Institut für Baubiologie und Ökologie

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Ausschnitt: Dientleistungen des IBN

Die Firma Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN GmbH (Institut für Baubiologie und Ökologie in Neubeuern IBN) ist eine privatwirtschaftliche Einrichtung im deutschen Rosenheim.[1] Aktueller Geschäftsführer ist Winfried Schneider. Im wissenschaftlichen Beirat ist Gerd Oberfeld, der durch eine später zurückgezogene Studie zu angeblicher Krebsauslösung durch Elektrosmog bekannt wurde.

Die Firma Institut für Baubiologie führt eigene Lehrgänge durch und gibt eigene Publikationen heraus, zu denen "Wohnung + Gesundheit - Fachzeitschrift für ökologisches Bauen + Leben" gehört. Herausgegeben werden auch Bücher und DVDs über Baustoffe, zu Krankheiten, die auf das häusliche Umfeld zurückgeführt werden (Wohngifte), und zu den Themen Elektrosmog oder Radioaktivität.

Das IBN wurde 1983 in Neubeuern von Anton Schneider als Institut für Baubiologie + Oekologie Neubeuern IBN GmbH gegründet. Nach Angaben von Schneider ist das Institut aus einer "Arbeitsgemeinschaft Gesundes Bauen und Wohnen" (AGBW) des Forschungskreis für Geobiologie Dr. Hartmann e.V. des Arztes und Wünschelrutengängers Ernst Hartmann entstanden. Hartmann versuchte Krankheiten auf die Anwesenheit so genannter Erdstrahlen zurückzuführen und schuf das Hartmann-Gitter, das in der Radiästhesie eine Rolle spielt, aber wissenschaftlich nicht anerkannt und der Pseudowissenschaft zuzuordnen ist.

Kurs Baubiologe IBN

Das IBN bildet kostenpflichtig so genannte Baubiologen (Baubiologe IBN) nach eigenen, nicht staatlich anerkannten Regeln aus. Die Bezeichnung Baubiologe darf dabei nicht mit Biologe verwechselt werden. Biologen müssen ein abgeschlossenes Hochschulstudium nachweisen. Baubiologe darf sich hingegen jede Person nennen, die den Anspruch erhebt, aufgrund ihrer Tätigkeit Gebäude in ihrem Sinne umweltkompatibel oder schadstofffrei zu gestalten. Es gibt keinen staatlich anerkannten Beruf Baubiologe/in. Irreführend schreibt das Institut von einem "staatlich anerkannten Fernlehrgang".

Tatsächlich handelt es sich jedoch lediglich um einen staatlich zugelassenen Fernlehrgang gemäß § 12 FernUSG. Tatsächlich findet sich genau diese Formulierung auch an anderer Stelle der Webseiten des Instituts: "Das Institut für Baubiologie + Oekologie Neubeuern bietet seit 1977 unter der Leitung von Prof. Dr. Anton Schneider den staatlich zugelassenen Fernlehrgang Baubiologie an." Es gibt keine bundesweit geregelte Ausbildungsordnung zur Bezeichnung Baubiologe im Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung. Es gibt keine anerkannte staatliche Prüfung, da es auch keine Prüfungsordnung gibt. Das Ausbildungsangebot der Firma IBN richtet sich daher auch an Laien: "Auch wenn Sie über keine einschlägige Vorausbildung verfügen und sich z.B. beruflich neu orientieren wollen, können Sie nach Beratung am Fernlehrgang teilnehmen".

Kursabsolventen dürfen eigene "Baubiologische Beratungsstellen IBN" gründen und unter dieser Bezeichnung Dienstleistungen anbieten. Die Ausbildung führen offenbar ehemalige Absolventen des IBN-Kurses sowie Mitglieder eines privaten Verbandes Baubiologie durch.

Kursthema sind laut Webseiten des Instituts IBN auch so genannte Wasseradern, denen in der Szene der Wünschelrutengänger eine schädliche Wirkung auf die menschliche Gesundheit nachgesagt wird. Dafür und überhaupt zur Existenz der "Wasseradern" gibt es jedoch keinen wissenschaftlichen Beweis. Was Rutengeher und die Firma IBN als pathogen wirkenden Mechanismus der so genannten Wasseradern ansehen, bleibt unklar.

Baubiologischen Richtwerte (IBN)

Zitat: Bericht eines typischen Kunden, der empfänglich ist für Dienstleitungen von so genannten Baubiologen (Bild: Webseite IBN)

Seit etwa 2002 verbreitet der IBN so genannte "Baubiologische Messstandards", die auch SBM genannt werden. Dabei handelt es sich lediglich um institutseigene Messwerte, die nicht mit staatlich festgelegten Grenz- oder Vorsorgewerten verwechselt werden sollten. Die IBN-Messstandards werden meist mit einer Jahreszahl versehen, etwa SBM 2000. Einer der Erfinder der IBN "baubiologischen Messstandards" ist offenbar der ausgebildete Drucker, Biologie- und Physiklaie Wolfgang Maes (Zitat IBN):

"Zum Schutz der Bevölkerung, und hier besonders von kranken, alten und schwachen Menschen, wurde aus Gründen der Vorsorge von der Baubiologie Maes in Neuss zusammen mit dem Institut für Baubiologie + Oekologie und weiteren Sachverständigen der Standard der Baubiologischen Messtechnik (SBM) entwickelt."

Die Widersprüchlichkeit der IBN SBM-Werte wird allein dadurch ersichtlich, dass verschiedene selbsternannte IBN-unabhängige Baubiologen diese Werte völlig ignorieren und sogar ihr willkürliches Zustandekommen kritisierten. So mokierte sich etwa der österreichische Baubiologenverband IBO über die IBN-Richtwerte:

"Das IBO distanziert sich daher ausdrücklich von diesem auf der Ideologie „Je mehr Angst ich mache, umso besser“ basierenden Richtwertekonzept und empfiehlt, diese sogenannten „Baubiologischen Richtwerte" nicht für Gutachten etc. zu verwenden.

Die SBM 2008 aus dem Jahr 2008 bezieht sich auf messtechnisch völlig irrelevante Werte für eine (erdbezogene) so genannte Körperspannung.

Quellennachweise

  1. Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN GmbH, Erlenaustraße 24, D-83022 Rosenheim