Camu Camu

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Camu-Camu (bot.: Myrciaria dubia, auch camucamu, cacari, camocamo, Araca d'agua, Araza de Agua, Cacari, Camu-camu Negro, Guapuro Blanco, Rumberry usw) ist der Name einer Pflanzenart innerhalb der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Sie ist in der westlichen Amazonasregion, insbesondere in Peru, heimisch. In Brasilien nennt man diese Pflanzenart „Caçari“ oder „Araçá de água“.

Die sauren Früchte des Camu Camu-Strauchs sind roh kaum genießbar und wurden daher in der Vergangenheit nur selten als Nahrungsmittel genutzt. Der Saft muss mit Wasser verdünnt werden. Die Früchte wurden vielmehr als Köder beim Fischfang benutzt. Die Früchte enthalten eine hohe Konzentration an Ascorbinsäure (Vitamin C). Der Vitamingehalt beträgt etwa 1,8 bis 2,2 % des Gewichts der Früchte. Früchteextrakte sind daher als Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt, insbesondere für den japanischen Markt. Der Camu Camu-Frucht wird in der Werbung oft nachgesagt, die höchte Ascorbinsäurekonzentration aller Pflanzenarten zu haben. Dies ist jedoch nicht richtig. Die australische Buschpflaume Terminalia ferdinandiana hat einen noch höheren Vitamin C-Gehalt. Weitere Inhaltsstoffe sind Flavonoide.

Nahrungsergänzungsmittel mit Camu Camu

In den letzten Jahren ist eine Zunahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Camu Camu zu beobachten. Die Früchte werden entweder in der Sonne oder in einem Gefriertrocknungsverfahren getrocknet. Anschließend wird die getrocknete Frucht zu einem Pulver zermahlen.

Die nicht als Arzneimittel, sondern rechtlich als Lebensmittel deklarierten Produkte werden mit zahlreichen, stets positiven gesundheitlich relevanten Wirkungen beworben. So sollen die Mittel Entzündungen hemmen, Krebs vorbeugen und heilen, Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien abwehren, antioxidative Eigenschaften haben und als Aphrodisiakum wirken.

Unerwünschte Wirkungen bzw. Nebenwirkungen

Der Camu Camu-Genuss kann zu Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfällen führen. Ursache ist dabei die hohe orale Aufnahme von Eisen, die durch die Ascorbinsäure gefördert wird. Auch kann es zu Nieren- und Leberschäden kommen. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Schlaflosigkeit und Appetitmangel. Letzteres wird manchmal in der Werbung als Argument zur Einnahme genannt, um Übergewicht zu reduzieren. Anwender berichten auch über Herzrasen nach Camu Camu-Einnahme.

Ökologische Folgen der Camu Camu-Nutzung

Die Nutzung der Camu Camu-Pflanze ist noch relativ jung. Camu Camu wird zwar auch in Plantagen angebaut, die südamerikanischen Kultivierungsprojekte sind jedoch nicht in der Lage, den weltweiten Bedarf zu decken. Das hat dazu geführt, dass zunehmend Raubbau an wild wachsenden Pflanzen betrieben wurde. Eine Folge davon ist, dass in manchen Gebieten Fischarten wie z.B. der Tambaquí, die sich von den Früchten ernähren, inzwischen verschwunden sind. Einige Quellen zählen die Camu Camu-Pflanze inzwischen zu den vom Aussterben bedrohten Pflanzenarten.[1]

Quellennachweise

  1. http://environment.yale.edu/silviculture/files/10_1007_s12231-014-9269-4.pdf