überdüngung massiv wachsenden blaugrünen Cyanobakterien zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Anbieter von Afa-Algen dem Käufer mit offensichtlich geschönten Seeaufnahmen eine heile Umwelt vorzugaukeln versuchen, teilen Anwohner des Upper Klamath Lakes in Webforen mit, dass die Gewinnung der im See wachsenden Algen z.T. mit Schleppern und Baumaschinen erfolgt, wobei das dicht wachsende Gemisch aus Algen, Seegras und blaugrünen Cyanobakterien zum Teil vermischt mit Schlamm herausgebaggert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Anbaumethoden ist es nicht verwunderlich, dass die Qualität einiger der gewonnenen Afa-Produkte zu wünschen übrig lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Werbetrick mit der Kameraperspektive==&lt;br /&gt;
[[image:klamath8.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Geschäftsführer Sanacells, Eckart Pinnow, verkündete in seiner Hauspostille Forum - Informationen für Mitglieder des GesundheitsNetzwerkes (Nr. 5, 2002), dass seine Afa-Produkte nicht microcystinbelastet seien. Pinnow ist in dieser Ausgabe in einem Boot abgebildet, dass auf dem Upper Klamath Lake schwimmt. Der Untertitel lautet: &amp;quot;Dipl.-Ing. Eckart Pinnow überprüft persönlich den Qualitätssicherungsprozess am Klamath-See&amp;quot;. Sein Boot ist dabei an der einzigen Stelle des Sees positioniert, die nicht von Landwirtschaft und Industrie umgeben ist. (siehe zum Vergleich weiter oben). Pinnow ist ursprünglich vom Ostufer des Sees einige hundert Meter in den See gefahren und ließ sich in östlicher Richtung mit Blick auf die Berge photographieren. Wäre die Kamera einige Grad nach links geschwenkt, hätte man die Straße und einige Wohngebiete der naheliegenden Stadt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==AFA-Algen und Microcystinbelastung==&lt;br /&gt;
[[image:afa1.jpg|Anabaena|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Hauptproblem der Algenprodukte stellt nicht ihr Lebensmittelcharakter dar, denn es handelt sich um eher minderwertige Nahrungsmittel mit geringem Mineralien- und Vitamingehalt (Ausnahme: Vitamin A) und hohem Proteingehalt. Hauptproblem ist vielmehr die Beimengung von Cyanobakteriengiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aktuellen Publikationen, die verschiedene Stämme der blaugrünen Cyanobakterien Anabaena, Aphanizomenon, Calothrix, Cylindrospermum, Nostoc, Microcystis, Planktothrix, Oscillatoria und Synechococcus genera untersuchten, fanden sich immer wieder Sorten, die die Kampfgifte der Klasse der Microcystine und der Anatoxine produzierten (Lyra et al. 2000). Auch ist bekannt, dass einige Arten der blaugrünen Cyanobakterien das Nervengift Saxitoxin produzieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter der Algen sind sich des Toxinproblems bewußt. Ray (1991) schrieb schon vor 10 Jahren, dass einige A.f.a.-Stämme hochwirksame Nervengifte produzieren könnten, diese Gifte aber in Nahrungsmitteln aus Algen des Upper Klamath Sees in Oregon nicht gefunden worden seien. Seine Ansicht wird von einer Arbeit von Schaeffer et al. (1999) unterstützt, die in Algen eine Beimengung durch eine Microcystin-produzierende Alge (Microcystis spp.) nachwiesen. Demzufolge sei diese Beimischung an dem Toxineintrag schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es eine Veröffentlichung, die sich mit Microcystinbelastungen von A.f.a.-Nahrungsergänzungsmitteln befasst, die aus dem Upper Klamath See gewonnen werden. Gilroy et al. (2000) analysierten Microcystinkonzentrationen in vier verschiedenen Afa-Produkten über vier Jahre hinweg (1996-1999) und alle Produkte enthielten Microcystine in unterschiedlicher Menge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von A.f.a.-Produkten weisen jedoch die Microcystinbelastung generell weit von sich. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass Aphanizomenon Flos Aquae keine Microcystine produziere und führen Studien an, in denen dergleichen nachgewiesen worden sei. Das wirkt befremdlich, denn selbst der sich für Algenprodukte einsetzende US-amerikanische Professor Wayne Carmichael schrieb noch am 30.01.2002 auf seiner Homepage unter Bezugnahme auf einen Artikel im Scientific American: &amp;#039;&amp;#039;..Anabaena, Oscillatoria, Lyngbya, and Aphanizomenon produce neurotoxic anatoxins and/or saxitoxins. Anatoxin-a and Anatoxin-a(s) seem unique to cyanobacteria, while saxitoxin also arise in certain marine algae. Anatoxin-a is a potent nicotinic agonist that mimics acetylcholine and is used as a research tool in neurobiology. Anatoxin-a(s) is a structurally new organophosphate that inhibits acetylcholinesterase. Saxitoxin prevents acetylcholine from being released from neurons by blocking the inward flow of sodium ions across the axonal membrane channels, disrupting the communication between neurons and muscle cells...&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtet man den Blick in die Fachliteratur, gibt es offenbar einige Stämme von Aphanizomenon Flos Aquae, die keinerlei Microcystine produzieren. Lyra et al. (2001) nennen hier Aphanizomenon sp. 202, A. sp. TR183 (AJ133155), A. sp. PCC 7905, A. sp. PH-271, A. flos aquae NIES 81 und Aphanizomenon gracilie PH-219. Allerdings sind diese Aphanizomenon-Bakterien genetisch ausgesprochen eng verwandt mit den Anabaena-Bakterien, die selbst durchaus Neurotoxine erzeugen. Beide Gattungen sind ausgesprochen klein und unterscheiden sich offenbar nur unter dem Mikroskop eindeutig voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unzuverlässige Testmethoden==&lt;br /&gt;
Microcystine und Saxitoxine, die wichtigsten Gifte in Cyanobakterienprodukten, sind nicht einfach zu messen. Es gibt verschiedene Messmethoden, die teilweise sehr aufwändig, zeitraubend und teuer sein können. Grundsätzlich stellt sich das Problem der Wahl des Nachweisverfahrens, denn es gibt Verfahren, die die Gifte direkt sichtbar machen, und Analysen, die die Gifte nur indirekt messen. Außerdem sind die Messverfahren unterschiedlich empfindlich. Zusätzlich erschwert wird die Suche, weil diese Tests in der Lebensmittelanalytik nur selten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell stellt sich die Wahl zwischen dem Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder dem Protein Phosphatase Inhibition Assay (PPIA). Andere Verfahren wie die High Performance Liquid Chromatography (HPLC) oder Liquid Chromatography/Mass Spectrometry (LC/MS) kommen wegen zu hoher Kosten oder noch nicht etablierter Nachweismethodik nicht in Frage. Die Testmethoden von ELISA und PPIA sind unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ELISA werden hochspezifische Antikörper eingesetzt, die gegen Microcystinmoleküle gerichtet sind. Diese Antikörper docken an Microcystine an. In einem zweiten Schritt klebt man einen weiteren Antikörper, der nur an den bereits eingesetzten Antikörper, nicht aber direkt an Microcystin andocken kann, an diesen Microcystin-Antikörperkomplex. Dies tut man, weil erst der zweite Antikörper einen fluoreszierenden Farbstoff tragen kann, den man mit speziellen Analyseverfahren sichtbar macht und dann in seiner Konzentration messen kann. Ein direktes Ankoppeln des zweiten, den Farbstoff tragenden, Antikörpers an das Microcystin ist nicht möglich, da dieser Antikörper zu klobig und ungenau wäre. Vergleichbar ist dieses Verfahren mit dem Angeln. Der Fisch ist das Microcystin, der Köder ist der 1. Antikörper und erst, wenn man den Fisch mit der Angelschnur (dem 2. Antikörper) herausgezogen hat, weiss man am Ende, was man gefangen hat. Der ELISA hat den Vorteil, dass er direkt das vorhandene Gift misst. Er kann dies mit einer Genauigkeit tun, die ein Microcystinmolekül in einer Lösung von 10 Milliarden anderen Molekülen herausfinden kann. Die Genauigkeit liegt bei 0,1 ppb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im PPIA ist das Testprinzip hingegen völlig anders. Hier wird die bremsende Wirkung der Microcystine auf eine enzymatisch gesteuerte Umwandlungsreaktion gemessen. Microcystine bremsen die Protein Phosphatase, die die Dephosphorylierung von p-Nitrophenylphosphat steuert. Durch Nachweis der Ausgangs- und Endprodukte des Umwandlungsprozesses kann man indirekt auf die Konzentration der Microcystine zurückschließen. Ein direkter Nachweis der Microcystine geschieht jedoch nicht. Der Test hat auch den Nachteil, dass er nur eine einzige Wirkung der Microcystine erfasst und dabei unberücksichtigt lässt, dass im Organismus durch verschiedene Microcystintypen unterschiedliche Enzymsysteme beschädigt werden können. Der PPIA ist nicht so genau wie der ELISA, denn er gibt nach Lawrence et al. (2001) in der Regel deutlich niedrigere Belastungswerte für Microcystine aus, die manchmal 10-40% unter den im ELISA gemessenen Konzentrationen liegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von AFA-Algen legen zum Nachweis der angeblichen Produktgüte in der Regel PPIA-Analysen vor. Dies ganz offensichtlich deshalb, weil mit dieser Testmethode nur ein Teil der Microcystine (und dieser wiederum nicht sicher) gemessen werden kann. Auf diese Weise schönt man die Resultate mit der methodenbedingten Ungenauigkeit des Messverfahrens nach unten. Dies trägt zur Verunsicherung des Verbrauchers bei und kann (wie unten näher beschrieben) sogar vor Gericht Vorteile bringen, weil Richter nicht selten bereits zu abgehoben sind, um sich mit den Hintergründen von Prüfmethoden zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesundheitsschäden==&lt;br /&gt;
In den USA listete die US-Gesundheitsbehörde FDA im leider mittlerweile nicht mehr online abrufbaren Med Watch Programm 57&amp;amp;nbsp;Schadensfälle bis zum Jahr 1998 auf, die in zeitlichem Zusammenhang mit Afa-Konsum zu stehen schienen. Ebenso warnte Health Canada Online bereits im Jahre 1999 vorbeugend vor blaugrünen Algenprodukten, vor allem vor der Anwendung bei Kindern. Auch Erwachsene sollten Vorsicht bei der Einnahme bis zu dem Zeitpunkt walten lassen, an dem die Produktsicherheit zweifelsfrei gewährleistet sei.&amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.hc-c.gc.ca/english/protection/warnings/1999/9969ebk.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Der STERN veröffentlichte im Artikel Die Grüne Gefahr (Nr.8/2002) Warnungen über die Giftstoffe in Algenprodukten am 14.&amp;amp;nbsp;Februar 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich den deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene seit Mai 2002 Laboranalysen über den Microcystingehalt in Afa-Produkten vorliegen, haben sie bis heute keinerlei Schutzmassnahmen über die bereits angesprochene Warnmeldung hinaus unternommen. Dies wird mit dem Fehlen eines Microcystingrenzwertes begründet (vgl. hierzu [[Spirulina]]). Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Grüner Lobbyismus im Spiel ist, denn offenbar pflegen einige Algenhersteller exzellente Kontakte zu den deutschen Bündnisgrünen nahestehenden Prüflabors, die sich einer verbraucherkritischen Untersuchung der Algenprodukte entziehen. Vor allem in alternativen und esoterischen Kreisen wurden die Wunderalgen stark propagiert. Offenbar befürchtet man bei den Grünen, aufgrund des eigenen Fehlverhaltens in den sich abzeichnenden Skandal einbezogen zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt mittlerweile auch in Deutschland Berichte über Personen, die über Symptome nach dem Konsum von Afa-Algenprodukten klagten. Diese Symptome stellten sich nach einigen Monaten kontinuierlicher Einnahme ein, klangen nach dem Absetzen aber wieder ab und verschwanden. Eine Betroffene bekam Taubheitsgefühl in den Fingern bis hin zum totalen Durchblutungsstopp in den letzten zwei Fingergliedern, des Weiteren häufiges Kribbeln wie bei einer Minderdurchblutung und dies auch ansatzweise in den Zehen. Des Weiteren beklagten die Betroffenen brüchige, wie erweicht erscheinende Fingernägel sowie eitrige, sich langwierig hinziehende Entzündungsherde der Haut im Bereich des Gesichts und des Rückens. Ein anderer Betroffener schilderte, dass er nach längerer Einnahme sehr schmerzhafte, chronische Halsschmerzen entwickelt hätte und neben den analog bereits beschriebenen Hautentzündungserscheinungen vor allem extrem langanhaltende Muskelschmerzen bereits nach normaler sportlicher Aktivität bekommen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Hinweise deuten auf eine chronische Langzeitbelastung mit Microcystinen hin. Microcystine verursachen Leberschäden, Nierenversagen und können auch, weil sie die Natriumkanäle der Nerven blockieren können, die Impulsübertragung menschlicher Nervenzellen unterbrechen, was bis zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Auch krebserzeugende Wirkungen sind nachgewiesen (NCI 2000). In China gibt es beispielsweise ausreichend Hinweise dafür, dass microcystinbelastetes Trinkwasser die Hauptursache für die hohe Sterblichkeit an Leberkarzinomen in bestimmten Provinzen des Landes ist (Yu&amp;amp;nbsp;1995, Ueno&amp;amp;nbsp;1996). Aktuell publizierte Tierversuche an schwangeren Ratten (Zhang et al. 2002) zeigen, dass die Gabe von 4&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystin-LR pro kg Körpergewicht bereits zu leichten Veränderungen im Lebergewebe der ungeborenen Feten innerhalb von 10&amp;amp;nbsp;Tagen führen kann. Interessant ist, dass sich solche Ergebnisse bei Mäusen selbst bei Dosen von 2-128&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg Körpergewebe nicht einstellen (Chernoff et al. 2002). Es kommt also auf das Tiermodell an, das verwendet wird. Die offenbar gegen Microcystine recht robust erscheinenden Mäuse sind das bevorzugte Tiermodell bei Studien aus der Algenszene. Offenbar weiß man genau, dass man nur mit Mäusen eine Verharmlosung der Giftwirkung der Microcystine beweisen kann, da dies in allen anderen Tiermodellen nicht gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen korreliert die Microcystinbelastung im Trinkwasser eindeutig mit der Häufigkeit von Leberkrebs (Yu et al. 2001), wie Studien aus China beweisen. Dort hat man schon lange Probleme mit microcystinbelastetem Trinkwasser, das in etlichen Provinzen Chinas ursächlich mit dem gehäuften Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert zu sein scheint. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1&amp;amp;nbsp;Teil pro 1&amp;amp;nbsp;Millarde Teile Wasser empfohlen (1&amp;amp;nbsp;ppb), der in Kanada, Australien und Großbritannien mittlerweile auch in Kraft ist. In den USA oder der Bundesrepublik Deutschland ist dergleichen nicht umgesetzt worden. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates Oregon eine Microcystinbelastung bis zu 1.000&amp;amp;nbsp;ppb (=1&amp;amp;nbsp;parts per million/ppm) in Algenprodukten tolerieren, inakzeptabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versucht man eine grobe Risikoabschätzung der Microcystinbelastung in den Algenprodukten vorzunehmen, so scheint eine klinische Symptomatik nach einigen Monaten Konsum von Produkten mit Belastungen ab 100&amp;amp;nbsp;ppb einzutreten. Dies zeigt, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert von 1&amp;amp;nbsp;ppb mit einem vernünftigen Sicherheitsabstand von 1:1000 zum Algengrenzwert aus Oregon durchaus begründet ist und sicherheitshalber auf Lebensmittel übertragen werden sollte. Von Algenanbietern wie Sanacell und Algavital wird immer wieder die Falschmeldung verbreitet, dass der in Oregon etablierte Grenzwert für die gesamte USA gelten würde. Das ist nachweislich nicht der Fall. Zudem ist der Grenzwert nicht verbindlich, sondern lediglich ein US-amerikanischer Empfehlungswert, ab dessen Überschreitung microcystinbelastete Afa-Produkte aus dem Verkehr gezogen werden sollen (nicht müssen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die oben geschilderten Fälle zugrunde und bedenkt man, dass sich Microcystine sowohl in der Leber- als auch im Nerven- und Muskelgewebe angereicht als auch nur langsam ausgeschieden werden, wäre es möglich, dass Dauerkonsumenten erst mit monatelanger Verzögerung Gesundheitsprobleme entwickeln. Microcystindosen können beim Schwein, das uns Menschen vor allem bei der Leberfunktion sehr ähnlich ist, bereits in Dosen von 25&amp;amp;nbsp;Microgramm pro Kilogramm Körpergewicht Leberschäden auslösen, während Ratten und Mäuse wesentlich robuster reagieren. Deshalb ist es absolut denkbar, dass der Mensch, der in vielen gesundheitlichen Bereichen empfindlicher als Tiere reagiert, schon bei niedrigeren Dosen Gesundheitsprobleme entwickelt, die anfänglich nicht mit den Afa-Produkten assoziiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man eine Verzehrsmenge von 2&amp;amp;nbsp;Gramm Algenmasse mit einer Belastung von 100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg Algenmasse (100&amp;amp;nbsp;ppb) zugrunde, würde man sich pro Tag eine Microcystinmenge von 0,2&amp;amp;nbsp;Mikrogramm einverleiben. Da die oben geschilderten beiden Verbraucher erst nach 7&amp;amp;nbsp;Monaten, dann aber zügig, gesundheitliche Probleme entwickelten, wäre zu spekulieren, dass bei einer Gesamtmenge von 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen von ersten klinischen Symptomen auszugehen sein könnte (von einer unbemerkten Krebsschädigung nicht zu reden!). Diese zugegebenermaßen spekulative Obergrenze für bemerkbare, klinische Probleme scheint nicht unrealistisch zu sein, da eine weitere Verbraucherin, die über Monate hinweg eine mit 76&amp;amp;nbsp;ppb belasteten Probe konsumiert hatte, keine gesundheitlichen Probleme berichtete. Die Wirksamkeitsschwelle zur Auslösung klinischer Symptome beim Menschen dürfte derzeit bei einer Gesamtaufnahmemenge von 40-50&amp;amp;nbsp;Mikrogramm liegen, die je nach Belastung des Afa-Produkts mehr oder weniger schnell erreicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Australien wird für Trinkwasser ein Microcystin-LR Richtwert von 1,3&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter empfohlen. Alle Grenzwerte, auch der von der WHO empfohlene, orientieren sich an Hochrechnungen, die ihre Grundlage in Tierversuchen am Mausmodell haben. Mäuse halten aber eine deutlich höhere Microcystinbelastung aus, ohne Leberschäden oder körperliche Symptome zu entwickeln, als andere Tiergattungen (z.B. Ratte oder Schwein). Zeigen sich bei Mäusen noch keine Zeichen von Leberschädigungen bei intraperitonealen Gaben von Microcystinen in Dosen von 25-50&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht (vgl. Fromme, Berlin, 1999), treten bei Rattenfeten bereits ab 4&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht Schäden auf (Zhang et al. 2002). Schweine überleben nach Beasley et al. (2000) gerade noch eine Microcystindosis von 25&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht, erleiden dabei aber bereits nachweisbare Organschäden u.a. im Bereich der Leber. Beim Menschen fehlen entsprechende Untersuchungen aus naheliegenden Gründen. Niemand würde die Erlaubnis erhalten, selbst bei Freiwilligen solche Versuche durchzuführen. Deshalb ist man auf Analogieschlüsse angewiesen, die sich sinnvollerweise auf die Trink- oder Badewasserbelastung mit Microcystinen beziehen, denn hier zeigen Studien aus China, dass der Konsum microcystinbelasteten Trinkwassers eindeutig mit einem erhöhtem Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert ist (z.B. Shun-Zhang 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut für Umweltanalytik und Humantoxikologie (ITox) in Berlin empfiehlt in der Gesundheitlichen Bewertung von Blaualgentoxinen (Microcystinen) in Badegewässern bereits ab einer Belastung von 10-100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Liter, auf das gesundheitliche Risiko beim Baden in entsprechend belasteten Gewässern hinzuweisen und vom Baden abzuraten sowie ab Microcystinwerten oberhalb von 100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Liter das Baden in solchen Gewässern zu untersagen. Es liegt nahe, diesen Trinkwassergrenzwert auf die Algenprodukte zu übertragen, denn in der von mir initiierten Untersuchung fand ich zwei Personen, die nach mehrmonatiger Einnahme von Algenprodukten in einer geschätzten Microcystin-Gesamtdosis von etwas über 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm klinische Symptome entwickelt hatten, die auf eine chronische Vergiftung durch Microcystine schließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn also Tierversuche zeigen, dass Mäuse zur Risikoabschätzung durch Microcystin aufgrund ihrer Unempfindlichkeit ungeeignet sind, Ratten und Schweine hingegen viel empfindlicher reagieren und zudem erste Hinweise bei Erwachsenen zeigen, dass Gesamtdosen von etwa 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen - auch über längere Zeit verteilt eingenommen - zu Gesundheitsschäden führen können, muss gefordert werden, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Microgramm/Liter auch bei den Algenprodukten einzuhalten ist. Die im US-Bundesstaat Oregon tolerierten Microcystinmengen in Algenprodukten (1.000&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg), die nur auf Schätzungen aus Mausmodellen beruhen (Schaeffer et al. 1999), sind offensichtlich wesentlich zu hoch. Sie liegen um den Faktor&amp;amp;nbsp;1.000 überhalb der für Trinkwasser empfohlenen WHO-Richtwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die übliche Verzehrsempfehlung von 2&amp;amp;nbsp;Gramm Algenmasse pro Tag, eine durchschnittliche Microcystinbelastung von 0,1&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Algengramm und eine Dosisschwelle von 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen bei Erwachsenen zugrunde, ab der offensichtlich klinische Symptome auftreten können, so kann man innerhalb von etwa 6-7&amp;amp;nbsp;Monaten die kritische Belastungszone zum Auftreten körperlicher Beschwerden erreichen. Es gibt jedoch Algenanbieter, deren entsprechend belastete Algenprodukte mit Verzehrsempfehlungen bis zu 20&amp;amp;nbsp;Pillen (5&amp;amp;nbsp;Gramm) täglich angepriesen werden. Bei solchen Verzehrsmengen ist es kein Wunder, wenn die kritische Schwelle bereits innerhalb weniger Wochen erreicht wird und die Patienten anfänglich mit schnell auftretenden Hautausschlägen konfrontiert werden. Sanacell und Algavital nutzen beide gern die Dienste der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn, die einschläge Ritalin-kritische und AFA-propagierende Bücher publiziert hat sowie einschlägige werbende Artikel in Szene-Zeitschriften veröffentlichte. Sie tritt für noch höhere Dosen pro Tag (20&amp;amp;nbsp;Gramm und mehr) ein. Bei den Microcystinmengen, die in den Produkten von Sanacell und Algavital gefunden wurden, würde dies eine Krebsgefahr bedeuten sowie nach wenigen Wochen bis Monaten klinische Symptome einer Microcystinvergiftung bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich ist zu bedenken, dass sich 50% der oral eingenommenen Microcystindosis in der Leber anreichert. Somit sind die üblichen Dosierungsschemata des Giftes in Bezug auf Kilogramm Körpergewicht per se fragwürdig. Die Leber eines Erwachsenen hat ein durchschnittliches Gewicht von 3-4&amp;amp;nbsp;kg, so dass bereits niedrige Einnahmemengen zu Leberschäden führen können. Geht man davon aus, dass man eine Giftkonzentration von 1&amp;amp;nbsp;Mimrogramm pro kg Lebergewicht einnehmen müsste, würden bereits 8&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Gesamtaufnahmemenge ausreichen, um erste Leberschäden zu bewirken oder ggf. dazu beizutragen, Leberkrebs auszulösen. Diese Dosis kann bei Algenprodukten, die, wie in der vorliegenden Untersuchung nachgewiesen, mit 68-134&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg (also 0,068-0,134&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Gramm) mit Microcystinen belastet sind, durchaus schon in 2-3&amp;amp;nbsp;Monaten erreicht werden, denn die Microcystine werden nicht so schnell abgebaut, wie sie eingenommen werden. Das Leberkrebsrisiko kann bereits in solchen Dosen möglicherweise deutlich erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yu und Chen (1994) untersuchten den Microcystingehalt im Trinkwasser von 20&amp;amp;nbsp;Patienten, die an hepatozellulärem Karzinom erkrankt waren (61&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter) und verglichen ihn mit demjenigen von gesunden Kontrollpersonen (36&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter). Dies zeigt, dass eindeutige Risiken bestehen können, wenn dauerhaft Microcystine in noch vergleichsweise niedrigen Dosen eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnung des BfArM und BgVV==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte am 21.&amp;amp;nbsp;März 2002 eine gemeinsame Presseerklärung&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bgvv.de/presse/2002/pr_02_08.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, die vor dem Konsum der Algenprodukte warnte. Am 22.&amp;amp;nbsp;März 2002 warnte der kritische Informationsdienst für Ärzte und Apotheker (Arznei-Telegramm) in einer Blitz-Mitteilung per eMail&amp;lt;ref&amp;gt;AT: AFA-Alge: Irreführende Werbung, bedenkliche Produkte&amp;lt;/ref&amp;gt; vor den Algenprodukten und vertiefte dies in einer Printausgabe des Arznei-Telegramms am 12.&amp;amp;nbsp;April 2002. Am 27.&amp;amp;nbsp;März 2002 warnte der Krebs-Kompass.de auf seiner Website ebenfalls mit dem Titel Warnung vor Algen statt Arznei. Diese Warnungen trugen dazu bei, dass Elternverbände in Deutschland und der Schweiz, die sich für hyperaktive Kinder (ADS-Kinder) einsetzen und sich dem von Algenvertreibern erzeugten juristischen Druck ausgesetzt sahen, diesem besser widerstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pressemitteilung vom 21.&amp;amp;nbsp;März 2002 zu AFA-Algen:&lt;br /&gt;
*Ein Nutzen durch den Verzehr AFA-Algen-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.&lt;br /&gt;
*eine Gefährdung der Gesundheit durch Gifte ist nicht auszuschließen.&lt;br /&gt;
*Produkte, denen werblich eine heilende Wirkung zugeschrieben wird, sind als Arzneimittel anzusehen und bedürfen deshalb der amtlichen Zulassung. Liegt eine solche Zulassung nicht vor, sind die Produkte nicht verkehrsfähig. In Deutschland ist kein solches Produkt zugelassen.&lt;br /&gt;
*Damit liegt ein Verstoß gegen das Verbot der irreführenden Werbung nach dem Heilmittelwerbegesetz vor. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der Fehlinformation Eltern eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder abbrechen und sich das Leiden verschlimmert, wenn ersatzweise AFA-Algenprodukte gegeben werden. Gleiches gilt für Erwachsene, die im Vertrauen auf die &amp;quot;Heilkraft der AFA-Algen&amp;quot; bei einer diagnostizierten Depression oder bei anderen Gesundheitsstörungen eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie abbrechen und stattdessen AFA-Algenprodukte zu sich nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnende Stimmen werden mit juristischen Tricks niedergebügelt==&lt;br /&gt;
Eckard Pinnow brüstet sich in der obigen Forum-Ausgabe, dass es gerichtlich verboten sei, Warnungen vor AFA®-Algen zu veröffentlichen. Diese Behauptung ist offensichtlich erlogen, denn seine Produkte sind nachweislich belastet. Trotzdem kommt Pinnow mit seinen Lügen legal über die Runden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trick, mit dem Pinnow bisher der prozessuale Sieg gegenüber sorgenvoll warnender Elternverbände von ADHS-Betroffenen und -Kindern gelang, ist leicht erklärt. Er ließ die entsprechenden Organisationen von einer Anwaltskanzlei abmahnen. Da in der strittigen Äußerung das Wort &amp;quot;AFA-Algen&amp;quot; (eine in der Fachliteratur durchaus übliche Abkürzung) genannt worden war, Sanacell (wie auch Algavital) sich ähnlich klingende Namen aber als Produktbezeichnung schützen ließen, konnten sie daraus eine Aktivlegitimation und somit Klagefähigkeit ableiten. Die Abmahnung enthielt allerdings so lächerliche Passagen, dass sie von den prozessunerfahrenen Verbänden nicht ernst genommen wurden. Es wurde deshalb keine Schutzschrift hinterlegt, so dass die gegnerische Anwaltskanzlei (Radeck/Berlin) einfach zum Landgericht marschierte, eine Einstweilige Verfügung beantragte und diese auch bewilligt erhielt. Die schockierten Verbände bekamen erst Wind von der Sache, als ihnen die Verfügung ins Haus flatterte (vgl. Kritiker leben gefährlich). Auf diese Weise war es Pinnow möglich, öffentliche Warnungen vor seinen giftbelasteten Algenprodukten bis zur Hauptverhandlung stillzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die ADHS-Verbände Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung eingelegt hatten, kam es zu einer mündlichen Verhandlung. Die Richter Mauck, Gollan und Becker verurteilten erstinstanzlich mit haarsträubenden Begründungen die ADHS-Verbände und gaben Sanacell vollumfänglich Recht. So glaubten sie den Ausführungen Sanacells, dass diese in der Lage sei, Microcystine aus den Algenprodukten durch ein geeignetes Filterverfahren zu entfernen. Die Richter schrieben: &amp;quot;Diese Behauptung wird gestützt durch die Ausführungen auf Seite 53 des Buches &amp;#039;Die Heilkraft der AFA-Alge&amp;#039;, wonach die AFA-Alge viel kleiner ist als die Microcystine und das Sieb passiert, während jene zurückgehalten werden.&amp;quot;. Dass auch Aphanozimenon-Stämme Microcystine produzieren können, ist in der Fachliteratur bekannt und beschrieben. Das Microcystine winzige Moleküle sind, ergibt sich zwangsläufig von selbst. Kein Gift ist besonders groß, die gefährlichsten sind sogar sehr klein, weil sie sonst Schwierigkeiten hätten, in den Organismus aufgenommen zu werden. Es hätte sogar einem Richter mit normaler Schulbildung auffallen müssen, dass ein Bakterium nichts produzieren kann, was größer als es selbst ist. Schon gar nicht hätten drei Richter den obigen Unfug schreiben dürfen. Dieser bedeutet im übertragenen Sinne, dass ein Gemisch aus Wackersteinen (Afa-Algen) und Staub (Microcystinen) durch ein Sieb geschüttelt werden kann, in dem der Staub liegen bleibt, die Wackersteine aber hindurchfallen. Dass dergleichen Inkompetenz an deutschen Gerichten ein Richteramt ausüben darf, ist einer der vielen Skandale im AFA-Algenzirkus. Dass sich die Richter offenbar aus lauter Faulheit sogar auf die Schriften der die AFA-Algen propagierenden Heilpraktikerin Barbara Simonsohn (siehe Fünf Tibeter) stützten, ist ein Schlag ins Gesicht jedes wissenschaftlichen Sachverstandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Richter erklärten weiterhin, dass das Herausfiltern der Microcystine durch das Vorlegen von Untersuchungszertifikaten durch Sanacell hinreichend belegt worden sei. Dem ist aber nicht so, denn von der Firma wurden keine ELISA-Untersuchungen, sondern vielmehr der PPIA-Test verwendet wird. Wie oben bereits beschrieben, ist der PPIA-Test weitaus ungenauer und dies vor allem in dem Bereich der Microcystinbelastung, um den es sich hier dreht. Hier wird oftmals deutlich weniger bis gar keine Belastung im PPIA angezeigt, während der ELISA noch verlässlich die Giftkonzentrationen anzeigt. So ließen sich die drei Berliner Richter exzellent täuschen und die Verbände zahlten für deren Inkompetenz die Zeche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma Algavital versucht eine andere Taktik, um unliebige Kritik wegzubügeln. Analog wie Sanacell versucht sie haltlose Abmahnungen zu versenden. Hinterlegt man aber eine fundierte Schutzschrift, so schrecken beide vor Klagen offenbar aus Angst vor einer Blamage zurück. Berichten aber Presseorgane kritisch über die giftbelasteten Algen, versucht primär Algavital durch presserechtliche Tricks, Gegendarstellungen plaziert zu erhalten. Sind diesen korrekt formuliert, müssen jene vom jeweiligen Journal unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abgedruckt werden. So geschah dies der Pharmazeutischen Zeitung, die kritisch über diese Algen berichtet hatte. Bei anderen Blättern hingegen gelang der Widerruf, der spätestens nach 3 Monaten plaziert sein muss, nicht. Grund war hierfür die offensichtlich wahrheitswidrige Forderung der Firma Algavital. Algavital nutzt auch gerne auf ihrer Website die Chance, Kritiker zu verleumden. Abmahnungen, die ihr deshalb ins Hause flattern, befolgt sie allerdings dann auch relativ schnell, zahlt aber die entsprechenden Anwaltsrechnungen nicht und lässt es dann offensichtlich auf langwierige Gerichtsprozesse ankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsicht: Verwechslungsgefahr!==&lt;br /&gt;
Eine sowohl in den USA als auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern vertretene Biotech-Firma mit dem Namen Celltech Group (Hauptsitz in Großbritannien, 208 Bath Road, Slough, Berkshire SL1 3WE) verkauft über ihre deutsche Niederlassung (Celltech GmbH &amp;amp; Co. KG, Im Wirringen 25, 45731 Waltrop) seit Mai 2002 ein Methylphenidatprodukt (Equasym) zur Behandlung von ADS/ADHS. Equasym ist neben Medikinet (Fa. Medice) und Ritalin (Fa. Novartis Pharma) das dritte Methylphenidatprodukt, das in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt gekommen ist (vgl. Gelbe Liste). Celltech Group hat mit einem US-amerikanischen Algenanbieter fast gleichen Namens aber nichts zu tun. In den USA hat die Celltech Group verschiedene Niederlassungen (Celltech R&amp;amp;D Inc. in Wayne und in Bothel, Celltech Manufacturing CA Inc. in Santa Ana, Celltech Pharmaceuticals Inc. in Rochester). Ärzte, die Equasym rezeptieren wollen, jedoch bei dem Namen des Anbieters misstrauisch geworden sind, sollten dies berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scientology, Sektengruppen und Pseudowissenschaftler im Spiel==&lt;br /&gt;
Auf der Ebene des Europarates ist es dem US-amerikanischen Top-Scientologen Fred A. Baugham, seines Zeichens pädiatrischer Neurologe, gelungen, die US-Psychosekte ins Spiel zu schleusen. Er selbst propagiert seit Jahren in den USA eine Anti-Ritalin-Kampagne. In Paris konnte er den Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Parlament) in einer gut plazierten Marketingkampagne überrollen. Er sorgte mit einigen anderen dafür, dass eine Anhörung im November 2001 zu einer Farce wurde. Nicht nur gab er die üblichen haltlosen Lügen und Unwahrheiten über ADHS und Methylphenidat zum besten, er sorgte durch Lobbyarbeit hinter den Kulissen dafür, dass an die Mitgliedsstaaten des Europarats die schriftliche Aufforderung erging, den Methylphenidatbedarf zu überprüfen und die Verordnung einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA arbeitet Peter Breggin, ein bisher der Scientology nicht direkt zuzurechnender Autor, mit Fred A. Baugham eng zusammen. Durch einschlägige, reisserische Bücher, in der die üblichen verleumderischen Thesen über wirksame Behandlungsmethoden bei ADHS verbreitet werden, trägt Breggin dazu bei, bei den Betroffenen Angst vor z.B. [[Ritalin|Methylphenidat]] zu schüren. In Deutschland hat seine Thesen der Neurobiologie Hüther aufgenommen, der sich auch nicht zu schade ist, auf Podiumsdiskussionen teilzunehmen, die von schweizerischen Firmen, die der Scientology direkt zuzurechnen sind, aufzutreten. Hüthers Hauptthese, Methylphenidat prädisponiere für M. Parkinson, ist nachweislich falsch und wurde in der Fachliteratur ausführlich wiederlegt. Trotzdem tourt er derzeit durch Europa und schafft es offenbar auch mit Unterstützung von Scientologen, sich in öffentlichen dt.-sprachigen Medien mit seinen falschen Behauptungen zu plazieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Szene um [[Franz Konz]] (siehe Ur-Medizin) ist mir von der Partie. Konz präsidiert bekanntlich dem Bund für Gesundheit e.V., der wiederum eine Hauspostille (Natürlich Leben) sowie ein Beratungstelefon betreibt. Konz schrieb über verhaltensauffällige Kinder in einer der letzten Ausgaben und empfahl, solche Kinder in kompetente Psychotherapie zu bringen. Dabei riet er zur Firma [[KVPM]], die jedoch seit Jahren eine bekannte Deckadresse der US-Psychosekte Scientology in Deutschland ist (siehe Die Scientology Organisation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Esoterikmessen wie den Medizinischen Wochen Baden-Baden, auf denen Sanacell Afa-Produkte vorstellt, wird immer gerne mit Publikationen der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn geworben. In deren Büchern kann man deren indirekte Finanzierung durch diese Firmen leicht nachvollziehen. Sie schreibt selbst in einem ihrer Bücher, dass sie von Algenanbietern Waren zu Testzwecken im Wert von mehreren tausend Euros erhalten hat. Zusätzlich, und dies ist mit Sicherheit kein Zufall, saß Frau Simonsohn über längere Zeit am Beratungstelefon des [[BFG|Bundes für Gesundheit]]. Ihre 14-tägigen Sprechzeiten konnten in Natürlich Leben nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits bei der Ur-Medizin beschrieben, bestehen Verbindungen zwischen Konz und dem wegen Kindsmissbrauchs und Betrugs zu einer 15jährigen Haftstrafe in Paris verurteilten [[Guy-Claude Burger]]. Burgers deutsche Stimme, der [[MLM|Multi-Level-Marketing]] Verkäufer Stephen Janetzko aus Erlangen ist einer der Ansprechpartner, der für das GesundheitsNetzwerk des Pinnow in Erlangen Veranstaltungen organsiert. Dies kann in der Sanacell-Firmenzeitung FORUM (Ausgabe 08/2002) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man erkennt, gibt es enge Verflechtungen zwischen sektenähnlich operierenden Gruppen, der US-Psychosekte Scientology und den die Algen verkaufenden Firmen in Europa. Es liegt nahe, zu vermuten, dass es sich bei einigen dieser Firmen um abgetauchte bzw. abgetrennte Scientologen-Netzwerke handelt, die zwar scientologische Methoden anwenden, sich aber nicht offen zur Scientology bekennen. Die genannten Netzwerke sind übrigens nur nur die Spitze des Eisberges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Beasley VR, Lovell RA, Holmes KR, Walcott, HE, Schaeffer DJ, Hoffmann WE, Carmichael WW: Microcystin-LR decrease hepatic and renal perfusion and causes circulatory shock, severe hypoglycemia and terminal hyperkalemia in intravasculary dosed swine. J Toxicol Environm Health 61 (Part A): 281-203, 2002&lt;br /&gt;
*Chernoff N, Hunter ES, Hall LL, Rosen MB, Brownie CF, Malarkey D, Marr M, Herkotivs J: Lack of teratogenicity of microcystin-LR in the mouse and toad. J Appl Toxicol 22: 13-17, 2002&lt;br /&gt;
*Gilroy DJ, Kauffman KW, Hall RA, Huang X, Hu FS: Assessing potential health risks from microcystin toxins in blue-green algae dietary supplements. Environment Healtch Perspect 108: 435-439, 2000&lt;br /&gt;
*Jensen GS, Ginsberg DI, Huerta P, Citton M, Drapeau C: Consumption of Aphanizomenon flos-aquae has rapid effects on the circulation and function of immune cells in humans. A novel approach to nutritional mobilization of the immune system. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 50-58, 2000&lt;br /&gt;
*Kushak RI, Drapaeu C, Van Cott, EM, Winter, HH: Favorable effects of blue-green algae Apha-nizomenon flos-aquae on rat plasma lipids. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 59-65, 2000&lt;br /&gt;
*Lyra C, Suomalainen S, Gugger M, Vezi C, Sundman P, Paulin L, Sivonen K: Molecular characterization of planktic cyanobacteria of Anabaena, Aphanizomenon, Microcystis and Planktothrix genera. Int J System Evolut Microbiol 51: 513-526, 2001&lt;br /&gt;
*Manoukain R, Citton M, Huerta R, Rhode B, Drapeau C, Jensen GS: Effects of the blue-green algae aphanizomenon flos aqua (L.) Ralphs on human natural killer cells. In: Savage L (Ed.): Phytoceuticals. 1.1. Chap. 3.1., Seite 233-241, 1998&lt;br /&gt;
*NCI Nomination: Blue-Green Algae. Submitted to the NTP. September 2000&lt;br /&gt;
*Ray RA: Microalgae as food and supplement. Crit Rev Food Sci Nutr 30: 555-573, 1991&lt;br /&gt;
*Schaeffer DJ, Maplas PB, Barton LL: Risk assessment of microcystins in dietary Aphanizomenon flos-aquae. Ecotoxicol Envinron Saf 44: 73-80, 1999&lt;br /&gt;
*Shun-Zhang Y: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 675-682, 1995&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität - ein Problem unserer Zeit. Erfahrungsheilkunde, Nr. 8, 516-527, 2000&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Hyperaktivität - warum Ritalin keine Lösung ist. W. Goldmann Verlag, München, 2001&lt;br /&gt;
*Ueno Y, Nagata S, Tsutsumi T, Hasegawa A, Watanabe MF, Park HD, Chan GC, Chen G, Yu SZ: Detection of microcystins, a blue-green algal hepatotoxin, in drinking water sampled in Haimen and Fusui, endemic areas of primary liver cancer in China, by highly sensitive immunoassay. Carcinogenesis 17: 1317-1321, 1996&lt;br /&gt;
*Yu SZ: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 674-682, 1995&lt;br /&gt;
*Yu SZ, Chen G: Blue-green algae toxins and liver cancer. Chin J Cancer Res 6: 9-17, 1994&lt;br /&gt;
*Zhang Z, Lian M, Liu Y, Wei G, Yu S, Kang S, Zhang Y, Chen C: Teratosis and damage of viscera induced by microcystin in SD rat fetuses. Zhonghua Yi Xue Za Zhi 82: 345-347, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.uni-konstanz.de/news/mittshow.php?nr=12&amp;amp;jj=2008 Universität Konstanz zu Algenpräparaten&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cd/987&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cm/208/afa_algen_und_afa_algenpropdukte.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.dge.de/modules.php?name=News&amp;amp;file=article&amp;amp;sid=321&lt;br /&gt;
*http://ads-adhs.de.vu/algen.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Beutelschneiderei]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;br /&gt;
[[category:Heilmittel in der Pseudomedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=33141</id>
		<title>AFA-Algen</title>
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		<updated>2009-11-21T11:36:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Gesundheitsschäden */ vor Allem -&amp;gt; vor allem&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:afa2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Afa-Algen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Aphanizomenon flos-aquae) sind Bakterien der Abteilung [http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien  Cyanobakterien] und werden auch Blaualgen genannt. Diese werden seit einigen Jahren als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (NEM) angeboten. Entsprechend der häufigen Vorgehensweise von Vermarktern von &amp;quot;Wundermitteln&amp;quot; wurden über diese schlichte Alge diverse Märchen und beleglose Behauptungen verbreitet und ihr Heilwirkungen bei [[Ritalinkritik|ADHS]] bis [[Unkonventionelle Krebstherapien|Krebs]] und natürlich allen üblichen [[Zivilisationskrankheit]]en angedichtet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich jedoch Lebensmittel und unterliegen daher dem [[LFGB]] (Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch). Laut LFGB sind gesundheitsbezogene Werbung und werbeähnliche Äußerungen untersagt und können kostenpflichtig abgemahnt werden. Problematisch ist, dass in diesen Algen z.T. sehr giftige (lebertoxische) Microcystine vorhanden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Afa-Algen sind keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien==&lt;br /&gt;
Die als Afa-Algen bezeichneten Lebewesen sind zur Photosynthese befähigte Einzeller (Eubakterien), die evolutionsgeschichtlich sehr alt sind. Viele Stämme dieser Bakterien sind in der Lage, hochwirksame Gifte (Microcystine, Anatoxine, Saxitoxin) zu produzieren, welches sich in den Bakterien selbst sowie in den sie verzehrenden Meerestieren anreichert. Man nennt sie deshalb auch blaugrüne Cyanobakterien. Eine ausführliche Darstellung über Microalgen und deren Belastung mit Algentoxinen finden sie in den Guidelines for Safe Recreational-water Environments (Vol. I: Coastal and Fresh-waters), Oktober 1998 &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~tennisplatzis/paralex/content/who_Recreawat-II.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beworbene Indikationen==&lt;br /&gt;
Afa-Algen werden von unterschiedlichen Firmen als Lebensmittel angepriesen. Je nach Lokalisation der Firma werden verschiedene heilende Aussagen getroffen. In den USA werden die Mittel u.a. von der Fa. Bluegreen (von der auch deutsche Firmen ihre Produkte beziehen) als Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Immunschwächeerkrankungen anderer Art, ADHS, Hypercholesterinämie und zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens beworben. Für diese propagierten Aussagen liegen keine glaubwürdigen Wirksamkeitsnachweise vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
Seriöse Studien über die Wirkung der AFA-Algen gibt es im internationalen wissenschaftlichen Schrifttum nicht. Es gibt allerdings einige Nischenpublikationen wie einen Buchbeitrag (Manoukain et al. 1998) und Journalartikel (Kushak et al. 2000, Jensen et al. 2000). Letztere stammen aus dem Journal of the American Nutraceutical Association (JANA). Allein diese Titelwahl soll den Leser verwirren, denn die American Medical Association, die größte US-Vereinigung für Fachärzte der Inneren Medizin, gibt mit JAMA eine ähnlich klingende Fachzeitschrift heraus, die sich Journal of the American Medical Association (JAMA) nennt. JANA ist nicht in medizinischen Fachinformationsdiensten wie Medline gelistet, JAMA hingegen sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Studie von Manoukain et al. (1998) wurde festgestellt, dass man durch die Gabe von 1.5 g Afa-Algen bei fünf gesunden Freiwilligen eine signifikante Verringerung der Natürlichen Killerzellen innerhalb von 2 Stunden nach dem Schlucken bewerkstelligen konnte. Die Menge an NK-Zellen sank um 63%. Dies verwundert nicht, denn die unten noch näher beschriebenen Algentoxine greifen u.a. direkt die Zellstrukturen von weißen Blutkörperchen an und können die Aufnahme von Nahrungsenergie (z.B. Glukose) durch die Zellwand hemmen. Wahrscheinlich resultiert die Reduktion der NK-Zellen auf einer direkten Giftwirkung der in den Afa-Algen vorhandenen Microcystine oder des Saxitoxins, das in geringeren Mengen Auswirkungen auf Blutzellen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer zweiten Studie (Jensen et al. 2000) wurden 21 gesunde Probanden mit 1.5 g Afa-Algen über sechs Wochen behandelt. Unter der Afa-Algenbehandlung kam es zu einem deutlichen Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen, was unter Placebogabe nicht eintrat. Dieser Effekt wurde von den Autoren als Stimulation des Immunsystems interpretiert, die eine Verbesserung der Abwehrsituation anzeige. Dieser Schluss ist lächerlich, denn wenn man eine Substanz verzehrt, die Zellgifte enthält, welche im Organismus z.B. Leberzellen verstärkt in den Selbstmord treiben können (Auslösung der Apoptose), erklärt sich der Anstieg der Abwehrzellen wesentlich offensichtlicher. Stirbt im Organismus Zellgewebe ab, weil es beschädigt wurde, dann ändert sich die Oberflächenstruktur der betroffenen Zellen. Diese werden dadurch für das Abwehrsystem als zur Entsorgung freigegeben gekennzeichnet, daraufhin von weißen Blutkörperchen angegriffen und verzehrt. Je mehr solche betroffenen Zellen sterben, desto höher ist der Bedarf an den sie verzehrenden weißen Blutkörperchen. Die Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen ist nur die Folge einer durch Algengifte verursachten, niedrigschwelligen Entzündungsreaktion u.a. von Leberzellen. Jensen et al. (2000) verloren kein Wort über den Zustand der Leber oder der Nieren der Probanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kushak et al. (2000) veröffentlichten eine Studie, die an Ratten zeigen sollte, dass der Konsum von Afa-Algen den Blutfettspiegel zu regulieren in der Lage sei. Sie gaben den Tieren unterschiedliche, mit ungesättigten Fettsäuren angereicherte Diäten. Daneben reicherten Sie die Diät z.T. mit 10-15% Afa-Algensubstanz an. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die keinen Afa-Zusatz erhielt, wiesen die beiden Afa-Untersuchungsgruppen eine deutliche Senkung des Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegels im Serum auf. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Afa-Algen einen cholesterinsenkenden Effekt hätten und empfahlen, diese Wirkung im Lebensmittelsektor auszunutzen. Auch dieses Resultat wundert mich nicht, lässt es sich doch erneut mit der Giftwirkung von Algentoxinen erklären. Die Leber ist das Zielorgan für Microcystine, die sich dort anreichern. Dies ist auch bei Ratten nachgewiesenermaßen der Fall. Die Leber ist aber gleichzeitig der Produktions- und Umschlagsort für Blutfette. Da Microcystine auch in niedriger Dosierung auf Leberzellen von Ratten schädigend wirken, sinkt mit steigender Afa-Menge logischerweise die Syntheseleistung der Leberzellen, weil sich eine zunehmende toxinbedingte Organentzündung in einer verschlechterten Syntheseleistung niederschlägt. Interessanterweise hatten die Autoren weder Leberwerte berichtet, die auf die Organfunktion hätten schließen lassen, noch hatten sie nach dem Fütterungsversuch über histologische Leberuntersuchungen der Tiere berichtet, um eventuelle Auswirkungen der Algentoxine zu bewerten. Dies lässt darauf schließen, dass sie offenbar befürchteten, negative Auswirkungen zu finden. Wer nicht sucht, findet nicht und kann dem Leser in die Tasche lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Studien sind kein Beleg für die Wirkung von Afa-Algen, zumal keiner der Autoren in seinen Berichten genaue Angaben über die Microcystin-, Anatoxin- und Saxitoxingehalte der verwendeten Afa-Produkte machte. Bei jeder Studie war ein Vertreter von Bluegreen, dem größten US-amerikanischen Afa-Algenproduzenten, Mitautor. Dies lässt auf eine direkte Einflussnahme und auf Gefälligkeitsstudien schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt im Bereich der Therapie hyperaktiver Kinder bisher keine einzige seriöse Studie, die bewiesen hätte, dass Afa-Algen einen therapeutischen Vorteil erbracht hätten. Man muss sich recherchemäßig fast auf den Kopf stellen, um zumindest indirekte Hinweise zu erhalten, denn im internationalen medizinischen Fachschrifttum gibt es keine einzige Afa-Studie. Auch das Durchforsten von Doktorarbeiten oder Habilitationsschriften deutscher Universitäten erbringt keine einzige Untersuchung mit diesem Nahrungsergänzungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Buch der Heilpraktikerin und Diplom-Politologin Barbara Simonsohn (2001), die Afa-Algen als Ersatz für Ritalin vorstellt, findet man einen ersten Hinweis. Sie berichtet über Einzelfälle, die als Belege dargestellt werden: Julian, 13, war sprunghaft, ungewöhnlich rastlos, unkonzentriert und ermüdete schnell. Sein Verhalten war dominant, undiplomatisch und oft verständnislos. Julian ist seit Afa-Algen-Einnahme weniger impulsiv, er findet nach einem Wutanfall leichter zurück zum Normalzustand, kann besser nachgeben und ist lustiger und fröhlicher. Diesem lächerlichen Beweis fehlt so ungefähr alles, was es erlaubt, eine seriöse DSM-IV-basierte Beurteilung der Hyperaktivität des Kindes zu erstellen. Die Heilpraktikerin hat nur einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Symptomatik eines hyperaktiven Kindes beschrieben. Da die anderen Fallbeschreibungen in ihrem Buch von ähnlicher Güte sind, stellt sich die Frage, ob Simonsohn wirklich eine Ahnung von dem hat, über was sie schreibt. Da sie als Werbeinstrument für Algenhersteller dient, sind ihre Publikationen wohl nichts anderes als direkte Schleichwerbung für Afa-Algen, an denen sie gut verdient. Sie selbst gibt in ihrem Buch offen zu, von mindestens drei deutschen Anbietern mit Afa-Pillen im Marktwert von 7.500 Euro ausgestattet worden zu sein, um Kinder von 44 Familien zu behandeln. Die Heilpraktikerin empfahl den Kindern eine Dosis von 1.5 g/d und die Beobachtung soll 10 Wochen gedauert haben. Kalkuliert man die Tagesdosis mit 1 Euro, hätte die Dame 5.000 Tagesdosen ausreichen können. Weil man 80 Tagesdosen pro Kind braucht, hätte man mindestens 60 Kinder behandeln können. Es sind aber nur 19 Kinder in der Publikation der Heilpraktikerin grob beschrieben. Da 44 Familien gemeinsam wohl kaum 19 Kinder haben können, dürfte sich die Heilpraktikerin entweder jene Fälle herausgesucht haben, bei denen ihre schlampige Diagnostik einer wahrscheinlich gar nicht bestehenden ADHS durch Afa-Algen &amp;#039;geheilt&amp;#039; wurde oder sie hat, wie in solchen Jubelpublikationen üblich, die Krankengeschichten erfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blickt man in populärwissenschaftliche Zeitschriften der [[Ganzheitsmedizin]], findet sich eine Publikation von Simonsohn im Jahr 2000. Hier berichtete sie über verschiedene Studien, die angeblich die Wirksamkeit bei Afa-Algen bewiesen haben sollen. In der sog. The kid.com Study, die von einem Afa-Anbieter durchgeführt worden sein soll, sollen Symptomverbesserungen bei Kindern erreicht worden sein. Was genau diagnostiziert wurde und welches Resultat sich vor und nach der Studie exakt dargeboten hat, gibt die Autorin nicht wieder. Sie gibt nur folgendes bei den Kindern an: Signifikante Verbesserungen in ihrer Fähigkeit, zu fokussieren, Anweisungen zu folgen und sich zu konzentrieren. Eine Abnahme von streitsüchtigem, fordernden und kämpferischen Benehmen. Weniger Symptome von Angst und Depression. Verbesserung des sozialen Verhaltens. Weniger Zeichen von emotionalen und verhaltensmäßigen Abgelenktsein. Weniger Wutanfälle und Erziehungsprobleme. Weniger Verhaltensauffälligkeiten, die man als merkwürdig klassifizieren könnte. Weniger körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Magenschmerzen, für die kein offensichtlicher Grund vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Untersuchungsmerkmale mit den DSM-IV Diagnosekriterien für ADHS vergleicht, kommt man mit sehr viel Mühe auf gerade einmal zwei ADHS-Merkmale. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei den Kindern in der Kid.com-Studie nicht um hyperaktive Kinder gehandelt hat. Da wundert es nicht, wenn Simonsohn (2000) schreibt: Die beiden Behandlungsformen (gemeint ist der Vergleich zwischen Ritalin und Afa-Algen) waren gleichermaßen effektiv. Wer den Eindruck hinterlässt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und gleichzeitig so wenig Ahnung von ADHS hat, wie Frau Simonsohn, mag diesen Schluss ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sieht es bei einer zweiten Studie aus, die Simonsohn (2000) referiert. Es handelt sich um den The Children &amp;amp; Algae Report, bei dem die beteiligten Eltern die Produkte eines Afa-Algenanbieters sogar selbst zahlen mussten. Die Bewertung der Kinder erfolgte mit einem Aschenbach-Bewertungsschema, welches u.a. Aufmerksamkeit, Aggression, soziale Probleme, Ängstlichkeit/Depression, Straffälligkeit, Denkprobleme, Zurückgezogenheit und eine Bewertung namens somatisch beurteilen soll. Dieses pseudowissenschaftliche Bewertungsschema ist in der seriösen ADHS-Diagnostik vollständig unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In keiner der von Befürwortern durchgeführten Studien, sofern diese überhaupt erreichbar sind, ist eine glaubwürdige, realitätsbezogene Selektion des untersuchten Kollektivs nach etablierten Diagnosemethoden erfolgt. Offenbar wurden die üblichen DSM-Kriterien nicht als Bewertungs- und Einstufungsgrundlage angewendet. Allein diese methodischen Unzulänglichkeiten machen die bisherigen Befürworterstudien in meinen Augen unglaubwürdig. Der Umstand, dass in keiner Studie mitgeteilt wird, ob nach Toxinen in den Afa-Algen gesucht worden war oder ob zumindest Leber- und Nierenparameter zur Absicherung von negativen Auswirkungen dieser Gifte laborchemisch bestimmt worden sind, zeigt, dass in diesen Studien offenbar nicht mit großer wissenschaftlicher Genauigkeit vorgegangen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Quelle, der sog. &amp;#039;&amp;#039;The Nicaragua Report&amp;#039;&amp;#039;, die von der US-Algenfirma Bluegreen gesponsort wurde, ist in Wahrheit eine spanischsprachige Doktorarbeit aus dem von Wirtschaftskrisen und politischen Händeln zerrissenen Nicaragua. Das Land ist bekannt dafür, eine hungernde Bevölkerung zu besitzen und es ist leicht, dort für wenige Dollars Gefälligkeitsstudien zu lancieren. In der seriösen wissenschaftlichen Szene wären diese bedeutungslos, aber für den unwissenden Verbraucher sind solche Studien exzellentes Marketingmaterial. In einem 14 Seiten dünnen A5-Heftchen wird auf populärwissenschaftliche Weise beschrieben, wie Afa-Algen in einer Schule, in der zu Studienbeginn mehr als 80% der 6-11jährigen Kinder unterernährt waren, der Ernährungsstatus, die Schulnoten und das Verhalten der Kinder positiv beeinflusst worden sein sollen. Angeblich sei innerhalb eines halben Jahres die Fehlernährungsrate von 86% auf 21% gefallen. Überflüssig zu betonen, dass auch hier weder Toxinbestimmungen der Afa-Algen noch einschlägige Leber- und Nierenwerte berichtet wurden. Dass vorher mangelernährte Kinder mit wenigen Gramm proteinhaltiger, aber vitamin- und mineralstoffarmer Afa-Algen Normalgewicht erreichen sollen, wirkt einfach nur lächerlich. Höchstwahrscheinlich wurden die teilnehmenden Kinder mit einer Schulspeisung angelockt und nahmen deshalb zu. Niemand dürfte vor Ort etwas gegen dieses Vorgehen eingewendet haben. Dass man die daraus resultierenden Scheinergebnisse im Westen als Beweis verkauft, dürfte in Nicaragua unbekannt sein und spielt für die Menschen dort in Wirklichkeit auch keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Marketingskampagnen für AFA-Algen==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren schlug eine Marketingkampagne aus den USA in Europa auf. Im Zuge der Diskussion um Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-und-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), wurde eine Vielzahl von Alternativen zur etablierten [[Ritalin]]therapie auf den Markt gebracht. Dabei spielt die Psychosekte [[Scientology]] im Konzert mit anderen sektenähnlich operierenden Gruppen und Firmengeflechten eine herausragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bis zu 15% der kindlichen Bevölkerung an ADHS leiden, jedoch nur ein winziger Bruchteil adäquat versorgt wird, sind die Eltern dieser Kinder einer enormen Belastung ausgesetzt. Sie suchen nach Alternativen und diese werden ihnen in Form angeblicher Wundermittel angeboten. Dazu gehören auch die Nahrungsergänzung aus blaugrünen Algen der Gattung Aphanizomenon flos Aquae (sog. Afa-Algen). Diese werden als therapeutische Alternative zur Substition mit Methylphenidat (Ritalin/Novartis, Medikinet/Medice, Equasym/Celltech Group) propagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unverantwortliche Werbeaussagen==&lt;br /&gt;
Im April 2002 verschickte KEIMLING Naturkost in Buxtehude einen Werbebrief, in dem unter dem Titel &amp;quot;Sind Klamath Uralgen gefährlich?&amp;quot; u.a. folgende Behauptung zu lesen war: &amp;#039;&amp;#039;Das Landwirtschaftsministerium in Oregon hat einen Grenzwert von 1.0 Microgramm/kg Klamath Uralge festgesetzt. Wenn Sie täglich 2 g der Uralgen verzehren, wären demnach 2 Microgramm Microcystin zulässig. Ihr amtlicher Sicherheitsfaktor beträgt 11655.&amp;#039;&amp;#039;.... und weiter heißt es: &amp;#039;&amp;#039;...Demnach könnte ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht 23310 Microgramm Microcystin-LR zu sich nehmen, ohne gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen&amp;#039;&amp;#039;. Dies mag der Geschäftsführer der Firma Keimling, Winfried Holler, einmal am eigenen Leibe auspropieren. Er dürfte diesen Selbstversuch mit dem Leben bezahlen. Allerdings hat sein Haus einen Vorteil: es verkauft tiefgefrorene E3LIVE(tm)-Algen. Unseren Analysen zufolge enthält dieses Produkt keinerlei Microcystine ... der mikroskopische Augenschein zeigt aber ebenso, dass es sich offenbar nicht um ein Afa-Cyanobakterienprodukt handelt. Vielmehr tauchen unter dem Mikroskop Gräser und normale Algen auf, so dass man den Eindruck hat, als ob jemand einfach mit der Harke durch einen See gefahren ist, das Resultat zerkleinert hat und als Cyanoalgenprodukt anpreist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellung und AFA-Algen Anbau==&lt;br /&gt;
[[image:klamath2.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus geringer Höhe|250px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath3.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus größerer Höhe|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath4.jpg|Infrarotaufnahme der Region um den Upper Klamath Lake mit dichter landwirtschaftlicher Nutzung|thumb]]&lt;br /&gt;
Aphanizomenon flos Aquae-Algen werden in unterschiedlichen Regionen der Erde gefunden. Jene Produkte, die derzeit in den USA und Europa verkauft werden, stammen nach Angaben der Hersteller aus dem Upper Klamath Lake im US-Bundestaat Oregon. Dieser See ist Teil einer riesigen Seenplatte, aus der nur ein einziger Fluss (der Klamath River) nach dem Grenzübertritt in den US-Bundesstaat California in den Pazifik mündet. Die Region dient als Brutstätte für Seelachse, ist aber seit 150 Jahren dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Upper Klamath Lake dient als Wasserreservoir für die ihn an drei Seiten umgebenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Anbaugebiete. Die exzessive Wasserentnahme der letzten Jahrzehnte hat zu einer erheblichen Senkung des Seewasserspiegels geführt, so dass derzeit die den See bildende Wasserschicht dünner ist als die Schlammschicht am Seegrund. Die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt ist mittlerweile so desolat, dass es regelmäßig zu Fischsterben im Upper Klamath Lake kommt. Umweltschutzorganisationen versuchen seit Jahrzehnten, den zu hohen Wasserabzug aus dem See zu bremsen und die Wasserqualität zu steigern. Das Fischsterben ist regelmäßig auf die Produktion von Microcystinen durch im Wasser vorkommende und durch die Überdüngung massiv wachsenden blaugrünen Cyanobakterien zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Anbieter von Afa-Algen dem Käufer mit offensichtlich geschönten Seeaufnahmen eine heile Umwelt vorzugaukeln versuchen, teilen Anwohner des Upper Klamath Lakes in Webforen mit, dass die Gewinnung der im See wachsenden Algen z.T. mit Schleppern und Baumaschinen erfolgt, wobei das dicht wachsende Gemisch aus Algen, Seegras und blaugrünen Cyanobakterien zum Teil vermischt mit Schlamm herausgebaggert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Anbaumethoden ist es nicht verwunderlich, dass die Qualität einiger der gewonnenen Afa-Produkte zu wünschen übrig lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Werbetrick mit der Kameraperspektive==&lt;br /&gt;
[[image:klamath8.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Geschäftsführer Sanacells, Eckart Pinnow, verkündete in seiner Hauspostille Forum - Informationen für Mitglieder des GesundheitsNetzwerkes (Nr. 5, 2002), dass seine Afa-Produkte nicht microcystinbelastet seien. Pinnow ist in dieser Ausgabe in einem Boot abgebildet, dass auf dem Upper Klamath Lake schwimmt. Der Untertitel lautet: &amp;quot;Dipl.-Ing. Eckart Pinnow überprüft persönlich den Qualitätssicherungsprozess am Klamath-See&amp;quot;. Sein Boot ist dabei an der einzigen Stelle des Sees positioniert, die nicht von Landwirtschaft und Industrie umgeben ist. (siehe zum Vergleich weiter oben). Pinnow ist ursprünglich vom Ostufer des Sees einige hundert Meter in den See gefahren und ließ sich in östlicher Richtung mit Blick auf die Berge photographieren. Wäre die Kamera einige Grad nach links geschwenkt, hätte man die Straße und einige Wohngebiete der naheliegenden Stadt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==AFA-Algen und Microcystinbelastung==&lt;br /&gt;
[[image:afa1.jpg|Anabaena|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Hauptproblem der Algenprodukte stellt nicht ihr Lebensmittelcharakter dar, denn es handelt sich um eher minderwertige Nahrungsmittel mit geringem Mineralien- und Vitamingehalt (Ausnahme: Vitamin A) und hohem Proteingehalt. Hauptproblem ist vielmehr die Beimengung von Cyanobakteriengiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aktuellen Publikationen, die verschiedene Stämme der blaugrünen Cyanobakterien Anabaena, Aphanizomenon, Calothrix, Cylindrospermum, Nostoc, Microcystis, Planktothrix, Oscillatoria und Synechococcus genera untersuchten, fanden sich immer wieder Sorten, die die Kampfgifte der Klasse der Microcystine und der Anatoxine produzierten (Lyra et al. 2000). Auch ist bekannt, dass einige Arten der blaugrünen Cyanobakterien das Nervengift Saxitoxin produzieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter der Algen sind sich des Toxinproblems bewußt. Ray (1991) schrieb schon vor 10 Jahren, dass einige A.f.a.-Stämme hochwirksame Nervengifte produzieren könnten, diese Gifte aber in Nahrungsmitteln aus Algen des Upper Klamath Sees in Oregon nicht gefunden worden seien. Seine Ansicht wird von einer Arbeit von Schaeffer et al. (1999) unterstützt, die in Algen eine Beimengung durch eine Microcystin-produzierende Alge (Microcystis spp.) nachwiesen. Demzufolge sei diese Beimischung an dem Toxineintrag schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es eine Veröffentlichung, die sich mit Microcystinbelastungen von A.f.a.-Nahrungsergänzungsmitteln befasst, die aus dem Upper Klamath See gewonnen werden. Gilroy et al. (2000) analysierten Microcystinkonzentrationen in vier verschiedenen Afa-Produkten über vier Jahre hinweg (1996-1999) und alle Produkte enthielten Microcystine in unterschiedlicher Menge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von A.f.a.-Produkten weisen jedoch die Microcystinbelastung generell weit von sich. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass Aphanizomenon Flos Aquae keine Microcystine produziere und führen Studien an, in denen dergleichen nachgewiesen worden sei. Das wirkt befremdlich, denn selbst der sich für Algenprodukte einsetzende US-amerikanische Professor Wayne Carmichael schrieb noch am 30.01.2002 auf seiner Homepage unter Bezugnahme auf einen Artikel im Scientific American: &amp;#039;&amp;#039;..Anabaena, Oscillatoria, Lyngbya, and Aphanizomenon produce neurotoxic anatoxins and/or saxitoxins. Anatoxin-a and Anatoxin-a(s) seem unique to cyanobacteria, while saxitoxin also arise in certain marine algae. Anatoxin-a is a potent nicotinic agonist that mimics acetylcholine and is used as a research tool in neurobiology. Anatoxin-a(s) is a structurally new organophosphate that inhibits acetylcholinesterase. Saxitoxin prevents acetylcholine from being released from neurons by blocking the inward flow of sodium ions across the axonal membrane channels, disrupting the communication between neurons and muscle cells...&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtet man den Blick in die Fachliteratur, gibt es offenbar einige Stämme von Aphanizomenon Flos Aquae, die keinerlei Microcystine produzieren. Lyra et al. (2001) nennen hier Aphanizomenon sp. 202, A. sp. TR183 (AJ133155), A. sp. PCC 7905, A. sp. PH-271, A. flos aquae NIES 81 und Aphanizomenon gracilie PH-219. Allerdings sind diese Aphanizomenon-Bakterien genetisch ausgesprochen eng verwandt mit den Anabaena-Bakterien, die selbst durchaus Neurotoxine erzeugen. Beide Gattungen sind ausgesprochen klein und unterscheiden sich offenbar nur unter dem Mikroskop eindeutig voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unzuverlässige Testmethoden==&lt;br /&gt;
Microcystine und Saxitoxine, die wichtigsten Gifte in Cyanobakterienprodukten, sind nicht einfach zu messen. Es gibt verschiedene Messmethoden, die teilweise sehr aufwändig, zeitraubend und teuer sein können. Grundsätzlich stellt sich das Problem der Wahl des Nachweisverfahrens, denn es gibt Verfahren, die die Gifte direkt sichtbar machen, und Analysen, die die Gifte nur indirekt messen. Außerdem sind die Messverfahren unterschiedlich empfindlich. Zusätzlich erschwert wird die Suche, weil diese Tests in der Lebensmittelanalytik nur selten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell stellt sich die Wahl zwischen dem Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder dem Protein Phosphatase Inhibition Assay (PPIA). Andere Verfahren wie die High Performance Liquid Chromatography (HPLC) oder Liquid Chromatography/Mass Spectrometry (LC/MS) kommen wegen zu hoher Kosten oder noch nicht etablierter Nachweismethodik nicht in Frage. Die Testmethoden von ELISA und PPIA sind unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ELISA werden hochspezifische Antikörper eingesetzt, die gegen Microcystinmoleküle gerichtet sind. Diese Antikörper docken an Microcystine an. In einem zweiten Schritt klebt man einen weiteren Antikörper, der nur an den bereits eingesetzten Antikörper, nicht aber direkt an Microcystin andocken kann, an diesen Microcystin-Antikörperkomplex. Dies tut man, weil erst der zweite Antikörper einen fluoreszierenden Farbstoff tragen kann, den man mit speziellen Analyseverfahren sichtbar macht und dann in seiner Konzentration messen kann. Ein direktes Ankoppeln des zweiten, den Farbstoff tragenden, Antikörpers an das Microcystin ist nicht möglich, da dieser Antikörper zu klobig und ungenau wäre. Vergleichbar ist dieses Verfahren mit dem Angeln. Der Fisch ist das Microcystin, der Köder ist der 1. Antikörper und erst, wenn man den Fisch mit der Angelschnur (dem 2. Antikörper) herausgezogen hat, weiss man am Ende, was man gefangen hat. Der ELISA hat den Vorteil, dass er direkt das vorhandene Gift misst. Er kann dies mit einer Genauigkeit tun, die ein Microcystinmolekül in einer Lösung von 10 Milliarden anderen Molekülen herausfinden kann. Die Genauigkeit liegt bei 0,1 ppb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im PPIA ist das Testprinzip hingegen völlig anders. Hier wird die bremsende Wirkung der Microcystine auf eine enzymatisch gesteuerte Umwandlungsreaktion gemessen. Microcystine bremsen die Protein Phosphatase, die die Dephosphorylierung von p-Nitrophenylphosphat steuert. Durch Nachweis der Ausgangs- und Endprodukte des Umwandlungsprozesses kann man indirekt auf die Konzentration der Microcystine zurückschließen. Ein direkter Nachweis der Microcystine geschieht jedoch nicht. Der Test hat auch den Nachteil, dass er nur eine einzige Wirkung der Microcystine erfasst und dabei unberücksichtigt lässt, dass im Organismus durch verschiedene Microcystintypen unterschiedliche Enzymsysteme beschädigt werden können. Der PPIA ist nicht so genau wie der ELISA, denn er gibt nach Lawrence et al. (2001) in der Regel deutlich niedrigere Belastungswerte für Microcystine aus, die manchmal 10-40% unter den im ELISA gemessenen Konzentrationen liegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von AFA-Algen legen zum Nachweis der angeblichen Produktgüte in der Regel PPIA-Analysen vor. Dies ganz offensichtlich deshalb, weil mit dieser Testmethode nur ein Teil der Microcystine (und dieser wiederum nicht sicher) gemessen werden kann. Auf diese Weise schönt man die Resultate mit der methodenbedingten Ungenauigkeit des Messverfahrens nach unten. Dies trägt zur Verunsicherung des Verbrauchers bei und kann (wie unten näher beschrieben) sogar vor Gericht Vorteile bringen, weil Richter nicht selten bereits zu abgehoben sind, um sich mit den Hintergründen von Prüfmethoden zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesundheitsschäden==&lt;br /&gt;
In den USA listete die US-Gesundheitsbehörde FDA im leider mittlerweile nicht mehr online abrufbaren Med Watch Programm 57&amp;amp;nbsp;Schadensfälle bis zum Jahr 1998 auf, die in zeitlichem Zusammenhang mit Afa-Konsum zu stehen schienen. Ebenso warnte Health Canada Online bereits im Jahre 1999 vorbeugend vor blaugrünen Algenprodukten, vor allem vor der Anwendung bei Kindern. Auch Erwachsene sollten Vorsicht bei der Einnahme bis zu dem Zeitpunkt walten lassen, an dem die Produktsicherheit zweifelsfrei gewährleistet sei.&amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.hc-c.gc.ca/english/protection/warnings/1999/9969ebk.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Der STERN veröffentlichte im Artikel Die Grüne Gefahr (Nr.8/2002) Warnungen über die Giftstoffe in Algenprodukten am 14.&amp;amp;nbsp;Februar 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich den deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene seit Mai 2002 Laboranalysen über den Microcystingehalt in Afa-Produkten vorliegen, haben sie bis heute keinerlei Schutzmassnahmen über die bereits angesprochene Warnmeldung hinaus unternommen. Dies wird mit dem Fehlen eines Microcystingrenzwertes begründet (vgl. hierzu [[Spirulina]]). Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Grüner Lobbyismus im Spiel ist, denn offenbar pflegen einige Algenhersteller exzellente Kontakte zu den deutschen Bündnisgrünen nahestehenden Prüflabors, die sich einer verbraucherkritischen Untersuchung der Algenprodukte entziehen. Vor allem in alternativen und esoterischen Kreisen wurden die Wunderalgen stark propagiert. Offenbar befürchtet man bei den Grünen, aufgrund des eigenen Fehlverhaltens in den sich abzeichnenden Skandal einbezogen zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt mittlerweile auch in Deutschland Berichte über Personen, die über Symptome nach dem Konsum von Afa-Algenprodukten klagten. Diese Symptome stellten sich nach einigen Monaten kontinuierlicher Einnahme ein, klangen nach dem Absetzen aber wieder ab und verschwanden. Eine Betroffene bekam Taubheitsgefühl in den Fingern bis hin zum totalen Durchblutungsstopp in den letzten zwei Fingergliedern, des Weiteren häufiges Kribbeln wie bei einer Minderdurchblutung und dies auch ansatzweise in den Zehen. Des Weiteren beklagten die Betroffenen brüchige, wie erweicht erscheinende Fingernägel sowie eitrige, sich langwierig hinziehende Entzündungsherde der Haut im Bereich des Gesichts und des Rückens. Ein anderer Betroffener schilderte, dass er nach längerer Einnahme sehr schmerzhafte, chronische Halsschmerzen entwickelt hätte und neben den analog bereits beschriebenen Hautentzündungserscheinungen vor allem extrem langanhaltende Muskelschmerzen bereits nach normaler sportlicher Aktivität bekommen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Hinweise deuten auf eine chronische Langzeitbelastung mit Microcystinen hin. Microcystine verursachen Leberschäden, Nierenversagen und können auch, weil sie die Natriumkanäle der Nerven blockieren können, die Impulsübertragung menschlicher Nervenzellen unterbrechen, was bis zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Auch krebserzeugende Wirkungen sind nachgewiesen (NCI 2000). In China gibt es beispielsweise ausreichend Hinweise dafür, dass microcystinbelastetes Trinkwasser die Hauptursache für die hohe Sterblichkeit an Leberkarzinomen in bestimmten Provinzen des Landes ist (Yu&amp;amp;nbsp;1995, Ueno&amp;amp;nbsp;1996). Aktuell publizierte Tierversuche an schwangeren Ratten (Zhang et al. 2002) zeigen, dass die Gabe von 4&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystin-LR pro kg Körpergewicht bereits zu leichten Veränderungen im Lebergewebe der ungeborenen Feten innerhalb von 10&amp;amp;nbsp;Tagen führen kann. Interessant ist, dass sich solche Ergebnisse bei Mäusen selbst bei Dosen von 2-128&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg Körpergewebe nicht einstellen (Chernoff et al. 2002). Es kommt also auf das Tiermodell an, das verwendet wird. Die offenbar gegen Microcystine recht robust erscheinenden Mäuse sind das bevorzugte Tiermodell bei Studien aus der Algenszene. Offenbar weiß man genau, dass man nur mit Mäusen eine Verharmlosung der Giftwirkung der Microcystine beweisen kann, da dies in allen anderen Tiermodellen nicht gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen korreliert die Microcystinbelastung im Trinkwasser eindeutig mit der Häufigkeit von Leberkrebs (Yu et al. 2001), wie Studien aus China beweisen. Dort hat man schon lange Probleme mit microcystinbelastetem Trinkwasser, das in etlichen Provinzen Chinas ursächlich mit dem gehäuften Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert zu sein scheint. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1&amp;amp;nbsp;Teil pro 1&amp;amp;nbsp;Millarde Teile Wasser empfohlen (1&amp;amp;nbsp;ppb), der in Kanada, Australien und Großbritannien mittlerweile auch in Kraft ist. In den USA oder der Bundesrepublik Deutschland ist dergleichen nicht umgesetzt worden. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates Oregon eine Microcystinbelastung bis zu 1.000&amp;amp;nbsp;ppb (=1&amp;amp;nbsp;parts per million/ppm) in Algenprodukten tolerieren, inakzeptabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versucht man eine grobe Risikoabschätzung der Microcystinbelastung in den Algenprodukten vorzunehmen, so scheint eine klinische Symptomatik nach einigen Monaten Konsum von Produkten mit Belastungen ab 100&amp;amp;nbsp;ppb einzutreten. Dies zeigt, dass das der WHO-Trinkwassergrenzwert von 1&amp;amp;nbsp;ppb mit einem vernünftigen Sicherheitsabstand von 1:1000 zum Algengrenzwert aus Oregon durchaus begründet ist und sicherheitshalber auf Lebensmittel übertragen werden sollte. Von Algenanbietern wie Sanacell und Algavital wird immer wieder die Falschmeldung verbreitet, dass der in Oregon etablierte Grenzwert für die gesamte USA gelten würde. Dem ist nachweislich nicht der Fall. Zudem ist der Grenzwert nicht verbindlich, sondern lediglich ein US-amerikanischer Empfehlungswert, ab dessen Überschreitung microcystinbelastete Afa-Produkte aus dem Verkehr gezogen werden sollen (nicht müssen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die oben geschilderten Fälle zugrunde und bedenkt man, dass sich Microcystine sowohl in der Leber- als auch im Nerven- und Muskelgewebe angereicht als auch nur langsam ausgeschieden werden, wäre es möglich, dass Dauerkonsumenten erst mit monatelanger Verzögerung Gesundheitsprobleme entwickeln. Microcystindosen können beim Schwein, das uns Menschen vor Allem bei der Leberfunktion sehr ähnlich ist, bereits in Dosen von 25&amp;amp;nbsp;Microgramm pro Kilogramm Körpergewicht Leberschäden auslösen, während Ratten und Mäuse wesentlich robuster reagieren. Deshalb ist es absolut denkbar, dass der Mensch, der in vielen gesundheitlichen Bereichen empfindlicher als Tiere reagiert, schon bei niedrigeren Dosen Gesundheitsprobleme entwickelt, die anfänglich nicht mit den Afa-Produkten assoziiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man eine Verzehrsmenge von 2&amp;amp;nbsp;Gramm Algenmasse mit einer Belastung von 100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg Algenmasse (100&amp;amp;nbsp;ppb) zugrunde, würde man sich pro Tag eine Microcystinmenge von 0,2&amp;amp;nbsp;Mikrogramm einverleiben. Da die oben geschilderten beiden Verbraucher erst nach 7&amp;amp;nbsp;Monaten, dann aber zügig, gesundheitliche Probleme entwickelten, wäre zu spekulieren, dass bei einer Gesamtmenge von 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen von ersten klinischen Symptomen auszugehen sein könnte (von einer unbemerkten Krebsschädigung nicht zu reden!). Diese zugegebenermaßen spekulative Obergrenze für bemerkbare, klinische Probleme scheint nicht unrealistisch zu sein, da eine weitere Verbraucherin, die über Monate hinweg eine mit 76&amp;amp;nbsp;ppb belasteten Probe konsumiert hatte, keine gesundheitlichen Probleme berichtete. Die Wirksamkeitsschwelle zur Auslösung klinischer Symptome beim Menschen dürfte derzeit bei einer Gesamtaufnahmemenge von 40-50&amp;amp;nbsp;Mikrogramm liegen, die je nach Belastung des Afa-Produkts mehr oder weniger schnell erreicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Australien wird für Trinkwasser ein Microcystin-LR Richtwert von 1,3&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter empfohlen. Alle Grenzwerte, auch der von der WHO empfohlene, orientieren sich an Hochrechnungen, die ihre Grundlage in Tierversuchen am Mausmodell haben. Mäuse halten aber eine deutlich höhere Microcystinbelastung aus, ohne Leberschäden oder körperliche Symptome zu entwickeln, als andere Tiergattungen (z.B. Ratte oder Schwein). Zeigen sich bei Mäusen noch keine Zeichen von Leberschädigungen bei intraperitonealen Gaben von Microcystinen in Dosen von 25-50&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht (vgl. Fromme, Berlin, 1999), treten bei Rattenfeten bereits ab 4&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht Schäden auf (Zhang et al. 2002). Schweine überleben nach Beasley et al. (2000) gerade noch eine Microcystindosis von 25&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht, erleiden dabei aber bereits nachweisbare Organschäden u.a. im Bereich der Leber. Beim Menschen fehlen entsprechende Untersuchungen aus naheliegenden Gründen. Niemand würde die Erlaubnis erhalten, selbst bei Freiwilligen solche Versuche durchzuführen. Deshalb ist man auf Analogieschlüsse angewiesen, die sich sinnvollerweise auf die Trink- oder Badewasserbelastung mit Microcystinen beziehen, denn hier zeigen Studien aus China, dass der Konsum microcystinbelasteten Trinkwassers eindeutig mit einem erhöhtem Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert ist (z.B. Shun-Zhang 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut für Umweltanalytik und Humantoxikologie (ITox) in Berlin empfiehlt in der Gesundheitlichen Bewertung von Blaualgentoxinen (Microcystinen) in Badegewässern bereits ab einer Belastung von 10-100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Liter, auf das gesundheitliche Risiko beim Baden in entsprechend belasteten Gewässern hinzuweisen und vom Baden abzuraten sowie ab Microcystinwerten oberhalb von 100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Liter das Baden in solchen Gewässern zu untersagen. Es liegt nahe, diesen Trinkwassergrenzwert auf die Algenprodukte zu übertragen, denn in der von mir initiierten Untersuchung fand ich zwei Personen, die nach mehrmonatiger Einnahme von Algenprodukten in einer geschätzten Microcystin-Gesamtdosis von etwas über 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm klinische Symptome entwickelt hatten, die auf eine chronische Vergiftung durch Microcystine schließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn also Tierversuche zeigen, dass Mäuse zur Risikoabschätzung durch Microcystin aufgrund ihrer Unempfindlichkeit ungeeignet sind, Ratten und Schweine hingegen viel empfindlicher reagieren und zudem erste Hinweise bei Erwachsenen zeigen, dass Gesamtdosen von etwa 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen - auch über längere Zeit verteilt eingenommen - zu Gesundheitsschäden führen können, muss gefordert werden, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Microgramm/Liter auch bei den Algenprodukten einzuhalten ist. Die im US-Bundesstaat Oregon tolerierten Microcystinmengen in Algenprodukten (1.000&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg), die nur auf Schätzungen aus Mausmodellen beruhen (Schaeffer et al. 1999), sind offensichtlich wesentlich zu hoch. Sie liegen um den Faktor&amp;amp;nbsp;1.000 überhalb der für Trinkwasser empfohlenen WHO-Richtwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die übliche Verzehrsempfehlung von 2&amp;amp;nbsp;Gramm Algenmasse pro Tag, eine durchschnittliche Microcystinbelastung von 0,1&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Algengramm und eine Dosisschwelle von 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen bei Erwachsenen zugrunde, ab der offensichtlich klinische Symptome auftreten können, so kann man innerhalb von etwa 6-7&amp;amp;nbsp;Monaten die kritische Belastungszone zum Auftreten körperlicher Beschwerden erreichen. Es gibt jedoch Algenanbieter, deren entsprechend belastete Algenprodukte mit Verzehrsempfehlungen bis zu 20&amp;amp;nbsp;Pillen (5&amp;amp;nbsp;Gramm) täglich angepriesen werden. Bei solchen Verzehrsmengen ist es kein Wunder, wenn die kritische Schwelle bereits innerhalb weniger Wochen erreicht wird und die Patienten anfänglich mit schnell auftretenden Hautausschlägen konfrontiert werden. Sanacell und Algavital nutzen beide gern die Dienste der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn, die einschläge Ritalin-kritische und AFA-propagierende Bücher publiziert hat sowie einschlägige werbende Artikel in Szene-Zeitschriften veröffentlichte. Sie tritt für noch höhere Dosen pro Tag (20&amp;amp;nbsp;Gramm und mehr) ein. Bei den Microcystinmengen, die in den Produkten von Sanacell und Algavital gefunden wurden, würde dies eine Krebsgefahr bedeuten sowie nach wenigen Wochen bis Monaten klinische Symptome einer Microcystinvergiftung bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich ist zu bedenken, dass sich 50% der oral eingenommenen Microcystindosis in der Leber anreichert. Somit sind die üblichen Dosierungsschemata des Giftes in Bezug auf Kilogramm Körpergewicht per se fragwürdig. Die Leber eines Erwachsenen hat ein durchschnittliches Gewicht von 3-4&amp;amp;nbsp;kg, so dass bereits niedrige Einnahmemengen zu Leberschäden führen können. Geht man davon aus, dass man eine Giftkonzentration von 1&amp;amp;nbsp;Mimrogramm pro kg Lebergewicht einnehmen müsste, würden bereits 8&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Gesamtaufnahmemenge ausreichen, um erste Leberschäden zu bewirken oder ggf. dazu beizutragen, Leberkrebs auszulösen. Diese Dosis kann bei Algenprodukten, die, wie in der vorliegenden Untersuchung nachgewiesen, mit 68-134&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg (also 0,068-0,134&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Gramm) mit Microcystinen belastet sind, durchaus schon in 2-3&amp;amp;nbsp;Monaten erreicht werden, denn die Microcystine werden nicht so schnell abgebaut, wie sie eingenommen werden. Das Leberkrebsrisiko kann bereits in solchen Dosen möglicherweise deutlich erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yu und Chen (1994) untersuchten den Microcystingehalt im Trinkwasser von 20&amp;amp;nbsp;Patienten, die an hepatozellulärem Karzinom erkrankt waren (61&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter) und verglichen ihn mit demjenigen von gesunden Kontrollpersonen (36&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter). Dies zeigt, dass eindeutige Risiken bestehen können, wenn dauerhaft Microcystine in noch vergleichsweise niedrigen Dosen eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnung des BfArM und BgVV==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte am 21.&amp;amp;nbsp;März 2002 eine gemeinsame Presseerklärung&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bgvv.de/presse/2002/pr_02_08.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, die vor dem Konsum der Algenprodukte warnte. Am 22.&amp;amp;nbsp;März 2002 warnte der kritische Informationsdienst für Ärzte und Apotheker (Arznei-Telegramm) in einer Blitz-Mitteilung per eMail&amp;lt;ref&amp;gt;AT: AFA-Alge: Irreführende Werbung, bedenkliche Produkte&amp;lt;/ref&amp;gt; vor den Algenprodukten und vertiefte dies in einer Printausgabe des Arznei-Telegramms am 12.&amp;amp;nbsp;April 2002. Am 27.&amp;amp;nbsp;März 2002 warnte der Krebs-Kompass.de auf seiner Website ebenfalls mit dem Titel Warnung vor Algen statt Arznei. Diese Warnungen trugen dazu bei, dass Elternverbände in Deutschland und der Schweiz, die sich für hyperaktive Kinder (ADS-Kinder) einsetzen und sich dem von Algenvertreibern erzeugten juristischen Druck ausgesetzt sahen, diesem besser widerstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pressemitteilung vom 21.&amp;amp;nbsp;März 2002 zu AFA-Algen:&lt;br /&gt;
*Ein Nutzen durch den Verzehr AFA-Algen-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.&lt;br /&gt;
*eine Gefährdung der Gesundheit durch Gifte ist nicht auszuschließen.&lt;br /&gt;
*Produkte, denen werblich eine heilende Wirkung zugeschrieben wird, sind als Arzneimittel anzusehen und bedürfen deshalb der amtlichen Zulassung. Liegt eine solche Zulassung nicht vor, sind die Produkte nicht verkehrsfähig. In Deutschland ist kein solches Produkt zugelassen.&lt;br /&gt;
*Damit liegt ein Verstoß gegen das Verbot der irreführenden Werbung nach dem Heilmittelwerbegesetz vor. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der Fehlinformation Eltern eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder abbrechen und sich das Leiden verschlimmert, wenn ersatzweise AFA-Algenprodukte gegeben werden. Gleiches gilt für Erwachsene, die im Vertrauen auf die &amp;quot;Heilkraft der AFA-Algen&amp;quot; bei einer diagnostizierten Depression oder bei anderen Gesundheitsstörungen eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie abbrechen und stattdessen AFA-Algenprodukte zu sich nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnende Stimmen werden mit juristischen Tricks niedergebügelt==&lt;br /&gt;
Eckard Pinnow brüstet sich in der obigen Forum-Ausgabe, dass es gerichtlich verboten sei, Warnungen vor AFA®-Algen zu veröffentlichen. Diese Behauptung ist offensichtlich erlogen, denn seine Produkte sind nachweislich belastet. Trotzdem kommt Pinnow mit seinen Lügen legal über die Runden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trick, mit dem Pinnow bisher der prozessuale Sieg gegenüber sorgenvoll warnender Elternverbände von ADHS-Betroffenen und -Kindern gelang, ist leicht erklärt. Er ließ die entsprechenden Organisationen von einer Anwaltskanzlei abmahnen. Da in der strittigen Äußerung das Wort &amp;quot;AFA-Algen&amp;quot; (eine in der Fachliteratur durchaus übliche Abkürzung) genannt worden war, Sanacell (wie auch Algavital) sich ähnlich klingende Namen aber als Produktbezeichnung schützen ließen, konnten sie daraus eine Aktivlegitimation und somit Klagefähigkeit ableiten. Die Abmahnung enthielt allerdings so lächerliche Passagen, dass sie von den prozessunerfahrenen Verbänden nicht ernst genommen wurden. Es wurde deshalb keine Schutzschrift hinterlegt, so dass die gegnerische Anwaltskanzlei (Radeck/Berlin) einfach zum Landgericht marschierte, eine Einstweilige Verfügung beantragte und diese auch bewilligt erhielt. Die schockierten Verbände bekamen erst Wind von der Sache, als ihnen die Verfügung ins Haus flatterte (vgl. Kritiker leben gefährlich). Auf diese Weise war es Pinnow möglich, öffentliche Warnungen vor seinen giftbelasteten Algenprodukten bis zur Hauptverhandlung stillzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die ADHS-Verbände Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung eingelegt hatten, kam es zu einer mündlichen Verhandlung. Die Richter Mauck, Gollan und Becker verurteilten erstinstanzlich mit haarsträubenden Begründungen die ADHS-Verbände und gaben Sanacell vollumfänglich Recht. So glaubten sie den Ausführungen Sanacells, dass diese in der Lage sei, Microcystine aus den Algenprodukten durch ein geeignetes Filterverfahren zu entfernen. Die Richter schrieben: &amp;quot;Diese Behauptung wird gestützt durch die Ausführungen auf Seite 53 des Buches &amp;#039;Die Heilkraft der AFA-Alge&amp;#039;, wonach die AFA-Alge viel kleiner ist als die Microcystine und das Sieb passiert, während jene zurückgehalten werden.&amp;quot;. Dass auch Aphanozimenon-Stämme Microcystine produzieren können, ist in der Fachliteratur bekannt und beschrieben. Das Microcystine winzige Moleküle sind, ergibt sich zwangsläufig von selbst. Kein Gift ist besonders groß, die gefährlichsten sind sogar sehr klein, weil sie sonst Schwierigkeiten hätten, in den Organismus aufgenommen zu werden. Es hätte sogar einem Richter mit normaler Schulbildung auffallen müssen, dass ein Bakterium nichts produzieren kann, was größer als es selbst ist. Schon gar nicht hätten drei Richter den obigen Unfug schreiben dürfen. Dieser bedeutet im übertragenen Sinne, dass ein Gemisch aus Wackersteinen (Afa-Algen) und Staub (Microcystinen) durch ein Sieb geschüttelt werden kann, in dem der Staub liegen bleibt, die Wackersteine aber hindurchfallen. Dass dergleichen Inkompetenz an deutschen Gerichten ein Richteramt ausüben darf, ist einer der vielen Skandale im AFA-Algenzirkus. Dass sich die Richter offenbar aus lauter Faulheit sogar auf die Schriften der die AFA-Algen propagierenden Heilpraktikerin Barbara Simonsohn (siehe Fünf Tibeter) stützten, ist ein Schlag ins Gesicht jedes wissenschaftlichen Sachverstandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Richter erklärten weiterhin, dass das Herausfiltern der Microcystine durch das Vorlegen von Untersuchungszertifikaten durch Sanacell hinreichend belegt worden sei. Dem ist aber nicht so, denn von der Firma wurden keine ELISA-Untersuchungen, sondern vielmehr der PPIA-Test verwendet wird. Wie oben bereits beschrieben, ist der PPIA-Test weitaus ungenauer und dies vor allem in dem Bereich der Microcystinbelastung, um den es sich hier dreht. Hier wird oftmals deutlich weniger bis gar keine Belastung im PPIA angezeigt, während der ELISA noch verlässlich die Giftkonzentrationen anzeigt. So ließen sich die drei Berliner Richter exzellent täuschen und die Verbände zahlten für deren Inkompetenz die Zeche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma Algavital versucht eine andere Taktik, um unliebige Kritik wegzubügeln. Analog wie Sanacell versucht sie haltlose Abmahnungen zu versenden. Hinterlegt man aber eine fundierte Schutzschrift, so schrecken beide vor Klagen offenbar aus Angst vor einer Blamage zurück. Berichten aber Presseorgane kritisch über die giftbelasteten Algen, versucht primär Algavital durch presserechtliche Tricks, Gegendarstellungen plaziert zu erhalten. Sind diesen korrekt formuliert, müssen jene vom jeweiligen Journal unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abgedruckt werden. So geschah dies der Pharmazeutischen Zeitung, die kritisch über diese Algen berichtet hatte. Bei anderen Blättern hingegen gelang der Widerruf, der spätestens nach 3 Monaten plaziert sein muss, nicht. Grund war hierfür die offensichtlich wahrheitswidrige Forderung der Firma Algavital. Algavital nutzt auch gerne auf ihrer Website die Chance, Kritiker zu verleumden. Abmahnungen, die ihr deshalb ins Hause flattern, befolgt sie allerdings dann auch relativ schnell, zahlt aber die entsprechenden Anwaltsrechnungen nicht und lässt es dann offensichtlich auf langwierige Gerichtsprozesse ankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsicht: Verwechslungsgefahr!==&lt;br /&gt;
Eine sowohl in den USA als auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern vertretene Biotech-Firma mit dem Namen Celltech Group (Hauptsitz in Großbritannien, 208 Bath Road, Slough, Berkshire SL1 3WE) verkauft über ihre deutsche Niederlassung (Celltech GmbH &amp;amp; Co. KG, Im Wirringen 25, 45731 Waltrop) seit Mai 2002 ein Methylphenidatprodukt (Equasym) zur Behandlung von ADS/ADHS. Equasym ist neben Medikinet (Fa. Medice) und Ritalin (Fa. Novartis Pharma) das dritte Methylphenidatprodukt, das in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt gekommen ist (vgl. Gelbe Liste). Celltech Group hat mit einem US-amerikanischen Algenanbieter fast gleichen Namens aber nichts zu tun. In den USA hat die Celltech Group verschiedene Niederlassungen (Celltech R&amp;amp;D Inc. in Wayne und in Bothel, Celltech Manufacturing CA Inc. in Santa Ana, Celltech Pharmaceuticals Inc. in Rochester). Ärzte, die Equasym rezeptieren wollen, jedoch bei dem Namen des Anbieters misstrauisch geworden sind, sollten dies berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scientology, Sektengruppen und Pseudowissenschaftler im Spiel==&lt;br /&gt;
Auf der Ebene des Europarates ist es dem US-amerikanischen Top-Scientologen Fred A. Baugham, seines Zeichens pädiatrischer Neurologe, gelungen, die US-Psychosekte ins Spiel zu schleusen. Er selbst propagiert seit Jahren in den USA eine Anti-Ritalin-Kampagne. In Paris konnte er den Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Parlament) in einer gut plazierten Marketingkampagne überrollen. Er sorgte mit einigen anderen dafür, dass eine Anhörung im November 2001 zu einer Farce wurde. Nicht nur gab er die üblichen haltlosen Lügen und Unwahrheiten über ADHS und Methylphenidat zum besten, er sorgte durch Lobbyarbeit hinter den Kulissen dafür, dass an die Mitgliedsstaaten des Europarats die schriftliche Aufforderung erging, den Methylphenidatbedarf zu überprüfen und die Verordnung einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA arbeitet Peter Breggin, ein bisher der Scientology nicht direkt zuzurechnender Autor, mit Fred A. Baugham eng zusammen. Durch einschlägige, reisserische Bücher, in der die üblichen verleumderischen Thesen über wirksame Behandlungsmethoden bei ADHS verbreitet werden, trägt Breggin dazu bei, bei den Betroffenen Angst vor z.B. [[Ritalin|Methylphenidat]] zu schüren. In Deutschland hat seine Thesen der Neurobiologie Hüther aufgenommen, der sich auch nicht zu schade ist, auf Podiumsdiskussionen teilzunehmen, die von schweizerischen Firmen, die der Scientology direkt zuzurechnen sind, aufzutreten. Hüthers Hauptthese, Methylphenidat prädisponiere für M. Parkinson, ist nachweislich falsch und wurde in der Fachliteratur ausführlich wiederlegt. Trotzdem tourt er derzeit durch Europa und schafft es offenbar auch mit Unterstützung von Scientologen, sich in öffentlichen dt.-sprachigen Medien mit seinen falschen Behauptungen zu plazieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Szene um [[Franz Konz]] (siehe Ur-Medizin) ist mir von der Partie. Konz präsidiert bekanntlich dem Bund für Gesundheit e.V., der wiederum eine Hauspostille (Natürlich Leben) sowie ein Beratungstelefon betreibt. Konz schrieb über verhaltensauffällige Kinder in einer der letzten Ausgaben und empfahl, solche Kinder in kompetente Psychotherapie zu bringen. Dabei riet er zur Firma [[KVPM]], die jedoch seit Jahren eine bekannte Deckadresse der US-Psychosekte Scientology in Deutschland ist (siehe Die Scientology Organisation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Esoterikmessen wie den Medizinischen Wochen Baden-Baden, auf denen Sanacell Afa-Produkte vorstellt, wird immer gerne mit Publikationen der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn geworben. In deren Büchern kann man deren indirekte Finanzierung durch diese Firmen leicht nachvollziehen. Sie schreibt selbst in einem ihrer Bücher, dass sie von Algenanbietern Waren zu Testzwecken im Wert von mehreren tausend Euros erhalten hat. Zusätzlich, und dies ist mit Sicherheit kein Zufall, saß Frau Simonsohn über längere Zeit am Beratungstelefon des [[BFG|Bundes für Gesundheit]]. Ihre 14-tägigen Sprechzeiten konnten in Natürlich Leben nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits bei der Ur-Medizin beschrieben, bestehen Verbindungen zwischen Konz und dem wegen Kindsmissbrauchs und Betrugs zu einer 15jährigen Haftstrafe in Paris verurteilten [[Guy-Claude Burger]]. Burgers deutsche Stimme, der [[MLM|Multi-Level-Marketing]] Verkäufer Stephen Janetzko aus Erlangen ist einer der Ansprechpartner, der für das GesundheitsNetzwerk des Pinnow in Erlangen Veranstaltungen organsiert. Dies kann in der Sanacell-Firmenzeitung FORUM (Ausgabe 08/2002) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man erkennt, gibt es enge Verflechtungen zwischen sektenähnlich operierenden Gruppen, der US-Psychosekte Scientology und den die Algen verkaufenden Firmen in Europa. Es liegt nahe, zu vermuten, dass es sich bei einigen dieser Firmen um abgetauchte bzw. abgetrennte Scientologen-Netzwerke handelt, die zwar scientologische Methoden anwenden, sich aber nicht offen zur Scientology bekennen. Die genannten Netzwerke sind übrigens nur nur die Spitze des Eisberges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Beasley VR, Lovell RA, Holmes KR, Walcott, HE, Schaeffer DJ, Hoffmann WE, Carmichael WW: Microcystin-LR decrease hepatic and renal perfusion and causes circulatory shock, severe hypoglycemia and terminal hyperkalemia in intravasculary dosed swine. J Toxicol Environm Health 61 (Part A): 281-203, 2002&lt;br /&gt;
*Chernoff N, Hunter ES, Hall LL, Rosen MB, Brownie CF, Malarkey D, Marr M, Herkotivs J: Lack of teratogenicity of microcystin-LR in the mouse and toad. J Appl Toxicol 22: 13-17, 2002&lt;br /&gt;
*Gilroy DJ, Kauffman KW, Hall RA, Huang X, Hu FS: Assessing potential health risks from microcystin toxins in blue-green algae dietary supplements. Environment Healtch Perspect 108: 435-439, 2000&lt;br /&gt;
*Jensen GS, Ginsberg DI, Huerta P, Citton M, Drapeau C: Consumption of Aphanizomenon flos-aquae has rapid effects on the circulation and function of immune cells in humans. A novel approach to nutritional mobilization of the immune system. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 50-58, 2000&lt;br /&gt;
*Kushak RI, Drapaeu C, Van Cott, EM, Winter, HH: Favorable effects of blue-green algae Apha-nizomenon flos-aquae on rat plasma lipids. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 59-65, 2000&lt;br /&gt;
*Lyra C, Suomalainen S, Gugger M, Vezi C, Sundman P, Paulin L, Sivonen K: Molecular characterization of planktic cyanobacteria of Anabaena, Aphanizomenon, Microcystis and Planktothrix genera. Int J System Evolut Microbiol 51: 513-526, 2001&lt;br /&gt;
*Manoukain R, Citton M, Huerta R, Rhode B, Drapeau C, Jensen GS: Effects of the blue-green algae aphanizomenon flos aqua (L.) Ralphs on human natural killer cells. In: Savage L (Ed.): Phytoceuticals. 1.1. Chap. 3.1., Seite 233-241, 1998&lt;br /&gt;
*NCI Nomination: Blue-Green Algae. Submitted to the NTP. September 2000&lt;br /&gt;
*Ray RA: Microalgae as food and supplement. Crit Rev Food Sci Nutr 30: 555-573, 1991&lt;br /&gt;
*Schaeffer DJ, Maplas PB, Barton LL: Risk assessment of microcystins in dietary Aphanizomenon flos-aquae. Ecotoxicol Envinron Saf 44: 73-80, 1999&lt;br /&gt;
*Shun-Zhang Y: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 675-682, 1995&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität - ein Problem unserer Zeit. Erfahrungsheilkunde, Nr. 8, 516-527, 2000&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Hyperaktivität - warum Ritalin keine Lösung ist. W. Goldmann Verlag, München, 2001&lt;br /&gt;
*Ueno Y, Nagata S, Tsutsumi T, Hasegawa A, Watanabe MF, Park HD, Chan GC, Chen G, Yu SZ: Detection of microcystins, a blue-green algal hepatotoxin, in drinking water sampled in Haimen and Fusui, endemic areas of primary liver cancer in China, by highly sensitive immunoassay. Carcinogenesis 17: 1317-1321, 1996&lt;br /&gt;
*Yu SZ: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 674-682, 1995&lt;br /&gt;
*Yu SZ, Chen G: Blue-green algae toxins and liver cancer. Chin J Cancer Res 6: 9-17, 1994&lt;br /&gt;
*Zhang Z, Lian M, Liu Y, Wei G, Yu S, Kang S, Zhang Y, Chen C: Teratosis and damage of viscera induced by microcystin in SD rat fetuses. Zhonghua Yi Xue Za Zhi 82: 345-347, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.uni-konstanz.de/news/mittshow.php?nr=12&amp;amp;jj=2008 Universität Konstanz zu Algenpräparaten&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cd/987&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cm/208/afa_algen_und_afa_algenpropdukte.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.dge.de/modules.php?name=News&amp;amp;file=article&amp;amp;sid=321&lt;br /&gt;
*http://ads-adhs.de.vu/algen.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Beutelschneiderei]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;br /&gt;
[[category:Heilmittel in der Pseudomedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=33140</id>
		<title>AFA-Algen</title>
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		<updated>2009-11-21T11:20:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Studienlage */ Diese … Bewertungsschema -&amp;gt; Dieses … Bewertungsschema&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:afa2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Afa-Algen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Aphanizomenon flos-aquae) sind Bakterien der Abteilung [http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien  Cyanobakterien] und werden auch Blaualgen genannt. Diese werden seit einigen Jahren als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (NEM) angeboten. Entsprechend der häufigen Vorgehensweise von Vermarktern von &amp;quot;Wundermitteln&amp;quot; wurden über diese schlichte Alge diverse Märchen und beleglose Behauptungen verbreitet und ihr Heilwirkungen bei [[Ritalinkritik|ADHS]] bis [[Unkonventionelle Krebstherapien|Krebs]] und natürlich allen üblichen [[Zivilisationskrankheit]]en angedichtet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich jedoch Lebensmittel und unterliegen daher dem [[LFGB]] (Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch). Laut LFGB sind gesundheitsbezogene Werbung und werbeähnliche Äußerungen untersagt und können kostenpflichtig abgemahnt werden. Problematisch ist, dass in diesen Algen z.T. sehr giftige (lebertoxische) Microcystine vorhanden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Afa-Algen sind keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien==&lt;br /&gt;
Die als Afa-Algen bezeichneten Lebewesen sind zur Photosynthese befähigte Einzeller (Eubakterien), die evolutionsgeschichtlich sehr alt sind. Viele Stämme dieser Bakterien sind in der Lage, hochwirksame Gifte (Microcystine, Anatoxine, Saxitoxin) zu produzieren, welches sich in den Bakterien selbst sowie in den sie verzehrenden Meerestieren anreichert. Man nennt sie deshalb auch blaugrüne Cyanobakterien. Eine ausführliche Darstellung über Microalgen und deren Belastung mit Algentoxinen finden sie in den Guidelines for Safe Recreational-water Environments (Vol. I: Coastal and Fresh-waters), Oktober 1998 &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~tennisplatzis/paralex/content/who_Recreawat-II.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beworbene Indikationen==&lt;br /&gt;
Afa-Algen werden von unterschiedlichen Firmen als Lebensmittel angepriesen. Je nach Lokalisation der Firma werden verschiedene heilende Aussagen getroffen. In den USA werden die Mittel u.a. von der Fa. Bluegreen (von der auch deutsche Firmen ihre Produkte beziehen) als Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Immunschwächeerkrankungen anderer Art, ADHS, Hypercholesterinämie und zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens beworben. Für diese propagierten Aussagen liegen keine glaubwürdigen Wirksamkeitsnachweise vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
Seriöse Studien über die Wirkung der AFA-Algen gibt es im internationalen wissenschaftlichen Schrifttum nicht. Es gibt allerdings einige Nischenpublikationen wie einen Buchbeitrag (Manoukain et al. 1998) und Journalartikel (Kushak et al. 2000, Jensen et al. 2000). Letztere stammen aus dem Journal of the American Nutraceutical Association (JANA). Allein diese Titelwahl soll den Leser verwirren, denn die American Medical Association, die größte US-Vereinigung für Fachärzte der Inneren Medizin, gibt mit JAMA eine ähnlich klingende Fachzeitschrift heraus, die sich Journal of the American Medical Association (JAMA) nennt. JANA ist nicht in medizinischen Fachinformationsdiensten wie Medline gelistet, JAMA hingegen sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Studie von Manoukain et al. (1998) wurde festgestellt, dass man durch die Gabe von 1.5 g Afa-Algen bei fünf gesunden Freiwilligen eine signifikante Verringerung der Natürlichen Killerzellen innerhalb von 2 Stunden nach dem Schlucken bewerkstelligen konnte. Die Menge an NK-Zellen sank um 63%. Dies verwundert nicht, denn die unten noch näher beschriebenen Algentoxine greifen u.a. direkt die Zellstrukturen von weißen Blutkörperchen an und können die Aufnahme von Nahrungsenergie (z.B. Glukose) durch die Zellwand hemmen. Wahrscheinlich resultiert die Reduktion der NK-Zellen auf einer direkten Giftwirkung der in den Afa-Algen vorhandenen Microcystine oder des Saxitoxins, das in geringeren Mengen Auswirkungen auf Blutzellen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer zweiten Studie (Jensen et al. 2000) wurden 21 gesunde Probanden mit 1.5 g Afa-Algen über sechs Wochen behandelt. Unter der Afa-Algenbehandlung kam es zu einem deutlichen Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen, was unter Placebogabe nicht eintrat. Dieser Effekt wurde von den Autoren als Stimulation des Immunsystems interpretiert, die eine Verbesserung der Abwehrsituation anzeige. Dieser Schluss ist lächerlich, denn wenn man eine Substanz verzehrt, die Zellgifte enthält, welche im Organismus z.B. Leberzellen verstärkt in den Selbstmord treiben können (Auslösung der Apoptose), erklärt sich der Anstieg der Abwehrzellen wesentlich offensichtlicher. Stirbt im Organismus Zellgewebe ab, weil es beschädigt wurde, dann ändert sich die Oberflächenstruktur der betroffenen Zellen. Diese werden dadurch für das Abwehrsystem als zur Entsorgung freigegeben gekennzeichnet, daraufhin von weißen Blutkörperchen angegriffen und verzehrt. Je mehr solche betroffenen Zellen sterben, desto höher ist der Bedarf an den sie verzehrenden weißen Blutkörperchen. Die Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen ist nur die Folge einer durch Algengifte verursachten, niedrigschwelligen Entzündungsreaktion u.a. von Leberzellen. Jensen et al. (2000) verloren kein Wort über den Zustand der Leber oder der Nieren der Probanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kushak et al. (2000) veröffentlichten eine Studie, die an Ratten zeigen sollte, dass der Konsum von Afa-Algen den Blutfettspiegel zu regulieren in der Lage sei. Sie gaben den Tieren unterschiedliche, mit ungesättigten Fettsäuren angereicherte Diäten. Daneben reicherten Sie die Diät z.T. mit 10-15% Afa-Algensubstanz an. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die keinen Afa-Zusatz erhielt, wiesen die beiden Afa-Untersuchungsgruppen eine deutliche Senkung des Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegels im Serum auf. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Afa-Algen einen cholesterinsenkenden Effekt hätten und empfahlen, diese Wirkung im Lebensmittelsektor auszunutzen. Auch dieses Resultat wundert mich nicht, lässt es sich doch erneut mit der Giftwirkung von Algentoxinen erklären. Die Leber ist das Zielorgan für Microcystine, die sich dort anreichern. Dies ist auch bei Ratten nachgewiesenermaßen der Fall. Die Leber ist aber gleichzeitig der Produktions- und Umschlagsort für Blutfette. Da Microcystine auch in niedriger Dosierung auf Leberzellen von Ratten schädigend wirken, sinkt mit steigender Afa-Menge logischerweise die Syntheseleistung der Leberzellen, weil sich eine zunehmende toxinbedingte Organentzündung in einer verschlechterten Syntheseleistung niederschlägt. Interessanterweise hatten die Autoren weder Leberwerte berichtet, die auf die Organfunktion hätten schließen lassen, noch hatten sie nach dem Fütterungsversuch über histologische Leberuntersuchungen der Tiere berichtet, um eventuelle Auswirkungen der Algentoxine zu bewerten. Dies lässt darauf schließen, dass sie offenbar befürchteten, negative Auswirkungen zu finden. Wer nicht sucht, findet nicht und kann dem Leser in die Tasche lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Studien sind kein Beleg für die Wirkung von Afa-Algen, zumal keiner der Autoren in seinen Berichten genaue Angaben über die Microcystin-, Anatoxin- und Saxitoxingehalte der verwendeten Afa-Produkte machte. Bei jeder Studie war ein Vertreter von Bluegreen, dem größten US-amerikanischen Afa-Algenproduzenten, Mitautor. Dies lässt auf eine direkte Einflussnahme und auf Gefälligkeitsstudien schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt im Bereich der Therapie hyperaktiver Kinder bisher keine einzige seriöse Studie, die bewiesen hätte, dass Afa-Algen einen therapeutischen Vorteil erbracht hätten. Man muss sich recherchemäßig fast auf den Kopf stellen, um zumindest indirekte Hinweise zu erhalten, denn im internationalen medizinischen Fachschrifttum gibt es keine einzige Afa-Studie. Auch das Durchforsten von Doktorarbeiten oder Habilitationsschriften deutscher Universitäten erbringt keine einzige Untersuchung mit diesem Nahrungsergänzungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Buch der Heilpraktikerin und Diplom-Politologin Barbara Simonsohn (2001), die Afa-Algen als Ersatz für Ritalin vorstellt, findet man einen ersten Hinweis. Sie berichtet über Einzelfälle, die als Belege dargestellt werden: Julian, 13, war sprunghaft, ungewöhnlich rastlos, unkonzentriert und ermüdete schnell. Sein Verhalten war dominant, undiplomatisch und oft verständnislos. Julian ist seit Afa-Algen-Einnahme weniger impulsiv, er findet nach einem Wutanfall leichter zurück zum Normalzustand, kann besser nachgeben und ist lustiger und fröhlicher. Diesem lächerlichen Beweis fehlt so ungefähr alles, was es erlaubt, eine seriöse DSM-IV-basierte Beurteilung der Hyperaktivität des Kindes zu erstellen. Die Heilpraktikerin hat nur einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Symptomatik eines hyperaktiven Kindes beschrieben. Da die anderen Fallbeschreibungen in ihrem Buch von ähnlicher Güte sind, stellt sich die Frage, ob Simonsohn wirklich eine Ahnung von dem hat, über was sie schreibt. Da sie als Werbeinstrument für Algenhersteller dient, sind ihre Publikationen wohl nichts anderes als direkte Schleichwerbung für Afa-Algen, an denen sie gut verdient. Sie selbst gibt in ihrem Buch offen zu, von mindestens drei deutschen Anbietern mit Afa-Pillen im Marktwert von 7.500 Euro ausgestattet worden zu sein, um Kinder von 44 Familien zu behandeln. Die Heilpraktikerin empfahl den Kindern eine Dosis von 1.5 g/d und die Beobachtung soll 10 Wochen gedauert haben. Kalkuliert man die Tagesdosis mit 1 Euro, hätte die Dame 5.000 Tagesdosen ausreichen können. Weil man 80 Tagesdosen pro Kind braucht, hätte man mindestens 60 Kinder behandeln können. Es sind aber nur 19 Kinder in der Publikation der Heilpraktikerin grob beschrieben. Da 44 Familien gemeinsam wohl kaum 19 Kinder haben können, dürfte sich die Heilpraktikerin entweder jene Fälle herausgesucht haben, bei denen ihre schlampige Diagnostik einer wahrscheinlich gar nicht bestehenden ADHS durch Afa-Algen &amp;#039;geheilt&amp;#039; wurde oder sie hat, wie in solchen Jubelpublikationen üblich, die Krankengeschichten erfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blickt man in populärwissenschaftliche Zeitschriften der [[Ganzheitsmedizin]], findet sich eine Publikation von Simonsohn im Jahr 2000. Hier berichtete sie über verschiedene Studien, die angeblich die Wirksamkeit bei Afa-Algen bewiesen haben sollen. In der sog. The kid.com Study, die von einem Afa-Anbieter durchgeführt worden sein soll, sollen Symptomverbesserungen bei Kindern erreicht worden sein. Was genau diagnostiziert wurde und welches Resultat sich vor und nach der Studie exakt dargeboten hat, gibt die Autorin nicht wieder. Sie gibt nur folgendes bei den Kindern an: Signifikante Verbesserungen in ihrer Fähigkeit, zu fokussieren, Anweisungen zu folgen und sich zu konzentrieren. Eine Abnahme von streitsüchtigem, fordernden und kämpferischen Benehmen. Weniger Symptome von Angst und Depression. Verbesserung des sozialen Verhaltens. Weniger Zeichen von emotionalen und verhaltensmäßigen Abgelenktsein. Weniger Wutanfälle und Erziehungsprobleme. Weniger Verhaltensauffälligkeiten, die man als merkwürdig klassifizieren könnte. Weniger körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Magenschmerzen, für die kein offensichtlicher Grund vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Untersuchungsmerkmale mit den DSM-IV Diagnosekriterien für ADHS vergleicht, kommt man mit sehr viel Mühe auf gerade einmal zwei ADHS-Merkmale. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei den Kindern in der Kid.com-Studie nicht um hyperaktive Kinder gehandelt hat. Da wundert es nicht, wenn Simonsohn (2000) schreibt: Die beiden Behandlungsformen (gemeint ist der Vergleich zwischen Ritalin und Afa-Algen) waren gleichermaßen effektiv. Wer den Eindruck hinterlässt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und gleichzeitig so wenig Ahnung von ADHS hat, wie Frau Simonsohn, mag diesen Schluss ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sieht es bei einer zweiten Studie aus, die Simonsohn (2000) referiert. Es handelt sich um den The Children &amp;amp; Algae Report, bei dem die beteiligten Eltern die Produkte eines Afa-Algenanbieters sogar selbst zahlen mussten. Die Bewertung der Kinder erfolgte mit einem Aschenbach-Bewertungsschema, welches u.a. Aufmerksamkeit, Aggression, soziale Probleme, Ängstlichkeit/Depression, Straffälligkeit, Denkprobleme, Zurückgezogenheit und eine Bewertung namens somatisch beurteilen soll. Dieses pseudowissenschaftliche Bewertungsschema ist in der seriösen ADHS-Diagnostik vollständig unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In keiner der von Befürwortern durchgeführten Studien, sofern diese überhaupt erreichbar sind, ist eine glaubwürdige, realitätsbezogene Selektion des untersuchten Kollektivs nach etablierten Diagnosemethoden erfolgt. Offenbar wurden die üblichen DSM-Kriterien nicht als Bewertungs- und Einstufungsgrundlage angewendet. Allein diese methodischen Unzulänglichkeiten machen die bisherigen Befürworterstudien in meinen Augen unglaubwürdig. Der Umstand, dass in keiner Studie mitgeteilt wird, ob nach Toxinen in den Afa-Algen gesucht worden war oder ob zumindest Leber- und Nierenparameter zur Absicherung von negativen Auswirkungen dieser Gifte laborchemisch bestimmt worden sind, zeigt, dass in diesen Studien offenbar nicht mit großer wissenschaftlicher Genauigkeit vorgegangen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Quelle, der sog. &amp;#039;&amp;#039;The Nicaragua Report&amp;#039;&amp;#039;, die von der US-Algenfirma Bluegreen gesponsort wurde, ist in Wahrheit eine spanischsprachige Doktorarbeit aus dem von Wirtschaftskrisen und politischen Händeln zerrissenen Nicaragua. Das Land ist bekannt dafür, eine hungernde Bevölkerung zu besitzen und es ist leicht, dort für wenige Dollars Gefälligkeitsstudien zu lancieren. In der seriösen wissenschaftlichen Szene wären diese bedeutungslos, aber für den unwissenden Verbraucher sind solche Studien exzellentes Marketingmaterial. In einem 14 Seiten dünnen A5-Heftchen wird auf populärwissenschaftliche Weise beschrieben, wie Afa-Algen in einer Schule, in der zu Studienbeginn mehr als 80% der 6-11jährigen Kinder unterernährt waren, der Ernährungsstatus, die Schulnoten und das Verhalten der Kinder positiv beeinflusst worden sein sollen. Angeblich sei innerhalb eines halben Jahres die Fehlernährungsrate von 86% auf 21% gefallen. Überflüssig zu betonen, dass auch hier weder Toxinbestimmungen der Afa-Algen noch einschlägige Leber- und Nierenwerte berichtet wurden. Dass vorher mangelernährte Kinder mit wenigen Gramm proteinhaltiger, aber vitamin- und mineralstoffarmer Afa-Algen Normalgewicht erreichen sollen, wirkt einfach nur lächerlich. Höchstwahrscheinlich wurden die teilnehmenden Kinder mit einer Schulspeisung angelockt und nahmen deshalb zu. Niemand dürfte vor Ort etwas gegen dieses Vorgehen eingewendet haben. Dass man die daraus resultierenden Scheinergebnisse im Westen als Beweis verkauft, dürfte in Nicaragua unbekannt sein und spielt für die Menschen dort in Wirklichkeit auch keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Marketingskampagnen für AFA-Algen==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren schlug eine Marketingkampagne aus den USA in Europa auf. Im Zuge der Diskussion um Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-und-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), wurde eine Vielzahl von Alternativen zur etablierten [[Ritalin]]therapie auf den Markt gebracht. Dabei spielt die Psychosekte [[Scientology]] im Konzert mit anderen sektenähnlich operierenden Gruppen und Firmengeflechten eine herausragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bis zu 15% der kindlichen Bevölkerung an ADHS leiden, jedoch nur ein winziger Bruchteil adäquat versorgt wird, sind die Eltern dieser Kinder einer enormen Belastung ausgesetzt. Sie suchen nach Alternativen und diese werden ihnen in Form angeblicher Wundermittel angeboten. Dazu gehören auch die Nahrungsergänzung aus blaugrünen Algen der Gattung Aphanizomenon flos Aquae (sog. Afa-Algen). Diese werden als therapeutische Alternative zur Substition mit Methylphenidat (Ritalin/Novartis, Medikinet/Medice, Equasym/Celltech Group) propagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unverantwortliche Werbeaussagen==&lt;br /&gt;
Im April 2002 verschickte KEIMLING Naturkost in Buxtehude einen Werbebrief, in dem unter dem Titel &amp;quot;Sind Klamath Uralgen gefährlich?&amp;quot; u.a. folgende Behauptung zu lesen war: &amp;#039;&amp;#039;Das Landwirtschaftsministerium in Oregon hat einen Grenzwert von 1.0 Microgramm/kg Klamath Uralge festgesetzt. Wenn Sie täglich 2 g der Uralgen verzehren, wären demnach 2 Microgramm Microcystin zulässig. Ihr amtlicher Sicherheitsfaktor beträgt 11655.&amp;#039;&amp;#039;.... und weiter heißt es: &amp;#039;&amp;#039;...Demnach könnte ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht 23310 Microgramm Microcystin-LR zu sich nehmen, ohne gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen&amp;#039;&amp;#039;. Dies mag der Geschäftsführer der Firma Keimling, Winfried Holler, einmal am eigenen Leibe auspropieren. Er dürfte diesen Selbstversuch mit dem Leben bezahlen. Allerdings hat sein Haus einen Vorteil: es verkauft tiefgefrorene E3LIVE(tm)-Algen. Unseren Analysen zufolge enthält dieses Produkt keinerlei Microcystine ... der mikroskopische Augenschein zeigt aber ebenso, dass es sich offenbar nicht um ein Afa-Cyanobakterienprodukt handelt. Vielmehr tauchen unter dem Mikroskop Gräser und normale Algen auf, so dass man den Eindruck hat, als ob jemand einfach mit der Harke durch einen See gefahren ist, das Resultat zerkleinert hat und als Cyanoalgenprodukt anpreist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellung und AFA-Algen Anbau==&lt;br /&gt;
[[image:klamath2.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus geringer Höhe|250px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath3.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus größerer Höhe|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath4.jpg|Infrarotaufnahme der Region um den Upper Klamath Lake mit dichter landwirtschaftlicher Nutzung|thumb]]&lt;br /&gt;
Aphanizomenon flos Aquae-Algen werden in unterschiedlichen Regionen der Erde gefunden. Jene Produkte, die derzeit in den USA und Europa verkauft werden, stammen nach Angaben der Hersteller aus dem Upper Klamath Lake im US-Bundestaat Oregon. Dieser See ist Teil einer riesigen Seenplatte, aus der nur ein einziger Fluss (der Klamath River) nach dem Grenzübertritt in den US-Bundesstaat California in den Pazifik mündet. Die Region dient als Brutstätte für Seelachse, ist aber seit 150 Jahren dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Upper Klamath Lake dient als Wasserreservoir für die ihn an drei Seiten umgebenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Anbaugebiete. Die exzessive Wasserentnahme der letzten Jahrzehnte hat zu einer erheblichen Senkung des Seewasserspiegels geführt, so dass derzeit die den See bildende Wasserschicht dünner ist als die Schlammschicht am Seegrund. Die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt ist mittlerweile so desolat, dass es regelmäßig zu Fischsterben im Upper Klamath Lake kommt. Umweltschutzorganisationen versuchen seit Jahrzehnten, den zu hohen Wasserabzug aus dem See zu bremsen und die Wasserqualität zu steigern. Das Fischsterben ist regelmäßig auf die Produktion von Microcystinen durch im Wasser vorkommende und durch die Überdüngung massiv wachsenden blaugrünen Cyanobakterien zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Anbieter von Afa-Algen dem Käufer mit offensichtlich geschönten Seeaufnahmen eine heile Umwelt vorzugaukeln versuchen, teilen Anwohner des Upper Klamath Lakes in Webforen mit, dass die Gewinnung der im See wachsenden Algen z.T. mit Schleppern und Baumaschinen erfolgt, wobei das dicht wachsende Gemisch aus Algen, Seegras und blaugrünen Cyanobakterien zum Teil vermischt mit Schlamm herausgebaggert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Anbaumethoden ist es nicht verwunderlich, dass die Qualität einiger der gewonnenen Afa-Produkte zu wünschen übrig lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Werbetrick mit der Kameraperspektive==&lt;br /&gt;
[[image:klamath8.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Geschäftsführer Sanacells, Eckart Pinnow, verkündete in seiner Hauspostille Forum - Informationen für Mitglieder des GesundheitsNetzwerkes (Nr. 5, 2002), dass seine Afa-Produkte nicht microcystinbelastet seien. Pinnow ist in dieser Ausgabe in einem Boot abgebildet, dass auf dem Upper Klamath Lake schwimmt. Der Untertitel lautet: &amp;quot;Dipl.-Ing. Eckart Pinnow überprüft persönlich den Qualitätssicherungsprozess am Klamath-See&amp;quot;. Sein Boot ist dabei an der einzigen Stelle des Sees positioniert, die nicht von Landwirtschaft und Industrie umgeben ist. (siehe zum Vergleich weiter oben). Pinnow ist ursprünglich vom Ostufer des Sees einige hundert Meter in den See gefahren und ließ sich in östlicher Richtung mit Blick auf die Berge photographieren. Wäre die Kamera einige Grad nach links geschwenkt, hätte man die Straße und einige Wohngebiete der naheliegenden Stadt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==AFA-Algen und Microcystinbelastung==&lt;br /&gt;
[[image:afa1.jpg|Anabaena|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Hauptproblem der Algenprodukte stellt nicht ihr Lebensmittelcharakter dar, denn es handelt sich um eher minderwertige Nahrungsmittel mit geringem Mineralien- und Vitamingehalt (Ausnahme: Vitamin A) und hohem Proteingehalt. Hauptproblem ist vielmehr die Beimengung von Cyanobakteriengiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aktuellen Publikationen, die verschiedene Stämme der blaugrünen Cyanobakterien Anabaena, Aphanizomenon, Calothrix, Cylindrospermum, Nostoc, Microcystis, Planktothrix, Oscillatoria und Synechococcus genera untersuchten, fanden sich immer wieder Sorten, die die Kampfgifte der Klasse der Microcystine und der Anatoxine produzierten (Lyra et al. 2000). Auch ist bekannt, dass einige Arten der blaugrünen Cyanobakterien das Nervengift Saxitoxin produzieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter der Algen sind sich des Toxinproblems bewußt. Ray (1991) schrieb schon vor 10 Jahren, dass einige A.f.a.-Stämme hochwirksame Nervengifte produzieren könnten, diese Gifte aber in Nahrungsmitteln aus Algen des Upper Klamath Sees in Oregon nicht gefunden worden seien. Seine Ansicht wird von einer Arbeit von Schaeffer et al. (1999) unterstützt, die in Algen eine Beimengung durch eine Microcystin-produzierende Alge (Microcystis spp.) nachwiesen. Demzufolge sei diese Beimischung an dem Toxineintrag schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es eine Veröffentlichung, die sich mit Microcystinbelastungen von A.f.a.-Nahrungsergänzungsmitteln befasst, die aus dem Upper Klamath See gewonnen werden. Gilroy et al. (2000) analysierten Microcystinkonzentrationen in vier verschiedenen Afa-Produkten über vier Jahre hinweg (1996-1999) und alle Produkte enthielten Microcystine in unterschiedlicher Menge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von A.f.a.-Produkten weisen jedoch die Microcystinbelastung generell weit von sich. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass Aphanizomenon Flos Aquae keine Microcystine produziere und führen Studien an, in denen dergleichen nachgewiesen worden sei. Das wirkt befremdlich, denn selbst der sich für Algenprodukte einsetzende US-amerikanische Professor Wayne Carmichael schrieb noch am 30.01.2002 auf seiner Homepage unter Bezugnahme auf einen Artikel im Scientific American: &amp;#039;&amp;#039;..Anabaena, Oscillatoria, Lyngbya, and Aphanizomenon produce neurotoxic anatoxins and/or saxitoxins. Anatoxin-a and Anatoxin-a(s) seem unique to cyanobacteria, while saxitoxin also arise in certain marine algae. Anatoxin-a is a potent nicotinic agonist that mimics acetylcholine and is used as a research tool in neurobiology. Anatoxin-a(s) is a structurally new organophosphate that inhibits acetylcholinesterase. Saxitoxin prevents acetylcholine from being released from neurons by blocking the inward flow of sodium ions across the axonal membrane channels, disrupting the communication between neurons and muscle cells...&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtet man den Blick in die Fachliteratur, gibt es offenbar einige Stämme von Aphanizomenon Flos Aquae, die keinerlei Microcystine produzieren. Lyra et al. (2001) nennen hier Aphanizomenon sp. 202, A. sp. TR183 (AJ133155), A. sp. PCC 7905, A. sp. PH-271, A. flos aquae NIES 81 und Aphanizomenon gracilie PH-219. Allerdings sind diese Aphanizomenon-Bakterien genetisch ausgesprochen eng verwandt mit den Anabaena-Bakterien, die selbst durchaus Neurotoxine erzeugen. Beide Gattungen sind ausgesprochen klein und unterscheiden sich offenbar nur unter dem Mikroskop eindeutig voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unzuverlässige Testmethoden==&lt;br /&gt;
Microcystine und Saxitoxine, die wichtigsten Gifte in Cyanobakterienprodukten, sind nicht einfach zu messen. Es gibt verschiedene Messmethoden, die teilweise sehr aufwändig, zeitraubend und teuer sein können. Grundsätzlich stellt sich das Problem der Wahl des Nachweisverfahrens, denn es gibt Verfahren, die die Gifte direkt sichtbar machen, und Analysen, die die Gifte nur indirekt messen. Außerdem sind die Messverfahren unterschiedlich empfindlich. Zusätzlich erschwert wird die Suche, weil diese Tests in der Lebensmittelanalytik nur selten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell stellt sich die Wahl zwischen dem Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder dem Protein Phosphatase Inhibition Assay (PPIA). Andere Verfahren wie die High Performance Liquid Chromatography (HPLC) oder Liquid Chromatography/Mass Spectrometry (LC/MS) kommen wegen zu hoher Kosten oder noch nicht etablierter Nachweismethodik nicht in Frage. Die Testmethoden von ELISA und PPIA sind unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ELISA werden hochspezifische Antikörper eingesetzt, die gegen Microcystinmoleküle gerichtet sind. Diese Antikörper docken an Microcystine an. In einem zweiten Schritt klebt man einen weiteren Antikörper, der nur an den bereits eingesetzten Antikörper, nicht aber direkt an Microcystin andocken kann, an diesen Microcystin-Antikörperkomplex. Dies tut man, weil erst der zweite Antikörper einen fluoreszierenden Farbstoff tragen kann, den man mit speziellen Analyseverfahren sichtbar macht und dann in seiner Konzentration messen kann. Ein direktes Ankoppeln des zweiten, den Farbstoff tragenden, Antikörpers an das Microcystin ist nicht möglich, da dieser Antikörper zu klobig und ungenau wäre. Vergleichbar ist dieses Verfahren mit dem Angeln. Der Fisch ist das Microcystin, der Köder ist der 1. Antikörper und erst, wenn man den Fisch mit der Angelschnur (dem 2. Antikörper) herausgezogen hat, weiss man am Ende, was man gefangen hat. Der ELISA hat den Vorteil, dass er direkt das vorhandene Gift misst. Er kann dies mit einer Genauigkeit tun, die ein Microcystinmolekül in einer Lösung von 10 Milliarden anderen Molekülen herausfinden kann. Die Genauigkeit liegt bei 0,1 ppb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im PPIA ist das Testprinzip hingegen völlig anders. Hier wird die bremsende Wirkung der Microcystine auf eine enzymatisch gesteuerte Umwandlungsreaktion gemessen. Microcystine bremsen die Protein Phosphatase, die die Dephosphorylierung von p-Nitrophenylphosphat steuert. Durch Nachweis der Ausgangs- und Endprodukte des Umwandlungsprozesses kann man indirekt auf die Konzentration der Microcystine zurückschließen. Ein direkter Nachweis der Microcystine geschieht jedoch nicht. Der Test hat auch den Nachteil, dass er nur eine einzige Wirkung der Microcystine erfasst und dabei unberücksichtigt lässt, dass im Organismus durch verschiedene Microcystintypen unterschiedliche Enzymsysteme beschädigt werden können. Der PPIA ist nicht so genau wie der ELISA, denn er gibt nach Lawrence et al. (2001) in der Regel deutlich niedrigere Belastungswerte für Microcystine aus, die manchmal 10-40% unter den im ELISA gemessenen Konzentrationen liegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von AFA-Algen legen zum Nachweis der angeblichen Produktgüte in der Regel PPIA-Analysen vor. Dies ganz offensichtlich deshalb, weil mit dieser Testmethode nur ein Teil der Microcystine (und dieser wiederum nicht sicher) gemessen werden kann. Auf diese Weise schönt man die Resultate mit der methodenbedingten Ungenauigkeit des Messverfahrens nach unten. Dies trägt zur Verunsicherung des Verbrauchers bei und kann (wie unten näher beschrieben) sogar vor Gericht Vorteile bringen, weil Richter nicht selten bereits zu abgehoben sind, um sich mit den Hintergründen von Prüfmethoden zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesundheitsschäden==&lt;br /&gt;
In den USA listete die US-Gesundheitsbehörde FDA im leider mittlerweile nicht mehr online abrufbaren Med Watch Programm 57&amp;amp;nbsp;Schadensfälle bis zum Jahr 1998 auf, die in zeitlichem Zusammenhang mit Afa-Konsum zu stehen schienen. Ebenso warnte Health Canada Online bereits im Jahre 1999 vorbeugend vor blaugrünen Algenprodukten, vor allem vor der Anwendung bei Kindern. Auch Erwachsene sollten Vorsicht bei der Einnahme bis zu dem Zeitpunkt walten lassen, an dem die Produktsicherheit zweifelsfrei gewährleistet sei.&amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.hc-c.gc.ca/english/protection/warnings/1999/9969ebk.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Der STERN veröffentlichte im Artikel Die Grüne Gefahr (Nr.8/2002) Warnungen über die Giftstoffe in Algenprodukten am 14.&amp;amp;nbsp;Februar 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich den deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene seit Mai 2002 Laboranalysen über den Microcystingehalt in Afa-Produkten vorliegen, haben sie bis heute keinerlei Schutzmassnahmen über die bereits angesprochene Warnmeldung hinaus unternommen. Dies wird mit dem Fehlen eines Microcystingrenzwertes begründet (vgl. hierzu [[Spirulina]]). Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Grüner Lobbyismus im Spiel ist, denn offenbar pflegen einige Algenhersteller exzellente Kontakte zu den deutschen Bündnisgrünen nahestehenden Prüflabors, die sich einer verbraucherkritischen Untersuchung der Algenprodukte entziehen. Vor allem in alternativen und esoterischen Kreisen wurden die Wunderalgen stark propagiert. Offenbar befürchtet man bei den Grünen, aufgrund des eigenen Fehlverhaltens in den sich abzeichnenden Skandal einbezogen zu werden.&lt;br /&gt;
Es gibt mittlerweile auch in Deutschland Berichte über Personen, die über Symptome nach dem Konsum von Afa-Algenprodukten klagten. Diese Symptome stellten sich nach einigen Monaten kontinuierlicher Einnahme ein, klangen nach dem Absetzen aber wieder ab und verschwanden. Eine Betroffene bekam Taubheitsgefühl in den Fingern bis hin zum totalen Durchblutungsstopp in den letzten zwei Fingergliedern, des Weiteren häufiges Kribbeln wie bei einer Minderdurchblutung und dies auch ansatzweise in den Zehen. Des Weiteren beklagten die Betroffenen brüchige, wie erweicht erscheinende Fingernägel sowie eitrige, sich langwierig hinziehende Entzündungsherde der Haut im Bereich des Gesichts und des Rückens. Ein anderer Betroffener schilderte, dass er nach längerer Einnahme sehr schmerzhafte, chronische Halsschmerzen entwickelt hätte und neben den analog bereits beschriebenen Hautentzündungserscheinungen vor Allem extrem langanhaltende Muskelschmerzen bereits nach normaler sportlicher Aktivität bekommen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Hinweise deuten auf eine chronische Langzeitbelastung mit Microcystinen hin. Microcystine verursachen Leberschäden, Nierenversagen und können auch, weil sie die Natriumkanäle der Nerven blockieren können, die Impulsübertragung menschlicher Nervenzellen unterbrechen, was bis zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Auch krebserzeugende Wirkungen sind nachgewiesen (NCI 2000). In China gibt es beispielsweise ausreichend Hinweise dafür, dass microcystinbelastetes Trinkwasser die Hauptursache für die hohe Sterblichkeit an Leberkarzinomen in bestimmten Provinzen des Landes ist (Yu&amp;amp;nbsp;1995, Ueno&amp;amp;nbsp;1996). Aktuell publizierte Tierversuche an schwangeren Ratten (Zhang et al. 2002) zeigen, dass die Gabe von 4&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystin-LR pro kg Körpergewicht bereits zu leichten Veränderungen im Lebergewebe der ungeborenen Feten innerhalb von 10&amp;amp;nbsp;Tagen führen kann. Interessant ist, dass sich solche Ergebnisse bei Mäusen selbst bei Dosen von 2-128&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg Körpergewebe nicht einstellen (Chernoff et al. 2002). Es kommt also auf das Tiermodell an, das verwendet wird. Die offenbar gegen Microcystine recht robust erscheinenden Mäuse sind das bevorzugte Tiermodell bei Studien aus der Algenszene. Offenbar weiß man genau, dass man nur mit Mäusen eine Verharmlosung der Giftwirkung der Microcystine beweisen kann, da dies in allen anderen Tiermodellen nicht gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen korreliert die Microcystinbelastung im Trinkwasser eindeutig mit der Häufigkeit von Leberkrebs (Yu et al. 2001), wie Studien aus China beweisen. Dort hat man schon lange Probleme mit microcystinbelastetem Trinkwasser, das in etlichen Provinzen Chinas ursächlich mit dem gehäuften Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert zu sein scheint. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1&amp;amp;nbsp;Teil pro 1&amp;amp;nbsp;Millarde Teile Wasser empfohlen (1&amp;amp;nbsp;ppb), der in Kanada, Australien und Großbritannien mittlerweile auch in Kraft ist. In den USA oder der Bundesrepublik Deutschland ist dergleichen nicht umgesetzt worden. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates Oregon eine Microcystinbelastung bis zu 1.000&amp;amp;nbsp;ppb (=1&amp;amp;nbsp;parts per million/ppm) in Algenprodukten tolerieren, inakzeptabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versucht man eine grobe Risikoabschätzung der Microcystinbelastung in den Algenprodukten vorzunehmen, so scheint eine klinische Symptomatik nach einigen Monaten Konsum von Produkten mit Belastungen ab 100&amp;amp;nbsp;ppb einzutreten. Dies zeigt, dass das der WHO-Trinkwassergrenzwert von 1&amp;amp;nbsp;ppb mit einem vernünftigen Sicherheitsabstand von 1:1000 zum Algengrenzwert aus Oregon durchaus begründet ist und sicherheitshalber auf Lebensmittel übertragen werden sollte. Von Algenanbietern wie Sanacell und Algavital wird immer wieder die Falschmeldung verbreitet, dass der in Oregon etablierte Grenzwert für die gesamte USA gelten würde. Dem ist nachweislich nicht der Fall. Zudem ist der Grenzwert nicht verbindlich, sondern lediglich ein US-amerikanischer Empfehlungswert, ab dessen Überschreitung microcystinbelastete Afa-Produkte aus dem Verkehr gezogen werden sollen (nicht müssen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die oben geschilderten Fälle zugrunde und bedenkt man, dass sich Microcystine sowohl in der Leber- als auch im Nerven- und Muskelgewebe angereicht als auch nur langsam ausgeschieden werden, wäre es möglich, dass Dauerkonsumenten erst mit monatelanger Verzögerung Gesundheitsprobleme entwickeln. Microcystindosen können beim Schwein, das uns Menschen vor Allem bei der Leberfunktion sehr ähnlich ist, bereits in Dosen von 25&amp;amp;nbsp;Microgramm pro Kilogramm Körpergewicht Leberschäden auslösen, während Ratten und Mäuse wesentlich robuster reagieren. Deshalb ist es absolut denkbar, dass der Mensch, der in vielen gesundheitlichen Bereichen empfindlicher als Tiere reagiert, schon bei niedrigeren Dosen Gesundheitsprobleme entwickelt, die anfänglich nicht mit den Afa-Produkten assoziiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man eine Verzehrsmenge von 2&amp;amp;nbsp;Gramm Algenmasse mit einer Belastung von 100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg Algenmasse (100&amp;amp;nbsp;ppb) zugrunde, würde man sich pro Tag eine Microcystinmenge von 0,2&amp;amp;nbsp;Mikrogramm einverleiben. Da die oben geschilderten beiden Verbraucher erst nach 7&amp;amp;nbsp;Monaten, dann aber zügig, gesundheitliche Probleme entwickelten, wäre zu spekulieren, dass bei einer Gesamtmenge von 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen von ersten klinischen Symptomen auszugehen sein könnte (von einer unbemerkten Krebsschädigung nicht zu reden!). Diese zugegebenermaßen spekulative Obergrenze für bemerkbare, klinische Probleme scheint nicht unrealistisch zu sein, da eine weitere Verbraucherin, die über Monate hinweg eine mit 76&amp;amp;nbsp;ppb belasteten Probe konsumiert hatte, keine gesundheitlichen Probleme berichtete. Die Wirksamkeitsschwelle zur Auslösung klinischer Symptome beim Menschen dürfte derzeit bei einer Gesamtaufnahmemenge von 40-50&amp;amp;nbsp;Mikrogramm liegen, die je nach Belastung des Afa-Produkts mehr oder weniger schnell erreicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Australien wird für Trinkwasser ein Microcystin-LR Richtwert von 1,3&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter empfohlen. Alle Grenzwerte, auch der von der WHO empfohlene, orientieren sich an Hochrechnungen, die ihre Grundlage in Tierversuchen am Mausmodell haben. Mäuse halten aber eine deutlich höhere Microcystinbelastung aus, ohne Leberschäden oder körperliche Symptome zu entwickeln, als andere Tiergattungen (z.B. Ratte oder Schwein). Zeigen sich bei Mäusen noch keine Zeichen von Leberschädigungen bei intraperitonealen Gaben von Microcystinen in Dosen von 25-50&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht (vgl. Fromme, Berlin, 1999), treten bei Rattenfeten bereits ab 4&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht Schäden auf (Zhang et al. 2002). Schweine überleben nach Beasley et al. (2000) gerade noch eine Microcystindosis von 25&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht, erleiden dabei aber bereits nachweisbare Organschäden u.a. im Bereich der Leber. Beim Menschen fehlen entsprechende Untersuchungen aus naheliegenden Gründen. Niemand würde die Erlaubnis erhalten, selbst bei Freiwilligen solche Versuche durchzuführen. Deshalb ist man auf Analogieschlüsse angewiesen, die sich sinnvollerweise auf die Trink- oder Badewasserbelastung mit Microcystinen beziehen, denn hier zeigen Studien aus China, dass der Konsum microcystinbelasteten Trinkwassers eindeutig mit einem erhöhtem Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert ist (z.B. Shun-Zhang 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut für Umweltanalytik und Humantoxikologie (ITox) in Berlin empfiehlt in der Gesundheitlichen Bewertung von Blaualgentoxinen (Microcystinen) in Badegewässern bereits ab einer Belastung von 10-100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Liter, auf das gesundheitliche Risiko beim Baden in entsprechend belasteten Gewässern hinzuweisen und vom Baden abzuraten sowie ab Microcystinwerten oberhalb von 100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Liter das Baden in solchen Gewässern zu untersagen. Es liegt nahe, diesen Trinkwassergrenzwert auf die Algenprodukte zu übertragen, denn in der von mir initiierten Untersuchung fand ich zwei Personen, die nach mehrmonatiger Einnahme von Algenprodukten in einer geschätzten Microcystin-Gesamtdosis von etwas über 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm klinische Symptome entwickelt hatten, die auf eine chronische Vergiftung durch Microcystine schließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn also Tierversuche zeigen, dass Mäuse zur Risikoabschätzung durch Microcystin aufgrund ihrer Unempfindlichkeit ungeeignet sind, Ratten und Schweine hingegen viel empfindlicher reagieren und zudem erste Hinweise bei Erwachsenen zeigen, dass Gesamtdosen von etwa 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen - auch über längere Zeit verteilt eingenommen - zu Gesundheitsschäden führen können, muss gefordert werden, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Microgramm/Liter auch bei den Algenprodukten einzuhalten ist. Die im US-Bundesstaat Oregon tolerierten Microcystinmengen in Algenprodukten (1.000&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg), die nur auf Schätzungen aus Mausmodellen beruhen (Schaeffer et al. 1999), sind offensichtlich wesentlich zu hoch. Sie liegen um den Faktor&amp;amp;nbsp;1.000 überhalb der für Trinkwasser empfohlenen WHO-Richtwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die übliche Verzehrsempfehlung von 2&amp;amp;nbsp;Gramm Algenmasse pro Tag, eine durchschnittliche Microcystinbelastung von 0,1&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Algengramm und eine Dosisschwelle von 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen bei Erwachsenen zugrunde, ab der offensichtlich klinische Symptome auftreten können, so kann man innerhalb von etwa 6-7&amp;amp;nbsp;Monaten die kritische Belastungszone zum Auftreten körperlicher Beschwerden erreichen. Es gibt jedoch Algenanbieter, deren entsprechend belastete Algenprodukte mit Verzehrsempfehlungen bis zu 20&amp;amp;nbsp;Pillen (5&amp;amp;nbsp;Gramm) täglich angepriesen werden. Bei solchen Verzehrsmengen ist es kein Wunder, wenn die kritische Schwelle bereits innerhalb weniger Wochen erreicht wird und die Patienten anfänglich mit schnell auftretenden Hautausschlägen konfrontiert werden. Sanacell und Algavital nutzen beide gern die Dienste der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn, die einschläge Ritalin-kritische und AFA-propagierende Bücher publiziert hat sowie einschlägige werbende Artikel in Szene-Zeitschriften veröffentlichte. Sie tritt für noch höhere Dosen pro Tag (20&amp;amp;nbsp;Gramm und mehr) ein. Bei den Microcystinmengen, die in den Produkten von Sanacell und Algavital gefunden wurden, würde dies eine Krebsgefahr bedeuten sowie nach wenigen Wochen bis Monaten klinische Symptome einer Microcystinvergiftung bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich ist zu bedenken, dass sich 50% der oral eingenommenen Microcystindosis in der Leber anreichert. Somit sind die üblichen Dosierungsschemata des Giftes in Bezug auf Kilogramm Körpergewicht per se fragwürdig. Die Leber eines Erwachsenen hat ein durchschnittliches Gewicht von 3-4&amp;amp;nbsp;kg, so dass bereits niedrige Einnahmemengen zu Leberschäden führen können. Geht man davon aus, dass man eine Giftkonzentration von 1&amp;amp;nbsp;Mimrogramm pro kg Lebergewicht einnehmen müsste, würden bereits 8&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Gesamtaufnahmemenge ausreichen, um erste Leberschäden zu bewirken oder ggf. dazu beizutragen, Leberkrebs auszulösen. Diese Dosis kann bei Algenprodukten, die, wie in der vorliegenden Untersuchung nachgewiesen, mit 68-134&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg (also 0,068-0,134&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Gramm) mit Microcystinen belastet sind, durchaus schon in 2-3&amp;amp;nbsp;Monaten erreicht werden, denn die Microcystine werden nicht so schnell abgebaut, wie sie eingenommen werden. Das Leberkrebsrisiko kann bereits in solchen Dosen möglicherweise deutlich erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yu und Chen (1994) untersuchten den Microcystingehalt im Trinkwasser von 20&amp;amp;nbsp;Patienten, die an hepatozellulärem Karzinom erkrankt waren (61&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter) und verglichen ihn mit demjenigen von gesunden Kontrollpersonen (36&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter). Dies zeigt, dass eindeutige Risiken bestehen können, wenn dauerhaft Microcystine in noch vergleichsweise niedrigen Dosen eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnung des BfArM und BgVV==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte am 21.&amp;amp;nbsp;März 2002 eine gemeinsame Presseerklärung&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bgvv.de/presse/2002/pr_02_08.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, die vor dem Konsum der Algenprodukte warnte. Am 22.&amp;amp;nbsp;März 2002 warnte der kritische Informationsdienst für Ärzte und Apotheker (Arznei-Telegramm) in einer Blitz-Mitteilung per eMail&amp;lt;ref&amp;gt;AT: AFA-Alge: Irreführende Werbung, bedenkliche Produkte&amp;lt;/ref&amp;gt; vor den Algenprodukten und vertiefte dies in einer Printausgabe des Arznei-Telegramms am 12.&amp;amp;nbsp;April 2002. Am 27.&amp;amp;nbsp;März 2002 warnte der Krebs-Kompass.de auf seiner Website ebenfalls mit dem Titel Warnung vor Algen statt Arznei. Diese Warnungen trugen dazu bei, dass Elternverbände in Deutschland und der Schweiz, die sich für hyperaktive Kinder (ADS-Kinder) einsetzen und sich dem von Algenvertreibern erzeugten juristischen Druck ausgesetzt sahen, diesem besser widerstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pressemitteilung vom 21.&amp;amp;nbsp;März 2002 zu AFA-Algen:&lt;br /&gt;
*Ein Nutzen durch den Verzehr AFA-Algen-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.&lt;br /&gt;
*eine Gefährdung der Gesundheit durch Gifte ist nicht auszuschließen.&lt;br /&gt;
*Produkte, denen werblich eine heilende Wirkung zugeschrieben wird, sind als Arzneimittel anzusehen und bedürfen deshalb der amtlichen Zulassung. Liegt eine solche Zulassung nicht vor, sind die Produkte nicht verkehrsfähig. In Deutschland ist kein solches Produkt zugelassen.&lt;br /&gt;
*Damit liegt ein Verstoß gegen das Verbot der irreführenden Werbung nach dem Heilmittelwerbegesetz vor. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der Fehlinformation Eltern eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder abbrechen und sich das Leiden verschlimmert, wenn ersatzweise AFA-Algenprodukte gegeben werden. Gleiches gilt für Erwachsene, die im Vertrauen auf die &amp;quot;Heilkraft der AFA-Algen&amp;quot; bei einer diagnostizierten Depression oder bei anderen Gesundheitsstörungen eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie abbrechen und stattdessen AFA-Algenprodukte zu sich nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnende Stimmen werden mit juristischen Tricks niedergebügelt==&lt;br /&gt;
Eckard Pinnow brüstet sich in der obigen Forum-Ausgabe, dass es gerichtlich verboten sei, Warnungen vor AFA®-Algen zu veröffentlichen. Diese Behauptung ist offensichtlich erlogen, denn seine Produkte sind nachweislich belastet. Trotzdem kommt Pinnow mit seinen Lügen legal über die Runden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trick, mit dem Pinnow bisher der prozessuale Sieg gegenüber sorgenvoll warnender Elternverbände von ADHS-Betroffenen und -Kindern gelang, ist leicht erklärt. Er ließ die entsprechenden Organisationen von einer Anwaltskanzlei abmahnen. Da in der strittigen Äußerung das Wort &amp;quot;AFA-Algen&amp;quot; (eine in der Fachliteratur durchaus übliche Abkürzung) genannt worden war, Sanacell (wie auch Algavital) sich ähnlich klingende Namen aber als Produktbezeichnung schützen ließen, konnten sie daraus eine Aktivlegitimation und somit Klagefähigkeit ableiten. Die Abmahnung enthielt allerdings so lächerliche Passagen, dass sie von den prozessunerfahrenen Verbänden nicht ernst genommen wurden. Es wurde deshalb keine Schutzschrift hinterlegt, so dass die gegnerische Anwaltskanzlei (Radeck/Berlin) einfach zum Landgericht marschierte, eine Einstweilige Verfügung beantragte und diese auch bewilligt erhielt. Die schockierten Verbände bekamen erst Wind von der Sache, als ihnen die Verfügung ins Haus flatterte (vgl. Kritiker leben gefährlich). Auf diese Weise war es Pinnow möglich, öffentliche Warnungen vor seinen giftbelasteten Algenprodukten bis zur Hauptverhandlung stillzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die ADHS-Verbände Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung eingelegt hatten, kam es zu einer mündlichen Verhandlung. Die Richter Mauck, Gollan und Becker verurteilten erstinstanzlich mit haarsträubenden Begründungen die ADHS-Verbände und gaben Sanacell vollumfänglich Recht. So glaubten sie den Ausführungen Sanacells, dass diese in der Lage sei, Microcystine aus den Algenprodukten durch ein geeignetes Filterverfahren zu entfernen. Die Richter schrieben: &amp;quot;Diese Behauptung wird gestützt durch die Ausführungen auf Seite 53 des Buches &amp;#039;Die Heilkraft der AFA-Alge&amp;#039;, wonach die AFA-Alge viel kleiner ist als die Microcystine und das Sieb passiert, während jene zurückgehalten werden.&amp;quot;. Dass auch Aphanozimenon-Stämme Microcystine produzieren können, ist in der Fachliteratur bekannt und beschrieben. Das Microcystine winzige Moleküle sind, ergibt sich zwangsläufig von selbst. Kein Gift ist besonders groß, die gefährlichsten sind sogar sehr klein, weil sie sonst Schwierigkeiten hätten, in den Organismus aufgenommen zu werden. Es hätte sogar einem Richter mit normaler Schulbildung auffallen müssen, dass ein Bakterium nichts produzieren kann, was größer als es selbst ist. Schon gar nicht hätten drei Richter den obigen Unfug schreiben dürfen. Dieser bedeutet im übertragenen Sinne, dass ein Gemisch aus Wackersteinen (Afa-Algen) und Staub (Microcystinen) durch ein Sieb geschüttelt werden kann, in dem der Staub liegen bleibt, die Wackersteine aber hindurchfallen. Dass dergleichen Inkompetenz an deutschen Gerichten ein Richteramt ausüben darf, ist einer der vielen Skandale im AFA-Algenzirkus. Dass sich die Richter offenbar aus lauter Faulheit sogar auf die Schriften der die AFA-Algen propagierenden Heilpraktikerin Barbara Simonsohn (siehe Fünf Tibeter) stützten, ist ein Schlag ins Gesicht jedes wissenschaftlichen Sachverstandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Richter erklärten weiterhin, dass das Herausfiltern der Microcystine durch das Vorlegen von Untersuchungszertifikaten durch Sanacell hinreichend belegt worden sei. Dem ist aber nicht so, denn von der Firma wurden keine ELISA-Untersuchungen, sondern vielmehr der PPIA-Test verwendet wird. Wie oben bereits beschrieben, ist der PPIA-Test weitaus ungenauer und dies vor allem in dem Bereich der Microcystinbelastung, um den es sich hier dreht. Hier wird oftmals deutlich weniger bis gar keine Belastung im PPIA angezeigt, während der ELISA noch verlässlich die Giftkonzentrationen anzeigt. So ließen sich die drei Berliner Richter exzellent täuschen und die Verbände zahlten für deren Inkompetenz die Zeche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma Algavital versucht eine andere Taktik, um unliebige Kritik wegzubügeln. Analog wie Sanacell versucht sie haltlose Abmahnungen zu versenden. Hinterlegt man aber eine fundierte Schutzschrift, so schrecken beide vor Klagen offenbar aus Angst vor einer Blamage zurück. Berichten aber Presseorgane kritisch über die giftbelasteten Algen, versucht primär Algavital durch presserechtliche Tricks, Gegendarstellungen plaziert zu erhalten. Sind diesen korrekt formuliert, müssen jene vom jeweiligen Journal unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abgedruckt werden. So geschah dies der Pharmazeutischen Zeitung, die kritisch über diese Algen berichtet hatte. Bei anderen Blättern hingegen gelang der Widerruf, der spätestens nach 3 Monaten plaziert sein muss, nicht. Grund war hierfür die offensichtlich wahrheitswidrige Forderung der Firma Algavital. Algavital nutzt auch gerne auf ihrer Website die Chance, Kritiker zu verleumden. Abmahnungen, die ihr deshalb ins Hause flattern, befolgt sie allerdings dann auch relativ schnell, zahlt aber die entsprechenden Anwaltsrechnungen nicht und lässt es dann offensichtlich auf langwierige Gerichtsprozesse ankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsicht: Verwechslungsgefahr!==&lt;br /&gt;
Eine sowohl in den USA als auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern vertretene Biotech-Firma mit dem Namen Celltech Group (Hauptsitz in Großbritannien, 208 Bath Road, Slough, Berkshire SL1 3WE) verkauft über ihre deutsche Niederlassung (Celltech GmbH &amp;amp; Co. KG, Im Wirringen 25, 45731 Waltrop) seit Mai 2002 ein Methylphenidatprodukt (Equasym) zur Behandlung von ADS/ADHS. Equasym ist neben Medikinet (Fa. Medice) und Ritalin (Fa. Novartis Pharma) das dritte Methylphenidatprodukt, das in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt gekommen ist (vgl. Gelbe Liste). Celltech Group hat mit einem US-amerikanischen Algenanbieter fast gleichen Namens aber nichts zu tun. In den USA hat die Celltech Group verschiedene Niederlassungen (Celltech R&amp;amp;D Inc. in Wayne und in Bothel, Celltech Manufacturing CA Inc. in Santa Ana, Celltech Pharmaceuticals Inc. in Rochester). Ärzte, die Equasym rezeptieren wollen, jedoch bei dem Namen des Anbieters misstrauisch geworden sind, sollten dies berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scientology, Sektengruppen und Pseudowissenschaftler im Spiel==&lt;br /&gt;
Auf der Ebene des Europarates ist es dem US-amerikanischen Top-Scientologen Fred A. Baugham, seines Zeichens pädiatrischer Neurologe, gelungen, die US-Psychosekte ins Spiel zu schleusen. Er selbst propagiert seit Jahren in den USA eine Anti-Ritalin-Kampagne. In Paris konnte er den Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Parlament) in einer gut plazierten Marketingkampagne überrollen. Er sorgte mit einigen anderen dafür, dass eine Anhörung im November 2001 zu einer Farce wurde. Nicht nur gab er die üblichen haltlosen Lügen und Unwahrheiten über ADHS und Methylphenidat zum besten, er sorgte durch Lobbyarbeit hinter den Kulissen dafür, dass an die Mitgliedsstaaten des Europarats die schriftliche Aufforderung erging, den Methylphenidatbedarf zu überprüfen und die Verordnung einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA arbeitet Peter Breggin, ein bisher der Scientology nicht direkt zuzurechnender Autor, mit Fred A. Baugham eng zusammen. Durch einschlägige, reisserische Bücher, in der die üblichen verleumderischen Thesen über wirksame Behandlungsmethoden bei ADHS verbreitet werden, trägt Breggin dazu bei, bei den Betroffenen Angst vor z.B. [[Ritalin|Methylphenidat]] zu schüren. In Deutschland hat seine Thesen der Neurobiologie Hüther aufgenommen, der sich auch nicht zu schade ist, auf Podiumsdiskussionen teilzunehmen, die von schweizerischen Firmen, die der Scientology direkt zuzurechnen sind, aufzutreten. Hüthers Hauptthese, Methylphenidat prädisponiere für M. Parkinson, ist nachweislich falsch und wurde in der Fachliteratur ausführlich wiederlegt. Trotzdem tourt er derzeit durch Europa und schafft es offenbar auch mit Unterstützung von Scientologen, sich in öffentlichen dt.-sprachigen Medien mit seinen falschen Behauptungen zu plazieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Szene um [[Franz Konz]] (siehe Ur-Medizin) ist mir von der Partie. Konz präsidiert bekanntlich dem Bund für Gesundheit e.V., der wiederum eine Hauspostille (Natürlich Leben) sowie ein Beratungstelefon betreibt. Konz schrieb über verhaltensauffällige Kinder in einer der letzten Ausgaben und empfahl, solche Kinder in kompetente Psychotherapie zu bringen. Dabei riet er zur Firma [[KVPM]], die jedoch seit Jahren eine bekannte Deckadresse der US-Psychosekte Scientology in Deutschland ist (siehe Die Scientology Organisation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Esoterikmessen wie den Medizinischen Wochen Baden-Baden, auf denen Sanacell Afa-Produkte vorstellt, wird immer gerne mit Publikationen der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn geworben. In deren Büchern kann man deren indirekte Finanzierung durch diese Firmen leicht nachvollziehen. Sie schreibt selbst in einem ihrer Bücher, dass sie von Algenanbietern Waren zu Testzwecken im Wert von mehreren tausend Euros erhalten hat. Zusätzlich, und dies ist mit Sicherheit kein Zufall, saß Frau Simonsohn über längere Zeit am Beratungstelefon des [[BFG|Bundes für Gesundheit]]. Ihre 14-tägigen Sprechzeiten konnten in Natürlich Leben nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits bei der Ur-Medizin beschrieben, bestehen Verbindungen zwischen Konz und dem wegen Kindsmissbrauchs und Betrugs zu einer 15jährigen Haftstrafe in Paris verurteilten [[Guy-Claude Burger]]. Burgers deutsche Stimme, der [[MLM|Multi-Level-Marketing]] Verkäufer Stephen Janetzko aus Erlangen ist einer der Ansprechpartner, der für das GesundheitsNetzwerk des Pinnow in Erlangen Veranstaltungen organsiert. Dies kann in der Sanacell-Firmenzeitung FORUM (Ausgabe 08/2002) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man erkennt, gibt es enge Verflechtungen zwischen sektenähnlich operierenden Gruppen, der US-Psychosekte Scientology und den die Algen verkaufenden Firmen in Europa. Es liegt nahe, zu vermuten, dass es sich bei einigen dieser Firmen um abgetauchte bzw. abgetrennte Scientologen-Netzwerke handelt, die zwar scientologische Methoden anwenden, sich aber nicht offen zur Scientology bekennen. Die genannten Netzwerke sind übrigens nur nur die Spitze des Eisberges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Beasley VR, Lovell RA, Holmes KR, Walcott, HE, Schaeffer DJ, Hoffmann WE, Carmichael WW: Microcystin-LR decrease hepatic and renal perfusion and causes circulatory shock, severe hypoglycemia and terminal hyperkalemia in intravasculary dosed swine. J Toxicol Environm Health 61 (Part A): 281-203, 2002&lt;br /&gt;
*Chernoff N, Hunter ES, Hall LL, Rosen MB, Brownie CF, Malarkey D, Marr M, Herkotivs J: Lack of teratogenicity of microcystin-LR in the mouse and toad. J Appl Toxicol 22: 13-17, 2002&lt;br /&gt;
*Gilroy DJ, Kauffman KW, Hall RA, Huang X, Hu FS: Assessing potential health risks from microcystin toxins in blue-green algae dietary supplements. Environment Healtch Perspect 108: 435-439, 2000&lt;br /&gt;
*Jensen GS, Ginsberg DI, Huerta P, Citton M, Drapeau C: Consumption of Aphanizomenon flos-aquae has rapid effects on the circulation and function of immune cells in humans. A novel approach to nutritional mobilization of the immune system. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 50-58, 2000&lt;br /&gt;
*Kushak RI, Drapaeu C, Van Cott, EM, Winter, HH: Favorable effects of blue-green algae Apha-nizomenon flos-aquae on rat plasma lipids. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 59-65, 2000&lt;br /&gt;
*Lyra C, Suomalainen S, Gugger M, Vezi C, Sundman P, Paulin L, Sivonen K: Molecular characterization of planktic cyanobacteria of Anabaena, Aphanizomenon, Microcystis and Planktothrix genera. Int J System Evolut Microbiol 51: 513-526, 2001&lt;br /&gt;
*Manoukain R, Citton M, Huerta R, Rhode B, Drapeau C, Jensen GS: Effects of the blue-green algae aphanizomenon flos aqua (L.) Ralphs on human natural killer cells. In: Savage L (Ed.): Phytoceuticals. 1.1. Chap. 3.1., Seite 233-241, 1998&lt;br /&gt;
*NCI Nomination: Blue-Green Algae. Submitted to the NTP. September 2000&lt;br /&gt;
*Ray RA: Microalgae as food and supplement. Crit Rev Food Sci Nutr 30: 555-573, 1991&lt;br /&gt;
*Schaeffer DJ, Maplas PB, Barton LL: Risk assessment of microcystins in dietary Aphanizomenon flos-aquae. Ecotoxicol Envinron Saf 44: 73-80, 1999&lt;br /&gt;
*Shun-Zhang Y: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 675-682, 1995&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität - ein Problem unserer Zeit. Erfahrungsheilkunde, Nr. 8, 516-527, 2000&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Hyperaktivität - warum Ritalin keine Lösung ist. W. Goldmann Verlag, München, 2001&lt;br /&gt;
*Ueno Y, Nagata S, Tsutsumi T, Hasegawa A, Watanabe MF, Park HD, Chan GC, Chen G, Yu SZ: Detection of microcystins, a blue-green algal hepatotoxin, in drinking water sampled in Haimen and Fusui, endemic areas of primary liver cancer in China, by highly sensitive immunoassay. Carcinogenesis 17: 1317-1321, 1996&lt;br /&gt;
*Yu SZ: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 674-682, 1995&lt;br /&gt;
*Yu SZ, Chen G: Blue-green algae toxins and liver cancer. Chin J Cancer Res 6: 9-17, 1994&lt;br /&gt;
*Zhang Z, Lian M, Liu Y, Wei G, Yu S, Kang S, Zhang Y, Chen C: Teratosis and damage of viscera induced by microcystin in SD rat fetuses. Zhonghua Yi Xue Za Zhi 82: 345-347, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.uni-konstanz.de/news/mittshow.php?nr=12&amp;amp;jj=2008 Universität Konstanz zu Algenpräparaten&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cd/987&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cm/208/afa_algen_und_afa_algenpropdukte.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.dge.de/modules.php?name=News&amp;amp;file=article&amp;amp;sid=321&lt;br /&gt;
*http://ads-adhs.de.vu/algen.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Beutelschneiderei]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;br /&gt;
[[category:Heilmittel in der Pseudomedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=33139</id>
		<title>AFA-Algen</title>
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		<updated>2009-11-21T11:17:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Studienlage */ ADHD -&amp;gt; ADHS&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:afa2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Afa-Algen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Aphanizomenon flos-aquae) sind Bakterien der Abteilung [http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien  Cyanobakterien] und werden auch Blaualgen genannt. Diese werden seit einigen Jahren als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (NEM) angeboten. Entsprechend der häufigen Vorgehensweise von Vermarktern von &amp;quot;Wundermitteln&amp;quot; wurden über diese schlichte Alge diverse Märchen und beleglose Behauptungen verbreitet und ihr Heilwirkungen bei [[Ritalinkritik|ADHS]] bis [[Unkonventionelle Krebstherapien|Krebs]] und natürlich allen üblichen [[Zivilisationskrankheit]]en angedichtet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich jedoch Lebensmittel und unterliegen daher dem [[LFGB]] (Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch). Laut LFGB sind gesundheitsbezogene Werbung und werbeähnliche Äußerungen untersagt und können kostenpflichtig abgemahnt werden. Problematisch ist, dass in diesen Algen z.T. sehr giftige (lebertoxische) Microcystine vorhanden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Afa-Algen sind keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien==&lt;br /&gt;
Die als Afa-Algen bezeichneten Lebewesen sind zur Photosynthese befähigte Einzeller (Eubakterien), die evolutionsgeschichtlich sehr alt sind. Viele Stämme dieser Bakterien sind in der Lage, hochwirksame Gifte (Microcystine, Anatoxine, Saxitoxin) zu produzieren, welches sich in den Bakterien selbst sowie in den sie verzehrenden Meerestieren anreichert. Man nennt sie deshalb auch blaugrüne Cyanobakterien. Eine ausführliche Darstellung über Microalgen und deren Belastung mit Algentoxinen finden sie in den Guidelines for Safe Recreational-water Environments (Vol. I: Coastal and Fresh-waters), Oktober 1998 &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~tennisplatzis/paralex/content/who_Recreawat-II.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beworbene Indikationen==&lt;br /&gt;
Afa-Algen werden von unterschiedlichen Firmen als Lebensmittel angepriesen. Je nach Lokalisation der Firma werden verschiedene heilende Aussagen getroffen. In den USA werden die Mittel u.a. von der Fa. Bluegreen (von der auch deutsche Firmen ihre Produkte beziehen) als Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Immunschwächeerkrankungen anderer Art, ADHS, Hypercholesterinämie und zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens beworben. Für diese propagierten Aussagen liegen keine glaubwürdigen Wirksamkeitsnachweise vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
Seriöse Studien über die Wirkung der AFA-Algen gibt es im internationalen wissenschaftlichen Schrifttum nicht. Es gibt allerdings einige Nischenpublikationen wie einen Buchbeitrag (Manoukain et al. 1998) und Journalartikel (Kushak et al. 2000, Jensen et al. 2000). Letztere stammen aus dem Journal of the American Nutraceutical Association (JANA). Allein diese Titelwahl soll den Leser verwirren, denn die American Medical Association, die größte US-Vereinigung für Fachärzte der Inneren Medizin, gibt mit JAMA eine ähnlich klingende Fachzeitschrift heraus, die sich Journal of the American Medical Association (JAMA) nennt. JANA ist nicht in medizinischen Fachinformationsdiensten wie Medline gelistet, JAMA hingegen sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Studie von Manoukain et al. (1998) wurde festgestellt, dass man durch die Gabe von 1.5 g Afa-Algen bei fünf gesunden Freiwilligen eine signifikante Verringerung der Natürlichen Killerzellen innerhalb von 2 Stunden nach dem Schlucken bewerkstelligen konnte. Die Menge an NK-Zellen sank um 63%. Dies verwundert nicht, denn die unten noch näher beschriebenen Algentoxine greifen u.a. direkt die Zellstrukturen von weißen Blutkörperchen an und können die Aufnahme von Nahrungsenergie (z.B. Glukose) durch die Zellwand hemmen. Wahrscheinlich resultiert die Reduktion der NK-Zellen auf einer direkten Giftwirkung der in den Afa-Algen vorhandenen Microcystine oder des Saxitoxins, das in geringeren Mengen Auswirkungen auf Blutzellen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer zweiten Studie (Jensen et al. 2000) wurden 21 gesunde Probanden mit 1.5 g Afa-Algen über sechs Wochen behandelt. Unter der Afa-Algenbehandlung kam es zu einem deutlichen Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen, was unter Placebogabe nicht eintrat. Dieser Effekt wurde von den Autoren als Stimulation des Immunsystems interpretiert, die eine Verbesserung der Abwehrsituation anzeige. Dieser Schluss ist lächerlich, denn wenn man eine Substanz verzehrt, die Zellgifte enthält, welche im Organismus z.B. Leberzellen verstärkt in den Selbstmord treiben können (Auslösung der Apoptose), erklärt sich der Anstieg der Abwehrzellen wesentlich offensichtlicher. Stirbt im Organismus Zellgewebe ab, weil es beschädigt wurde, dann ändert sich die Oberflächenstruktur der betroffenen Zellen. Diese werden dadurch für das Abwehrsystem als zur Entsorgung freigegeben gekennzeichnet, daraufhin von weißen Blutkörperchen angegriffen und verzehrt. Je mehr solche betroffenen Zellen sterben, desto höher ist der Bedarf an den sie verzehrenden weißen Blutkörperchen. Die Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen ist nur die Folge einer durch Algengifte verursachten, niedrigschwelligen Entzündungsreaktion u.a. von Leberzellen. Jensen et al. (2000) verloren kein Wort über den Zustand der Leber oder der Nieren der Probanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kushak et al. (2000) veröffentlichten eine Studie, die an Ratten zeigen sollte, dass der Konsum von Afa-Algen den Blutfettspiegel zu regulieren in der Lage sei. Sie gaben den Tieren unterschiedliche, mit ungesättigten Fettsäuren angereicherte Diäten. Daneben reicherten Sie die Diät z.T. mit 10-15% Afa-Algensubstanz an. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die keinen Afa-Zusatz erhielt, wiesen die beiden Afa-Untersuchungsgruppen eine deutliche Senkung des Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegels im Serum auf. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Afa-Algen einen cholesterinsenkenden Effekt hätten und empfahlen, diese Wirkung im Lebensmittelsektor auszunutzen. Auch dieses Resultat wundert mich nicht, lässt es sich doch erneut mit der Giftwirkung von Algentoxinen erklären. Die Leber ist das Zielorgan für Microcystine, die sich dort anreichern. Dies ist auch bei Ratten nachgewiesenermaßen der Fall. Die Leber ist aber gleichzeitig der Produktions- und Umschlagsort für Blutfette. Da Microcystine auch in niedriger Dosierung auf Leberzellen von Ratten schädigend wirken, sinkt mit steigender Afa-Menge logischerweise die Syntheseleistung der Leberzellen, weil sich eine zunehmende toxinbedingte Organentzündung in einer verschlechterten Syntheseleistung niederschlägt. Interessanterweise hatten die Autoren weder Leberwerte berichtet, die auf die Organfunktion hätten schließen lassen, noch hatten sie nach dem Fütterungsversuch über histologische Leberuntersuchungen der Tiere berichtet, um eventuelle Auswirkungen der Algentoxine zu bewerten. Dies lässt darauf schließen, dass sie offenbar befürchteten, negative Auswirkungen zu finden. Wer nicht sucht, findet nicht und kann dem Leser in die Tasche lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Studien sind kein Beleg für die Wirkung von Afa-Algen, zumal keiner der Autoren in seinen Berichten genaue Angaben über die Microcystin-, Anatoxin- und Saxitoxingehalte der verwendeten Afa-Produkte machte. Bei jeder Studie war ein Vertreter von Bluegreen, dem größten US-amerikanischen Afa-Algenproduzenten, Mitautor. Dies lässt auf eine direkte Einflussnahme und auf Gefälligkeitsstudien schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt im Bereich der Therapie hyperaktiver Kinder bisher keine einzige seriöse Studie, die bewiesen hätte, dass Afa-Algen einen therapeutischen Vorteil erbracht hätten. Man muss sich recherchemäßig fast auf den Kopf stellen, um zumindest indirekte Hinweise zu erhalten, denn im internationalen medizinischen Fachschrifttum gibt es keine einzige Afa-Studie. Auch das Durchforsten von Doktorarbeiten oder Habilitationsschriften deutscher Universitäten erbringt keine einzige Untersuchung mit diesem Nahrungsergänzungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Buch der Heilpraktikerin und Diplom-Politologin Barbara Simonsohn (2001), die Afa-Algen als Ersatz für Ritalin vorstellt, findet man einen ersten Hinweis. Sie berichtet über Einzelfälle, die als Belege dargestellt werden: Julian, 13, war sprunghaft, ungewöhnlich rastlos, unkonzentriert und ermüdete schnell. Sein Verhalten war dominant, undiplomatisch und oft verständnislos. Julian ist seit Afa-Algen-Einnahme weniger impulsiv, er findet nach einem Wutanfall leichter zurück zum Normalzustand, kann besser nachgeben und ist lustiger und fröhlicher. Diesem lächerlichen Beweis fehlt so ungefähr alles, was es erlaubt, eine seriöse DSM-IV-basierte Beurteilung der Hyperaktivität des Kindes zu erstellen. Die Heilpraktikerin hat nur einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Symptomatik eines hyperaktiven Kindes beschrieben. Da die anderen Fallbeschreibungen in ihrem Buch von ähnlicher Güte sind, stellt sich die Frage, ob Simonsohn wirklich eine Ahnung von dem hat, über was sie schreibt. Da sie als Werbeinstrument für Algenhersteller dient, sind ihre Publikationen wohl nichts anderes als direkte Schleichwerbung für Afa-Algen, an denen sie gut verdient. Sie selbst gibt in ihrem Buch offen zu, von mindestens drei deutschen Anbietern mit Afa-Pillen im Marktwert von 7.500 Euro ausgestattet worden zu sein, um Kinder von 44 Familien zu behandeln. Die Heilpraktikerin empfahl den Kindern eine Dosis von 1.5 g/d und die Beobachtung soll 10 Wochen gedauert haben. Kalkuliert man die Tagesdosis mit 1 Euro, hätte die Dame 5.000 Tagesdosen ausreichen können. Weil man 80 Tagesdosen pro Kind braucht, hätte man mindestens 60 Kinder behandeln können. Es sind aber nur 19 Kinder in der Publikation der Heilpraktikerin grob beschrieben. Da 44 Familien gemeinsam wohl kaum 19 Kinder haben können, dürfte sich die Heilpraktikerin entweder jene Fälle herausgesucht haben, bei denen ihre schlampige Diagnostik einer wahrscheinlich gar nicht bestehenden ADHS durch Afa-Algen &amp;#039;geheilt&amp;#039; wurde oder sie hat, wie in solchen Jubelpublikationen üblich, die Krankengeschichten erfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blickt man in populärwissenschaftliche Zeitschriften der [[Ganzheitsmedizin]], findet sich eine Publikation von Simonsohn im Jahr 2000. Hier berichtete sie über verschiedene Studien, die angeblich die Wirksamkeit bei Afa-Algen bewiesen haben sollen. In der sog. The kid.com Study, die von einem Afa-Anbieter durchgeführt worden sein soll, sollen Symptomverbesserungen bei Kindern erreicht worden sein. Was genau diagnostiziert wurde und welches Resultat sich vor und nach der Studie exakt dargeboten hat, gibt die Autorin nicht wieder. Sie gibt nur folgendes bei den Kindern an: Signifikante Verbesserungen in ihrer Fähigkeit, zu fokussieren, Anweisungen zu folgen und sich zu konzentrieren. Eine Abnahme von streitsüchtigem, fordernden und kämpferischen Benehmen. Weniger Symptome von Angst und Depression. Verbesserung des sozialen Verhaltens. Weniger Zeichen von emotionalen und verhaltensmäßigen Abgelenktsein. Weniger Wutanfälle und Erziehungsprobleme. Weniger Verhaltensauffälligkeiten, die man als merkwürdig klassifizieren könnte. Weniger körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Magenschmerzen, für die kein offensichtlicher Grund vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Untersuchungsmerkmale mit den DSM-IV Diagnosekriterien für ADHS vergleicht, kommt man mit sehr viel Mühe auf gerade einmal zwei ADHS-Merkmale. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei den Kindern in der Kid.com-Studie nicht um hyperaktive Kinder gehandelt hat. Da wundert es nicht, wenn Simonsohn (2000) schreibt: Die beiden Behandlungsformen (gemeint ist der Vergleich zwischen Ritalin und Afa-Algen) waren gleichermaßen effektiv. Wer den Eindruck hinterlässt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und gleichzeitig so wenig Ahnung von ADHS hat, wie Frau Simonsohn, mag diesen Schluss ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sieht es bei einer zweiten Studie aus, die Simonsohn (2000) referiert. Es handelt sich um den The Children &amp;amp; Algae Report, bei dem die beteiligten Eltern die Produkte eines Afa-Algenanbieters sogar selbst zahlen mussten. Die Bewertung der Kinder erfolgte mit einem Aschenbach-Bewertungsschema, welches u.a. Aufmerksamkeit, Aggression, soziale Probleme, Ängstlichkeit/Depression, Straffälligkeit, Denkprobleme, Zurückgezogenheit und eine Bewertung namens somatisch beurteilen soll. Diese pseudowissenschaftliche Bewertungsschema ist in der seriösen ADHS-Diagnostik vollständig unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In keiner der von Befürwortern durchgeführten Studien, sofern diese überhaupt erreichbar sind, ist eine glaubwürdige, realitätsbezogene Selektion des untersuchten Kollektivs nach etablierten Diagnosemethoden erfolgt. Offenbar wurden die üblichen DSM-Kriterien nicht als Bewertungs- und Einstufungsgrundlage angewendet. Allein diese methodischen Unzulänglichkeiten machen die bisherigen Befürworterstudien in meinen Augen unglaubwürdig. Der Umstand, dass in keiner Studie mitgeteilt wird, ob nach Toxinen in den Afa-Algen gesucht worden war oder ob zumindest Leber- und Nierenparameter zur Absicherung von negativen Auswirkungen dieser Gifte laborchemisch bestimmt worden sind, zeigt, dass in diesen Studien offenbar nicht mit großer wissenschaftlicher Genauigkeit vorgegangen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Quelle, der sog. &amp;#039;&amp;#039;The Nicaragua Report&amp;#039;&amp;#039;, die von der US-Algenfirma Bluegreen gesponsort wurde, ist in Wahrheit eine spanischsprachige Doktorarbeit aus dem von Wirtschaftskrisen und politischen Händeln zerrissenen Nicaragua. Das Land ist bekannt dafür, eine hungernde Bevölkerung zu besitzen und es ist leicht, dort für wenige Dollars Gefälligkeitsstudien zu lancieren. In der seriösen wissenschaftlichen Szene wären diese bedeutungslos, aber für den unwissenden Verbraucher sind solche Studien exzellentes Marketingmaterial. In einem 14 Seiten dünnen A5-Heftchen wird auf populärwissenschaftliche Weise beschrieben, wie Afa-Algen in einer Schule, in der zu Studienbeginn mehr als 80% der 6-11jährigen Kinder unterernährt waren, der Ernährungsstatus, die Schulnoten und das Verhalten der Kinder positiv beeinflusst worden sein sollen. Angeblich sei innerhalb eines halben Jahres die Fehlernährungsrate von 86% auf 21% gefallen. Überflüssig zu betonen, dass auch hier weder Toxinbestimmungen der Afa-Algen noch einschlägige Leber- und Nierenwerte berichtet wurden. Dass vorher mangelernährte Kinder mit wenigen Gramm proteinhaltiger, aber vitamin- und mineralstoffarmer Afa-Algen Normalgewicht erreichen sollen, wirkt einfach nur lächerlich. Höchstwahrscheinlich wurden die teilnehmenden Kinder mit einer Schulspeisung angelockt und nahmen deshalb zu. Niemand dürfte vor Ort etwas gegen dieses Vorgehen eingewendet haben. Dass man die daraus resultierenden Scheinergebnisse im Westen als Beweis verkauft, dürfte in Nicaragua unbekannt sein und spielt für die Menschen dort in Wirklichkeit auch keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Marketingskampagnen für AFA-Algen==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren schlug eine Marketingkampagne aus den USA in Europa auf. Im Zuge der Diskussion um Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-und-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), wurde eine Vielzahl von Alternativen zur etablierten [[Ritalin]]therapie auf den Markt gebracht. Dabei spielt die Psychosekte [[Scientology]] im Konzert mit anderen sektenähnlich operierenden Gruppen und Firmengeflechten eine herausragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bis zu 15% der kindlichen Bevölkerung an ADHS leiden, jedoch nur ein winziger Bruchteil adäquat versorgt wird, sind die Eltern dieser Kinder einer enormen Belastung ausgesetzt. Sie suchen nach Alternativen und diese werden ihnen in Form angeblicher Wundermittel angeboten. Dazu gehören auch die Nahrungsergänzung aus blaugrünen Algen der Gattung Aphanizomenon flos Aquae (sog. Afa-Algen). Diese werden als therapeutische Alternative zur Substition mit Methylphenidat (Ritalin/Novartis, Medikinet/Medice, Equasym/Celltech Group) propagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unverantwortliche Werbeaussagen==&lt;br /&gt;
Im April 2002 verschickte KEIMLING Naturkost in Buxtehude einen Werbebrief, in dem unter dem Titel &amp;quot;Sind Klamath Uralgen gefährlich?&amp;quot; u.a. folgende Behauptung zu lesen war: &amp;#039;&amp;#039;Das Landwirtschaftsministerium in Oregon hat einen Grenzwert von 1.0 Microgramm/kg Klamath Uralge festgesetzt. Wenn Sie täglich 2 g der Uralgen verzehren, wären demnach 2 Microgramm Microcystin zulässig. Ihr amtlicher Sicherheitsfaktor beträgt 11655.&amp;#039;&amp;#039;.... und weiter heißt es: &amp;#039;&amp;#039;...Demnach könnte ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht 23310 Microgramm Microcystin-LR zu sich nehmen, ohne gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen&amp;#039;&amp;#039;. Dies mag der Geschäftsführer der Firma Keimling, Winfried Holler, einmal am eigenen Leibe auspropieren. Er dürfte diesen Selbstversuch mit dem Leben bezahlen. Allerdings hat sein Haus einen Vorteil: es verkauft tiefgefrorene E3LIVE(tm)-Algen. Unseren Analysen zufolge enthält dieses Produkt keinerlei Microcystine ... der mikroskopische Augenschein zeigt aber ebenso, dass es sich offenbar nicht um ein Afa-Cyanobakterienprodukt handelt. Vielmehr tauchen unter dem Mikroskop Gräser und normale Algen auf, so dass man den Eindruck hat, als ob jemand einfach mit der Harke durch einen See gefahren ist, das Resultat zerkleinert hat und als Cyanoalgenprodukt anpreist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellung und AFA-Algen Anbau==&lt;br /&gt;
[[image:klamath2.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus geringer Höhe|250px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath3.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus größerer Höhe|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath4.jpg|Infrarotaufnahme der Region um den Upper Klamath Lake mit dichter landwirtschaftlicher Nutzung|thumb]]&lt;br /&gt;
Aphanizomenon flos Aquae-Algen werden in unterschiedlichen Regionen der Erde gefunden. Jene Produkte, die derzeit in den USA und Europa verkauft werden, stammen nach Angaben der Hersteller aus dem Upper Klamath Lake im US-Bundestaat Oregon. Dieser See ist Teil einer riesigen Seenplatte, aus der nur ein einziger Fluss (der Klamath River) nach dem Grenzübertritt in den US-Bundesstaat California in den Pazifik mündet. Die Region dient als Brutstätte für Seelachse, ist aber seit 150 Jahren dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Upper Klamath Lake dient als Wasserreservoir für die ihn an drei Seiten umgebenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Anbaugebiete. Die exzessive Wasserentnahme der letzten Jahrzehnte hat zu einer erheblichen Senkung des Seewasserspiegels geführt, so dass derzeit die den See bildende Wasserschicht dünner ist als die Schlammschicht am Seegrund. Die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt ist mittlerweile so desolat, dass es regelmäßig zu Fischsterben im Upper Klamath Lake kommt. Umweltschutzorganisationen versuchen seit Jahrzehnten, den zu hohen Wasserabzug aus dem See zu bremsen und die Wasserqualität zu steigern. Das Fischsterben ist regelmäßig auf die Produktion von Microcystinen durch im Wasser vorkommende und durch die Überdüngung massiv wachsenden blaugrünen Cyanobakterien zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Anbieter von Afa-Algen dem Käufer mit offensichtlich geschönten Seeaufnahmen eine heile Umwelt vorzugaukeln versuchen, teilen Anwohner des Upper Klamath Lakes in Webforen mit, dass die Gewinnung der im See wachsenden Algen z.T. mit Schleppern und Baumaschinen erfolgt, wobei das dicht wachsende Gemisch aus Algen, Seegras und blaugrünen Cyanobakterien zum Teil vermischt mit Schlamm herausgebaggert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Anbaumethoden ist es nicht verwunderlich, dass die Qualität einiger der gewonnenen Afa-Produkte zu wünschen übrig lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Werbetrick mit der Kameraperspektive==&lt;br /&gt;
[[image:klamath8.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Geschäftsführer Sanacells, Eckart Pinnow, verkündete in seiner Hauspostille Forum - Informationen für Mitglieder des GesundheitsNetzwerkes (Nr. 5, 2002), dass seine Afa-Produkte nicht microcystinbelastet seien. Pinnow ist in dieser Ausgabe in einem Boot abgebildet, dass auf dem Upper Klamath Lake schwimmt. Der Untertitel lautet: &amp;quot;Dipl.-Ing. Eckart Pinnow überprüft persönlich den Qualitätssicherungsprozess am Klamath-See&amp;quot;. Sein Boot ist dabei an der einzigen Stelle des Sees positioniert, die nicht von Landwirtschaft und Industrie umgeben ist. (siehe zum Vergleich weiter oben). Pinnow ist ursprünglich vom Ostufer des Sees einige hundert Meter in den See gefahren und ließ sich in östlicher Richtung mit Blick auf die Berge photographieren. Wäre die Kamera einige Grad nach links geschwenkt, hätte man die Straße und einige Wohngebiete der naheliegenden Stadt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==AFA-Algen und Microcystinbelastung==&lt;br /&gt;
[[image:afa1.jpg|Anabaena|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Hauptproblem der Algenprodukte stellt nicht ihr Lebensmittelcharakter dar, denn es handelt sich um eher minderwertige Nahrungsmittel mit geringem Mineralien- und Vitamingehalt (Ausnahme: Vitamin A) und hohem Proteingehalt. Hauptproblem ist vielmehr die Beimengung von Cyanobakteriengiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aktuellen Publikationen, die verschiedene Stämme der blaugrünen Cyanobakterien Anabaena, Aphanizomenon, Calothrix, Cylindrospermum, Nostoc, Microcystis, Planktothrix, Oscillatoria und Synechococcus genera untersuchten, fanden sich immer wieder Sorten, die die Kampfgifte der Klasse der Microcystine und der Anatoxine produzierten (Lyra et al. 2000). Auch ist bekannt, dass einige Arten der blaugrünen Cyanobakterien das Nervengift Saxitoxin produzieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter der Algen sind sich des Toxinproblems bewußt. Ray (1991) schrieb schon vor 10 Jahren, dass einige A.f.a.-Stämme hochwirksame Nervengifte produzieren könnten, diese Gifte aber in Nahrungsmitteln aus Algen des Upper Klamath Sees in Oregon nicht gefunden worden seien. Seine Ansicht wird von einer Arbeit von Schaeffer et al. (1999) unterstützt, die in Algen eine Beimengung durch eine Microcystin-produzierende Alge (Microcystis spp.) nachwiesen. Demzufolge sei diese Beimischung an dem Toxineintrag schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es eine Veröffentlichung, die sich mit Microcystinbelastungen von A.f.a.-Nahrungsergänzungsmitteln befasst, die aus dem Upper Klamath See gewonnen werden. Gilroy et al. (2000) analysierten Microcystinkonzentrationen in vier verschiedenen Afa-Produkten über vier Jahre hinweg (1996-1999) und alle Produkte enthielten Microcystine in unterschiedlicher Menge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von A.f.a.-Produkten weisen jedoch die Microcystinbelastung generell weit von sich. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass Aphanizomenon Flos Aquae keine Microcystine produziere und führen Studien an, in denen dergleichen nachgewiesen worden sei. Das wirkt befremdlich, denn selbst der sich für Algenprodukte einsetzende US-amerikanische Professor Wayne Carmichael schrieb noch am 30.01.2002 auf seiner Homepage unter Bezugnahme auf einen Artikel im Scientific American: &amp;#039;&amp;#039;..Anabaena, Oscillatoria, Lyngbya, and Aphanizomenon produce neurotoxic anatoxins and/or saxitoxins. Anatoxin-a and Anatoxin-a(s) seem unique to cyanobacteria, while saxitoxin also arise in certain marine algae. Anatoxin-a is a potent nicotinic agonist that mimics acetylcholine and is used as a research tool in neurobiology. Anatoxin-a(s) is a structurally new organophosphate that inhibits acetylcholinesterase. Saxitoxin prevents acetylcholine from being released from neurons by blocking the inward flow of sodium ions across the axonal membrane channels, disrupting the communication between neurons and muscle cells...&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtet man den Blick in die Fachliteratur, gibt es offenbar einige Stämme von Aphanizomenon Flos Aquae, die keinerlei Microcystine produzieren. Lyra et al. (2001) nennen hier Aphanizomenon sp. 202, A. sp. TR183 (AJ133155), A. sp. PCC 7905, A. sp. PH-271, A. flos aquae NIES 81 und Aphanizomenon gracilie PH-219. Allerdings sind diese Aphanizomenon-Bakterien genetisch ausgesprochen eng verwandt mit den Anabaena-Bakterien, die selbst durchaus Neurotoxine erzeugen. Beide Gattungen sind ausgesprochen klein und unterscheiden sich offenbar nur unter dem Mikroskop eindeutig voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unzuverlässige Testmethoden==&lt;br /&gt;
Microcystine und Saxitoxine, die wichtigsten Gifte in Cyanobakterienprodukten, sind nicht einfach zu messen. Es gibt verschiedene Messmethoden, die teilweise sehr aufwändig, zeitraubend und teuer sein können. Grundsätzlich stellt sich das Problem der Wahl des Nachweisverfahrens, denn es gibt Verfahren, die die Gifte direkt sichtbar machen, und Analysen, die die Gifte nur indirekt messen. Außerdem sind die Messverfahren unterschiedlich empfindlich. Zusätzlich erschwert wird die Suche, weil diese Tests in der Lebensmittelanalytik nur selten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell stellt sich die Wahl zwischen dem Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder dem Protein Phosphatase Inhibition Assay (PPIA). Andere Verfahren wie die High Performance Liquid Chromatography (HPLC) oder Liquid Chromatography/Mass Spectrometry (LC/MS) kommen wegen zu hoher Kosten oder noch nicht etablierter Nachweismethodik nicht in Frage. Die Testmethoden von ELISA und PPIA sind unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ELISA werden hochspezifische Antikörper eingesetzt, die gegen Microcystinmoleküle gerichtet sind. Diese Antikörper docken an Microcystine an. In einem zweiten Schritt klebt man einen weiteren Antikörper, der nur an den bereits eingesetzten Antikörper, nicht aber direkt an Microcystin andocken kann, an diesen Microcystin-Antikörperkomplex. Dies tut man, weil erst der zweite Antikörper einen fluoreszierenden Farbstoff tragen kann, den man mit speziellen Analyseverfahren sichtbar macht und dann in seiner Konzentration messen kann. Ein direktes Ankoppeln des zweiten, den Farbstoff tragenden, Antikörpers an das Microcystin ist nicht möglich, da dieser Antikörper zu klobig und ungenau wäre. Vergleichbar ist dieses Verfahren mit dem Angeln. Der Fisch ist das Microcystin, der Köder ist der 1. Antikörper und erst, wenn man den Fisch mit der Angelschnur (dem 2. Antikörper) herausgezogen hat, weiss man am Ende, was man gefangen hat. Der ELISA hat den Vorteil, dass er direkt das vorhandene Gift misst. Er kann dies mit einer Genauigkeit tun, die ein Microcystinmolekül in einer Lösung von 10 Milliarden anderen Molekülen herausfinden kann. Die Genauigkeit liegt bei 0,1 ppb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im PPIA ist das Testprinzip hingegen völlig anders. Hier wird die bremsende Wirkung der Microcystine auf eine enzymatisch gesteuerte Umwandlungsreaktion gemessen. Microcystine bremsen die Protein Phosphatase, die die Dephosphorylierung von p-Nitrophenylphosphat steuert. Durch Nachweis der Ausgangs- und Endprodukte des Umwandlungsprozesses kann man indirekt auf die Konzentration der Microcystine zurückschließen. Ein direkter Nachweis der Microcystine geschieht jedoch nicht. Der Test hat auch den Nachteil, dass er nur eine einzige Wirkung der Microcystine erfasst und dabei unberücksichtigt lässt, dass im Organismus durch verschiedene Microcystintypen unterschiedliche Enzymsysteme beschädigt werden können. Der PPIA ist nicht so genau wie der ELISA, denn er gibt nach Lawrence et al. (2001) in der Regel deutlich niedrigere Belastungswerte für Microcystine aus, die manchmal 10-40% unter den im ELISA gemessenen Konzentrationen liegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von AFA-Algen legen zum Nachweis der angeblichen Produktgüte in der Regel PPIA-Analysen vor. Dies ganz offensichtlich deshalb, weil mit dieser Testmethode nur ein Teil der Microcystine (und dieser wiederum nicht sicher) gemessen werden kann. Auf diese Weise schönt man die Resultate mit der methodenbedingten Ungenauigkeit des Messverfahrens nach unten. Dies trägt zur Verunsicherung des Verbrauchers bei und kann (wie unten näher beschrieben) sogar vor Gericht Vorteile bringen, weil Richter nicht selten bereits zu abgehoben sind, um sich mit den Hintergründen von Prüfmethoden zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesundheitsschäden==&lt;br /&gt;
In den USA listete die US-Gesundheitsbehörde FDA im leider mittlerweile nicht mehr online abrufbaren Med Watch Programm 57&amp;amp;nbsp;Schadensfälle bis zum Jahr 1998 auf, die in zeitlichem Zusammenhang mit Afa-Konsum zu stehen schienen. Ebenso warnte Health Canada Online bereits im Jahre 1999 vorbeugend vor blaugrünen Algenprodukten, vor allem vor der Anwendung bei Kindern. Auch Erwachsene sollten Vorsicht bei der Einnahme bis zu dem Zeitpunkt walten lassen, an dem die Produktsicherheit zweifelsfrei gewährleistet sei.&amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.hc-c.gc.ca/english/protection/warnings/1999/9969ebk.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Der STERN veröffentlichte im Artikel Die Grüne Gefahr (Nr.8/2002) Warnungen über die Giftstoffe in Algenprodukten am 14.&amp;amp;nbsp;Februar 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich den deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene seit Mai 2002 Laboranalysen über den Microcystingehalt in Afa-Produkten vorliegen, haben sie bis heute keinerlei Schutzmassnahmen über die bereits angesprochene Warnmeldung hinaus unternommen. Dies wird mit dem Fehlen eines Microcystingrenzwertes begründet (vgl. hierzu [[Spirulina]]). Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Grüner Lobbyismus im Spiel ist, denn offenbar pflegen einige Algenhersteller exzellente Kontakte zu den deutschen Bündnisgrünen nahestehenden Prüflabors, die sich einer verbraucherkritischen Untersuchung der Algenprodukte entziehen. Vor allem in alternativen und esoterischen Kreisen wurden die Wunderalgen stark propagiert. Offenbar befürchtet man bei den Grünen, aufgrund des eigenen Fehlverhaltens in den sich abzeichnenden Skandal einbezogen zu werden.&lt;br /&gt;
Es gibt mittlerweile auch in Deutschland Berichte über Personen, die über Symptome nach dem Konsum von Afa-Algenprodukten klagten. Diese Symptome stellten sich nach einigen Monaten kontinuierlicher Einnahme ein, klangen nach dem Absetzen aber wieder ab und verschwanden. Eine Betroffene bekam Taubheitsgefühl in den Fingern bis hin zum totalen Durchblutungsstopp in den letzten zwei Fingergliedern, des Weiteren häufiges Kribbeln wie bei einer Minderdurchblutung und dies auch ansatzweise in den Zehen. Des Weiteren beklagten die Betroffenen brüchige, wie erweicht erscheinende Fingernägel sowie eitrige, sich langwierig hinziehende Entzündungsherde der Haut im Bereich des Gesichts und des Rückens. Ein anderer Betroffener schilderte, dass er nach längerer Einnahme sehr schmerzhafte, chronische Halsschmerzen entwickelt hätte und neben den analog bereits beschriebenen Hautentzündungserscheinungen vor Allem extrem langanhaltende Muskelschmerzen bereits nach normaler sportlicher Aktivität bekommen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Hinweise deuten auf eine chronische Langzeitbelastung mit Microcystinen hin. Microcystine verursachen Leberschäden, Nierenversagen und können auch, weil sie die Natriumkanäle der Nerven blockieren können, die Impulsübertragung menschlicher Nervenzellen unterbrechen, was bis zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Auch krebserzeugende Wirkungen sind nachgewiesen (NCI 2000). In China gibt es beispielsweise ausreichend Hinweise dafür, dass microcystinbelastetes Trinkwasser die Hauptursache für die hohe Sterblichkeit an Leberkarzinomen in bestimmten Provinzen des Landes ist (Yu&amp;amp;nbsp;1995, Ueno&amp;amp;nbsp;1996). Aktuell publizierte Tierversuche an schwangeren Ratten (Zhang et al. 2002) zeigen, dass die Gabe von 4&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystin-LR pro kg Körpergewicht bereits zu leichten Veränderungen im Lebergewebe der ungeborenen Feten innerhalb von 10&amp;amp;nbsp;Tagen führen kann. Interessant ist, dass sich solche Ergebnisse bei Mäusen selbst bei Dosen von 2-128&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg Körpergewebe nicht einstellen (Chernoff et al. 2002). Es kommt also auf das Tiermodell an, das verwendet wird. Die offenbar gegen Microcystine recht robust erscheinenden Mäuse sind das bevorzugte Tiermodell bei Studien aus der Algenszene. Offenbar weiß man genau, dass man nur mit Mäusen eine Verharmlosung der Giftwirkung der Microcystine beweisen kann, da dies in allen anderen Tiermodellen nicht gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen korreliert die Microcystinbelastung im Trinkwasser eindeutig mit der Häufigkeit von Leberkrebs (Yu et al. 2001), wie Studien aus China beweisen. Dort hat man schon lange Probleme mit microcystinbelastetem Trinkwasser, das in etlichen Provinzen Chinas ursächlich mit dem gehäuften Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert zu sein scheint. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1&amp;amp;nbsp;Teil pro 1&amp;amp;nbsp;Millarde Teile Wasser empfohlen (1&amp;amp;nbsp;ppb), der in Kanada, Australien und Großbritannien mittlerweile auch in Kraft ist. In den USA oder der Bundesrepublik Deutschland ist dergleichen nicht umgesetzt worden. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates Oregon eine Microcystinbelastung bis zu 1.000&amp;amp;nbsp;ppb (=1&amp;amp;nbsp;parts per million/ppm) in Algenprodukten tolerieren, inakzeptabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versucht man eine grobe Risikoabschätzung der Microcystinbelastung in den Algenprodukten vorzunehmen, so scheint eine klinische Symptomatik nach einigen Monaten Konsum von Produkten mit Belastungen ab 100&amp;amp;nbsp;ppb einzutreten. Dies zeigt, dass das der WHO-Trinkwassergrenzwert von 1&amp;amp;nbsp;ppb mit einem vernünftigen Sicherheitsabstand von 1:1000 zum Algengrenzwert aus Oregon durchaus begründet ist und sicherheitshalber auf Lebensmittel übertragen werden sollte. Von Algenanbietern wie Sanacell und Algavital wird immer wieder die Falschmeldung verbreitet, dass der in Oregon etablierte Grenzwert für die gesamte USA gelten würde. Dem ist nachweislich nicht der Fall. Zudem ist der Grenzwert nicht verbindlich, sondern lediglich ein US-amerikanischer Empfehlungswert, ab dessen Überschreitung microcystinbelastete Afa-Produkte aus dem Verkehr gezogen werden sollen (nicht müssen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die oben geschilderten Fälle zugrunde und bedenkt man, dass sich Microcystine sowohl in der Leber- als auch im Nerven- und Muskelgewebe angereicht als auch nur langsam ausgeschieden werden, wäre es möglich, dass Dauerkonsumenten erst mit monatelanger Verzögerung Gesundheitsprobleme entwickeln. Microcystindosen können beim Schwein, das uns Menschen vor Allem bei der Leberfunktion sehr ähnlich ist, bereits in Dosen von 25&amp;amp;nbsp;Microgramm pro Kilogramm Körpergewicht Leberschäden auslösen, während Ratten und Mäuse wesentlich robuster reagieren. Deshalb ist es absolut denkbar, dass der Mensch, der in vielen gesundheitlichen Bereichen empfindlicher als Tiere reagiert, schon bei niedrigeren Dosen Gesundheitsprobleme entwickelt, die anfänglich nicht mit den Afa-Produkten assoziiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man eine Verzehrsmenge von 2&amp;amp;nbsp;Gramm Algenmasse mit einer Belastung von 100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg Algenmasse (100&amp;amp;nbsp;ppb) zugrunde, würde man sich pro Tag eine Microcystinmenge von 0,2&amp;amp;nbsp;Mikrogramm einverleiben. Da die oben geschilderten beiden Verbraucher erst nach 7&amp;amp;nbsp;Monaten, dann aber zügig, gesundheitliche Probleme entwickelten, wäre zu spekulieren, dass bei einer Gesamtmenge von 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen von ersten klinischen Symptomen auszugehen sein könnte (von einer unbemerkten Krebsschädigung nicht zu reden!). Diese zugegebenermaßen spekulative Obergrenze für bemerkbare, klinische Probleme scheint nicht unrealistisch zu sein, da eine weitere Verbraucherin, die über Monate hinweg eine mit 76&amp;amp;nbsp;ppb belasteten Probe konsumiert hatte, keine gesundheitlichen Probleme berichtete. Die Wirksamkeitsschwelle zur Auslösung klinischer Symptome beim Menschen dürfte derzeit bei einer Gesamtaufnahmemenge von 40-50&amp;amp;nbsp;Mikrogramm liegen, die je nach Belastung des Afa-Produkts mehr oder weniger schnell erreicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Australien wird für Trinkwasser ein Microcystin-LR Richtwert von 1,3&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter empfohlen. Alle Grenzwerte, auch der von der WHO empfohlene, orientieren sich an Hochrechnungen, die ihre Grundlage in Tierversuchen am Mausmodell haben. Mäuse halten aber eine deutlich höhere Microcystinbelastung aus, ohne Leberschäden oder körperliche Symptome zu entwickeln, als andere Tiergattungen (z.B. Ratte oder Schwein). Zeigen sich bei Mäusen noch keine Zeichen von Leberschädigungen bei intraperitonealen Gaben von Microcystinen in Dosen von 25-50&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht (vgl. Fromme, Berlin, 1999), treten bei Rattenfeten bereits ab 4&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht Schäden auf (Zhang et al. 2002). Schweine überleben nach Beasley et al. (2000) gerade noch eine Microcystindosis von 25&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht, erleiden dabei aber bereits nachweisbare Organschäden u.a. im Bereich der Leber. Beim Menschen fehlen entsprechende Untersuchungen aus naheliegenden Gründen. Niemand würde die Erlaubnis erhalten, selbst bei Freiwilligen solche Versuche durchzuführen. Deshalb ist man auf Analogieschlüsse angewiesen, die sich sinnvollerweise auf die Trink- oder Badewasserbelastung mit Microcystinen beziehen, denn hier zeigen Studien aus China, dass der Konsum microcystinbelasteten Trinkwassers eindeutig mit einem erhöhtem Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert ist (z.B. Shun-Zhang 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut für Umweltanalytik und Humantoxikologie (ITox) in Berlin empfiehlt in der Gesundheitlichen Bewertung von Blaualgentoxinen (Microcystinen) in Badegewässern bereits ab einer Belastung von 10-100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Liter, auf das gesundheitliche Risiko beim Baden in entsprechend belasteten Gewässern hinzuweisen und vom Baden abzuraten sowie ab Microcystinwerten oberhalb von 100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Liter das Baden in solchen Gewässern zu untersagen. Es liegt nahe, diesen Trinkwassergrenzwert auf die Algenprodukte zu übertragen, denn in der von mir initiierten Untersuchung fand ich zwei Personen, die nach mehrmonatiger Einnahme von Algenprodukten in einer geschätzten Microcystin-Gesamtdosis von etwas über 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm klinische Symptome entwickelt hatten, die auf eine chronische Vergiftung durch Microcystine schließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn also Tierversuche zeigen, dass Mäuse zur Risikoabschätzung durch Microcystin aufgrund ihrer Unempfindlichkeit ungeeignet sind, Ratten und Schweine hingegen viel empfindlicher reagieren und zudem erste Hinweise bei Erwachsenen zeigen, dass Gesamtdosen von etwa 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen - auch über längere Zeit verteilt eingenommen - zu Gesundheitsschäden führen können, muss gefordert werden, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Microgramm/Liter auch bei den Algenprodukten einzuhalten ist. Die im US-Bundesstaat Oregon tolerierten Microcystinmengen in Algenprodukten (1.000&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg), die nur auf Schätzungen aus Mausmodellen beruhen (Schaeffer et al. 1999), sind offensichtlich wesentlich zu hoch. Sie liegen um den Faktor&amp;amp;nbsp;1.000 überhalb der für Trinkwasser empfohlenen WHO-Richtwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die übliche Verzehrsempfehlung von 2&amp;amp;nbsp;Gramm Algenmasse pro Tag, eine durchschnittliche Microcystinbelastung von 0,1&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Algengramm und eine Dosisschwelle von 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen bei Erwachsenen zugrunde, ab der offensichtlich klinische Symptome auftreten können, so kann man innerhalb von etwa 6-7&amp;amp;nbsp;Monaten die kritische Belastungszone zum Auftreten körperlicher Beschwerden erreichen. Es gibt jedoch Algenanbieter, deren entsprechend belastete Algenprodukte mit Verzehrsempfehlungen bis zu 20&amp;amp;nbsp;Pillen (5&amp;amp;nbsp;Gramm) täglich angepriesen werden. Bei solchen Verzehrsmengen ist es kein Wunder, wenn die kritische Schwelle bereits innerhalb weniger Wochen erreicht wird und die Patienten anfänglich mit schnell auftretenden Hautausschlägen konfrontiert werden. Sanacell und Algavital nutzen beide gern die Dienste der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn, die einschläge Ritalin-kritische und AFA-propagierende Bücher publiziert hat sowie einschlägige werbende Artikel in Szene-Zeitschriften veröffentlichte. Sie tritt für noch höhere Dosen pro Tag (20&amp;amp;nbsp;Gramm und mehr) ein. Bei den Microcystinmengen, die in den Produkten von Sanacell und Algavital gefunden wurden, würde dies eine Krebsgefahr bedeuten sowie nach wenigen Wochen bis Monaten klinische Symptome einer Microcystinvergiftung bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich ist zu bedenken, dass sich 50% der oral eingenommenen Microcystindosis in der Leber anreichert. Somit sind die üblichen Dosierungsschemata des Giftes in Bezug auf Kilogramm Körpergewicht per se fragwürdig. Die Leber eines Erwachsenen hat ein durchschnittliches Gewicht von 3-4&amp;amp;nbsp;kg, so dass bereits niedrige Einnahmemengen zu Leberschäden führen können. Geht man davon aus, dass man eine Giftkonzentration von 1&amp;amp;nbsp;Mimrogramm pro kg Lebergewicht einnehmen müsste, würden bereits 8&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Gesamtaufnahmemenge ausreichen, um erste Leberschäden zu bewirken oder ggf. dazu beizutragen, Leberkrebs auszulösen. Diese Dosis kann bei Algenprodukten, die, wie in der vorliegenden Untersuchung nachgewiesen, mit 68-134&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg (also 0,068-0,134&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Gramm) mit Microcystinen belastet sind, durchaus schon in 2-3&amp;amp;nbsp;Monaten erreicht werden, denn die Microcystine werden nicht so schnell abgebaut, wie sie eingenommen werden. Das Leberkrebsrisiko kann bereits in solchen Dosen möglicherweise deutlich erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yu und Chen (1994) untersuchten den Microcystingehalt im Trinkwasser von 20&amp;amp;nbsp;Patienten, die an hepatozellulärem Karzinom erkrankt waren (61&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter) und verglichen ihn mit demjenigen von gesunden Kontrollpersonen (36&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter). Dies zeigt, dass eindeutige Risiken bestehen können, wenn dauerhaft Microcystine in noch vergleichsweise niedrigen Dosen eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnung des BfArM und BgVV==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte am 21.&amp;amp;nbsp;März 2002 eine gemeinsame Presseerklärung&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bgvv.de/presse/2002/pr_02_08.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, die vor dem Konsum der Algenprodukte warnte. Am 22.&amp;amp;nbsp;März 2002 warnte der kritische Informationsdienst für Ärzte und Apotheker (Arznei-Telegramm) in einer Blitz-Mitteilung per eMail&amp;lt;ref&amp;gt;AT: AFA-Alge: Irreführende Werbung, bedenkliche Produkte&amp;lt;/ref&amp;gt; vor den Algenprodukten und vertiefte dies in einer Printausgabe des Arznei-Telegramms am 12.&amp;amp;nbsp;April 2002. Am 27.&amp;amp;nbsp;März 2002 warnte der Krebs-Kompass.de auf seiner Website ebenfalls mit dem Titel Warnung vor Algen statt Arznei. Diese Warnungen trugen dazu bei, dass Elternverbände in Deutschland und der Schweiz, die sich für hyperaktive Kinder (ADS-Kinder) einsetzen und sich dem von Algenvertreibern erzeugten juristischen Druck ausgesetzt sahen, diesem besser widerstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pressemitteilung vom 21.&amp;amp;nbsp;März 2002 zu AFA-Algen:&lt;br /&gt;
*Ein Nutzen durch den Verzehr AFA-Algen-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.&lt;br /&gt;
*eine Gefährdung der Gesundheit durch Gifte ist nicht auszuschließen.&lt;br /&gt;
*Produkte, denen werblich eine heilende Wirkung zugeschrieben wird, sind als Arzneimittel anzusehen und bedürfen deshalb der amtlichen Zulassung. Liegt eine solche Zulassung nicht vor, sind die Produkte nicht verkehrsfähig. In Deutschland ist kein solches Produkt zugelassen.&lt;br /&gt;
*Damit liegt ein Verstoß gegen das Verbot der irreführenden Werbung nach dem Heilmittelwerbegesetz vor. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der Fehlinformation Eltern eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder abbrechen und sich das Leiden verschlimmert, wenn ersatzweise AFA-Algenprodukte gegeben werden. Gleiches gilt für Erwachsene, die im Vertrauen auf die &amp;quot;Heilkraft der AFA-Algen&amp;quot; bei einer diagnostizierten Depression oder bei anderen Gesundheitsstörungen eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie abbrechen und stattdessen AFA-Algenprodukte zu sich nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnende Stimmen werden mit juristischen Tricks niedergebügelt==&lt;br /&gt;
Eckard Pinnow brüstet sich in der obigen Forum-Ausgabe, dass es gerichtlich verboten sei, Warnungen vor AFA®-Algen zu veröffentlichen. Diese Behauptung ist offensichtlich erlogen, denn seine Produkte sind nachweislich belastet. Trotzdem kommt Pinnow mit seinen Lügen legal über die Runden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trick, mit dem Pinnow bisher der prozessuale Sieg gegenüber sorgenvoll warnender Elternverbände von ADHS-Betroffenen und -Kindern gelang, ist leicht erklärt. Er ließ die entsprechenden Organisationen von einer Anwaltskanzlei abmahnen. Da in der strittigen Äußerung das Wort &amp;quot;AFA-Algen&amp;quot; (eine in der Fachliteratur durchaus übliche Abkürzung) genannt worden war, Sanacell (wie auch Algavital) sich ähnlich klingende Namen aber als Produktbezeichnung schützen ließen, konnten sie daraus eine Aktivlegitimation und somit Klagefähigkeit ableiten. Die Abmahnung enthielt allerdings so lächerliche Passagen, dass sie von den prozessunerfahrenen Verbänden nicht ernst genommen wurden. Es wurde deshalb keine Schutzschrift hinterlegt, so dass die gegnerische Anwaltskanzlei (Radeck/Berlin) einfach zum Landgericht marschierte, eine Einstweilige Verfügung beantragte und diese auch bewilligt erhielt. Die schockierten Verbände bekamen erst Wind von der Sache, als ihnen die Verfügung ins Haus flatterte (vgl. Kritiker leben gefährlich). Auf diese Weise war es Pinnow möglich, öffentliche Warnungen vor seinen giftbelasteten Algenprodukten bis zur Hauptverhandlung stillzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die ADHS-Verbände Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung eingelegt hatten, kam es zu einer mündlichen Verhandlung. Die Richter Mauck, Gollan und Becker verurteilten erstinstanzlich mit haarsträubenden Begründungen die ADHS-Verbände und gaben Sanacell vollumfänglich Recht. So glaubten sie den Ausführungen Sanacells, dass diese in der Lage sei, Microcystine aus den Algenprodukten durch ein geeignetes Filterverfahren zu entfernen. Die Richter schrieben: &amp;quot;Diese Behauptung wird gestützt durch die Ausführungen auf Seite 53 des Buches &amp;#039;Die Heilkraft der AFA-Alge&amp;#039;, wonach die AFA-Alge viel kleiner ist als die Microcystine und das Sieb passiert, während jene zurückgehalten werden.&amp;quot;. Dass auch Aphanozimenon-Stämme Microcystine produzieren können, ist in der Fachliteratur bekannt und beschrieben. Das Microcystine winzige Moleküle sind, ergibt sich zwangsläufig von selbst. Kein Gift ist besonders groß, die gefährlichsten sind sogar sehr klein, weil sie sonst Schwierigkeiten hätten, in den Organismus aufgenommen zu werden. Es hätte sogar einem Richter mit normaler Schulbildung auffallen müssen, dass ein Bakterium nichts produzieren kann, was größer als es selbst ist. Schon gar nicht hätten drei Richter den obigen Unfug schreiben dürfen. Dieser bedeutet im übertragenen Sinne, dass ein Gemisch aus Wackersteinen (Afa-Algen) und Staub (Microcystinen) durch ein Sieb geschüttelt werden kann, in dem der Staub liegen bleibt, die Wackersteine aber hindurchfallen. Dass dergleichen Inkompetenz an deutschen Gerichten ein Richteramt ausüben darf, ist einer der vielen Skandale im AFA-Algenzirkus. Dass sich die Richter offenbar aus lauter Faulheit sogar auf die Schriften der die AFA-Algen propagierenden Heilpraktikerin Barbara Simonsohn (siehe Fünf Tibeter) stützten, ist ein Schlag ins Gesicht jedes wissenschaftlichen Sachverstandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Richter erklärten weiterhin, dass das Herausfiltern der Microcystine durch das Vorlegen von Untersuchungszertifikaten durch Sanacell hinreichend belegt worden sei. Dem ist aber nicht so, denn von der Firma wurden keine ELISA-Untersuchungen, sondern vielmehr der PPIA-Test verwendet wird. Wie oben bereits beschrieben, ist der PPIA-Test weitaus ungenauer und dies vor allem in dem Bereich der Microcystinbelastung, um den es sich hier dreht. Hier wird oftmals deutlich weniger bis gar keine Belastung im PPIA angezeigt, während der ELISA noch verlässlich die Giftkonzentrationen anzeigt. So ließen sich die drei Berliner Richter exzellent täuschen und die Verbände zahlten für deren Inkompetenz die Zeche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma Algavital versucht eine andere Taktik, um unliebige Kritik wegzubügeln. Analog wie Sanacell versucht sie haltlose Abmahnungen zu versenden. Hinterlegt man aber eine fundierte Schutzschrift, so schrecken beide vor Klagen offenbar aus Angst vor einer Blamage zurück. Berichten aber Presseorgane kritisch über die giftbelasteten Algen, versucht primär Algavital durch presserechtliche Tricks, Gegendarstellungen plaziert zu erhalten. Sind diesen korrekt formuliert, müssen jene vom jeweiligen Journal unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abgedruckt werden. So geschah dies der Pharmazeutischen Zeitung, die kritisch über diese Algen berichtet hatte. Bei anderen Blättern hingegen gelang der Widerruf, der spätestens nach 3 Monaten plaziert sein muss, nicht. Grund war hierfür die offensichtlich wahrheitswidrige Forderung der Firma Algavital. Algavital nutzt auch gerne auf ihrer Website die Chance, Kritiker zu verleumden. Abmahnungen, die ihr deshalb ins Hause flattern, befolgt sie allerdings dann auch relativ schnell, zahlt aber die entsprechenden Anwaltsrechnungen nicht und lässt es dann offensichtlich auf langwierige Gerichtsprozesse ankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsicht: Verwechslungsgefahr!==&lt;br /&gt;
Eine sowohl in den USA als auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern vertretene Biotech-Firma mit dem Namen Celltech Group (Hauptsitz in Großbritannien, 208 Bath Road, Slough, Berkshire SL1 3WE) verkauft über ihre deutsche Niederlassung (Celltech GmbH &amp;amp; Co. KG, Im Wirringen 25, 45731 Waltrop) seit Mai 2002 ein Methylphenidatprodukt (Equasym) zur Behandlung von ADS/ADHS. Equasym ist neben Medikinet (Fa. Medice) und Ritalin (Fa. Novartis Pharma) das dritte Methylphenidatprodukt, das in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt gekommen ist (vgl. Gelbe Liste). Celltech Group hat mit einem US-amerikanischen Algenanbieter fast gleichen Namens aber nichts zu tun. In den USA hat die Celltech Group verschiedene Niederlassungen (Celltech R&amp;amp;D Inc. in Wayne und in Bothel, Celltech Manufacturing CA Inc. in Santa Ana, Celltech Pharmaceuticals Inc. in Rochester). Ärzte, die Equasym rezeptieren wollen, jedoch bei dem Namen des Anbieters misstrauisch geworden sind, sollten dies berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scientology, Sektengruppen und Pseudowissenschaftler im Spiel==&lt;br /&gt;
Auf der Ebene des Europarates ist es dem US-amerikanischen Top-Scientologen Fred A. Baugham, seines Zeichens pädiatrischer Neurologe, gelungen, die US-Psychosekte ins Spiel zu schleusen. Er selbst propagiert seit Jahren in den USA eine Anti-Ritalin-Kampagne. In Paris konnte er den Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Parlament) in einer gut plazierten Marketingkampagne überrollen. Er sorgte mit einigen anderen dafür, dass eine Anhörung im November 2001 zu einer Farce wurde. Nicht nur gab er die üblichen haltlosen Lügen und Unwahrheiten über ADHS und Methylphenidat zum besten, er sorgte durch Lobbyarbeit hinter den Kulissen dafür, dass an die Mitgliedsstaaten des Europarats die schriftliche Aufforderung erging, den Methylphenidatbedarf zu überprüfen und die Verordnung einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA arbeitet Peter Breggin, ein bisher der Scientology nicht direkt zuzurechnender Autor, mit Fred A. Baugham eng zusammen. Durch einschlägige, reisserische Bücher, in der die üblichen verleumderischen Thesen über wirksame Behandlungsmethoden bei ADHS verbreitet werden, trägt Breggin dazu bei, bei den Betroffenen Angst vor z.B. [[Ritalin|Methylphenidat]] zu schüren. In Deutschland hat seine Thesen der Neurobiologie Hüther aufgenommen, der sich auch nicht zu schade ist, auf Podiumsdiskussionen teilzunehmen, die von schweizerischen Firmen, die der Scientology direkt zuzurechnen sind, aufzutreten. Hüthers Hauptthese, Methylphenidat prädisponiere für M. Parkinson, ist nachweislich falsch und wurde in der Fachliteratur ausführlich wiederlegt. Trotzdem tourt er derzeit durch Europa und schafft es offenbar auch mit Unterstützung von Scientologen, sich in öffentlichen dt.-sprachigen Medien mit seinen falschen Behauptungen zu plazieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Szene um [[Franz Konz]] (siehe Ur-Medizin) ist mir von der Partie. Konz präsidiert bekanntlich dem Bund für Gesundheit e.V., der wiederum eine Hauspostille (Natürlich Leben) sowie ein Beratungstelefon betreibt. Konz schrieb über verhaltensauffällige Kinder in einer der letzten Ausgaben und empfahl, solche Kinder in kompetente Psychotherapie zu bringen. Dabei riet er zur Firma [[KVPM]], die jedoch seit Jahren eine bekannte Deckadresse der US-Psychosekte Scientology in Deutschland ist (siehe Die Scientology Organisation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Esoterikmessen wie den Medizinischen Wochen Baden-Baden, auf denen Sanacell Afa-Produkte vorstellt, wird immer gerne mit Publikationen der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn geworben. In deren Büchern kann man deren indirekte Finanzierung durch diese Firmen leicht nachvollziehen. Sie schreibt selbst in einem ihrer Bücher, dass sie von Algenanbietern Waren zu Testzwecken im Wert von mehreren tausend Euros erhalten hat. Zusätzlich, und dies ist mit Sicherheit kein Zufall, saß Frau Simonsohn über längere Zeit am Beratungstelefon des [[BFG|Bundes für Gesundheit]]. Ihre 14-tägigen Sprechzeiten konnten in Natürlich Leben nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits bei der Ur-Medizin beschrieben, bestehen Verbindungen zwischen Konz und dem wegen Kindsmissbrauchs und Betrugs zu einer 15jährigen Haftstrafe in Paris verurteilten [[Guy-Claude Burger]]. Burgers deutsche Stimme, der [[MLM|Multi-Level-Marketing]] Verkäufer Stephen Janetzko aus Erlangen ist einer der Ansprechpartner, der für das GesundheitsNetzwerk des Pinnow in Erlangen Veranstaltungen organsiert. Dies kann in der Sanacell-Firmenzeitung FORUM (Ausgabe 08/2002) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man erkennt, gibt es enge Verflechtungen zwischen sektenähnlich operierenden Gruppen, der US-Psychosekte Scientology und den die Algen verkaufenden Firmen in Europa. Es liegt nahe, zu vermuten, dass es sich bei einigen dieser Firmen um abgetauchte bzw. abgetrennte Scientologen-Netzwerke handelt, die zwar scientologische Methoden anwenden, sich aber nicht offen zur Scientology bekennen. Die genannten Netzwerke sind übrigens nur nur die Spitze des Eisberges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Beasley VR, Lovell RA, Holmes KR, Walcott, HE, Schaeffer DJ, Hoffmann WE, Carmichael WW: Microcystin-LR decrease hepatic and renal perfusion and causes circulatory shock, severe hypoglycemia and terminal hyperkalemia in intravasculary dosed swine. J Toxicol Environm Health 61 (Part A): 281-203, 2002&lt;br /&gt;
*Chernoff N, Hunter ES, Hall LL, Rosen MB, Brownie CF, Malarkey D, Marr M, Herkotivs J: Lack of teratogenicity of microcystin-LR in the mouse and toad. J Appl Toxicol 22: 13-17, 2002&lt;br /&gt;
*Gilroy DJ, Kauffman KW, Hall RA, Huang X, Hu FS: Assessing potential health risks from microcystin toxins in blue-green algae dietary supplements. Environment Healtch Perspect 108: 435-439, 2000&lt;br /&gt;
*Jensen GS, Ginsberg DI, Huerta P, Citton M, Drapeau C: Consumption of Aphanizomenon flos-aquae has rapid effects on the circulation and function of immune cells in humans. A novel approach to nutritional mobilization of the immune system. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 50-58, 2000&lt;br /&gt;
*Kushak RI, Drapaeu C, Van Cott, EM, Winter, HH: Favorable effects of blue-green algae Apha-nizomenon flos-aquae on rat plasma lipids. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 59-65, 2000&lt;br /&gt;
*Lyra C, Suomalainen S, Gugger M, Vezi C, Sundman P, Paulin L, Sivonen K: Molecular characterization of planktic cyanobacteria of Anabaena, Aphanizomenon, Microcystis and Planktothrix genera. Int J System Evolut Microbiol 51: 513-526, 2001&lt;br /&gt;
*Manoukain R, Citton M, Huerta R, Rhode B, Drapeau C, Jensen GS: Effects of the blue-green algae aphanizomenon flos aqua (L.) Ralphs on human natural killer cells. In: Savage L (Ed.): Phytoceuticals. 1.1. Chap. 3.1., Seite 233-241, 1998&lt;br /&gt;
*NCI Nomination: Blue-Green Algae. Submitted to the NTP. September 2000&lt;br /&gt;
*Ray RA: Microalgae as food and supplement. Crit Rev Food Sci Nutr 30: 555-573, 1991&lt;br /&gt;
*Schaeffer DJ, Maplas PB, Barton LL: Risk assessment of microcystins in dietary Aphanizomenon flos-aquae. Ecotoxicol Envinron Saf 44: 73-80, 1999&lt;br /&gt;
*Shun-Zhang Y: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 675-682, 1995&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität - ein Problem unserer Zeit. Erfahrungsheilkunde, Nr. 8, 516-527, 2000&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Hyperaktivität - warum Ritalin keine Lösung ist. W. Goldmann Verlag, München, 2001&lt;br /&gt;
*Ueno Y, Nagata S, Tsutsumi T, Hasegawa A, Watanabe MF, Park HD, Chan GC, Chen G, Yu SZ: Detection of microcystins, a blue-green algal hepatotoxin, in drinking water sampled in Haimen and Fusui, endemic areas of primary liver cancer in China, by highly sensitive immunoassay. Carcinogenesis 17: 1317-1321, 1996&lt;br /&gt;
*Yu SZ: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 674-682, 1995&lt;br /&gt;
*Yu SZ, Chen G: Blue-green algae toxins and liver cancer. Chin J Cancer Res 6: 9-17, 1994&lt;br /&gt;
*Zhang Z, Lian M, Liu Y, Wei G, Yu S, Kang S, Zhang Y, Chen C: Teratosis and damage of viscera induced by microcystin in SD rat fetuses. Zhonghua Yi Xue Za Zhi 82: 345-347, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.uni-konstanz.de/news/mittshow.php?nr=12&amp;amp;jj=2008 Universität Konstanz zu Algenpräparaten&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cd/987&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cm/208/afa_algen_und_afa_algenpropdukte.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.dge.de/modules.php?name=News&amp;amp;file=article&amp;amp;sid=321&lt;br /&gt;
*http://ads-adhs.de.vu/algen.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Beutelschneiderei]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;br /&gt;
[[category:Heilmittel in der Pseudomedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=AFA-Algen&amp;diff=33138</id>
		<title>AFA-Algen</title>
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		<updated>2009-11-21T11:07:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Studienlage */ Diesen Schluss… -&amp;gt; Dieser Schluss…&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:afa2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Afa-Algen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Aphanizomenon flos-aquae) sind Bakterien der Abteilung [http://de.wikipedia.org/wiki/Cyanobakterien  Cyanobakterien] und werden auch Blaualgen genannt. Diese werden seit einigen Jahren als [[Nahrungsergänzungsmittel]] (NEM) angeboten. Entsprechend der häufigen Vorgehensweise von Vermarktern von &amp;quot;Wundermitteln&amp;quot; wurden über diese schlichte Alge diverse Märchen und beleglose Behauptungen verbreitet und ihr Heilwirkungen bei [[Ritalinkritik|ADHS]] bis [[Unkonventionelle Krebstherapien|Krebs]] und natürlich allen üblichen [[Zivilisationskrankheit]]en angedichtet. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich jedoch Lebensmittel und unterliegen daher dem [[LFGB]] (Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch). Laut LFGB sind gesundheitsbezogene Werbung und werbeähnliche Äußerungen untersagt und können kostenpflichtig abgemahnt werden. Problematisch ist, dass in diesen Algen z.T. sehr giftige (lebertoxische) Microcystine vorhanden sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Afa-Algen sind keine Pflanzen, sondern Cyanobakterien==&lt;br /&gt;
Die als Afa-Algen bezeichneten Lebewesen sind zur Photosynthese befähigte Einzeller (Eubakterien), die evolutionsgeschichtlich sehr alt sind. Viele Stämme dieser Bakterien sind in der Lage, hochwirksame Gifte (Microcystine, Anatoxine, Saxitoxin) zu produzieren, welches sich in den Bakterien selbst sowie in den sie verzehrenden Meerestieren anreichert. Man nennt sie deshalb auch blaugrüne Cyanobakterien. Eine ausführliche Darstellung über Microalgen und deren Belastung mit Algentoxinen finden sie in den Guidelines for Safe Recreational-water Environments (Vol. I: Coastal and Fresh-waters), Oktober 1998 &amp;lt;ref&amp;gt;http://www.transgallaxys.com/~tennisplatzis/paralex/content/who_Recreawat-II.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beworbene Indikationen==&lt;br /&gt;
Afa-Algen werden von unterschiedlichen Firmen als Lebensmittel angepriesen. Je nach Lokalisation der Firma werden verschiedene heilende Aussagen getroffen. In den USA werden die Mittel u.a. von der Fa. Bluegreen (von der auch deutsche Firmen ihre Produkte beziehen) als Mittel zur Behandlung von Krebs, HIV, Immunschwächeerkrankungen anderer Art, ADHS, Hypercholesterinämie und zur Stärkung des allgemeinen Wohlbefindens beworben. Für diese propagierten Aussagen liegen keine glaubwürdigen Wirksamkeitsnachweise vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Studienlage==&lt;br /&gt;
Seriöse Studien über die Wirkung der AFA-Algen gibt es im internationalen wissenschaftlichen Schrifttum nicht. Es gibt allerdings einige Nischenpublikationen wie einen Buchbeitrag (Manoukain et al. 1998) und Journalartikel (Kushak et al. 2000, Jensen et al. 2000). Letztere stammen aus dem Journal of the American Nutraceutical Association (JANA). Allein diese Titelwahl soll den Leser verwirren, denn die American Medical Association, die größte US-Vereinigung für Fachärzte der Inneren Medizin, gibt mit JAMA eine ähnlich klingende Fachzeitschrift heraus, die sich Journal of the American Medical Association (JAMA) nennt. JANA ist nicht in medizinischen Fachinformationsdiensten wie Medline gelistet, JAMA hingegen sehr wohl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Studie von Manoukain et al. (1998) wurde festgestellt, dass man durch die Gabe von 1.5 g Afa-Algen bei fünf gesunden Freiwilligen eine signifikante Verringerung der Natürlichen Killerzellen innerhalb von 2 Stunden nach dem Schlucken bewerkstelligen konnte. Die Menge an NK-Zellen sank um 63%. Dies verwundert nicht, denn die unten noch näher beschriebenen Algentoxine greifen u.a. direkt die Zellstrukturen von weißen Blutkörperchen an und können die Aufnahme von Nahrungsenergie (z.B. Glukose) durch die Zellwand hemmen. Wahrscheinlich resultiert die Reduktion der NK-Zellen auf einer direkten Giftwirkung der in den Afa-Algen vorhandenen Microcystine oder des Saxitoxins, das in geringeren Mengen Auswirkungen auf Blutzellen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer zweiten Studie (Jensen et al. 2000) wurden 21 gesunde Probanden mit 1.5 g Afa-Algen über sechs Wochen behandelt. Unter der Afa-Algenbehandlung kam es zu einem deutlichen Anstieg bestimmter weißer Blutkörperchen, was unter Placebogabe nicht eintrat. Dieser Effekt wurde von den Autoren als Stimulation des Immunsystems interpretiert, die eine Verbesserung der Abwehrsituation anzeige. Dieser Schluss ist lächerlich, denn wenn man eine Substanz verzehrt, die Zellgifte enthält, welche im Organismus z.B. Leberzellen verstärkt in den Selbstmord treiben können (Auslösung der Apoptose), erklärt sich der Anstieg der Abwehrzellen wesentlich offensichtlicher. Stirbt im Organismus Zellgewebe ab, weil es beschädigt wurde, dann ändert sich die Oberflächenstruktur der betroffenen Zellen. Diese werden dadurch für das Abwehrsystem als zur Entsorgung freigegeben gekennzeichnet, daraufhin von weißen Blutkörperchen angegriffen und verzehrt. Je mehr solche betroffenen Zellen sterben, desto höher ist der Bedarf an den sie verzehrenden weißen Blutkörperchen. Die Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen ist nur die Folge einer durch Algengifte verursachten, niedrigschwelligen Entzündungsreaktion u.a. von Leberzellen. Jensen et al. (2000) verloren kein Wort über den Zustand der Leber oder der Nieren der Probanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kushak et al. (2000) veröffentlichten eine Studie, die an Ratten zeigen sollte, dass der Konsum von Afa-Algen den Blutfettspiegel zu regulieren in der Lage sei. Sie gaben den Tieren unterschiedliche, mit ungesättigten Fettsäuren angereicherte Diäten. Daneben reicherten Sie die Diät z.T. mit 10-15% Afa-Algensubstanz an. Im Vergleich zu der Kontrollgruppe, die keinen Afa-Zusatz erhielt, wiesen die beiden Afa-Untersuchungsgruppen eine deutliche Senkung des Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegels im Serum auf. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Afa-Algen einen cholesterinsenkenden Effekt hätten und empfahlen, diese Wirkung im Lebensmittelsektor auszunutzen. Auch dieses Resultat wundert mich nicht, lässt es sich doch erneut mit der Giftwirkung von Algentoxinen erklären. Die Leber ist das Zielorgan für Microcystine, die sich dort anreichern. Dies ist auch bei Ratten nachgewiesenermaßen der Fall. Die Leber ist aber gleichzeitig der Produktions- und Umschlagsort für Blutfette. Da Microcystine auch in niedriger Dosierung auf Leberzellen von Ratten schädigend wirken, sinkt mit steigender Afa-Menge logischerweise die Syntheseleistung der Leberzellen, weil sich eine zunehmende toxinbedingte Organentzündung in einer verschlechterten Syntheseleistung niederschlägt. Interessanterweise hatten die Autoren weder Leberwerte berichtet, die auf die Organfunktion hätten schließen lassen, noch hatten sie nach dem Fütterungsversuch über histologische Leberuntersuchungen der Tiere berichtet, um eventuelle Auswirkungen der Algentoxine zu bewerten. Dies lässt darauf schließen, dass sie offenbar befürchteten, negative Auswirkungen zu finden. Wer nicht sucht, findet nicht und kann dem Leser in die Tasche lügen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die drei Studien sind kein Beleg für die Wirkung von Afa-Algen, zumal keiner der Autoren in seinen Berichten genaue Angaben über die Microcystin-, Anatoxin- und Saxitoxingehalte der verwendeten Afa-Produkte machte. Bei jeder Studie war ein Vertreter von Bluegreen, dem größten US-amerikanischen Afa-Algenproduzenten, Mitautor. Dies lässt auf eine direkte Einflussnahme und auf Gefälligkeitsstudien schließen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt im Bereich der Therapie hyperaktiver Kinder bisher keine einzige seriöse Studie, die bewiesen hätte, dass Afa-Algen einen therapeutischen Vorteil erbracht hätten. Man muss sich recherchemäßig fast auf den Kopf stellen, um zumindest indirekte Hinweise zu erhalten, denn im internationalen medizinischen Fachschrifttum gibt es keine einzige Afa-Studie. Auch das Durchforsten von Doktorarbeiten oder Habilitationsschriften deutscher Universitäten erbringt keine einzige Untersuchung mit diesem Nahrungsergänzungsmittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Buch der Heilpraktikerin und Diplom-Politologin Barbara Simonsohn (2001), die Afa-Algen als Ersatz für Ritalin vorstellt, findet man einen ersten Hinweis. Sie berichtet über Einzelfälle, die als Belege dargestellt werden: Julian, 13, war sprunghaft, ungewöhnlich rastlos, unkonzentriert und ermüdete schnell. Sein Verhalten war dominant, undiplomatisch und oft verständnislos. Julian ist seit Afa-Algen-Einnahme weniger impulsiv, er findet nach einem Wutanfall leichter zurück zum Normalzustand, kann besser nachgeben und ist lustiger und fröhlicher. Diesem lächerlichen Beweis fehlt so ungefähr alles, was es erlaubt, eine seriöse DSM-IV-basierte Beurteilung der Hyperaktivität des Kindes zu erstellen. Die Heilpraktikerin hat nur einen winzigen Ausschnitt der tatsächlichen Symptomatik eines hyperaktiven Kindes beschrieben. Da die anderen Fallbeschreibungen in ihrem Buch von ähnlicher Güte sind, stellt sich die Frage, ob Simonsohn wirklich eine Ahnung von dem hat, über was sie schreibt. Da sie als Werbeinstrument für Algenhersteller dient, sind ihre Publikationen wohl nichts anderes als direkte Schleichwerbung für Afa-Algen, an denen sie gut verdient. Sie selbst gibt in ihrem Buch offen zu, von mindestens drei deutschen Anbietern mit Afa-Pillen im Marktwert von 7.500 Euro ausgestattet worden zu sein, um Kinder von 44 Familien zu behandeln. Die Heilpraktikerin empfahl den Kindern eine Dosis von 1.5 g/d und die Beobachtung soll 10 Wochen gedauert haben. Kalkuliert man die Tagesdosis mit 1 Euro, hätte die Dame 5.000 Tagesdosen ausreichen können. Weil man 80 Tagesdosen pro Kind braucht, hätte man mindestens 60 Kinder behandeln können. Es sind aber nur 19 Kinder in der Publikation der Heilpraktikerin grob beschrieben. Da 44 Familien gemeinsam wohl kaum 19 Kinder haben können, dürfte sich die Heilpraktikerin entweder jene Fälle herausgesucht haben, bei denen ihre schlampige Diagnostik einer wahrscheinlich gar nicht bestehenden ADHS durch Afa-Algen &amp;#039;geheilt&amp;#039; wurde oder sie hat, wie in solchen Jubelpublikationen üblich, die Krankengeschichten erfunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Blickt man in populärwissenschaftliche Zeitschriften der [[Ganzheitsmedizin]], findet sich eine Publikation von Simonsohn im Jahr 2000. Hier berichtete sie über verschiedene Studien, die angeblich die Wirksamkeit bei Afa-Algen bewiesen haben sollen. In der sog. The kid.com Study, die von einem Afa-Anbieter durchgeführt worden sein soll, sollen Symptomverbesserungen bei Kindern erreicht worden sein. Was genau diagnostiziert wurde und welches Resultat sich vor und nach der Studie exakt dargeboten hat, gibt die Autorin nicht wieder. Sie gibt nur folgendes bei den Kindern an: Signifikante Verbesserungen in ihrer Fähigkeit, zu fokussieren, Anweisungen zu folgen und sich zu konzentrieren. Eine Abnahme von streitsüchtigem, fordernden und kämpferischen Benehmen. Weniger Symptome von Angst und Depression. Verbesserung des sozialen Verhaltens. Weniger Zeichen von emotionalen und verhaltensmäßigen Abgelenktsein. Weniger Wutanfälle und Erziehungsprobleme. Weniger Verhaltensauffälligkeiten, die man als merkwürdig klassifizieren könnte. Weniger körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Magenschmerzen, für die kein offensichtlicher Grund vorliegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man diese Untersuchungsmerkmale mit den DSM-IV Diagnosekriterien für ADHS vergleicht, kommt man mit sehr viel Mühe auf gerade einmal zwei ADHD-Merkmale. Das lässt den Verdacht aufkommen, dass es sich bei den Kindern in der Kid.com-Studie nicht um hyperaktive Kinder gehandelt hat. Da wundert es nicht, wenn Simonsohn (2000) schreibt: Die beiden Behandlungsformen (gemeint ist der Vergleich zwischen Ritalin und Afa-Algen) waren gleichermaßen effektiv. Wer den Eindruck hinterlässt, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und gleichzeitig so wenig Ahnung von ADHS hat, wie Frau Simonsohn, mag diesen Schluss ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich sieht es bei einer zweiten Studie aus, die Simonsohn (2000) referiert. Es handelt sich um den The Children &amp;amp; Algae Report, bei dem die beteiligten Eltern die Produkte eines Afa-Algenanbieters sogar selbst zahlen mussten. Die Bewertung der Kinder erfolgte mit einem Aschenbach-Bewertungsschema, welches u.a. Aufmerksamkeit, Aggression, soziale Probleme, Ängstlichkeit/Depression, Straffälligkeit, Denkprobleme, Zurückgezogenheit und eine Bewertung namens somatisch beurteilen soll. Diese pseudowissenschaftliche Bewertungsschema ist in der seriösen ADHS-Diagnostik vollständig unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In keiner der von Befürwortern durchgeführten Studien, sofern diese überhaupt erreichbar sind, ist eine glaubwürdige, realitätsbezogene Selektion des untersuchten Kollektivs nach etablierten Diagnosemethoden erfolgt. Offenbar wurden die üblichen DSM-Kriterien nicht als Bewertungs- und Einstufungsgrundlage angewendet. Allein diese methodischen Unzulänglichkeiten machen die bisherigen Befürworterstudien in meinen Augen unglaubwürdig. Der Umstand, dass in keiner Studie mitgeteilt wird, ob nach Toxinen in den Afa-Algen gesucht worden war oder ob zumindest Leber- und Nierenparameter zur Absicherung von negativen Auswirkungen dieser Gifte laborchemisch bestimmt worden sind, zeigt, dass in diesen Studien offenbar nicht mit großer wissenschaftlicher Genauigkeit vorgegangen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Quelle, der sog. &amp;#039;&amp;#039;The Nicaragua Report&amp;#039;&amp;#039;, die von der US-Algenfirma Bluegreen gesponsort wurde, ist in Wahrheit eine spanischsprachige Doktorarbeit aus dem von Wirtschaftskrisen und politischen Händeln zerrissenen Nicaragua. Das Land ist bekannt dafür, eine hungernde Bevölkerung zu besitzen und es ist leicht, dort für wenige Dollars Gefälligkeitsstudien zu lancieren. In der seriösen wissenschaftlichen Szene wären diese bedeutungslos, aber für den unwissenden Verbraucher sind solche Studien exzellentes Marketingmaterial. In einem 14 Seiten dünnen A5-Heftchen wird auf populärwissenschaftliche Weise beschrieben, wie Afa-Algen in einer Schule, in der zu Studienbeginn mehr als 80% der 6-11jährigen Kinder unterernährt waren, der Ernährungsstatus, die Schulnoten und das Verhalten der Kinder positiv beeinflusst worden sein sollen. Angeblich sei innerhalb eines halben Jahres die Fehlernährungsrate von 86% auf 21% gefallen. Überflüssig zu betonen, dass auch hier weder Toxinbestimmungen der Afa-Algen noch einschlägige Leber- und Nierenwerte berichtet wurden. Dass vorher mangelernährte Kinder mit wenigen Gramm proteinhaltiger, aber vitamin- und mineralstoffarmer Afa-Algen Normalgewicht erreichen sollen, wirkt einfach nur lächerlich. Höchstwahrscheinlich wurden die teilnehmenden Kinder mit einer Schulspeisung angelockt und nahmen deshalb zu. Niemand dürfte vor Ort etwas gegen dieses Vorgehen eingewendet haben. Dass man die daraus resultierenden Scheinergebnisse im Westen als Beweis verkauft, dürfte in Nicaragua unbekannt sein und spielt für die Menschen dort in Wirklichkeit auch keine Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Marketingskampagnen für AFA-Algen==&lt;br /&gt;
In den letzten Jahren schlug eine Marketingkampagne aus den USA in Europa auf. Im Zuge der Diskussion um Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-und-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS), wurde eine Vielzahl von Alternativen zur etablierten [[Ritalin]]therapie auf den Markt gebracht. Dabei spielt die Psychosekte [[Scientology]] im Konzert mit anderen sektenähnlich operierenden Gruppen und Firmengeflechten eine herausragende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da bis zu 15% der kindlichen Bevölkerung an ADHS leiden, jedoch nur ein winziger Bruchteil adäquat versorgt wird, sind die Eltern dieser Kinder einer enormen Belastung ausgesetzt. Sie suchen nach Alternativen und diese werden ihnen in Form angeblicher Wundermittel angeboten. Dazu gehören auch die Nahrungsergänzung aus blaugrünen Algen der Gattung Aphanizomenon flos Aquae (sog. Afa-Algen). Diese werden als therapeutische Alternative zur Substition mit Methylphenidat (Ritalin/Novartis, Medikinet/Medice, Equasym/Celltech Group) propagiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unverantwortliche Werbeaussagen==&lt;br /&gt;
Im April 2002 verschickte KEIMLING Naturkost in Buxtehude einen Werbebrief, in dem unter dem Titel &amp;quot;Sind Klamath Uralgen gefährlich?&amp;quot; u.a. folgende Behauptung zu lesen war: &amp;#039;&amp;#039;Das Landwirtschaftsministerium in Oregon hat einen Grenzwert von 1.0 Microgramm/kg Klamath Uralge festgesetzt. Wenn Sie täglich 2 g der Uralgen verzehren, wären demnach 2 Microgramm Microcystin zulässig. Ihr amtlicher Sicherheitsfaktor beträgt 11655.&amp;#039;&amp;#039;.... und weiter heißt es: &amp;#039;&amp;#039;...Demnach könnte ein Mensch mit 70 kg Körpergewicht 23310 Microgramm Microcystin-LR zu sich nehmen, ohne gesundheitliche Schäden befürchten zu müssen&amp;#039;&amp;#039;. Dies mag der Geschäftsführer der Firma Keimling, Winfried Holler, einmal am eigenen Leibe auspropieren. Er dürfte diesen Selbstversuch mit dem Leben bezahlen. Allerdings hat sein Haus einen Vorteil: es verkauft tiefgefrorene E3LIVE(tm)-Algen. Unseren Analysen zufolge enthält dieses Produkt keinerlei Microcystine ... der mikroskopische Augenschein zeigt aber ebenso, dass es sich offenbar nicht um ein Afa-Cyanobakterienprodukt handelt. Vielmehr tauchen unter dem Mikroskop Gräser und normale Algen auf, so dass man den Eindruck hat, als ob jemand einfach mit der Harke durch einen See gefahren ist, das Resultat zerkleinert hat und als Cyanoalgenprodukt anpreist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Herstellung und AFA-Algen Anbau==&lt;br /&gt;
[[image:klamath2.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus geringer Höhe|250px|left|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath3.jpg|Luftbildaufnahme am Abfluss des Upper Klamath Lake in den Link River aus größerer Höhe|250px|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:klamath4.jpg|Infrarotaufnahme der Region um den Upper Klamath Lake mit dichter landwirtschaftlicher Nutzung|thumb]]&lt;br /&gt;
Aphanizomenon flos Aquae-Algen werden in unterschiedlichen Regionen der Erde gefunden. Jene Produkte, die derzeit in den USA und Europa verkauft werden, stammen nach Angaben der Hersteller aus dem Upper Klamath Lake im US-Bundestaat Oregon. Dieser See ist Teil einer riesigen Seenplatte, aus der nur ein einziger Fluss (der Klamath River) nach dem Grenzübertritt in den US-Bundesstaat California in den Pazifik mündet. Die Region dient als Brutstätte für Seelachse, ist aber seit 150 Jahren dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Upper Klamath Lake dient als Wasserreservoir für die ihn an drei Seiten umgebenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Anbaugebiete. Die exzessive Wasserentnahme der letzten Jahrzehnte hat zu einer erheblichen Senkung des Seewasserspiegels geführt, so dass derzeit die den See bildende Wasserschicht dünner ist als die Schlammschicht am Seegrund. Die Wasserqualität und der Sauerstoffgehalt ist mittlerweile so desolat, dass es regelmäßig zu Fischsterben im Upper Klamath Lake kommt. Umweltschutzorganisationen versuchen seit Jahrzehnten, den zu hohen Wasserabzug aus dem See zu bremsen und die Wasserqualität zu steigern. Das Fischsterben ist regelmäßig auf die Produktion von Microcystinen durch im Wasser vorkommende und durch die Überdüngung massiv wachsenden blaugrünen Cyanobakterien zurückzuführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Anbieter von Afa-Algen dem Käufer mit offensichtlich geschönten Seeaufnahmen eine heile Umwelt vorzugaukeln versuchen, teilen Anwohner des Upper Klamath Lakes in Webforen mit, dass die Gewinnung der im See wachsenden Algen z.T. mit Schleppern und Baumaschinen erfolgt, wobei das dicht wachsende Gemisch aus Algen, Seegras und blaugrünen Cyanobakterien zum Teil vermischt mit Schlamm herausgebaggert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser Anbaumethoden ist es nicht verwunderlich, dass die Qualität einiger der gewonnenen Afa-Produkte zu wünschen übrig lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der Werbetrick mit der Kameraperspektive==&lt;br /&gt;
[[image:klamath8.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Geschäftsführer Sanacells, Eckart Pinnow, verkündete in seiner Hauspostille Forum - Informationen für Mitglieder des GesundheitsNetzwerkes (Nr. 5, 2002), dass seine Afa-Produkte nicht microcystinbelastet seien. Pinnow ist in dieser Ausgabe in einem Boot abgebildet, dass auf dem Upper Klamath Lake schwimmt. Der Untertitel lautet: &amp;quot;Dipl.-Ing. Eckart Pinnow überprüft persönlich den Qualitätssicherungsprozess am Klamath-See&amp;quot;. Sein Boot ist dabei an der einzigen Stelle des Sees positioniert, die nicht von Landwirtschaft und Industrie umgeben ist. (siehe zum Vergleich weiter oben). Pinnow ist ursprünglich vom Ostufer des Sees einige hundert Meter in den See gefahren und ließ sich in östlicher Richtung mit Blick auf die Berge photographieren. Wäre die Kamera einige Grad nach links geschwenkt, hätte man die Straße und einige Wohngebiete der naheliegenden Stadt gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==AFA-Algen und Microcystinbelastung==&lt;br /&gt;
[[image:afa1.jpg|Anabaena|thumb]]&lt;br /&gt;
Das Hauptproblem der Algenprodukte stellt nicht ihr Lebensmittelcharakter dar, denn es handelt sich um eher minderwertige Nahrungsmittel mit geringem Mineralien- und Vitamingehalt (Ausnahme: Vitamin A) und hohem Proteingehalt. Hauptproblem ist vielmehr die Beimengung von Cyanobakteriengiften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In aktuellen Publikationen, die verschiedene Stämme der blaugrünen Cyanobakterien Anabaena, Aphanizomenon, Calothrix, Cylindrospermum, Nostoc, Microcystis, Planktothrix, Oscillatoria und Synechococcus genera untersuchten, fanden sich immer wieder Sorten, die die Kampfgifte der Klasse der Microcystine und der Anatoxine produzierten (Lyra et al. 2000). Auch ist bekannt, dass einige Arten der blaugrünen Cyanobakterien das Nervengift Saxitoxin produzieren können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter der Algen sind sich des Toxinproblems bewußt. Ray (1991) schrieb schon vor 10 Jahren, dass einige A.f.a.-Stämme hochwirksame Nervengifte produzieren könnten, diese Gifte aber in Nahrungsmitteln aus Algen des Upper Klamath Sees in Oregon nicht gefunden worden seien. Seine Ansicht wird von einer Arbeit von Schaeffer et al. (1999) unterstützt, die in Algen eine Beimengung durch eine Microcystin-produzierende Alge (Microcystis spp.) nachwiesen. Demzufolge sei diese Beimischung an dem Toxineintrag schuld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen gibt es eine Veröffentlichung, die sich mit Microcystinbelastungen von A.f.a.-Nahrungsergänzungsmitteln befasst, die aus dem Upper Klamath See gewonnen werden. Gilroy et al. (2000) analysierten Microcystinkonzentrationen in vier verschiedenen Afa-Produkten über vier Jahre hinweg (1996-1999) und alle Produkte enthielten Microcystine in unterschiedlicher Menge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von A.f.a.-Produkten weisen jedoch die Microcystinbelastung generell weit von sich. Sie stellen sich auf den Standpunkt, dass Aphanizomenon Flos Aquae keine Microcystine produziere und führen Studien an, in denen dergleichen nachgewiesen worden sei. Das wirkt befremdlich, denn selbst der sich für Algenprodukte einsetzende US-amerikanische Professor Wayne Carmichael schrieb noch am 30.01.2002 auf seiner Homepage unter Bezugnahme auf einen Artikel im Scientific American: &amp;#039;&amp;#039;..Anabaena, Oscillatoria, Lyngbya, and Aphanizomenon produce neurotoxic anatoxins and/or saxitoxins. Anatoxin-a and Anatoxin-a(s) seem unique to cyanobacteria, while saxitoxin also arise in certain marine algae. Anatoxin-a is a potent nicotinic agonist that mimics acetylcholine and is used as a research tool in neurobiology. Anatoxin-a(s) is a structurally new organophosphate that inhibits acetylcholinesterase. Saxitoxin prevents acetylcholine from being released from neurons by blocking the inward flow of sodium ions across the axonal membrane channels, disrupting the communication between neurons and muscle cells...&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtet man den Blick in die Fachliteratur, gibt es offenbar einige Stämme von Aphanizomenon Flos Aquae, die keinerlei Microcystine produzieren. Lyra et al. (2001) nennen hier Aphanizomenon sp. 202, A. sp. TR183 (AJ133155), A. sp. PCC 7905, A. sp. PH-271, A. flos aquae NIES 81 und Aphanizomenon gracilie PH-219. Allerdings sind diese Aphanizomenon-Bakterien genetisch ausgesprochen eng verwandt mit den Anabaena-Bakterien, die selbst durchaus Neurotoxine erzeugen. Beide Gattungen sind ausgesprochen klein und unterscheiden sich offenbar nur unter dem Mikroskop eindeutig voneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unzuverlässige Testmethoden==&lt;br /&gt;
Microcystine und Saxitoxine, die wichtigsten Gifte in Cyanobakterienprodukten, sind nicht einfach zu messen. Es gibt verschiedene Messmethoden, die teilweise sehr aufwändig, zeitraubend und teuer sein können. Grundsätzlich stellt sich das Problem der Wahl des Nachweisverfahrens, denn es gibt Verfahren, die die Gifte direkt sichtbar machen, und Analysen, die die Gifte nur indirekt messen. Außerdem sind die Messverfahren unterschiedlich empfindlich. Zusätzlich erschwert wird die Suche, weil diese Tests in der Lebensmittelanalytik nur selten benutzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Prinzipiell stellt sich die Wahl zwischen dem Enzyme Linked Immunosorbent Assay (ELISA) oder dem Protein Phosphatase Inhibition Assay (PPIA). Andere Verfahren wie die High Performance Liquid Chromatography (HPLC) oder Liquid Chromatography/Mass Spectrometry (LC/MS) kommen wegen zu hoher Kosten oder noch nicht etablierter Nachweismethodik nicht in Frage. Die Testmethoden von ELISA und PPIA sind unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im ELISA werden hochspezifische Antikörper eingesetzt, die gegen Microcystinmoleküle gerichtet sind. Diese Antikörper docken an Microcystine an. In einem zweiten Schritt klebt man einen weiteren Antikörper, der nur an den bereits eingesetzten Antikörper, nicht aber direkt an Microcystin andocken kann, an diesen Microcystin-Antikörperkomplex. Dies tut man, weil erst der zweite Antikörper einen fluoreszierenden Farbstoff tragen kann, den man mit speziellen Analyseverfahren sichtbar macht und dann in seiner Konzentration messen kann. Ein direktes Ankoppeln des zweiten, den Farbstoff tragenden, Antikörpers an das Microcystin ist nicht möglich, da dieser Antikörper zu klobig und ungenau wäre. Vergleichbar ist dieses Verfahren mit dem Angeln. Der Fisch ist das Microcystin, der Köder ist der 1. Antikörper und erst, wenn man den Fisch mit der Angelschnur (dem 2. Antikörper) herausgezogen hat, weiss man am Ende, was man gefangen hat. Der ELISA hat den Vorteil, dass er direkt das vorhandene Gift misst. Er kann dies mit einer Genauigkeit tun, die ein Microcystinmolekül in einer Lösung von 10 Milliarden anderen Molekülen herausfinden kann. Die Genauigkeit liegt bei 0,1 ppb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im PPIA ist das Testprinzip hingegen völlig anders. Hier wird die bremsende Wirkung der Microcystine auf eine enzymatisch gesteuerte Umwandlungsreaktion gemessen. Microcystine bremsen die Protein Phosphatase, die die Dephosphorylierung von p-Nitrophenylphosphat steuert. Durch Nachweis der Ausgangs- und Endprodukte des Umwandlungsprozesses kann man indirekt auf die Konzentration der Microcystine zurückschließen. Ein direkter Nachweis der Microcystine geschieht jedoch nicht. Der Test hat auch den Nachteil, dass er nur eine einzige Wirkung der Microcystine erfasst und dabei unberücksichtigt lässt, dass im Organismus durch verschiedene Microcystintypen unterschiedliche Enzymsysteme beschädigt werden können. Der PPIA ist nicht so genau wie der ELISA, denn er gibt nach Lawrence et al. (2001) in der Regel deutlich niedrigere Belastungswerte für Microcystine aus, die manchmal 10-40% unter den im ELISA gemessenen Konzentrationen liegen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anbieter von AFA-Algen legen zum Nachweis der angeblichen Produktgüte in der Regel PPIA-Analysen vor. Dies ganz offensichtlich deshalb, weil mit dieser Testmethode nur ein Teil der Microcystine (und dieser wiederum nicht sicher) gemessen werden kann. Auf diese Weise schönt man die Resultate mit der methodenbedingten Ungenauigkeit des Messverfahrens nach unten. Dies trägt zur Verunsicherung des Verbrauchers bei und kann (wie unten näher beschrieben) sogar vor Gericht Vorteile bringen, weil Richter nicht selten bereits zu abgehoben sind, um sich mit den Hintergründen von Prüfmethoden zu befassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Gesundheitsschäden==&lt;br /&gt;
In den USA listete die US-Gesundheitsbehörde FDA im leider mittlerweile nicht mehr online abrufbaren Med Watch Programm 57&amp;amp;nbsp;Schadensfälle bis zum Jahr 1998 auf, die in zeitlichem Zusammenhang mit Afa-Konsum zu stehen schienen. Ebenso warnte Health Canada Online bereits im Jahre 1999 vorbeugend vor blaugrünen Algenprodukten, vor allem vor der Anwendung bei Kindern. Auch Erwachsene sollten Vorsicht bei der Einnahme bis zu dem Zeitpunkt walten lassen, an dem die Produktsicherheit zweifelsfrei gewährleistet sei.&amp;lt;ref&amp;gt;*http://www.hc-c.gc.ca/english/protection/warnings/1999/9969ebk.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Der STERN veröffentlichte im Artikel Die Grüne Gefahr (Nr.8/2002) Warnungen über die Giftstoffe in Algenprodukten am 14.&amp;amp;nbsp;Februar 2002.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich den deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene seit Mai 2002 Laboranalysen über den Microcystingehalt in Afa-Produkten vorliegen, haben sie bis heute keinerlei Schutzmassnahmen über die bereits angesprochene Warnmeldung hinaus unternommen. Dies wird mit dem Fehlen eines Microcystingrenzwertes begründet (vgl. hierzu [[Spirulina]]). Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Grüner Lobbyismus im Spiel ist, denn offenbar pflegen einige Algenhersteller exzellente Kontakte zu den deutschen Bündnisgrünen nahestehenden Prüflabors, die sich einer verbraucherkritischen Untersuchung der Algenprodukte entziehen. Vor allem in alternativen und esoterischen Kreisen wurden die Wunderalgen stark propagiert. Offenbar befürchtet man bei den Grünen, aufgrund des eigenen Fehlverhaltens in den sich abzeichnenden Skandal einbezogen zu werden.&lt;br /&gt;
Es gibt mittlerweile auch in Deutschland Berichte über Personen, die über Symptome nach dem Konsum von Afa-Algenprodukten klagten. Diese Symptome stellten sich nach einigen Monaten kontinuierlicher Einnahme ein, klangen nach dem Absetzen aber wieder ab und verschwanden. Eine Betroffene bekam Taubheitsgefühl in den Fingern bis hin zum totalen Durchblutungsstopp in den letzten zwei Fingergliedern, des Weiteren häufiges Kribbeln wie bei einer Minderdurchblutung und dies auch ansatzweise in den Zehen. Des Weiteren beklagten die Betroffenen brüchige, wie erweicht erscheinende Fingernägel sowie eitrige, sich langwierig hinziehende Entzündungsherde der Haut im Bereich des Gesichts und des Rückens. Ein anderer Betroffener schilderte, dass er nach längerer Einnahme sehr schmerzhafte, chronische Halsschmerzen entwickelt hätte und neben den analog bereits beschriebenen Hautentzündungserscheinungen vor Allem extrem langanhaltende Muskelschmerzen bereits nach normaler sportlicher Aktivität bekommen habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Hinweise deuten auf eine chronische Langzeitbelastung mit Microcystinen hin. Microcystine verursachen Leberschäden, Nierenversagen und können auch, weil sie die Natriumkanäle der Nerven blockieren können, die Impulsübertragung menschlicher Nervenzellen unterbrechen, was bis zum Tod durch Atemstillstand führen kann. Auch krebserzeugende Wirkungen sind nachgewiesen (NCI 2000). In China gibt es beispielsweise ausreichend Hinweise dafür, dass microcystinbelastetes Trinkwasser die Hauptursache für die hohe Sterblichkeit an Leberkarzinomen in bestimmten Provinzen des Landes ist (Yu&amp;amp;nbsp;1995, Ueno&amp;amp;nbsp;1996). Aktuell publizierte Tierversuche an schwangeren Ratten (Zhang et al. 2002) zeigen, dass die Gabe von 4&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystin-LR pro kg Körpergewicht bereits zu leichten Veränderungen im Lebergewebe der ungeborenen Feten innerhalb von 10&amp;amp;nbsp;Tagen führen kann. Interessant ist, dass sich solche Ergebnisse bei Mäusen selbst bei Dosen von 2-128&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg Körpergewebe nicht einstellen (Chernoff et al. 2002). Es kommt also auf das Tiermodell an, das verwendet wird. Die offenbar gegen Microcystine recht robust erscheinenden Mäuse sind das bevorzugte Tiermodell bei Studien aus der Algenszene. Offenbar weiß man genau, dass man nur mit Mäusen eine Verharmlosung der Giftwirkung der Microcystine beweisen kann, da dies in allen anderen Tiermodellen nicht gelingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Menschen korreliert die Microcystinbelastung im Trinkwasser eindeutig mit der Häufigkeit von Leberkrebs (Yu et al. 2001), wie Studien aus China beweisen. Dort hat man schon lange Probleme mit microcystinbelastetem Trinkwasser, das in etlichen Provinzen Chinas ursächlich mit dem gehäuften Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert zu sein scheint. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1&amp;amp;nbsp;Teil pro 1&amp;amp;nbsp;Millarde Teile Wasser empfohlen (1&amp;amp;nbsp;ppb), der in Kanada, Australien und Großbritannien mittlerweile auch in Kraft ist. In den USA oder der Bundesrepublik Deutschland ist dergleichen nicht umgesetzt worden. Dies ist vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsbehörden des US-Bundesstaates Oregon eine Microcystinbelastung bis zu 1.000&amp;amp;nbsp;ppb (=1&amp;amp;nbsp;parts per million/ppm) in Algenprodukten tolerieren, inakzeptabel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versucht man eine grobe Risikoabschätzung der Microcystinbelastung in den Algenprodukten vorzunehmen, so scheint eine klinische Symptomatik nach einigen Monaten Konsum von Produkten mit Belastungen ab 100&amp;amp;nbsp;ppb einzutreten. Dies zeigt, dass das der WHO-Trinkwassergrenzwert von 1&amp;amp;nbsp;ppb mit einem vernünftigen Sicherheitsabstand von 1:1000 zum Algengrenzwert aus Oregon durchaus begründet ist und sicherheitshalber auf Lebensmittel übertragen werden sollte. Von Algenanbietern wie Sanacell und Algavital wird immer wieder die Falschmeldung verbreitet, dass der in Oregon etablierte Grenzwert für die gesamte USA gelten würde. Dem ist nachweislich nicht der Fall. Zudem ist der Grenzwert nicht verbindlich, sondern lediglich ein US-amerikanischer Empfehlungswert, ab dessen Überschreitung microcystinbelastete Afa-Produkte aus dem Verkehr gezogen werden sollen (nicht müssen!).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die oben geschilderten Fälle zugrunde und bedenkt man, dass sich Microcystine sowohl in der Leber- als auch im Nerven- und Muskelgewebe angereicht als auch nur langsam ausgeschieden werden, wäre es möglich, dass Dauerkonsumenten erst mit monatelanger Verzögerung Gesundheitsprobleme entwickeln. Microcystindosen können beim Schwein, das uns Menschen vor Allem bei der Leberfunktion sehr ähnlich ist, bereits in Dosen von 25&amp;amp;nbsp;Microgramm pro Kilogramm Körpergewicht Leberschäden auslösen, während Ratten und Mäuse wesentlich robuster reagieren. Deshalb ist es absolut denkbar, dass der Mensch, der in vielen gesundheitlichen Bereichen empfindlicher als Tiere reagiert, schon bei niedrigeren Dosen Gesundheitsprobleme entwickelt, die anfänglich nicht mit den Afa-Produkten assoziiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man eine Verzehrsmenge von 2&amp;amp;nbsp;Gramm Algenmasse mit einer Belastung von 100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg Algenmasse (100&amp;amp;nbsp;ppb) zugrunde, würde man sich pro Tag eine Microcystinmenge von 0,2&amp;amp;nbsp;Mikrogramm einverleiben. Da die oben geschilderten beiden Verbraucher erst nach 7&amp;amp;nbsp;Monaten, dann aber zügig, gesundheitliche Probleme entwickelten, wäre zu spekulieren, dass bei einer Gesamtmenge von 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen von ersten klinischen Symptomen auszugehen sein könnte (von einer unbemerkten Krebsschädigung nicht zu reden!). Diese zugegebenermaßen spekulative Obergrenze für bemerkbare, klinische Probleme scheint nicht unrealistisch zu sein, da eine weitere Verbraucherin, die über Monate hinweg eine mit 76&amp;amp;nbsp;ppb belasteten Probe konsumiert hatte, keine gesundheitlichen Probleme berichtete. Die Wirksamkeitsschwelle zur Auslösung klinischer Symptome beim Menschen dürfte derzeit bei einer Gesamtaufnahmemenge von 40-50&amp;amp;nbsp;Mikrogramm liegen, die je nach Belastung des Afa-Produkts mehr oder weniger schnell erreicht ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Australien wird für Trinkwasser ein Microcystin-LR Richtwert von 1,3&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter empfohlen. Alle Grenzwerte, auch der von der WHO empfohlene, orientieren sich an Hochrechnungen, die ihre Grundlage in Tierversuchen am Mausmodell haben. Mäuse halten aber eine deutlich höhere Microcystinbelastung aus, ohne Leberschäden oder körperliche Symptome zu entwickeln, als andere Tiergattungen (z.B. Ratte oder Schwein). Zeigen sich bei Mäusen noch keine Zeichen von Leberschädigungen bei intraperitonealen Gaben von Microcystinen in Dosen von 25-50&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht (vgl. Fromme, Berlin, 1999), treten bei Rattenfeten bereits ab 4&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht Schäden auf (Zhang et al. 2002). Schweine überleben nach Beasley et al. (2000) gerade noch eine Microcystindosis von 25&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/kg Körpergewicht, erleiden dabei aber bereits nachweisbare Organschäden u.a. im Bereich der Leber. Beim Menschen fehlen entsprechende Untersuchungen aus naheliegenden Gründen. Niemand würde die Erlaubnis erhalten, selbst bei Freiwilligen solche Versuche durchzuführen. Deshalb ist man auf Analogieschlüsse angewiesen, die sich sinnvollerweise auf die Trink- oder Badewasserbelastung mit Microcystinen beziehen, denn hier zeigen Studien aus China, dass der Konsum microcystinbelasteten Trinkwassers eindeutig mit einem erhöhtem Auftreten von Leberkarzinomen assoziiert ist (z.B. Shun-Zhang 1995).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut für Umweltanalytik und Humantoxikologie (ITox) in Berlin empfiehlt in der Gesundheitlichen Bewertung von Blaualgentoxinen (Microcystinen) in Badegewässern bereits ab einer Belastung von 10-100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Liter, auf das gesundheitliche Risiko beim Baden in entsprechend belasteten Gewässern hinzuweisen und vom Baden abzuraten sowie ab Microcystinwerten oberhalb von 100&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Liter das Baden in solchen Gewässern zu untersagen. Es liegt nahe, diesen Trinkwassergrenzwert auf die Algenprodukte zu übertragen, denn in der von mir initiierten Untersuchung fand ich zwei Personen, die nach mehrmonatiger Einnahme von Algenprodukten in einer geschätzten Microcystin-Gesamtdosis von etwas über 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm klinische Symptome entwickelt hatten, die auf eine chronische Vergiftung durch Microcystine schließen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn also Tierversuche zeigen, dass Mäuse zur Risikoabschätzung durch Microcystin aufgrund ihrer Unempfindlichkeit ungeeignet sind, Ratten und Schweine hingegen viel empfindlicher reagieren und zudem erste Hinweise bei Erwachsenen zeigen, dass Gesamtdosen von etwa 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen - auch über längere Zeit verteilt eingenommen - zu Gesundheitsschäden führen können, muss gefordert werden, dass der WHO-Trinkwassergrenzwert für Microcystine von 1 Microgramm/Liter auch bei den Algenprodukten einzuhalten ist. Die im US-Bundesstaat Oregon tolerierten Microcystinmengen in Algenprodukten (1.000&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg), die nur auf Schätzungen aus Mausmodellen beruhen (Schaeffer et al. 1999), sind offensichtlich wesentlich zu hoch. Sie liegen um den Faktor&amp;amp;nbsp;1.000 überhalb der für Trinkwasser empfohlenen WHO-Richtwerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legt man die übliche Verzehrsempfehlung von 2&amp;amp;nbsp;Gramm Algenmasse pro Tag, eine durchschnittliche Microcystinbelastung von 0,1&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Algengramm und eine Dosisschwelle von 40&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Microcystinen bei Erwachsenen zugrunde, ab der offensichtlich klinische Symptome auftreten können, so kann man innerhalb von etwa 6-7&amp;amp;nbsp;Monaten die kritische Belastungszone zum Auftreten körperlicher Beschwerden erreichen. Es gibt jedoch Algenanbieter, deren entsprechend belastete Algenprodukte mit Verzehrsempfehlungen bis zu 20&amp;amp;nbsp;Pillen (5&amp;amp;nbsp;Gramm) täglich angepriesen werden. Bei solchen Verzehrsmengen ist es kein Wunder, wenn die kritische Schwelle bereits innerhalb weniger Wochen erreicht wird und die Patienten anfänglich mit schnell auftretenden Hautausschlägen konfrontiert werden. Sanacell und Algavital nutzen beide gern die Dienste der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn, die einschläge Ritalin-kritische und AFA-propagierende Bücher publiziert hat sowie einschlägige werbende Artikel in Szene-Zeitschriften veröffentlichte. Sie tritt für noch höhere Dosen pro Tag (20&amp;amp;nbsp;Gramm und mehr) ein. Bei den Microcystinmengen, die in den Produkten von Sanacell und Algavital gefunden wurden, würde dies eine Krebsgefahr bedeuten sowie nach wenigen Wochen bis Monaten klinische Symptome einer Microcystinvergiftung bewirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich ist zu bedenken, dass sich 50% der oral eingenommenen Microcystindosis in der Leber anreichert. Somit sind die üblichen Dosierungsschemata des Giftes in Bezug auf Kilogramm Körpergewicht per se fragwürdig. Die Leber eines Erwachsenen hat ein durchschnittliches Gewicht von 3-4&amp;amp;nbsp;kg, so dass bereits niedrige Einnahmemengen zu Leberschäden führen können. Geht man davon aus, dass man eine Giftkonzentration von 1&amp;amp;nbsp;Mimrogramm pro kg Lebergewicht einnehmen müsste, würden bereits 8&amp;amp;nbsp;Mikrogramm Gesamtaufnahmemenge ausreichen, um erste Leberschäden zu bewirken oder ggf. dazu beizutragen, Leberkrebs auszulösen. Diese Dosis kann bei Algenprodukten, die, wie in der vorliegenden Untersuchung nachgewiesen, mit 68-134&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro kg (also 0,068-0,134&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Gramm) mit Microcystinen belastet sind, durchaus schon in 2-3&amp;amp;nbsp;Monaten erreicht werden, denn die Microcystine werden nicht so schnell abgebaut, wie sie eingenommen werden. Das Leberkrebsrisiko kann bereits in solchen Dosen möglicherweise deutlich erhöht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yu und Chen (1994) untersuchten den Microcystingehalt im Trinkwasser von 20&amp;amp;nbsp;Patienten, die an hepatozellulärem Karzinom erkrankt waren (61&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter) und verglichen ihn mit demjenigen von gesunden Kontrollpersonen (36&amp;amp;nbsp;Mikrogramm/Liter). Dies zeigt, dass eindeutige Risiken bestehen können, wenn dauerhaft Microcystine in noch vergleichsweise niedrigen Dosen eingenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnung des BfArM und BgVV==&lt;br /&gt;
Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlichte am 21.&amp;amp;nbsp;März 2002 eine gemeinsame Presseerklärung&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.bgvv.de/presse/2002/pr_02_08.htm&amp;lt;/ref&amp;gt;, die vor dem Konsum der Algenprodukte warnte. Am 22.&amp;amp;nbsp;März 2002 warnte der kritische Informationsdienst für Ärzte und Apotheker (Arznei-Telegramm) in einer Blitz-Mitteilung per eMail&amp;lt;ref&amp;gt;AT: AFA-Alge: Irreführende Werbung, bedenkliche Produkte&amp;lt;/ref&amp;gt; vor den Algenprodukten und vertiefte dies in einer Printausgabe des Arznei-Telegramms am 12.&amp;amp;nbsp;April 2002. Am 27.&amp;amp;nbsp;März 2002 warnte der Krebs-Kompass.de auf seiner Website ebenfalls mit dem Titel Warnung vor Algen statt Arznei. Diese Warnungen trugen dazu bei, dass Elternverbände in Deutschland und der Schweiz, die sich für hyperaktive Kinder (ADS-Kinder) einsetzen und sich dem von Algenvertreibern erzeugten juristischen Druck ausgesetzt sahen, diesem besser widerstehen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pressemitteilung vom 21.&amp;amp;nbsp;März 2002 zu AFA-Algen:&lt;br /&gt;
*Ein Nutzen durch den Verzehr AFA-Algen-haltiger Nahrungsergänzungsmittel ist wissenschaftlich nicht belegt.&lt;br /&gt;
*eine Gefährdung der Gesundheit durch Gifte ist nicht auszuschließen.&lt;br /&gt;
*Produkte, denen werblich eine heilende Wirkung zugeschrieben wird, sind als Arzneimittel anzusehen und bedürfen deshalb der amtlichen Zulassung. Liegt eine solche Zulassung nicht vor, sind die Produkte nicht verkehrsfähig. In Deutschland ist kein solches Produkt zugelassen.&lt;br /&gt;
*Damit liegt ein Verstoß gegen das Verbot der irreführenden Werbung nach dem Heilmittelwerbegesetz vor. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund der Fehlinformation Eltern eine notwendige ärztliche Behandlung ihrer Kinder abbrechen und sich das Leiden verschlimmert, wenn ersatzweise AFA-Algenprodukte gegeben werden. Gleiches gilt für Erwachsene, die im Vertrauen auf die &amp;quot;Heilkraft der AFA-Algen&amp;quot; bei einer diagnostizierten Depression oder bei anderen Gesundheitsstörungen eine ärztlich verordnete medikamentöse Therapie abbrechen und stattdessen AFA-Algenprodukte zu sich nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warnende Stimmen werden mit juristischen Tricks niedergebügelt==&lt;br /&gt;
Eckard Pinnow brüstet sich in der obigen Forum-Ausgabe, dass es gerichtlich verboten sei, Warnungen vor AFA®-Algen zu veröffentlichen. Diese Behauptung ist offensichtlich erlogen, denn seine Produkte sind nachweislich belastet. Trotzdem kommt Pinnow mit seinen Lügen legal über die Runden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Trick, mit dem Pinnow bisher der prozessuale Sieg gegenüber sorgenvoll warnender Elternverbände von ADHS-Betroffenen und -Kindern gelang, ist leicht erklärt. Er ließ die entsprechenden Organisationen von einer Anwaltskanzlei abmahnen. Da in der strittigen Äußerung das Wort &amp;quot;AFA-Algen&amp;quot; (eine in der Fachliteratur durchaus übliche Abkürzung) genannt worden war, Sanacell (wie auch Algavital) sich ähnlich klingende Namen aber als Produktbezeichnung schützen ließen, konnten sie daraus eine Aktivlegitimation und somit Klagefähigkeit ableiten. Die Abmahnung enthielt allerdings so lächerliche Passagen, dass sie von den prozessunerfahrenen Verbänden nicht ernst genommen wurden. Es wurde deshalb keine Schutzschrift hinterlegt, so dass die gegnerische Anwaltskanzlei (Radeck/Berlin) einfach zum Landgericht marschierte, eine Einstweilige Verfügung beantragte und diese auch bewilligt erhielt. Die schockierten Verbände bekamen erst Wind von der Sache, als ihnen die Verfügung ins Haus flatterte (vgl. Kritiker leben gefährlich). Auf diese Weise war es Pinnow möglich, öffentliche Warnungen vor seinen giftbelasteten Algenprodukten bis zur Hauptverhandlung stillzulegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die ADHS-Verbände Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung eingelegt hatten, kam es zu einer mündlichen Verhandlung. Die Richter Mauck, Gollan und Becker verurteilten erstinstanzlich mit haarsträubenden Begründungen die ADHS-Verbände und gaben Sanacell vollumfänglich Recht. So glaubten sie den Ausführungen Sanacells, dass diese in der Lage sei, Microcystine aus den Algenprodukten durch ein geeignetes Filterverfahren zu entfernen. Die Richter schrieben: &amp;quot;Diese Behauptung wird gestützt durch die Ausführungen auf Seite 53 des Buches &amp;#039;Die Heilkraft der AFA-Alge&amp;#039;, wonach die AFA-Alge viel kleiner ist als die Microcystine und das Sieb passiert, während jene zurückgehalten werden.&amp;quot;. Dass auch Aphanozimenon-Stämme Microcystine produzieren können, ist in der Fachliteratur bekannt und beschrieben. Das Microcystine winzige Moleküle sind, ergibt sich zwangsläufig von selbst. Kein Gift ist besonders groß, die gefährlichsten sind sogar sehr klein, weil sie sonst Schwierigkeiten hätten, in den Organismus aufgenommen zu werden. Es hätte sogar einem Richter mit normaler Schulbildung auffallen müssen, dass ein Bakterium nichts produzieren kann, was größer als es selbst ist. Schon gar nicht hätten drei Richter den obigen Unfug schreiben dürfen. Dieser bedeutet im übertragenen Sinne, dass ein Gemisch aus Wackersteinen (Afa-Algen) und Staub (Microcystinen) durch ein Sieb geschüttelt werden kann, in dem der Staub liegen bleibt, die Wackersteine aber hindurchfallen. Dass dergleichen Inkompetenz an deutschen Gerichten ein Richteramt ausüben darf, ist einer der vielen Skandale im AFA-Algenzirkus. Dass sich die Richter offenbar aus lauter Faulheit sogar auf die Schriften der die AFA-Algen propagierenden Heilpraktikerin Barbara Simonsohn (siehe Fünf Tibeter) stützten, ist ein Schlag ins Gesicht jedes wissenschaftlichen Sachverstandes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Richter erklärten weiterhin, dass das Herausfiltern der Microcystine durch das Vorlegen von Untersuchungszertifikaten durch Sanacell hinreichend belegt worden sei. Dem ist aber nicht so, denn von der Firma wurden keine ELISA-Untersuchungen, sondern vielmehr der PPIA-Test verwendet wird. Wie oben bereits beschrieben, ist der PPIA-Test weitaus ungenauer und dies vor allem in dem Bereich der Microcystinbelastung, um den es sich hier dreht. Hier wird oftmals deutlich weniger bis gar keine Belastung im PPIA angezeigt, während der ELISA noch verlässlich die Giftkonzentrationen anzeigt. So ließen sich die drei Berliner Richter exzellent täuschen und die Verbände zahlten für deren Inkompetenz die Zeche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Firma Algavital versucht eine andere Taktik, um unliebige Kritik wegzubügeln. Analog wie Sanacell versucht sie haltlose Abmahnungen zu versenden. Hinterlegt man aber eine fundierte Schutzschrift, so schrecken beide vor Klagen offenbar aus Angst vor einer Blamage zurück. Berichten aber Presseorgane kritisch über die giftbelasteten Algen, versucht primär Algavital durch presserechtliche Tricks, Gegendarstellungen plaziert zu erhalten. Sind diesen korrekt formuliert, müssen jene vom jeweiligen Journal unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abgedruckt werden. So geschah dies der Pharmazeutischen Zeitung, die kritisch über diese Algen berichtet hatte. Bei anderen Blättern hingegen gelang der Widerruf, der spätestens nach 3 Monaten plaziert sein muss, nicht. Grund war hierfür die offensichtlich wahrheitswidrige Forderung der Firma Algavital. Algavital nutzt auch gerne auf ihrer Website die Chance, Kritiker zu verleumden. Abmahnungen, die ihr deshalb ins Hause flattern, befolgt sie allerdings dann auch relativ schnell, zahlt aber die entsprechenden Anwaltsrechnungen nicht und lässt es dann offensichtlich auf langwierige Gerichtsprozesse ankommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vorsicht: Verwechslungsgefahr!==&lt;br /&gt;
Eine sowohl in den USA als auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern vertretene Biotech-Firma mit dem Namen Celltech Group (Hauptsitz in Großbritannien, 208 Bath Road, Slough, Berkshire SL1 3WE) verkauft über ihre deutsche Niederlassung (Celltech GmbH &amp;amp; Co. KG, Im Wirringen 25, 45731 Waltrop) seit Mai 2002 ein Methylphenidatprodukt (Equasym) zur Behandlung von ADS/ADHS. Equasym ist neben Medikinet (Fa. Medice) und Ritalin (Fa. Novartis Pharma) das dritte Methylphenidatprodukt, das in der Bundesrepublik Deutschland auf den Markt gekommen ist (vgl. Gelbe Liste). Celltech Group hat mit einem US-amerikanischen Algenanbieter fast gleichen Namens aber nichts zu tun. In den USA hat die Celltech Group verschiedene Niederlassungen (Celltech R&amp;amp;D Inc. in Wayne und in Bothel, Celltech Manufacturing CA Inc. in Santa Ana, Celltech Pharmaceuticals Inc. in Rochester). Ärzte, die Equasym rezeptieren wollen, jedoch bei dem Namen des Anbieters misstrauisch geworden sind, sollten dies berücksichtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Scientology, Sektengruppen und Pseudowissenschaftler im Spiel==&lt;br /&gt;
Auf der Ebene des Europarates ist es dem US-amerikanischen Top-Scientologen Fred A. Baugham, seines Zeichens pädiatrischer Neurologe, gelungen, die US-Psychosekte ins Spiel zu schleusen. Er selbst propagiert seit Jahren in den USA eine Anti-Ritalin-Kampagne. In Paris konnte er den Europarat (nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Parlament) in einer gut plazierten Marketingkampagne überrollen. Er sorgte mit einigen anderen dafür, dass eine Anhörung im November 2001 zu einer Farce wurde. Nicht nur gab er die üblichen haltlosen Lügen und Unwahrheiten über ADHS und Methylphenidat zum besten, er sorgte durch Lobbyarbeit hinter den Kulissen dafür, dass an die Mitgliedsstaaten des Europarats die schriftliche Aufforderung erging, den Methylphenidatbedarf zu überprüfen und die Verordnung einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA arbeitet Peter Breggin, ein bisher der Scientology nicht direkt zuzurechnender Autor, mit Fred A. Baugham eng zusammen. Durch einschlägige, reisserische Bücher, in der die üblichen verleumderischen Thesen über wirksame Behandlungsmethoden bei ADHS verbreitet werden, trägt Breggin dazu bei, bei den Betroffenen Angst vor z.B. [[Ritalin|Methylphenidat]] zu schüren. In Deutschland hat seine Thesen der Neurobiologie Hüther aufgenommen, der sich auch nicht zu schade ist, auf Podiumsdiskussionen teilzunehmen, die von schweizerischen Firmen, die der Scientology direkt zuzurechnen sind, aufzutreten. Hüthers Hauptthese, Methylphenidat prädisponiere für M. Parkinson, ist nachweislich falsch und wurde in der Fachliteratur ausführlich wiederlegt. Trotzdem tourt er derzeit durch Europa und schafft es offenbar auch mit Unterstützung von Scientologen, sich in öffentlichen dt.-sprachigen Medien mit seinen falschen Behauptungen zu plazieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Szene um [[Franz Konz]] (siehe Ur-Medizin) ist mir von der Partie. Konz präsidiert bekanntlich dem Bund für Gesundheit e.V., der wiederum eine Hauspostille (Natürlich Leben) sowie ein Beratungstelefon betreibt. Konz schrieb über verhaltensauffällige Kinder in einer der letzten Ausgaben und empfahl, solche Kinder in kompetente Psychotherapie zu bringen. Dabei riet er zur Firma [[KVPM]], die jedoch seit Jahren eine bekannte Deckadresse der US-Psychosekte Scientology in Deutschland ist (siehe Die Scientology Organisation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Esoterikmessen wie den Medizinischen Wochen Baden-Baden, auf denen Sanacell Afa-Produkte vorstellt, wird immer gerne mit Publikationen der Heilpraktikerin Barbara Simonsohn geworben. In deren Büchern kann man deren indirekte Finanzierung durch diese Firmen leicht nachvollziehen. Sie schreibt selbst in einem ihrer Bücher, dass sie von Algenanbietern Waren zu Testzwecken im Wert von mehreren tausend Euros erhalten hat. Zusätzlich, und dies ist mit Sicherheit kein Zufall, saß Frau Simonsohn über längere Zeit am Beratungstelefon des [[BFG|Bundes für Gesundheit]]. Ihre 14-tägigen Sprechzeiten konnten in Natürlich Leben nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bereits bei der Ur-Medizin beschrieben, bestehen Verbindungen zwischen Konz und dem wegen Kindsmissbrauchs und Betrugs zu einer 15jährigen Haftstrafe in Paris verurteilten [[Guy-Claude Burger]]. Burgers deutsche Stimme, der [[MLM|Multi-Level-Marketing]] Verkäufer Stephen Janetzko aus Erlangen ist einer der Ansprechpartner, der für das GesundheitsNetzwerk des Pinnow in Erlangen Veranstaltungen organsiert. Dies kann in der Sanacell-Firmenzeitung FORUM (Ausgabe 08/2002) nachgelesen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie man erkennt, gibt es enge Verflechtungen zwischen sektenähnlich operierenden Gruppen, der US-Psychosekte Scientology und den die Algen verkaufenden Firmen in Europa. Es liegt nahe, zu vermuten, dass es sich bei einigen dieser Firmen um abgetauchte bzw. abgetrennte Scientologen-Netzwerke handelt, die zwar scientologische Methoden anwenden, sich aber nicht offen zur Scientology bekennen. Die genannten Netzwerke sind übrigens nur nur die Spitze des Eisberges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Beasley VR, Lovell RA, Holmes KR, Walcott, HE, Schaeffer DJ, Hoffmann WE, Carmichael WW: Microcystin-LR decrease hepatic and renal perfusion and causes circulatory shock, severe hypoglycemia and terminal hyperkalemia in intravasculary dosed swine. J Toxicol Environm Health 61 (Part A): 281-203, 2002&lt;br /&gt;
*Chernoff N, Hunter ES, Hall LL, Rosen MB, Brownie CF, Malarkey D, Marr M, Herkotivs J: Lack of teratogenicity of microcystin-LR in the mouse and toad. J Appl Toxicol 22: 13-17, 2002&lt;br /&gt;
*Gilroy DJ, Kauffman KW, Hall RA, Huang X, Hu FS: Assessing potential health risks from microcystin toxins in blue-green algae dietary supplements. Environment Healtch Perspect 108: 435-439, 2000&lt;br /&gt;
*Jensen GS, Ginsberg DI, Huerta P, Citton M, Drapeau C: Consumption of Aphanizomenon flos-aquae has rapid effects on the circulation and function of immune cells in humans. A novel approach to nutritional mobilization of the immune system. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 50-58, 2000&lt;br /&gt;
*Kushak RI, Drapaeu C, Van Cott, EM, Winter, HH: Favorable effects of blue-green algae Apha-nizomenon flos-aquae on rat plasma lipids. Journal of the American Nutraceutical Association, 2(3), 59-65, 2000&lt;br /&gt;
*Lyra C, Suomalainen S, Gugger M, Vezi C, Sundman P, Paulin L, Sivonen K: Molecular characterization of planktic cyanobacteria of Anabaena, Aphanizomenon, Microcystis and Planktothrix genera. Int J System Evolut Microbiol 51: 513-526, 2001&lt;br /&gt;
*Manoukain R, Citton M, Huerta R, Rhode B, Drapeau C, Jensen GS: Effects of the blue-green algae aphanizomenon flos aqua (L.) Ralphs on human natural killer cells. In: Savage L (Ed.): Phytoceuticals. 1.1. Chap. 3.1., Seite 233-241, 1998&lt;br /&gt;
*NCI Nomination: Blue-Green Algae. Submitted to the NTP. September 2000&lt;br /&gt;
*Ray RA: Microalgae as food and supplement. Crit Rev Food Sci Nutr 30: 555-573, 1991&lt;br /&gt;
*Schaeffer DJ, Maplas PB, Barton LL: Risk assessment of microcystins in dietary Aphanizomenon flos-aquae. Ecotoxicol Envinron Saf 44: 73-80, 1999&lt;br /&gt;
*Shun-Zhang Y: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 675-682, 1995&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität - ein Problem unserer Zeit. Erfahrungsheilkunde, Nr. 8, 516-527, 2000&lt;br /&gt;
*Simonsohn B: Hyperaktivität - warum Ritalin keine Lösung ist. W. Goldmann Verlag, München, 2001&lt;br /&gt;
*Ueno Y, Nagata S, Tsutsumi T, Hasegawa A, Watanabe MF, Park HD, Chan GC, Chen G, Yu SZ: Detection of microcystins, a blue-green algal hepatotoxin, in drinking water sampled in Haimen and Fusui, endemic areas of primary liver cancer in China, by highly sensitive immunoassay. Carcinogenesis 17: 1317-1321, 1996&lt;br /&gt;
*Yu SZ: Primary prevention of hepatocellular carcinoma. J Gastroenterol Hepatol 10: 674-682, 1995&lt;br /&gt;
*Yu SZ, Chen G: Blue-green algae toxins and liver cancer. Chin J Cancer Res 6: 9-17, 1994&lt;br /&gt;
*Zhang Z, Lian M, Liu Y, Wei G, Yu S, Kang S, Zhang Y, Chen C: Teratosis and damage of viscera induced by microcystin in SD rat fetuses. Zhonghua Yi Xue Za Zhi 82: 345-347, 2002&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.uni-konstanz.de/news/mittshow.php?nr=12&amp;amp;jj=2008 Universität Konstanz zu Algenpräparaten&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cd/987&lt;br /&gt;
*http://www.bfr.bund.de/cm/208/afa_algen_und_afa_algenpropdukte.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.dge.de/modules.php?name=News&amp;amp;file=article&amp;amp;sid=321&lt;br /&gt;
*http://ads-adhs.de.vu/algen.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Beutelschneiderei]]&lt;br /&gt;
[[category:Nahrungsergänzungsmittel]]&lt;br /&gt;
[[category:Heilmittel in der Pseudomedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Juliane_Sacher&amp;diff=33130</id>
		<title>Juliane Sacher</title>
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		<updated>2009-11-20T20:08:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Behauptungen zum Impfadjuvans Squalen und Kettenbriefaktion */ Sacher&amp;#039;s -&amp;gt; Sachers&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Juliane_Sacher.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:SacherKremer.jpg|Sacher und H.&amp;amp;nbsp;Kremer|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Juliane Sacher&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geb. 19.&amp;amp;nbsp;Dezember 1945) ist eine deutsche [[Impfgegner|impfgegnerische]] Ärztin und lebt in Frankfurt. Sie ist eine [[HIV/AIDS-Leugnung|AIDS-Kritikerin]],&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://aids-kritik.de/aids/zeitungs-serie/3_cocktails.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; betreibt [[Impfkritik]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.praxis-sacher.de/index.php?id=55&amp;lt;/ref&amp;gt; und bietet in ihrer Praxis unter anderem [[Unkonventionelle Krebstherapien|biologische Krebsbehandlungen]], Krebsbehandlung durch Ernährung und [[Orthomolekulare_Medizin|orthomolekulare Therapien]] an.&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.praxis-sacher.de/index.php?id=8&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.praxis-sacher.de/index.php?id=43&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Ansichten vertritt sie in den [[Esoterik]]postillen [[Raum &amp;amp; Zeit]]&amp;lt;ref&amp;gt;Raum &amp;amp; Zeit Nr. 141, Mai/Juni 2006; Artikel: &amp;quot;AIDS - Chronologie der Irrtümer&amp;quot; [http://anonym.to/?http://www.positiv-hiv-aids.de/julianesacher.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Juliane Sacher: AIDS: Chronologie der Irrtümer. Raum und Zeit, 2006 Heft 142&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Raum &amp;amp; Zeit 150/2007: Mit Hopfen und Kakao gegen Allergien und Krebs [http://anonym.to/?http://www.praxis-sacher.de/uploads/media/Sacher_R_Z_11_12_2007_VIATHEN_BIOMUN.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[CoMed]]&amp;lt;ref&amp;gt;SACHER, Juliane: AIDS-Forschung in der Sackgasse. Hemmt das HIV/AIDS-Dogma heilberufliche Hilfe? in CoMed 11, 1999, S. 80 ff&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ihre Kassenzulassung gab sie inzwischen zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.homoeopathie-akademie.de/Diplomarbeiten/Das%20Phaenomen%20Aids.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beziehungen existieren zu [[Redifferenzierungstherapie nach Kremer|Heinrich Kremer]] und [[Ralf Kollinger]]. Mit [[Hans Tolzin]] trat sie 2007&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impf-report.de/symposium/2007/index.php&amp;lt;/ref&amp;gt; und 2008&amp;lt;ref&amp;gt;Impfsymposium 2008 5. Stuttgarter Impfsymposium; Referenten: Hartmann, Tolzin, Sacher, Kneißl u.a. http://www.impfkritik.de/pressespiegel/2008060402.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; auf einem so genannten &amp;#039;&amp;#039;Impfsymposium&amp;#039;&amp;#039; von [[Impfgegner]]n auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Internet wird Sacher mit der Angabe zitiert, dass Patienten der &amp;quot;[[Schulmedizin]]&amp;quot; ihre Krebs-Diagnose um durchschnittlich 4&amp;amp;nbsp;Jahre überleben würden, während es bei Patienten alternativer Therapeuten oder Therapieverweigerern 12&amp;amp;nbsp;Jahre wären.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.wunschfilme.net/sacher-krebs.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.kollinger-partner.de/html/juliane_sacher_arztin_nhv.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die AIDS-Erkrankung wäre laut Sacher die Folge einer &amp;#039;&amp;#039;intestinalen Dysbiose&amp;#039;&amp;#039; (also einer abnormalen Zusammensetzung der Darmflora)&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://hivskeptic.wordpress.com/2008/02/25/alternative-treatments-for-aids/&amp;lt;/ref&amp;gt; und nicht einer Virusinfektion. Eine Behandlung von AIDS müsse demnach [[Ganzheitlichkeit|&amp;quot;ganzheitlich&amp;quot;]] erfolgen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.praxis-sacher.de/index.php?id=8&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sacher ist zusammen mit [[Torsten Engelbrecht]] und [[Claus Köhnlein]] Autorin eines Buches über [[Unkonventionelle Krebstherapien|alternative Methoden zur Krebsbehandlung]]&amp;lt;ref&amp;gt;Engelbrecht, Torsten / Köhnlein, Claus / Pandit, Inez Maria / Sacher, Juliane: Die Zukunft der Krebsmedizin. Verlag Natura Viva. 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Behauptungen zum Impfadjuvans Squalen und Kettenbriefaktion==&lt;br /&gt;
Die Symptomatik des so genannten Gulf-War-Syndroms (GWS) führt Sacher in einer Spam-Rundmail von November 2009&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.wiwo.de/technik-wissen/krisenkommunikation-per-kettenmail-414122/2/&amp;lt;/ref&amp;gt; (&amp;quot;Geben Sie dieses Email an möglichst viele ihrer Bekannten weiter&amp;quot;) auf [[Squalen]] in Anti-Anthrax-Impfstoffen bei amerikanischen Soldaten zurück. In der E-Mail werden falsche Behauptungen aufgestellt, die bereits vor Jahren widerlegt waren. In ihrer Kettenbrief-E-Mail behauptet Sacher auch unter anderem, dass durch Impfungen gegen das im Herbst 2009 grassierende A/H1N1-Virus (&amp;#039;&amp;#039;Schweinegrippe&amp;#039;&amp;#039;) &amp;quot;8-9&amp;amp;nbsp;Millionen Bundesbürger für die nächsten Jahrzehnte unter chronischer Müdigkeit und Fibromyalgie leiden werden&amp;quot;, und dies auf Grund der Impfung. Die von Sacher initiierte Spam-Emailaktion verursachte laut &amp;quot;Die Welt&amp;quot; Angst unter den Empfängern&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.welt.de/wissenschaft/medizin/article5266465/E-Mail-ueber-angebliche-Impf-Risiken-schuert-Angst.html&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kettenbrief-Aktion war auch eine Meldung in der Rheinischen Post vom 12.&amp;amp;nbsp;November 2009 wert.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/Eine-E-Mail-verunsichert-die-Patienten_aid_782122.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut Rheinischer Post sollen womöglich hunderttausende Kopien der E-Mail verbreitet worden sein und hätten die Leser verunsichert. Das konsultierte Paul-Ehrlich-Institut&amp;amp;nbsp;(PEI) teilte dazu mit, dass die verimpfte Squalen-Dosis nicht höher sei als die durchschnittliche Menge, die täglich mit der Nahrung aufgenommen wird. Susanne Stöcker, Sprecherin des PEI teilte mit, dass in dem Kettenbrief Fakten verschwiegen würden. Als &amp;quot;eine Verunsicherung jenseits von Gut und Böse&amp;quot; bezeichnete die PEI-Sprecherin die Aussagen von Sacher. &amp;quot;Wahnsinn&amp;quot; sei es, wenn Menschen sich durch &amp;quot;die Äußerungen irgendeiner Ärztin&amp;quot; in ihrer Impfentscheidung beeinflussen ließen, obwohl alle europäischen Gesundheitsbehörden zu einer anderen Bewertung gekommen seien. Susanne Stöcker äußerte auch eine Hoffnung: &amp;quot;Dass irgendein Arzt auf die Idee kommt, dagegen standesrechtlich vorzugehen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das pharmakritische arznei-telegramm weist in einer Erklärung darauf hin, dass kein Zusammenhang zwischen Squalen und Golfkriegssyndrom besteht und schreibt: &amp;#039;&amp;#039;Wir sehen keine Belege dafür, dass der in dem Schweinegrippeimpfstoff PANDEMRIX enthaltene Wirkverstärker Squalen das so genannte Golfkriegssyndrom ausgelöst hat&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.arznei-telegramm.de/blitz-pdf/b091113.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Deutsche Ärztezeitung zitiert im November 2009 das PEI in einem Artikel mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Kein &amp;quot;Golfkriegs-Syndrom&amp;quot; durch Impfstoff&amp;#039;&amp;#039;. Zitat: &amp;#039;&amp;#039;Sorgen über den Zusatzstoff Squalen im Impfstoff gegen die Schweinegrippe sind nach Ansicht des Paul-Ehrlich-Instituts&amp;amp;nbsp;(PEI) unbegründet. Es gebe keinen Zusammenhang mit einem unklaren Krankheitsbild amerikanischer Soldaten, das als &amp;quot;Golfkriegs-Syndrom&amp;quot; beschrieben wird, teilte das Institut am Freitag in Langen bei Frankfurt mit&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/schweinegrippe/article/576400/pei-kein-golfkriegs-syndrom-durch-impfstoff.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der Sicherheit von Squalen siehe auch eine [http://www.who.int/vaccine_safety/topics/adjuvants/squalene/Jun_2006/en/index.html Mitteilung der WHO] sowie von [http://www.eurosurveillance.org/images/dynamic/EE/V14N41/art19361.pdf Eurosurveillance].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sacher beruft sich bei ihren Behauptungen offenbar auf eine kleine Studie aus dem Jahre 2000, in welcher die Autoren einen Zusammenhang zwischen den Symptomen bei amerikanischen Kriegsveteranen und der Verabreichung einer angeblich squalenhaltigen Anthrax-Impfung suggerierten.&amp;lt;ref&amp;gt;Asa, P. B., Cao, Y. &amp;amp; Garry, R. F. (2000): Antibodies to squalene in Gulf War Syndrome. In: Experimental and Molecular Pathology. 68, 55-64&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Autoren stellten aber gleichzeitig fest, dass sie keinen Anhalt dafür hätten, dass Squalen in irgendeinem Impfstoff enthalten war, der im Golf-Krieg eingesetzt wurde: &amp;#039;&amp;#039;It is important to note that our laboratory-based investigations do not establish that squalene was added as adjuvant to any vaccine used in military or other personnel who served in the Persian Gulf War era.&amp;#039;&amp;#039; Die Arbeit wurde wegen methodischer Mängel kritisiert. Die Autoren revidierten zwei Jahre später ihre Ergebnisse aus dem Jahr 2000.&amp;lt;ref&amp;gt;Asa PB, Wilson RB, Garry RF. Antibodies to squalene in recipients of anthrax vaccine. Exp Mol Pathol. 2002 Aug;73(1):19-27.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die amerikanische Behörde FDA stellt ebenfalls klar, dass Squalen nicht in den Anthrax-Impfstoffen als Adjuvans eingesetzt wurde und weist als mögliche Ursache für gefundene geringe Spuren auf Squalen im Hautschweiß hin, der über Fingerabdrücke auf Glasgefäße gelangt sein könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.fda.gov/ohrms/DOCKETS/dockets/80n0208/80n-0208-c000037-15-01-vol151.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Später stellte sich heraus, dass Antikörper gegen Squalen auch natürlicherweise in der allgemeinen Bevölkerung vorkommen, unabhängig davon, ob sie mit squalenhaltigen Impfstoffenen geimpft wurden oder nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Giuseppe Del Giudice, Elena Fragapane, Roberto Bugarini, Maninder Hora, Thomas Henriksson, Emanuela Palla, Derek O&amp;#039;Hagan, John Donnelly, Rino Rappuoli, Audino Podda: Vaccines with the MF59 Adjuvant Do Not Stimulate Antibody Responses against Squalene. Clinical and Vaccine Immunology, September 2006, p. 1010-1013, Vol. 13, No. 9 1071-412X/06/$08.00+0 doi:10.1128/CVI.00191-06&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Gary R. Matyas, Mangala Rao a, Phillip R. Pittman, Robert Burge, Iris E. Robbins, Nabila M. Wassef, Brandie Thivierge, Carl R. Alving: Detection of antibodies to squalene*1: III. Naturally occurring antibodies to squalene in humans and mice. Journal of Immunological Methods, Volume 286, Issues 1-2, March 2004, Seiten 47-67&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.anthrax.osd.mil/resource/qna/qaAll.asp?cID=319&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Untersuchung aus dem Jahre 2002 stellte fest, dass in keinem Anthrax-Impfstoff, der bei Soldaten im Golfkrieg eingesetzt wurde, Squalen enthalten war: &amp;#039;&amp;#039;The results of these analyses provide direct evidence for the absence of squalene as an ingredient or a manufacturing contaminant in Anthrax Vaccine Adsorbed.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Spanggord RJ, Wu B, Sun M, Lim P, Ellis WY. Development and application of an analytical method for the determination of squalene in formulations of anthrax vaccine adsorbed. J Pharm Biomed Anal. 2002 Jun 20;29(1-2):183-93&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 2006 fand die gleiche Forschergruppe, nach einer Erhöhung der Empfindlichkeit der eigenen Messmethodik, Spuren von Squalen in einer einzigen Flasche (Bezeichnung FAV008) von 44&amp;amp;nbsp;Flaschen insgesamt aus 38&amp;amp;nbsp;Chargen. Die gemessene Squalen-Konzentration lag dabei jedoch unterhalb der Squalen-Konzentration im menschlichen Serum von 290&amp;amp;nbsp;µg/l. Die Autoren zeigten damit, dass in fast allen Anthrax-Impfstoffen Squalen nicht nachweisbar war.&amp;lt;ref&amp;gt;Spanggord RJ, Sun M, Lim P, Ellis WY. Enhancement of an analytical method for the determination of squalene in anthrax vaccine adsorbed formulations. J Pharm Biomed Anal. 2006 Oct 11;42(4):494-9. Epub 2006 Jun 9&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Mitteilung des PEI vom 12.&amp;amp;nbsp;November 2009 weist ebenso an Hand einer Literaturauswertung einen möglichen Zusammenhang zwischen Squalen und GWS zurück [http://www.pei.de/cln_180/nn_1715010/DE/infos/fachkreise/impf-fach/schweineinfluenza/sicherheit-pand-impfstoff/stellungnahme-sicherheit-squalen.html].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gleiche Argumentationsweise auf Basis falscher Annahmen ist auch vom Paderborner Arzt [[Jürgen Seefeldt]] bekannt, sowie von [[Verschwörungstheorie|Verschwörungstheoretikern]] wie [[Anders Bruun Laursen]], [[Rima Laibow]] und [[Jeff Rense]]. Zu den diskutierten möglichen Ursachen des &amp;quot;Golfkriegssyndroms&amp;quot; siehe eine [http://www.umweltmedizin.de/content/articles/511/537/index.html?catid=537&amp;amp;artid=9949&amp;amp;comp=1&amp;amp;sID=45da833125fe87d1390f7bed9a41bf20 Übersicht der Universität Kiel].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Journalistin der Wirtschaftswoche befragte Sacher zu den Quellen für ihre Kettenbrief-E-Mail. Sacher gab zu, den Inhalt ihrer Spam-Mail weder selbst erarbeitet, recherchiert, noch fachlich fundiert beurteilt zu haben: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Ich habe nicht viel dazu beigetragen, ich gebe die Informationen nur weiter [...] Jeder soll sich eine Meinung bilden können&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. Sacher bezog sich auf eine Webseite des Münchner Internisten und Autors [[Max Daunderer]] (www.toxcenter.de). Daunderer ist bekannter Amalgam-Gegener und inzwischen dogmatischer Impfgegner geworden. So findet man auf seiner Webpage auch die Behauptung, die Spanische Grippe 1918/1919 hätte es nie gegeben, wer starb (immerhin 20&amp;amp;nbsp;Millionen Menschen), sei einzig und allein von den Ärzten durch &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;ihre groben und tödlichen Behandlungen und Medikamente&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; wie die Grippe-Impfung &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;umgebracht worden&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.wiwo.de/technik-wissen/krisenkommunikation-per-kettenmail-414122/2/&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sachers irreführende Aktion fand Beachtung und Unterstützung bei der Kleinpartei &amp;quot;Freie Union&amp;quot; und ihrem stv. Bundesvorsitzenden der Freien Union, Peter Frühwald&amp;lt;ref&amp;gt;Freie Union, Landesverband Sachsen, Pressemitteilung vom 16.11.2009 13:27 Uhr&lt;br /&gt;
 [http://www.presseecho.de/politik/PE12583744458109.htm]&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://anonym.to/?http://www.praxis-sacher.de/index.php?id=25&amp;amp;L=0&lt;br /&gt;
*http://anonym.to/?http://www.praxis-sacher.de/uploads/media/Sacher_R_Z_11_12_2007_VIATHEN_BIOMUN.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.youtube.com/watch?v=MfZ1tEE_Sek&lt;br /&gt;
*http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,661492,00.html&lt;br /&gt;
*http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/aktuell/2084511_Schweinegrippe-Angst-vor-Golf-Krieg-Syndrom-unbegruendet.html&lt;br /&gt;
-----------------&lt;br /&gt;
*http://www.scienceblogs.de/weitergen/2009/11/juliane-sacher-die-impfopfer-vom-golfkrieg-durch-quecksilber-und-squalen.php#comments&lt;br /&gt;
*http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2009/11/squalen-und-das-golfkriegssyndrom.php&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Sacher, Juliane}}&lt;br /&gt;
[[category:Arzt]]&lt;br /&gt;
[[category:HIV/AIDS-Leugnung]]&lt;br /&gt;
[[category:Impfgegner]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Hans-Joachim_Zillmer&amp;diff=33122</id>
		<title>Hans-Joachim Zillmer</title>
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		<updated>2009-11-20T16:56:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: PDF-Quellennachweis korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Zillmer.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hans-Joachim Zillmer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geb. 20.&amp;amp;nbsp;September 1950, Mölln) ist ein deutscher Unternehmer, Bauingenieur und seit 1998 Autor von Sachbüchern, die sich an Laien richten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine literarischen Werke beinhalten Hypothesen über die Erdgeschichte, die Entwicklung der Arten einschließlich des Menschen und seltsam anmutende globale Katastrophen. Diese Hypothesen sind allesamt nicht mit den Erkenntnissen der modernen Geologie, Paläontologie, Biologie, Archäologie und (Paläo)Klimatologie in Einklang zu bringen und werden daher von Experten – soweit sie überhaupt Beachtung finden – als unhaltbar bis absurd eingestuft. Zillmer, der neben seinem Ingenieurstudium über keinerlei wissenschaftliche Ausbildung und Expertise in den benannten Bereichen verfügt, ist dafür bekannt, etabliertes Wissen auf den Gebieten der Geologie, Geophysik, Evolution und Paläontologie zugunsten eigener Theorien (gerne aus dem Bereich des Katastrophismus und der Esoterik) in Frage zu stellen, was dem Absatz seiner Bücher zu Gute kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zillmers Ansichten wurden wissenschaftlich nie rezipiert und sind daher als Privattheorien anzusehen, die zudem mehrfach widerlegt wurden. Zillmer wurde vorgeworfen, nicht quellenkonform zu zitieren, [[pseudowissenschaft]]lich vorzugehen&amp;lt;ref&amp;gt;Rezension Gunnar Ries &amp;#039;&amp;#039;Irrtümer der Erdgeschichte oder nur Irrtümer eines Katastrophisten?&amp;#039;&amp;#039; als Kritik zum Buch &amp;quot;Irrtümer der Erdgeschichte&amp;quot; von Hans-Joachim Zillmer&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.klaus-richter.eu/fileadmin/user_upload/klausrichter/standard/pdf/klausrichtervortraggwup2002.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;, vorhandene Fachliteratur nicht berücksichtigt zu haben, sowie bereits widerlegte und historische ad-acta Konzepte &amp;quot;neu&amp;quot; und effektwirksam zu widerlegen. Werke von Zillmer wurden auch als &amp;quot;pseudowissenschaftliche Machwerke&amp;quot; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.biotech-europe.de/editorials/195.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unglaubwürdigkeit von Zillmers Theorien wird nicht nur durch offensichtliche, fachliche Fehler und augenscheinliche, fachliche Inkompetenz im Fach Geologie in seinen Ausführungen gestützt, sondern auch durch die Verwendung ungesicherter Quellen aus der Sekundär- und Tertiärliteratur, der verzerrten oder falschen Wiedergabe von Quellen, Falschzitaten, Unterschlagung von Quellen sowie geradezu ins Auge springende und einfach widerlegbare Falschdarstellungen, wie am Beispiel des &amp;quot;versteinerten&amp;quot; Beins ersichtlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Methode ist dabei, dass Behauptungen nicht belegt werden, oder bei ungenau kommentierten Darstellungen der Leser zu Spekulationen (als eine Form der Manipulation des Lesers) angeregt wird, wie man am Beispiel der angeblich fossilierten Kulturpflanze ersehen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gästebuch von Hans Joachim Zillmers Internetpräsenz scheinen sich trotzdem ausschließlich begeisterte Personen einzutragen. Liest man aber die Beiträge und deren Bezüge zueinander genauer durch, gelangt man zu der Schlussfolgerung, dass kritische Einträge höchstwahrscheinlich gelöscht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogar der Kreationist [[Siegfried Scherer]] findet Zillmers Beiträge unglaubwürdig.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.wort-und-wissen.de/disk/d86/1/d86-1.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Umstrittene akademische Titel und Auszeichnungen==&lt;br /&gt;
Zillmer erwähnt meherere akademische Titel und Auszeichnungen, für die es entweder keine Belege in entsprechenden Datenbanken oder Bibliotheken gibt, oder die schlichtweg im wissenschaftlichen Bereich als wertlos gelten. Insbesondere gibt es keinen nachprüfbaren Hinweis darauf, dass er überhaupt über einen Doktortitel verfügt. Informationen zu diesem Thema sind von dem Biologen Dr.&amp;amp;nbsp;Andreas Beyer, Professor für Molekulare Biologie an der FH&amp;amp;nbsp;Recklinghausen (auch Mitglied der AG&amp;amp;nbsp;Evolutionsbiologie) zusammen getragen worden:&lt;br /&gt;
* Zillmer gibt an, er sei ehrenamtlicher Dozent einer Giordani-Bruno-Gesellschaft&amp;amp;nbsp;e.V. (nicht zu verwechseln mit der atheistisch-religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung). Betrachtet man die Internetseite der besagten Vereinigung, so findet man Zillmer in einer ganzen Liste von esoterischen Themen wieder: &amp;quot;Die Gilde der kosmischen Former&amp;quot;, Archäologiekritiker, Grenzwissenschaften, Erich&amp;amp;nbsp;v. Däniken, &amp;quot;Urmatrix&amp;quot;, &amp;quot;Elysiumprojekt&amp;quot; – kurz: esoterische Ideengebäude, die mit seriöser Wissenschaft nichts zu tun haben.&lt;br /&gt;
* Zillmer gibt auch an, Mitglied der &amp;quot;New York Academy of Sciences&amp;quot; – einer Akademie, die früher einmal prominente Mitglieder hatte, wie z.B. Albert Einstein. Was Zillmer allerdings verschweigt: Die Mitgliedschaft entsteht heutzutage nicht durch Wahl oder Ernennung, sondern ganz einfach durch Bezahlung einer Jahresgebühr. Eine Auswahl der Mitglieder nach wissenschaftlichen Qualitätskriterien findet nicht statt.&lt;br /&gt;
* Dies gilt auch für seine Mitgliedschaft in der &amp;quot;American Association for the Advancement of Science&amp;quot; (AAAS), einer Gesellschaft, die den wissenschaftlichen Dialog und die wissenschaftliche Kooperation durch regelmäßige Treffen fördern will. Auch hier verschweigt Zillmer, dass (im Gegensatz z.B. zur &amp;quot;National Academy of Sciences&amp;quot;) die AAAS durch Entrichtung einer Mitgliedsgebühr jedermann offen steht, es also keinerlei wissenschaftlicher Leistung bedarf, eine Mitgliedschaft zu erweben.&lt;br /&gt;
* Zillmer gibt an im Jahr 2002 beim &amp;quot;[[International Biographical Centre|International Biographical Centre of Cambridge]]&amp;quot;, England als &amp;quot;International Scientist of the Year&amp;quot; (Internationaler Wissenschaftler des Jahres 2002) nominiert worden zu sein. Recherchiert man &amp;#039;&amp;#039;International Biographical Centre of Cambridge&amp;#039;&amp;#039;, so stellt man sehr schnell fest, dass dies eine englische Firma ist, die akademisch klingende Titel kommerziell verkauft, die jedoch im wissenschaftlichen Bereich wertlos sind und eher den Titelträger unglaubwürdig erscheinen lassen. Die Auswahlkriterien für die entsprechenden Auszeichnungen sind mehr als dubios; käuflich sind unabhängig irgendwelcher Meriten mehr als 60&amp;amp;nbsp;Titel zu haben, zu Preisen zwischen $&amp;amp;nbsp;100 und $&amp;amp;nbsp;1.000.&lt;br /&gt;
* Zillmer verlautbarte, er habe habe im Dezember 2007 zwei Ehrendoktorgrade der &amp;quot;Yorker International University&amp;quot; (New York) erhalten. Schaut man in Listen&amp;lt;ref&amp;gt;Angaben aus anabin = Informationssystem zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse http://87.106.9.54/, gateway to recogntion of academic and professional qualifications http://www.enic-naric.net/ sowie die offizielle Informations- und Suchseite des US-Bildungsministeriums für akkreditierte Bildungseinrichtungen http://ope.ed.gov/accreditation/Search.asp) - auf allen drei Seiten kann man feststellen, dass die &amp;quot;Yorker International University&amp;quot; eine nicht anerkannte Institution ist. Die Positivliste des Staates Oregon (http://www.osac.state.or.us/oda/unaccredited.aspx) und die Division of Personnel / Government &amp;amp; Public Administration US Virgin Islands http://www.dopusvi.org/docs/Listing%20of%20unaccredited%20schools%20and%20diploma%20mills.pdf (eine Personalagentur der Öffentlichen Verwaltung) listet die Yorker International University als nicht anerkannte Einrichtung bzw. als sog. &amp;quot;Diploma Mill&amp;quot; (=&amp;quot;Titelmühle&amp;quot;, bei der man akademische Titel kaufen kann) auf&amp;lt;/ref&amp;gt; akkreditierter Hochschulen nach, so stellt sich heraus, dass es sich bei dieser &amp;quot;Universität&amp;quot; um eine &amp;quot;Diploma Mill&amp;quot;, also eine &amp;quot;[[Titelmühle]]&amp;quot; handelt, bei der man akademische Titel ohne oder mit nicht nennenswerter wissenschaftlicher Leistung gegen Gebühr erwerben kann. Besucht man die Seite dieser &amp;quot;Universität&amp;quot;, so wird man auf der FAQ-Seite&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.nyuniversity.net/ bzw. http://www.nyuniversity.net/index.php?method=section&amp;amp;action=zoom&amp;amp;id=26&amp;lt;/ref&amp;gt; feststellen, dass die Erlangung eines Doktorgrades kaum mehr als eine reine &amp;quot;Verwaltungsangelegenheit&amp;quot; ist, die den zukünftigen &amp;quot;Doktor&amp;quot; $&amp;amp;nbsp;594 plus diverse weitere &amp;quot;Gebühren&amp;quot; kostet, wie es für Titelmühlen typisch ist.&lt;br /&gt;
* Zillmer habe, so die Angaben im Lebenslauf auf seiner Homepage, in Deutschland über eine Promotion den Dr.&amp;amp;nbsp;Ing. erworben. Bemerkenswerterweise sagt er nicht, wann und wo dies gewesen sein soll. Die Deutsche Nationalbibliothek, die sämtliche Promotionen sammelt und archiviert, führt diese Arbeit nicht. Promotionen werden in Deutschland zwischen den großen Uni-Bibliotheken ausgetauscht, aber eine Recherche in vier großen Universitäten (Bibliotheken der Ruhr Uni Bochum, Bergischen Uni Wuppertal, TU&amp;amp;nbsp;Berlin, weltweiter Katalog der Uni Karlsruhe&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html&amp;lt;/ref&amp;gt;) ergab, dass diese Arbeit dort auch nicht bekannt ist. Dies kann eigentlich nur bedeuten, dass Zillmer nicht promoviert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Theorien==&lt;br /&gt;
Zillmer ist Anhänger verschiedener [[Chronologiekritik|chronologiekritischer]] Hypothesen. Er bestreitet die Evolutionstheorie und arbeitet hierbei häufig mit dem (religiösen) [[Kreationismus|Kreationisten]] Carl Baugh zusammen. Er beruft sich auf Funde von angeblichen Menschenspuren bei Glen Rose in den USA. Zillmer ist zwar ein erklärter Gegner der Evolutionstheorie, bemüht aber keinen (auch christlichen) Schöpfergott, sondern vertritt die so genannte [[Prä-Astronautik]], die davon ausgeht, dass das Leben auf der Erde nicht durch Evolution, sondern durch Außerirdische entstanden ist. Somit kann man ihn als ungewöhnlichen (weil nicht religiös motivierten) Vertreter des [[Intelligent Design]] bezeichnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Theorie der Erdgeschichte (&amp;#039;&amp;#039;[[Junge Erde|Junge-Erde]]-Katastrophen-Modell&amp;#039;&amp;#039;) geht davon aus, dass mehrere Naturkatastrophen einen starken Einfluss auf die Erdgeschichte hatten, analoge Überlegungen stellte bereits [[Immanuel Velikovsky]] auf. Zillmers Affinität zu Katastrophentheorien zeigt sich u.a. in seiner Auffassung, dass sich im Lauf der Erdgeschichte mehrere Superfluten ereignet haben sollen, die alle Kontinente betrafen und zu einer maßgeblichen Umgestaltung der Erde führten. Die jüngste dieser Fluten soll durch den von der konventionellen Geologie an der Kreide-Tertiär-Grenze eingeordneten Meteoriteneinschlag ausgelöst worden sein, was eine Verlagerung der Erdachse und den Beginn der &amp;quot;Schneezeit&amp;quot; (so nennt er die Vereisung arktischer und antarktischer Gebiete) zur Folge hatte. Gleichzeitig erhöhte sich auch die Schwerkraft der Erde, was dann zum Aussterben der pleistozänen Megafauna (Mammut, Riesenhirsch, Wollnashorn und Säbelzahntiger, Höhlenlöwe, Höhlenbär als deren Beutegreifer) führte. Insgesamt sollen zu der Zeit 80% aller Tierarten ausgestorben sein. Nach Zillmers Angaben fand der Impakt aber nicht vor 65&amp;amp;nbsp;Millionen Jahren statt, sondern vor nur wenigen Jahrtausenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesem [[Katastrophismus]] will Zillmer bewiesen haben, dass keine Makroevolution stattgefunden hat, sondern lediglich eine Mikroevolution, also eine Feinanpassung bereits vorhandener Tier-„Prototypen“ an die Umwelt, also des vom Kreationismus vertretenen [[Grundtypmodell]] (sein Beispiel: Vorkommen schwarzer Birkenspinner seit Beginn des Industriezeitalters). Die evolutionäre Entstehung des Menschen aus einer anderen Art lehnt Zillmer völlig ab. Ähnlich wie andere Protagonisten bzw. Glaubenssysteme, etwa [[Erich von Däniken]] oder [[Scientology]], wurde die Menschheit durch Außerirdische (sog. &amp;#039;&amp;#039;Annunaki&amp;#039;&amp;#039;) erschaffen, die vor langer Zeit der Erde besucht haben sollen ([[Prä-Astronautik]]). Demnach gibt es für ihn auch keine wissenschaftlich belegbare Menschheitsgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren vertritt er verschiedene Außenseitertheorien zur Menschheitsgeschichte und die Theorie einer expandierenden Erde ([[Expansionshypothese]]), die auch der Elektrotechnikfachmann [[Konstantin Meyl]] vertritt. Er bestreitet den menschengemachten Klimawandel durch CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; (sog. [[Klimalüge]]), die Theorie der Plattentektonik, die Evolutionstheorie und das Eiszeitalter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Angebliche Belege==&lt;br /&gt;
===Kulturpflanzen unter Millionen Jahre alten Fossilien===&lt;br /&gt;
[[image:Zillmerkulturpflanze.jpg|Kulturpflanzen und Fossilien|thumb]]&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für Zillmers &amp;quot;Belege&amp;quot; seiner Theorien ist laut seiner eigenen Homepage [http://www.zillmer.com/index2.htm] ein kurioser, in &amp;#039;&amp;#039;Kontra Evolution&amp;#039;&amp;#039; beschriebener Fund: Eine Kulturpflanze in einer Schicht mit angeblich 100&amp;amp;nbsp;Millionen Jahren alten Fossilien. Der Betrachter des Bildes fragt sich jedoch, an welcher Stelle eine Kulturpflanze zu sehen ist. Anhand welcher Merkmale soll hier auf das Vorhandensein einer Kulturpflanze geschlossen werden? Am wahrscheinlichsten und hypothesensparsamsten ist es, dass hier der Abdruck der Rinde einer [http://www.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d45/45d.htm Lepidodendron-Art (Schuppenbaum)] zu sehen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Menschlicher Fußabdruck in Millionen Jahre alten Gesteinsformationen===&lt;br /&gt;
[[image:Zillmerfuss.jpg|Fußabdrücke von Menschen und Dinosausiern|thumb]]&lt;br /&gt;
Weiterhin erwähnt Zillmer in seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;Darwins Irrtum&amp;#039;&amp;#039; einen [http://www.zillmer.com/galerie.htm menschlichen Fußabdruck] in einer mehrere Millionen Jahre alten Gesteinsformation neben den Fußabdrücken einiger Dinosaurier als Beweis für seine Theorien. Demnach soll der Mensch sogar Zeitgenosse der Dinosaurier gewesen sein. Über den Nachweis der Echtheit dieser Spuren erfährt der Leser indes nichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Das versteinerte Zillmer-Bein===&lt;br /&gt;
[[image:Zillmerbein.jpg|Angebliches versteinertes Bein|thumb]]&lt;br /&gt;
Zu diesem Foto schreibt Zillmer: &amp;#039;&amp;#039;In den 1960er Jahren versteinerte dieses, von Dr.&amp;amp;nbsp;Zillmer 2002 fotografierte Bein. Das Leder des Stiefels ist nicht versteinert.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Zillmer HJ: &amp;quot;Irrtümer der Erdgeschichte&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich handelt es sich um einen mit Zement ausgegossenen Stiefel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kritische Rezensionen und Stimmen==&lt;br /&gt;
*http://amphibol.blogspot.com/search/label/Zillmer&lt;br /&gt;
*http://webspace.webring.com/people/fg/gunnar_ries/contra-zillmer2.html&lt;br /&gt;
*http://webspace.webring.com/people/fg/gunnar_ries/Zillmer.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Joachim_Zillmer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Zillmer, Hans-Joachim}}&lt;br /&gt;
[[category:Autor]]&lt;br /&gt;
[[category:Chronologiekritiker]]&lt;br /&gt;
[[category:Unternehmer]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Esoterik&amp;diff=33121</id>
		<title>Esoterik</title>
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		<updated>2009-11-20T12:13:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Weblinks */ 404-Seiten ersetzt durch archivierte Versionen vom 08.06.2008&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:esoterik1.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Esoterik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; stammt aus dem altgriechischen esoterikós, was &amp;#039;&amp;#039;innerlich&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;nach innen gerichtet&amp;#039;&amp;#039; bedeutet und bezeichnete zunächst geheime Lehren. Der heutige Begriff deckt sich weitgehend mit dem moderneren Begriff &amp;#039;&amp;#039;New Age&amp;#039;&amp;#039; (als &amp;#039;&amp;#039;Neues Zeitalter&amp;#039;&amp;#039;) oder &amp;#039;&amp;#039;neuer Okkultismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Bochinger, Christoph (1994): ‘New Age’ und moderne Religion. Gütersloh.&amp;lt;/ref&amp;gt; und teilweise mit dem Begriff der [[Magie]] oder des [[Okkultismus|Okkulten]]. Der Begriff Esoterik bezeichnete früher Riten und Gebräuche innerhalb geschlossener Kultverbände, die Außenstehenden weitgehend verborgen blieben und vor diesen geheimgehalten wurden. Er steht heute für eine große Zahl recht unterschiedlicher Lehren und Weltanschauungen, denen Annahmen zugrunde liegen, nach denen eine wissenschaftliche, rationale Beschreibung der Welt unmöglich sei. Dem entsprechend haben aber bei aller Verschiedenheit alle esoterischen Lehren eines gemeinsam: Sie sind selbst weder empirisch noch rational überprüf- oder falsifizierbar, werden aber mit Absolutheitsanspruch vertreten. Eine einheitliche und von allen Seiten anerkannte Esoteriklehre gibt es nicht und diese wird in der Szene auch nicht angestrebt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Allgemein==&lt;br /&gt;
Mit den Bezeichnungen wie Esoterik, New Age und Okkultismus werden besondere, nicht-religiöse Erkenntniswege und Handlungsformen zusammengefasst, in denen die Rolle der individuellen, subjektiven, oft außergewöhnlichen Erfahrung betont wird, die sich einer rationalen Mitteilbarkeit und vor allem intersubjektiven Überprüfbarkeit entzieht. Die Esoterik geht von bestimmten spirituellen Eigenschaften des Einzelnen aus, die allerdings von den unterschiedlichen Strömungen und Praktiker ganz unterschiedlich bezeichnet und beschrieben werden, die in den allermeisten Fällen als nicht wissenschaftlich falsifizierbare Äußerungen zu verstehen sind. &lt;br /&gt;
Dennoch wird in Einzelfällen von Vertretern esoterischer Lehren ein Anspruch auf wissenschaftliche Überprüfbarkeit bei einzelnen Fragen erhoben, was zu [[Pseudowissenschaft|pseudowissenschaftlichen]] Argumentationsversuchen ausarten kann. Entsprechende Deutungen und Interpretationen aus religiöser Sicht werden dabei sowohl in Teilen vereinnahmt oder aber abgelehnt oder ignoriert. Verbindend für alle esoterischen Lehren sind Ansprüche auf die Wahrheit zu Schlüsselfragen der Menschheit. Einzelne esoterische Lehren wissen um &amp;#039;&amp;#039;höhere Mächte&amp;#039;&amp;#039;, um die Vergangenheit und Zukunft der Menschheit. Bedeutung haben ebenfalls Versprechungen zu &amp;#039;&amp;#039;Aufstiegen in höhere Sphären&amp;#039;&amp;#039; oder zu &amp;#039;&amp;#039;höheren Erkenntnissen&amp;#039;&amp;#039;, die bestimmten Personenkreisen offenstünden, aber anderen verwehrt blieben.&amp;lt;ref&amp;gt;Heelas, Paul (1996): The New Age Movement. Oxford.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Esoterik bezieht einen Teil ihrer Verführungskraft aus narzisstischen und Allmachtsbedürfnissen: Wer will schon ein Lidschlag der Evolution bzw. ein &amp;quot;Nanopartikel&amp;quot; in einem unbegreiflich unendlichen Universum sein, wenn er beispielsweise seine Geburt/sein Schicksal als mit kosmischer Bedeutung aufgeladenes Einzelereignis interpretieren kann? Lebensängste und Sorgen um eine prinzipiell nicht vorhersagbare Zukunft rufen nach einer höheren Instanz, die sagt wo es langgehen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die menschliche Seele wird häufig als unsterblich bezeichnet, das Schicksal des Einzelnen als vorbestimmt. In esoterischen Praktiken und Lehren konzentriert sich die Sehnsucht vieler Menschen nach etwas Geheimnisvollem, das sich hinter der banalen materiellen Welt verberge und diese &amp;#039;&amp;#039;geistig&amp;#039;&amp;#039; übersteige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiteres Merkmal der esoterischen Lehren ist der völlig unreflektierte Gebrauch von Schlüsselbegriffen und Definitionen, die nicht als Theoriegebäude diskutiert und problematisiert werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zwischenmenschliche Kommunikation oder gar mit &amp;#039;&amp;#039;höheren Wesen&amp;#039;&amp;#039; oder mit Verstorbenen ist für Esoteriker problemlos auch auf Wegen möglich, die zusätzliche Sinneswahrnehmungen zu den fünf Sinnen des Menschen voraussetzen müssten. Prinzipiell hat in der Esoterik keine Naturwissenschaft mehr ihre Gültigkeit, auch Gesetze des logischen und rationalen Denkens nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt fällt eine schwache Institutionalisierung im Esoterikbereich auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Knoblauch, Hubert (1989), Das unsichtbare neue Zeitalter. &amp;quot;New Age&amp;quot;, privatisierte Religion und kultische Milieus, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Esoterik als &amp;#039;&amp;#039;Ersatzreligion&amp;#039;&amp;#039;==&lt;br /&gt;
Esoterische Lehren wurden in der Vergangenheit auch als sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Ersatzreligionen&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Möth Ingo: (1989) New Age und Esoterik - Ersatzreligionen oder Protestbewegung? IWK-Reihe &amp;quot;New Age&amp;quot;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Küenzlen 1987&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;#039;&amp;#039;säkularistische Ersatzreligion&amp;#039;&amp;#039; zu den europäischen Grosskirchen angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Subjektivierung oder &amp;#039;&amp;#039;Psychisierung&amp;#039;&amp;#039; der Natur==&lt;br /&gt;
Die Subjektivierung der Natur beispielsweise als &amp;#039;&amp;#039;Mutter Erde&amp;#039;&amp;#039; oder [[Gaia]] ist ein weiteres Merkmal vieler esoterischer Vorstellungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Oepen I, Federspiel K, Sarma A: (1999) Lexikon der Parawissenschaften: Astrologie, Esoterik, Okkultismus, Paramedizin, Parapsychologie kritisch betrachtet. Seite 88. ISBN-10: 3825842770&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wortschatz - Vokabular der Esoterik==&lt;br /&gt;
Die Esoterik bedient sich eines eigenen Wortschatzes. So finden sich im esoterischen Umfeld Worte und Begriffsfindungen wie &amp;#039;&amp;#039;kosmisches Bewusstsein, Paradigenwechsel, Transformation oder Wassermannzeitalter&amp;#039;&amp;#039;. Den einzelnen Begriffen fehlt jedoch zumeist eine exakte Definition. Teilweise werden Begriff aus der jahrhundertelangen Tradition der Physik als neue Begriffe mit neuer Bedeutung eingeführt. Was bei einer esoterischen Schule als feinstofflich oder [[Bioenergetik|Energie]] gilt, kann in einem anderen Zusammenhang oder einer anderen esoterischen Lehre ganz anders gemeint sein. Die schwammige und ungenaue Bedeutung einzelner esoterischer Begriffe erschwert einerseits das Verständnis für esoterische Zusammenhänge, ermöglicht den Anhängern der Esoterik jedoch, eigene Lehrgebäude fast nach Belieben gegen Kritik oder prinzipiell gegen &amp;#039;&amp;#039;außen&amp;#039;&amp;#039; zu immunisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Esoterik in der Gegenwart==&lt;br /&gt;
Die heutige Ausprägung der Esoterik erreichte Deutschland einmal gegen Ende des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts und vor allem ab den 1970er und erst recht den 1980er Jahren. Die heutige Esoterik hat eine große [[Esoterikmarkt|wirtschaftliche Bedeutung]] erlangt und mit dieser auch Personen erreicht, die ursprünglich nicht die Zielgruppe waren. Im Gegensatz zur vorherigen Situation esoterischer Lehren als &amp;#039;&amp;#039;Geheimlehre&amp;#039;&amp;#039; ist in der Gegenwart jeder ein potentieller Kunde esoterischer Kurse, Seminare oder Produkte. Mit der Aufgabe, eine geheime Lehre zu sein und aufgrund wirtschaftlicher Interessen ist heute keine Elite oder abgeschlossene gesellschaftliche Gruppe mehr das Ziel esoterischer Werbung. Eine große Zahl von esoterischen Beratern, Autoren und Heilern setzt Jahr für Jahr alleine in Deutschland Milliarden Euro um. Millionen von Menschen suchen auf esoterischen Wege eine Lösung bei Alltagsproblemen oder Lebenskrisen, obwohl die Effizienz entsprechender esoterischer Angebote zumeist im besten Falle unbekannt ist. Anbieter esoterischer Angebote wissen oftmals nichts über die Einzelheiten oder die Geschichte ihrer Lehre: sie wird zur Ware wie ein Konsumgut. Entsprechend wechseln daher auch die Vorlieben der Anhänger der Esoterik. Beim Versagen einer Praktik wird diese gegen eine andere ausgetauscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Esoterik bietet eine individuelle Möglichkeit, sich von der Masse der Menschen abzusetzen, sich selbst als Wissenden &amp;#039;&amp;#039;höherer Erkenntnisse&amp;#039;&amp;#039; zu erhöhen, sich aber gleichzeitig der persönlichen Verantwortung zu entledigen. Ihre Anhänger können dazu im Rahmen bestimmter esoteririscher Lehren angehalten werden, alle Ereignisse der Welt, insbesondere soziale Ungerechtigkeiten und Rassismus, als richtig und gegeben hinzunehmen. In diesem Sinne kann der esoterische Irrationalismus durchaus als systemstützend wirken. Der Mensch kann unter dem ungenau definierten Schlagwort einer &amp;#039;&amp;#039;Ganzheitlichkeit&amp;#039;&amp;#039; im esoterischen Sinne seiner individuellen Freiheit beraubt werden. Er kann dazu angehalten, seine Lebenslage als kosmisch vorgeschrieben oder gewollt hinzunehmen (siehe auch [[Karma]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigenständiger Artikel: [[Esoterikmarkt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Esoterik im Nationalsozialismus und [[braune Esoterik]] der Gegenwart==&lt;br /&gt;
Ein besonderes Kapitel ist die Esoterik im Nationalsozialismus, die heutige &amp;#039;&amp;#039;braune Esoterik&amp;#039;&amp;#039;. In der Tat zeigen sich heute Bezüge zwischen Esoterik und der extremen Rechten in Deutschland, aber auch dem Ausland. Nach Ansicht von Barth hat die esoterische Bewegung Positionen, welche bis vor zehn Jahren als rechtsaußen galten, zu breiter Akzeptanz verholfen. Insbesondere in der Verharmlosung der Verbrechen des deutschen Faschismus ist ihr eine Vorreiterrolle zuzurechnen. &amp;lt;ref&amp;gt;Claudia Barth, Über alles in der Welt - Esoterik und Leitkultur - eine Einführung in die Kritik irrationaler Welterklärungen, Alibri-Verlag, 2003, 206 Seiten, ISBN 3-932710-36-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber es gibt auch Überschneidungen von Esoterik und links-alternativem Milieu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aktuelle Beispiele esoterischer Lehren und Weltanschauungen==&lt;br /&gt;
Als Beispiel für eine typische esoterische Lehre kann die der [[Astrologie]], der [[Theosophie]], die [[Neopaganismus|neopagane]] Bedeutung des [[Schamanismus]] und der [[Anthroposophie]] von [[Rudolf Steiner]] angesehen werden. Weitere Beispiele für  esoterische Lehren sind die des Breatharianismus ([[Lichtfasten]]) und die [[indigene Spiritualität in Europa|indigene Spiritualität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Esoterik im Gesundheitsbereich / Esoterische Medizin==&lt;br /&gt;
Im alternativmedizinischen Angebot findet sich ein esoterischer oder esoterisch beeinflusster Bereich, ein Exponent in diesem Bereich ist [[Rüdiger Dahlke]] der selbst von &amp;#039;&amp;#039;esoterischer Medizin&amp;#039;&amp;#039; spricht die er ausübe.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.metamedizin.info/imma/artikel_ruedigerdahlke_krankheitalssprachederseele.shtml&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei der Mehrheit aller alternativmedizinischen Praktiken lassen sich esoterische Grundannahmen finden. Sie scheinen bei fehlenden Wirksamkeitsnachweisen unentbehrlich zu sein, um das entsprechende Angebot attraktiv zu gestalten, gegen herkömmliche Therapieangebote abzugrenzen und in Schutz zu nehmen. Die ungenau und unterschiedlich definierten Begriffe der heutigen Esoterik lassen sachliche Kritik an entsprechenden Heilverfahren scheinbar ins Leere laufen. In diesem Bereich werden oft nicht nur nicht einhaltbare Heilversprechen gemacht, entsprechende Heilverfahren bedeuten auch eine Gefahr für potentielle Klienten/Patienten: das zum Überleben notwendige rationale logische Denken droht nebensächlich zu werden, nicht in Anspruch genommene kompetente Hilfe durch Experten kann versäumt oder nicht erkannt werden. Verbreitet ist in diesem Bereich auch eine Wissenschaftsfeindlichkeit. Vorurteile oder Vorbehalte werden durch die entsprechende esoterische Literatur in Buchform oder Zeitschriften (neuerdings auch über bestimmte TV-Kanäle) gefördert. Ein typisches Beispiel ist der esoterisch beeinflusste Bereich der [[Impfkritik]], die beispielsweise unter Anthroposophen verbreitet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Hans-Michael Baumgartner (Hrsg.): Verführung statt Erleuchtung. Sekten, Scientology, Esoterik. Düsseldorf: Patmos 1993 (aus katholischer Sicht).&lt;br /&gt;
*G. Kern, L. Traynor (Hrsg.): Die esoterische Verführung. Angriffe auf Vernunft und Freiheit. Aschaffenburg: Internat. Bücherdienst der Konfessionslosen (IBDK) 1995&lt;br /&gt;
*Hugo Stamm: &amp;#039;&amp;#039;Achtung Esoterik - Zwischen Spiritualität und Verführung&amp;#039;&amp;#039;, Pendo-Verlag Zürich und München, 2000 ISBN 3-85842-388-2 &lt;br /&gt;
*Der Spiegel 3/1998, 166-175: Reiseziel Sirius&lt;br /&gt;
*Claudia Barth, Über alles in der Welt - Esoterik und Leitkultur - eine Einführung in die Kritik irrationaler Welterklärungen, Alibri-Verlag, 2003, 206 Seiten, ISBN 3-932710-36-3&lt;br /&gt;
*Friedrich Balke: Mystische Subjektivierung oder: Die Kunst der Erhebung über das Wissen. - In: Erfahrung und System. Mystik und Esoterik in der Literatur der Moderne. Bettina Gruber. Opladen: Westdeutscher Verlag 1997 S. S. 27-48.&lt;br /&gt;
*Kocku von Stuckrad: Was ist Esoterik? Kleine Geschichte des geheimen Wissens, München 2004&lt;br /&gt;
*Antoine Faivre: Esoterik im Überblick (zuerst frz. 1992), Freiburg / Basel / Wien 2001&lt;br /&gt;
*Wouter J. Hanegraaff: Dictionary of Gnosis &amp;amp; Western Esotericism, Bd. 1, Leiden / Boston 2005&lt;br /&gt;
*Antoine Faivre / Wouter J. Hanegraaff (Hg.): Western Esotericism and the Science of Religion, Leuven 1998&lt;br /&gt;
*Wolf Schneider: &amp;quot;Kleines Lexikon esoterischer Irrtümer. Von Astrologie bis Zen.&amp;quot; Gütersloher Verlagshaus [http://www.wolf-schneider.info]&lt;br /&gt;
*Platta H: &amp;#039;&amp;#039;Das Böse - zu rechtsextremistischen Denkstrukturen in der zeitgenössischen Esoterikbewegung&amp;#039;&amp;#039;, [http://www.psychologie-heute.de Psychologie Heute], Juli 1997. Download: [http://www.psiram.com/media/Esoterik-Psychologie-Heute-07-97.pdf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.agpf.de/Zahlen.htm&lt;br /&gt;
*http://www.trend.infopartisan.net/trd0401/t070401.html&lt;br /&gt;
*http://www.netzwerk-regenbogen.de/esowoelf021231.html&lt;br /&gt;
*http://web.archive.org/web/20080608011652/http://www.infosekta.ch/is5/themen/esoterik_flam1999.html&lt;br /&gt;
*http://web.archive.org/web/20080608204325/http://www.infosekta.ch/is5/themen/li_esoterik.html&lt;br /&gt;
*http://www.uni-konstanz.de/ag-moral/kurse/conference-texts/Raetz-2009_Was%20ist%20Esoterik_abstract.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweis==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Esoterik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Jan_Udo_Holey&amp;diff=33106</id>
		<title>Jan Udo Holey</title>
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		<updated>2009-11-19T10:56:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Weblinks */ 404-Seite ersetzt durch archivierte Version vom 16.06.2008&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:janUdoHoley.jpg|thumb]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jan Udo Holey&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geb.&amp;amp;nbsp;22.&amp;amp;nbsp;März 1967, Dinkelsbühl) ist ein deutscher Autor, Buchverleger ([[Amadeus-Verlag]]) und [[Verschwörungstheorie|Verschwörungstheoretiker]]. Holey ist einer der Exponenten der [[braune Esoterik|braunen Esoterik]]-Szene in Deutschland. Als Autor veröffentlicht er auch unter dem Pseudonym &amp;#039;&amp;#039;Jan van Helsing&amp;#039;&amp;#039;. Mit [[Jo Conrad]] (inzwischen dort wegen seiner Aktivitäten zum [[Fürstentum Germania]] unerwünscht) betreibt Holey das Projekt [[Secret-TV]]. Die Domain secret.tv ist auf Jan Udo Holey angemeldet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holey ist für seine antisemitischen und rechtsextremen Aussagen bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Holeys Büchern handelt es sich überwiegend um Zusammenstellungen aus bestehenden Veröffentlichungen, die er entweder umformuliert oder ungekennzeichnet in seine &amp;quot;Werke&amp;quot; übernimmt. Dabei zeigt er eine Vorliebe für Verschwörungstheoretiker.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holeys zwei Bücher &amp;#039;&amp;#039;Geheimgesellschaften&amp;#039;&amp;#039; mussten in Deutschland nach einem Beschlagnahmebeschluss des Amtsgerichts Mannheim wegen Volksverhetzung vom Markt genommen werden. Ohne den Grund für die Beschlagnahmnung der &amp;#039;&amp;#039;Geheimgesellschaften&amp;#039;&amp;#039;-Bücher zu nennen, benutzt der Amadeus Verlag von Holey die erfolgte Indizierung zur Werbung für ein späteres Buch Holeys.&amp;amp;nbsp;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Wie Sie wissen, wurden zwei Bücher von Jan van Helsing auf Grund ihres brisanten Inhalts verboten. Und die etablierten Medien lassen auch kaum einen Tag verstreichen, ohne die Bevölkerung vor den Ideen des &amp;quot;gefährlichsten Sachbuchautoren Deutschlands&amp;quot; zu warnen.&amp;#039;&amp;#039; Rückentext zu &amp;#039;&amp;#039;Hände weg von diesem Buch.&amp;#039;&amp;#039; Ama Deus Verlag, Fichtenau 2004, ISBN 3-980-71068-8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Des Weiteren wird Holey ihm die Leugnung des Holocaust vorgeworfen. Die Werke erschienen im [[Ewertverlag]], [[Michaels Verlag]] und im eigenen Amadeus-Verlag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Holey zitiert auch den rechtsextremen Okkultautor [[Dieter Rüggeberg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Biographie==&lt;br /&gt;
Holey wuchs in einem esoterisch geprägten familiären Umfeld auf. So soll seine Mutter [[Hellsehen|Seherin]] sein. Sein Vater [[Johannes Holey]] ist esoterischer Autor und Unternehmer, der auf La Palma (Kanaren) wohnt.&lt;br /&gt;
Jan Udo Holey soll in der Schule versagt haben und wurde Raumausstatter. In seiner Jugend soll er ein &amp;#039;&amp;#039;Punk&amp;#039;&amp;#039; gewesen sein, bevor er sich von der rechten Szene angezogen fühlte. Holey zu Folge, unternahm er während dieser Zeit mehrere &amp;#039;&amp;#039;Astralreisen&amp;#039;&amp;#039;, die durch Drogenkonsum und Nahtod-Erfahrungen ausgelöst wurden.&amp;amp;nbsp;&amp;lt;ref&amp;gt;Heller, Paul Friedrich/Maegerle, Anton: Die Sprache des Hasses. Rechtsextremismus und völkische Esoterik, Stuttgart 2001, 127.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später soll Holey, nach eigenen Aussagen, [[Heilpraktiker]] geworden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*[http://db.swr.de/upload/manuskriptdienst/wissen/wi0920032179.rtf Manuskript zu SWR-Sendung über Verschwörungstheorien] am 31.&amp;amp;nbsp;Oktober 2003&lt;br /&gt;
*[http://web.archive.org/web/20080616125632/http://www.infosekta.ch/is5/themen/esoterik_petri1999.html Infosekta Van Helsing]&lt;br /&gt;
*[http://www.h-ref.de/literatur/h/helsing-jan-van/geheimgesellschaften-1.php Literatur der Auschwitzleugner: Jan van Helsing 1]&lt;br /&gt;
*[http://www.h-ref.de/literatur/h/helsing-jan-van/geheimgesellschaften-2.php Literatur der Auschwitzleugner: Jan van Helsing 2]&lt;br /&gt;
*[http://www.verfassungsschutz.de/download/SHOW/broschuere_0511_2_antisemitismus.pdf Bundesamt für Verfassungsschutz über Holey]&lt;br /&gt;
*http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=9133761&amp;amp;top=SPIEGEL&lt;br /&gt;
*[http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr284s.htm Verschwörungstheorien der rechten Szene]&lt;br /&gt;
*[http://www.verfassungsschutz.thueringen.de/infomaterial/symposien/2002/Meining.pdf Stefan Meining: &amp;#039;&amp;#039;Rechte Esoterik in Deutschland. Ideenkonsrukte, Schnittstelle und Gefahrenpotentiale&amp;#039;&amp;#039;] - ausführliche Analyse von Holeys Gedankenwelt (PDF)&lt;br /&gt;
*[http://www.gandhi-auftrag.de/helsinginterview.htm Interview mit Holey]&lt;br /&gt;
*[http://jan-van-helsing.com Jan-van-Helsing] Kommerzielle Website von Jan van Helsing&lt;br /&gt;
*[http://verschwoerungen.info/wiki/Jan_van_Helsing Jan van Helsing] in der freien Verschwörungsenzyklopädie&lt;br /&gt;
*http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/877/27850/&lt;br /&gt;
*http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/107/163649/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Holey, Jan Udo}}&lt;br /&gt;
[[category:Autor]]&lt;br /&gt;
[[category:Brauner Esoteriker]]&lt;br /&gt;
[[category:Verleger]]&lt;br /&gt;
[[category:Verschwörungstheoretiker]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Thorwald_Dethlefsen&amp;diff=33100</id>
		<title>Thorwald Dethlefsen</title>
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		<updated>2009-11-19T09:34:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Weblinks */ 404-Seite ersetzt durch archivierte Version vom 08.06.2008&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:Thorwald_Dethlefsen.jpg|thumb]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Thorwald Dethlefsen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geb. 11. Dezember 1946, Herrsching) ist ein deutscher [[Esoterik]]er und Religionsstifter, ehemaliger Reinkarnationstherapeut und Buchautor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dethlefsen studierte Psychologie und entwickelte in einem &amp;#039;&amp;#039;Institut für außerordentliche Psychologie&amp;#039;&amp;#039; in München eine eigene Variante der [[Reinkarnationstherapie]]. Zahlreiche andere Reinkarnationstherapeuten wie [[Rüdiger Dahlke]] wurden von Dethlefsen ausgebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1993 gründete Dethlefsen einen Kawwana-Konvent und 1996 ließ er beim Amtsgericht München den Namen [[Kawwana - Kirche des Neuen Aeon]] für eine eigene Sekte eintragen. Die Reinkarnationstherapie gab er auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Zitate==&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Bekommt ein Patient eine Gabe Sulphur D200, so scheidet sein Körper plötzlich ungefähr sechshundertmal soviel Schwefel aus, als dies normal üblich ist - bis zu 5,76 Gramm täglich.&amp;#039;&amp;#039; (aus: Schicksal als Chance S.165)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Werke von Dethlefsen==&lt;br /&gt;
*Schicksal als Chance, 1979&lt;br /&gt;
*Dethlefsen - Dahlke, Krankheit als Weg, 1983&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://web.archive.org/web/20080608151502/http://www.infosekta.ch/is5/gruppen/dahlke_flam2001.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Dethlefsen, Thorwald}}&lt;br /&gt;
[[category:Autor]]&lt;br /&gt;
[[category:Esoteriker]]&lt;br /&gt;
[[category:Pseudomediziner]]&lt;br /&gt;
[[category:Überarbeiten]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Positiv_Denken&amp;diff=33098</id>
		<title>Positiv Denken</title>
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		<updated>2009-11-19T09:33:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Weblinks */ 404-Seite ersetzt durch archivierte Version vom 12.07.2008&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:thesecret2.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Die unter dem Schlagwort &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;positives Denken&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bekannt gewordene Selbsteinschätzungsphilosophie beruht auf Publikationen des amerikanischen Predigers Joseph Murphy (1898 - 1981) und auf Schriften von Norman Vincent Peale (1898 - 1993) sowie des Bestseller-Autors Dale Carnegie (1888 - 1955). In Deutschland ist Erhard Freitag (geb. 1940) einer der bekanntesten Vertreter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Methode beruht darauf, sich spezielle, suggestive Formulierungen (sog. &amp;quot;Affirmationen&amp;quot;) aus dem [[NLP|NLP-Bereich]] für jede erdenkliche Störung auf psychologischem oder körperlichem Gebiet auszudenken. So soll man z.B. mit der Formulierung &amp;quot;Ich fühle mich gesund&amp;quot; Krebs und AIDS heilen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Positives Denken ist jedoch eine zur Selbsttäuschung geeignete, rudimentäre Psychotechnik, die in der Regel die bestehenden Probleme nur ausblendet oder zu verdrängen hilft, ohne sie zu lösen. Dadurch kommt es häufig zu einer Problemverschärfung. Die Aufforderung positiv zu denken, kann schädliche Folgen haben: Gerade Menschen mit einem wenig ausgeprägten Selbstbewusstsein, denen die Technik eigentlich helfen soll, profitieren nicht davon. Sie fühlen sich im Gegenteil sogar schlechter als ohne die Selbstsuggestion.&amp;lt;ref&amp;gt;Joanne V. Wood, W.Q. Elaine Perunovic, and John W. Lee. Positive Self-Statements: Power for Some, Peril for Others. Psychological Science 21.5.2009 PMID: 19493324&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Positives Denken nach Joseph Murphy==&lt;br /&gt;
[[image:Josephmurphy.jpg|Joseph Murphy|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Positiv Denken nach Murphy&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Esoterik|esoterische]] Autosuggestionstechnik nach dem US-amerikanischen Autor Joseph Murphy, die davon ausgeht, dass jeder Einzelne sein Schicksal durch positives Denken nach dem Motto &amp;#039;&amp;#039;Was immer Sie denken, vermehren Sie&amp;#039;&amp;#039; positiv beeinflussen könne. So genannte &amp;#039;&amp;#039;negative Gedanken&amp;#039;&amp;#039; würden demnach Arbeitslosigkeit, schwere Erkrankungen, Partnerschaftsprobleme und letztendlich den Tod zur Folge haben. Krankheit ist nach Murphys Überzeugung „nichts anderes als Folge von Irrglauben, grundlosen Befürchtungen sowie negativen Gedanken und Vorstellungen.“&amp;lt;ref&amp;gt;L. Gassmann: Was ist positives Denken, 1998&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch so genannte &amp;#039;&amp;#039;wissenschaftliche Gebete&amp;#039;&amp;#039;, Affirmationen und Autosuggestionen könne man Einfluss auf sein Unterbewusstsein nehmen, um das eigene Schicksal in eine positive Richtung zu lenken. Viele Thesen von Murphy sind von dem französischen Apotheker Emile Coué übernommen, die selbst wieder in populärwissenschaftlichen Theorien des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts verwurzelt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erkrankte oder verarmte Menschen wären nach der Murphy-Lehre mit schuldig an ihrem Schicksal. Anwendungen von derartigen Autosuggestionslehren können daher Auslöser für psychische Folgeerkrankungen und Schuldgefühle sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Positiv Denken und Krebs==&lt;br /&gt;
Einige Konzepte des Positiv Denkens beinhalten den Glauben an einen ursächlichen Zusammenhang zwischen einer postulierten [[Krebspersönlichkeit]] und Krebs, der jedoch bislang nicht nachgewiesen werden konnte. Positiv Denken - Lehren sind häufig auch mit Schuldzuweisungen in Richtung Patient verbunden. Der starke Glaube an einen Einfluss der Psyche auf Krebs kann dazu führen, dass Betroffene zwanghaft versuchen, negative Gefühle aller Art auszublenden, um einen künstlichen Zustand des dauerhaften positiv Denkens anzustreben. Die Psychoonkologin Susanne Singer von der Universität Leipzig berichtete beispielsweise von einer jungen Brustkrebspatientin, die nicht weinen wollte, weil die Tränen angeblich Nahrung für die Krebszellen seien, wie man ihr einredete. Als Tyrannei des Positiven Denkens hat die amerikanische Begründerin der Psychoonkologie Jimmie Holland dieses Phänomen scharf kritisiert. Denn das zwanghafte Unterdrücken negativer Gefühle kann zur seelischen Dauerbelastung werden und die Lebensqualität beeinträchtigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe auch: [[The Secret]], [[Das Forum]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Scheich G: Positiv Denken macht krank. Eichborn-Verlag, ISBN 382183904X&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://web.archive.org/web/20080712040010/http://www.infosekta.ch/is5/themen/positiv_scheich1999.html&lt;br /&gt;
*http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,634510,00.html&lt;br /&gt;
*http://www.ariplex.com/ama/ama_ml17.htm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Paralex}}&lt;br /&gt;
[[category:Psychomarkt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Anthroposophie&amp;diff=33095</id>
		<title>Anthroposophie</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Anthroposophie&amp;diff=33095"/>
		<updated>2009-11-19T09:31:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Weblinks */ 404-Seite ersetzt durch archivierte Version vom 16.06.2008&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Eurythmie.jpg|Eurythmie in der Anthroposophie|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:goetheanum.jpg|Das Goetheanum in Dornach|left|thumb]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Anthroposophie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von griechisch &amp;#039;&amp;#039;Weisheit vom Menschen&amp;#039;&amp;#039;) ist eine [[Theosophie|theosophisch]] inspirierte [[Gnostik|neugnostisch]]-[[Esoterik|esoterische]] Weltanschauung europäischer Prägung, die von dem Österreicher [[Rudolf Steiner]] begründet wurde und untrennbar mit seiner Person und Funktion als selbsternanntem &amp;#039;&amp;#039;Menschheitsführer&amp;#039;&amp;#039; verbunden ist. In ihr finden sich auch christliche Einflüsse (wiederzufinden in der Steiner&amp;#039;schen Christologie und der Christengemeinschaft) sowie Elemente aus dem [[Rosenkreuzer]]tum. Die Anthroposophie wird von ihren Anhängern als &amp;quot;Geisteswissenschaft&amp;quot; bezeichnet, im Gegensatz zu den wissenschaftlichen Geisteswissenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Steiner benutzte den Begriff Anthroposophie erstmals 1902 während seiner Tätigkeit für die Theosophische Gesellschaft (1902–1913). Der Begriff der Anthroposophie war jedoch bereits im  16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert im Gebrauch&amp;lt;ref&amp;gt;Anonymes Buch &amp;#039;&amp;#039;Arbatel de magia veterum, summum sapientiae studium&amp;#039;&amp;#039; (1575) wahrscheinlich von Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim&amp;lt;/ref&amp;gt; als &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaft des Guten&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heutige Belange der Anthroposophie werden von der Anthrosophischen Gesellschaft gesteuert. Bei dieser handelt es sich um eine der bedeutendsten und bestetabliertesten Esoterikgruppierung des deutschsprachigen Raumes. Sie verfügt über weitverzweigte Wirtschaftsbetriebe (Wala, [[Weleda]], [[Demeter|Demeter]]), über eigene Banken, Finanzgesellschaften, Film- und Fernsehproduktionsstätten, Krankenhäuser, Studienzentren und private Hochschulen. Hinzu kommen mehrere Buch- und Zeitschriftenverlage. Finanzkräftige Unterstützung erhält die Anthroposophische Gesellschaft aus der Wirtschaft, aus staatlichen Subventionen, sowie über Spenden und Schenkungen. Ihre Mitgliederzahl dürfte im deutschsprachigen Raum bei knapp 30.000&amp;amp;nbsp;Mitgliedern liegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anthroposophie als esoterische Lehre==&lt;br /&gt;
Der Bezug zur Esoterik wird aus der Tatsache ersichtlich, dass Steiner im Zusammenhang mit der Anthroposophie von der &amp;quot;Geheimwissenschaft&amp;quot; und ihrem spezifischen &amp;quot;Schulungsweg&amp;quot;, der schrittweisen &amp;quot;Einweihung&amp;quot; sprach. Mit Hilfe der Anthroposophie soll Eingeweihten ein Zugang zu &amp;#039;&amp;#039;höherer Erkenntnis&amp;#039;&amp;#039; einer übersinnlichen Weltanschauung möglich sein. Voraussetzung dafür ist ein spezieller Schulungsweg zu den Offenbarungen Steiners.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Anthroposophisches Credo==&lt;br /&gt;
Nach Steiners &amp;quot;Erkenntnis&amp;quot; besitze der Mensch nicht nur den physischen Leib, sondern verfüge über drei weitere (aurische) Leiber, die wie russische Puppen oder Zwiebelschalen hierarchisch ineinander verschachtelt sind. In jeweils siebenjährigen Abständen sollen zusätzlich &amp;#039;&amp;#039;höhere&amp;#039;&amp;#039; Leiber erreicht werden. Der &amp;quot;Ätherleib&amp;quot; ergäbe sich im Alter von sieben Jahren und repräsentiere das Pflanzenreich und damit die Lebens- und Wachstumskräfte des Organismus. Der im Alter von vierzehn Jahren sich gebärende &amp;quot;Astralleib&amp;quot; repräsentiere das Tierreich und damit die Instinktkräfte. Der mit einundzwanzig Jahren hinzukommende &amp;quot;Ich-Leib&amp;quot; umfasse, als geistiger Wesenskern des Menschen, die drei anderen Leiber und trage, von Wiedergeburt zu Wiedergeburt, zu dessen Höherentwicklung bei. O-Ton Steiner: &amp;#039;&amp;#039;Dieser &amp;#039;Ich-Leib&amp;#039; ist der Träger der höheren Menschenseele. Durch ihn ist der Mensch die Krone der Erdenschöpfung. Das &amp;#039;Ich&amp;#039; ist aber in den gegenwärtigen Menschen keineswegs eine einfache Wesenheit. Man kann seine Natur erkennen, wenn man die Menschen verschiedener Entwicklungsstufen miteinander vergleicht. Man blicke auf den ungebildeten Wilden und den europäischen Durchschnittsmenschen [...]. Sie alle haben die Fähigkeit, zu sich &amp;#039;Ich&amp;#039; zu sagen; der &amp;#039;Ich-Leib&amp;#039; ist bei allen vorhanden. Der ungebildete Wilde folgt aber seinen Leidenschaften, Trieben und Begierden mit diesem &amp;#039;Ich&amp;#039; fast wie ein Tier. Der höher Entwickelte sagt sich gegenüber gewissen Neigungen und Lüsten: diesen darfst du folgen, andere zügelt er und unterdrückt sie [...]&amp;#039;&amp;#039;. Auch nach der Geburt des &amp;quot;Ich-Leibes&amp;quot; setze sich laut anthroposophischem Credo die menschliche Entwicklung in &amp;quot;Lebensjahrsiebten&amp;quot; fort. Eine Störung in der ausgewogenen Balance der einzelnen Leiber beziehungsweise Seelen - besonders vor dem Eintritt in ein neues &amp;quot;Jahrsiebt&amp;quot; komme es regelmäßig zu einschneidenden Krisen - bedeute Krankheit im anthroposophischen Sinne, die mit der eigenen [[Anthroposophische Medizin|anthroposophischen Medizin]] angegangen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Anthroposophen ist der [[Reinkarnation]]sgedanke also geistige Realität. In Steiners &amp;quot;geistiger Welt&amp;quot; absolvieren die Menschen &amp;quot;wiederholte Erdenleben&amp;quot;. In jedem dieser Leben muss als [[Karma]] eine Rechnung aus dem jeweils vorausgegangenen Dasein beglichen werden und können andererseits Pluspunkte für die nächste Erdenpräsenz gesammelt werden. Pluspunkte sammelt der Anthroposoph, indem er sein Leben, Denken, Handeln und Fühlen von der anthroposophischen &amp;quot;Weisheit&amp;quot; leiten lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Engel und Erzengel gegen Luzifer und Ahriman==&lt;br /&gt;
[[image:ahriman.jpg|Ahriman|thumb]]&lt;br /&gt;
Engel und Erzengel spielen genauso eine zentrale Rolle im anthroposophischen Selbstverständnis wie ihre Gegenspieler Luzifer und Ahriman. Steiners Schriften sind durchzogen von Angeloi, Archangeloi, Exusai, Kyriotetes, Seraphimen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luzifer bezeichnet im Lateinischen den Planeten Venus als Morgenstern und wird auch als &amp;quot;Lichtbringer&amp;quot; übersetzt. Die Gleichsetzung mit dem Satan beruht auf einer Missinterpretation des hebräischen Urtextes der Bibel und seiner Falschübersetzung. Sie bezieht sich auf das Bibelzitat Jes&amp;amp;nbsp;14,12-14&amp;amp;nbsp;EU. Jedoch hat die dort erscheinende Allegorie eines untergehenden Morgensterns (Venus), nichts mit dem christlichen gefallenen Engel Luzifer zu tun, sondern bezieht sich auf den Untergang des babylonischen Reiches und seines Königs Nebukadnezar, der mit dem Morgenstern verglichen wird, der von der Sonne, die Israel darstellt, überstrahlt wird. Auf diese Untergangsgeschichte bezieht sich die Vorstellung, Luzifer sei der gefallene Engel Satan, der aus dem Himmel verbannt worden sei. In der Anthroposophie wird Luzifer &amp;#039;&amp;#039;geistige Wesenheit&amp;#039;&amp;#039; beschrieben, die polar zur Wesenheit Ahriman steht. Luzifer wird charakterisiert mit &amp;#039;&amp;#039;Kräften des Bewegten und Auflösenden&amp;#039;&amp;#039;, Ahriman mit &amp;#039;&amp;#039;Kräften des Strukturierenden und Verhärtenden&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ahriman ist in der Anthroposophie eine &amp;#039;&amp;#039;Geistige Wesenheit&amp;#039;&amp;#039; der Finsternis und der &amp;#039;&amp;#039;Widermächte&amp;#039;&amp;#039;, die das schädliche Prinzip des materialistisch-technischen Verstandes und der &amp;#039;&amp;#039;kalten Intelligenz&amp;#039;&amp;#039; darstellen soll.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einflüsse==&lt;br /&gt;
Die Anthroposophie beeinflusste die [[Waldorfpädagogik]], die [[anthroposophische Medizin]], die anthroposophische Architektur, die religiöse [[Christengemeinschaft]], die [[biologisch-dynamische Landwirtschaft]], die [[Anthroposophische Ernährungslehre]] und die [[Bildschaffende Methoden der Anthroposophie|Bildschaffenden Verfahren]] als eine anthroposophisch-proprietäre Anwendung dessen, was im anthroposophischen Umfeld als wissenschaftlich angesehen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Michael Grandt: Schwarzbuch Waldorf, Gütersloher Verlagshaus, September 2008. ISBN-10: 3579069950 ISBN-13: 978-3579069951. Inzwischen beklagt, siehe: [http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/447584]&lt;br /&gt;
*Helmut Zander: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Anthroposophie in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
*Guido und Michael Grandt: Waldorf Connection. Rudolf Steiner und die Anthroposophen, Aschaffenburg 2001&lt;br /&gt;
*Peter Bierl: Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik, Hamburg 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://rudolf-steiner.blogspot.com/&lt;br /&gt;
*http://www.fkpsych.de/psycho/anthroposophie.html&lt;br /&gt;
*http://www.vordenker.de/anthroposophiekritik/anthroposophiekritik.htm&lt;br /&gt;
*http://web.archive.org/web/20080616124720/http://www.infosekta.ch/is5/gruppen/anthroposophie1999.html&lt;br /&gt;
*http://www.kidmed.de/forum/showtopic.php?threadid=3733&amp;amp;time=1094716810&lt;br /&gt;
*http://anthroposophie.blogsport.de/&lt;br /&gt;
*http://www.geschichteinchronologie.ch/steiner-terror/berichte1997_warnung-vor-rassist-Steiner.htm&lt;br /&gt;
*http://www.tagblatt.de/homepages/hammerschmitt/hansson.html&lt;br /&gt;
*http://www.akdh.ch/stra29072007.htm&lt;br /&gt;
*http://www.akdh.ch/archiv.html#anthroposophie&lt;br /&gt;
*http://www.akdh.ch/ps/ps_43A-Sekte.html&lt;br /&gt;
*http://www.bipomat.de/waldorf/eltern/jacob_auszuege/jacob_auszuege.html (Thema Waldorfschulen)&lt;br /&gt;
*http://www.relinfo.ch/anthroposophie/infotxt.html&lt;br /&gt;
*[http://www.salzburg.com/nwas/index.php?article=DText/19d8znwpc9c83-wibxk7bbe&amp;amp;img=&amp;amp;text=&amp;amp;mode=&amp;amp;section=ticker&amp;amp;channel=nachrichten&amp;amp;sort=#  Masernfälle in Waldorfschule]&lt;br /&gt;
*http://www.animal-health-online.de/main/astraler-mist-und-okomythen-die-wissenschaftsjournalisten-maxeiner-und-miersch-schauen-hinter-die-kulissen-der-biolandwirtschaft/#more-41 (Anthroposophie und Ökolandbau)&lt;br /&gt;
*http://www.sekten-fragen.de/sekten/esoterik-okultismus/anthroposophie.html&lt;br /&gt;
*http://www.ruedigersuenner.de/Schily.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Anthroposophie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
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		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Braune_Esoterik&amp;diff=33094</id>
		<title>Braune Esoterik</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Weblinks */ 404-Seiten ersetzt durch archivierte Versionen vom 08.06.2008 und 30.03.2008&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Bild:thule.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;braune Esoterik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (oder rechte Esoterik) bezeichnet [[Esoterik|esoterische]], häufig völkisch-kultige Lehren und deren Exponenten, die im politisch rechten Milieu angesiedelt sind oder rechte Ideologien fördern. Esoterik findet zwar auch seit Ende der 1980er Jahre eine Anhängerschaft in linken oder &amp;#039;&amp;#039;alternativen&amp;#039;&amp;#039; Kreisen, ist jedoch bei Anhängern rechtsextremistischer Bewegungen und Organisationen weitaus populärer. Die moderne New-Age-Literatur fördert dies dadurch, dass häufig rassistische oder rechtsextreme Verschwörungstheorien Themen in den entsprechenden Büchern sind. Der Übergang zu rechtsextremer Literatur ist fließend. Die Eigenschaft esoterischer Lehren ihre eigenen Aussagen nicht belegen zu müssen und sich auf &amp;#039;&amp;#039;Schauungen&amp;#039;&amp;#039; von Einzelpersonen zu berufen, macht die Verbreitung von Verschwörungsansichten aller Art um so leichter. Bisweilen erfolgt die Niederschrift rechter Gedankeninhalte als &amp;#039;&amp;#039;Eingebung höherer Wesen&amp;#039;&amp;#039; in einem esoterischen Sinne. Der in esoterischen oder völkischen Lehren häufig vorkommende Sozialdarwinismus einer subjektivierten Natur (Ganzheit, höheres Wesen, [[Karma|karmische]] Notwendigkeit) propagiert, dass das Leben als ewiger Kampf zwischen Starken und Schwachen ablaufe und ein biologischer &amp;quot;Ausleseprozess&amp;quot; notwendig sei, der rechten Ideologien Vorschub leistet. Dass jedoch viele Organismen Vorteile durch ein symbiontisches Zusammenleben erfahren, wird dabei ignoriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Esoterik und Nationalsozialismus==&lt;br /&gt;
Führende Nazis waren bekennende Anhänger der Esoterik. Beispiele sind Alfred Rosenberg und Heinrich Himmler, Reichsführer der SS. Er ließ seine SS-Mannschaften teilweise [[Biologisch-dynamische Landwirtschaft|biologisch-dynamisch]] ernähren und mit Naturheilmitteln kurieren. Aus seinem elitären Selbstverständnis, ein &amp;quot;Erleuchteter&amp;quot; zu sein, resultierte auch sein Rassenwahn und die Bejahung des Holocaust. Die [[Thule-Gesellschaft]] ist ein 1918 von [[Rudolf von Sebottendorf]] gegründeter, militant antisemitischer Orden, der sich aktiv an der Bekämpfung der Münchner Räterepublik beteiligte. Die Thulaner vertraten die [[Ariosophie]]. Aus der esoterischen Thule-Gesellschaft entstand über die DAP die NSDAP [http://de.wikipedia.org/wiki/Thule-Gesellschaft]. Die rechte Ludendorff-Bewegung (heute Bund für Gotterkenntnis) ist ein weiteres Beispiel für rechte Esoterik zu Zeiten des Nationalsozialismus [http://de.wikipedia.org/wiki/Bund_f%C3%BCr_Deutsche_Gotterkenntnis].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vertreter==&lt;br /&gt;
Ein typischer Vertreter der braunen Esoterik der Gegenwart ist der deutsche Autor [[Jan Udo Holey]] (Pseudonym Jan Van Helsing). Er betreibt mit [[Jo Conrad]] [[Secret-TV]]. Die Juden hätten 1933 den Deutschen den Krieg erklärt, schreibt Jan van Helsing in seinem Werk &amp;quot;Geheimgesellschaften&amp;quot;. Deshalb hätten die Juden &amp;quot;allerhöchstens ein Anrecht auf ein Stück Land irgendwo in Russland&amp;quot;. Sie seien selbst am wiedererstarkenden Antisemitismus schuld: Der israelische Geheimdienst Mossad finanziere &amp;quot;größtenteils die deutsche Neonazi-Szene&amp;quot;. Weitere Vertreter sind [[Dieter Rüggeberg]], [[Armin Risi]], [[Michael Kent]] (Psychopolitik) und Jo Conrad. Der esoterisch orientierte Reinkarnationstherapeut [[Trutz Hardo]] betrachtet in &amp;#039;&amp;#039;Jedem das Seine&amp;#039;&amp;#039; den Holocaust als jüdisches Karma: &amp;#039;&amp;#039;Die meisten, die vergast wurden, mussten durch diesen Gewalttod noch nicht ausgeglichenes Karma abtragen&amp;#039;&amp;#039;. Auschwitz könne man, so der Autor Hardo, &amp;#039;&amp;#039;im Grunde genommen ein welthistorisches Ausgleichen vorvergangener Vergehen&amp;#039;&amp;#039; nennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siehe auch: [[Julius Evola]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Im Internet==&lt;br /&gt;
Eine nicht mehr zu überschauende Anzahl von Webauftritten vermischt esoterische Ansichten mit rechtem Gedankengut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Stefan Meining: Rechte Esoterik in Deutschland. Ideenkonstrukte, Schnittstellen und Gefahrenpotentiale. Vortrag, gehalten am 3. September 2002 auf dem Symposium „Politischer Extremismus als Bedrohung der Freiheit – Rechtsextremismus und Islamismus in Deutschland und Thüringen“. [http://www.verfassungsschutz-thueringen.de/infomaterial/symposien/2002/Meining.pdf Pdf online]&lt;br /&gt;
*Platta H: &amp;#039;&amp;#039;Das Böse - zu rechtsextremistischen Denkstrukturen in der zeitgenössischen Esoterikbewegung&amp;#039;&amp;#039;, [http://www.psychologie-heute.de Psychologie Heute], Juli 1997. Download: [http://www.psiram.com/media/Esoterik-Psychologie-Heute-07-97.pdf]&lt;br /&gt;
*Maria Wölflingseder: Die Spirituellen, die aus der Kälte kamen. In: El Awadalla: Heimliches Wissen - unheimliche Macht. Sekten, Kulte, Esoterik und der rechte Rand, Wien/Bozen 1997&lt;br /&gt;
*Heller FP, Die Sprache des Hasses. Braune Esoterik, Jan van Helsing, Neue Rechte und Rechtsextremismus, ISBN 3-89657-091-9 Verlag Schmetterling&lt;br /&gt;
*Broschüre: Ganzheitlich und ohne Sorgen in die Republik von morgen, Verlag: Alibri (2001)&lt;br /&gt;
*Nicholas Goodrick-Clarke: Im Schatten der Schwarzen Sonne. Arische Kulte, Esoterischer Nationalsozialismus und die Politik der Abgrenzung. Marixverlag. 2009. ISBN-10: 3865391850, ISBN-13: 978-3865391858&lt;br /&gt;
*Nicholas Goodrick-Clarke: Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus, Graz / Stuttgart 1997&lt;br /&gt;
*Nicholas Goodrick-Clarke: &amp;#039;&amp;#039;The Occult Roots of Nazism. The Ariosophists of Austria and Germany 1890-1935&amp;#039;&amp;#039;. London 1985; &amp;#039;&amp;#039;deutsch&amp;#039;&amp;#039;: &amp;#039;&amp;#039; Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;. Stocker, Graz 1997 ISBN 3-7020-0795-4 (2. Aufl. 2000), ISBN 3937715487 (3. Auflage, Marix-Verlag, Wiesbaden 2004)&lt;br /&gt;
*H. T. Hakl: &amp;#039;&amp;#039;Nationalsozialismus und Okkultismus&amp;#039;&amp;#039;. In: Nicholas Goodrick-Clarke: &amp;#039;&amp;#039;Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;. 1997&lt;br /&gt;
*Lemhöfer L Eimuth K.-H. (Hrsg.): Braune Flecken in der Esoterik. Frankfurt/M.&lt;br /&gt;
*Andreas Klump, „Rechtsextremismus und Esoterik. Verbindungslinien, Erscheinungsformen, offene Fragen, in: [http://www.extremismus.com].&lt;br /&gt;
*Rüdiger Sünner, Schwarze Sonne. Entfesselung und Mißbrauch der Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik, Freiburg Basel Wien 1999&lt;br /&gt;
*Ekkehard Hieronimus: Lanz von Liebenfels. Eine Bibliographie, Toppenstedt 1991&lt;br /&gt;
*Wilfried Daim: Der Mann, der Hitler die Ideen gab. Die sektiererischen Grundlagen des Nationalsozialismus. 1958&lt;br /&gt;
*René Freund: Braune Magie? Okkultismus, New Age und Nationalsozialismus, Wien 1995, 3. Aufl. Wien 1998&lt;br /&gt;
*Wolfgang Dierker: Himmlers Glaubenskrieger. Der Sicherheitsdienst der SS und seine Religionspolitik 1933-1941, 2. Aufl. Paderborn u.a. 2003&lt;br /&gt;
*Adorno, T. W.: Thesen gegen den Okkultismus. in: Minima Moralia: Reflexionen aus dem beschädigten Leben. Frankfurt/Main, 2001 &lt;br /&gt;
*Adorno, T. W.: Studien zum autoritären Charakter. Frankfurt/Main, 1999&lt;br /&gt;
*Awadalla, E.: Heimliches Wissen - unheimliche Macht: Sekten, Esoterik und der rechte Rand. Wien, 1997&lt;br /&gt;
*Claudia Barth: Über alles in der Welt – Esoterik und Leitkultur. Eine Einführung in die Kritik irrationaler Welterklärungen. Zweite, überarbeitete Auflage von 2006. Alibri-Verlag ISBN 3-86569-036-X&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.zeit.de/1998/23/esoterik.txt.19980528.xml&lt;br /&gt;
*http://www.zeit.de/1998/26/Alles_Quark&lt;br /&gt;
*http://zeus.zeit.de/text/archiv/1998/23/199823.rechts.xml&lt;br /&gt;
*http://de.wikipedia.org/wiki/Rechte_Esoterik&lt;br /&gt;
*http://www.extremismus.com/texte/esorex.htm&lt;br /&gt;
*http://puk.de/gegenstrom/start/content/goldner_textauszug.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.freitag.de/2006/28/06281401.php&lt;br /&gt;
*http://www.verfassungsschutz-thueringen.de/infomaterial/symposien/2002/Meining.pdf&lt;br /&gt;
*http://home.pages.at/lobotnic/oekoli/content_texte_antisemitenbior_peterbierl.htm&lt;br /&gt;
*http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/877/27850/&lt;br /&gt;
*http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/107/163649/9/&lt;br /&gt;
*http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/107/163649/&lt;br /&gt;
*http://www.neues-deutschland.de/artikel/52926.html&lt;br /&gt;
*http://www.krr-faq.net/regen.php&lt;br /&gt;
*http://web.archive.org/web/20080608011652/http://www.infosekta.ch/is5/themen/esoterik_flam1999.html&lt;br /&gt;
*http://web.archive.org/web/20080330080935/http://www.infosekta.ch/is5/themen/esoterik_stutz1999.html&lt;br /&gt;
*http://www.extremismus.com/texte/esorex.htm&lt;br /&gt;
*http://www.comlink.de/cl-hh/m.blumentritt/agr284s.htm&lt;br /&gt;
*http://www.bummel.org/texte/2000-weltformeln.php&lt;br /&gt;
*[http://www.learn-line.nrw.de/angebote/rechtsextremismus/medio/Fortbildung/angmod_mat/Rechtsextrem_Esoterik.pdf]&lt;br /&gt;
*http://www.iol.ie/~bernd/reichsflugscheiben/esoterischerhitlerismus.html&lt;br /&gt;
*http://www.kult-co-tirol.at/text/anal_f01_07.htm&lt;br /&gt;
*http://arktos.netfirms.com/dokumentation.html&lt;br /&gt;
*http://sozmag.soziologie.ch/03/esoterik.xml&lt;br /&gt;
*http://www.sopos.org/aufsaetze/3a2c5b72ea07e/1.phtml&lt;br /&gt;
*http://www.conne-island.de/nf/138/25.html&lt;br /&gt;
*http://www.pm-magazin.de/de/wissensnews/wn_id969.htm&lt;br /&gt;
*http://www.antifa.ch/Texte/esoterikrechtsbt3110.98.shtml&lt;br /&gt;
*http://www.netzeitung.de/voiceofgermany/304325.html&lt;br /&gt;
*http://home.arcor.de/eimuc/2003.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.gruene-jugend.de/aktuelles/rechtsextrem/66846.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Links: Esoterik und Antisemitismus==&lt;br /&gt;
*http://sozmag.soziologie.ch/03/esoterik.xml&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Braune Esoterik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=R%C3%BCdiger_Dahlke&amp;diff=33090</id>
		<title>Rüdiger Dahlke</title>
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		<updated>2009-11-19T09:21:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Weblinks */ 404-Seite ersetzt durch archivierte Version vom 08.06.2008&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Image:Dahlke01.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rüdiger Dahlke&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geb. 1951, Berlin) ist ein deutscher Arzt, [[Homöopathie|Homöopath]] und Psychotherapeut und Autor und lebt zur Zeit in Bayern und betreibt im österreichischen Hitzendorf bei Graz das &amp;#039;&amp;#039;Heil-Kunde-Institut Dahlke GmbH &amp;amp; Co. KEG&amp;#039;&amp;#039;. Dahlke gilt als [[Esoterik]]er&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.metamedizin.info/imma/artikel_ruedigerdahlke_krankheitalssprachederseele.shtml&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Astrologie|Astrologe]] sowie Anhänger verschiedener fragwürdiger Therapien wie [[Reinkarnationstherapie]], Krankheitsbildertherapie, &amp;quot;[[Geistheilung]]&amp;quot;, der anthroposophischen &amp;quot;[[Misteltherapie]]&amp;quot;, &amp;quot;Behandlung nach der heiligen Hildegard&amp;quot; ([[Hildegard-Medizin]]), astrologische Symboltherapie, Familienmustertherapie, [[orthomolekulare Medizin]] nach [[Matthias Rath]] und [[Bachblüten]] nach Edward Bach. Dahlke hat sich auch bekanntermaßen für das gefährliche [[Lichtfasten]] nach [[Jasmuheen]] (Ellen Greve) stark gemacht, an dem nachweislich mehrere Patienten verstorben sind. Er bietet auch Hilfe bei &amp;quot;Bearbeitung des Geburtstraumas&amp;quot; an und führt so genannte &amp;quot;astrologisch-psychologische Beratungen&amp;quot; und &amp;quot;energetische Heilbehandlungen und Reinigungen&amp;quot; durch. Zum Spektrum der von ihm befürworteten Therapien gehört auch das [[Heilfasten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dahlke ist Autor von über 40&amp;amp;nbsp;Büchern und war Herausgeber der esoterischen Zeitschrift [[Esotera]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch sein Engagement im esoterischen Verein &amp;#039;&amp;#039;WISE Crystal&amp;#039;&amp;#039; (der Verein beschäftigt sich mit der &amp;quot;Erforschung von subtilen Energien, bezogen auf das Wasser&amp;quot;), seine Verbindungen zu der in den 1990er Jahren geplanten [[Internationale Friedensuniversität|Internationalen Friedensuniversität Berlin]] und seine &amp;quot;Mentoren&amp;quot; [[Thorwald Dethlefsen]] und Oskar Rudolf Schlag wird Dahlke des Öfteren mit religiösen Kulten, respektive Sekten, in Verbindung gebracht (vgl. [[Sathya Sai Baba]]-Kult).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz Kritik in Einzelfragen gehört Dahlke zu den Befürwortern der [[Germanische Neue Medizin|Germanischen Neuen Medizin]] (GNM). Dahlke ist Autor eines Artikels mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Aids - Abwehrschwäche als Ausdruck der Seelenverfassung&amp;#039;&amp;#039;, der in der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Naturarzt&amp;#039;&amp;#039; erschienen ist (Heft&amp;amp;nbsp;3/1992; im gleichen Heft findet sich der Artikel &amp;#039;&amp;#039;Aids - ein mörderischer Betrug?&amp;#039;&amp;#039; von [[Ryke Geerd Hamer]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Dahlke-Zitate==&lt;br /&gt;
*Zu [[Ryke Geerd Hamer]] schreibt er: &amp;#039;&amp;#039;Die Schulmedizin könnte sich fragen, ob sie es wirklich nötig hat, sich Patienten mittels Staatsgewalt zwangsweise zuführen zu lassen. Was Hamer selbst angeht, wäre zu bedenken, dass es nicht einmal die Sowjets seinerzeit geschafft haben, ihre Kritiker mittels Psychiatrisierung mundtot zu machen. Und Hamer ist ein ausgesprochener Dissident, wenn auch ein medizinischer. Soll seine Theorie, die tatsächlich das ganze Lehrgebäude der Schulmedizin grundsätzlich in Frage stellt, vom Tisch, bleibt letztlich nur der Weg der seriösen Überprüfung, nicht einmal nur Dr. Hamer, sondern seine zukünftigen Patienten, die die Schulmedizin lieber Opfer nennt, zuliebe. Entweder entzieht ihm die vorbehaltlose Überprüfung seiner Thesen alle weiteren Opfer oder die beschert ihm beziehungsweise jenen Psychotherapeuten, die wirkliche Hilfe im seelischen Bereich anbieten, eine Flut von neuen Patienten – je nach Ergebnis.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Aus einem Vorwort zu einem Buch über die [[Metamedizin]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Kernstück der Meta-Medizin aber ist die Theorie der Neuen Medizin von Dr.&amp;amp;nbsp;Hamer, dem umstrittenen Internisten aus Deutschland, dem bisher die Anerkennung, ja sogar die Prüfung seiner Thesen von Seiten der Schulmedizin versagt blieb. Dem Autor des vorliegenden Buches, gebührt das Verdienst diese Theorie von all dem ebenso hinderlichen wie überflüssigen ideologischen Ballast befreit und sie logisch und gut nachvollziehbar dargestellt zu haben. Das bringt eine verblüffende Übersicht und ein durchgängiges System in die Medizin, alles kommt sozusagen unter einen Hut. So könnte das vorliegende Buch endlich die Basis werden für eine vorurteilsfreie Überprüfung dieses Ansatzes in der Praxis anhand von unzähligen Krankengeschichten.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Bei der Lungen-Entzündung handelt es sich folglich um einen Konflikt im Kom­munikationsbereich. Die Häufung von Lungenentzündungen auf Intensivstationen belegt das auf drastische Art und Weise. Auf Erreger allein läßt sich dieses Phänomen wohl nicht zurückführen, denn wo ginge es Bakterien und Viren schlechter als gerade im OP und auf Intensiv. Hier werden sie verfolgt und ausgemerzt, wie sonst nirgendwo. Läuft aber die verbliebene Kommunikation von Patienten ausschließlich über Plastik­schläuche, Kanülen und Elektrodendrähte, entwickelt sich leicht ein unbewußtes Kontakt­pro­blem, und das wird sich häufig in ei­ner Lungenentzündung verkörpern [...] In der esoterischen Medizin gehen wir davon aus, daß alles körperliche Geschehen Ausdruck eines dahinterliegenden seelischen Inhalts ist.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Zwar wird über Dr. Hamer viel diskutiert und in Ärztekreisen vor allem geschimpft, mit seinen Thesen befasst sich vor lauter Abwehr aber kaum noch jemand. Hamer behauptet, dass ausnahmslos jedem Krebs ein seelischer Schock vorausgeht, der zu einem Tumor im Gehirn führt, aus dessen Lokalisation sich Krebsart und –ort im Körper ergeben. Diese Regel nennt er die eiserne und besteht auch eisern darauf, dass es davon keine Ausnahmen gebe. Ganz abgesehen von dem Fanatismus, mit dem er seine Position vertritt, haben schon vor ihm und bis heute viele Psychoonkologen vom Simonton über LeShan bis zu Büntig und mir darauf hingewiesen, welch zentrale Rolle die Seele bei Entstehung und Verlauf von Krebs spielt. Hamer und sein egomanes Auftreten werden inzwischen sogar zu einer Gefahr für diese viel versprechenden und sicher nicht immer, aber häufig erfolgreichen Ansätze. Auch wir finden bei unserer vierwöchigen Krankheitsbilder-Psychotherapie mit Krebspatienten sehr häufig ein schockhaft unverarbeitetes Erlebnis in der Vorgeschichte, das offenbar das Immunsystem blockiert und dem Krebs erst die Chance gibt, wirklich auszubrechen. Hamers Theorie klingt verblüffend einfach und unter einem bestimmten Blickwinkel geradezu genial: Wenn ich seine psychologisch ziemlich naiv klingenden Deutungen wie etwa den Konflikt, den Brocken nicht erwischt zu haben, gutwillig prüfe, stelle ich fest, dass drei Viertel davon gut mit meinen Deutungen in „Krankheit als Symbol“ übereinstimmen.&amp;#039;&amp;#039; (aus CoMED 2000)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&amp;#039;&amp;#039;Richtig ist, dass die Thesen von „Krankheit als Symbol“ nie wissenschaftlich untersucht wurden, was an der Verweigerungshaltung der Wissenschaft liegt. Die positiven Wirkungen erlebten ungezählte Patienten. Der Placeboeffekt ist etwas Wundervolles, aber nicht allein verantwortlich für diese Erfolge. Über Heilfasten gibt es inzwischen – ganz unabhängige von meiner Person - soviel Fundiertes, dass sich diese Kritik als uninformiert entlarvt. Wachstumshormone etwa spielen eine größere Rolle als Endophine und im Übrigen, was spricht gegen letztere.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://web.archive.org/web/20080608151502/http://www.infosekta.ch/is5/gruppen/dahlke_flam2001.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Dahlke, Rüdiger}}&lt;br /&gt;
[[category:Autor]]&lt;br /&gt;
[[category:Esoteriker]]&lt;br /&gt;
[[category:Homöopath]]&lt;br /&gt;
[[category:Arzt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Thiomersal&amp;diff=33071</id>
		<title>Thiomersal</title>
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		<updated>2009-11-18T16:07:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Quecksilber (Hg) */ Tippfehler korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Thiomersal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (in den USA auch &amp;#039;&amp;#039;Thimerosal&amp;#039;&amp;#039;) ist das Natriumsalz einer organischen Quecksilberverbindung und wird als Konservierungsstoff in kosmetischen und pharmazeutischen Produkten verwendet, um diese vor mikrobiellem Abbau zu schützen. Die Substanz ist wiederholt Gegenstand von [[Verschwörungstheorie]]n gewesen, auf die sich insbesondere [[Impfkritik]]er berufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirksamkeit==&lt;br /&gt;
Thiomersal ist bereits in sehr niedrigen Konzentrationen wirksam. Die minimale Hemmkonzentration beträgt je nach Keim 0,2&amp;amp;nbsp;Mikrogramm bis 128&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Milliliter bei breitem Wirkungspektrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendung in Kosmetika==&lt;br /&gt;
In Deutschland ist Thiomersal gemäß der Kosmetik-Verordnung in Konzentrationen bis 0,007% (berechnet als Quecksilber) zur Haltbarmachung von Schmink- und Abschminkmitteln für die Augen erlaubt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.gesetze-im-internet.de/kosmetikv/anlage_6_22.html Anlage&amp;amp;nbsp;6 zu §&amp;amp;nbsp;3 der Kosmetik-Verordnung]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendung in Medizinprodukten und Arzneimitteln==&lt;br /&gt;
Thiomersal wird zur Konservierung von Reinigungs- und Aufbewahrungslösungen für Kontaktlinsen verwendet. Thiomersal wird auch zur Konservierung von Augen-, Nasen- und Ohrentropfen sowie von topischen Zubereitungen verwendet. Thiomersal findet sich auch in manchen Injektionsarzneimitteln und wurde in manchen Impfstoffen verwendet. In Impfstoffen zur Anwendung am Menschen ist in Deutschland mittlerweile in der Regel kein Thiomersal mehr enthalten, oder höchstens in Spuren aus dem Herstellungsprozess.&amp;lt;ref&amp;gt;K. Weisser, K. Bauer, P. Volkers und B. Keller-Stanislawski (2004): &amp;#039;&amp;#039;Thiomersal und Impfungen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 47, S. 1165–1174. [http://www.pei.de/cln_049/nn_159868/SharedDocs/Downloads/bgbl/2004/2004-thiomersal-impf,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/2004-thiomersal-impf.pdf PDF]&amp;lt;/ref&amp;gt; In Tierimpfstoffen wird Thiomersal weiterhin eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Impfstoffen, die in Sammelbehältern ausgeliefert werden, wird Thiomersal häufih1ger verwendet. So ist es in einer Menge von 5µg (2,5 µg Quecksilber) im H1N1 (&amp;#039;&amp;#039;Schweinegrippe&amp;#039;&amp;#039;) Impfstoff Pandemrix enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quecksilber (Hg)==&lt;br /&gt;
Zu unterscheiden sind elementares Quecksilber, anorganische und organische Quecksilberverbindungen. Anorganische Quecksilberverbindungen (Oxidationsstufen +1 und +2) entstehen aus Quecksilber in Verbindung mit nichtmetallischen Elementen wie z.B. Chlor, Schwefel oder Sauerstoff. Bei den organischen Quecksilberverbindungen (Oxidationsstufe +2) steht aufgrund seines Vorkommens in der Umwelt und der Toxizität insbesondere das Methylquecksilber im Vordergrund. Es kann in wässriger Umgebung aus elementarem Quecksilber entstehen. Über die Nahrungskette, vor allem durch den Verzehr von Fischen, kann es auf diesem Wege vom Menschen aufgenommen werden. Die Gesamtmenge Quecksilber im Körper eines Erwachsenen mit 70 Kg Körpergewicht wird auf etwa 13 mg Hg geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tägliche Quecksilberaufnahme wird nach Angaben der WHO (2000) auf  2,4 μg (für  Methylquecksilber) und 4,2 µg (für anorganische Quecksilberverbindungen) geschätzt. Diese Werte hängen allerdings stark von den Ernährungsgewohnheiten ab. So ist beispielsweise relativ viel Quecksilber in Fisch enthalten, als Methylquecksilber. Haifisch kann beispielsweise 1,4 mg Mehylquecksilber pro Kilo enthalten&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.sharkproject.org/Content.Node/kampagne/laufende_projekte/stop-sales/methylquecksilber.de.php&amp;lt;/ref&amp;gt;. Laut einer FDA-Studie soll die durchschnittliche tägliche Quecksilberaufnahme eines 70 Kg schweren Erwachsenen bei 3,5 µg liegen. Im Jahre 2005 wurde bei älteren Männern aus Katalonien eine tägliche Hg-Aufnahme von 9,89 μg festgestellt&amp;lt;ref&amp;gt;Gemma Falcó, Juan M. Llobet, Ana Bocio, José L. Domingo. Daily Intake of Arsenic, Cadmium, Mercury, and Lead by Consumption of Edible Marine Species. J. Agric. Food Chem., 2006, 54 (16), Seiten 6106–6112. DOI.  10.1021/jf0610110&amp;lt;/ref&amp;gt;. 2008 wurden in Amazonien (Brasilien) Hg-Aufnahmen von 0 - 11,8 µg/kg/Tag gemessen&amp;lt;ref&amp;gt;Passos CJ, Da Silva DS, Lemire M, Fillion M, Guimarães JR, Lucotte M, Mergler D. Daily mercury intake in fish-eating populations in the Brazilian Amazon. J Expo Sci Environ Epidemiol. 2008 Jan;18(1):76-87. Epub 2007 Sep 5. PMID:17805232 &amp;lt;/ref&amp;gt;. Eine Studie aus Finnland stellte 1995 bei finnischen Männern im Alter von 42 - 60 Jahren eine tägliche Quecksilberaufnahme von 7,6 µg (1,1 bis 95,3 µg) fest &amp;lt;ref&amp;gt;Jukka T. et al, Intake of Mercury From Fish, Lipid Peroxidation, and the Risk of Myocardial Infarction and Coronary, Cardiovascular, and Any Death in Eastern Finnish Men. Circulation. 1995;91:645-655&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grenzwerte: 1996 hatte die amerikanische Umweltschutzbehörde einen RfD-Wert von 0,1 µg pro Kilo Körpergewicht und Tag festgelegt (also 7 µg für einen 70 Kg Menschen), also denjenigen Wert, der als gesundheitlich unbedenklich erachtet wird. Die FDA legte einen ADI-Wert (acceptable daily intake) von 0,4 µg pro Kilo Körpergewicht und Tag fest. Die ATSDR stellte fest, dass eine tägliche Aufnahme von 0,3 µg Methylquecksilber pro Kilo Körpergewicht und Tag selbst lebenslang zu keinen Gesundheitsbeeinflussungen führe. 2003 änderte die WHO eigene Empfehlungen zur wöchentlichen Quecksilberaufnahme und legte einen Wert von 1,6 µg pro Kilo Körpergewicht und Woche fest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Toxizität von Quecksilber: oral aufgenommenes elementares Quecksilber wird kaum im Magen-Darm Trakt resorbiert (&amp;lt; 1%). Ein dokumentierter Selbstötungsversuch mit injiziertem Quecksilber schlug fehl. Im Mittelalter wurden therapeutische Quecksilbereinnahmen im Kilo-Bereich offenbar überlebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kleinste tödliche Menge für zweiwertige anorganische Quecksilberverbindungen liegt beim Menschen bei etwa 3-15 mg pro kg Körpergewicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gössten Gesundheitsgefahren gehen von gut resorbierbaren organischen Quecksilberverbindungen aus. Dazu gehört das Methylquecksilber , welches durch Methylisierung anorganischen Quecksilbers entsteht und sich in der Nahrungskette, vornehmlich in Fisch anreichert. Als extrem toxisch gilt Dimethylquecksilber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unerwünschte Wirkungen und Verwendung in Impfstoffen==&lt;br /&gt;
Ende der 1990er Jahren kamen Bedenken an der Unbedenklichkeit von Thiomersal auf. Einerseits auf Grund zunehmender Meldungen von unerwünschten Wirkungen, insbesondere Überempfindlichkeitsreaktionen, andererseits auch wegen der kumulierenden Quecksilberbelastung von Kindern durch die routinemäßigen Kinderimpfungen, auf Grund derer neurologische Störungen befürchtet wurden. Die Behörden in den USA und Europa empfahlen vorsorglich - ohne dass konkrete Hinweise auf eine neurologische Giftigkeit vorlagen - Thiomersal und andere organische Quecksilberverbindungen möglichst aus Impfstoffen für Säuglinge und Kleinkinder zu entfernen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.emea.europa.eu/pdfs/human/press/pus/2096299EN.pdf  Statement der Europäischen Arzneimittelagentur&amp;amp;nbsp;(EMEA) zu Thiomersal-haltigen Arzneimitteln] Juli 1999 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 2004 revidierte der Ausschuss der Europäischen Arzneimittelagentur EMEA die Bewertung von Thiomersal in Impfstoffen. Die Auswertung von epidemiologische Studien hatte zu dem Schluss geführt, dass kein Zusammenhang zwischen neurologischen Entwicklungsstörungen und Thiomersal in Impfstoffen bestehe. Dennoch solle die Entwicklung quecksilberfreier Impfstoffe, auch aus ökologischen Gründen, weiter voran getrieben werden. Die EMEA betonte, der Vorteil von Impfungen überwiege bei weitem theoretische Risiken des Thiomersals.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.emea.europa.eu/pdfs/human/press/pus/119404en.pdf  Statement der Europäischen Arzneimittelagentur&amp;amp;nbsp;(EMEA) zur Verwendung von Thiomersal in Impfstoffen zur Anwendung am Menschen] März 2004 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in den USA werden bei Kindern unter sechs Jahren nur noch Impfstoffe eingesetzt, die kein Thiomersal oder höchstens Spuren davon enthalten. Insgesamt sind in den USA die meisten Impfstoffe in Einzeldosisverpackungen frei von Thiomersal.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.fda.gov/Cber/vaccine/thimerosal.htm Thimerosal in Vaccines], Food and Drug Administration (FDA), Juni 2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa 50 Massenprozent von Thiomersal entfallen auf Quecksilber.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die WHO gibt als &amp;#039;&amp;#039;provisional tolerable weekly intake&amp;#039;&amp;#039; (PTWIs) für Quecksilber den Wert von 5 μg/kg Körpergewicht an und für Methylquecksilber den Wert von 1,6 μg/kg Körpergewicht an. Der PTWI-Wert entspricht der Menge die pro Woche über die ganze Lebensspanne aufgenommen werden kann, ohne dass nach aktueller wissenschaftlicher Datenlage von einer Gefahr für die Gesundheit ausgegangen werden kann. Bei einem Körpergewicht von 80 kg ergibt sich beispielsweise eine individuelle wöchentliche Toleranzgrenze von 80 kg X 5 μg = 400 μg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verschwörungstheorien und Behauptungen aus impfkritischen Kreisen==&lt;br /&gt;
Thiomersal wurde von einigen Wissenschaftlern und Impfgegnern spekulativ mit dem Auftreten von Autismus in Verbindung gebracht, so beispielsweise von [[Dietrich Klinghardt]]. Auf Grund epidemiologischer Studien gilt ein Zusammenhang von Thiomersal und dem Vorkommen von Autismus heute als widerlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.who.int/vaccine_safety/topics/thiomersal/statement200308/en/index.html Statement on thiomersal], WHO, 2006&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Verstraeten T et al.: &amp;#039;&amp;#039;Safety of thimerosal-containing vaccines: a two-phased study of computerized health maintenance organization databases&amp;#039;&amp;#039;. Pediatrics. 112(5), 2003, S. 1039–1048 PMID 14595043 ([http://pediatrics.aappublications.org/cgi/reprint/112/5/1039 PDF, 120 kB])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Hviid A et al.: &amp;#039;&amp;#039;Association between thimerosal-containing vaccine and autism&amp;#039;&amp;#039;. JAMA. 290(13), 2003, S. 1763–1766 PMID 14519711 ([http://jama.ama-assn.org/cgi/reprint/290/13/1763 PDF, 81 kB])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=Fombonne06&amp;gt;Fombonne E et al.: &amp;#039;&amp;#039;Pervasive developmental disorders in Montreal, Quebec, Canada: prevalence and links with immunizations&amp;#039;&amp;#039;. Pediatrics. 118(1), 2006, S. e139–50 PMID 16818529 ([http://pediatrics.aappublications.org/cgi/reprint/118/1/e139 PDF, 584 kB])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=Shevell06&amp;gt;Shevell M et Fombonne E: &amp;#039;&amp;#039;Autism and MMR vaccination or thimerosal exposure: an urban legend?&amp;#039;&amp;#039;. Can J Neurol Sci. 33(4), 2006, S. 339–40 PMID 17168157&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=DeStefano07&amp;gt;DeStefano F: &amp;#039;&amp;#039;Vaccines and autism: evidence does not support a causal association&amp;#039;&amp;#039;. Clin Pharmacol Ther. 82(6), 2007, S. 756–759 PMID 17928818&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;„Die Weltgesundheitsorganisation WHO, das US-amerikanische &amp;quot;Institute of Medicine&amp;quot;, sowie die europäische Arzneimittelbehörde EMEA sind inzwischen unabhängig voneinander zu dem Schluss gelangt, dass die verfügbaren Studien gegen einen solchen Zusammenhang sprechen.“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Robert-Koch-Institut in [http://www.rki.de/nn_205932/DE/Content/Infekt/Impfen/Bedeutungen/Schutzimpfungen__20__Einwaende.html?__nnn=true Schutzimpfungen – 20&amp;amp;nbsp;Einwände und Antworten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hans Tolzin und der Thiomersal-Fake==&lt;br /&gt;
[[image:Thiomersalfake.jpg|Ausschnitt aus dem Fake|400px|thumb]]&lt;br /&gt;
Dem Impfgegner und medizinischen Laien [[Hans Tolzin]] wurde 2005 erfolgreich ein gefälschtes internes Schreiben zugespielt, in dem die abwegige Behauptung zu finden war, dass Thiomersal durch Verwendung von bestimmten Quecksilberisotopen derartig in Impfstoffen verwendet werden könne, dass einschlägige Nachweisverfahren die Substanz nicht nachweisen könnten. Außerdem würde hierbei Quecksilber aus Giftmüll in Impfstoffen sozusagen recycelt. &amp;#039;&amp;#039;Belegt&amp;#039;&amp;#039; wurden die Angaben durch lächerliche Behauptungen, ansprechende Grafiken, sowie Fotos einer Kaffeetasse von ALDI. Die Angaben waren so gestaltet, dass sie recht einfach als Fake erkannt werden konnten, bzw. bei einer auch nur oberflächlichen Überprüfung zwangsläufig als solcher erkannt werden mussten. Die Fake-PDF-Datei&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.geocities.com/zurueck_2006/fake/thiomersal.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde über eine Yahoo-Emailadresse(!) hochgeladen. Hier hätten spätestens die Alarmglocken klingeln sollen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://de.geocities.com/zurueck_2006/fake/index.htm]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.google.de/search?q=thiomersal+fake]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tolzin nahm den Fake ungeprüft in seinen pseudowissenschaftlichen &amp;quot;Impf-Report&amp;quot; auf. Nach einer Woche wurde der Fake enthüllt, und Hans Tolzin sowie die Impfgegnerin [[Angelika Kögel-Schauz]] (Initiative Eltern für Impfaufklärung - EFI) waren blamiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gefälschte &amp;#039;&amp;#039;hochbrisante&amp;#039;&amp;#039; Dokument ist heute noch (2008) auf Seiten der Impfgegner zu finden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.impfkritik.de/quecksilber/thiomersal.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Veröffentlicht wurde das Papier &amp;#039;&amp;#039;[...] da keiner der von uns befragten Fachleute mit Sicherheit die Möglichkeit des geschilderten Verfahrens ausschließen konnte [...]&amp;#039;&amp;#039;. Weiterhin wird behauptet, &amp;#039;&amp;#039;Der aktuelle Stand ist der, dass es technisch wohl möglich zu sein scheint, ein Quecksilberisotop mit den von &amp;quot;Thomas&amp;quot; beschriebenen Eigenschaften herzustellen.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------&lt;br /&gt;
Siehe auch: [[Squalen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie: [http://www.swiss-paediatrics.org/paediatrica/vol11/n2/thiomersal-ge.htm Quecksilbersalze in Impfstoffen]&lt;br /&gt;
*[http://www.who.int/foodsafety/publications/chem/mercuryexposure.pdf Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA) / Quecksilber]&lt;br /&gt;
*http://www.chemievorlesung.uni-kiel.de/1992_umweltbelastung/metal2.htm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;br /&gt;
[[category:Impfen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Leberreinigung&amp;diff=33062</id>
		<title>Leberreinigung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Leberreinigung&amp;diff=33062"/>
		<updated>2009-11-18T11:05:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: /* Leberreinigung nach Clark */ Typo: Abgaben -&amp;gt; Angaben&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:soapstones.jpg|Soapstones&amp;lt;ref&amp;gt;Quelle: The Lancet Volume 365, Number 9468 16 April 2005. Could these be Gallstones?&amp;lt;/ref&amp;gt;|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:gallensteine.jpg|Gallensteine am Boden der Gallenblase|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Leberreinigung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;liver flush, gallbladder flush&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet [[pseudomedizin]]isch ein rein diätetisches Verfahren, das zum Ziel hat, Gallensteine aus Leber und Gallenblase auf &amp;#039;&amp;#039;natürliche&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;schonende&amp;#039;&amp;#039; Weise im Sinne einer [[Entschlackung]] zu entfernen.  Entsprechende Verfahren sind im Prinzip sehr ähnlich und werden in [[alternativmedizin]]ischen Büchern und Heften sowie im Internet beworben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Folge der Kur werden Steine ausgeschieden. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Gallensteine, sondern um Fett-Steine, die eine direkte Folge der Kur sind. Die Kur ist als Behandlung gegen Gallensteine wirkungslos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leberreinigung wird zwar allgemein als ungefährlich beschrieben, kann jedoch in Einzelfällen Ursache von behandlungsbedürftigen Zwischenfällen sein. Als Folge der hohen Fettbelastung können Gallensteinabgänge mit kolikartigen Beschwerden die Folge sein. Dokumentiert sind nach solchen Anwendungen Fälle einer biliären Pankreatitis mit der Folge, dass ein chirurgischer Eingriff gemacht werden musste.&amp;lt;ref&amp;gt;S. U. Christl: Biliäre Pankreatitis nach alternativmedizinischer Leberreinigung. Die Medizinische Welt 2006 57 12: 596-598. [http://www.schattauer.de/index.php?id=1565&amp;amp;no_cache=1&amp;amp;artikel=20119]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Allgemeines==&lt;br /&gt;
Den Verfahren gemeinsam ist die Behauptung, dass es durch Einnahme bestimmter [[LFGB|Lebensmittel]] zur Ausscheidung von konkrementartigen grünen, braunen, gelben oder schwarzen Gebilden käme, die sich nach der so genannten Leberreinigung im Stuhl finden ließen und die als Gallensteine zu verstehen seien.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.ellenharris.com/OS/ThirdFlush.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Größe der klumpenartigen Gebilde kann dabei bis zu 3&amp;amp;nbsp;cm im Durchmesser erreichen. In Wirklichkeit handelt es sich dabei jedoch um Artefakte der Methode und nicht um Gallensteine; Anwender der Methode werden daher getäuscht. Die klumpenartigen Gebilde sind im englischen Sprachraum auch als &amp;#039;&amp;#039;Soapstones&amp;#039;&amp;#039; bekannt, obwohl die übliche deutsche Übersetzung für soapstone &amp;#039;&amp;#039;Speckstein&amp;#039;&amp;#039; ist (wörtlich &amp;#039;&amp;#039;Seifenstein&amp;#039;&amp;#039;), ist der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Speckstein&amp;#039;&amp;#039; in diesem Zusammenhang wenig hilfreich, &amp;#039;&amp;#039;Seifestein&amp;#039;&amp;#039; wäre passender. Die konkrementartigen Gebilde sehen zwar auf den ersten Blick aus wie Gallensteine, sind jedoch in Wirklichkeit durch die Galle gefärbte Seifen (bzw. chemisch gesehen Salze oder Fettsäure-Glycerin-Ester) der zugeführten pflanzlichen Öle, die sich erst im Darm bilden. Sie stammen daher nicht aus der Leber oder Gallenblase. Nach Lufttrocknung können diese weichen, gallertartigen Gebilde auch eine feste Konsistenz erreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.quackwatch.org/01QuackeryRelatedTopics/flushes.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass diese Artefakte nicht Gallensteine sein können, lässt sich durch eine Schwimmprobe sehen: Die bei dieser Methode beobachteten Konkremente schwimmen nämlich auf dem Wasser, während dies für Gallensteine nicht zutrifft. Tatsächliche Gallensteine sammeln sich daher auch am Boden der Gallenblase, wo sie im Röntgenbild oder Ultraschall-Echo gesehen werden können. Nur einige Formen von Cholesterin-Steinen können in hochkonzentrierter Galle in der Gallenblase aufschwimmen, aber nicht in Wasser. Ein weiterer Beweis, dass diese Konkremente nicht Gallensteine aus der Gallenblase sein können, ergibt sich aus Beobachtungen von den erzielbaren Konkrementmengen (bis zu 500&amp;amp;nbsp;Stück), die niemals in der Gallenblase Platz finden würden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.sciencebasedmedicine.org/?p=93&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer Mitteilung an die renommierte Fachzeitschrift &amp;#039;&amp;#039;The Lancet&amp;#039;&amp;#039; wird 1999 über eine &amp;#039;&amp;#039;liver flush&amp;#039;&amp;#039;-Leberreinigung genauer berichtet. Die dabei gebildeten weichen Konkremente wurden chemisch untersucht und als &amp;#039;&amp;#039;fatty stones&amp;#039;&amp;#039;, also Fett-Steine erkannt, und nicht als Gallensteine.&amp;lt;ref&amp;gt;Dekkers R: &amp;quot;Apple juice and the chemical-contact softening of gallstones&amp;quot;, THE LANCET • Vol 354 • December 18/25, 1999, S.2171&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu dem gleichen Ergebnis kam eine Untersuchung aus Neuseeland. Bei einem Patienten mit tatsächlichen Gallensteinen wurden nach einer alternativmedizinischen Leberreinigung Gebilde im Stuhl gefunden, die sich im Darm aus Fettsäuren gebildet hatten. Die tatsächlichen Gallensteine blieben von der Behandlung unberührt und mussten chirurgisch entfernt werden. 2005 berichteten Forscher in einer Mitteilung an die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;The Lancet&amp;#039;&amp;#039; ebenfalls über eine Leberreinigung und beschrieben die dabei gebildeten Konkremente genauer. Diese ließen sich bei 40°C einschmelzen und hatten eine andere chemische Zusammensetzung als Gallensteine. Die Autoren kamen zum Schluss, dass die Entfernung von Gallensteinen durch eine derartige Leberreinigung daher ein Mythos sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Christiaan W: Could these be gallstones? The Lancet, Volume 365, Issue 9468, Seite 1388, 16. April 2005 doi:10.1016/S0140-6736(05)66373-8&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Experimentell konnten auch im Labor entsprechende weiche Konkremente aus den Zutaten des &amp;#039;&amp;#039;liver flush&amp;#039;&amp;#039; künstlich nachgebildet werden. Eine entsprechende Untersuchung wurde 2005 durchgeführt, die experimentell zeigte, dass sich ähnliche Konkremente außerhalb des menschlichen Körpers bilden, wenn die entsprechenden Zutaten vermengt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Alan R. Gaby. &amp;quot;The gallstone cure that wasn&amp;#039;t&amp;quot;. Townsend Letter for Doctors and Patients. November 2005&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://findarticles.com/p/articles/mi_m0ISW/is_268/ai_n15795429/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befürworter dieser Leberreinigungs-Methode behaupten, dass Magnesiumsulfat (&amp;#039;&amp;#039;Bittersalz&amp;#039;&amp;#039;) zu einer Verengung der Gallengänge und der Gallenblase führe. Für eine Wirkung, die zu einer Kompression der Gallenblase führt, gibt es Belege,&amp;lt;ref&amp;gt;Sterczer, Vörös, Karsai: Effect of cholagogues on the volume of the gallbladder of dogs. research in Veterinary Science, Volume 60, Issue 1, January 1996, S. 44-47 doi:10.1016/S0034-5288(96)90129-0&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=5488&amp;lt;/ref&amp;gt; aber auch experimentelle Widerlegungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kazutomo Inoue, Isidoro Wiener, Charles J. Fagan, Larry C. Watson, and James C. Thompson. Correlation Between Gallbladder Size and Release of Cholecystokinin After Oral Magnesium Sulfate in Man. Ann Surg. 1983 April; 197(4): 412–415&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Falschbehauptung betrifft die Häufigkeit von Gallensteinen. Befürworter der hier thematisierten Leberreinigung behaupten, dass praktisch jeder Mensch Gallensteine hätte, auch Kinder. Dabei werden beispielsweise Prävalenzen (Häufigkeiten) von 99,9% bei Krebspatienten behauptet. Wissenschaftlich sind jedoch &amp;quot;nur&amp;quot; 10% bis 15% der erwachsenen Bevölkerung Gallensteinträger, Frauen sind dabei etwa doppelt so häufig wie Männer betroffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da einige Anbieter der Leberreinigung von ihren Kunden oder Patienten mit der naheliegenden Frage konfrontiert werden, weshalb es möglich sei, dass sich unter der Anwendung dieser Methode ständig neue Gallensteine bilden, die dann beseitigt würden, haben Anbieter eine Praxis entwickelt, mit dieser unbequemen Frage umzugehen. So ist zu beobachten, dass sie die aufzunehmende Fettmenge (z.B. als Olivenöl) im Laufe der Zeit reduzieren lassen. In der Folge reduziert sich auch die Menge der gebildeten Klumpen und dies kann dann dem Kunden als scheinbarer Erfolg glaubhaft gemacht werden: Die Zahl der ausgeschiedenen Gallensteine nimmt ab. Einen Einblick in eine derartige Praxis lieferte ein Gastroenterologe, der sich mit einer E-Mail mit dem Autor eines Blogartikels [http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2009/09/leberreinigung-directors-cut.php] zur Leberreinigung in Verbindung setzte. Autor Marcus Anhäuser zitiert diese E-Mail in seinem Blog.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Genau dieses Procedere der &amp;quot;Leberreinigung&amp;quot; führt ein sog. Heilpraktiker in der näheren Umgebung durch. Ich bin als Schwerpunkt-Gastroenterologe in eigener Praxis tätig und bekomme aufgrund des aggressiven Marketings jetzt sogar Anfragen von Hausärzten (!) für die Durchführung einer solchen Therapie. Die Kollegen konnte ich bislang mit dem Argument der Ultraschallbilder von der Sinnlosigkeit der Methode überzeugen, bei den Patienten sieht das anders aus.... Dieser Scharlatan von einem Heilpraktiker reduziert nämlich die Fettmenge und macht die aussgeschiedenen &amp;quot;Steine&amp;quot; so kleiner - das verkauft er den Patienten dann als Therapieerfolg. Nach dem Motto: sehen Sie, die werden schon kleiner.... Der Therapieerfolg wird von den Patienten bereitwillig digital dokumentiert. Wenn ein Arzt dann im Ultraschall weiterhin Gallensteine feststellt, erklärt er den Menschen, daß die Steine halt wieder gekommen sind - und behandelt erneut (für 256€, bar oder mit EC Karte).&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Biochemie der falschen Gallensteine==&lt;br /&gt;
Die hier ins Spiel kommenden Öle (Olivenöl) enthalten neben Glyzerin viele ungesättigte oder gesättigte Fettsäuren. Je kürzer und ungesättigter diese Fettsäuren sind, desto flüssiger sind die Fette bzw Öle. Die verschiedenen Fettsäuren binden an die OH-Gruppen des Glyzerins (Ester-Bindung). Das Olivenöl enthält viel Ölsäure, in reiner Form flüssig, aber auch Stearin- und Palmitinsäure, die in reiner Form weiß und fest sind. Nach enzymatischer Spaltung der Glyzerinester (also der Fette) durch Lipasen im Darm, liegen diese Fettsäuren in freier Form vor. Sie verbinden sich in diesem vorliegenden Falle mit dem zusätzlich zugeführten Magnesium - Bittersalz (Magnesiumsulfat) und fallen als Seife aus und bilden Magnesiumstearat -oleat und -palmitat - Klumpen.&amp;lt;ref&amp;gt;frei interpretiert nach Beitrag eines unbekannten Kommentatoren des SPON-Blogs namens Silvaticus vom 14.&amp;amp;nbsp;September 2009 [http://forum.spiegel.de/showpost.php?p=4291262&amp;amp;postcount=66]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Der kommerzielle Aspekt==&lt;br /&gt;
Während kommerzielle Anbieter (meist Online-Shops) keine nachprüfbaren Angaben zu den Substanzen machen, von denen die Leber denn &amp;#039;&amp;#039;entgiftet&amp;#039;&amp;#039; werden soll, und auch keine nachprüfbaren Angaben über veröffentlichte kontrollierte Studien zu dieser Methode machen, wird mit so genannten Leberreinigungsprogrammen und den Zutaten wie Bittersalz oder Epsomsalz Umsatz mit dieser Methode gemacht. Der zahlende Kunde wird dabei auf Grund der Versprechungen fälschlich annehmen, dass er mit dieser Methode tatsächlich mögliche Gallensteine ausscheidet. Heftchen mit Erläuterungen und etwas Bittersalz werden für 25-31&amp;amp;nbsp;Euro angeboten. Eine &amp;#039;&amp;#039;große Leberkur&amp;#039;&amp;#039; kostet bereits 70&amp;amp;nbsp;Euro, und inklusive der Beratung durch einen Heilpraktiker kann das Ganze über 200&amp;amp;nbsp;Euro kosten, wie Patienten berichten.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2009/09/leberreinigung-directors-cut.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Leberreinigung auf dem Prüfstand des Universitätsklinikums Gießen==&lt;br /&gt;
Der Internist Nils Ewald vom Universitätsklinikum Gießen veröffentlichte im September 2009 eine Mitteilung an die Deutsche Medizinische Wochenschau,&amp;lt;ref&amp;gt;Ewald, N, Hardt, P D: Flushing stones? &amp;quot;Leberreinigung&amp;quot; und &amp;quot;Gallenspülungen&amp;quot;. DMW 36, 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe auch Ärztezeitung vom16.9.09) [http://www.aerztezeitung.de/panorama/auch_das_noch/?sid=565901] in der er über einen 59-jährigen Mann berichtete, der sich mit einer derartigen Leberreinigung selbst zu therapieren versuchte. Dem Mann war aus einer Ultraschalluntersuchung bekannt, dass er beschwerdefreier (asymptomatischer) Gallensteinträger war. Er führte fortan alle vier Wochen eine derartige Leberreinigung mit Olivenöl und Grapefruitsaft durch. Jedes Mal fanden sich im Stuhl gallensteinähnliche Konkremente. Wegen einer möglichen &amp;quot;massiven Neigung zu Gallenstein&amp;quot; wurde er vom Hausarzt in die Gastroenterologie der Uniklinik Gießen eingewiesen. Im Ultraschall zeigten sich dort nach wie vor in gleicher Zahl Gallensteine in der Gallenblase. Die vom Patienten zur Verfügung gestellten Konkremente wurden chemisch untersucht und eindeutig als Nicht-Gallensteine identifiziert. Die typische kristalline Struktur fehlte wie die gallensteintypischen Bestandteile. Hingegen fanden sich Fettsäuren (als Reaktionsprodukt der aufgenommenen Lebensmittel Olivenöl und Fruchtsaft). Klinikinternist Ewald und zwei seiner Kollegen machten einen Selbstversuch und konnten bei (mit Ultraschall) nachgewiesenem Fehlen von eigenen Gallensteinen auf Wunsch die gewünschten &amp;quot;Steinchen&amp;quot; ausscheiden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,648156,00.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Leberreinigung nach Clark==&lt;br /&gt;
Die US-amerikanische Alternativ-Wunderheilerin [[Hulda Clark]] bewarb in eigenen Büchern und Internetbeiträgen eine eigene Version einer Leberreinigung. Eingesetzt wird dabei Glaubersalz, säurehaltige Fruchtsäfte sowie große Mengen Olivenöl. Clark machte zu dieser Methode auch irreführende Angaben. So war sie der Meinung, dass insbesondere Kinder häufig an Gallensteinen leiden würden und daher mit ihrer Methode behandelt werden sollten. Tatsächlich sind jedoch Gallensteine typische Erscheinungen des Erwachsenen und älteren Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Methode nach Andreas Moritz==&lt;br /&gt;
[[image:andreasmoritz.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
Nach Ansicht des [[Impfgegner]]s und [[Iridologie|Iridologen]] Andreas Moritz (geb. 1954) sollen die meisten Erwachsenen der industrialisierten Welt, und vor allem diejenigen, die unter chronischen Krankheiten wie Herzerkrankungen, Arthritis, Diabetes, Krebs oder MS leiden, Hunderte, wenn nicht Tausende von Gallensteinen haben, die die Gallengänge der Leber blockieren sollen. Nach seiner Moritz-Methode soll der Anwender sechs Tage lang je einen Liter Apfelsaft trinken, Magnesiumsulfat (Bittersalz, Epsom-Salz oder Epsomit) und 1/8&amp;amp;nbsp;Liter Olivenöl trinken. Hinzu kommen Grapefruitsaft oder Zitronen und Orangen. Die Fruchtsäfte sollen dabei aus dem Darm in die Leber gelangen und dort Gallensteine aufweichen und sie dadurch abfließbar machen. Um eine Unterkühlung der Leber zu vermeiden, solle auf kalte oder gefrorene Nahrungsmittel verzichtet werden. Bei Anwendung dieser Ernährung soll es zum Erscheinen von &amp;quot;hunderten kleinen Gallensteinen&amp;quot; und &amp;quot;Toxinen&amp;quot; unbekannter Art im Stuhl kommen. Die &amp;quot;Steinchen&amp;quot; sollen dabei bis etwa 3&amp;amp;nbsp;cm groß sein und in der Toilette &amp;quot;aufschwimmen&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Siehe auch==&lt;br /&gt;
*[[Lithosol]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Literatur==&lt;br /&gt;
*Christiaan W: Could these be gallstones? The Lancet, Volume 365, Issue 9468, Seite 1388, 16 April 2005 doi:10.1016/S0140-6736(05)66373-8&lt;br /&gt;
*Dekkers R. Apple juice and the chemical-contact softening of gallstones. Lancet 1999 25:354, 2171.&lt;br /&gt;
*Ewald, N, Hardt, P D: Flushing stones? „Leberreinigung” und „Gallenspülungen”. DMW 36, 2009&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,648156,00.html&lt;br /&gt;
*http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2009/09/leberreinigung-directors-cut.php&lt;br /&gt;
*http://www.aerztezeitung.de/panorama/auch_das_noch/?sid=565901&lt;br /&gt;
-------------------------------------------------------------------&lt;br /&gt;
*http://www.quackwatch.org/01QuackeryRelatedTopics/flushes.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[category:Therapie in der Pseudomedizin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Thiomersal&amp;diff=33061</id>
		<title>Thiomersal</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Thiomersal&amp;diff=33061"/>
		<updated>2009-11-18T09:43:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: Tippfehler in &amp;quot;Unerwünschte Wirkungen und Verwendung in Impfstoffen&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Thiomersal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (in den USA auch &amp;#039;&amp;#039;Thimerosal&amp;#039;&amp;#039;) ist das Natriumsalz einer organischen Quecksilberverbindung und wird als Konservierungsstoff in kosmetischen und pharmazeutischen Produkten verwendet, um diese vor mikrobiellem Abbau zu schützen. Die Substanz ist wiederholt Gegenstand von [[Verschwörungstheorie]]n gewesen, auf die sich insbesondere [[Impfkritik]]er berufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirksamkeit==&lt;br /&gt;
Thiomersal ist bereits in sehr niedrigen Konzentrationen wirksam. Die minimale Hemmkonzentration beträgt je nach Keim 0,2&amp;amp;nbsp;Mikrogramm bis 128&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Milliliter bei breitem Wirkungspektrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendung in Kosmetika==&lt;br /&gt;
In Deutschland ist Thiomersal gemäß der Kosmetik-Verordnung in Konzentrationen bis 0,007% (berechnet als Quecksilber) zur Haltbarmachung von Schmink- und Abschminkmitteln für die Augen erlaubt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.gesetze-im-internet.de/kosmetikv/anlage_6_22.html Anlage&amp;amp;nbsp;6 zu §&amp;amp;nbsp;3 der Kosmetik-Verordnung]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendung in Medizinprodukten und Arzneimitteln==&lt;br /&gt;
Thiomersal wird zur Konservierung von Reinigungs- und Aufbewahrungslösungen für Kontaktlinsen verwendet. Thiomersal wird auch zur Konservierung von Augen-, Nasen- und Ohrentropfen sowie von topischen Zubereitungen verwendet. Thiomersal findet sich auch in manchen Injektionsarzneimitteln und wurde in manchen Impfstoffen verwendet. In Impfstoffen zur Anwendung am Menschen ist in Deutschland mittlerweile in der Regel kein Thiomersal mehr enthalten, oder höchstens in Spuren aus dem Herstellungsprozess.&amp;lt;ref&amp;gt;K. Weisser, K. Bauer, P. Volkers und B. Keller-Stanislawski (2004): &amp;#039;&amp;#039;Thiomersal und Impfungen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 47, S. 1165–1174. [http://www.pei.de/cln_049/nn_159868/SharedDocs/Downloads/bgbl/2004/2004-thiomersal-impf,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/2004-thiomersal-impf.pdf PDF]&amp;lt;/ref&amp;gt; In Tierimpfstoffen wird Thiomersal weiterhin eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Impfstoffen, die in Sammelbehältern ausgeliefert werden, wird Thiomersal häufih1ger verwendet. So ist es in einer Menge von 5µg (2,5 µg Quecksilber) im H1N1 (&amp;#039;&amp;#039;Schweinegrippe&amp;#039;&amp;#039;) Impfstoff Pandemrix enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quecksilber (Hg)==&lt;br /&gt;
Zu unterscheiden sind elementares Quecksilber, anorganische und organische Quecksilberverbindungen. Anorganische Quecksilberverbindungen (Oxidationsstufen +1 und +2) entstehen aus Quecksilber in Verbindung mit nichtmetallischen Elementen wie z.B. Chlor, Schwefel oder Sauerstoff. Bei den organischen dasQuecksilberverbindungen (Oxidationsstufe +2) steht aufgrund seines Vorkommens in der Umwelt und der Toxizität insbesondere das Methylquecksilber im Vordergrund. Es kann in wässriger Umgebung aus elementarem Quecksilber entstehen. Über die Nahrungskette, vor allem durch den Verzehr von Fischen, kann es auf diesem Wege vom Menschen aufgenommen werden. Die Gesamtmenge Quecksilber im Körper eines Erwachsenen mit 70 Kg Körpergewicht wird auf etwa 13 mg Hg geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tägliche Quecksilberaufnahme wird nach Angaben der WHO (2000) auf  2,4 μg (für  Methylquecksilber) und 4,2 µg (für anorganische Quecksilberverbindungen) geschätzt. Diese Werte hängen allerdings stark von den Ernährungsgewohnheiten ab. So ist beispielsweise relativ viel Quecksilber in Fisch enthalten, als Methylquecksilber. Haifisch kann beispielsweise 1,4 mg Mehylquecksilber pro Kilo enthalten&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.sharkproject.org/Content.Node/kampagne/laufende_projekte/stop-sales/methylquecksilber.de.php&amp;lt;/ref&amp;gt;. Laut einer FDA-Studie soll die durchschnittliche tägliche Quecksilberaufnahme eines 70 Kg schweren Erwachsenen bei 3,5µg liegen. Im Jahre 2005 wurde bei älteren Männern aus Katalonien eine tägliche Hg-Aufnahme von 9,89 μg festgestellt&amp;lt;ref&amp;gt;Gemma Falcó,† Juan M. Llobet,† Ana Bocio,‡ and José L. Domingo. Daily Intake of Arsenic, Cadmium, Mercury, and Lead by Consumption of Edible Marine Species. J. Agric. Food Chem., 2006, 54 (16), pp 6106–6112. DOI.  10.1021/jf0610110&amp;lt;/ref&amp;gt;. 2008 wurden in Amazonien Hg-Aufnahmen von 0 - 11,8 µg/kg/Tag gemessen&amp;lt;ref&amp;gt;Passos CJ, Da Silva DS, Lemire M, Fillion M, Guimarães JR, Lucotte M, Mergler D. Daily mercury intake in fish-eating populations in the Brazilian Amazon. J Expo Sci Environ Epidemiol. 2008 Jan;18(1):76-87. Epub 2007 Sep 5. PMID:17805232 &amp;lt;/ref&amp;gt;. Eine Studie aus Finnland stellte 1995 bei finnischen Männern im Alter von 42 - 60 Jahren eine tägliche Quecksilberaufnahme von 7.6 µg (1.1 bis 95.3 µg) fest &amp;lt;ref&amp;gt;Jukka T. et al, Intake of Mercury From Fish, Lipid Peroxidation, and the Risk of Myocardial Infarction and Coronary, Cardiovascular, and Any Death in Eastern Finnish Men. Circulation. 1995;91:645-655&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grenzwerte: 1996 hatte die amerikanische Umweltschutzbehörde einen RfD-Wert von 0,1µg pro Kilo Körpergewicht und Tag festgelegt (also 7 µg für einen 70 Kg Menschen), also denjenigen Wert, der als gesundheitlich unbedenklich erachtet wird. Die FDA legte einen ADI-Wert (acceptable daily intake) von 0,4 µg pro Kilo Körpergewicht und Tag fest. Die ATSDR stellte fest, dass eine tägliche Aufnahme von 0,3 µg Methylquecksilber pro Kilo Körpergewicht und Tag selbst lebenslang zu keinen Gesundheitsbeeinflussungen führe. 2003 änderte die WHO eigene Empfehlungen zur wöchentlichen Quecksilberaufnahme und legte einen Wert von 1,6 µg pro Kilo Körpergewicht und Woche fest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Toxizität von Quecksilber: oral aufgenommenes elementares Quecksilber wird kaum im Magen-Darm Trakt resorbiert (&amp;lt; 1%) Ein dokumentierter Selbstötungsversuch mit injiziertem Quecksilber schlug fehl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anorganische Quecksilberverbindungen (nur zweiwertige) Die kleinste tödliche Menge liegt beim Menschen bei etwa 3-15 mg pro kg Körpergewicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typischer Vertreter organischer Quecksilberverbindungen ist das gut resorbierbare Methylquecksilber , welches durch Methylisierung anorganischen Quecksilbers entsteht und sich in der Nahrungskette, vornehmlich in Fisch anreichert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als extrem toxisch gilt Dimethylquecksilber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unerwünschte Wirkungen und Verwendung in Impfstoffen==&lt;br /&gt;
Ende der 1990er Jahren kamen Bedenken an der Unbedenklichkeit von Thiomersal auf. Einerseits auf Grund zunehmender Meldungen von unerwünschten Wirkungen, insbesondere Überempfindlichkeitsreaktionen, andererseits auch wegen der kumulierenden Quecksilberbelastung von Kindern durch die routinemäßigen Kinderimpfungen, auf Grund derer neurologische Störungen befürchtet wurden. Die Behörden in den USA und Europa empfahlen vorsorglich - ohne dass konkrete Hinweise auf eine neurologische Giftigkeit vorlagen - Thiomersal und andere organische Quecksilberverbindungen möglichst aus Impfstoffen für Säuglinge und Kleinkinder zu entfernen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.emea.europa.eu/pdfs/human/press/pus/2096299EN.pdf  Statement der Europäischen Arzneimittelagentur&amp;amp;nbsp;(EMEA) zu Thiomersal-haltigen Arzneimitteln] Juli 1999 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 2004 revidierte der Ausschuss der Europäischen Arzneimittelagentur EMEA die Bewertung von Thiomersal in Impfstoffen. Die Auswertung von epidemiologische Studien hatte zu dem Schluss geführt, dass kein Zusammenhang zwischen neurologischen Entwicklungsstörungen und Thiomersal in Impfstoffen bestehe. Dennoch solle die Entwicklung quecksilberfreier Impfstoffe, auch aus ökologischen Gründen, weiter voran getrieben werden. Die EMEA betonte, der Vorteil von Impfungen überwiege bei weitem theoretische Risiken des Thiomersals.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.emea.europa.eu/pdfs/human/press/pus/119404en.pdf  Statement der Europäischen Arzneimittelagentur&amp;amp;nbsp;(EMEA) zur Verwendung von Thiomersal in Impfstoffen zur Anwendung am Menschen] März 2004 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in den USA werden bei Kindern unter sechs Jahren nur noch Impfstoffe eingesetzt, die kein Thiomersal oder höchstens Spuren davon enthalten. Insgesamt sind in den USA die meisten Impfstoffe in Einzeldosisverpackungen frei von Thiomersal.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.fda.gov/Cber/vaccine/thimerosal.htm Thimerosal in Vaccines], Food and Drug Administration (FDA), Juni 2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa 50 Massenprozent von Thiomersal entfallen auf Quecksilber.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die WHO gibt als &amp;#039;&amp;#039;provisional tolerable weekly intake&amp;#039;&amp;#039; (PTWIs) für Quecksilber den Wert von 5 μg/kg Körpergewicht an und für Methylquecksilber den Wert von 1,6 μg/kg Körpergewicht an. Der PTWI-Wert entspricht der Menge die pro Woche über die ganze Lebensspanne aufgenommen werden kann, ohne dass nach aktueller wissenschaftlicher Datenlage von einer Gefahr für die Gesundheit ausgegangen werden kann. Bei einem Körpergewicht von 80 kg ergibt sich beispielsweise eine individuelle wöchentliche Toleranzgrenze von 80 kg X 5 μg = 400 μg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verschwörungstheorien und Behauptungen aus impfkritischen Kreisen==&lt;br /&gt;
Thiomersal wurde von einigen Wissenschaftlern und Impfgegnern spekulativ mit dem Auftreten von Autismus in Verbindung gebracht, so beispielsweise von [[Dietrich Klinghardt]]. Auf Grund epidemiologischer Studien gilt ein Zusammenhang von Thiomersal und dem Vorkommen von Autismus heute als widerlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.who.int/vaccine_safety/topics/thiomersal/statement200308/en/index.html Statement on thiomersal], WHO, 2006&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Verstraeten T et al.: &amp;#039;&amp;#039;Safety of thimerosal-containing vaccines: a two-phased study of computerized health maintenance organization databases&amp;#039;&amp;#039;. Pediatrics. 112(5), 2003, S. 1039–1048 PMID 14595043 ([http://pediatrics.aappublications.org/cgi/reprint/112/5/1039 PDF, 120 kB])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Hviid A et al.: &amp;#039;&amp;#039;Association between thimerosal-containing vaccine and autism&amp;#039;&amp;#039;. JAMA. 290(13), 2003, S. 1763–1766 PMID 14519711 ([http://jama.ama-assn.org/cgi/reprint/290/13/1763 PDF, 81 kB])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=Fombonne06&amp;gt;Fombonne E et al.: &amp;#039;&amp;#039;Pervasive developmental disorders in Montreal, Quebec, Canada: prevalence and links with immunizations&amp;#039;&amp;#039;. Pediatrics. 118(1), 2006, S. e139–50 PMID 16818529 ([http://pediatrics.aappublications.org/cgi/reprint/118/1/e139 PDF, 584 kB])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=Shevell06&amp;gt;Shevell M et Fombonne E: &amp;#039;&amp;#039;Autism and MMR vaccination or thimerosal exposure: an urban legend?&amp;#039;&amp;#039;. Can J Neurol Sci. 33(4), 2006, S. 339–40 PMID 17168157&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=DeStefano07&amp;gt;DeStefano F: &amp;#039;&amp;#039;Vaccines and autism: evidence does not support a causal association&amp;#039;&amp;#039;. Clin Pharmacol Ther. 82(6), 2007, S. 756–759 PMID 17928818&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;„Die Weltgesundheitsorganisation WHO, das US-amerikanische &amp;quot;Institute of Medicine&amp;quot;, sowie die europäische Arzneimittelbehörde EMEA sind inzwischen unabhängig voneinander zu dem Schluss gelangt, dass die verfügbaren Studien gegen einen solchen Zusammenhang sprechen.“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Robert-Koch-Institut in [http://www.rki.de/nn_205932/DE/Content/Infekt/Impfen/Bedeutungen/Schutzimpfungen__20__Einwaende.html?__nnn=true Schutzimpfungen – 20&amp;amp;nbsp;Einwände und Antworten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hans Tolzin und der Thiomersal-Fake==&lt;br /&gt;
[[image:Thiomersalfake.jpg|Ausschnitt aus dem Fake|400px|thumb]]&lt;br /&gt;
Dem Impfgegner und medizinischen Laien [[Hans Tolzin]] wurde 2005 erfolgreich ein gefälschtes internes Schreiben zugespielt, in dem die abwegige Behauptung zu finden war, dass Thiomersal durch Verwendung von bestimmten Quecksilberisotopen derartig in Impfstoffen verwendet werden könne, dass einschlägige Nachweisverfahren die Substanz nicht nachweisen könnten. Außerdem würde hierbei Quecksilber aus Giftmüll in Impfstoffen sozusagen recycelt. &amp;#039;&amp;#039;Belegt&amp;#039;&amp;#039; wurden die Angaben durch lächerliche Behauptungen, ansprechende Grafiken, sowie Fotos einer Kaffeetasse von ALDI. Die Angaben waren so gestaltet, dass sie recht einfach als Fake erkannt werden konnten, bzw. bei einer auch nur oberflächlichen Überprüfung zwangsläufig als solcher erkannt werden mussten. Die Fake-PDF-Datei&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.geocities.com/zurueck_2006/fake/thiomersal.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde über eine Yahoo-Emailadresse(!) hochgeladen. Hier hätten spätestens die Alarmglocken klingeln sollen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://de.geocities.com/zurueck_2006/fake/index.htm]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.google.de/search?q=thiomersal+fake]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tolzin nahm den Fake ungeprüft in seinen pseudowissenschaftlichen &amp;quot;Impf-Report&amp;quot; auf. Nach einer Woche wurde der Fake enthüllt, und Hans Tolzin sowie die Impfgegnerin [[Angelika Kögel-Schauz]] (Initiative Eltern für Impfaufklärung - EFI) waren blamiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gefälschte &amp;#039;&amp;#039;hochbrisante&amp;#039;&amp;#039; Dokument ist heute noch (2008) auf Seiten der Impfgegner zu finden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.impfkritik.de/quecksilber/thiomersal.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Veröffentlicht wurde das Papier &amp;#039;&amp;#039;[...] da keiner der von uns befragten Fachleute mit Sicherheit die Möglichkeit des geschilderten Verfahrens ausschließen konnte [...]&amp;#039;&amp;#039;. Weiterhin wird behauptet, &amp;#039;&amp;#039;Der aktuelle Stand ist der, dass es technisch wohl möglich zu sein scheint, ein Quecksilberisotop mit den von &amp;quot;Thomas&amp;quot; beschriebenen Eigenschaften herzustellen.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------&lt;br /&gt;
Siehe auch: [[Squalen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie: [http://www.swiss-paediatrics.org/paediatrica/vol11/n2/thiomersal-ge.htm Quecksilbersalze in Impfstoffen]&lt;br /&gt;
*[http://www.who.int/foodsafety/publications/chem/mercuryexposure.pdf Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA) / Quecksilber]&lt;br /&gt;
*http://www.chemievorlesung.uni-kiel.de/1992_umweltbelastung/metal2.htm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;br /&gt;
[[category:Impfen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Agnostik&amp;diff=33059</id>
		<title>Benutzer Diskussion:Agnostik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Agnostik&amp;diff=33059"/>
		<updated>2009-11-18T09:13:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Quecksilber: habe das im Artikel [[Thiomersal]] auch auf 14µg geändert. Um sicher zu gehen: kannst Du noch eine Quelle nennen ? Gruss [[Benutzer:Deceptor|Deceptor]] 15:35, 16. Nov. 2009 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bedingt. die mg waren defintiv falsch. bei allum.de/index.php?mod=noxe&amp;amp;n_id=29 steht der wert von 3 mikrogramm hg/tag durch nahrungsmittel. bin nicht vom fach und wollte so weit nicht gehen. aber gäbe es einen komparativ zu richtig, wäre es so, wie es jetzt ist, zumindest richtiger als vorher :) wer sich auskennt, möge dies gerne korrigieren. --[[Benutzer:Agnostik|Agnostik]] 15:41, 16. Nov. 2009 (CET)&lt;br /&gt;
::jetzt habe ich ausführlicher nachrecherchiert. [[Benutzer:Deceptor|Deceptor]] 22:52, 17. Nov. 2009 (CET)&lt;br /&gt;
:::hab bei thiomersal noch ein paar tippfehler beseitigt. danke für die recherche und korrektur! --[[Benutzer:Agnostik|Agnostik]] 10:13, 18. Nov. 2009 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Thiomersal&amp;diff=33058</id>
		<title>Thiomersal</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Thiomersal&amp;diff=33058"/>
		<updated>2009-11-18T09:08:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: Tippfehler bei &amp;quot;Grenzwerte&amp;quot; korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Thiomersal&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (in den USA auch &amp;#039;&amp;#039;Thimerosal&amp;#039;&amp;#039;) ist das Natriumsalz einer organischen Quecksilberverbindung und wird als Konservierungsstoff in kosmetischen und pharmazeutischen Produkten verwendet, um diese vor mikrobiellem Abbau zu schützen. Die Substanz ist wiederholt Gegenstand von [[Verschwörungstheorie]]n gewesen, auf die sich insbesondere [[Impfkritik]]er berufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Wirksamkeit==&lt;br /&gt;
Thiomersal ist bereits in sehr niedrigen Konzentrationen wirksam. Die minimale Hemmkonzentration beträgt je nach Keim 0,2&amp;amp;nbsp;Mikrogramm bis 128&amp;amp;nbsp;Mikrogramm pro Milliliter bei breitem Wirkungspektrum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendung in Kosmetika==&lt;br /&gt;
In Deutschland ist Thiomersal gemäß der Kosmetik-Verordnung in Konzentrationen bis 0,007% (berechnet als Quecksilber) zur Haltbarmachung von Schmink- und Abschminkmitteln für die Augen erlaubt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.gesetze-im-internet.de/kosmetikv/anlage_6_22.html Anlage&amp;amp;nbsp;6 zu §&amp;amp;nbsp;3 der Kosmetik-Verordnung]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verwendung in Medizinprodukten und Arzneimitteln==&lt;br /&gt;
Thiomersal wird zur Konservierung von Reinigungs- und Aufbewahrungslösungen für Kontaktlinsen verwendet. Thiomersal wird auch zur Konservierung von Augen-, Nasen- und Ohrentropfen sowie von topischen Zubereitungen verwendet. Thiomersal findet sich auch in manchen Injektionsarzneimitteln und wurde in manchen Impfstoffen verwendet. In Impfstoffen zur Anwendung am Menschen ist in Deutschland mittlerweile in der Regel kein Thiomersal mehr enthalten, oder höchstens in Spuren aus dem Herstellungsprozess.&amp;lt;ref&amp;gt;K. Weisser, K. Bauer, P. Volkers und B. Keller-Stanislawski (2004): &amp;#039;&amp;#039;Thiomersal und Impfungen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 47, S. 1165–1174. [http://www.pei.de/cln_049/nn_159868/SharedDocs/Downloads/bgbl/2004/2004-thiomersal-impf,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/2004-thiomersal-impf.pdf PDF]&amp;lt;/ref&amp;gt; In Tierimpfstoffen wird Thiomersal weiterhin eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Impfstoffen, die in Sammelbehältern ausgeliefert werden, wird Thiomersal häufih1ger verwendet. So ist es in einer Menge von 5µg (2,5 µg Quecksilber) im H1N1 (&amp;#039;&amp;#039;Schweinegrippe&amp;#039;&amp;#039;) Impfstoff Pandemrix enthalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quecksilber (Hg)==&lt;br /&gt;
Zu unterscheiden sind elementares Quecksilber, anorganische und organische Quecksilberverbindungen. Anorganische Quecksilberverbindungen (Oxidationsstufen +1 und +2) entstehen aus Quecksilber in Verbindung mit nichtmetallischen Elementen wie z.B. Chlor, Schwefel oder Sauerstoff. Bei den organischen dasQuecksilberverbindungen (Oxidationsstufe +2) steht aufgrund seines Vorkommens in der Umwelt und der Toxizität insbesondere das Methylquecksilber im Vordergrund. Es kann in wässriger Umgebung aus elementarem Quecksilber entstehen. Über die Nahrungskette, vor allem durch den Verzehr von Fischen, kann es auf diesem Wege vom Menschen aufgenommen werden. Die Gesamtmenge Quecksilber im Körper eines Erwachsenen mit 70 Kg Körpergewicht wird auf etwa 13 mg Hg geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tägliche Quecksilberaufnahme wird nach Angaben der WHO (2000) auf  2,4 μg (für  Methylquecksilber) und 4,2 µg (für anorganische Quecksilberverbindungen) geschätzt. Diese Werte hängen allerdings stark von den Ernährungsgewohnheiten ab. So ist beispielsweise relativ viel Quecksilber in Fisch enthalten, als Methylquecksilber. Haifisch kann beispielsweise 1,4 mg Mehylquecksilber pro Kilo enthalten&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.sharkproject.org/Content.Node/kampagne/laufende_projekte/stop-sales/methylquecksilber.de.php&amp;lt;/ref&amp;gt;. Laut einer FDA-Studie soll die durchschnittliche tägliche Quecksilberaufnahme eines 70 Kg schweren Erwachsenen bei 3,5µg liegen. Im Jahre 2005 wurde bei älteren Männern aus Katalonien eine tägliche Hg-Aufnahme von 9,89 μg festgestellt&amp;lt;ref&amp;gt;Gemma Falcó,† Juan M. Llobet,† Ana Bocio,‡ and José L. Domingo. Daily Intake of Arsenic, Cadmium, Mercury, and Lead by Consumption of Edible Marine Species. J. Agric. Food Chem., 2006, 54 (16), pp 6106–6112. DOI.  10.1021/jf0610110&amp;lt;/ref&amp;gt;. 2008 wurden in Amazonien Hg-Aufnahmen von 0 - 11,8 µg/kg/Tag gemessen&amp;lt;ref&amp;gt;Passos CJ, Da Silva DS, Lemire M, Fillion M, Guimarães JR, Lucotte M, Mergler D. Daily mercury intake in fish-eating populations in the Brazilian Amazon. J Expo Sci Environ Epidemiol. 2008 Jan;18(1):76-87. Epub 2007 Sep 5. PMID:17805232 &amp;lt;/ref&amp;gt;. Eine Studie aus Finnland stellte 1995 bei finnischen Männern im Alter von 42 - 60 Jahren eine tägliche Quecksilberaufnahme von 7.6 µg (1.1 bis 95.3 µg) fest &amp;lt;ref&amp;gt;Jukka T. et al, Intake of Mercury From Fish, Lipid Peroxidation, and the Risk of Myocardial Infarction and Coronary, Cardiovascular, and Any Death in Eastern Finnish Men. Circulation. 1995;91:645-655&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grenzwerte: 1996 hatte die amerikanische Umweltschutzbehörde einen RfD-Wert von 0,1µg pro Kilo Körpergewicht und Tag festgelegt (also 7 µg für einen 70 Kg Menschen), also denjenigen Wert, der als gesundheitlich unbedenklich erachtet wird. Die FDA legte einen ADI-Wert (acceptable daily intake) von 0,4 µg pro Kilo Körpergewicht und Tag fest. Die ATSDR stellte fest, dass eine tägliche Aufnahme von 0,3 µg Methylquecksilber pro Kilo Körpergewicht und Tag selbst lebenslang zu keinen Gesundheitsbeeinflussungen führe. 2003 änderte die WHO eigene Empfehlungen zur wöchentlichen Quecksilberaufnahme und legte einen Wert von 1,6 µg pro Kilo Körpergewicht und Woche fest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Toxizität von Quecksilber: oral aufgenommenes elementares Quecksilber wird kaum im Magen-Darm Trakt resorbiert (&amp;lt; 1%) Ein dokumentierter Selbstötungsversuch mit injiziertem Quecksilber schlug fehl.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anorganische Quecksilberverbindungen (nur zweiwertige) Die kleinste tödliche Menge liegt beim Menschen bei etwa 3-15 mg pro kg Körpergewicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typischer Vertreter organischer Quecksilberverbindungen ist das gut resorbierbare Methylquecksilber , welches durch Methylisierung anorganischen Quecksilbers entsteht und sich in der Nahrungskette, vornehmlich in Fisch anreichert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als extrem toxisch gilt Dimethylquecksilber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Unerwünschte Wirkungen und Verwendung in Impfstoffen==&lt;br /&gt;
Ende der 1990er Jahren kamen Bedenken an der Unbedenklichkeit von Thiomersal auf. Einerseits auf Grund zunehmender Meldungen von unerwünschten Wirkungen, insbesondere Überempfindlichkeitsreaktionen, andererseits auch wegen der kumulierenden Quecksilberbelastung von Kindern durch die routinemäßigen Kinderimpfungen, auf Grund derer neurologische Störungen befürchtet wurden. Die Behörden in den USA und Europa empfahlen vorsorglich - ohne dass konkrete Hinweise auf eine neurologische Giftigkeit vorlagen - Thiomersal und andere organische Quecksilberverbindungen möglichst aus Impfstoffen für Säuglinge und Kleinkinder zu entfernen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.emea.europa.eu/pdfs/human/press/pus/2096299EN.pdf  Statement der Europäischen Arzneimittelagentur&amp;amp;nbsp;(EMEA) zu Thiomersal-haltigen Arzneimitteln] Juli 1999 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 2004 revidierte der Ausschuss der Europäischen Arzneimittelagentur EMEA die Bewertung von Thiomersal in Impfstoffen. Die Auswertung von epidemiologische Studien hatte zu dem Schluss geführt, dass kein Zusammenhang zwischen neurologischen Entwicklungsstörungen und Thiomersal in Impfstoffen bestehe. Dennoch solle die Entwicklung quecksilberfreier Impfstoffe, auch aus ökologischen Gründen, weiter voran getrieben werden. Die EMEA betonte, der Vorteil von Impfungen überwiege bei weitem theoretische Risiken des Thiomersals.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.emea.europa.eu/pdfs/human/press/pus/119404en.pdf  Statement der Europäischen Arzneimittelagentur&amp;amp;nbsp;(EMEA) zur Verwendung von Thiomersal in Impfstoffen zur Anwendung am Menschen] März 2004 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in den USA werden bei Kindern unter sechs Jahren nur noch Impfstoffe eingesetzt, die kein Thiomersal oder höchstens Spuren davon enthalten. Insgesamt sind in den USA die meisten Impfstoffe in Einzeldosisverpackungen frei von Thiomersal.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.fda.gov/Cber/vaccine/thimerosal.htm Thimerosal in Vaccines], Food and Drug Administration (FDA), Juni 2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa 50 Massenprozent von Thiomersal entfallen auf Quecksilber.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die WHO gibt als &amp;#039;&amp;#039;provisional tolerable weekly intake&amp;#039;&amp;#039; (PTWIs) für Quecksilber den Wert von 5 μg/kg Körpergewicht an und für Methylquecksilber den Wert von 1,6 μg/kg Körpergewicht an. Der PTWI-Wert entspricht der Menge die pro Woche über die ganze Lebensspanne aufgenommen werden kann, ohne dass nach aktueller wissenschaftlicher Satenlage von einer Gefahr für die Gesundheit ausgegangen werden kann. Bei einem Körpergewicht von 80 kg ergibt sich beispielsweise eine individuelle wöchentliche Toleranzgrenze von 80 kg X 5 μg = 400 μg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verschwörungstheorien und Behauptungen aus impfkritischen Kreisen==&lt;br /&gt;
Thiomersal wurde von einigen Wissenschaftlern und Impfgegnern spekulativ mit dem Auftreten von Autismus in Verbindung gebracht, so beispielsweise von [[Dietrich Klinghardt]]. Auf Grund epidemiologischer Studien gilt ein Zusammenhang von Thiomersal und dem Vorkommen von Autismus heute als widerlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.who.int/vaccine_safety/topics/thiomersal/statement200308/en/index.html Statement on thiomersal], WHO, 2006&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Verstraeten T et al.: &amp;#039;&amp;#039;Safety of thimerosal-containing vaccines: a two-phased study of computerized health maintenance organization databases&amp;#039;&amp;#039;. Pediatrics. 112(5), 2003, S. 1039–1048 PMID 14595043 ([http://pediatrics.aappublications.org/cgi/reprint/112/5/1039 PDF, 120 kB])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Hviid A et al.: &amp;#039;&amp;#039;Association between thimerosal-containing vaccine and autism&amp;#039;&amp;#039;. JAMA. 290(13), 2003, S. 1763–1766 PMID 14519711 ([http://jama.ama-assn.org/cgi/reprint/290/13/1763 PDF, 81 kB])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=Fombonne06&amp;gt;Fombonne E et al.: &amp;#039;&amp;#039;Pervasive developmental disorders in Montreal, Quebec, Canada: prevalence and links with immunizations&amp;#039;&amp;#039;. Pediatrics. 118(1), 2006, S. e139–50 PMID 16818529 ([http://pediatrics.aappublications.org/cgi/reprint/118/1/e139 PDF, 584 kB])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=Shevell06&amp;gt;Shevell M et Fombonne E: &amp;#039;&amp;#039;Autism and MMR vaccination or thimerosal exposure: an urban legend?&amp;#039;&amp;#039;. Can J Neurol Sci. 33(4), 2006, S. 339–40 PMID 17168157&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=DeStefano07&amp;gt;DeStefano F: &amp;#039;&amp;#039;Vaccines and autism: evidence does not support a causal association&amp;#039;&amp;#039;. Clin Pharmacol Ther. 82(6), 2007, S. 756–759 PMID 17928818&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;„Die Weltgesundheitsorganisation WHO, das US-amerikanische &amp;quot;Institute of Medicine&amp;quot;, sowie die europäische Arzneimittelbehörde EMEA sind inzwischen unabhängig voneinander zu dem Schluss gelangt, dass die verfügbaren Studien gegen einen solchen Zusammenhang sprechen.“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Robert-Koch-Institut in [http://www.rki.de/nn_205932/DE/Content/Infekt/Impfen/Bedeutungen/Schutzimpfungen__20__Einwaende.html?__nnn=true Schutzimpfungen – 20&amp;amp;nbsp;Einwände und Antworten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hans Tolzin und der Thiomersal-Fake==&lt;br /&gt;
[[image:Thiomersalfake.jpg|Ausschnitt aus dem Fake|400px|thumb]]&lt;br /&gt;
Dem Impfgegner und medizinischen Laien [[Hans Tolzin]] wurde 2005 erfolgreich ein gefälschtes internes Schreiben zugespielt, in dem die abwegige Behauptung zu finden war, dass Thiomersal durch Verwendung von bestimmten Quecksilberisotopen derartig in Impfstoffen verwendet werden könne, dass einschlägige Nachweisverfahren die Substanz nicht nachweisen könnten. Außerdem würde hierbei Quecksilber aus Giftmüll in Impfstoffen sozusagen recycelt. &amp;#039;&amp;#039;Belegt&amp;#039;&amp;#039; wurden die Angaben durch lächerliche Behauptungen, ansprechende Grafiken, sowie Fotos einer Kaffeetasse von ALDI. Die Angaben waren so gestaltet, dass sie recht einfach als Fake erkannt werden konnten, bzw. bei einer auch nur oberflächlichen Überprüfung zwangsläufig als solcher erkannt werden mussten. Die Fake-PDF-Datei&amp;lt;ref&amp;gt;http://de.geocities.com/zurueck_2006/fake/thiomersal.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde über eine Yahoo-Emailadresse(!) hochgeladen. Hier hätten spätestens die Alarmglocken klingeln sollen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://de.geocities.com/zurueck_2006/fake/index.htm]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.google.de/search?q=thiomersal+fake]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tolzin nahm den Fake ungeprüft in seinen pseudowissenschaftlichen &amp;quot;Impf-Report&amp;quot; auf. Nach einer Woche wurde der Fake enthüllt, und Hans Tolzin sowie die Impfgegnerin [[Angelika Kögel-Schauz]] (Initiative Eltern für Impfaufklärung - EFI) waren blamiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das gefälschte &amp;#039;&amp;#039;hochbrisante&amp;#039;&amp;#039; Dokument ist heute noch (2008) auf Seiten der Impfgegner zu finden.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.impfkritik.de/quecksilber/thiomersal.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Veröffentlicht wurde das Papier &amp;#039;&amp;#039;[...] da keiner der von uns befragten Fachleute mit Sicherheit die Möglichkeit des geschilderten Verfahrens ausschließen konnte [...]&amp;#039;&amp;#039;. Weiterhin wird behauptet, &amp;#039;&amp;#039;Der aktuelle Stand ist der, dass es technisch wohl möglich zu sein scheint, ein Quecksilberisotop mit den von &amp;quot;Thomas&amp;quot; beschriebenen Eigenschaften herzustellen.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
---------------------&lt;br /&gt;
Siehe auch: [[Squalen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie: [http://www.swiss-paediatrics.org/paediatrica/vol11/n2/thiomersal-ge.htm Quecksilbersalze in Impfstoffen]&lt;br /&gt;
*[http://www.who.int/foodsafety/publications/chem/mercuryexposure.pdf Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives (JECFA) / Quecksilber]&lt;br /&gt;
*http://www.chemievorlesung.uni-kiel.de/1992_umweltbelastung/metal2.htm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einzelnachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Wikipedia}}&lt;br /&gt;
[[category:Impfen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Juliane_Sacher&amp;diff=33025</id>
		<title>Juliane Sacher</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Juliane_Sacher&amp;diff=33025"/>
		<updated>2009-11-17T21:05:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: Typo: &amp;quot;der Esoterikpostillen&amp;quot; -&amp;gt; &amp;quot;den Esoterikpostillen&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:Juliane_Sacher.jpg|thumb]]&lt;br /&gt;
[[image:SacherKremer.jpg|Sacher und H.&amp;amp;nbsp;Kremer|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Juliane Sacher&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (geb. 19.&amp;amp;nbsp;Dezember 1945) ist eine deutsche [[Impfgegner|impfgegnerische]] Ärztin und lebt in Frankfurt. Sie ist eine [[HIV/AIDS-Leugnung|AIDS-Kritikerin]],&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://aids-kritik.de/aids/zeitungs-serie/3_cocktails.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; betreibt [[Impfkritik]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.praxis-sacher.de/index.php?id=55&amp;lt;/ref&amp;gt; und bietet in ihrer Praxis unter anderem [[Unkonventionelle Krebstherapien|biologische Krebsbehandlungen]], Krebsbehandlung durch Ernährung und [[Orthomolekulare_Medizin|orthomolekulare Therapien]] an.&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.praxis-sacher.de/index.php?id=8&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.praxis-sacher.de/index.php?id=43&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre Ansichten vertritt sie in den [[Esoterik]]postillen [[Raum &amp;amp; Zeit]]&amp;lt;ref&amp;gt;Raum &amp;amp; Zeit Nr. 141, Mai/Juni 2006; Artikel: &amp;quot;AIDS - Chronologie der Irrtümer&amp;quot; [http://anonym.to/?http://www.positiv-hiv-aids.de/julianesacher.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Juliane Sacher: AIDS: Chronologie der Irrtümer. Raum und Zeit, 2006 Heft 142&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Raum &amp;amp; Zeit 150/2007: Mit Hopfen und Kakao gegen Allergien und Krebs [http://anonym.to/?http://www.praxis-sacher.de/uploads/media/Sacher_R_Z_11_12_2007_VIATHEN_BIOMUN.pdf]&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[CoMed]]&amp;lt;ref&amp;gt;SACHER, Juliane: AIDS-Forschung in der Sackgasse. Hemmt das HIV/AIDS-Dogma heilberufliche Hilfe? in CoMed 11, 1999, S. 80 ff&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ihre Kassenzulassung gab sie inzwischen zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.homoeopathie-akademie.de/Diplomarbeiten/Das%20Phaenomen%20Aids.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beziehungen existieren zu [[Redifferenzierungstherapie nach Kremer|Heinrich Kremer]] und [[Ralf Kollinger]]. Mit [[Hans Tolzin]] trat sie 2007&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.impf-report.de/symposium/2007/index.php&amp;lt;/ref&amp;gt; und 2008&amp;lt;ref&amp;gt;Impfsymposium 2008 5. Stuttgarter Impfsymposium; Referenten: Hartmann, Tolzin, Sacher, Kneißl u.a. http://www.impfkritik.de/pressespiegel/2008060402.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; auf einem so genannten &amp;#039;&amp;#039;Impfsymposium&amp;#039;&amp;#039; von [[Impfgegner]]n auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Internet wird Sacher mit der Angabe zitiert, dass Patienten der &amp;quot;[[Schulmedizin]]&amp;quot; ihre Krebs-Diagnose um durchschnittlich 4&amp;amp;nbsp;Jahre überleben würden, während es bei Patienten alternativer Therapeuten oder Therapieverweigerern 12&amp;amp;nbsp;Jahre wären.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.wunschfilme.net/sacher-krebs.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.kollinger-partner.de/html/juliane_sacher_arztin_nhv.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die AIDS-Erkrankung wäre laut Sacher die Folge einer &amp;#039;&amp;#039;intestinalen Dysbiose&amp;#039;&amp;#039; (also einer abnormalen Zusammensetzung der Darmflora)&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://hivskeptic.wordpress.com/2008/02/25/alternative-treatments-for-aids/&amp;lt;/ref&amp;gt; und nicht einer Virusinfektion. Eine Behandlung von AIDS müsse demnach [[Ganzheitlichkeit|&amp;quot;ganzheitlich&amp;quot;]] erfolgen.&amp;lt;ref&amp;gt;http://anonym.to/?http://www.praxis-sacher.de/index.php?id=8&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sacher ist zusammen mit [[Torsten Engelbrecht]] und [[Claus Köhnlein]] Autorin eines Buches über [[Unkonventionelle Krebstherapien|alternative Methoden zur Krebsbehandlung]]&amp;lt;ref&amp;gt;Engelbrecht, Torsten / Köhnlein, Claus / Pandit, Inez Maria / Sacher, Juliane: Die Zukunft der Krebsmedizin. Verlag Natura Viva. 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Behauptungen zum Impfadjuvans Squalen und Kettenbriefaktion==&lt;br /&gt;
Die Symptomatik des so genannten Gulf-War-Syndroms (GWS) führt Sacher in einer Spam-Rundmail von November 2009&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.wiwo.de/technik-wissen/krisenkommunikation-per-kettenmail-414122/2/&amp;lt;/ref&amp;gt; (&amp;quot;Geben Sie dieses Email an möglichst viele ihrer Bekannten weiter&amp;quot;) auf [[Squalen]] in Anti-Anthrax-Impfstoffen bei amerikanischen Soldaten zurück. In der E-Mail werden falsche Behauptungen aufgestellt, die bereits vor Jahren widerlegt waren. In ihrer Kettenbrief-E-Mail behauptet Sacher auch unter anderem, dass durch Impfungen gegen das im Herbst 2009 grassierende A/H1N1-Virus (&amp;#039;&amp;#039;Schweinegrippe&amp;#039;&amp;#039;) &amp;quot;8-9&amp;amp;nbsp;Millionen Bundesbürger für die nächsten Jahrzehnte unter chronischer Müdigkeit und Fibromyalgie leiden werden&amp;quot;, und dies auf Grund der Impfung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kettenbrief-Aktion war auch eine Meldung in der Rheinischen Post vom 12.&amp;amp;nbsp;November 2009 wert.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/Eine-E-Mail-verunsichert-die-Patienten_aid_782122.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut Rheinischer Post sollen womöglich hunderttausende Kopien der E-Mail verbreitet worden sein und hätten die Leser verunsichert. Das konsultierte Paul-Ehrlich-Institut&amp;amp;nbsp;(PEI) teilte dazu mit, dass die verimpfte Squalen-Dosis nicht höher sei als die durchschnittliche Menge, die täglich mit der Nahrung aufgenommen wird. Susanne Stöcker, Sprecherin des PEI teilte mit, dass in dem Kettenbrief Fakten verschwiegen würden. Als &amp;quot;eine Verunsicherung jenseits von Gut und Böse&amp;quot; bezeichnete die PEI-Sprecherin die Aussagen von Sacher. &amp;quot;Wahnsinn&amp;quot; sei es, wenn Menschen sich durch &amp;quot;die Äußerungen irgendeiner Ärztin&amp;quot; in ihrer Impfentscheidung beeinflussen ließen, obwohl alle europäischen Gesundheitsbehörden zu einer anderen Bewertung gekommen seien. Susanne Stöcker äußerte auch eine Hoffnung: &amp;quot;Dass irgendein Arzt auf die Idee kommt, dagegen standesrechtlich vorzugehen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das pharmakritische arznei-telegramm weist in einer Erklärung darauf hin, dass kein Zusammenhang zwischen Squalen und Golfkriegssyndrom besteht und schreibt: &amp;#039;&amp;#039;Wir sehen keine Belege dafür, dass der in dem Schweinegrippeimpfstoff PANDEMRIX enthaltene Wirkverstärker Squalen das so genannte Golfkriegssyndrom ausgelöst hat&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.arznei-telegramm.de/blitz-pdf/b091113.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Deutsche Ärztezeitung zitiert im November 2009 das PEI in einem Artikel mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Kein &amp;quot;Golfkriegs-Syndrom&amp;quot; durch Impfstoff&amp;#039;&amp;#039;. Zitat: &amp;#039;&amp;#039;Sorgen über den Zusatzstoff Squalen im Impfstoff gegen die Schweinegrippe sind nach Ansicht des Paul-Ehrlich-Instituts&amp;amp;nbsp;(PEI) unbegründet. Es gebe keinen Zusammenhang mit einem unklaren Krankheitsbild amerikanischer Soldaten, das als &amp;quot;Golfkriegs-Syndrom&amp;quot; beschrieben wird, teilte das Institut am Freitag in Langen bei Frankfurt mit&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/schweinegrippe/article/576400/pei-kein-golfkriegs-syndrom-durch-impfstoff.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Frage der Sicherheit von Squalen siehe auch eine [http://www.who.int/vaccine_safety/topics/adjuvants/squalene/Jun_2006/en/index.html Mitteilung der WHO] sowie von [http://www.eurosurveillance.org/images/dynamic/EE/V14N41/art19361.pdf Eurosurveillance].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sacher beruft sich bei ihren Behauptungen offenbar auf eine kleine Studie aus dem Jahre 2000, in welcher die Autoren einen Zusammenhang zwischen den Symptomen bei amerikanischen Kriegsveteranen und der Verabreichung einer angeblich squalenhaltigen Anthrax-Impfung suggerierten.&amp;lt;ref&amp;gt;Asa, P. B., Cao, Y. &amp;amp; Garry, R. F. (2000): Antibodies to squalene in Gulf War Syndrome. In: Experimental and Molecular Pathology. 68, 55-64&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Autoren stellten aber gleichzeitig fest, dass sie keinen Anhalt dafür hätten, dass Squalen in irgendeinem Impfstoff enthalten war, der im Golf-Krieg eingesetzt wurde: &amp;#039;&amp;#039;It is important to note that our laboratory-based investigations do not establish that squalene was added as adjuvant to any vaccine used in military or other personnel who served in the Persian Gulf War era.&amp;#039;&amp;#039; Die Arbeit wurde wegen methodischer Mängel kritisiert. Die Autoren revidierten zwei Jahre später ihre Ergebnisse aus dem Jahr 2000.&amp;lt;ref&amp;gt;Asa PB, Wilson RB, Garry RF. Antibodies to squalene in recipients of anthrax vaccine. Exp Mol Pathol. 2002 Aug;73(1):19-27.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die amerikanische Behörde FDA stellt ebenfalls klar, dass Squalen nicht in den Anthrax-Impfstoffen als Adjuvans eingesetzt wurde und weist als mögliche Ursache für gefundene geringe Spuren auf Squalen im Hautschweiß hin, der über Fingerabdrücke auf Glasgefäße gelangt sein könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.fda.gov/ohrms/DOCKETS/dockets/80n0208/80n-0208-c000037-15-01-vol151.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Später stellte sich heraus, dass Antikörper gegen Squalen auch natürlicherweise in der allgemeinen Bevölkerung vorkommen, unabhängig davon, ob sie mit squalenhaltigen Impfstoffenen geimpft wurden oder nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Giuseppe Del Giudice, Elena Fragapane, Roberto Bugarini, Maninder Hora, Thomas Henriksson, Emanuela Palla, Derek O&amp;#039;Hagan, John Donnelly, Rino Rappuoli, Audino Podda: Vaccines with the MF59 Adjuvant Do Not Stimulate Antibody Responses against Squalene. Clinical and Vaccine Immunology, September 2006, p. 1010-1013, Vol. 13, No. 9 1071-412X/06/$08.00+0 doi:10.1128/CVI.00191-06&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Gary R. Matyas, Mangala Rao a, Phillip R. Pittman, Robert Burge, Iris E. Robbins, Nabila M. Wassef, Brandie Thivierge, Carl R. Alving: Detection of antibodies to squalene*1: III. Naturally occurring antibodies to squalene in humans and mice. Journal of Immunological Methods, Volume 286, Issues 1-2, March 2004, Seiten 47-67&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.anthrax.osd.mil/resource/qna/qaAll.asp?cID=319&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Untersuchung aus dem Jahre 2002 stellte fest, dass in keinem Anthrax-Impfstoff, der bei Soldaten im Golfkrieg eingesetzt wurde, Squalen enthalten war: &amp;#039;&amp;#039;The results of these analyses provide direct evidence for the absence of squalene as an ingredient or a manufacturing contaminant in Anthrax Vaccine Adsorbed.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Spanggord RJ, Wu B, Sun M, Lim P, Ellis WY. Development and application of an analytical method for the determination of squalene in formulations of anthrax vaccine adsorbed. J Pharm Biomed Anal. 2002 Jun 20;29(1-2):183-93&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 2006 fand die gleiche Forschergruppe, nach einer Erhöhung der Empfindlichkeit der eigenen Messmethodik, Spuren von Squalen in einer einzigen Flasche (Bezeichnung FAV008) von 44&amp;amp;nbsp;Flaschen insgesamt aus 38&amp;amp;nbsp;Chargen. Die gemessene Squalen-Konzentration lag dabei jedoch unterhalb der Squalen-Konzentration im menschlichen Serum von 290&amp;amp;nbsp;µg/l. Die Autoren zeigten damit, dass in fast allen Anthrax-Impfstoffen Squalen nicht nachweisbar war.&amp;lt;ref&amp;gt;Spanggord RJ, Sun M, Lim P, Ellis WY. Enhancement of an analytical method for the determination of squalene in anthrax vaccine adsorbed formulations. J Pharm Biomed Anal. 2006 Oct 11;42(4):494-9. Epub 2006 Jun 9&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Mitteilung des PEI vom 12.&amp;amp;nbsp;November 2009 weist ebenso an Hand einer Literaturauswertung einen möglichen Zusammenhang zwischen Squalen und GWS zurück [http://www.pei.de/cln_180/nn_1715010/DE/infos/fachkreise/impf-fach/schweineinfluenza/sicherheit-pand-impfstoff/stellungnahme-sicherheit-squalen.html].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gleiche Argumentationsweise auf Basis falscher Annahmen ist auch vom Paderborner Arzt [[Jürgen Seefeldt]] bekannt, sowie von [[Verschwörungstheorie|Verschwörungstheoretikern]] wie [[Anders Bruun Laursen]], [[Rima Laibow]] und [[Jeff Rense]]. Zu den diskutierten möglichen Ursachen des &amp;quot;Golfkriegssyndroms&amp;quot; siehe eine [http://www.umweltmedizin.de/content/articles/511/537/index.html?catid=537&amp;amp;artid=9949&amp;amp;comp=1&amp;amp;sID=45da833125fe87d1390f7bed9a41bf20 Übersicht der Universität Kiel].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Journalistin der Wirtschaftswoche befragte Sacher zu den Quellen für ihre Kettenbrief-E-Mail. Sacher gab zu, den Inhalt ihrer Spam-Mail weder selbst erarbeitet, recherchiert, noch fachlich fundiert beurteilt zu haben: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Ich habe nicht viel dazu beigetragen, ich gebe die Informationen nur weiter [...] Jeder soll sich eine Meinung bilden können&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;. Sacher bezog sich auf eine Webseite des Münchner Internisten und Autors [[Max Daunderer]] (www.toxcenter.de). Daunderer ist bekannter Amalgam-Gegener und inzwischen dogmatischer Impfgegner geworden. So findet man auf seiner Webpage auch die Behauptung, die Spanische Grippe 1918/1919 hätte es nie gegeben, wer starb (immerhin 20&amp;amp;nbsp;Millionen Menschen), sei einzig und allein von den Ärzten durch &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;ihre groben und tödlichen Behandlungen und Medikamente&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039; wie die Grippe-Impfung &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;umgebracht worden&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.wiwo.de/technik-wissen/krisenkommunikation-per-kettenmail-414122/2/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://anonym.to/?http://www.praxis-sacher.de/index.php?id=25&amp;amp;L=0&lt;br /&gt;
*http://anonym.to/?http://www.praxis-sacher.de/uploads/media/Sacher_R_Z_11_12_2007_VIATHEN_BIOMUN.pdf&lt;br /&gt;
*http://www.youtube.com/watch?v=MfZ1tEE_Sek&lt;br /&gt;
-----------------&lt;br /&gt;
*http://www.scienceblogs.de/weitergen/2009/11/juliane-sacher-die-impfopfer-vom-golfkrieg-durch-quecksilber-und-squalen.php#comments&lt;br /&gt;
*http://www.scienceblogs.de/plazeboalarm/2009/11/squalen-und-das-golfkriegssyndrom.php&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Sacher, Juliane}}&lt;br /&gt;
[[category:Arzt]]&lt;br /&gt;
[[category:HIV/AIDS-Leugnung]]&lt;br /&gt;
[[category:Impfgegner]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Benutzer:Agnostik&amp;diff=32985</id>
		<title>Benutzer:Agnostik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Benutzer:Agnostik&amp;diff=32985"/>
		<updated>2009-11-16T17:01:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: Die Seite wurde neu angelegt: &amp;quot;Das Geheimnis des Erfolges ist Aufrichtigkeit. Sobald man das vortäuschen kann, hat man es geschafft.&amp;quot; - Jean Giraudoux&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&amp;quot;Das Geheimnis des Erfolges ist Aufrichtigkeit. Sobald man das vortäuschen kann, hat man es geschafft.&amp;quot; - Jean Giraudoux&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Agnostik&amp;diff=32984</id>
		<title>Benutzer Diskussion:Agnostik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=Benutzer_Diskussion:Agnostik&amp;diff=32984"/>
		<updated>2009-11-16T14:41:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Quecksilber: habe das im Artikel [[Thiomersal]] auch auf 14µg geändert. Um sicher zu gehen: kannst Du noch eine Quelle nennen ? Gruss [[Benutzer:Deceptor|Deceptor]] 15:35, 16. Nov. 2009 (CET)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bedingt. die mg waren defintiv falsch. bei allum.de/index.php?mod=noxe&amp;amp;n_id=29 steht der wert von 3 mikrogramm hg/tag durch nahrungsmittel. bin nicht vom fach und wollte so weit nicht gehen. aber gäbe es einen komparativ zu richtig, wäre es so, wie es jetzt ist, zumindest richtiger als vorher :) wer sich auskennt, möge dies gerne korrigieren. --[[Benutzer:Agnostik|Agnostik]] 15:41, 16. Nov. 2009 (CET)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.psiram.com/de/index.php?title=J%C3%BCrgen_Seefeldt&amp;diff=32980</id>
		<title>Jürgen Seefeldt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.psiram.com/de/index.php?title=J%C3%BCrgen_Seefeldt&amp;diff=32980"/>
		<updated>2009-11-16T14:18:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Agnostik: Typo. Masseinheit bei Tagesdosis Hg durch Nahrung.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[image:seefeldt.jpg|Jürgen Seefeldt|thumb]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jürgen Seefeld&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein deutscher impfkritischer Arzt und Internist aus Paderborn, der im Herbst 2009 durch Aussagen zum Impfadjuvans [[Squalen]] und Konservierungsstoff [[Thiomersal]] in den Massenmedien in Deutschland und im Internet auf sich aufmerksam machte. Seefeld gilt indes nicht als pauschaler [[Impfgegner]]. Im Zuge der A/H1N1 (&amp;#039;&amp;#039;Schweinegrippe&amp;#039;&amp;#039;)-Epidemie wolle er nicht nur als Arzt gegen den Erreger selbst impfen, sondern sei auch bereit sich impfen zu lassen - allerdings nur mit einem Impfstoff, der keine Adjuvantien enthalte. In diesem Zusammenhang bezeichnete sich Seefeld als &amp;#039;&amp;#039;Squalen- und Thiomersal-Gegner&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Außenseiteransichten zur im Herbst 2009 angelaufenen Impfkampagne wurden vom WDR, HR, Fritz-Radio (RBB)&amp;lt;ref&amp;gt;http://g-pb.de/Seefeldt/Seefeldt_FritzRadio_20091026.mp3&amp;lt;/ref&amp;gt; und RTL in Sendungen verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da in Deutschland im Herbst 2009 keine Impfstoffe ohne Squalen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, laufen die Aktivitäten von Seefeld auf eine praktische Verhinderungsstrategie gegen eine Impfung gegen A/H1N1 hinaus, mit der möglichen Konsequenz der Inkaufnahme zukünftiger Grippeopfer. Analoge Aktivitäten sind auch von der impfgegnerischen [[Alternativmedizin]]erin [[Juliane Sacher]] bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auffällig ist bei der Argumentationsweise von Jürgen Seefeld, die ausschließliche Verwendung von Zitaten, die seine Meinung stützen sollen. Eine Beachtung der gesamten Fachliteratur, insbesondere Artikel und Veröffentlichungen die seine Ansichten widerlegen, unterbleibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Aktivitäten zur Impfkampagne A/H1N1/09 im Jahre 2009==&lt;br /&gt;
Die im Herbst 2009 zur Verfügung stehenden Impfstoffe Pandemrix und Focetria enthalten als Adjuvans (Wirkverstärker) die Substanz Squalen, die auch im menschlichen Körper natürlicherweise vorkommt und in Pflanzenölen wie Olivenöl vorkommt. Durch den Wirkverstärker Squalen kann die Antigenmenge im Impfstoff auf die Hälfte reduziert werden, beispielsweise von 15&amp;amp;nbsp;µg auf 7,5&amp;amp;nbsp;µg. Einzelheiten zum Ajuvans Squalen und zu seiner Sicherheit sind im Artikel [[Squalen]] zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30.&amp;amp;nbsp;Oktober 2009 veröffentlichte Seefeld per E-Mail einen offenen Brief an eine Ärztin des Paul-Ehrlich-Instituts&amp;amp;nbsp;(PEI) in Langen, in dem er die erklärte Unbedenklichkeit eines Impfstoffs als eine &amp;#039;&amp;#039;infame Lüge&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete.&amp;lt;ref&amp;gt;30.10.2009. Offener Brief, Dr.&amp;amp;nbsp;med. Jürgen Seefeldt / Paderborn, gegen die Ärztin Dr.&amp;amp;nbsp;Stöcker vom Paul-Ehrlich-Institut in Langen. [http://anonym.to/?http://www.duckhome.de/tb/archives/7412-Offener-Brief-des-Internisten-Dr.-med.-Juergen-Seefeldt.html]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 2009 will Seefeld die Generalbundesanwältin am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe auf seiner Meinung nach zu erwartenden Impfopfer der Impfstoffe gegen A/H1N1 aufmerksam gemacht haben. So erwartet er, dass der Wirkverstärker Squalen innerhalb der kommenden 15&amp;amp;nbsp;Jahre mehr als 850.000&amp;amp;nbsp;Bundesbürger töten werde, falls ca. 50&amp;amp;nbsp;Millionen Deutsche mit Pandemrix und Focetria geimpft werden. Den Einsatz dieser Stoffe bezeichnete er als &amp;#039;&amp;#039;das größte Verbrechen seit dem Holocaust&amp;#039;&amp;#039;. Bei Verantwortlichen werde der &amp;#039;&amp;#039;Tag [...] kommen, wo deswegen bei den Verantwortlichen die Handschellen klicken und ich werde politisch dafür sorgen, ggf. eine neue bundesweite Partei gründen&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ansichten zu Squalen==&lt;br /&gt;
Seefeld verbreitete die inzwischen seit Jahren widerlegte Hypothese aus dem Bereich der so genannten &amp;#039;&amp;#039;Swine Flu Conspiracy&amp;#039;&amp;#039;-Hypothesen, dass Squalen für das sogenannte Gulf-war Syndrom verantwortlich sei. So behauptet er quellenlos: &amp;#039;&amp;#039;[...] Die US-Golfkrieg-Teilnehmer wurden mit squalenhaltigen multiplen Impfstoffen geimpft, u.a. mit einer Vaccine gegen Anthrax, dabei erhielten sie durchschnittlich eine Squalen-Menge von 34,2&amp;amp;nbsp;mg [...]&amp;#039;&amp;#039; Interessanterweise findet sich ein ähnlich aussehender Wert von&amp;amp;nbsp;34,2 in einer kryptischen Einheit auf einer anonymen amerikanischen Webseite, die im Rahmen einer [[Verschwörungstheorie]] versucht, die widerlegten Ansichten von [[Andrew Wakefield]] neu zu beleben und sich sogar auf [[Rima Laibow]] stützt, die ebenfalls fälschlich behauptet, dass Squalen zu Anthrax-Impfstoffen beigemischt worden wäre. Wie Seefeld auf das Umrechnungsergebnis 34,2 kommt, bleibt völlig schleierhaft. Auf der Webseite ist zu lesen: &amp;#039;&amp;#039;[...] The average quantity of squalene injected into the US soldiers abroad and at home in the anthrax vaccine during and after the Gulf War was 34.2&amp;amp;nbsp;micrograms per billion micrograms of water. According to one study, this was the cause of the Gulf War syndrome in 25% of 697.000 US&amp;amp;nbsp;personnel at home and abroad [...]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;autism-prevention.blogspot.com/2009/10/million-times-more-squalene-in-h1n1-vax.html&amp;lt;/ref&amp;gt; Man beruft sich dabei auf den pensionierten dänischen Augenarzt [[Anders Bruun Laursen]]&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.whale.to/vaccine/laursen.html&amp;lt;/ref&amp;gt;, der sich in der Vergangenheit gegen Einwanderungen von Muslimen und eine angebliche [[NWO]] auf seiner Webseite euro-med.dk&amp;lt;ref&amp;gt;Domain: euro-med.dk, Registered:2007-10-31, Expires: 2010-10-31, Registrant: Handle: ABL82-DK Name: Anders Bruun Laursen, Toftevej&amp;amp;nbsp;3, DK-4140&amp;amp;nbsp;Borup, DK&amp;lt;/ref&amp;gt; engagierte.&amp;lt;ref&amp;gt;http://euro-med.dk/?page_id=15&amp;lt;/ref&amp;gt; Laursen selbst beruft sich wiederum auf eine inzwischen geänderte Seite der englischsprachigen Wikipedia. Die von Laursen hierbei benutzte Konzentrationsangabe ist völlig ungewöhnlich, verwirrend und gleichzeitig nicht eindeutig. Es drängt sich der Verdacht auf, durch Verwendung von &amp;#039;&amp;#039;billion&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;micrograms&amp;#039;&amp;#039; eine für Laien höhere Konzentration zu suggerieren. &amp;#039;&amp;#039;Billion&amp;#039;&amp;#039; wird im englischen Sprachraum auch unterschiedlich verwendet, je nachdem ob die &amp;quot;long scale&amp;quot; oder &amp;quot;short scale&amp;quot; verwendet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;http://en.wikipedia.org/wiki/Billion&amp;lt;/ref&amp;gt; Als short scale wäre eine &amp;#039;&amp;#039;billion&amp;#039;&amp;#039; 1.000.000.000 (eintausend Millionen, 10&amp;lt;sup&amp;gt;9&amp;lt;/sup&amp;gt;, häufigste Verwendung) oder 1.000.000.000.000 (eine Million Millionen, 10&amp;lt;sup&amp;gt;12&amp;lt;/sup&amp;gt;) in der long scale. In seiner kryptischen Konzentrationsangabe kürzt sich zudem &amp;#039;&amp;#039;micro&amp;#039;&amp;#039; heraus und ist überflüssig. Eine Umrechnung seiner schwer verwirrenden Konzentrationsangabe ergibt: 34,2 Gramm Squalen / 10&amp;lt;sup&amp;gt;9&amp;lt;/sup&amp;gt; Gramm Wasser, dies entspricht einer Konzentration von 34,2 Mikrogramm Squalen pro Kilo Emulsion. Unter Annahme, dass die oben genannte Angabe von Laursen stimmt, müsste bei einer Stoffmenge von 34,2 mg Squalen den Impflingen jeweils pro Impfung eine Tonne Impfstoff gespritzt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seefeld behauptete dass 696.841&amp;amp;nbsp;Kriegsteilnehmern des Golfkrieges einen squalenhaltigen Impfstoff erhielten, und dass von 1991 bis 2005 von diesen 696.841 196.000 erkrankten. Einen Beweis dafür liefert Seefeldt nicht, sondern beruft sich auf eine Hypothese, die um das Jahr 2000 entstand, als in einer methodisch schlechten Studie (die Nachweismethode der Squalenantikörper war nicht validiert) behauptet wurde, dass in Milzbrandimpfstoffen während des Golfkrieges Squalen enthalten gewesen sei. Dies konnte in den Jahren danach durch mehrere Untersuchungen widerlegt werden.&lt;br /&gt;
Auch behauptete er dass verimpftes Squalen zu einer Anti-Squalen-Antikörperbildung führe, die eng mit der Pathologie des Golf-Krieg-Syndroms assoziiert sind. Dies konnte durch Studien widerlegt werden. Unabhängig von Impfungen mit Squalen-adjuvantierten Impfstoffen besitzen viele Menschen Antikörper gegen diese Verbindung. Auch gibt es keinen Beweis für die Annahme, dass Squalen während des Golfkrieges verimpft wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fehlerhaftigkeit und unzulässige Auswahl eigener Zitate zeigt sich im Vergleich zu einer Mitteilung des PEI zur gleichen Frage vom 12.&amp;amp;nbsp;November 2009 ([http://www.pei.de/cln_180/nn_1715010/DE/infos/fachkreise/impf-fach/schweineinfluenza/sicherheit-pand-impfstoff/stellungnahme-sicherheit-squalen.html]). Im [[Squalen]]-Artikel bei Esowatch wird im entsprechenden Unterabschnitt ebenfalls die fehlerhafte Argumentationsweise von Seefeldt deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Ansichten zu Thiomersal==&lt;br /&gt;
Seefeldt ist auch Ablehner des Konservierungsstoffes Thiomersal (auch &amp;#039;&amp;#039;Thimerosal&amp;#039;&amp;#039;), das in einigen Impfstoffen enthalten ist, so auch im Impfstoff Pandemrix (5&amp;amp;nbsp;µg).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa 50&amp;amp;nbsp;Massenprozent von Thiomersal entfallen auf Quecksilber, also pro Impfdosis 2,5&amp;amp;nbsp;µg. Die durchschnittliche Dosis Quecksilber, die täglich durch die Nahrung aufgenommen wird liegt bei 14&amp;amp;nbsp;μg.&lt;br /&gt;
Die WHO gibt als &amp;#039;&amp;#039;provisional tolerable weekly intake&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;(PTWIs) für Quecksilber den Wert von 5&amp;amp;nbsp;μg/kg Körpergewicht an und für Methylquecksilber den Wert von 1,6&amp;amp;nbsp;μg/kg Körpergewicht an. Der PTWI-Wert entspricht der Menge die pro Woche über die ganze Lebensspanne aufgenommen werden kann, ohne dass nach aktueller wissenschaftlicher Datenlage von einer Gefahr für die Gesundheit ausgegangen werden kann. Bei einem Körpergewicht von 80&amp;amp;nbsp;kg ergibt sich beispielsweise eine individuelle wöchentliche Toleranzgrenze von 80&amp;amp;nbsp;kg&amp;amp;nbsp;X&amp;amp;nbsp;5&amp;amp;nbsp;μg&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;400&amp;amp;nbsp;μg. Man könnte sich also pro Woche 160-mal mit Pandemrix impfen lassen ohne von einer Gesundheitsgefährung durch Quecksilber auszugehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl die europäische EMEA als auch die WHO erklärte in der Vergangenheit, dass Thiomersal in Impfstoffen nicht der Auslöser für neurologische Erkrankungen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weblinks==&lt;br /&gt;
*http://www.scienceblogs.de/weitergen/2009/11/dr-seefeld-squalen-und-thiomersal-die-smashing-pumpkins-ein-video-und-twitter-listen.php&lt;br /&gt;
*http://www.scienceblogs.de/weitergen/2009/11/jurgen-seefeldts-tv-karneval-und-die-suche-nach-der-motivation-der-impfgegner.php&lt;br /&gt;
*http://www.ha.osd.mil/afeb/reports/squalene.pdf&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Quellennachweise==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Seefeldt, Jürgen}}&lt;br /&gt;
[[category:Arzt]]&lt;br /&gt;
[[category:Impfkritiker]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Agnostik</name></author>
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